Zitat: Burda-Chef Philipp Welte sieht eine Verbindung zwischen Fake News und Facebook.

"Es gibt einen unmittelbaren Wirkungszusammenhang zwischen der Verbreitung von Fake News und dem Geschäftserfolg von Facebook."

Burda-Vorstand Philipp Welte erklärt im "Handelsblatt" seine Werbekampagne mit dem Slogan "Print macht stark". Die Demokratie sei gefährdet, wenn der Journalismus der Verlage aufgrund wegbrechender Werbeumsätze nicht mehr zu finanzieren sei.
handelsblatt.com

Chefredakteur Lars Reckermann verlässt die “Nordwest Zeitung”.

NWZ: Chefredakteur Lars Reckermann (Foto) und die "Nordwest Zeitung" gehen getrennte Wege. Reckermann verlasse den Verlag nach drei Jahren "auf eigenen Wunsch", um "neue berufliche Wege" zu gehen. Seine Aufgaben übernehmen die bisherigen Vize-Chefredakteure Gaby Schneider-Schelling und Ulrich Schönborn kommissarisch.
nwzonline.de, turi2.de (Background)

Philipp Keel will mit Mehrheit am Diogenes-Verlag deren Unabhängigkeit sichern.

Diogenes-Verlag: Philipp Keel (Foto), Sohn des Diogenes-Gründers Daniel Keel, spricht im "FAZ"-Interview über seinen Kampf um die Mehrheit am Schweizer Verlag. Nach dem Tod von Rudolf Bettschart, Ex-Geschäftspartner des Verlaggründers, wollte Philipp Keel die Anteile übernehmen, um die Unabhängigkeit des Verlages zu sichern.
"FAZ", S. 9 (Paid)

Springer kündigt Sparkurs an und bekennt sich zur “Welt”.

Die Welt am Marterpfahl: Springer plant einen Stellenabbau bei "Bild" und "Welt" sowie bei den Druckereien und Zeitschriften, kündigen Friede Springer, Mathias Döpfner und KKR-Europachef Johannes Huth im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" an. "Wir werden eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen," sagt Döpfner, der Hierarchien verschlanken wolle. Für "digitales Wachstum" wolle Springer in der Summe Arbeitsplätze aufbauen. Die defizitäre "Welt" bleibe "ein essenzieller Teil" von Springer, verspricht Döpfner.

Springer wolle "ein journalistisches Haus" bleiben, "Welt" solle auch als gedruckte Ausgabe fortgeführt werden. "Allein das Rascheln des Papiers - wunderbar", sagt Friede Springer, die Großaktionärin beim Konzern bleibt. Die bisher getrennten Redaktionen von "Bild" und "Bild am Sonntag" sollen künftig "intensiver" zusammenarbeiten, die beiden Marken bleiben erhalten. KKR wolle Springer "langfristig begleiten" und schließt weitere Übernahmen nicht aus: "Wir werden uns nach Abschluss der Transaktion anschauen, was auf dem Markt ist", kündigt der KKR-Europachef an.
"Süddeutsche Zeitung", S. 20 (Paid)

Bastei Lübbe schreibt wieder schwarze Zahlen.

Bastei Lübbe macht von April bis Juni 2019 einen Umsatz von 21,2 Mio Euro und schreibt wieder schwarze Zahlen. Umsatztreiber war v.a. die Buch-Sparte. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Ertragsteuer verbessert sich auf 1,5 Mio Euro, im Vorjahreszeitraum waren es -1,4 Mio Euro. Vorstandschef Carel Halff sagt, die Konzentration auf das Kerngeschäft und die "angepasste Kostenstruktur" haben den Verlag wieder auf Kurs gebracht. Bastei Lübbe hat u.a. Personal abgebaut und seine Selfpublishing-Plattform Bookrix sowie die Rätselsparte verkauft.
buchmarkt.de, turi2.de (Background)

Zitat: “taz” setzte schon früh auf alternative Erlösquellen, sagt Karl-Heinz Ruch.

"Unsere Redakteure gehen inzwischen erhobenen Hauptes in die Kneipe, denn vielen anderen geht es deutlich schlechter."

Karl-Heinz Ruch, scheidender "taz"-Geschäftsführer, sagt im "Horizont"-Interview, dass das klassische Anzeigengeschäft in seinem Hause "noch nie funktionierte".
"Horizont" 30/2019, S. 8-9 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet. (9/2017)

Springer-Bieter KKR will “Welt” nur unter Bedingungen fortführen.

Die Welt ist nicht genug? Der an Springer interessierte Finanzinvestor KKR knüpft die Fortführung der "Welt" und "Welt am Sonntag" in den Angebotsunterlagen an wirtschaftliche Bedingungen, schreibt "FAZ". Zwar hätte KKR mit den Großaktionären Friede Springer und Mathias Döpfner vereinbart, die "Welt"-Gruppe fortzuführen - dies stehe allerdings unter der Voraussetzung einer "angemessenen Steuerung der jährlichen Ergebnissituation". Von der "Bild"-Gruppe, die als lukrativer gilt, sei keine Rede.

Das Angebotsdokument befasse sich in der entsprechenden Passage mit der "Welt"-Gruppe mit der Tageszeitung "Welt", der "Welt am Sonntag", den digitalen Angeboten sowie dem Fernsehsender. Im Gespräch mit turi2 kontert Springer-Sprecherin Bianca-Maria Dardon: "Die vertragliche Vereinbarung mit KKR beinhaltet ein klares Bekenntnis zur "Welt"-Gruppe. Damit bleibt die "Welt" ein wesentlicher Bestandteil der Zukunftsstrategie von Axel Springer." Aufgrund kaufmännischer Erwägungen gelte "wie bisher auch" der Vorbehalt einer "angemessenen Ertragslage".
faz.net, turi2.de (Background), turi2 - eigene Infos

Condé Nast kündigt strategische Neuausrichtung an.

Condé Nast steht unter der Führung der neuen Deutschlandchefin Jessica Peppel-Schulz vor einem Strategiewechsel, schreibt "New Business". Künftig sollen Print, Digital, Events, E-Commerce und Kooperationen stärker verknüpft werden. Die Zusammenarbeit mit Condé Nast International solle ausgebaut werden. Der Verlag setze künftig auf weitere Erlösquellen, u.a. durch ausgebaute Beraterleistungen für Kunden.
new-business.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Jessica Peppel-Schulz startet bei Condé Nast mit 120 % Power (April 2019).

Bild Plus startet Werbekampagne mit Marktschreiern.

Bild Plus startet eine Werbekampagne mit dem Claim "Bild ohne Ende": In dem Spot preisen drei Marktschreier lautstark Inhalte des Nachrichtenportals an. Die Kreativagentur Kolle Rebbe realisierte die Kampagne, die zeigen solle, wie vielseitig das digitale Bezahlangebot sei. Die Werbung wird im Free-TV sowie online und als Out-of-Home-Werbung ausgespielt.
axelspringer.com, youtube.com (80-Sekunden-Video)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Springer-Chef Mathias Döpfner über Musik, Strategie und die Zukunft (9/2018).

“FAZ” meldet wachsendes Digitalgeschäft und veränderten Aufsichtsrat.

Frankfurter Allgemeine Digitalzeitung: Die "FAZ" hat die rückläufigen Printerlöse dank wachsendem Digitalgeschäft in den ersten fünf Monaten "mehr als kompensiert". 2019 erwartet "FAZ"-Geschäftsführer Thomas Lindner ein positives Betriebsergebnis. Dafür sei "eine strenge Kostendisziplin" nötig. Die Bi­lanz­sum­me liegt 2018 bei 446,8 Mio Eu­ro.

Die Gesellschafterversammlung wählt Stefan Quandt und Joachim Rosengarten in den Aufsichtsrat. Andreas Barner und Karl Dietrich Seikel tauschen ihre Posten: Barner übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats, Seikel wird Vorsitzender des Kuratoriums der FAZIT-Stiftung, Mehrheitseigner der "FAZ". Ludwig Georg Braun verlässt den Aufsichtsrat "nach Erreichen der satzungsmäßigen Altersgrenze".
"FAZ", S. 20 (Paid), turi2.de (Background)

“Spiegel” analysiert Hintergründe des Steltzner-Abgangs bei der “FAZ”.


Frankfurter Allgemeine Zankerei: Markus Brauck und Ulrike Simon nehmen im "Spiegel" die Herausgeber der "FAZ" auseinander – Anlass ist der Abgang von Herausgeber Holger Steltzner. Der soll mit einem Redakteur über die Vertragsverlängerung von Feuilleton-Herausgeber Jürgen Kaube geprochen und gefragt haben, ob es nicht einen besseren Kandidaten für den Posten gäbe, u.a. mit mehr Digitalkompetenz. Als der Inhalt des Gesprächs den Aufsichtsrat erreichte, sei Stelzners Rauswurf innerhalb von Stunden beschlossen gewesen.

Simon und Brauck beschreiben die Herausgeber-Runde – Berthold Kohler, Jürgen Kaube und Werner D'Inka treffen sich mit den Autoren zum Interview – etwas verächtlich als "Teddybären". Kritische Fragen zur Zukunft der Zeitung und der wenig diversen Besetzung des Herausgeber-Gremiums beantworteten sie mit Ironie und "intellektuellen Spitzfindigkeiten". Der "Spiegel" zitiert aus einer "FAZ"-eigenen Analyse, wonach die Zeitung im Jahr 2030 stolze 190 Mio Euro Verlust einfahren würde, sollte die Print-Auflage weiter schrumpfen, sich das digitale Wachstum nicht beschleunigen und die Preise gleich bleiben.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Bauer tauscht in Australien erneut CEO aus.

Bauer ernennt Brendon Hill (Foto) bei der australischen Verlagstochter zum Geschäftsführer, schreibt "New Business". Er folgt auf Paul Dykzeul, der "in den Ruhestand" geht. Hill ist bereits der sechste CEO, den Bauer seit Eintritt in den australischen Zeitschriftenmarkt 2012 einsetzt. Die Verlagstochter kämpft mit schwächelnden Auflagen und Umsätzen.
new-business.de

“Welt”: “Spiegel”-Redakteure sind uneins über Klusmann-Reformen und Relotius-Konsequenzen.


Claas halb leer: Der "Spiegel" kommt angesichts des Relotius-Skandals und des Umbaus zur integrierten Print-Online-Redaktion nicht zur Ruhe, skizziert Per Hinrichs in der "Welt am Sonntag" nach Gesprächen mit "Spiegel"-Mitarbeitern. "Altgedienten Heft-Journalisten" seien Klusmanns "Ton und Tempo" nicht geheuer. Andere lobten Klusmanns "Pragmatismus und Eloquenz".

Der Schock aus dem Fälschungsfall Claas Relotius sei intern noch nicht ausgestanden. Einen "umfassenden Freispruch" für Relotius' Ressortleiter Ullrich Fichtner habe Chefredakteur Steffen Klusmann nach internem Druck wieder kassiert. Dem Buch von Relotius-Enthüller Juan Moreno sehe Klusmann gelassen entgegen: Lieber solle es Moreno schreiben als "irgendein Honk". Gegangen ist nach dem Skandal, außer Relotius, bisher nur einer: Der Dokumentar, der für die Relotius-Faktenchecks zuständig war, ging in den Vorruhestand.
"Welt am Sonntag", S. 34 (Paid), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Dirk Stascheit

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal (Archiv 12/2018).

Meinung: Bücher sind künftig Werbeträger statt reine Produkte.

Digitalisierung: Bücher sind künftig Werbeträger und Autoren das Produkt, sagt Blogger und Journalist Richard Gutjahr im Buchreport-Interview über die Digitalisierung des Buchmarktes. Die Bindung zu den Nutzern und damit auch die Macht der Autoren wachse durch soziale Medien. Verlage müssten mehr auf Bewegtbild setzen, da der Textkonsum abnehme.
buchreport.de

Egmont macht 2018 rund 1,6 Mrd Euro Umsatz und 190 Mio Euro Gewinn.

Egmont wächst 2018 in Umsatz und Gewinn, sagt der Geschäftsbericht. Die skandinavische Mediengruppe, zu der u.a. Egmont Ehapa mit dem "Lustigen Taschenbuch" gehört, macht rund 1,6 Mrd Euro Umsatz, ein Plus von fast 100 Mio, und 190 Mio Euro Gewinn (Ebitda). Ein Viertel des Wachstums geht auf Sparten zurück, die Egmont gerade neu erschließt, u.a. E-Commerce, Videospiele und Marketingdienstleistungen.
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Aus dem Archiv von turi2.tv: Peter Höpfner über 50 Jahre "Lustiges Taschenbuch" - Keine Print-Krise in Entenhausen.