Zitat: Den Liberalen fehlen Diskursräume, findet Ulf Poschardt.

"Arbeitgeberverbände und Marktliberale haben eine kulturelle Alexie, was die Vermittlung ihrer Anliegen in sozialen Netzwerken und ihren PR-Ausgaben betrifft."

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt führt das Wahlergebnis in NRW auch auf "gekippte Redaktionen" zurück, in denen grüne Themen überrepräsentiert seien. "Wirtschafts- und wachstumszentrierten Themen fehlen Diskursräume", schreibt er.
welt.de (Paid)

Josef Joffe lässt sein Mandat als “Zeit”-Herausgeber bis zum Vertragsende ruhen.


Satz mit Ex: Der Publizist Josef Joffe lässt sein Mandat als "Zeit"-Heraus­geber bis zum Vertrags­ende im März 2023 ruhen, erfährt die "Welt" auf Nachfrage von dem Verlag. Demnach haben sich Joffe und die Verleger der Wochen­zeitung Dieter und Stefan von Holtzbrinck "einvernehmlich" zu diesem Schritt entschieden. Dazu geführt hat ein geleakter Brief von Joffe an dessen Freund und Bank-Miteigentümer Max Warburg. Darin schreibt der Publizist u.a., er habe Warburg "gewarnt" und es sei seiner "Invention zu verdanken, dass das Stück geschoben wurde und die Bank die Gelegenheit erhielt, Widerrede zu leisten". Joffe bezieht sich auf eine Recherche der "Zeit" und des ARD-Magazins "Panorama" zur Verwicklung der Bank in die Cum-Ex-Geschäfte. Der Artikel dazu ist am 17. November 2016 in der "Zeit" erschienen.

Zwar ist sich die "Zeit"-Redaktion sicher, Joffe habe tatsächlich keinen Einfluss auf den Artikel genommen, der "in geplanter Form" erschienen sei, dennoch erwecke der Brief den Eindruck, die Zeitung sei zu beeinflussen. Joffe ist seit 2020 Herausgeber der "Zeit" und zählt zu den renommiertesten Journalisten in Deutschland. Ob er künftig weiterhin für die "Zeit" schreibt, entscheidet die Redaktion "von Fall zu Fall", sagt eine Sprecherin gegenüber der "Welt".
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

“Welt” und “Bild” streamen Audio-Version ihrer TV-Sender.

Wie Radio, nur anders: Die Fernseh­sender Welt und Bild TV bieten ihre Programme künftig als Live-Audiokanäle über die Plattform TuneIn an. Damit können die Sender u.a. auch über Smartspeaker und Smartwatches gehört werden. Springer nimmt sich damit ein Vorbild an US-Sendern wie CNN oder MSNBC, die ebenfalls Audio-Ausgaben bei TuneIn streamen.
welt.de

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 12: Ulf Poschardt.


17. September 2017: Ulf Poschardt verlegt den Morgen-Newsletter auf den Mittag

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt will nicht als letzter deutscher Chefredakteur mit einem Morgen-Newsletter um die Ecke kommen und startet für die "Welt" den Mittags-Newsletter "5 nach 12".

Die Redaktion liefert bis heute aus dem Newsroom heraus die Themen, die man in der Mittagspause lesen muss, um mitreden zu können. Die "Welt" bleibt aber ein Morgenmuffel: Unter den frei zugänglichen Newslettern der Zeitung ist "5 nach 12" der mit den meisten Abos, noch vor dem Abend-Nachrichtenüberblick "Was die Welt bewegt".

Die Welt hat tägliche Morgen-Newsletter um 9.30 Uhr zu den Themen Politik, Wirtschaft und Sport im Portfolio, die einen automatisierten Nachrichten­überblick liefern, einen Allrounder gibt es aber nicht.

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

“Welt” sendet Gespräch von Mathias Döpfner und Elon Musk.

Mathias meets Elon: Die "Welt" zeigt am Nachmittag des 7. Mai um 15:15 Uhr ein Gespräch von Springer-CEO Mathias Döpfner mit Tesla-Boss und Twitter-Käufer Elon Musk. Es wurde Anfang März im Tesla-Werk in Fremont in den USA aufgezeichnet. Döpfner und Musk sprechen u.a. über nachhaltige Energiewirtschaft, wozu Musk sagt: "Es ist völliger Irrsinn, Kernkraftwerke abzuschalten". Künstliche Intelligenz und Robotik sowie Corona sind ebenfalls Themen.

Die Sendung ist nach Ausstrahlung auch in der Mediathek und via TV-App verfügbar. Nach dem Interview bringt "Welt" die Dokumentation "Space X – Projekt Marsrakete", die sich mit Musks Weltraumfahr-Plänen beschäftigt.
presseportal.de

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 4: Welt Lage.


31. August 2009: Axel Springer startet die "Welt Lage" als Paid Modell

Die erste nationale Tageszeitung in Deutschland entdeckt den Morgen-Newsletter – und scheitert schnell mit einem Paid Modell. Springers "Welt" startet Ende August 2009 die "Welt Lage", einen "Überblick über die Nachrichten- und Debattenlage". Auch die "Welt Lage" setzt, wie turi2 und "Playbook", auf Aggregation, also den kuratierten Überblick am Morgen.

Die "Welt Lage" fasst Berichte und Kommentare von Medien aus dem In- und Ausland zusammen. Von Dezember 2009 an verlangt Springer 2,90 Euro pro Monat für diesen Service, doch der kuratierte Newsletter mit Preisschild ist ein Ladenhüter. Schon zum Jahresende 2009 wird die "Welt Lage" eingestellt.
turi2.de (gesamte Chronik)

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Debatte: Es war ein Fehler, Marina Owsjannikowa zur “Welt”-Korrespondentin zu machen.

Ukraine: Die "Welt" untergräbt mit der Entscheidung, Marina Owsjannikowa zur Korrespondentin zu machen, das Vertrauen in die eigene Berichterstattung, schreibt Nikolai Klimeniouk in der "FAS". Owsjannikowa sei im russischen Staatsfernsehen zwar nur ein "kleines Rädchen dieser Hassmaschine" gewesen, was sie aber "nicht von jeder Komplizenschaft freispricht". Ebenso mache ihr kurzer Kriegs-Protest im Live-TV nicht "all die Jahre im Dienste des Regimes ungeschehen".
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Marina Owsjannikowa reagiert auf Kritik an ihr.

"Ich war nur ein Rädchen in diesem System, aber ich habe an meiner Stelle dafür gesorgt, dass das System funktionierte."

Die Journalistin Marina Owsjannikowa reagiert in der "Welt" auf die Kritik an ihr. Sie habe das "Netz der Lügen" beim russischen Sender Perwyj Kanal gesehen, aber aus privaten Gründen dort weiter gearbeitet. Sie bereue es, Teil der Propaganda gewesen zu sein.
welt.de

Debatte: Thomas Knüwer mokiert sich über Ulf Poschards Aussagen zu Twitter.

Tweet-Zoff: Der Digitalberater und Blogger Thomas Knüwer zeigt sich auf Twitter irritiert über die Aussagen von "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt. Der hatte behauptet, Twitter sei etwas für die, die zu feige seien, sich vor der Tür zu prügeln. "Wer ein Problem mit Ulf Poschardt hat, darf ihm eins in die Fresse geben", interpretiert Knüwer dies ironisch und fügt hinzu: "Mehr muss man über das intellektuelle Niveau der Welt auch nicht wissen."
twitter.com, turi2.de (Background)

Zitat: Für Ulf Poschardt ist Twitter “Gratismut in Potenz”.

"Twitter 2022: Das ist moralisches Luschentum für die, die zu feige sind, sich vor der Tür zu prügeln, wenn sie ein Problem mit Leuten haben. Twitter ist Gratismut in Potenz."

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt wettert im "Zeit"-Interview gegen Twitter. Er postet dort seit Wochen nichts mehr und konzentriert sich jetzt lieber auf Linked-in. "Da sind Leute, die sind an Erfolg interessiert."
zeit.de (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Twitter ist eine national-moralistische Zauberbude voller Spießer, die mit aller Bitterkeit gegen Leute vorgehen, die anders auf die Welt schauen als sie selbst."

"Wenn ein FDP wählender Spitzen­steuer­satz­zahler wie ich, der seit 30 Jahren alles für dieses Land tut, eine Provokation darstellen soll – was daran ist meine Schuld?"

"Jan Böhmermann ist kein Komiker. Er ist der bestbezahlte Regierungs­sprecher im Range eines Chefpredigers."

Hör-Tipp: Kritik an neuer “Welt”-Reporterin Marina Owsjannikowa.

Hör-Tipp: Ukrainische Medienschaffende kritisieren die Besetzung der Journalistin Marina Owsjannikowa (Foto) für die "Welt". So sagt die ukrainische Journalistin Anna Romandash im Deutschlandfunk, Owsjannikowas "Narrative sind definitiv nicht pro-ukrainisch". Medienwissenschaftlerin Anna Litvinenko hält es für wichtig, die Russin auf ihrem Weg in Richtung liberalen Journalismus "abzuholen".
ardaudiothek.de (9-Min-Audio), turi2.de (Background)

Marina Owsjannikowa wird “Welt”-Korrespondentin.


Schweigt nicht: Die russische Journalistin Marina Owsjannikowa berichtet ab sofort als freie Korrespondentin für die "Welt", u.a. aus der Ukraine und Russland. In ihrer neuen Rolle schreibt sie für die Zeitung und soll regelmäßig dem Nachrichten­sender des Mediums zugeschaltet sein. Owsjannikowa hat Mitte März während einer Live-News-Sendung beim größten halb­staatlichen Senders in Russland, Channel One, ein Protest-Plakat gegen den Ukraine-Krieg in die Kamera gehalten, auf dem stand: "Glaubt nicht an die Propaganda, sie lügen euch hier an." In einem Interview mit dem "Spiegel" sagt Owsjannikowa anschließend, sie sei nun "Feind Nummer Eins hier". Nun könne sie "offen und öffentlich sprechen", weil sie den Punkt über­schritten habe, "an dem es kein Zurück mehr gibt".

"Welt"-Chef­redakteur Ulf Poschardt sagt, er sei "gespannt auf die Zusammen­arbeit". Owsjannikowa habe mit ihrer Aktion "die wichtigsten journalistischen Tugenden verteidigt". Die Journalistin sagt in einem Statement, die "Welt" stehe für "Freiheit" – etwas, das in der Ukraine "von den mutigen Menschen vor Ort gerade so vehement verteidigt wird".

In ihrem ersten Beitrag in der "Welt" schreibt die Journalistin, dass es ihr durch den Krieg in der Ukraine "nicht mehr möglich war, zu schweigen". In den sozialen Medien sei sie seit ihrer Aktion "unglaublichen Be­lästigungen" ausgesetzt. Ihren Optimismus "habe ich aber nicht verloren".
axelspringer.com, spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

“Welt am Sonntag” wird klimaneutral.

"Welt"-Verbesserer: Springer macht die "Welt am Sonntag" klimaneutral – nach eigenen Angaben als erste Sonntagszeitung überhaupt. Das Blatt arbeite daran, seine Prozesse effizienter zu gestalten und die Emissionen dauerhaft zu verringern, teilt der Verlag mit. Die verbliebenen Emissionen gleichen Klimaschutz­projekte aus, die dem Verified Carbon Standard entsprechen. Auch bei ihren Werbemitteln setzt die "WamS" auf nachwachsende Rohstoffe und Produkte wie Obstnetze oder Bienenwachstücher. "Klima­schutz ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit", sagt Geschäfts­führerin Merrit Kraus.
turi2 - eigene Infos

“Tagesspiegel” lehnt Anzeige für neue Martenstein-Kolumne ab.


Anzeige ist (nicht) raus: Der "Tagesspiegel" weigert sich, eine Anzeige der "Welt am Sonntag" zur neuen Kolumne von Harald Martenstein zu veröffentlichen. "Natürlich möchten wir sie trotzdem keinem vorenthalten", twittert "WamS"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld die mit "Sie vermissen Harald Martenstein in Ihrer Zeitung?" überschriebene Werbung. "Wenn Sie unangepasste Denker schätzen, dann kommen Sie zu uns", heißt es darin weiter.

"Harald Martenstein ist bekannt für seinen unangepassten Scharfsinn, an seinen Texten kann man sich reiben", freut sich Rosenfeld in einer Pressemitteilung auf den Neuzugang. Martensteins neue Kolumne "Neben der Spur" erscheint erstmals an diesem Wochenende. Martenstein hatte mit kurzer Unterbrechung seit 1988 für den "Tagesspiegel" geschrieben. Nachdem das Blatt seinen umstrittenen Text zum "Tragen von Judensternen" zurückgezogen hatte, kündigte er Mitte Februar seinen Abschied an.
twitter.com, berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)


Zitat: Tatjana Ohm würde den Krieg gerne mit Superkraft beenden.

"Natürlich wünscht man sich die Superkraft, die das Leiden beendet und Vernunft und Frieden in kriegsumnebelte Hirne bringt."

Tatjana Ohm, Chefmoderatorin des Nachrichtensenders Welt, berichtet seit einigen Tagen aus der ukrainischen Stadt Lwiw. Im Interview mit "Clap" sagt sie, als Journalistin versuche sie eine professionelle Distanz zu wahren, aber manchmal sei das "sehr, sehr schwer".
clap-club.de

Zitat: Dagmar Rosenfeld findet Reporterinnen in Krisengebieten wichtig.

"Journalismus ist nicht nur etwas für Wohlfühlzeiten: Wenn er seiner Funktion als vierte Macht gerecht werden will, muss er auch dorthin, wo er mit Gewalt unterdrückt werden soll."

"WamS"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld findet es wichtig, dass Reporterinnen aus der Ukraine und Russland berichten. Journalistinnen müssten dort sein, wo das Geschehen stattfindet – "und das mit allen Konsequenzen". Die Zeitung befinde sich aber ständig im Gespräch mit Sicherheitsberaterinnen, um die Lage zu bewerten.
meedia.de

Angeklagter im “NSU 2.0”-Prozess bedroht Deniz Yücel.

Vor Gericht: Der Angeklagte im "NSU 2.0"-Prozess hat bei der Verhandlung heute in Frankfurt am Main den Journalisten Deniz Yücel beschimpft und verbal bedroht. Yücel und weitere Geschädigte hatten seit 2018 Drohschreiben erhalten, die mit "NSU 2.0" unterzeichnet waren. Yücel, der im Prozess als Zeuge auftritt, stellte dem mutmaßlichen Täter die Frage, ob weitere Hass-Schreiben von ihm stammten. Darauf erwiderte dieser, er würde noch "ganz andere Sachen mit ihm machen, wenn er könnte". Laut Yücel wollte die Richterin diesen Vorfall zunächst nicht ins Protokoll aufnehmen, bis er darauf bestanden habe.

Die Staatsanwaltschaft Berlin wirft dem 54-Jährigen Angeklagten u.a. Beleidigung in 67 Fällen, Bedrohung und Nötigung vor. Die Serie von Hass-Mails hatte 2018 gegen die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz begonnen.
welt.de, twitter.com (Statement Yücel), fr.de

Zitat: Steffen Schwarzkopf über die Gefahr für Reporterinnen in der Ukraine.

"Als Reporter scheint es mir oftmals einfacher zu sein als für die Familie zu Hause. Wir sind mittendrin, unter Strom, machen unseren Job, haben kaum Zeit nachzudenken."

"Welt"-Chefreporter Steffen Schwarzkopf hat in den vergangenen Wochen in der Ukraine gemerkt, dass Helm und Weste nur "eine gefühlte Sicherheit" vermitteln. Es gebe keine wirklich sicheren Orte mehr im Kriegsgebiet. Umso unwirklicher sei es für ihn, nun für seine Hochzeit in die USA zu reisen.
showcase.teleschau.de

Zitat: An der Freiheit der Frauen bemisst sich die Freiheit der Gesellschaft.

"Seit Putin seinen Angriffskrieg auf die Ukraine begann, ist die Fragilität unserer Freiheit auf brutalste Weise offenbar geworden. Es gibt ein vor und ein nach dem 24. Februar 2022, und es gibt das Gefühl, naiv gewesen zu sein."

Für Jennifer Wilton, Chefredakteurin der "Welt", ist Freiheit das wichtigste Frauenthema: "Wird Freiheit beschnitten, beginnt dies nicht selten bei den Frauen." Auch das russische Regime versage Frauen die grundlegenden Freiheiten, zitiert Wilton die ukrainische Abgeordnete Inna Sovsun. Solidarität an diesem Frauentag bedeute daher, die Frauen zu unterstützen, die "alles tun, die Truppen Putins zu stoppen."
welt.de

Der ehemalige “Tagesspiegel”-Kolumnist Harald Martenstein schreibt für die “Welt”.

Schnell untergekommen: Der Ex-"Tagesspiegel"-Kolumnist Harald Martenstein findet ein neues Zuhause bei der "Welt". Deren Geschäftsführer Ulf Poschardt kündigt auf Linked-in einen "brillianten ersten Text" des Journalisten in der "Welt am Sonntag" an. Martenstein hatte vor etwa einer Woche seinen Abschied vom Hauptstadt-Blatt erklärt, nachdem die Chefredaktion seine umstrittene Kolumne zum "Tragen von Judensternen" zurückgezogen hatte.
linkedin.com, turi2.de (Background)

“Bild”: Franca Lehfeldt wechselt von RTL zu Welt TV.

Seitenwechsel: RTL-Chefreporterin Franca Lehfeldt verlässt das Hauptstadtbüro von RTL nach fünf Jahren "auf eigenen Wunsch" und wechselt zum Fernsehsender Welt TV, berichtet "Bild". Die Verlobte von Finanzminister Christian Lindner soll bei Welt als Reporterin und Moderatorin arbeiten und trifft dort auf Dagmar Rosenfeld, Chefredakteurin der "Welt am Sonntag" und Lindners Ex-Frau.
bild.de (Paid)

Debatte: Live-PKs waren in der Pandemie die neuen Lagerfeuer im TV, sagt Frank Hoffmann.

TV-Hits: "Es ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber die Live-Auftritte und Pressekonferenzen in Bezug auf die Pandemie waren die neuen Lagerfeuer im deutschen Fernsehen", sagt Frank Hoffmann, Chef der Nachrichtensender von "Welt" und "Bild", im "Horizont"-Interview. "Da haben sich alle versammelt, denn es war für alle relevant." Zudem sei die "beste Antwort" auf Streaming-Dienste Liveprogramm: "Das haben wir im Gegensatz zu Netflix & Co in unserer DNA."
"Horizont" 8/2022, S. 18

Debatte: Kritikerinnen werfen Ulf Poschardt zu Unrecht Kalkül vor, meint Stefan Niggemeier.

Kein Kalkül? Dem "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt ist zwar "alles zuzutrauen", aber nicht, dass er sich absichtlich in einem Kommentar über Holocaust-Überlebende mokiert, findet Stefan Niggemeier. Dazu mache der Satz mit den "Super Holocaust-Überlebenden" zu wenig Sinn. Kritikerinnen, die an dem Vorwurf trotz später erfolgter Korrektur und Stellungnahme der "Welt" festhalten, würden den Vorgang "bewusst missverstehen" und "absichtlich bösartig interpretieren". Dies sei "üblicherweise ein Spiel, das Rechte und extrem Rechte spielen, um Empörung zu generieren": "Das Spiel wird nicht besser, wenn es andere spielen."
uebermedien.de (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Fehler bei der “Welt” sind womöglich Ausdruck “persönlichen Ärgers”, schreibt Tobias Singer.

Kein Einzelfall: Die "Fehler in der Digitalisierung" bei der "Welt" häufen sich, schreibt Meedia-Redakteur Tobias Singer über den Wirbel um einen Kommentar des Chefredakteurs Ulf Poschardt. Möglicherweise sei die Version live gegangen, die "gar nicht hätte live gehen sollen". All diese "Fehler" könnten Ausdruck des "ganz persönlichen Ärgers eines Chefredakteurs" sein, der "auf Twitter gerne mit Ironie und Clowns-Emojis um sich wirft", schreibt Singer.
meedia.de, turi2.de (Background)

“Super Holocaust-Überlebende”? Fehler sorgt für Wirbel um Poschardt-Text.


Heikler Fehler: Ein Kommentar von "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt zur Causa Nancy Faeser in der "Welt am Sonntag" hat viel Kritik auf sich gezogen. In der zwischenzeitlich online veröffentlichten Fassung war von "super Holocaust-Überlebenden und deren PR-Abteilungen in der ARD" zu lesen. Über diese Formulierung hatte sich u.a. ZDF-Satiriker Jan Böhmermann echauffiert. Die "Welt" hat den Beitrag inzwischen angepasst, nun ist von "superlinken Aktivistinnen" die Rede. Unter dem Text weist die Redaktion mittlerweile auf "mehrere Fehler bei der digitalen Produktion des Artikels" hin und bittet um Nachsicht. Bei Twitter spricht die Redaktion von einem "schlimmen Fehler", den man zutiefst bedauere und umgehend korrigiert habe. Demnach seien bei Übernahme des Textes von Print ins Digitale Fehler unterlaufen. Zuvor hatte das bereits Medienjournalist Stefan Niggemeier vermutet.

An fraglicher Stelle hätte eine Mitarbeiterin eigentlich einen Link im Artikel setzen sollen – stattdessen habe sie jedoch einen falschen Link mit einem falschen Begriff verwendet, so die "Welt" in einem Twitter-Statement. Grund sei, dass besagte Mitarbeiterin zuvor an einem anderen Thema gearbeitet habe und "entsprechende Verlinkungen noch im Cache zwischengespeichert waren". Der Vier-Augen-Check habe sich auf Headline und Teaser beschränkt, in der Print-Fassung habe der Text alle Kontroll-Schleifen durchlaufen.

Die "Welt" kündigt an, ihre technischen Systeme und Prozesse überprüfen und anpassen zu wollen. Niggemeier findet den Poschardt-Text auch in der Print-Version "idiotisch, aber halt im üblichen Rahmen dieses Genres". Angesichts von Poschardts "Radikalisierung und Trollhaftigkeit" sei es kein Wunder, "dass so viele Leute ihm zutrauen, dass er bewusst so formuliert hat, wie es digital zu lesen war".
twitter.com ("Welt"-Statement), welt.de (Paid), t-online.de, twitter.com (Niggemeier), turi2.de (Background Faeser)

DWDL: Welt beendet den Talk “Open End” mit Michel Friedman.

Alles hat doch ein Ende: Der Springer-Newssender Welt setzt seine Talkshow ohne festes Ende, Open End mit Michel Friedman, nach sieben Sendungen ab, meldet DWDL. Teilweise sind die Ausgaben über 200 Minuten lang gewesen, Sprecherin Kristina Faßler nennt als Grund für das Aus u.a. den "sehr großen Aufwand". Mit Friedman will der Sender aber weiterhin zusammenarbeiten, sein Vertrag läuft noch bis Ende 2023.
dwdl.de, turi2.de (Background)

“Welt am Sonntag”: Deutsche Welle hat weitere Antisemitismus-Fälle.

Deutsche Welle: Die "Welt am Sonntag" wirft dem deutschen Auslandssender ein "bislang ungeahntes Ausmaß des Antisemitismus" vor. Die Zeitung dokumentiert Fälle von fünf weiteren Beschäftigten, die sich vor oder während ihrer Zeit als DW-Angestellte antisemitisch oder israelfeindlich geäußert haben sollen. Dafür zitiert das Blatt aus zum Teil bereits wieder gelöschten Facebook-Posts der DW-Leute. Am Montag will die Untersuchungs-Kommission des Senders um Ahmad Mansour und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ihren Bericht zu den bisher bekannten Vorfällen vorlegen.
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Marie von den Benken zieht mit ihrer “GNTM”-Kolumne von der “Welt” zur “FAZ”.

Ein Foto für die "FAZ": Autorin, Model und Influencerin Marie von den Benken zieht mit ihrer Kult-Kolumne über "Germany's Next Topmodel" zur "FAZ". Die Reihe erschien seit 2019 bei Springers "Welt". In ihrer Kolumne kommentiert von den Benken jeweils die "GNTM"-Ausgabe des Vorabends mit spitzer Feder. Der erste Text zur neuen Staffel ist soeben erschienen.
turi2 – eigene Infos, faz.net, welt.de (bisherige Kolumnen)

Anette Dowideit koordiniert internationale Investigationen bei “Welt”.

Neue Welt: Die "Welt" will mit den Springer-Medien "Politico", "Politico Europe" und "Insider" bei internationalen investigativen Recherchen kooperieren. Die Leitung übernimmt Anette Dowideit, Leiterin des Ressorts Investigation und Reportage. Darüber hinaus übernimmt sie künftig die Leitung des Ressorts Titelthema bei "Welt am Sonntag".
axelspringer.com, meedia.de

Die Türkei wird für die Inhaftierung von Deniz Yücel verurteilt.


Schadenersatz: Die Türkei muss eine Entschädigung in Höhe von 13.300 Euro an den Journalisten Deniz Yücel zahlen. Wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im heutigen Urteil mitteilt, habe die Inhaftnahme Yücels seine Rechte auf Freiheit, Sicherheit und freie Meinungsäußerung verletzt. Yücel ist mit dem Urteil nur zum Teil zufrieden. Es sei "enttäuschend", dass das Gericht keinen Verstoß gegen das Folterverbot festgestellt habe, "trotz der neunmonatigen Isolationshaft und trotz der psychischen und körperlichen Gewalt, der ich zeitweise ausgesetzt war", schreibt er der "Welt". Ihn verwundert es auch, dass der Gerichtshof keine politische Motivation hinter dem Verfahren gegen ihn sieht.

Yücel war von Februar 2017 bis Februar 2018 ohne Anklage in Untersuchungshaft im Hochsicherheits­­gefängnis Silivri. Durch Bemühungen der Bundesregierung kam er schließlich frei und konnte ausreisen. Im Sommer 2020 verurteilte die türkische Staatsanwaltschaft den Journalisten in Abwesenheit zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft wegen Terrorpropaganda. Das Verfahren befindet sich noch in Revision. Yücel erhob bereits 2018 eine Klage auf Schadensersatz. Damals forderte er 1 Mio türkische Lira, derzeit etwa 66.000 Euro.

Noch ist das heutige Urteil vom EGMR nicht rechtskräftig. Die beteiligten Parteien können es innerhalb von drei Monaten anfechten. (Foto: Michael Kappeler / dpa / Picture Alliance)
spiegel.de, welt.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Instagram bindet junge Nutzerinnen an sich, “so gut es eben geht”.

Lese-Tipp: Junge Nutzerinnen sind für Instagram eine "Lebensversicherung", schreiben die "Welt"-Autorinnen Christina Brause und Anette Dowideit. Damit das soziale Netzwerk sie nicht an Konkurrenten wie TikTok verliere, "bindet Instagram die Jungen an sich, so gut es eben geht." Gefahren, die von der "allgegenwärtigen Inszenierung" auf der Plattform ausgehen, nehme der Konzern in Kauf.
welt.de

Debatte: Marieke Reimann ist selbstgerecht, sagt Christian Meier.

Beitrag ja, Abo nein: Die Zweite SWR-Chefredakteurin Marieke Reimann findet es "widerlich", wenn private Medien mit der Corona-Bericht­erstattung Online-Abos generieren, schreibt sie bei Twitter. Diese Aussage sei "exemplarisch für die grassierende Abgehobenheit" im Öffentlich-Rechtlichen, findet "Welt"-Medien­redakteur Christian Meier. Höhepunkt der "Selbst­gerechtigkeit" sei, dass Reimann dazu noch Werbung für einen kosten­pflichtigen Workshop zum Thema Bezahl­modelle poste.
welt.de, twitter.com

“Welt”-Nachrichtensender baut sein Tagesprogamm um.

Welt baut das Tagesprogramm ihres Fernseh­senders um und sendet eine vierteilige Livestrecke von 6 bis 20 Uhr. "Die Welt am Morgen" zwischen 6 und 9 Uhr gibt einen Ausblick auf die Themen des Tages. Der "Welt Newsroom" sendet jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr und zeigt u.a. Live-Schalten zu Reporterinnen und Pressekonferenzen. "Die Welt am Mittag" sendet von 12 bis 14 Uhr eine "Zwischenbilanz des Nachrichtentages". In der "Welt am Abend" blicken Studiogäste auf die Themen des Tages. Chefredakteur Jan Philipp Burgard sagt, man wolle mit dem Umbau über die "reine Chronistenpflicht hinausgehen" und "relevanter, hintergründiger und meinungsfreudiger" werden.
welt.de, dwdl.de (Interview)

“Welt” und “Welt am Sonntag” bekommen neue Chefredakteurinnen.


Zwischen den Welten: Springer dreht das Posten-Karussell und befördert Jennifer Wilton (links im Bild), 44, zur Chefredakteurin der "Welt". Sie kam 2006 als Volontärin zu Springer, davor hat sie u.a. für "Tagesspiegel", "FAZ", "Zeit" und "Spiegel" geschrieben. Aktuell leitet Wilton bei der "Welt am Sonntag" das Ressort "Titelthema". Dagmar Rosenfeld, 47, die derzeit die Werkstagsaugabe der "Welt" verantwortet, wechselt als Chefin zur "Welt am Sonntag". Dort folgt sie auf Johannes Boie, der beim roten Schwester-Blatt seit einigen Wochen den geschassten Chefredakteur Julian Reichelt ersetzt. Wilton und Rosenfeld treten ihre neuen Posten zum 1. Januar an – ab dann ist die "Welt"-Herrschaft in Frauenhand.

Ulf Poschardt, Chefredakteur der "Welt"-Gruppe, nennt die aufgestellte Chefredaktion "ein exzellentes Team". Rosenfeld habe das neue Erscheinungs­konzept "führend mitentwickelt" – seit September erscheint am Samstag eine Frühausgabe der "Welt am Sonntag". Wilton werde "mit ihrem wunderbaren Gespür für die großen Titelgeschichten" das "journalistische Gewicht" der werktäglichen "Welt" weiter stärken, ist Poschardt überzeugt.
axelspringer.com

Mitarbeit: Björn Czieslik

Ulf Poschardt kritisiert den Kleidungsstil der Ampel-Koalitionäre.

Sieht die Signale: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt kritisiert in seinem "WamS"-Editorial den Kleidungs­stil der Ampel-Koalitionäre bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags. Er fragt sich, "warum der künftige Vizekanzler Habeck weder passenden Anzug noch Gürtel und Krawatte fand" und mokiert sich über den "Freizeit­look" von Saskia Esken. Auch die Location am Berliner Westhafen mag Poschardt nicht passen. Die Veranstaltung habe eine "radikale Provinzialität" umgeben. Die Ampel müsse ihren "Safe Space" verlassen, wenn sie ihrer Führungsrolle in Europa gerecht werden wolle.
welt.de (Paid)

Debatte: Die “Welt” sieht den deutschen TV-Humor in einer Krise.

LOL: Seit dem Ende der Late-Night von Harald Schmidt steckt der deutsche TV-Humor in einer Krise, schreibt Hannah Lühmann in der "Welt". Viele der derzeitigen Late-Night-Hosts wollen demnach insgeheim wie Schmidt sein, dürften sich das aber nicht erlauben, weil der "ein alter weißer Mann ist, der fiese Witze über Ausländer und Homosexuelle gemacht hat". Zumindest Jan Böhmermann habe "in seiner bornierten Besessenheit" jedoch noch eine "gewisse Krassheit", Joko und Klaas liefern hingegen "anbiedernde Gähnaktionen" wie Männerwelten. Unterm Strich gehe es nur noch darum, "auf der richtigen Seite zu stehen". Lachen können "Welt"-Redakteurinnen dagegen noch u.a. über Hape Kerkeling, Hazel Brugger und Otto Waalkes.
welt.de (Paid)

Zitat: Stefan Aust unterstellt Karl Lauterbach Geltungsbedürfnis.

"Früher war er vor allem durch seine Fliege bekannt, nun hat er ohne Fliege ein inhaltliches Thema, das ihn trägt – denn Lauterbach hat sicherlich einen Drang, in der Öffentlichkeit vorzukommen."

"Welt"-Herausgeber Stefan Aust unterstellt Corona-Mahner Karl Lauterbach Geltungsbedürfnis – und mahnt, "ständiges Sirenengeheul" führe auf Dauer zu weniger Aufmerksamkeit.
welt.de (Paid)

Studie: Medien kennzeichnen unsichere Corona-Prognosen nicht deutlich genug.

Virale News: Eine breit angelegte Studie von Forschern der Uni Mainz und der LMU München bescheinigt deutschen Medien "ein hohes Maß an Unsicherheit in der Berichterstattung" vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie, schreibt Christian Meier in der "Welt". Die Wissenschaftler haben rund 5.200 Beiträge aus elf Leitmedien wie "Spiegel", "Süddeutsche", "Bild" und "Tagesschau" zwischen Januar 2020 und April 2021 ausgewertet. Unsichere Prognosen zur Entwicklung der Infektionszahlen wurden "in der Regel nicht ausreichend transparent gemacht" und später kritisch darüber berichtet, dass die Prognosen nicht eingetreten sind, lautet eine Erkenntnis der Untersuchung.

In den untersuchten Medien dominiert die sachliche Berichterstattung über die emotionale, bis hin zu dem Punkt, an dem sich Corona medial "von einer Katastrophe mit menschlichem Leid zu einer eher sachlich abgehandelten Zahlenschlacht" entwickelt hat. Die gesundheitlichen Folge einer Infektion sind immer ein Thema gewesen, wohingegen die "sozialen Folgen und die Folgen für die Bildung von Schülern und Studenten" zu kurz gekommen sind. Den Vorwurf, Medien hätten zu unkritisch über Maßnahmen und Akteure berichtet, "entkräften die Medienwissenschaftler": Rund 26 % der codierten Meinungsbeiträge kritisieren die Corona-Regeln.

Ansprechpartner für die Medien sind zu 47 % Politikerinnen gewesen, Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen zu 19 %. „Dramatisch niedriger“ fällt der Wort-Anteil von Corona-Infizierten in den untersuchten Zeitungen und Sendungen aus: Er liegt bei nur bei 1,2 %. Die "Corona-Skeptiker" kommen auf 1,6 %. (Foto: Jens Kalaene / dpa / Picture Alliance)
welt.de (Paid)

Zitat: Stefan Aust prognostiziert Fridays for Future eine “schwierige Zukunft”.

"Das hat zuweilen radikalreligiöse Züge, wie eine Religion ohne Gott, aber mit dem Teufel CO2."

"Welt"-Herausgeber Stefan Aust wettert gegen Fridays for Future, die aus seiner Sicht mit ihren "schrillen Tönen" für "Entsetzen" in Teilen der Gesellschaft sorgen. Und die Medien seien mit schuld, da sie an der "Erregungsspirale drehen".
welt.de (Paid)

“Welt”: Sohn von Alfons Schuhbeck soll insolvente Firmen des Kochs retten.

Familien-Rezept: Zu der Investorengruppe, die die Firmen von Pleite-Starkoch Alfons Schuhbeck retten will, gehört auch dessen 25-jähriger Sohn David Zistl, schreibt die "Welt". Er hat demnach eine sogenannte Vorratsgesellschaft gekauft, "die künftig die Geschäfte von Alfons Schuhbeck fortführen soll". Weder Schuhbeck noch Zistl äußern sich gegenüber der Zeitung.
edition.welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Musk, Besos und Co. für den Welthunger in die Verantwortung zu nehmen, ist absurd, sagt Olaf Gersemann.

Keine Robin Hoods: Der Chef des UN-Welt-Ernährungs­programms sagt, ein paar Mrd Dollar von Elon Musk, Jeff Bezos & Co könnten den Hunger auf der Welt besiegen. Für Olaf Gersemann (Foto) von der "Welt" ist diese Aussage ein "Skandal", da sie andeutet, der Welthunger lasse sich "mit dem Scheckbuch" beseitigen. Das Versagen sei eher bei "Ministern und Regierungschefs" zu suchen, nicht bei den Milliardären.
welt.de

Nachhaltigkeits-Berichterstattung: Wie veränderungsbereit sind deutsche Medien, Daniel Bröckerhoff?


Nachhaltige Nachbesprechung: "Am Ende hat es ein bisschen gekracht", sagt Daniel Bröckerhoff im Video-Interview von turi2.tv über den Nachhaltigkeits-Gipfel, den er am Donnerstag auf den Medientagen München moderiert hat. Auf dem Podium diskutiert und zum Teil gestritten haben die Journalistin Sara Schurmann, Marcus Bornheim, Erster Chefredakteur von ARD-Aktuell, der "Welt"-Chefreporter Axel Bojanowski und RTL-Chefredakteur Gerhard Kohlenbach. Dissens gab es vor allem zwischen Bojanowski, der eine zu alarmistische und oft auch aktivistische Berichterstattung bemängelt. Als Aktivisten wahrgenommen werden wollen auch die Vertreter von ARD und RTL nicht, berichtet Bröckerhoff. Er glaubt aber, dass Medienschaffende verkennen, dass sie oft Akteure sind, weil sie entscheiden, ob und in welcher Form sie berichten.

Ein großes Thema war die Initiative "Klima vor 8", die eine Klima-Sendung vor der "Tagesschau" gefordert hat und am liebsten die "Börse vor 8" aus dem Programm gekickt hätte. Dass die Initiative nun einen Sendeplatz bei RTL und eine Kooperation mit dem Magazin "Geo" eingegangen ist, stört ARD-Mann Bornheim nicht. Er kritisiert den Druck, den die Initiative aufgebaut hat. RTL-Chefredakteur Kohlenbach zieht eine positive Bilanz des "Klima-Updates": Das Feedback auf das 90-Sekunden-Format sei positiv, das Publikum bleibe dran.

Dass es in Zukunft mehr Journalistinnen braucht, die sich mit dem Klima-Thema auskennen, steht als Learning am Ende des ersten Nachhaltigkeits-Gipfels der Medientage. Viele Nachrichten-Journalisten wie Bröckerhoff selbst seien Generalisten. Künftig brauche es Spezialistinnen, die etwa Statistiken lesen und interpretieren könnten – das sei schließlich nicht ohne Grund ein eigenes Studienfach.
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube), medientage-digital.de (62-Min-Diskussion, Paid)

“Welt”: Minderjährige konnten bei der Bundestagswahl ihre Stimmen abgeben.

Pannenherd Berlin: Bei der Bundestagswahl konnten Minderjährige in der Hauptstadt per Briefwahl mit abstimmen, schreibt die "Welt". Die Sicherheitslücke entstand durch die gleichzeitig stattfindenden Bezirkswahlen und die Volksabstimmung über die Enteignung großer Wohnungsunternehmen, bei denen bereits 16-Jährige mitmachen durften. Einige Jugendliche hätten demnach zusätzlich die Stimmzettel für die Bundestagswahl per Post erhalten. Das erforderliche Aussortieren dieser Zettel in den Wahllokalen ist dann "offenbar nicht überall geschehen".

Laut Bericht hatte der Bundeswahlleiter die "Verantwortlichen" in Berlin im Vorfeld gewarnt. Die Landeswahlleiterin wird mit der Aussage zitiert, ihr seien keine offiziellen Berichte bekannt, bei denen 16- bis 18-Jährige unberechtigt abgestimmt hätten. Aber: "Allein unserer Redaktion sind mehrere Jugendliche bekannt, die Wahlzettel für die Bundestags- und Abgeordnetenhauswahlen sowie für die Volksabstimmung erhielten", so die Autoren.
welt.de (Paid)

“Welt” zeigt statt früherer KZ-Sekretärin ein Bild einer Holocaust-Überlebenden.

Opfer-Täter-Umkehr: In einem Video über die getürmte KZ-Sekretärin am Landgericht Itzehoe zeigte die "Welt" fälschlicher­weise das Bild der Holocaust-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch statt der Angeklagten, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Eine Welt-Sprecherin beteuert einen "schwerwiegenden Fehler" bei der Foto-Recherche. Auch mehrere englisch­sprachige Online­medien nutzten falsche Bilder.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)