Klick-Tipp: Friedrich Merz legt eine heiße Sohle aufs CDU-Parkett.

Klick-Tipp: Der verkannte "Let's Dance"-Star Friedrich Merz legt beim Sommerfest der CDU/CSU im Berliner Zollpackhof eine heiße Sohle aufs Parkett und schwoft zu Penny McLeans Lady Bump aus den 70ern. Twitter findet's toll: Der Clip bringt nicht nur Konservative zum Tanzen und (von der Kanzlerschaft) Träumen.
twitter.com (Tweet Paul Schäfer)

Twitter ermöglicht mit “Twitter Notes” längere Postings.

XXL-Gezwitscher: Twitter testet die Funktion "Twitter Notes", die das Posten von längeren Texten samt Bild möglich macht – und ausschweifende Threads womöglich bald überflüssig machen könnte. Der sogenannte "Focus Mode" soll die Notizen in eine Fullscreen-Ansicht bringen. Zunächst ist das Feature nur für ausgewählte User in den USA, Kanada, Ghana und den UK verfügbar.
techchrunch.com, twitter.com


Twitter kooperiert mit Shopify.

Nestbau: Twitter kooperiert mit Shopify, um attraktiver für Händlerinnen zu werden und den Produktverkauf über eine eigens entwickelte App zu ermöglichen. Der "Twitter Shopping Manager" geht zunächst in den USA an den Start, wann die App nach Europa kommt, steht noch nicht fest. Auf ihrem Twitter-Profil können Unternehmen ihre Waren schon seit einiger Zeit kostenlos hervorheben.
horizont.net (Paid)

Basta: Elon Musk strebt als Twitter-Chef 1 Mrd Nutzer an und will Jobs streichen.

Weniger ist mehr: Tesla-Chef Elon Musk hat sich in einer Frage-Antwort-Runde mit Twitter-Mitarbeitern nicht sehr beliebt gemacht. In der Videokonferenz, zu der er zu spät kam, kündigte er 1 Mrd Twitter-Nutzer als Wachstumsziel und gleichzeitig Sparmaßnahmen und Entlassungen an. Home Office werde es unter Musk eher nicht geben, dafür wohl aber Büro-Fachsimpeleien über außerirdisches Leben.
handelsblatt.com

EU geht mit strengerem Verhaltenskodex gegen Desinformation vor.

Lizenz zum Löschen: Die EU-Kommission hat einen von Tech-Konzernen wie Google und Twitter unterzeichneten verschärften Verhaltenskodex gegen Desinformation im Netz vorgestellt. Die EU hat die 2018 auf freiwilliger Basis eingeführten Regeln noch einmal verschärft und nimmt die Plattformen in die Pflicht, verstärkt gegen Deepfakes, falsche oder irreführende Inhalte vorzugehen. Bei Verstößen drohen Geldbußen in Höhe von bis zu 6 % des globalen Umsatzes. Plattformen soll es Nutzerinnen zudem einfacher machen, sich vor Fälschungen zu schützen und diese früher als solche zu erkennen.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Ferda Ataman löscht Tweets nach Nominierung als Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung.

Räumt auf: Journalistin und Autorin Ferda Ataman löscht zahlreiche Tweets, nachdem sie das Bundes­kabinett gestern als Beauftragte für Anti­diskriminierung vorgeschlagen hat. Twitter-User Manuel Schwalm schreibt, Ataman habe im April noch 12.207 Tweets "auf der Uhr" gehabt, nun seien es 66. "Auch Unabhängigkeit erfordert manchmal offenbar etwas Nachbereitung", twittert dazu Jan Fleischhauer.
tagesschau.de

Hör-Tipp: Obwohl Twitter toxisch sein kann, ist es ein Ort der kreativen Meinungsbildung, sagen Jule und Sascha Lobo.

Hör-Tipp: Twitter ist eine Plattform für kreative Meinungs­bildung und zur Weltverbesserung, sagen Jule und Sascha Lobo in einem Re:publica-Spezial ihres Podcasts Feel The News. Es passiere aber oft, dass Twitter-Userinnen "krass über das Ziel hinaus" schießen und Twitter toxic wird. Dennoch bewundern beide die Wirkmacht von Hashtags, aus denen u.a. große Bewegungen wie Fridays For Future hervorgegangen sind. Das zeige, dass Minderheiten auf Twitter großen Druck entfalten können. Im Fall eines Shitstorms rät Sascha Lobo, sich vor Augen zuführen, dass es nicht nur um den Fehler geht, sondern man zum "Symbol für alle Missstände" wird.
open.spotify.com (48-Min-Audio)

Twitter will Elon Musk mit weiteren Daten versorgen.

Twitter reagiert auf die Drohungen von Elon Musk, den Kauf-Deal platzen zu lassen und will dem Tech-Milliardär weitere Daten zukommen lassen. Insiderinnen zufolge soll der Datensatz alle Tweets enthalten, die der Dienst auf verschiedene Arten analysiert hat. Musk zweifelt an der Aussage von Twitter, nur 5 % aller Accounts seien Fake-Konten. Zudem geht Twitter von einer Aktionärs-Abstimmung über die geplante Übernahme bis August aus.
handelsblatt.com (Paid), washingtonpost.com, turi2.de (Background)

Twitter: Elon Musk droht mit der Rücknahme seines Übernahmeangebots.


Twitter-Trouble: Tech-Milliardär Elon Musk droht erneut damit, die geplante Übernahme von Twitter platzen zu lassen. Konkret wirft der Tesla-Chef der Plattform einen Bruch der Übernahme-Bedingungen vor. Twitter weigere sich, eingeforderte Daten zu Fake-Konten und Spam-Bots offenzulegen, heißt es in einem offenen Brief seiner Anwälte. Seit dem 9. Mai habe Musk immer wieder nachgefragt, eine "zufriedenstellende Antwort" sei bis dato ausgeblieben. Twitter weist die Vorwürfe zurück, man habe bisher mit Musk kooperiert und werde dies auch weiterhin tun. Musk zweifelt an den offiziellen Zahlen, wonach von den insgesamt 229 Mio Accounts nur 5 % Fake sind.

Ende April hatte Musk angekündigt, Twitter für 44 Mrd Dollar zu kaufen. Seitdem hat es immer wieder Tumulte um den Twitter-Kauf gegeben, u.a. hat Musk einen niedrigeren Übernahme-Preis ins Spiel gebracht. Ohne Konsequenzen könnte Musk allerdings allerdings nicht aus dem Deal aussteigen: Scheitert der Kauf, blüht Musk eine Strafezahlung in Höhe von bis zu einer Mrd Dollar.

Ein Hin und Her veranstaltet Musk auch bei der Frage, wie viele Angestellte sein E-Autobauer Tesla künftig haben soll. Hatte Musk am Freitag noch angekündigt, wegen einem "super schlechten Gefühl in Bezug auf die Wirtschaft" etwa 10 % der 70.700 Mitarbeitenden zu kündigen, rudert er nur einen Tag später schon wieder zurück. In einem Twitter-Post kündigt er an, mehr Mitarbeitende auf Stundenbasis anstellen zu wollen. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen werde steigen, während die Zahl der Angestellten gleich bleibe.
finanzen.net, zeit.de, theverge.com, turi2.de (Background)

Twitter-Investoren verklagen Elon Musk.

Vogelfrei: Twitter-Investoren verklagen Tesla-Gründer Elon Musk. Sie werfen ihm vor, er habe den Aktienkurs des Unternehmens mit seinem Übernahmeangebot manipuliert und künstlich niedrig gehalten. Musk habe im März nicht öffentlich gemacht, dass er mehr als 5 % von Twitter gekauft hat. Danach habe er weiter Aktien gekauft, bis er 9,2 % der Twitter-Anteile besaß. Außerdem soll er absichtlich Erklärungen abgegeben haben, die Zweifel an der Übernahme erwecken und so die Aktie drücken. Dadurch soll er sich 156 Mio Dollar gespart haben. Twitter hat eine Stellungnahme abgelehnt. Musk hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert.

Außerdem hat Musk bekannt gegeben, dass er nun doch keine mit seinen Tesla-Aktien besicherten Kredite zur Finanzierung der Übernahme aufnehmen will. Ursprünglich wollte Musk so 12,5 Mrd Dollar von den zugesagten 46 Mrd beisteuern. Der Tesla-Aktienkurs war deswegen deutlich nach unten gerutscht. Zusätzlich will er mit CEO Jack Dorsey über eine Beteiligung sprechen, die über den Deal-Abschluss hinausgeht. Derzeit hält Dorsey 2,5 % an Twitter. (Foto: Picture Alliance / Patrick Pleul)
reuters.com, theverge.com, t-online.de, turi2.de (Background)

Debatte: Twitter-Nutzerinnen kritisieren “SZ” für Selenskij-Karikatur.

Schlechter Vergleich: Die "Süddeutsche Zeitung" wird auf Twitter für eine Karikatur des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij kritisiert. Die Darstellung des übergroßen Selenskij über dem Tisch der WEF-Versammlung erinnere an antisemitische Karikaturen aus u.a. der NS-Zeit. Die "SZ" twittert eine Stellungnahme in der es heißt, die Abbildung ist "die zeichnerische Umsetzung der Fernsehbilder vom Montag". Jedoch vermissen Twitter-Userinnen wie u.a. Paul Ronzheimer eine Entschuldigung.
twitter.com ("Süddeutsche"), twitter.com (Ronzheimer)

Twitter zahlt 150 Mio Dollar nach Datenschutz-Klage.

Twitter zahlt 150 Mio Dollar nach einer Datenschutz-Klage der US-Regierung. Das Unternehmen soll mit Daten von Nutzerinnen, die von 2013 bis 2019 zur Account-Sicherung gesammelt wurden, auch personalisierte Werbung ausgespielt haben. Twitter verstößt damit gegen eine Vereinbarung aus dem Jahr 2011, die das Unternehmen u.a. zu mehr Transparenz beim Datenschutz verpflichtet.
handelsblatt.com

Twitter-Übernahme: Elon Musk wirft seinen Finanzierungs-Plan um.

Twitter: Tech-Milliardär Elon Musk will nun doch keine mit seinen Tesla-Aktien besicherten Kredite zur Finanzierung der Übernahme aufnehmen. Ursprünglich wollte Musk so 12,5 Mrd Dollar von den zugesagten 46 Mrd beisteuern, der Tesla-Aktienkurs war deswegen deutlich nach unten gerutscht. Zudem will Musk mit CEO Jack Dorsey über eine Beteiligung sprechen, die über den Deal-Abschluss hinausgeht. Derzeit hält Dorsey 2,5 % an Twitter, Musk rund 9 %.
t-online.de

Analyst glaubt, Musk will Twitter zum WeChat-Klon ausbauen.

Tweet & Pay: Unternehmer Elon Musk könnte Twitter zu einer Art Super-App mit Bezahlfunktion nach dem Vorbild von WeChat umbauen, ist Analyst Ming-Chi Kuo überzeugt. Nur so könne Musk die hohen Übernahme-Kosten, so denn die wieder auf Eis gelegte Übernahme stattfindet, wieder verdienen. Musk habe sich mehrfach als großer Fan von WeChat geoutet und die Eierlegende Wollmilchsau unter den Apps öffentlich gelobt.
n-tv.de, turi2.de (Background)

Twitter blendet Fake News zum Ukraine-Krieg aus.

Falschnachrichten-Sperre: Der Kurznachrichtendienst Twitter verschärft im Kampf gegen Fake News seine Regeln und versteckt Tweets mit Falschnachrichten zu bestimmten Krisen-Ereignissen künftig hinter einem Warnhinweis. Retweets, "Gefällt mir"-Angaben und Shares werden deaktiviert. So soll verhindert werden, das sich Fake News innerhalb kürzester Zeit verbreiten. Die neue Richtlinie gilt zunächst für Inhalte mit Bezug zum Ukraine-Krieg.
theverge.com, blog.twitter.com

Debatte: Medien sollten Elon Musk nicht mehr auf dem Leim gehen.

Troll-Warnung: Medienbeobachterinnen sind gut beraten, "kein Versprechen von Elon Musk für bare Münze zu nehmen", schreibt "Welt"-Autor Christian Meier mit Blick auf das "Hin und Her" um Twitter. Medien würden jedoch dazu tendieren, polarisierende Charaktere zu stilisieren, eine nüchterne Betrachtung sei dann häufig "nicht mehr möglich oder wird als langweilig empfunden".
welt.de, turi2.de (Background)

Basta: Mehr als 70 % der Twitter-Follower von Elon Musk sind Spam oder Fake.

Lässt sich nicht lumpen: Mehr als 70 % der 93 Mio Twitter-Follower von Elon Musk sind Spam oder Fake-Accounts, sagt eine Analyse von SparkToro und Followerwonk. Damit dürfte dann auch klar sein, warum der Tesla-Gründer die offizielle Angabe von Twitter nicht glauben will, nach der es nur 5 % Fake-Accounts gibt: Er schaut zu oft bei sich selbst nach.
businessinsider.com, turi2.de (Background)

Elon Musk bringt günstigeren Übernahmepreis für Twitter ins Spiel.

Preisdumping: US-Milliardär Elon Musk will Twitter möglicherweise zu einem günstigeren Preis übernehmen. Das stehe "nicht außer Frage", sagt er in einem Interview bei einer Konferenz. Dort behauptet er ohne Belege, Fake-Accounts würden mindestens ein Fünftel aller Twitter-Accounts ausmachen. Twitter geht von weniger als 5 % aus. Zuvor hatten Musk und Twitter-CEO Parag Agrawal auf Twitter über die Methode zur Ermittlung dieser Daten gestritten. Agrawal hatte Twitters Vorgehen in einer Serie von Tweets erklärt, Musk mit einem Kothaufen-Emoji reagiert.

Die meisten Beobachtenden gehen davon aus, dass die Fake-Accounts nur ein vorgeschobener Grund sind, den Deal infrage zu stellen. Dass er nun einen Preisnachlass ins Spiel bringt, spricht für die Vermutung, dass er mit diesem Vorgehen den Preis drücken will. Tatsächlich sind die Aktienkurse von Twitter eingebrochen, nachdem Musk verkündet hatte, den Deal auf Eis zu legen. Der Preis liegt aktuell bei 37,38 Dollar pro Aktie – was weit entfernt ist von den 54,20 Dollar, die Musk bietet.
t-online.de, spiegel.de

Twitter schaltet Communities-Funktion in Deutschland frei.

Gemeinschaftsgezwitscher: Auch deutsche Nutzerinnen können jetzt bei Twitter Communities gründen oder ihnen beitreten. Dabei handelt es sich um moderierte Diskussionsgruppen, in denen sich die Mitglieder zu einem bestimmten Thema austauschen können, ähnlich wie bei Facebook-Gruppen. Twitter testet die Funktion seit September 2021 und schaltet sie jetzt für alle frei.
basicthinking.de, turi2.de (Background)

Twitter-Rechtsabteilung erhebt Vorwürfe gegen Elon Musk, sagt der Milliardär.

Übertwittert: Die Rechts­abteilung von Twitter beschuldigt den potentiellen Käufer des Dienstes Elon Musk, eine Vertraulichkeits­vereinbarung gebrochen zu haben, twittert der Milliardär eigen­händig. Grund sei, dass er offengelegt habe, dass Twitter für seine Analyse des Anteils an Bots auf der Plattform lediglich 100 Accounts untersuche.
twitter.com, rnd.de

Debatte: Stewart Brand sieht keinen Wechsel zu einer “dystopischen Phase” des Internets.

Bleibt positiv: Trotz "Hass und Spaltung in der Welt sozialer Medien" sieht der Autor Stewart Brand in der "Vernetzung der Welt" eine "positive Kraft". Noch immer "verbindet Facebook Familien und Freunde miteinander", nach wie vor tauge Twitter als "fantastisches Recherche­werkzeug". Brand sieht keinen "Wechsel von einer utopischen zu einer dystopischen Phase" des Internets.
zeit.de

Debatte: Kremlsprecherin attackiert Annalena Baerbock auf Twitter.

Schuldzuweisungen: Die russische Außen­amts­sprecherin Maria Sacharowa kritisiert Annalena Baerbock scharf. Die deutsche Außen­ministerin hatte Sorgen wegen einer drohenden Hunger­krise aufgrund des Ukraine-Kriegs geäußert. Grund dafür seien laut Sacharowa jedoch westliche Sanktionen, nicht die Blockade ukrainischer Seehäfen. "Wenn man das nicht versteht, ist das entweder ein Zeichen von Dummheit oder für die bewusste Irreführung der Öffentlichkeit", tweetet sie an Baerbock gerichtet.
tagesspiegel.de

Twitter verkündet Einstellungsstopp und entlässt zwei Manager.

Twitter-Trouble: Noch vor der Übernahme von Twitter durch Elon Musk gibt es bei dem Kurznachrichtendienst offenbar einen Einstellungsstopp und Entlassungen. Das berichtet Reuters mit Bezug auf ein internes Memo. Demnach könnte das Unternehmen auch existierende Jobangebote zurücknehmen. Zudem müssen die Führungskräfte Keyvon Beykpour und Bruce Falck gehen. Auf Twitter teilen beide mit, diese Entscheidung nicht freiwillig getroffen zu haben.
onlinemarketing.de

Die Reichweite von kreml-nahen Tweets sinkt deutlich.


Kampf gegen Propaganda: Die Twitter-Reichweite proukrainischer Inhalte ist inzwischen 25-mal höher als die von kreml-freundlichen Tweets, meldet die "FAZ" unter Berufung auf die NGO Disinformation Situation Center. Als Grund nennt die Initiative geänderte Twitter-Richtlinien und die EU-Sanktionen gegen russische Staatsmedien wie Sputnik oder Russia Today. Proukrainische Twitter-Kanäle erreichen demnach weltweit 12,6 Mio Followerinnen, prorussische 4 Mio Nutzerinnen – 3,5 Mio davon entfallen auf RT Spain. In Deutschland würden ungefähr die Hälfte der untersuchten Accounts auf der ukrainischen Seite stehen.

In Nicht-EU-Ländern ohne entsprechende Sanktionen würden proukrainische Inhalte immerhin noch dreimal häufiger als prorussische geklickt. In der Ukraine vereine der Kanal des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj fast die gesamte Zahl der Followerinnen ukrainischsprachiger Kanäle. Twitter geht vermehrt gegen russische Propaganda vor und versieht entsprechende Tweets mit Warnhinweisen, wodurch ihre Sichtbarkeit eingeschränkt wird.
zeitung.faz.net (Paid)

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 16: Revue/Bulletin.


26. Januar 2021: Twitter kauft Revue, Social Networks entdecken das Trendthema Newsletter.

Twitter kauft das niederländische Unternehmen Revue, deren Newsletter-Service einfach zu bedienen ist und jede Autorin und Journalistin im Handumdrehen zu Newsletter-Betreibern macht. Mit nur einem Klick lassen sich seitdem bei Twitter Revue-Newsletter abonnieren.

Auch Facebook startet zur Jahresmitte ein ähnliches Tool: Bulletin ermöglicht einen kostenlosen Newsletter-Versand. Zum Start heuert Facebook gleich ein paar prominente US-Autorinnen für den neuen Service an. In den USA und später auch in Deutschland wird der eigene Newsletter zur neuen "Ich-habe-jetzt-auch-eine-Homepage".

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Debatte: Der offene Brief ist eine Genugtuung in “dauererregten Zeiten”, findet Joachim Huber.

Befriedigende Briefe: Der offene Brief ist eine "Genugtuung in diesen dauererregten Zeiten", schreibt "Tagesspiegel"-Redakteur Joachim Huber. Anders als bei Twitter würde der offene Brief die "allfällige Haltungsfrage" überwinden. Er sei auf "Überzeugung statt auf Überredung" angelegt; seine Wirkkraft sei "das geschriebene Wort und nicht der rausgehauene Tweet".
tagesspiegel.de

Elon Musk will den Twitter-Umsatz auf 26,4 Mrd Dollar verfünffachen.

Große Zahlen-Ziele: Auf 26,4 Mrd Dollar will Elon Musk den jährlichen Twitter-Umsatz bis 2028 verfünffachen, berichtet die "New York Times". 10 Mrd sollen Abos reinbringen, 12 Mrd Werbung. 2021 hatte Twitter 5 Mrd Dollar umgesetzt. Musk plant neben einer Paid-Version von Twitter auch eine werbefreie Variante.
nytimes.com via handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Elon Musk sichert sich über 7 Mrd Dollar von Investoren für die Twitter-Übernahme.

Zahl des Tages: Über 7 Mrd Dollar von Investoren sichert sich Elon Musk für die Twitter-Übernahme. Musk hat ein Börsendokument eingereicht, demzufolge sich 19 Investoren beteiligen. Darunter befinden sich u.a. Oracle-Gründer Larry Ellison und der saudi-arabische Prinz Al-Walid bin Talal. Musk habe zudem die Kreditzusagen verschiedener Banken von 12,5 Mrd auf 6,25 Mrd Dollar verringert.
spiegel.de

“Welt” sendet Gespräch von Mathias Döpfner und Elon Musk.

Mathias meets Elon: Die "Welt" zeigt am Nachmittag des 7. Mai um 15:15 Uhr ein Gespräch von Springer-CEO Mathias Döpfner mit Tesla-Boss und Twitter-Käufer Elon Musk. Es wurde Anfang März im Tesla-Werk in Fremont in den USA aufgezeichnet. Döpfner und Musk sprechen u.a. über nachhaltige Energiewirtschaft, wozu Musk sagt: "Es ist völliger Irrsinn, Kernkraftwerke abzuschalten". Künstliche Intelligenz und Robotik sowie Corona sind ebenfalls Themen.

Die Sendung ist nach Ausstrahlung auch in der Mediathek und via TV-App verfügbar. Nach dem Interview bringt "Welt" die Dokumentation "Space X – Projekt Marsrakete", die sich mit Musks Weltraumfahr-Plänen beschäftigt.
presseportal.de

Twitter testet “Circles”-Funktion zur Festlegung der Zielgruppe.

Selektives Zwitschern: Der Kurznachrichtendienst Twitter testet eine neue Funktion, mit der Nutzerinnen Tweets auch nur in einem kleineren Kreis teilen können. Einem solchen "Circle" soll bis zu 150 Account angehören können, die die darin veröffentlichten Tweets weder retweeten, noch teilen können. Twitter testet die Funktion zunächst mit einer kleinen Nutzergruppe.
handelsblatt.com (Paid)

Elon Musk führt offenbar neue Gespräche zur Finanzierung seiner Twitter-Übernahme.

Klinkenputzen: Milliardär Elon Musk soll Gespräche über eine geänderte Finanzierungsstrategie zum Kauf von Twitter führen. Das berichten Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Große Investmentfirmen wie Apollo Global und Ares Management sowie vermögende Privatpersonen könnten sich demnach stärker beteiligen als geplant, etwa in Form von Vorzugskapital mit fester Dividende. Musk habe zudem große Twitter-Aktionäre gebeten, ihr Geld in dem Unternehmen zu lassen.
handelsblatt.com (Paid)

Debatte: Twitter fehlen Moderatorinnen für Diskussionen, meint Justus Bender.

Digitale Aufpasser: Twitter fehlt, "was in der analogen Welt normal ist, nämlich Moderatoren", schreibt Justus Bender in der "FAS". Sonst würden sich unter dem neuen Eigentümer Elon Musk "Schmutz und Lügen" durchsetzen. Twitter brauche daher Aufpasser, die es auch in jeder Kneipe gebe, wenn mehrere Leute hitzig diskutieren: "Wenn einer es übertreibt, wird gesagt: Schluss jetzt. Und wer das ignoriert, fliegt raus." Musk sollte an technischen Lösungen arbeiten, "die analoge Diskurse nachahmen".
faz.net (Paid)

Debatte: Musk begräbt die Aktionärsdemokratie, urteilt Beat Balzli.

Teures Grab: Indem Elon Musk Twitter von der Börse nimmt, gehört er "zu den Toten­gräbern der Aktionärs­demokratie", urteilt "Wirtschafts­woche"-Chefredakteur Beat Balzli. Musk befreit sich mit dem Schritt "von lästigen Kontrollen und kritischen Aktionären" und sorgt dafür, dass sich "noch weniger Wähler für eine wirtschafts­freundliche Politik" interessieren.
wiwo.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: n-tv.de erklärt die Twitter-Alternative Mastodon.

Lese-Tipp: n-tv.de erklärt, wie die Twitter-Alternative Mastodon funktioniert. Wichtigster Unterschied zu Twitter sei, dass die Plattform dezentral ist. Dass es keinen zentralen Serverbetreiber gibt, biete den Nutzerinnen ein "hohes Maß an Sicherheit". Es gehe nicht um Kommerz und gebe keine Priorisierungen in der Timeline, "die Nachrichten laufen streng chronologisch ein". Manipulation sei "grundsätzlich verpönt" unter den Tröterinnen.
n-tv.de

Hör-Tipp: Twitter ist “aus Versehen” darauf gekommen, dass sich mit Hass Geld machen lässt, sagt Sibylle Berg.

Hör-Tipp: Autorin Sibylle Berg glaubt nicht, dass es der ursprüngliche Plan von Twitter gewesen ist, mit Hass Geld zu machen, sagt sie bei "Hotel Matze". Durch die "gut gemeinte Schaffung von Community, Liebe und völkerverbindender Maßnahmen" habe sich das "aus Versehen" so entwickelt. Auf der Plattform hätten sich mit der Zeit immer mehr "kleine sich hassende Gruppen" gebildet. Berg kritisiert außerdem, dass "Hardcore-Twitterer" mit dem Posten von Content "unbezahlte Arbeit" für Twitter erledigen.
open.spotify.com (126-Min-Audio)

Debatte: Mediatheken von ARD und ZDF sollten “social” werden, meint Leonhard Dobusch.

Social ARDZDF: Es fehlt eine "öffentlich-rechtliche Ausweichroute zur Macht privater Plattformen", schreibt Leonhard Dobusch mit Blick auf den Twitter-Kauf von Elon Musk. In den Mediatheken von ARD und ZDF fehlten noch wichtige Aspekte wie die "Debatte der Nutzer" sowie nutzergenerierte Inhalte und Interaktionsmöglichkeiten. Um Kommentare zum "ZDF Magazin Royale" zu lesen, müsse man etwa absurderweise bei YouTube nach Clips suchen.
sueddeutsche.de (Paid)

Zitat: Gabor Steingart ärgert sich über die Fäkalsprache von Jan Böhmermann.

"Falls es in der ZDF-Personalabteilung noch einen Anstands-Wauwau gibt, könnte er heute Morgen wenigstens kurz anschlagen."

Gabor Steingart ärgert sich über die fäkalsprachlichen Entgleisungen von Jan Böhmermann. Der ZDF-Satiriker hatte Putin u.a. "dummes, kurzsichtiges Arschlochtum" vorgeworfen, Elon Musk nennt er einen "reichen Wichser".
thepioneer.de (Paid)

Debatte: Elon Musk kann Twitter zu neuer Größe führen, glaubt Stephan Scheuer.

Freundliche Übernahme: Die Twitter-Übernahme durch Elon Musk ist eine gute Nachricht, schreibt Stephan Scheuer im "Handelsblatt". Twitter sei in den letzten 16 Jahren weit hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben und habe es nicht geschafft, ein Produkt für den Massenmarkt zu werden. Das Unternehmen habe keinen klaren Kurs. Wenn Musk das ändere, glaubt Scheuer, würde das auch "der Landschaft sozialer Netzwerke guttun".
handelsblatt.net

Debatte: Musk Authentifizierungspflicht auf Twitter gefährdet unsere Daten, sagt Patrick Breyer.

Anonymität schützt: Die von Musk geplante Authentifizierungspflicht auf Twitter bedroht "die Sicherheit unserer Daten", kritisiert Patrick Breyer von der Piratenpartei. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Daten durch Hacks oder Leaks in kriminelle Hände gelangen. Zudem sagt er, die Abschaffung anonymer Twitteraccounts gefährdet u.a. Whistleblowerinnen und Stalkingopfer. Nur Anonymität schütze "wirksam" u.a. vor "Hacking, Bedrohung und Stalking im Netz".
patrick-breyer.de

Zitat: Twitter von der Börse zu nehmen ist richtig, sagt Gründer Jack Dorsey.

"Die Idee und der Service sind alles, was für mich zählt, und ich werde alles tun, was nötig ist, um beides zu schützen."

Twitter-Gründer Jack Dorsey kommentiert die Übernahme des Kurznachrichtendienstes u.a. mit einem Song von der Band Radiohead: Everything in its right place. Twitter von der Börse zu nehmen, sei "der richtige erste Schritt".
twitter.com