Social Shopping: Instagram Live ist der Nachfolger von QVC.

Instagram und Facebook bieten mit ihren Live-Funktionen neue Verkaufskanäle für Unternehmen, schreiben Larissa Holzki und Florian Kolf über das Phänomen "Social Shopping". Damit machen sie ihren Vorgängern, Teleshopping-Sendern wie QVC oder HSE24, zunehmend Konkurrenz. Um gegenzuhalten, lässt etwa QVC seine Kund*innen per WhatsApp mit dem Studio-Team chatten.
handelsblatt.com

Apple und Google geben Schnittstelle für Corona-App frei.

Tracing-Apps für Corona-Kontakte können jetzt auf die Schnittstelle von Apple und Google zurückgreifen. Die Konzerne haben sie am Mittwoch veröffentlicht. Gesundheitsbehörden sollen die Technik weltweit nutzen, um damit Corona-Apps zu entwickeln und sie zur Freigabe in die App-Stores von Google und Apple zu stellen. In Deutschland arbeiten Telekom und SAP an der Corona-Warn-App. Sie soll Mitte Juni fertig sein.
spiegel.de, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Lufthansa und die Bundesregierung einigen sich auf Rettung: 25 % + zwei Aufsichtsräte.

Der Bundesadler steuert den Kranich mit: Die Bundesregierung und die Lufthansa einigen sich auf ein Rettungspaket, schreibt der "Spiegel". Die Einigung sieht vor, dass der Bund sich mit 25 % und einer Aktie an der Lufthansa beteiligt und ihr weiteres Kapital bereitstellt. Die Bundesregierung besetzt künftig zwei Aufsichtsräte.

Damit setzt sich im Streit um den künftigen Einfluss des Bundes auf die Airline im Wesentlichen die SPD-Seite durch, die auf große Mitbestimmung gedrängt hat. Die Union und auch die Lufthansa hatten eine stille Beteiligung favorisiert.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Galeria Karstadt Kaufhof rechnet mit 1,4 Mrd Euro Umsatzverlust.

Galeria Karstadt Kaufhof: Die Sanierer erwarten 2020 rund 1 Mrd Euro Umsatzverlust. Auch für die kommenden Jahre erwarten sie geringere Einnahmen als vor Corona, so dass bis Ende 2022 insgesamt 1,4 Mrd Euro an Umsätzen fehlen könnten. Dennoch machen die Verwalter Hoffnung, dass nur weniger als 60 der insgesamt 172 Warenhäuser wegfallen könnten, nicht wie zuletzt kommuniziert etwa 80.
wiwo.de, turi2.de (Background)

Volkswagen postet rassistische Werbung auf Instagram.


Zu scharf rechts abgebogen: Volkswagen erntet einen Shitstorm für einen rassistischen Werbespot auf Instagram. Der Beitrag erschien in der Story des deutschen Profils von VW. Darin schiebt und schnippt ein überdimensionaler, weißer Finger einen schwarzen Mann vom Auto weg. Der folgende Schriftzug "Der neue Golf" erscheint so, dass zuerst die Buchstaben N, E, G, E und R zu sehen sind. VW hat den Spot mittlerweile gelöscht und gibt sich reumütig – zumindest gegenüber Medien. T-Online zitiert einen VW-Sprecher mit den Worten: "Diese Werbung ist unangebracht und geschmacklos." VW verspricht: "Wir werden aufklären, wie das passieren konnte – und Konsequenzen daraus ziehen."

In einer ersten Reaktion zu Protesten von Nutzer*innen unter einem anderen Beitrag schreibt VW, man sei "überrascht und schockiert", dass der Beitrag "derart missverstanden werden kann". Die Inhalte würden "einen kreativen Umgang mit dem Format Instagram Story" darstellen.
t-online.de, spiegel.de, rnd.de

VW-Chefs müssen im Dieselskandal nicht vor Gericht.


Kauf Dich frei: Volkswagen-Chef Herbert Diess (rechts im Bild) und Aufsichts­ratschef Hans Dieter Pötsch (links), ehemals VW-Finanzvorstand, entgehen gegen Zahlung von jeweils 4,5 Mio Euro einem Gerichts­verfahren im Diesel­skandal. Ein Sprecher des Kontrollgremiums von Volkswagen bestätigte die Einigung mit der Justiz, über die zuerst das "manager magazin" berichtet hatte. Die Staats­anwaltschaft Braunschweig wirft Diess und Pötsch Markt­manipulation vor. Beide bestreiten, früher als bisher eingeräumt von Täuschungen bei Abgastests gewusst und Anleger nicht rechtzeitig über finanzielle Folgen informiert zu haben. Die insgesamt 9 Mio Euro Lösegeld zahlt Volkswagen aus der Konzernkasse.

Weiter angeklagt bleibt der frühere VW-Vorstandschef Martin Winterkorn. Auch er bestreitet, frühzeitig Kenntnis von der Manipulation gehabt zu haben. Auch das Verfahren gegen ihn könnte gegen Auflagen beendet werden, hört das "manager magazin" aus Justizkreisen. Doch vor allem die Staatsanwaltschaft habe noch Bedenken. (Archiv-Foto: Swen Pförtner/dpa / picture alliance)
manager-magazin.de (Paid), bild.de, focus.de

Hacker*innen erbeuten Kundendaten von Easyjet.

Easyjet räumt eine Hackerattacke ein. Bei der im Januar aufgefallenen Attacke haben Hacker*innen die Informationen von rund 9 Mio Kund*innen der Fluggesellschaft abgegriffen, darunter E-Mail-Adressen und Reisedetails. Bei 2200 Kund*innen erbeuteten die Angreifer*innen auch die Daten von Kreditkarten. Easyjet will die betroffenen Personen in den kommenden Tagen kontaktieren.
spiegel.de

Trusted Shops ermöglicht seinen Mitarbeitern dauerhaftes Home Office.

Trusted Shops macht es Twitter nach und ermöglicht seinen rund 550 Mitarbeiter*innen auch nach der Corona-Krise auf Wunsch dauerhaft aus dem Home Office zu arbeiten. Das in Köln ansässige Unternehmen hat sein Büro zu Beginn der Corona-Pandemie geschlossen. "Die Arbeit von zu Hause hat sich bewährt. Damit wollen wir uns auch ein stückweit auf die neue Arbeitswelt einstellen, die vermutlich aus der Corona-Krise hervorgeht", sagt Geschäftsführer Jean-Marc Noël zu den Erfahrungen.
trustedshops.achtung.de, turi2.de (Background)

“WSJ” und Bloomberg: SoftBank will Anteile an T-Mobile US im Wert von 20 Mrd Dollar veräußern.

SoftBank will den Deal um T-Mobile US noch in dieser Woche bekanntgeben, berichten "WSJ" und Bloomberg. Der japanische Tech-Investor wolle Anteile im Wert von 20 Mrd Dollar veräußern. Ein Großteil soll an die Deutsche Telekom gehen, weitere Investoren seien aber auch im Gespräch. Einen kleinen Anteil wolle SoftBank auch behalten.
wsj.com (Paid), bloomberg.com, turi2.de (Background)

Schwarz-Gruppe will deutschen Unternehmen eigene Cloud-Lösung anbieten.


Achtung, Amazon: Die Schwarz-Gruppe, Mutter von Lidl und Kaufland, will ihre eigene Cloud-Lösung namens Stackit anderen, deutschen Unternehmen zugänglich machen. Denn die misstrauen US-Lösungen wie Amazon Web Services häufig, müssen aber dennoch mit der Digitalisierung Schritt halten und sind damit gute Kunden. Schwarz-Manager Walter Wolf sagt dem "Handelsblatt", die Akquise habe schon begonnen, bei Kunden aus Handel und "auch aus anderen Branchen".

Bei der Entwicklung der Plattform kooperiert der Konzern mit dem Energieversorger EnBW und Würth. Die Schwarz-Gruppe baut zurzeit einen neuen IT-Standort im baden-württembergischen Bad Friedrichshall auf und baut dabei sein Rechenzentrum deutlich aus. Bis 2025 sollen dort zunächst 3.500 Arbeitsplätze entstehen.
handelsblatt.com

Zitat: Gutes Marken-Image verkauft Produkte, sagt SAP-Frau Kerstin Köder.

"Wir sehen zunehmend Entscheider, die als Kaufgrund angeben, dass SAP die Mitarbeiter gut behandelt."

Kerstin Köder, Marketingchefin von SAP, sagt im Interview mit "Meedia", dass der Ruf einer Marke inzwischen eines der wichtigsten Entscheidungskriterien ist.
"Meedia" 21/2020, S. 14-20 (Paid)


Weitere Zitate:

"Unser Vertrieb kann nicht mehr reisen, insofern trifft uns die Corona-Krise natürlich. Im Großkundengeschäft komplexe Lösungen digital zu vertreiben, ist auch für uns kein leichtes Thema."

"Die Kunden informieren sich zu 80 Prozent online. So komisch das für manchen klingen mag: Vier von fünf Kunden haben ihre Kaufentscheidung getroffen, bevor sie uns überhaupt kontaktieren."

"Ich bin einfach kein Freund davon, alle zwei Jahre einen neuen Job zu machen. Auch wenn ich mit Bewerbern spreche, achte ich immer darauf, wie lange jemand in seiner letzten Rolle war. Als Faustregel gilt: Je größer das Unternehmen, desto länger dauert es, bis sich das Wirken eines Arbeitnehmers zeigt."

Meinung: Messen müssen nach Corona das Digitale und das Analoge verbinden.

Messen werden künftig wohl zu Hybridveranstaltungen aus digitalem Event und analoger Präsenz, schreibt Georg Giersberg. Auch wenn vielerorts erfolgreich digitale Ausweichmöglichkeiten für ausgefallene Messen verwirklicht werden, wollen viele Aussteller*innen auch in Zukunft nicht auf persönlichen Kontakt verzichten. Die digitalen Ableger könnten aber zu einer weiteren wichtigen Säule heranwachsen. Derzeit leidet die Branche stark unter der Corona-Krise, Insolvenzen seien in Deutschland aber noch die Ausnahme.
"FAZ", S. 22 (Paid)

Meinung: Virtuelle Hauptversammlungen haben Zukunft, aber anders als zu Corona-Zeiten.

Aktiengesellschaften: Virtuelle Hauptversammlungen können eine Option für moderne Firmenführung sein, sagt der Wirtschaftsrechtler Tobias Tröger. Schon vor Corona seien die wesentlichen Elemente dafür realisierbar gewesen. Die derzeit durch ein Notgesetz drastisch eingeschränkten Aktionärsrechte müssten jedoch durch Reformen gesichert werden.
handelsblatt.com

Verspätete Corona-Maßnahmen hätten wohl zu über 30.000 Neuinfektionen pro Tag geführt.

Corona-Maßnahmen: Die Einschränkungen, mit denen die Regierungen in Deutschland das Corona-Virus versucht haben einzudämmen, waren offenbar wirksam, errechnet die Physikerin Viola Priesemann mit Kolleg*innen. Besonders effektiv sei das Verbot von Großveranstaltungen gewesen, aber erst zusammen mit der Schließung der Schulen und Geschäfte und letztlich den strengen Kontaktbeschränkungen sei die Verbreitung entscheidend gebremst worden. Auch das Timing habe gestimmt: Eine Verzögerung um fünf Tage hätte zu mehr als 30.000 neuen Fällen pro Tag geführt.
spiegel.de

Lufthansa-Rettung verzögert sich.

Lufthansa muss weiter auf Staatshilfen warten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Grund sei zum einen der Streit über eine Sperrminorität des Bundes zwischen CSU und SPD, zum anderen der Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Die von Finanzminister Scholz angekündigte "Bazooka" gegen die Krise ist noch nicht einsatzbereit. Das 400 Mrd Euro schwere Rettungspaket hänge in der Prüfung durch die EU fest.
sueddeutsche.de

Basta: Nun macht es bei Porsche “zoom zoom zoom”.

Bleibt haften: Porsche hat rund 650.000 neue Mitarbeiter*innen am Stammsitz in Zuffenhausen. Beim Jobwunder handelt es sich jedoch nicht um sozialversicherte Angestellte, sondern um Honigbienen. Porsche verkauft künftig pro Jahr rund 1.000 Gläser Honig unter der Marke "Turbienchen". Unklar ist, ob wer ein leeres Glas gegen ein volles tauschen will, eine Abwrackprämie erhält.
wuv.de

Galeria Karstadt Kaufhof will Filial-Bestand fast halbieren.

Galeria Karstadt Kaufhof will 80 von rund 170 Filialen schließen. In den übrigen Läden will das Unternehmen mit seinen derzeit insgesamt 28.000 Mitarbeiter*innen 10 % der Stellen streichen. Das sieht ein Sanierungsplan vor, aus dem Insider zitieren. Der Gesamtbetriebsrat bewertet die Pläne, denen mehrere Seiten vor einer möglichen Umsetzung noch zustimmen müssen, als "unverantwortlichen Kahlschlag, der unnötig Arbeitsplätze vernichtet".
spiegel.de, wiwo.de

Rocket Internet verzichtet auf Börsengänge und erwartet Startup-Insolvenzen.

Rocket Internet, Berliner Startup-Fabrik, nimmt sich in der Corona-Krise weiter zurück: Bei der diesmal digital abgehaltenen Haupt­ver­samm­lung gab Chef Oliver Samwer bekannt, in den nächsten zwei Jahren keine weiteren Börsengänge seiner Beteiligungen zu planen. Stattdessen rechne der Company Builder mit Insolvenzen und Verlusten in Millionenhöhe. Im Zuge der Krise sei Rocket Internet als Investor an Startups aus dem Bereich digitale Gesundheit eingestiegen.
gruenderszene.de

Wegen Corona geschlossene Betriebe können sich Rundfunkbeitrag zurückholen.

Rundfunkbeitrag: Betriebe, die wegen Corona mindestens drei Monate am Stück auf behördliche Anordnung komplett dicht machen mussten, können sich ihre gezahlten Abgaben jetzt rückwirkend zurückholen. Das haben die Rundfunkanstalten beschlossen. Gemeinnützige Einrichtungen können ab sofort eine Freistellung beantragen.
mz-web.de, rundfunkbeitrag.de

Basta: BGH verhandelt Milkas quadratische Ambitionen.

Schoko-Streit: Milka will Wettbewerber Ritter Sport die quadratische Form abluchsen. Das Bundespatentgericht entschied 2018 zugunsten von Ritter Sport. Jetzt verhandelt der BGH. Dabei könnten die Streithähne von einer Einigung profitieren. Die Kalorienbombe mit rosa Einhorn war schon einmal ein Viral-Hit. Vielleicht klappt eine limitierte Sonderauflage auch mit lila Kuh.
spiegel.de, turi2.de (Background)

FC Bayern macht TikTok in China zu “offiziellem Kurzvideo-Partner”.

FC Bayern tut sich mit der chinesischen Variante der Mitsing-App TikTok, Douyin, zusammen, um Kurzvideos des Vereins in China zu vermarkten. Auf der Plattform soll u.a. ein wöchentlicher Bayern-Livestream laufen. Knapp 800.000 Accounts folgen dem Verein auf Douyin bisher – auf TikTok, wie die App außerhalb Chinas heißt, sind es etwa doppelt so viele. Mutter von TikTok und Douyin ist der chinesische Konzern Bytedance.
horizont.net, fcbayern.com

Zalando schaut penibel auf Leistung und Gesundheit seines Logistik-Personals.

Zalando übt durch digitale Leistungserfassung und häufige Feedback-Gespräche Kontrolle und Druck auf seine Mitarbeiter*innen in den Logistikzentren aus, berichtet Philip Kaleta nach Gesprächen mit Angestellten. Kritik an den Leistungen des Personals sei die Regel, mehr Gehalt oder Urlaub bei guter Arbeit dagegen nicht drin. Wer einen Tag krank gewesen sei, werde von der Teamleitung zu einem "Welcome-Back-Gespräch" gebeten.
businessinsider.de

Meinung: Abos sind krisenfestes Geschäftsmodell für die Auto-Branche.

Autobranche entdeckt Abos als neues Geschäftsmodell, das Kund*innen in unsicheren Krisenzeiten die Angst vor großen Ausgaben abnimmt, beobachtet Stefan Menzel. Sie müssen sich nicht verschulden und können schnell kündigen, die Händler*innen könnten so das durch mehrwöchige Schließungen entstandene Überangebot an Gebrauchtwagen nutzen. Ein Abo könne außerdem den Schritt zum E-Auto erleichtern.
handelsblatt.com

Matthias Stock wechselt von Sixt zum E-Learning-Startup SimpleClub.

Sixt und der bisherige Social-Media-Chef Matthias Stock, 36, gehen getrennte Wege, Stock wechselt als Marketingchef zum E-Learning-Startup SimpleClub. Dort soll er den Markenaufbau und die Internationalisierung vorantreiben und dafür ein Team aufbauen. Einen Nachfolger bei Sixt gibt es nicht, Stocks Social-Media-Team gehört nun zu Global Brand Strategy & Communications, die Robin Ruschke leitet.
horizont.net

Zitat: Amazon ist nicht mehr Konkurrent Nummer 1, sagt Torsten Ahlers.

"Man sollte nicht immer nur auf Amazon schauen, de facto ist Alibaba schon viel weiter, das geben unter der Hand sogar Amazon-Mitarbeiter zu."

Otto-Group-Media-Chef Torsten Ahlers erklärt im "Horizont"-Interview, er wolle beim Marktplatz Otto Market einen "kooperativeren Weg" einschlagen als Amazon, Händller dürfen nicht als Keyword auf Konkurrenz-Marken bieten. Trotzdem machten Amazon und Alibaba "vieles richtig und setzen Maßstäbe".
"Horizont" 20/2020, S. 11 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (03/2017): Torsten Ahlers von Otto verbündet sich mit Ströer.

Zahl des Tages: Onlineverkäufe von Ceconomy wachsen im April um 300 %.

Zahl des Tages: Um 300 % wachsen die reinen Onlineverkäufe von Ceconomy, Mutter von Media Markt und Saturn, im April im Vergleich zum Vorjahr. Die Filialen mussten wegen der Krise wochenlang schließen, inzwischen sind sie in ganz Europa, mit Ausnahme der Türkei, wieder geöffnet. Ceconomy hat Ende April einen Staatskredit in Höhe von 1,7 Mrd Euro bewilligt bekommen, um in der Krise liquide zu bleiben.
"Handelsblatt", S. 21 (Paid), turi2.de (Background)

Sixt will 150 Mio Euro sparen und die Flotte weiter reduzieren.

Sixt ist wirtschaftlich am "Tiefpunkt", sagt Chef Erich Sixt (Foto), das zweite Quartal werde wohl "das schlechteste in der Geschichte der Firma". Sohn Alexander Sixt prüft jede Station auf Einschnitte, bei Sach- und Personalkosten will Sixt dieses Jahr 150 Mio Euro einsparen. Die Flotte hat Sixt schon um 20.000 Fahrzeuge auf 130.000 Autos zurückgefahren und will weiter reduzieren. Stellen abbauen oder Stationen schließen will Sixt nicht.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Clemens Bauer wird Marketing-Chef von Rewe.

Rewe findet konzernintern einen Nachfolger für den scheidenden Marketing-Chef Johannes Steegmann: Clemens Bauer (Foto), seit 2016 Chef der Rewe-Tochter Zooroyal Petcare, übernimmt das Marketing der Supermarktkette. Er blickt auf Stationen bei L’Oréal und der Unternehmens-Beratung Booz & Company, seit 2012 ist er bei Rewe. Vorgänger Steegmann wird Chef von Fressnapf.
horizont.net

Reuters: EU-Kommission empfiehlt Maskenpflicht im Flugzeug.

Flugverkehr: Die EU-Kommission will Airlines eine Maskenpflicht für Passagiere empfehlen, berichtet Reuters. Ein freier Mittelplatz - wie von manchen gefordert - solle nicht verpflichtend sein, bei ausreichend freien Plätzen sollten die Passagiere aber gut verteilt werden. Die Flug­gesellschaften argumentieren, die Kabinen-Luft werde alle drei Minuten komplett ausgetauscht, die Gefahr einer Ansteckung sei gering.
manager-magazin.de

Basta: Ryanair will ab Juli wieder mehr fliegen – mit Maske.

Teures Handgepäck: Ab Juli will Ryanair wieder an die 1.000 Flieger pro Tag starten lassen, gerade sind es nur 30. Dazu kündigten die Billigheimer eine Maskenpflicht an Bord an. Sauflustige und Shopping-Tagesfliegen sollten sich das mit dem Ticket aber gut überlegen: Selbst wenn sie nicht als Übergepäck gilt, dürfte jede handelsübliche Masken mehr kosten als der Flug an den Ballermann.
handelsblatt.com

Zitat: Reisebranche war schon vor Corona “innen hohl”, glaubt der L’tur-Gründer.

"In Wahrheit waren es Potemkinsche Dörfer: die Fassade schön und innen hohl. Und die fallen jetzt in sich zusammen."

L'tur-Gründer und Tourisik-Unternehmer Karlheinz Kögel sagt im "manager magazin", dass Teile die Reisebranche ihre missliche Lage in der Corona-Krise mitzuverantworten haben. Den Firmen sei es "auf Teufel komm raus" um Marktanteile und Wachstum gegangen.
manager-magazin.de (Paid)

Deutsche Post verdient im 1. Quartal wegen Corona und Streetscooter weniger Geld.

Deutsche Post: Die Corona-Pandemie belastet das Ergebnis im 1. Quartal. Der Konzerngewinn fällt um fast 60 % auf 301 Mio Euro. Das Brief- und Paket-Geschäft in Deutschland legt beim operativen Gewinn zwar zu, um 47 % auf 334 Mio Euro, die anderen Geschäftsfbereiche von DHL brechen dagegen teils massiv ein. Auch das Aus des Elektro-Transporters Streetscooter schmälert den Gewinn. Der Konzern-Umsatz steigt minimal um 0,9 % auf 15,5 Mrd Euro.
wiwo.de, dpdhl.com

Zahl des Tages: 20 % der Unternehmen bauen wegen Krise Stellen ab.

Zahl des Tages: Fast jedes 5. Unternehmen muss Krisen-bedingt Stellen streichen, quer über alle Branchen, sagt eine Erhebung des ifo-Instituts. Laut Haushaltskrisenbarometer haben bislang aber vier von fünf Haushalten noch keine Einbußen beim Einkommen und erwarten dies auch für die kommende Zeit nicht. Bei Selbstständigen sieht die Lage dramatischer aus, nur 38 % haben unveränderte Einkünfte, bei 11 % ist das Einkommen um mehr als 80 % weggebrochen, bei weiteren 11 % um 50 bis 80 %.
"Welt" (Paid)

Pepsi setzt in der Krise auf Direktvertrieb von Snacks und Getränken.

Pepsi beliefert US-Endverbraucher*innen in der Krise direkt mit Getränken und Snacks und launcht dafür zwei Onlineshops. PantryShop.com bietet Produkt-Pakete an, die Artikel aus Kategorien wie Frühstück, Workout und Getränke enthalten. Auf Snacks.com gibt es Chips und Nüsse. Pepsi verkauft, ähnlich wie die Konkurrenz, seine Produkte sonst fast ausschließlich über Großhändler.
adweek.com

Douglas baut Geschäftsführung um, weil Tina Müller vorerst ausfällt.

Douglas muss seine Geschäftsführung bis auf Weiteres umbauen, denn Chefin Tina Müller fällt nach einer Notoperation aus, schreibt "Horizont". Wann sie ihre Aufgaben wieder übernehmen kann, sei nicht klar. Vanessa Stützle, verantwortlich für das Online-Geschäft und Customer Relationship Management, wird mit sofortiger Wirkung als Chief Digital Officer zur dritten Geschäftsführerin neben Müller und Douglas Group CFO Matthias Born bestellt. Stützle und Born teilen sich Müllers Aufgaben interimistisch.
horizont.net

Bund schnürt Milliarden-Hilfe für die Deutsche Bahn.


Ein, zwei Schippen draufgelegt: Damit die Deutsche Bahn in der Krise nicht unter die Räder kommt, plant der Bund Hilfe in Milliarden-Höhe, schreiben die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Konzept haben Finanz- und Verkehrsministerium gemeinsam mit dem Konzern ausgearbeitet. Es sieht eine Erhöhung des Eigenkapitals vor. Ein erster Teilbetrag von 4,5 Mrd Euro soll dabei zeitnah fließen, der Rest zum Jahreswechsel 2020/2021. Auch die Verschuldungsgrenze, die aktuell bei 25,4 Mrd Euro liegt, soll angehoben werden. Die Bahn muss im Gegenzug großzügig den Rotstift bei Sachkosten und Personal ansetzen, Vorstandsboni fallen flach. Für den Zeitraum von 2020 bis 2024 rechnet der Konzern mit Verlusten von mindestens 11 Mrd Euro.
abendblatt.de, wiwo.de

Umfrage: 70 % der deutschen Startups bangen um ihre Existenz.

Bundesverband Deutsche Startups warnt vor "massivem Sterben": Trotz des Hilfe-Pakets des Bundes von 2 Mrd Euro sehen laut Verbands-Umfrage 70 % der Startups ihre Existenz gefährdet. Der Bund mache "bisher einen guten Job", zwischen Ankündigung der Hilfe und Ausgestaltung der Bedingungen dafür sei aber zu viel Zeit vergangen.
"Handelsblatt", S. 16 (Paid), turi2.de (Background)

Onlinehändler nutzen in Krise KI für Smart Pricing.

Krise veranlasst Onlinehändler, mit Algorithmen Preisänderungen zu berechnen und so ihren Gewinn im Wucher-Modus zu optimieren, beobachtet Hendrik Munsberg. Keine neue Masche: Laut PwC-Studie änderten sich bei Amazon 2019 täglich 2,5 Mio Mal die Preise. KI kann Daten unter dem Radar des Verbraucherschutzes und u.a. Laptop-Modelle und Länder als Bonitäts-Merkmale auswerten.
sueddeutsche.de (Paid)

Johannes Steegmann wird Chef von Fressnapf.

Fressnapf holt Johannes Steegmann als zweiten Geschäftsführer neben Hans-Jörg Gidlewitz. Stegmann, bisher Digitalchef von Rewe, soll beim größten Zoohändler Europas den Onlinehandel optimieren. Fressnapf will jährlich eine zweistellige Mio-Summe in den Plattform-Ausbau investieren und bis 2025 neben Tierfutter und Zubehör auch digitale Hilfe anbieten, etwa beim Tierkauf oder medizinischer Versorgung.
handelsblatt.com

Alphabet beerdigt das Projekt Smart City in Toronto.

Alphabet stellt das Projekt Smart City aus wirtschaftlichen Gründen ein, bei dem der Konzern einen kompletten Stadtteil mit 50.000 Quadratmetern Fläche in Toronto mit digitaler Infrastruktur ausstatten und komplett vernetzt wollte. Alphabet hat zweieinhalb Jahre Entwicklungszeit und mehrere hundert Mio Dollar investiert. Derzeit sei der Plan wegen der Krise und aus ihr resultierender Unsicherheiten nicht umsetzbar. An der Smart City gab es seit Beginn starke Proteste, u.a. von Datenschützern.
derstandard.de, heise.de