Zitat: Die Maus klackert über Dinge, über die sie nicht sprechen kann.

"Ich halte es mit Wittgenstein: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man klackern."

Die WDR-Maus gibt der "Welt am Sonntag" anlässlich ihres 50. Geburtstags ein Interview über Kommunikation, Fellfarbe und fusselnde Merchandising-Stofftiere.
"Welt am Sonntag", S. 12 (Paid)

weitere Zitate:

... über die Titel-Musik:

"Ich bin froh, dass der WDR nicht irgendwann Dieter Bohlen mit der Neukomposition beauftragt hat, wie bei der 'Sportschau'. Danach war die Sendung so gut wie tot."

... über die Kritik an ARD und ZDF:

"Ich halte es da mit dem ehemaligen Finanzminister Hans Eichel. Der hat mal gesagt: 'Wenn man die ARD abschafft, würde man auch die Maus abschaffen. Und das kann keiner wollen.'"

Zahl des Tages: Von der “Sendung mit der Maus” gibt es mehr als 2.300 Folgen.

Zahl des Tages: Mehr als 2.300 Folgen gibt es inzwischen von der Sendung mit der Maus, sie hat sich "zur bundesdeutschen Institution gemausert", lobt Laura Ewert im "Focus". Anfang März wird die Maus 50 Jahre alt, im Lockdown schossen die Einschaltquoten der orangenen Sympathieträgers, der Kindheiten und das Land mit Lebensfreude prägt, in die Höhe. Übrigens: Das Geräusch des Augen-Klimperns entsteht durch Kastagnetten, der Maus-Gang mit Kokosnussschalen.
"Focus" 9/2021, S. 68 (Paid)

Rundfunkanstalten platzieren Literaturberichterstattung in der Nische.

Literaturjournalismus: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk treibt "die Auflösung der Gesellschaft in Zielgruppen und Kundenprofile" voran, schreibt Felix Stephan in der "Süddeutschen". Während Verlage Autor*innen aus dem Digitalen in der Verlagswelt aufbauen, tauchen die Sender in digitale Milieus ab, meint er. Die Existenz einer allgemeinen Öffentlichkeit werde von den Anstalten geleugnet, die stattdessen die "spitze Zielgruppe" im Netz erreichen wollen. Anlass für Stephans Ausführungen ist eine Diskussion zur Zukunft der Literaturkritik im WDR.
sueddeutsche.de (Paid)

Meinung: Social-Media-Dienste moderieren ihre Inhalte mit Willkür.

Lösch-Fauxpas: Soziale Netzwerke sind "mit der Flut an Inhalten überfordert", schreibt Simon Hurtz in der "Süddeutschen" anlässlich eines gelöschten "Monitor"-Beitrags. Instagram hat das Video über den Anschlag von Hanau fälschlicherweise gelöscht und sich später entschuldigt. Wenn die Löschwillkür Accounts trifft, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, sind Betroffene meist hilflos, so Hurtz. Gesetzlich seien zwar Strafen für Versäumnisse, nicht aber für "Overblocking" vorgesehen.
sueddeutsche.de

WDR will Inhalte von Mediatheken besser kontrollieren.

Nach Rassismus-Skandalen: Der WDR denkt darüber nach, für seine Mediathek "die Kontrollmechanismen auszuweiten", sagt eine Sprecherin dem "Spiegel". Derzeit seien die zugehörigen Redaktionen dafür verantwortlich, über die Vorzeigbarkeit von Inhalten zu entscheiden. Der steigende Mediatheks-Umfang und die längere Verweildauer ihrer Inhalte macht "eine Art permanente Bestandsaufnahme der Archivinhalte" wichtiger, schreibt Christian Buß dazu.
spiegel.de

WDR erntet Kritik für Blackfacing in Karnevals-Sendung.

Wiederholungstäter: Der WDR steht erneut in der Kritik wegen der Ausstrahlung rassistischer Inhalte. Aufreger ist das am Samstagabend gelaufene Best-of der Karnevals-Veranstaltung Wider den tierischen Ernst. In einem Ausschnitt von 2010 sind zwei schwarz bemalte Männer zu sehen, die neben der als Ägypterin verkleideten Désirée Nick stehen. Mehrere Twitter-Nutzer*innen kritisieren die rund vierminütige Szene und das unglückliche Verhalten des WDR. Nick distanziert sich von dem Clip und beteuert, der WDR habe den Auftritt konzipiert und den Text vorgegeben. In der Büttenrede rechnet Nick mit damals aktiven Politiker*innen ab. Inzwischen hat der WDR die entsprechenden Bilder in der Mediathek durch eine Text-Tafel ersetzt, die auf die Problematik hinweist. "So etwas darf uns nicht passieren – erst recht nicht nach den Diskussionen der vergangenen Wochen. Und es zeigt: Wir haben hier noch viel zu tun", twittert der Sender.

Erst kürzlich hat sich der WDR Ärger mit einer Wiederholung von Die letzte Instanz eingehandelt. In der Talk-Show hatten ausschließlich weiße Medienschaffende über Rassismus diskutiert und mit grünen bzw. roten Karten darüber abgestimmt, ob die Umbenennung der "Zigeunersoße" nötig gewesen war. Der Sender hatte sich danach entschuldigt und Besserung gelobt. Für März ist ein Themen-Schwerpunkt zu Rassismus angekündigt.
rnd.de, twitter.com (Kritik), twitter.com (WDR-Statement), turi2.de (Themen-Schwerpunkt), turi2.de (Die letzte Instanz)


“Welt am Sonntag”-Gastbeitrag: Thomas Gottschalk nimmt Stellung zu Rassismus-Kritik und widerspricht turi2.

Gottschalk erklärt sich: Entertainer Thomas Gottschalk reagiert in seinem "Welt am Sonntag"-Gastbeitrag erstmals auf die Rassismus-Vorwürfe gegen ihn, die nach seinem Auftritt im WDR-Talk Die letzte Instanz aufgekommen waren. Das "unselige" Z-Wort werde er "nie mehr benutzen". Zudem werde er gewisse Begriffe künftig meiden – nicht der Political Correctness wegen, sondern weil Menschen mit seiner "Eloquenz unzählige Worte zur Verfügung stehen, die weder missverständlich sind, noch aus einer Denkschule kommen, die ausgedacht hat". Zu einer Entschuldigung ist er dennoch nicht bereit, da seine Äußerungen "weder verletzend noch bösartig" gemeint gewesen waren: "Aber ich bin bereit, zu lernen und zuzuhören", so der Show-Master weiter. "Mein Weltbild entstand im letzten Jahrhundert, und ich akzeptiere, dass da einiges justiert werden muss."

Auch zu seinem Clubhouse-Auftritt von vergangenem Sonntag äußert sich Gottschalk: Bei einer Diskussion über den "Sinn und Unsinn des öffentlich-rechtlichen Fernsehens" habe er "reflexhaft die Hand gehoben" und seine "kritische Meinung zum Besten gegeben". Eine "Wutrede", wie turi2 den Auftritt bewertet hatte, sei das jedoch nicht gewesen: "Ich bin ein Fan des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, aber ich ärgere mich darüber, wie dieser sich in verknoteten Strukturen zu Tode verwaltet".
edition.welt.de (Paid), turi2.de (Letzte Instanz), turi2.de (Clubhouse)

“prisma”-Chef Stephan Braun holt Jürgen Domian ins Clubhouse.

prisma, TV-Beilage aus Düsseldorf, und ihrem Chefredakteur Stephan Braun gelingen ein kleiner Clubhouse-Scoop: Unter der Fahne der Zeitschrift feiert die WDR-Talk-Legende Jürgen Domian (Foto) seine Clubhouse-Premiere. Am Montag zwischen 21 und 22 Uhr sprechen Domian, Braun und Christian Parth, Redaktionsleiter "Domian live", zum Thema: "Corona, Lockdown und kein Karneval - was macht das alles mit uns?" Der Talk ist gleichzeitig die "prisma"-Premiere bei Clubhouse, Stephan Braun plant zunächst mit einer wöchentlichen Reihe.
turi2 – eigene Infos, joinclubhouse.com (Kalender-Link fürs iPhone)

Klick-Tipp: Der WDR lädt digital in den Braunkohle-Tagebau.

Klick-Tipp: Der WDR ermöglicht den digitalen Besuch des Braunkohle-Tagebaus Garzweiler sowie des Hambacher Forst und des Kraftwerks Niederaußem. In dem interaktiven 360-Grad-Projekt können Nutzer*innen sich an verschiedenen Punkten umsehen und Moderatorin Donya Farahani Fragen stellen. Zuvor hatte der WDR bereits ähnliche Projekt zum Kölner Dom und einem Steinkohle-Bergwerk veröffentlicht.
tagebau.wdr.de via dwdl.de

WDR kontert “Spiegel”-Kritik über gelöschten Beitrag.


Retourkutsche: Der WDR sagt, der "Spiegel" berichte "unwahr und tendenziös" über einen gelöschten Radiobeitrag zur Räumung des Hambacher Forsts. Das Audio-Stück verarbeitet heimliche Videomitschnitte von Ministerpräsident Armin Laschet. Deren "angebliche Kernaussage – 'Ich brauche einen Vorwand' – hatte damals schon keinen Newswert", schreibt der WDR. NRW-Innenminister Herbert Reul habe dergleichen zuvor bereits offen zugegeben, u.a. in der Sendung Westpol, aus welcher der WDR in seiner Stellungnahme ausgiebig zitiert.

Für das Verwenden heimlicher Aufnahmen brauche es einen "triftigen Grund", das Video sei aber als Beweis gar nicht mehr nötig gewesen. Aus den selben Gründen veröffentliche der Sender das Video auch jetzt nicht und verweist darauf, dass es ausschnittweise ohnehin im Internet kursiere. WDR-Newsroom-Leiter Stefan Brandenburg schreibt zudem auf Twitter, dass Beitragsautor Jürgen Döschner tagelang mit der Fachredaktion über das Video diskutiert habe. Nach der Ablehnung seines Beitrags habe er ihn anderen Redaktionen mit Zeitdruck angeboten, ohne vom vorigen Votum der zuständigen Redakteur*innen zu berichten.
wdr.de, twitter.com, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Kritischer WDR-Beitrag über Laschet doch noch auffindbar.

Video-Tipp: Ein Ausschnitt aus dem Politikmagazin "Westpol" zeigt, dass der WDR 2019 kritisch über die Äußerungen von Armin Laschet zum Hambacher Forst berichtet - und entsprechende Berichte zumindest nicht gänzlich gelöscht hat: "Die Unwahrheit, die Irreführung an dieser Stelle, das fällt der Landesregierung nach wie vor auf die Füße", heißt es darin. Der "Spiegel" hatte zuvor über die Löschung eines kritischen Radio-Beitrags berichtet.
twitter.com (1-Min-Video), turi2.de (Background)


WDR stoppt kritischen Beitrag über Armin Laschet.


Lässt Laschet löschen? Der WDR hat im September 2019 einen kritischen Beitrag über Armin Laschet (Foto links) aus der Mediathek gelöscht, berichtet der "Spiegel". In dem Radio-Stück berichtet Redakteur Jür­gen Dösch­ner über ein heimlich aufgenommenes Video, das einen aufgebrachten NRW-Landesvater zeigt, wie er zugibt, für die Räumung des Hambacher Forsts 2018 einen Vorwand gebraucht zu haben. Offiziell hatte der WDR den Beitrag wegen journalistischer Mängel aus dem Programm genommen, etwa weil das Video heimlich aufgenommen wurde und das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen worden sein könnte. Ein Justiziar des Senders hatte die Berichterstattung zuvor als zulässig eingeschätzt, der WDR-Schlichtungsausschuss kommt nun zu dem gleichen Ergebnis.

Eine interne Mail legt laut "Spiegel" nahe, dass Programmdirektor Jörg Schönenborn bei der Löschung der Berichterstattung eine Rolle gespielt hat. Das Magazin zitiert aus dem Schreiben eines "Tagesschau"-Redakteurs, der die Redaktion "nach Rück­spra­che mit un­se­rem In­for­ma­ti­ons­di­rek­tor Jörg Schö­nen­born" bittet, den Beitrag zu depublizieren. WDR-Redakteur*innen kritisieren laut "Spiegel" schon länger "die mangelnde Distanz zwischen dem Sender und der Landes­regierung". (Foto: Michael Kappeler/ dpa, Annika Fußwinkel / WDR; Montage: turi2)
"Spiegel" 6/2021, S. 68 (Paid)

Mitarbeit: Markus Trantow

WDR entschuldigt sich für “Die letzte Instanz”-Sendung zu Rassismus ohne Betroffene.

Letztinstanzliche Entschuldigung: Der WDR entschuldigt sich für eine Sendung der Diskussionsreihe Die letzte Instanz. "Bei so einem sensiblen Thema hätten unbedingt auch Menschen mitdiskutieren sollen, die andere Perspektiven mitbringen", schreibt der WDR auf Twitter und als Hinweis in der Mediathek. Vorausgegangen ist ein Shitstorm auf Twitter zur Sendung, in der Moderator Steffen Hallaschka ausschließlich mit weißen Medienschaffenden über Rassismus diskutiert und zum Beispiel Thomas Gottschalk über Blackfacing berichtet hatte. Die Folge ist aus dem November, der WDR zeigte am Freitag eine Wiederholung.
jetzt.de, twitter.com

Meinung: Öffentlich-Rechtliche fordern ihr Publikum nicht mehr.

ard_zdf_150x150Qualitäts-Debatte: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk fordert sein Publikum nicht mehr und lässt es dadurch alleine, schreibt Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung". Als Beleg dafür sieht er u.a. die jüngst zusammengestrichenen Literatur-Rezensionen im WDR. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk befände sich heute "auf der Höhe seiner Banalität". Gute Dinge gebe es zwar noch, aber "zu selten" oder in Spartenkanälen versteckt.
sueddeutsche.de

Meinung: WDR verrät Kulturauftrag mit abgesetzter Literaturkritik.

Lese-Lücke: WDR begeht mit dem Zusammenstreichen seines Literaturprogramms "Verrat am Kulturauftrag", kritisiert Felix Stephan. Die "ganz rechte Infosphäre" freue sich über die entstehenden Lücken und dränge in den kulturellen Raum. Literaturkritik gehört laut Stephan gerade deshalb in den öffentlich rechtlichen Rundfunk, weil der keinen ökonomischen Druck habe und mit Literaturkritik nicht viel Geld zu machen ist. Er unterstellt dem WDR "Angst, als elitär zu gelten" – deshalb gebe es immer weniger "angeblich Kompliziertes" und stattdessen viel Gefühliges.
sueddeutsche.de

Fußball-Kommentatorin Sabine Töpperwien geht vorzeitig in den Ruhestand.

Schlusspfiff: WDR-Fußball-Reporterin Sabine Töpperwien, 60, verabschiedet sich nach mehr als 700 Spielen vorzeitig und überraschend in den Ruhestand. Seit knapp einem Jahr habe sie chronische Schmerzen in den Armen, sagt Töpperwien im WDR-Interview: "Mit halbem Dampf arbeiten – das will ich nicht." Ein Spiel will sie noch kommentieren, wenn es nach Corona wieder geht - bevorzugt Köln gegen Bayern. Töpperwien hat 1987 erstmals ein Zweitliga-Spiel kommentiert und war die erste Frau, die regelmäßig in der ARD-Bundesligakonferenz berichtet hat.
wdr.de, bild.de

turi2 edition #13: Michael Loeb über Zuversicht.


Alles wird gut: Michael Loeb, Geschäftsführer der WDR mediagroup, glaubt daran, dass vieles bald wieder “wie früher” wird – erstes Anzeichen ist für ihn die Reaktion der deutschen Fußballfans auf die 0:6-Pleite gegen Spanien: “Binnen weniger Minuten wurden aus gefühlt 80 Millionen Virologen in Deutschland wieder Bundestrainer”. Im Videofragebogen von turi2 bekennt Loeb passenderweise seine Leidenschaft für den 1. FC Köln. Seinen Gastbeitrag für die turi2 edition #13 können Sie hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Staatstrojaner sind deutlich weniger im Einsatz als zunächst kommuniziert.

Verwirrung: Die vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen zum Einsatz von Staatstrojanern im Jahr 2019 sind deutlich zu hoch, sagen WDR und NDR. Offenbar haben mehrere Staatsanwaltschaften das entsprechende Formular fehlerhaft ausgefüllt. Ursprünglich hieß es, dass die umstrittene Überwachungstechnologie 368 mal eingesetzt wurde, obwohl sieben Länder keinen Gebrauch von ihr machten.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Zitat: Tom Buhrow nennt Politiker beim Rundfunkbeitrag “Verantwortungsverweigerer”.

"Ich habe durchaus Respekt dafür, dass gewählte Abgeordnete kritische Fragen stellen. Das ist legitim. Nur, vor der Verantwortung, den Auftrag zu ändern, laufen sie meiner Meinung nach davon."

WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow ärgert sich im "Handelsblatt"-Interview zur gescheiterten Beitrags­erhöhung über "Verantwortungs­verweigerer" in der Politik.
"Handelsblatt", S. 24/25 (Paid)

Der WDR testet eine Audio-Option in “klarer Sprache”.

WDR zeigt am Samstag und Sonntag mehrere Sendungen, darunter zwei "Tatort"-Folgen und "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", mit einer zusätzlichen Audiospur in "klarer Sprache". Das Angebot dient als Test und ist zunächst nur im Satellitenempfang und in der Mediathek verfügbar. Vorausgegangen waren Online-Tests mit Sendungsausschnitten, bei denen deutlich wurde, das viele Zuschauer*innen Schwierigkeiten haben, TV-Dialoge zu verstehen.
spiegel.de

Internationale Medien führen Recherchen ermordeter, mexikanischer Journalistin fort.

Cartel Project: NDR, WDR, die "Süddeutsche Zeitung und die "Zeit" erzählen gemeinsam mit der Organisation Forbidden Stories die Geschichte der ermordeten, mexikanischen Journalistin Regina Martínez und führen ihre Recherchen fort. Martínez hatte im Umfeld mexikanischer Drogenkartelle recherchiert und wurde 2012 umgebracht. An den Recherchen sind 25 Medien aus 18 Ländern beteiligt.
tagesschau.de, zeit.de, sueddeutsche.de (Paid), forbiddenstories.org

Meinung: Von der WDR-Spotify-Kooperation profitiert vor allem Spotify.

WDR hat mit der Kooperation mit Spotify beim Maischberger-Podcast Tatsachen für die gesamte ARD geschaffen, von denen vor allem Spotify profitiert, kommentiert Sandro Schroeder. Spotify bekommt für seine Marke die analoge und digitale Reichweite der ARD, die es versäumt hat, selbst eine offene Podcast-Plattform zu etablieren. Die Kooperation wirke "wie ein verzweifeltes Nachsteuern" und sei "keine gute Strategie".
uebermedien.de, turi2.de (Background)

TV-Talk “Hirschhausens Sprechstunde” bekommt einen Radio-Ableger bei WDR 4.

WDR bringt "Hirschhausens Sprechstunde" ins Radio: Ab dem 23.11. gibt TV-Arzt Eckart von Hirschhausen bei WDR 4 jeden Montag um 9.25 Uhr fünfminütige Impulse für einen gesunden Lebensstil und erklärt Zusammenhänge zwischen persönlicher Gesundheit und Veränderungen der Umwelt. Im WDR Fernsehen laufen sechs neue Ausgaben der gleichnamigen TV-Talkshow ab dem 4. Januar 2021.
presseportal.de

Der WDR kooperiert beim Maischberger-Podcast künftig mit Spotify.


Podcast becomes the Radio-Star: Der WDR kooperiert künftig mit Spotify und sichert sich so die Rechte am Sandra Maischberger Podcast. Laut WDR planen einige Landesrundfunkanstalten, die Gespräche des Podcasts im Radio auszustrahlen. Damit werde "weltweit erstmals eine Audio-Kooperation mit Spotify auch im Radio zu hören sein." Bereits jetzt gibt es die Folgen des Formats auch in der ARD-Audiothek. Schiwa Schlei, Leiterin ARD Partnermanagement Audio, sagt: "Uns ist es wichtig, ARD-Personalities über alle Mediengattungen und Plattformen hinweg als ARD Köpfe und Stimmen zu positionieren."

Der Sandra Maischberger Podcast erscheint seit Mitte September, bislang exklusiv bei Spotify. In den jeweils rund einstündigen Folgen spricht die Journalistin mit jeweils einem Gast über gesellschaftliche wie private Themen. Gäste waren bereits unter anderem Gesundheitsminister Jens Spahn, Unternehmer Dirk Roßmann und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal. (Foto: Jens Krick / Geusker-Fotopress / Picture Alliance)
presseportal.de, turi2.de (Background)

ARD-Chef Tom Buhrow kann sich Mediathek mit dem ZDF vorstellen.


Vernunfthochzeit: WDR-Intendant Tom Buhrow liebäugelt mit einer gemeinsamen Mediathek aller öffentlich-rechtlichen Sender. Im Gespräch mit DWDL-Chefreporter Torsten Zarges bei den Medientagen München sagt der amtierende ARD-Vorsitzende auf die Zuschauerfrage nach einer "Übermediathek": "Ich finde, das ist der Zug der Zeit." Buhrow spricht von einer "Kernfrage", die aber medienpolitisch heikel sei. In Richtung ZDF sagt er: "Ich kann verstehen, wenn unsere öffentlich-rechtliche Schwesteranstalt aus Mainz da im Augenblick einen Wettbewerbsvorteil sieht." Das ZDF habe seine Mediathek früher ausgerichtet und modernisiert. "Ich würde sagen, jetzt sind wir gleichauf", so Buhrow. Wichtig sei dabei, dass die "Konturen der beiden Systeme" weiterhin sichtbar blieben.

Wenn die Öffentlich-Rechtlichen "international wettbewerbsfähig bleiben wollen, ist das etwas, was man im Blick haben muss", sagt Buhrow. Er habe den Eindruck, dass auch die Politik das verstanden habe. Bereits seit Ende März bieten die Mediatheken von ARD und ZDF einen gemeinsamen Login. Nutzer*innen müssen sich nur einmal registrieren und können die gleichen Zugangsdaten für personalisierte Angebote in beiden Mediatheken nutzen. (Foto: WDR/Annika Fußwinkel)
dwdl.de, wuv.de

WDR produziert nach Serien-Challenge einfach beide Kandidaten.

WDR produziert beide Kurzserien, über die der Sender sein Publikum seit Anfang Oktober hatte abstimmen lassen. 24.000 Stimmen sind laut WDR zusammen­gekommen. Saubere Sache über ein Rätsel im Wasch­salon wollten 56,4 % der Wähler*innen sehen, Muspilli über das erste Date einer bipolaren Frau und eines Ver­schwörungsideologen 43,6 %. Beide Serien sollen 2021 anlaufen.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Iris Berben erinnert sich an wilde Zeiten mit Klaus Lemke.

Lese-Tipp: Iris Berben erinnert sich in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" an wilde Zeiten mit Regisseur Klaus Lemke, der heute 80 wird. Berben schreibt u.a. über ihre "kurze Affäre mit Klaus" sowie über den Dreh von Brandstifter - ein Film, für den der WDR "in einem Anfall von Mut" Geld locker machte. Lemke wechselte wegen Berben schonmal die Gehsteigseite, Berben las Lemke auf der Straße auf, als er "so zu war, dass man ihn in Sicherheit bringen musste".
sueddeutsche.de (Paid)

Satiriker Herbert Feuerstein, 83, ist tot.


Kleiner Mann ganz groß: Autor und Satiriker Herbert Feuerstein, 83, ist tot. Er ist am heutigen Mittwoch in Erftstadt gestorben, teilt der WDR mit. Feuerstein, geboren 1937 in Zell am See in Österreich, war von 1971 bis 1992 mehr als 20 Jahre lang Chef­redakteur der deutschen Ausgabe des US-Satire­magazins Mad. Anfang der 1980er Jahre kam er als Gag-Autor zum WDR. Bekannt wurde Feuerstein an der Seite von Harald Schmidt im Rateteam der WDR-Spielshow Pssst... sowie durch die von ihm erfundene Blödel-Sendung Schmidteinander - wieder gemeinsam mit Schmidt. "Es war Abneigung auf den ersten Blick", sagte Feuerstein immer wieder - "und damit die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit".

Nach dem Ende von "Schmidteinander" 1994 konnte Feuerstein zunehmend eigenes Profil entwickeln: In einem Film-Special der "Lindenstraße" spielte er den Entführer von Mutter Beimer, im WDR Fernsehen moderierte er 1997 und 1998 zweimal die 12-stündige Live-Sendung "Feuersteins Nacht". 2014 kündiget er den Rückzug aus dem Fernsehen und von der Bühne an - um sich im selben Jahr mit einer seiner Autobiografie Die neun Leben des Herrn F. und zahlreichen Lesungen zurück zu melden. Der WDR zeigt anlässlich von Feuersteins Tod heute Abend um 22.15 Uhr den Film Herr Feuerstein schreibt seinen Nachruf. Und lebt noch 2091 Tage. (Foto: WDR)
wdr.de, presseportal.de, dwdl.de, youtube.com (43-Min-Video, Best of "Schmidteinander")

WDR lässt Publikum über Kurzserien-Produktion abstimmen.

Challenge accepted: Der WDR lässt sein Publikum bis 19. Oktober darüber abstimmen, welche von zwei Kurz­serien der Sender als ganze Staffel produzieren soll. Zur Wahl stehen die jeweils ersten Folgen von Saubere Sache über ein Rätsel im Wasch­salon und Muspilli über das erste Date einer bipolaren Frau und eines Ver­schwörungs­theoretikers. Anlass der Aktion ist das Film Festival Cologne.
wdr.de (Videos und Abstimmung), presseportal.de (PM)

WDR wehrt sich gegen rechte “Verleumdungs­kampagne”.


Unter fremder Flagge: Der WDR wehrt sich gegen den Vorwurf, zwei Mitarbeiter hätten zu einer "Querdenken"-Demo Reichsflaggen mitgebracht, um "bessere" Bilder zu erzeugen. Diesen Eindruck erweckt ein inzwischen gelöschtes Twitter-Video. In dem Tweet wurde behauptet, es handle sich um zwei langjährige WDR-Mitarbeiter, auch ihre Namen wurden genannt. Der WDR sagt, er habe "keine Kenntnis darüber, wer die Personen in dem Video sind" und spricht von einer "Verleumdungs­kampagne".

Eine Social-Media-Analyse hat ergeben, dass sowohl der Twitter-Account, der das Video originär veröffentlicht hat, als auch die Accounts, die den Tweet weiterverbreitet haben, häufig rassistische, rechte und verschwörungsideologische Inhalte teilen. Inzwischen habe sich bei einem Blog, das das Video verbreitet hat, einer der gezeigten Männer gemeldet, der kein WDR-Mitarbeiter ist. Bei besagter Demo war zur Recherche ein Reporter der "Lokalzeit Köln" vor Ort, er habe jedoch nicht aktuell berichtet.
wdr.de via dwdl.de

WDR: Kürzungen bei Geschichtssendungen sorgen für Honorar-Einbußen bei Autor*innen.

WDR: Die Absetzung der Geschichtssendung "Stichtag" bei WDR 2 und die ausbleibenden Übernahme-Honorare des Formats "Zeitzeichen" durch den NDR sorgen bei den Autor*innen der Sendung für Einnahme-Ausfälle von zum Teil fast 50 %, erfährt turi2. Der WDR bestätigt das Ausbleiben eines Teils der Honorare auf Nachfrage, nennt aber keine konkreten Zahlen. Der Sender prüfe "derzeit verschiedene Optionen, um die Einnahmeausfälle zum Teil aufzufangen".
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background)

Medienschaffende fordern, WDR-Sendungen “Stichtag” und “Zeitzeichen” zu erhalten.


Zeichen für Geschichte: Kai Diekmann, Günther Jauch, Alice Schwarzer und andere teils prominente Medienschaffende, Schauspieler*innen, Historiker*innen und Politiker*innen wenden sich mit einer Anzeige im "Kölner Stadtanzeiger" an den WDR-Intendanten Tom Buhrow und dessen Kollegin Valerie Weber, NRW-Programmdirektorin für Wissen und Kultur. In dem offenen Brief stellen sich die mehr als 100 Unterzeichner*innen hinter die Geschichtssendungen Stichtag und Zeitzeichen und fordern den Sender zu deren Erhalt auf. Als "Leuchttürme des öffentlich-rechtlichen Radios", heißt es in dem Brief, wirkten beide Formate in Zeiten von Fake News als "akustische Wegmarken" gegen Geschichtsvergessenheit, auch bei einem jungen Publikum.

Der WDR will bei der Reform seiner Hörfunkwellen an Geschichts­inhalten sparen. Das Aus für den "Stichtag" auf WDR 2, in dem täglich ein Ereignis aus der Vergangenheit in vier Minuten beleuchtet wird, steht bereits fest. Das deutlich ältere "Zeitzeichen" soll dagegen laut WDR im Programm bleiben. Für die Unterzeichner*innen ist dieses Bekenntnis nicht genug: So sei auch das "Zeitzeichen" gefährdet, die Sendung stehe "finanziell auf schwachen Beinen". Weil beide Formate bisher von einer Redaktion produziert werden, leide eines, wenn das andere wegfalle. "Das ist der Anfang vom schleichenden Ende des Zeitzeichens", so die Befürchtung.

Der frühere "Bild"-Chef Diekmann hat turi2 auf die Initiative aufmerksam gemacht. Eine Nachfrage, inwieweit Diekmanns Agentur Storymachine in die Aktion involviert ist, ließ er bisher unbeantwortet.
per Mail, ksta.de (Paid), turi2.de (Background)

Update: Laut Horst Kläuser, Mit-Initiator und Unterzeichner des offenen Briefes, ist Storymachine "in keiner Form" an der Aktion beteiligt.

WDR testet, ob Filme mithilfe von KI akustisch verständlicher werden.

Hör mal, wer da spricht: Der WDR checkt per Audio-Test, wie gut sein Publikum Filme akustisch versteht. In der so­genannten "Dialog+"-Version von WDR und Fraunhofer Institut sollen Sprecher*innen gegenüber der Musik deutlicher zu hören sein als im Original. Eine Künstliche Intelligenz optimiert den Ton. Der WDR will "Dialog+" als eigenen Audiokanal für einzelne Sendungen anbieten.
wdr.de (Audio-Test) via sueddeutsche.de

WDR-Podcast “0630” ordnet die Morgen-Newslage für Menschen um die 30 ein.

WDR startet den morgendlichen Nachrichten-Podcast 0630. Im Wechsel ordnen Lisa Bertram und Robert Meyer bzw. Carolin Bredendiek und Jan Koch in 15 Minuten Nachrichten ein und erklären sie. Der Podcast richtet sich an Menschen "um die 30" und soll in unterhaltsamer Form informieren, "ohne zu überfordern".
presseportal.de, ardaudiothek.de (erste Ausgabe, 18-Min-Audio)

FinCEN-Files: Deutsche Bank und Co versagen im Kampf gegen Geldwäsche.


Geld-Erklärungsnot: Mafiagruppen und andere Verbrecher*innen sollen über Großbanken wie die Deutsche Bank weltweit Geld gewaschen haben, zitieren der NDR, der WDR und die "Süddeutsche Zeitung" aus geleakten Unterlagen des US-Finanzministeriums. Die Banken seien "nachlässig", die Behörden "überfordert". Über die Deutsche Bank und weitere sollen eine russische Mafiagruppe und ein Helfer von Terrorgruppen Mio gewaschen haben – in großem Umfang, lange und durch das Versagen der Sicherheitssysteme. Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank, sei mitverantwortlich, dass die Verbrecher*innen die Bank so lange nutzen konnten. Er und seine Abteilung untersuchten die Vorgänge 2014 und gaben grünes Licht. Die Deutsche Bank bestreitet, dass Sewing direkt oder indirekt an der Prüfung beteiligt war.

Die Unterlagen wurden Buzzfeed News zugespielt, die Redaktion hat sie mit dem International Consortium of Investigative Journalists geteilt. In Deutschland haben die "Süddeutsche Zeitung", NDR, WDR und der deutsche BuzzFeed-Ableger die Daten ausgewertet und veröffentlichen die Ergebnisse als FinCEN-Files. Grundlage der Recherche sind über 2.100 Berichte aus den Jahren 2000 bis 2017: Banken haben der US-Kontrollbehörde Financial Crimes Enforcement Network darin verdächtige Transaktionen von insgesamt mehr als zwei Bio Dollar gemeldet. Verdächtige Überweisungen müssen laut US-Recht eigentlich binnen 30 tagen gemeldet werden – die Großbanken brauchen aber teilweise Jahre. Das Geld, das gewaschen werden soll, stammt zum Beispiel aus Waffen- und Drogenhandel.
sueddeutsche.de, tagesschau.de (Zusammenfassung), buzzfeed.com, projekte.sueddeutsche.de (FinCEN-Files), icij.org (Rechercheergbenisse bei ICIJ)

Lese-Tipp: Kritiker kämpft gegen gegenderte Sprache.

Lese-Tipp: Walter Krämer protestiert in zahlreichen Briefen an Rundfunk- und Fernseh-Räte gegen gegenderte Sprache bei ARD und ZDF, berichtet Anne Fromm. Krämer sieht durch sie Männer benachteiligt. Einerseits, weil bei negativen Bezeichnungen wie "Diebe" seltener gegendert werde, andererseits, weil die Sprechpause häufig nicht zu hören sein und so nur die weibliche Form wahrnehmbar. Die jeweiligen Räte antworten unterschiedlich. Während das ZDF antwortet, seine Praxis nicht ändern zu wollen, gibt der WDR Krämer zum Teil recht und will Gendern in Nachrichtensendungen untersagen.
uebermedien.de

Zitat: WDR-Chef Tom Buhrow sieht “Haltung” in Redaktionen skeptisch.

"Ich habe das als gelernter Nachrichtenmann immer ein wenig als Feigenblatt empfunden – als Mittel, die Meinung durch die Hintertür in die Berichterstattung zu führen."

WDR-Chef Tom Buhrow reagiert empfindlich auf den Begriff "Haltung", sagt er der "FAZ". Meinung sei im Journalismus zwar erlaubt und wichtig, müsse aber deutlich als solche gekennzeichnet sein.
"FAZ" S. 15 (Paid)

Wir graturilieren: Jörg Schönenborn wird 56.

Wir graturilieren: WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn wird heute 56 und feiert dank guter Wetteraussichten mit der Familie und ein paar Freunden im Freien. "Aber nur so viele, dass wir im Garten gut Abstand halten können", versichert Schönenborn. Im abgelaufenen Jahr habe ihn der wachsende Zuspruch der Zuschauer*innen gefreut – beim jüngeren Publikum sei das Interesse so groß "wie nie zuvor". Zudem sei das WDR-Team in der Pandemie "über sich hinausgewachsen".

Im neuen Lebensjahr blickt Schönenborn positiv auf die Serienoffensive der ARD-Mediathek: "Eine solche Vielfalt und so viele gute Serien hatten wir noch nie", sagt er. Vor dem Binge-Watching sind am heutigen Ehrentag aber noch Gratulationen auf allen Wegen willkommen: "Einfach mal ausprobieren – ich freue mich über jeden kreativen Versuch", so Schönenborn.

WDR-Studioleiterin freut sich über angepasste Geburtsurkunde.

Jetzt offiziell: Georgine Kellermann, Studioleiterin beim WDR in Essen, hat ihre Geburtsurkunde anpassen lassen, teilt sie auf Twitter mit. Bereits im vergangenen Jahr hatte Kellermann ihr Coming-out als trans Frau. Mit dem Schritt in die Öffentlichkeit will sie Menschen, "die in der gleichen Situation sind", Mut machen.
rnd.de, wdr.de, twitter.com



Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus