Vice berichtet über Versäumnisse im Kampf gegen sexualisierte Gewalt bei xHamster.


Satz mit X: Schlecht geschulte Löscharbeiter*innen und ein lückenhaftes Regelwerk sorgen dafür, dass Opfer von sexualisierter Gewalt bei der Erotikseite xHamster nur mangelhaft geschützt werden, berichtet Vice. Vice zitiert aus einem internen Regelwerk, wonach Beiträge nur gelöscht werden, wenn die Löschkräfte die Wahrscheinlichkeit als "hoch" einstufen, dass eine Person jünger als 18 ist. Minderjährige, die älter aussehen, könnten demnach nicht geschützt werden. Auch Weinen oder Gewalt müsse glaubhaft genug als "echt" erscheinen, um gelöscht zu werden. Prüfmöglichkeiten haben die Aufseher*innen nicht: Sie können keine Dokumente, z.B. Einverständniserklärungen, anfordern.

Für die Recherche hat Vice über Wochen undercover als Löscharbeiter für xHamster gearbeitet. Dabei kam auch heraus: Das Team der Löschkräfte besteht aus rund 100 Freiwilligen, die "anonym und ohne Bezahlung über sensible Inhalte entscheiden". Darüber hinaus gebe es ein bezahltes Support-Team, über dessen Arbeit xHamster nur wenig verrate. Im Rahmen eines Themen-Dossiers veröffentlicht Vice eine Zusammenfassung seiner Recherchen, einen Einblick in die Arbeit der Aufsehenden und ein Interview mit einem Löscharbeiter. Darüber hinaus eine Übersicht der internen Regeln und Reaktionen der Politik.
vice.com

TV-Tipp: RTL 2 holt “Peep” heute vorerst einmalig zurück auf den Bildschirm.

TV-Tipp: Vice Media reanimiert 25 Jahren nach der ersten Show die Erotik-Sendung Peep (RTL 2, 22.00 Uhr). Die zunächst einmalige Neuauflage moderiert Influencerin Bonnie Strange, die zusammen mit Olivia Jones und Jenny Elvers in "Peep"-Nostalgie schwelgt und neuen Erotik-Trends auf den Grund geht. Statt Aufklärung soll Unterhaltung im Mittelpunkt stehen.
rtl2.de, dwdl.de (Vorab-Review)

“manager magazin”: Corona wird BuzzFeed & Co “Zusammenschlüsse und Pleiten” bescheren.


In der Klickfalle: Corona offenbart die "Lebenslügen" von Entertainment- und Reichweiten-Portalen wie BuzzFeed, Vice und Business Insider, analysiert das "manager magazin". Der "Reichweitenfetisch" habe sich nicht erst in der Pandemie als Irrglaube erwiesen. Die einstigen Klick-Könige sind heute froh, "wenn sie ein Jahr ohne Entlassungen auskommen", schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Am besten kommt in seiner Analyse noch Springers Business Insider weg, obwohl Alvares nahelegt, dass Springer-Boss Mathias Döpfner sich verspekuliert hat, als er 2015 für 88 % von BI stolze 343 Mio Dollar hingeblättert hat. Zum Vergleich: Jeff Bezos schnappte sich die "Washington Post" zwei Jahre zuvor für nur 250 Mio.

Immerhin hat BI bald nach dem Springer-Einstieg auf Paid Content gesetzt und zählt inzwischen 200.000 Abonnent*innen. 2019 stand ein Umsatz von gut 100 Mio Dollar, nur noch ein Drittel davon kam aus Werbung – und es soll als "Achtungserfolg" einen "kleinen Gewinn" gegeben haben. Beim deutschen Ableger versucht seit 2019 ein neues Team in Berlin, das "Billigimage abzustreifen" – mittelfristig soll es auch hier Bezahl-Inhalte geben, schreibt das "mm".

Konkurrent BuzzFeed zeigt, wie klebrig Klick-Content ist: Große Werbeerlöse ließen sich mit den teuren aber gefeierten Recherchen von BuzzFeed News kaum erzielen – in den USA verdient das Portal nun mit Produkt-Verkäufen aus Koch-Videos, der deutsche BuzzFeed-Ableger steht zum Verkauf. Auch Digital-Veteran Vice wandelt sich: Hier müssen derzeit vor allem Journalist*innen gehen, weil sie "für 50 % unserer Personalkosten, aber nur 21 % unseres Umsatzes stehen", zitiert das "manager magazin" aus einem Memo von CEO Nancy Dubuc.
"manager magazin" 7/2020, S. 76-79 (Paid)

Bericht: Nachfolger vom “Neo Magazin Royale” soll “ZDF Magazin” heißen.

ZDF hält trotz Corona am Start der neuen Show von Jan Böhmermann im Herbst fest, berichtet DWDL. Nach Informationen der österreichischen Zeitung "Standard" soll die Show "ZDF Magazin" heißen, was das ZDF jedoch nicht bestätigen will. Chefin vom Dienst und damit verantwortlich für die journalistischen Inhalte wird Hanna Herbst, die bis Sommer 2018 Vize-Chefredakteurin von Vice in Österreich war.
dwdl.de, derstandard.at

Vice Deutschland macht Kurzarbeit statt Kündigungen.

Vice Deutschland bleibt von der angekündigten Kündigungswelle der US-Mutter vorerst verschont, berichtet der Medienpodcast "Unter Zwei" unter Berufung auf den deutschen Chefredakteur Felix Dachsel. Stattdessen führt das Unternehmen Kurzarbeit ein – auch in der Redaktion – die drei Monate lang laufen soll. Kündigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen. In anderen Märkten hat Vice krisenbedingt Mitarbeiter*innen entlassen.
medium.com, turi2.de (Background)

Vice: “Bild” empfiehlt fragwürdigen Corona-Selbsttest.

bildlogoBild hat Mitte März in einem Video einen fragwürdigen Corona-Selbsttest einer "höchst dubiosen Firma" empfohlen, recherchiert Vice. Der Test für 249 Euro verspricht ein Ergebnis innerhalb von 48 Stunden. Mit welchen Laboren die Firma Medi.Lab zusammenarbeitet, bleibt offen. Bilder und Texte der Website sind von anderen Seiten zusammenkopiert, am angegebenen Firmensitz ist niemand zu finden. Bei YouTube hat "Bild" das Video inzwischen gelöscht, auf Bild.de ist es noch aufrufbar.
vice.com

Vice analysiert, welche Worte YouTuber für Kommentare sperren.

Vice analysiert, welche Worte YouTuber für die Kommentare unter ihren Videos sperren lassen, um Kritik fernzuhalten: Die meisten Wörter blockt demnach Unge, danach folgen Bibi und Dagi Bee – u.a. jeweils den Namen der anderen. Laut Vice stehen die meisten Wörter "für Kritik, die die Aufrichtigkeit der YouTuber in Frage stellt", zum Beispiel "Clickbait", "Schleichwerbung", "geklaut" und "niveaulos".
vice.com

TikTok löscht Vice-Videos, die Polizeigewalt zeigen.

Vice lädt bei TikTok Videos von Polizeigewalt aus Hongkong, Deutschland, Spanien, Frankreich und den USA hoch, die Plattform löscht vier davon, eines hat null Views. Vice kritisiert, TikTok beziehe sich auf die Richtlinie, keine Videos zu zeigen, in denen sich Menschen verletzen – sie sei "die ultimative Hintertür, um Aufnahmen von Protesten zu löschen". TikTok schreibt in einem Statement, die Richtlinien dienen "Wohlbefinden und Sicherheit der Community".
vice.com

Landgericht Berlin untersagt Vice und Buzzfeed Verdachtsberichte über Berliner Arzt.

Verdachtsberichterstattung: Das Landgericht Berlin bestätigt eine einstweilige Verfügung gegen Berichte von Vice und Buzzfeed über einen Berliner Arzt, der homosexuelle Patienten sexuell missbraucht haben soll. Das Gericht wertet die Berichte als vorverurteilend und vermisst eine Distanzierung zu Aussagen der Patienten. Der Beschuldigte selbst wollte keine Stellung nehmen.
sueddeutsche.de

Zitat: Vice-Präsident Dominique Delport sieht bei seinen Nutzern keine Bereitschaft, für Inhalte zu zahlen.

"Unsere Leserschaft hat vergleichsweise wenig Einkommen, gibt vielleicht noch Geld für Videospiele oder Netflix aus, eher nicht für Journalismus."

Dominique Delport, internationaler Präsident von Vice Media, sagt im Interview mit der "Süddeutschen", dass er Bezahlmodelle bei Vice für nicht realistisch hält.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:

"In den Achtzigern und Neunzigern war es total passend, sich rebellisch zu geben und mit Punk-Attitüde die Gesellschaft zu verschrecken. Für uns ist es wichtiger, auf der Straße von heute relevant zu bleiben. Und die rebellische Geste reicht da allein nicht mehr aus, wir wollen nun auch positiv und unterstützend arbeiten, und natürlich auch mit einer globalen Perspektive."

"Wir sagen niemandem, was er oder sie zu tun hat. Wir begegnen allen auf Augenhöhe, weil unsere Mitarbeiter im Schnitt genauso alt sind wie unsere Zielgruppe. Das schafft Vertrauen, wir erzählen keinen Quatsch."

Zitat: Felix Dachsel will radikaler experimentieren statt dem Kater zu erliegen.

"Immer mehr Leute wurden für immer mehr Geschäftsbereiche eingestellt. Aber wer das Thema Rausch publizistisch so eingehend begleitet wie wir, weiß doch auch, dass er grundsätzlich eine Kehrseite hat."

Vice-Chefredakteur Felix Dachsel diagnostiziert nach Entlassungen keine Katerstimmung, sondern "experimentierfreudigen Realismus".
"Journalist" 8/2019, S. 34-40 (Paid)

Weitere Zitate:

"Die Bereitschaft, in schwierigen Situationen einfach mal völlig neu zu denken, ist in einem Medium, deren Macher und Nutzer überwiegend unter 30 sind, größer. Umso wütender, fast aggressiv macht es mich da manchmal, wenn ältere Kollegen klassischer Medien im Angesicht großer Probleme trotzdem einfach alles so lassen wollen, wie es ist. Bis das, was ist, irgendwann einfach nicht mehr existiert."

"Wir dürfen nicht den Fehler machen und mit unseren Anhängern altern, um dann irgendwann zu verschwinden wie die großen Volksparteien."

"Wir hätten uns als Jugendliche ja nicht fürs Klima auf die Straße gestellt. Wir haben uns einen Kasten gekauft und ausgetrunken. Und dann haben wir dummes Zeug geredet. (...) Das ist ein echter Rollentausch, denn bislang war die unaufgeregte Vernunft die Aufgabe der Älteren, während die Jugend das Privileg hatte, laut schreiend mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen."

Laura Himmelreich verlässt Vice, Felix Dachsel wird Chefredakteur.


Vice verliert Chefredakteurin Laura Himmelreich. Nach drei Jahren sei für sie ein guter Zeitpunkt, um weiterzuziehen, sagt die frühere "stern"-Journalistin in einer Mitteilung. Ihr Amt für Deutschland, Österreich und Schweiz übernimmt Felix Dachsel, der schon Online-Chef ist. Diesen Job hatte er damals schon von Himmelreich geerbt, als die deutschsprachigen Vice-Redaktionen zusammengelegt wurden. Das Unternehmen musste zuletzt sparen.

Dachsel kam 2018, wie zuvor Himmelreich, von einer etablierten Medienmarke: Dachsel hatte bei der "Zeit" das Ressort "Z" mit entwickelt. Seine Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule. Dachsel will einen politisch-kritischen Kurs einschlagen und den momentanen Aufruhr junger Menschen begleiten. Es gebe "eine hochpolitische Jugend, die ihre Zukunft von Ignoranz und Bräsigkeit bedroht sieht". (Fotos: Vice, Montage: turi2)
per Mail, facebook.com (Posting von Himmelreich), meedia.de (Interview mit Dachsel)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Laura Himmelreich kämpft gegen Sexismus in den Medien.

Meinung: BuzzFeed und Vice gelten nicht mehr als Journalismus-Heilsbringer.

BuzzFeed und Vice, früher als Heilsbringer des Online-Journalismus gefeiert, geraten selbst unter Druck, beobachtet Martina Kix. Sie spricht mit den Chefredakteuren der deutschen Ableger, die sich gegen Abgesänge wehren, aber u.a. einräumen, Reichweite via Facebook einzubüßen. Rasmus Kleis Nielsen vom Reuters Institute sagt, junge Medienmarken stünden durch Investoren noch stärker unter Druck.
"Zeit" 24/2019, S. 25 (Paid)

Vice will sich im deutschsprachigen Raum auf Vice.com konzentrieren.

Vice strukturiert sein Onlinegeschäft im deutschsprachigen Raum um: Die Ableger Noisey und Motherboard bleiben zwar am Netz, rücken aber redaktionell in den Hintergrund. Die Redakteure sollen künftig hauptsächlich Inhalte für Vice.com liefern, schreibt Meedia. Die US-Mutter Vice Media hat weltweit 10 % der Stellen gestrichen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Zitat: Vice und Co haben sich zu sehr auf Facebook-Algorithmen verlassen, sagt Ulrike Simon.

"Womöglich wäre der eine oder andere in der aktuellen Situation ganz froh, ein Schlachtross hinter sich zu wissen, alternd und schrumpfend zwar, aber noch immer gewinnbringend genug, um im Zweifel ein wenig Sicherheit zu bieten."

Ulrike Simon sieht die einst aussichtsreiche Zukunft von Digital-only-Medien bröckeln, wenn sogar die Mitarbeiter von Vice aus Angst vor Entlassungswellen einen Betriebsrat gründen wollen.
horizont.net

Junge Online-Nachrichtenportale wollen unabhängiger von Werbeeinnahmen werden.

Online-Portale wie BuzzFeed und Vice wollen sich unabhängiger von schwankenden Werbeeinnahmen machen, beobachten Isabell Hülsen und Martin Müller. BuzzFeed betreibt in New York ein Erlebnisgeschäft für Spielzeug. Gemeinsam mit einer Universität bietet das Unternehmen zudem Social-Media-Kurse an. Junge Nachrichtenportale wie Vice mussten zuletzt Mitarbeiter entlassen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi.tv: Daniel Drepper bastelt für BuzzFeed auch lustige Listen.


Basta: Vice-Reporter foppt Medien mit Doppelgängern von sich.

Ach wie gut, dass niemand Vice...: Vice-Reporter Oobah Butler hat 2017 mit gefälschten Bewertungen seine Gartenhütte bei Tripadvisor zum besten Restaurant in London gekürt. Medien aus aller Welt wollten seine Geschichte hören, doch Oobah gibt nicht gerne Interviews. Muss ja auch nicht sein, dachte er sich und schickt ins TV, ins Radio und zu einer Preisverleihung einfach Doppelgänger von sich. Gemerkt hat's keiner.
vice.com, youtube.com (13-Min-Video)

Alexandra Stanić übernimmt die Redaktionsleitung für VICE.com in Österreich.

Vice holt Alexandra Stanić als Redaktionsleiterin für den verlassenen Ableger in Österreich. Sie kommt von Biber, wo sie zuletzt als Chefreporterin und Leiterin der Lehrredaktion für Jungjournalisten gearbeitet hat. Mitte August war die gesamte österreichische Redaktion von Vice zurückgetreten, da die Redaktionen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland unter deutscher Führung von Laura Himmelreich verschmelzen.
per Mail, turi2.de (Background)

Zitat: Laura Himmelreich bedauert den Rücktritt der Österreich-Redakteure.

"Es sind nicht alle weg, da ist die Darstellung ein wenig dramatisiert. Andererseits möchte ich aber auch nicht die Chefin von Menschen sein, die eigentlich nicht zu meinem Team gehören wollen."

Vice-Chefredakteurin Laura Himmelreich, die künftig auch die Österreich-Redaktion verantwortet, reagiert im Meedia-Interview auf den Rücktritt der Redaktion.
meedia.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Laura Himmelreich kämpft gegen Sexismus in den Medien.

Zitat: Vice-Redaktion hat wegen thematischer Ausrichtung aufgehört, sagt Hanna Herbst.

"Es ist niemand gegangen, weil er etwas anderes vorhatte. Sondern weil es Zeit war, zu gehen."

Hanna Herbst, Ex-Vize-Chefredakteurin von Vice Österreich, sagt im Interview mit SZ.de, österreichische Innenpolitik hätte Leser im gesamten deutschsprachigen Raum nicht interessiert. Nicht mehr über sie zu schreiben, fände die Redaktion aber falsch.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Vice-Redaktion in Österreich kündigt geschlossen im Streit um Neuausrichtung.

Vice und sein Ableger Noisey stehen in Österreich ohne Redaktion da. Das gesamte Team habe geschlossen gekündigt, schreibt Autorin Hanna Herbst auf Facebook. "Die Richtung, in die Vice gehen soll, entspricht nicht mehr dem, was Vice für uns all die Jahre ausgemacht hat", schreibt Herbst und kritisiert insbesondere den Plan, die Redaktionen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland unter deutscher Führung zu verschmelzen.
facebook.com

Laura Himmelreich wird Chefredakteurin von Vice im deutschsprachigen Raum.

Vice befördert Laura Himmelreich, bisher Chefredakteurin von VICE.com Deutschland, zur Chefredakteurin in der DACH-Region. Sie folgt auf Tom Littlewood, der eine "internationale Führungsrolle in der EMEA-Region" bekommt. Kai Strehler wird Marketingleiter der DACH-Region, Sara Schurmann Textchefin.
newsroom.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Laura Himmelreich kämpft gegen Sexismus in den Medien.

Ex-Mitarbeiterin verklagt Vice wegen systematisch ungleicher Bezahlung.


Bezahl-Schranke: Elizabeth Rose, Ex-Mitarbeiterin von Vice Media in New York und Los Angeles, hat Klage gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber eingereicht. Vice diskriminiere weibliche Angestellte systematisch und bezahle ihnen absichtlich weniger als männlichen Kollegen mit gleichen oder vergleichbaren Aufgabengebieten. Damit habe Vice Media sowohl Gesetze zur gleichen Bezahlung in New York und Kalifornien, als auch den Federal Equal Pay Act gebrochen.

Rose, die von 2014 bis 2016 u.a. als Projektmanagerin bei Vice Media gearbeitet hat, habe durch interne Memos von den systematischen Gehaltsunterschieden erfahren. Sollte es zu einer Sammelklage kommen, könnten sich daran bis zu 700 Frauen beteiligen. Vice Media gibt gegenüber der "L.A. Times" an, die Beschwerden zu prüfen.
latimes.com

Vice.de-Chefin Laura Himmelreich kündigt ein Anti-Sexismus-Team an.


Kein Platz für dicke Hose: Vice will Schluss machen mit Patriarchat und Macho-Strukturen. Online-Chefredakteurin Laura Himmelreich stellt sich deshalb entschlossen gegen Sexismus. Im Video-Interview beim Deutschen Medienkongress kündigt sie ein Gremium aus fünf Mitarbeiterinnen an, das intern Sexismus-Vorwürfen nachgeht. Himmelreich beobachtet einen "erheblichen Fortschritt" im Kampf gegen Sexismus, seit sie im "stern" mit der Dirndl-Affäre um Rainer Brüderle die #Aufschrei-Debatte anschob.

Himmelreich bietet sich auch persönlich als Vertrauensperson an für Kolleginnen, die unter dämlichen Sprüchen oder anderen Übergriffen leiden. Immer mehr Frauen brechen ihr Schweigen und machen Vorwürfe öffentlich. Himmelreich begrüßt das im Interview von "Horizont" und turi2.tv und findet es richtig, wenn dabei auch die Namen der Männer genannt werden. Die Recherche gegen Regisseur Dieter Wedel im "Zeit-Magazin" etwa sei notwendig, zumal sich mehrere Berichte deckten und eidesstattliche Erklärungen vorlägen. Die Öffentlichkeit rede erst über das Thema, wenn prominente Namen fallen.
turi2.tv (6-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Vice suspendiert wegen Belästigungsvorwürfen zwei Manager.

Vice150Vice suspendiert wegen Vorwürfen sexueller Belästigung zwei Top-Führungskräfte. Der Vorwurf gegen Digital-Chef Mike Germano soll von Vice und einem externen Prüfer untersucht werden. Eine Beschuldigung gegenüber Präsident Andrew Creighton sei 2016 bereits als unbegründet eingestuft worden, werde nun vom Vorstand aber nochmals geprüft.
nytimes.com, bloomberg.com, turi2.de (Background)

Laura Himmelreich will gegen Frauenfeindlichkeit bei “Vice” vorgehen.

Laura Himmelreich, Chefin der deutschen Ausgabe von Vice.com, will baldmöglichst mit den zwei Ex-"Vice"Mitarbeiterinnen sprechen, die zwischen 2007 und 2009 Frauenfeindlichkeit bei bei der deutschen "Vice" erlebt haben. Himmelreich möchte die Vorwürfe und Verantwortlichen kennen, um sicherzustellen, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Sie schreibt auf Facebook, sie wolle nur für ein Unternehmen arbeiten, das in so einer Situation die richtigen Schlüsse zieht. Die Journalistin hatte 2013 im "stern" Anzüglichkeiten des FDP-Politikers Rainer Brüderle thematisiert und eine Sexismus-Debatte ausgelöst.
facebook.com, turi2.de (Background)

Ex-Mitarbeiterinnen kritisieren Macho-Kultur bei der deutschen “Vice”.

Vice: Im Windschatten einer Recherche der "New York Times" über sexuelle Belästigungen bei "Vice" berichtet ein Sprecher der deutschen Niederlassung, es gebe zwei Beschwerden ehemaliger Mitarbeiterinnen über "die Kultur der deutschsprachigen Vice-Redaktionen". Die deutsche Online-Redaktion leitet Laura Himmelreich, die 2013 im "stern" Anzüglichkeiten des FDP-Politikers Rainer Brüderle thematisiert und damit eine Sexismus-Debatte losgetreten hat. Die Firma will an den deutschen Standorten Mitarbeiter-Gremien als Anlaufstelle etablieren.
taz.de, turi2.de (Background)

Analyse: Anzeigenfinanzierte Online-Medien haben es zunehmend schwer.

Online-Medien: Der niedrige Kaufpreis für Mashable und die offenbar verfehlten Einnahmeziele von BuzzFeed und Vice zeigen, wie abhängig selbst große Medien-Startups von den Verschiebungen im Werbemarkt sind, analysiert Ricardo Bilton. Anzeigenfinanzierte Online-Medien haben es demnach zunehmend schwer, während die Anzeigen-Geschäfte bei Google und Facebook gut laufen. Das "Wall Street Journal" hat berichtet, dass BuzzFeed und Vice ihre Erlösziele verpassen.
niemanlab.org, wsj.com (Paid), turi2.de, turi2.de (Background)

Audible startet 22 Podcasts: “Spiegel”, “Brand Eins” und “Bunte” produzieren eigene Formate.


Attacke auf die Ohren: Audible startet heute 22 Podcast-Eigenproduktionen in Deutschland. Die Hörbuch-Plattform von Amazon wandelt sich damit zur App für Audio-Inhalte aller Art. An der Offensive beteiligen sich deutsche Verlage und prominente Moderatoren: Interviewer Jörg Thadeusz talkt wöchentlich für "Brand Eins" über Wirtschaft, Nina Ruge berichtet für "Bunte" über Promis. Auch "Spiegel", "11 Freunde", Vice und "Galore" liefern Sendungen im Wochentakt.

Die Podcasts sind ausschließlich bei Audible verfügbar und werbefrei, Nutzer zahlen 9,95 Euro für ein Monatsabo. Audible beauftragt die Produktionen und bezahlt sie, bestätigt das Unternehmen auf turi2-Nachfrage. Es investiert bis Ende 2018 nach eigenen Angaben einen Millionenbetrag. Einige Formate sind aus einem 2016 gestarteten Aufruf an Produzenten entstanden und basieren auf Pilotfolgen und Marktforschung. Das Programm soll in Zukunft monatlich um zwei Formate wachsen. Audible verspricht investigative Reportagen, Late-Night-Shows und tägliche Kolumnen von Journalisten.

Ab heute starten 17 deutsch- und 5 englischsprachige Sendungen unter der Marke Audible Original Podcasts. Darunter sind:
- Wilde Liga, ein Podcast der "11 Freunde"-Redaktion,
- Das Gespräch von "Brand Eins", geführt von RBB- und WDR-Mann Jörg Thadeusz,
- Das "Bunte"-Gespräch mit Moderatorin Nina Ruge,
- Sagen, was ist heißt der "Spiegel"-Podcast der Redakteure Olaf Heuser und Christina Pohl,
- Juwelen im Morast der Langeweile ist ein Gespräch zwischen Dschungelcamp-Autor Micky Beisenherz und Brachial-Komiker Oliver Polak,
- In Rönne & Rammstedt philosophieren die Autoren Ronja von Rönne und Tilman Rammstedt, die zugleich privat ein Paar sind,
- Der endgültige Satirepodcast nennt sich der Beitrag der "Titanic"-Redaktion,
- Radio Motherboard ist ein Technik-Podcast aus dem Hause Vice,
- In Unüberhörbar spricht ARD-Literaturkritiker Denis Scheck mit Autoren,
- Straight ist der Podcast der gleichnamigen Zeitschrift für Lesben,
- Nach Deutschland kommen außerdem englischsprachige Sendungen wie The Dark Web und Queen Elizabeth II: Life of a Monarch.

Mit dem umfassenden Programm springt Audible auf den Podcast-Trend auf und positioniert sich gegen starke Konkurrenz: Der Streaming-Dienst Spotify produziert eigene Formate wie Fest & Flauschig mit Jan Böhmermann und Olli Schulz, bei Deezer sprechen Sarah Kuttner und Medienkritiker Stefan Niggemeier übers Fernsehen, Deutschlandfunk und ARD bauen gerade eigene Audiotheken auf.
per Mail, turi2 - eigene Infos, audible.de (Übersicht), youtube.com (Trailer)

“manager magazin”: TV-Sender Viceland startet erst 2018 – wohl nur im Netz.

Vice streicht offenbar seine Pläne für einen deutschen Ableger des TV-Senders Viceland zusammen. Das "manager magazin" zitiert Vice-Geschäftsführer Benjamin Ruth, der die Vice-Inhalte 2018 in Deutschland "verfügbar" machen will. Auf einen eigenen Sender wolle er sich nicht mehr festlegen. Auch eine Ausstrahlung über Streamingdienste sei denkbar. Ursprünglich sollte der Sender noch in diesem Jahr starten. In den USA, Frankreich und Großbritannien ist der Sender des US-Medienkonzerns empfangbar, erzielt aber keine hohen Einschaltquoten.
"manager magazin", 11/2017 (Vorabmeldung)

Steffen Hopf wechselt von Vice zu Getty Images Deutschland.

Getty Images Deutschland holt Steffen Hopf von Vice Deutschland und macht ihn zum Managing Director für das Geschäft im deutschsprachigen Raum. Er folgt auf Wolfgang Wähner-Schmidt, der das Unternehmen nach sieben Jahren verlässt, aber als Berater bleibt. Steffen Hopf ist bei Vice bisher für alle Vertriebs- und Geschäftsbereiche verantwortlich.
new-business.de, horizont.net

Vice recherchiert Facebook-Posts von Newsseiten nach: Nur bei SpOn stimmt alles.

Vice hat rund 2.000 Facebook-Posts von acht reichweitenstarken, deutschen Newsseiten auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht. Nur bei Spiegel Online hat alles gestimmt, bei Vice und Bild waren 2 % falsch, 6 bzw. 9 % nur halbwahr. Bei Burdas Huffington Post und den russischen Sputnik News war fast die Hälfte der Informationen, die Facebook-Nutzer zu sehen bekommen, falsch oder teilweise falsch. Ein weiteres Ergebnis: Posts mit Falschinformationen werden um 89 % häufiger geteilt als wahre Geschichten.
motherboard.vice.com