Corona-Fehlinformationen machen in sozialen Medien die Runde.

Aus dem Kontext gerissen: Facebook-Nutzerinnen teilen das Bild einer angeblichen Schlagzeile von tagesschau.de, in der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die aktuelle Situation als "Diktatur Light" bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Fälschung. Außerdem teilen Nutzerinnen auf Twitter mit den Hashtags #Lauterbachluegt und
#lauterbachmussweg einen 15-Sek langen Clip, der Teile einer Rede des Gesundheits­ministers Karl Lauterbach zeigt. Durch den fehlenden Kontext macht es den Eindruck, als würde er sagen, die Regierung wolle verhindern, die Pandemie zu beenden. Im abgeschnittenen Satz sagt er jedoch, er wolle verhindern, dass sich alle Ungeimpften gleichzeitig anstecken.

Derweil spricht Lauterbach in einem RTL Direkt-Interview mit Pinar Atalay gestern Abend über persönliche Angriffe und Morddrohungen, die er regelmäßig erhalte. Es habe ein "Maß angenommen, dass es unangenehm ist". Normalerweise würde er diese immer weiterleiten und anzeigen. Das habe er gestern zum ersten Mal "einfach nicht gemacht". Eine Entwarnung sei das allerdings nicht: "Vielleicht hat es mein Team gemacht". (Foto: picture alliance/dpa/Jens Büttner/Screenshot Twitter)
correctiv.org (Steinmeier), volksverpetzer.de (Lauterbach), ntv.de

Studie: NetzDG sorgt für weniger Hate Speech auf Twitter.

Twirkt: Die Einführung des NetzDG in Deutschland hat Hate Speech auf Twitter eingedämmt, sagt eine Studie des ZEW. Seither seien 10 % weniger Hass­kommentare erschienen. Die Forscherinnen haben für ihre Untersuchung 200.000 AfD-Follower untersucht und die österreichische FPÖ als Kontroll­gruppe herangezogen. Auch die "Hassintensität" habe sich anders als in der Alpen­republik ebenfalls verringert.
netzpolitik.org

Twitter testet Reaction Videos.

Diskussionstreibstoff: Twitter führt TikTok-ähnliche Reaction Videos ein. Der Kurznachrichtendienst testet eine Funktion namens "Tweet Takes", mit der Nutzerinnen Tweets mit Selfies kommentieren können. Der betreffende Tweet wird dann in ein Video oder Bild eingebettet und kann entsprechend kommentiert werden. Die Funktion ist zunächst auf die iOS-App beschränkt.
techcrunch.com


Nach Schwurbel-Äußerungen: CDU-Politikerin Karin Prien fordert Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen.

Es reicht: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien fordert den Ausschluss von Hans-Georg Maaßen aus der CDU. Maaßens jüngste Äußerungen zur Corona-Impfung seien "völlig inakzeptabel", die CDU könne keinen ehemaligen Spitzenbeamter und Verfassungsschützer tolerieren, der "solch einen verschwörungstheoretischen Unsinn" verbreite. Maaßen hatte Silvester ein Video des umstrittenen Autors Sucharit Bhakdi auf der Plattform Gettr geteilt, in dem Bhakdi über die "dringende Notwendigkeit eines Covid-Impfverbots" schwurbelt. Maaßen bezeichnete den Clip als "bewegenden Appell". Auf Twitter behauptete Bhakdi zudem, Israel übe einen Impf-Zwang aus und die aktuelle Situation dort sei schlimmer als in Deutschland zur NS-Zeit.
zeit.de, heute.de


Twitter sperrt den Account einer Schwurbel-Republikanerin dauerhaft.

Genug geschwurbelt: Twitter schaltet das Konto der republikanischen Kongress-Abgeordneten Marjorie Taylor Greene nun dauerhaft ab, zuvor war sie nur vorübergehend gesperrt. Greene habe u.a. die Wirkung der Impfung geleugnet und damit gegen Twitters Covid-19-Richtlinie verstoßen. Von der Sperrung betroffen ist allerdings nur ihr persönlicher Account, zum offiziellen Kongress-Konto habe sie weiterhin Zugriff.
spiegel.de, theverge.com, turi2.de (Background)

Basta: Peter Altmaier twittert sich Buch­staben­salat ins neue Jahr.

Happy new Tweet: Ex-Wirtschaftsminister Peter Altmaier twittert sich ins neue Jahr. "Böllerverkaufsvefbot didntreslly work", schreibt er mit Buch­staben­salat als Reaktion auf einen Tweet von CNN-Korrespondent Frederik Pleitgen. Der EU-Binnenmarkt dagegen funktioniere "wie die Hölle". Später twittert Altmaier noch, die Silvester­nacht in Berlin wäre wie der Angriff einer "kommunistischen Armee". Die Reaktionen: Von Empörung bis "Twittergott". Die Erkenntnis: "Twittern nach möglichem Schaum­wein­genuss didn't really work".
t-online.de, bild.de

Basta: Aurel und Cem und die Sache mit dem Lambo.

Missvertretnis: Comedian Aurel Mertz witzt bei Twitter über Cem Özdemir, der "vom Fahrrad aus" die Spiegel seines Lamborghini abgetreten habe. Humor­befreite User sehen den "Tatbestand der üblen Nachrede" erfüllt. Der Landwirtschaft­sminister springt der Satire vom Drahtesel aus zur Seite: Er habe doch nur Fahrrad-Yoga gemacht und der Variation "Krieger" wohl "versehentlich den Spiegel berührt".
twitter.com (Tweet Özdemir), twitter.com (Tweet Mertz)

Debatte: Elisa Britzelmeier vermisst die #HeimatNancy.

Daheim geblieben: Als Horst Seehofer 2018 sein Haus in "Bundes­ministerium des Innern, für Bau und Heimat" umbenannte, machte der Hashtag #HeimatHorst die Runde. Wo bleibt jetzt #HeimatNancy, fragt "Süddeutsche"-Redakteurin Elisa Britzelmeier. Das Ministerium hält unter Nancy Faeser "am verstaubten, schwer unter CSU-Verdacht stehenden Begriff" der Heimat fest – obwohl die "Abteilung H" nicht wirklich etwas geleistet habe.
sueddeutsche.de

Twitter kauft Messenger Quill und erweitert Hör-Funktion bei Spaces.

Zwei Vögel mit einer Klappe: Twitter kauft den Slack-ähnlichen Messenger Quill, um das Versenden und Empfangen von Direktnachrichten angenehmer zu machen. Das Team von Quill geht in Twitter auf. Zusätzlich baut das Zwitscherimperium den Zugang zu Twitter Spaces aus: Alle Userinnen können nun aufgezeichneten Spaces lauschen, auch nachdem der Live-Broadcast beendet ist.
theverge.com (Quill), techcrunch.com (Spaces)

ZDF entschuldigt sich für Bild zur Omikron-Variante.

Blöde Bebilderung: Das ZDF entschuldigt sich für ein Video-Vorschaubild, auf dem neben der Überschrift "Omikron: Infektionen explodieren" eine schwarze Frau abgebildet war. Auf Twitter hat das zu Kritik geführt, weil Südafrika bisher nur als Entdeckungs- und nicht Ursprungsland der Corona-Mutation gilt. Der Sender habe das Thumbnail nun ausgetauscht, "da das vorherige Hintergrundbild in Kombination mit der Headline als Zusammenhang verstanden werden konnte, der nicht beabsichtigt war".
t-online.de, twitter.com


Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt inszeniert sich bei Twitter als Opfer seiner politischen Linie.

Opfer-Rolle: Der geschasste "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt strickt an der Legende, Opfer seiner politischen Linie geworden zu sein – und nicht seiner Hormone. Die wohl bald kommende Impfpflicht sei der "größte politische Wortbruch in der Geschichte der Bundesrepublik". Viele Politiker hätten es "herbeigesehnt und befeuert", dass man ihm "die Möglichkeit nimmt, 'Bild' als klarste und unüberhörbare Stimme des freiheitlichen Denkens zu verteidigen". Podcaster und Gag-Autor Micky Beisenherz kann "diese Dreistigkeit" nicht fassen und hält dagegen: "Hätte die 'Bild' unter der Leitung Ihres tonymontanaartigen Wandertestikels nicht permanent so einen irreführenden Torpedo- Scheiß geschrieben, wäre ebendiese vermutlich gar nicht nötig geworden. Glückwunsch. In diesem Sinne: Viel Spaß bei Servus TV."

Zuletzt hatte Correctiv-Gründer David Schraven das Gerücht in die Welt gesetzt, Julian Reichelt würde zum österreichischen Sender Servus TV wechseln. Bisher will das aber weder der Sender noch Reichelt selbst bestätigen. In Reichelts Twitter-Bio ist allerdings neuerdings "I'll be back" zu lesen. Springer hatte Reichelt im Oktober nach neuen Machtmissbrauchs-Vorwürfen gegen ihn gefeuert.
twitter.com (Reichelt), twitter.com (Beisenherz), turi2.de (Background)

Jack Dorsey tritt als Twitter-Chef zurück.

Zwitschert ab: Jack Dorsey gibt seinen Posten als Twitter-CEO ab, teilt das Unter­nehmen mit. Sein Nachfolger wird Chief Technology Officer Parag Agrawal. Dorsey sagt, das Unternehmen ist bereit, "von seinen Gründern weiter­zuziehen". Dorsey hatte 2006 den Social-Media-Riesen mitbegründet, war bis 2008 CEO, bevor er von seinem Posten verdrängt wurde. Er kehrte 2015 als Chef zu Twitter zurück.
cnbc.com, focus.de

Klick-Tipp: Omikron geht auf Twitter viral.

Klick-Tipp: Die Omikron-Mutante breitet sich aus und twittert ihren Siegeszug quer durch Deutschland jetzt mit einem eigenen Account: "Ich bin immer noch in Trier auf dem Weihnachtsmarkt und wen treff ich da? MICH! Delta meint, das passiert ihm ständig. Ich muss mich da in Europa erst noch dran gewöhnen". Wer hinter dem Profil steckt, ist nicht bekannt, aber der Account geht mit seinen unterhaltsamen und zugleich mahnenden Tweets viral.
twitter.com via wuv.de

Basta: “Tagesschau” startet 44 Sekunden verspätet.

Wenn's mal länger dauert: Die "Tagesschau" ist am Samstagabend mit stolzen 44 Sekunden Verspätung gestartet – wegen eines Grafik-Problems. Einigen Twitterern schwante schon der Weltuntergang. Doch "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers holte die Verspätung wieder auf – der nachfolgende Florian Silbereisen konnte pünktlich beginnen.
twitter.com (18-Sek-Video), twitter.com (#tagesschau), twitter.com (Rakers, Erklärung)

Kosmetik-Hersteller Lush legt alle Social-Media-Konten auf Eis.

Wäscht sich rein: Der britische Kosmetik­hersteller Lush löscht weltweit seine Konten bei Facebook, Instagram, Snapchat und TikTok, "bis die Social-Media-Sites die Benutzer besser vor schädlichen Inhalten schützen". Chief Digital Officer Jack Constantine sagt, man wolle die Kundinnen nicht mehr bitten, "uns in einer dunklen und gefährlichen Gasse zu treffen". Das Unternehmen, das mehr als 400 Filialen in 48 Ländern besitzt, will vorerst auf Twitter und YouTube bleiben.
theguardian.com

Twitter startet Live-Shopping mit Walmart und Jason Derulo.

Twitter entdeckt als letztes großes Social Network Live-Shopping als Geschäfts­modell. Den Auftakt macht in der Nacht auf Montag eine Kooperation mit dem US-Händler Walmart. In einer 30-minütigen Show präsentiert Popstar Jason Derulo Elektronik, Haushalts­waren, Kleidung und Deko-Artikel, die das Publikum direkt bestellen kann.
theverge.com, blog.twitter.com

Debatte: Enissa Amani lebt zwar solidarischen Protest vor, verpasst aber eine Chance.

Vertane Gelegenheit: Komikerin Enissa Amani verpasst die Chance, Leuten begreiflich zu machen, dass ihre juristische Auseinandersetzung mit AfD-Politiker Andreas Winhart kein Ausrutscher in einem sonst perfekten Rechtssystem ist, schreibt Fatma Aydemir in der "taz". Amani hatte das deutsche Rechtssystem bei Twitter "in den allermeisten Dingen als eines der besten der Welt" bezeichnet, Aydemir erinnert an Fälle wie den in einer Gefängniszelle ermordeten Oury Jalloh. Dass Amani ihre eigenen Privilegien für aktivistische Zwecke nutze, lobt Aydemir aber grundsätzlich als "korrekten Move".
taz.de, turi2.de (Background)

Türkei klagt u.a. Journalistinnen für die Vorhersage des Lira-Verfalls bei Twitter an.

Türkei Flagge 150Türkei klagt 38 Menschen, darunter zwei Journalistinnen, an, weil sie bei Twitter 2018 den Wertverfall der türkischen Lira vorausgesagt haben sollen, die Rede ist von "provokativen Beiträgen". Die türkische Landeswährung ist zuletzt in der Tat auf ein neues Rekord-Tief gesunken: Mehr als elf Lira bekommt man inzwischen für einen Dollar – in den Tweets hatten die Userinnen zehn Lira für einen Dollar prophezeit. Am ursprünglich für Donnerstag geplanten Prozesstag sei der Richter überraschend nicht erschienen.
spiegel.de

Enissa Amani will freiwillig ins Gefängnis gehen.

Kein Witz: Komikerin Enissa Amani will aus Protest für 40 Tage ins Gefängnis gehen, statt eine Geldstrafe zu zahlen. 2019 hatte der AfD-Politiker Andreas Winhart die Komikerin angezeigt, weil diese ihn für seine volksverhetzenden Aussagen in einem Tweet beleidigt hatte. Dafür wurde die Amani zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro verurteilt. Anzeigen gegen Winhart wegen dessen Aussagen sind bisher folgenlos geblieben.
faz.net

Basta: Fehlende Fakten verwirren Fox-News-Moderatorin.

Brett vorm Kopf: Moderatorin Laura Ingraham liefert bei Fox News ein eindrucksvolles Beispiel, wohin zu viele Ego und zu wenig Fakten führen. Ihr Kollege Raymond Arroyo versucht eine Referenz auf die Netflix-Serie “You”. Ingraham kann sich schlicht nicht vorstellen, dass mit “You” nicht sie selbst gemeint ist. Faktisch zum Tränen lachen.
twitter.com (mit 57-Sek-Video)


Basta: Elon Musk twittert den Tesla-Kurs runter.

Twitter-Troll: Tesla-Chef Elon Musk legt sich bei Twitter mit Bernie Sanders an. Als der US-Senator abermals fordert, dass Superreiche ihren fairen Anteil an Steuern zahlen müssen, stänkert Musk zurück: "Ich vergesse immer wieder, dass du noch am Leben bist." Was er wohl ebenfalls vergessen hat: Dass er mit Twitter-Eskapaden wie diesen den Börsen-Kurs seiner eigenen Firma runterdrückt – in dem Fall um mehr als 5 % auf unter 1 Billion Dollar.
manager-magazin.de, twitter.com

Debatte: Twitter-Aktion “Alles in den Arm” wirkt wie eine Kampagne zur Abgrenzung.

Gut gemeint ist nicht gut gemacht: #AllesindenArm ist vielleicht gut gemeint, wirkt aber statt eine Mobilisierung Ungeimpfter wie eine Kampagne zur Abgrenzung, schreibt RND-Redakteur Matthias Schwarzer. Viele der teils "überheblichen" Twitter-Postings würden zwar "Applaus von Gleichgesinnten" bringen, aber keine Impf-Kritiker zur Spritze. Mit "#impfteuchinsKnie" habe sich zudem schon eine Gegenbewegung von Corona-Leugnern breitgemacht. Das Ende vom Lied sei dann wohl "#allegegenalle".
rnd.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die “FAZ” über britischen Humor in woken Zeiten.

Lese-Tipp: Der britische Komiker Andrew Doyle (Foto) will mit alternativer Comedy gegen eine "gefährliche und autoritäre Woke-Kultur" ankämpfen, schreibt Jochen Buchsteiner in der "FAZ". Auf Twitter gibt Doyle sich als Titania McGrath aus, die das Denken radikaler Aktivistinnen zuspitzt. John Cleese, Mitgründer von Monty Python, stört sich ebenfalls an der "Generation woke", sie sei zu "empfindlich" – Klassiker wie Das Leben des Brian würden heute keine Finanziers mehr finden.
faz.net (Paid)

#AllesindenArm: Twitter-Aktion soll “Impfgegner-Propaganda überschallen”.

Zusammenschluss: Unter dem Hashtag #AllesindenArm twittern tausende Userinnen, wer sie sind und warum sie sich haben impfen lassen. Ziel der Aktion sei es, "extremistische Impfgegner-Propaganda" zu überschallen, schreibt der Anti-Fake-News-Blog Volksverpetzer. "Nazis und Querdenker zerstören mit Absicht unsere Freiheit und Demokratie" und sollten daher "einsam in ihrer Fake-Blase versauern". Mehrere prominente Köpfe nehmen an der Aktion teil, z.B. Sawsan Chebli, Daniel Lingenhöhl und Igor Levit.
spiegel.de, twitter.com


Basta: Atemübungen mit Armin Wolf und Co.

Da liegt was in der Luft: Twitter-User Frederic Köberl schneidet mühsam aus einer "ZIB-2"-Sendung sämtliche Atemgeräusche heraus – und generiert daraus einen zweiminütigen Clip voller Durchatmer, u.a. von Moderator Armin Wolf (Foto). Einfach mal kurz durchatmen ist gerade im schnelllebigen News-Geschäft sicherlich keine ganz so schlechte Idee. Zumindest solange man keine Meldungen aus der Luft greift.
twitter.com (2-Min-Clip)

Basta: Prinz Harry warnte Twitter-Boss vor dem Sturm aufs Kapitol per Mail.

Royale Warnung: Prinz Harry hat den Sturm auf das Kapitol im Januar vorausgeahnt und Twitter-Boss Jack Dorsey tags zuvor eine Mail geschrieben, berichtet er im Rahmen einer Konferenz. Der Duke of Sussex warnte darin, dass die Plattform die Inszenierung eines Staatsstreich ermögliche. Eine Antwort darauf bekam er nie. Die Moral von der Geschicht? Blaublütige Botschaften ignoriert man besser nicht.
bbc.com via wuv.de

Twitter-User stimmen für Teilverkauf von Musks Tesla-Aktien.

In der Bringschuld: Elon Musk hat bei Twitter darüber abstimmen lassen, ob er 10 % seiner Tesla-Aktien verkaufen soll – und 57,9 % der Abstimmenden sind dafür. Das entspricht mehr als zwei Mio Twitter-Konten. Musk hatte versprochen, sich an das Ergebnis der Umfrage zu halten. Damit muss er jetzt ein Aktienpaket im Wert von mehr als 20 Mrd Dollar verkaufen, um Steuern zu zahlen.
spiegel.de, wsj.com, turi2.de (Background)

Alte Herren und viele Tränen: Das Echo zum Comeback von “Wetten, dass..?“


Nostalgie-Überschuss: Zehn Jahre nach seinem Abschied von "Wetten dass..?" hat Entertainer Thomas Gottschalk am Samstagabend noch einmal zur großen ZDF-Sause geladen – inklusive Michelle Hunziker, einem Bagger und natürlich jeder Menge Wetten. Auf der Couch nehmen u.a. Helene Fischer, Björn und Benny von ABBA und das Duo Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf sowie Überraschungsgast Frank Elstner Platz. Und die Schauspielerin Svenja Jung, deren Namen Gottschalk aber nach ein paar Minuten schon wieder vergisst. Die Netzgemeinde rastet ob der TV-Zeitreise förmlich aus, mehrere Medien bieten Live-Ticker an. Und fast alle kommen zum Ergebnis: Die Show ist unterhaltsam, aber mittlerweile aus der Zeit gefallen.

Im "Spiegel"-Liveticker wird Anja Rützel ihr "extrem niedriges Rührungslevel" beim Schauen bewusst. Anders als viele Gäste der Show muss sie angesichts der Nostalgie nicht in Tränen ausbrechen. Rebecca Baden vom "Hamburger Abendblatt" urteilt, dass die Show schon "damals Risse hatte, dass es nun wirklich nicht mehr zeitgemäß ist, dass es langweilt." Die "dramaturgische Lahmarschigkeit" fällt auch Imre Grimm vom RND auf – nicht nur wegen des 30-minütigen Zeitverzugs nach hinten raus. Für ihn hätte die Sendung einen Schuss "frischer, heutiger und lebendiger" sein dürfen.

Einer, der sich für das Format begeistern kann, ist der Moderator Frank Buschmann. "Kannste nicht kopieren, ist aber so wunderbar anders", schreibt er bei Twitter. Und auch Medienredakteur Jürgen Overkott "liebt" die Show für ihre Mischung aus "doof und lustig". Die vielen Standing Ovations im Studio in Nürnberg lassen Micky Beisenherz vermuten, dass "am Montag die Orthopädiepraxen voll" laufen.

Kritische Stimmen beziehen sich vor allem auf den Alt-Herren-Humor des Moderators. Der YouTuber Fynn Kliemann entzaubert für sich selbst die "Legende Gottschalk" als "sehr unangenehmem alten Mann mit fragwürdigen Sprüchen". Die Social-Media-Redakteurin Sandra Elgaß schaltet schon früh ab, weil es ihr in der Sendung zu oft um "Ausschnitt, Gewicht oder die Idealisierung des Mutterseins von Frauen" geht.

Die Sendungsmacher lassen an diesem Abend offen, ob es eine weitere Ausgabe geben wird. Erfinder Frank Elstner rät Thomas Gottschalk, "mit dem Programmdirektor vom ZDF" zu reden, damit die Show künftig jährlich laufen kann. Zuvor hatte sich schon Sänger Udo Lindenberg für eine Wiederholung ausgesprochen.

Übrigens: Zeitgleich läuft auf ProSieben "The Masked Singer". Der Promi, der an diesem Abend seine Identität preisgibt, ist Samuel Koch – der 2010 bei "Wetten dass..?" einen schweren Unfall hatte, seitdem querschnittsgelähmt ist und wegen dem Thomas Gottschalk damals die Moderation an Markus Lanz abgetreten hatte. "Fernsehgeschichte", urteilt Nico Hoffmeister. (Foto: Daniel Karmann / dpa / Picture Alliance)
zdf.de (3,5-Std-Video), spiegel.de, abendblatt.de, rnd.de, prisma.de

Musk startet Abstimmung zu Teilverkauf seiner Tesla-Aktien.

Milliarden-Demokratie: Elon Musk lässt bei Twitter darüber abstimmen, ob er 10 % seiner Tesla-Aktien verkaufen soll, um Steuern zu zahlen. Er mache den Vorschlag, da, "in letzter Zeit viel über nicht realisierte Gewinne als Mittel zur Steuervermeidung gesprochen wird", schreibt er dazu. Musk besitzt 23 Prozent an Tesla, was etwa 230 Mrd Dollar entspricht. Er wolle sich an das Ergebnis der Umfrage halten, "egal wie sie ausgeht". Die Umfrage geht bis Sonntagabend, in der ersten Stunde sind fast eine halbe Mio Stimmen eingegangen.
twitter.com, spiegel.de, cnet.com

“Handelsblatt”: Tech-Konzerne spenden millionenschwere Werbegutscheine ans Gesundheitsministerium.


Pandemie-Geschenke: Satte 131 Mio Euro Unternehmens-Spenden hat das Gesundheitsministerium von Jens Spahn 2019 und 2020 bekommen, zitiert das "Handelsblatt" aus dem Integritätsbericht der Bundesregierung. 61 Mio Euro davon haben Pandemie-Bezug. Unter den Spendern sind Tech-Konzerne, die dem Ministerium "Gutscheine zur Platzierung von Informationen zur Bewältigung der Corona-Pandemie" verschenkt haben. Google spendete mit 2,1 Mio Euro das meiste Geld, darauf folgt Facebook mit 1,7 Mio Euro. Linked-in hat 10.000 Euro rausgegeben, Twitter 8.300 Euro. Dem gegenüber stehen allerdings Haushaltsmittel von 365 Mio Euro zwecks Aufklärung und Information. Die Internet-Kampagnen hätten demnach auch ohne die Spenden aus Steuergeldern finanziert werden können, so das "Handelsblatt". Google und Facebook verweisen darauf, weltweit solche Gutscheine ausgestellt zu haben. Google hat dafür insgesamt 215 Mio Euro springen lassen.

Größter Spender ist der Chemiekonzern BASF mit Schutzausrüstungen im Wert von 42,5 Mio Euro gewesen. Verglichen mit dem Bundeshaushalt von etwa 716 Mrd Euro in 2019 und 2020 seien die Sponsoring-Anteile unterm Strich "verschwindend gering", heißt es im Regierungs-Bericht. Norman Loecke von der NGO Transparency Deutschland sieht die Zuwendungen dennoch kritisch: Zwar hätten besagte Firmen "keine konkrete Absicht" gehabt, sich über Sponsoring mit der Regierung "gut zu stellen oder Einfluss zu gewinnen". Bereits der "schlechte Anschein" würde aber reichen, um "in der Öffentlichkeit die Unabhängigkeit der Behörden infrage zu stellen". Das wäre z.B. dann der Fall, wenn spendable Firmen von künftigen Entscheidungen profitieren.
handelsblatt.com (Paid)

Europarat zieht Pro-Kopftuch-Kampagne auf Twitter zurück.

Frankreich: Nach lautstarker Kritik aus Frankreich zieht der Europarat Tweets einer Kampagne zurück, die Kopftuch-Trägerinnen als Symbol für Vielfalt und Toleranz gezeigt hat. Die Jugend-Staatssekretärin Sarah El Haïry sieht darin eine Ermunterung zum Kopftuch-Tragen im Rahmen von Identitätspolitik, schreibt sie auf Twitter. Der Europarat will die Präsentation des Projekts überarbeiten.
tagesspiegel.de, twitter.com

Debatte: Twitter macht Defizite in der Streitkultur nur besser sichtbar, schreibt Dirk von Gehlen.

Streitpunkt: "Wer jemals Eltern auf einem Fußballplatz gesehen hat, wird sich nie mehr über die Diskussionskultur auf Twitter beschweren", schreibt Dirk von Gehlen. Auf dem Platz beobachtet er reinrufende Eltern und Spieler, die Entscheidungen des Schiedsrichters partout nicht akzeptieren wollen – und mitunter laut werden. Das Problem, dass Menschen nicht streiten können, gebe es "nicht wegen des Internets", Dienste wie Twitter machen es nur "besser sichtbar". Twitter bestehe genau wie beim Fußball "nicht nur aus den Schimpfern am Rand" und sei "viel mehr als das Bild, das leichtfertig erzeugt wird".
dirkvongehlen.de

Zitat: Angela Merkel über respektvollen Austausch in sozialen Medien.

"Neue Kommunikationskanäle können keine Entschuldigung für Fehlverhalten sein."

Angela Merkel spricht im "FAS"-Interview über den Fluch und Segen von sozialen Medien. Letztlich habe jeder selbst die Verantwortung, "auch im politischen Streit auf Twitter oder Facebook anständig und respektvoll zu bleiben". Die Politik müsse dafür aber "den rechtlichen Rahmen schaffen".
faz.net (Paid)

Bild des Tages: Jens Spahn holt sich seine Booster-Impfung ab.

Pieks-Aufruf: Gesundheitsminister Jens Spahn bekommt am Donnerstag seine Booster-Impfung gegen das Coronavirus. Er postet ein Bild davon bei Twitter. Dem Covid-Genesenen wurde im Mai seine erste Dosis AstraZeneca gespritzt. Laut Spahn haben am Mittwoch mehr als 100.000 Menschen in Deutschland ihre Auffrisch-Impfung erhalten – ein neuer Tagesrekord. Er ruft dazu auf, es ihm gleichzutun.
twitter.com, rnd.de

Twitter: Nutzerzahlen steigen nicht so stark wie erhofft.

Twitter steigert die Zahl der täglich aktiven Userinnen im 3. Quartal zwar um 13 % auf 211 Mio, Analystinnen hatten aber mit 211,5 Mio Nutzerinnen gerechnet. Die Erlöse klettern um 37 % auf 1,28 Mrd Dollar. Unterm Strich verzeichnet der Kurznachrichten-Dienst ein Minus von 537 Mio Dollar, im Vorjahres-Zeitraum stand ein Gewinn von 29 Mio. Schuld daran sei eine hohe Vergleichszahlung nach einer Investorenklage.
handelsblatt.com, abcnews.go.com

Zitat: Jasmina Kuhnke twittert tiefenentspannt.

"Ich nutze Twitter zwischen der Arbeit und allem anderen alltäglichen. Ich bin bei vielem tiefenentspannt. Während irgendwelche Medienmacher*innen wahnsinnig nervös auf Themen anspringen, dreh ich mich einfach noch mal zur Seite und denke: Ja gut, das war absehbar."

Comedy-Autorin Jasmina Kuhnke, besser bekannt als Quattromilf bei Twitter, sagt im "taz"-Interview, dass sie bei Social Media zwar "lebhaft am Diskurs" teilnimmt, aber: "Wahrscheinlich nimmt es die Außenwelt sehr viel lebhafter wahr als ich."
taz.de

Alec Baldwin äußert sich nach tödlichem Schuss bei Twitter.

Alec Baldwin hat nach dem tödlichen Unfall der Familie der verstorbenen Kamerafrau Halyna Hutchins sein Mitgefühl ausgesprochen. Sein "Herz ist gebrochen", schreibt er bei Twitter. Baldwin hatte am Filmset eine Schreckschusspistole abgefeuert und damit die Kamerafrau getötet. Die LA Times schreibt von schwierigen Arbeitsbedingungen im Vorfeld des Unfalls und mehreren Fehlzündungen der Requisiten-Pistole.
twitter.com (Tweet I), twitter.com (Tweet II), faz.net, latimes.com, turi2.de (Background)


Twitter-Feed bevorzugt Tweets aus dem rechten Spektrum – nur nicht in Deutschland.

Der Vogel ist voreingenommen: Der Twitter-Algorithmus bestärkt laut einer internen Untersuchung "Accounts der politischen Rechten", schreibt das Unternehmen in einem Blog-Post. Dies sei demnach u.a. in den USA und Frankreich der Fall, ausdrücklich aber nicht in Deutschland. Man wolle nun den Algorithmus genauer analysieren und "eventuell auftretende Ungleichheiten" abmildern.
blog.twitter.com via theguardian.com

Basta: Verein Deutsche Sprache stolpert über eingebildetes Sprachungetüm.

Gender-Gemecker: Der Verein Deutsche Sprache poltert bei Twitter gegen das ZDF, weil es in einer Pressemitteilung das Wort "Drehende" nutzt – für den VDS eindeutig eine neue Gender-Absurdität. Das ZDF reagiert mit dem Vorschlag, den Text einfach mal richtig zu lesen. "Drehende" ist nämlich einfach nur ein Synonym für "Drehschluss".
twitter.com via rnd.de

Sarah-Lee Heinrich will sich nach Shitstorm nicht länger zurückziehen.

Im Schussfeld: Die Grüne-Jugend-Sprecherin Sarah-Lee Heinrich will sich nach den Anfeindungen wegen Tweets aus ihrer Jugend nicht länger aus der Öffentlichkeit zurückziehen. "Dann hätte der Shitstorm ja sein Ziel erreicht", sagt sie in der "Zeit". Wegen der "Vielzahl von Mord­drohungen" sei sie mit Sicherheits­behörden im Gespräch. Kritik an ihren früheren Aussagen hält sie weiterhin für "berechtigt".
zeit.de, turi2.de (Background)

Bundeswahlleiter verzichtet auf Verfahren gegen Hubert Aiwanger wegen Tweet am Wahlabend.

Ausgedachte Zahlen? Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger muss kein Bußgeld wegen eines umstrittenen Zahlen-Tweets am Tag der Bundestagswahl zahlen. Er hatte gegen 15 Uhr unerlaubt Partei-Zahlen getwittert und auf die Forschungsgruppe Wahlen verwiesen. Laut Bundeswahlleiter handelt es sich dabei aber "nicht um Zahlen einer Nachwahlbefragung". Aiwanger hatte den Tweet nach wenigen Minuten gelöscht.
spiegel.de, sueddeutsche.de