FinCEN-Files: Deutsche Bank und Co versagen im Kampf gegen Geldwäsche.


Geld-Erklärungsnot: Mafiagruppen und andere Verbrecher*innen sollen über Großbanken wie die Deutsche Bank weltweit Geld gewaschen haben, zitieren der NDR, der WDR und die "Süddeutsche Zeitung" aus geleakten Unterlagen des US-Finanzministeriums. Die Banken seien "nachlässig", die Behörden "überfordert". Über die Deutsche Bank und weitere sollen eine russische Mafiagruppe und ein Helfer von Terrorgruppen Mio gewaschen haben – in großem Umfang, lange und durch das Versagen der Sicherheitssysteme. Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank, sei mitverantwortlich, dass die Verbrecher*innen die Bank so lange nutzen konnten. Er und seine Abteilung untersuchten die Vorgänge 2014 und gaben grünes Licht. Die Deutsche Bank bestreitet, dass Sewing direkt oder indirekt an der Prüfung beteiligt war.

Die Unterlagen wurden Buzzfeed News zugespielt, die Redaktion hat sie mit dem International Consortium of Investigative Journalists geteilt. In Deutschland haben die "Süddeutsche Zeitung", NDR, WDR und der deutsche BuzzFeed-Ableger die Daten ausgewertet und veröffentlichen die Ergebnisse als FinCEN-Files. Grundlage der Recherche sind über 2.100 Berichte aus den Jahren 2000 bis 2017: Banken haben der US-Kontrollbehörde Financial Crimes Enforcement Network darin verdächtige Transaktionen von insgesamt mehr als zwei Bio Dollar gemeldet. Verdächtige Überweisungen müssen laut US-Recht eigentlich binnen 30 tagen gemeldet werden – die Großbanken brauchen aber teilweise Jahre. Das Geld, das gewaschen werden soll, stammt zum Beispiel aus Waffen- und Drogenhandel.
sueddeutsche.de, tagesschau.de (Zusammenfassung), buzzfeed.com, projekte.sueddeutsche.de (FinCEN-Files), icij.org (Rechercheergbenisse bei ICIJ)

Lese-Tipp: Kritiker kämpft gegen gegenderte Sprache.

Lese-Tipp: Walter Krämer protestiert in zahlreichen Briefen an Rundfunk- und Fernseh-Räte gegen gegenderte Sprache bei ARD und ZDF, berichtet Anne Fromm. Krämer sieht durch sie Männer benachteiligt. Einerseits, weil bei negativen Bezeichnungen wie "Diebe" seltener gegendert werde, andererseits, weil die Sprechpause häufig nicht zu hören sein und so nur die weibliche Form wahrnehmbar. Die jeweiligen Räte antworten unterschiedlich. Während das ZDF antwortet, seine Praxis nicht ändern zu wollen, gibt der WDR Krämer zum Teil recht und will Gendern in Nachrichtensendungen untersagen.
uebermedien.de

Zitat: WDR-Chef Tom Buhrow sieht “Haltung” in Redaktionen skeptisch.

"Ich habe das als gelernter Nachrichtenmann immer ein wenig als Feigenblatt empfunden – als Mittel, die Meinung durch die Hintertür in die Berichterstattung zu führen."

WDR-Chef Tom Buhrow reagiert empfindlich auf den Begriff "Haltung", sagt er der "FAZ". Meinung sei im Journalismus zwar erlaubt und wichtig, müsse aber deutlich als solche gekennzeichnet sein.
"FAZ" S. 15 (Paid)

Wir graturilieren: Jörg Schönenborn wird 56.

Wir graturilieren: WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn wird heute 56 und feiert dank guter Wetteraussichten mit der Familie und ein paar Freunden im Freien. "Aber nur so viele, dass wir im Garten gut Abstand halten können", versichert Schönenborn. Im abgelaufenen Jahr habe ihn der wachsende Zuspruch der Zuschauer*innen gefreut – beim jüngeren Publikum sei das Interesse so groß "wie nie zuvor". Zudem sei das WDR-Team in der Pandemie "über sich hinausgewachsen".

Im neuen Lebensjahr blickt Schönenborn positiv auf die Serienoffensive der ARD-Mediathek: "Eine solche Vielfalt und so viele gute Serien hatten wir noch nie", sagt er. Vor dem Binge-Watching sind am heutigen Ehrentag aber noch Gratulationen auf allen Wegen willkommen: "Einfach mal ausprobieren – ich freue mich über jeden kreativen Versuch", so Schönenborn.

WDR-Studioleiterin freut sich über angepasste Geburtsurkunde.

Jetzt offiziell: Georgine Kellermann, Studioleiterin beim WDR in Essen, hat ihre Geburtsurkunde anpassen lassen, teilt sie auf Twitter mit. Bereits im vergangenen Jahr hatte Kellermann ihr Coming-out als trans Frau. Mit dem Schritt in die Öffentlichkeit will sie Menschen, "die in der gleichen Situation sind", Mut machen.
rnd.de, wdr.de, twitter.com



Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus

Hör-Tipp: TikTok-Nutzer*innen fürchten fehlende Impulse bei US-Aus.

Hör-Tipp: TikTok ist für viele Jugendliche inzwischen die wichtigste App, analysiert das WDR5-Medienmagazin. Junge Nutzer*innen fürchten bei einem Verbot in den USA fehlende Impulse für die eigene Nutzung. Die App ist zwar erst ab 13 Jahren zugelassen, wird aber häufig schon im Grundschulalter genutzt. Expert*innen raten Eltern zu "gelassener Skepsis".
podcasts.google.com (11-Min-Audio)

Tom Buhrow ist bei den öffentlich-rechtlichen Sendern der Spitzenverdiener.

Unterwegs mit Ihren Gebühren: Die ARD hat die Gehälter ihrer Führungskräfte veröffentlicht. Spitzen­verdiener ist mit einem Jahresgehalt von 395.000 Euro Tom Buhrow, WDR-Intendant und derzeitiger ARD-Vorsitzender. Auf Platz 2 folgt BR-Chef Ulrich Wilhelm mit 388.000 Euro. Ärmster Intendant ist SR-Chef Thomas Kleist, der auf nur 245.000 Euro kommt.
faz.net, ard.de (Gehaltsliste)

Medienkorrespondenz: ARD will Polit-Talk-Verträge bis 2023 verlängern.

ARD will die Verträge mit den Polit-Talkshows von Anne Will, Frank Plasberg und Sandra Maischberger um weitere drei Jahre bis Ende 2023 verlängern, schreibt Medienkorrespondenz.de. Der WDR würde gern mehr Ausgaben beauftragen, die anderen ARD-Anstalten unterstützten das aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht. Dass Will, Plasberg und Maischberger die Sendungen mit ihren eigenen Firmen produzieren, sei ein Vorteil, weil so bei den Sendern selbst kein Redaktionspersonal dauerhaft angestellt werden müsse.
medienkorrespondenz.de

Hör-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim erzählt die Geschichte hinter ihrem “Tagesthemen”-Auftritt.

Hör-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim tritt im "Alles gesagt"-Podcast der "Zeit" an und erzählt in knapp vier Stunden u.a. die Geschichte hinter ihrem "Tagesthemen"-Kommentar im April. Sie habe schon vorher ihren "Hut in den Ring" geworfen und eine Liste mit Herzensthemen eingereicht. Außerdem spricht sie über Alltagsrassismus, YouTube-Inszenierungen und ihren durch Corona veränderten Blick auf die Wissenschafts-Kommunikation. Mit Corona habe sie gelernt, dass es auch Wissenschaftler*innen gibt, die sich gerne selbst in Talkshows sehen und das Spiel mit der Zuspitzung mitspielen.
zeit.de (mit 4-Std-Audio)

Aus dem turi2-Archiv: Berufe mit Zukunft von A-Z: W wie Welterklärerin – Mai Thi Nguyen-Kim (Juli 2019).

Zitat: “Spiegel”-Journalist sieht bei Scheuer “taktisches Verhältnis zur Wahrheit”.

"Das ist das, was ich als taktisches Verhältnis zur Wahrheit bezeichnen würde, und das ist der eigentliche Skandal, der sich hinter diesen Akten verbirgt."

Investigativ-Journalist Gerald Traufetter vom "Spiegel" spricht im Medienmagazin "Zapp" über den zweifelhaften Umgang des PR-Teams von Verkehrsminister Andreas Scheuer mit kritischen Medienanfragen.
ndr.de (5-Min-Video), turi2.de (Background)

Wir graturilieren: Gaby Rath wird 51.


Wir graturilieren: Gaby Rath, Leiterin der Kommunikation beim WDR-Vermarkter WDR mediagroup, wird 51. Ihren Geburtstag feiert sie "im kleinen Kreis" zusammen mit der Familie. Dabei hofft sie auf die passenden, äußeren Bedingungen: "Wenn ich Glück habe, spielt das Wetter mit und wir machen eine sonnige, längere Wandertour inklusive Picknick in der Natur."

Das Beste am abgelaufenen Jahr seien "Werte wie Dankbarkeit, Wertschätzung, Empathie und Zusammenhalt" gewesen, die "coronabedingt plötzlich eine größere Rolle" spielen. Auch Kommunikation habe "in jeder Hinsicht nochmal einen ganz neuen Stellenwert bekommen".

Für das neue Jahr wünscht sie sich "Umarmungen statt Abstand, Begegnungen statt Video-Calls und auch mal wieder ein Geburtstags-Kaffeekränzchen im Büro". Glückwünsche sind unter anderem via Linked-in oder E-Mail willkommen.

Der WDR gerät für mögliche Schleichwerbung in die Kritik.

Schleichwerbung? Die WDR-Reisesendung "Wunderschön" fällt Ende Mai mit einer Folge auf, in der wiederholt die Marke Mercedes präsentiert wird, schreibt Marvin Oppong. Besonders pikant: Der WDR hat für die Folge auch auf Material einer Agentur zurückgegriffen und ließ sich von ihr mindestens eine Gesprächspartnerin vermitteln, die Sportveranstaltungen mit Mercedes als Sponsor organisiert und zudem für den in der Folge präsentierten Smart-Verleih tätig war.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Interne Mails: PR-Team von Andreas Scheuer torpediert kritische Medienanfragen.


Bescheuertes Spiel: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und sein PR-Team haben offenbar gezielt Anfragen kritischer Journalisten konterkariert, um die Berichterstattung zu ihren Gunsten zu drehen, berichten NDR und WDR. Den Sendern liegen Dokumente und Mails vor, die Scheuers Ministerium an den Untersuchungsausschuss zur Maut-Affäre übersandt hat. Auf einen Fragen-Katalog des "Spiegel"-Redakteurs Gerald Traufetter etwa schlägt der Leiter für Strategisches Medien­management in einer Mail an Scheuer vor, die Antworten "schon heute" an einen anderen Journalisten zu senden, "um die morgige Vorabmeldung des 'Spiegel' zu torpedieren." Scheuers Reaktion: "Vorgehen top", der "Plan" sei "super". Ein ranghoher Beamter im Ministerium rät: "Wir sollten medial dagegen arbeiten und morgen weitere Unterlagen veröffentlichen." Der PR-Coup geht auf: Noch vor der "Spiegel"-Veröffentlichung kündigt Scheuer an, dem Untersuchungsausschuss 30 weitere Aktenordner zur Verfügung zu stellen.

DJV-Sprecher Hendrik Zörner wirft Scheuer "Medienmanipulation" vor. Medienjournalist Daniel Bouhs kommentiert, der Vorgang zeige, "wie schäbig PR-Profis mitunter mit recherchierenden Medien umgehen". Der Sprecher des Verkehrsministeriums, Wolfgang Ainetter, spricht von einem "Fehler" und entschuldigte sich für die "Wortwahl". Bei bis zu 200 Medienanfragen pro Tag könne es in der internen Kommunikation "mitunter zu unglücklichen Formulierungen kommen". (Foto: imago images / Future Image)
tagesschau.de, ndr.de (Kommentar Bouhs)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Minister Andreas Scheuer erklärt seine Kommunikation: Neuigkeiten-Zimmer und Instagram Live (10/2018)

BR, NDR und WDR finden Tausende Hass-Posts in geschlossenen Facebook-Gruppen.

Facebook-LogoFacebook geht nicht konsequent genug gegen rechte Hetze auf seiner Plattform vor, berichten BR, NDR und WDR. Reporter*innen der Sender haben 2,6 Mio Posts und Kommentare aus 138 meist geschlossenen rechten Facebook-Gruppen erfasst und analysiert. In den Daten fanden sie mehr als 10.000 schwere Beleidigungen, viele davon rassistischer Art, und weit mehr als Tausend mutmaßlich rechtswidrige Inhalte, darunter Aufrufe zur Vergewaltigung, SS-Runen oder antisemitische Hass-Propaganda.
tagesschau.de

Die ARD will sportschau.de ausbauen.

Sportschau.de soll ausgebaut werden, berichtet Volker Nünning. Der innerhalb der ARD für das Angebot zuständige WDR plant, mehr Geld und Personal für das Angebot zu binden und es zu einen der fünf maßgeblichen Plattformen der ARD auszubauen. Zudem soll die Seite künftig insbesondere auf mobile Geräte ausgerichtet sein. Unklar ist bislang noch, ob die Seite dafür erneut den sogenannten Drei-Stufen-Test durchlaufen muss.
medienkorrespondenz.de

Stream-Tipp: WDR Mediagroup diskutiert Kundenaktivierung durch Radiowerbung.

Stream-Tipp: Die WDR Mediagroup diskutiert in ihrem Live-Talk-Format "Radio goes on" ab 12.00 Uhr, wie der Handel Radiowerbung nutzen kann, um Kund*innen zu aktivieren. Tobias Lammert, Geschäfts­bereichs­leiter Marketing & Vertrieb des WDR-Vermarkters, spricht darüber mit Handels-Expertin Eva Stüber vom IFH Köln.
youtube.com (Live-Diskussion ab 12.00 Uhr)

Klick-Tipp: Der WDR gibt Zeitzeugen des 2. Weltkriegs das Wort in einer AR-App.

Klick-Tipp: Der WDR erweitert seine Augmented-Reality-App WDR AR 1933-1945 um ein weiteres Kapitel. In "Mit 18 an die Front" erzählen Zeitzeugen, wie sie in den 2. Weltkrieg berufen wurden. Die App ist u.a. für den Schulgebrauch gedacht und zeigt die Protagonisten in der eigenen Umgebung. Bisher erschienen bereits die Kapitel "Kriegskinder" und "Meine Freundin Anne Frank".
wdr.de, presseportal.de

NDR kickt “Zeitzeichen”, um 145.000 Euro pro Jahr zu sparen.

NDR-Hörfunkdirektorin Katja Marx spricht über das Aus der WDR-Sendung Zeitzeichen im linearen NDR-Radioprogramm: 145.000 Euro pro Jahr zahle der NDR dem WDR jedes Jahr, "um eine Sendung im Abendprogramm zu wiederholen, die schon seit dem jeweiligen Morgen als Podcast in der ARD-Audiothek für alle frei verfügbar ist". Laut Marx sei das "nicht mehr zeitgemäß". Der NDR will in den nächsten Jahren 300 Mio Euro einsparen.
rnd.de, turi2.de (Background)

Recherche-Verbund: Bei staatlichen Corona-Hilfen mangelt es an Kontrollen.

Corona-Hilfsgelder: Bei Förderanträgen kommt es vermehrt zu Missbrauchsversuchen, berichten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Betrüger*innen hätten es leicht, weil Formulare in einigen Fällen weder Steuer- noch Personal­ausweis­nummer abfragten. In manchen Bundesländern laufen Ermittlungen. Nach NRW hat auch Sachsen seine Auszahlungen gestoppt.
sueddeutsche.de, tagesschau.de, spiegel.de (Sachsen), turi2.de (Background)

Meinung: Das Ende der “Lindenstraße” ist eine Erlösung.

Lindenstraße war jahrelang eine "feste Institution" im deutschen Fernsehen, schreibt Hans Hoff bei DWDL in einem Nachruf anlässlich der letzten Folge, die am Sonntag ausgestrahlt wird. Das Konzept habe sich überlebt, die Absetzung sei eine Erlösung. Heute wirke die "Lindenstraße" wie "ein entfernter Verwandter, den man zu schätzen vorgibt, von dem man aber lieber eine Weile nichts hört".
dwdl.de

Corona-Krise: Medienmagazin “Zapp” pausiert beim NDR.

Corona-Pandemie: Die dritten Programme der ARD streichen zeitweise Formate aus dem Programm, schreibt Kai-Hinrich Renner in der "Berliner Zeitung". Betroffen ist u.a. das Medienmagazin "Zapp" vom NDR sowie beim WDR die Comedy "Dittsche" mit Olli Dittrich - der Drehort, ein Hamburger Imbiss, ist geschlossen. Der RBB will "Kräfte schonen" und nimmt bis zum 28. März sieben Formate aus dem Programm, u.a. das "Heimatjournal" und die Satiresendung "Abendshow".
berliner-zeitung.de

Corona: ARD berät, die dritten Programme zu bündeln.

ARD berät, die Arbeit der dritten Programme zu bündeln, zitiert Daniel Bouhs aus der Online-Pressekonferenz von WDR-Intendant Tom Buhrow und ARD-Programmchef Volker Herres. Täglich wäre ein "ARD extra" nach der "Tagesschau" denkbar, um Informationen in Dichte liefern zu können. Wochenweise könnte dafür eine Rundfunkanstalt zuständig sein. Pläne, Hörfunkwellen zusammenzulegen, gebe es noch nicht.
twitter.com/daniel_bouhs, dwdl.de

Urteil: Krankheitstage von WDR-Freien zählen für Urlaubsgeld ab dem ersten Tag.

WDR muss bei der Berechnung des Urlaubs­geldes für freie Mitarbeiter*innen Krankheitstage ab dem ersten Tag anrechnen, urteilt das Arbeits­gericht Köln. DJV und Verdi hatten geklagt, weil der WDR die Ansicht vertritt, erst Zeiten ab durchgehend drei Wochen anrechnen zu müssen. Die Zahl der Arbeitstage im Jahr ist relevant für die Höhe des Urlaubsgeldes.
djv-nrw.de

Tom Buhrow begründet großes Kommunikationsteam mit erklärungsbedürftiger Beitragserhöhung.

Erklärungsbedürftig: ARD-Vorsitzender Tom Buhrow erklärt im Deutschlandfunk, warum sein Kommunikationsteam so viel größer ist als das seines Vorgängers Ulrich Wilhelm. 2020 sei ein "Beitragsjahr", in dem über die Höhe des Rundfunkbeitrags entschieden wird, was "eine besondere Kraftanstrengung" erfordere. Selbst bei einer Erhöhung werde die ARD wohl nicht darum herumkommen, "auch im Programm Anpassungen vorzunehmen". Es stünden noch "viele, auch schmerzhafte" Diskussionen an.
deutschlandfunk.de (Text und 10-Min-Audio), turi2.de (Background)

Wolfram Winter und Andreas Fünfgeld stoßen als ARD-Krisenberater intern auf Kritik.

ARD-Vorsitzender Tom Buhrow hat für 580.000 Euro Ex-Sky-Kommunikator Wolfram Winter (Foto) und Ex-RTL2-Sprecher Andreas Fünfgeld als Krisenberater engagiert - zusätzlich zu seinem bereits 15-köpfigen Kommunikationsteam. Für die beiden Externen aus München stehe in Köln aber "kaum jemand Spalier", schreibt Lisa Priller-Gebhardt und hört aus ARD-Kreisen: "Wir brauchen hier keine Unternehmensberater". Winter und Fünfgeld sehen ihre Aufgabe daher auch in der internen Kommunikation, sie wollen die ARD auf "reformwillig und reformfähig" trimmen.
"Süddeutsche Zeitung" S. 31 (Paid), turi2.de (Background)

“SZ”: Focus Online sieht in WDR-Berichten “Verschwörungstheorien”.

WDR wehrt sich gegen Focus Online, das in ARD-Beiträgen "Verschwörungstheorien" sieht, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Dies betreffe die Berichterstattung im Fall des unschuldig in Haft gestorbenen Amed A. Eine WDR-Sprecherin sei über die Kritik von Focus Online "deutlich irritiert" und verweist auf neue Ermittlungsergebnisse nach den Recherchen.
sueddeutsche.de

Tom Buhrow gesteht zum Teil falsche Wortwahl bei “Umweltsau”-Debatte.

WDR: Tom Buhrow hat in der "Umweltsau"-Debatte "nicht immer die richtigen Worte gefunden", schreibt der WDR-Intendant in einem Gastbeitrag in der "Welt am Sonntag". Die öffentliche Meinung sei heute "fast spiegelverkehrt", außerhalb der Medienwelt sei der Tenor "so was geht nicht. Gut, dass Sie das klargestellt haben". Buhrow verteidigt zudem einen höheren Rundfunkbeitrag und kritisiert die ARD als "ein ziemlich westdeutscher Laden".
"Welt am Sonntag", S. 11 (Paid)

WDR-Rundfunkrat segnet Tom Buhrows Handeln bei der “Umweltsau”-Debatte ab.

WDR-Rundfunkrat segnet das Verhalten von Tom Buhrow während der "Umweltsau"-Debatte ab, schreibt die dpa. Einige Mitglieder sollen die Löschung des Satire-Videos kritisiert haben. Buhrow versicherte dem Rundfunkrat in einer Sitzung, dass die Kritik aus der "Mitte der Gesellschaft" kam, der WDR dürfe sich nicht instrumentalisieren lassen.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “SZ Magazin” interviewt “Lindenstraße”-Mitwirkende zum Serien-Aus.

Lese-Tipp: Das "SZ Magazin" trifft "Lindenstraße"-Schauspieler*innen und -Mitwirkende in der Serien-Kneipe "Akropolis". U.a. erzählt Casting Director Horst Scheel, dass der "Spiegel" die von ihm ausgesuchten Schauspieler auf dem Kieker hatte, WDR-Redakteur Götz Schmedes, wie er die Nachricht vom Serien-Aus überbracht hat und dass auch er den genauen Grund nicht kenne. Regisseur Hans W. Geißendörfer kämpft mit den Tränen und sagt, die Produktionskosten hätte er nicht nach unten drücken können und dass die Serie "auf der Höhe der Zeit" gewesen sei.
sz-magazin.sueddeutsche.de (Paid)

Video-Tipp: WDR-Studioleiterin Georgine Kellermann über ihr Coming-Out.

Video-Tipp: WDR-Studioleiterin Georgine Kellermann hat sich mit 62 Jahren als transgender geoutet und spricht im WDR-Format "Docupy" ausführlich über ihr Coming-Out. Sie habe einen Candystorm bekommen – erzählt aber auch, dass die Zeit zu Beginn ihrer Karriere noch nicht reif gewesen sei "für jemanden, der sich outet, auch vor der Kamera zu stehen".
youtube.com (7-Min-Video)

Ministerpräsident Laschet ermahnt öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu Kostendisziplin.


Unterwegs mit Ihren Gebühren? Öffentlich-rechtliche Sender haben "eine privilegierte Stellung" mit "überdurchschnittlichen Gehältern", mahnt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet im "Spiegel"-Interview. Die Medienlandschaft stehe "insgesamt unter Druck", ganze Lokalzeitungsredaktionen würden geschlossen. Dagegen sei im öffentlich-rechtlichen Rundfunk alles "staatlich garantiert, egal ob es einer schaut oder nicht." Mit Blick auf die "Umweltsau"-Satire erwartet Laschet "auch eine gewisse Verantwortung". Die Ausgaben für Sportlizenzen seien "absurd", dort müssten die Sender "behutsamer und sparsamer" sein. Auch die Honorare für "Moderatoren von Samstagabendshows" erscheinen Laschet "teilweise zu hoch".

Dass die ARD mittels Framing versuchte, das Image aufzupolieren, sei "alles andere als hilfreich". Es dürfe nicht "der Eindruck eines Schönsprechs erzeugt werden". Haltung ersetze nicht Qualität. "Bei denen, die das System prinzipiell ablehnen, hilft nichts mehr", resigniert Laschet. Die öffentlich-rechtlichen Medien berichten "professionell, kompetent und objektiv", lobt der NRW-Ministerpräsident. Mit knapp 400.000 Euro im Jahr verdient Buhrow fast doppelt so viel wie der Ministerpräsident, schreibt der "Spiegel". "Ich neide Tom Buhrow sein Gehalt nicht", gibt sich Laschet gelassen, "jeder Sparkassendirektor" erhalte mehr als ein Ministerpräsident.
"Spiegel" 3/2019, S. 78-79 (Paid)

Zitat: Öffentlich-Rechtliche haben keinen Erfolgsdruck, moniert Armin Laschet.

"Es kann nicht sein, dass Sie in Deutschland alles kritisieren dürfen, vom Papst abwärts – nur nicht die Beiträge des Westdeutschen Rundfunks. "

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet moniert im "Spiegel"-Interview, der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe keinen Erfolgsdruck, deshalb erwarte er, dass Redakteure kritikfähiger sind.
"Spiegel" 3/2020, S. 78 (Vorab), turi2.de (Background)

NRW-Staatskanzlei verteidigt Laschets Kritik an “Umweltsau”-Satire des WDR.

Umweltsau: Die Kritik des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (Foto) an der Satire des WDR war aus Sicht der Staatskanzlei "kein Eingriff der Medienaufsicht", schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Laschet habe mit Tweets gegen die von einem Kinderchor gesungene Satire lediglich sein Recht auf Meinungsäußerung wahrgenommen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Meinung: Umweltsau-Skandal ist völlig unnötig, schreibt Uwe Jean Heuser.

Umweltsau-Skandal hat "etwas Tieftrauriges, weil er so unnötig ist", kommentiert Wirtschafts-Ressortleiter Uwe Jean Heuser (Foto) in der "Zeit". WDR-Intendant Tom Buhrow hätte wissen können, "wie sensibel der Umgang mit Satire" in Zeiten rechter Kritiker ist. Auch die "Attacke" der Redakteure auf Buhrow sei "völlig überzogen". Sich einmal infrage zu stellen, hätte allen Beteiligten enorm geholfen.
"Zeit" 3/2020, S. 20 (Paid)

Intendant Tom Buhrow stellt sich der Kritik von WDR-Redakteuren.

WDR: Intendant Tom Buhrow hat sich vor 700 Mitarbeitern zum "Umweltsau"-Video und der umstrittenen Löschung erklärt. Ein Teilnehmer der nicht-öffentlichen Versammlung sagt dem "Spiegel", Buhrow habe im Prinzip gesagt, dass er wieder so handeln würde. Zugleich habe er die Mitarbeiter ermutigt, dass "alle unbedingt so weitermachen sollten wie bisher", es dürfe und solle weiter experimentiert werden. DWDL berichtet, es sei im Saal "hoch her" gegangen, offen und konstruktiv sei der Dialog ‐ anders als von der Pressestelle dargestellt ‐ nicht gewesen. Unmut kam auf, weil sich Buhrow wegen anderer Termine vorzeitig aus dem Treffen verabschiedet habe.
spiegel.de, dwdl.de, welt.de

Meinung: Das Schicksal von Tom Buhrow entscheidet sich intern.

WDR: Intendant Tom Buhrow ist nach der "Umweltsau"-Debatte angeschlagen, schreibt Thomas Lückerath. Seine Position schwäche jedoch nicht die Kritik von außen, sondern das durch seine vorschnelle Entschuldigung verspielte Vertrauen bei den Mitarbeitern. Mittlerweile gebe es sogar Rücktrittsforderungen. Da ein Rücktritt aber vor allem Applaus von externer, rechter Seite bekommen würde, die ihn als Erfolg für sich verbuchen würde, könnte ironischer Weise ausgerechnet eine weitere Entschuldigung – dieses Mal intern – Buhrow Ruhe verschaffen.
dwdl.de, turi2.de (Background)