Hör-Tipp: Deniz Yücel sieht deutsche Haftbedingungen zu wenig im Licht der Öffentlichkeit.

Hör-Tipp: "Welt"-Journalist Deniz Yücel berichtet im "Tagesspiegel"-Podcast "Eine Runde Berlin" während der Fahrt mit der Ringbahn u.a. über seine Zeit im türkischen Gefängnis und die Rückkehr in den Alltag. Bei einem Recherche-Besuch in der Berliner JVA Moabit habe er festgestellt, dass die Bedingungen für Gefangene hierzulande nicht unbedingt besser seien. In der Türkei hätten viele Schriftsteller und Politiker Gefängnis-Erfahrungen, weshalb die Haftbedingungen stärker im Licht der Öffentlich stünden.
tagesspiegel.de (79-Min-Audio)


Netflix sagt türkische Serie mit homosexueller Figur ab.

Netflix sagt den Dreh der geplanten türkischen Serie "If Only" ab, weil die türkische Regierung dem Streaming-Anbieter die Filmlizenz verweigert hat. Grund: In der Serie sollte eine homosexuelle Figur vorkommen. Weitere geplante türkische Originalserien werden nicht gecancelt, Netflix betonte, man bleibe "der kreativen Gemeinschaft der Türkei zutiefst verpflichtet".
spiegel.de

Türkischer Staatsanwalt will härteres Urteil gegen Deniz Yücel.

Nächste Instanz: Die türkische Staatsanwaltschaft will ein härteres Urteil gegen den "Welt"-Journalisten Deniz Yücel durchsetzen. Die Ankläger ziehen in die nächste Instanz, weil das Gericht Yücel vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen hatte. Auch Yücel hat angekündigt, gegen das Urteil vorzugehen. Er war zu fast drei Jahren Gefängnis verurteilt worden und will einen Freispruch erwirken. Parallel laufen in der Türkei zwei weitere Verfahren gegen den Journalisten, u.a. wegen eines Witzes, den er in der "Welt am Sonntag" wiedergegeben hatte. Auf Twitter sieht Yücel eine Bedeutung über seinen Fall hinaus: "Die Botschaft lautet also: Jeder, der auch außerhalb der Türkei der türkischen Staatsideologie widerspricht – beim Thema Benachteiligung der Kurden oder beim Umgang mit dem Genozid – macht sich potenziell strafbar."
welt.de, twitter.com

Türkisches Gericht verurteilt Deniz Yücel zu zwei Jahren und neun Monaten Haft.


Urteil in Abwesenheit: Ein Gericht in Istanbul verurteilt den "Welt"-Journalisten und früheren Türkei-Korrespondenten Deniz Yücel zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Vom Vorwurf der Volksverhetzung und der Propaganda für die Gülen-Bewegung ist er dagegen freigesprochen worden. Yücel selbst war bei der Verkündung des Urteils nicht anwesend. Von Februar 2017 bis Februar 2018 saß er insgesamt 367 Tage ohne Anklage in türkischer Haft. Seine Inhaftierung hatte die deutsch-türkischen Beziehungen schwer belastet. Der damalige Außenminister Sigmar Gabriel hatte sich im direkten Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Erdogan für Yücels Freilassung eingesetzt.

Erst nach seiner Freilassung und der Ausreise nach Deutschland hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Yücel erhoben. Als Belege dienten Artikel von ihm in der "Welt", darunter ein Witz über das Verhältnis von Kurden und Türken. In einem Kommentar bei Welt.de nennt Yücel die Entscheidung "ein politisches Urteil, wie die ganze Geschichte meiner Verhaftung politisch motiviert war". Dass die Richter sich entschieden hätten, "lieber das Verfassungsgericht bloßzustellen als den Staatspräsidenten" zeige einmal mehr, "wie es um die Rechtsstaatlichkeit in diesem Land bestellt ist: erbärmlich".

Der DJV spricht von einem "Willkürurteil, das kritische und unabhängige Berichterstattung dauerhaft kriminalisiert". Der DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall fordert das Auswärtige Amt zu diplomatischen Konsequenzen gegenüber der Türkei auf. Die Bundesvorsitzende der DJU in Verdi, Tina Groll, sieht in der Entscheidung einen "Abgesang auf die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei". Der Geschäftsführer der Organisation Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, kommentiert: "Dass die türkische Justiz an dem absurden Vorwurf der Terrorpropaganda festhält und Yücel zu fast drei Jahren Haft verurteilt, zeigt, wie politisiert und willkürlich diese ist." (Foto: picture alliance / Sven Simon)
sueddeutsche.de, spiegel.de, welt.de (Kommentar Yücel), djv.de, dju.verdi.de, reporter-ohne-grenzen.de

Bild des Tages: Fotos eines Ex-Museums.


Vom Museum zur Moschee: Eine schwarz gekleidete Frau mit Kopftuch macht mit ihrem Smartphone Fotos der byzantinischen Hagia Sophia in Istanbul. Das oberste Verwaltungsgericht der Türkei hat heute den Museumsstatus des Gebäudes annulliert, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Stattdessen soll die Hagia Sophia demnächst als Moschee genutzt werden. (Foto: Emrah Gurel / dpa / Picture Alliance)

Türkisches Gericht spricht den Menschenrechtler Peter Steudtner frei.

Türkei: Ein Gericht in Istanbul spricht den deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner vom Vorwurf der Terrorunterstützung frei. Auch seinen schwedischen Kollege Ali Gharavi erklärt das Gericht für unschuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte im November einen Freispruch beantragt. Das Verfahren läuft seit Oktober 2017. Amnesty International bewertet es als politisch motiviert
spiegel.de

Türkischer Präsident kündigt strengere Kontrolle sozialer Netzwerke an.

Türkei: Präsident Erdoğan will soziale Netzwerke strenger kontrollieren und kündigt rechtliche und finanzielle Sanktionen an, wenn sie Beleidigungen und unliebsame Inhalte nicht schnell genug entfernen. Die Tech-Konzerne will er dazu verpflichten, Ansprech­partner in der Türkei zu benennen. Anlass ist ein Tweet seines Schwiegersohn zur Geburt dessen vierten Kindes, auf den neben Glückwünschen auch Beschimpfungen folgten.
spiegel.de

Türkisches Gericht vertagt Urteil im Yücel-Prozess.

Türkei: Die für heute geplante Urteilsverkündung im Prozess gegen "Welt"-Journalist Deniz Yücel wurde kurz nach Beginn der Sitzung überraschend vertagt. Die Richter wollen zunächst das Abschluss-Plädoyer der Verteidigung bewerten, neuer Termin ist der 16. Juli. Die Staatsanwaltschaft wirft Yücel Terror und Volksverhetzung vor. Yücel selbst war in Istanbul nicht anwesend.
faz.net, spiegel.de

Regierungskritische Journalistin sitzt in der Türkei in Untersuchungshaft.

Pressefreiheit: Die regierungskritische Journalistin Müyesser Yildiz sitzt in der Türkei in Untersuchungshaft, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Yildiz wird "politische und militärische Spionage" vorgeworfen. Die leitende Redakteurin der oppositionellen Onlineplattform Oda TV wurde bereits am Montag verhaftet. Der Journalist Ismail Dükel vom Sender Tele1 wurde ebenfalls festgenommen, soll aber auf Kaution freigekommen sein.
sueddeutsche.de

Chefredakteur der türkischen “Sputnik”-Ausgabe wurde temporär festgenommen.

Pressefreiheit: Die türkische Polizei hat Mahir Boztepe, Chefredakteur der türkischen Ausgabe des russischen Staatsmediums Sputnik, temporär festgenommen. Auch drei Journalisten von Sputnik seien nach Einbrüchen zeitweise von der Polizei festgehalten worden. Hintergrund der Festnahmen seien die politischen Spannungen in Nordsyrien zwischen Ankara und Moskau.
derstandard.at, sputniknews.com

Türkisches Verfassungsgericht ordnet Aufhebung der Wikipedia-Sperre an.

Türkei hebt die Sperrung von Wikipedia nach fast drei Jahren wieder auf. Im April 2017 hatten türkische Behörden das Online-Lexikon wegen regierungskritischer Artikel komplett gesperrt. Das türkische Verfassungsgericht urteilte Ende Dezember, die Sperrung verstoße gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung, am Mittwoch ordnete das Gericht die Aufhebung an.
tagesspiegel.de

Türkei startet deutschsprachiges Newsportal TRT Deutsch.

Türkischer Staatsrundfunk TRT hat den deutschen Ableger TRT Deutsch gestartet. Das Newsportal will "alternative Themen" bringen, "die in den Mainstream-Medien kaum Beachtung finden", sich aber auch "klar gegen Rechts­radikalismus und Islamophobie" positionieren. In Teilen erinnert das Konzept an den russischen Kreml-Kanal RT Deutsch. Die Redaktion von TRT Deutsch sitzt in Berlin, das Geld kommt aus Ankara.
digitalfernsehen.de, t-online.de, trtdeutsch.com

Chaos Computer Club: Türkische Spionagesoftware stammt aus Deutschland.

Spionagesoftware, mit der die türkische Regierung Oppositionelle ausspähte, stammt offenbar aus Deutschland, so Linus Neumann und Thorsten Schröder vom Chaos Computer Club. Ihren Analysen zufolge handelt es sich um eine Version einer Software der deutschen Firma FinFisher, die auch deutsche Behörden beliefert. Brisant: Der Export entsprechender Software ist in der EU eigentlich genehmigungspflichtig und das Programm sei erst nach Inkrafttreten der Genehmigungspflicht fertiggestellt worden.
heute.de

Türkische Autorin macht schlechten Journalismus für Hasswelle mitverantworlich.

Türkei: Die Autorin Asli Erdogan macht "schlechten Journalismus" mitverantwortlich für eine Hasskampagne gegen sie in der Türkei. In einem "FAZ"-Interview sagt die Schriftstellerin, dass ein Interview mit der italienischen "La Repubblica" in der Übersetzung der belgischen "Le Soir" stark verfälscht wurde. U.a. wurde der im deutschen Exil lebenden Asli Erdogan unterstellt, die Mehrheit des türkischen Parlaments als Terroristen bezeichnet zu haben. "Le Soir" hat sich inzwischen bei ihr entschuldigt.
"FAS", S. 13 (Paid)

Erdogan verklagt französisches Magazin “Le Point” wegen Präsidentenbeleidigung.

Pressefreiheit: Der türkische Präsident Erdogan (Foto) geht juristisch gegen das französische Wochenmagazin "Le Point" vor. In einer elfseitigen Anzeige wirft Erdogan dem Magazin Präsidentenbeleidigung vor. "Le Point" hatte in der aktuellen Titelgeschichte ein Foto Erdogans mit der Überschrift "Der Ausmerzer" versehen.
zeit.de, n-tv.de

“Handelsblatt”: Volkswagen zweifelt nach dem Syrien-Einmarsch am türkischen Werk.

Volkswagen zögert aufgrund des Einmarsches türkischer Truppen im Norden Syriens mit der Unterschrift für das geplante türkische Werk nahe Izmir, schreibt das "Handelsblatt". "In diesem Umfeld könne es kein Votum für das Land geben", werden Konzernkreise zitiert. Die Standortentscheidung für ein neues Werk befinde sich laut Volkswagen "in der finalen Phase".
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Zitat: Deniz Yücel spricht in der “Zeit” über seine Zeit im türkischen Knast.

"Es hat mich im Knast weniger gestört, dass ich nicht raus konnte. Schlimmer war es, dass jederzeit jemand zu mir rein konnte."

Deniz Yücel erklärt im Interview mit der "Zeit", dass er seine Foltervorwürfe gegen die Türkei erst nach den Wahlen erhoben hat, damit Erdogan mit den "erwartbaren Reaktionen aus Deutschland" keinen Wahlkampf machen konnte.
zeit.de

Buch-Tipp: Deniz Yücel berichtet über Gefangenschaft in der Türkei.

Buch-Tipp: Reporter Deniz Yücel veröffentlicht am Donnerstag das Buch Agentterrorist, worin der "Welt"-Korrespondent über seine türkische Gefangenschaft berichtet. "Welt am Sonntag" druckt vorab eine gekürzte Fassung eines Kapitels, in dem er u.a. über seinen Aufenthalt in der Istanbuler Residenz berichtet, in der er sieben Wochen lebte.
"Welt am Sonntag", S. 8 (Paid), turi2.de (Background)

Zahl des Tages: VW-Zulieferer planen 25.000 Jobs für neues Werk in der Türkei.

Zahl des Tages: Motoraffine 25.000 Arbeitsplätze wollen Zulieferer von Volkswagen in der Türkei schaffen, wenn der Autokonzern in Manisa nahe Izmir das angekündigte Werk eröffnet. VW plant in der Türkei mit 5.000 neuen Jobs, um den Passat von VW sowie den Skoda Superb zu produzieren.
"Süddeutsche Zeitung", S. 20 (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Khashoggi-Verlobte will Mord nicht vergessen lassen.

Lese-Tipp: Vor knapp einem Jahr wurde der Journalist Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Alexandra Rojkov porträtiert Khashoggis Verlobte Hatice Cengiz, die für Gerechtigkeit kämpft und gerne ein neues Leben beginnen würde, aber auch sagt: "Wenn ich auf­hö­re, über Ja­mal zu spre­chen, wird sein Tod von der Agen­da ver­schwin­den." Georg Mascolo und Ronen Steinke vermissen in der "Süddeutschen" international den Willen, den Fall ernsthaft aufzuklären.
"Spiegel" 40/2019, S. 99/100 (Paid), sueddeutsche.de

Türkisches Gericht lehnt Entschädigung für Deniz Yücel ab.

Türkei: "Welt"-Reporter Deniz Yücel erhält vorerst keine Entschädigung für seine einjährige Untersuchungshaft. Ein Gericht in Istanbul hat Yücels Klage zum zweiten Mal abgelehnt, nun will er vors Verfassungsgericht ziehen. Yücel verklagt die türkische Regierung auf 2,98 Mio Lira, umgerechnet rund 440.000 Euro. Unterdessen wurde Yücels Veysel Ok wegen öffentlicher Beleidigung der Justiz zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
taz.de

Türkisches Gericht spricht Aktivisten von Reporter ohne Grenzen frei.

Türkei: Ein Gericht in Istanbul hat Erol Önderoglu, Türkei-Experte bei Reporter ohne Grenzen, vom Vorwurf der "Terrorpropaganda" freigesprochen. Er hatte an einer Solidaritäts-Demonstration für die pro-kurdische Tageszeitung "Özgür Gündem" teilgenommen. Sie wurde später, nach dem versuchten Putsch 2016, geschlossen.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Türkische Denkfabrik attackiert internationale Medien wie die Deutsche Welle.

Pressefreiheit: Eine regierungsnahe türkische Denkfabrik wirft internationalen Medien in einer Studie "regierungsfeindliche" Berichterstattung vor, meldet die Deutsche Welle. Dabei seien Journalisten namentlich mit ihren Twitter-Accounts genannt, darunter auch Reporter der BBC sowie des US-Senders Voice of America. Die Türkei versuche objektive Berichterstatter einzuschüchtern, kritisiert die Deutsche Welle, der allein 30 Seiten der Studie gewidmet seien.
dw.com

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Die Regierung redet uns nicht rein." – Peter Limbourg über 65 Jahre Deutsche Welle. (6/2018)

Der deutsche Journalist Adil Demirci darf die Türkei verlassen.

Türkei: Ein Gericht will die Reisesperre gegen den Deutschen Adil Demirci außer Kraft setzen. Demirci, eigentlich Sozialarbeiter, berichtete für die linke Nachrichtenagentur Etha. Seit einem Jahr sitzt er in der Türkei fest, die ihm vorwirft, Mitglied der Marxistisch-Leninistischen Partei zu sein, die von der Türkei als Terrorgruppe eingestuft wird.
faz.net, turi2.de (Background)

Türkei: Dilek Dündar reist nach Deutschland aus.

Türkei: Dilek Dündar, Ehefrau von Ex-"Cumhurriyet"-Chefredakteur Can Dündar (Foto), ist offenbar aus der Türkei ausgereist. Der türkische Journalist lebt im deutschen Exil, die Ausreisesperre gegen seine Frau sei noch immer aktiv. Dilek Dündar wurde der Reisepass abgenommen, kurz nachdem ihr Mann wegen Terrorvorwürfen angeklagt wurde.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Türkei widerspricht Folter-Vorwürfen von Deniz Yücel.

Pressefreiheit: Das türkische Außenministerium widerspricht dem Vorwurf des Journalisten Deniz Yücel (Foto), er sei während seiner Haft gefoltert worden. "Internationale Mechanismen" könnten die Freiheit in der Türkei überprüfen, kontert eine Erklärung aus Ankara die Mahnung des deutschen Außenministeriums zur Einhaltung der Anti-Folterkonvention der Vereinten Nationen.
zeit.de, turi2.de (Background)

Türkei geht gegen drei regierungskritische Journalisten vor.

Pressefreiheit: Drei regierungskritische Journalisten sind in der Türkei festgenommen worden, meldet die dpa. Es handele sich um Canan Coskun (Foto), Zeynep Kuray und Irfan Tunccelik. Coskun, Ex-Reporterin bei "Cumhuriyet", sei nach Zahlung einer zuvor auferlegten Geldstrafe mittlerweile wieder frei. Kuray und Tunccelik seien am Freitag während ihrer Berichterstattung zur Kundgebung der Oppositionspartei HDP festgenommen worden.
faz.net, turi2.de (Background)

Aussage: Deniz Yücel wurde während seiner Haft in der Türkei drei Tage lang gefoltert.


Free Deniz: Deniz Yücel ist während seiner Haft in der Türkei gefoltert worden, erklärt der Journalist in einer Aussage vor dem Amtsgericht in Berlin. Im Gefängnis Silivri bei Istanbul sei der "Welt"-Korrespondent durch Vollzugsbeamte geschlagen, getreten, erniedrigt und bedroht worden. Die Schuld sieht Yücel direkt beim türkischen Präsidenten – seine Folter sei "womöglich auf direkte Veranlassung des türkischen Staatspräsidenten oder dessen engster Umgebung, auf jeden Fall aber infolge der Hetzkampagne, die er begonnen hatte und unter seiner Verantwortung" geschehen.

Die Beamten hätten ihn als "Vaterlandsverräter" und "deutschen Agenten" beschimpft. Tritte gegen die Füße und Schläge auf Brust und Rücken hätten weniger auf körperliche Schmerzen als auf Erniedrigung und Einschüchterung abgezielt. Yücel habe die Folter bereits in seiner Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte öffentlich gemacht.
spiegel.de

Basta: Fake-Reiseveranstalter zockt 20 Influencer ab.

Schlimmer als Influenza: Rund 20 Influencer reisen auf Einladung der Reisegesellschaft ConstantinoTour in die Türkei. Statt einem kostenlosen Urlaub erwartet die Netzsternchen in der Türkei jedoch nur eine Busfahrt ins Nirgendwo, der Diebstahl ihrer Pässe und eine Lektion darin, was man mit Photoshop außer Falten entfernen noch machen kann: Rückflugtickets fälschen.
bild.de

Zitat: Er ist dran gewöhnt, nicht willkommen zu sein, sagt Peter Limbourg.

"Dass unser Angebot bei der jeweiligen Regierung nicht immer willkommen ist, gehört zum täglichen Geschäft. Journalismus ohne Risiko gibt es nicht."

Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, sagt der "Süddeutschen Zeitung", der Sender werde bei seinem YouTube-Kanal für die Türkei viel Community-Management aufwenden, damit Nutzer bei unliebsamen Beiträgen nicht die Kommentarspalten fluten.
sueddeutsche.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Die Regierung redet uns nicht rein." – Peter Limbourg über 65 Jahre Deutsche Welle. (6/2018)

Türkei verhaftet zwei mutmaßliche saudische Spione im Fall Khashoggi.

Fall Khashoggi: Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat zwei mutmaßliche saudische Spione festgenommen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die türkische Justiz wolle prüfen, ob die Verdächtigen Verbindungen zum Journalistenmord hätten. Jamal Khashoggi ist im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul getötet worden.
handelsblatt.com, focus.de, turi2.de (Background)

“Tagesspiegel”-Türkei-Korrespondent Thomas Seibert erhält Akkreditierung zurück.

Tagesspiegel: Türkei-Korrespondent Thomas Seibert darf wieder aus Istanbul berichten. Die türkische Regierung hat seine Akkreditierung verlängert. Vor vier Wochen hatte der Entzug der Pressekarten von Seibert sowie ZDF-Korrespondent Jörg Brase diplomatische Verstimmungen verursacht. Brase erhielt seine Akkreditierung schon nach zwei Tagen zurück.
faz.net, tagesschau.de, turi2.de (Background)

Meinung: Türkei-Akkreditierung zeigt Erdogans Willkür.

Pressefreiheit: Die Pressekarten-Vergabe der türkischen Regierung zeigt, wie Präsident Erdogan mit Willkür regiert, sagt Maximilian Popp, Türkei-Korrespondent des "Spiegel", im Meedia-Interview. Es sei frustrierend, wie Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei missachtet werden. Ankara provoziere ohne Grund eine neue Krise. Die Wahl Ende März könnte eine Rolle spielen.
meedia.de

ZDF-Korrespondent Jörg Brase erhält türkische Akkreditierung.

Er doch kann, sagt Erdogan: Die Türkei gewährt Jörg Brase eine Pressekarte, gibt der ZDF-Korrespondent bei Twitter bekannt. Er werde in den kommenden Tagen nach Istanbul zurückkehren. Der zuletzt ebenfalls ausgewiesene "Tagesspiegel"-Journalist Thomas Seibert warte dagegen weiter auf eine Akkreditierung.

Brase habe über einen Anruf vom türkischen Presseamt von der Akkreditierung erfahren. "Wir begrüßen es, dass die türkischen Behörden nun zu einer anderen Entscheidung gekommen sind", sagt Bettina Schausten, stellvertretende ZDF-Chefredakteurin. Das ZDF ginge davon aus, dass die offenen Pressekarten anderer Journalisten nun auch ausgestellt werden.
twitter.com, zdf.de, deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Ex-Türkei-Korrespondent Thomas Seibert: “Türkei wollte Exempel statuieren”.

Getürkte Akkreditierungsmachtspiele: Thomas Seibert, aus der Türkei ausgewiesener "Tagesspiegel"-Korrespondent, sieht hinter seiner verweigerten Akkreditierung politische Gründe. "Die Türkei wollte Exempel statuieren", sagt der Journalist bei Phoenix mit Blick auf die pressefeindliche türkische Regierung. Einen Zusammenhang mit seiner journalistischen Arbeit sieht er nicht.

Von der Bundesregierung erwartet Seibert ein härteres Eingreifen. Viele türkische Journalisten sitzen im Gefängnis und können nicht wie er im "Luxus" nach Deutschland ausreisen, mahnt Seibert. Der ebenfalls ausgewiesene ZDF-Korrespondent Jörg Brase will künftig aus Deutschland und Teheran über die Türkei berichten.
presseportal.de, phoenix.de, turi2.de (Background)

ZDF will türkische Korrespondenten-Akkreditierung einklagen.

Die vierte Gewalt im Zweiten: Das ZDF bereitet eine Klage gegen die Ablehnung der türkischen Akkreditierung ihres Korrespondenten Jörg Brase (Foto rechts) vor. ZDF-Intendant Thomas Bellut bezeichnet die Ausweisung als "gänzlich unverständlich". Die anderen Mitarbeiter im ZDF-Studio in Istanbul hätten eine Verlängerung der Pressekarten erhalten.

Der ZDF-Korrespondent und der ebenfalls nicht akkreditierte "Tagesspiegel"-Reporter Thomas Seibert (Foto links) verlassen die Türkei am Sonntagnachmittag. Der türkische Staat versucht, ausländische Medien einzuschüchtern und Druck auf sie auszuüben, sagt Brase. Beide wollen weiter über die Türkei berichten - notfalls von außerhalb.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Außenministerium warnt Journalisten vor Reise in die Türkei.


Gefährliches Pflaster: Das Auswärtige Amt verschärft die Reisehinweise für die Türkei. Es kann "nicht ausgeschlossen werden, dass die türkische Regierung weitere Maßnahmen gegen Vertreter deutscher Medien" ergreift, formuliert das Außenministerium in seinen Reisehinweisen. Außenminister Heiko Maas (Foto) nennt den Entzug der Arbeitserlaubnis für mehrere deutsche Journalisten "inakzeptabel". Betroffen sind u.a. ZDF-Studioleiter Jörg Brase und der Korrespondent Thomas Seibert, der u.a. für den "Tagesspiegel" schreibt. Laut der Hauptstadt-Zeitung werden beide am Sonntag die Türkei verlassen.

Das Auswärtige Amt weist zudem darauf hin, dass Reisende in der Vergangenheit bereits wegen regierungskritischer Äußerungen in den Sozialen Medien festgenommen worden seien. Auch wer außerhalb der Türkei an Veranstaltungen der in der Türkei als terroristisch eingestuften Gülen-Bewegung teilgenommen habe, laufe Gefahr festgenommen zu werden.
welt.de, tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Pressefreiheit: Türkei will mutmaßliche Regierungsgegner bei Urlaubseinreise festnehmen.

Türkei Flagge 150Pressefreiheit: Die Türkei will künftig Urlauber aus Deutschland, die als mutmaßliche Regierungsgegner gelten, bei der Einreise festnehmen. Die westlichen Medien müssten ihre "ideologische Haltung gegenüber der Türkei und Erdogan aufgeben", droht die türkische Regierung. Zuletzt verlor ZDF-Studioleiter Jörg Brase seine türkische Akkreditierung.
derwesten.de, turi2.de (Background)

Halil Gülbeyaz spricht bei “Zapp” über türkische Presse-Einschränkung.

Video-Tipp: Auch Fernsehjournalist Halil Gülbeyaz, der bislang für den NDR aus der Türkei berichtet, bekommt keine Presseakkreditierung mehr. Im "Zapp"-Interview kritisiert Gülbeyaz, dass die Bundesregierung bisher zu zurückhaltend reagiere. Neben ihm warten u.a. auch ZDF-Korrespondent Jörg Brase und "Tagesspiegel"-Reporter Thomas Seibert auf ihre Pressekarte. Journalisten brauchen die Karte überall, um drehen zu können. Gülbeyaz glaubt nicht, dass er in Zukunft noch in der Türkei arbeiten kann.
ndr.de, turi2.de (Background)