Basta: Betrüger haben es auf den blauen Twitter-Haken abgesehen.

Blauer Dunst: Kaum wurde bekannt, dass verifizierte Twitter-Accounts künftig Geld kosten sollen, hauen die ersten Betrüger in die Tasten. Sie wollen mit Phishing-Mails an die Daten von bekannten Personen kommen, die den blauen Haken auf ihrem Account besitzen. Kontodaten an Betrüger geben oder dem reichsten Mann der Welt Geld überweisen – das ist wohl die berühmte Wahl zwischen Pest und Cholera.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Elon Musk löst den Twitter-Verwaltungsrat auf.

Twiktator: Tech-Milliardär und neuer Chef-Zwitscherer Elon Musk räumt weiter bei Twitter auf und schafft den Verwaltungsrat ab. Er sei laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC nun der "alleinige Direktor" der Online-Plattform. Die neun bisherigen Direktoren einschließlich Verwaltungsratschef Bret Taylor sind gefeuert. Der Verwaltungsrat von US-Konzernen ist eine Mischung aus Vorstand und Aufsichtsrat.
rp-online.de

Basta: Elon Musk denkt über Bewertungen der Tweets durch User nach.

Nicht jugendfrei: Der neue Twitter-Chef Elon Musk denkt über die Einführung eines Bewertungssystems nach. Urheber könnten ihre eigenen Tweets bewerten, andere User könnten diese Bewertungen verändern. Musk nennt als Vorzeige-Beispiel die Altersfreigaben bei Filmen. Man könne so selbst wählen, welche Art von Twitter man nutzen wolle. Nur auf schaurige FSK-18-Tweets von Horror-Clown Donald Trump müssen angstbefreite User vorerst verzichten – der will nämlich angeblich nicht zurückkehren.
handelsblatt.com

General Motors will vorerst keine Werbung mehr bei Twitter schalten.

Fliegt weg: Der US-Autobauer General Motors zieht sich nach der Übernahme von Twitter durch Elon Musk vorläufig von der Plattform zurück. "Wie es der normale Geschäftsverlauf bei einem bedeutenden Wechsel einer Medienplattform ist, haben wir unsere bezahlte Werbung vorübergehend pausiert", teilt das Unternehmen mit. Die Twitter-Interaktionen mit Kunden würden jedoch fortgesetzt.
manager-magazin.de

Elon Musk kündigt Einrichtung eines “Content Moderation Council” bei Twitter an.

Bestimmt die Flugrichtung: Nach der Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter kündigt Elon Musk an, einen "Content Moderation Council" mit "sehr unterschiedlichen Sichtweisen" einzurichten. Keine größere inhaltliche Entscheidung oder Account-Reaktivierung werde ohne die Zustimmung dieses Gremiums stattfinden. Musk hatte in der Vergangenheit angekündigt, nach seiner Twitter-Übernahme Ex-Präsident Donald Trump auf die Plattform zurückzuholen. Der begrüßt den Deal in einem Post auf seiner eigenen Plattform, Truth Social.
twitter.com, spiegel.de (Trump), turi2.de (Background)

Politik will Twitter nach Musk-Übernahme “sehr genau” beobachten.


Vogel­beobachtung: Die Bundes­regierung prüft, ob sie mit ihren Konten bei Twitter auch nach der Übernahme von Elon Musk vertreten bleiben wird, wie mit dem offiziellen Kanal des Bundeskanzlers. Der Plattform komme "eine besonderen Verantwortung" zu, sagt Regierungs­sprecher Steffen Hebestreit. Man wolle die Entwicklung nun "sehr genau" beobachten. Musk hatte die Twitter-Übernahme heute Morgen mit den Worten "the bird is freed", "Der Vogel ist befreit" kommentiert. Der Tesla-Chef hatte in den vergangenen Wochen angekündigt, die Plattform zu einem Mekka der Meinungs­freiheit machen und dafür Nutzer-Richtlinien lockern zu wollen. Neben anderen Führungs­kräften hat er deshalb auch sofort die für Hassrede und Falsch­informationen zuständige Topmanagerin Vijaya Gadde entlassen. EU-Industrie­kommissar Thierry Breton warnt vor der fehlenden Regulierung unter Verweis auf den Digital Services Act. "In Europa wird der Vogel nach unseren EU-Regeln fliegen", schreibt er bei Twitter. (Foto: Adrien Fillon / Zumapress / Picture Alliance)
spiegel.de, tagesschau.de, twitter.com (Tweet Breton), turi2.de (Background)

Saskia Esken kündigt Twitter-Rückzug an.

Ausgezwitschert: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken kehrt Twitter nach zehn Jahren den Rücken. In einem Gastbeitrag in der "Zeit" begründet sie den Rückzug damit, dass gute Debatten bei Twitter "von clickbait-getriebener Empörung, von Hass und Fake News" überdeckt würden und mit der Übernahme durch Elon Musk. Esken greift in dem Artikel auch die Betreiber sozialer Netzwerke für ihr Profitstreben und den mangelnden Kampf gegen Hass, Hetze und Desinformation an.
zeit.de

Basta: Elon Musk erklärt Werbe­kunden, warum er Twitter kauft.

Done Deal? Tesla-Chef Elon Musk schreibt in einem offenen Brief an Twitters Anzeigen­kunden, der Messenger-Dienst dürfe kein "Ort des Grauens" werden, sondern solle "warm und einladend für alle" sein. Den Kauf der Plattform hatte er stets damit begründet, die Redefreiheit stärken zu wollen. Dabei wäre er wohl der einzige, der künftig ungezügelt alles auf der Plattform verbreiten darf.
meedia.de

Meistgeklickter Kopf gestern war erneut Georgine Kellermann.

Meistgeklickter Kopf gestern war erneut Georgine Kellermann. Ein kritischer, missverständlich formulierter Tweet über Polen hatte der WDR-Journalistin am Sonntag Kritik eingebracht. Kellermann hatte sich daraufhin bei den Usern entschuldigt. Welt-TV-Reporterin Franca Lehfeldt ist auf Platz 2, gefolgt von dem ZDF-Satiriker Jan Böhmermann.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 24.10.2022)

Basta: “Emma” kürt Sascha Lobo zum “Sexist Man Alive”.

Nimmt den Preis nicht an: Das feministische Magazin "Emma" ruft Sascha Lobo zum "Sexist Man Alive", zum frauenfeindlichsten Mann des Jahres aus. Er habe u.a. in der NDR-Talkshow deep und deutlich beim Thema Prostitution "mit selbstgerechter Arroganz die modische Moralkeule geschwungen". Lobo antwortet auf den Negativ-Preis lediglich mit einer Folge seines Podcasts "Feel the News". Dort wirft er Alice Schwarzer "Lumpen-Pazifismus" vor.
zdf.de, twitter.com


Aufregung um Polen-Tweet von Georgine Kellermann.

Twitter-Trouble: WDR-Studioleiterin Georgine Kellermann erntet auf Twitter Kritik für einen Tweet, in dem sie Polen kritisiert. Ursula von der Leyen hatte der italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu ihrer Vereidigung gratuliert, woraufhin ein polnischer User twitterte: "Warten Sie nur auf die ersten Sanktionen." In Polen kenne man von der Leyen nur zu gut. Kellermann antwortete daraufhin: "Weil Polen eine Schande für ganz Europa ist." Das sei nicht klug ausgedrückt gewesen, erklärt Kellermann im Nachhinein und bittet um Entschuldigung: "Mein Tweet galt den Restriktionen, denen queere Menschen ausgesetzt sind."
t-online.de, twitter.com


“Berliner Zeitung” degradiert Kulturchef Hanno Hauenstein nach Kritik an Verleger Holger Friedrich.

Zu kritisch gezwitschert: Die "Berliner Zeitung" degradiert den bisherigen Kulturchef Hanno Hauenstein (Foto) nach Kritik an Verleger Holger Friedrich. Hauenstein hatte sich auf Twitter gegen ein Panel mit Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán geäußert, das Friedrich co-moderierte. Laut Chefredakteur Tomasz Kurianowicz soll Hauenstein künftig als Redakteur weiter für "seine Themen" zuständig sein.
zeit.de

“Washington Post”: Elon Musk will 75 % der Jobs bei Twitter streichen.

Gestutztes Gefieder: Milliardär Elon Musk will offenbar 75 % der Stellen bei Twitter streichen, berichtet die "Washington Post". Von den derzeit rund 7.500 Beschäftigten würden dann nur noch ca. 2.000 übrigbleiben. Auch das aktuelle Twitter-Management plane bereits, Stellen zu streichen und insgesamt 800 Mio US-Dollar einzusparen.
washingtonpost.com (€), spiegel.de

Basta: Liz Truss regiert als Meme Queen im Netz weiter.

You never welk alone: Mit ihrem Rücktritt als britische Premierministerin hat Liz Truss Großbritannien nicht nur eine tiefe Regierungskrise gestürzt, sondern auch eine Wette verloren. Britische Medien hatte einem Kopfsalat mehr Durchhaltevermögen als Truss zugetraut - und Recht behalten. Immerhin: Als Meme Queen bei Twitter hat ihr Abgang am Ende doch etwas Royales.
zdf.de, mashable.com (Memes), turi2.de (Background)

Wirtschaftsministerium löscht hämischen Tweet zum Rücktritt von Liz Truss.

Verzwitschert: Das Wirtschaftsministerium von Robert Habeck twittert als Reaktion auf den Rücktritt der britischen Premierministerin Liz Truss den Link zum Hip-Hop-Song "Can't Truss It" von Public Enemy. Das Ministerium hat nach einem kleinen Shitstorm den Tweet mittlerweile wieder gelöscht, sich vom Inhalt distanziert und Aufklärung versprochen. Der Tweet sei "keine offizielle Kommunikation des BMWK". Der "Spiegel" vermutet hinter dem fragwürdigen Tweet ein Versehen.
spiegel.de

Zahl des Tages: Elon Musk macht 3 Mio Dollar Umsatz mit seinem Parfum.

Zahl des Tages: Genau 3 Mio Dollar nimmt Elon Musk mit seinem Parfum "Burnt Hair" ein. Alle 30.000 Flaschen hat der Tech-Milliardär binnen einer Woche zum Stückpreis von 100 Dollar verkauft, schreibt er bei seiner Lieblings-Plattform Twitter. Musk hatte den Herrenduft im September zunächst als Scherz angekündigt.
twitter.com via wuv.de (€), turi2.de (Background)


Basta: Jan Böhmermann denkt, dass Constantin Schreiber ein Roboter ist.

News-O-Mat: "Ich bin mir zu 72% sicher, dass Constantin Schreiber ein Roboter ist", twittert Jan Böhmermann. Eine Antwort des "Tagesschau"-Sprechers lässt nicht lange auf sich warten: Er postet ein Bild, auf dem er einen Zettel mit der Aufschrift "I'm real!" in der Hand hält. Um das zu beweisen, müsste Schreiber aber erstmal alle Bildchen mit lächelnden Hunden anklicken.
wuv.de

Twitter sperrt Account der “Letzten Generation”.

Blockierte Blockierer: Twitter hat am Dienstag vorübergehend den Account der Letzten Generation aufgrund "lokaler Gesetze" gesperrt, gegen die offenbar verstoßen wurde. Mittlerweile ist das Profil wieder online, die Aktivistinnen hatten zwischenzeitlich einen Ersatz-Account angelegt. Aktivistin Jana Mestmäcker kündigt auf ihrem Privatkonto an, als Revanche "wieder mehr Straßen blockieren" zu wollen.
bild.de, twitter.com (Ersatz-Account), twitter.com (Mestmäcker)

Elon Musk fordert rechtliche Schritte gegen Twitter wegen Beweisvernichtung.

Twitter-Trouble: Twitter-Käufer Elon Musk wirft dem Kurz­nachrichten­dienst Beweis­vernichtung vor und fordert rechtliche Schritte. Hintergrund sind die Enthüllungen des früheren Twitter-Sicherheits­chefs Peiter Zatko. Er habe kürzlich mitgeteilt, dass er Notiz­bücher und Dateien auf Anordnung des Managements vernichtet habe.
sueddeutsche.de

Kaufland nimmt nach Shitstorm Antifa-Produkte und rechtsradikale Bücher aus dem Online-Shop.

Danke für den Hinweis: Die Super­markt­kette Kaufland hat nach einem Twitter-Kommentar Produkte mit dem Symbol der Antifa von ihrem Online-Marktplatz entfernt und damit eine Empörungs­welle losgetreten. User wie Leo Schneider posteten Bücher mit rechtsradikalen Inhalten, die im Kaufland-Online­shop zu finden waren, darunter die unkommentierte Ausgabe von "Mein Kampf". Kaufland entfernte daraufhin einige der Titel und versichert, das "Sortiment auf den Prüfstand zu stellen".
spiegel.de, twitter.com (Tweet Kaufland), twitter.com (Tweet Schneider)

Debatte: Elon Musk ist “ahnungslos und naiv”, analysiert Eva Wolfangel.

Keine für alle: Beim Hin und Her um den Twitter-Kauf zeige sich, dass Elon Musk "ahnungslos und naiv ist, was die Probleme der sozialen Medien angeht", analysiert Tech-Journalistin Eva Wolfangel. Musk kenne nicht einmal den Unterschied zwischen automatischen Spam-Konten und gezielten Fakes. Musks Pläne, mit Twitter eine "everything app" zu kreieren, die alle Dienste auf Basis aller Daten anbietet, versteht sie als "Drohung".
zeit.de, turi2.de (Background)

Elon Musk will Twitter nun doch kaufen.


Rückzug vom Rückzug: Tesla-Gründer und reichster Mensch der Welt Elon Musk will Twitter nun doch kaufen, melden die Nachrichtenagentur Bloomberg und das "Wall Street Journal" mit Berufung auf Insider. Der Milliardär habe sein erstes Übernahme-Angebot von 54,20 Dollar pro Aktie in einem Schreiben erneuert. Der Wert des Deals beläuft sich demnach wieder auf circa 44 Mrd Dollar. Weder Musk noch Twitter haben die Meldung bisher kommentiert.

Den ersten unterzeichneten Kaufvertrag aus dem April dieses Jahres ließ Musk platzen, weil der Konzern "falsche und irreführende Angaben" zu Spam-Konten gemacht haben soll. Twitter ließ das nicht auf sich sitzen, reichte Klage gegen Musk ein und bezeichnete ihn mehr oder minder als Geizhals, der den vereinbarten Preis nicht zahlen wolle. Musk was not amused und reagierte mit Gegenklage. Der Prozess um die im ersten Anlauf geplatzte Übernahme, bei dem Musk schlechte Chancen eingeräumt wurden, sollte eigentlich am 17. Oktober starten. Er dürfte nun hinfällig sein.
bloomberg.com, wsj.com, handelsblatt.com, faz.net, turi2.de (Background)

Debatte: Precht will Putin besänftigen, Lauterbach spricht von Krieg gegen Russland.

Nicht im (P)recht: In einem RND-Podcast schlägt Richard David Precht vor, dass einzelne Nato-Staaten Russland verbindlich garantieren, dass sie eine Aufnahme der Ukraine in das Verteidigungs­bündnis mit ihrem Veto verhindern würden. So wäre "schon erster Druck aus dem Kessel genommen". Karl Lauterbach widerspricht bei Twitter solchen "Kniefällen". "Wir sind im Krieg mit Putin und nicht seine Psycho­therapeuten", schreibt der Gesundheits­minister und spricht damit als erstes Regierungs­mitglied von einem Krieg gegen Russland.
rnd.de, twitter.com, spiegel.de

Lese-Tipp: Aiwanger sorgt mit Eigenlob für Spott bei Twitter.

Lese-Tipp: Bayerns Wirtschafts­minister Hubert Aiwanger ist ein Politiker "mit Verstand und Pragmatik" und nicht wie "viele andere weltfremd im Wolken­kuckucksheim" – schreibt Aiwanger über sich selbst bei Twitter und ruft damit zahlreiche hämische Kommentare auf den Plan. Bauch­pinselt sich Aiwanger mit Zweit­accounts und hat vergessen, zwischen den Profilen umzuschalten? Der Minister rudert unbeholfen zurück.
sueddeutsche.de

Marken ziehen Twitter-Werbung wegen Kinderpornografie zurück.

Werbeunfeld: Marken wie Dyson, Mazda und Forbes haben ihre Marketing­kampagnen bei Twitter ausgesetzt oder entfernt, weil die Anzeigen auf der Plattform neben kinder­pornografischen Inhalten erschienen sind. Auch Werbung von Disney und Coca-Cola ist auf den Profilseiten von Twitter-Konten erschienen, die Links zu solchen Inhalten enthielten, zeigt eine Untersuchung der Cyber­sicherheits­gruppe Ghost Data. Twitter hat daraufhin rund 300 Konten entfernt, mehr als 100 weitere sind laut Ghost Data noch aktiv.
n-tv.de

Debatte: Die Twitter-Logik stellt das Leben selbst dar, sagt Christian Geyer.

That's life: Die Debattenkultur auf Twitter zu pathologisieren, bringe nichts, schreibt Christian Geyer – sie gehöre zum Leben dazu. Die Plattform habe außerdem auch Stärken als "gedankliches Sondierungsinstrument", das die Selbstwahrnehmung "wacher, lebendiger, misstrauischer" mache. Eine Auflockerung der fixen Ideen verspreche dagegen das Podcast-Format, zitiert Geyer Ina Tenz aus dem turi2 Clubraum.
faz.net

Twitter: Mehrheit der Aktionäre stimmt für eine Übernahme durch Elon Musk.

Ok, Elon: Die Mehrheit der Aktionäre von Twitter gibt grünes Licht für die Annahme des Kaufangebots von Elon Musk in Höhe von 54,20 Dollar je Aktie. Zuletzt lagen die Anteile bei deutlich niedrigeren 41,7 Dollar. Musk weigert sich jedoch nach wie vor, den 44 Mrd Dollar schweren Deal durchzuziehen. Derweil kritisiert der Ex-Sicherheitschef Peiter Zatko bei einer Senatsanhörung in Washington erneut Sicherheitsmängel, Twitter sei eine "tickende Bombe an Sicherheitsschwachstellen".
zeit.de

Debatte: Kevin Kühnert hat sich die miese Diskussionskultur bei Twitter selbst ins Haus geholt.

Selbst schuld: Die Blasen und schlechten Diskussionskulturen, die SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert bei Twitter beklagt, hat er selbst geschaffen, meint "FAZ"-Autor Claudius Seidl. Jeder entscheide schließlich für sich, wem er folge. Dadurch habe jeder "sein eigenes Twitter" und sei für "den Geist und die Kultur, denen er sich dort ausgesetzt sieht", selbst verantwortlich: "Wer von diesem Strukturwandel der Öffentlichkeit überfordert ist, sollte nicht unbedingt in der Politik etwas werden wollen."
faz.net, turi2.de (Background)

Wegen der Disskusionskultur: Kevin Kühnert zieht sich von Twitter zurück.


Rückzug: SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat seinen Twitter-Account deaktiviert, weil die Diskussionskultur dort zu "Fehlschlüssen und Irrtümern in politischen Entscheidungen" führe, sagt er im RND-Videointerview. Zudem kritisiert Kühnert "die Art und Weise wie dort Gesellschaft repräsentiert oder, ich würde sagen, absolut gar nicht repräsentiert wird". Bei sich selbst habe er festgestellt, dass er eine verzerrte Wahrnehmung von Wirklichkeit habe, wenn er zu viel Zeit auf der Plattform verbringe.

In den letzten Monaten habe Kühnert den Kurznachrichten-Dienst "quasi nicht mehr genutzt". Daher müsse "man für sich auch einfach mal die Konsequenz ziehen und sagen: Das scheint für meine politische Arbeit gerade nicht das richtige Medium zum Senden und Empfangen zu sein". Zuletzt folgten ihm rund 370.000 Menschen. Der Instagram-Account von Kühnert mit knapp 93.000 Followern ist weiterhin abrufbar.
rnd.de (mit 9-Min-Video), t-online.de, thepioneer.de (Paid)
(Foto: Picture Alliance/dpa, Kay Nietfeld)

Dazn entschuldigt sich für unpassenden Tweet.

Sagt Sorry: Der Sport-Streamingdienst Dazn bittet um Entschuldigung für einen inzwischen gelöschten, unpassenden Tweet. Man sei sich "nicht bewusst gewesen, welche ernsten Umstände das Spiel begleiten". Während der Partie gegen den FC Barcelona hatte am Samstag ein Zuschauer einen Herzinfarkt erlitten, woraufhin Cádiz-Torhüter Jeremias Ledesma einen Defibrillator zur Tribüne brachte. Danach patzte Ledesma bei einem Gegentor, Dazn schrieb dazu: "Wenn dein bester Freund bei den Gegnern im Tor steht." Barcelona-Torwart Marc-André ter Stegen kommentierte den Post mit: "Unpassend und respektlos. Zum wiederholten Male! Schämt Euch."
faz.net, twitter.com

Twitter-Kauf: Elon Musk stört sich an einer Abfindung an einen Whistleblower.

Musk meckert: Tesla-Gründer Elon Musk findet eine weitere Rechtfertigung dafür, den Twitter-Deal nicht durchzuziehen. Demnach habe Twitter dem Ex-Sicherheitschef Peiter Zatko eine Abfindung von 7 Mio Dollar gezahlt, ohne Musk vorher gefragt zu haben. Damit habe die Plattform gegen die Übernahme-Bedingungen verstoßen, die derartige Zahlungen beschränke. Zatko hatte Twitter "katastrophale Zustände" vorgeworfen.
zeit.de, turi2.de (Background)

Gericht verweigert eine Verschiebung des Twitter-Verfahrens.

Aufschub abgelehnt: Tech-Milliardär Elon Musk scheitert mit seinem Antrag auf eine Verschiebung des Gerichtverfahrens rund um die geplatzte Twitter-Übernahme. Die Richterin sei davon überzeugt, dass "auch vier Wochen Verzögerung weitere Schäden bei Twitter verursachen könnten". Die Anwälte von Musk hatten damit argumentiert, Informationen von Twitter zur Sicherheit der Daten prüfen zu wollen. Der Prozess beginnt somit wie geplant am 17. Oktober.
handelsblatt.com (€), theverge.com, turi2.de (Background)

Basta: Gratulanten twittern Glückwünsche an die falsche Liz Truss.

Don't Trusst Twitter: Die neu gewählte britische Premier­ministerin Liz Truss bekommt bei Twitter Glückwünsche an den Account @Liztruss. Der gehört aber gar nicht ihr, sondern der Twitter-Nutzerin Liz Trussell, die zuletzt im März 2018 etwas getwittert hatte und nun plötzlich mehr als 8.500 Follower zählt. @Trussliz, die Regierungs­chefin, sollte überlegen, ob sie @Liztruss nicht als Social-Media-Ministerin in ihr Kabinett holt.
spiegel.de

Twitter testet Editier-Funktion für Tweets.

Bearbeiten erlaubt: Twitter startet einen Test­lauf für die Editier-Funktion von Beiträgen. Zunächst dürfen nur Twitter-Angestellte Tweets nachträglich bearbeiten, später dann Twitter-Blue-Abonnentinnen. Der Editier-Zeitraum ist während des Pilot­projekts auf die ersten 30 Minuten nach Absetzen eines Tweets begrenzt, Veränderungen werden optisch kenntlich gemacht.
twitter.com, sueddeutsche.de

Twitter-Whistleblower sagt “unfreiwillig” im Musk-Prozess aus.

Wenn's sein muss: Die Anwälte von Elon Musk haben den Ex-Sicherheits­chef des Kurz­nachrichten­dienstes Peiter Zatko vorgeladen, um im Prozess Musk vs. Twitter auszusagen. Der Twitter-Whistleblower, der massive Sicherheits­­probleme auf der Plattform beklagt, komme der Aufforderung "unfreiwillig" nach. Zatko wolle Musk bei dem Prozess eigentlich nicht unterstützen. Musk nutzt derweil die Enthüllungen, um das Kaufangebot für Twitter abermals als ungültig einzustufen.
orf.at, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Ehemaliger Twitter-Sicherheitschef spricht über “katastrophale Zustände” bei dem Kurznachrichtendienst.


Twitter-Leak: Der ehemalige Twitter-Sicherheits­chef Peiter Zatko spricht in einem Enthüllungs­bericht über massive Sicherheits­probleme bei dem Kurz­nachrichten­dienst, berichten CNN und "Washington Post". Demnach stelle die Plattform eine "Bedrohung für die persönlichen Daten seiner Nutzer, für die Aktionäre des Unternehmens, für die nationale Sicherheit und für die Demokratie" dar. Zatko hatte bereits im Juli eine entsprechende Beschwerde bei der US-Börsen­aufsicht SEC eingereicht. Darin schreibe er auch von einem "chaotischen und rücksichts­losen Umfeld in einem schlecht geführten Unternehmen". Zu viele Mitarbeitende hätten unbeaufsichtigt Zugang zu "zentralen Kontrollen" und "sensiblen Informationen". Zudem gebe es mindestens einen Mitarbeiter, "der möglicher­weise für einen ausländischen Geheimdienst" arbeite. Weitere Vorwürfe des Whistle­blowers betreffen die Unternehmens-Spitze, die den Vorstand und staatliche Aufsichts­behörden über Sicherheits­lücken getäuscht habe.

Zatko äußert sich auch bezüglich des aktuellen Streits zwischen Twitter und Tesla-Chef Elon Musk. Seinen Angaben nach verfüge Twitter über keine verlässliche Methode, um die Anzahl an Fake-Accounts auf der Plattform zu ermitteln. Das Thema der gefälschten Profile und Bot-Accounts ist eines der Haupt­argumente Musks, den 44-Mrd-Deal platzen zu lassen.

Der als Hacker bekannt gewordene Zatko war im Januar von dem Unternehmen gefeuert worden, weil er laut Twitter schlechte Leistungen erbracht habe. Die aktuellen Vorwürfe weist der Konzern zurück und wirft dem Whistle­blower vor, seinem ehemaligem Arbeit­geber schaden zu wollen. Eine Sprecherin sagt der "Washington Post" und CNN, Twitter habe keinen Zugang zu detaillierten Vorwürfen von Zatko, nach derzeitigen Erkenntnissen weisen diese jedoch "Ungenauigkeiten" auf. (Foto: Screenshot CNN)
edition.cnn.com, t-online.de, handelsblatt.com

“Unberechtigter Angriff”: Polen wirft Deutschland “Fake-News” vor.

Fischsterben in der Oder: Polens Umweltministerin Anna Moskwa wirft Deutschland auf Twitter die Verbreitung von "Fake-News" vor. Pestizide und Herbizide habe man in den toten Fischen nicht entdeckt: "Ein ungerechtfertigter Angriff auf die Landwirtschaft. Erst die Industrie, jetzt die Landwirtschaft? Was kommt als Nächstes?" Zuvor hatte Brandenburgs Umweltministerium mitgeteilt, erhöhte Pestizid-Werte im Fluss nachgewiesen zu haben – die Dosis sei jedoch nicht unmittelbar tödlich für die Fische gewesen.
tagesschau.de

Zahl des Tages: Saudi-Arabien verurteilt Studentin wegen Retweets zu 34 Jahren Haft.

Zahl des Tages: Zu 34 Jahren Haft verurteilt ein Gericht in Saudi-Arabien die Studentin Salma al-Shehab, weil sie auf ihrem Twitter-Konto Beiträge von Frauenrechts-Aktivisten geteilt hat. Damit destabilisiere sie "die gesellschaftliche und staatliche Sicherheit". Die Frau setzt sich vor allem gegen die männliche Vormundschaft ein, bei Twitter folgen ihr nur etwas mehr als 2.500 Menschen.
deutschlandfunk.de, stern.de

Lese-Tipp: Die Hooligans gegen Satzbau lassen die Masken fallen.

Lese-Tipp: Seit zwölf Jahren schießen die Hooligans gegen Satzbau online gegen Nazi­parolen und rechte Hass- und Hetz­kampagnen – bisher immer anonym. Nun legen Kiki Klugscheißer und ihr Ehemann Grafikhool die Masken ab und gleichzeitig ihre Marke ad acta. Melanie Skurt hat die beiden für das Magazin "Veto" besucht, die kritisieren: "Heute kannst du kaum noch einen Witz machen, ohne dass er komplett seziert wird."
veto-mag.de via bildblog.de

Twitter-User bedroht die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling.

Nach Rushdie-Angriff: Die britische Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling ist auf Twitter bedroht worden. Sie hatte kurz nach dem Messer-Angriff auf den Schriftsteller Salman Rushdie getwittert: "Ich hoffe, er ist okay." Darauf antwortete ein User: "Keine Sorge, du bist die nächste." Zunächst hatte Rowling den Twitter-Support um Unterstützung gebeten, inzwischen sei die Polizei eingeschaltet – auch wegen anderer Drohungen.
rnd.de, twitter.com, turi2.de (Background)


Twitters Editierfunktion kommt nur für zahlende Userinnen.

Twitter will seine Editierfunktion nur für zahlende Userinnen im Rahmen von Twitter Blue verfügbar machen. Twitter Blue ist bisher nur in den USA, Kanada, Neuseeland und Australien verfügbar, deutsche Nutzerinnen können ihre Tweets daher zunächst nicht bearbeiten. Wie lange die Korrektur von Tweets nach dem Zwitschern möglich ist, ist noch unklar.
onlinemarketing.de, turi2.de (Background)