EU-Kommissarin für Gesundheit rechnet ab Ende 2020 mit Corona-Impfstoff.

Corona-Impfstoff könnte Ende 2020 oder Anfang 2021 verfügbar sein, sagt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides dem "Handelsblatt". Weltweit arbeiten derzeit mehrere Firmen und Labore an einem Mittel, das vor einer Covid-19-Ansteckung schützen soll. Der Chef des deutschen Biontech hatte zuletzt mitgeteilt, bis Dezember die Zulassung für einen Impfstoff beantragen zu wollen.
handelsblatt.com, turi2.de (Biontech), turi2.de (Background)

“Spiegel”: Bundesregierung ist über zögerliche Lufthansa-Erstattung verärgert.


Ärger im Anflug: Die Lufthansa verärgert die Bundesregierung mit ihrer Praxis, Tickets gestrichener Flüge nur sehr zögerlich zu erstatten, berichtet der "Spiegel". Das Wirtschafts­ministerium sei "irritiert", dass die Airline mehr als 1 Mio Kund*innen trotz des Hilfspakets von rund 9 Mrd Euro weiterhin hinhalte. Das Ministerium habe der Lufthansa deswegen "teils geharnischte E-Mails" geschrieben. Es sei "nicht nachvollziehbar", dass die Lufthansa ihren gesetzlichen Verpflichtungen bisher nicht nachkommt, sagt Wirtschafts-Staatssekretär Ulrich Nußbaum und mahnt, es gehe um eine "Frage des Vertrauens".

Laut "Spiegel" hat das Luftfahrt­bundesamt bereits ein Ordnungs­widrigkeits­verfahren gegen den Kranich eingeleitet. Die zögerliche Bearbeitung der Rückerstattungen könnte eine Geldstrafe zwischen einer halben und einer Mio Euro zur Folge haben. Angesicht der insgesamt 3 Mrd Euro, die die Lufthansa ihren Passagier*innen zurückerstatten muss, wohl keine so große Drohgebärde.
spiegel.de

Management von Mediamarkt Saturn fehlen innovative Ideen, meint Kristina Gnirke.

Mediamarkt Saturn, "früher Taktgeber für den ganzen Einzelhandel", geht es seit Jahren mies und dem Management fehlen Ideen, die daran etwas ändern, schreibt Kristina Gnirke. In einem internen Sparplan liest sie "Vorschläge, wo sich Kosten kürzen lassen, ohne jeden Einfall, wie sich der Umsatz steigern ließe". Der Plan sieht vor, 3.500 Vollzeitstellen einzusparen und 128 Mio Euro einzusparen. Führungskräfte verließen den Konzern gefrustet, einige sogar ohne neue Jobs, die Eigentümer bahnten einen Chefwechsel an.
"Spiegel" 33/2020, S. 73 (Paid)

Der US-Milliardär Dan Friedkin kauft den AS Rom.

AS Rom: Der italienische Fußballclub bekommt im US-Milliardär Dan Friedkin einen neuen Besitzer. Friedkin zahlt dem bisherigen Club-Eigner James Pallotta 600 Mio Euro, die Kontrolle über den Club soll Sohn Ryan Friedkin übernehmen. Pallotta war 2011 beim börsennotierten AS Rom eingestiegen und war seit 2014 Alleinbesitzer. Eigentlich wollte er den Verein zu einem europäischen Topclub formen, in seiner Zeit gelang aber nicht einmal der nationale Meistertitel, der stets an Juventus Turin ging.
spiegel.de

Constantin Birnstiel verlässt Merck, Thomas Möller übernimmt als Leiter Group Communications.

Merck und Constantin Birnstiel (Foto) gehen getrennte Wege. Birnstiel war seit 2017 Head of Group Communications und verlässt den Pharma-Konzern nun "auf eigenen Wunsch". Thomas Möller, 44, übernimmt mit sofortiger Wirkung. Er hat bislang die Corporate Communications verantwortet und zusammen mit Birnstiel den weltweiten Newsroom des Unternehmens aufgebaut.
healthcaremarketing.eu

Lufthansa verbucht im 2. Quartal einen Verlust von 1,5 Mrd Euro.


Im Tiefflug: Die Lufthansa verbucht im 2. Quartal einen Rekord­verlust von 1,5 Mrd Euro, im Vergleich zu 226 Mio Euro Gewinn im Vorjahr. Der Umsatz bricht um 80 % auf 1,9 Mrd Euro ein, die Zahl der Fluggäste liegt bei nur noch 4 % im Vergleich zu 2019. Expert*innen hatten einen Betriebsverlust von fast 2 Mrd Euro vorausgesagt, die Frachttochter Lufthansa Cargo konnte das durch den stark gestiegenen Online-Handel jedoch etwas abfedern. Für den bereits angekündigten Abbau von 22.000 Vollzeitstellen hält die Lufthansa mittlerweile betriebsbedingte Kündigungen für wahrscheinlich. Sie durch ein Entgegenkommen der Arbeitnehmer*innen zu vermeiden, sei nicht mehr realistisch.

Die Gewerkschaften kritisieren das. Von der Vereinigung Cockpit heißt es: "Die Verhandlungen laufen noch. Sich jetzt festzulegen darauf, auf betriebsbedingte Kündigungen nicht zu verzichten, ist konträr." UFO-Geschäftsführer Nicoley Baublies sagt: "Jetzt mit Kündigungen zu drohen, ist unnötig und in der Kabine sogar vertragswidrig". Vorstandschef Carsten Spohr hält dagegen, dass die Krise noch lange andauern werde. Der mittlerweile teilverstaatlichte Konzern rechne nicht vor 2024 "mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau." Das gelte insbesondere für Langstreckenverbindungen.
manager-magazin.de, tagesschau.de

Zahl des Tages: E-Autos boomen im Corona-Jahr.

Zahl des Tages: Fast 17.000 Zulassungen für E-Autos zählt das Kraftfahrt-Bundesamt in Deutschland im Juli. Der Wert liegt knapp 182 % über dem des Vorjahres. Beim neuen Run auf Elektro haben deutsche Hersteller aber das Nachsehen, schreibt das "Handelsblatt" – wegen Lieferzeiten für Modelle von VW oder BMW von bis zu einem Jahr. Ausländische Anbieter seien besser vorbereitet.
handelsblatt.com (Paid), kba.de (Zahlen)

Bahn-Kommunikationschef Schumacher wettert gegen “das System Manager Magazin”.


Er hält 'nen Rant: "Hybris", "Selbstüberschätzung" und "elitäres Gehabe" kennzeichnen das "System Manager Magazin", schimpft Oliver Schumacher, als Kommunikationschef der Deutschen Bahn häufig schmerzgeplagt durch negative Artikel der Hamburger. In einer "Gast-Polemik" für den PR-Report schreibt Schumacher, "Manager Magazin"-Redakteure sähen sich "als Mittelpunkt der deutschen (Wirtschafts-)Publizistik" und reagierten "beleidigt, ja aufrichtig pikiert", wenn sie die neue Konzernstrategie oder spannende Personalien "nicht exklusiv" präsentiert bekämen.

In seinem Offline-Rant wettert Schumacher, die Weltsicht des "Manager Magazin" sei "bemerkenswert simpel": Es sei "ganz egal", was auf der Welt auch geschehe: "Schuld sind meist nur wenige Vorstände und/oder Aufsichtsräte". Zum "System Manager Magazin" gehöre auch das "Kalkül": "Wer exklusive Informationen liefert, wird eher in Ruhe gelassen, mit ein bisschen Glück sogar hofiert." So fuße ein Großteil der Berichte "auf anonymen Quellen".

Es gehöre zur Wahrheit, dass "Selbstüberschätzung und elitäres Gehabe" der "Manager Magazin"-Redakteure "bisweilen in deutschen Chefetagen verfangen": "Da zittern millionenschwere Top-Manager, denen die Alphatier-Gene ansonsten aus jedem Knopfloch tropfen, allen Ernstes vor Veröffentlichung vermeintlicher oder tatsächlicher Insider-Geschichten." Das Zittern sei aber "kaum nachzuvollziehen, denn die MM-Berichte über die Deutsche Bahn haben im vergangenen Jahrzehnt in der Regel nur eines ausgelöst: Schweigen in anderen Medien". Die Artikel versendeten sich nach seiner Erfahrung meist "im medialen Nichts".

Schumacher hält für sich und seine leidgeplagten Kolleg*innen aber auch Trost bereit: Die Auflage des "Manager Magazin" sei ja eher "mickrig" (laut IVW sind es im 2. Quartal 2020 immerhin 97.026 verkaufte Exemplare). "All die Häme und Schadenfreude" erreichten wohl eher "den stellvertretenden Abteilungsleiter Dieter Durchschnitt", der sich durch das "Manager Magazin" bestätigt fühle, "dass die da oben eh keine Ahnung haben".
prreport.de (Paid), turi2.de/koepfe (Profil von Schumacher), turi2.tv (Video-Interview mit Schumacher aus dem Juni 2020)

MediaMarktSaturn will 4.000 Jobs streichen und unrentable Filialen schließen.

MediaMarktSaturn plant den Abbau von bis zu 4.000 Vollzeitstellen, berichtet der "Spiegel". Der Handels­konzern wolle Management-Teams und Landes­gesellschaften stärker zentralisieren, dadurch sollen 3.500 Jobs wegfallen. Weitere 500 Stellen betreffen die Schließung unrentabler Filialen, in einem ersten Zug sollen rund 20 Läden dicht machen. Am 12. August entscheidet der Aufsichtsrat der Mutter-Holding Ceconomy über die Pläne.
spiegel.de

Die Bundesliga will ohne Stehplätze, Alkohol und Gästefans in die Saison starten.


Der Zahlende muss ins Eckige: Die DFL hat heute über die Rückkehr von Fans in die Bundesliga-Stadien beraten und schlägt ein stufenweises Vorgehen vor. Die Clubs stimmten dabei weitestgehend den Vorschlägen des Präsidiums zu. Vom Start am 18. September bis mindestens Ende Oktober soll es keine Stehplätze und keinen Alkoholverkauf geben. Bis mindestens Jahresende, also die komplette Hinrunde, sollen keine Auswärtsfans zugelassen werden. Zudem sollen die Kontaktdaten aller Ticketkäufer erfasst werden. Auf eine konkrete Zahl an Fans im Stadion legen sich die 36 Profivereine nicht fest. Die Vereine sollen individuelle, auf ihr Stadion angepasste, Konzepte erarbeiten. Auf der DFL-Pressekonferenz stellt Ligaboss Christian Seifert heraus, dass die Entscheidung letztlich die Politik treffen muss: "Wir bereiten uns auf alle Möglichkeiten eines Saisonstarts vor", so Seifert. Dazu zähle sowohl ein Ligastart ohne Fans, als auch einer mit wenigen oder mehr. In 14 Tagen soll es ein finales, mit der Politik abgestimmtes Hygienekonzept für die kommende Saison geben.

Laut Seifert geht die Liga davon aus, dass sich die Rückkehr der Fans in Schritten vollziehen wird. "Wenn wir ausschließen, mit wenigen Fans zu spielen, werden wir auch nicht so schnell mit etwas mehr spielen." Seifert kritisiert bei der Pressekonferenz auch indirekt die Corona-Großdemonstration am Wochenende und ruft die Politik auf, diese „bei allem Respekt vor der Versammlungsfreiheit“ genauso kritisch zu prüfen wie andere Großveranstaltungen. Wenn großen Menschenmassen erlaubt werde, Hygienestandards nicht einzuhalten, untergrabe das Regeln des Zusammenlebens. Die Liga habe das Ziel, als positives Beispiel zu dienen.
zdf.de, kicker.de, dfl.de, turi2.de (Background)

Aus der "turi2 edition #6": Peter Turi stellt Christian Seifert vor.

Wirecard: Prüfaufsicht des Wirtschaftsministeriums kontrolliert EY seit 2019.

Wirecard: Die Wirtschaftsprüferaufsicht des Bundeswirtschaftsministeriums ermitteltet bereits seit Oktober 2019 gegen das Unternehmen EY, schreibt das "Handelsblatt". Die beim Wirtschaftsministerium angesiedelte Prüfaufsicht habe die durch EY beaufsichtigten Jahres- und Konzernabschlussprüfungen von Wirecard ab dem Jahr 2015 "auf die Einhaltung der gesetzlichen und berufsrechtlichen Vorgaben" kontrolliert.
handelsblatt.com

Die Deutsche Bank zieht bei der Bonuskarten-App Yunar den Stecker.

Deutsche Bank beerdigt ihren digitalen Kundenkarten-Sammler Yunar nach etwa zwei Jahren, berichtet die "Wirtschaftswoche". Anfang 2020 hatte das Geldhaus damit begonnen, Investor*innen oder eine Käuferin für die App zu finden. Damit ist jetzt Schluss, auch weil die Nachfrage nach Bonusprogrammen von Airlines oder Hotels in der Corona-Krise stark gesunken ist: Ab dem Jahresende müssen Tausende Nutzer*innen auf Yunar verzichten.
wiwo.de, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

MAN Energy Solutions will weniger Stellen streichen als befürchtet.

Schlimmer wurd's nimmer: Nur noch 1.650 statt der ursprünglich angekündigten 3.000 Stellen in Deutschland wird VW-Tochter und Motoren-Bauer MAN Energy Solutions in Deutschland abbauen. Im Ausland sind weitere 950 Jobs betroffen. Darauf hat sich das Unternehmen mit der Gewerkschaft geeinigt. Es produziert unter anderem Motoren für Kreuzfahrtschiffe, die durch Corona aber kaum noch nachgefragt werden.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Basta: H&M lässt Corona-Geplagte in Jeansjacke auf Distanz schmusen.

Kontaktlos kuscheln: Die schwedische Klamottenschleuder H&M bringt eine Jeansjacke heraus, deren eingebaute Sensoren per App und aus der Ferne bedienbar sind und Berührungen vorgaukeln sollen. Für Träger*innen soll sich das nach Schmusen anfühlen. Wir empfehlen einen Begriff für diese Form des Körperkontakts, der genauso absurd ist wie die Jacken-Idee: gruscheln.
horizont.net

Die Gaming-Branche will grüner werden, hat aber ein “Ökologie-Problem”.

Gamer*innen wurde lange "unpolitisches und anti-gesellschaftliches Verhalten unterstellt", sagt Game-Design-Professor Dominik Rinnhofer. Dabei könnten aktuelle Spiele, in denen es um Umweltschutz geht, den sorgsamen Umgang mit Ressourcen trainieren. Gleichzeitig habe die Gaming-Branche durch ihren hohen Stromverbrauch ein "großes Ökologie-Problem".
sueddeutsche.de

Experten raten dazu, in der Corona-Krise nicht zu stark gegen Schwarzarbeit vorzugehen.

Schwarzarbeit wächst in Folge der Corona-Krise, was aber nicht zwingend schlecht ist, schreibt Karsten Seibel. Experten sagen, eine krisenbedingt erhöhte Schwarzarbeit federe für viele Bürger*innen die Folgen des Wirtschaftseinbruchs ab. Das so verdiente Geld fließe dennoch in die Wirtschaft zurück, der Schaden für die Staatskasse zu verkraften.
"Welt am Sonntag", S. 28 (Paid)

Die Nasa gibt SpaceX das “Go”, die US-Astronauten von der ISS zurück zu holen.

Rückflug-Ticket: Die Nasa hat dem Raumfahrt-Unternehmen SpaceX von Elon Musk grünes Licht für den Rückflug der Dragon-Raumkapsel von der ISS mit den beiden Astronauten Douglas Hurley und Robert Behnken gegeben. Wegen eines Hurrikans in Florida hatte die Raumfahrtbehörde den Rückflug zunächst verschoben. Läuft alles wie geplant, landen Hurley und Behnken am Sonntagabend nach US-Zeit im Golf von Mexiko. Die beiden waren Ende Mai mit dem ersten bemannten Raumflug eines privaten Unternehmens überhaupt gestartet.
businessinsider.com

Firmen finden neue Wege, um neue Kräfte während Corona einzuarbeiten.

Corona-Jobs: In der Pandemie finden Arbeitssuchende und Unternehmen neue Wege, um Vorstellungsgespräche und Einarbeitungen durchzuführen, berichtet Nadine Bös. Einige Neueinsteiger*innen arbeiten nun seit Monaten in ihren neuen betrieben, haben ihre Kolleg*innen aber noch nie physisch getroffen. Um das soziale Miteinander zu stärken veranstalten manche Unternehmen Online-Spieleabende. Manche Firmen zeigen Bewerbenden via Livestream das potentielle Büro, andere setzen auf Online-Tests mit denen sie herausfinden können, ob ihre Wertevorstellungen zum Unternehmen passen.
"FAZ", S. 37 (Paid)

Jugendliche Gründer stoßen oft auf Hürden.

Jugendlichen Gründer*innen steht oft die Bürpkratie im Wege, schreibt Sebastian Späth im "Handelsblatt" über die Probleme von Jung-Gründern wie Charles Bahr (Foto). Auch aus den Schulen komme zu wenig Verständnis, dabei könne sich Deutschland die "Gering­schätzung von Gründern eigentlich nicht leisten". Prominente Unterstützung kommt von FDP-Chef Christian Lindner, der selbst als Jugendlicher schon unternehmerisch tätig war.
"Handelsblatt", S. 54/55 (Paid)

Volkswagen stellt vermeintlichen Spion frei.

Volkswagen hat offenbar den Maulwurf gefunden, der Mitschnitte interner Sitzungen über den Zulieferer Prevent gemacht haben soll, berichten Business Insider und "Handelsblatt". Die Konzernsicherheit habe einen verdächtigen VW-Mitarbeiter mit den Spionage-Vorwürfen konfrontiert. Dem Vernehmen nach wurde der Manager anschließend freigestellt. Am Mittwoch hatte Volkswagen Strafanzeige gestellt.
businessinsider.de, handelsblatt.com (Paid)

Zahl des Tages: Huawei überholt Samsung als Smartphone-Marktführer.

Zahl des Tages: Mit weltweit 55,8 Mio verkauften Smartphones ist Huawei im 2. Quartal trotz US-Sanktionen erstmals die Nummer 1, berechnet der Marktforscher Canalys. Huawei profitiert von der Schwäche des bisherigen Marktführers Samsung, dessen Absatz weltweit um 30 % auf 53,7 Mio Geräte einbricht. Außerhalb Chinas verkauft zwar auch Huawei 27 % weniger Smartphones, im Heimatmarkt dafür 8 % mehr.
t-online.de, digitalfernsehen.de, canalys.com

Drogeriemarkt dm setzt auf “klimaneutralisierte” Produkte.

Drogeriemarkt dm will ab Frühjahr 2021 klima­neutralisierte Produkte anbieten. Dafür hat das Unternehmen gemeinsam mit der TU Berlin Ökobilanzierungen durchgeführt. Die künftigen Produktalternativen für dm-Eigenmarken wie Alverde und Denkmit sind nicht emissionsfrei hergestellt, sollen durch Kompensationen wie die Aufwertung ökologisch belasteter Flächen aber klimaneutral sein.
wuv.de

Hör-Tipp: Startup-Gründerin Lili Radu übers Gründen als Paar und Eltern.

Hör-Tipp: Mode-Startup-Gründerin Lili Radu spricht im Gründerszene-Podcast darüber, wie sie ohne Investorengelder, aber mit Partner das erfolgreiche Unternehmen Vee Collective aufbaut und nebenher den gemeinsamen Sohn großzieht. Dabei hilft eine Nanny, denn "man braucht zwingend Unterstützung" – dabei sieht sie eigentlich den Staat in stärkerer Verantwortung. Als Paar zu gründen rät sie nur, wenn beide extrem an das Unternehmen glauben. In der Modebranche gelte es, fleißig Klinken zu putzen. Radu und ihrem Mann helfen außerdem regelmäßige "Inspirationsreisen".
gruenderszene.de (35 Min)

Volkswagen schreibt im ersten Halbjahr 1,4 Mrd Euro Verlust.

Volkswagen kürzt die Dividende für das Jahr 2019 wegen der Krise von drei auf gut zwei Mrd Euro. Der Konzern schreibt im ersten Halbjahr 2020 rund 1,4 Mrd Euro Verlust beim Vorsteuerergebnis, der Umsatz ist um 23 % zurückgegangen. Von den neun Automarken erreichen nur Porsche, Skoda und Scania ein positives operatives Ergebnis. VW-Finanzvorstand Frank Witter sagt, VW sei es durch frühzeitige Schritte und einen strengen Sparkurs gelungen, die Pandemie-Auswirkungen "einigermaßen in Grenzen zu halten". Er sieht Anzeichen für Erholung.
handelsblatt.com

Corona lässt deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal um mehr als 10 % schrumpfen.

Deutsche Wirtschaft bricht im zweiten Quartal um mehr als 10 % ein, das BIP schrumpft im Vergleich mit dem ersten Quartal um reichlich 10 %, berechnet das Statistische Bundesamt. Im Mai lag die Zahl der Menschen in Kurzarbeit bei 6,7 Mio, nach Hochrechnungen die höchste jemals ermittelte Zahl in Deutschland. Im Juli haben die Unternehmen laut Bundesagentur für Arbeit nur noch für 190.000 Menschen Kurzarbeit angezeigt.
manager-magazin.de, faz.net

Stromverbrauch sinkt durch den Lockdown im 1. Halbjahr um 5,7 %.

Stromverbrauch in Deutschland sinkt im 1. Halbjahr auf 272 Mrd Kilowattstunden, ein Minus von 5,6 %, errechnet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Grund ist vor allem der Stillstand in der Industrie, der durch den Corona-Lockdown hervorgerufen wurde. Erstmals konnten erneuerbare Energien mit 50,2 % mehr als die Hälfte des Bruttostromverbrauchs abdecken, ein Anstieg um 6 % im Vergleich zum Vorjahr.
handelsblatt.com

“Monitor”: Zahlreiche Tönnies-Beschäftigte sind zu Unrecht in Quarantäne.

Tönnies: Zahlreiche osteuropäische Beschäftigte des Fleischfabrikanten befinden sich zu Unrecht weiterhin in Quarantäne, berichtet "Monitor". Das zuständige Gesundheitsamt habe u.a. mit Musterschreiben falsche Positiv-Bescheide verschickt. Bereits Genesene wurden trotz Antikörpern aufgrund angeblicher Kontakte zu Infizierten dazu aufgefordert, in Quarantäne zu bleiben.
presseportal.de

“Handelsblatt”: Telekom überdenkt Abschluss-Prüfung durch EY.

Deutsche Telekom überdenkt ihren Plan, den Wirtschafts­prüfer EY mit der Abschlussprüfung ihrer Bilanz zu betrauen, berichtet das "Handelsblatt". Bisher prüft PWC die Abschlüsse der Telekom, gesetzliche Auflagen erfordern jedoch einen Wechsel. Die Telekom prüfe nun die Rolle von EY im Fall Wirecard, so das "Handelsblatt". Offiziell stehe der Konzern zu EY.
handelsblatt.com

Zitat: Motel-One-Gründer Dieter Müller spart nur da, wo es nicht auffällt.

"Ich bin nicht geizig, sondern effizient! Knausert man in einem Unternehmen, in dem der Gast alles anfassen kann, merkt der Gast das sofort."

Motel-One-Gründer Dieter Müller erklärt im "Zeit"-Interview, warum er in seinen Hotels auf Restaurants, Pools und Minibars verzichtet, bei Handtüchern und Fliesen aber nicht spart.
"Zeit" 32/2020, S. 19 (Paid)

Weitere Zitate:

Über die Auswirkungen der Krise für die Beschäftigten:

"Diese Krise wird das soziale Ungleichgewicht leider noch verstärken. Viele Beschäftigte der Hotellerie und Gastronomie werden in Kurzarbeit bleiben und noch lange Zeit erhebliche Einbußen haben. Sie bekommen ja ohnehin keine Wahnsinnsgehälter, nun aber auch keine Sonn- und Feiertagszuschläge mehr, kein Trinkgeld."

Über die Rückkehr zur Normalität:

"Solange es keinen Impfstoff gibt, wird jeder das Reisen möglichst vermeiden. Ich gehe davon aus, dass auch 2021 noch ein volles Krisenjahr sein wird und dass wir frühestens Ende 2023 wieder das Niveau von 2019 erreichen."

Über den Preisverfall bei Luxus-Hotels:

"Bei Vier- oder Fünf-Sterne-Häusern richten sich die Zimmerpreise oft nach der Nachfrage, da gibt es viel mehr Ausschläge nach oben und unten. Das regeln heute oft Computer. Ich hoffe, jemand stoppt die Algorithmen, damit die Preise nicht zu sehr verfallen."

Über den geplatzten Plan eines Motel Ones in New York:

"Ich bin froh, dass es mit dem Motel One in Manhattan nicht geklappt hat – so stark, wie die Epidemie die Hotellerie dort getroffen hat. Jetzt gäbe es vermutlich viele Chancen, in New York Fuß zu fassen. Aber wir konzentrieren uns erst mal auf Europa."

Boeing stellt die Produktion der 747 ein.

Offizielles Jumbo-Jet-Aus: Boeing stellt ab 2022 die Produktion seiner legendären 747 ein, die seit 1968 auf dem Markt ist. Auch die Herstellung anderer Langstrecken-Jets wird zurückgeschraubt. Grund sind vor allem die hohen Verluste, die der Flugzeugbauer schreibt. Zudem wackelt die Zukunft von Großraumflugzeugen: Kleinere Flugzeuge gelten als flexibler und umweltfreundlicher.
n-tv.de, manager-magazin.de, flugrevue.de

Studie: Deutsche reisen verstärkt im Inland, besonders gern an die Küsten.

McKinsey analysiert das Reiseverhalten der Deutschen nach dem Corona-Lockdown und stellt dabei u.a. einen Run auf heimische Küstenregionen fest. Wer nicht im Inland urlauben will, vertraue besonders direkten Nachbarländern wie Österreich oder Holland. Auch die Nachfrage nach Ferienwohnungen und -häusern sei enorm gestiegen - ein Trend, der auch nach der Wiedereröffnung der Hotels nur langsam abflacht.
mckinsey.com

Lese-Tipp: Die Gesellschaft könnte davon profitieren, die Wirtschaft nicht wieder hochzufahren.

Lese-Tipp: Statt nach der Corona-Krise wieder Wirtschaftswachstum zu forcieren, könnte es ratsam sein, künftig auf weniger Produktion und Arbeit zu setzen, schreibt Shayla Love. Sie stellt das Konzept der Degrowth-Bewegung vor: Der Verzicht auf für die Gesellschaft unnötige Produkte und Jobs könnte Ressourcen sparen und den Klimawandel stoppen. Ein solcher kontrollierter Rückgang der Wirtschaft setze aber ein neues Sozialsystem mit reduzierter Arbeitszeit voraus, das von Wachstumszielen abgekoppelt ist.
vice.com

Delivery Hero boomt dank Corona, bleibt trotzdem defizitär.

Delivery Hero schafft es im 2. Quartal, seine Bestellungen und den Umsatz fast zu verdoppeln: Dank Corona klettert der Umsatz um 96 % auf 612 Mio Euro, die Bestellungen auf 281 Mio Euro. Das Unternehmen hebt daher die Jahresprognose auf 2,6 bis 2,8 Mrd Euro Umsatz an. Verlust macht es trotzdem: Im ersten Halbjahr stieg das bereinigte Ebitda auf minus 319,5 Mio Euro - im Vorjahreszeitraum lag das Minus noch bei knapp der Hälfte (171,1 Mio).
tagesschau.de

BMW-Vorstandsgehälter sollen sich auch an Klimazielen orientieren.

BMW will einen Teil der Gehälter für den Vorstand um Ilka Horstmeier, Oliver Zipse und Co sowie für andere Top-Manager davon abhängig machen, ob das Unternehmen seine selbst gesteckten Klimaziele erfüllt. Dazu gehört laut BMW, den CO2-Ausstoß der Autos bis 2030 um ein Drittel zu reduzieren. Wie der umgebaute Gehaltsplan konkret aussieht, ist bisher nicht bekannt.
handelsblatt.com, spiegel.de