Basta: Verein Deutsche Sprache stolpert über eingebildetes Sprachungetüm.

Gender-Gemecker: Der Verein Deutsche Sprache poltert bei Twitter gegen das ZDF, weil es in einer Pressemitteilung das Wort "Drehende" nutzt – für den VDS eindeutig eine neue Gender-Absurdität. Das ZDF reagiert mit dem Vorschlag, den Text einfach mal richtig zu lesen. "Drehende" ist nämlich einfach nur ein Synonym für "Drehschluss".
twitter.com via rnd.de

Sarah-Lee Heinrich will sich nach Shitstorm nicht länger zurückziehen.

Im Schussfeld: Die Grüne-Jugend-Sprecherin Sarah-Lee Heinrich will sich nach den Anfeindungen wegen Tweets aus ihrer Jugend nicht länger aus der Öffentlichkeit zurückziehen. "Dann hätte der Shitstorm ja sein Ziel erreicht", sagt sie in der "Zeit". Wegen der "Vielzahl von Mord­drohungen" sei sie mit Sicherheits­behörden im Gespräch. Kritik an ihren früheren Aussagen hält sie weiterhin für "berechtigt".
zeit.de, turi2.de (Background)

Bundeswahlleiter verzichtet auf Verfahren gegen Hubert Aiwanger wegen Tweet am Wahlabend.

Ausgedachte Zahlen? Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger muss kein Bußgeld wegen eines umstrittenen Zahlen-Tweets am Tag der Bundestagswahl zahlen. Er hatte gegen 15 Uhr unerlaubt Partei-Zahlen getwittert und auf die Forschungsgruppe Wahlen verwiesen. Laut Bundeswahlleiter handelt es sich dabei aber "nicht um Zahlen einer Nachwahlbefragung". Aiwanger hatte den Tweet nach wenigen Minuten gelöscht.
spiegel.de, sueddeutsche.de

Meinung: Der Shitstorm um Sarah-Lee Heinrich verkennt das eigentliche Problem.

Schulhof-Hetze: Der Shitstorm rund um die Teenager-Tweets von Sarah-Lee Heinrich (Foto) lenkt vom eigentlichen Problem ab, schreibt "Spiegel"-Redakteurin Janne Knödler: Die Gesellschaft empfinde "Antisemitismus, Homophobie, Rassismus" unter 14-Jährigen "scheinbar als normal". Dabei müsse solchen Aussagen nicht nur bei Twitter, sondern auch "auf dem Schulhof" widersprochen werden.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Bundessprecherin der Grünen Jugend entschuldigt sich für Tweet aus ihrer Jugend.


Twitter-Sorry: Die neugewählte Grüne-Jugend-Sprecherin Sarah-Lee Heinrich entschuldigt sich für mehrere Tweets aus ihrer Jugend, "die zum Teil vulgär oder beleidigend sind". Unter anderem wurde von ihrem Account aus 2015 das Wort "Heil" kommentiert. Die 20-Jährige könne sich zwar nicht daran erinnern, aber das mache "es nicht besser". In anderen Posts nutzte sie zum Beispiel das Wort "Tunte" oder sprach davon, "alle weißen Menschen aus Afrika raus" zu kehren. Laut eigener Aussage war sie "13/14 Jahre alt", als sie diese Tweets verfasste. Auf Twitter wird Heinrich jetzt unter anderem als "Rassistin" bezeichnet.

Heinrich ist ihre frühere Wortwahl "peinlich und unangenehm", sie sagt aber auch: "Ich werde mich jetzt nicht zu allem erklären, was ich mal so mit 14 gedacht und gesagt habe". Ihre Story sei ein abschreckender Aufruf an andere Jugendliche, verantwortungsvoll im Internet unterwegs zu sein. Rückenwind bekommt sie unter anderem von SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt schrieb an Heinrich gerichtet: "Wir machen alle Fehler".
twitter.com, spiegel.de, welt.de, berliner-zeitung.de, tagesspiegel.de

Klick-Tipp: Das frühere Büro von Twitter und Instagram ist zu vermieten.

Klick-Tipp: Das frühere Büro aus den Startup-Zeiten von Twitter und Instagram ist zu vermieten. Die knapp 600 m² große Fläche in San Francisco soll 27.500 Dollar pro Monat kosten. Twitter mietete das Büro 2006, Instagram 2010. Beide Konzerne hatten damals nur eine Handvoll Mitarbeiterinnen. Der Vermieter bewirbt die Immobilie als "Glücksbringer".
businessinsider.com

Zahl des Tages: Facebook und Twitter sind bei US-Teens nicht angesagt.

Zahl des Tages: Mickrige 2 % der US-Teens bezeichnen jeweils Twitter oder Facebook als ihr liebstes soziales Netzwerk, findet eine Umfrage von Piper Sandler heraus. Beliebtheits-König ist Snapchat mit 35 %, gefolgt von TikTok mit 30 %. Instagram folgt mit 22 % zwar auf Platz Drei, ist aber mit 81 % das am breitesten genutzte Angebot.
businessinsider.com

Debatte: Ist Twitter als Wahlkampf-Arena überschätzt?

Twitter-Blase: In der "Welt am Sonntag" debattieren Ulf Poschardt und Welt-Autorin Franziska Zimmerer über die Bedeutung von Twitter im Wahlkampf. Zimmerer hält Twitters Rolle als Wahlkampf-Arena für überschätzt. "Twitter ist kein Ort für Wahlkampf. Denn den Wahl­kämpfern dort hört keiner zu", ist sie überzeugt. Die Plattform sei ein Biotop für "Politiker, Aktivisten, Journalisten und andere Masochisten". Poschardt verteidigt Twitter hingegen als einen Ort, an dem Medien­schaffende u.a. "Instant-Feldforschung gesellschaftlicher Schwingungen" betreiben könnten. Der Kurznachrichtendienst biete zudem – insofern man sich nicht zu ernst nehme – die "Chance auf Humor".
edition.welt.de (Paid)

Trump will seinen Twitter-Account zurück.

Twitter-Comeback? Der ehemalige US-Präsident Donald Trump will vor einem Bundesbezirksgericht in Florida erreichen, dass sein Twitter-Account reaktiviert wird, berichtet "Business Insider". Die Trump-Anwälte begründen den Antrag u.a. damit, dass Twitter von Mitgliedern des Kongresses zur Sperrung des Kontos "gezwungen" worden sei. Zudem verweisen sie auf Twitters Umgang mit Taliban-Accounts.
businessinsider.com, spiegel.de

Meinung: Der Wahlkampf bringt die Widerwärtigkeiten von Social Media ans Tageslicht.

Bock auf Empörung: Im Wahl­kampf verging kein Tag, ohne dass kleine Details in den sozialen Medien "genüsslich ausgeschlachtet, in Memes verpackt und inszeniert" wurden, schreibt Tobias Weidemann bei t3n. Inhaltliches rückt durch die "Aufregungs­maschinerie" bei Twitter und Co in den Hintergrund. Politikerinnen sind permanent "Ehrverletzungen und Anfeindungen" ausgesetzt.
t3n.de

Twitter experimentiert mit Filter-Feature.

Twitter arbeitet an Features, um den Umgangston auf der Plattform zu verbessern. Die "Filter and Limit" getaufte Funktion soll automatisch erkennen, wenn Nutzerinnen verletzende und beleidigende Antworten erhalten. Diese Nutzer­innen könnten dann eine Filterfunktion aktivieren, die beleidigende Replies automatisch verbirgt. Accounts, die bereits in der Vergangenheit mit beleidigenden Tweets aufgefallen sind, wären bei eingeschalteter "Filter and Limit"-Funktion generell vom Antworten ausgeschlossen.
theverge.com

Der “Spiegel” analysiert die Rolle von Twitter für Politik und Gesellschaft.


Giftiges Gezwitscher: Die "Spiegel"-Redakteure Markus Feldenkirchen und Veit Medick legen eine ausführliche Analyse über die immer toxischere Stimmung bei Twitter vor. Die Autoren beschreiben etwa mehrere Fälle, in denen sich CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet vermeintlich blamiert hat – beim Besuch von Elon Musk in Grünheide und im Gespräch mit einem Flutopfer. Beides entlarven sie im Prinzip als Fake News. Sie beschreiben die Lagerbildung in eine linke und eine rechte Blase: "Das linke Twitter will Deutschlands gutes Gewissen sein, das rechte Twitter hat teilweise gar kein Gewissen."

Am Beispiel von Friedrich Merz beschreiben Feldenkirchen und Medick, wie Twitter Politik macht: So gehen Merz und sein Sprecher Armin Peter bewusst in den Twitter-Nahkampf, etwa zur Genderdebatte. Mit einem sarkastischen Tweet – "Grüne und Grüninnen? Frauofrau statt Mannomann?" – habe Merz ein Thema in den Medien und in der Union gesetzt. Dass das auch im Positiven funktioniert, erklärt Sascha Lobo: Seiner Meinung nach sind weder "Ehe für alle" noch #MeToo oder #BlackLivesMatter ohne Twitter denkbar.

Dass es auf Twitter ungemütlicher wird, sagen und zeigen viele: Robert Habeck hat sich von der Plattform verabschiedet, auch weil er darin eine Gefahr für die Politik sieht. "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt beschreibt Twitter als "Turbo für Debatten". "Nie zuvor hat Twitter in Deutschland eine derart große Rolle gespielt wie bei diesen Wahlen", urteilen Feldenkirchen und Medick.
"Spiegel" 39/2021, S. 12-18 (Paid)

Twitter ermöglicht nun auch Bitcoin-Zahlungen an Creatorinnen.

Twitter rollt seine Trinkgeld-Funktion weltweit aus und integriert darin die Kryptowährung Bitcoin als Zahlungsmittel – vorerst nur für iPhone-Nutzende. Seit Mai hatte der Dienst die Bezahlfunktion zunächst mit einer "kleinen Gruppe" von Userinnen getestet. Ebenfalls neu sind ein verbesserter Filter für unerwünschte Begriffe sowie eine Funktion, die automatisch Accounts sperrt, die bereits blockierten Konten ähneln. Zudem soll man Profilen künftig unauffälliger entfolgen können.
reuters.com, finanzen.net, turi2.de (Background)

Polizei prüft Twitter-Profil des Tatverdächtigen im Fall Idar-Oberstein.

Spuren im Netz: Im Fall des erschossenen Tankstellen-Mitarbeiters in Idar-Oberstein nimmt sich die Polizei die Social-Media-Präsenz des mutmaßlichen Täters vor. Es seien viele Hinweise auf das Twitter-Profil des Mannes eingegangen. Die Beamtinnen reagieren damit auch auf gemeinsame Recherchen des "Spiegels" und des Thinktanks CeMAS, die auf dem Twitter-Profil des Tatverdächtigen u.a. Gewaltfantasien entdeckt hatten.
faz.netspiegel.de (Background), twitter.com (CeMAS)

Analyse: Armin Laschet kassiert binnen eines Monats die meisten Hass-Tweets.

Hass im Netz: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet kassiert binnen eines Monats die meisten Hassposts auf Twitter, analysiert Hateaid. Ihn attackieren mehr als 27.000 Kommentare mit "potentiell beleidigender und verletzender Sprache". Bei SPD-Kandidat Olaf Scholz sind es 6.690, bei Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock 5.524 Hassposts. Zumindest ein Teil der Tweets soll laut Hateaid aus der sogenannten "rechten Blase" kommen, also von Konten, die rechte oder extrem rechte Inhalte verbreiten.
spiegel.de

Twitter zahlt wegen irreführender Nutzerzahlen 809 Mio Dollar an Investoren.

Twitter einigt sich nach jahrelangem Streit mit seinen Investoren auf einen Vergleich in Höhe von 809,5 Mio Dollar. Die Investoren hatten seit 2016 geklagt, weil Twitter irreführende Angaben zur Zahl seiner Nutzerinnen und Nutzer gemacht hatte. Die Justiz muss dem Vergleich noch zustimmen, das Geld soll noch in diesem Jahr fließen.
theverge.com, wsj.com (Paid), manager-magazin.de

Debatte: Menschen mit Berufsbezeichnung in der Twitter-Bio äußern sich nicht nur privat.

Rollenverteilung: "Ich glaube alle, die ihre Berufsbezeichnung in ihrer Twitter-Biografie haben, müssen sich bewusst sein, dass sie sich dann nicht nur als Privatperson äußern", sagt ZDF-Fernsehrat-Mitglied Leonhard Dobusch zur Causa Marion Brasch. Die hatte ihren Wahlaufruf zwar als Autorin und nicht als RBB-Moderatorin unterschrieben – der Sender strafte sie dennoch dafür ab. Journalistinnen würden in Social Media vor allem in ihrer professioneller Rolle wahrgenommen.
deutschlandfunkkultur.de, turi2.de (Background)

RND: Twitter sperrt Anonymous-Account dauerhaft.

Twitter sperrt den Account des deutschen Anonymous-Kollektivs dauerhaft, sagt ein Sprecher des Kurznachrichten-Dienstes dem RND. Das Konto verstoße gegen die Twitter-Richtlinie "zur Verbreitung von gehacktem Material, die Richtlinie zu privaten Informationen und gegen die Richtlinie zu Plattformmanipulation und Spam". Anonymous hatte zuvor Websites und den Telegram-Kanal des Rechtsextremen Attila Hildmann gekapert.
rnd.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Tweets gegen Finanz-Staatssekretär Schmidt.

Geld­wäsche-Vorwürfe: Nach einem Tweet ermittelt die Staats­anwaltschaft Osnabrück gegen Finanz-Staats­sekretär Wolfgang Schmidt (Foto), berichtet der "Tagesspiegel". Schmidt veröffentlichte vergangene Woche nach den Durchsuchungen im Zusammenhang mit Geldwäsche-Vorfwürfen im Bundes­finanz­ministerium einen Auszug des Durchsuchungs­beschlusses bei Twitter. Damit sei der Anfangs­verdacht von "verbotenen Mitteilungen über Gerichts­verhandlungen" gegeben, so die Staatsanwaltschaft. Der Mitarbeiter von Olaf Scholz kritisiert in dem Tweet die Diskrepanz zwischen dem Gerichts­beschluss und einer Presse­erklärung.
tagesspiegel.de, spiegel.de

Zitat: Ernst Ulrich von Weizsäcker sieht Problem der “Jetzt-Besoffenheit” beim Klimaschutz.


"Was auf Twitter zwei Minuten alt ist, das ist Mittelalter, das gibt es schon fast nicht mehr. Es muss immer jetzt sein, das ist die Kultur. Und da ist natürlich eine Sache wie Klima mit Zeiträumen von 30, 50 und mehr Jahren völlig uninteressant."

Umweltforscher und SPD-Mann Ernst Ulrich von Weizsäcker kritisiert das "Volks-Phänomen" der "Jetzt-Besoffenheit" im Interview mit dem Magazin "Futurzwei" der "taz". Dass nach der Flutkatastrophe im Juli die Forderungen nach Katastrophenschutz lauter waren als nach Klimapolitik, nehme er nicht der Politik übel, sondern der Bevölkerung.
taz.de (Paid, Vorab-Meldung)

Twitter testet Communities für Interessensgruppen.

Twitter testet mit der neuen Funktion Communities eine Mischung aus Facebook-Gruppen und Reddit-Foren. Nutzerinnen können sich in den Gruppen mit anderen zu gemeinsamen Interessen austauschen und z.B. gezielt Fragen an eine bestimmte Community stellen. Die Diskussion ist öffentlich einsehbar, jedoch können nur Mitglieder antworten. Die Teilnahme ist zunächst nur mit Einladung möglich.
theverge.com , techcrunch.com, blog.twitter.com

Debatte: Partei-Influencerinnnen machen Politik mit Memes und Katzenbildern.

Hashtag Wahlkampf: Der Spiegel stellt junge Frauen vor, die als Influencerinnen Politik und Privates auf Social Media vermischen. Wie die 18-jährige Noreen Thiel (Foto), die für die FDP in den Bundestag will und bei Instagram genauso selbstverständlich ein Selfie mit Generalsekretär Volker Wissing postet, wie Bilder mit Katze und Freund. Ein Politik­wissenschaftler prognostiziert der Strategie nur eine begrenzte Haltbarkeit: "Viel über sein Privatleben preiszugeben, bedeutet auch eine enorme Verletzlichkeit."
spiegel.de (Paid)

Beifall für Baerbocks “Bild”-Boykott – nicht nur aus der eigenen Bubble.

Sie hatte Besseres zu tun: Annalena Baerbock bekommt bei Twitter für ihr nicht gegebenes "Bild am Sonntag"-Interview Beifall aus der eigenen Twitter-Blase - aber nicht nur. CDU-Influencer Axel Wallrabenstein twittert: "Ich wähle Baerbock nicht, aber das gefällt mir." Mit im Team "Anti-BILD", die Baerbocks Block gegen "Bild" bejubeln, sind die üblichen Verdächtigen wie Thomas Knüwer, der die grenzwertige Begründung "Gegnern der Demokratie gibt man kein Interview" twittert. Micky Beisenherz bedauert die Verengung aufs "eigene Kernklientel". "Bild"-Vize Paul Ronzheimer vermutet, Baerbock wisse, dass "sie nicht mehr gewinnen kann", sondern nur noch "irgendwie durchkommen muss" und wolle daher "ihre Grünen-Basis nicht verärgern".
twitter.com (Wallrabenstein), twitter.com (Knüwer), twitter.com (Beisenherz), twitter.com (Ronzheimer), turi2.de (Background)

Zitat: Jens Spahn warnt, Twitter nicht für die reale Welt zu halten.

"Wer glaubt, dass Twitter etwas mit der realen Welt zu tun hat, der ist schief gewickelt. Ich kann allen Wahlkämpfern und Spitzenkandidaten nur empfehlen, auf die Menschen im Land und nicht die Twitterblase zu achten – oder Twitter einfach wegzulassen."

Gesundheitsminister Jens Spahn sagt im "Spiegel"-Interview, dass er "innerlich viel ruhiger und fokussierter" ist, seitdem er die Twitter-App von seinem privaten Smartphone gelöscht hat.
spiegel.de (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview

Über fehlende Dialog-Bereitschaft:

"Wenn irgendwo demonstriert wird, bemühe ich mich immer, mit den Leuten zu sprechen. Woher kommt ihre Wut? Welche Lösungen haben sie im Kopf? Das habe ich auch bei den Querdenkern anfangs versucht, da kamen aber nur Gebrüll und Hau-ab-Rufe zurück. Ich nehme das nicht persönlich. Aber ich habe erlebt, wie dünn der Firnis der Zivilisation sein kann. Und das macht mir echte Sorgen."

Über homophobe Angriffe:

"Schauen Sie sich mal an, was bei Twitter oder in Onlinekommentaren los ist. Da ist oft ein schwulenfeindlicher Ton dabei. Es gibt nun einmal Leute, die Schwule wie mich nicht nur nicht leiden können, sondern das Anderssein geradezu hassen."

Über Versagen bei der Beschaffung von Luftfiltern für Schulen:

"Wenn ich so Impfstoff besorgt hätte, wie das jetzt bei den Lüftungsgeräten gelaufen ist, dann hätten wir bis jetzt noch keinen."

Twitter startet Abo-Funktion “Super Follows” – zunächst nur in USA und Kanada.

Follow me: Twitter startet sein kostenpflichtiges Abo-Modell "Super Follows", über das Menschen Promi-Tweets für bis zu 10 Dollar pro Monat verfolgen können. Wer nicht zahlt, kann die ausgewählten Inhalte nicht sehen. Das Aktivieren der Funktion ist zunächst einflussreichen Nutzerinnen in den USA und Kanada vorbehalten, Twitter will sie in den nächsten Wochen aber auch in anderen Ländern ausrollen.
zeit.de, techcrunch.com, turi2.de (Background)

Twitter testet personalisierten Sicherheitsmodus.

Mein Block: Twitter testet einen neuen personalisierten Sicherheits­modus, der für Nutzerinnen automatisch Accounts für 7 Tage blockiert, die durch unerwünschte Sprache oder Kontakt­aufnahmen auffallen. Dafür zieht Twitter nicht nur Inhalte zu Rate, sondern auch die Beziehung zwischen beiden Parteien. Gefolgte Accounts oder regelmäßige Interaktions­partnerinnen werden entsprechend nicht geblockt
twitter.com t3n.de

Taliban bringen westliche Techkonzerne in die Bredouille.

Harām Media: Die Taliban leben in Sachen Kommunikation nicht mehr hinterm Halbmond. Sie nutzen westliche Plattformen wie WhatsApp, Telegram oder Twitter und bringen Techkonzerne damit in die Bredouille. Während umstrittene Politiker wie Donald Trump auf Twitter gesperrt sind, haben Taliban-Sprecher hunderttausende Follower. Facebook sperrt die Taliban zwar aus, doch über WhatsApp können die Gotteskrieger ungehindert kommunizieren. Experten halten Sperrungen der Kommunikationswege aber für wenig zielführend.
faz.net

Debatte: Bernd Stegemann und Nils Markwardt blicken differenziert auf Twitter.

Orchestrierter Beef: Twitter ist auf "maximales Miss­verstehen" ausgelegt, "nur daraus bezieht es die Energie für weitere Kommunikation", konstatiert Autor Bernd Stegemann im "Freitag". Er spricht von einer "Inflationierung von Empörungs­impulsen". Sein Gesprächs­partner Nils Markwardt stellt hingegen in Frage, ob es besser wäre, "wenn die Empörung von Springer und anderen Verlagen kanalisiert wird".
freitag.de

Facebook löscht Inhalte der Taliban von seinen Plattformen.


Terrorverbot: Facebook löscht Posts und Profile der Taliban, auch auf seinen Plattformen WhatsApp und Instagram. Das Unternehmen verweist dabei auf US-Recht, welches die Taliban als Terrororganisation sanktioniere. Das Verbot gelte schon seit vielen Jahren. Dennoch nutzte die Taliban WhatsApp bei der Einnahme von Kabul, wie die "Washington Post" berichtet. Das Unternehmen analysiert nach eigenen Angaben Nutzerprofile, aber keine Chats.

Twitter verbietet zwar offiziell Hassbotschaften und gewalttätige Organisationen, Taliban-Sprecher verbreiten dort aber dennoch ihre Propaganda. Google-Mutter Alphabet teilte lediglich mit, man werde aktiv, wenn die USA eine Gruppe als Terrororganisation einstufe.
futurezone.at, bbc.com, washingtonpost.com

WDR gibt Fehler zu bei Laschet-Tweet.

Klarstellung: Der WDR korrigiert einen missverständlichen Tweet über Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet, er wolle keine Flüchtlinge aus Afghanistan in Deutschland aufnehmen. "Dass unser Tweet die Interpretation erlaubt, Laschet wolle gar keine Flüchtlinge aufnehmen, ist unser Fehler", schreibt der Sender. Die Formulierung sei missverständlich gewesen, man habe eine dpa-Meldung verkürzt dargestellt. Darin spricht sich Laschet für Hilfe vor Ort aus und sagt, er wolle keine Zusage für die Aufnahme afghanischer Flüchtlinge abgeben: "Ich glaube, dass wir jetzt nicht das Signal aussenden sollten, dass Deutschland alle, die jetzt in Not sind, quasi aufnehmen kann." Der WDR lässt den Ursprungs-Tweet stehen, "damit die Diskussion transparent ist" und verweist auf den O-Ton.

Im Netz scheiden sich die Geister an dem WDR-Tweet. ZDF-Journalistin Nicole Diekmann kritisiert etwa, dass die Richtigstellung weniger oft geteilt worden ist und spricht von einem "Paartanz": Es gebe die einen, die einen Fehler beim Twittern machen "und die anderen, die den Fehler gerne aufnehmen, weil die Schublade sonst klemmt." Stefan Niggemeier findet das "abwegig" und hält dagegen, die Menschen hätten sich lediglich auf den WDR verlassen. "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt unterstellt dem WDR, "wohl von Anfang an" gewusst zu haben, welche Wirkung der Tweet erzielt. Satiriker Jan Böhmermann fordert spaßeshalber – und mit vielen Wut-Smilies – ein gesetzliches Paraphrasierungs-Verbot für Journalistinnen: "Die haben gefälligst alles wortwörtlich so aufzuschreiben und zu vermelden, wie die Politik es aufgeschrieben und vermeldet haben will!"
twitter.com, rnd.de

Twitter nimmt vorerst keine Verifizierungsanträge mehr an.

Twitter nimmt vorläufig keine neuen Verifizierungsanträge an. Man müsse den Prüfprozess überarbeiten. Zuvor hatten fälschlicherweise haufenweise Fake-Accounts die blauen Abzeichen erhalten. Schon 2017 musste der Kurznachrichten-Dienst sein Verifizierungsprogramm aussetzen, weil ein rechtsradikaler Kanal einen blauen Haken bekam.
theverge.com, twitter.com

Debatte: Twitter hat nach wie vor ein Diversitäts-Problem.

Nicht divers genug: Dass Twitter seine "diskriminierende KI" von Externen prüfen lässt, zeugt zwar von einem "hohen Maß an Transparenz" und einer "offenen Fehlerkultur". Dennoch ist das Problem damit noch nicht gelöst, schreibt Adrian Lobe in der "taz". Noch immer sitzen im Silicon Valley überwiegend weiße Männer aus der Oberschicht, die "ihre Werte und Weltanschauung" in Programmcodes einfließen lassen. Frauen und Schwarze blieben in Führungspositionen unterrepräsentiert.
taz.de

Basta: Krypto-Hacker überweist fast die Hälfte seiner Beute zurück.

Geld ist doch nicht alles: Umgerechnet 291 Mio von insgesamt rund 600 Mio gestohlenen Dollar zahlt ein Hacker an die Krypto-Plattform Poly Network zurück. Der Gauner habe nur Schwachstellen in der Software aufdecken wollen, er selbst habe schließlich genug Geld. Dass Poly Network dem Dieb zuvor über Twitter Strafen angedroht hatte und Sicherheits-Expertinnen seiner Identität auf der Spur sind, hat bestimmt nicht zu dieser Erkenntnis geführt.
t-online.de, spiegel.de

Lese-Tipp: Ze.tt spricht mit einem Doxing-Opfer.

Lese-Tipp: Ze.tt-Autorin Celia Parbey spricht mit einem Opfer von Doxing – einer Form digitaler Gewalt, bei der Internet-Trolle persönliche Daten ins Netz stellen. Trans-Frau Sophie hatte bei Twitter zunächst beleidigende Hass-Nachrichten erhalten, später veröffentlichte ein User ihre Anschrift. Danach erhielt sie Drohpost, einige Haterinnen suchten sie sogar persönlich auf. Oftmals sind die Täterinnen dem rechten Spektrum zuzuordnen, sagt Josephine Ballon, Juristin bei HateAid. Anzeigen bei der Polizei verlaufen oft ins nichts: Die Polizei sei in digitaler Gewalt nicht gut genug geschult. Die Strafverfolgung werde dadurch erschwert, dass Dienste wie Twitter ihren Sitz im Ausland haben.
zeit.de

Friedrich Merz verbreitet Falschaussagen über die Grünen.   

Twitter-Troll: CDU-Politiker Friedrich Merz verbreitet bei Twitter und in einem Focus-Online-Beitrag Falschaussagen über ein geplantes grünes Einwanderungsministerium. Demnach wollten die Grünen "möglichst viele Einwanderer unabhängig von ihrer Integrationsfähigkeit nach Deutschland einladen". Zudem würde man der Bevölkerung die Gender-Sprache aufzwingen und das Land mit "neuen Verhaltensregeln, Steuern und Abgaben" überziehen. Konkrete Belege liefert Merz dafür allerdings nicht. Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner weist die Behauptungen beim RND zurück, sie seien "ziemlich an den Haaren herbeigezogen".

In der Tat hatte Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock jüngst die Einrichtung eines eigenen Einwanderungsministerium vorgeschlagen, das die Themen rund um Gleichberechtigung und Teilhabe bündelt. Ein entsprechendes Vorhaben steht auch im Wahlprogramm – allerdings steht darin nichts über eine grenzenlose Einwanderung oder einen Gender-Zwang. Bei Twitter erntet Merz nun entsprechend Kritik: Bruno Hönel, Grünen-Bundestagskandidat aus Lübeck, bezeichnet Merz als "deutschen Trump" und wirft ihm "Fake News, Lügen und Hetze" vor: "Dieser Mann sollte keine Verantwortung in unserem Land übernehmen dürfen." Merz sei nun beim Wahlkampf-Niveau angekommen, "bewusst Lügen über das grüne Wahlprogramm zu verbreiten", kommentiert Kolumnistin Teresa Brücker: "Vielleicht sollte er sich einen Job suchen, der ihn weniger stresst und noch klar und sachlich argumentieren lässt." Die stellvertretende Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang schreibt bei Twitter: "Menschen mit Migrationsgeschichte sind für die Union nur dann Teil dieser Gesellschaft, wenn es gerade passt, sobald es schlecht läuft, werden sie als Feindbild instrumentalisiert." Äußerungen wie die von Merz seien kein Zufall, sondern seien "politische Strategie".
rnd.de, focus.de (Merz-Beitrag), spiegel.de, Foto: Michael Kappeler/dpa

“Welt”: Berliner Polizei kämpft mit Zehntausenden Hasskommentaren.

Polizei-Hass: Seit den Querdenken-Protesten vom vergangenen Wochenende bekommt die Berliner Polizei unzählige Internet-Hasskommentare, meldet die "Welt". Demnach seien allein letzten Sonntag rund 20.000 Kommentare aufgelaufen und von der Behörde abgearbeitet worden. Auch an den darauffolgenden Tagen sei das Aufkommen "ungewöhnlich hoch" geblieben. Eine Behördensprecherin sagt auf "Welt"-Anfrage, der Hass sei plattformunabhängig, "er erreicht uns massiv auf Twitter, aber ebenso auf Facebook und Instagram". Es gebe aber auch Menschen, "die versuchen, Falschinfos zu entlarven und die den Querdenkern nicht gänzlich die Kommentarspalten überlassen". Dafür sei man dankbar, so die Sprecherin weiter.

Unterdessen kritisiert UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer die Härte, mit der die Berliner Polizei gegen Demonstrantinnen vorgegangen sein soll. "Es sind einige Videos verbreitet worden, die besorgniserregend sind", sagte Melzer der dpa. Es gebe Hinweise auf mögliche Menschenrechtsverletzungen. Kommende Woche will Melzer die Bundesregierung um eine Stellungnahme bitten. Nach spätestens 60 Tagen muss die Regierung darauf antworten.
welt.de, faz.net (Background), Foto: dpa/Fabian Sommer

“Bild” echauffiert sich über beschnittenes Grünen-Foto, das nur Frauen zeigt.

Bild-Schnitt: "Bild" echauffiert sich über einen Tweet der Grünen, der mit sonst männlich dominierten Partei-Fotos kokettiert und nur Frauen zeigt. "Bild" prangert an: "Grüne schneiden Einwanderer aus Partei-Foto heraus". Der Berliner Grünen-Kandidat Taylan Kurt, einer der aus dem Originalbild heraus­geschnittenen Männer, wirft "Bild" bei Twitter "Rassismus" vor und stellt klar: "Ich bin KEIN 'Einwanderer'!".
bild.de, twitter.com/KurtTaylanz

Debatte: Der Wahlkampf lässt Laschet auch visuell schlecht wegkommen.

Foto-Fails: Der Kanzlerinnen-Wahlkampf lässt Armin Laschet nicht gut dastehen, schreibt Marco Fechner (Foto) auf Twitter. Anhand von Fotos zeigt Fechner auf, wie Laschets Körpersprache "erstaunliches Versagen visueller Kommunikation" darstelle, "insbesondere im Laschet-Team". Auf den Bildern steckt Laschet u.a. die Hände in die Taschen, während Flutopfer ihn ihr Leid schildern. Damit lasse der Kanzlerkandidat die "Bürger in Not sprichwörtlich im Regen stehen".
twitter.com (Tweets Fechner)

Twitter testet Upvotes und Downvotes von Antworten.

Spreu und Weizen: Twitter testet Upvotes und Downvotes für Tweet-Antworten. Dafür bekommt zunächst eine kleine Gruppe Apple-Nutzerinnen Zugang zu den neuen Tweet-Reaktionen, die sich wiederum unterhalb der Accounts stilistisch voneinander unterscheiden können. Ziel des Experiments sei es, die Antworten auszumachen, die Nutzerinnen relevant finden und ihnen mehr davon zu zeigen.
theverge.com, mashable.com

Armin Laschet entschuldigt sich für Lachen bei Steinmeier-Rede zur Flut-Katastrophe.


Entschuldijung, liebe Trauernde: Armin Laschet irritiert mit einem Auftritt am Rande eines Pressetermins im Flutkatastrophen-Gebiet. Während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu den Medien spricht, albert der CDU-Kanzlerkandidat im Hintergrund herum. Auch als Laschet später spricht, sieht man Steinmeier im Hintergrund lachen. Bei Twitter gibt es einen kleinen Sturm der Entrüstung, u.a. kritisiert Pianist Igor Levit Laschet für "würdeloses Verhalten", SPD-Vize Kevin Kühnert nennt den Auftritt "eine Frage des Charakters".

Laschet entschuldigt sich später per Tweet für den Auftritt. Er bedauere den Eindruck, der "durch eine Gesprächssituation entstanden" sei. Er sagt, er habe nicht gehört, was Steinmeier gesagt hat. Grund für die Heiterkeit im Hintergrund war offenbar ein Journalist, der – unsichtbar für die Kameras – einen ungewöhnlichen Anblick bot, weil er auf dem Boden lag und Notizen machte, schreibt "Bild".
bild.de, twitter.com (Tweet Laschet), twitter.com (Tweet Kühnert), twitter.com (Tweet Levit) spiegel.de

Twitter legt bei Audio-Tweets nach – und fügt Untertitel hinzu.

Besser als nie, aber spät: Twitter verpasst seinen Audio-Tweets mehr als ein Jahr nach deren Einführung Untertitel. Das Feature war bereits kurz nach dem Start für seine mangelnde Barrierefreiheit kritisiert worden. Jetzt erstellt Twitter die Untertitel automatisch in bisher elf Sprachen, schreibt The Verge, darunter Englisch, Spanisch und Japanisch – Deutsch ist noch nicht dabei. Audio-Tweets lassen sich bisher nur per iOS-App erstellen.
theverge.com, twitter.com (11-Sek-Video), turi2.de (Background)

Twitter begräbt die Fleets nach knapp sieben Monaten wieder.

Ausgezwitschert: Twitter macht Schluss mit seinen Fleets. Der Kurznachrichtendienst hatte die Funktion, die den Instagram-Stories ähnelt und Clips nach 24 Stunden wieder verschwinden lässt, erst vor rund sieben Monaten eingeführt. Grund seien die geringen Nutzungszahlen. Twitter will seinen Fokus künftig auf seinen Clubhouse-Konkurrenten Twitter Spaces legen.
twitter.com, t3n.de, turi2.de (Background)

Twitter-Nutzerinnen können künftig auch nach Senden des Tweets bestimmen, wer antwortet.

Antwort, nein danke: Twitter erlaubt seinen Userinnen mit seinen neuen weltweiten Update, künftig auch nach Senden eines Tweets festzulegen, wer darauf antworten darf. Der Kurznachrichtendienst will damit die Sicherheit erhöhen, sollte es wegen eines Tweets unerwartet hohe Aufmerksamkeit und unerwünschte Reaktionen geben. Nutzerinnen wählen dann zwischen Antworten von allen, nur Nutzerinnen, denen man folgt oder Accounts, die man erwähnt.
cnet.com

NFL macht Audio-Talks nun bei Twitter Spaces statt bei Clubhouse.

Fremdhören: Die US-Football-Liga NFL wird ihrem bisherigen Audio-Partner Clubhouse untreu und verpflichtet sich, in der Saison 2021 insgesamt 20 Audio-Räume bei Twitter Spaces zu veranstalten. Geplant sind etwa Diskussionen mit aktiven Spielern oder Nachwuchs­talenten. Ein Clubhouse-Sprecher sagt auf Nachfrage von The Verge, es gebe eine "fortbestehende Beziehung" mit der NFL.
theverge.com