Zahl des Tages: P7S1-Chef Rainer Beaujean hat eine Zielvergütung von knapp 3,8 Mio Euro jährlich.

Zahl des Tages: Fast 3,8 Mio Euro beträgt die jährliche Zielvergütung von P7S1-Chef Rainer Beaujean (Foto), errechnet Meedia. Thomas Rabe, CEO der RTL Gruppe, kommt auf rund 1,5 Mio – exklusive seiner möglichen Vergütungen als RTL-Deutschland-Chef. Tom Buhrow, Spitzenverdiener unter den ARD-Intendanten, bekommt im Vergleich nur bescheidene 413.000 Euro.
meedia.de (€)

Jede Stunde eine positive Nachricht – Valerie Weber über Musik-Happenings und Missionen.


Stimmungs-Managerin: "Die Hörer kommen wegen der Musik, aber bleiben wegen der Menschen", umschreibt Valerie Weber im turi2 Clubraum den Reiz des Mediums Radio in Zeiten von Musikstreaming und Podcast. Für die Programm-Geschäfts­führerin von bigFM, Radio Regenbogen und RPR1 stellt sich nun die Frage, wie sich beides verbinden lässt und daraus etwas neues entsteht. Im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chef­redakteur Markus Trantow sagt Weber, dass sich die Bedürfnisse des Publikums ändern: "Das Musik-Happening haben wir nicht mehr dadurch, dass wir Musik spielen." Deswegen brauchen Konsum­marken "eine Mission, für die wir stehen". In den vergangenen Jahren seien statt "Lebens­freude und Selbst­inszenierung" vor allem die Themen "Nachhaltigkeit und Geborgenheit" immer wichtiger geworden. "Stimmungs-Management" sei beim Radio schon immer wichtig gewesen. In gesellschaftlichen Krisenzeiten wachse der Stellenwert aber nochmal. Wenn immer mehr Menschen die Nachrichten meiden, "muss man sich etwas überlegen".

Weber setzt dabei nicht auf eine Verkürzung der News, auch wenn das ein "völlig legitimer Weg" sei. Im Gegenteil: Bei ihren Sendern Radio Regenbogen und RPR1 stellt sie das Nachrichten-Angebot noch breiter auf. Regionalität und Heimat seien dabei besonders wichtig: "Es interessiert die Menschen mehr, was in ihrem Umfeld passiert." Außerdem gibt Weber das Versprechen, jede Stunde über eine positive Nachricht aus der Region zu berichten. Das sei gar nicht so einfach: "Es ist schon schwierig, eine am Tag zu machen." Doch das Vorhaben hat einen ganz bestimmten Zweck. Denn mit der positiven Nachricht am Ende des News-Blocks zeigen die Sender den Hörern: "Wenn du durch bist, habe ich zum Schluss etwas, das wird dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern." Das sei noch lange kein konstruktiver Journalismus, aber ein wichtiger Schritt, der Nachrichten-Verdrossenheit entgegen­zuwirken.

Weber äußert sich bei den Themen der Woche auch zum RBB – sie sei "großer Fan" des Senders. "Der Shitstorm wurde weder der Person Patricia Schlesinger gerecht, noch ist es wahr, dass die ARD damit ihr wahres Gesicht zeigt", sagt Weber. Ihrer Meinung nach spielen auch noch immer vorhandene Unterschiede zwischen dem alten Osten und Westen eine große Rolle in dem Konflikt: "Wenn man nicht in der Zentrale sitzt, hat man das Gefühl, man wird abgehängt." Grundsätzlich sei die Problematik "sehr viel differenzierter", als sie von den Medien dargestellt worden sei. Es handele sich nicht um ein Systemversagen, sondern um ein System im Umbau.

Nächste Woche ist Ina Tenz zu Gast. Sie ist ist Geschäfts­leiterin Audio, Strategie und Content bei ABC Communication.
turi2.tv (50-Min-Podcast auf YouTube), turi2clubraum.podigee.io, apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de



Der Podcast ist Teil der Podcast-Wochen von turi2.

Zum Thema Audio veröffentlicht turi2 die turi2 edition #19 Audio – Erscheinungstermin: 12. Oktober 2022. Du kannst die Buchreihe turi2 edition kostenfrei lesen und als E-Paper hier kostenlos abonnieren.

Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen ist tot.


Fritz Pleitgen, 84, ist tot. Der Journalist war von 1995 bis 2007 Intendant des WDR, bei dem er seit 1963 arbeitete, damals als "Tages­schau"-Reporter. In Laufe seiner Karriere war er u.a. Korrespondent in Moskau, der DDR und Washington. 1988 übernahm er in Köln die TV-Chef­redaktion und 1994 die Direktion des WDR-Hörfunks. Pleitgen war zudem von 2006 bis 2008 Vorsitzender der EBU, ab 2011 zehn Jahre lang Präsident der Deutschen Krebs­hilfe und Buch­autor.

WDR-Intendant Tom Buhrow würdigt Pleitgen als "großen Kapitän", der "sein ganzes Leben lang für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seine Rolle in der Gesellschaft" stand. Er habe als "kluger Stratege" den Sender "entscheidend geprägt". Sein Sohn, der CNN-Journalist Frederik Pleitgen, twittert stell­vertretend für die Familie, dass man in Trauer sei, sich jedoch vor dem "großartigen Lebens­werk verbeuge". Kurt Kister würdigt Pleitgen in seinem Nachruf als "herausragend guten Fernsehjournalisten", der er auch als "Senderhierarch" stets geblieben ist.

Der WDR ändert anlässlich Pleitgens Tod sein heutiges TV-Programm: Um 20.15 Uhr läuft der Film "Fritz Pleitgen – Zeuge seiner Zeit", den das Erste um 23.45 wiederholt. Der WDR zeigt um 21.30 Uhr zudem ein Interview von Pleitgen im "Kölner Treff" vom April 2022. Am Samstag läuft ab 21.45 Uhr zudem "Die lange Pleitgen-Nacht" mit diversen Filmen des Journalisten.
presseportal.de, presseportal.de (Programmänderungen)

SWR-Intendant Kai Gniffke übernimmt den ARD-Vorsitz 2023.


Keine Überraschung: Der SWR-Intendant Kai Gniffke übernimmt wie erwartet 2023 den ARD-Vorsitz. Darauf einigen sich die Intendantinnen und Gremien­vorsitzenden der ARD-Rundfunk­anstalten in Bremen. Der SWR übernimmt die Aufgabe somit ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Gniffke folgt auf Tom Buhrow, der das Amt nach dem Rücktritt von Patricia Schlesinger Anfang August übergangsweise übernommen hatte. Der WDR-Intendant ist ab 2023 stell­vertretender Vorsitzender der ARD. "Es sind herausfordernde Zeiten für die ARD, die wir nun gemeinsam angehen können", beschreibt Buhrow die Umstände, in denen Gniffke den neuen Post antritt. Nicht nur der RBB steckt nach den Vorwürfen gegen die ehemalige Intendantin Schlesinger in einer Vertrauens­krise, auch beim NDR ist nach Recherchen des Business Insiders von Vettern­wirtschaft und einem internen "Regime des Schreckens" die Rede. "Mit guter journalistischer Arbeit müssen wir für das Vertrauen der Menschen kämpfen", sagt Gniffke zu seiner bevorstehenden Aufgabe. Er wolle "noch deutlicher heraus­stellen, dass wir unabhängig und der journalistischen Qualität verpflichtet sind".

Der SWR-Intendant hatte sich in der vergangenen Woche für ein gemeinsames Mantel­programm der Dritten mit Regional­teilen ausgesprochen. Den Zeitungen der Verlags­gruppe Rhein-Main sagte er, das sei "ein Gedanke, den wir in den kommenden Monaten und Jahren intensiv diskutieren sollten". Eine Einstellung des ZDF oder Ersten sei keine Option. Zudem kündigte Kniffke an, "mit Zähnen und Klauen" etwa Volks­musik­sendungen zu verteidigen. Die Aufgabe des ÖRR sei nicht nur, "harte Themen abzuarbeiten und Probleme zu beschreiben".
presseportal.de, turi2.de (Background)

RBB-Belegschaft kritisiert Aufstellung von Katrin Vernau als RBB-Interims-Intendantin.

Berliner Beschwerde: In der RBB-Belegschaft regt sich Unmut über die Aufstellung von Katrin Vernau (Foto) als Interims-Intendantin, berichtet der "Spiegel". Es gebe den Eindruck, Vernau werde "als Statthalterin des WDR eingesetzt", kritisiert Dagmar Bednarek, selbst Mitglied der Findungskommission. Weitere geeignete Kandidatinnen seien "nicht gehört worden". Auch der DJV Berlin sieht Vernau kritisch: "Wenn von der Findungskommission nur eine Person vorgeschlagen werden soll, müssen wir uns schon die Frage stellen, was das für eine Wahl ist", so Vorsitzender Steffen Grimberg.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Katrin Vernau ist als Interims-Intendantin des RBB im Rennen.

RBB: Die WDR-Verwaltungsdirektorin Katrin Vernau gilt als "Favoritin für die kurzfristige Lösung einer Interims-Intendantin, aus der eine langfristige erwachsen könnte", meldet "Tagespiegel"-Redakteur Joachim Huber. Laut RBB24 stellt die Findungskommission dem Rundfunkrat am Mittwoch einzig Vernau als Kandidatin vor. Nach MeToo-Vorfällen hatte Vernau sich im WDR um einen Kulturwandel bemüht. Ihre Karriere startete sie als Partnerin bei der Unternehmensberatung Roland Berger.
tagesspiegel.de, rbb24.de

WDR-Journalist darf wegen möglicher Parteilichkeit nicht mehr alles kommentieren.

WDR: Journalist Detlef Flintz darf wegen möglicher Parteilichkeit nicht mehr alle Themen kommentieren. Der ÖRR Blog hatte am Dienstag aufgedeckt, dass Flintz Vorstandsmitglied im Stadtverband der Grünen in Grevenbroich ist. Dieses Engagement sei dem WDR "bisher nicht bekannt" gewesen. Man werde ihn "künftig nicht mehr für Meinungsbeiträge zu Themen vorschlagen, bei denen der Eindruck der Voreingenommenheit entstehen könnte". Ein "Tagesthemen"-Kommentar von Flintz zu den gestiegenen Energiepreisen hatte zu Kritik geführt.
rnd.de, rp-online.de (€), twitter.com (Background)

ARD nun mit festem Korrespondenten-Team in der Ukraine.

Ukraine: Für die ARD berichten künftig langfristig Andrea Beer (Foto) und Vassili Golod aus der Ukraine, gibt der für das Gebiet zuständige WDR bekannt. Bisher hatte der Sender wechselnde Teams ins Land geschickt. Weiterhin sollen sie aber Unterstützung durch wechselnde Kollegen bekommen. Golod war in den vergangenen Monaten bereits mehrfach für einige Zeit in der Ukraine unterwegs, Beer ist seit Mai dort tätig.
presse.wdr.de

WDR-Mann Michael Schmid-Ospach, 77, ist tot.

Michael Schmid-Ospach, 77, ist tot. Der WDR-Journalist und frühere Geschäfts­führer der Film­stiftung NRW starb am Montag, teilt der WDR mit. Schmid-Ospach war ab 1977 Chef der Presse- und Öffentlichkeits­arbeit des Senders, danach Vize-Fernseh­direktor, Leiter der Haupt­abteilung Zentrale Aufgaben und Arte-Beauftragter. Von 1997 an leitete er den Programm­bereich Kultur und Wissenschaft und moderierte den ARD-"Kultur­weltspiegel".
presseportal.de

WDR bringt eine “Klima-App” für Schüler heraus.

Klima hautnah: Der WDR veröffentlicht eine Klima-App für Schüler, die auf Augmented Reality setzt. Nutzer sehen um sich herum z.B. die Wassermassen der Flut im Ahrtal. Zudem schildern junge Menschen aus NRW, wie sie mit den Folgen des Klimawandels leben. WDR-Moderatorin Siham El-Maimouni ordnet die Inhalte ein. Zunächst ist die App für iOS-Geräte verfügbar, eine Android-Version soll folgen.
presseportal.de, dieklimaapp.wdr.de

Hör-Tipp: Tamine Kallert spricht über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Hör-Tipp: "Vor den Kindern, wo alles offen stand und ich die einzige war, hab ich bis zu 20 Sendungen im Jahr gemacht", erzählt Reisejournalistin Tamina Kallert bei "SWR1 Leute". Sie moderiert seit 18 Jahren für den WDR das Reise­magazin "Wunderschön!" und war teilweise bis zu 200 Tage im Jahr unterwegs. Als ihr Sohn auf die Welt kam, sei es ihr nicht schwer gefallen, einen Schritt zurück­zutreten: "Ich hab mich unglaublich gut eingebunden gefühlt in die Redaktion."
swr.de (34-Min-Audio)

Wir graturilieren: Michael Loeb wird 59.

Wir graturilieren: Der Geschäftsführer der WDR Mediagroup, Michael Loeb, feiert heute seinen 59. Geburtstag im italienischen Molise "mit Familie und Freunden". Ein Höhepunkt, der vor der Tür steht, ist das Abitur seiner ältesten Tochter und somit auch "der erste Abi-Ball als Eltern". Das sieht Loeb als Belohnung für die "perfekte" Balance zwischen "Home-Office und Erziehungsauftrag", die er in den vergangenen Monaten gemeistert hat. "Jetzt arbeite ich wieder an meiner Office-Performance", sagt er.

In seinem neuen Lebensjahr möchte der CEO mehr Acht auf seinen Körper geben und macht Detox. Das bedeutet keinen Alkohol, gesunde Ernährung und Sport treiben, statt ihn "nur im Stadion zu schauen", wenn sein Lieblingsverein FC Köln spielt. "Drei Monate habe ich schon geschafft", sagt er stolz. Inspiriert hat ihn rückblickend seine Frau, die mit der "Sinfonia Rhein Sieg" ein Mozart-Klavierkonzert als Solistin gespielt hat.

Loeb freut sich heute "über alle, die an ihn denken". Gratulationen erreichen ihn heute über alle Wege, z.B. per E-Mail oder via Linked-in.

ARD startet Podcast zur Energiekrise.

Energie-Synergie: Die ARD starte den wöchentlichen Podcast Energiekrise - und jetzt?. Fachjournalistinnen von SWR, WDR, HR und RBB analysieren und diskutieren mit Expertinnen die energie­politische Lage und deren Folgen in Deutschland. Die erste Episode befasst sich mit der Frage: "Kommt Deutschland mit 'weniger' Gas durch den Winter?".
presseportal.de, ardaudiothek.de (24-Min-Audio)

Wir graturilieren: Eva Lindenau wird 47.


Wir graturilieren: Die Programm-Geschäftsführerin von Phoenix, Eva Lindenau, feiert ihren 47. Geburtstag heute mit ihrer Familie in den Catskill Mountains bei New York. Das größte Problem, wenn man sich im USA-Urlaub Corona einfängt? Tagelang kein Internet zu haben und auf amerikanisches Fernsehen angewiesen zu sein. "Aber es gibt definitiv Schlimmeres", sagt Lindenau, die in den vergangenen Monaten gelernt hat, sich in Geduld zu üben.

Beruflich war dieses Jahr das 25. Jubiläum von Phoenix ein Highlight für sie. Der Kanal von ARD und ZDF feierte sein Bestehen im April, zu dem auch wir graturiliert haben. Zwar gibt es auf der Arbeit noch einige knifflige Probleme zu lösen, doch die Programm-Geschäftsführerin ist zuversichtlich und beeindruckt von ihrem Team.

Lindenau ist im kommenden Lebensjahr vor allem auf die ungeplanten Highlights gespannt. Sie setze sich viele kleine Ziele für "Glück, Gesundheit und Erfolg". Gratulationen erreichen sie heute auf allen Wegen, z.B. über Twitter, Linked-in und per E-Mail. (Foto: phoenix/WDR/Annika Fußwinkel)

WDR-Beschäftigte streiken für mehr Gehalt.

Konservenfernsehen: Ein Warnstreik beim WDR beinträchtig das Programm. Das vom WDR produzierte ARD-Vormittags­magazin "Live nach Neun" sendet nicht live, sondern ein Best-of. Im "Morgenmagazin" fielen alle Live-Schalten aus, Nachrichten kam vom SWR. Laut DJV-NRW haben sich mehr als 500 Feste und Freie an den Streik beteiligt. DJV und Verdi fordern in den laufenden Tarif­verhandlungen u.a. eine Erhöhung der Gehälter um 5,5 %.
dwdl.de, radioszene.de, wdr.verdi.de (Streikaufruf)

Debatte: Der WDR hat ein “kompliziertes Verhältnis” zu Springer.

Schwieriges Springer: Der WDR stolpert bei seinem "Lieblingsfeind" erneut über die eigenen Füße, schreibt "taz"-Autor Steffen Grimberg über eine abgebrochene TV-Doku zu 70 Jahren "Bild". "Wenn der WDR etwas über 'Bild' mache, werde das bei Springer immer gleich politisch ausgelegt, heißt es in der Kölner Anstalt." Damit gehe sie sich allerdings selbst auf den Leim – zudem würde man "den 'Bild'-Brei oft heißer essen, als er gekocht wird".
taz.de

Viererspitze ersetzt Steffen Simon als Leiter der WDR-Sportredaktion.

Führungsquartett: Ein Vierer-Team aus Judith Biedermann (Foto), Erik Felske, Sebastian Göllner und Klaus Heinen leitet bis auf Weiteres die Sportredaktion des WDR, die auch die "Sportschau" produziert. Der bisherige Leiter, Steffen Simon, war als Chef der Direktion für "Öffentlichkeit und Fans" zum DFB gewechselt. Der WDR sucht weiterhin eine dauerhafte Nachfolge.
horizont.net

WDR liebäugelt mit einer weiblichen Doppelspitze für das Justiziariat.

WDR: Intendant Tom Buhrow will dem Rundfunkrat eine weibliche Doppelspitze für das Justiziariat vorschlagen. Katrin Neukamm (Foto) und Caroline Volkmann sollen demnach die Nachfolge von Eva-Maria Michel antreten, die nach 25 Jahren im Herbst in den Ruhestand geht. Neukamm ist seit 2020 als Juristische Direktorin beim SWR tätig, Volkmann ist Professorin für Informationsrecht an der Hochschule Darmstadt.
presseportal.de

Zitat: Tom Buhrow sieht Zukunft des Radios als “emotionale Heimat”.

"Die Radiowelt muss eine emotionale Heimat sein. Die ganze Ansprache muss für die Region sein. Hier hat das Radio seine Chance."

WDR-Intendant Tom Buhrow sagt im dpa-Interview, dass sein Sender manche Zielgruppen linear im Radio und TV gar nicht mehr erreicht. Bei Digital-Angeboten sei nicht allen immer klar, dass sie vom WDR stammten.
meedia.de

Der WDR plant einen Thementag rund um die Inflation.

Teurer Tag: Der WDR macht im Fernsehen und im Radio am Mittwoch, den 1. Juni einen Thementag rund um die Inflation. Unter dem Titel "Alles wird teurer?!" will das WDR Fernsehen z.B. "pfiffige Spartipps" geben und sich mit der "Psychologie des Hamsterns" befassen, WDR 2 nimmt u.a. den Tankstellenrabatt unter die Lupe und 1Live sendet den ganzen Tag Infos über Benzinpreise und das 9-Euro-Ticket.
presseportal.de

WDR rollt rassistische Kriminalfälle in neuem Podcast auf.

Schwarz Rot Blut ist der Name des neuen True-Crime-Podcasts von Cosmo und WDR Feature, der Kriminalfälle betrachtet, die Betroffene und ihr Umfeld "ganz eindeutig als rassistische Taten sehen". Die Journalistinnen Lena Kampf, Gilda Sahebi, Nele Posthausen, Andreas Spinrath und Marianna Deinyan arbeiten sieben Fälle zwischen 1987 und 2019 auf. Der Podcast erscheint am 1. Juni in der ARD-Audiothek und auf allen bekannten Plattformen.
presseportal.de, wdr.de (Trailer, 1-Min-Audio)

WDR Mediagroup prüft rechtliche Schritte gegen Fynn Kliemann.

Die Masken fallen: Die WDR Mediagroup prüft nach den Masken-Enthüllungen rechtliche Schritte gegen Fynn Kliemann, erfährt das Redaktions­netzwerk Deutschland. Der Vermarkter hat 2020 im Auftrag von 1Live 5.000 Masken mit Logodruck von Kliemanns Firma Global Tactics gekauft, unter der Annahme, die Masken werden fair in Europa produziert. Das Recherche-Team um Jan Böhmermann wirft dem YouTuber vor, Millionen Masken in Asien hergestellt zu haben.
rnd.de, turi2.de (Background)

“WDR aktuell”-App bringt NRW-Wahlkreisergebnisse direkt aufs Handy.

App to date: Der WDR bringt am NRW-Wahlabend am 15. Mai die Ergebnisse aus Wahlkreisen, Städten und Gemeinden direkt aufs Handy. Möglich macht's die "WDR aktuell"-App, die für die Landtagswahl eine regionale und örtliche Polit-Pushfunktion bekommt. Zudem liefert das Tool eine individuelle Analyse für alle 128 Wahlkreise sowie alle 396 Städte und Gemeinden.
wdr.de

Basta: Einige WDR-Gebäude zeigen noch das Logo von 1996.

Toter Winkel: DWDL.de hat beim WDR nachgefragt, warum eigentlich an gut zugänglichen Gebäuden wie dem Archivhaus und dem Funkhaus in der Kölner Innenstadt immer noch das alte Logo von 1996 prangt. Daraufhin erklärt ein Sprecher, die Änderung der Logos an den Gebäuden solle sukzessive und ressourcenschonend zusammen mit Baumaßnahmen erfolgen. Inmitten der Diskussionen um die Höhe des Rundfunkbeiträgs beweist der WDR hier immerhin öffentlich seine Sparsamkeit.
dwdl.de

“Bild”: 1Live macht Wahlwerbung für SPD-Politiker Thomas Kutschaty.

Distanzverlust: WDR-Hörfunksender 1Live sympathisiert im Vorfeld der NRW-Landtagswahl auffallend stark mit SPD-Politiker Thomas Kutschaty, beobachtet "Bild". Unter einem Instagram-Post verteilt das Social-Media-Team Applaus-Emojis an Menschen, die ankündigen, Kutschaty wählen zu wollen. Auf Twitter blende der Sender dagegen Kommentare aus, die sich kritisch äußern. Der WDR gibt zu, 1Live habe "nicht ausreichend Distanz" gewahrt, es gebe einen "intensiven Austausch" über die "unangemessenen Kommentare".
bild.de

TV-Talk und Podcast “Domian live” im WDR enden.

Nicht mehr live: Der WDR setzt seine Zusammenarbeit mit Jürgen Domian nicht fort. Der TV-Talk "Domian Live" kehrt daher nicht aus der Corona-Pause zurück und auch der Podcast endet. "Wir bedauern, dass eine Einigung über eine Fortsetzung nicht zustande gekommen ist", sagt eine WDR-Sprecherin zu DWDL. Zur Ruhe setzen will sich Domian nach DWDL-Informationen nicht. Auch dem WDR bleibe er verbunden, schreibt er.
dwdl.de

WDR Lokalzeit bringt Menschen miteinander ins Gespräch.

Mitreden: Die WDR Lokalzeit startet eine Aktion, um Menschen mit unterschiedlichen Einstellungen miteinander ins Gespräch zu bringen. Am 4. April senden alle elf Lokalzeit-Ausgaben zeitgleich Beiträge, in denen zum Beispiel eine Veganerin einen Metzger trifft, ein Windkraftbetreiber einen Windkraftgegner und eine Feministin einen Mann, der vor seiner dritten Scheidung steht, weil seine Frau sich "mit Feminismus angesteckt" habe.
presseportal.de

Video-Tipp: Walulis beackert “Zwangsmaus”-Empörung von Julian Reichelt.

Video-Tipp: Julian Reichelt echauffiert sich über "ideologisch-sexualisierte Früherziehung" in der "Sendung mit der Maus" und erntet dafür vor allem Häme – auch von Philipp Walulis. Der erklärt "den Julian" im Stil einer "Maus"-Sach­geschichte und wundert sich, dass "Bild" Reichelt bei dem Thema völlig hängen lässt.
youtube.com (8-Min-Video),
turi2.de (Background)



WDR verteidigt Trans-Beitrag von der “Sendung mit der Maus”.


Maus mit Message: WDR-Kinderprogrammchefin Brigitta Mühlenbeck wehrt sich im "Spiegel" gegen Kritik an der Sendung mit der Maus, die am Sonntag Transgeschlechtlichkeit thematisiert hat. Auf Twitter hatte u.a. Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt gegen den Beitrag gewettert und von einer "ideologisch-sexualisierten Früherziehung mit Zwangsgebühren" gesprochen. Den Vorwurf der Sexualisierung weist Mühlenbeck deutlich zurück, es gehe "weder um Geschlechtsangleichungen noch um Geschlechtsverkehr", stellt sie klar. "Womöglich hat dieser erwachsene Mann gedacht, er bekomme ein paar Reaktionen, als er unsere Maus als 'Zwangsmaus' bezeichnete."

Dass die Sendung so hohe Wellen geschlagen hat, habe die Redaktion überrascht, gerechnet hatte man nur "mit ein paar Kommentaren" auf Social Media: "In unserer Wahrnehmung hat das Thema längst seinen Platz in der Öffentlichkeit – und auch schon länger in unserem Kinderprogramm." Angesprochen auf Kritikerinnen, die das Thema für nicht kindertauglich halten, entgegnet Mühlenbeck u.a., dass unter Fünfjährige "sowieso nicht allein vor dem Fernseher sitzen und sich die Sendung ansehen" sollten. Man wolle "immer auch zu fortführenden Gesprächen in Familien anregen". In der besagten "Maus"-Folge spricht Moderatorin Siham El-Maimouni mit Katja, die ihre Transsexualität lange geheim halten hatte.
spiegel.de (Paid), derwesten.de (Background)
(Foto: WDR/Annika Fußwinkel)

WDR verzichtet auf Übertragung des Düsseldorfer Karnevalzugs.

Kein Karneval: Der WDR streicht die geplante TV-Übertragung des verschobenen Rosenmontagszugs aus Düsseldorf am 29. Mai wegen des Ukraine-Kriegs. Schunkelnde Reporter und feiernde Kommentatoren seien "unmittelbar umgeben von Bildern des Ukraine-Konflikts nicht abbildbar", zitiert die dpa eine Sendersprecherin. Am ersten Tag des Krieges, dem 24. Februar, hatte der WDR Kritik dafür einstecken müssen, zunächst an der Ausstrahlung des Kölner Karnevals festgehalten zu haben.
digitalfernsehen.de, turi2.de (Background)

WDR-Sportchef Steffen Simon wird Mediendirektor beim DFB.

Wechselt die Seiten: Der bisherige WDR-Sportchef Steffen Simon wird voraussichtlich ab 1. Mai Direktor der Direktion "Öffentlichkeit und Fans" beim DFB. Dem stimmt das DFB-Präsidium bei einer außer­ordentlichen Sitzung zu. Simon hat 19 Jahre lang in leitenden Positionen beim WDR gearbeitet und die National­mannschaft bei acht Welt- und Europameisterschaften begleitet.
dwdl.de, pr-journal.de

Auch WDR und ARD machen Programme auf Ukrainisch.

WDR und ARD starten Angebote auf Ukrainisch. Der WDR bietet im Kinderradio einen Ukrainischsprachkurs an, auf dem Radiokanal Cosmo einen Ukraine-Podcast und auf der Maus-Seite ukrainisches Kinderprogramm. Die ARD hat in ihrer Mediathek eine ukrainische Rubrik eingerichtet. Auch RTL hat bereits ein werktägliches "Ukraine-Update" auf Ukrainisch angekündigt.
wuv.de, presse.wdr.de, turi2.de (Background)

Zitat: Sonia Mikich erinnert sich an die “schreckliche Zeit” der #MeToo-Vorwürfe im WDR.

"Ich sollte gleichzeitig Ermittlerin, Staatsanwältin, Richterin sein."

Ex-WDR-Chefredakteurin Sonia Mikich spricht im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" über die #MeToo-Vorwürfe im WDR 2018. Dies sei für sie eine "schreckliche Zeit" gewesen, weil sie das Gefühl gehabt habe, "ein enorm breites Kreuz haben zu müssen, um alle Ansprüche zu schultern".
sueddeutsche.de (Paid)

ARD und ZDF sagen Karnevalsübertragungen ab.

Krieg statt Karneval: Das ZDF und ARD blasen angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine alle Karnevalssendungen im TV ab. "Kölle Alaaf" und "Mainz bleibt Mainz" werden statt im Fernsehen zur Primetime nur in der ZDF-Mediathek zur Verfügung stehen. Auch die ab Montag geplanten ARD-Übertragungen wackeln, berichtet DWDL. Die Rosenmontagsfeier in Köln wurde wegen der Ereignisse ohnehin schon abgesagt. Stattdessen ist nun eine Friedensdemonstration in der Kölner Innenstadt geplant.
dwdl.de, tagesschau.de (Rosenmontagsfeier), turi2.de (Background)

Debatte: Karneval im WDR-Fernsehen ist “unangebracht”, schreibt André Beyer.

Karneval statt Krieg: Dem WDR-Fernsehen scheint die Übertragung vom Kölner Karneval wichtiger zu sein als die Ukraine-Berichterstattung, schreibt Digital­fernsehen-Autor André Beyer. Der Hinweis am Bildschirmrand auf entsprechende Sendungen im Radio und online tue den "unangebracht ausgelassenen Karneval-Bildern" keinen Abbruch. Während das WDR-Fernsehen die Übertragung nun früher beendet habe, entschieden sich Radio Köln und WDR4 schon am Morgen gegen Faschingsmusik.
digitalfernsehen.de , meedia.de

Sandra Maischberger talkt ab Mai zweimal in der Woche.

Doppelte Dosis: Sandra Maischberger geht ab dem 3. Mai zweimal in der Woche im Ersten auf Sendung. Ihr Talk-Format läuft dann nicht mehr nur mittwochs, sondern auch dienstags nach den "Tagesthemen". Derzeit heißt Maischbergers Sendung "Maischberger. Die Woche", ein neuer Titel steht laut DWDL noch nicht fest. Der WDR-Rundfunkrat sieht die Pläne kritisch und fordert vom Sender ein "alternatives Konzept" für den Dienstagabend nach Ablauf von Maischbergers Vertrag in 2023.
presseportal.de, dwdl.de

Hör-Tipp: True Crime ist nicht wegen der Sensationslust so beliebt, sagt Anna Maria Beekes.

Hör-Tipp: Für die Beliebtheit von True-Crime-Formaten ist nicht die Sensationslust der Menschen ausschlaggebend, sagt Journalistin Anna Maria Beekes im WDR5-Feature Neugier genügt. Es gehe vor allem darum, dass in dem Format hinter die Kriminalfälle geschaut wird. Kriminologe Tobias Singelnstein hingegen warnt, dass in True Crime Kriminalität als etwas betrachtet wird, das nur andere betrifft. Das Verständnis, dass Kriminalität ein "Teil der Gesellschaft ist", gehe verloren, wenn nur noch die "besonders spektakulären Fälle thematisiert werden".
wdr.de (20-Min-Audio)

Klick-Tipp: BR und WDR verfolgen Spuren zum russischen Geheimdienst.

Klick-Tipp: Die Hacker der Gruppe "Snake" gehören zu den gefährlichsten Cyberspionen der Welt. Ein interaktiver BR-Artikel zeigt, wie Reporter des BR und WDR ihnen auf die Spur kommen. Beim Herunter­scrollen wird auf verschiedene Gegenstände gezoomt, die an einer Tafel angepinnt sind. Eine Zettel mit Programmier­code etwa zeigt, wie die Reporter die ersten Spuren entdecken, die sie zu den mutmaßlichen Urhebern von Snake führen.
interaktiv.br.de

WDR verschärft seine Social-Media-Regeln doch nicht.


Rückzieher: Der WDR setzt seine umstrittenen Pläne für neue Social-Media-Regeln doch nicht um, berichtet "Meedia". Die Dienstanweisung betreffe nun lediglich die “offiziellen Social-Media-Accounts des WDR”. Statt wie zunächst angedacht private Accounts von Beschäftigten zu reglementieren, will der Sender nun "Empfehlungen" formulieren. "WDR-Beschäftigte sollten private und dienstliche Online-Auftritte künftig klarer voneinander trennen", heißt es. Der Sinneswandel kommt, nachdem eine geleakte Social-Media-Anweisung für WDR-Mitarbeitende in der vergangenen Woche für Kritik gesorgt hatte. Darin wollte der Sender seine bereits vorhandenen Social-Media-Richtlinien arbeitsrechtlich verbindlich machen. Die Regeln sollten demnach auch für private Accounts gelten, “soweit der WDR von diesen mittelbar oder unmittelbar betroffen ist”. Unter anderem solle der Eindruck der Parteilichkeit vermieden werden, sonst drohe die Versetzung, heißt es etwa in den Vorschriften.

Das Vorhaben hat auch in sozialen Medien für reichlich Kritik gesorgt. Jan Böhmermann etwa sieht die Pläne als Zeichen, dass die Rundfunk­anstalt kein Interesse an “mutigen, jungen, freien und selbstbewussten Journalistinnen” habe. Der Geschäftsführer des DJV-NRW Volkmar Kah sagt in einem Statement, dass es in "vielen Medienbetrieben" Social-Media-Guidelines gebe und Medienschaffende "professionell und umsichtig" damit umgehen sollten. Die Vorschläge des WDR aus der vergangenen Woche jedoch gingen "weit an akzeptablen Entwürfen vorbei". Auch intern haben der Personalrat und die Redakteurs­vertretung des WDR Bedenken geäußert, es handele sich bei den neuen Regeln möglicherweise um eine “Einschränkung der Meinungsfreiheit”. (Foto: Christoph Hardt / Geisler-Fotopress / Picture Alliance)
meedia.de, turi2.de (Background), netzpolitik.org
Mitarbeit: Pauline Stahl

Netzpolitik.org: Pläne für verschärfte Social-Media-Regeln sorgen für Unmut im WDR.

Gefällt nicht: Pläne für verschärfte Social-Media-Regeln stoßen beim WDR auf Unmut, berichtet Netzpolitik.org. Demnach haben Personalrat und Redakteursvertretung "intern Bedenken wegen möglicher Einschränkung von Meinungsfreiheit angemeldet". In den Vorschriften steht z.B., der Eindruck von Parteilichkeit solle vermieden werden, sonst drohe die Versetzung. Die Meinungsfreiheit sei in Ausgleich mit "der aus dem Arbeitsverhältnis resultierenden Pflicht zur Loyalität" zu bringen. Neben offiziellen WDR-Accounts soll dies auch für Inhalte in privaten Konten gelten – nicht nur bei Tweets, sondern auch bei Likes oder Abonnements.
netzpolitik.org, cdn.netzpolitik.org (Volltext Entwurf)