Twitter will US-Nutzer*innen mit “Election Hub” informieren.

Twitter startet in den USA den "2020 US Election Hub", der Nutzer*innen glaubwürdige Wahlberichterstattung auf englisch und spanisch bieten soll. Sie stammt von seriösen Nachrichtenagenturen und den Twitter-Kurator*innen. Das Tool enthält auch Livestreams von Wahlveranstaltungen und zeigt Nutzer*innen Kandidat*innen aus ihrem Bundesstaat.
theverge.com, cbsnews.com

Jan Böhmermann greift “FAZ”-Herausgeber Jürgen Kaube wegen geplatztem Interview an.


From Janni with love: Jan Böhmermann, gerade auf großer PR-Tour für sein Buch mit gesammelten Twitter-Werken, ärgert sich über ein "FAS"-Interview, das auf den letzten Metern vor der Veröffentlichung geplatzt ist – durch den Widerstand von "FAZ"-Feuilleton-Herausgeber Jürgen Kaube. Böhmermann reagiert mit einem offenen Brief bei Twitter – auf eine nicht öffentliche Kontaktaufnahme habe Kaube nicht geantwortet. In dem Schreiben fragt Böhmermann, warum Kaube "in die redaktionelle Gestaltungshoheit der 'FAS'" eingegriffen habe. Mögliche Antworten liefert er in weiteren Tweets mit Auszügen aus dem Interview. "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt bietet derweil an, das Interview in seinem Medium zu veröffentlichen.

Böhmermann wirft in dem Gespräch etwa dem WDR "lausige Krisenkommunikation" in der Causa Umweltsau vor. Tom Buhrow habe kein argumentatives Problem gehabt, "sondern bloß Angst". Er kritisiert außerdem das "schlecht geschauspielerte Gejammer über das Phantom Cancel Culture". In anderen Tweets ärgert er sich über die Zeit, die er für das Interview und den Foto-Termin investiert hat.
twitter.com (Offener Brief), twitter.com (weitere Tweets), twitter.com (Interview-Auszug)

Mitarbeit: Markus Trantow

Die Polizei in Sachsen entschuldigt sich für einen Retweet über “linkes Pack”.

Polizei-Pardon: Die Polizei in Sachsen entschuldigt sich für einen Retweet, der im Zusammenhang mit den Leipziger Krawallnächten von "linkem Pack" spricht. Die Polizei löschte den Tweet nach öffentlicher Kritik vom offiziellen Account, es sei eine "unbeabsichtigte Handlung" gewesen und nicht "unsere Sichtweise". Vermummte hatten in Leipzig randaliert und auch die Polizei angegriffen.
faz.net, twitter.com (Entschuldigung)

Wer Twitters Macht ignoriert, kapituliert vor der Realität, sagt Jan Böhmermann.

Twitter Royale: Der Kurznachrichtendienst hat eine Macht, "sich dem zu verschließen, ist Kapitulation vor der Realität", sagt Jan Böhmermann im "SZ"-Interview. Wenn er mit seinen rund 2,2 Mio Followern etwas twittert, reden die Menschen darüber. "Das ist mir aber auch unheimlich", gesteht Böhmermann.
Bei dem "Überschriftenmedium" prallten "zusammengefasste Positionen aus Schützengräben" aufeinander.
"Süddeutsche Zeitung", S. 52 (Paid)

Zahl des Tages: Tweet zu Chadwick Boseman erreicht über 6,7 Mio Twitter-Herzen.

Zahl des Tages: Über 6,7 Mio Menschen zeigen bei Twitter mit einem Like ihre Trauer über den Tod von "Black Panther"-Star Chadwick Boseman. Der Beitrag erreicht die meisten Twitter-Herzen in der Geschichte des Kurznachrichtendienstes. Er löst damit einen Beitrag von Barack Obama aus dem Jahr 2017 ab.

n-tv.de, twitter.com

Startup-Lobbyist Christian Miele klärt Twitter-Streit mit Julian Reichelt beim Dinner.

Dinner-Diplomatie: Christian Miele, Chef des Bundes­verbands Deutsche Startups und selbst Gründer, trifft sich zu einem klärenden Gespräch mit "Bild"-Chef Julian Reichelt und einem nicht genannten Springer-Vorstand. Grund ist ein eskalierter Twitter-Streit um eine Schlagzeile, in der "Bild" Naren Shaam, Berliner Gründer des Reise-Startups Omio, schlicht als "Inder" bezeichnet hatte.
twitter.com

TikTok startet PR-Plattform in eigener Sache.


Wir sind die Guten: TikTok holt in den USA zum kommunikativen Gegenschlag in Richtung Trump-Regierung und "Fehlinformationen" in den Medien aus. Die chinesische Kurzvideo-App startet die Website tiktokus.info, auf der das PR-Team "Dinge gerade rücken" will – und TikTok als "Die letzte sonnige Ecke des Internets" preist. Die Seite zeigt die Welt, wie die Firmen-PR sie gerne sieht: mit eigenen Statements und gefälligen Medienberichten. Alles andere seien "Gerüchte und Fehlinformationen".

Gleichzeitig startet der zusätzliche Twitter-Kanal @tiktok_comms, mit dem die TikTok-PRler wohl aktuelle Firmen-Kommunikation betreiben und Angriffe aus dem Trump-Lager parieren wollen. Der US-Twitter-Account @tiktok_us hat eher einen Entertainment-Schwerpunkt und richtet sich direkt an die Nutzer*innen. Geht es nach Trump, ist TikTok unter dem Dach der chinesischen Mutter ByteDance am 12. November Geschichte. TikTok wehrt sich – kommunikativ und auch juristisch.
techcrunch.com, tiktokus.info, twitter.com/tiktok_comms

Zitat: Twitter-Shitstorm kann zum Dilemma werden, sagt DFG-Präsidentin Katja Becker.

"Wir haben es dabei immer mit einem grundsätzlichen Dilemma zu tun: dass nämlich die Kommunikation in den sozialen Medien, anders als in der Wissenschaft üblich, extrem beschleunigt, selektiv und vom allem meinungsgetrieben verläuft."

Katja Becker, Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, verteidigt im "Zeit"-Interview die Kommunikation nach dem Dieter-Nuhr-Shitstorm.
"Zeit" 34/2020, S. 32 (Paid)

“WSJ”: Twitter verhandelt mit Bytedance über eine mögliche TikTok-Übernahme.

Twitter hat Interesse an TikTok angemeldet, berichtet das "Wall Street Journal". Der Kurznachrichtendienst habe "Vorgespräche" mit TikTok-Mutter Bytedance geführt. Unklar sei jedoch, ob Twitter den Favoriten Microsoft im Rennen um die Video-Plattform ausstechen und die nötigen finanziellen Mittel aufbringen könnte.
wsj.com (Paid), businessinsider.de, zeit.de

Twitter kennzeichnet Konten von staatsnahen Medien.

Twitter will die Konten von Regierungsvertreter*innen und staatsnahen Medien kennzeichnen und keine Tweets von letzteren mehr empfehlen. Die Labels führt Twitter schrittweise ein, sie sollen Nutzer*innen zeigen, welche politischen Akteure und Medien sich nahestehen. Medien wie die BBC, die staatliche Mittel erhalten, aber unabhängig berichten, bekommen kein Label.
theverge.com, zeit.de

Basta: Hacker-Anhörung wird gehackt.

Ich glaub', es hackt: Ein Gericht in Florida führt am Mittwoch eine Anhörung des mutmaßlichen Twitter-Hackers durch. Dabei bekommt das Gericht ungewollt zusätzliche Einblicke in die Welt der Internetsicherheit - allerdings nicht vom verdächtigten 17-Jährigen, sondern von zahlreichen Hackern, die die Zoom-Anhörung stören, da das Gericht den Kanal nicht ausreichend gesichert hat.
spiegel.de

Nach Shitstorm: Audi entschuldigt sich für Werbung mit kleinem Mädchen.

Vorsprung durch Aufsehen: Audi entschuldigt sich für ein Werbemotiv mit einem Kind, das am Wochenende zu einem Shitstorm bei Twitter geführt hat. Das Foto zeigt ein kleines Mädchen mit einer Sonnenbrille, das eine Banane vor einem Kühlergrill eines Autos isst. Autor Micky Beisenherz kommentiert, "dass dieses Bild im Sinne des Zeitgeistes nicht ganz glücklich gewählt war". Andere Twitter-Nutzer*innen beklagen bei dem Kind eine "Lolita-Optik". Auf dem offiziellen Audi-Account folgt am Montag die Gefahrenbremsung: Audi habe "verschiedene Familienmitglieder mit dem Auto fotografiert" und die Sicherheit in den Fokus rücken wollen. "Das war ein Fehler", bittet der Autokonzern um Entschuldigung und will das Foto künftig nicht mehr verwenden.

Angesichts zahlreicher Verkehrstote – insbesondere Kinder, die im Fahrzeug kaum sichtbar sind – kritisieren am Wochenende einige Twitter-Nutzer*innen das Motiv als geschmacklos. Audi wolle prüfen, welche "Kontrollmechanismen" im Unternehmen versagt hätten, heißt es nun. Zuvor war Konzernmutter Volkswagen wegen einen rassistischen Werbeclips in die Schlagzeilen geraten.
(Foto: Twitter-Screenshot Audi)
welt.de, twitter.com (Entschuldigung), twitter.com (Micky Beisenherz)

Twitter-Hack: US-Behörden verhaften einen 17-jährigen Verdächtigen.

Twitter-Hack: Das FBI hat in Zusammenarbeit mit weiteren US-Behörden einen 17-Jährigen in Florida verhaftet. Die Ermittler*innen verdächtigen ihn, der Kopf hinter dem jüngsten Hack auf prominente Twitter-Accounts zu sein. Insgesamt werfen die Behörden ihm 30 verschiedene Verbrechen vor. Ein weiterer Amerikaner und ein Mann aus Großbritannien sollen ihm geholfen haben. Mitte Juli wurden die Twitter-Accounts vieler Prominenter, darunter Barack Obama, Bill Gates und Elon Musk, gehackt und missbraucht, um die Follower aufzurufen, Bitcoins zu versenden.
theverge.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

Twitter weitet seine Hatespeech-Regeln auf verlinkte Inhalte aus.


Ausgezwitschert: Twitter weitet seine Hatespeech-Regeln ab 30. Juli auch auf verlinkte Inhalte aus. Links, die zu gewaltverherrlichenden oder Hass propagierenden Inhalten führen, werden blockiert; Accounts, die entsprechende Links teilen, können ebenfalls gesperrt werden. Auch Themen wie Extremismus, Kindesmissbrauch sowie der Verkauf illegaler Produkte stehen auf dem Index. Zudem wird das Teilen von Links zu unfreiwillig veröffentlichten Privat-Informationen unterbunden.

Die neuen Regeln schließen auch Spam- und Phishing-Links ein, die Nutzer*innen gezielt täuschen wollen. Je nach Schwere des Verstoßes will Twitter die Links entweder mit einem Warnhinweis versehen oder ganz verhindern, dass sie geteilt werden können.
help.twitter.com, t3n.de

Twitter geht weiter auf Konfrontationskurs mit Donald Trump.


Vogel-frei: Die Liebe zwischen Donald Trump und Twitter scheint endgültig zerbrochen. Der Kurznachrichtendienst löscht am Dienstag mehrere Tweets des US-Präsidenten mit Videos, in denen eine vermeintliche Ärztin für den Einsatz von Hydroxychloroquin gegen Corona wirbt und das Tragen von Masken als wirkungslos bezeichnet. Twitter erklärt dazu, die Tweets verstießen gegen die Richtlinien des Kurznachrichtendienstes "zu Falschinformationen zu Covid-19". Noch härter geht Twitter gegen den ältesten Sohn des US-Präsidenten vor, Donald Trump Jr. Weil er die entsprechenden Videos nicht nur geteilt, sondern auf seinen Account hochgeladen hat, schränkt Twitter die Funktionen des Accounts für zwölf Stunden ein. In der Zeit kann Trump Jr. nichts posten oder teilen. Als eine CNN-Reporterin Präsident Trump bei dessen Pressebriefing zu den Tweets befragt, beendet Trump die Pressekonferenz.

Er wettert derweil – natürlich auf Twitter – gegen die Trend-Funktion bei Twitter und schreibt: "Es ist so ekelhaft, Twitters sogenanntes 'Trending' zu sehen, wo so viele Trends über mich laufen, und niemals ein guter. Sie suchen nach allem, was sie finden können, machen es so schlecht wie möglich und blasen es auf." Das sei "wirklich lächerlich, illegal und natürlich sehr unfair!" Ende Mai brach der Streit zwischen Twitter und Trump aus. Damals hatte Twitter, nachdem es lange alle Trump-Tweets unkommentiert ließ, erstmals Tweets des US-Präsidenten mit einem Faktencheck versehen, wenig später kennzeichnete der Dienst einen Tweet als gewaltverherrlichend. Daraufhin kündigte Trump an, Soziale Medien stärker zu regulieren.
businessinsider.com, spiegel.de, bild.de, turi2.de (Background)

Ralph Ruthe lässt Menschen ohne “Weißer-Mann-Privilegien” für ihn twittern.

Twitter matters: Cartoonist Ralph Ruthe will seinen Twitter-Account in unregelmäßigen Abständen jeweils 24 Stunden einer Person zur Verfügung stellen, "die nicht mit meinen Weißer-Mann-Privilegien auf die Welt gekommen" ist. Diese solle seine Reichweite von über 520.000 Follower*innen nutzen, um eine "eventuell ganz andere Bubble" zu erreichen. Am Montag twittert die Autorin Samira El Ouassil.
twitter.com

Basta: US-Präsident Donald Trump bereut manche Tweets.

Papier ist geduldig: US-Präsident Donald Trump bereut "zu oft" abgeschickte Tweets, beteuert er im Interview mit Dave Portnoy, Gründer der Webseite Barstool Sports. Briefe lege er vor dem Abschicken beiseite, um am nächsten Morgen häufig festzustellen: "Oh, ich bin froh, dass ich das nicht abgeschickt habe", sagt Trump - und fordert analoge Brieftauben bei Twitter.
t-online.de, barstoolsports.com

Twitter deaktiviert erneut einen Tweet von Trump.

Twitter deaktiviert den Video-Tweet eines Social-Media-Mitarbeiters des Weißen Hauses, den Trump weiterverbreitet hat und der mit einer Coverversion des Songs In the End von Linkin Park unterlegt war. Die Band selbst hat Beschwerde bei Twitter eingereicht. Laut Spiegel.de ist es mindestens der fünfte Urheberrechtsverstoß von Trump oder seinem Team innerhalb weniger Wochen.
spiegel.de

Trump schaltet Anti-TikTok-Anzeigen auf Facebook und Instagram.

USA: Trump schaltet auf Instagram und Facebook Anzeigen, in denen er die chinesische App beschuldigt, Nutzer*innen "auszuspionieren" und aufruft, eine Petition zum Verbot zu unterzeichnen. Er erwägt, die App in den USA zu verbieten und hat auch Anzeigen gegen Twitter und Snapchat geschaltet. Dort heißt es, die Plattformen versuchten, "den Präsidenten zum Schweigen zu bringen".
businessinsider.com

Twitter-Accounts von Prominenten wie Elon Musk und Bill Gates wurden gehackt.

Vertwittert: Die Twitter-Accounts von Prominenten wie Tesla-Chef Elon Musk, Microsoft-Gründer Bill Gates, Amazon-Chef Jeff Bezos und Ex-US-Präsident Barack Obama sind am Mittwochabend gehackt worden. Fake-Tweets rufen die Follower*innen auf, Bitcoins zu versenden: Die Hacker-Gruppe verspricht in den vermeintlichen Promi-Botschaften, eingeschickte Bitcoins doppelt zurückzuzahlen. Twitter spricht von einem "Sicherheitsvorfall".

Viele der gehackten Accounts wurden zeitweise gesperrt, die gefälschten Tweets gelöscht. Wer hinter dem Hacker-Angriff steht, ist noch unklar. Twitter geht von einem gezielten Social-Engineering-Angriff aus. Dabei hätten die Hacker Mitarbeiter*innen mit Zugriff auf interne Systeme und Tools ins Visier genommen.
faz.net, sueddeutsche.de, mashable.com (Statement Twitter), twitter.com (Fake-Tweet)

Zitat: Twitter regiert die “New York Times”, findet Ex-Redakteurin Bari Weiss.

"Twitter steht nicht im Impressum der 'New York Times'. Aber Twitter ist ihr ultimativer Redakteur geworden."

Bari Weiss, bisher "zentristische" und konservative Stimme im Meinungsressort der "New York Times", begründet in einem offenen Brief, warum sie das Blatt nach rund drei Jahren verlässt. Sie wirft der Zeitung u.a. Selbstzensur vor, um etwa Trump-feindliche Zielgruppen zufriedenzustellen.
sueddeutsche.de, bariweiss.com (Brief)

Hör-Tipp: Marcus Bornheim spricht über die Pläne der “Tagesschau”.

Hör-Tipp: Im "RBB Medienmagazin" spricht Chefredakteur Marcus Bornheim mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs über die Zukunft der "Tagesschau". Künftig will das Team sein Engagement auf Facebook und Twitter zurückfahren. Die Aktivitäten beim lange vernachlässigten YouTube will er dagegen ausbauen. Bornheim rechtfertigt das Engagement auf der chinesischen Plattform TikTok und prognostiziert, dass 2020 durch Corona zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des ARD-Nachrichten-Flaggschiffs wird.
wwwagner.tv (31-Min-Audio)

Twitter, Facebook und Google geben vorerst keine Daten an die Justiz in Hongkong weiter.


Chinesisches Mauern: Facebook, Google und Twitter wollen bis auf weiteres nicht mehr auf Anfragen von Justizbehörden in Hongkong reagieren, wie beide Unternehmen mitteilen. Im Fall von Facebook betrifft das auch die zum Konzern gehörigen Angebote WhatsApp und Instagram. Hintergrund ist das Anfang Juli in Kraft getretene, sogenannte „Sicherheitsgesetz“, das massive Einschnitte in die Autonomie Hongkongs mit sich bringt und der chinesischen Regierung weitreichende Kompetenzen zugesteht, gegen Kritiker vorzugehen.

Ob Facebook und Twitter dauerhaft auf eine Zusammenarbeit mit den Behörden verzichten, ist nicht gesagt. Facebook kündigt an, es wolle zunächst die Auswirkungen des neuen Gesetzes prüfen und sich mit Menschenrechtsexperten beraten. Ähnlich äußert sich auch Twitter.
mashable.com, theverge.comspiegel.de

Basta: Kalter Hass.

Frieren und fluchen: Twitter-User*innen senden mehr wütende Tweets, wenn es draußen kalt ist, ermittelt eine australische Studie. Die Forscher*innen analysieren fast 75 Mio englischsprachige Tweets von 2015 bis 2017 und kommen zu dem Schluss: Bei kaltem Wetter herrscht kalter Hass. Die ausgewerteten Temperaturen könnten zumindest miese Twitter-Stimmung in Deutschland erklären: Besonders wütende Posts entstehen bei 15 Grad - Deutschlands Durchschnittstemperatur liegt meist um die 11.
deutschlandfunknova.de

Basta: Neue Medienspezies entdeckt – die Alarmglucken.

Im Social-Media-Zeitalter entwickeln sich neue Spezies schneller denn je: Erst am Freitag missrieten dem turi2-Redakteur Andreas Grieß die Alarmglocken, die Ernst & Young bei Wirecard zu läuten versäumte, per Vertipper zu Alarmglucken. Ein Exemplar davon konnte Frank Behrendt, der Guru der Gelassenheit und Meister des beiläufigen Twitterns, auf verwinkelten Wegen dingfest machen und fotografieren (Foto links). Darwinismus auf Speed quasi.
twitter.com, turi2.de (erste Sichtung)

Zitat: Twitter verändert die Diskussionskultur, findet Sandra Maischberger.

"Die Wellen der Entrüstung, bei denen es zu Twitter schnell kommen kann, führen dazu, dass manch ein Gast vorsichtiger geworden ist, wenn er sich öffentlich äußert."

ARD-Talkmasterin Sandra Maischberger beklagt bei Quotenmeter, dass Talkgäste immer häufiger schon vor der Sendung pauschal kritisiert werden.
quotenmeter.de, turi2.de (Background)

Basta: Bremens Wirtschafts-Senatorin jubelt im Stadion – trotz Bundesliga-Veto.

Ausgewechselt: Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt veröffentlicht bei Twitter ein Foto aus dem Weser-Stadion, wo sich Werder Bremen in die Relegation rettet. Dabei hatte sich der Bremer Senat in der Debatte um den Bundesliga-Neustart zuvor gegen den Wiederanpfiff ausgesprochen - wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen Bällen werfen.
bild.de, twitter.com

Twitter führt Audio-Tweets bis 140 Sekunden Länge ein.


Aufgehorcht: Twitter will vom Audio-Boom profitieren und testet Voice-Tweets. Eine zunächst begrenzte Zahl an iOS-Nutzer*innen kann ihren Tweets eine Audio-Aufnahme von bis zu 140 Sekunden hinzufügen. Längere Botschaften teilt Twitter auf mehrere Tweets in einem Thread auf. Für Podcasts eignet sich die Funktion der Länge wegen kaum, höchstens für kurze O-Töne. Twitter sieht die Voice-Tweets daher eher als Möglichkeit, den eigenen Tweets einen "menschlicheren Touch" hinzuzufügen und sie um sprachliche Nuancen zu ergänzen, in nur geschrieben Texten verloren gehen.

In den kommenden Wochen soll die Funktion allen iOS-Nutzer*innen zur Verfügung stehen. Ob und wann eine Android-Version kommt, ist unklar. Schon Ende 2016 hat auch Konkurrent Facebook mit Audio experimentiert und analog zu Live-Videos die Möglichkeit der Audio-Live-Übertragung eingeführt. Genutzt wir sie jedoch kaum.
theverge.com, mashable.com, t3n.de, blog.twitter.com

Twitter schaltet chinesisches Fake-News-Netzwerk ab.

Twitter hat nach eigenen Angaben 170.000 Accounts stillgelegt, die Propaganda im Interesse der chinesischen Regierung verbreitet haben. Mehr als 20.000 Konten haben demnach Fake News zu Corona und den Protesten in Hongkong und Corona gepostet, 150.000 andere gelikt und retweetet. Eine geringere Anzahl an Konten hat türkische und russische Propaganda verbreitet.
spiegel.de

Twitter fragt Nutzer*innnen, ob sie einen Artikel lesen, bevor sie ihn teilen.

Mahnender Blick über die Lesebrille: Twitter testet eine Funktion, die Nutzer*innen davon abhalten soll, blindlings Schlagzeilen zu verbreiten und Artikel zu teilen, die sie nicht gelesen haben. Twitter mahnt dafür "Schlagzeilen erzählen nicht die ganze Geschichte" und fragt "Vor dem Retweet lesen?", wenn Nutzer*innen Artikel vorm Retweeten nicht auf Twitter geöffnet haben.
buzzfeednews.com, mashable.com

EU will monatliche Berichte von Facebook und Co zu Corona-Fake-News.

EU-Kommission fordert von Facebook, Google, Twitter und weiteren Plattformen, die den freiwilligen Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Fake News unterzeichnet haben, monatliche Berichte. Darin sollen sie darlegen, wie sie die Achtsamkeit der Nutzer*innen gegenüber Falschinformationen verbessern und Corona-Desinformation einschränken. Die Kommission drängt die Plattformen, die Zusammenarbeit mit Faktenprüfer*innen auszubauen.
cnet.com

EU-Kommission: Soziale Medien sollen Auskunft über Corona-Falschinformationen geben.

EU-Kommission fordert Soziale Medien auf, einen monatlichen Bericht über kursierende Falsch-Meldungen zur Corona-Krise abzugeben. Facebook, Twitter und Co. sollen detailliert darlegen, wie viele irreführende Posts und falsche Nutzerkonten sie identifiziert haben und wie groß deren Reichweite war. Die Kommission erhofft sich so u.a. ein besseres Bild über die versuchte Einflussnahme anderer Staaten: China und Russland etwa hätten die Corona-Krise für Kampagnen genutzt, die "die demokratische Debatte untergraben".
handelsblatt.com

Facebook ändert Umgang mit Gewaltandrohungen und kennzeichnet Medien wie Russia Today.

Facebook-LogoFacebook: Mark Zuckerberg ändert nach heftiger Kritik den Kurs beim Umgang mit staatlichen Gewaltandrohungen und Inhalten, die Wahlen beeinflussen könnten. Wie Twitter will Facebook sie nun auch kennzeichnen sowie Alternativen zum bisherigen Vorgehen finden, Posts entweder komplett zu löschen oder stehenzulassen. Außerdem will das Netzwerk Posts von Medien wie Russia Today, die unter Einfluss ihrer jeweiligen Regierung stehen, kennzeichnen und Anzeigen dieser Medien in den USA blockieren.
theverge.com, sueddeutsche.de, adweek.com (staatlich kontrollierte Medien), turi2.de (Background)

Elon Musk fordert die Zerschlagung von Amazon.

Amazon soll zerschlagen werden, fordert Elon Musk bei Twitter. "Monopole sind falsch", schreibt er unter einen Tweet des Ex-"New York Times"-Reporters Alex Berenson. Dieser gilt als Kritiker der Covid-19-Maßnahmen und veröffentlichte ein umstrittenes Buch über "verheimlichte Wahrheiten". Amazon listet dieses nicht, was Musk scharf kritisiert.
handelsblatt.com, twitter.com

Basta: Elon Musk schießt Twitter zum Mond – er pausiert beim Kurznachrichtendienst.

Ich bin dann mal weg: Tesla-Chef Elon Musk kündigt bei Twitter eine Pause vom Kurznachrichtendienst an. Nach seinem SpaceX-Erfolg scheint Musk auch Twitter zum Mond schießen zu wollen. Es ist nicht das erste Mal, dass Musk das Twittern pausiert: Wie bei seiner Astronauten-Crew, scheint es damit nur eine Frage der Zeit, bis der Mann vom Mond Mars zu seinen über 35 Mio Follower*innen auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt.
t3n.de, twitter.com

Rassimus in den USA: Weiße Gästeauswahl sorgt bei Sandra Maischberger für Shitstorm.

ARD erntet für die Gäste-Auswahl des "Sandra Maischberger"-Talks einen Shitstorm: Unter den für Mittwochabend angekündigten Gästen befindet sich mit Anja Kohl, Dirk Steffens, Heiko Maas, Jan Fleischhauer und Helga Rübsamen-Schaeff niemand mit dunkler Hautfarbe, um über die rassistische Polizeigewalt in den USA zu sprechen - die ebenfalls Thema der Sendung sein wird. "Lasst uns doch alle erst mal die Sendung anschauen und anschließend gerne weiterdiskutieren. Machen wir das so?", versucht Sandra Maischberger die Kritiker*innen zu besänftigen.
twitter.com (Kritik), twitter.com (Maischberger)

Trump verschlimmert die Lage in den USA mit einer bizarren Medienshow.

Eskalation: US-Präsident Donald Trump verschärft die Spannungen in den USA mit einer bizarren Medienshow vor dem Weißen Haus. Nachdem Trump am Freitag eine zeitweise in einen Bunker geflüchtet war, hat der 45. Präsident der USA am Montagabend eine weitgehend friedliche Demonstration vor dem Weißen Haus mit Schlagstöcken, Tränengas und Blendgranaten zerstreuen lassen, um sich im Fernsehen und auf Twitter mit einer (falsch herum gehaltenen) Bibel vor der St. John's Church als Mann von "Law and Order" zu präsentieren. Zuvor attackierte die Polizei auch einen Kameramann des australischen TV-Senders 7News.

Auf einer Pressekonferenz im Rosengarten hat Trump damit gedroht nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis "Randale, Plünderungen, Vandalismus, Angriffe und die mutwillige Zerstörung von Besitz" mit dem Einsatz von "tausenden schwer bewaffneten" Soldaten und Polizisten in der Hauptstadt Washington zu stoppen.
sueddeutsche.de, twitter.com (6-Minuten-Rede Trumps)
twitter.com (CNN-Bericht), twitter.com (7News)