Tom Buhrow gesteht zum Teil falsche Wortwahl bei “Umweltsau”-Debatte.

WDR: Tom Buhrow hat in der "Umweltsau"-Debatte "nicht immer die richtigen Worte gefunden", schreibt der WDR-Intendant in einem Gastbeitrag in der "Welt am Sonntag". Die öffentliche Meinung sei heute "fast spiegelverkehrt", außerhalb der Medienwelt sei der Tenor "so was geht nicht. Gut, dass Sie das klargestellt haben". Buhrow verteidigt zudem einen höheren Rundfunkbeitrag und kritisiert die ARD als "ein ziemlich westdeutscher Laden".
"Welt am Sonntag", S. 11 (Paid)

WDR-Rundfunkrat segnet Tom Buhrows Handeln bei der “Umweltsau”-Debatte ab.

WDR-Rundfunkrat segnet das Verhalten von Tom Buhrow während der "Umweltsau"-Debatte ab, schreibt die dpa. Einige Mitglieder sollen die Löschung des Satire-Videos kritisiert haben. Buhrow versicherte dem Rundfunkrat in einer Sitzung, dass die Kritik aus der "Mitte der Gesellschaft" kam, der WDR dürfe sich nicht instrumentalisieren lassen.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “SZ Magazin” interviewt “Lindenstraße”-Mitwirkende zum Serien-Aus.

Lese-Tipp: Das "SZ Magazin" trifft "Lindenstraße"-Schauspieler*innen und -Mitwirkende in der Serien-Kneipe "Akropolis". U.a. erzählt Casting Director Horst Scheel, dass der "Spiegel" die von ihm ausgesuchten Schauspieler auf dem Kieker hatte, WDR-Redakteur Götz Schmedes, wie er die Nachricht vom Serien-Aus überbracht hat und dass auch er den genauen Grund nicht kenne. Regisseur Hans W. Geißendörfer kämpft mit den Tränen und sagt, die Produktionskosten hätte er nicht nach unten drücken können und dass die Serie "auf der Höhe der Zeit" gewesen sei.
sz-magazin.sueddeutsche.de (Paid)

Video-Tipp: WDR-Studioleiterin Georgine Kellermann über ihr Coming-Out.

Video-Tipp: WDR-Studioleiterin Georgine Kellermann hat sich mit 62 Jahren als transgender geoutet und spricht im WDR-Format "Docupy" ausführlich über ihr Coming-Out. Sie habe einen Candystorm bekommen – erzählt aber auch, dass die Zeit zu Beginn ihrer Karriere noch nicht reif gewesen sei "für jemanden, der sich outet, auch vor der Kamera zu stehen".
youtube.com (7-Min-Video)

Ministerpräsident Laschet ermahnt öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu Kostendisziplin.


Unterwegs mit Ihren Gebühren? Öffentlich-rechtliche Sender haben "eine privilegierte Stellung" mit "überdurchschnittlichen Gehältern", mahnt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet im "Spiegel"-Interview. Die Medienlandschaft stehe "insgesamt unter Druck", ganze Lokalzeitungsredaktionen würden geschlossen. Dagegen sei im öffentlich-rechtlichen Rundfunk alles "staatlich garantiert, egal ob es einer schaut oder nicht." Mit Blick auf die "Umweltsau"-Satire erwartet Laschet "auch eine gewisse Verantwortung". Die Ausgaben für Sportlizenzen seien "absurd", dort müssten die Sender "behutsamer und sparsamer" sein. Auch die Honorare für "Moderatoren von Samstagabendshows" erscheinen Laschet "teilweise zu hoch".

Dass die ARD mittels Framing versuchte, das Image aufzupolieren, sei "alles andere als hilfreich". Es dürfe nicht "der Eindruck eines Schönsprechs erzeugt werden". Haltung ersetze nicht Qualität. "Bei denen, die das System prinzipiell ablehnen, hilft nichts mehr", resigniert Laschet. Die öffentlich-rechtlichen Medien berichten "professionell, kompetent und objektiv", lobt der NRW-Ministerpräsident. Mit knapp 400.000 Euro im Jahr verdient Buhrow fast doppelt so viel wie der Ministerpräsident, schreibt der "Spiegel". "Ich neide Tom Buhrow sein Gehalt nicht", gibt sich Laschet gelassen, "jeder Sparkassendirektor" erhalte mehr als ein Ministerpräsident.
"Spiegel" 3/2019, S. 78-79 (Paid)

Zitat: Öffentlich-Rechtliche haben keinen Erfolgsdruck, moniert Armin Laschet.

"Es kann nicht sein, dass Sie in Deutschland alles kritisieren dürfen, vom Papst abwärts – nur nicht die Beiträge des Westdeutschen Rundfunks. "

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet moniert im "Spiegel"-Interview, der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe keinen Erfolgsdruck, deshalb erwarte er, dass Redakteure kritikfähiger sind.
"Spiegel" 3/2020, S. 78 (Vorab), turi2.de (Background)

NRW-Staatskanzlei verteidigt Laschets Kritik an “Umweltsau”-Satire des WDR.

Umweltsau: Die Kritik des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (Foto) an der Satire des WDR war aus Sicht der Staatskanzlei "kein Eingriff der Medienaufsicht", schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Laschet habe mit Tweets gegen die von einem Kinderchor gesungene Satire lediglich sein Recht auf Meinungsäußerung wahrgenommen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Meinung: Umweltsau-Skandal ist völlig unnötig, schreibt Uwe Jean Heuser.

Umweltsau-Skandal hat "etwas Tieftrauriges, weil er so unnötig ist", kommentiert Wirtschafts-Ressortleiter Uwe Jean Heuser (Foto) in der "Zeit". WDR-Intendant Tom Buhrow hätte wissen können, "wie sensibel der Umgang mit Satire" in Zeiten rechter Kritiker ist. Auch die "Attacke" der Redakteure auf Buhrow sei "völlig überzogen". Sich einmal infrage zu stellen, hätte allen Beteiligten enorm geholfen.
"Zeit" 3/2020, S. 20 (Paid)

Intendant Tom Buhrow stellt sich der Kritik von WDR-Redakteuren.

WDR: Intendant Tom Buhrow hat sich vor 700 Mitarbeitern zum "Umweltsau"-Video und der umstrittenen Löschung erklärt. Ein Teilnehmer der nicht-öffentlichen Versammlung sagt dem "Spiegel", Buhrow habe im Prinzip gesagt, dass er wieder so handeln würde. Zugleich habe er die Mitarbeiter ermutigt, dass "alle unbedingt so weitermachen sollten wie bisher", es dürfe und solle weiter experimentiert werden. DWDL berichtet, es sei im Saal "hoch her" gegangen, offen und konstruktiv sei der Dialog ‐ anders als von der Pressestelle dargestellt ‐ nicht gewesen. Unmut kam auf, weil sich Buhrow wegen anderer Termine vorzeitig aus dem Treffen verabschiedet habe.
spiegel.de, dwdl.de, welt.de

Meinung: Das Schicksal von Tom Buhrow entscheidet sich intern.

WDR: Intendant Tom Buhrow ist nach der "Umweltsau"-Debatte angeschlagen, schreibt Thomas Lückerath. Seine Position schwäche jedoch nicht die Kritik von außen, sondern das durch seine vorschnelle Entschuldigung verspielte Vertrauen bei den Mitarbeitern. Mittlerweile gebe es sogar Rücktrittsforderungen. Da ein Rücktritt aber vor allem Applaus von externer, rechter Seite bekommen würde, die ihn als Erfolg für sich verbuchen würde, könnte ironischer Weise ausgerechnet eine weitere Entschuldigung – dieses Mal intern – Buhrow Ruhe verschaffen.
dwdl.de, turi2.de (Background)

“Welt am Sonntag”: WDR engagiert Agentur für Krisenkommunikation.

WDR engagiert vorsorglich die auf Krisenkommunikation spezialisierte Agentur Media 5, die helfen soll, den ab 2021 wohl steigenden Rundfunkbeitrag zu kommunizieren, schreibt die "Welt am Sonntag". Geschäftsführer Andreas Fünfgeld ist Ex-Pressesprecher von RTL2. Wolfram Winter, Ex-Kommunikationschef von Sky, ist als Berater Teil des auf zwei Jahre angelegten Projekts.
"Welt am Sonntag" (Paid)

Umweltsau: Hunderte demonstrieren in Köln für und gegen Öffis.


Demo vor dem Sender: Das Umweltsau-Video des WDR zieht am Samstag mehrere Demos in Köln vor dem Sender-Gebäude nach sich. Hunderte demonstrieren für bzw. gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Unter anderem versammelten sich verschiedene rechte Gruppen sowie eine Gegenkundgebung, an der auch Verdi und der DJV teilgenommen haben. DJV-Chef Frank Überall, auch freier Journalist beim WDR, sagte, die Umweltsau-Satire verletze keine Rechte und müsse deshalb ausgehalten werden – auch von einem Intendanten. Tom Buhrow hat sich für das Video entschuldigt, der WDR hat es gelöscht, die Redakteursvertretung den Schritt in einem internen Schreiben scharf kritisiert.
dwdl.de, bild.de, deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Meinung: Öffentlich-Rechtliche müssen Freie besser vor Hetzkampagnen schützen.

Öffentlich-rechtliche Sender schützen ihre Freien nicht genug vor rechten Angriffen, kritisiert Peter Weissenburger und nennt Richard Gutjahr (Foto) und den BR sowie Danny Hollek und den WDR als aktuellste Beispiele. Die Sender unterschätzten nicht nur "die Geschwindigkeit, in der Hass auf Einzelne niedergehen kann", sondern auch, dass ihre Freien viel angreifbarer seien als Festangestellte. Die Sender seien "nicht auf derartige juristische Projekte" eingestellt.
taz.de, turi2.de (Gutjahr), turi2.de (Hollek)

Umweltsau: WDR-Redakteursrat wirft Tom Buhrow “Verletzung der Rundfunkfreiheit” vor.


Weiter durch's Dorf getrieben: Die Redakteursvertretung des WDR kritisiert Tom Buhrow und das "schlechte Krisenmanagement der Geschäftsleitung" im Hinblick auf das "Umweltsau"-Video, zitiert Stefan Niggemeier aus einem Schreiben aus dem WDR-Intranet. Das Gremium sei irritiert von der "eklatanten Verletzung der inneren Rundfunkfreiheit". "Zeitnah" solle eine außerordentliche Redakteursversammlung einberufen werden.

WDR-Intendant Tom Buhrow meldet sich derweil im "Spiegel"-Interview zu Wort: "Man wird doch noch mal Entschuldigung sagen dürfen, ohne dass einem gleich Zensur vorgeworfen wird." Der WDR habe Hunderte Anrufe von "Seniorinnen und Senioren und deren Enkeln" erhalten. Buhrow kommentiert weiter: "Wir können doch nicht einfach so tun, als ob es nicht zählt, wenn sich ein großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt. Soll ich denen sagen: Sie sitzen einer rechten Instrumentalisierung auf, und Ihre Gefühle sind deshalb irrelevant?"

Buhrow rechtfertigt die Sperre außerdem damit, dass das Video nicht direkt als Satire gekennzeichnet gewesen sei. Niggemeier weist jedoch darauf hin, dass das Lied seinen Ursprung bereits in der WDR5-Sendung "Satire Deluxe" in einer kürzeren Version am 9. November hatte.
uebermedien.de, Spiegel 2/2020 (Paid), spiegel.de (Zusammenfassung), dwdl.de

Zitat: Tom Buhrow will sich ohne Zensur-Vorwurf entschuldigen können.

"Wir wollen weiter unbequem sein. Man wird doch noch mal Entschuldigung sagen dürfen, ohne dass einem gleich Zensur vorgeworfen wird."

WDR-Intendant Tom Buhrow sagt im "Spiegel"-Interview, dass ihm de "Umweltsau"-Debatte "etwas konstruiert" vorkommt. "Eingeschüchterte Redakteure" seien ihm bisher nicht begegnet.
Spiegel 2/2020 (Paid), spiegel.de (Zusammenfassung), dwdl.de

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Wir hatten wirklich Hunderte Seniorinnen und Senioren und deren Enkel am Telefon. Uns war sofort klar, diese Menschen waren nicht Teil einer orchestrierten Sache."

"Wir können doch nicht einfach so tun, als ob es nicht zählt, wenn sich ein großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt. Soll ich denen sagen: Sie sitzen einer rechten Instrumentalisierung auf, und Ihre Gefühle sind deshalb irrelevant?"

"Dass Herr Laschet sich geäußert hat, hat es eher schwieriger gemacht zu reagieren."

"Es politisieren zu wollen, dass Kinder ein Kinderlied singen, finde ich absurd. Kinder spielen im Fernsehen und im Hörfunk überall eine Rolle, auf Spendengalas, bei Weihnachtskonzerten. Ich glaube, selbst auf Wahlplakaten von Politikern."

"Wir haben jede Woche zuhauf Beiträge, die kontrovers sind, die Mächtige kritisieren, die Missstände aufspießen. Da braucht sich niemand Gedanken zu machen. Ich erlebe auch den WDR nicht so, dass hier eingeschüchterte Redakteure herumlaufen."

“Welt”-Chef Ulf Poschardt kritisiert: Einige Milieus treiben ARD und ZDF vor sich her.


Angriff der "Welt"-Macht: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt nimmt die Diskussion um die WDR-Satire und die BR-Kritik von Richard Gutjahr zum Anlass, in einem Kommentar auf Seite 1 die öffentlich-rechtlichen Anstalten scharf zu kritisieren. Poschardt wirft ihnen vor, "einen eher hermetischen Werte- und Wahrnehmungskorridor" zu besitzen, bedingt durch eine "beamtenähnliche Journalistenexistenz" und zu gleichen Verhältnissen, aus denen die Medienschaffenden stammen. In den "Tagesthemen" kommentiere daher "in der Regel ein konformistisches Haltungskollektiv". Applaus komme dafür von "nationalmoralistischen Minderheiten, denen der Umerziehungsimpetus in Sachen Sozialismus, Klimanotstand oder Gendersprache noch nicht weit genug geht". Poschardt diagnostiziert, diese Milieus würden die Sender vor sich hertreiben.

Damit bewegt sich Poschardt nicht weit von der Kritik der AfD und anderer rechtspopulistischer Kräfte, die ARD und ZDF als zu links erachten. Von ihnen will sich der Springer-Mann jedoch nicht vereinbaren lassen. Vielmehr warnt er, dass die vermeintliche Schieflage der Öffentlich-Rechtlichen von der Partei für einen "erwartbar antiliberalen Affekt" genutzt werde. Porschardt fordert daher, dass die Mitte der Gesellschaft definieren solle, wie die Grundversorgung aussehen solle. Er selbst plädiert für eine Wachstumsbremse oder wie er verschärft sagt "Wucherbremse".
welt.de, turi2.de (Background)

Meinung: Bei Hass im Netz hilft Solidarität.

#Umweltsau: Der Streit um die Satire macht sichtbar, dass viele Menschen nicht wissen, wie sie mit Bedrohungen im Netz umgehen sollen, kommentiert "Spiegel"-Autorin Margarete Stokowski. "Bedingungslose Solidarität" und Unterstützung für die vom Hass Betroffenen, auch von Vorgesetzten, wirke bei Hasskommentaren als "eine Art Gegenzauber".
spiegel.de

Der WDR reagiert auf Morddrohungen infolge der “Umweltsau”-Debatte.


Unter aller Umweltsau: Mehrere Mitarbeiter des WDR haben im Rahmen der Diskussionen um die "Umweltsau"-Satire Morddrohungen erhalten, wie der WDR bestätigt. Die Anstalt schreibt auch, sie biete den Betroffenen Personenschutz an. Das gelte auch für freie Mitarbeiter. WDR-Intendant Tom Buhrow sagt: "Wir werden das nicht dulden, ich gehe mit allen juristischen Mitteln dagegen vor." In einer Video-Botschaft zeigt sich Buhrow erschüttert und kommentiert, die Drohungen würden erschreckendes über den Zustand im Land aussagen. "Wir können doch nicht den Scharfmachern und Rechthabern das Feld überlassen", so Buhrow, der ein neues Klima des Miteinanders fordert.

Derweil berichtet Spiegel Online über eine Twitter-Auswertung, die nahelegt, dass die Debatte gezielt von Accounts aus dem rechten Spektrum angeheizt wurde, ehe sie auf reichweitenstarke rechtskonservative Accounts und schließlich die Medien übersprang. Dazu passend kritisiert der DJV-Vorsitzende Frank Überall die Reaktion des WDR auf die Netzkritik: "Tom Buhrow muss sich der Frage stellen, ob er mit seiner eilfertigen redaktionellen Distanzierung für den Beitrag nicht all denen Oberwasser gegeben hat, die nicht auf den Austausch von Argumenten, sondern auf das Mundtotmachen kritischer Journalisten aus sind."

Der DJV ruft zudem den WDR auf, sich aktiv um die Sicherheit eines bedrohten Mitarbeiters zu kümmern, bei dem Anhänger der rechtsextremen Szene vor seinem Haus aufmarschiert sind. Der freie Mitarbeiter wurde zum Ziel von Blogs und Twitterern aus dem rechtsextreme Umfeld, nachdem er getwittert hatte, dass die Großeltern der Video-Kritiker keine Umweltsäue gewesen seien, sondern eine "Nazisau".
sueddeutsche.de (Morddrohungen), spiegel.de (Twitter-Auswertung), twitter.com (Statement Buhrow), turi2.de (Background)

WDR-Satire: Chorleiter weist Vorwurf der Instrumentalisierung zurück.


Fromme Chorknaben? Zeljo Davutovic, Gesamtleiter des WDR-Kinderchors, entschuldigt sich in einem Statement nach dem umstrittenen Satire-Song. Den Kindern sei erklärt worden, dass "mit Überspitzung und Humor" der Generationenkonflikt "aufs Korn" genommen werden sollte. Kinder und Eltern hätten freiwillig an dem Projekt teilgenommen. In dem Satire-Song gehe es nicht um die Oma, "sondern um uns alle. Hier schließe ich mich persönlich ein", erklärt Davutovic. Einige Familien haben sich entschieden, nicht mitzuwirken, sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Das Thema sei während dieser Abfrage "überhaupt nicht hochgekocht".

Die Idee der jahresrückblickenden WDR-Satire sei auf Kinderstimmen konzipiert, "Fridays for Future" sei ebenfalls von Kindern und Jugendlichen organisiert, weshalb Chorleiter Davutovic auch das Projekt der WDR2-Redaktion zugesagt habe. Als Musiker wolle er sich "bei allen entschuldigen, die sich trotz der Einordnung als Satire von uns persönlich angegriffen fühlen." Der Chor habe "in den vergangenen Jahren immer allergrößten Respekt vor Seniorinnen und Senioren gezeigt", beispielsweise bei Auftritten in Seniorenheimen.
(Foto: Screenshot WDR Fernsehen)
welt.de, sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Nach Umweltsau-Satire: Rechte demonstrieren vor der WDR-Zentrale.

#Umweltsau: Rund 100 Personen haben am Sonntag vor der WDR-Zentrale in Köln gegen den Satire-Song demonstriert. Unter den Teilnehmern sollen auch Rechtsextreme mit Verbindungen in die Rocker- und Hooliganszene gewesen sein. Laut Polizeiangaben kam es zu verbalen Konfrontationen zwischen Personen "aus dem offensichtlich eher linken und dem eher rechten Spektrum".
rnd.de

Der WDR reagiert mit einer Sondersendung auf die Debatte zur “Umweltsau”.


Umweltsau durchs Dorf getrieben: Der WDR reagiert am Samstag auf die von seinem Satirevideo "Umweltsau" ausgelöste Diskussion mit einem einstündigen Spezial im Radiosender WDR2. Darin stellt sich WDR2-Programmchef Jochen Rausch (rechts) den Anrufen von Hörern und sagt, sein Sender habe über die Wortwahl und die Frage, ob er Kinder instrumentalisiere, nicht lange genug nachgedacht. "Dafür würde ich mich entschuldigen", so Rausch, der zudem von einem "Fehler" spricht: "Wir haben mit einem sehr großen Hammer auf einen relativ kleinen Nagel gehauen."

Auch WDR-Intendant Tom Buhrow schaltet sich in die Debatte ein und sagt am Telefon: "Das Video war ein Fehler. Ich entschuldige mich ohne Wenn und Aber dafür." Buhrow sagt, dass er aus dem Krankenhaus anruft, wo er seinen Vater besucht, der keine "Umweltsau" sei. Die weiteren Anrufer bilden ein weites Meinungsspektrum ab. Während einige sich empört über den Beitrag zeigen und zum Teil weitere Konsequenzen fordern, gibt es auch Zuspruch von Hörern, die die Empörung nicht nachvollziehen können oder die Löschung des Videos für falsch halten.

WDR2 hatte eine von einem Kinderchor gesungene, umgedichtete Version von "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" auf Facebook gepostet. In der Fassung fährt die Oma unter anderem mit dem SUV und isst Discounterfleisch und sei daher eine "Umweltsau". Nach heftiger Kritik, unter anderem von NRWs Ministerpräsident Armin Laschet entfernte der WDR den Beitrag von seiner Seite. Moderatorin Steffi Neu sagt in der Radio-Sondersendung, der Sender habe über 15.000 Posts mit teils sehr harte Kritik empfangen.
wdr.de (32-Min-Audio), faz.net, rnd.de (Background)

Basta: Der WDR provoziert einen aufgeschreckten Hühnerstall.

Hühnerstall süß-sauer: WDR 2 postet eine Neufassung des Klassikers "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad", in der Kinder das Umweltverhalten ihrer Großmutter besingen und zum Schluss kommen, sie sei "ne alte Umweltsau". Für Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist das ein gefundenes Fressen zum abreagieren. Dem WDR wird der Vorwurf, er habe die Kinder "instrumentalisiert" dennoch zu heiß und erteilt Oma und Kindern in Stall und Internet ein Fahrverbot.
rnd.de, facebook.com (Stellungnahme WDR)

Ulrich Wilhelm: “Europa hat die digitale Souveränität verloren.”


ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm beklagt auf den letzten Metern seiner Amtszeit als ARD-Chef Europas digitale Rückständigkeit. Europa habe seine "digitale Souveränität verloren", sagt er im Interview mit seinem Haussender BR. Die Verbreitung öffentlich-rechtlicher Inhalte bei US-Diensten wie Facebook und YouTube sieht er derzeit als alternativlos. Tagesschau.de etwa erreiche nur ein Drittel seiner Nutzer direkt, die Mehrheit komme über Google und Social Media. Wilhelm fordert eine europäische digitale Plattform. Dazu gäbe es bereits Gespräche mit Sendern in anderen europäischen Ländern.

Im Interview hebt der Intendant auch die Rolle von Allianzen hervor – die "allernatürlichste" sei die Zusammenarbeit von ARD und ZDF. Sie solle im Bereich der Mediatheken noch intensiviert werden. Aber auch unter den Kooperationen mit privaten Anbietern wie Sky, der Telekom oder Discovery zieht er eine positive Bilanz, etwa weil die wachsenden Kosten für Sportrechte so besser zu stemmen seien.

Der ARD-Vorsitz wandert am 1. Januar turnusmäßig nach zwei Jahren vom BR zum WDR.
br.de (11-Min-Audiointerview)

Mehr über Ulrich Wilhelm bei turi2.tv: ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden. (11/2018)

Schauspielerin Friederike Kempter verlässt Liefers und Prahl beim “Tatort Münster”.

Ausermittelt: Schauspielerin Friederike Kempter steigt aus dem "Tatort Münster" aus, schreibt die "Bild". Nach 17 Jahren verlasse sie "aus persönlichen Gründen" die Krimireihe. Die Ermittler aus Münster zählen mit bis zu 15 Mio Zuschauern zum quotenstärksten "Tatort"-Team der ARD. Axel Prahl und Jan Josef Liefers habe Kempter ermutigt, "so lange es allen Spaß mache" weiterzudrehen.

Die letzte Klappe mit Kempter für den Fall "Limbus" fiel bereits, Ausstrahlung soll im Frühjahr 2020 sein. Kempter wurde 2018 erstmals Mutter und wolle sich nach dem "Tatort"-Abschied künftig auf andere Projekte konzentrieren, schreibt die "Bild". Als Ermittlerin Nadeshda Krusenstern gehört sie seit Oktober 2002 zum Münster-Cast.
"Bild". S. 4 (Paid)

Meinung: Das Erste verliert gegen die Dritten Programme den Anschluss.

ARD: Die Verschiebung der Talkshows aus den Dritten ins Erste zeigt die Not, nicht die Tugend, kommentiert Joachim Huber im "Tagesspiegel". Während die Quoten im Ersten schwächeln, werden die Dritten Programme immer stärker. Dies dürfe nicht der Anspruch des Ersten sein. Tom Buhrow (Foto) müsse als künftiger ARD-Vorsitzender die "Verzwergung" aufhalten.
tagesspiegel.de

TV-Tipp: Verwandlungskünstler Olli Dittrich parodiert angeschlagene Promis.

TV-Tipp: Olli Dittrich parodiert in der Persiflage Frust - Das Magazin (Das Erste, 23.45 Uhr) zahlreiche Promis "wie immer beängstigend real und präzise", schreibt Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung". Dittrich widme sich Persönlichkeiten, "für die es schon mal besser gelaufen ist". Neben der Relotius-Affäre sind auch Historienproduktionen Thema.
sueddeutsche.de, presseportal.de

dpa-Umfrage: Redaktionen prüfen Texte seit Relotius-Skandal häufiger.

Redaktionen haben nach dem Relotius-Skandal ihre internen Abläufe und Standards überarbeitet und führen mehr Faktenchecks durch, sagt eine Umfrage der dpa. Bei der "taz" entstand zudem ein "Relotius-Stammtisch" aus Reportern, der WDR arbeitet am Papier "10 Grundsätze zur Glaubwürdigkeit", die "Zeit" prüft monatlich Artikel, die ein Zufallsgenerator auswählt.
rnd.de

Tom Buhrow will als ARD-Chef Gemeinschaftseinrichtungen auf den Prüfstand stellen.

ARD: WDR-Intendant Tom Buhrow sorgt schon vor seinem Amtsantritt als ARD-Vorsitzender mit dem Plan für Furore, alle Gemeinschafts­einrichtungen auf den Prüfstand zu stellen und einige in den Osten zu verlegen, berichtet Kai-Hinrich Renner. Bis Mitte Januar solle jede ARD-Anstalt fünf bis zehn Vorschläge machen. Zu den rund 50 Einrichtungen gehören u.a. ARD Aktuell, die Degeto und der Beitragsservice. Buhrows Kommunikations­team steht bereits und hat 15 Mitglieder, elf mehr als Amtsinhaber Ulrich Wilhelm hat. Ex-Sky-Kommunikationschef Wolfram Winter und der frühere RTL2-Sprecher Andreas Fünfgeld beraten Buhrow.
morgenpost.de (Paid)

Fußball-Kommentator “Manni” Breuckmann feiert Comeback bei Dazn.

Dazn holt den früheren WDR-Radioreporter Manfred "Manni" Breuckmann, 68, für ein einmaliges Gastspiel vors Mikro zurück. Er kommentiert am Freitag die Bundesliga-Partie Schalke 04 gegen Union Berlin ‐ elf Jahre nach seinem Abschied vom WDR Ende 2008. Danach kommentierte Breuckmann beim Fußballradio 90Elf und vertonte die Videospiele Fifa 11 bis 15.
express.de, wz.de via reviersport.de

Ferdos Forudastan leitet Civis Medienstiftung und WDR Europaforum.

WDR holt Ferdos Forudastan, 59, als Chefin der Civis Medienstiftung und Leiterin des WDR Europaforums. Die Stiftung will deutsche und europäische Medien für Migration, Integration und Vielfalt sensibilisieren. Forudastan folgt auf Michael Radix, der in den Ruhestand geht. Sie leitet bisher das Ressort Innenpolitik der "Süddeutschen Zeitung".
presseportal.de, turi2.de (Background)

Kef kritisiert zu hohe Gehälter beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Öffentlich-Rechtliche zahlen überproportionale Gehälter mahnt die Kef an und fordert niedrigere Personalkosten. Die Finanzkommission ließ die Gehälter der Rundfunkanstalten von einer externen Agentur mit anderen Unternehmen vergleichen. Während das Lohnniveau im Vergleich zu privaten Medienunternehmen ähnlich sei, würde die Verwaltung im Vergleich zu sonstigen öffentlichen Verwaltungen überproportional gut bezahlt. Insbesondere bei WDR, NDR, BR, HR und ZDF seit die Vergütung höher.
medienkorrespondenz.de, faz.net

Video-Tipp: Frank Nielebock im TV-Fragebogen.


Ein Vermarkter für alle Fälle: Frank Nielebock hat als Kind keine Folge von "Ein Colt für alle Fälle" verpasst, heute steht er als Geschäftsführer an der Spitze der WDR Mediagroup, dem Vermarkter des größten ARD-Senders im Land. Im TV-Fragebogen, gedreht am Rande der Launchparty zur turi2 edition #9 in Köln, erzählt er, dass bei ihm auch heute noch Krimi-Ware auf den Bildschirm kommt, etwa der "Tel-Aviv-Krimi" im Ersten oder "Nord Nord Mord" vom ZDF. Noch schöner als ein Abend vor dem Fernseher ist für den Berufspendler Nielebock ein Abend mit seiner Frau.
turi2.tv (88-Sek-Video auf YouTube)

Mitarbeiter von BR und WDR streiken.

DJV ruft die Mitarbeiter vom BR und WDR zum Warnstreik auf. Der Bayerische Rundfunk wird am Donnerstag und Freitag ganztägig bestreikt, der WDR ab Freitagmorgen um 4.00 Uhr. Anlass sind die festgefahrenen Tarif-Verhandlungen, die ARD-Anstalten wollen die Gehälter vom öffentlichen Dienst abkoppeln. In den vergangenen Monaten haben ARD-Mitarbeiter mehrfach gestreikt, das vom WDR produzierte "ARD-Morgenmagazin" musste streckenweise aus der Konserve senden.
bjv.de (BR), djv-nrw.de (WDR), turi2.de (Background)

Zitat: Impfen ist die Büchse der Pandora, sagt Maus-Erklärer Christoph Biemann.

"Da trau ich mich nicht ran."

Christoph Biemann, 67, Erfinder und Gesicht der Sachgeschichten in der Sendung mit der Maus, sagt der "Zeit", dass er nicht mit der Nadel in den Impfhaufen pieken wird – er scheut die "komplizierten Eltern" und "vielen Verstrickungen".
"Zeit" 47/2019 (Paid), zeit.de (Vorab), turi2.de (Artikel Kinder-TV in der turi2 edition #9)

weitere Zitate:
"Bei der 'Maus' haben wir eine Art Werkzeugkasten. Humor muss dabei sein, Unterhaltung, eine Geschichte."

"Die Eltern denken: Wenn ich das Kind vor der 'Maus' parke, mache ich nichts falsch, da muss ich kein schlechtes Gewissen haben. Davon profitieren wir."