Video-Tipp: Neuer Newsroom der “Welt” soll die Kommunikation erleichtern.

Video-Tipp: Oliver Michalsky, Online-Chefredakteur bei "Welt", spricht in einem Springer-Video über die Vorteile des neuen Newsrooms in Berlin. Die Pandemie habe gezeigt, dass eine komplette Zeitung aus dem Home Office produziert werden könne. "Das wird aber kein Dauerzustand sein", sagt Michalsky. Ein schnelles Zurufen in den Newsroom könne mit digitalen Kommunikationswegen nicht ersetzt werden.
youtube.com (3-Min-Video)

“Welt”-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld moderiert den Morning Briefing Podcast.

Neue Frauen an Deck: "Welt"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld (Foto) moderiert künftig den Freitags-Podcast von Gabor Steingarts Morning Briefing. Sie übernimmt von "Welt"-Vize Robin Alexander. Britta Egetemeier, Penguin-Verlegerin und Mitglied der Geschäftsführung bei Random House, komplettiert den Aufsichtsrat von Media Pioneer.
mediapioneer.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Deniz Yücel sieht deutsche Haftbedingungen zu wenig im Licht der Öffentlichkeit.

Hör-Tipp: "Welt"-Journalist Deniz Yücel berichtet im "Tagesspiegel"-Podcast "Eine Runde Berlin" während der Fahrt mit der Ringbahn u.a. über seine Zeit im türkischen Gefängnis und die Rückkehr in den Alltag. Bei einem Recherche-Besuch in der Berliner JVA Moabit habe er festgestellt, dass die Bedingungen für Gefangene hierzulande nicht unbedingt besser seien. In der Türkei hätten viele Schriftsteller und Politiker Gefängnis-Erfahrungen, weshalb die Haftbedingungen stärker im Licht der Öffentlich stünden.
tagesspiegel.de (79-Min-Audio)


Türkischer Staatsanwalt will härteres Urteil gegen Deniz Yücel.

Nächste Instanz: Die türkische Staatsanwaltschaft will ein härteres Urteil gegen den "Welt"-Journalisten Deniz Yücel durchsetzen. Die Ankläger ziehen in die nächste Instanz, weil das Gericht Yücel vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen hatte. Auch Yücel hat angekündigt, gegen das Urteil vorzugehen. Er war zu fast drei Jahren Gefängnis verurteilt worden und will einen Freispruch erwirken. Parallel laufen in der Türkei zwei weitere Verfahren gegen den Journalisten, u.a. wegen eines Witzes, den er in der "Welt am Sonntag" wiedergegeben hatte. Auf Twitter sieht Yücel eine Bedeutung über seinen Fall hinaus: "Die Botschaft lautet also: Jeder, der auch außerhalb der Türkei der türkischen Staatsideologie widerspricht – beim Thema Benachteiligung der Kurden oder beim Umgang mit dem Genozid – macht sich potenziell strafbar."
welt.de, twitter.com

Türkisches Gericht verurteilt Deniz Yücel zu zwei Jahren und neun Monaten Haft.


Urteil in Abwesenheit: Ein Gericht in Istanbul verurteilt den "Welt"-Journalisten und früheren Türkei-Korrespondenten Deniz Yücel zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Vom Vorwurf der Volksverhetzung und der Propaganda für die Gülen-Bewegung ist er dagegen freigesprochen worden. Yücel selbst war bei der Verkündung des Urteils nicht anwesend. Von Februar 2017 bis Februar 2018 saß er insgesamt 367 Tage ohne Anklage in türkischer Haft. Seine Inhaftierung hatte die deutsch-türkischen Beziehungen schwer belastet. Der damalige Außenminister Sigmar Gabriel hatte sich im direkten Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Erdogan für Yücels Freilassung eingesetzt.

Erst nach seiner Freilassung und der Ausreise nach Deutschland hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Yücel erhoben. Als Belege dienten Artikel von ihm in der "Welt", darunter ein Witz über das Verhältnis von Kurden und Türken. In einem Kommentar bei Welt.de nennt Yücel die Entscheidung "ein politisches Urteil, wie die ganze Geschichte meiner Verhaftung politisch motiviert war". Dass die Richter sich entschieden hätten, "lieber das Verfassungsgericht bloßzustellen als den Staatspräsidenten" zeige einmal mehr, "wie es um die Rechtsstaatlichkeit in diesem Land bestellt ist: erbärmlich".

Der DJV spricht von einem "Willkürurteil, das kritische und unabhängige Berichterstattung dauerhaft kriminalisiert". Der DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall fordert das Auswärtige Amt zu diplomatischen Konsequenzen gegenüber der Türkei auf. Die Bundesvorsitzende der DJU in Verdi, Tina Groll, sieht in der Entscheidung einen "Abgesang auf die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei". Der Geschäftsführer der Organisation Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, kommentiert: "Dass die türkische Justiz an dem absurden Vorwurf der Terrorpropaganda festhält und Yücel zu fast drei Jahren Haft verurteilt, zeigt, wie politisiert und willkürlich diese ist." (Foto: picture alliance / Sven Simon)
sueddeutsche.de, spiegel.de, welt.de (Kommentar Yücel), djv.de, dju.verdi.de, reporter-ohne-grenzen.de

Springer macht Chefredakteure Reichelt und Poschardt zusätzlich zu Sprechern der Geschäftsführung.


Doppelfunktion: Springer hebt an der Spitze von "Bild" und "Welt" die personelle Trennung von Redaktions- und Verlags­geschäft auf. Die Chef­redakteure Julian Reichelt (links) und Ulf Poschardt werden jeweils auch Sprecher der Geschäftsführung. Es ist das erste Mal, dass Springer Chefredakteure in die Geschäftsführung beruft. Springer will damit "die Bedeutung des Journalismus für die Marken" hervorheben. Redaktion und Vermarktung sollen "klar getrennt" bleiben.

Springer-Vorständin Stephanie Caspar erhofft sich durch die personelle Zusammenführung weniger Kompetenzgerangel als bisher, dafür einen engeren Austausch bei Ideen. Die Wachstumsziele für "Bild" und Welt erfordern eine "zukunftsfähige Aufstellung", die "Marken in den Mittelpunkt" stellt und die "Strukturen zwischen Redaktion und Verlag vereinfacht", sagt sie zu "Horizont". Die Redaktionen prägten die Marken "Bild" und "Welt", "daher gehören mit den Chefredakteuren Journalisten an die Spitze des Führungsteams".

Die "Bild"-Geschäftsführung besteht neben Reichelt als Sprecher künftig aus Verlagsleiterin Carolin Hulshoff Pol und Lars Moll, der von Welt Digital kommt. Bei der WeltN24 GmbH bleibt Christian Nienhaus als weiterer Geschäftsführer im Amt. Hinzu kommt ab September - wie berichtet - Ex-RTL-Chef Frank Hoffmann, der auf Torsten Rossmann folgt und alle TV- und Bewegtbildaktivitäten verantwortet.
axelspringer.com, horizont.net

Polens Präsident Duda unterstellt Springer Wahlkampf-Einmischung.

Polnischer Abgang der Pressefreiheit: Polens Präsident Andrzej Duda wirft der "Welt" sowie der zu Ringier Axel Springer Polska gehörenden Zeitung "Fakt" die Einmischung in die Präsidentenwahl vor. Der polnische Zeitungsverleger-Verband weist die Kritik als "absurd" zurück. "Welt"-Korrespondent Philipp Fritz wurde zuletzt wegen seiner journalistischen Arbeit von regierungsnahen Medien attackiert - so wie auch kritische polnische Journalist*innen. Journalismus muss "schreiben, was ist – auch wenn es den Mächtigen nicht gefällt", kommentiert "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt die Einschüchterungsversuche. "Mit Deniz Yücel haben wir erlebt, wie weit Gängelung und Diffamierung von Journalisten durch Regierende gehen kann", schreibt Poschardt.

Deutschland würde sich von der engen polnisch-amerikanischen Zusammenarbeit gestört fühlen, sagt Duda. Dies sei ein Hindernis für die deutsch-russische Zusammenarbeit beim Bau der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. "Die aktuelle Warschauer Regierung hat nicht nur das polnische Justizsystem auf schwer hinnehmbare Art und Weise bedrängt, sondern versucht dies auch bei den Medien", beklagt Poschardt. Amtsinhaber Duda holte bei der ersten Wahlrunde die meisten Stimmen, doch für einen Sieg der Präsidentenwahl reichte es bisher nicht - Es folgt eine Stichwahl.
welt.de (Springer), welt.de (Poschardt)

Mein Homescreen: Olaf Gersemann.


Olaf Gersemann, Datenfreund und Ressortleiter Wirtschaft, Finanzen und Immobilien bei “Welt”, wurde durch die Corona-Krise zur Selfmade-Medienmarke: Auf seinem Twitter-Kanal veröffentlicht der 52-Jährige seit Februar anschauliche Corona-Updates zu Fallstatistiken aus aller Welt. Seine Zahlenliebe zeigt sich auch auf Gersemanns Homescreen. Was die Leser*innen bei “Welt” gerade interessiert und wie viele Abos sie abschließen, trackt der Journalist genauso wie die Entwicklung an den Finanzmärkten. Währenddessen zählt er Trainingseinheiten und Kalorien. Weiterlesen …

Türkisches Gericht vertagt Urteil im Yücel-Prozess.

Türkei: Die für heute geplante Urteilsverkündung im Prozess gegen "Welt"-Journalist Deniz Yücel wurde kurz nach Beginn der Sitzung überraschend vertagt. Die Richter wollen zunächst das Abschluss-Plädoyer der Verteidigung bewerten, neuer Termin ist der 16. Juli. Die Staatsanwaltschaft wirft Yücel Terror und Volksverhetzung vor. Yücel selbst war in Istanbul nicht anwesend.
faz.net, spiegel.de

Torsten Rossmann verlässt Springers WeltN24 GmbH, Ex-RTL-Chef Frank Hoffmann wird Nachfolger.

WeltN24 und Geschäftsführer Torsten Rossmann, 56, gehen "spätestens Ende des Jahres" getrennte Wege. Nachfolger als TV-Chef wird ab 1. September Frank Hoffmann, der von 2013 bis 2019 Chef von RTL Deutschland war. Rossmann, der seit über 20 Jahren für N24 und Welt arbeitet, bleibt Springer als "TV- und Bewegtbildstratege" erhalten.
axelspringer.com, horizont.net

Einstweilige Verfügung zu Ibizagate-Artikel: “WamS” siegt vor dem BVerfG.

Springer erzielt einen Erfolg vor dem Bundesverfassungsgericht. Das Gericht setzt bis auf weiteres eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin aus, die der "Welt am Sonntag" Teile der Berichterstattung über einen der Hintermänner der Ibiza-Affäre untersagt. Das Bundesverfassungsgericht mahnt an, dass die "Welt am Sonntag" zunächst die Möglichkeit hätte bekommen müssen, Stellung zum Antrag zu beziehen. Vor Kurzem hatte das Bundesverfassungsgericht in einem anderen Fall bereits die sogenannte "Waffengleichheit" bei Unterlassungserklärungen angemahnt.
per Mail, turi2.de (Background)

Zitat: US-Korrespondent Steffen Schwarzkopf beklagt einseitige Berichterstattung zu Donald Trump.

"Ich habe das Gefühl, dass in manchen Heimatredaktionen in Deutschland ebenfalls der Trend dahin geht, bei Donald Trump grundsätzlich erstmal 'doof' zu rufen, bevor man genauer hinblickt."

Steffen Schwarzkopf, US-Korrespondent beim TV-Sender Welt, sagt im DWDL-Interview, dass Sender wie CNN und MSNBC Donald Trump mit oftmals einseitiger Berichterstattung Munition liefern, aber auch deutsche Medien oft voreingenommen sind.
dwdl.de

“Assi-Zeitungen”: YouTuber Rezo kritisiert “Bild”, “Welt” und “FAZ”.

Die Zerstörung der Presse: Seriöse Medien sollten sich von "Assi-Zeitungen" stärker distanzieren, sonst spielen sie "Hetzern in die Hände", sagt Influencer Rezo in einem einstündigen Video bei YouTube. Darin warnt er u.a. vor Verschwörungstheorien und kritisiert die Arbeit vor allem von "Bild", "Welt" und "FAZ". Diese hätten häufig falsch über ihn berichtet. Es gebe zudem Gründe, warum etablierte Zeitungen von einigen Menschen verachtet würden: "Unethisches Verhalten ist leider keine Seltenheit", sagt Rezo. Insbesondere "Bild" und "Welt" fehle es an "moralischer Integrität". Aus Sicht von Rezo hielten sich die Redaktionen häufig nicht an den Opferschutz sowie an Persönlichkeitsrechte. Dass die "Bild" dem Virologen Drosten für die Beantwortung einer Presseanfrage nur eine Stunde Zeit ließ, sei ein "Kack-Move".

Julian Reichelt kontert bei Twitter, dass die Frist "leider" zu kurz gewesen sei, "aber wir fragen". Der "Bild"-Chef lädt Rezo zu einem Redaktionsbesuch ein, "ich komme aber auch jederzeit zu Dir" - und betont: "Dies ist keine Aufforderung zum Duell, lieber 'Spiegel'". Rezo sagt, dass er die Presse nicht zerstören wolle - anders als der Titel seines gleichnamigen Videos vermuten lassen könnte. Reichelt spricht bei Twitter von "Zerstörungsquatsch" sowie von "billigen, schnellen Likes". Rezo wisse nicht, "was 'Zerstörung' ist".
(Foto: Screenshot YouTube)
youtube.com (60-Min-Video), twitter.com (Reaktion Reichelt), t-online.de, tagesspiegel.de

“Bild” streitet weiter mit Christian Drosten, die “Welt” entlastet ihn.


Zweite Welle: Die "Bild" legt in ihrem Streit mit dem Virologen Christian Drosten einen weiteren Beitrag nach und findet in David Spiegelhalter, Statistik-Professor an der Universität Cambridge, und seinem Kollegen Kevin McConvay neue Kronzeugen. Beide kritisieren den statistischen Aspekt der Drosten-Untersuchung und empfehlen, dort Fehler einzugestehen. Spiegelhalters Korrespondenz mit der "Bild" scheint jedoch nur ungleich länger als die der bisherigen, vermeintlichen Drosten-Kritiker zu sein. Die Zeitung zitiert ihn mit der Äußerung, er habe seinem Beitrag "nichts hinzuzufügen".

In einem zweiten Text setzt sich die "Bild" mit Vorwürfen Drostens auseinander, die Zeitung habe den englischsprachigen Mathematiker des Teams "am Telefon in die Irre geführt". Auch die Charité kritisiert in einer Stellungnahme, der Mitarbeiter sei sich nicht bewusst gewesen, in einer Interview- oder Äußerungssituation zu sein. "Bild" entgegnet, sie habe das Gespräch auf Englisch geführt und den Mitarbeiter wie gewünscht nicht zitiert. Auffällig: Beide "Bild"-Texte tragen keinen Autorennamen.

Derweil widmet sich das Schwesterblatt "Welt" dem Thema in einem nüchternen FAQ. Die Autorinnen Birgit Herden und Wiebke Hollersen nehmen Drosten und sein Team dabei sogar in Schutz und betonen, dass wissenschaftliche Diskussionen zu Vorveröffentlichungen völlig normal sind und Drosten selbst stets sehr vorsichtig bei einem Fazit zur Untersuchung gewesen ist.
bild.de (neue Kritik), bild.de (Stellungnahme der "Bild"), welt.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Oliver Michalsky blickt auf 25 Jahre Welt Online zurück.

Lese-Tipp: Vor 25 Jahren erschien die "Welt" erstmals mit einem Online-Auftritt. Digital-Chef Oliver Michalsky blickt auf die Entwicklung von welt.de zurück und zeigt Screenshots der verschiedenen Versionen. Zu Beginn wurde das Projekt noch belächelt, drei Onliner mussten ihren Kollegen E-Mails ausdrucken. Am 11. September baut die Redaktion auf eine reine HTML-Seite, um den Server nicht zu überlasten.
welt.de

Lese-Tipp: Warum “Welt”-Autorin Susanne Gaschke aus der SPD austritt.

Lese-Tipp: "Welt"-Kolumnistin Susanne Gaschke begründet in einem offenen Brief, warum sie nach 33 Jahren aus der SPD austritt. Eingetreten sei sie als junge Studentin "aus einer Art Widerspruchsgeist", doch mit den Jahren sei die SPD zu einer "Versorgungspartei" geworden, die "mit Geld nach Problemen" wirft, aber sich nicht mehr für eigenen Wahlergebnisse interessiere. Das Fass zum Überlauf brachte die grundlose Auswechselung des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels, mit dem Gaschke seit 29 Jahren verheiratet ist.
welt.de

Mathias Döpfner: Europa soll nicht mehr “Everybody’s Darling” sein.

Springer-Chef Mathias Döpfner fordert die Politik in einem Essay in der "Welt am Sonntag" auf, in der "Post-Corona-Ära" klar Position zwischen den USA und China zu beziehen. Durch einen Ausverkauf der Unternehmen an China, fürchtet er, könnte Europa "ein ähnliches Schicksal wie Afrika erleiden. Man begäbe sich auf den schleichenden Weg zur chinesischen Kolonie." Lieber solle Europa das transatlantische Bündnis vertiefen.
edition.welt.de (Paid)

Video-Tipp: Das “Welt”-Team erzählt von seinem Alltag in der Corona-Krise.

Video-Tipp: Mehrere "Welt"-Redakteur*innen haben das Handy gezückt und ihre wechselhafte Stimmung im Corona-Alltag hinaus an die Kolleg*innen geschickt. Deniz Yücel kommentiert: "Es fällt mir nicht so schwer, ich kenn' das ja, irgendwo eingesperrt zu sein, wo man nicht raus darf." Polen-Korrespondent Philipp Fritz freut sich auf den Tag, an dem er wieder "Bis morgen" sagen kann.
welt.de (6-Min-Video)

Corona-Krise kostet “Bild” 15 % Auflage.

Bild verkauft wegen der Corona-Krise in der Summe 15 bis 18 % weniger Zeitungen, sagt Springers Print-Chef Christian Nienhaus (Foto) im "Horizont"-Interview. Abos und Supermarkt-Verkäufe steigen zwar, gleichzeitig fallen Bord-Exemplare und Auslandsauflage fast komplett weg, der Bahnhofsbuchhandel hat sich halbiert. Die Abo-Auflage der "Welt am Sonntag" wächst um 10,5 %. Das Online-Bezahlangebot Welt Plus verzeichnet im März 2,6 % Wachstum, Bild Plus legt um 1,3 % zu. Beim Anzeigengeschäft stehe "Bild" noch "verhältnismäßig gut" da, "viel größeres Kopfzerbrechen" bereite Nienhaus die Umsatzentwicklung bei den Zeitschriften.
horizont.net (Paid)

Media Impact startet das Vermarktungs-Tool “Welt ID”.

Media Impact bündelt die Vermarktung der "Welt" in dem neuen Vermarktungs-Tool "Welt ID". Das crossmediale Angebot ermöglicht die gemeinsame Werbeplanung für Print und Online. Das Vermarktungs-Joint-Venture Media Impact von Springer und Funke soll nur noch bis 31. August wie gewohnt laufen, beide Häuser wollen sich verstärkt auf die Vermarktung der eigenen Titel konzentrieren.
axelspringer.com, turi2.de (Background)

Nachrichtenseiten profitieren von Corona-News, Sport-Seiten verlieren.

Corona-News bescheren Nachrichtenseiten im März Rekordzugriffe: Sueddeutsche.de und FAZ.net verbuchen laut Agof knapp 80 % mehr Unique User als im Februar. Spiegel.de, Welt.de und Zeit Online legen um mehr als 50 % zu. Prozentualer Gewinner mit 275 % Plus ist die "Berliner Morgenpost", wohl vor allem wegen ihres Coronavirus-Monitors. In der Top 25 rutschen nur Kicker.de und Sport1.de ins Minus.
meedia.de

Zitat: Für Welt-Senderchef Torsten Rossmann verschmelzen bei Corona Privates und Berufliches.

"Zum allerersten Mal müssen wir nicht nur über eine Krise oder Katastrophe berichten, sondern wir sind auch selbst davon voll erfasst. Nicht nur im Job, sondern auch in der Privatsphäre."

Torsten Rossmann, Chef von Springer News-Sender Welt, sagt im DWDL-Interview, dass in der Corona-Krise Privates und Berufliches kaum trennbar sind.
dwdl.de

Wie geht’s der Freiheit, Ulf Poschardt?


Welt in Quarantäne: "Die Freiheit wird gerade massiv eingeschränkt", sagt Ulf Poschardt im "Wie geht's"-Interview. turi2.tv erwischt den "Welt"-Chefredakteur am Donnerstagmorgen per Skype auf dem Weg zur nächsten Video-Konferenz im Home Office, aus dem er Springers Blaue Gruppe dieser Tage führt. Poschardt stört sich zwar an den Beschränkungen, denen die Gesellschaft angesichts der Corona-Krise unterliegt. Auf der anderen Seite beweise sich eine liberale Demokratie gerade, wenn sie fähig ist, Freiheit mit demokratischen Mitteln einzuschränken, "um die Schwächsten der Schwachen zu schützen".

Die These, dass die Politik angesichts der Corona-Krise mit strengen Regeln reagiert, die im Kampf gegen den Klimakollaps viel nötiger wären, findet Poschardt "so bescheuert, dass ich sie eigentlich gar nicht kommentieren will". Wer eine Pandemie mit der Klimakrise verwechsle, habe beides nicht verstanden. Die Diskussion wolle er lieber Jakob Augstein und Richard David Precht überlassen. Der Philosoph hatte in einem turi2.tv-Interview u.a. gesagt, "dass die Leute mehr Angst um ihr Leben haben als um das Überleben der Menschheit".
turi2.tv (5-Min-Video bei YouTube)

“Welt”-Chef Ulf Poschardt sieht wachsendes Vertrauen bei Lesern, aber Angst bei Werbenden.

Corona-Krise sorgt für doppelt so viele Neuabschlüsse von Digitalabos bei der "Welt" wie sonst, sagt Ulf Poschardt. Auch der Zuspruch der Leser*innen sei gewachsen, positive Rückmeldungen gebe es sogar im Supermarkt. Gleichzeitig seien die Werbekunden zurückhaltend. Poschardt ruft sie auf, "kommunikativ ganz neu anzusetzen" und vom vertrauenswerten Umfeld der Nachrichtenportale zu profitieren.
horizont.net (Paid)

“FAS” will offenbar Zustellkosten sparen, schreibt “Horizont”.

FAS: Bei der testweisen Umstellung des Erscheinungstages auf den Samstag geht es dem Verlag mehr um die teurere Sonntagszustellung als um den am Samstag stärkeren Einzelverkauf, hört Roland Pimpl aus dem Verlag. Springer, der mit “Bild am Sonntag” und “Welt am Sonntag” den Markt der Sonntagszeitungen dominiert, und “FAZ” hätten sich bisher offensichtlich nicht darauf einigen können “kostenaufteilend zusammenzuarbeiten”. In einem Testlauf sollen 1.000 Abonnenten auf die neue Ausgabe umgestellt werden.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Renner: Springer erwägt eine Aufspaltung in Publizistik und Rubrikenmärkte.

Sprung zu zwei Ufern? Springer erwägt nach dem KKR-Einstieg den Konzern in zwei Teile aufzuspalten, schreibt Kai-Hinrich Renner in der "Berliner Zeitung". Künftig solle es nur noch den Unternehmensbereich Publizistik mit den Zeitungen "Bild" und "Welt" sowie die profitablen digitalen Rubrikenmärkte geben. Renner schreibt von zwei nicht namentlich genannten Quellen, ein Sprecher von Springer teilt Renner dagegen mit: "Solche Pläne gibt es nicht".

Eine Stiftung soll laut Renner künftig die publizistischen Objekte übernehmen, die losgelöst von KKR agiere. Als Stiftungsvorstand für die Zeitungen sei Springer-Vorstand Mathias Döpfner "gesetzt". Die Rubrikenmärkte gehen in eine vom US-Investor geführte Aktiengesellschaft mit der neugegründeten Stiftung als Juniorpartner über, schreibt Renner. Die Anwälte seien bereits dabei, die Verträge aufzusetzen.
"Berliner Zeitung", S. 3 (Paid), turi2.de (Springers Sparprogramm)

Springer-Zeitungen verlieren im 4. Quartal rund 10 % Auflage, “Zeit” wächst.

Kiosk-Auslage, Zeitungen, Zeitschriften, AuflageZeitungen: "Bild", "Welt" und "Bild am Sonntag" verlieren im 4. Quartal mehr als 10 % Auflage, schreibt Zahlen-Zar Jens Schröder. Die "Süddeutsche" mit -4,4 %, die "FAZ" mit -3,5 %, das "Handelsblatt" mit -1,1 % und die "taz" mit -1 % kommen glimpflich davon. Die "Zeit" liegt 0,4% über dem Vorjahreszeitraum, weil sie die E-Paper-Abos deutlich steigert.
meedia.de

“Welt”-Chef Ulf Poschardt kritisiert: Einige Milieus treiben ARD und ZDF vor sich her.


Angriff der "Welt"-Macht: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt nimmt die Diskussion um die WDR-Satire und die BR-Kritik von Richard Gutjahr zum Anlass, in einem Kommentar auf Seite 1 die öffentlich-rechtlichen Anstalten scharf zu kritisieren. Poschardt wirft ihnen vor, "einen eher hermetischen Werte- und Wahrnehmungskorridor" zu besitzen, bedingt durch eine "beamtenähnliche Journalistenexistenz" und zu gleichen Verhältnissen, aus denen die Medienschaffenden stammen. In den "Tagesthemen" kommentiere daher "in der Regel ein konformistisches Haltungskollektiv". Applaus komme dafür von "nationalmoralistischen Minderheiten, denen der Umerziehungsimpetus in Sachen Sozialismus, Klimanotstand oder Gendersprache noch nicht weit genug geht". Poschardt diagnostiziert, diese Milieus würden die Sender vor sich hertreiben.

Damit bewegt sich Poschardt nicht weit von der Kritik der AfD und anderer rechtspopulistischer Kräfte, die ARD und ZDF als zu links erachten. Von ihnen will sich der Springer-Mann jedoch nicht vereinbaren lassen. Vielmehr warnt er, dass die vermeintliche Schieflage der Öffentlich-Rechtlichen von der Partei für einen "erwartbar antiliberalen Affekt" genutzt werde. Porschardt fordert daher, dass die Mitte der Gesellschaft definieren solle, wie die Grundversorgung aussehen solle. Er selbst plädiert für eine Wachstumsbremse oder wie er verschärft sagt "Wucherbremse".
welt.de, turi2.de (Background)

Chinesische Handelskammer in Deutschland will “Welt”-Interview zensieren.

China: Wei Duan, Geschäftsführer der chinesischen Handelskammer in Deutschland, streicht in einem "Welt"-Interview über Themen wie den Einfluss Chinas oder Huawei zahlreiche kritische Passagen. Die "Welt" veröffentlicht die unzensierte Version, Pekings Vertreter wollte bei der Autorisierung der Zitate im Nachhinein rund zwei Drittel der Fragen rauskürzen.
"Welt", S. 8 (Paid)

Video- und Fotoreportage: Ein Tag im Newsroom – die drei Welten der “Welt”.


Unterwegs in drei Welten: Unter dem Dach von “Welt” entstehen Digitalangebote, ein TV-Sender und auch noch ein bisschen Zeitung. Für die turi2 edition #9 besucht Jens Twiehaus Deutschlands komplexeste Redaktion und zeigt ihren Alltag. Er spricht unter anderem mit Ulf Poschardt, Johannes Boie und Tatjana Ohm über Kulturpessimismus, “verplusbare” Inhalte und die Zukunft des klassischen Fernsehens. Lesen Sie jetzt die komplette Reportage kostenlos hier als Online-Text oder im neuen, komfortablen E-Paper der “turi2 edition #9”.

“Focus”-Kolumnist Jan Fleischhauer bekommt Gast-Auftritt bei “Welt am Sonntag”.

Focus: "Welt am Sonntag" sichert sich einen Gast-Auftritt von "Focus"-Kolumnist Jan Fleischhauer (Foto). Fleischhauer bleibt Chef-Kolumnist beim "Focus", wo er angestellt ist. Eine langfristige Zusammenarbeit mit der "Welt am Sonntag" schließt "Focus"-Chefredakteur Robert Schneider im Gespräch mit turi2 aus.
turi2 - eigene Infos, "Welt", S. 13 (Paid), twitter.com

Laut DJV will Springer rund 150 redaktionelle Stellen streichen.


Streichmännchen: Laut dem DJV will Springer insgesamt rund 150 redaktionelle Stellen abbauen. 65 Stellen sollen in den "Bild"-Außenredaktionen wegfallen, 30 Stellen in der Redaktion der "Welt", 39 redaktionelle Stellen bei der "Autobild" und 13 bei der "Computerbild". Das Chemnitzer Büro der "Bild" werde aufgegeben, in Bremen werde eine von zwei offenen Stellen dauerhaft nicht wiederbesetzt. Offen sei noch, welche personellen Konsequenzen die teilweise Zusammenlegung von "BZ", "Bild" und "Bild am Sonntag" in Berlin haben werde. Auch die Zukunft der "Bild"-Fotografen in den Regionen sei noch unklar.

Der DJV kritisiert die Pläne. Sein Vorsitzender Frank Überall nennt sie einen "publizistischen Kahlschlag, mit dem keine Qualitätsoffensive möglich ist". Springer will keine konkreten Angaben zum geplanten Stellenabbau machen und entgegnet, die Details würden derzeit noch erarbeitet. Ende September hatte Springer erste Details seines erwarteten Sparprogramms vorgestellt, mit dem Springer bei seinen deutschen Nachrichtenmedien 50 Mio Euro sparen will. Gleichzeitig will der Verlag rund 100 Mio Euro, insbesondere in Live-Videos, investieren.
djv.de, meedia.de, turi2.de (Background)

AfD geht nach einem “Welt”-Interview juristisch gegen den SPD-Politiker Michael Roth vor.

Politik: Michael Roth (Foto), Bewerber um den SPD-Parteivorsitz, erhält eine Abmahnung der Kanzlei Höcker, schreibt der Politiker bei Twitter. In einem "Welt"-Interview hatte Roth die AfD als "politischen Arm des Rechtsterrorismus" bezeichnet. Die AfD-Bundestagsfraktion fordert eine Unterlassungserklärung von Roth, die er "ganz sicher nicht" abgeben werde.
twitter.com (Abmahnung), twitter.com, welt.de (Roth-Interview)

IVW 3/2019: “Welt” verliert 27,2 %, “Focus” 11,6 %, E-Paper-Verkäufe steigen.


Das Netz fängt auf: Im 3. Quartal verlieren die meisten Zeitungen und Zeitschriften laut IVW weiter Auflage. Minus-Spitzenreiter ist "Welt" mit 27,2 %. Beim "Focus" sorgt die stark zusammengestrichene Bordauflage für ein Auflagen-Minus von 11,6 %. "Bild" verliert 9,6 %. Der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" verlangsamen den Sinkflug durch steigende E-Paper-Verkäufe. "Zeit" und "Handelsblatt" drehen die Auflage dadurch sogar um 2,0 % und 6,8 % ins Plus. Die "Landlust" bleibt stabil.
horizont.net, dwdl.de (Zeitungen), dwdl.de (Zeitschriften)