Twitter schaltet Communities-Funktion in Deutschland frei.

Gemeinschaftsgezwitscher: Auch deutsche Nutzerinnen können jetzt bei Twitter Communities gründen oder ihnen beitreten. Dabei handelt es sich um moderierte Diskussionsgruppen, in denen sich die Mitglieder zu einem bestimmten Thema austauschen können, ähnlich wie bei Facebook-Gruppen. Twitter testet die Funktion seit September 2021 und schaltet sie jetzt für alle frei.
basicthinking.de, turi2.de (Background)

Twitter-Rechtsabteilung erhebt Vorwürfe gegen Elon Musk, sagt der Milliardär.

Übertwittert: Die Rechts­abteilung von Twitter beschuldigt den potentiellen Käufer des Dienstes Elon Musk, eine Vertraulichkeits­vereinbarung gebrochen zu haben, twittert der Milliardär eigen­händig. Grund sei, dass er offengelegt habe, dass Twitter für seine Analyse des Anteils an Bots auf der Plattform lediglich 100 Accounts untersuche.
twitter.com, rnd.de

Debatte: Stewart Brand sieht keinen Wechsel zu einer “dystopischen Phase” des Internets.

Bleibt positiv: Trotz "Hass und Spaltung in der Welt sozialer Medien" sieht der Autor Stewart Brand in der "Vernetzung der Welt" eine "positive Kraft". Noch immer "verbindet Facebook Familien und Freunde miteinander", nach wie vor tauge Twitter als "fantastisches Recherche­werkzeug". Brand sieht keinen "Wechsel von einer utopischen zu einer dystopischen Phase" des Internets.
zeit.de

Debatte: Kremlsprecherin attackiert Annalena Baerbock auf Twitter.

Schuldzuweisungen: Die russische Außen­amts­sprecherin Maria Sacharowa kritisiert Annalena Baerbock scharf. Die deutsche Außen­ministerin hatte Sorgen wegen einer drohenden Hunger­krise aufgrund des Ukraine-Kriegs geäußert. Grund dafür seien laut Sacharowa jedoch westliche Sanktionen, nicht die Blockade ukrainischer Seehäfen. "Wenn man das nicht versteht, ist das entweder ein Zeichen von Dummheit oder für die bewusste Irreführung der Öffentlichkeit", tweetet sie an Baerbock gerichtet.
tagesspiegel.de

Twitter verkündet Einstellungsstopp und entlässt zwei Manager.

Twitter-Trouble: Noch vor der Übernahme von Twitter durch Elon Musk gibt es bei dem Kurznachrichtendienst offenbar einen Einstellungsstopp und Entlassungen. Das berichtet Reuters mit Bezug auf ein internes Memo. Demnach könnte das Unternehmen auch existierende Jobangebote zurücknehmen. Zudem müssen die Führungskräfte Keyvon Beykpour und Bruce Falck gehen. Auf Twitter teilen beide mit, diese Entscheidung nicht freiwillig getroffen zu haben.
onlinemarketing.de

Die Reichweite von kreml-nahen Tweets sinkt deutlich.


Kampf gegen Propaganda: Die Twitter-Reichweite proukrainischer Inhalte ist inzwischen 25-mal höher als die von kreml-freundlichen Tweets, meldet die "FAZ" unter Berufung auf die NGO Disinformation Situation Center. Als Grund nennt die Initiative geänderte Twitter-Richtlinien und die EU-Sanktionen gegen russische Staatsmedien wie Sputnik oder Russia Today. Proukrainische Twitter-Kanäle erreichen demnach weltweit 12,6 Mio Followerinnen, prorussische 4 Mio Nutzerinnen – 3,5 Mio davon entfallen auf RT Spain. In Deutschland würden ungefähr die Hälfte der untersuchten Accounts auf der ukrainischen Seite stehen.

In Nicht-EU-Ländern ohne entsprechende Sanktionen würden proukrainische Inhalte immerhin noch dreimal häufiger als prorussische geklickt. In der Ukraine vereine der Kanal des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj fast die gesamte Zahl der Followerinnen ukrainischsprachiger Kanäle. Twitter geht vermehrt gegen russische Propaganda vor und versieht entsprechende Tweets mit Warnhinweisen, wodurch ihre Sichtbarkeit eingeschränkt wird.
zeitung.faz.net (Paid)

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 16: Revue/Bulletin.


26. Januar 2021: Twitter kauft Revue, Social Networks entdecken das Trendthema Newsletter.

Twitter kauft das niederländische Unternehmen Revue, deren Newsletter-Service einfach zu bedienen ist und jede Autorin und Journalistin im Handumdrehen zu Newsletter-Betreibern macht. Mit nur einem Klick lassen sich seitdem bei Twitter Revue-Newsletter abonnieren.

Auch Facebook startet zur Jahresmitte ein ähnliches Tool: Bulletin ermöglicht einen kostenlosen Newsletter-Versand. Zum Start heuert Facebook gleich ein paar prominente US-Autorinnen für den neuen Service an. In den USA und später auch in Deutschland wird der eigene Newsletter zur neuen "Ich-habe-jetzt-auch-eine-Homepage".

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Debatte: Der offene Brief ist eine Genugtuung in “dauererregten Zeiten”, findet Joachim Huber.

Befriedigende Briefe: Der offene Brief ist eine "Genugtuung in diesen dauererregten Zeiten", schreibt "Tagesspiegel"-Redakteur Joachim Huber. Anders als bei Twitter würde der offene Brief die "allfällige Haltungsfrage" überwinden. Er sei auf "Überzeugung statt auf Überredung" angelegt; seine Wirkkraft sei "das geschriebene Wort und nicht der rausgehauene Tweet".
tagesspiegel.de

Elon Musk will den Twitter-Umsatz auf 26,4 Mrd Dollar verfünffachen.

Große Zahlen-Ziele: Auf 26,4 Mrd Dollar will Elon Musk den jährlichen Twitter-Umsatz bis 2028 verfünffachen, berichtet die "New York Times". 10 Mrd sollen Abos reinbringen, 12 Mrd Werbung. 2021 hatte Twitter 5 Mrd Dollar umgesetzt. Musk plant neben einer Paid-Version von Twitter auch eine werbefreie Variante.
nytimes.com via handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Elon Musk sichert sich über 7 Mrd Dollar von Investoren für die Twitter-Übernahme.

Zahl des Tages: Über 7 Mrd Dollar von Investoren sichert sich Elon Musk für die Twitter-Übernahme. Musk hat ein Börsendokument eingereicht, demzufolge sich 19 Investoren beteiligen. Darunter befinden sich u.a. Oracle-Gründer Larry Ellison und der saudi-arabische Prinz Al-Walid bin Talal. Musk habe zudem die Kreditzusagen verschiedener Banken von 12,5 Mrd auf 6,25 Mrd Dollar verringert.
spiegel.de

“Welt” sendet Gespräch von Mathias Döpfner und Elon Musk.

Mathias meets Elon: Die "Welt" zeigt am Nachmittag des 7. Mai um 15:15 Uhr ein Gespräch von Springer-CEO Mathias Döpfner mit Tesla-Boss und Twitter-Käufer Elon Musk. Es wurde Anfang März im Tesla-Werk in Fremont in den USA aufgezeichnet. Döpfner und Musk sprechen u.a. über nachhaltige Energiewirtschaft, wozu Musk sagt: "Es ist völliger Irrsinn, Kernkraftwerke abzuschalten". Künstliche Intelligenz und Robotik sowie Corona sind ebenfalls Themen.

Die Sendung ist nach Ausstrahlung auch in der Mediathek und via TV-App verfügbar. Nach dem Interview bringt "Welt" die Dokumentation "Space X – Projekt Marsrakete", die sich mit Musks Weltraumfahr-Plänen beschäftigt.
presseportal.de

Twitter testet “Circles”-Funktion zur Festlegung der Zielgruppe.

Selektives Zwitschern: Der Kurznachrichtendienst Twitter testet eine neue Funktion, mit der Nutzerinnen Tweets auch nur in einem kleineren Kreis teilen können. Einem solchen "Circle" soll bis zu 150 Account angehören können, die die darin veröffentlichten Tweets weder retweeten, noch teilen können. Twitter testet die Funktion zunächst mit einer kleinen Nutzergruppe.
handelsblatt.com (Paid)

Elon Musk führt offenbar neue Gespräche zur Finanzierung seiner Twitter-Übernahme.

Klinkenputzen: Milliardär Elon Musk soll Gespräche über eine geänderte Finanzierungsstrategie zum Kauf von Twitter führen. Das berichten Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Große Investmentfirmen wie Apollo Global und Ares Management sowie vermögende Privatpersonen könnten sich demnach stärker beteiligen als geplant, etwa in Form von Vorzugskapital mit fester Dividende. Musk habe zudem große Twitter-Aktionäre gebeten, ihr Geld in dem Unternehmen zu lassen.
handelsblatt.com (Paid)

Debatte: Twitter fehlen Moderatorinnen für Diskussionen, meint Justus Bender.

Digitale Aufpasser: Twitter fehlt, "was in der analogen Welt normal ist, nämlich Moderatoren", schreibt Justus Bender in der "FAS". Sonst würden sich unter dem neuen Eigentümer Elon Musk "Schmutz und Lügen" durchsetzen. Twitter brauche daher Aufpasser, die es auch in jeder Kneipe gebe, wenn mehrere Leute hitzig diskutieren: "Wenn einer es übertreibt, wird gesagt: Schluss jetzt. Und wer das ignoriert, fliegt raus." Musk sollte an technischen Lösungen arbeiten, "die analoge Diskurse nachahmen".
faz.net (Paid)

Debatte: Musk begräbt die Aktionärsdemokratie, urteilt Beat Balzli.

Teures Grab: Indem Elon Musk Twitter von der Börse nimmt, gehört er "zu den Toten­gräbern der Aktionärs­demokratie", urteilt "Wirtschafts­woche"-Chefredakteur Beat Balzli. Musk befreit sich mit dem Schritt "von lästigen Kontrollen und kritischen Aktionären" und sorgt dafür, dass sich "noch weniger Wähler für eine wirtschafts­freundliche Politik" interessieren.
wiwo.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: n-tv.de erklärt die Twitter-Alternative Mastodon.

Lese-Tipp: n-tv.de erklärt, wie die Twitter-Alternative Mastodon funktioniert. Wichtigster Unterschied zu Twitter sei, dass die Plattform dezentral ist. Dass es keinen zentralen Serverbetreiber gibt, biete den Nutzerinnen ein "hohes Maß an Sicherheit". Es gehe nicht um Kommerz und gebe keine Priorisierungen in der Timeline, "die Nachrichten laufen streng chronologisch ein". Manipulation sei "grundsätzlich verpönt" unter den Tröterinnen.
n-tv.de

Hör-Tipp: Twitter ist “aus Versehen” darauf gekommen, dass sich mit Hass Geld machen lässt, sagt Sibylle Berg.

Hör-Tipp: Autorin Sibylle Berg glaubt nicht, dass es der ursprüngliche Plan von Twitter gewesen ist, mit Hass Geld zu machen, sagt sie bei "Hotel Matze". Durch die "gut gemeinte Schaffung von Community, Liebe und völkerverbindender Maßnahmen" habe sich das "aus Versehen" so entwickelt. Auf der Plattform hätten sich mit der Zeit immer mehr "kleine sich hassende Gruppen" gebildet. Berg kritisiert außerdem, dass "Hardcore-Twitterer" mit dem Posten von Content "unbezahlte Arbeit" für Twitter erledigen.
open.spotify.com (126-Min-Audio)

Debatte: Mediatheken von ARD und ZDF sollten “social” werden, meint Leonhard Dobusch.

Social ARDZDF: Es fehlt eine "öffentlich-rechtliche Ausweichroute zur Macht privater Plattformen", schreibt Leonhard Dobusch mit Blick auf den Twitter-Kauf von Elon Musk. In den Mediatheken von ARD und ZDF fehlten noch wichtige Aspekte wie die "Debatte der Nutzer" sowie nutzergenerierte Inhalte und Interaktionsmöglichkeiten. Um Kommentare zum "ZDF Magazin Royale" zu lesen, müsse man etwa absurderweise bei YouTube nach Clips suchen.
sueddeutsche.de (Paid)

Zitat: Gabor Steingart ärgert sich über die Fäkalsprache von Jan Böhmermann.

"Falls es in der ZDF-Personalabteilung noch einen Anstands-Wauwau gibt, könnte er heute Morgen wenigstens kurz anschlagen."

Gabor Steingart ärgert sich über die fäkalsprachlichen Entgleisungen von Jan Böhmermann. Der ZDF-Satiriker hatte Putin u.a. "dummes, kurzsichtiges Arschlochtum" vorgeworfen, Elon Musk nennt er einen "reichen Wichser".
thepioneer.de (Paid)

Debatte: Elon Musk kann Twitter zu neuer Größe führen, glaubt Stephan Scheuer.

Freundliche Übernahme: Die Twitter-Übernahme durch Elon Musk ist eine gute Nachricht, schreibt Stephan Scheuer im "Handelsblatt". Twitter sei in den letzten 16 Jahren weit hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben und habe es nicht geschafft, ein Produkt für den Massenmarkt zu werden. Das Unternehmen habe keinen klaren Kurs. Wenn Musk das ändere, glaubt Scheuer, würde das auch "der Landschaft sozialer Netzwerke guttun".
handelsblatt.net

Debatte: Musk Authentifizierungspflicht auf Twitter gefährdet unsere Daten, sagt Patrick Breyer.

Anonymität schützt: Die von Musk geplante Authentifizierungspflicht auf Twitter bedroht "die Sicherheit unserer Daten", kritisiert Patrick Breyer von der Piratenpartei. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Daten durch Hacks oder Leaks in kriminelle Hände gelangen. Zudem sagt er, die Abschaffung anonymer Twitteraccounts gefährdet u.a. Whistleblowerinnen und Stalkingopfer. Nur Anonymität schütze "wirksam" u.a. vor "Hacking, Bedrohung und Stalking im Netz".
patrick-breyer.de

Zitat: Twitter von der Börse zu nehmen ist richtig, sagt Gründer Jack Dorsey.

"Die Idee und der Service sind alles, was für mich zählt, und ich werde alles tun, was nötig ist, um beides zu schützen."

Twitter-Gründer Jack Dorsey kommentiert die Übernahme des Kurznachrichtendienstes u.a. mit einem Song von der Band Radiohead: Everything in its right place. Twitter von der Börse zu nehmen, sei "der richtige erste Schritt".
twitter.com

Debatte: Twitter droht ein “Mitarbeiterexodus”, meint Alexander Demling.

Übernahme mit Hindernissen: Das "Meinungsfreiheits-Mantra für Twitter" könnte für Elon Musk zu einem wirtschaftlichen Problem werden, schreibt Alexander Demling im "Spiegel". Sollte er Corona-Leugnerinnen und Trollen freien Lauf lassen, könnten Werbekunden das Weite suchen. Zudem drohe Twitter nach der Übernahme ein "Mitarbeiterexodus".
spiegel.de (Paid)

Twitter startet Verhandlungen mit Elon Musk.

Gibt nach: Auf Druck der Aktionäre verhandelt Twitter mit Tesla-Chef Elon Musk über sein Übernahme-Angebot. Beide Parteien könnten diese Woche noch einen Kompromiss finden, berichtet Bloomberg. Zuvor hatte der Verwaltungsrat angekündigt, Musks Pläne mit einem Aktionärsrechteplan verhindern zu wollen. Musk bietet aktuell 54,20 Dollar pro Aktie.
Bloomberg.com (Paid), faz.net, turi2.de (Background)

Twitter arbeitet offenbar an einem Status-Feature.

Twitter bastelt derzeit an einem Status-Feature namens "Vibe", berichtet die App-Forscherin Jane Manchun Wong. Screenshots zeigen fünf voreingestellte Aktivitäten, aus denen Nutzerinnen wählen können – wie etwa "Lernen für die Abschlussprüfung" oder "Einkaufen". Eine offizielle Bestätigung von Twitter steht noch aus.
twitter.com via theverge.com


Basta: Lisa Paus blockiert versehentlich den Twitter-Account von ntv.

Unbeabsichtigte Blockade: Die "designierte Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Feministin und Mama" Lisa Paus blockiert den Twitter-Account von ntv, twittert der Nachrichtensender und schiebt die Frage hinterher, ob das besagte Ministerium "vielleicht mehr darüber" wisse. Paus spricht von einem Versehen und hebt die Sperre auf: "Keine Ahnung, was da los war." Vermutlich ist Paus einfach nur auf der Maus ausgerutscht.
twitter.com

Elon Musk stellt 46,5 Mrd Dollar für Twitter-Übernahme bereit.

Privates Netzwerk: Tesla-Chef Elon Musk will sein Übernahme-Angebot für den Kurznachrichtendienst Twitter offenbar aufstocken. Musk habe sich eine Finanzierung in Höhe von 46,5 Mrd Dollar gesichert und plane ein offizielles Übernahmeangebot, berichtet Reuters unter Berufung auf eine Pflichtmitteilung der US-Börsenaufsicht. 33,5 Mrd Dollar habe Musk selbst zusammengekratzt, 13 Mrd Dollar hätten Banken zugesagt.

Ein erstes Angebot in Höhe von 41,4 Mrd Dollar hatte bei den Twitter-Aktionären keine allzu große Begeisterung ausgelöst. Der Verwaltungsrat wehrt sich gegen die Übernahme durch Elon Musk und will mit einem Aktionärsrechteplan verhindern, dass Institution, Personen oder Gruppen per Aktienerwerb auf dem freien Markt die Kontrolle über den Konzern erhalten, ohne einen angemessenen Preis zu zahlen. Musk selbst hält aktuell neun Prozent und hat wohl verstanden, worum es den Aktionären geht - mehr Geld.
reuters.com, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Julia Jäkel sorgt sich um die Macht von Milliardären über Kommunikations-Plattformen.


Twitter-Tyrann: Wieso ein Einzelner unsere kommunikative Infrastruktur bestimmen darf, fragt sich die ehemalige G+J-Chefin Julia Jäkel angesichts Elons Musks möglicher Twitter-Übernahme auf Linked-in. Sie wundert sich, dass der amerikanische Gesetzgeber keinen Gesetzesrahmen entwickelt hat, um so eine Entwicklung zu verhindern. Die bringt sie – ohne genaue Erläuterung – in Verbindung mit dem Brexit, Donald Trumps Sieg 2016 und dem guten Abschneiden extremer Parteien bei der Frankreich-Wahl. Ihre Schlussfolgerung: Demokratie hänge inzwischen von der Gnade einzelner Milliardäre ab. "Nicht gut", schreibt sie.

Elon Musk hatte Twitter wiederholt für das Löschen von Tweets kritisiert und schließlich 9,2 % der Anteile erworben. Einen Posten im Verwaltungsrat hatte er dann jedoch abgelehnt und wenig später angekündigt, Twitter für 43 Mrd Dollar ganz zu kaufen. Twitter versucht das mit einem Aktionärsrechteplan zu verhindern. Andere Investoren, unter anderem der US-Finanzinvestor Apollo, bekunden inzwischen ebenfalls Interesse an Twitter-Anteilen. Musk droht derweil damit, Gehälter des Twitter-Vorstand zu streichen, sollte ihm die Übernahme gelingen. Das ist derzeit noch offen. "Schafft er es? Was will er genau damit? Ist es nur ein großer Spaß oder hat er Größeres vor?", fragt auch Jäkel zu Beginn ihres Posts und stellt fest: "Solche Fragen sollten wir uns nicht stellen müssen."
linkedin.com via meedia.de, tagesschau.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Bei der Twitter-Alternative Mastodon ist derzeit noch nicht viel los.

Lese-Tipp: Datenschützerinnen wollen deutsche Behörden zu Mastodon locken, einer datenschutzkonformen Twitter-Alternative, berichtet der "Spiegel". Zwar wirke Mastodon wie "eine Insel der Glückseligen", derzeit fehle aber noch "quasi der Turbo in der Kommunikation", erklärt der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Stefan Brink.
spiegel.de

Twitter will die Übernahme durch Elon Musk verhindern.


Elon unerwünscht: Twitter wehrt sich gegen das Vorhaben von Tesla-Gründer Elon Musk, das Tech-Unternehmen zu übernehmen. Der Verwaltungsrat will mit einem Aktionärsrechteplan verhindern, dass "irgendeine Institution, Person oder Gruppe" per Aktienerwerb auf dem freien Markt die Kontrolle über den Konzern erhält – ohne allen Anteilseignern eine "angemessene Prämie" zu zahlen. Außerdem sieht der Plan vor, dass alle Aktionäre zusätzliche Anteile besonders günstig kaufen können, falls ein Aufkäufer die Marke von 15 Prozent überschreitet. Musk hält derzeit etwa neun Prozent von Twitter.

Ein derartiger Schritt ist in der Wirtschaft auch als "Poison Pill" bekannt: Eine Strategie, um die Rentabilität einer von außen kommenden Akquise deutlich zu schmälern. Der Plan soll laut Twitter vorläufig für ein Jahr gelten.
prnewswire.com, theverge.com, zeit.de, turi2.de (Background)

Elon Musk plant, Twitter zu kaufen.


Privatisiertes Netzwerk: Tesla-Gründer Elon Musk will Twitter kaufen. Sein Angebot beläuft sich auf 54,20 Dollar pro Aktie, insgesamt 43 Mrd Dollar. Musk bezeichnet es als das "beste und finale Angebot". Twitter bestätigt, das Angebot erhalten zu haben und prüft es nun. Bei einem erfolgreichen Kauf will Musk das Unternehmen von der Börse nehmen. Damit will er das "außerordentliche Potenzial" des sozialen Netzwerks "freisetzen". Er habe Anfang April 9,2 % der Twitter-Aktien gekauft, weil er an Twitter als "Plattform für freie Rede rund um die Welt" glaube. Mittlerweile findet er, das Netzwerk wird dieser Rolle nicht gerecht.

Markus Beckedahl, Chefredakteur bei Netzpolitik, beschreibt Musks Vorhaben als eine der "besorgnis­erregendsten Nachrichten aus der digitalen Welt seit einiger Zeit". Er möchte nicht, dass Milliadäre "relevante Plattformen kaufen und nach ihren eigenen Wünschen umformen". Musk als Twitter-Chef könnte auch dazu führen, dass deaktivierte Accounts, wie der von Donald Trump, wiederbelebt werden, schreibt "Wiwo"-Redakteurin Theresa Rauffmann.

Nimmt Twitter das Angebot nicht an, wolle Musk seine Position als Aktionär "überdenken". (Foto: Imago / NurPhoto)
handelsblatt.com, netzpolitik.org, wiwo.de

Debatte: Thomas Knüwer mokiert sich über Ulf Poschards Aussagen zu Twitter.

Tweet-Zoff: Der Digitalberater und Blogger Thomas Knüwer zeigt sich auf Twitter irritiert über die Aussagen von "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt. Der hatte behauptet, Twitter sei etwas für die, die zu feige seien, sich vor der Tür zu prügeln. "Wer ein Problem mit Ulf Poschardt hat, darf ihm eins in die Fresse geben", interpretiert Knüwer dies ironisch und fügt hinzu: "Mehr muss man über das intellektuelle Niveau der Welt auch nicht wissen."
twitter.com, turi2.de (Background)

Zitat: Für Ulf Poschardt ist Twitter “Gratismut in Potenz”.

"Twitter 2022: Das ist moralisches Luschentum für die, die zu feige sind, sich vor der Tür zu prügeln, wenn sie ein Problem mit Leuten haben. Twitter ist Gratismut in Potenz."

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt wettert im "Zeit"-Interview gegen Twitter. Er postet dort seit Wochen nichts mehr und konzentriert sich jetzt lieber auf Linked-in. "Da sind Leute, die sind an Erfolg interessiert."
zeit.de (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Twitter ist eine national-moralistische Zauberbude voller Spießer, die mit aller Bitterkeit gegen Leute vorgehen, die anders auf die Welt schauen als sie selbst."

"Wenn ein FDP wählender Spitzen­steuer­satz­zahler wie ich, der seit 30 Jahren alles für dieses Land tut, eine Provokation darstellen soll – was daran ist meine Schuld?"

"Jan Böhmermann ist kein Komiker. Er ist der bestbezahlte Regierungs­sprecher im Range eines Chefpredigers."

Debatte: Elon Musk wird Twitter prägen.

Twitter-Trend: Die "Soft Power", die Elon Musk auf Twitter ausübt, ist größer als sein Aktien­anteil, schreibt Alexander Demling im "Spiegel". Es sei unwahr­scheinlich, dass der Milliardär direkten Einfluss auf Funktionen ausübe. "Dass Twitters Entwickler und Moderatoren zweimal überlegen werden", was Musk gefällt, sei "schon eher" wahrscheinlich. "Musks Bekenntnis zur Meinungsfreiheit schließt selten seine Kritiker ein", so Demling. Der scheinbar "ungefilterte Blick in den Bewusstseinsstrom" Musks auf Twitter, gehöre zu seinem Mythos.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Philipp Bovermann über das “Edit einer Ära” bei Twitter.

Lese-Tipp: "Süddeutsche"-Autor Philipp Bovermann wägt die Vor- und Nachteile der geplanten Editier-Funktion von Twitter ab. Einerseits sei ein Edit-Button zwar "gut für die Diskussionskultur", andererseits würden dann all die "herrlichen Twitter-Unfälle" fehlen. "Posten ohne Handbremse und Rückwärtsgang" sei der Geist, den das "Vollgasmedium Twitter" atme: Vor allem "Typen wie Donald Trump oder Elon Musk, die weder ihre Meinung noch ihre Tweets gern ändern", würden das lieben.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Silke Burmester will die Pille für den Mann.

"Das ist ja eh der größte Witz, dass man die Pocken, Krebs und Corona bekämpft haben wird und Elon Musk auf dem Mond das Studio 54 neu eröffnet, aber es nicht möglich sein soll, eine Pille für den Mann zu entwickeln."

Silke Burmester reagiert via Twitter auf eine "taz"-Kolumne, die sich mit Verhütungsmitteln für Männer beschäftigt und dazu auffordert, sich "endlich damit auseinanderzusetzen".
twitter.com, taz.de (Kolumne)

Elon Musk zieht in den Twitter-Verwaltungsrat ein.


Hochgetwittert: Tesla-Gründer Elon Musk tritt dem Verwaltungsrat von Twitter bei, teilt der Kurznachrichtendienst heute mit. Twitter-CEO Parag Agrawal heißt ihn in einem Tweet willkommen: In Gesprächen "in den letzten Wochen" ist klar geworden, "dass er eine große Bereicherung für unser Gremium sein wird". Musk glaube an die Plattform und sei zugleich ein "scharfer Kritiker". Der Tech-Milliadär antwortet in einem Kommentar, er freue sich auf die Zusammenarbeit, "um Twitter in den kommenden Monaten deutlich zu verbessern". Der Verwaltungsrat spielt in den USA eine ähnliche Rolle wie deutsche Aufsichtsräte, berichtet der "Spiegel". Zudem habe er einen größeren Einfluss auf die Strategie des Unternehmens.

Erst am Montag hatte Musk bekannt gegeben, 9,2 % der Anteile an der Plattform erworben zu haben. Noch vor der heutigen Bekanntgabe hat er eine Umfrage bei Twitter gestartet, ob sich Nutzerinnen einen Button wünschen, mit dem sie Tweets nachträglich bearbeiten können. Der Tech-Analyst Dan Ives rechnet damit, dass Musk in Zukunft eine "aggressivere Eigentümer-Rolle" einnehmen könnte. Auch CFRA Research Analyst Angelo Zino meint, eine "vollständige Übernahme sollte nicht ausgeschlossen werden".
spiegel.de, manager-magazin.de, turi2.de (Background)