“Zeit”: Die “Maus” wird ausgeschlachtet.

Mäuse: Die Sendung mit der Maus ist eine Goldgrube für den WDR, analysiert Marcel Laskus für die "Zeit". Das schlaue Nagetier wirbt u.a. für "Kartoffelrösti von Bofrost" und "stinkende Aldi-Bettwäsche", die Erlöse kommen aber nicht dem Programm zugute. Der WDR betont, man achte bei der Vermarktung der Maus auf strenge Regeln – laut "Zeit" gab es trotzdem Schokomüsli und Limo mit Maus-Marketing.
zeit.de (Paid)

Zahl des Tages: Tom Buhrow will mehr Menschen für den non-linearen WDR begeistern.

Zahl des Tages: Jede 3. Bürgerin von Nordrhein-Westfalen soll bis 2025 mindestens einmal täglich das nicht-lineare Angebot des WDR nutzen, veranschlagt Intendant Tom Buhrow in einer Sitzung des Rundfunkrats. Erreichen will er das u.a. mit einer intensivierten regionalen Berichterstattung und dem Anspruch "online first".
presseportal.de

Lese-Tipp: Siham El-Maimouni will Kulturschaffenden eine Bühne geben.

Lese-Tipp: Wer gute Kulturberichterstattung machen möchte, soll sich "erst mal über deren existentiellen Stellenwert in unserer Gesellschaft bewusst sein", sagt Siham El-Maimouni dem WDR. Im Interview mit Christine Schilha spricht sie als neue "Titel, Thesen, Temperamente"-Moderatorin über die Verantwortung, Kulturschaffenden eine Bühne zu geben, da "ihnen die echte Bühne" in der Pandemie genommen werde.
wdr.de, turi2.de (Background)

Rundfunkrat fordert Konsequenzen für “Tatort”-Schauspielerinnen, die bei #allesdichtmachen dabei sind.

Noch 'ne Rolle rückwärts: Der WDR-Rundfunkrat Garrelt Duin stiftet mit einem Post zur Aktion #Allesdichtmachen Verwirrung, in dem er fordert, dass beteiligten "Tatort"-Schauspielerinnen die Jobs gekündigt werden. "Sie haben sich als Repräsentanten der öffentlich-rechtlichen Sender unmöglich gemacht. Die zuständigen Gremien müssen die Zusammenarbeit – auch aus Solidarität mit denen, die wirklich unter Corona und den Folgen leiden – schnellstens beenden." Kurz darauf rudert Duin zurück: "Der Tweet heute Morgen war Mist. Inhaltlich überzogen und meiner Rolle als Mitglied im Rundfunkrat nicht angemessen."
bild.de, rtl.de

Meinung: Das Kulturradio schafft sich ab.

Klassik-Clinch: Ronald Düker echauffiert sich in der "Zeit" über Änderungen des Klassikprogramms bei WDR 3. Die Orientierung der Musikauswahl an statistisch erhobenen Interessen selbsterklärter Klassikfans mache aus dem "Bildungsauftrag" einen "Nachbildungsauftrag". Der neue Moderationsleitfaden und seine "Stolpersteinsätze" wie "Musik ist Emotion pur", würden suggerieren, dass der WDR neben betreutem Hören auch auf betreutes Moderieren setze.
"Zeit" 17/2021 (Paid)

turi2 edition #14: Georgine Kellermann über Hass und Heimat.


Netz-Ikone: Nach 62 Jahren ändert Georgine Kellermann ihr Aussehen und ihren Pass. Sie stellt klar: Ich bin eine Frau, kein Mann. Auf Twitter präsentiert sie sich seitdem als Journalistin, die ihr Leben und ihren Job feiert. Dafür erfährt sie viel Applaus, aber auch Hass. Kellermann geht damit offen um. “Wissen Sie, ich bin ziemlich selbstverliebt”, sagt die WDR-Studioleiterin im Interview mit Elisabeth Neuhaus für die turi2 edition #14. Hier das E-Paper mit allen Interviews kostenlos lesen. Weiterlesen…

Siham El-Maimouni wird zweite Moderatorin beim ARD-Kulturmagazin “ttt”

ARD holt Siham El-Maimouni, 36, als zweite Moderatorin des Kulturmagazins Titel, Thesen, Temperamente an Bord. Sie moderiert erstmals am kommenden Sonntag und zunächst einmal im Monat im Wechsel mit Max Moor. El-Maimouni kommt vom WDR, wo sie u.a. seit 2017 das Kulturmagazin Westart moderiert. Bei "ttt" soll sie verstärkt online zum Einsatz kommen und langfristig zum "zweiten Gesicht der Sendung" werden.
presseportal.de

Lese-Tipp: Lisa Zauner und Alexander Nieschwietz vom WDR Innovationhub über innovativen Journalismus.

Lese-Tipp: "Dem WDR mangelt es nicht an guten Ideen, sondern viel mehr daran, dass er auch mal weiter in die Zukunft blicken sollte, um strategisch Ableitungen zu treffen", sagt Lisa Zauner (Foto) vom Innovation Hub des Senders. Dort betrachten sie und Alexander Nieschwietz die kommenden zwei bis fünf Jahre und kooperieren mit einer Agentur für Trendforschung. Alle Erkenntnisse teilen sie via Newsletter mit dem WDR-Team.
medium.com

“Bild”: Unbekannte kapern 1Live-Frequenz für Querdenker-Thesen.

Störgeräusche: 1Live, junge Radiowelle des WDR, ist offenbar von Corona-Leugnerinnen gekapert worden, berichtet "Bild". "Die Grippe ist plötzlich verschwunden, plötzlich gibt es Corona. Wann stellt ihr die richtigen Fragen?", sei z.B. zwischen dem normalen Programm zu hören gewesen. Schon seit der ersten Märzwoche würden beim WDR Störungsmeldungen eingehen – vor allem aus dem Kreis Borken. Der Sender habe umgehend die Bundesnetzagentur informiert, dort sucht man bereits nach der Quelle für die Störungen.
bild.de (Paid) via dwdl.de, rnd.de

WDR bringt neue Late-Night-Show mit Daniel Donskoy.

WDR startet am 23. April die Late-Night-Show "Freitagnacht Jews" mit Daniel Donskoy. Der 31-Jährige führt freitags um 23.30 Uhr durch die acht Folgen Sendung, die er "thematisch zwischen Antisemitismus und Hühnersuppe" verortet. Das Format gehört zum WDR-Themenschwerpunkt "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". Zu Gast sind u.a. Sascha Chaimowicz, Max Czollek und Susan Sideropoulos. Die Show ist auch über die Mediathek sowie den YouTube-Kanal des WDR abrufbar.
dwdl.de

Samira El Ouassil sieht im WDR-Themenabend zu Rassismus ein “Zugeständnis”.

WDR-Themenabend zu Rassismus lässt Samira El Ouassil "etwas ratlos zurück". Bei Übermedien schreibt sie: "Weder die Optimistin noch die Pessimistin in mir konnte wirklich etwas aussetzen oder feiern." Der Sendung gelang es nicht, strukturellen Rassismus "auch für eine Person greif- und spürbar werden zu lassen, die nicht davon betroffen ist". Allerdings sei der "Elefant im Raum mal ausführlicher adressiert und beschrieben" worden. El Ouassil findet: "Dass dem Thema so viel Zeit eingeräumt wurde, und das auch noch zur Primetime, ist ein Zugeständnis und zeugt von einem Bewusstsein dafür, wie notwendig das ist."
uebermedien.de

Zitat: Gerhart Baum kritisiert Änderungen bei WDR 3.

"Gegen breitere Akzeptanz ist ja an sich nichts zu sagen – aber bitte nicht auf Kosten anspruchsvoller, mitunter auch anstrengender Programminhalte."

Gerhart Baum, Vorsitzender des Kulturrats NRW und Mitglied der WDR-Rundfunkrates, kritisiert im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" den Umbau der Kultur-Welle WDR 3. Ihm fehle der "Bezug auf den Programmauftrag", im Vordergrund stehe immer die Frage, wie man mehr Hörerinnen erreicht.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Rassismus-Talk im WDR: Gäste sagen kurzfristig ab.

Rückzieher: Tayo Awosusi-Onutor, Perla Londole und Hadija Haruna-Oelker haben ihre Zusage für den WDR-Themenabend Freiheit, Gleichheit, Hautfarbe! – Warum hat Rassismus mit uns allen zu tun? kurzfristig zurückgezogen. Laut Übermedien trauen sie der Sendung nicht zu, "systematischen Rassismus ernsthaft zum Thema zu machen" und fühlen sich als "Alibi-Vertreterinnen" missbraucht. Der WDR spricht von "unterschiedlichen Vorstellungen über die inhaltliche und personelle Gestaltung der Diskussionsrunde".
uebermedien.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

WDR 3 verliert Moderatorinnen bei seinem Werben um neue Hörerinnen.

Klassisches Problem: Beim Kultur- und Klassikradio WDR 3 tobt ein Kulturkampf, schreibt Jan Brachmann. Die Moderatorinnen bekommen von der WDR-Leitung immer mehr Empfehlungen, wie sie zu moderieren haben und welche Titel auszuwählen seien. Ziel ist es offenbar, mehr Hörerinnen zu gewinnen, die sich sonst weniger mit klassischer Musik beschäftigen. Kritikerinnen befürchten so jedoch Stammhörerinnen zu vergraulen. Mehrerer langjährige Moderatorinnen haben ihren Abschied verkündet.
faz.net (Paid)

Übermedien: Im WDR gibt es zwei neue Fälle des Vorwurfs sexueller Belästigung.

#MeToo again: Drei Jahre nach den Vorwürfen sexueller Belästigung beim WDR sind aktuell zwei neue Fälle aktenkundig, schreibt Übermedien. Einem Mitarbeiter sei "unmissverständlich deutlich gemacht worden", dass sein Verhalten "nicht geduldet wird und in Zukunft nicht mehr vorkommen darf". Der zweite Fall werde noch geprüft. Zu Details äußert sich der WDR nicht. Die 2019 geschlossene Dienstvereinbarung zum Schutz vor Übergriffen habe der Personalrat inzwischen gekündigt. Der Jahresbericht der Beschwerdestelle zählt von März 2019 bis Februar 2020 insgesamt 52 Anliegen von Mitarbeiterinnen, insbesondere wegen Machtmissbrauchs und Mobbings, bei keinem der Anliegen soll es um sexuelle Belästigung gegangen sein. Nur sechs seien davon letztlich bei der Clearing-Stelle in der Intendanz gelandet.
uebermedien.de (Paid), dwdl.de

Zitat: “Maus”-Miterfinder Armin Maiwald stößt bei manchen Themen an Grenzen.

"Medienkompetenz nach dem Motto 'Du sollst nicht mobben' kann die 'Maus' wahrscheinlich nicht leisten."

Armin Maiwald, 81, Miterfinder der Sendung mit der Maus, sagt im DWDL-Interview zum Jubiläum, dass er bei manchen Themen an Grenzen stößt. Über die Entstehung von Kriegen habe er schon acht Drehbücher geschrieben, die der Redaktion bisher "nicht schlüssig genug" waren.
dwdl.de

Zitat: Die Maus klackert über Dinge, über die sie nicht sprechen kann.

"Ich halte es mit Wittgenstein: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man klackern."

Die WDR-Maus gibt der "Welt am Sonntag" anlässlich ihres 50. Geburtstags ein Interview über Kommunikation, Fellfarbe und fusselnde Merchandising-Stofftiere.
"Welt am Sonntag", S. 12 (Paid)

weitere Zitate:

... über die Titel-Musik:

"Ich bin froh, dass der WDR nicht irgendwann Dieter Bohlen mit der Neukomposition beauftragt hat, wie bei der 'Sportschau'. Danach war die Sendung so gut wie tot."

... über die Kritik an ARD und ZDF:

"Ich halte es da mit dem ehemaligen Finanzminister Hans Eichel. Der hat mal gesagt: 'Wenn man die ARD abschafft, würde man auch die Maus abschaffen. Und das kann keiner wollen.'"

Zahl des Tages: Von der “Sendung mit der Maus” gibt es mehr als 2.300 Folgen.

Zahl des Tages: Mehr als 2.300 Folgen gibt es inzwischen von der Sendung mit der Maus, sie hat sich "zur bundesdeutschen Institution gemausert", lobt Laura Ewert im "Focus". Anfang März wird die Maus 50 Jahre alt, im Lockdown schossen die Einschaltquoten der orangenen Sympathieträgers, der Kindheiten und das Land mit Lebensfreude prägt, in die Höhe. Übrigens: Das Geräusch des Augen-Klimperns entsteht durch Kastagnetten, der Maus-Gang mit Kokosnussschalen.
"Focus" 9/2021, S. 68 (Paid)

Rundfunkanstalten platzieren Literaturberichterstattung in der Nische.

Literaturjournalismus: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk treibt "die Auflösung der Gesellschaft in Zielgruppen und Kundenprofile" voran, schreibt Felix Stephan in der "Süddeutschen". Während Verlage Autor*innen aus dem Digitalen in der Verlagswelt aufbauen, tauchen die Sender in digitale Milieus ab, meint er. Die Existenz einer allgemeinen Öffentlichkeit werde von den Anstalten geleugnet, die stattdessen die "spitze Zielgruppe" im Netz erreichen wollen. Anlass für Stephans Ausführungen ist eine Diskussion zur Zukunft der Literaturkritik im WDR.
sueddeutsche.de (Paid)

Meinung: Social-Media-Dienste moderieren ihre Inhalte mit Willkür.

Lösch-Fauxpas: Soziale Netzwerke sind "mit der Flut an Inhalten überfordert", schreibt Simon Hurtz in der "Süddeutschen" anlässlich eines gelöschten "Monitor"-Beitrags. Instagram hat das Video über den Anschlag von Hanau fälschlicherweise gelöscht und sich später entschuldigt. Wenn die Löschwillkür Accounts trifft, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, sind Betroffene meist hilflos, so Hurtz. Gesetzlich seien zwar Strafen für Versäumnisse, nicht aber für "Overblocking" vorgesehen.
sueddeutsche.de

WDR will Inhalte von Mediatheken besser kontrollieren.

Nach Rassismus-Skandalen: Der WDR denkt darüber nach, für seine Mediathek "die Kontrollmechanismen auszuweiten", sagt eine Sprecherin dem "Spiegel". Derzeit seien die zugehörigen Redaktionen dafür verantwortlich, über die Vorzeigbarkeit von Inhalten zu entscheiden. Der steigende Mediatheks-Umfang und die längere Verweildauer ihrer Inhalte macht "eine Art permanente Bestandsaufnahme der Archivinhalte" wichtiger, schreibt Christian Buß dazu.
spiegel.de

WDR erntet Kritik für Blackfacing in Karnevals-Sendung.

Wiederholungstäter: Der WDR steht erneut in der Kritik wegen der Ausstrahlung rassistischer Inhalte. Aufreger ist das am Samstagabend gelaufene Best-of der Karnevals-Veranstaltung Wider den tierischen Ernst. In einem Ausschnitt von 2010 sind zwei schwarz bemalte Männer zu sehen, die neben der als Ägypterin verkleideten Désirée Nick stehen. Mehrere Twitter-Nutzer*innen kritisieren die rund vierminütige Szene und das unglückliche Verhalten des WDR. Nick distanziert sich von dem Clip und beteuert, der WDR habe den Auftritt konzipiert und den Text vorgegeben. In der Büttenrede rechnet Nick mit damals aktiven Politiker*innen ab. Inzwischen hat der WDR die entsprechenden Bilder in der Mediathek durch eine Text-Tafel ersetzt, die auf die Problematik hinweist. "So etwas darf uns nicht passieren – erst recht nicht nach den Diskussionen der vergangenen Wochen. Und es zeigt: Wir haben hier noch viel zu tun", twittert der Sender.

Erst kürzlich hat sich der WDR Ärger mit einer Wiederholung von Die letzte Instanz eingehandelt. In der Talk-Show hatten ausschließlich weiße Medienschaffende über Rassismus diskutiert und mit grünen bzw. roten Karten darüber abgestimmt, ob die Umbenennung der "Zigeunersoße" nötig gewesen war. Der Sender hatte sich danach entschuldigt und Besserung gelobt. Für März ist ein Themen-Schwerpunkt zu Rassismus angekündigt.
rnd.de, twitter.com (Kritik), twitter.com (WDR-Statement), turi2.de (Themen-Schwerpunkt), turi2.de (Die letzte Instanz)


“Welt am Sonntag”-Gastbeitrag: Thomas Gottschalk nimmt Stellung zu Rassismus-Kritik und widerspricht turi2.

Gottschalk erklärt sich: Entertainer Thomas Gottschalk reagiert in seinem "Welt am Sonntag"-Gastbeitrag erstmals auf die Rassismus-Vorwürfe gegen ihn, die nach seinem Auftritt im WDR-Talk Die letzte Instanz aufgekommen waren. Das "unselige" Z-Wort werde er "nie mehr benutzen". Zudem werde er gewisse Begriffe künftig meiden – nicht der Political Correctness wegen, sondern weil Menschen mit seiner "Eloquenz unzählige Worte zur Verfügung stehen, die weder missverständlich sind, noch aus einer Denkschule kommen, die ausgedacht hat". Zu einer Entschuldigung ist er dennoch nicht bereit, da seine Äußerungen "weder verletzend noch bösartig" gemeint gewesen waren: "Aber ich bin bereit, zu lernen und zuzuhören", so der Show-Master weiter. "Mein Weltbild entstand im letzten Jahrhundert, und ich akzeptiere, dass da einiges justiert werden muss."

Auch zu seinem Clubhouse-Auftritt von vergangenem Sonntag äußert sich Gottschalk: Bei einer Diskussion über den "Sinn und Unsinn des öffentlich-rechtlichen Fernsehens" habe er "reflexhaft die Hand gehoben" und seine "kritische Meinung zum Besten gegeben". Eine "Wutrede", wie turi2 den Auftritt bewertet hatte, sei das jedoch nicht gewesen: "Ich bin ein Fan des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, aber ich ärgere mich darüber, wie dieser sich in verknoteten Strukturen zu Tode verwaltet".
edition.welt.de (Paid), turi2.de (Letzte Instanz), turi2.de (Clubhouse)

“prisma”-Chef Stephan Braun holt Jürgen Domian ins Clubhouse.

prisma, TV-Beilage aus Düsseldorf, und ihrem Chefredakteur Stephan Braun gelingen ein kleiner Clubhouse-Scoop: Unter der Fahne der Zeitschrift feiert die WDR-Talk-Legende Jürgen Domian (Foto) seine Clubhouse-Premiere. Am Montag zwischen 21 und 22 Uhr sprechen Domian, Braun und Christian Parth, Redaktionsleiter "Domian live", zum Thema: "Corona, Lockdown und kein Karneval - was macht das alles mit uns?" Der Talk ist gleichzeitig die "prisma"-Premiere bei Clubhouse, Stephan Braun plant zunächst mit einer wöchentlichen Reihe.
turi2 – eigene Infos, joinclubhouse.com (Kalender-Link fürs iPhone)

Klick-Tipp: Der WDR lädt digital in den Braunkohle-Tagebau.

Klick-Tipp: Der WDR ermöglicht den digitalen Besuch des Braunkohle-Tagebaus Garzweiler sowie des Hambacher Forst und des Kraftwerks Niederaußem. In dem interaktiven 360-Grad-Projekt können Nutzer*innen sich an verschiedenen Punkten umsehen und Moderatorin Donya Farahani Fragen stellen. Zuvor hatte der WDR bereits ähnliche Projekt zum Kölner Dom und einem Steinkohle-Bergwerk veröffentlicht.
tagebau.wdr.de via dwdl.de

WDR kontert “Spiegel”-Kritik über gelöschten Beitrag.


Retourkutsche: Der WDR sagt, der "Spiegel" berichte "unwahr und tendenziös" über einen gelöschten Radiobeitrag zur Räumung des Hambacher Forsts. Das Audio-Stück verarbeitet heimliche Videomitschnitte von Ministerpräsident Armin Laschet. Deren "angebliche Kernaussage – 'Ich brauche einen Vorwand' – hatte damals schon keinen Newswert", schreibt der WDR. NRW-Innenminister Herbert Reul habe dergleichen zuvor bereits offen zugegeben, u.a. in der Sendung Westpol, aus welcher der WDR in seiner Stellungnahme ausgiebig zitiert.

Für das Verwenden heimlicher Aufnahmen brauche es einen "triftigen Grund", das Video sei aber als Beweis gar nicht mehr nötig gewesen. Aus den selben Gründen veröffentliche der Sender das Video auch jetzt nicht und verweist darauf, dass es ausschnittweise ohnehin im Internet kursiere. WDR-Newsroom-Leiter Stefan Brandenburg schreibt zudem auf Twitter, dass Beitragsautor Jürgen Döschner tagelang mit der Fachredaktion über das Video diskutiert habe. Nach der Ablehnung seines Beitrags habe er ihn anderen Redaktionen mit Zeitdruck angeboten, ohne vom vorigen Votum der zuständigen Redakteur*innen zu berichten.
wdr.de, twitter.com, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Kritischer WDR-Beitrag über Laschet doch noch auffindbar.

Video-Tipp: Ein Ausschnitt aus dem Politikmagazin "Westpol" zeigt, dass der WDR 2019 kritisch über die Äußerungen von Armin Laschet zum Hambacher Forst berichtet - und entsprechende Berichte zumindest nicht gänzlich gelöscht hat: "Die Unwahrheit, die Irreführung an dieser Stelle, das fällt der Landesregierung nach wie vor auf die Füße", heißt es darin. Der "Spiegel" hatte zuvor über die Löschung eines kritischen Radio-Beitrags berichtet.
twitter.com (1-Min-Video), turi2.de (Background)


WDR stoppt kritischen Beitrag über Armin Laschet.


Lässt Laschet löschen? Der WDR hat im September 2019 einen kritischen Beitrag über Armin Laschet (Foto links) aus der Mediathek gelöscht, berichtet der "Spiegel". In dem Radio-Stück berichtet Redakteur Jür­gen Dösch­ner über ein heimlich aufgenommenes Video, das einen aufgebrachten NRW-Landesvater zeigt, wie er zugibt, für die Räumung des Hambacher Forsts 2018 einen Vorwand gebraucht zu haben. Offiziell hatte der WDR den Beitrag wegen journalistischer Mängel aus dem Programm genommen, etwa weil das Video heimlich aufgenommen wurde und das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen worden sein könnte. Ein Justiziar des Senders hatte die Berichterstattung zuvor als zulässig eingeschätzt, der WDR-Schlichtungsausschuss kommt nun zu dem gleichen Ergebnis.

Eine interne Mail legt laut "Spiegel" nahe, dass Programmdirektor Jörg Schönenborn bei der Löschung der Berichterstattung eine Rolle gespielt hat. Das Magazin zitiert aus dem Schreiben eines "Tagesschau"-Redakteurs, der die Redaktion "nach Rück­spra­che mit un­se­rem In­for­ma­ti­ons­di­rek­tor Jörg Schö­nen­born" bittet, den Beitrag zu depublizieren. WDR-Redakteur*innen kritisieren laut "Spiegel" schon länger "die mangelnde Distanz zwischen dem Sender und der Landes­regierung". (Foto: Michael Kappeler/ dpa, Annika Fußwinkel / WDR; Montage: turi2)
"Spiegel" 6/2021, S. 68 (Paid)

Mitarbeit: Markus Trantow

WDR entschuldigt sich für “Die letzte Instanz”-Sendung zu Rassismus ohne Betroffene.

Letztinstanzliche Entschuldigung: Der WDR entschuldigt sich für eine Sendung der Diskussionsreihe Die letzte Instanz. "Bei so einem sensiblen Thema hätten unbedingt auch Menschen mitdiskutieren sollen, die andere Perspektiven mitbringen", schreibt der WDR auf Twitter und als Hinweis in der Mediathek. Vorausgegangen ist ein Shitstorm auf Twitter zur Sendung, in der Moderator Steffen Hallaschka ausschließlich mit weißen Medienschaffenden über Rassismus diskutiert und zum Beispiel Thomas Gottschalk über Blackfacing berichtet hatte. Die Folge ist aus dem November, der WDR zeigte am Freitag eine Wiederholung.
jetzt.de, twitter.com

Meinung: Öffentlich-Rechtliche fordern ihr Publikum nicht mehr.

ard_zdf_150x150Qualitäts-Debatte: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk fordert sein Publikum nicht mehr und lässt es dadurch alleine, schreibt Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung". Als Beleg dafür sieht er u.a. die jüngst zusammengestrichenen Literatur-Rezensionen im WDR. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk befände sich heute "auf der Höhe seiner Banalität". Gute Dinge gebe es zwar noch, aber "zu selten" oder in Spartenkanälen versteckt.
sueddeutsche.de

Meinung: WDR verrät Kulturauftrag mit abgesetzter Literaturkritik.

Lese-Lücke: WDR begeht mit dem Zusammenstreichen seines Literaturprogramms "Verrat am Kulturauftrag", kritisiert Felix Stephan. Die "ganz rechte Infosphäre" freue sich über die entstehenden Lücken und dränge in den kulturellen Raum. Literaturkritik gehört laut Stephan gerade deshalb in den öffentlich rechtlichen Rundfunk, weil der keinen ökonomischen Druck habe und mit Literaturkritik nicht viel Geld zu machen ist. Er unterstellt dem WDR "Angst, als elitär zu gelten" – deshalb gebe es immer weniger "angeblich Kompliziertes" und stattdessen viel Gefühliges.
sueddeutsche.de

Fußball-Kommentatorin Sabine Töpperwien geht vorzeitig in den Ruhestand.

Schlusspfiff: WDR-Fußball-Reporterin Sabine Töpperwien, 60, verabschiedet sich nach mehr als 700 Spielen vorzeitig und überraschend in den Ruhestand. Seit knapp einem Jahr habe sie chronische Schmerzen in den Armen, sagt Töpperwien im WDR-Interview: "Mit halbem Dampf arbeiten – das will ich nicht." Ein Spiel will sie noch kommentieren, wenn es nach Corona wieder geht - bevorzugt Köln gegen Bayern. Töpperwien hat 1987 erstmals ein Zweitliga-Spiel kommentiert und war die erste Frau, die regelmäßig in der ARD-Bundesligakonferenz berichtet hat.
wdr.de, bild.de

turi2 edition #13: Michael Loeb über Zuversicht.


Alles wird gut: Michael Loeb, Geschäftsführer der WDR mediagroup, glaubt daran, dass vieles bald wieder “wie früher” wird – erstes Anzeichen ist für ihn die Reaktion der deutschen Fußballfans auf die 0:6-Pleite gegen Spanien: “Binnen weniger Minuten wurden aus gefühlt 80 Millionen Virologen in Deutschland wieder Bundestrainer”. Im Videofragebogen von turi2 bekennt Loeb passenderweise seine Leidenschaft für den 1. FC Köln. Seinen Gastbeitrag für die turi2 edition #13 können Sie hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Staatstrojaner sind deutlich weniger im Einsatz als zunächst kommuniziert.

Verwirrung: Die vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen zum Einsatz von Staatstrojanern im Jahr 2019 sind deutlich zu hoch, sagen WDR und NDR. Offenbar haben mehrere Staatsanwaltschaften das entsprechende Formular fehlerhaft ausgefüllt. Ursprünglich hieß es, dass die umstrittene Überwachungstechnologie 368 mal eingesetzt wurde, obwohl sieben Länder keinen Gebrauch von ihr machten.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Zitat: Tom Buhrow nennt Politiker beim Rundfunkbeitrag “Verantwortungsverweigerer”.

"Ich habe durchaus Respekt dafür, dass gewählte Abgeordnete kritische Fragen stellen. Das ist legitim. Nur, vor der Verantwortung, den Auftrag zu ändern, laufen sie meiner Meinung nach davon."

WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow ärgert sich im "Handelsblatt"-Interview zur gescheiterten Beitrags­erhöhung über "Verantwortungs­verweigerer" in der Politik.
"Handelsblatt", S. 24/25 (Paid)

Der WDR testet eine Audio-Option in “klarer Sprache”.

WDR zeigt am Samstag und Sonntag mehrere Sendungen, darunter zwei "Tatort"-Folgen und "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", mit einer zusätzlichen Audiospur in "klarer Sprache". Das Angebot dient als Test und ist zunächst nur im Satellitenempfang und in der Mediathek verfügbar. Vorausgegangen waren Online-Tests mit Sendungsausschnitten, bei denen deutlich wurde, das viele Zuschauer*innen Schwierigkeiten haben, TV-Dialoge zu verstehen.
spiegel.de

Internationale Medien führen Recherchen ermordeter, mexikanischer Journalistin fort.

Cartel Project: NDR, WDR, die "Süddeutsche Zeitung und die "Zeit" erzählen gemeinsam mit der Organisation Forbidden Stories die Geschichte der ermordeten, mexikanischen Journalistin Regina Martínez und führen ihre Recherchen fort. Martínez hatte im Umfeld mexikanischer Drogenkartelle recherchiert und wurde 2012 umgebracht. An den Recherchen sind 25 Medien aus 18 Ländern beteiligt.
tagesschau.de, zeit.de, sueddeutsche.de (Paid), forbiddenstories.org

Meinung: Von der WDR-Spotify-Kooperation profitiert vor allem Spotify.

WDR hat mit der Kooperation mit Spotify beim Maischberger-Podcast Tatsachen für die gesamte ARD geschaffen, von denen vor allem Spotify profitiert, kommentiert Sandro Schroeder. Spotify bekommt für seine Marke die analoge und digitale Reichweite der ARD, die es versäumt hat, selbst eine offene Podcast-Plattform zu etablieren. Die Kooperation wirke "wie ein verzweifeltes Nachsteuern" und sei "keine gute Strategie".
uebermedien.de, turi2.de (Background)

TV-Talk “Hirschhausens Sprechstunde” bekommt einen Radio-Ableger bei WDR 4.

WDR bringt "Hirschhausens Sprechstunde" ins Radio: Ab dem 23.11. gibt TV-Arzt Eckart von Hirschhausen bei WDR 4 jeden Montag um 9.25 Uhr fünfminütige Impulse für einen gesunden Lebensstil und erklärt Zusammenhänge zwischen persönlicher Gesundheit und Veränderungen der Umwelt. Im WDR Fernsehen laufen sechs neue Ausgaben der gleichnamigen TV-Talkshow ab dem 4. Januar 2021.
presseportal.de

Der WDR kooperiert beim Maischberger-Podcast künftig mit Spotify.


Podcast becomes the Radio-Star: Der WDR kooperiert künftig mit Spotify und sichert sich so die Rechte am Sandra Maischberger Podcast. Laut WDR planen einige Landesrundfunkanstalten, die Gespräche des Podcasts im Radio auszustrahlen. Damit werde "weltweit erstmals eine Audio-Kooperation mit Spotify auch im Radio zu hören sein." Bereits jetzt gibt es die Folgen des Formats auch in der ARD-Audiothek. Schiwa Schlei, Leiterin ARD Partnermanagement Audio, sagt: "Uns ist es wichtig, ARD-Personalities über alle Mediengattungen und Plattformen hinweg als ARD Köpfe und Stimmen zu positionieren."

Der Sandra Maischberger Podcast erscheint seit Mitte September, bislang exklusiv bei Spotify. In den jeweils rund einstündigen Folgen spricht die Journalistin mit jeweils einem Gast über gesellschaftliche wie private Themen. Gäste waren bereits unter anderem Gesundheitsminister Jens Spahn, Unternehmer Dirk Roßmann und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal. (Foto: Jens Krick / Geusker-Fotopress / Picture Alliance)
presseportal.de, turi2.de (Background)