Facebook will die Wahlbeteiligung in den USA steigern.


Wahlfänger: Facebook will sich als neutraler Demokratie-Botschafter positionieren und ruft ab morgen alle US-Nutzer*innen im Wahlalter auf, sich zur Stimmabgabe für die Präsidentschaftswahl zu registrieren. Dafür blendet das Netzwerk am Kopf seiner App und Website eine Box mit Informationen ein, wie man sich im jeweiligen Bundesstaat registrieren kann. Wo verfügbar, verlinkt Facebook direkt die entsprechende Website des Bundesstaates. Ein Counter zählt zudem die Nutzer*innen, die sich laut eigener Angebe bereits eingetragen haben. Sie können das zudem ihren Kontakten mitteilen und sie so animieren, es ihnen gleich zu tun. Insgesamt will Facebook 4 Mio US-Bürger*innen zusätzlich zur Wahlurne bringen. Wer keine Wahlwerbung erhalten will, kann diese im "Voting Information Center" deaktivieren.

Mit seiner Positionierung als Demokratie-Botschafter versucht Facebook auch sein zuletzt erneut angekratztes Image aufzubessern. Zahlreiche Werbekunden verzichten derzeit auf Anzeigen bei Facebook, um gegen dessen Umgang mit Hassrede zu protestieren. Facebook-Chef Mark Zuckerberg zeigt sich vom Protest bisher unbeeindruckt und sagt, dass er davon ausgeht, dass die Werbekunden schon bald wieder zurückkehren werden.
theverge.com, businessinsider.de, turi2.de (Background)

Apple sperrt 30 weitere US-Filialen wegen Corona-Pandemie wieder zu.

Apple schließt in den USA wegen der Corona-Pandemie weitere 30 Läden, u.a. in Kalifornien, Louisiana und Nevada. Damit sind nun 77 der insgesamt 271 Apple Stores in den USA nach vorherigen Öffnung wieder dicht. Der Gouverneur von Kalifornien lässt derweil alle Bars wieder schließen sowie in weiten Teilen des Bundesstaats auch Restaurants, Museen und Kinos.
theverge.com, cnet.com (Apple), businessinsider.com (Kalifornien)

Adidas-Personalchefin Karen Parkin tritt nach Rassismus-Vorwürfen zurück.

Adidas: Personalchefin Karen Parkin tritt zurück, Vorstandschef Kasper Rorsted übernimmt ihre Aufgaben interimistisch. Parkin soll auf einer Firmen-Veranstaltung Rassismus als "Lärm", über den nur in den USA diskutiert werde, bezeichnet haben. Teile des US-Teams haben sich über Parkin beschwert, gestreikt und eine Untersuchung gefordert.
faz.net, manager-magazin.de

Zahl des Tages: Anthony Fauci fürchtet 100.000 Covid-19-Fälle täglich.

Zahl des Tages: Bis zu 100.000 Covid19-Infizierte täglich fürchtet US-Virologe Anthony Fauci – bisher sind es mehr als 40.000. In den USA starben bereits mehr als 126.000 Menschen an oder in Verbindung mit Corona – mehr als im Afghanistan-Krieg, im Irak-Krieg, im Korea-Krieg und im Vietnam-Krieg zusammen, errechnet CNN.
tagesspiegel.de (Fauci), cnn.com (Todeszahlen)

Reddit sperrt Gruppe von Trump-Anhängern, Twitch legt Trumps Kanal lahm.

Social Media vs. Trump: Reddit macht die Gruppe "The_Donald" dicht, in der sich mehr als 800.000 Anhänger Trumps - teils rassistisch - austauschen. Die Gruppe habe gegen die Regeln des Forums verstoßen, Moderatoren "einfachste Erwartungen" nicht erfüllt. Die Video-Plattform Twitch legt zeitgleich Trumps eigenen Kanal lahm: Aufgrund beleidigender Kommentare in einem Stream ist der Präsidenten-Account zeitweise suspendiert.
spiegel.de

Lese-Tipp: “Zeit”-Autor Philipp Daum bereist Alaska – virtuell.

Lese-Tipp: Philipp Daum will trotz Corona endlich Alaska bereisen und begibt sich virtuell auf einen Trip quer durch den US-Bundesstaat. Auf Google Street View "fährt" er die Straßen entlang. Einen Abschnitt bestreitet Daum im Flugsimulator, ein Museum besucht er digital. Für die passende Atmosphäre sorgen örtliche Radiosender via Stream und das Zelt im Wohnzimmer.
zeit.de

Trump-Regierung: Twitter und Co sollen gegen “kriminelle” Aufrufe vorgehen.

Sozial-Hilfe: Das US-Heimatschutzministerium ruft Twitter, Facebook, Snap und Co per Brief dazu auf, gegen Beiträge vorzugehen, in denen Nutzer*innen etwa zum Sturz von Statuen aufrufen, meldet die "Washington Post". Obwohl in den USA viele Demonstrationen nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd friedlich abliefen, sieht der Verfasser und Regierungsbeamte Chad Wolf in den Protestlern "gewalttätige Extremisten" und eine "noch nie dagewesene Bedrohung".
washingtonpost.com

Donald Trumps Nichte darf über ihre Familie schreiben.

Buch ohne sieben Siegel: Mary Trump, Nichte des US-Präsidenten, darf über ihre Familie schreiben, entscheidet ein Gericht. Trumps Bruder Robert hat dagegen geklagt, Mary Trump verstoße gegen eine Verschwiegenheitsklausel. Die Psychologin beschreibt in dem Buch, wie ihr Onkel Donald "der Mann wurde, der die Gesundheit der Welt, die wirtschaftliche Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedroht". Es soll Ende Juli erscheinen.
rnd.de, nzz.ch

Jenny Slate und Kristen Bell geben ihre schwarzen Sprechrollen ab.

Stimmt stimmlich nicht: Die weißen US-Schauspielerinnen Jenny Slate und Kristen Bell geben ihre Synchron-Rollen als schwarze Charaktere in "Big Mouth" und "Central Park" ab. Slate begründet: "Schwarze Figuren in Animationsserien sollten von schwarzen Sprechern gespielt werden." Die Schöpfer der Zeichentrickserien entschuldigen sich für die nicht durchdachte Besetzung.
guardian.com

Disney-Parks in Kalifornien öffnen später als geplant.

Disney Logo 150Disney verschiebt die Wiedereröffnung seiner Freizeitparks in Kalifornien auf unbestimmte Zeit. Der geplante Termin am 17. Juli ist Makulatur, weil Kalifornien Richtlinien für die Öffnung frühestens am 4. Juli veröffentlicht. Danach brauche Disney Zeit für die Umsetzung. Die Disney-Parks in Florida sollen am 11. Juli wieder öffnen, die in Shanghai und Hongkong sind bereits offen.
eu.usatoday.com, cnbc.com

HBO Max holt “Vom Winde verweht” mit Disclaimer-Clip zurück ins Programm.

Zurückgeweht: HBO Max holt den Film "Vom Winde verweht" wieder in sein Streaming-Programm. Ein rund vierminütiger Clip soll die Geschehnisse kritisch einordnen und den historischen Kontext präsentieren. Dazu kommt die Aufnahme einer Panel-Diskussion über das "komplizierte Erbe" des umstrittenen Klassikers. Vor rund zwei Wochen hatte HBO den Film wegen seines rassistischen Grundtons in den Giftschrank gestellt.
variety.com, nytimes.com, turi2.de (Background)

Condé Nast setzt Anti-Rassismus-Beratungsausschuss auf redaktionelle Inhalte an.

Conde Nast 150Condé Nast versucht, das Image des Medienunternehmens, das weiße Privilegien zementiert, loszuwerden und will eine Plattform für "neue Stimmen und vielfältige Inhalte" schaffen. Chef Roger Lynch kündigt außerdem einen externen Anti-Rassismus-Beratungsausschuss an, der an der Seite des Redaktionsteams arbeiten soll.
adage.com, turi2.de (Background)

Jeff Bezos kündigt 2 Mrd Dollar schweren Klima-Fonds an.

Amazon will mit einem Klima-Fonds in Höhe von zwei Mrd Dollar Unternehmen und Startups, die nachhaltig wirtschaften, bei ihrem "Übergang zu einer CO2-emissionsfreien Wirtschaft" unterstützen. Der Climate Pledge Fund richtet sich weltweit an Firmen aus den Branchen Transport und Logistik, Energie, Fertigung, Lebensmittel und Landwirtschaft. Amazon hat sich verpflichtet, seine eigenen Emissionen bis 2040 auf Null zu reduzieren.
techcrunch.com

Hollywoodproduzent Steve Bing, 55, ist tot.

Hollywood: Produzent Steve Bing, 55, ist tot. Laut Angaben der Website tmz.com nahm sich Bing aufgrund von Depressionen das Leben. Bekannt wurde Bing vor allem mit seiner 80 Mio Dollar schweren Investition in den Animationsfilm "Der Polarexpress", zudem produzierte er Filme für Martin Scorsese und Warren Beatty. Bing galt außerdem als Freund von Ex-US-Präsident Bill Clinton.
spiegel.de

Haben Sie düstere Gedanken oder fühlen sich in einer vermeintlich ausweglosen Situation? Hier finden Sie Hilfe.

“New York Times” lässt Mitarbeiter*innen bis Januar 2021 im Homeoffice.

New York Times lässt ihre Mitarbeiter*innen bis Januar 2021 im Homeoffice, auch danach ist die Rückkehr ins Verlagsgebäude für Angestellte nicht verpflichtend. Ausgenommen von der Regelung sind nur Mitarbeiter*innen, deren Anwesenheit für die Produktion des Printprodukts unverzichtbar ist sowie Personen, die für Gebäudetechnik und -sicherheit zuständig sind. Ursprünglich wollte die "NYT" bereits im September den normalen Bürobetrieb wieder aufnehmen.
wuv.de

US-Verleger wehren sich mit Bericht gegen Googles Marktdominanz.

US-Verlegerverband News Media Alliance stellt einen 33-seitigen Bericht vor, demzufolge Google Medien zu ungünstigen Inhalte-Deals zwingt. Schuld sei Googles Marktmonopol; der Bericht soll auch bei aktuellen Ermittlungen des Justizministeriums gegen Google helfen. Außerdem erhofft sich die NMA von dem Bericht Einfluss in Washington, wo darüber entschieden wird, ob Nachrichtenproduzenten bessere Bedingungen mit Tech-Plattformen aushandeln können.
pressgazette.co.uk, newsmediaalliance.org (Bericht)

Gericht lehnt einstweilige Verfügung gegen Trump-Buch ab.

Trump-Buch des früheren US-Sicherheits­beraters John Bolton darf am Dienstag erscheinen. Ein Bundesgericht in Washington hat den Antrag der Trump-Regierung auf eine einstweilige Verfügung abgelehnt, u.a. weil bereits 200.000 Exemplare an Buchläden ausgeliefert wurden. Auch News-Redaktion in aller Welt hätten das Buch bereits vorliegen. Auf 600 Seiten kritisiert Bolton seinen früheren Chef Donald Trump scharf und wirft ihm u.a. ein "Muster fundamental inakzeptablen Verhaltens" vor.
tagesschau.de, bild.de, edition.cnn.com

TikTok wird zum Medium der Protestierenden in den USA.

TikTok wird im Rahmen der "Black lives matter"-Proteste in den USA zum politischen Medium der Stunde, beobachtet Caroline Jebens. Zahlreiche Clips würden zum Beispiel Polizei-Willkür hinterlegt mit dem Song "This is America" zeigen. Schon vorher habe es bei TikTok auch politische Inhalte gegeben, die aus China stammende App habe sich aber stets bemüht, eher durch seichte Unterhaltung aufzufallen und hat die Proteste in Hongkong – anders als die in den USA – wohl zensiert.
"FAS", S. 47 (Paid)

Der US-Kabelkanal OAN wird zum neuen Trump-Sender.

USA: OAN, Kurz für One America News, löst Fox News als Haussender von Donald Trump ab, beobachtet Marc Pitzke. Der Sender, bislang mit nur einem Bruchteil der Reichweite von Fox News ausgestattet, besetzt die Marktlücke ganz rechts und verbreitet auch wilde Verschwörungstheorien. Auf Pressekonferenzen von Donald Trump agiert Reporterin Chanel Rion als Stichwortgeberin, Trump revanchiert sich mit Werbung auf Twitter. Hinter OAN steckt Milliardär Robert Herring, der weniger eine politische Agenda als Geschäftsinteressen verfolgt, so Pitzke
spiegel.de

NFL: Ex-Football-Star Colin Kaepernick steigt bei US-Plattform Medium ein.

NFL goes Publishing: Ex-Football-Star Colin Kaepernick steigt als Vorstandsmitglied bei der US-Plattform Medium ein. Zusätzlich startet der Verlag eine Kooperation mit Kaepernicks Unternehmen "Kaepernick Publishing", Ziel ist die Veröffentlichung von Bürgerrechts-Geschichten aus den USA. Medium erreicht monatlich auf verschiedenen Blogs rund 170 Mio Leser*innen.
spox.com, sport1.de

Facebook löscht Trump-Anzeige mit Nazi-Symbol.

Facebook löscht eine Anzeige des Wahlkampf-Teams von Donald Trump, die ein Nazi-Symbol enthält. In der Anzeige war ein mit der Spitze nach unten gedrehtes, rotes Dreieck zu sehen. Mit diesem Symbol wurden in Konzentrationslagern politische Häftlinge markiert. Der Text zur Anzeige macht Stimmung gegen die Antifa und "gefährliche Mobs der radikalen Linken".
sueddeutsche.de, spiegel.de, washingtonpost.com, buzzfeednews.com

Spotify und Warner Bros./DC machen Superhelden zu Podcastern.

Superman-Sound: Spotify und Warner Bros./DC verbünden sich und statten Superhelden und Superschurken gemeinsam mit Podcasts aus. Der Deal umfasst Figuren wie Batman, Joker, Superman und Wonder Woman, die Podcast-Rechte liegen für unbestimmte Zeit bei Spotify. Die Folgen sollen die Helden in neue Abenteuer schicken, sich aber nicht an bereits existierende Filme oder Serien anlehnen.
techquila.co.in, hollywoodreporter.com

Steingarts “Morning Briefing”-Inhalte erscheinen künftig auch im Bloomberg Terminal.

Morning Briefing von Gabor Steingart erscheint künftig auch im Bloomberg Terminal. Der Dienst für Finanz-Fachleute bietet Finanzmarktdaten in Echtzeit und erreicht weltweit laut Steingart 325.000 Entscheider. Die Texte und Interviews aus dem "Morning Briefing" erscheinen im Rahmen einer Lizenzvereinbarung.
news.gaborsteingart.com, meedia.de

Facebook startet die Option, politische Werbung auszublenden.

Facebook bietet Nutzer*innen künftig die Möglichkeit, politische Anzeigen bei Facebook und Instagram abzuschalten. Die Funktion startet im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen zunächst in den USA und soll später auch in andere Länder kommen. Damit kommt Facebook Kritikern entgegen, die Facebooks Praxis bemängeln, politische Werbung auch dann anzuzeigen, wenn sie Falschaussagen enthält.
faz.net, techcrunch.com

Netflix-Boss Reed Hastings und seine Frau Patty Quillin spenden 120 Mio Dollar an schwarze US-Colleges und Unis.

Netflix-Boss Reed Hastings und seine Frau Patty Quillin spenden 120 Mio Dollar an US-Colleges und Unis, die traditionell vor allem von Schwarzen besucht werden. Das Geld wird zwischen dem Morehouse College, dem Spelman College und dem United Negro College Fund gedrittelt. Hastings und Quillin hatten die drei Institutionen schon länger unterstützt, ihre neuerliche Spende bezeichnen sie als "Investition in Amerikas Zukunft".
erienewsnow.com, wsj.com

Lese-Tipp: EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager im Interview.

Lese-Tipp: Ann-Kathrin Nezik interviewt EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager zu ihrer Rolle als "größte Feindin des Silicon Valleys" und der laufenden Amazon-Untersuchung wegen Wettbewerbs-Verletzung. Vestager konstatiert, je größer ein Unternehmen sei, desto mehr Verantwortung trage es. Was Amazon nach der "ziemlich weit fortgeschrittenen" Untersuchung konkret droht, will sie noch nicht verraten.
zeit.de

Facebook: US-Nutzer*innen können demnächst politische Anzeigen verbergen.

Facebook ermöglicht es in den USA, politische Anzeigen in der Timeline zu verbergen. Das Feature ist bereits für einige Nutzer*innen verfügbar und soll in den kommenden Wochen flächendeckend in den USA ausgerollt werden. Facebook steht seit einiger Zeit in der Kritik für seinen Umgang mit politischer Werbung, über die zum Teil Fake News verbreitet werden.
cnbc.com

Ebay-Angestellte sollen Cyberstalking gegen kritisches Blogger-Paar betrieben haben.

Cyberstalking: Weil ein Paar aus dem US-Bundesstaat Massachusetts in einem Newsletter kritisch über Ebay berichtete, sollen sechs ehemalige Ebay-Angestellte und -Führungskräfte sie über Wochen bedroht und unter Druck gesetzt haben. Per Post erhielten die Eheleute u.a. eine blutige Schweinemaske. Außerdem sollen die mutmaßlichen Täter*innen anonyme Droh­bot­schaften verschickt haben. Ebay feuerte sie im September 2019. Ihnen drohen laut CBS Gefängnisstrafen.
boston.cbslocal.com, ebayinc.com (Statement Ebay)

Basta: Trumps Pannen-Prophylaxe.

Einfach mal was einschmeißen: Donald Trumps selbstverordnete Anti-Corona-Kur mittels "Gottesgeschenk" Hydroxychloroquin fällt bei der zuständigen US-Behörde FDA durch. Sie widerruft ihre Ausnahmegenehmigung für das Malaria-Medikament zur Behandlung von Covid19-Patienten - es sei "unwahrscheinlich", dass das Mittel hier wirksam sei. Stattdessen warnt die FDA vor "ernsthaften Nebenwirkungen". Trumps angekündigter "größter Durchbruch der Medizingeschichte" fällt also unter Pannen-Prophylaxe.
handelsblatt.com

Oscar-Akademie verschiebt Verleihung und verlängert Frist für teilnahmeberechtigte Filme.

And the Oscar goes to...April: Die Oskar-Akademie verschiebt ihre Preisverleihung um acht Wochen auf den 25. April 2021 - geplant war bisher der 27. Februar 2021. Zudem wird die Frist für teilnahmeberechtigte Filme verlängert: Ursprünglich hätten diese bis zum 31. Dezember 2020 Premiere feiern müssen; jetzt gilt der 28. Februar 2021 als Stichdatum. Bereits zuvor hatte die Akademie angekündigt, erstmals Filme zuzulassen, die aufgrund von Corona nicht im Kino, sondern nur bei Streaming-Diensten laufen.

Die Akademie begründet ihre Entscheidung damit, Filmemacher*innen könnten so ihre Filme fertigstellen und in die Kinos bringen. Aufgrund von Corona sind seit März die meisten Produktionen gestoppt worden. In der Geschichte der Oscars wurde die Verleihung erst zweimal verschoben: 1968 aufgrund der Ermordung Martin Luther Kings und 1981 nach einem Attentat auf US-Präsident Ronald Reagan.
mashable.com, faz.net, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Rechtsstreit beendet: Airbnb gewährt der Stadt New York Einblick in Nutzerdaten.

Ich war noch niemals in New York? Airbnb und die Stadt New York einigen sich im Rechtsstreit um die Offenlegung von Nutzerdaten auf einen Vergleich, verkündet das Büro von New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio. Die Vermittlungsplattform will den Behörden künftig quartalsweise Auskunft über die Nutzer*innen gewähren. Airbnb hatte gegen ein 2018 erlassenes Gesetz geklagt, das Vermittlungsplattformen zwingen sollte, monatlich Daten an die Stadt zu übermitteln. New York will angesichts steigender Mieten in der Metropole gegen illegale Vermietungen und gefälschte Nutzerkonten vorgehen. Airbnb plant einen Börsengang - der Rechtsstreit bremste den Plan bisher.
handelsblatt.com, wsj.com (Paid)

Lese-Tipp: Mark Zuckerberg ruiniert mit Trumps Fake News sein eigenes Lebenswerk.

Lese-Tipp: Mark Zuckerberg schließt mit US-Präsident Trump einen "Pakt mit dem Teufel", schreibt Corinna Baier im "Focus". Zuckerberg hätte nach dem Datenskandal 2018 in der Corona-Krise das Image der Plattform aufpolieren können. Doch Trump nutze "den einflussreichsten Tech-Konzern des neuen Jahrtausends" für Fake News, was Zuckerberg - anders als Twitter-Chef Jack Dorsey - zulässt. "Der einstige Rockstar ruiniert sein Lebenswerk", schreibt Baier.
"Focus" 25/2020, S. 22-25 (Paid)

T-Mobile US stoppt Werbung im Umfeld der Fox-News-Sendung von Tucker Carlson.

T-Mobile will nach einem die die Black-Lives-Matter-Bewegung diffamierenden Kommentar von Tucker Carlson keine Werbung im Umfeld von dessen Show auf Fox News mehr schalten. Der neue Chef von T-Mobile US, Mike Sievert, kommentiert die Aktion auf Twitter mit den Worten "Bye-bye, Tucker Carlson!". Auch andere Unternehmen, darunter Disney, ziehen ihre Werbung nach dem Kommentar zurück.
theverge.com

YouTube und Apple investieren je 100 Mio Dollar in Rassismus-Bekämpfung.


Zwei Konzerne, ein Gedanke: Apple startet eine 100-Mio-Dollar-Initiative, die Rassismus bekämpfen und Vielfalt innerhalb und außerhalb des Unternehmens fördern soll, vorerst in den USA, später auch global. Lisa Jackson, verantwortlich für Umwelt, Politik und soziale Initiativen, leitet das Projekt. Es soll Bildung, wirtschaftliche Gleichheit und Strafrechtsreformen fördern, twittert Chef Tim Cook (Foto links). Apple kündigt außerdem ein Entwickler-Camp für schwarze Entwickler an und will deutlich mehr Schwarze einstellen.

Zeitgleich investiert auch YouTube 100 Mio Dollar, ebenfalls im Dienste der Rassismus-Bekämpfung: Die Plattform will damit Inhalte schwarzer Urheber*innen fördern und neue, schwarze Formate für YouTube Originals entwickeln. Das erste so finanzierte Projekt ist das YouTube Original "Bear Witness, Take Action", eine Mischung aus Livestream und Spendenaktion. YouTube-Chefin Susan Wojcicki (Foto rechts) will die Richtlinien und Produkte der Plattform außerdem auf Toleranz prüfen.
wsj.com (Apple und YouTube), businessinsider.com (Apple), theverge.com (YouTube)

Meinung: Der Rückzug von “NYT”-Meinungschef James Bennet zeigt einen Wandel im Journalismus.

Neutralitätsjournalismus ist in den USA nicht mehr das oberste Gebot, analysiert Philipp Oehmke anhand des Abgangs von "NYT"-Meinungschef James Bennet (Foto). Seinen Stuhl habe Bennet nicht räumen müssen, weil er einen menschenverachtenden Beitrag zu verantwortet hatte, sondern weil er den Journalismus nicht mehr verstehe. Die in den USA streng durchgezogene Trennung von Meinung und Fakten sei nicht mehr zeitgemäß im Amerika von Donald Trump. Neutralitätsjournalismus könne seine Aufgabe als Vierte Gewalt nicht wahrnehmen, wenn auch krude Verschwörungstheorien als Meinung zählen. Die Leser*innen würden stattdessen Haltung erwarten.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: USA müssen Polizei-Ausbildung reformieren, um Rassismus einzudämmen.

USA müssen Polizist*innen besser auswählen, länger als die bisherigen sechs Monate ausbilden und die Polizei als Institution zentral organisieren, um das Rassismus-Problem in den Griff zu bekommen, sagt Maria Haberfeld von der New Yorker Polizeiakademie im "BZ"-Interview. Sie fordert einheitliche Standards für Ausbildung, Ausrüstung, und Kandidat*innen-Auswahl. Politisch müsse die Hoheit der Polizei auf die Einzelstaaten übertragen werden, um die Zahl der Einheiten zu reduzieren – aktuell gibt es 18.000 bis 20.000.
berliner-zeitung.de

Amazon verbietet Polizei, seine Gesichtserkennung zu nutzen.

Amazon kündigt ein einjähriges Moratorium an, währenddessen der Konzern es Polizei und Strafverfolgungsbehörden verbietet, die umstrittene Gesichtserkennungstechnologie Recognition zu nutzen. Damit folgt Amazon dem Beispiel von IBM, die ihre Technologie nicht mehr anbieten und weiterentwickeln will, weil sie potenzielle Menschenrechts- und Datenschutzverletzungen birgt und die KI rassistisch ist. Amazon will die Software aber weiter Bürgerrechtsorganisationen zur Verfügung stellen, die sich z.B. für vermisste Kinder und die Bekämpfung des Menschenhandels einsetzen.
theverge.com, turi2.de (Background)

Adidas verspricht, in den USA 30 % der Stellen mit Schwarzen zu besetzen.

Konkretes Versprechen: Adidas will als Reaktion auf die Rassismus-Debatte in den USA künftig mindestens 30 % aller neuen Stellen bei den Kernmarken Adidas und Reebok mit Schwarzen oder Lateinamerikaner*innen besetzen. Der Konzern reagiert damit auch auf die Kritik schlimmstenfalls umsatzschädigende Kritik, mit afroamerikanischen Personen zu werben, sie aber kaum in Führungspositionen zu beschäftigen. In Deutschland wäre eine solche "Herkunfts-Quote" wegen des Diskriminierungsverbots nicht erlaubt. Der Sportartikelhersteller will in den USA auch sein Engagement für die afroamerikanische Minderheit ausbauen und das Budget dafür auf 20 Mio Dollar aufstocken. Adidas will damit beispielsweise Sport in mehrheitlich von Afroamerikanern bewohnten Gegenden fördern und Stipendien an Schwarze vergeben.
welt.de, edition.cnn.com

Anna Wintour entschuldigt sich, Schwarzen keinen Platz eingeräumt zu haben.

Vogue hat nicht genug getan, um schwarze Mitarbeiter*innen und Designer*innen zu fördern und mitunter "verletzende und intolerante" Geschichten und Fotos veröffentlicht, schreibt Chefredakteurin Anna Wintour in einem internen Memo. Sie wisse, dass es nicht reicht "zu sagen dass wir es besser machen werden" und bittet um "Feedback und Rat". 1974 war mit Beverly Johnson ein schwarzes Model auf dem Cover, aber erst 2018 fotografierte ein schwarzer Fotograf, Tyler Mitchell, ein Cover-Foto.
theguardian.com

Paramount stellt die Polizei-Serie “Cops” ein.

Zu viel Realität: Der US-Sender Paramount Network zieht bei der Reality-Show Cops den Stecker. Die Serie begleitet seit 31 Jahren US-Polizist*innen bei der Arbeit und stand immer wieder wegen fragwürdiger Dreh-Methoden und Darstellung der Polizeiarbeit in der Kritik. Der Sender hatte die Show wegen der Proteste gegen Polizeigewalt bereits aus dem Programm genommen. Die letzte bereits abgedrehte Staffel soll nicht mehr gezeigt werden.
cnet.com, rnd.de

Facebook rollt Facebook News in den USA aus.


Newsworthy: Facebook rollt sein Ende 2019 angekündigtes Feature Facebook News ab sofort in den USA aus. Die Nutzer*innen bekommen eine neue Spalte angezeigt, in der ausschließlich Beiträge von journalistischen Medien enthalten sind. Sie können Reaktionen auf die Beiträge hinterlassen und sie teilen, nicht jedoch innerhalb der News-Rubrik kommentieren. Facebook bestückt den Feed sowohl mithilfe von Algorithmen als auch durch Redakteur*innen. Anders als beim Test mit einer kleinen Gruppe 2019 kommt die nun gestartete Version von Facebook News auch mit einer Rubrik für Lokalnachrichten und einer für nachrichtliche Videos.

Mit der neuen Funktion reagiert Facebook auf die Kritik von Medien, dass ihre Inhalte zugunsten von persönlichen Beiträgen an Reichweite eingebüßt haben. Außerdem will Facebook sein Image aufpolieren, das unter den Debatten zu Fake News und Filterblasen gelitten hat. Ob Facebook News auch nach Deutschland kommt, ist bislang unbekannt.
techcrunch.com, turi2.de (Background)