Meinung: Von der WDR-Spotify-Kooperation profitiert vor allem Spotify.

WDR hat mit der Kooperation mit Spotify beim Maischberger-Podcast Tatsachen für die gesamte ARD geschaffen, von denen vor allem Spotify profitiert, kommentiert Sandro Schroeder. Spotify bekommt für seine Marke die analoge und digitale Reichweite der ARD, die es versäumt hat, selbst eine offene Podcast-Plattform zu etablieren. Die Kooperation wirke "wie ein verzweifeltes Nachsteuern" und sei "keine gute Strategie".
uebermedien.de, turi2.de (Background)

TV-Talk “Hirschhausens Sprechstunde” bekommt einen Radio-Ableger bei WDR 4.

WDR bringt "Hirschhausens Sprechstunde" ins Radio: Ab dem 23.11. gibt TV-Arzt Eckart von Hirschhausen bei WDR 4 jeden Montag um 9.25 Uhr fünfminütige Impulse für einen gesunden Lebensstil und erklärt Zusammenhänge zwischen persönlicher Gesundheit und Veränderungen der Umwelt. Im WDR Fernsehen laufen sechs neue Ausgaben der gleichnamigen TV-Talkshow ab dem 4. Januar 2021.
presseportal.de

Der WDR kooperiert beim Maischberger-Podcast künftig mit Spotify.


Podcast becomes the Radio-Star: Der WDR kooperiert künftig mit Spotify und sichert sich so die Rechte am Sandra Maischberger Podcast. Laut WDR planen einige Landesrundfunkanstalten, die Gespräche des Podcasts im Radio auszustrahlen. Damit werde "weltweit erstmals eine Audio-Kooperation mit Spotify auch im Radio zu hören sein." Bereits jetzt gibt es die Folgen des Formats auch in der ARD-Audiothek. Schiwa Schlei, Leiterin ARD Partnermanagement Audio, sagt: "Uns ist es wichtig, ARD-Personalities über alle Mediengattungen und Plattformen hinweg als ARD Köpfe und Stimmen zu positionieren."

Der Sandra Maischberger Podcast erscheint seit Mitte September, bislang exklusiv bei Spotify. In den jeweils rund einstündigen Folgen spricht die Journalistin mit jeweils einem Gast über gesellschaftliche wie private Themen. Gäste waren bereits unter anderem Gesundheitsminister Jens Spahn, Unternehmer Dirk Roßmann und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal. (Foto: Jens Krick / Geusker-Fotopress / Picture Alliance)
presseportal.de, turi2.de (Background)

ARD-Chef Tom Buhrow kann sich Mediathek mit dem ZDF vorstellen.


Vernunfthochzeit: WDR-Intendant Tom Buhrow liebäugelt mit einer gemeinsamen Mediathek aller öffentlich-rechtlichen Sender. Im Gespräch mit DWDL-Chefreporter Torsten Zarges bei den Medientagen München sagt der amtierende ARD-Vorsitzende auf die Zuschauerfrage nach einer "Übermediathek": "Ich finde, das ist der Zug der Zeit." Buhrow spricht von einer "Kernfrage", die aber medienpolitisch heikel sei. In Richtung ZDF sagt er: "Ich kann verstehen, wenn unsere öffentlich-rechtliche Schwesteranstalt aus Mainz da im Augenblick einen Wettbewerbsvorteil sieht." Das ZDF habe seine Mediathek früher ausgerichtet und modernisiert. "Ich würde sagen, jetzt sind wir gleichauf", so Buhrow. Wichtig sei dabei, dass die "Konturen der beiden Systeme" weiterhin sichtbar blieben.

Wenn die Öffentlich-Rechtlichen "international wettbewerbsfähig bleiben wollen, ist das etwas, was man im Blick haben muss", sagt Buhrow. Er habe den Eindruck, dass auch die Politik das verstanden habe. Bereits seit Ende März bieten die Mediatheken von ARD und ZDF einen gemeinsamen Login. Nutzer*innen müssen sich nur einmal registrieren und können die gleichen Zugangsdaten für personalisierte Angebote in beiden Mediatheken nutzen. (Foto: WDR/Annika Fußwinkel)
dwdl.de, wuv.de

WDR produziert nach Serien-Challenge einfach beide Kandidaten.

WDR produziert beide Kurzserien, über die der Sender sein Publikum seit Anfang Oktober hatte abstimmen lassen. 24.000 Stimmen sind laut WDR zusammen­gekommen. Saubere Sache über ein Rätsel im Wasch­salon wollten 56,4 % der Wähler*innen sehen, Muspilli über das erste Date einer bipolaren Frau und eines Ver­schwörungsideologen 43,6 %. Beide Serien sollen 2021 anlaufen.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Iris Berben erinnert sich an wilde Zeiten mit Klaus Lemke.

Lese-Tipp: Iris Berben erinnert sich in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" an wilde Zeiten mit Regisseur Klaus Lemke, der heute 80 wird. Berben schreibt u.a. über ihre "kurze Affäre mit Klaus" sowie über den Dreh von Brandstifter - ein Film, für den der WDR "in einem Anfall von Mut" Geld locker machte. Lemke wechselte wegen Berben schonmal die Gehsteigseite, Berben las Lemke auf der Straße auf, als er "so zu war, dass man ihn in Sicherheit bringen musste".
sueddeutsche.de (Paid)

Satiriker Herbert Feuerstein, 83, ist tot.


Kleiner Mann ganz groß: Autor und Satiriker Herbert Feuerstein, 83, ist tot. Er ist am heutigen Mittwoch in Erftstadt gestorben, teilt der WDR mit. Feuerstein, geboren 1937 in Zell am See in Österreich, war von 1971 bis 1992 mehr als 20 Jahre lang Chef­redakteur der deutschen Ausgabe des US-Satire­magazins Mad. Anfang der 1980er Jahre kam er als Gag-Autor zum WDR. Bekannt wurde Feuerstein an der Seite von Harald Schmidt im Rateteam der WDR-Spielshow Pssst... sowie durch die von ihm erfundene Blödel-Sendung Schmidteinander - wieder gemeinsam mit Schmidt. "Es war Abneigung auf den ersten Blick", sagte Feuerstein immer wieder - "und damit die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit".

Nach dem Ende von "Schmidteinander" 1994 konnte Feuerstein zunehmend eigenes Profil entwickeln: In einem Film-Special der "Lindenstraße" spielte er den Entführer von Mutter Beimer, im WDR Fernsehen moderierte er 1997 und 1998 zweimal die 12-stündige Live-Sendung "Feuersteins Nacht". 2014 kündiget er den Rückzug aus dem Fernsehen und von der Bühne an - um sich im selben Jahr mit einer seiner Autobiografie Die neun Leben des Herrn F. und zahlreichen Lesungen zurück zu melden. Der WDR zeigt anlässlich von Feuersteins Tod heute Abend um 22.15 Uhr den Film Herr Feuerstein schreibt seinen Nachruf. Und lebt noch 2091 Tage. (Foto: WDR)
wdr.de, presseportal.de, dwdl.de, youtube.com (43-Min-Video, Best of "Schmidteinander")

WDR lässt Publikum über Kurzserien-Produktion abstimmen.

Challenge accepted: Der WDR lässt sein Publikum bis 19. Oktober darüber abstimmen, welche von zwei Kurz­serien der Sender als ganze Staffel produzieren soll. Zur Wahl stehen die jeweils ersten Folgen von Saubere Sache über ein Rätsel im Wasch­salon und Muspilli über das erste Date einer bipolaren Frau und eines Ver­schwörungs­theoretikers. Anlass der Aktion ist das Film Festival Cologne.
wdr.de (Videos und Abstimmung), presseportal.de (PM)

WDR wehrt sich gegen rechte “Verleumdungs­kampagne”.


Unter fremder Flagge: Der WDR wehrt sich gegen den Vorwurf, zwei Mitarbeiter hätten zu einer "Querdenken"-Demo Reichsflaggen mitgebracht, um "bessere" Bilder zu erzeugen. Diesen Eindruck erweckt ein inzwischen gelöschtes Twitter-Video. In dem Tweet wurde behauptet, es handle sich um zwei langjährige WDR-Mitarbeiter, auch ihre Namen wurden genannt. Der WDR sagt, er habe "keine Kenntnis darüber, wer die Personen in dem Video sind" und spricht von einer "Verleumdungs­kampagne".

Eine Social-Media-Analyse hat ergeben, dass sowohl der Twitter-Account, der das Video originär veröffentlicht hat, als auch die Accounts, die den Tweet weiterverbreitet haben, häufig rassistische, rechte und verschwörungsideologische Inhalte teilen. Inzwischen habe sich bei einem Blog, das das Video verbreitet hat, einer der gezeigten Männer gemeldet, der kein WDR-Mitarbeiter ist. Bei besagter Demo war zur Recherche ein Reporter der "Lokalzeit Köln" vor Ort, er habe jedoch nicht aktuell berichtet.
wdr.de via dwdl.de

WDR: Kürzungen bei Geschichtssendungen sorgen für Honorar-Einbußen bei Autor*innen.

WDR: Die Absetzung der Geschichtssendung "Stichtag" bei WDR 2 und die ausbleibenden Übernahme-Honorare des Formats "Zeitzeichen" durch den NDR sorgen bei den Autor*innen der Sendung für Einnahme-Ausfälle von zum Teil fast 50 %, erfährt turi2. Der WDR bestätigt das Ausbleiben eines Teils der Honorare auf Nachfrage, nennt aber keine konkreten Zahlen. Der Sender prüfe "derzeit verschiedene Optionen, um die Einnahmeausfälle zum Teil aufzufangen".
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background)

Medienschaffende fordern, WDR-Sendungen “Stichtag” und “Zeitzeichen” zu erhalten.


Zeichen für Geschichte: Kai Diekmann, Günther Jauch, Alice Schwarzer und andere teils prominente Medienschaffende, Schauspieler*innen, Historiker*innen und Politiker*innen wenden sich mit einer Anzeige im "Kölner Stadtanzeiger" an den WDR-Intendanten Tom Buhrow und dessen Kollegin Valerie Weber, NRW-Programmdirektorin für Wissen und Kultur. In dem offenen Brief stellen sich die mehr als 100 Unterzeichner*innen hinter die Geschichtssendungen Stichtag und Zeitzeichen und fordern den Sender zu deren Erhalt auf. Als "Leuchttürme des öffentlich-rechtlichen Radios", heißt es in dem Brief, wirkten beide Formate in Zeiten von Fake News als "akustische Wegmarken" gegen Geschichtsvergessenheit, auch bei einem jungen Publikum.

Der WDR will bei der Reform seiner Hörfunkwellen an Geschichts­inhalten sparen. Das Aus für den "Stichtag" auf WDR 2, in dem täglich ein Ereignis aus der Vergangenheit in vier Minuten beleuchtet wird, steht bereits fest. Das deutlich ältere "Zeitzeichen" soll dagegen laut WDR im Programm bleiben. Für die Unterzeichner*innen ist dieses Bekenntnis nicht genug: So sei auch das "Zeitzeichen" gefährdet, die Sendung stehe "finanziell auf schwachen Beinen". Weil beide Formate bisher von einer Redaktion produziert werden, leide eines, wenn das andere wegfalle. "Das ist der Anfang vom schleichenden Ende des Zeitzeichens", so die Befürchtung.

Der frühere "Bild"-Chef Diekmann hat turi2 auf die Initiative aufmerksam gemacht. Eine Nachfrage, inwieweit Diekmanns Agentur Storymachine in die Aktion involviert ist, ließ er bisher unbeantwortet.
per Mail, ksta.de (Paid), turi2.de (Background)

Update: Laut Horst Kläuser, Mit-Initiator und Unterzeichner des offenen Briefes, ist Storymachine "in keiner Form" an der Aktion beteiligt.

WDR testet, ob Filme mithilfe von KI akustisch verständlicher werden.

Hör mal, wer da spricht: Der WDR checkt per Audio-Test, wie gut sein Publikum Filme akustisch versteht. In der so­genannten "Dialog+"-Version von WDR und Fraunhofer Institut sollen Sprecher*innen gegenüber der Musik deutlicher zu hören sein als im Original. Eine Künstliche Intelligenz optimiert den Ton. Der WDR will "Dialog+" als eigenen Audiokanal für einzelne Sendungen anbieten.
wdr.de (Audio-Test) via sueddeutsche.de

WDR-Podcast “0630” ordnet die Morgen-Newslage für Menschen um die 30 ein.

WDR startet den morgendlichen Nachrichten-Podcast 0630. Im Wechsel ordnen Lisa Bertram und Robert Meyer bzw. Carolin Bredendiek und Jan Koch in 15 Minuten Nachrichten ein und erklären sie. Der Podcast richtet sich an Menschen "um die 30" und soll in unterhaltsamer Form informieren, "ohne zu überfordern".
presseportal.de, ardaudiothek.de (erste Ausgabe, 18-Min-Audio)

FinCEN-Files: Deutsche Bank und Co versagen im Kampf gegen Geldwäsche.


Geld-Erklärungsnot: Mafiagruppen und andere Verbrecher*innen sollen über Großbanken wie die Deutsche Bank weltweit Geld gewaschen haben, zitieren der NDR, der WDR und die "Süddeutsche Zeitung" aus geleakten Unterlagen des US-Finanzministeriums. Die Banken seien "nachlässig", die Behörden "überfordert". Über die Deutsche Bank und weitere sollen eine russische Mafiagruppe und ein Helfer von Terrorgruppen Mio gewaschen haben – in großem Umfang, lange und durch das Versagen der Sicherheitssysteme. Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank, sei mitverantwortlich, dass die Verbrecher*innen die Bank so lange nutzen konnten. Er und seine Abteilung untersuchten die Vorgänge 2014 und gaben grünes Licht. Die Deutsche Bank bestreitet, dass Sewing direkt oder indirekt an der Prüfung beteiligt war.

Die Unterlagen wurden Buzzfeed News zugespielt, die Redaktion hat sie mit dem International Consortium of Investigative Journalists geteilt. In Deutschland haben die "Süddeutsche Zeitung", NDR, WDR und der deutsche BuzzFeed-Ableger die Daten ausgewertet und veröffentlichen die Ergebnisse als FinCEN-Files. Grundlage der Recherche sind über 2.100 Berichte aus den Jahren 2000 bis 2017: Banken haben der US-Kontrollbehörde Financial Crimes Enforcement Network darin verdächtige Transaktionen von insgesamt mehr als zwei Bio Dollar gemeldet. Verdächtige Überweisungen müssen laut US-Recht eigentlich binnen 30 tagen gemeldet werden – die Großbanken brauchen aber teilweise Jahre. Das Geld, das gewaschen werden soll, stammt zum Beispiel aus Waffen- und Drogenhandel.
sueddeutsche.de, tagesschau.de (Zusammenfassung), buzzfeed.com, projekte.sueddeutsche.de (FinCEN-Files), icij.org (Rechercheergbenisse bei ICIJ)

Lese-Tipp: Kritiker kämpft gegen gegenderte Sprache.

Lese-Tipp: Walter Krämer protestiert in zahlreichen Briefen an Rundfunk- und Fernseh-Räte gegen gegenderte Sprache bei ARD und ZDF, berichtet Anne Fromm. Krämer sieht durch sie Männer benachteiligt. Einerseits, weil bei negativen Bezeichnungen wie "Diebe" seltener gegendert werde, andererseits, weil die Sprechpause häufig nicht zu hören sein und so nur die weibliche Form wahrnehmbar. Die jeweiligen Räte antworten unterschiedlich. Während das ZDF antwortet, seine Praxis nicht ändern zu wollen, gibt der WDR Krämer zum Teil recht und will Gendern in Nachrichtensendungen untersagen.
uebermedien.de

Zitat: WDR-Chef Tom Buhrow sieht “Haltung” in Redaktionen skeptisch.

"Ich habe das als gelernter Nachrichtenmann immer ein wenig als Feigenblatt empfunden – als Mittel, die Meinung durch die Hintertür in die Berichterstattung zu führen."

WDR-Chef Tom Buhrow reagiert empfindlich auf den Begriff "Haltung", sagt er der "FAZ". Meinung sei im Journalismus zwar erlaubt und wichtig, müsse aber deutlich als solche gekennzeichnet sein.
"FAZ" S. 15 (Paid)

Wir graturilieren: Jörg Schönenborn wird 56.

Wir graturilieren: WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn wird heute 56 und feiert dank guter Wetteraussichten mit der Familie und ein paar Freunden im Freien. "Aber nur so viele, dass wir im Garten gut Abstand halten können", versichert Schönenborn. Im abgelaufenen Jahr habe ihn der wachsende Zuspruch der Zuschauer*innen gefreut – beim jüngeren Publikum sei das Interesse so groß "wie nie zuvor". Zudem sei das WDR-Team in der Pandemie "über sich hinausgewachsen".

Im neuen Lebensjahr blickt Schönenborn positiv auf die Serienoffensive der ARD-Mediathek: "Eine solche Vielfalt und so viele gute Serien hatten wir noch nie", sagt er. Vor dem Binge-Watching sind am heutigen Ehrentag aber noch Gratulationen auf allen Wegen willkommen: "Einfach mal ausprobieren – ich freue mich über jeden kreativen Versuch", so Schönenborn.

WDR-Studioleiterin freut sich über angepasste Geburtsurkunde.

Jetzt offiziell: Georgine Kellermann, Studioleiterin beim WDR in Essen, hat ihre Geburtsurkunde anpassen lassen, teilt sie auf Twitter mit. Bereits im vergangenen Jahr hatte Kellermann ihr Coming-out als trans Frau. Mit dem Schritt in die Öffentlichkeit will sie Menschen, "die in der gleichen Situation sind", Mut machen.
rnd.de, wdr.de, twitter.com



Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus

Hör-Tipp: TikTok-Nutzer*innen fürchten fehlende Impulse bei US-Aus.

Hör-Tipp: TikTok ist für viele Jugendliche inzwischen die wichtigste App, analysiert das WDR5-Medienmagazin. Junge Nutzer*innen fürchten bei einem Verbot in den USA fehlende Impulse für die eigene Nutzung. Die App ist zwar erst ab 13 Jahren zugelassen, wird aber häufig schon im Grundschulalter genutzt. Expert*innen raten Eltern zu "gelassener Skepsis".
podcasts.google.com (11-Min-Audio)

Tom Buhrow ist bei den öffentlich-rechtlichen Sendern der Spitzenverdiener.

Unterwegs mit Ihren Gebühren: Die ARD hat die Gehälter ihrer Führungskräfte veröffentlicht. Spitzen­verdiener ist mit einem Jahresgehalt von 395.000 Euro Tom Buhrow, WDR-Intendant und derzeitiger ARD-Vorsitzender. Auf Platz 2 folgt BR-Chef Ulrich Wilhelm mit 388.000 Euro. Ärmster Intendant ist SR-Chef Thomas Kleist, der auf nur 245.000 Euro kommt.
faz.net, ard.de (Gehaltsliste)

Medienkorrespondenz: ARD will Polit-Talk-Verträge bis 2023 verlängern.

ARD will die Verträge mit den Polit-Talkshows von Anne Will, Frank Plasberg und Sandra Maischberger um weitere drei Jahre bis Ende 2023 verlängern, schreibt Medienkorrespondenz.de. Der WDR würde gern mehr Ausgaben beauftragen, die anderen ARD-Anstalten unterstützten das aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht. Dass Will, Plasberg und Maischberger die Sendungen mit ihren eigenen Firmen produzieren, sei ein Vorteil, weil so bei den Sendern selbst kein Redaktionspersonal dauerhaft angestellt werden müsse.
medienkorrespondenz.de

Hör-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim erzählt die Geschichte hinter ihrem “Tagesthemen”-Auftritt.

Hör-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim tritt im "Alles gesagt"-Podcast der "Zeit" an und erzählt in knapp vier Stunden u.a. die Geschichte hinter ihrem "Tagesthemen"-Kommentar im April. Sie habe schon vorher ihren "Hut in den Ring" geworfen und eine Liste mit Herzensthemen eingereicht. Außerdem spricht sie über Alltagsrassismus, YouTube-Inszenierungen und ihren durch Corona veränderten Blick auf die Wissenschafts-Kommunikation. Mit Corona habe sie gelernt, dass es auch Wissenschaftler*innen gibt, die sich gerne selbst in Talkshows sehen und das Spiel mit der Zuspitzung mitspielen.
zeit.de (mit 4-Std-Audio)

Aus dem turi2-Archiv: Berufe mit Zukunft von A-Z: W wie Welterklärerin – Mai Thi Nguyen-Kim (Juli 2019).

Zitat: “Spiegel”-Journalist sieht bei Scheuer “taktisches Verhältnis zur Wahrheit”.

"Das ist das, was ich als taktisches Verhältnis zur Wahrheit bezeichnen würde, und das ist der eigentliche Skandal, der sich hinter diesen Akten verbirgt."

Investigativ-Journalist Gerald Traufetter vom "Spiegel" spricht im Medienmagazin "Zapp" über den zweifelhaften Umgang des PR-Teams von Verkehrsminister Andreas Scheuer mit kritischen Medienanfragen.
ndr.de (5-Min-Video), turi2.de (Background)

Wir graturilieren: Gaby Rath wird 51.


Wir graturilieren: Gaby Rath, Leiterin der Kommunikation beim WDR-Vermarkter WDR mediagroup, wird 51. Ihren Geburtstag feiert sie "im kleinen Kreis" zusammen mit der Familie. Dabei hofft sie auf die passenden, äußeren Bedingungen: "Wenn ich Glück habe, spielt das Wetter mit und wir machen eine sonnige, längere Wandertour inklusive Picknick in der Natur."

Das Beste am abgelaufenen Jahr seien "Werte wie Dankbarkeit, Wertschätzung, Empathie und Zusammenhalt" gewesen, die "coronabedingt plötzlich eine größere Rolle" spielen. Auch Kommunikation habe "in jeder Hinsicht nochmal einen ganz neuen Stellenwert bekommen".

Für das neue Jahr wünscht sie sich "Umarmungen statt Abstand, Begegnungen statt Video-Calls und auch mal wieder ein Geburtstags-Kaffeekränzchen im Büro". Glückwünsche sind unter anderem via Linked-in oder E-Mail willkommen.

Der WDR gerät für mögliche Schleichwerbung in die Kritik.

Schleichwerbung? Die WDR-Reisesendung "Wunderschön" fällt Ende Mai mit einer Folge auf, in der wiederholt die Marke Mercedes präsentiert wird, schreibt Marvin Oppong. Besonders pikant: Der WDR hat für die Folge auch auf Material einer Agentur zurückgegriffen und ließ sich von ihr mindestens eine Gesprächspartnerin vermitteln, die Sportveranstaltungen mit Mercedes als Sponsor organisiert und zudem für den in der Folge präsentierten Smart-Verleih tätig war.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Interne Mails: PR-Team von Andreas Scheuer torpediert kritische Medienanfragen.


Bescheuertes Spiel: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und sein PR-Team haben offenbar gezielt Anfragen kritischer Journalisten konterkariert, um die Berichterstattung zu ihren Gunsten zu drehen, berichten NDR und WDR. Den Sendern liegen Dokumente und Mails vor, die Scheuers Ministerium an den Untersuchungsausschuss zur Maut-Affäre übersandt hat. Auf einen Fragen-Katalog des "Spiegel"-Redakteurs Gerald Traufetter etwa schlägt der Leiter für Strategisches Medien­management in einer Mail an Scheuer vor, die Antworten "schon heute" an einen anderen Journalisten zu senden, "um die morgige Vorabmeldung des 'Spiegel' zu torpedieren." Scheuers Reaktion: "Vorgehen top", der "Plan" sei "super". Ein ranghoher Beamter im Ministerium rät: "Wir sollten medial dagegen arbeiten und morgen weitere Unterlagen veröffentlichen." Der PR-Coup geht auf: Noch vor der "Spiegel"-Veröffentlichung kündigt Scheuer an, dem Untersuchungsausschuss 30 weitere Aktenordner zur Verfügung zu stellen.

DJV-Sprecher Hendrik Zörner wirft Scheuer "Medienmanipulation" vor. Medienjournalist Daniel Bouhs kommentiert, der Vorgang zeige, "wie schäbig PR-Profis mitunter mit recherchierenden Medien umgehen". Der Sprecher des Verkehrsministeriums, Wolfgang Ainetter, spricht von einem "Fehler" und entschuldigte sich für die "Wortwahl". Bei bis zu 200 Medienanfragen pro Tag könne es in der internen Kommunikation "mitunter zu unglücklichen Formulierungen kommen". (Foto: imago images / Future Image)
tagesschau.de, ndr.de (Kommentar Bouhs)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Minister Andreas Scheuer erklärt seine Kommunikation: Neuigkeiten-Zimmer und Instagram Live (10/2018)

BR, NDR und WDR finden Tausende Hass-Posts in geschlossenen Facebook-Gruppen.

Facebook-LogoFacebook geht nicht konsequent genug gegen rechte Hetze auf seiner Plattform vor, berichten BR, NDR und WDR. Reporter*innen der Sender haben 2,6 Mio Posts und Kommentare aus 138 meist geschlossenen rechten Facebook-Gruppen erfasst und analysiert. In den Daten fanden sie mehr als 10.000 schwere Beleidigungen, viele davon rassistischer Art, und weit mehr als Tausend mutmaßlich rechtswidrige Inhalte, darunter Aufrufe zur Vergewaltigung, SS-Runen oder antisemitische Hass-Propaganda.
tagesschau.de

Die ARD will sportschau.de ausbauen.

Sportschau.de soll ausgebaut werden, berichtet Volker Nünning. Der innerhalb der ARD für das Angebot zuständige WDR plant, mehr Geld und Personal für das Angebot zu binden und es zu einen der fünf maßgeblichen Plattformen der ARD auszubauen. Zudem soll die Seite künftig insbesondere auf mobile Geräte ausgerichtet sein. Unklar ist bislang noch, ob die Seite dafür erneut den sogenannten Drei-Stufen-Test durchlaufen muss.
medienkorrespondenz.de

Stream-Tipp: WDR Mediagroup diskutiert Kundenaktivierung durch Radiowerbung.

Stream-Tipp: Die WDR Mediagroup diskutiert in ihrem Live-Talk-Format "Radio goes on" ab 12.00 Uhr, wie der Handel Radiowerbung nutzen kann, um Kund*innen zu aktivieren. Tobias Lammert, Geschäfts­bereichs­leiter Marketing & Vertrieb des WDR-Vermarkters, spricht darüber mit Handels-Expertin Eva Stüber vom IFH Köln.
youtube.com (Live-Diskussion ab 12.00 Uhr)

Klick-Tipp: Der WDR gibt Zeitzeugen des 2. Weltkriegs das Wort in einer AR-App.

Klick-Tipp: Der WDR erweitert seine Augmented-Reality-App WDR AR 1933-1945 um ein weiteres Kapitel. In "Mit 18 an die Front" erzählen Zeitzeugen, wie sie in den 2. Weltkrieg berufen wurden. Die App ist u.a. für den Schulgebrauch gedacht und zeigt die Protagonisten in der eigenen Umgebung. Bisher erschienen bereits die Kapitel "Kriegskinder" und "Meine Freundin Anne Frank".
wdr.de, presseportal.de

NDR kickt “Zeitzeichen”, um 145.000 Euro pro Jahr zu sparen.

NDR-Hörfunkdirektorin Katja Marx spricht über das Aus der WDR-Sendung Zeitzeichen im linearen NDR-Radioprogramm: 145.000 Euro pro Jahr zahle der NDR dem WDR jedes Jahr, "um eine Sendung im Abendprogramm zu wiederholen, die schon seit dem jeweiligen Morgen als Podcast in der ARD-Audiothek für alle frei verfügbar ist". Laut Marx sei das "nicht mehr zeitgemäß". Der NDR will in den nächsten Jahren 300 Mio Euro einsparen.
rnd.de, turi2.de (Background)

Recherche-Verbund: Bei staatlichen Corona-Hilfen mangelt es an Kontrollen.

Corona-Hilfsgelder: Bei Förderanträgen kommt es vermehrt zu Missbrauchsversuchen, berichten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Betrüger*innen hätten es leicht, weil Formulare in einigen Fällen weder Steuer- noch Personal­ausweis­nummer abfragten. In manchen Bundesländern laufen Ermittlungen. Nach NRW hat auch Sachsen seine Auszahlungen gestoppt.
sueddeutsche.de, tagesschau.de, spiegel.de (Sachsen), turi2.de (Background)

Meinung: Das Ende der “Lindenstraße” ist eine Erlösung.

Lindenstraße war jahrelang eine "feste Institution" im deutschen Fernsehen, schreibt Hans Hoff bei DWDL in einem Nachruf anlässlich der letzten Folge, die am Sonntag ausgestrahlt wird. Das Konzept habe sich überlebt, die Absetzung sei eine Erlösung. Heute wirke die "Lindenstraße" wie "ein entfernter Verwandter, den man zu schätzen vorgibt, von dem man aber lieber eine Weile nichts hört".
dwdl.de

Corona-Krise: Medienmagazin “Zapp” pausiert beim NDR.

Corona-Pandemie: Die dritten Programme der ARD streichen zeitweise Formate aus dem Programm, schreibt Kai-Hinrich Renner in der "Berliner Zeitung". Betroffen ist u.a. das Medienmagazin "Zapp" vom NDR sowie beim WDR die Comedy "Dittsche" mit Olli Dittrich - der Drehort, ein Hamburger Imbiss, ist geschlossen. Der RBB will "Kräfte schonen" und nimmt bis zum 28. März sieben Formate aus dem Programm, u.a. das "Heimatjournal" und die Satiresendung "Abendshow".
berliner-zeitung.de

Corona: ARD berät, die dritten Programme zu bündeln.

ARD berät, die Arbeit der dritten Programme zu bündeln, zitiert Daniel Bouhs aus der Online-Pressekonferenz von WDR-Intendant Tom Buhrow und ARD-Programmchef Volker Herres. Täglich wäre ein "ARD extra" nach der "Tagesschau" denkbar, um Informationen in Dichte liefern zu können. Wochenweise könnte dafür eine Rundfunkanstalt zuständig sein. Pläne, Hörfunkwellen zusammenzulegen, gebe es noch nicht.
twitter.com/daniel_bouhs, dwdl.de

Urteil: Krankheitstage von WDR-Freien zählen für Urlaubsgeld ab dem ersten Tag.

WDR muss bei der Berechnung des Urlaubs­geldes für freie Mitarbeiter*innen Krankheitstage ab dem ersten Tag anrechnen, urteilt das Arbeits­gericht Köln. DJV und Verdi hatten geklagt, weil der WDR die Ansicht vertritt, erst Zeiten ab durchgehend drei Wochen anrechnen zu müssen. Die Zahl der Arbeitstage im Jahr ist relevant für die Höhe des Urlaubsgeldes.
djv-nrw.de

Tom Buhrow begründet großes Kommunikationsteam mit erklärungsbedürftiger Beitragserhöhung.

Erklärungsbedürftig: ARD-Vorsitzender Tom Buhrow erklärt im Deutschlandfunk, warum sein Kommunikationsteam so viel größer ist als das seines Vorgängers Ulrich Wilhelm. 2020 sei ein "Beitragsjahr", in dem über die Höhe des Rundfunkbeitrags entschieden wird, was "eine besondere Kraftanstrengung" erfordere. Selbst bei einer Erhöhung werde die ARD wohl nicht darum herumkommen, "auch im Programm Anpassungen vorzunehmen". Es stünden noch "viele, auch schmerzhafte" Diskussionen an.
deutschlandfunk.de (Text und 10-Min-Audio), turi2.de (Background)

Wolfram Winter und Andreas Fünfgeld stoßen als ARD-Krisenberater intern auf Kritik.

ARD-Vorsitzender Tom Buhrow hat für 580.000 Euro Ex-Sky-Kommunikator Wolfram Winter (Foto) und Ex-RTL2-Sprecher Andreas Fünfgeld als Krisenberater engagiert - zusätzlich zu seinem bereits 15-köpfigen Kommunikationsteam. Für die beiden Externen aus München stehe in Köln aber "kaum jemand Spalier", schreibt Lisa Priller-Gebhardt und hört aus ARD-Kreisen: "Wir brauchen hier keine Unternehmensberater". Winter und Fünfgeld sehen ihre Aufgabe daher auch in der internen Kommunikation, sie wollen die ARD auf "reformwillig und reformfähig" trimmen.
"Süddeutsche Zeitung" S. 31 (Paid), turi2.de (Background)