Hör-Tipp: Ferda Ataman kommentiert das WDR-Debakel um Simone Standl.

Hör-Tipp: "Es wäre das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass eine Journalistin rausgeschmissen wird, weil sie biodeutsch ist", kommentiert Ferda Ataman das WDR-Debakel um Lokalzeit-Moderatorin Simone Standl (Foto). Nach Standls Äußerungen in der "BamS" sei es "kein Wunder, dass ihr die AfD in den sozialen Medien beigesprungen ist". Der WDR habe Ataman zudem versichert, die Trennung von Standl sei nicht "plötzlich" gekommen, wie von dieser behauptet.
radioeins.de (5-Min-Audio), turi2.de (Background)

WDR will mit Task Force digitales Angebot für Unwetterlagen entwickeln.


Warndeutscher Rundfunk: Der WDR reagiert auf die Kritik, in den Hochwasser-Regionen nicht rechtzeitig gewarnt zu haben. Der Sender kündigt an, ein digitales Angebot für Unwetterlagen zu entwickeln. Dafür setzt der Sender eine Task Force ein, um Menschen in Gefahren­situationen besser zu erreichen. Zur konkreten Zusammensetzung der Task Force ist noch nichts bekannt, der WDR bietet Katastrophenschutz und Behörden jedoch eine Zusammenarbeit an. "Wir brauchen ein besseres, zielgerichtetes digitales Angebot für Menschen in Unwetterlagen", sagt Intendant Tom Buhrow. Das werde "sicher seine Zeit brauchen".

Kritikerinnen werfen dem Sender vor, nicht früh genug vor dem Starkregen und den Entwicklungen der Hochwasserkatastrophe in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli berichtet zu haben. "Bild" hatte etwa von 34 Warnmeldungen zur Flut am 14. Juli berichtet, die vom WDR ignoriert und im Programm nicht thematisiert worden seien.
presse.wdr.de, rnd.de, bild.de, turi2.de (Background)

Christian Meier knöpft sich “kostspielige Immobilienwelt der ARD” vor.

Architekturkritik: Christian Meier echauffiert sich in der "Welt am Sonntag über die "kostspielige Immobilien­welt der ARD". Der SWR-Neubau in Tübingen sei "reichlich über­dimensioniert" und "meilenweit entfernt" von Bürger­nähe oder Gemeinwohl­orientierung. Das WDR-Filmhaus, das statt der geplanten 65 Mio Euro nun etwa 240 Mio Euro kosten soll, sei "so etwas wie der Berliner Flughafen der Medien­branche".
edition.welt.de (Paid)

WDR trennt sich komplett von Simone Standl.

Die Grenzen der Kritik: Der WDR trennt sich von Simone Standl, weil ihre kritischen Aussagen "das Vertrauens­verhältnis schwer gestört haben", sagt die Pressestelle dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Moderatorin sagt hingegen der "Bild am Sonntag", dass der Sender sie nun "wegen der negativen Reaktionen" auf ihren Abgang vor die Tür setze. Eigentlich sollte Standl nach ihrer Absetzung als "Lokalzeit"-Moderatorin weiter im WDR arbeiten. Anfang des Monats hat sie den Sender scharf kritisiert und ihm u.a. "Jugendwahn" vorgeworfen.
dwdl.de, ksta.de (Paid), "Bild am Sonntag" S.38 (Paid) turi2.de (Background)

WDR gibt Fehler bei der Unwetter-Berichterstattung zu.

Flutkatastrophe: Der WDR räumt nach heftiger Kritik Fehler bei der Berichterstattung zum Hochwasser ein. Man habe zwar im Programm "deutlich und wiederholt" über die Gefahrenlage informiert. Nach "sorgfältiger Prüfung" hätte dies jedoch in der Unwetternacht von Mittwoch auf Donnerstag "engmaschiger passieren müssen, zum Beispiel mit einer durchgehenden Sondersendung bei WDR 2". Derzeit prüft der Sender gemeinsam mit Behörden, wie man die Bevölkerung mit Gefahrenwarnungen besser erreichen kann.
rnd.de, spiegel.de

Newsroom-Chef Stefan Brandenburg lobt WDR in interner Mail, “Bild” reagiert verärgert.

Hochwasser-Berichterstattung: Die "Bild" gräbt eine interne Mail von WDR-Newsroom-Chef Stefan Brandenburg aus, in der er seine Anstalt für eine "beispiellose Programm-Ausweitung" zur Flut­katastrophe lobt. Er sei "immer wieder sprachlos" ob der "herausragenden Leistungen". Die zuletzt extern kommunizierte Selbstkritik findet darin zum Unmut von Georg Altrogge keinen Platz. Er höhnt: "Klingt, als habe der WDR alles richtig gemacht."
bild.de, turi2.de (Background)

“Bild” zählt 34 Warnmeldungen zur Flut, auf die der WDR “nicht erkennbar” reagiert habe.

bildlogoNachgezählt: Die "Bild" zählt 34 Warnmeldungen aus dem Sendegebiet des WDR, die der Sender allein am 14. Juli vor Beginn der Flutkatastrophe erhalten hat, ohne sein Programm "erkennbar" anzupassen. Das Blatt bezieht sich auf eine entsprechende Liste, die ihm vorliegt. Eine WDR-Sprecherin spricht von "einer Vielzahl sehr lokaler, aber keiner landesweiter Meldungen" und einer "äußerst unübersichtlichen Lage". Dennoch hätte umfangreicher berichtet werden müssen, der Fall werde nun aufgearbeitet.
bild.de

RTL macht den Mittwoch zum “Tag der Hilfe”.

RTL macht den kommenden Mittwoch zum "Tag der Hilfe" für die Opfer der Hochwasserkatastrophe und will in seinen Sendungen zu weiteren Spenden aufrufen. Bisher hat RTL bereits 1,7 Mio Euro Spendengelder eingesammelt. Auch weitere TV-Sender engagieren sich: Sat.1 hat für kommenden Samstag eine Spendengala anberaumt, der WDR hat ebenfalls eine Hilfsaktion gestartet.
dwdl.de, turi2.de (Background WDR)

Video-Tipp: Philipp Walulis kritisiert übertriebene “Bild”-Berichterstattung zum Hochwasser.

Video-Tipp: Philipp Walulis kritisiert die teils "unbeholfene und geschmacklose" Medien-Berichterstattung über die Hochwasser-Katastrophe. Der WDR habe zunächst zu langsam reagiert, die "Bild" habe es dagegen mit ihrer Berichterstattung übertrieben. Die "große Todesflut-Show" von Bild Live sei am Donnerstag so lange gelaufen, dass die Reporterinnen "irgendwann nicht mehr wussten, was sie erzählen sollen". Die Devise der "Bild" sei: "Hauptsache Drama, Hauptsache Emotion."
youtube.com (12-Min-Video)

Video-Tipp: WDR-Werbesprechstunde diskutiert Rolle der Radiowerbung aus neuem Studio.

Video-Tipp: Zum "Restart" der Werbesprechstunde der WDR Media Group grüßt Marketing- und Vertriebschef Tobias Lammert aus einem neuen Studio. Er diskutiert am Beispiel der Tourismus-Branche, wie Radiowerbung ihren Beitrag zum Aufschwung leisten kann. Dafür spricht er mit vier Gästen, u.a. Jörg Brandt von Omnicom und Diana Berger-Blatt vom Niederländischen Tourismus-Büro.
presseportal.de, youtube.com (27-Min-Video)

Armin Laschet nennt WDR-Moderatorin Susanne Wieseler im Interview “Junge Frau”.


Armin patzt – und erntet ein Twitter-Shit-Stürmchen: NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet gibt sich im Interview mit WDR-Moderatorin Susanne Wieseler kratzbürstig und nennt die 52-Jährige "junge Frau". Wieseler hatte den 60-jährigen Laschet in der WDR-Sendung "Aktuelle Stunde" per Schalte ins Studio zur Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen interviewt und nach seinen politischen Plänen zur Eindämmung des Klimawandels gefragt. Während Wieseler von einem "Wendepunkt" spricht, bei dem die "Menschen erleiden, was der Klimawandel bedeutet", näselt Laschet rheinländisch: "Entschuldigung, junge Frau – weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik". Wieseler erklärt per Tweet später die Aufregung um den Hashtag #jungeFrau, twittert aber auch: "Ich höre gar nicht, dass er das wirklich sagt." Manche Zuhörerinnen vertreten die Auffassung, die "junge Frau" sei vor allem Laschets vernuschelter Aussprache von "Entschuld-jung" zuzuschreiben.

Beim letzten Nachsatz, in dem Laschet betonen will, den Klimawandel international bekämpfen zu müssen, vergisst er zudem für einen Moment Wieselers Namen. Auf ihren Hinweis "Wieseler heiße ich" reagiert der CDU-Politiker mit "Frau Wieseler, ich weiß, wie Sie heißen."
www1.wdr.de (Studiogespräch mit Laschet ab Min. 20), derwesten.de, twitter.com (Tweet Wieseler)

WDR-Newsroom-Leiter Stefan Brandenburg übt lasche Selbstkritik ohne Schuldeingeständnis.

WDR delegiert die Verantwortung für die unzureichende Berichterstattung in der Nacht zu Donnerstag nach unten: An die Führungsriege um Intendant Tom Buhrow und die Programmdirektorinnen Jörg Schönenborn und Valerie Weber gerichtete Fragen von DWDL beantwortet Newsroom-Leiter Stefan Brandenburg schriftlich. Er versucht, die Wogen zu glätten indem er u.a. sagt: "Natürlich hätte man in Anbetracht des Ausmaßes in der Nacht entscheiden sollen, dass WDR 2 aus der ARD-Nachtversorgung aussteigt und eine eigene Sondersendung macht. Im Nachhinein ist das für alle leichter zu bewerten." Ein echtes Schuldeingeständnis bleibt er schuldig.
dwdl.de

WDR begründet mangelnde Berichterstattung mit Hochwasser.

WDR reagiert auf den Vorwurf mangelnder TV-Berichterstattung über das Hochwasser in NRW am Mittwochabend und teilt mit, er hätte "noch umfangreicher" berichten müssen. Allerdings sei das Studio in Wuppertal selbst vom Hochwasser betroffen gewesen. Die Studios in Düsseldorf und Köln hätten die Berichterstattung übernommen. Das Studio in Wuppertal werde derzeit "wieder livefähig gemacht".
meedia.de, rnd.de

TV-Sender bringen Sondersendungen zur Hochwasser-Katastrophe.

Hochwasser-Sendungen: Zahlreiche TV-Sender zeigen am Donnerstag Sondersendungen zur Hochwasser-Katastrophe in NRW. ARD, WDR, RTL und Sat.1 wollen jeweils um 20.15 Uhr auf Sendung gehen. Das ZDF plant ein "ZDFspezial" um 19.20 Uhr. Auch am Vor- und Nachmittag stellten die Sender ihr Programm um. "Bild" ist seit 8 Uhr morgens on Air. Der WDR reagiert auf den Vorwurf mangelnder Berichterstattung am Mittwochabend und teilt mit, er hätte "noch umfangreicher" berichten müssen, allerdings sei das Studio in Wuppertal selbst vom Hochwasser betroffen gewesen.
dwdl.de, meedia.de, rnd.de

Thomas Lückerath wirft WDR “unterlassene Hilfeleistung” zu Unwetter in NRW vor.

Wasserschaden: Der WDR war in der Unwetter-Nacht zum Donnerstag für NRW "beinahe ein Totalausfall" in TV und Radio, kritisiert DWDL-Chefredakteur Thomas Lückerath. Während im Land Talsperren überlaufen und Orte evakuiert werden, berichtet der WDR lediglich online mit einem "einsamen Text-Ticker". Lückerath spricht von "unterlassener Hilfeleistung". Private Radiosender und "selbst 'Bild'" hätten bessere Arbeit gemacht. Erst ab 1.30 Uhr habe es ein paar magere "Sondersendungen" im Radio gegeben.
dwdl.de

“Spiegel”: NRW-CDU schlägt umstrittenen Verband für WDR-Rundfunkrat vor.


Verwählt? Im WDR-Rundfunkrat sitzt mit dem Verband kinderreicher Familien Deutschland künftig eine Organisation , deren Mitglieder teils "erzkonservative, fragwürdige Positionen" vertreten, berichtet der "Spiegel". Die Initiative dazu kam wohl von der CDU-Fraktion im NRW-Landtag. Ende Juni habe das Parlament in abendlicher Sitzung den gemeinsamen Wahlvorschlag von CDU, FDP, SPD und Grünen abgesegnet und mit Zwei-Drittel-Mehrheit fünf neue Rundfunkrats-Mitglieder bestellt. Offenbar ohne genau zu wissen, wen sie wählen.

Der Verband gibt sich offiziell "konfessionell ungebunden und über­parteilich". Einer der Berater des Verbands ist jedoch Manfred Spieker, Mitglied der erzkonservativen Organisation Opus Dei. Spieker war einst CDU-Mitglied, ist aber nach dem Beschluss der Ehe für alle aus der Partei ausgetreten. Homosexualität bezeichnete er damals als "lebensfeindlich". Bei der Auswahl der Organisationen, die der Landtag in den Rundfunkrat entsendet, soll es beim Verband kinderreicher Familien laut "Spiegel" Streit gegeben haben. Am Ende hätten jedoch alle der gemeinsamen Liste zugestimmt.
spiegel.de (Paid)

Mitarbeit: Björn Czieslik

Das Aus der WDR-“Buchtipps” zeigt die “Kulturfeindschaft” des TVs, schreibt Dirk Knipphals.

Lauter Lese-Muffel? Die Absetzung der "Buchtipps" von Christine Westermann im WDR offenbart die "Kulturfeindschaft des Fernsehens", schreibt Dirk Knipphals in der "taz". Die Begründung für das Aus sei "einigermaßen erschütternd": Im Kern laufe sie auf die Behauptung hinaus, dass sich die Mehrheit nicht für Bücher interessiere. Selbst wenn das so wäre, sollte es "Ansporn" der Öffentlich-Rechtlichen sein, "das zu ändern".
taz.de, turi2.de (Background)

Judith Rakers stößt zum Reisemagazin “Wunderschön”.

Braucht mal Frischluft: WDR und NDR befreien Judith Rakers aus dem "Tagesschau"-Studio und schicken sie für ihr Reiseformat "Wunderschön" in Urlaubs­regionen. Zunächst sind fünf Folgen des sonntäglichen Primetime-Formats geplant, beginnend mit der "Donau-Reise" am 22. August. Die Sendung existiert seit 2004, weitere Moderatorinnen sind Tamina Kallert, Anne Willmes und Daniel Aßmann.
presseportal.de, dwdl.de

“Carolin Kebekus Show” und “Monitor” recherchieren gemeinsam zum Thema Ernährung.

ARD: Die Carolin Kebekus Show kooperiert mit der Polit-Sendung Monitor. Donnerstag ab 21.45 Uhr beschäftigen sich beide Sendungen nacheinander mit dem Thema Ernährung. Den Anfang macht "Monitor" u.a. mit Landwirtschaftspolitik, 22.50 geht Carolin Kebekus mit ihrer Show auf Sendung und beschäftigt sich mit den Inhaltsstoffen von Lebensmitteln.
dwdl.de, twitter.com

Sabine Heinrich bekommt auch im WDR eine Primetime-Show – zusätzlich zum ZDF.

Eine Frau zwischen zwei Sendern: Der WDR gibt seiner langjährigen Moderatorin Sabine Heinrich ab dem 20. August die Primetime-Spielshow "Das ist meine Zeit – Die Generationen-Show". Der WDR muss sich Heinrich künftig mit dem ZDF teilen: Im Zweiten startet diesen Samstag ihre Show Das große Deutschland-Quiz – zunächst am Vorabend, ab 7. August dann in der Primetime.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Debatte: Ohne TV-Publikum gibt es bei “Markus Lanz” nur Vorteile, sagt Produzent Heidemanns.

Modern Talking: Ohne Studiopublikum gibt es nur Vorteile, sagt "Markus Lanz"-Produzent Markus Heidemanns dem "Tagesspiegel". Dadurch gebe es "viel mehr Rede-Sendezeit" und ein "höheres Tempo", was dem Moderator entgegen komme. "Hart aber fair"-Moderator Frank Plasberg hingegen freut sich auf Publikum in seiner Talkshow, wenn die Sommerpause vorüber ist. Eine gute Talkshow sei für ihn wie eine "Arena", bei der Meinungsstreit am besten "vor Publikum" ausgetragen werde.
tagesspiegel.de

Lese-Tipp: Wie der “Presseclub” auf Social Media gezielt nach diverseren Gästen sucht.

Lese-Tipp: Die "neuen, diverseren Talente" des Presseclubs kommen zunehmend aus der Social-Media-Welt mit "zigtausenden Followern", schreibt Tatjana Kerschbaumer bei Übermedien. Redaktionsleiterin Vera Dreckmann erzählt, dass man sich z.B. bei Twitter umschauen würde, wer sich zu welchem Thema äußert. Experte für einen Fachbereich zu sein, sei laut Sabine Scholt, Leiterin der Programmgruppe Zeitgeschehen, Europa und Ausland beim WDR, nicht mehr unbedingt "das Kriterium Nummer eins". Stattdessen strebt der "Presseclub" eine Mischung aus "bekannt und sehr erfahren, überraschend, neu und frisch" an.
uebermedien.de (Paid)

WDR und “Bild” streiten über Kampagnen-Vorwurf in der Causa Baerbock.

Welche Kampagne? "Bild" wehrt sich gegen den Vorwurf, im Rahmen der Debatte um Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock eine Kampagne gegen die Grünen-Spitzenkandidatin zu fahren. Der Kampagnen-Vorwurf kommt u.a. vom WDR-Journalisten Philipp Menn, der ein Muster zu erkennen glaubt: Auf den Vorwurf des österreichischen Medienwissenschaftlers und Bloggers Stefan Weber seien "CDU-Influencer" aufgesprungen, anschließend seien die Blätter des Springer-Konzerns gefolgt. "Bild" führt an, dass auch andere Medien von "Spiegel" bis "Tagesschau" über die Plagiatsvorwürfe gegen Baerbock berichten. Dem WDR-Korrespondenten Menn wirft das Blatt seinerseits vor, für die Grünen Partei zu ergreifen und für deren Wahl zu werben.
bild.de, wdr.de

Georg Restle kritisiert mögliche Kürzungen von Polit-Sendeplätzen in der ARD.

Schaltet sich rein: Georg Restle, "Monitor"-Redaktionsleiter, kritisiert in der "Süddeutschen" die möglichen Einschnitte bei Sendeplätzen der ARD-Politsendungen. Er warnt vor einer "Entpolitisierung und Trivialisierung des Programms". Ihn wundere es nicht, dass Zuschauerinnen das Angebot von Polit-Magazinen in den Mediatheken nicht wahrnehmen, diese seien dort "bisher nicht kuratiert und beworben" worden. Restle lenkt den Blick auf Social Media, wo "Monitor" mit einzelnen Videos "Millionen Aufrufe" verzeichne, auch das NDR-Magazin "Panorama" würde mit dem Funk-Kanal "STRG_F" viele Generationen erreichen.
zeitung.sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Podcast “Rice and Shine” landet bei WDR Cosmo und Zeit Online.

Hör-Tipp: Die Journalistinnen Vanessa Vu (Foto) und Minh Thu Tran podcasten mit "Rice and Shine" ab sofort als Koproduktion von Zeit Online und WDR Cosmo. In ihrer neuen Folge widmen sich die Töchter vietnamesischer Einwanderer dem Hype um ost- und südostasiatisches Essen. Dafür plaudern sie aus dem Nähkästchen der eigenen Jugend in Bayern und sprechen mit Gastronominnen aus dem ganzen Land.
zeit.de (64-Min-Audio), presseportal.de

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn will mittels Mediathek “Blasen platzen” lassen.

Pimp my Mediathek: WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn wirbt im Rundfunkrat für eine schnelle technische Weiter­entwicklung der ARD-Mediathek, die mehr Raum für Kommentare und Debatten bietet. Ein "vielfalts­getriebener öffentlich-rechtlicher Algorithmus" dürfe das Publikum nicht in Blasen fangen, sondern müsse "diese Blasen platzen" lassen.
presseportal.de

AfD setzt Untersuchungsausschuss in der Causa Tom Rohrböck ein.

Gut beraten: Die AfD setzt in der Causa Tom Rohrböck einen internen Untersuchungsausschuss ein, erfahren NDR, WDR und "Zeit" aus Kreisen des Bundesvorstands. Die Kommission soll klären, ob Politikerinnen, die mit Rohrböck in Kontakt standen, parteiinterne Konsequenzen drohen. Berater Rohrböck nahm offenbar massiv Einfluss auf die Ausrichtung der Partei – ohne einen offiziellen Beratervertrag mit der AfD zu haben.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Alexander Bickel kümmert sich führend um ARD-Serien im Hauptabendprogramm.

ARD macht Alexander Bickel zum Leiter der "Gemeinschaftsredaktion Serien im Hauptabendprogramm". Er löst die langjährige Vorsitzende Jana Brandt ab, die als Programmdirektorin zum MDR geht. Bickel leitet seit 2019 den WDR-Programmbereich Fiktion und war zuvor stellvertretender Leiter der Hauptredaktion Fernsehfilm-Serie II beim ZDF.
presseportal.de, turi2.de (Background Brandt)

WDR wiederholt einst umstrittenen Film über Homosexualität aus 1973.

WDR zeigt den einstigen Skandal-Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt von Regisseur Rosa von Praunheim am 4. Juli um 23.20 Uhr. Im Anschluss läuft ein Publikumsgespräch mit den Autorinnen. Vom Sender in Auftrag gegeben und 1973 zum ersten Mal ausgestrahlt, löste der Film eine Öffnung der Homosexuellen-Szene in Deutschland aus. U.a. der BR hatte scharf gegen das Werk protestiert.
digitalfernsehen.de

Auftragsdebatte: WDR-Rundfunkrat trifft sich außerplanmäßig.

Redebedarf: Der WDR-Rundfunkrat tagt am Dienstag in einer dreistündigen Sondersitzung, um über den Programmauftrag des WDR zu diskutieren, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Mehr als ein Drittel der 60 Mitglieder hätten die außerordentliche Sitzung auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit ARD-Programmdirektor Jörg Schönenborn wollen die Initiatorinnen u.a. über die von Tom Buhrow angekündigte Online-first-Strategie sprechen. Bis Mitte 2025 soll demnach ein "möglichst großer Teil der Angebote" zuerst online erscheinen. Der Rundfunkrat hält dagegen, dass die Mehrheit des Publikums die Programme nach wie vor linear nutze. Ebenfalls auf der Themenagenda stehen Programmkooperationen mit anderen Sendern, die regionale Berichterstattung und der finanzielle Beitrag, den der WDR für das gemeinschaftliche TV-Programm Das Erste leistet.

Auch der "zuletzt immer weiter ausgelegte Kulturbegriff des WDR" werde ein Thema der Sitzung sein. Zuletzt hatten beispielsweise Änderungen bei der Kulturwelle WDR 3 für internen Unmut gesorgt. Medienberichten zufolge würde die WDR-Leitung immer mehr Empfehlungen abgeben, welche Musik-Titel zu spielen seien und wie moderiert werden solle. Langjährige Moderatoren wie Kalle Burmester und Michael Stegemann haben den Sender daraufhin verlassen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Bettina Böttinger moderiert den WDR-Talk “Queer in 2021”.

Fragen der Toleranz: Moderatorin Bettina Böttinger veranstaltet beim WDR einen queeren Talk, schreibt DWDL. Böttinger will hinterfragen, wie sich die Community in den vergangenen 50 Jahren entwickelt hat und wie tolerant die Gesellschaft inzwischen eingestellt ist. WDR strahlt die Sendung am 4. Juli um 22.30 Uhr aus, zu Gast ist u.a. Moderator Jochen Schropp. Anlass ist der mittlerweile 50 Jahre alte WDR-Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt".
dwdl.de

Joachim Huber rät WDR zu Strategiewechsel in der Causa Thiel.

Panik auf der Titanic? "Ein Schwarzseher gehört so wenig in eine Zelle wie ein Schwarzfahrer", schreibt Joachim Huber im "Tagesspiegel" über den Fall des inhaftierten Rundfunkbeitrags-Verweigerers Georg Thiel. Huber macht bei den Rundfunkanstalten "zunehmende Panik" im Umgang mit Totalver­weigerinnen aus. Die Haftkosten stünden in keiner Relation zu den Beitragsschulden. Die nun praktizierte Härte sei die falsche Reaktion, der WDR müsse "klügere Wege finden, an den Rundfunkbeitrag zu kommen".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Robert Kempe erhält nun doch Akkreditierung für die EM in Russland.

ARD-Journalist Robert Kempe hat nun doch eine komplette Akkreditierung für die derzeit laufende Fußball-Europameisterschaft bekommen. Die Uefa hatte ihn zwar zunächst zugelassen, nach einem "Hintergrund-Screening" ist er aber von russischen Behörden abgelehnt worden. Nun habe Kempe laut WDR Zugang zu den russischen Spielorten.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Russland lehnt Akkreditierung von ARD-Journalist Robert Kempe zur Fußball-EM ab.

Fußball-EM: Russland verweigert dem ARD-Journalisten Robert Kempe die Akkreditierung. Die Uefa hatte ihn zunächst zugelassen, russische Behörden hätten Kempe nach einem "Hintergrund-Screening" aber abgelehnt, teilt der WDR mit. Kempe hatte zuletzt zu Verbindungen des russischen Staats­konzerns Gazprom in den europäischen Fußball recherchiert. Der WDR fordert von Russland Aufklärung sowie Zugang für Kempe zu den russischen Spiel­stätten und will sich um eine "alternative Einreise­möglichkeit" bemühen.
sportschau.de, sueddeutsche.de

Schönenborns Reaktion beim “Presseclub” ist ein “Geschenk” für die AfD, sagt Boris Rosenkranz.

Vorzensur-Vorwürfe: "Es sieht so aus, als hätte es Schönenborn kalt erwischt – und Herr Fischer recht", schreibt Boris Rosenkranz über "Presseclub nachgefragt". In der Sendung hatte ein Anrufer namens Fischer WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn (Foto) sowie dem "Presseclub" u.a. vorgeworfen, Anrufende mit einem positiven AfD-Beitrag nach einem Vorgespräch nicht in die Sendung zu schalten. Schönenborn gab die Vorwürfe wieder, nahm jedoch keine Stellung dazu. Das mache nicht nur einen "kläglichen Eindruck", sondern sei auch ein "Geschenk" für die AfD, findet Rosenkranz. Er plädiert für eine mögliche Verlängerung der Sendezeit, um angemessen mit AfD-Anhängerinnen zu diskutieren.
uebermedien.de, youtube.com (Presseclub)

turi2 edition #14: Georgine Kellermann über Hass und Heimat.


Netz-Ikone: Nach 62 Jahren ändert Georgine Kellermann ihr Aussehen und ihren Pass. Sie stellt klar: Ich bin eine Frau, kein Mann. Auf Twitter präsentiert sie sich seitdem als Journalistin, die ihr Leben und ihren Job feiert. Dafür erfährt sie viel Applaus, aber auch Hass. Kellermann geht damit offen um. “Wissen Sie, ich bin ziemlich selbstverliebt”, sagt die WDR-Studioleiterin im Interview mit Elisabeth Neuhaus für die turi2 edition #14. Hier das E-Paper mit allen Interviews kostenlos lesen oder als Online-Text.

Willkommen im Club: Tobias Lammert.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Beim Vermarkter WDR Mediagroup leitet Tobias Lammert den Geschäftsbereich Marketing & Vertrieb. Im Videofragebogen erklärt sich der 2-Meter-Mann zum Elektriker-Talent und erzählt von seiner Schwäche für perfekte PowerPoint-Präsentationen. Lammert ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Lammert)

Berliner Justiz sucht nach Maulwurf im Fall Attila Hildmann.

Attilas Abgang: Die Berliner Justiz sucht einen Maulwurf im Fall Attila Hildmann, recherchieren WDR und "Süddeutsche Zeitung". Der vegane Verschwörungstheoretiker wurde offenbar gewarnt, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt und setzte sich deshalb in die Türkei ab. Während die Justiz eine undichte Stelle in den eigenen Reihen vermutet, behauptet Hildmann, die Polizei habe sich bei seiner Mutter verplappert.
tagesschau.de

Soziale Medien tragen eine Mitschuld an Hetze und Diskriminierung gegen Journalisten, sagt Ex-WDR-Intendant Fritz Pleitgen.

Pressefreiheit: Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen sieht in "sogenannten sozialen Netzwerken" eine neue Konkurrenz für etablierte Medien, "die sehr schnell sind, aber es mit der Wahrheit nicht genau nehmen" – Hetze und Diskriminierung würden dadurch letztendlich erleichtert, sagt er im "Focus"-Interview. Abhilfe schaffe "am besten die Ausbildung guter Journalisten". Der Begriff Lügenpresse sei "Nazisprech". Pleitgen habe "auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs" gearbeitet und wisse daher, was Zensur und Repressalien bedeuten. In Deutschland sei man "sehr gut dran", was eine freiheitliche Presse angeht.

Auch andere Entwicklungen sieht Pleitgen kritisch: Als Journalist sei er zwar in autokratisch regierten Ländern bedroht worden, "allerdings nie körperlich, sondern durch Zensur" – und nie "in der Weise, in der das heutzutage hier in unserem Land geschieht, von Bürgern gegen die eigene Presse". Dass Deutschland von Reporter ohne Grenzen von Platz 11 auf Platz 13 der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit herabgestuft worden ist, käme seiner Meinung nach nicht von ungefähr: Dies sei eine unmittelbare Folge immer häufigerer Angriffe auf Journalisten.
"Focus" 20/2021, S. 34 (Paid), turi2.de (Background)

Late-Night-Show mit Daniel Donskoy läuft doch bald im TV.

WDR strahlt die Late-Night-Show "Freitagnacht Jews" mit Daniel Donskoy künftig auch im Fernsehen aus. Ab dem 18. Juni übernimmt die Sendung ab 23.30 Uhr den Sendeplatz nach dem "Kölner Treff". Bislang lief "Freitagnacht Jews" abgesehen von der Auftaktfolge lediglich in der ARD-Mediathek sowie auf YouTube. Bei Kritikerinnen hatte das Format großen Anklang gefunden.
dwdl.de, turi2.de (Background)

“Zeit”: Die “Maus” wird ausgeschlachtet.

Mäuse: Die Sendung mit der Maus ist eine Goldgrube für den WDR, analysiert Marcel Laskus für die "Zeit". Das schlaue Nagetier wirbt u.a. für "Kartoffelrösti von Bofrost" und "stinkende Aldi-Bettwäsche", die Erlöse kommen aber nicht dem Programm zugute. Der WDR betont, man achte bei der Vermarktung der Maus auf strenge Regeln – laut "Zeit" hat der WDR etwa den Vorschlag, auch Schokomüsli und Limonade mit der Maus zu vermarkten, abgelehnt.
zeit.de (Paid)

Korrektur 12.5., 9.40 Uhr: In einer früheren Version dieser Meldung hat turi2 fälschlicherweise geschrieben, dass der WDR Schokomüsli und Limonade mit der Maus vermarktet hat. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Zahl des Tages: Tom Buhrow will mehr Menschen für den non-linearen WDR begeistern.

Zahl des Tages: Jede 3. Bürgerin von Nordrhein-Westfalen soll bis 2025 mindestens einmal täglich das nicht-lineare Angebot des WDR nutzen, veranschlagt Intendant Tom Buhrow in einer Sitzung des Rundfunkrats. Erreichen will er das u.a. mit einer intensivierten regionalen Berichterstattung und dem Anspruch "online first".
presseportal.de

Lese-Tipp: Siham El-Maimouni will Kulturschaffenden eine Bühne geben.

Lese-Tipp: Wer gute Kulturberichterstattung machen möchte, soll sich "erst mal über deren existentiellen Stellenwert in unserer Gesellschaft bewusst sein", sagt Siham El-Maimouni dem WDR. Im Interview mit Christine Schilha spricht sie als neue "Titel, Thesen, Temperamente"-Moderatorin über die Verantwortung, Kulturschaffenden eine Bühne zu geben, da "ihnen die echte Bühne" in der Pandemie genommen werde.
wdr.de, turi2.de (Background)

Rundfunkrat fordert Konsequenzen für “Tatort”-Schauspielerinnen, die bei #allesdichtmachen dabei sind.

Noch 'ne Rolle rückwärts: Der WDR-Rundfunkrat Garrelt Duin stiftet mit einem Post zur Aktion #Allesdichtmachen Verwirrung, in dem er fordert, dass beteiligten "Tatort"-Schauspielerinnen die Jobs gekündigt werden. "Sie haben sich als Repräsentanten der öffentlich-rechtlichen Sender unmöglich gemacht. Die zuständigen Gremien müssen die Zusammenarbeit – auch aus Solidarität mit denen, die wirklich unter Corona und den Folgen leiden – schnellstens beenden." Kurz darauf rudert Duin zurück: "Der Tweet heute Morgen war Mist. Inhaltlich überzogen und meiner Rolle als Mitglied im Rundfunkrat nicht angemessen."
bild.de, rtl.de

Meinung: Das Kulturradio schafft sich ab.

Klassik-Clinch: Ronald Düker echauffiert sich in der "Zeit" über Änderungen des Klassikprogramms bei WDR 3. Die Orientierung der Musikauswahl an statistisch erhobenen Interessen selbsterklärter Klassikfans mache aus dem "Bildungsauftrag" einen "Nachbildungsauftrag". Der neue Moderationsleitfaden und seine "Stolpersteinsätze" wie "Musik ist Emotion pur", würden suggerieren, dass der WDR neben betreutem Hören auch auf betreutes Moderieren setze.
"Zeit" 17/2021 (Paid)