Medienberichte: Microsoft will KI-Spezialisten Nuance kaufen.

Microsoft 150KI-Kauf: Microsoft steht offenbar kurz vor der Übernahme von Nuance Communications, einem Anbieter von intelligenter Spracherkennungs-Technologie. Laut Bloomberg und Reuters befinde sich Microsoft in fortgeschrittenen Verhandlungen, der Kaufpreis soll bei rund 16 Mrd Dollar liegen. Sollte die Übernahme gelingen, wäre es die zweitgrößte in der Geschichte von Microsoft, für Linked-in hatte der Software-Konzern 2016 rund 26 Mrd Dollar auf den Tisch gelegt.
bloomberg.com, reuters.com via golem.de, handelsblatt.com

Flyeralarm kündigt Sponsoring-Verträge mit dem DFB.


Rote Karte: Die Online-Druckerei Flyeralarm, Hauptgeldgeber der Würzburger Kickers in der 2. Bundesliga, beendet wegen mehreren vermeintlichen Schiedsrichter-Fehlentscheidungen ihren Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund nach 2023. "Nach elf spielentscheidenden Fehlentscheidungen kündige ich auf diesem Wege vorab in mündlicher Form – mit aller Gelassenheit und ohne Emotionen – sämtliche Verträge mit dem DFB", sagte Firmenchef Thorsten Fischer laut einer Mitteilung. Dies betreffe das "komplette Sponsoring für die Nationalmannschaft und den DFB".

"Ich habe den Glauben wie Hoffnung an eine Gleichbehandlung und seriöses Geschäftsgebaren verloren", so Fischer weiter. Laut der dpa geht es um Gelder von rund vier Mio Euro, vor allem für Bandenwerbung bei Länderspielen. Das seit 2019 laufende Namenssponsoring bei der Frauen-Bundesliga will Flyeralarm jedoch separat betrachten und prüfen, weil "die Frauen in dieser männerlastigen Domäne DFB überhaupt nichts dafür können".
sportschau.de, bild.de

Vorbild Aldi? Lidl teilt sein Geschäft in Nord und Süd auf.

Lidl teilt sein Vertriebsgebiet wie Konkurrent Aldi in Nord und Süd auf, um lokal konkurrenzfähiger zu werden, berichtet die "Lebensmittel Zeitung". Von den Umstrukturierungen betroffen sind die Betreuung der Filialen sowie die Expansion und Logistik. Anders als Aldi bleibt Lidl aber ein einheitliches Unternehmen, auch der Einkauf soll zentral organisiert bleiben.
lebensmittelzeitung.net via businessinsider.de, watson.de

Bund beschließt zusätzliche Corona-Hilfen für Unternehmen.

Nachschub: Die Bundesregierung legt bei den Corona-Hilfen nach und nimmt dafür laut der dpa einen "höheren zweistelligen Milliardenbetrag bis maximal 50 Mrd Euro" in die Hand. Davon sollen Firmen profitieren, die in mindestens drei Monaten seit November 2020 einen Umsatzeinbruch von je mehr als 50 % verzeichnet haben. Sie sollen den neuen Eigenkapitalzuschuss neben der Überbrückungshilfe III erhalten.
stern.de, morgenpost.de

Volkswagen bleibt Volkswagen: “Voltswagen” ist ein PR-Gag.

Angeschmiert: Volkswagen benennt sich doch nicht in "Voltswagen" um, berichten Reuters und das Wall Street Journal. "Voltswagen" sei lediglich ein Marketing-Gag gewesen und habe Aufmerksamkeit auf ein neues E-Auto-Modell lenken sollen. Offenbar sei die angebliche Namensänderung ursprünglich als Aprilscherz vorgesehen gewesen.
reuters.com, wsj.com via theverge.com, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Biontech erhöht Impfstoff-Produktionsziel auf 2,5 Mrd.

Zahl des Tages: Beachtliche 2,5 Mrd Impfdosen wollen Biontech und sein US-Partner Pfizer bis Ende 2021 produzieren, das sind 20 % mehr als ursprünglich geplant. Zuletzt hatten die Unternehmen ihr Produktionsziel von rund 2 Mrd auf bis zu 2,4 Mrd angehoben. Für 2020 meldet Biontech einen Umsatz von 482,3 Mio Euro, 270,5 Mio davon sind mit dem Covid-Impfstoff gemacht worden. 2019 hatte Biontech 108,6 Mio Euro eingenommen.
finanzen.net, bild.de

Amazon hat Ärger mit Fake-Profilen.

Toiletten-Tweets: Offenbar haben sich Internet-Trolle unter den "von Amazon aufgestellten Jubelchor" bei Twitter gemischt, schreibt Philipp Bovermann in der "Süddeutschen Zeitung". Sie schwärmen u.a. von zeitintensiven Toilettengängen. Jüngst waren erneut Vorwürfe aufgekommen, Amazon-Angestellte müssten wegen des großen Zeitdrucks in Flaschen urinieren. Schon 2018 hatte Amazon eingeräumt, Beschäftigte für positive Internet-Kommentare zu bezahlen. Im März sind neue Profile aufgetaucht, "in der heißen Phase der Entscheidung" über eine mögliche Gewerkschaft in Alabama.
sueddeutsche.de

VW-Chef Diess: Porsche-Börsengang derzeit kein Thema.

Nein zur Börse: Porsche soll vorerst nicht an die Börse kommen, sagt VW-Konzernchef Herbert Diess (Foto) im "FAZ"-Interview. Die Gewinne des Sportwagen-Herstellers würden derzeit für Investitionen in Elektromobilität und autonomes Fahren gebraucht: "Im Moment spricht viel dafür, das Geld für unseren Strukturwandel zu nutzen". Porsche sei die "beste Ertragsperle": Konkret spricht Diess von einem operativen Ergebnis in Höhe von 4 Mrd Euro und einer Rendite von 15 %.

Porsche-Finanzchef Lutz Meschke hatte sich zuletzt für einen Teilbörsengang von Porsche ausgesprochen. Dadurch würde der Wert der Marke sichtbarer und die Bewertung des Mutterkonzerns steigen. Diess erteilt entsprechenden Überlegungen nun aber eine klare Absage: "Die Konzernteile einzeln zu bewerten, passt aus meiner Sicht nicht in eine Zeit, in der unsere Transformation zur E-Mobilität gewaltige Synergien quer durch alle Unternehmenssparten bringen wird."
faz.net

“Bild”: Biontech und Pfizer haben erste Studien zum Impfen von Kindern gestartet.

Corona-Impfungen von Kindern könnten Anfang 2022 starten, berichtet die "Bild". Biontech und Pfizer hätten erste Studien zum Impfen von Kindern gestartet. Zeitnah sollen Daten zu Impfungen von 12- bis 15-Jährigen veröffentlicht werden. In einer weiteren Studie wird der Impfstoff an 4.500 Kindern im Alter von sechs Monaten bis elf Jahren untersucht.
bild.de

Mehrere Corona-Fälle auf Tesla-Baustelle.

Corona-Ausbruch: Bei Tesla sind mindestens 20 Corona-Fälle auf der Großbaustelle für die Gigafactory in Berlin aufgetreten, meldet der "Tagesspiegel". 40 der schätzungsweise 1.000 bis 2.000 Beschäftigten von Tesla und Baufirmen stehen unter Quarantäne. Laut einer Branchen-Insiderin habe der E-Auto-Bauer ein eigenes Testcenter auf der Baustelle eingerichtet, Mitarbeitende würden nun regelmäßig getestet.
tagesspiegel.de

Basta: Haribo macht Dealer froh und die Polizei nicht ganz so.

Bärenstarke Partydrogen: Die Pariser Polizei klopft sich auf die Schulter, eine Ecstasy-Werkstatt ausgehoben und Drogen im Wert von fast einer Mio Euro beschlagnahmt zu haben – muss dann aber bei genauerer Betrachtung feststellen, dass das Pulver lediglich aus zerkleinerten Schaumzucker-Erdbeeren von Haribo besteht.
faz.net


Porträt im “Spiegel”: Douglas-Chefin Tina Müller “arbeitet hart” und ist “oft hart zu anderen”.

Umstrittener Kurs: Douglas-Chefin Tina Müller ist eine "Tausend-Ideen-Marketing-Frau", ihr Führungsstil stößt intern jedoch auf Kritik, schreiben Simon Book und Kristina Gnirke im "Spiegel". Der Verschleiß von Führungspersonal sei hoch. Schon bei Opel hätten sich viele Mitarbeitende "nicht gehört und mitgenommen" gefühlt. Enge Vertraute würden bis heute rätseln, warum die Managerin "mitunter die Beherrschung verliert".
"Spiegel" 12/2021, S. 68 (Paid)

Unilevers Marketing ist nicht auf Höhe der Zeit.

Reaktionär: "Unilever hinkt dem Zeitgeist hinterher", wenn es das Wort "normal" erst jetzt nicht mehr nutzt, schreibt Kathrin Werner. Der Konzern reagiere vor allem, weil "politische Unkorrektheit Profit kosten" könne. Um Marketing-Fehler künftig zu vermeiden und Tuchfühlung mit der gesellschaftlichen Realität zu bekommen, brauche es mehr Diversität in Unternehmen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Deutsche Banken machen Giropay zur einheitlichen Online-Bezahlmarke.

Alles in einem: Die deutschen Banken und Sparkassen bündeln ab Mitte Mai ihre drei Online-Bezahldienste Giropay, Paydirekt und Kwitt unter der Marke Giropay. Zu einem späteren Zeitpunkt wollen die Geldhäuser auch die Girocard in den gemeinsamen Markenauftritt integrieren. Mit dem neuen Angebot wollen die Banken vor allem US-Größen wie PayPal und Google Pay Konkurrenz machen.
handelsblatt.com (Paid), wuv.de, turi2.de (Background)

Lego verbucht größtes Wachstum seit fünf Jahren.

Klötzchen-Kohle: Lego meldet für 2020 das größte Wachstum der letzten fünf Jahre – eine 13-prozentigen Steigerung des Umsatzes auf 5,9 Mrd. Der Gewinn beläuft sich auf 1,73 Mrd Euro, ein satter Zuwachs von 19 %. Der dänische Spielwarenkonzern spricht durch etliche Markenkooperationen, von Adidas über Star Wars bis zu Super Mario, auch immer mehr Erwachsene an.
sueddeutsche.de

Meinung: Dolce & Gabbana kann im Kampf gegen Instagram-Kritikerinnen “nur verlieren”.

Aussichtslos: Das Mode-Label Dolce & Gabbana lässt sich auf einen Rechtsstreit mit den Modebranche-Kritikerinnen von Diet Prada ein, den es "aus PR-Perspektive nur verlieren kann", schreibt Silvia Ihring im "Welt"-Ableger "Iconist". Mit der Klage riskiere man, "die bereits geleistete, mühsame Arbeit für eine Versöhnung mit dem asiatischen Publikum wieder zunichtezumachen". Zudem stelle es "die Aufrichtigkeit einer Entschuldigung infrage", wenn man "im Hintergrund gegen ebenjene gerichtlich vorgeht, die zu dieser Entschuldigung aufgerufen haben". Diet Prada hatte Dolce & Gabbana 2018 für einen stereotypisierenden China-Werbeclip sowie für rassistische Äußerungen von Stefano Gabbana kritisiert – und zu einem Boykott aufgerufen.
welt.de

Zitat: EU-Kommissionsvizin Margrethe Vestager ist gegen europäische Industrie-Champions.

"Wir sollten es den Chinesen überlassen, Chinesen zu sein."

Margrethe Vestager, Vizepräsidentin der EU-Kommission, spricht sich im "Handelsblatt"-Interview gegen Lockerungen der Wettbewerbskontrolle in Europa aus – und hält nichts von dem Aufbau von staatlich gestützten Unternehmen wie in China: "Man kann sich nicht ein Element des chinesischen Systems herausgreifen und sagen: 'Das wollen wir auch'".
handelsblatt.com (Paid)

weitere Zitate:

... über eine Tech-Allianz mit den USA:

"Wir brauchen auf Spitzenebene die Keimzelle für eine Allianz der Demokratien, weil die Systemrivalität, in der wir uns befinden, sehr eng mit dem technologischen Wettrennen verknüpft ist."

... über einen möglichen transatlantischen Konsens bei der Regulierung von Großkonzernen wie Google, Amazon und Facebook:

"Heute ist der Blick auf die Tech-Konzerne in beiden politischen Lagern der USA ein anderer. Das ermöglicht neue Diskussionen."

Milliardenschwerer Vergleich: Daimler legt Diesel-Streit in den USA bei.

Daimler legt den Rechtsstreit um überhöhte Diesel-Emissionen in den USA bei. Ein US-Bundesgericht hat dem im September 2020 ausgehandelten 1,5-Mrd-Dollar-Vergleich mit den Behörden zugestimmt. Teil des Deals ist zudem eine Zivilstrafe von 875 Mio Dollar. Weitere 550 Mio Dollar muss Daimler für den Ausgleich von Umweltschäden und den Rückruf von Dieselautos zahlen.
n-tv.de, wiwo.de

Seven.One Entertainment will künftig umweltschonend plakatieren.

Seven.One Entertainment will künftig nur noch mit Plakaten auf Recycling-Papier werben, um den ökologischen Fußabdruck des Senders zu verkleinern. Den Anfang machen die Plakate zur "Sat.1 Waldrekord-Woche", die ab heute deutschlandweit zu sehen sind. Zumindest bei klassisch geklebten Plakaten muss Seven.One aber noch Abstriche machen: Dort eignet sich nur FSC-zertifiziertes Papier.
dwdl.de

Basta: Apotheken bleiben wegen Corona auf Medikamenten sitzen.

Vorsicht ist die beste Medizin: Apotheker*innen bleiben schachtelweise auf Medikamenten sitzen, die normalerweise besonders in der kalten Jahreszeit gefragt sind. Wick Medinait und Sinupret entwickeln sich aufgrund fehlender Erkältungen zu Ladenhütern, auch Imodium akut gegen Durchfall wird kaum noch benötigt. Abgesagte Feiern vermiesen der Pharma sogar das Geschäft mit schneller und unvorsichtiger Liebe: Die "Pille danach" setzt ebenfalls Staub an.
merkur.de

MediaMarktSaturn-Chef Ferran Reverter streicht die Segel.

Strom abgestellt: Ferran Reverter, Chef von Media Markt und Saturn, räumt vorzeitig zu 30. Juni seinen Posten. Eine Verlängerung seines am 30. Oktober auslaufenden Vertrages habe er nicht gewollt, sagt Mutterkonzern Ceconomy. Reverter steht seit Oktober 2018 an der Unternehmensspitze. Ceconomy hat kürzlich die Komplettübernahme der Elektronikhandelsketten auf den Weg gebracht.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Zitat: Alexander Sixt hat nichts von den Rückzugsplänen seines Vaters gewusst.

"Es steht mir nicht zu, mit ihm darüber zu reden und zu fragen: 'Wann gehst du?' Das ist seine Entscheidung und auch eine Frage des Respekts den Eltern gegenüber."

Alexander Sixt erklärt im "Welt am Sonntag"-Interview, dass Vater Erich Sixt die Übergabepläne nicht vorweg mit den Söhnen abgestimmt habe. Konstantin Sixt betont, dass sie "dauerangespannte Familienkonflikte vom Hörensagen, aber nicht aus eigenem Erleben kennen".
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Weitere Zitate:

Alexander Sixt über den Umgang mit der Corona-Politik:

"In Deutschland wird gern nach Fehlern in der Vergangenheit gesucht. Wir schauen viel zu wenig nach vorn."

Konstantin Sixt über die Haltung der Brüder zur Übernahme:

"Wir denken dynamisch, nicht dynastisch. Aber für uns beide fühlt sich die übertragene Führung des Unternehmens auch wie ein logischer Schritt an."

Zahl des Tages: Accenture ist Übernahme-König.

Zahl des Tages: Mindestens 65 Übernahmen in den letzten zwei Jahren machen Beratungsunternehmen Accenture zum fleißigsten Firmen-Aufkäufer, berichtet Bloomberg. Mit seinen meist eher kleinen Zukäufen sei der Konzern sogar aktiver als Private-Equity-Riesen wie Blackrock oder KKR. 2020 hat Accenture 1,5 Mrd Dollar für Übernahmen in die Hand genommen, 2021 sind 1,7 Mrd Dollar angepeilt.
faz.net

Hör-Tipp: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr hält die RNA-Technologie für extrem sicher.

Hör-Tipp: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr sagt im Chefgespräch-Podcast der "Wirtschaftswoche" mit Beat Balzli, dass kein "Medikament so gut erforscht ist wie die RNA-Technologie". An ihr werde bereits 20 Jahre gearbeitet. Bill Gates habe er persönlich "im Heizungskeller eines Pariser Hotels" von seinem Einstieg bei Curevac überzeugt. Er spreche sich mit Kollegen wie Uğur Şahin ab, weil sie "eine völlig neue Industrie" aufbauen. Hoerr berichtet auch von seiner Hirnblutung, die ihn zu Beginn der Corona-Pandemie ins Koma fallen ließ und fordert "mehr Mut zu Visionen in Deutschland".
wiwo.de (49-Min-Audio)

Meinung: Erich Sixt sollte nicht aufhören.

Öde Werbung: Erich Sixt (Foto) sollte auch nach seinem Ausscheiden als Geschäftsführer ein Auge auf die Werbung des Autovermieters werfen, schreibt Horizont-Autor Mehrdad Amirkhizi. Zuletzt sei es "ohne groß nachzudenken" nur noch darum gegangen, "auf Teufel komm raus irgendein aktuelles Ereignis aufzugreifen". Ein Negativ-Beispiel sei das Werbemotiv mit Finanzminister Olaf Scholz, der Bezug zu Marke und Produkt seien "ziemlich weit hergeholt".
horizont.net (Paid), facebook.com (Scholz-Motiv), turi2.de (Background)

“Rheinische Post”: Verleger-Familie Arnold steht vor dem Ausstieg.

Exit-Drama: Bei der "Rheinischen Post" eskaliert hinter den Kulissen ein jahrelanger Machtkampf, schreibt Marvin Schade bei Medieninsider. Offenbar stehen die zwölf Erben von Mitgründer Karl Arnold kurz vor einem Ausstieg aus der Rheinisch-Bergischen Verlagsgesellschaft, dem Unternehmen hinter der Rheinischen Post Mediengruppe. Ein finaler Notartermin sei am Freitagmorgen jedoch kurzfristig nicht zustande gekommen. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, dass die Arnold-Erben ihre Anteile von knapp 28 % direkt an die Verlagsgesellschaft abgeben, die Stimmrechte hätten anteilig an die übrigen Gesellschafter verteilt werden sollen. Ein Unternehmenssprecher möchte den Medieninsider-Bericht zunächst nicht bestätigen.

In einigen Punkten müsse nun nachverhandelt werden, die Stimmung sei "höchst emotional", heißt es aus Insiderkreisen. Der vermutlich millionenschwere Ausstieg der Arnolds soll aus liquiden Mitteln bezahlt werden. Unter anderem durch den Verkauf der Immowelt-Anteile im Oktober 2019 würden die Kassen der Mediengruppe derzeit als "gut gefüllt" gelten. Der baldige Ausstieg der Arnolds sei das Ende eines langanhaltenden Machtkampfs in Gesellschafterkreisen: 2018 hatte es Berichte darüber gegeben, dass Geschäftsführer Karl Hans Arnold, Enkel des gleichnamigen Co-Gründers, "weggeputscht" worden sei.
medieninsider.com (Paid), turi2.de (Background)

Michael Hagspihl wird Marketing-Chef-Koordinator bei der Telekom.

Umstrukturierung: Michael Hagspihl wird Marketing-Chef bei der Telekom. Der bisherige Privatkunden-Geschäftsführer wechselt Anfang Mai auf den neu geschaffenen Posten. Er soll für besser aufeinander abgestimmte Kommunikationsaktivitäten des Konzerns sorgen. Auf seiner bisherigen Position folgt André Almeida nach, der aktuell im Europa-Geschäft tätig ist.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Bezahlfirma Square übernimmt Musik-Streamer Tidal.

Geschluckt: Der Musik-Streamingdienst Tidal gehört künftig dem Zahlungsdienstleister Square. 297 Mio Dollar legt das Unternehmen von Twitter-Chef Jack Dorsey dafür hin. Tidal war 2014 von einer norwegischen Firma gegründet worden, 2015 hatte US-Rapper Jay-Z den Dienst gemeinsam mit anderen Musiker*innen übernommen. Jay-Z soll als Teil des Deals Mitglied im Square-Verwaltungsrat werden.
handelsblatt.com

Deliveroo bereitet seinen Börsengang vor.

Hungrig auf Investoren-Geld: Essenslieferdienst Deliveroo nimmt einen der größten Londoner Börsengänge seit drei Jahren in Angriff. Im Raum steht eine Bewertung von bis zu 7 Mrd Dollar. Noch in der ersten Jahreshälfte will Deliveroo seinen Börsengang mit zwei Aktiengattungen starten. Aus Deutschland hat sich der Essenslieferant aufgrund der großen Konkurrenz bereits 2019 zurückgezogen.
handelsblatt.com (Paid), investing.com

Zahl des Tages: Deutschlands Gender-Pay-Gap ist besonders groß.

Zahl des Tages: Einen erbärmlichen 32. Platz von 34 untersuchten Euro-Ländern besetzt Deutschland beim Thema Gender-Pay-Gap. Im Schnitt verdienen Frauen 19 % weniger, nur Estland und Österreich schneiden schlechter ab. Die Statistik des DIW verrät auch, dass die Lohnlücke in einigen Ländern wie Italien besonders gering ist, weil dort weniger Frauen berufstätig sind. Wenn sie arbeiten, dann haben sie tendenziell ein höheres Einkommen.
spiegel.de

Aldi verkauft ab kommenden Samstag Corona-Schnelltests.

Schnelldi: Aldi verkauft ab Samstag Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung in seinen Filialen. Anfangs dürfen Kund*innen nur jeweils eine Packung kaufen. Deren Preis liegt bei 25 Euro, enthalten sind fünf Tests. Nach einem Nasenabstrich liegt das Ergebnis nach 15 Minuten vor und soll zu 96 % akkurat sein. Damit kommt Aldi Konkurrenten wie dm um wenige Tage zuvor.
rnd.de, turi2.de (Background)

Janina Kugel und Jutta Dönges ziehen in den Tui-Aufsichtsrat ein.

Regierungsvertreterinnen: Die Ex-Siemens-Personalvorständin Janina Kugel (Foto), 50, und die Co-Chefin der Deutschen Finanzagentur Jutta Dönges, 47, werden Teil des Aufsichtsrats von Tui. Sie werden von der Bundesregierung entsandt, die zwei Aufsichtsratssitze als Bedingung für ein drittes Hilfspaket ausgehandelt hat. Kugel ist aktuell Senior Advisor für die Boston Consulting Group.
handelsblatt.com

Intel soll in US-Patentstreit mehr als 2 Mrd Dollar Schadensersatz zahlen.

Passionierter Patentstreit: Chiphersteller Intel soll rund 2,2 Mrd Dollar Schadensersatz an einen "Patenttroll" zahlen. Die Firma VLSI Technology LLC verklagt immer wieder Firmen im großen Stil - jetzt im US-Bundesstaat Texas erstmalig erfolgreich. Es handelt sich um zwei Patente für Technologien aus der Halbleiterproduktion, die Intel laut dem Urteil verletzt hat.
spiegel.de, computerbase.de

Volocopter sammelt 200 Mio Euro ein.

Geld im Anflug: Volocopter sammelt in einer Finanzierungsrunde 200 Mio Euro ein. Neu als Investoren steigen u.a. Continental und der umstrittene Vermögensverwalter Blackrock ein. Die bestehenden Investoren wie die Logistiktochter der Deutschen Bahn, Intel und Daimler haben sich wieder beteiligt. Mit dem frischen Geld will Volocopter die Zulassung des E-Flugtaxis namens "VoloCity" beschleunigen.
spiegel.de, ntv.de

Ritter Sport vergibt seinen OOH-Etat an Planus Media.

Ritter Sport vergibt seinen Etat für Out-of-Home nach 15 Jahren neu: Die Kölner Agentur Planus Media übernimmt von der WPP-Tochter Kinetic. Hinter dem Wechsel steckt offenbar die Rückkehr eines Bekannten: Holger Walsch, seit Ende 2018 Geschäftsführer bei Planus Media, hat zuvor bei Kinetic auch Ritter Sport betreut. OOH ist eine wichtige Säule im Marketing-Mix des Schoko-Konzerns. 2020 flossen laut Nielsen rund 11,5 Mio Euro in Außenwerbung, fast zwei Drittel des gesamten Werbebudgets.
horizont.net, horizont.net (Walsch)