Debatte: Precht will Putin besänftigen, Lauterbach spricht von Krieg gegen Russland.

Nicht im (P)recht: In einem RND-Podcast schlägt Richard David Precht vor, dass einzelne Nato-Staaten Russland verbindlich garantieren, dass sie eine Aufnahme der Ukraine in das Verteidigungs­bündnis mit ihrem Veto verhindern würden. So wäre "schon erster Druck aus dem Kessel genommen". Karl Lauterbach widerspricht bei Twitter solchen "Kniefällen". "Wir sind im Krieg mit Putin und nicht seine Psycho­therapeuten", schreibt der Gesundheits­minister und spricht damit als erstes Regierungs­mitglied von einem Krieg gegen Russland.
rnd.de, twitter.com, spiegel.de

Lese-Tipp: Aiwanger sorgt mit Eigenlob für Spott bei Twitter.

Lese-Tipp: Bayerns Wirtschafts­minister Hubert Aiwanger ist ein Politiker "mit Verstand und Pragmatik" und nicht wie "viele andere weltfremd im Wolken­kuckucksheim" – schreibt Aiwanger über sich selbst bei Twitter und ruft damit zahlreiche hämische Kommentare auf den Plan. Bauch­pinselt sich Aiwanger mit Zweit­accounts und hat vergessen, zwischen den Profilen umzuschalten? Der Minister rudert unbeholfen zurück.
sueddeutsche.de

Marken ziehen Twitter-Werbung wegen Kinderpornografie zurück.

Werbeunfeld: Marken wie Dyson, Mazda und Forbes haben ihre Marketing­kampagnen bei Twitter ausgesetzt oder entfernt, weil die Anzeigen auf der Plattform neben kinder­pornografischen Inhalten erschienen sind. Auch Werbung von Disney und Coca-Cola ist auf den Profilseiten von Twitter-Konten erschienen, die Links zu solchen Inhalten enthielten, zeigt eine Untersuchung der Cyber­sicherheits­gruppe Ghost Data. Twitter hat daraufhin rund 300 Konten entfernt, mehr als 100 weitere sind laut Ghost Data noch aktiv.
n-tv.de

Debatte: Die Twitter-Logik stellt das Leben selbst dar, sagt Christian Geyer.

That's life: Die Debattenkultur auf Twitter zu pathologisieren, bringe nichts, schreibt Christian Geyer – sie gehöre zum Leben dazu. Die Plattform habe außerdem auch Stärken als "gedankliches Sondierungsinstrument", das die Selbstwahrnehmung "wacher, lebendiger, misstrauischer" mache. Eine Auflockerung der fixen Ideen verspreche dagegen das Podcast-Format, zitiert Geyer Ina Tenz aus dem turi2 Clubraum.
faz.net

Twitter: Mehrheit der Aktionäre stimmt für eine Übernahme durch Elon Musk.

Ok, Elon: Die Mehrheit der Aktionäre von Twitter gibt grünes Licht für die Annahme des Kaufangebots von Elon Musk in Höhe von 54,20 Dollar je Aktie. Zuletzt lagen die Anteile bei deutlich niedrigeren 41,7 Dollar. Musk weigert sich jedoch nach wie vor, den 44 Mrd Dollar schweren Deal durchzuziehen. Derweil kritisiert der Ex-Sicherheitschef Peiter Zatko bei einer Senatsanhörung in Washington erneut Sicherheitsmängel, Twitter sei eine "tickende Bombe an Sicherheitsschwachstellen".
zeit.de

Debatte: Kevin Kühnert hat sich die miese Diskussionskultur bei Twitter selbst ins Haus geholt.

Selbst schuld: Die Blasen und schlechten Diskussionskulturen, die SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert bei Twitter beklagt, hat er selbst geschaffen, meint "FAZ"-Autor Claudius Seidl. Jeder entscheide schließlich für sich, wem er folge. Dadurch habe jeder "sein eigenes Twitter" und sei für "den Geist und die Kultur, denen er sich dort ausgesetzt sieht", selbst verantwortlich: "Wer von diesem Strukturwandel der Öffentlichkeit überfordert ist, sollte nicht unbedingt in der Politik etwas werden wollen."
faz.net, turi2.de (Background)

Wegen der Disskusionskultur: Kevin Kühnert zieht sich von Twitter zurück.


Rückzug: SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat seinen Twitter-Account deaktiviert, weil die Diskussionskultur dort zu "Fehlschlüssen und Irrtümern in politischen Entscheidungen" führe, sagt er im RND-Videointerview. Zudem kritisiert Kühnert "die Art und Weise wie dort Gesellschaft repräsentiert oder, ich würde sagen, absolut gar nicht repräsentiert wird". Bei sich selbst habe er festgestellt, dass er eine verzerrte Wahrnehmung von Wirklichkeit habe, wenn er zu viel Zeit auf der Plattform verbringe.

In den letzten Monaten habe Kühnert den Kurznachrichten-Dienst "quasi nicht mehr genutzt". Daher müsse "man für sich auch einfach mal die Konsequenz ziehen und sagen: Das scheint für meine politische Arbeit gerade nicht das richtige Medium zum Senden und Empfangen zu sein". Zuletzt folgten ihm rund 370.000 Menschen. Der Instagram-Account von Kühnert mit knapp 93.000 Followern ist weiterhin abrufbar.
rnd.de (mit 9-Min-Video), t-online.de, thepioneer.de (Paid)
(Foto: Picture Alliance/dpa, Kay Nietfeld)

Dazn entschuldigt sich für unpassenden Tweet.

Sagt Sorry: Der Sport-Streamingdienst Dazn bittet um Entschuldigung für einen inzwischen gelöschten, unpassenden Tweet. Man sei sich "nicht bewusst gewesen, welche ernsten Umstände das Spiel begleiten". Während der Partie gegen den FC Barcelona hatte am Samstag ein Zuschauer einen Herzinfarkt erlitten, woraufhin Cádiz-Torhüter Jeremias Ledesma einen Defibrillator zur Tribüne brachte. Danach patzte Ledesma bei einem Gegentor, Dazn schrieb dazu: "Wenn dein bester Freund bei den Gegnern im Tor steht." Barcelona-Torwart Marc-André ter Stegen kommentierte den Post mit: "Unpassend und respektlos. Zum wiederholten Male! Schämt Euch."
faz.net, twitter.com

Twitter-Kauf: Elon Musk stört sich an einer Abfindung an einen Whistleblower.

Musk meckert: Tesla-Gründer Elon Musk findet eine weitere Rechtfertigung dafür, den Twitter-Deal nicht durchzuziehen. Demnach habe Twitter dem Ex-Sicherheitschef Peiter Zatko eine Abfindung von 7 Mio Dollar gezahlt, ohne Musk vorher gefragt zu haben. Damit habe die Plattform gegen die Übernahme-Bedingungen verstoßen, die derartige Zahlungen beschränke. Zatko hatte Twitter "katastrophale Zustände" vorgeworfen.
zeit.de, turi2.de (Background)

Gericht verweigert eine Verschiebung des Twitter-Verfahrens.

Aufschub abgelehnt: Tech-Milliardär Elon Musk scheitert mit seinem Antrag auf eine Verschiebung des Gerichtverfahrens rund um die geplatzte Twitter-Übernahme. Die Richterin sei davon überzeugt, dass "auch vier Wochen Verzögerung weitere Schäden bei Twitter verursachen könnten". Die Anwälte von Musk hatten damit argumentiert, Informationen von Twitter zur Sicherheit der Daten prüfen zu wollen. Der Prozess beginnt somit wie geplant am 17. Oktober.
handelsblatt.com (€), theverge.com, turi2.de (Background)

Basta: Gratulanten twittern Glückwünsche an die falsche Liz Truss.

Don't Trusst Twitter: Die neu gewählte britische Premier­ministerin Liz Truss bekommt bei Twitter Glückwünsche an den Account @Liztruss. Der gehört aber gar nicht ihr, sondern der Twitter-Nutzerin Liz Trussell, die zuletzt im März 2018 etwas getwittert hatte und nun plötzlich mehr als 8.500 Follower zählt. @Trussliz, die Regierungs­chefin, sollte überlegen, ob sie @Liztruss nicht als Social-Media-Ministerin in ihr Kabinett holt.
spiegel.de

Twitter testet Editier-Funktion für Tweets.

Bearbeiten erlaubt: Twitter startet einen Test­lauf für die Editier-Funktion von Beiträgen. Zunächst dürfen nur Twitter-Angestellte Tweets nachträglich bearbeiten, später dann Twitter-Blue-Abonnentinnen. Der Editier-Zeitraum ist während des Pilot­projekts auf die ersten 30 Minuten nach Absetzen eines Tweets begrenzt, Veränderungen werden optisch kenntlich gemacht.
twitter.com, sueddeutsche.de

Twitter-Whistleblower sagt “unfreiwillig” im Musk-Prozess aus.

Wenn's sein muss: Die Anwälte von Elon Musk haben den Ex-Sicherheits­chef des Kurz­nachrichten­dienstes Peiter Zatko vorgeladen, um im Prozess Musk vs. Twitter auszusagen. Der Twitter-Whistleblower, der massive Sicherheits­­probleme auf der Plattform beklagt, komme der Aufforderung "unfreiwillig" nach. Zatko wolle Musk bei dem Prozess eigentlich nicht unterstützen. Musk nutzt derweil die Enthüllungen, um das Kaufangebot für Twitter abermals als ungültig einzustufen.
orf.at, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Ehemaliger Twitter-Sicherheitschef spricht über “katastrophale Zustände” bei dem Kurznachrichtendienst.


Twitter-Leak: Der ehemalige Twitter-Sicherheits­chef Peiter Zatko spricht in einem Enthüllungs­bericht über massive Sicherheits­probleme bei dem Kurz­nachrichten­dienst, berichten CNN und "Washington Post". Demnach stelle die Plattform eine "Bedrohung für die persönlichen Daten seiner Nutzer, für die Aktionäre des Unternehmens, für die nationale Sicherheit und für die Demokratie" dar. Zatko hatte bereits im Juli eine entsprechende Beschwerde bei der US-Börsen­aufsicht SEC eingereicht. Darin schreibe er auch von einem "chaotischen und rücksichts­losen Umfeld in einem schlecht geführten Unternehmen". Zu viele Mitarbeitende hätten unbeaufsichtigt Zugang zu "zentralen Kontrollen" und "sensiblen Informationen". Zudem gebe es mindestens einen Mitarbeiter, "der möglicher­weise für einen ausländischen Geheimdienst" arbeite. Weitere Vorwürfe des Whistle­blowers betreffen die Unternehmens-Spitze, die den Vorstand und staatliche Aufsichts­behörden über Sicherheits­lücken getäuscht habe.

Zatko äußert sich auch bezüglich des aktuellen Streits zwischen Twitter und Tesla-Chef Elon Musk. Seinen Angaben nach verfüge Twitter über keine verlässliche Methode, um die Anzahl an Fake-Accounts auf der Plattform zu ermitteln. Das Thema der gefälschten Profile und Bot-Accounts ist eines der Haupt­argumente Musks, den 44-Mrd-Deal platzen zu lassen.

Der als Hacker bekannt gewordene Zatko war im Januar von dem Unternehmen gefeuert worden, weil er laut Twitter schlechte Leistungen erbracht habe. Die aktuellen Vorwürfe weist der Konzern zurück und wirft dem Whistle­blower vor, seinem ehemaligem Arbeit­geber schaden zu wollen. Eine Sprecherin sagt der "Washington Post" und CNN, Twitter habe keinen Zugang zu detaillierten Vorwürfen von Zatko, nach derzeitigen Erkenntnissen weisen diese jedoch "Ungenauigkeiten" auf. (Foto: Screenshot CNN)
edition.cnn.com, t-online.de, handelsblatt.com

“Unberechtigter Angriff”: Polen wirft Deutschland “Fake-News” vor.

Fischsterben in der Oder: Polens Umweltministerin Anna Moskwa wirft Deutschland auf Twitter die Verbreitung von "Fake-News" vor. Pestizide und Herbizide habe man in den toten Fischen nicht entdeckt: "Ein ungerechtfertigter Angriff auf die Landwirtschaft. Erst die Industrie, jetzt die Landwirtschaft? Was kommt als Nächstes?" Zuvor hatte Brandenburgs Umweltministerium mitgeteilt, erhöhte Pestizid-Werte im Fluss nachgewiesen zu haben – die Dosis sei jedoch nicht unmittelbar tödlich für die Fische gewesen.
tagesschau.de

Zahl des Tages: Saudi-Arabien verurteilt Studentin wegen Retweets zu 34 Jahren Haft.

Zahl des Tages: Zu 34 Jahren Haft verurteilt ein Gericht in Saudi-Arabien die Studentin Salma al-Shehab, weil sie auf ihrem Twitter-Konto Beiträge von Frauenrechts-Aktivisten geteilt hat. Damit destabilisiere sie "die gesellschaftliche und staatliche Sicherheit". Die Frau setzt sich vor allem gegen die männliche Vormundschaft ein, bei Twitter folgen ihr nur etwas mehr als 2.500 Menschen.
deutschlandfunk.de, stern.de

Lese-Tipp: Die Hooligans gegen Satzbau lassen die Masken fallen.

Lese-Tipp: Seit zwölf Jahren schießen die Hooligans gegen Satzbau online gegen Nazi­parolen und rechte Hass- und Hetz­kampagnen – bisher immer anonym. Nun legen Kiki Klugscheißer und ihr Ehemann Grafikhool die Masken ab und gleichzeitig ihre Marke ad acta. Melanie Skurt hat die beiden für das Magazin "Veto" besucht, die kritisieren: "Heute kannst du kaum noch einen Witz machen, ohne dass er komplett seziert wird."
veto-mag.de via bildblog.de

Twitter-User bedroht die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling.

Nach Rushdie-Angriff: Die britische Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling ist auf Twitter bedroht worden. Sie hatte kurz nach dem Messer-Angriff auf den Schriftsteller Salman Rushdie getwittert: "Ich hoffe, er ist okay." Darauf antwortete ein User: "Keine Sorge, du bist die nächste." Zunächst hatte Rowling den Twitter-Support um Unterstützung gebeten, inzwischen sei die Polizei eingeschaltet – auch wegen anderer Drohungen.
rnd.de, twitter.com, turi2.de (Background)


Twitters Editierfunktion kommt nur für zahlende Userinnen.

Twitter will seine Editierfunktion nur für zahlende Userinnen im Rahmen von Twitter Blue verfügbar machen. Twitter Blue ist bisher nur in den USA, Kanada, Neuseeland und Australien verfügbar, deutsche Nutzerinnen können ihre Tweets daher zunächst nicht bearbeiten. Wie lange die Korrektur von Tweets nach dem Zwitschern möglich ist, ist noch unklar.
onlinemarketing.de, turi2.de (Background)

Twitter-Übernahme: Elon Musk bringt sich erneut ins Spiel.

Hin und Her: Tech-Milliardär Elon Musk liebäugelt nun doch wieder mit einer Übernahme von Twitter. Wenn der Kurznachrichtendienst seine Methode zur Überprüfung von 100 Kundenkonten auf deren Echtheit darlege, könne der 44 Mrd Dollar schwere Deal wie geplant über die Bühne gehen – sonst nicht. Musk glaubt Twitter nicht, dass nur weniger als 5 % der Nutzerkonten Fake sind.
twitter.com via handelsblatt.com, turi2.de (Background)


Hör-Tipp: Margarete Stokowski fordert mehr Hilfe für Long-Covid-Betroffene.

Hör-Tipp: Die Publizistin Margarete Stokowski erzählt im Deutschlandfunk von ihren Erfahrungen mit Long-Covid. Sie sieht ein "sehr großes Verleugnen und Verdrängen" der Krankheit – "auch bei Leuten, die die Pandemie eigentlich ernst nehmen". Sehr viele Dinge des normalen Lebens seien für sie nicht mehr ohne Weiteres machbar – z.B. konzentriertes Lesen von Büchern. "Wir brauchen nicht Tweets, wir brauchen Geld für Forschung und Aufklärung", fordert Stokowski mit Blick auf "permanente" Tweets von Karl Lauterbach, "wie schlimm Long-Covid ist".
deutschlandfunk.de (13-Min-Audio)

Wohnungsdurchsuchung wegen #Pimmelgate war rechtswidrig.

Unverhältnismäßig: Die Wohnungsdurchsuchung in der #Pimmelgate-Affäre um den Hamburger Innensenator Andy Grote war rechtswidrig, entscheidet das Landgericht Hamburg. Die Ex-Lebensgefährtin des "Du bist so 1 Pimmel"-Autors hatte dagegen Beschwerde eingelegt. Die Ermittlungen zum #Pimmelgate sind bereits im März eingestellt worden.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Opfer von Hate-Speech fühlen sich von der Polizei im Stich gelassen.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" spricht nach dem Tod von Lisa-Maria Kellermayr mit Opfern von Internet-Hass. Sie sind meist von der Polizei enttäuscht: "Deren Ahnungslosigkeit nimmt einem echt jede Hoffnung", sagt zum Beispiel die auf Social Media bedrohte Zahnärztin Anke Staffeldt. Manche Beamte hätten nicht einmal gewusst, was Twitter ist.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Impfarzt Christian Lübbers will den Hasskommentaren mit Aufklärung trotzen.

"Ich habe natürlich auch überlegt, ob ich meinen Account deaktiviere. Ich bin aber zu dem Schluss gekommen, es nicht zu tun und kläre weiterhin über Pseudomedizin und Impfen auf. Ich sehe dies als notwendige Zivilcourage an."

Impfarzt Christian Lübbers, dem bei Twitter über 70.000 Menschen folgen, will sich nach dem Suizid der Ärztin Lisa Maria Kellermayr nicht vom Hass im Internet einschüchtern lassen.
twitter.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Twitter ist ein “Schlachtfeld geworden”, sagt Medienanwalt Chan-jo Jun.

Hör-Tipp: "Das deutsche Recht und das Grundgesetz finden auf Twitter keine Anwendung", sagt der Medienanwalt Chan-jo Jun in der Deutschlandfunk-Sendung Mediasres. Die juristischen Mittel, um gegen Hass vorzugehen, würden noch nicht greifen: "Wir haben Prototypen von Feuerlöschern, aber die Bude brennt, weil wir sie noch nicht installiert haben." Twitter habe sich zu einem Schlachtfeld entwickelt, auf dem "die Idee der sachlich-neutralen Aufklärung" nicht funktioniere. Den Tod der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr bezeichnet Jun als "Zäsur".
deutschlandfunk.de (8-Min-Audio) via twitter.com, turi2.de (Background)

Prozess von Twitter und Elon Musk startet am 17. Oktober.

Kreuz im Kalender: Twitter und Elon Musk streiten sich ab dem 17. Oktober vor Gericht um die geplatzte Übernahme des Kurz­nachrichten­dienstes. Twitter wollte den potenziellen neuen Eigentümer am liebsten schon im September auf die Anklage­bank ziehen, der Tech-Milliardär wollte die Sache mit dem 44-Mrd-Dollar-Deal erst 2023 klären.
theverge.com, turi2.de (Background)

Regierungen fragten 2021 fast fast 60.000 Mal Nutzerdaten bei Twitter ab.

Rück raus: Behörden und Regierungen haben 2021 weltweit fast 60.000 Mal private Details von Nutzer­konten erfragt oder Lösch­anfragen bei Twitter gestellt, so viel wie nie zuvor. Die Antrag­steller gingen dabei "immer aggressiver" vor, sagt Yoel Roth, Chef der Abteilung für Sicherheit und Integrität beim Kurz­nachrichten­dienst. Am häufigsten wollten die USA Daten abfassen, danach Indien. Twitter gibt an, fast 40 % aller Bitten um Einsicht in Nutzerkonten Folge zu leisten.
tagesschau.de

Basta: Elon Musk gibt bei Twitter Wörter-Rätsel auf.

Schatzi, wir müssen reden: Tesla-Guru Elon Musk haut einige kryptische Tweets in deutscher Sprache heraus. Während die "Bild"-Zeitung "Gehalt und Gestalt" mit Blick auf das neue Werk in Grünheide noch einigermaßen interpretieren kann, löst "Schadenfreude oder Schatzifreude?" nur noch Stirnrunzeln aus. Man wünscht sich glatt, dass einer der nächsten Tweets von Musk lautet: "Schatzi, schenk mir 'nen Duden!"
bild.de, twitter.com


Debatte: Clickbait-Journalismus leistet Hass im Netz seit Jahren Vorschub.

Hate-Speech: Medien haben Stimmungsmache und Hass im Netz "über Jahre einen kräftigen Vorschub" geleistet, kritisiert DWDL-Chefredakteur Thomas Lückerath. Clickbait-Journalismus liefere "tausendfach Beihilfe zur Eskalation". Zudem seien "nur wenige Tweets einer meist anonymen Minderheit" schon "viel zu lange Grundlage für viele Clickbait-Medien, Geschichten und Stimmungen herbei zu schreiben".
dwdl.de

Twitter macht im 2. Quartal einen Verlust von 270 Mio Dollar.

Twitter beendet das 2. Quartal mit einem Minus von 270 Mio Dollar, im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 66 Mio Dollar. Die Erlöse sinken um 1 % auf 1,18 Mrd Dollar. Die Zahl der täglichen User steigt binnen drei Monate nur um 8,8 Mio auf 237,8 Mio, im Quartal zuvor lag das Plus noch bei 14 Mio. In einer Mitteilung macht Twitter u.a. das Durcheinander um die Übernahme durch Elon Musk für die schwachen Zahlen verantwortlich.
tagesschau.de

Gerichtsprozess zwischen Twitter und Elon Musk beginnt im Oktober.

Etappensieg: Im Übernahmestreit mit Elon Musk kann Twitter einen früheren Prozesstermin durchzusetzen. Demnach soll die fünftägige Verhandlung im Oktober starten, kündigt die zuständige US-Richterin Kathaleen McCormick an. Die Anwälte von Musk wollten den Prozess bis Februar 2023 hinauszögern, Twitter hatte ursprünglich September 2022 im Blick.
theverge.com, stern.de, turi2.de (Background)

Twitter verklagt Elon Musk nach Rückzug vom Kaufvertrag.


Vogel vor Gericht: Twitter reicht nach dem geplatzten 44-Mrd-Dollar-Deal nun Klage gegen Elon Musk ein. Die Anwälte des Kurz­nachrichten­dienstes werfen dem Tesla-Chef vor, "seinen Verpflichtungen" nicht nachzukommen, weil er die vereinbarten 54,20 Dollar pro Aktie nicht zahlen will. Der Milliardär habe zuerst ein "öffentliches Spektakel" inszeniert und wolle nun das Unternehmen "verunglimpfen, seinen Betrieb stören, Aktionärs­vermögen vernichten und sich verabschieden". Die Klage ist beim Chancery Court in Delaware eingegangen, wo Twitter eingetragen ist.

Musk hatte vergangenen Freitag angekündigt, die Übernahme der Platt­form wegen "falscher und irreführender" Angaben über Fake-Konten und Spam-Bots auf Twitter platzen zu lassen. Twitter beschreibt diese Argumentation als "Heuchelei". Musk wolle stattdessen aus dem Vertrag austreten, weil sich das Markt­umfeld verschlechtert habe und sich sein Vermögen verringert habe.

Die amerikanische Rechtsprofessorin Ann Lipton sagt der "FAZ", das das Gericht kann Musk nun mit einer "Specific Performance"-Anordnung zum Kauf zwingen. Alternativ drohe dem reichsten Mann der Welt eine Strafe von 1 Mrd Dollar, was nicht viel wäre, "gemessen daran, in welches Chaos er Twitter gestürzt hat". Auch ein Vergleich sei möglich, dann aber mit einem "vermutlich zweistelligen Milliardenbetrag". Musk müsste in dem Verfahren "jetzt schon ein Kaninchen aus dem Hut zaubern", um aus dem Vertrag herauszukommen, so Lipton.
faz.net, zeitung.faz.net (Lipton, Paid), theverge.com, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Twitter-Aktie fällt nach dem geplatzten Musk-Kauf um 7 %.

Zahl des Tages: Um 7 % an Wert verliert die Aktie von Twitter nach der am Wochenende geplatzten Übernahme durch Elon Musk. Der Aktienkurs liegt nur noch bei rund 34 Dollar – ein Vier-Monats-Tief. Zum Vergleich: Musk hatte ursprünglich 54,20 Dollar pro Aktie geboten. Auch auf Tesla hat das Twitter-Debakel des Chefs Auswirkungen: Die Aktie des E-Autobauers fällt um 4 %.
spiegel.de, wiwo.de, turi2.de (Background)

Twitter kündigt Klage gegen Elon Musk an.

Twitter will den geplatzten 44 Mrd Dollar schweren Übernahme-Deal mit Elon Musk nun gerichtlich durchdrücken. Laut Bloomberg hat das Management bereits eine auf solche Fälle spezialisierte Anwaltskanzlei beauftragt, die Anfang dieser Woche Klage einreichen will. Zuvor hatte Tesla-Boss Musk sich wegen eines Streits um Fake-Accounts bei Twitter von dem Deal zurückgezogen.
bloomberg.com (Paid), derstandard.at, turi2.de

Elon Musk lässt Twitter-Übernahme platzen.

Rückzieher: Tesla-Chef Elon Musk will offiziell von seinem Twitter-Kauf zurücktreten, berichten US-amerikanische Medien und beziehen sich auf eine Mitteilung bei der US-Börsenaufsicht SEC. Demnach behauptet Musks Team, er wolle von dem Deal über 44 Mrd Dollar zurücktreten, weil Twitter gegen die Vereinbarung verstoßen und während der Verhandlung "falsche und irreführende" Angaben gemacht habe. Musk habe sich "seit fast zwei Monaten" um Infos bemüht, um eine "unabhängige Bewertung der Prävalenz von gefälschten oder Spam-Konten" auf der Plattform vorzunehmen. Twitter habe "es versäumt oder sich geweigert" diese zur Verfügung zu stellen. Verwaltungsratschef Bret Taylor kündigt auf der sozialen Plattform an, den Kauf zu dem vereinbarten Preis durchzusetzen und dafür auch rechtliche Schritte einzuleiten.

Musk hatte schon Anfang Juni gedroht, die Übernahme platzen zu lassen, bekomme er nicht die eingeforderten Daten zu Fake-Konten und Spam-Bots. Er hatte an den offiziellen Zahlen gezweifelt, wonach von insgesamt 229 Mio Accounts 5 % Fake sind. Der Rückzug bleibt für Musk nicht ohne Konsequenzen. Scheitert der Kauf, droht ihm eine Strafzahlung in Höhe von bis zu einer Mrd Dollar. Die Twitter-Aktie ist angesichts der Meldung um 7,5 % auf 34,05 Dollar gesunken. (Foto: Picture Alliance / Patrick Pleul)
theverge.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

“Washington Post”: Twitter-Deal von Elon Musk soll ernsthaft in Gefahr sein.

Twitter-Übernahme durch Elon Musk ist offenbar ernsthaft in Gefahr, berichtet die "Washington Post". Grund ist der Streit um Fake Accounts. Das Musk-Team hält die Angaben des Twitter-Managements für nicht verifizierbar. Die Übernahme soll 44 Mrd Dollar kosten. 1 Mrd haben die Parteien als Strafe vereinbart, sollte eine der Parteien sich aus dem Deal zurückziehen.
washingtonpost.com, handelsblatt.com (Paid)

Twitter verklagt indische Regierung wegen Zensur.

Twitter zieht gegen die indische Regierung vor Gericht. Der Kurznachrichtendienst wirft Neu Delhi eine "übermäßige Ausübung seiner Macht" vor. Sie hatte bis Montag dieser Woche die Löschung diverser Beiträge und die Sperrung Dutzender Nutzerkonten verlangt und mit strafrechtlichen Konsequenzen bedroht. Twitter war dem nachgekommen, beklagt aber, dass die Regierung nicht erklärt habe, weshalb die Inhalte ihrer Meinung nach gegen das Gesetz verstoßen hätten. Besonders kritische Beiträge seien betroffen. Über den Fall entscheidet nun der Oberste Gerichtshof des indischen Bundesstaats Karnataka.
faz.net

Zitat: Paul Ronzheimer findet die Debatte über Andrij Melnyks Bandera-Äußerung fehlgeleitet.

"Die Bandera-Diskussion bewegt Twitter-Deutschland mehr als jeder Raketenangriff. Bitter."

Auf Twitter kritisiert "Bild"-Vize Paul Ronzheimer die Empörung über den ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk, der in einem Interview den ukrainischen Nationalistenführer Bandera verteidigt hatte. Den Deutschen sei die Aufarbeitung von Geschichte "dann am liebsten, wenn sie die Geschichte von anderen Ländern aufarbeiten", twittert Ronzheimer. Kritik sei berechtigt, aber die Begeisterung, Melnyk endlich angreifen zu können sei "bezeichnend".
twitter.com, twitter.com

“Spiegel”-Interview: “NYT”-Chef Joe Kahn empfiehlt Zurückhaltung bei Twitter.

Weniger ist mehr, findet Joe Kahn, neuer Chefredakteur der "New York Times", wenn es um Twitter geht. Er empfiehlt seinen Mitarbeitenden im "Spiegel"-Interview, sich nicht "in sinnlose Kämpfe mit Kritikern oder Trollen" zu verstricken. Dem Vorwurf, die Redaktion der "NYT" sei nicht divers genug, widerspricht er.
spiegel.de (Paid)

Zitat: Markus Söder verteidigt getwittertes G7-Bild ohne Olaf Scholz.

"Der Bundeskanzler ist ja nun nicht ein ausländischer Staatsgast, sondern der Bundeskanzler. Und noch gehört ja Bayern definitiv zu Deutschland. So soll es auch bleiben."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann die Aufregung um sein getwittertes Willkommens-Bild zum G7-Gipfel nicht nachvollziehen. Spekulationen, er habe Olaf Scholz darauf absichtlich ausgelassen oder zähle ihn nicht zu den wichtigsten Staats- und Regierungschefs, seien an den Haaren herbeigezogen, sagt er in einem ZDF-Interview.
tagesschau.de, twitter.com


Klick-Tipp: Friedrich Merz legt eine heiße Sohle aufs CDU-Parkett.

Klick-Tipp: Der verkannte "Let's Dance"-Star Friedrich Merz legt beim Sommerfest der CDU/CSU im Berliner Zollpackhof eine heiße Sohle aufs Parkett und schwoft zu Penny McLeans Lady Bump aus den 70ern. Twitter findet's toll: Der Clip bringt nicht nur Konservative zum Tanzen und (von der Kanzlerschaft) Träumen.
twitter.com (Tweet Paul Schäfer)