Sky Deutschland streicht Stellen und will digitaler werden.

Sky Deutschland baut Stellen nicht aus Spargründen ab, sagt Chef Carsten Schmidt dem "Handelsblatt". Das Unternehmen suche "andere Kompetenzen" – digitalere – die zum Umbau hin zum technologiegetriebenen Unternehmen passen. Die Investitionen in Sky Originals will der Sender in den kommenden fünf Jahren europaweit mehr als verdoppeln.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Til Schweiger braucht “stern” und “Bunte” nur für PR.

Hör-Tipp: Für Til Schweiger sind Medien wie "Bunte" und "stern" nur "ein notwendiges Übel", das er für seine Film-PR braucht. Darüber hinaus lege er keinen Wert darauf, in den Medien aufzutauchen, sagt der Schauspieler im OMR-Podcast. Philipp Westermeyer trifft Schweiger in dessen Finca auf Mallorca und spricht mit ihm über die Filmindustrie, Geschäftsideen und Selbstvermarktung. Schweiger gibt zu, auf Facebook Fehler gemacht und einige umstrittene Posts nicht ganz nüchtern formuliert zu haben.
podigee.io (82-Min-Podcast), omr.com

RTL entdeckt weitere Manipulationen durch mittlerweile entlassenen Reporter.


Mein R-elotius TL: RTL entdeckt in der Überprüfung von insgesamt 104 Reportagen eines Reporters, den der Sender wegen Manipulationen entlassen hat, weitere 14 Manipulationen. Dabei seien drei Muster erkennbar: Der Reporter habe mehrfach bei Selbstversuchen die Dauer der Versuche falsch angegeben. Außerdem habe er Protagonisten gebeten, Geschichten zu erzählen, die diesen gar nicht wiederfahren seien. Zusätzlich habe der Reporter Szenen nachgestellt, diese in den Beiträgen aber als vermeintlich "echte" Szenen verfremdet eingebunden. Auch habe er Archiv-Material ohne Kennzeichnung in Beiträge eingebaut.

RTL-Chefredakteur Michael Wulf kündigt als Konsequenz aus dem Vorfall an, die Abnahmeverfahren für Beiträge auszubauen und künftig stichprobenartig Beiträge der RTL-Reporter zusätzlich zu kontrollieren. Mitarbeiter können künftig zudem anonyme Verdachtsfälle melden. Vor sechs Wochen wurden bereits sieben Manipulationsfälle bekannt. Aktuell gebe es weitere Verdachtsfälle, die noch nicht abschließend geklärt worden seien, so RTL. Die Manipulationen ziehen sich über einen Zeitraum von zehn Jahren und umfassen überwiegend Beiträge für "Punkt 12".
mediengruppe-rtl.de, turi2.de (Background)

Medienkritik: Spiegel TV gerät wegen “Saarbrooklyn”-Beitrag in die Kritik.

Spiegel TV handelt sich Ärger für seinen Beitrag "Saarbrooklyn – Der Randbezirk der Gesellschaft" ein – die Stadt Saarbrücken hat Programmbeschwerde bei der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein eingereicht. Der 20-minütige Beitrag thematisiert überwiegend Armut und Drogen, der Stadtverwaltung sei keine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden. Spiegel-TV-Mitarbeiter sollen außerdem einem Süchtigen 20 Euro gezahlt haben, damit er sich vor der Kamera spritzt.
saarbruecker-zeitung.de

DWDL.de: RTL2-Kommunikation könnte zur externen Agentur werden.

RTL2 spielt mit dem Gedanken, die Bereiche Marketing und Kommunikation in eine externe Agentur umzuwandeln, erfährt Thomas Lückerath. Kommunikationschef Carlos Zamorano bestätigt ein Projekt Agency. Lückerath mutmaßt, die Abteilung könne sich mit der Auslagerung selbst retten: Falls die RTL Group die Mehrheit an RTL2 übernimmt, könnte sie das Team einsparen.
dwdl.de

Lese-Tipp: Blinde Zuschauerin rezensiert die barrierefreie RTL2-Serie “Falkenberg”.

Lese-Tipp: "Falkenberg" auf RTL2 ist die erste barrierefreie Serie im deutschen Privatfernsehen, Kathrin Müller-Lancé schaut sie mit einer blinden Zuschauerin. Sie schaut mit der App Greta fern, die Audiodeskriptionen zu TV- und Kinofilmen bietet. Sie zu produzieren ist aufwendig, auch die Öffis bieten deshalb bisher nur wenige Hörfassungen an – allerdings vertonen sie mit professionellen Sprechern. Bei "Falkenberg" stört die automatisierte Stimme, die eher nach Navi klingt.
sueddeutsche.de (Paid)

Ufa findet weiter keinen deutschen Partner für seine Hitler-Serie.

Ufa arbeitet seit mehr als fünf Jahren an einer Serie über den jungen Adolf Hitler, für die Chef Nico Hofmann aber keinen deutschen Partner findet. Kritiker fürchten, die Serie könne Hitler glorifizieren. Hofmann entgegnet, die Drehbücher von Niki Stein und Hark Bohm seien historisch genau und von hoher Qualität. Er hält an dem Projekt fest, das zuerst RTL mitmachen wollte, dann aber auf Eis legte. RTL kündigte zuletzt die Serie "Faking Hitler" zu den gefälschten Tagebüchern an, mit der Ufa als Produktionsfirma.
dwdl.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Nico Hofmann über Netflix: "Wir merken erste Talent-Abwerbungen".

BR strukturiert um.

BR unterscheidet ab Mitte 2020 nicht mehr in Hörfunk- und Fernsehdirektion. Der Sender will sich nach Inhalten organisieren, unter den Programmdirektionen Kultur und Information. In der Intendanz soll eine Stabsstelle Hörfunk Radioverantwortliche vernetzen. Der Sender hat 2018 rund 13,5 Mio Euro weniger aus Rücklagen benötigt als geplant und 25,6 Mio Euro Gewinn gemacht.
per Mail

Meinung: Der Eurosport-Dazn-Deal gefährdet Joyn, schreibt Kai-Hinrich Renner.

Joyn, Streaming-Joint-Venture von ProSiebenSat.1 und Discovery, droht durch den Rechtedeal zwischen Eurosport und Dazn ins Hintertreffen zu geraten, schreibt Kai-Hinrich Renner. Ursprünglich sollte der Eurosport-Player als Teil von Joyn zahlende Nutzer mit der Bundesliga anlocken, nun fehle das Zugpferd. Joyn betone zwar, Eurosport-Mutter Discovery wolle weiter in Joyn investieren, bei Discovery scheine nun aber Dazn als Partner bedeutender zu sein.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

EU-Kommission: Vodafone darf Unitymedia übernehmen.

Vodafone darf den Kabelnetz-Konkurrenten Unitymedia übernehmen, entscheidet die EU-Kommission. Der britische Konzern zahlt 18,4 Mrd Euro an die Unity-Mutter Liberty. Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter warb 2018 für die Übernahme, in dem er ein "vereintes Gigabit-Netz für Deutschland" und Investitionen von 12 Mrd Euro in den Ausbau versprach. Damals hatte Vodafone in Deutschland 14,2 Mio Verträge und Unitymedia 13 Mio. Der Deal umfasst auch Liberty-Töchter in Tschechien, Ungarn und Rumänien.
sueddeutsche.de, handelsblatt.com, heise.de

Zitat: Thomas Laufersweiler erlebt auf Netflix eine personalisierte Zombie-Apokalypse.

"Ich habe bei Netflix in den ersten Wochen Walking Dead geguckt – und bin dann im Kern meines Profils wohl als Zombie-Fan eingeordnet worden. Bis heute bin ich aus der Zombie-Ecke nicht rausgekommen. Ich kriege auf Netflix eigentlich nur Untote angezeigt."

ARD.de-Redaktionsleiter Thomas Laufersweiler findet Personalisierung manchmal tückisch – und will Nutzern der ARD-Mediathek ermöglichen, ihr Profil auf Null zu setzen.
podcast.shelfd.com (57-Min-Audio)

Dazn sichert sich auch Olympia-Übertragungen und macht das Abo teurer.


Sky is no limit: Dazn mausert sich mit neuen Rechte-Deals zum sportlichen Schwergewicht – und zum Angstgegner für Sky. Die Vereinbarung mit Eurosport bringt nicht nur Bundesliga-Livespiele zum Streaming-Portal, sondern auch die Olympischen Spiele. Dazn bindet Eurosport-Sender ein und zeigt deshalb zudem große Tennis-Turniere, Tour de France und Ski. Zur Feier des Tages verteuert Dazn das Monatsabo von 9,99 Euro auf 11,99 Euro.

Dazn kündigt 8.000 Live-Übertragungen pro Jahr an. Der Angreifer nennt sich – ebenfalls zum Leidwesen von Sky – nun selbstbewusst der "größte Livesport-Broadcaster im deutschsprachigen Raum". Im bunten Bauchladen gibt es auch internationale Fußball-Ligen und die Champions League, US-Sport wie Basketball und Eishockey sowie Boxen. Hinter Dazn steht die britische Perform Group, die mehrheitlich der US-Beteiligungsgesellschaft Access Industries von Milliardär Len Blavatnik gehört. (Foto: Ina Fassbender / dpa / Picture Alliance)
presseportal.de, bild.de, turi2.de (Background)

Netflix verliert im 2. Quartal in den USA erstmals bei den Netto-Abozahlen.

Netflix gewinnt im 2. Quartal weltweit 2,7 Mio Abonnenten hinzu. Eigentlich lag die Zahl bei 2,83 Mio, jedoch hat der Streaminganbieter in den USA netto 183.000 Abonnenten verloren. Netflix habe die Abo-Ziele besonders in den Regionen verfehlt, in denen der Preis angehoben wurde. In Indien will Netflix nun mit einem Angebot für Nutzer, die ausschließlich über Mobilgeräte streamen, gegensteuern.
techcrunch.com, theverge.com

Zitat: Marcus Bornheim macht wenig Hoffnung auf Jan Hofer im Hoodie.

"Die 'Tagesschau' ist recht strikt in ihrem Format, die kann man nicht künstlich jünger machen – auch nicht mit Berichten über Miley Cyrus oder Justin Bieber oder wenn Jan Hofer mit Hoodie und Sneakers moderiert."

Marcus Bornheim, neuer "Tagesschau"-Chef, macht sich keine falsche Hoffnung auf junge TV-Zuschauer – und will sie lieber online, etwa auf Instagram, erreichen.
haz.de

Meinung: Streaming-Kooperation von BBC und ITV ist kein Selbstläufer.

BBC-Logo-150x150BritBox, gemeinsamer Streaming-Dienst von BBC und ITV, könnte ein Vorbild für Deutschland sein, schreibt die "taz". Die Zusammenarbeit werde aber kein Selbstläufer, warnt der britische Journalist David Pidgeon: Die Kooperation sei vergleichbar mit "einem Investmentbanker und einem alten Sozialisten", die gemeinsam eine Eisdiele betrieben.
taz.de, turi2.de (Background)

Medienanstalt findet Werbe-Einblendungen für Joyn im linearen Programm unproblematisch.

ProSiebenSat.1 darf im linearen Programm für den Streaming-Dienst Joyn werben, den es mit Discovery betreibt, zitiert DWDL eine Sprecherin der Bremer Landesmedienanstalt. Laut Werberichtlinien der Medienanstalten sei dies als Eigenwerbung zulässig, solange P7S1 "unmittelbar mit mindestens 25 %" beteiligt ist.
dwdl.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Joyn will mehr sein als nur eine deutsche Antwort auf Netflix, sagt Katja Hofem im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv (07/2019).

Dänemark nutzt Einsparungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern für Digitalisierung.

Dänemark: Ab 2020 wird es nur noch drei öffentlich-rechtliche Fernsehsender geben, schreibt der "Tagesspiegel". Drei Radiosender werden aus Kostengründen abgeschaltet. Danmarks Radio, Dänemarks öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, wolle die von der Regierung beschlossenen Kosteneinsparungen nutzen, um das Rundfunksystem zu reformieren: Die Programme für Kinder und junge Erwachsene werden digital fortgeführt.
tagesspiegel.de

Warner Brothers legen “Familie Feuerstein” als animierte Erwachsenen-Serie neu auf.

Familie Feuerstein kommt zurück ins Fernsehen. Warner Brother geben der Trickfilmserie aus den 1960er Jahren eine Neuauflage – als Animationsserie für Erwachsene. Hinter der Produktion steht die Firma der Schauspielerin Elizabeth Banks. Auf welchem Sender die Serie laufen wird, ist noch unklar. Die Originalserie war ein großer TV-Hit und die erste Trickfilmserie im US-Abendprogramm.
variety.com via spiegel.de

Sat.1 holt Claudia von Brauchitsch als “Akte”-Moderatorin.

Sat.1 legt "Akte" in Frauenhände. Ab August moderiert Claudia von Brauchitsch, 44, das Magazin. Sie kommt von Sky und übernimmt die künftig von Sat.1 selbst produzierte Sendung von Claus Strunz. Im Vorfeld der Wahl des CDU-Vorsitzenden moderierte von Brauchitsch die Regionalkonferenzen der Partei, bei denen sich die Kandidaten den Parteimitgliedern vorgestellt haben.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Mitarbeiter-Brief: Döpfner und Caspar bekennen sich zur “Welt” – auch der gedruckten.

"Welt"-Lage: Springer Chef Mathias Döpfner und Vorständin Stephanie Caspar bekennen sich in einem Schreiben an die Mitarbeiter zur Medienmarke "Welt", auch der gedruckten. Der Brief war nötig geworden, weil die "FAZ" eine Klausel in den Angebotsunterlagen von KKR als fehlendes Bekenntnis zu der Zeitung gewertet hatte. In den Verhandlungen mit dem Finanzinvestor sei ein "Ergebniskorridor definiert" worden, der sehr "großzügig" sei und "faktisch einer Bestandsgarantie" gleichkomme, schreiben Döpfner und Caspar. Aus rechtlichen Gründen stehe in den Angebotsunterlagen eine Formulierung, die "von außen missverständlich" interpretiert werden könne. KKR soll Springer helfen, den Konzern von der Börse zu nehmen.
horizont.net, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Stefan Winterbauer trifft Ulrich Wilhelm zum “Sommerinterview”.

Meedia schickt Stefan Winterbauer zum Video-"Sommerinterview" mit ARD-Chef Ulrich Wilhelm (Foto). In knapp 30 Minuten fragt er Wilhelms Positionen zu aktuellen Themen und Kritik ab. Wilhelm lehnt eine Verengung des Auftrags von ARD und ZDF auf Kultur, Bildung und Information ab, bekräftigt seine Forderung nach einem an die Teuerungsrate angepassten Rundfunkbeitrag und kontert Kritik, dass die ARD vor allem Ältere erreiche.

Den Vorwurf politisch unausgewogener Berichterstattung sieht Wilhelm gelassen, weil es ihn schon in vordigitaler Zeit gab, will die Kritiker aber ernst nehmen. "Wir sind nie divers genug", sagt Wilhelm zur Frauenquote in Führungspositionen und sozialer Durchmischung der Redaktionen. Öffentliche Debatten sollten ARD-Journalisten - auch bei Twitter - eher abbilden, als selbst zum Akteur zu werden, sagt Wilhelm über twitternde Mitarbeiter. Selbst will der BR-Intendant nicht auf Twitter aktiv werden.
youtube.com (30-Min-Video), meedia.de

Steingart-Podcast: Maaßen beklagt “Inzucht in den Redaktionsstuben”.

Gabor Steingart lässt den geschassten Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen (Foto) zur Schelte auf öffentlich-rechtliche Medien antreten. Das Mitglied des erzkonservativen Unionsflügels Werteunion sieht in deutschen Redaktionen eine links-grüne Mehrheit und beklagt "Inzucht" – "bestimmte Netzwerke fördern ihre Leute, die sie dann nach oben bringen". Tendenziöse Berichterstattung gesteht der "politisch interessierte Bürger" privaten Tageszeitungen zu, von ARD und ZDF verlangt er Objektivität. Maaßen findet, dass über den "Skandal" um das Framing Manual der ARD nicht ausreichend diskutiert wurde. Er selbst informiere sich bei Gabor Steingart, in der Schweizer "NZZ", österreichischen und englischsprachigen Zeitungen.
gaborsteingart.com (24-Min-Audio, ab Min 7)