Geli Tangermann und Mathis Neuburger werden Vize-Chefredakteure der “Hamburger Morgenpost”.

Hamburger Morgenpost macht Geli Tangermann, 33, (Foto) und Mathis Neuburger, 40, zu Vize-Chefredakteuren. Tangermann kommt von der "Welt", dort arbeitet bisher sie im Politik-Ressort. Neuburger steigt redaktionsintern auf, er leitet bisher das Ressort Lokales. Außerdem befördert die Zeitung Eva Jost, 40, zur Digital-Chefin.
meedia.de, new-business.de

Jan Ippen sieht BuzzFeed-Kauf als Jungbrunnen für seine Redaktionen.

BuzzFeed: Jan Ippen, Leiter des Digitalgeschäfts der Ippen-Gruppe, sieht im Zukauf von BuzzFeed Deutschland keine "Midlife Crisis" seines Verlags, sondern eine Art Jungbrunnen für seine Redaktionen. Die bisherigen Mitarbeiter*innen müssten lernen, "ein Publikum ab 15 Jahren zu adressieren". Profitabel will Ippen BuzzFeed u.a. mit zusätzlicher Suchmaschinenoptimierung machen.
"Spiegel" 36/2020, S. 55 (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Facebook News ist umstritten und intransparent.

Facebook News, eigener Bereich für journalistische Inhalte auf der Plattform, ist umstritten, weil unklar ist, nach welchen Standards Facebook die Medien auswählt und welche journalistischen Angebote in Deutschland freigeschaltet werden, schreibt Simon Hurtz. Am Algorithmus, der die Inhalte des Newsfeeds auswählt, kann Facebook willkürlich schrauben, die Zugriffe auf Videos von Verlagen hat das Netzwerk in den USA falsch ausgewiesen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

“Horizont”: “Spiegel” hadert mit Bertelsmanns Ad Alliance.

Wacklige Werbe-Allianz: Der "Spiegel" hadert mit Bertelsmanns Vermarkter Ad Alliance, dem er seit 2018 angehört, schreibt Roland Pimpl in "Horizont". Es herrschten "unterschiedliche Sitten" bei der Kennzeichnung von Anzeigen-Sonderformaten; das Nachrichtenmagazin müsse teils auf Buchungen verzichten, wenn die Anzeigenkennzeichnung nicht den hauseigenen Standards entspreche. Zudem kümmere sich die Ad Alliance nur stiefmütterlich um "Spiegel"-Ableger wie "Dein Spiegel" oder "Start" (ehemals Bento).

In diese Lücke soll die "Spiegel"-eigene, crossmediale Konzeptvermarktung "Manufact" stoßen, was wiederum zu Kompetenzgerangel führen könnte. Verlassen wolle der "Spiegel" die Ad Alliance aber nicht, wird ein Sprecher zitiert. Das liegt laut Pimpl aber auch am derzeitigen "Mangel an Bündnisalternativen".
"Horizont" 35/2020, S. 7 (Paid)

Facebook bringt sein News-Angebot schneller als geplant auch nach Deutschland.

Facebook-LogoFacebook News kommt "innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate" nach Deutschland und damit "schneller als bislang geplant", teilt der Konzern mit. Auch Großbritannien, Frankreich, Indien und Brasilien stehen auf der Expansionsliste. In den USA ist das Nachrichten-Angebot, das Verlage für ihre Inhalte bezahlt, seit Oktober 2019 online.
about.fb.com, meedia.de

Neuer Tarifvertrag erlaubt Zeitschriftenverlagen in Notlage Einsparungen beim Personal.

Zeitschriftenverlage können für einen begrenzten Zeitraum die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld reduzieren, wenn sie sich in einer nachgewiesenen wirtschaftlichen Notlage befinden. Darauf haben sich DJV und Verdi mit dem Verlegerverband VDZ geeinigt. Im Gegenzug müssen die Verlage auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten und sind aufgefordert, die Aufträge an Freie nicht zu kürzen. Der Tarifvertrag zur Beschäftigungs­sicherung gilt ab September und läuft bis Ende 2021.
djv.de, vdz.de

Meinung: Frauenmagazine setzen immer noch auf Diäten als Allheilmittel.

Magazin-Kritik: Frauenzeitschriften setzen noch immer auf Diäten als "Allheilmittel" für sämtliche Probleme des weiblichen Geschlechts, schreibt Anna Eube. Dabei besagen Studien, dass Diäten nicht helfen - weder bei Gewichtsproblemen, noch bei weiteren Wehwehchen. Eube, die fünf Magazine testet, lobt, dass "Brigitte" und "Grazia" die einzigen Publikationen seien, in denen nicht das Wort "kalorienarm" vorkomme - und auch keine "doppelseitige Anzeige für Almased".
"Welt" (Paid)

Outdoor Publishing soll Mountainbike-Routen aus seinen Karten tilgen.

Outdoor Publishing, Schweizer Fachverlag mit Fokus auf Sport-Publikationen, soll bestimmte Mountainbike-Routen aus seinen Karten löschen. In den gedruckten, 17 Euro teuren "Supertrailmaps" seien Strecken verzeichnet, auf denen Mountainbiken eigentlich verboten ist, kritisiert der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis. Er fordert den Verlag gemeinsam mit weiteren Politikern per Brief auf, die Routen spätestens bei einer Neuauflage "alternativlos zu entfernen".
merkur.de

Google wehrt sich gegen Umsatzbeteiligung von Verlagen in Australien.

Australien: Google reagiert mit einem offenen Brief auf Pläne, Verlage am durch Suchmaschinen generierten Werbe-Umsatz zu beteiligen. Das Angebot von Google und YouTube würde dadurch "dramatisch schlechter" werden. Die Wettbewerbsbehörde ACCC hatte am 31. Juli einen Regulierungs-Entwurf veröffentlicht, nach dem ein externer Schlichter ein bindendes Urteil fällen soll, wenn sich Medien und Suchmaschine nicht binnen drei Monaten auf eine Beteiligung am Werbe-Umsatz oder eine Vergütung in Form von Nutzerdaten einigen.
taz.de

Hör-Tipp: Die Startup-Kultur hängt nicht vom Tischkicker ab, sagt Stephanie Mair-Huydts.

Hör-Tipp: Startups prägen im Geschäftsleben eine neue Leitkultur, die aber "nicht mit dem Tischkicker getan" ist, sagt Stephanie Mair-Huydts, Geschäftsführerin des Mair-Dumont-Verlages, im SWR1-Podcast. Dass sich seit drei Jahren alle im Verlag duzen, habe Mair-Huydts "aus dem Bauch entschieden". Seitdem beobachtet sie weniger Krawatten und ein "schönes Miteinander".
swr.de (30-Min-Audio)

Jan Henrik Groß wird Verlagsleiter Marketing und Vertrieb Jahr Top Special.

Jahr Top Special Verlag holt Jan Henrik Groß, 44, als Verlagsleiter Marketing und Vertrieb. Groß war vorher unter anderem Leiter des Kunstverlags der "Zeit" und Geschäftsführer des Münchner Spotlight Verlags, den er 2018 in die Zeit-Verlagsgruppe integrierte. Bei Jahr Top Special füllt er die Lücke, die durch den Abgang von Lars-Henning Patzke 2019 entstand.
meedia.de, turi2.de (Background)

Zitat: Buch-Branche braucht große und kleine Akteure, sagt Karin Schmidt-Friderichs.

"Ich glaube nicht nur, dass wir Klein und Groß, Independent und Kette brauchen, ich glaube auch, dass dieser Facettenreichtum uns Branchenumsatz beschert, der sonst zum Nippesladen oder Blumenladen abwandern würde."

Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins, sagt, die Branche habe während des Lockdowns zusammengehalten – und das Nebeneinander unterschiedlicher Unternehmenskonzepte müsse noch selbstverständlicher werden.
boersenblatt.net

“Stuttgarter Nachrichten” und “Sonntag Aktuell” liefern komplette Seiten für VRM-Wochenendmagazin.

SWRM: Die Redaktion der "Stuttgarter Nachrichten" und "Sonntag Aktuell" erstellt künftig druckfertige Seiten für das redaktionelle Wochenendmagazin der VRM-Tageszeitungen, u.a. "Darmstädter Echo", "Wiesbadener Kurier", "Gießener Anzeiger", und nutzen dafür Inhalte ihrer Medien. Bisher lieferten die Stuttgarter nur einzelne Artikel zu. Durch die nun erweiterte Zusammenarbeit wird die Meinungsvielfalt sicher nicht größer.
swmh.de

Der französische Online-Kiosk Cafeyn kauft Blendle.


Dutch Deal: Blendle wechselt den Besitzer und gehört künftig zum französischen Online-Kiosk Cafeyn, schreibt Blendle-Gründer und Chef Alexander Klöpping in einem Blogbeitrag. Er verkauft sein Unternehmen zu einem nicht genannten Preis, gibt seinen Geschäftsführer-Posten ab und wechselt in den Vorstand von Cafeyn. Die neue Unternehmensgruppe hat rund 150 Mitarbeiter, "vorläufig" sollen beide Kioske erhalten bleiben.

Klöpping schreibt, mit dem Verkauf werde das Angebot in mehr Ländern verfügbar und Leser*innen könnten neue Funktionen nutzen. Es sei sinnvoll, die ähnlichen Ziele gemeinsam zu verfolgen. Blendle startete einst mit dem Einzelverkauf von Artikeln, fokussierte sich später aber, um profitabel zu werden, auf den Verkauf von Premium-Abos.
faz.net, meedia.de, medium.com

Madsacks RND startet neue Newsletter und Audio-Formate.

madsack_150Madsack: Das Redaktionsnetzwerk Deutschland stellt sich digital breiter auf und startet den Morgen-Newsletter Der Tag sowie ab dem 4. August ein wöchentliches USA-Mailing rund um die Präsidentschaftswahl. Das stündlich ausgestrahlte, zweiminütige Nachrichtenformat "RND Update" poliert die Audio-Palette auf. Zudem sind mehrere neue Podcasts geplant.
madsack.de

Andrea Wasmuth steigt in die Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group auf.

Aus zwei mach drei: Die Handelsblatt Media Group beruft Andrea Wasmuth ab August in die Geschäftsführung neben Gerrit Schumann und Oliver Voigt. Wasmuth führt seit September die Vermarktungssparte Solutions zusammen mit Christian Sellmann. In der Gesamtgeschäftsführung zeichnet sie u.a. für Personal und den Modernisierungs- und Changeprozess der HMG verantwortlich.
presseportal.de

Meinung: Personality-Magazine könnten sich für Influencer lohnen.

Influencer und Internet-Stars könnten bald auf den Geschmack gedruckter Personality-Magazine kommen, analysiert Michael Meyer. In der englischsprachigen Welt seien Print-Zeitschriften von YouTube-Größen bereits häufig vertreten. In Deutschland ist der Markt noch klein, bekannte Namen wie Rayk Anders oder Marti Fischer binden sich eher an öffentlich-rechtliche Sender denn an Verlage. Trotzdem seien in der Zukunft mehr Influencer-Magazine zu erwarten.
deutschlandfunk.de

Kartellamt genehmigt Anzeigen-Joint-Venture von “FAZ” und “SZ”.

Frankfurter Allgemeine Zeitung und "Süddeutsche Zeitung" bekommen den Segen des Bundeskartellamts für die Gründung ihres Joint Ventures in Sachen Anzeigenvermarktung. Grund für den positiven Bescheid ist u.a., dass beide Häuser auch in Zukunft "keine überragende Marktstellung erlangen werden und es bei den Rubrikenanzeigen – wie Stellen- und Immobilienanzeigen – starken Wettbewerbsdruck durch entsprechende Onlineangebote gibt". Mit der Vermarktung starten dürfen "FAZ" und "SZ" aber noch nicht - hier dauert die kartellrechtliche Prüfung noch an.
horizont.net

Thomas Wilde wird Co-Herausgeber des Connoisseur-Circle-Magazins “CC”.

Connoisseur Circle holt Thomas Wilde als Co-Herausgeber seines 2007 gegründeten Luxus-Reisemagazins CC an Bord. Wilde teilt sich den Herausgeberposten dort mit Circle-Gründer Andreas Dressler. Für Wilde ist es mindestens der zweite neue Job binnen kurzer Zeit: Anfang Juli hatten er und Yvonne Molek angekündigt, gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft TYvest Capital Startups unter die Arme greifen zu wollen.
per Mail, turi2.de (Background)

Studie: Kinder nutzen gern klassische Medien.

Stay classy: Kinder zwischen 4 und 13 Jahren nutzen gern klassische Medien, ergibt der Kinder Medien Monitor 2020. Sie hören und sehen mehrmals pro Woche Radio- und TV-Programme. Zudem lesen 77 % mehrmals die Woche Bücher, Magazine oder Comics - am liebsten auf Papier. 14 % der Kinder gelten aber auch als "Streamer" - sie sind in ihrem Medienkonsum- und Kommunikationsverhalten überwiegend digital geprägt.
kinder-medien-monitor.de

“Wall Street Journal”: Journalisten fordern online klarere Trennung von Meinung und Nachrichten.

Wall Street Journal: Mehr als 280 Angestellte fordern in einem Brief, Nachrichten und Meinungsstücke online deutlicher zu trennen. Die Bereiche würden zu sehr verschwimmen und damit das Vertrauen der Leser in die Zeitung gefährden. Als Beispiel führt der Brief einen Gastbeitrag von US-Vizepräsident Mike Pence über das Corona-Virus an, in dem dieser bestritten hatte, es werde eine "Zweite Welle" geben.
talkingbiznews.com, wsj.com (Gastbeitrag Pence, Paid)

Lese-Tipp: Die “FAZ” porträtiert den Deutschen Fachverlag.

Lese-Tipp: Die "FAZ" nimmt den Deutschen Fachverlag samt Doppelspitze Peter Esser und Sönke Reimers unter die Lupe - und konstatiert, die "erfolgsverwöhnte" Mediengruppe müsse wegen Corona "aufs Tempo drücken", da der Umsatz des Veranstaltungsgeschäftes um die Hälfte einbrechen werde. Esser und Reimers ernten aber auch Lob: Etwa dafür, dass beide trotz Corona-Infektion den Verlag von ihren jeweiligen Krankenbetten aus gemanagt hätten.
"FAZ", S. 33 (Rhein-Main-Teil)

Ebay verkauft Kleinanzeigen-Sparte für 9 Mrd Dollar nach Norwegen.


3,2,1 - meins: Ebay verkauft seine Kleinanzeigen-Sparte laut einem Insider für 9 Mrd Dollar nach Norwegen. Das Bieterrennen sei zugunsten der Online-Handelsplattform Adevinta entschieden worden, die zum Medienkonzern Schibsted gehört. Ebay soll weiterhin einen Minderheitsanteil halten, beide Konzerne haben den Deal bisher weder bestätigt noch dementiert. Mit dem Zukauf würde Marktplatzbetreiber Adevinta seine Größe nahezu verdoppeln.

In Adevinta bündelt Schipsted seine nicht-skandinavischen Online-Geschäfte. Im Gespräch als mögliche Kleinanzeigen-Käufer waren u.a. auch Prosus, Tochter des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers sowie Axel Springer. Springer stieg allerdings Ende Mai aus dem Bieterrennen aus.
manager-magazin.de, turi2.de (Background Springer)

Bauer stellt britisches Musikmagazin “Q” ein.

Bauer Media Group stellt das britische Musikmagazin "Q" nach 34 Jahren ein, die letzte Ausgabe erscheint am 28. Juli. Bauer hatte die Zeitschrift bereits im Mai auf die Beobachtungsliste gesetzt und angekündigt, der Titel könne einer "Restrukturierung des Portfolio" zum Opfer fallen. Das jetzige Aus ist auch der Corona-Pandemie geschuldet; Herausgeber Ted Kessler schreibt auf Twitter, er und sein Team seien ab sofort "für Arbeit verfügbar".
metro.co.uk, twitter.com (Statement Kessler)

Meinung: Hochwertiger Journalismus wird teurer.

Paid Content: Auch wenn die Zahlungsbereitschaft für Journalismus im Netz steigt, sind die "fetten Jahre" für Medien definitiv vorbei, sagt die Journalismus-Professorin Annika Sehl im "Horizont"-Interview. Qualitativ hochwertigen Journalismus werde es weiter geben, er werde jedoch deutlich mehr kosten, weil ihn weniger Menschen finanzieren. Zudem sinkt der Anteil der Werbeeinnahmen, sagt Sehl. Das liege zum einen an Google und Facebook, aber auch an den Verlagen, die zu spät reagiert hätten. Zwischen Verlagen und den US-Techkonzernen beobachtet Sehl eine Hass-Liebe. Einerseits befinden sich beide Seiten im Konkurrenzkampf um Einnahmen, andererseits nutzen die Verlage gerne Kooperationsangebote der Internetfirmen.
horizont.net (Paid)

Berliner Verlag: Geschäftsführer Michael Maier legt sein Amt nieder.

Berliner Verlag: Michael Maier, 62, legt nach acht Monaten das Amt als Vorsitzender der Geschäftsführung nieder. Er bleibt Herausgeber der "Berliner Zeitung". Maier sei "mit der Größe und der Umstrukturierung des Betriebs überfordert gewesen", hört das "manager magazin". Maier selbst gibt an, sich auf eine Sache konzentrieren zu wollen. Verleger Holger Friedrich will die Geschäftsführung ab August personell aufstocken.
manager-magazin.de

Springer überarbeitet seine Unternehmensgrundsätze.


Werte 2.0: Springer passt im Zuge der Rassismus-Debatte seine Firmengrundsätze an, sagt Konzernboss Mathias Döpfner in einem Video. Konkret geht es um eines der fünf "Essentials", das künftig lautet: "Wir lehnen politischen und religiösen Extremismus und jede Art von Rassismus und sexueller Diskriminierung ab." Rassismus und sexuelle Diskriminierung werden also künftig explizit mit genannt. Döpfner begründet: "Rassismus gegen Juden ist leider nur eine schreckliche Form von Rassismus. In Europa breitet sich Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung von Migranten und Rassismus, der auf Hautfarben abzielt, aus." Springer wolle der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung tragen, sich aber nicht mit Protestbewegungen gemein machen. Axel Springer hat die fünf Grundsätze, die auch Teil der Satzung sind, 1967 formuliert, der Konzern aktualisiert sie von Zeit zu Zeit.
horizont.net, youtube.com

Burda vergibt drei Stipendien an junge Journalistinnen.

Burda vergibt gemeinsam mit "Freundin" und der Burda Journalistenschule drei Recherche-Stipendien an junge Journalistinnen und Fotografinnen. Für die Stipendien in Höhe 3.000 Euro können sich Interessierte bis zum 15. September mit einem Kurzexposé zu ihrem Themenvorschlag bewerben, bis Ende des Jahres sollen die ausgewählten Geschichten umgesetzt und in der "Freundin" veröffentlicht werden.
freundin.de

Deutsche Verlage fordern Ausschüttungen für Drittverwertung.

Hundert deutsche Verlage, darunter der Aufbau Verlag, C. H. Beck, dtv, Rowohlt, Suhrkamp und Kiepenheuer & Witsch, fordern in einem Brief ans Bundesjustizministerium Ausschüttungen für die Drittverwertung ihrer Inhalte. 2015 hatten EUGH und BGH das System gekippt, bei dem sowohl Autor*innen als auch Verlage Ausschüttungen bekamen. Der Bund wollte aber "zeitnah" eine Regelung schaffen, die das Teilen des Ausgleich zwischen Urheber*innen und Verlagen wieder ermöglicht.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

“Süddeutsche” formuliert Selbstverständnis als “Kompass für die digitale Transformation”.


Wertpapier: Die "Süddeutsche Zeitung" formuliert eine Zehn-Punkte-Liste zum eigenen Selbstverständnis und als "Kompass in der digitalen Transformation". Zur Begründung heißt es: "In einer Zeit des stetigen technischen und damit verbundenen journalistischen Umbruchs stellt sich die Frage nach dem Selbstverständnis der Redaktion der 'Süddeutschen Zeitung', nach ihren Aufgaben und den vielfältigen Wegen der internen Zusammenarbeit immer wieder neu." Erarbeitet haben die Liste die aktuellen und ehemaligen Mitglieder des "SZ"-Redaktionsausschusses. Das Wertepapier soll die künftige Marschrichtung der "SZ" vorgeben, um so ihren Platz im Qualitätsjournalismus zu sichern.

Die Punkte eins und sechs zielen offensichtlich auf die Versöhnung von Print- und Online-Redakteuren ab, indem sie die Mitarbeiter*innen erinnern, eine Redaktion mit hoher Textqualität zu sein - unabhängig von verschiedenen Veröffentlichungskanälen. Die Punkte sieben und acht mahnen dazu, neue Technologien, Kanäle und Daten auszuprobieren und zu nutzen - ohne sich "zu deren Sklaven zu machen". Auch die "tiefe regionale Verankerung" der Zeitung wird in Punkt vier betont - der Lokaljournalismus genieße den selben Rang wie etwa Investigativ-Projekte oder das Feuilleton. Punkt zehn verpflichtet die Redakteure zur intensiven Kommunikation mit den Lesern. Weitere Punkte sind weniger konkret: Etwa wenn sich die "Süddeutsche" als "möglichst heiterer Freund und Begleiter" sieht oder "ein Leuchtturm in einer unruhigen und unübersichtlichen Welt" sein will.
projekte.sueddeutsche.de

US-Zeitungsgruppe McClatchy geht an Hedge-Fonds.

McClatchy, zweitgrößte Lokalzeitungsgruppe der USA, geht an den Hedge-Fonds Chatham Asset Management - ehemals einer der größten Gläubiger des Konzerns. Der Hedge-Fonds sei als erfolgreicher Bieter aus der vom Insolvenzgericht beaufsichtigten Auktion hervorgegangen, über die gebotene Summe gibt es keine Informationen. McClatchy hatte im Februar Konkurs angemeldet.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Daniel Bouhs sieht bei den Verlagen eine Konzentration auf die Kernprodukte.

Sparprogramme: Verlage konzentrieren sich in der Krise wieder stärker auf ihre Kernprodukte, bilanziert Daniel Bouhs in der "taz". Der "Spiegel" und die "Zeit" stellen ihre Jugendportale ein, die "FAZ" ihr Wochenheft. Ob das alles ohne Corona ebenfalls passiert wäre, sei schwer abzuschätzen, so Bouhs. Zumindest sei die Krise "mancherorts auch ein Anlass zum Aufräumen" geworden.
taz.de, turi2.de ("Zeit"), turi2.de ("Spiegel")

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie geht’s den Journalist*innen bei den Sendern, Daniel Bouhs? (03/2020)

Meinung: Armin Laschet ist mit Rolle als Medienminister überfordert.

Medial egal: Armin Laschet ist mit seiner Zusatzrolle als Medienminister von NRW überfordert, kritisiert Alexander Vogt, medienpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in NRW. Seitdem Laschet das Amt vor knapp drei Jahren von Funke-Anteilseigner Stephan Holthoff-Pförtner übernommen hat, sei er in Sachen Medien quasi unsichtbar. Von 44 Sitzungen des Ausschusses für Kultur und Medien besuchte Laschet nur eine einzige; auch bei medienpolitischen Anträgen und Gesetzesentwürfen lasse er sich regelmäßig von fachfremden Minster*innen vertreten.
landtag.nrw.de

Jahr Top Special und atlas Spezial gründen Joint Venture.

Jahr Top Special und atlas Spezial gründen das Joint Venture Jahr Artopé Media, um Teile ihres Portfolios neu zu bündeln. Jahr Top Special bringt seine Special-Interest-Zeitschriften "Golf Magazin" und "Tauchen" ein, atlas Spezial "Golf Journal", "Unterwasser" und "Kanu". Die beiden Golf-Magazine werden zusammengelegt, ebenso "Tauchen" und "Unterwasser". Chef des Joint Ventures mit Sitz in München soll der bisherige atlas-Geschäftsführer Philip.-A. Artopé werden, Ziel des Zusammenschlusses ist vor allem ein Zugewinn an Reichweite. Das Kartellamt muss dem Deal noch zustimmen.
dnv-online.net

Wort & Bild Verlag entwickelt mit Partnern eine digitale Gesundheitsplattform.

Wort & Bild Verlag, Mutter der Apotheken Umschau, arbeitet zusammen mit dem Pharmahändler Phoenix und der Initiative Pro Avo an einer digitalen Gesundheitsplattform für Deutschland, die noch in diesem Jahr online und als App starten soll. Die Plattform soll Patient*innen künftig u.a. Zugriff auf ihre elektronische Patientenakte bieten und zur wichtigsten digitalen Anlaufstelle für Gesundheitsfragen werden. Für das erste Jahr gehen die Partner davon aus, dass sich mehr als 10.000 Apotheker*innen der Plattform anschließen.
turi2 – eigene Infos

Schwäbisch Media holt Professor für Medienmanagement in die Geschäftsführung.

Schwäbisch Media holt Tobias Krohn, Professor für Kommunikations- und Medienmanagement an der DHBW Ravensburg, zum 1. Oktober in die Geschäftsleitung. Vor seiner Zeit an der Hochschule arbeitete Krohn schon einmal für den Verlag der "Schwäbischen Zeitung", unter anderem als regionaler Geschäftsführer. Jetzt soll er laut Verlag "die Organisation, Struktur und Ausrichtung des Medienhauses weiterentwickeln".
kress.de, schwaebisch-media.de

Thomas Schultz-Homberg wird CEO des Regionalmedienverlags Köln von DuMont.

DuMont macht Thomas Schultz-Homberg, Ex-Produktchef der "FAZ", am 1. Oktober zum CEO seines Kölner Regionalmedienverlags. In der neuen Rolle soll sich Schultz-Homberg unter anderem um die Digitalisierung des "Kölner Stadt-Anzeiger" und des Boulevard-Blatts "Express" kümmern. Bis Oktober leitet DuMont-Chef Christoph Bauer den Regionalmedienverlag interimistisch.
ksta.de, turi2.de (Schultz-Homberg verlässt "FAZ"), turi2.de (DuMont baut um)

Meinung: Neues “Handelsblatt”-Design wirkt seriös und edel.

Handelsblatt kommt mit seinem neuen Layout edel und noch seriöser als gewohnt daher, urteilt Grafikdesigner Norbert Küpper. Die Leser werden nicht durch zu viele Änderungen verschreckt, dafür wirken eingesparte Farbtupfer und Aussparungen beruhigend aufs Auge. Besonderes Lob erntet der Wegfall der runden Bilder, die laut Küpper zu inflationär von Medien verwendet werden.
editorial-design.com