Döfpners Thronfolge bei Springer beruht auf Leistung, schreibt Michael Hanfeld.

Springer-Nachfolge: Friede Springer sieht in Mathias Döpfner den idealen Nachfolger, der den Wandel des Unternehmens von einem Verlag in ein multimediales Unternehmen vollzogen hat, schreibt Michael Hanfeld. Döpfners "Thronfolge" verdanke er seiner Leistung: Springer habe sich jahreslang "aus nächster Nähe angesehen, wie Döpfner agiert" und, ähnlich wie einst Axel Springer, unabhängigen Presse-Journalismus mit einem ordentlichen Schuss Pathos verteidige.
"FAZ", S. 15 (Paid), turi2.de (Background)

Friede Springer installiert Mathias Döpfner als ihren offiziellen Nachfolger.


Friede ist mit ihm: Friede Springer installiert Mathias Döpfner als ihren offiziellen Nachfolger. Döpfner, seit 2002 Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, kauft 4,1 % des Unternehmens im Wert von circa 276 Mio Euro. Zusätzlich erhält er weitere 15 % als Schenkung. Döpfner, der bisher knapp 3 % der Unternehmensanteile hielt, ist so künftig mit 22 % an Springer beteiligt.

Auch die Stimmrechte von Friede Springers Aktienpaket, das sich in Zukunft ebenfalls auf 22 % belaufen wird, soll Döpfner ausüben. Friede Springer erklärt den Schritt als "ideale Lösung", um "für Kontinuität im Unternehmen zu sorgen."
axelspringer.com, faz.net, handelsblatt.com (dpa-Interview)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Mathias Döpfner 2018 im Gespräch mit Peter Turi - über Musik, Strategie und die Zukunft.

Zitat: Jeff Jarvis über Vertrauensverluste im Journalismus.

"Wir haben angefangen, Click-Baiting über Katzen und die Kardashians zu machen, und damit stark an Vertrauen eingebüßt."

Jeff Jarvis spricht im "Meedia"-Interview darüber, dass Verlage oft "an der falschen Stelle gespart" haben - und dass dieser Sparzwang gemeinsam mit anderen Faktoren zu einem Vertrauensverlust seitens der Nutzer*innen geführt hat.
meedia.de

Verlage setzen in der Pandemie auf Sachbücher und historische Viren-Texte.

Corona-Literatur: Verlegen ist eigentlich "ein langsames Geschäft", nun zwingt die Pandemie Verlage zu Reaktionen auf "die neue Ungewissheit", beobachtet Oskar Piegsa. Hoffmann und Campe hat in Windeseile Wuhan Diary aus dem Chinesischen übersetzen lassen und einen Klassiker aus dem Programm neu aufgelegt: Heinrich Heines Reportage über den Cholera-Ausbruch 1832. Der Carlsen-Verlag hat fünf Corona-Titel veröffentlicht, etwa ein Pixibuch über die Aha-Regel und ein Sachbuch über Viren. Andere Verleger*innen glauben, gute Sachbücher über Corona brauchen noch Zeit.
"Zeit" 40/2020, S. 17 (Paid, Hamburg-Ausgabe)

Medieninsider: Martin Dowideit geht vom “Handelsblatt” zum “Kölner Stadt-Anzeiger”.

Hauptsache Head: Martin Dowideit verlässt das "Handelsblatt" und wechselt zum "Kölner Stadt-Anzeiger", berichtet Medieninsider. Er tauscht seine aktuelle Position des Head of Product gegen die des Head of Digital. Bei der DuMont-Zeitung wird Dowideit außerdem Mitglied der Chefredaktion. Er soll den Newsroom mitsteuern und die digitalen Produkte ausbauen.
medieninsider.de

Thalia: Chinesische Propaganda-Bücher sollen “anderen Blickwinkel” zeigen.


Was zwischen den Zeilen steht: Thalia verteidigt den Verkauf chinesischer Bücher, die Staatspropaganda verbreiten, auf "Spiegel"-Anfrage als "anderen Blickwinkel". Die Buchhandelskette wolle thematisieren, "dass man Sachverhalte und Personen auch aus anderen Perspektiven sehen kann". Thalia bietet in drei Filialen in Hamburg, Berlin und Wien Werke chinesischer Staatsverlage an. Darunter sind zum Beispiel Propagandaschriften des chinesischen Präsidenten Xi Jingping. Thalia nennt "wachsendes Interesse einer an China interessierten Community in Deutschland" als Grund für die Kooperation. Das Projekt sei ein Test, über dessen Erfolg die Kund*innen entscheiden würden. Wie viel Geld Thalia für die Kooperation bekommt, verschweigt das Unternehmen – die Regale machen sie inzwischen aber immerhin transparent.
spiegel.de, turi2.de (Background)

“Apotheken Umschau”: Chefredakteur Haltmeier geht, Ballwieser rückt nach.

Wort & Bild Verlag: "Apotheken Umschau"-Chefredakteur Hans Haltmeier (Foto) räumt den Posten nach 15 Jahren. Er verlasse das Unternehmen "im gegenseitigen Einvernehmen", teilt der Verlag mit. Auf Haltmeier folgt Dennis Ballwieser, der gleichzeitig Geschäftsführer der Redaktion des Verlags bleibt.
healthcaremarketing.eu, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv: Hans Haltmeier legt eine runderneuerte “Apotheken Umschau” vor (09/2019)

Ladina Heimgartner leitet für Ringier künftig internationales Mediengeschäft.

Schweiz: Ladina Heimgartner, 40, leitet ab Oktober das internationale Mediengeschäft von Ringier und wird Chefin der Blick-Gruppe. Ihr Vorgänger Thomas Spiegel verlässt das Unternehmen wegen "unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung", so Ringier. Als Leiterin des sogenannten Corporate Centers verantwortete Heimgartner bisher u.a. die Kommunikationseinheit.
ringier.ch, new-business.de, turi2.de (Background)

Medieninsider: CEO Christoph Bauer plant Holding-Aufbau für DuMont.


Um-Mont-iert: DuMont-Chef Christoph Bauer will seinem Verlag eine neue Struktur verpassen, zitiert DuMont-Insider Medieninsider aus einer internen Videobotschaft. Bauer kündigt darin ab Oktober den Umbau zu einer "Gruppe aus Unternehmen" an, der bis Ende 2021 abgeschlossen sein soll. Als jeweils eigene Holdings mit eigener Geschäftsführung sollen dann die Bereiche "Regionalmedien", "Business Information" und "Marketing Technology" agieren. Dass Ex-"FAZ"-Produktchef Thomas Schultz-Homberg die Regionalmedien-Sparte leiten wird, steht bereits seit Juli fest. Digital-Manager Patrick Wölke wird in die Holding wechseln. Bei "Marketing Technology" sollen die Facelift-Gründer Benjamin Schröter und Teja Töpfer als Geschäftsführer ran.

Medieninsider hatte erst letzte Woche über Sparmaßnahmen bei DuMont im Rheinland berichtet. So soll die kleine "Express"-Redaktion in Bonn 2021 schließen, die Berichterstattung über Bonn nur noch "in reduziertem Umfang stattfinden", gesteuert "aus dem Kölner Newsroom heraus". Zudem will DuMont weitere Jobs abbauen. Laut Betriebsrat drohen dem Unternehmen für 2020 und 2021 "Millionenverluste".
medieninsider.com (Paid), turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Version des Textes stand, Patrick Wölke werde in die "Business Information"-Holding wechseln. DuMont weißt darauf hin, dass Wölke in die übergeordnete Holding von DuMont wechsele.

Das “Handelsblatt” gründet ein Innovation-Board.

Handelsblatt gründet das Innovation-Board u.a. mit Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek und Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter. Die Mitglieder sollen sich in Interviews und Gastbeiträgen "regelmäßig in die öffentliche Debatte einschalten", um "die Rahmenbedingungen für Innovationen in Deutschland zu verbessern". Auch Gespräche mit Politikern und Wissenschaftlern sind geplant.
"Handelsblatt", S. 3 (Paid)

“manager magazin”: “Berliner Zeitung” vernebelt ihre sinkende Auflage.

Berliner Zeitung versteckt ihren Auflagen-Rückgang, schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Im 4. Quartal 2019 verkaufte das Blatt nur noch rund 61.000 Exemplare und meldet seitdem keine Verkaufs­zahlen mehr an die IVW. Auf Nachfrage räumt der Verlag ein, dass die Auflage im 1. Quartal 2020 um 8 % und im 2. Quartal um weitere 4 % gesunken sei. Bezahlte Digital-Abos hat der Verlag nach eigenen Angaben erst rund 5.000 verkauft.
manager-magazin.de (Paid)

DuMont schließt “Express”-Redaktion in Bonn und will weitere Stellen abbauen.

Bye bye Bonn: DuMont schließt zum 1. Januar 2021 seine "Express"-Redaktion in Bonn, meldet medieninsider.com. Die Berichterstattung über Bonn soll laut einer Verlagssprecherin nur noch "in reduziertem Umfang stattfinden" und "aus dem Kölner Newsroom heraus" gesteuert werden. In der Bonner Lokalredaktion arbeiten aktuell "weniger als fünf Mitarbeiter*innen", die allerdings nicht betriebsbedingt gekündigt werden sollen. Zudem will DuMont weitere Jobs abbauen. Angestellte von DuMont Schauberg und Rheinland Media 24, die älter als 55 Jahre alt sind, sollen per "freiwilligem Abfindungsprogramm" verabschiedet werden.

In einem Schreiben des Betriebsrats heißt es, für 2020 und 2021 rechne das Medienunternehmen mit "Millionenverlusten". Die Chefredaktionen von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Express" sprechen von einer „dramatische Verschlechterungen der wirtschaftlichen Situation des Medienhauses Rheinland“, in dem beide Zeitungen erscheinen.
medieninsider.com (Paid)

Waltraut von Mengden gibt die VZB-Präsidentschaft auf.

Vorzeitiger Abschied: Waltraut von Mengden, Präsidentin des Verbandes der Zeitschriftenverlage in Bayern, legt ihr Amt Ende des Monats nieder, kündigt sie in einem internen Schreiben an. Bis zu den nächsten Vorstandswahlen im Frühjahr springen Geschäfts­führerin Anina Veigel und die Vize-Vorsitzenden Sebastian Doedens und Horst Ohligschläger für sie ein.
clap-club.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Waltraut von Mengden kämpft für Verlage gegen die "Feinde" aus Fernost und Übersee-West. (4/2019)

Zitat: Thomas Vašek erklärt den neuen Anspruch des Magazins “Hohe Luft”.

"Für die akademische Welt und die Feuilletons muss die Philosophie immer etwas Erhabenes sein – schwierig, nicht für jedermann verständlich, eine exklusive Veranstaltung."

"Hohe Luft"-Chefredakteur Thomas Vašek erklärt im gemeinsamen "Horizont"-Interview mit Vize Rebekka Reinhard und Verlegerin Katarzyna Mol-Wolf den neuen Anspruch des Philosophie-Magazins. "Hohe Luft" soll nach dem Relanuch keine Zeitschrift auf "akademischem Top-Level" sein, "sehr wohl aber ein Heft, das klug ist".
horizont.net, turi2.de (Relaunch)

Basta: Beim Jahr Top Special Verlag wird die Arbeit zum Kampfsport.

Journalistischer Schlagabtausch: Beim Jahr Top Special Verlag weht seit Kurzem ein anderer Wind, schreibt die "Hamburger Morgenpost". Verlegerin Alexandra Jahr habe am 22. Juli den Kampfsportler Ardalan Sheikholeslami als Verlagschef vorgestellt. Statt Konzepten oder Antworten auf die Frage, was ihn befähige, gebe es seitdem Macho-Gehabe und Sprüche wie: "Was ist der Tod des Glücks?"
mopo.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Alexandra Jahr, Verlegerin Jahr Top Special, jagt scheues Anzeigen-Wild. (11/2016)

Michael Krechting wechselt von NOZ zu Funke.

Funke holt Michael Krechting, noch Leiter der digitalen Zentralredaktion bei NOZ / mh:n Medien, ins Online-Führungsteam für NRW. Er soll die redaktionelle Entwicklung von Funke in NRW unterstützen und sich u.a. um die Abo-Strategie für waz.de und Co kümmern. Seinen neuen Job wird Krechting laut Funke spätestens im Januar 2021 antreten. Krechtings alten Posten im Norden besetzt Alexander Krug, wie seit Montag feststeht.
funkemedien.de, turi2.de (Alexander Krug)

Tagesspiegel gibt 7.500 kostenlose Abos an Berliner*innen unter 25.

Tagesspiegel bittet bei 16- bis 25-jährigen Berliner*innen um Feedback zu seinen Inhalten – im Gegenzug gibt es 7.500 kostenlose, sechsmonatige Digital-Abos. Die Ergebnisse sollen in die Produkt­entwicklung fließen. Weil täglich eine Informationsflut auf sie einprasselt, sei "hochwertiger und verlässlicher" Journalismus bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen "wichtiger denn je", meint Geschäftsführerin Ulrike Teschke.
tagesspiegel.de, abo.tagesspiegel.de (Kampagne)

Alexander Krug wird Digital-Chefredakteur bei NOZ Medien.

NOZ Medien ernennt Alexander Krug, 45, zum Chefredakteur für Digitales. Er soll sich in dieser Position um die digitalen Kanäle aller Verlage der Mediengruppe und die digitale Zentralredaktion in Hamburg kümmern. Zuvor leitete Krug u.a. bei der "Hamburger Morgenpost" den Digitalbereich und war dort Vize-Chefredakteur.
meedia.de, turi2.de (Krug verlässt "Mopo")

Lese-Tipp: Menschen interessieren sich für Menschen, sagt Burda-Chef Philipp Welte.

Lese-Tipp: "Es gibt nichts, was Menschen mehr interessiert als andere Menschen", sagt Burda-Vorstand Philipp Welte im "FAS"-Interview über den People-Journalismus von "Bunte" - "daran ändern auch Anwälte nichts, die aus dem Kampf gegen unliebsame Berichte ein Geschäftsmodell gemacht haben". An den Zeitschriftenregalen, die "Lebensader" von Burda, werden jede Minute im Schnitt 465 Titel verkauft.
"FAS", S. 24 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Auf Einkaufstour mit Edeka-Chef Markus Mosa und Burda-Vorstand Philipp Welte. (07/2017)

Suhrkamp-Verlag gibt Ehemann der Aufsichtsrätin Sylvia Ströher mehr Macht.

Suhrkamp-Verlag: Ulrich Ströher will seine Ehefrau und Wella-Enkelin Sylvia Ströher (Foto) im Aufsichtsrat ablösen, schreibt die "Welt am Sonntag". Die Verlegerin und Vorsitzende Ursula Unseld-Berkéwicz sowie Rachel Salamander sollen nach der Neuwahl im Kontrollgremium bleiben. Das Ehepaar Ströher wolle sich "gelegentlich in Beirats- oder Aufsichtsratsfunktionen" abwechseln.
welt.de (Paid)

Bertelsmann muss beim Umsatz im 1. Halbjahr ein Minus von 8,9 % einstecken.

Bertelsmann erwirtschaftet im 1. Halbjahr 7,8 Mrd Euro Umsatz, ein Minus von 8,9 % im Vergleich zu 2019. Den coronabedingten Rückgang bei den werbefinanzierten Töchtern RTL und Gruner + Jahr konnten u.a. BMG und Arvato abfangen. Die Wachstumsgeschäfte des Konzerns steigern mit 2,9 Mrd Euro ihren Anteil am Gesamtumsatz von 35 auf 37 %.
bertelsmann.de, horizont.net

Geli Tangermann und Mathis Neuburger werden Vize-Chefredakteure der “Hamburger Morgenpost”.

Hamburger Morgenpost macht Geli Tangermann, 33, (Foto) und Mathis Neuburger, 40, zu Vize-Chefredakteuren. Tangermann kommt von der "Welt", dort arbeitet bisher sie im Politik-Ressort. Neuburger steigt redaktionsintern auf, er leitet bisher das Ressort Lokales. Außerdem befördert die Zeitung Eva Jost, 40, zur Digital-Chefin.
meedia.de, new-business.de

Jan Ippen sieht BuzzFeed-Kauf als Jungbrunnen für seine Redaktionen.

BuzzFeed: Jan Ippen, Leiter des Digitalgeschäfts der Ippen-Gruppe, sieht im Zukauf von BuzzFeed Deutschland keine "Midlife Crisis" seines Verlags, sondern eine Art Jungbrunnen für seine Redaktionen. Die bisherigen Mitarbeiter*innen müssten lernen, "ein Publikum ab 15 Jahren zu adressieren". Profitabel will Ippen BuzzFeed u.a. mit zusätzlicher Suchmaschinenoptimierung machen.
"Spiegel" 36/2020, S. 55 (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Facebook News ist umstritten und intransparent.

Facebook News, eigener Bereich für journalistische Inhalte auf der Plattform, ist umstritten, weil unklar ist, nach welchen Standards Facebook die Medien auswählt und welche journalistischen Angebote in Deutschland freigeschaltet werden, schreibt Simon Hurtz. Am Algorithmus, der die Inhalte des Newsfeeds auswählt, kann Facebook willkürlich schrauben, die Zugriffe auf Videos von Verlagen hat das Netzwerk in den USA falsch ausgewiesen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

“Horizont”: “Spiegel” hadert mit Bertelsmanns Ad Alliance.

Wacklige Werbe-Allianz: Der "Spiegel" hadert mit Bertelsmanns Vermarkter Ad Alliance, dem er seit 2018 angehört, schreibt Roland Pimpl in "Horizont". Es herrschten "unterschiedliche Sitten" bei der Kennzeichnung von Anzeigen-Sonderformaten; das Nachrichtenmagazin müsse teils auf Buchungen verzichten, wenn die Anzeigenkennzeichnung nicht den hauseigenen Standards entspreche. Zudem kümmere sich die Ad Alliance nur stiefmütterlich um "Spiegel"-Ableger wie "Dein Spiegel" oder "Start" (ehemals Bento).

In diese Lücke soll die "Spiegel"-eigene, crossmediale Konzeptvermarktung "Manufact" stoßen, was wiederum zu Kompetenzgerangel führen könnte. Verlassen wolle der "Spiegel" die Ad Alliance aber nicht, wird ein Sprecher zitiert. Das liegt laut Pimpl aber auch am derzeitigen "Mangel an Bündnisalternativen".
"Horizont" 35/2020, S. 7 (Paid)

Facebook bringt sein News-Angebot schneller als geplant auch nach Deutschland.

Facebook-LogoFacebook News kommt "innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate" nach Deutschland und damit "schneller als bislang geplant", teilt der Konzern mit. Auch Großbritannien, Frankreich, Indien und Brasilien stehen auf der Expansionsliste. In den USA ist das Nachrichten-Angebot, das Verlage für ihre Inhalte bezahlt, seit Oktober 2019 online.
about.fb.com, meedia.de

Neuer Tarifvertrag erlaubt Zeitschriftenverlagen in Notlage Einsparungen beim Personal.

Zeitschriftenverlage können für einen begrenzten Zeitraum die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld reduzieren, wenn sie sich in einer nachgewiesenen wirtschaftlichen Notlage befinden. Darauf haben sich DJV und Verdi mit dem Verlegerverband VDZ geeinigt. Im Gegenzug müssen die Verlage auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten und sind aufgefordert, die Aufträge an Freie nicht zu kürzen. Der Tarifvertrag zur Beschäftigungs­sicherung gilt ab September und läuft bis Ende 2021.
djv.de, vdz.de

Meinung: Frauenmagazine setzen immer noch auf Diäten als Allheilmittel.

Magazin-Kritik: Frauenzeitschriften setzen noch immer auf Diäten als "Allheilmittel" für sämtliche Probleme des weiblichen Geschlechts, schreibt Anna Eube. Dabei besagen Studien, dass Diäten nicht helfen - weder bei Gewichtsproblemen, noch bei weiteren Wehwehchen. Eube, die fünf Magazine testet, lobt, dass "Brigitte" und "Grazia" die einzigen Publikationen seien, in denen nicht das Wort "kalorienarm" vorkomme - und auch keine "doppelseitige Anzeige für Almased".
"Welt" (Paid)

Outdoor Publishing soll Mountainbike-Routen aus seinen Karten tilgen.

Outdoor Publishing, Schweizer Fachverlag mit Fokus auf Sport-Publikationen, soll bestimmte Mountainbike-Routen aus seinen Karten löschen. In den gedruckten, 17 Euro teuren "Supertrailmaps" seien Strecken verzeichnet, auf denen Mountainbiken eigentlich verboten ist, kritisiert der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis. Er fordert den Verlag gemeinsam mit weiteren Politikern per Brief auf, die Routen spätestens bei einer Neuauflage "alternativlos zu entfernen".
merkur.de

Google wehrt sich gegen Umsatzbeteiligung von Verlagen in Australien.

Australien: Google reagiert mit einem offenen Brief auf Pläne, Verlage am durch Suchmaschinen generierten Werbe-Umsatz zu beteiligen. Das Angebot von Google und YouTube würde dadurch "dramatisch schlechter" werden. Die Wettbewerbsbehörde ACCC hatte am 31. Juli einen Regulierungs-Entwurf veröffentlicht, nach dem ein externer Schlichter ein bindendes Urteil fällen soll, wenn sich Medien und Suchmaschine nicht binnen drei Monaten auf eine Beteiligung am Werbe-Umsatz oder eine Vergütung in Form von Nutzerdaten einigen.
taz.de

Hör-Tipp: Die Startup-Kultur hängt nicht vom Tischkicker ab, sagt Stephanie Mair-Huydts.

Hör-Tipp: Startups prägen im Geschäftsleben eine neue Leitkultur, die aber "nicht mit dem Tischkicker getan" ist, sagt Stephanie Mair-Huydts, Geschäftsführerin des Mair-Dumont-Verlages, im SWR1-Podcast. Dass sich seit drei Jahren alle im Verlag duzen, habe Mair-Huydts "aus dem Bauch entschieden". Seitdem beobachtet sie weniger Krawatten und ein "schönes Miteinander".
swr.de (30-Min-Audio)

Jan Henrik Groß wird Verlagsleiter Marketing und Vertrieb Jahr Top Special.

Jahr Top Special Verlag holt Jan Henrik Groß, 44, als Verlagsleiter Marketing und Vertrieb. Groß war vorher unter anderem Leiter des Kunstverlags der "Zeit" und Geschäftsführer des Münchner Spotlight Verlags, den er 2018 in die Zeit-Verlagsgruppe integrierte. Bei Jahr Top Special füllt er die Lücke, die durch den Abgang von Lars-Henning Patzke 2019 entstand.
meedia.de, turi2.de (Background)

Zitat: Buch-Branche braucht große und kleine Akteure, sagt Karin Schmidt-Friderichs.

"Ich glaube nicht nur, dass wir Klein und Groß, Independent und Kette brauchen, ich glaube auch, dass dieser Facettenreichtum uns Branchenumsatz beschert, der sonst zum Nippesladen oder Blumenladen abwandern würde."

Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins, sagt, die Branche habe während des Lockdowns zusammengehalten – und das Nebeneinander unterschiedlicher Unternehmenskonzepte müsse noch selbstverständlicher werden.
boersenblatt.net

“Stuttgarter Nachrichten” und “Sonntag Aktuell” liefern komplette Seiten für VRM-Wochenendmagazin.

SWRM: Die Redaktion der "Stuttgarter Nachrichten" und "Sonntag Aktuell" erstellt künftig druckfertige Seiten für das redaktionelle Wochenendmagazin der VRM-Tageszeitungen, u.a. "Darmstädter Echo", "Wiesbadener Kurier", "Gießener Anzeiger", und nutzen dafür Inhalte ihrer Medien. Bisher lieferten die Stuttgarter nur einzelne Artikel zu. Durch die nun erweiterte Zusammenarbeit wird die Meinungsvielfalt sicher nicht größer.
swmh.de