Bundesregierung bringt Urheberrechtsreform auf den Weg – Lob und Kritik von Verbänden.


Wer hat an dem Urheberrecht gedreht? Die Bundesregierung bringt die umstrittene Neufassung des Urheberrechts auf den Weg. Das Kabinett hat heute den Entwurf gebilligt. Der Bundesrat muss nun eine Stellungnahme abgeben, bevor der Entwurf zur Abstimmung in den Bundestag geht. Die Reaktionen sind unterschiedlich: VDZ und BDZV fordern, die Neuregelung "wirksam und zügig" umzusetzen. Sie heben vor allem das geplante Leistungsschutzrecht hervor. Es sei "ein Schlüssel, um die Ausbeutung journalistischer Inhalte durch kommerzielle Plattformen künftig einzudämmen". Scharfe Kritik kommt hingegen von Vertretern aus TV, Film und Musik. In einer gemeinsamen Erklärung schreiben unter anderem der Bundesverband Musikindustrie, der Bundesverband professioneller Bildanbieter, der Privatmedien-Verband Vaunet sowie Deutscher Fußball-Bund und Deutsche Fußball-Liga, der Entwurf stelle "die deutsche Kreativbranche gegenüber den globalen Mitbewerbern schlechter" und werde "dem Kreativstandort Deutschland nachhaltigen Schaden zufügen". Die Verbände kritisieren vor allem die zu hohe Bagatellschranke von 15 Sekunden aus Musik- und Filmstücken sowie 125 Kilobyte für Fotos und 160 Zeichen für Text.

Ähnlich sieht es der DJV. Dessen Bundesvorsitzender Frank Überall schreibt, die sogenannte "geringfügige Nutzung", die der Entwurf vorsieht, sei "ein fauler Kompromiss, von dem zwar die Nutzer, Facebook und Google profitieren, nicht jedoch die Urheberinnen und Urheber". Der Digitalverband Bitkom kommentiert, die "Urheberrechtsreform enttäuscht in vielen Bereichen". Der Verband warnt vor Uploadfiltern, Rechtsunsicherheit beim Leistungsschutzrecht und einem "Bürokratieungeheuer" durch den Auskunftsanspruch für Urheber. Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsführung sagt: "Für Kreative leistet das Gesetz einen Bärendienst. Es ist hochwahrscheinlich, dass sie künftig in Summe weniger Lizenzeinnahmen erzielen als nach den alten Regeln." Ursprünglich wollte die Regierung den Entwurf bereits vergangene Woche beschließen, hat das Thema dann aber kurzfristig aus der Agenda der Kabinettssitzung genommen. Viel Zeit bleibt dem Gesetzgeber nicht: Die Änderungen müssen bis Juni umgesetzt sein, um die Vorgaben der EU-Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. (Foto: Julian Stratenschulte / dpa / Picture Alliance)
tagesschau.de, presseportal.de (VDZ und BDZV), vau.net, djv.de, bitkom.org

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Ordentlich Speed: Infolge der Pandemie war das Jahr 2020 durch einen enormen Digitalisierungs­schub und eine ungewöhnlich intensive Nachrichten­flut geprägt. Konnten auch Medien­marken außerhalb des News-Segments davon profitieren? Oh ja, durchaus!
Vier spannende Trends zeichnen sich ab: editorial.media

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“Focus”: Portal gesund.bund.de will weiter mit Google kooperieren.

Gesundheitsportal: Die Bundesregierung will an der Kooperation ihres Portals gesund.bund.de mit Google festhalten, berichtet der "Focus". Es bestehe "weder ein Eingriff in die Pressefreiheit" noch gebe es Verstöße gegen nationales oder europäisches Wettbewerbsrecht, schreibt Thomas Gebhart, Parlamentarischer Staats­sekretär im Gesundheits­ministerium, in einer Antwort an den FDP-Abgeordneten Michael Theurer. Mit Google existiere "keine vertragliche Vereinbarung", die Rechte und Pflichten des Ministerium begründe. VDZ-Präsident Rudolf Thiemann kritisiert die Kooperation als "unannehmbaren Eingriff" in den freien Pressemarkt.
focus.de, turi2.de (Background)

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VDZ startet Kampagne für journalistische Umfelder.

VDZ startet eine Gattungskampagne für Werbung in Publikums­zeitschriften und deren Digital-Ablegern. Springer, Burda, Condé Nast und Delius Klasing sowie Funke, Jalag, Klambt und die Motor Presse Stuttgart sind mit zwölf Medien-Marken dabei. Die Kampagne unter dem Motto Darum Markenmedien will das Vertrauen der Leser*innen in journalistische Inhalte betonen.
vdz.de, wuv.de, horizont.net (Paid)

VDZ kritisiert die Kooperation zwischen Google und dem Gesundheitsministerium.


Verlagskritik: Der VDZ kritisiert mit scharfen Worten die gestern vorgestellte Kooperation zwischen Google und dem Bundesgesundheitsministerium beim Portal gesund.bund.de. VDZ-Präsident Rudolf Thiemann (Foto) sagt dazu: "Eine solche Verdrängung der privaten Presse durch ein staatliches Medienangebot auf einer digitalen Megaplattform ist ein einmaliger und neuartiger Angriff auf die Pressefreiheit." Burda-Vorstand Philipp Welte sagt: "Das Ministerium deklassiert die freien marktwirtschaftlich organisierten Gesundheitsportale und setzt alle Mechanismen der freien Information und damit der freien Meinungsbildung in unserer Demokratie außer Kraft."

Das Bundesgesundheitsministerium und Google haben gestern bekannt gegeben, dass im Rahmen einer Zusammenarbeit Google ab sofort Antworten des staatlichen Portals in einem prominent hervorgehobenen Info-Kasten bei Suchanfragen darstellt. Schon zum Start des Angebots gab es Kritik von Verlagen, die im Angebot des Ministeriums eine Gefahr für ihre kommerziellen Angebote sehen. (Foto Monika Skolimowska / dpa / Picture Alliance)
vdz.de, bundesgesundheitsministerium.de (PM zur Kooperation), turi2.de (Background)

York von Heimburg gibt Vorstandsposten Publikumszeitschriften beim VDZ ab.

VDZ: York von Heimburg verlässt den Vorstand der Publikumszeitschriften nach knapp 15 Jahren. Der Manager hatte die Geschäftsleitung des Medienhauses IDG Deutschland, bei dem u.a. "Computerwoche" und "PC Welt" erscheinen, 2018 an Jonas Triebel übergeben. Über von Heimburgs Nachfolge soll bei der nächsten Sitzung des PZ-Vorstands entschieden werden.
vdz.de, turi2.de (Background)

VDZ-Präsident sieht Gefahr für Verlage aus Berlin und Brüssel.

VDZ will sich gegen Beschränkungen bei Abo-Laufzeiten und Telefon­marketing einsetzen, kündigt Präsident Rudolf Thiemann in einem Brief an, aus dem "Clap" zitiert. Zudem kämpfe er für "erträgliche Gestaltung" des Daten­schutzes auf Verlags­webseiten. Der VDZ selbst müsse "noch schlagkräftiger" agieren, alle Verlage sollen Mitglied eines "schlanken Bundes­verbands" werden.
clap-club.de

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VDZ Distribution Summit – am 29. September geht es los! Sind Sie schon angemeldet? Falls nicht, sichern Sie sich jetzt Ihr kostenfreies Ticket! In 90 min geht es um die Lage im Pressevertrieb & was die Zukunft bringt. Mit Keynotes von Philipp Welte (Hubert Burda Media) & Stefan Ottlitz (SPIEGEL-Gruppe). Dabei sein lohnt sich!

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Das Rezept für den Erfolgspodcast: Am 30.09. und 1.10. geben Vermarktungs- und Produktionsexperten von digital kompakt, RMS und Podigee Einblicke in ihre Podcast-Werkstatt. Im zwei-tägigen Digitalformat geht es um alles von Konzeption bis Produktion, Audiostorytelling und Vermarktung. Jetzt anmelden!

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Eine mutige Zukunft: in der digitalen Workshopserie VDZ What’s Next geht es um Tools & Produkte der Zukunft – von Datenanalysen über Prototyping bis hin zur Rolle von Leadership & Management in Zeiten von New Work. Auftakt ist am 21.09. mit Christoph Bornschein (TLGG) & Stephan Scherzer (VDZ). Dabei sein!

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“Clap”: VDZ wünscht sich längere Mehrwertsteuersenkung für Presseprodukte.

Mehrwertsteuersenkung verursacht bei Verlagen hohe Kosten für die Umstellung, dem VDZ sind sechs Monate daher nicht genug, schreibt "Clap". In einem Schreiben an die Mitglieder stellt VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer die "Sinnhaftigkeit" infrage und fordert indirekt eine Verlängerung. Daniel Häuser erwartet, dass sich an Abo- und Copypreisen ohnehin nichts ändert, weil sonst krumme Verkaufspreise heraus kämen. Auch die Buchbranche fürchtet einen "immensen Aufwand", vor allem wegen der Preisbindung.
clap-club.de (VDZ), buchreport.de (Buchbranche)

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15. – 19. Juni 2020 VDZ Digital Advertising Summit: Keine zwei Woche mehr, bis zum ersten virtuellen VDZ Kongress! Es erwarten Sie täglich kurzweilige Webinare zu bspw. den Themen Pricing, Social Ads, die Zukunft der Werbeerlöse, sowie direkter Austausch mit Referenten und Teilnehmern. Zur Anmeldung.

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VDZ Digital Advertising Summit geht ONLINE : 15. – 19. Juni 2020
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VDZ sagt Publishers’ Summit und Publishers’ Night 2020 ab.

VDZ sagt Publishers' Summit und Publishers' Night mit der Verleihung der Goldenen Victoria für 2020 ab. Das Event war für den 2. November geplant. Eine Durchführung sei aufgrund der Größenordnung in diesem Jahr "nicht verantwortbar", teilt VDZ-Präsident Rudolf Thiemann mit.
turi2 - eigene Infos, dnv-online.net


Aus dem Archiv von turi2.tv: VDZ-Präsident Rudolf Thiemann hält Google-Geldregen für keinen Automatismus. (04/2019)

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Weniger ist manchmal mehr: Durch das wachsende Digitalangebot an Publikationen sind Nutzer wählerischer geworden und lesen in der Regel weniger Artikel pro Medium als früher in der gedruckten Zeitung. Einige internationale Medien haben deshalb ihre Artikelzahl reduziert - und generieren trotzdem mehr Traffic, berichtet editorial.media

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Paid Content als Erlösmodell für Verlage
Das Thema Paid Content gewinnt an Momentum und neben internationalen Leuchtturm-Beispielen setzen nun auch in Deutschland Verlage erfolgreiche Bezahl-Modelle um. Praxisberichte und Learnings von Heise Medien und SPIEGEL gibt es am 26. Mai in Hamburg. Jetzt anmelden.

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Guckloch-Strategie: 2017 musste der "Daily Telegraph", nun zweitauflagenstärkste Zeitung im Vereinigten Königreich, die Krone an die "Times of London" abgeben. Doch man gibt sich optimistisch. Nicht zuletzt dank eines anhaltenden Digitalwachstums, das man mit einem vielleicht nicht ganz neuem, aber wirksamen Erfolgsrezept erklärt: editorial.media