Meedia: Fusion von Gruner + Jahr und RTL wird wahrscheinlicher.

Gesprächsbereit: Die Fusion zwischen Gruner + Jahr und RTL wird wahrscheinlicher, schreibt Gregory Lipinski und zitiert eine interne Ankündigung von Verlags-Chef Stephan Schäfer, der die Mitarbeiterinnen "über zentrale Fragen des Vorhabens mit RTL" informieren will. Schäfer wird am Mittwoch "für einen Zusammenschluss trommeln", vermutet Lipinski. Seit einigen Wochen laufen unter dem Namen "Discovery" intern Analysen von Führungskräften beider Seiten, die über die Zukunft von G+J entscheiden könnten. Das Beratungsunternehmen McKinsey wägt mit den Vorgesetzten die Optionen ab.

Wie die Fusion im Detail aussehen könnte, ist noch unklar. Intern seien Gerüchte im Umlauf, "wonach eine oder mehrere Gesellschaften gegründet werden könnten". G+J räumt auf Meedia-Anfrage ein, in einer engeren Zusammenarbeit mit RTL "große Chancen" zu sehen. "Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber und "stern"-Chefredakteur Florian Gless hatten im Namen aller G+J-Chefredakteurinnen einen Leserbrief an die "Süddeutsche Zeitung" geschrieben. Darin widersprachen sie einem Artikel von Casper Busse , der schrieb, dass es eine "große Überraschung" sei, wenn es "nicht zum Zusammengehen kommen würde". Huber und Gless bezeichneten Busses Aussagen als "unwiderlegbare Endzeitstimmen".
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

Chefredakteurinnen von Gruner + Jahr schreiben Leserbrief an die “Süddeutsche Zeitung”.

Gruner + Jahr: Brigitte Huber und Florian Gless widersprechen per Leserbrief einem Beitrag von Caspar Busse in der "Süddeutschen Zeitung". Der Vorwurf: Sein Text Das Ende einer Ära sei eine "Ansammlung unüber­prüfbarer und damit unwider­legbarer Endzeit­stimmen". Im Namen aller Chef­redakteurinnen von G+J schreiben Huber und Gless: "Hätte die 'SZ' bei uns nachgefragt, hätten wir nicht nur widersprochen - wir hätten ein gänzlich anderes Bild vermittelt". Sie nähmen eine "spürbare Aufbruch­stimmung" im Verlag wahr.
zeitung.sueddeutsche.de (Paid), twitter.com/matthiasdan (Screenshot des Leserbriefs)

RND erstattet Strafanzeige nach Gewaltandrohungen zu einem Text von Imre Grimm.

Pressefreiheit: Madsacks RND erstattet Straf­anzeige wegen Gewalt­androhungen gegen Gesellschafts­ressort-Leiter Imre Grimm, schreibt Chef­redakteur Marco Fenske (Foto) in eigener Sache. Grimm hatte als Reaktionen auf seinen Text Stars gegen den Lockdown: Warum die Aktion 'Alles dichtmachen' eine Verhöhnung der Corona-Toten ist 400 E‑Mails erhalten. Zwei Drittel davon seien "übel beleidigend" gewesen und "weit von dem entfernt, was man gemeinhin Diskurs oder Debatte nennt".
rnd.de

Lese-Tipp: Petra Winter verrät, was sich mit der Looping Group bei “Madame” ändert.

Lese-Tipp: Petra Winter, Chefredakteurin der Luxus-Modezeitschrift "Madame", wundert sich nicht, dass der Journalismus in der Krise steckt. Im "Meedia"-Interview spricht sie von einer "gewissen Müdigkeit an vielen Stellen" und gibt zu, dass "Madame" ein "Alien" im Portfolio des Bauer-Verlags war. Am Neuanfang mit der Looping Group schätzt sie die "Leidenschaft, kombiniert mit einer starken Daten-Unit".
meedia.de (Paid)

Medieninsider: Georg Altrogge macht für “Bild” künfitg Medienberichterstattung.

Bild verpflichtet Georg Altrogge, 59, ab Mai als Chefkorrespondent für Medienberichterstattung, schreibt Medieninsider. Die Position ist in das Ressort Politik und Wirtschaft eingegliedert, Altrogge untersteht aber direkt den Chefredakteurinnen Julian Reichelt und Alexandra Würzbach. Der Gründungschefredakteur und langjährige Geschäftsführer von Meedia hatte den Branchendienst 2019 verlassen.
medieninsider.com, turi2.de (Background)

Madsack-Verlag wird Opfer von Cyberangriff.


Madsack Mediengruppe ist am Freitag nach eigenen Angaben Opfer eines Cyberangriffs auf die Computersysteme geworden. Das Medienhaus habe zwar bereits "entsprechende Gegenmaßnahmen" eingeleitet, dennoch seien "Beeinträchtigungen der Zeitungsproduktion für den Samstag" nicht auszuschließen. Madsack bringt u.a. die regionalen Tageszeitungen "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und die "Neue Presse" raus. Die Online-Dienste, u.a. vom Redaktionsnetzwerk Deutschland, seien nicht betroffen und sind nach wie vor abrufbar.

Laut T-Online ist Madsack von Ransomware befallen worden. Dabei handelt es sich um einen Erpresser-Trojaner, der Dateien durch Verschlüsselung unbenutzbar macht, um sie gegen eine Lösegeldzahlung wieder freizugeben. Einen ähnlichen Vorfall hat es im Dezember 2020 bei der Funke Mediengruppe gegeben, einige Zeitungen konnten damals nur in Notausgaben erscheinen.
ndr.de, t-online.de, heise.de, turi2.de (Funke)

Tom Bureau wird Chef von Burda International.

Bureau für Burda: Tom Bureau (Foto), 52, wird Chef von Burda International, das die Aktivitäten des Medien- und Technologieunternehmens im Ausland bündelt. Er übernimmt von Martin Weiss, der sich künftig auf seinen Posten als Burda-Vorstandsmitglied konzentriert. Bureau soll das Burda-Wachstum in Europa und Asien beschleunigen. Er bleibt Vorstandsvorsitzender von Immediate Media, der Special-Interest-Tochter von Burda in Großbritannien.
burda.com, new-business.de

App-Tipp: Startup Articlett aggregiert Free- und Bezahl-Inhalte deutscher Medien.

Jedes Wort zählt: Das Startup Articlett aus Karlsruhe will Studierenden über seine App Zugang zu Gratis- und Bezahlinhalten deutscher Medien bieten. Nutzerinnen kaufen ein Wörter-Kontingent und können es bei Partnermedien in der App für Paid Content verbrauchen. Zum Start ist das Angebot für Studierende, die sich mit ihrer Uni-E-Mail anmelden, kostenlos. Sie bekommen ein Kontingent von 25.000 Wörtern pro Monat – ausgeben können sie es u.a. bei mittelbayerische.de, "Perspective Daily" und dem "Missy Magazin". Die "Süddeutsche Zeitung" und tagesschau.de sind mit kostenlosen Texten dabei. Gespräche mit weiteren Medien laufen. Wer nicht studiert, kann in der App Gratis-Texte der Partnermedien lesen.

Hinter der Entwicklung stehen der Medienwissenschaftler Jonas Lerch und die Informatikerinnen Nadezhda Prodanova und Raphael Fritz. Neben dem Ziel, ein Geschäftsmodell für Verlagsinhalte jenseits des Einzel-Abos zu finden, treibt sie das Durchstechen von Filterblasen an: Die App bietet eine Filter-Funktion, die sich aber jederzeit abschalten lässt. Das Bezahl-Modell soll zum Jahresende starten. Die Macherinnen arbeiten daran, das Bezahl-Angebot langfristig für alle Nutzerinnen zu öffnen.
turi2 – eigene Infos, articlett.de, apps.apple.com (Articlett im App Store)

Jan Böhmermann nimmt Klatschblätter auseinander.


Regenbogen-Schelte: Jan Böhmermann knöpft sich im "ZDF Magazin Royale" das Geschäft der Klatschzeitschriften und deren Verlage vor. Kern des Geschäftsmodells sei es, "ein Fitzelchen Wahrheit zur größtmöglichen Skandalschlagzeile aufblasen, sodass es gerade eben noch juristisch erlaubt ist". Besonders Burda, Bauer, Funke und Klambt bekommen ihr Fett weg. Nebenbei schießt Böhmermann aber auch gegen Gruner + Jahr und Springer, die bei der Verlags-Initiative Best4 miteinander kooperieren.

Namentlich genannt und zum Teil zitiert werden vor allem Burda-Vorstand Philipp Welte und sein Verleger Hubert Burda, Klambt-Verleger Lars Rose und Bauer-Verlegerin Yvonne Bauer. Daneben werden Stephan Schäfer von Gruner + Jahr und Jan Bayer von Springer erwähnt, sowie der bei Bauer bereits ausgeschiedene Jörg Hausendorf.

Die Vorwürfe gegen die Regenbogenblätter und die Fälle, die Böhmermann bespricht, sind zum größten Teil bekannt. Neu ist, dass Böhmermann den Spieß umdreht und am Samstag ein Klatschblatt über die Verlegerinnen an den Kiosk legt. Das "Freizeit Magazin Royale" kommt mit 32 Seiten und 500.000 Auflage und enthält "Qualitätstragödien, Schocknachrichten und Horror-Diagnosen" über die Zeitschriften-Macherinnen von Bauer, Burda, Funke, Klambt und Co. Die Titel-Zeile "Wie er mit Intrigen, Inzucht und Inkontinenz Millionen machte" über "Verleger-König" Hubert Burda gibt den Ton vor. In der Online-Ausgabe sind alle Fotos und Geschichten über die Verlegerinnen vorsorglich geschwärzt. Das Print-Heft lässt sich auch im Online-Shop bestellen.
youtube.com (18-Min-Video), uebermedien.de, br.de, shop.freizeitmagazinroyale.de, turi2.de (Background)

Werbemarkt hält Stephan Schäfers Kurs bei G+J für “konsequent und schlüssig”.

Gruner + Jahr: Der Werbemarkt bewertet den CEO-Wechsel des Verlags positiv, hört Roland Pimpl. Georg Berzbach, Media-Chef bei Dentsu, attestiert dem neuen Chef Stephan Schäfer "das Rüstzeug für den Spagat zwischen multiplen Interessen". Andrea Malgara, Managing Partner bei Mediaplus, glaubt, ein "höherer Fokus auf den Gewinn wird dem Unternehmen und auch dem Markenportfolio guttun". Bernhard Becker, Media-Einkaufschef bei Mindshare, hält die Annäherung an RTL für "konsequent und schlüssig".
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Bastienne Früh.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Bastienne Früh ist Verlagsleiterin der wöchentlich erscheinenden Bauer-Frauenzeitschriften, zu denen Titel wie "Laura" oder "Alles für die Frau" gehören. Früh ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Jörg Quoos, Laura Himmelreich und Rezo.
turi2.de/koepfe (Profil Früh)

Verlagsgruppe Rhein-Main baut ihre Chefetage um.

Verlagsgruppe Rhein Main und Lars Hennemann, 52, Chefredakteur der hessischen Tageszeitungen, gehen getrennte Wege. Er verlässt das Unternehmen zur Jahresmitte nach über 20 Jahren "auf eigenen Wunsch", seine Position wird nicht nachbesetzt. Der bisherige Vize Tim Maurer übernimmt stattdessen als Titelverantwortlicher für die Echo Medien und als stellvertretender Chefredakteur für alle Lokalausgaben in Südhessen. Olaf Streubig wird Titelverantwortlicher für den Wiesbadener Kurier und soll als stellvertretender Chefredakteur die WK-Lokalausgaben steuern.
vrm.de

Ex-ADAC-Verlagschef Carsten Hübner kommt mit eigener Firma zurück.

Abgefahren: Der ehemalige ADAC-Verlagschef Carsten Hübner hat sich nach längerer Auszeit selbstständig gemacht, berichtet "Clap". Als Berater und Personal Coach will er künftig mit seiner Firma Hübner Negotiations Unternehmen innerhalb und außerhalb der Kommunikationsbranche zum Erfolg führen. Hübner hatte den ADAC im April 2019 verlassen.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Wort & Bild-Verlag spendiert der DJS 500 Corona-Selbsttests.

Journalistische Abstriche: Der gesundheitsbewusste Wort & Bild-Verlag spendiert der Deutschen Journalistenschule in München 500 Corona-Selbsttests, damit die drei Abschlussklassen sicher den Präsenzunterricht besuchen können. Arzt Dennis Ballwieser, Chef der "Apotheken Umschau" und selbst Ex-DJSler, liefert außer den Tests auch eine Videoschulung, wie die Nasenabstriche durchzuführen sind. Die Schule begründet den Einsatz der Tests mit den Ausbildungsmodulen Radio und Fernsehen, die nicht im Homeoffice stattfinden können. Als Verein hat die DJS für die Tests kein Budget, sagt Schulleiterin Henriette Löwisch.
turi2 – eigene Infos

Andreas Niesmann wird Ressortleiter Wirtschaft im RND.

Madsack macht Andreas Niesmann, 38, zum Leiter des Wirtschaftsressorts seines Redaktionsnetzwerks Deutschland im Hauptstadtbüro. Er soll Berichterstattung in Politik und Wirtschaft stärker miteinander verknüpfen. Niesmann ist seit neun Jahren als Parlamentskorrespondent in Berlin. Stefan Winter, 57, bleibt leitender Redakteur Wirtschaft und verantwortet künftig die Unternehmensberichterstattung.
madsack.de

Ringier-Finanzchefin Annabella Bassler spricht über Diversity-Initiative.

Diversity-KI: Im ersten Corona-Lockdown ist der Frauenanteil in der Berichterstattung von Ringier-Medien kurzfristig aus dem Fokus geraten, berichtet Finanzchefin Annabella Bassler dem Blog der Medientage München. Seit dem Frühsommer 2020 geht es wieder bergauf in Sachen Diversity. Ringier misst seit Ende 2019 im Rahmen seiner Equal Voice-Initiative mit künstlicher Intelligenz, wie oft seine Publikationen über Frauen schreiben.
medientage.de

Michael Grabner und Oliver Finsterwalder werden Gesellschafter der DvH Medien GmbH.

DvH Medien erweitert mit Michael Grabner und Oliver Finster­walder (Foto) ihren Gesellschafter­kreis. Die bisherige Allein­gesellschafterin mit dem sperrigen Namen Dieter von Holtzbrinck Familien­gesellschaft bR tritt jeweils 5 % der Anteile an die beiden Führungs­kräfte ab. Grabner ist seit 2016 Aufsichtsrats­vorsitzender der DvH Medien, Finster­walder ihr Geschäfts­führer.
wiwo.de

Wort & Bild Verlag übernimmt die Vermarktung der “VdK-Zeitung”.

In Pharma: Der Wort & Bild Verlag übernimmt die Vermarktung der VdK-Zeitung vom Heider Mediaservice. Wort & Bild-Vermarktungschef Marco Bergmann will die Sozialverbands-Mitgliedszeitung u.a. zurück in die  Media-Analyse bringen, Heider hatte sie dort vor Jahren abgemeldet. Die "VdK-Zeitung" erscheint zehnmal im Jahr mit einer Auflage von 1,7 Mio Ausgaben.
new-business.de, horizont.net (Paid)

Bertelsmann: Umsatz sinkt 2020 um 4,1 % auf 17,3 Mrd Euro.

Dickes B: Bertelsmann kommt vergleichsweise glimpflich durch das Pandemiejahr 2020. Der Umsatz sinkt "moderat" um 4,1 % auf 17,3 Mrd Euro. Der Gewinn beläuft sich auf 1,5 Mrd Euro, ein Plus von 34 %. Damit überschreiten die Gütersloher mit ihrem Konzernergebnis zum sechsten Mal in Folge die Schwelle von 1 Mrd Euro. Gruner + Jahr muss 2020 um 16 % niedriger Erlöse verzeichnen und setzt 1,14 Mrd Euro um.
bertelsmann.de

Mediengruppe Bayard zieht sich teilweise aus Deutschland zurück.

Mediengruppe Bayard zieht sich teilweise aus Deutschland zurück. Die Anteile der Verlagsgruppe an Bayard Media in Deutschland gehen an die belgische Roularta Media Group, Bayard bleibt nur mit dem Sailer Verlag in Nürnberg aktiv, der auf Kinderzeitschriften spezialisiert ist. Bayard verkauft außerdem seine Beteiligungen in den Niederlanden und Belgien, ebenfalls an Roularta.
new-business.de

“For Our Planet”: Burda startet Nachhaltigkeits-Initiative.

Im Grünen Bereich: Burda will mit der Initiative For Our Planet den Blick für den globalen Klimawandel schärfen. Der Verlag plant in seinen Medien Klima-Schwerpunkte und veröffentlicht einmalig ein "Klimagazine". Eine begleitende Anzeigen-Kampagne zeigt Bilder bedrohter Landschaften und Tiere. Für die Umsetzung holt Burda Sweelin Heuss von Greenpeace, sie war bisher für die Medien der Umweltorganisation zuständig.
burda.com

Google erhebt Einspruch gegen das Verbot des Bundes-Gesundheitsportals.


Grumpy Google: Google erhebt Einspruch gegen das vorläufige Verbot seiner Zusammenarbeit mit der deutschen Bundesregierung – konkret geht es um das Gesundheitsportal gesund.bund.de. Der Konzern hat gegen ein entsprechendes Urteil Berufung eingelegt. Gerichtsentscheidungen bestätigten im Februar, dass die Kooperation des Internet-Giganten mit der Regierung einem Kartellverstoß entspreche und gab somit u.a. einer Klage von Burda statt. Google-Sprecher Kay Oberbeck erklärt dazu: "Wir befinden uns noch in der Prüfung, ob und welche rechtlichen Maßnahmen im Zuge des Verfügungsverfahrens ergreifen wollen. Aus diesem Grund haben wir vorsorglich Schritte eingeleitet, die uns einen größeren zeitlichen Spielraum für eine solche Entscheidung geben."

Seit Mitte Dezember beschäftigt sich auch die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein mit der Causa. Sie prüft, ob durch die "prominente Darstellung andere journalistisch-redaktionelle Angebote aus dem Themenbereich Gesundheit diskriminiert" werden. Der Bund ist nicht Verfahrensgegner.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Update 17. März, 12 Uhr: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir berichtet, dass Google gegen das vorläufige Verbot "klagt". Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Fachverlag Holzmann Medien übernimmt Mehrheit am Handwerker Radio.

Hammer auf die Ohren: Der Fachverlag Holzmann Medien, der u.a. die "Deutsche Handwerks Zeitung" herausgibt, übernimmt die Mehrheitsbeteiligung am Handwerker Radio aus Schwäbisch Hall. Marco Candido, Vertriebsberater und Ex-Manager bei Würth, hat das Webradio 2018 gegründet. "Wir sehen die Mehrheitsbeteiligung als konsequenten Ausbau der Audio-Aktivitäten in unserem Kernsegment Handwerk", sagt Verleger Alexander Holzmann (Foto), der früher selbst bei einem Allgäuer Radiosender moderiert hat. Candido bleibt Gesellschafter. Die operative Leitung des Handwerker Radios übernimmt Jan Peter Kruse, Verlagsleiter Vertrieb, Marketing und Digital.
radiowoche.de

Aus dem turi2.tv-Achriv (05/2019): Handwerks-Verleger Alexander Holzmann überlässt das Handwerken lieber seinen Lesern.

Funke gibt Carsten Groß mehr Verantwortung, Vertriebschef Marcel Pfeifer geht.

Funke betraut Carsten Groß, 42 (Foto), zusätzlich zu seiner Position Head of Audiences and Subscription auch mit der Zusammenführung von Produktentwicklung und Sales des Bereichs. Marcel Pfeifer, bisheriger Vertriebschef, verlässt Funke – laut Pressemitteilung "auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen".
funkemedien.de, turi2.de (Background)

“Spiegel”, “Manager Magazin” und “Harvard Business Manager” bündeln ihre Apps.

App in one: "Spiegel", "Manager Magazin" und "Harvard Business Manager" fusionieren ihre bestehenden Apps. Die Digital-Ausgaben der Magazine, bisher über die Kiosk-App abrufbar, werden in die Nachrichten-Apps von "Spiegel" und "Manager Magazin" integriert. Die Kiosk-Apps werden "für eine Übergangszeit" noch unterstützt, anschließend aber stillgelegt.
spiegelgruppe.de

Paul-Bernhard Kallen spricht über Jens Spahn, Facebook und Burdas Umsatz.

Angriffslustig: Burda-Chef Paul-Bernhard Kallen zeigt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" Kante gegenüber Google und dem Gesundheitsministerium. Jens Spahn habe gegen die Staatsferne der Presse verstoßen und "klaren Verfassungsbruch" begangen. Spahns Zusammenschluss mit "dem größten Monopolisten Google" für das Gesundheitsportal der Bundesregierung sei "starker Tobak". Den US-Internetkonzernen schreibt er ein Selbstbewusstsein zu, das größer als das von Staaten sei. Kallen würde sich auch in Deutschland wünschen, dass analog zu Australien die Regierung Facebook die Stirn biete. Allerdings beurteilt er die Übereinkunft zum australischen Leistungsschutzrecht kritisch: Der Staat sei Facebook sehr entgegengekommen.

Zudem zieht Kallen auch Bilanz für das Jahr 2020: Burda habe seinen Umsatz "weitgehend konstant" bei 2,8 Mrd Euro gehalten. Profitiert habe das Haus vom eigenen Digitalgeschäft und Beteiligungen in digitalen Aktivitäten als Minderheitsgesellschafter. Der Umsatz mit Zeitschriften sei in Deutschland "praktisch gleich geblieben", international liegt das Minus hier bei 20 %. Neben dem Event-Geschäft gehört Holidaycheck mit einem Minus von 95 % zu den großen Verlierern. 2021 will Burda wieder um 3 bis 4 % wachsen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Verlegerfamilie Arnold verkauft alle Anteile an der “Rheinischen Post”.


Besiegelt: Die Verlegerfamilie Arnold verkauft ihre 27,89 % Anteile an der "Rheinischen Post" an deren Muttergesellschaft. Damit scheiden alle Nachkommen des Mitgründers Karl Arnold aus dem Gesellschafterkreis aus. Über den Kaufpreis schweigen die Beteiligten. Den Anteilserwerb finanziert die Verlagsgesellschaft vollständig aus "vorhandenen liquiden Mitteln", sagt Johannes Werle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe.

In einer Pressemeldung heißt es von Karl Hans Arnold, Sprecher der Familiengruppe, der Grund für das Ausscheiden seien "unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens". Die Rheinische Post Mediengruppe sei ein "kerngesundes Unternehmen und verfügt über die Substanz und das Potential, die Zukunft des Unternehmens erfolgreich zu gestalten". Zuletzt berichtete  Marvin Schade bei Medieninsider hingegen, bei der "Rheinischen Post" eskaliere ein jahrelanger Machtkampf, die Stimmung sei "höchst emotional".
rp-online.de, turi2.de (Background)

“Horizont”: Uwe Bokelmann und Benedikt Göttert verantworten Content bei Bauerserviceplan.


Bauer plant Service: Uwe Bokelmann (links), Multi-Chefredakteur bei Bauer, und Benedikt Göttert (rechts), Berlin-Chef von Serviceplan, stehen als Content-Verantwortliche hinter dem Joint Venture Bauerserviceplan, berichtet "Horizont". Im Marketing-Fachblatt erklären sie, wie der Hamburger Publikumsverlag und die Agenturgruppe mit Hauptsitz in München künftig auf den Feldern Content Marketing und Corporate Publishing mitspielen und Dickschiffen wie Territory und C3 etwas entgegensetzen wollen. Bauer bringt redaktionelle Expertise, Inhalte, Archiv-Material und Reichweite mit, Serviceplan steht für Beratung und Markenführung, sagt Serviceplan-Mitgeschäftsführer Ronald Focken. "Horizont"-Autor Roland Pimpl sieht in dem Konstrukt eine Gefahr für die redaktionelle Unabhängigkeit von Bauer-Titeln wie "TV 14", "Happinez" und "Welt der Wunder", die Bokelmann im Hauptjob verantwortet. Der Chefredakteur kontert: "Mein Job bei Bauer ist es, Journalismus zu produzieren, für dessen Qualität die Leser immer wieder Geld bezahlen – auch das hilft bei der Selbstbesinnung."

Das Joint Venture startet mit vorerst nur fünf Mitarbeiterinnen – erst wenn neben dem jüngst gewonnen AOK-Etat weitere Budgets dazukommen, soll die Firma wachsen. Für die AOK arbeite in Hamburg ein organisatorisch getrenntes Team innerhalb von Bauers Gesundheitsredaktion, der Bokelmann vorsteht. Klassisch arbeitende Journalistinnen will der Chefredakteur nur in Ausnahmefällen in das Agentur-Team abkommandieren: "Manchmal passt das – meistens aber nicht." In der Regel will er auf "freie Mitarbeiter aus unserem Netzwerk oder neue Leute" zurückgreifen. "Wir können agil, weil wir durch unsere Größe in beiden Häusern Zugriff auf die besten Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen haben", sagt Serviceplan-Mann Benedikt Göttert.

Wirtschaftlich sind Stephan Hiller von Bauer und Frank Meinke von Serviceplan Berlin verantwortlich für das Gemeinschaftsunternehmen. Ein vierköpfiger Beirat soll eine schnelle Vernetzung des Joint Ventures in die Mutterhäuser garantieren. Darin vertreten sind Bauers Publishing-Chef Ingo Klinge und Vermarkter Frank Fröhling. Von Serviceplan kommen Ronald Focken und Holding-Chef Vincent Schmidlin dazu. (Foto: Picture Alliance / Eventpress, Serviceplan; Montage: turi2)
"Horizont" 10-11/2021, S. 10

Reichelt-Verfahren: Ulrike Simon nennt Details, Mathias Döpfner warnt vor Vorverurteilung.


Laufende Untersuchung: Ulrike Simon nennt bei Horizont Online weitere Details zum Compliance-Verfahren gegen "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt. Dem Vernehmen nach gehe es um den Vorwurf des Drogenmissbrauchs, den Reichelt bestreitet, und "um eine Reihe intimer, aber einvernehmlicher Beziehungen" zu Mitarbeiterinnen. Die Frauen werfen Reichelt offenbar vor, sie nach Beendigung der Beziehungen unfair behandelt oder gar gemobbt zu haben. Simon hört, dass die Vorwürfe zum Teil von ehemaligen "Bild"-Leuten kommen – Männern wie Frauen – es sei nicht auszuschließen, dass Eifersucht eine Rolle spiele. Zudem dokumentieren Horizont.net und DWDL.de eine Stellungnahme von Springer-Chef Mathias Döpfner und News-Media-Vorstand Jan Bayer aus dem Intranet im Wortlaut.

Reichelt widerspricht den Vorwürfen, u.a. in der Redaktionskonferenz am Dienstagmorgen, aus der der "Spiegel" zitiert. Der Tag sei nicht der erste in seinem Leben, an dem er nicht wisse, wie er ausgehe. Daher glaube er, er besitze "die nötige Gelassenheit, da mit erhobenem Kopf durchzugehen. Alles, was ich in meinem Leben getan habe, habe ich immer für diesen Laden getan und für die Leute hier".

In der Erklärung schreiben Döpfner und Bayer, dass die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist: "Es liegt bislang kein Ergebnis vor, weder in die eine noch in die andere Richtung." Zwar solle "jeder ohne Angst" auf Missstände und Fehlverhalten hinweisen können, "wir werden aber keine Form der Vorverurteilung zulassen". Ulrike Simon rechnet damit, dass Ergebnisse der Untersuchung "bereits im Laufe dieser Woche" vorliegen könnten.
horizont.net (Paid), dwdl.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Aus Fakten Emotionen machen: Julian Reichelt im Bühnen-Talk mit Ulrike Simon. (02/2020)


Mitarbeit: Markus Trantow

Zeit Online macht Dirk Peitz zum Kultur-Chef, Judith Liere kommt als Stellvertreterin.

Zeit Online sortiert die Kultur neu und macht den bisherigen Vize-Ressortleiter Dirk Peitz, 49, zum Chef. Er folgt ab 1. April auf Rabea Weihser, 39, die Zeit Online "auf eigenen Wunsch" verlässt. Judith Liere, 41 (Foto), sorgt ab Mai als neue Stellvertreterin von Peitz für Verstärkung. Sie kommt vom "stern", wo sie aktuell das Kulturressort leitet.
zeit-verlagsgruppe.de

Oliver Janik verlässt Condé Nast.

Zügiger Abgang: Oliver Janik (Foto), Chief Business Officer von CNX, verlässt die Kreativ- und Vermarktungsunit von Condé Nast nach nur sechs Monaten wieder. Janik, vormals Operativ-Chef der deutschen DDB-Gruppe, könnte laut Mehrdad Amirkhizi über den Condé Nast'schen Umbau-Wirbel gestolpert sein. Der 48-Jährige bestätigt sein Ausscheiden, will sich aber nicht weiter dazu äußern.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

“Südkurier” bündelt seine Vermarktung zur SK ONE GmbH.

Südkurier bündelt seine Vermarktung in der neuen SK ONE GmbH. 100 Mitarbeiterinnen arbeiten seit Anfang März für "die größte Media- und Marketingorganisation im Südwesten", die laut eigenen Angaben mehr als 10.000 Bestandskundinnen hat. In der neuen Firma hat das Medienhaus seine Vermarktungsexpertinnen aus allen Unternehmensteilen zusammengefasst, die nun die Bereiche Media, Marketing, Beratung und Digitalisierung betreuen.
suedkurier.de

Analyse: Westdeutsche Zeitungen kommen in Ostdeutschland nicht an.

Wessi go home: Westdeutsche Zeitungen kommen in Ostdeutschland kaum an, schreibt Anne Fromm anhand eines Diskussionspapiers der Otto-Brenner-Stiftung. Die "Süddeutsche Zeitung" verkauft nur 2,5 % ihrer Gesamtauflage in den Neuen Bundesländern, sogar die "taz" kommt gerade mal auf 6 % – Berlin jeweils nicht mitgerechnet. Selbst in ostdeutschen Regionalmedien mangele es an ostdeutschen Themen und Sichtweisen: Die meisten stehen unter westdeutscher Führung.
taz.de, turi2.de (Background OBS-Studie)

“Spiegel”: Springer prüft Compliance-Vorwürfe gegen “Bild”-Chef Julian Reichelt.


Unangenehme Untersuchung: "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt sieht sich im eigenen Haus mit einer Compliance-Untersuchung konfrontiert, berichtet der "Spiegel". Springer kümmert sich mit einem Team unter Leitung von Florian von Götz um die Aufklärung der Sachverhalte. Rund ein halbes Dutzend Mitarbeiterinnen soll Vorfälle aus den vergangenen Jahren gemeldet haben, bei denen Reichelt u.a. Machtmissbrauch, das Ausnutzen von Abhängigkeitsverhältnissen und vereinzelt sogar Mobbing vorgeworfen wird.

Springer selbst lässt über einen Konzernsprecher mitteilen, man äußere sich "zu internen Vorwürfen grundsätzlich nicht." Der Konzern lässt die Sachverhalte aber auch von der Kanzlei Freshfields prüfen.
spiegel.de

Funke Medien Thüringen bringt die “Thüringer Grillzeit” heraus.

Funke Medien Thüringen bringt am 1. Juni 2021 die "Thüringer Grillzeit" heraus. Das Magazin hofft auf die kulinarische Unterstützung von Leser*innen, die vom 6. bis 31. März ihre besten Barbecue-Rezepte einsenden können. Das Konzept orientiert sich an der Thüringer Backzeit, die bereits drei Mal erschienen ist und für je 4,90 Euro verkauft wird.
funkemedien.de, tlz.de