Zitat: Twitter regiert die “New York Times”, findet Ex-Redakteurin Bari Weiss.

"Twitter steht nicht im Impressum der 'New York Times'. Aber Twitter ist ihr ultimativer Redakteur geworden."

Bari Weiss, bisher "zentristische" und konservative Stimme im Meinungsressort der "New York Times", begründet in einem offenen Brief, warum sie das Blatt nach rund drei Jahren verlässt. Sie wirft der Zeitung u.a. Selbstzensur vor, um etwa Trump-feindliche Zielgruppen zufriedenzustellen.
sueddeutsche.de, bariweiss.com (Brief)

Hör-Tipp: Marcus Bornheim spricht über die Pläne der “Tagesschau”.

Hör-Tipp: Im "RBB Medienmagazin" spricht Chefredakteur Marcus Bornheim mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs über die Zukunft der "Tagesschau". Künftig will das Team sein Engagement auf Facebook und Twitter zurückfahren. Die Aktivitäten beim lange vernachlässigten YouTube will er dagegen ausbauen. Bornheim rechtfertigt das Engagement auf der chinesischen Plattform TikTok und prognostiziert, dass 2020 durch Corona zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des ARD-Nachrichten-Flaggschiffs wird.
wwwagner.tv (31-Min-Audio)

Twitter, Facebook und Google geben vorerst keine Daten an die Justiz in Hongkong weiter.


Chinesisches Mauern: Facebook, Google und Twitter wollen bis auf weiteres nicht mehr auf Anfragen von Justizbehörden in Hongkong reagieren, wie beide Unternehmen mitteilen. Im Fall von Facebook betrifft das auch die zum Konzern gehörigen Angebote WhatsApp und Instagram. Hintergrund ist das Anfang Juli in Kraft getretene, sogenannte „Sicherheitsgesetz“, das massive Einschnitte in die Autonomie Hongkongs mit sich bringt und der chinesischen Regierung weitreichende Kompetenzen zugesteht, gegen Kritiker vorzugehen.

Ob Facebook und Twitter dauerhaft auf eine Zusammenarbeit mit den Behörden verzichten, ist nicht gesagt. Facebook kündigt an, es wolle zunächst die Auswirkungen des neuen Gesetzes prüfen und sich mit Menschenrechtsexperten beraten. Ähnlich äußert sich auch Twitter.
mashable.com, theverge.comspiegel.de

Basta: Kalter Hass.

Frieren und fluchen: Twitter-User*innen senden mehr wütende Tweets, wenn es draußen kalt ist, ermittelt eine australische Studie. Die Forscher*innen analysieren fast 75 Mio englischsprachige Tweets von 2015 bis 2017 und kommen zu dem Schluss: Bei kaltem Wetter herrscht kalter Hass. Die ausgewerteten Temperaturen könnten zumindest miese Twitter-Stimmung in Deutschland erklären: Besonders wütende Posts entstehen bei 15 Grad - Deutschlands Durchschnittstemperatur liegt meist um die 11.
deutschlandfunknova.de

Basta: Neue Medienspezies entdeckt – die Alarmglucken.

Im Social-Media-Zeitalter entwickeln sich neue Spezies schneller denn je: Erst am Freitag missrieten dem turi2-Redakteur Andreas Grieß die Alarmglocken, die Ernst & Young bei Wirecard zu läuten versäumte, per Vertipper zu Alarmglucken. Ein Exemplar davon konnte Frank Behrendt, der Guru der Gelassenheit und Meister des beiläufigen Twitterns, auf verwinkelten Wegen dingfest machen und fotografieren (Foto links). Darwinismus auf Speed quasi.
twitter.com, turi2.de (erste Sichtung)

Zitat: Twitter verändert die Diskussionskultur, findet Sandra Maischberger.

"Die Wellen der Entrüstung, bei denen es zu Twitter schnell kommen kann, führen dazu, dass manch ein Gast vorsichtiger geworden ist, wenn er sich öffentlich äußert."

ARD-Talkmasterin Sandra Maischberger beklagt bei Quotenmeter, dass Talkgäste immer häufiger schon vor der Sendung pauschal kritisiert werden.
quotenmeter.de, turi2.de (Background)

Basta: Bremens Wirtschafts-Senatorin jubelt im Stadion – trotz Bundesliga-Veto.

Ausgewechselt: Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt veröffentlicht bei Twitter ein Foto aus dem Weser-Stadion, wo sich Werder Bremen in die Relegation rettet. Dabei hatte sich der Bremer Senat in der Debatte um den Bundesliga-Neustart zuvor gegen den Wiederanpfiff ausgesprochen - wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen Bällen werfen.
bild.de, twitter.com

Twitter führt Audio-Tweets bis 140 Sekunden Länge ein.


Aufgehorcht: Twitter will vom Audio-Boom profitieren und testet Voice-Tweets. Eine zunächst begrenzte Zahl an iOS-Nutzer*innen kann ihren Tweets eine Audio-Aufnahme von bis zu 140 Sekunden hinzufügen. Längere Botschaften teilt Twitter auf mehrere Tweets in einem Thread auf. Für Podcasts eignet sich die Funktion der Länge wegen kaum, höchstens für kurze O-Töne. Twitter sieht die Voice-Tweets daher eher als Möglichkeit, den eigenen Tweets einen "menschlicheren Touch" hinzuzufügen und sie um sprachliche Nuancen zu ergänzen, in nur geschrieben Texten verloren gehen.

In den kommenden Wochen soll die Funktion allen iOS-Nutzer*innen zur Verfügung stehen. Ob und wann eine Android-Version kommt, ist unklar. Schon Ende 2016 hat auch Konkurrent Facebook mit Audio experimentiert und analog zu Live-Videos die Möglichkeit der Audio-Live-Übertragung eingeführt. Genutzt wir sie jedoch kaum.
theverge.com, mashable.com, t3n.de, blog.twitter.com

Twitter schaltet chinesisches Fake-News-Netzwerk ab.

Twitter hat nach eigenen Angaben 170.000 Accounts stillgelegt, die Propaganda im Interesse der chinesischen Regierung verbreitet haben. Mehr als 20.000 Konten haben demnach Fake News zu Corona und den Protesten in Hongkong und Corona gepostet, 150.000 andere gelikt und retweetet. Eine geringere Anzahl an Konten hat türkische und russische Propaganda verbreitet.
spiegel.de

Twitter fragt Nutzer*innnen, ob sie einen Artikel lesen, bevor sie ihn teilen.

Mahnender Blick über die Lesebrille: Twitter testet eine Funktion, die Nutzer*innen davon abhalten soll, blindlings Schlagzeilen zu verbreiten und Artikel zu teilen, die sie nicht gelesen haben. Twitter mahnt dafür "Schlagzeilen erzählen nicht die ganze Geschichte" und fragt "Vor dem Retweet lesen?", wenn Nutzer*innen Artikel vorm Retweeten nicht auf Twitter geöffnet haben.
buzzfeednews.com, mashable.com

EU will monatliche Berichte von Facebook und Co zu Corona-Fake-News.

EU-Kommission fordert von Facebook, Google, Twitter und weiteren Plattformen, die den freiwilligen Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Fake News unterzeichnet haben, monatliche Berichte. Darin sollen sie darlegen, wie sie die Achtsamkeit der Nutzer*innen gegenüber Falschinformationen verbessern und Corona-Desinformation einschränken. Die Kommission drängt die Plattformen, die Zusammenarbeit mit Faktenprüfer*innen auszubauen.
cnet.com

EU-Kommission: Soziale Medien sollen Auskunft über Corona-Falschinformationen geben.

EU-Kommission fordert Soziale Medien auf, einen monatlichen Bericht über kursierende Falsch-Meldungen zur Corona-Krise abzugeben. Facebook, Twitter und Co. sollen detailliert darlegen, wie viele irreführende Posts und falsche Nutzerkonten sie identifiziert haben und wie groß deren Reichweite war. Die Kommission erhofft sich so u.a. ein besseres Bild über die versuchte Einflussnahme anderer Staaten: China und Russland etwa hätten die Corona-Krise für Kampagnen genutzt, die "die demokratische Debatte untergraben".
handelsblatt.com

Facebook ändert Umgang mit Gewaltandrohungen und kennzeichnet Medien wie Russia Today.

Facebook-LogoFacebook: Mark Zuckerberg ändert nach heftiger Kritik den Kurs beim Umgang mit staatlichen Gewaltandrohungen und Inhalten, die Wahlen beeinflussen könnten. Wie Twitter will Facebook sie nun auch kennzeichnen sowie Alternativen zum bisherigen Vorgehen finden, Posts entweder komplett zu löschen oder stehenzulassen. Außerdem will das Netzwerk Posts von Medien wie Russia Today, die unter Einfluss ihrer jeweiligen Regierung stehen, kennzeichnen und Anzeigen dieser Medien in den USA blockieren.
theverge.com, sueddeutsche.de, adweek.com (staatlich kontrollierte Medien), turi2.de (Background)

Elon Musk fordert die Zerschlagung von Amazon.

Amazon soll zerschlagen werden, fordert Elon Musk bei Twitter. "Monopole sind falsch", schreibt er unter einen Tweet des Ex-"New York Times"-Reporters Alex Berenson. Dieser gilt als Kritiker der Covid-19-Maßnahmen und veröffentlichte ein umstrittenes Buch über "verheimlichte Wahrheiten". Amazon listet dieses nicht, was Musk scharf kritisiert.
handelsblatt.com, twitter.com

Basta: Elon Musk schießt Twitter zum Mond – er pausiert beim Kurznachrichtendienst.

Ich bin dann mal weg: Tesla-Chef Elon Musk kündigt bei Twitter eine Pause vom Kurznachrichtendienst an. Nach seinem SpaceX-Erfolg scheint Musk auch Twitter zum Mond schießen zu wollen. Es ist nicht das erste Mal, dass Musk das Twittern pausiert: Wie bei seiner Astronauten-Crew, scheint es damit nur eine Frage der Zeit, bis der Mann vom Mond Mars zu seinen über 35 Mio Follower*innen auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt.
t3n.de, twitter.com

Rassimus in den USA: Weiße Gästeauswahl sorgt bei Sandra Maischberger für Shitstorm.

ARD erntet für die Gäste-Auswahl des "Sandra Maischberger"-Talks einen Shitstorm: Unter den für Mittwochabend angekündigten Gästen befindet sich mit Anja Kohl, Dirk Steffens, Heiko Maas, Jan Fleischhauer und Helga Rübsamen-Schaeff niemand mit dunkler Hautfarbe, um über die rassistische Polizeigewalt in den USA zu sprechen - die ebenfalls Thema der Sendung sein wird. "Lasst uns doch alle erst mal die Sendung anschauen und anschließend gerne weiterdiskutieren. Machen wir das so?", versucht Sandra Maischberger die Kritiker*innen zu besänftigen.
twitter.com (Kritik), twitter.com (Maischberger)

Trump verschlimmert die Lage in den USA mit einer bizarren Medienshow.

Eskalation: US-Präsident Donald Trump verschärft die Spannungen in den USA mit einer bizarren Medienshow vor dem Weißen Haus. Nachdem Trump am Freitag eine zeitweise in einen Bunker geflüchtet war, hat der 45. Präsident der USA am Montagabend eine weitgehend friedliche Demonstration vor dem Weißen Haus mit Schlagstöcken, Tränengas und Blendgranaten zerstreuen lassen, um sich im Fernsehen und auf Twitter mit einer (falsch herum gehaltenen) Bibel vor der St. John's Church als Mann von "Law and Order" zu präsentieren. Zuvor attackierte die Polizei auch einen Kameramann des australischen TV-Senders 7News.

Auf einer Pressekonferenz im Rosengarten hat Trump damit gedroht nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis "Randale, Plünderungen, Vandalismus, Angriffe und die mutwillige Zerstörung von Besitz" mit dem Einsatz von "tausenden schwer bewaffneten" Soldaten und Polizisten in der Hauptstadt Washington zu stoppen.
sueddeutsche.de, twitter.com (6-Minuten-Rede Trumps)
twitter.com (CNN-Bericht), twitter.com (7News)

Meinung: Trumps Social-Media-Dekret ist vor allem Show.

Mehr Schein als Sein: Donald Trumps jüngst erlassenes Social-Media-Dekret glänzt mehr durch Inszenierung als Inhalt, urteilt Autor und Philosoph Jan Skudlarek. Der US-Präsident wolle zeigen, dass er sich nicht "von Faktencheckern auf der Nase herumtanzen lässt" - selbst wenn die Öffentlichkeit sehe, dass "die Nase eine Pinocchio-Nase ist". Trump wüte wie ein Vierjähriger, ein Verhalten, das Skudlarek als "würdelos" bezeichnet. Soziale Medien sollten öfter Informationen zu irreführenden Aussagen Trumps ergänzen.
volksverpetzer.de, turi2.de (Background)

Twitter kennzeichnet Trump-Tweet als “gewaltverherrlichend”.

Gewaltiges Ge(t)witter: Twitter kennzeichnet zum ersten Mal einen Tweet von US-Präsident Donald Trump als "gewaltverherrlichend". Der Tweet ist dennoch weiter abrufbar. Die Twitter-Kommunikationsabteilung begründet dies u.a. mit dessen Wichtigkeit für die Öffentlichkeit. Trump hatte sich in dem beanstandeten Tweet zur Situation in Minneapolis geäußert, wo nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem Polizeieinsatz Unruhen ausgebrochen sind. Trump twitterte sinngemäß: "Wenn die Plünderungen beginnen, beginnt auch das Schießen."

In einem Tweet zuvor hatte er bereits angekündigt, die Nationalgarde einzusetzen, sollte die Situation in der Stadt nicht unter Kontrolle gebracht werden. Minnesotas Gouverneur Tim Walz hat bereits den Notstand ausgerufen, nachdem Protestanten u.a. eine Polizeiwache angezündet haben.
twitter.com (beanstandeter Tweet), twitter.com (Statement Twitter), zeit.de via Reuters (1:16-Min-Video Proteste Minneapolis)

Social-Media-Dekret: Trump droht Twitter & Co mit Klagen.

Persönliche Fehde: US-Präsident Donald Trump sagt seinem Lieblings-Sprachrohr Twitter den Kampf an. Am Abend hat Trump ein Dekret unterzeichnet, mit dem er soziale Netzwerke stärker regulieren will. Die US-Telekommunikations­aufsicht FCC soll die bisherige Regelung prüfen und überarbeiten, dass Online-Dienste nicht für von Nutzern veröffentlichte Inhalte wie Kommentare und Videos haftbar gemacht werden können. Die als "Section 230" bekannte Regelung erlaubt den Plattformen zudem, gegen bestimmte Inhalte oder Nutzer*innen vorzugehen, etwa sie zu löschen. Diese Privilegien könnten durch Trumps Vorstoß kippen. Auch eine mögliche Zerschlagung der Konzerne bringt Trump ins Gespräch.

Offiziell begründet Trump seinen Schritt mit dem Schutz der Meinungsfreiheit: Die Plattformen seien nicht länger neutral, sondern betrieben politischen Aktivismus. Konkreter Auslöser dürfte sein, dass Twitter zwei Tweets von ihm als irreführend markiert hat. Rechtsexpert*innen bezweifeln, dass Trumps Vorgehen juristisch stichfest ist. (Foto: Evan Vucci / AP Photo / Picture Alliance)
tagesspiegel.de, handelsblatt.com, spiegel.de, cnn.com, turi2.de (Background)

Twitter-Chef Jack Dorsey verteidigt den Faktencheck-Hinweis bei Trump-Tweets.

USA: Twitter-Chef Jack Dorsey hat den Faktencheck-Hinweis unter Tweets von Donald Trump verteidigt. Er weist darauf hin, dass der Hinweis einer möglichen Verwirrung von Wählern durch die Tweets des Präsidenten vorgreifen sollte. Dorsey holt auch zum Schlag gegen Mark Zuckerberg aus: Twitter sehe sich nicht als "Schiedsrichter der Wahrheit", so hatte der Facebook-Chef das Vorgehen Twitters gegenüber Fox News bezeichnet.
techcrunch.com, foxnews.com (Zuckerberg), turi2.de (Background)

Twitter markiert Trump-Tweets zur Briefwahl mit einem Hinweis auf einen Faktencheck.

Twitter markiert erstmals Falschaussagen von US-Präsident Trump auf Twitter. Zu zwei zusammenhängenden Tweets, in denen Trump vor Wahlbetrug durch Briefwahl-Zetteln warnt, zeigt Twitter einen Hinweis, der auf einen Faktencheck führt. Darin steht, dass die Behauptungen von Trump laut CNN, Washington Post und weiteren Quellen unbegründet seien.
techcrunch.com
twitter.com (Faktencheck), twitter.com (Tweet)

Twitter testet Feature, das Antworten auf Tweets einschränkt.

Twitter lässt einige seine Nutzer*innen weltweit testweise festlegen, wer auf ihre Tweets antworten darf: alle, nur gefolgte Kanäle oder nur Personen, die im Tweet vertaggt sind. Das könnte zu weniger Hassreaktionen und Troll-Einmischung auf der Plattform führen. Kritiker*innen sehen in dem Feature allerdings eine Gefahr für die Meinungs- und Redefreiheit.
theverge.com, mashable.com (Kritik), blog.twitter.com


Twitter erlaubt Arbeit aus dem Home Office nun dauerhaft.


Neue Normalität: Twitter will seine Mitarbeiter*innen auch nach der Corona-Krise nicht in die Büros zurück beordern. Alle, die können, dürfen nun dauerhaft aus dem Home Office arbeiten, schreibt Chef Jack Dorsey in einer E-Mail an die Belegschaft. Dafür zahle der Konzern allen Mitarbeiter*innen ein Taschengeld von 1.000 Dollar, um ihr Home Office einrichten zu können. Gleichzeitig kündigt Dorsey an, dass die Büros mit wenigen Ausnahmen noch bis mindestens September geschlossen bleiben werden und dass Twitter bis dahin auch keine Geschäftsreisen durchführe. Alle Events mit physischer Präsenz für 2020 werden abgesagt.

Twitter hat seine Mitarbeiter*innen bereits Anfang März aufgefordert, von zuhause aus zu arbeiten und seine Büros am 12. März geschlossen. Schon vor der Corona-Pandemie plante Jack Dorsey, seine Angestellten künftig dezentraler arbeiten zu lassen. Die aktuelle Krise hat den Prozess nun beschleunigt und laut Twitter auch viele Manager*innen überzeugt, dass Teams auch aus der Distanz zusammen arbeiten könnten.
buzzfeednews.com, theverge.com, faz.net, turi2.de (Background)

Twitter führt Labels für Tweets mit irreführenden Corona-Infos ein.

Twitter will Tweets, die Corona-bezogene Falschinformationen enthalten, mit einem Label kennzeichnen. Es führt Nutzer*innen auf eine kuratierte Seite oder "externe vertrauenswürdige Quelle", die Informationen über die Behauptungen eines Tweets liefern kann. Tweets, die im Widerspruch zu den Richtlinien von Gesundheits-Experten stehen, will Twitter mit einer Warnung überdecken.
theverge.com

Ärzt*innen geht Kampf gegen Fake News auf Social Media nicht weit genug.

Soziale Netzwerke sollen medizinische Falschbehauptungen richtigstellen statt sie bloß zu löschen, fordern mehr als 100 Ärzt*innen in einem offenen Brief, den sie am Donnerstag als ganzseitige Anzeige in der "New York Times" schalteten. Darin schreiben sie, dass sich die teils ungefiltert auf den Plattformen kursierenden Gerüchte negativ auf ihre Arbeit auswirkten. Das Schreiben unterzeichnete auch der deutsche Virologe Christian Drosten.
sueddeutsche.de, rnd.de

Mario Sixtus zieht Unterlassungsantrag gegen Kai Diekmann zurück.

Twitter-Beef beendet: Journalist Mario Sixtus (Foto) lässt ein Unterlassungsbegehren gegen Ex-"Bild"-Chef Kai Diekmann fallen, schreibt Meedia. Diekmann hatte Sixtus bei Twitter indirekt "Arschloch" genannt, der fühlte sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und den Straftatbestand der Beleidigung erfüllt. Laut Meedia hat das Landgericht Berlin Sixtus empfohlen den Antrag auf Unterlassung zurückzuziehen, da er selbst andere zuvor "Arschloch" genannt hatte.
meedia.de

TikTok-Verbot: Die Luftwaffe der Bundeswehr löscht ein Ostergruß-Video.

TikTok: Die Luftwaffe der Bundeswehr hat einen Ostergruß vom offiziellen Twitter-Account gelöscht, schreibt die "Bild". Das Video zeige einen Eurofighter, der mit seinem Feuerstrahl ein Osterei zum Kochen bringt. Der Clip stamme von einem privaten TikTok-Account eines Soldaten. Die chinesische App wird von der US-Armee als "Cyber-Bedrohung" eingestuft, auch der deutsche Verfassungsschutz warnt vor "Datenschutzrisiken".
"Bild", S. 2 (Paid)

Storymachine tritt für “Heinsberg Protokoll” in Erscheinung.


Corona bricht das Schweigegelübde: Storymachine, die Berliner Agentur von Kai Diekmann, Philipp Jessen und Michael Mronz, verantwortet unter dem Titel "Heinsberg Protokoll" die Social-Media-Begleitung der Covid19-Studie des Bonner Virologen Hendrik Streeck bei Twitter und Facebook. Es ist das erste Mal, dass die Agentur sich öffentlich zu einem Auftraggeber bekennt, bisher agierte Storymachine stets im Verborgenen, ohne Kunden zu nennen. Im Meedia-Interview erklärt Jessen den Sinneswandel damit, dass die Studie "größtmögliche Öffentlichkeit und Sichtbarkeit" erhalten solle. Dazu gehöre auch "eine klare redaktionelle Absenderschaft".

Streeck hat die Verbreitung von Covid19 im besonders betroffenen Kreis Heinsberg untersucht und kommt zu dem Zwischenergebnis, dass nach einer Corona-Infektion nun wahrscheinlich 15 % der dortigen Bevölkerung immun sind. Unter Einhaltung strenger Hygiene-Regeln könnten die Einschränkungen allmählich gelockert werden.

Zehn Mitarbeiter*innen von Storymachine dokumentieren die Studienergebnisse in Text, Bild und Video. Storymachine habe selbst die Initiative ergriffen und Streeck die Zusammenarbeit angeboten. Finanziert werde die Arbeit teilweise von Partnern, jedoch "fließen weder Steuergelder noch finanzielle Mittel der Universität Bonn in unsere Arbeit", betont Jessen und will auch künftig nur im Ausnahmefall über Kunden sprechen.
meedia.de (Jessen), spiegel.de, land.nrw (Studie)

Zahl des Tages: Twitter löscht rund 60 % der Corona-Fake-News nicht.

Zahl des Tages: Rund 60 % der Corona-Fake-News bei Twitter bleiben stehen, Facebook und YouTube löschen rund 75 %, sagt eine Studie der Uni Oxford. Den Großteil der Falschmeldungen sei nicht völlig frei erfunden, sondern reiße Informationen aus dem Zusammenhang. Die meisten drehen sich laut Studie um die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus.
sueddeutsche.de

Twitter zensiert den brasilianischen Präsidenten im Kampf gegen das Corona-Virus.


Maulkorb statt Mundschutz: Twitter löscht zwei Videos des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro von seiner Plattform. Darin hatte Bolsonaro die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus bezweifelt und sich ihnen zuwider gesetzt. In den Videos geht der Präsident durch die Hauptstadt Brasilia, trifft sich mit Unterstützern und fordert sie auf, die Wirtschaft am Laufen zu halten. Twitter begründet die Löschungen damit, dass die Botschaften gegen seine geltende Regeln verstoßen.

Mit der Löschung von Beiträgen eines Staatsoberhaupts setzt Twitter ein deutliches Zeichen. Twitter, Facebook und weitere Soziale Medien standen vor der Coronakrise oft in der Kritik, weil sie Falschinformationen von Politikern weitestgehend unkommentiert verbreitet hatten. Für Bolsonaro ist es eine weitere Niederlage: Zuvor hatte bereits ein brasilianisches Gericht eine Regierungskampagne gegen die Einschränkung des öffentlichen Lebens untersagt.
spiegel.de

Twitter: US-Hedgefond Silver Lake investiert, Jack Dorsey bleibt Chef.

Twitter: Der US-Hedgefond Silver Lake investiert rund eine Mrd Dollar in den Kurznachrichtendienst und finanziert damit ein Aktienrückkaufprogramm mit. Neben dem Investor Elliott Management sichert sich Silver Lake einen Sitz im Verwaltungsrat. Dieser soll Jack Dorsey, der Chef von Twitter bleibt, künftig stärker kontrollieren.
spiegel.de, heise.de, s22.q4cdn.com (Twitter-Statement)

Twitter testet Tweets, die selbst verschwinden.

Twitter testet in Brasilien eine neue Funktion: Tweets, die nach 24 Stunden verschwinden. Die Snapchat-inspirierten "Fleets" erscheinen nicht auf der Timeline und bekommen keine Retweets, Likes oder öffentliche Antworten. Die Funktion soll Nutzern helfen, "ihre flüchtigen Gedanken zu teilen, die sie wahrscheinlich sonst nicht getwittert hätten", sagt Produkt-Chef Kayvon Beykpour.
spiegel.de, faz.net