Presserat sieht bei “Welt”-Gastbeitrag keinen Verstoß gegen publizistische Grundsätze.

Bleibt ungerügt: Der Presserat sieht im "Welt"-Gastbeitrag Wie ARD und ZDF unsere Kinder indoktrinieren keinen Verstoß gegen publizistische Grundsätze. Der Text enthalte "keine pauschal abwertenden Aussagen über Transsexuelle" und sei von der Meinungsfreiheit gedeckt. Acht Leserinnen hatten beim Presserat Beschwerde gegen den Beitrag eingelegt, den Kritikerinnen als "transfeindlich" bezeichnen.
welt.de, turi2.de (Background)

Daniel Friedrich Sturm leitet ab April 2023 Hauptstadtbüro beim “Tagesspiegel”.

Welten­bummler: Das Haupt­stadt­büro des "Tages­spiegel" bekommt mit Daniel Friedrich Sturm ab April 2023 einen neuen Leiter. Sturm ist aktuell noch als Korrespondent für die "Welt" in den USA. Davor hat er für das Ressort Innenpolitik beim Springer-Blatt geschrieben und war zudem Parlaments­korrespondent in Berlin.
tagesspiegel.de

Gericht untersagt Antisemitismus-Beauftragtem mehrere kritische Aussagen über “Achse des Guten”.


Anzeigen-Tabula-rasa: Das Verwaltungs­gericht Stuttgart untersagt dem baden-württem­bergischen Antisemitismus-Beauftragten Michael Blume einige kritische Äußerungen über den rechts­konservativen Blog "Achse des Guten" von Publizist Henryk M. Broder. Blume hatte im Juni bei Twitter dem Auto­bauer Audi dafür gedankt, keine Anzeigen mehr auf dem Blog schalten zu wollen. Der Satz "Die Finanzierung von Verschwörungs­mythen durch die Wirtschaft muss dringend ein Ende haben" im Tweet ziele laut Gericht darauf ab, Werbe­kundinnen zu verschrecken, womit Blume "unter spezifischer Inanspruch­nahme der Autorität seines Amts" dem Blog schade. Auch die Aussage "Viele Autoren vertreten rassistische & demokratie­feindliche Positionen" hält das Gericht für rechtswidrig. Gegen den Anzeigen-Medienpartner Taboola hat "Achse des Guten" ebenfalls rechtliche Schritte eingeleitet, da dieser offenbar auf Drängen Audis sämtliche Anzeigen auf der Seite storniert hatte. (Foto: Stefan Puchner / dpa / Picture Alliance)
welt.de, twitter.com

Meedia: Redaktionen von “Bild” und “Welt” könnten zusammengelegt werden.


Weltbild: Die Redaktionen der Springer-Titel "Bild" und "Welt" könnten zusammengelegt werden, hört Meedia "aus Redaktionskreisen". Vorstandsmitglied Ulrike Handel habe einen derartigen Schritt in einer Fragestunde zu ihrem geplanten Umbau "nicht ausgeschlossen". Doppelstrukturen sollen auf Wunsch Handels abgebaut werden, um die Titel für die Zukunft "sattelfest" zu machen: Vor allem die Organisationsstrukturen sind ihr derzeit "zu komplex".

Springer holt sich für die angedachte Optimierung Unterstützung von Boston Consulting ins Haus. Die Spekulationen über eine Zusammenlegung kommentiert der Verlag nicht und spricht von einem "ergebnisoffenen Strategieprojekt".
meedia.de (€), turi2.de (Background)

“Welt” wittert “Neffenwirtschaft” bei WDR-Programm­direktor Jörg Schönenborn.

Man kennt sich: Die "Welt" recherchiert bei WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn zu "Neffen­wirtschaft". Schönenborns angeheirateter Neffe ist Redaktions­leiter bei Ansager & Schnipselmann, der Firma, die u.a. "Hart aber Fair" produziert. Schönenborn hatte die Personalie am Vorabend selbst, offenbar angeregt durch die ausstehende "Welt"-Bericht­erstattung, per Mail an die Belegschaft veröffentlicht.
welt.de

TV-Tipp: Welt zeigt heute die Reportage “Das Kriegs­tagebuch von Tatjana Ohm”.

TV-Tipp: Der Nachrichten­sender Welt zeigt heute um 20 Uhr die Reportage "Das Kriegs­tagebuch von Tatjana Ohm". Die Chef­moderatorin des Senders berichtet seit März aus verschiedenen Regionen der Ukraine, sie war u.a. in Lwiw, Kiew und in großen Teilen des Donbas. Am Samstagabend läuft zudem die Doku "Mariupol - Auslöschung einer Stadt". Beide Film sind nach Ausstrahlung auch in der Welt-Mediathek abrufbar.
quotenmeter.de, turi2.de (Tatjana Ohm im turi2 Clubraum)

Debatte: Stefan Aust stellt Forderungen nach Reformation des ÖRR auf.

Abschaff-Liste: "Welt"-Herausgeber Stefan Aust hat einige Vorschläge für die Öffentlich-Rechtlichen parat, um die "unkontrollierte Behörde mit kapitalistischer Ausrichtung" zu reformieren. Er würde die Ausstrahlung von Werbung verbieten und Gebühren nur noch für eine der beiden großen Anstalten vorsehen. "Die andere kann privatisiert werden." Außerdem sollte den Anstalten Tochter­unternehmen "strikt verboten" werden, denen aktuell "Aufträge für Filme und Serien en masse zugeschoben werden".
welt.de

Debatte: Historikerin Annika Brockschmidt sieht bei der “Welt” Sympathien für radikale Ansichten.

Marktförmiger Extremismus: Historikerin Annika Brockschmidt wirft der "Welt" vor, rechte und extremistische Aussagen kommentar- und kontextlos abzu­drucken. Der argentinische Rechts­populist Javier Milei etwa werde als Anführer der "freiheitlichen Partei" La Libertad Avanza vorgestellt und nennt Staaten ohne Widerspruch "kriminelle Organisationen". Chefredakteur Ulf Poschardt und Anna Schneider, Chefreporterin "Freiheit", teilen die Aussagen begeistert. Brockschmidt findet es beunruhigend, dass solch radikale Ansichten in der "Welt"-Redaktion offenbar auf Zustimmung stoßen.
volksverpetzer.de

Springer verzichtet bei “Bild” und “Welt” vorerst auf Einstellungen und Gehalts­erhöhungen.


Sparflamme: Springer hat sich einer starken Kostendisziplin verschrieben und will bei seinen Marken "Bild" und "Welt" vorerst auf Neueinstellungen und Gehalts­erhöhungen verzichten, berichtet Meedia. Das gehe aus einem Schreiben der Geschäfts­führung des Bereichs News Media National um "Bild"-Chef­redakteur Johannes Boie und "Welt"-Chef Ulf Poschardt hervor. Die Einsparungen betreffen demnach "alle", von Fest­angestellten über Werk­studenten bis hin zu Praktikantinnen. Die Verlängerung befristeter Verträge sei weiterhin möglich, zunächst aber auch sechs Monate begrenzt. Eine Ausnahme vom Einstellungs-Stopp stellt der Sender Welt TV dar, der ab 2023 Inhalte für den Privat-Sender Servus TV Deutschland produziert.

Grund für die Einsparungen seien "konjunkturelle Schwierigkeiten, ausgelöst unter anderem durch Krieg und Inflation", die auch die "wirtschaftlichen Ergebnisse unter Druck" gebracht hätten. Hinzu kommen steigende Papierpreise, geringere Anzeigen-Umsätze sowie das "allgemein veränderte Konsumverhalten". Ein Stellen­abbau ist nicht geplant, sagt ein Springer-Sprecher gegenüber Meedia.

In einer Rede zum Geburtstag von Verlegerin Friede Springer Mitte August hatte Springer-Chef Mathias Döpfner noch von "fast einer dreiviertel Milliarde Gewinn im vergangenen Jahr" für den Verlag gesprochen. Für 2022 rechne er mit "rund einer Milliarde mehr Umsatz als in 2020" – das wären laut "Handelsblatt" etwa 4 Mrd Euro. Das ist einem Zwei-Jahres­zeitraum das "größte Wachstum in der Geschichte des Unternehmens", sagte Döpfner.
meedia.de, turi2.de

Zitat: Tatjana Ohm würde versuchen, Gerhard Schröder zu interviewen.

"Die Gelegenheit, Gerhard Schröder zu interviewen, würde ich mir nicht entgehen lassen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass das Interview dann ziemlich schnell abbricht."

Welt TV-Chefmoderatorin Tatjana Ohm ärgert sich im turi2-Clubraum über die fehlende Empathie in den Aussagen von Altkanzler Gerhard Schröder über den Krieg in der Ukraine. Sie selbst ist gerade erst von ihrem Einsatz als Kriegsreporterin zurückgekehrt.
turi2.de, turi2.tv (45-Min-Audio)

“Die Tage haben eine gewisse Schwere” – Tatjana Ohm über Kriegs- und Krisenberichterstattung.


Die Welt da draußen: "Viele da draußen denken entweder, wir rennen da rein wie die Bekloppten und wissen nicht was wir tun, oder, wir trauen uns nicht so weit, wie es manch ein Zuschauer gerne hätte", sagt Welt TV-Chefmoderatorin Tatjana Ohm, die vor kurzem von ihrem Reporter-Einsatz in der Ukraine zurückgekehrt ist. Im turi2 Clubraum mit Markus Trantow und Pauline Stahl erzählt sie, wie Kriegs- und Krisenberichterstattung in der Realität aussieht. Die Korrespontenten wüssten um die Verantwortung, die sie für ihre Teams haben. Sie selbst halte es immer so: "Wenn einer aus dem Team sagt, ich gehe da nicht mehr hin, dann geht das ganze Team nicht."

Ohm hat bereits aus diversen Kriegs- und Krisengebieten der Welt berichtet. Weil sie kein Abitur hat, zieht sie jedoch Anfang der 1990er Jahre eine Karriere als Journalistin noch nicht in Betracht. Erst während ihres Einsatzes für bosnische Flüchtlinge 1992 gibt sie mehreren Fernsehteams Interviews – und ein freier Journalist im Auftrag von RTL sagt ihr, sie müsse zum Fernsehen. Sie habe das Angebot anfangs "für eine Anmache gehalten", sagt sie. Doch der Journalist bleibt hartnäckig. Einen knappen Monat später ist Ohm auf dem Weg, um aus dem Krieg in Bosnien zu berichten.

"Wenn die ersten Einsätze Kriegs- oder Krisenberichterstattungen sind – das bleibt, und das prägt", stellt Ohm fest. Als "blutjunge Anfängerin" trifft sie damals die Kriegsreporterin Antonia Rados, die zu einem ihrer Vorbilder wird. Dass die Reporterin vor kurzem in Ruhestand gegangen ist, ist für Ohm – trotz großem Verständnis – ein Verlust. "Antonia ist vielleicht gar nicht bewusst, welche Vorbildfunktion sie für eine ganze Generation von Frauen hat und auch noch haben wird", sagt sie. Inzwischen – mit "Ü50" – habe sie selbst keine Vorbilder mehr. Auch aus Krisengebieten hat sie lange nicht mehr berichtet, doch angesichts des Krieges in der Ukraine habe sie nicht anders gekonnt.

Einen festen Alltag gibt es bei ihrer Arbeit vor Ort nicht. Es gibt "eine Art Gerüst", sagt sie, aber man müsse als Reporter immer damit rechnen, dass, "was immer man geplant hat, auch Unwägbarkeiten unterliegt". Sie arbeite bis zu 14 Stunden am Tag. Die Gefahr sei dabei immer zu sehen und zu hören. Manchmal habe sie ein "mulmiges Gefühl", sei aber so beschäftigt, dass es sie nicht beeinflusse: "Wenn du arbeitest, arbeitest du."

"Die Tage haben eine gewisse Schwere", sagt Ohm auch jetzt, zwei Wochen nach ihrer Rückkehr nach Berlin, wo sie längst wieder bei Welt TV im Studio steht. Die Schwere hänge an ihren Kleidern und ließe sich nicht so einfach abschütteln. Ihr helfe, dass sie eine "robuste Persönlichkeit" habe, aber auch der Rückhalt durch Familie, Freundinnen und Kolleginnen – ihr "Netz". Dass sie erneut aus der Ukraine berichten wird, steht für sie schon fest.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Christian Maertin zu Gast, der die Unternehmenskommunikation bei Bayer leitet.
turi2.tv (45-Min-Podcast auf YouTube), turi2clubraum.podigee.io, apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Heute im turi2 Clubraum: Tatjana Ohm über Nachrichten aus dem Krieg.


Feldpost: Tatjana Ohm hat zwei Monate für Springers Nachrichten-Fernsehen Welt aus der Ukraine berichtet. Seit wenigen Tagen ist sie zurück und wieder jeden Tag auf Sendung – diesmal in ihrem Hauptjob, als Chefmoderatorin von Welt. Im turi2 Clubraum berichtet sie von ihren Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg, den Unterschied zur Arbeit im sicheren Studio und erklärt, warum sie beide Aspekte ihres Jobs wichtig findet. Außerdem diskutiert die Journalistin mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl und Chefredakteur Markus Trantow die Themen der Woche, darunter den Abschied der langjährigen Kriegsreporterin Antonia Rados aus dem Journalismus, den Erfolg der deutschen Fußball-Frauen und die jüngsten Äußerungen von Gerhard Schröder.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren KNSK-Chefin Kim Alexandra Notz, MDR-Programmdirektor Klaus Brinkbäumer und AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (live ab 12 Uhr), turi2clubraum.podigee.io (Podcast ab 18 Uhr)

Debatte: Die “Welt” vermutet TikTok hinter der “Selbstdiagnose Transgender”.

TransTok? Die "Welt" vermutet Social-Media-Portale, allen voran TikTok, hinter der steigenden Zahl an Jugendlichen, die sich als Transgender "selbst diagnostizieren". Wissenschaftlerinnen sind geteilter Meinung: Manche glauben, der Anstieg liege tatsächlich an "sozialer Ansteckung", andere halten das für abwegig – Medien hätten nicht die Macht, Menschen eine Genderdysphorie entwickeln zu lassen.
welt.de (Paid)

WeltN24 produziert Inhalte für Servus TV.


Pfiat di: Die Springer-Tochter WeltN24 produziert ab 2023 Inhalte für den Privat-Sender Servus TV Deutschland. Zuvor hatte Medieninsider Marvin Schade über eine mögliche Zusammenarbeit berichtet, nun geben die Sender den Deal offiziell bekannt: Springers Newskanal beliefert den deutschen Ableger des österreichischen Red-Bull-Senders mit zwei täglichen Nachrichten­sendungen und einem Magazinformat. Dabei übernimmt WeltN24 auch die redaktionelle Realisierung und die Produktion, Servus TV verantwortet die Inhalte.

Bisher beliefert Welt die Sender von ProSiebenSat.1 mit Nachrichten, ab nächsten Jahr produziert die Sendergruppe mit eigener Redaktion.
dwdl.de, welt.de, turi2.de (Background)

Welt zeigt neues Reporter-Format ab sofort wöchentlich im Fernsehen.

Welt bringt sein im Zuge der Ukraine-Berichterstattung entwickeltes Format Welt Reporter von jetzt an wöchentlich im TV, samstags um 9.20 Uhr und montags um 19.10. Moderatorin Lena Mosel präsentiert darin aktuelle Beiträge der aus Krisen- und Kriegsgebieten berichtenden Welt-Reporter sowie Einblicke in die Arbeit hinter der Kamera. In der dieswöchigen Folge geraten Alfred Hackensberger und sein Kameramann in der Ukraine unter Beschuss.
presseportal.de

Video-Tipp: Ulf Poschardt war von den Reaktionen zum “Welt”-Gastbeitrag überrascht.

Video-Tipp: Queerseite, das LGBTI*Q-Netzwerk von Axel Springer, diskutiert über die Transsichtbarkeit in Gesellschaft und Medien. Aufhänger ist der umstrittene "Welt"-Gastbeitrag zur angeblichen "Sexualisierung von Kindern bei ARD und ZDF". Chefredakteur Ulf Poschardt hätte sich im Vorfeld nicht vorstellen können, dass der Artikel zu "solch bemerkenswerten Reaktionen" führt. Poschardt betont, dass der Text auch in der Redaktion auf kaum Zustimmung gestoßen ist; dennoch sei es wichtig, auch "Stimmen von außerhalb" einzuholen. Der Artikel sei nicht als Provokation angelegt gewesen. Trans-Frau Anna Langsch von den Grünen kritisiert, sie erkenne in dem Beitrag "keinen Willen zum Diskurs"; die Autorinnen hätten bewusst Begriffe gewählt, die Betroffene wütend machen würden.
youtube.com (Start ab 49:15, 60-Min-Video), turi2.de (Background)

Medieninsider: Welt verhandelt mit Servus TV über Nachrichten-Kooperation.

Servus, Welt! Springers Newskanal Welt verhandelt offenbar über eine "Zusammen­arbeit im Nachrichten-Segment" mit dem österreichischen Red-Bull-Sender Servus TV, berichtet Medieninsider Marvin Schade. Die Kooperation gelte bereits "als ausgemachte Sache", Welt bereite sich schon auf den neuen Auftrag vor. Ein Springer-Sprecher will das weder bestätigen noch dementieren. Bisher bekommen die Sender von ProSiebenSat.1 ihre Nachrichten von Welt, produzieren sie ab 2023 aber mit eigener Redaktion selbst.
medieninsider.com

“Welt”: Mitarbeitende der Documenta haben Aufrufe zum Israel-Boykott unterschrieben.

documenta fifteen: Mindestens 84 Teilnehmer der Ausstellung haben Aufrufe zum Israel-Boykott unterschrieben, zeigen Recherchen von "Welt" und Markus Hartmann, Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Kassel. Darunter sollen sich u.a. sich Kunstschaffende und Mitarbeitende aus der künstlerischen Leitung und kuratorischen Assistenz befinden.
welt.de (Paid)

Frank Überall: Sperrung der “Welt”-Website ist ein “Akt der Verzweiflung”.

Pressefreiheit: Der DJV kritisiert in einer Mitteilung die "Schikanen russischer Zensurbehörden gegen Medien und Journalistinnen und Journalisten". Die am Wochenende erfolgte Sperrung der "Welt"-Website nennt der Vorsitzende Frank Überall einen "Akt der Verzweiflung". Auch mit der in Kürze geplanten Auflösung des regimekritischen, russischen Journalistenverbands setze Putin seinen "Vernichtungsfeldzug gegen die Pressefreiheit" fort: "Sie wissen uns an Ihrer Seite", zeigt sich der DJV mit den russischen Gewerkschafts-Kollegen solidarisch.
djv.de, turi2.de (Background)

Zensur: Russland sperrt die “Welt”-Website.

Blockiert: Die russische Medienaufsicht Roskomnadsor sperrt auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft die Website der "Welt". Auf der Seite waren zuletzt auch russischsprachige Informationen über den Ukraine-Krieg zu lesen. Zudem war bis vor kurzem die russische Journalistin Marina Owsjannikowa Autorin bei der "Welt", sie hatte zuvor in Russland live im TV gegen den Krieg protestiert.
welt.de

Debatte: Unzufriedenheit mit Scholz-Kommunikation ist ein “Alarmsignal”, schreibt Dagmar Rosenfeld.

Fehlkommunikation? Die Unzufriedenheit der Deutschen mit der Kommunikation des Kanzlers ist ein "Alarmsignal", schreibt "Welt"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld. Olaf Scholz sage, er habe einen Plan, doch wie der aussieht, "das sagt er nicht". Damit erinnere er an das "Wir schaffen das" von Angela Merkel im Jahr 2015. Die Resultate damals: "Ein gespaltenes Land und eine erstarkte AfD."
welt.de

Marina Owsjannikowa arbeitet nicht mehr für die “Welt”.

Kurzes Intermezzo: Die russische Journalistin Marina Owsjannikowa ist ihren Posten bei der "Welt" schon nach drei Monaten wieder los, berichtet Medieninsider. Einer Sprecherin zufolge sei der Vertrag über eine freie Zusammenarbeit ausgelaufen. Die ukrainische NGO Vitsche schreibt unter Berufung auf interne Quellen, Owsjannikowa sei gefeuert worden.
medieninsider.com, instagram.com (Vitsche), turi2.de (Background)

Michael Wüllenweber wird Leiter des “Welt”-Studios in Washington.

DC calling: "Welt" macht Michael Wüllenweber, 60, (Foto) ab September zum Leiter ihres TV-Studios in Washington. Er folgt auf Steffen Schwarzkopf, der seit 2016 für den Sender in den USA war. Schwarzkopf wechselt Anfang Juli als Chefreporter zurück nach Berlin, zwischen Juli und September berichtet Nancy Lanzendörfer für "Welt" aus den Vereinigten Staaten.
presseportal.de

“Fernsehen ist der Kitt der Gesellschaft” – Malte Hildebrandt über Netflix und Nachrichten.


Fels in der Brandung: "Momentan ist es gar nicht so einfach, Programm zu machen", sagt Malte Hildebrandt mit Blick auf unzählige Sonder­sendungen zu Corona und Krieg. Der Geschäfts­führer der TV-Gattungs­initiative Screenforce sieht die Zukunft der Fernseh­branche trotz der Herausforderungen "kontrolliert positiv". Am Rande der Screenforce Days erklärt er im Gespräch mit turi2-Moderatorin Aline von Drateln, dass TV gerade in schwierigen Zeiten als "Kitt der Gesellschaft" dient und eine ganz besondere Rolle hat: "Nämlich aufzuklären, sauber zu recherchieren, Qualitäts­journalismus." Auch die Nachrichten-Sendungen der Privatsender wie ntv, Welt TV und Bild TV finder er "ausgesprochen bemerkens­wert" und "zu wenig wertgeschätzt".

Die Netflix-Pläne für ein werbefinanziertes Angebot bereiten Hildebrandt keine große Sorge. Die Verkündung habe für ihn eher wie eine "Reflex" auf den starken Subscriber-Schwund gewirkt. Kommt die Werbung bei dem Streaming­dienst, heißt der Screenforce-Chef sie willkommen: "Das stärkt die Gattung Bewegtbild." Zudem werde Netflix "wahrscheinlich keine langen Werbebreaks machen", sonder sich etwa auf "Pre-Rolls" konzentrieren, meint Hildebrandt. "Deshalb schauen wir dem Thema einigermaßen entspannt entgegen."
turi2.tv (9-Min-Video)

“Eine Kannibalisierung kann ich mir nicht vorstellen” – Franjo Martinovic über das Miteinander von TV und Streaming.


Hand in Hand: "Als wir mit Pluto TV eingestiegen sind, war es ein zartes Pflänzchen", sagt Franjo Martinovic, Geschäfts­führer von Visoon. Mittlerweile habe der werbefinanzierte Streaming-Dienst des TV- und Big Screen Vermarkters von Springer und Paramount weltweit 54 Mio User. Im Video-Interview mit "Horizont" und turi2.tv kündigt Martinovic auch bei Paramount+ "hochwertigen und internationalen Content" an. Grundsätzlich sei das Streaming mittlerweile im deutschen Markt angekommen, auch "Interesse und die technischen Voraussetzungen" seien da. Tech und Data seien wichtige Themen der Zukunft, "aber alles ergänzend zu linearem TV", sagt Martinovic. "Eine komplette Kannibalisierung kann ich mir nicht vorstellen."

Martinovic freut sich auf die Screenforce Days, auf denen Visoon die Pläne für die nächste TV-Saison vorstellt. In Feierlaune ist er eigentlich nicht: "Es sind surreale Zeiten, angefangen bei Corona, jetzt dieser unsägliche Krieg." Die Vermarktung sei zurzeit nicht einfach, aber: "The show must go on – wir müssen das Beste daraus machen." Das große Thema soll der Content sein. Bei Bild TV etwa werde "als junges TV-Kind immer mehr Boulevard reinkommen" und auch Sport ist "ein wichtiges Thema", sagt Martinovic. Grundsätzlich sieht er sowohl in seiner Branche als auch generell in der Gesellschaft eine "sinnvolle Zukunft" in einer "Mischform zwischen virtueller und digitaler Welt".
turi2.tv (7-Min-Video auf YouTube)

Hör-Tipp: “Welt”-Podcast “Stadt der Spione” beleuchtet Agenten-Tätigkeit in Berlin.

Hör-Tipp: Die zweite Staffel der Podcast-Reihe "Welt History" beschäftigt sich mit Berlin als Stadt der Spione. Insbesondere die Russische Botschaft gelte als Zentrum der Spionage­aktivitäten in Deutschland. Die Recherchen verdeutlichen: "Der Krieg kommt zurück nach Europa. Und die Spione waren nie weg." Die insgesamt fünf Episoden erscheinen ab heute jeweils am Donnerstag.
welt.de (Folge 1, 41-Min-Audio), welt.de (Hintergrund)

Uhlala-Chef Stuart Bruce Cameron bestätigt Ausladung von Springer in Antwortschreiben.


Trotzdem nicht willkommen: Die Uhlala Group hält an der Ausladung des Springer-Verlags von der queeren Job-Messe "Sticks & Stones" fest. Die Messe wolle keine Bühne für die "Schein­debatte" aus dem "Welt"-Gast­beitrag sein, schreibt Geschäfts­führer Stuart Bruce Cameron in einer Replik an Mathias Döpfner. Beiträge wie derjenige in der "Welt seien "eine Form (verbaler) Gewalt". Zudem suggeriere er, das Gesagte sei eine wissenschaftlich belegte Tatsache. Mit der Ausladung mache die Gruppe von ihrem demokratischen Wider­spruchs­recht Gebrauch. Der Beitrag falle auch den LGBTIQ+ Mitarbeitenden bei Springer in den Rücken, allerdings müsse dieser Umstand unternehmens­intern und nicht auf der Karriere­messe verhandelt werden.

Döpfner hatte die Ausladung in einem öffentlichen Statement kritisiert. Für den Beitrag der externen Autorinnen werde die gesamte Springer-Belegschaft "pauschal in Mithaftung genommen". Er hatte an Cameron appelliert, die Ausladung zurück zunehmen. Sie verhindere eine Debatte und fördere Intoleranz.

Cameron lobt ausdrücklich die im "Welt"-Beitrag kritisierten Inhalte von ARD und ZDF. Sie würden "einen wertvollen Beitrag zur Debatte" leisten und einen "wertvollen und wichtigen" Dialog fördern.
uhlala.com, turi2.de (Döpfner Statement), turi2.de (Ausladung)

Hör-Tipp: Deutschland ist ein “Windows 95-Land”, sagt Philipp Volkmann-Schluck.

Hör-Tipp:"Wir sind doch eher ein Windows 95-Land", sagt Außenpolitik-Redakteur Philip Volkmann-Schluck im "Welt"-Podcast Kick-off Politik. Zwar sei die Infrastruktur etwa von Kraftwerken schwer zu hacken, allerdings ist "unsere gesamte Landschaft doch ziemlich veraltet". Deutschland sei ein beliebtes Ziel für kriminelle Hacker, "weil man hier relativ leicht Geld verdienen kann".
welt.de

Mathias Döpfner kritisiert den “Welt”-Gastbeitrag als “unterirdisch” und plädiert für eine Debatte.


Queerdenken: Nach dem vielfach kritisierten Text zur angeblichen "Transgender-Ideologie" bei ARD und ZDF von fünf Wissenschaftlerinnen in der "Welt" wendet sich Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner an seine Belegschaft. In einem öffentlichen Statement kritisiert er auf der einen Seite die pauschale Denkweise der Autorinnen, es gebe nur zwei Geschlechter, und verteidigt auf der anderen Seite die allgemeine "Funktion des Gastkommentars" als Beispiel für Meinungsvielfalt des Hauses. Insgesamt sei der Beitrag "unterirdisch", wissenschaftlich "bestenfalls grob einseitig" und habe einen Ton, der "oberflächlich, herablassend und ressentimentgeladen" sei. Dass die Uhlala-Group Springer deshalb von der queeren Jobmesse Sticks & Stones ausschließt, sieht Döpfner jedoch kritisch: Weil ein Gastbeitrag externer Autorinnen eine "für die Organisation inakzeptable Position vertritt, werden knapp 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Unternehmens pauschal in Mithaftung genommen".

Döpfner appelliert an Uhlala-Geschäftsführer Bruce Cameron, die Ausladung zurückzunehmen: "Wir jedenfalls wären gerne dabei, weil uns die Sache, die die Messe vertritt, wirklich am Herzen liegt." Für Menschen aus der LGBTIAQ*-Community sei der Text eine "Verletzung und Zumutung". Immer häufiger werde bei Debatten "nicht mehr widersprochen, nicht mehr miteinander geredet, sondern einfach ausgegrenzt", schreibt Döpfner. Ausgrenzung verhindere aber eine Debatte und fördere Intoleranz, so Döpfner. Die Redaktion habe Cameron eingeladen, eine "ausführliche Gegenposition" in der "Welt" zu vertreten: "Ich hoffe und wünsche mir, dass er sie annimmt."

Derweil dröselt das NDR-Medienmagazin "Zapp" bei Instagram und Twitter die Mängel des "Welt"-Gastbeitrags auf. Ständig würde fälschlicherweise behauptet, Kinder seien die Zielgruppe der Öffentlich-Rechtlichen – obwohl im Text häufig Kanäle vom Jugend-Netzwerk Funk zur Debatte stehen. Anders als behauptet würde in der erwähnten "Sendung mit der Maus" über trans Frau Katja nicht "vollkommen unkritisch" für das geplante Selbstbestimmungsgesetz geworben – einfach deswegen, weil das Gesetz darin kein einziges Mal zur Sprache kommt. Bis auf den Jugendpsychiater Dr. Alexander Korte habe zudem keiner der Autorinnen einen fachlichen Bezug zum Thema. Schon 2019 hätten drei führende Wissenschaftlerinnen Korte vorgeworfen, eine Einzelposition zu vertreten, die zu Stigmatisierung und Diskriminierung von Transmenschen führen könne.
welt.de, instagram.com, twitter.com, turi2.de (Background)

Debatte: Trans-Thema in “Welt”-Artikel dient nur als Trigger, schreibt Johannes Kram.

Verqueers Motiv? Das Thema "Trans" ist im "Welt"-Artikel über die angebliche "Sexualisierung und Umerziehung von Kindern" bei ARD und ZDF "nur ein Trigger", schreibt Johannes Kram bei Übermedien. Viel mehr finden die Autorinnen "alles problematisch, was emanzipatorisch und aufklärend rund um Sex, sexuelle Identität und Geschlechtlichkeiten" gesendet wird. Dabei sei das Problem der Öffentlich-rechtlichen "nicht zu viel Diversität, sondern zu wenig".
uebermedien.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “Welt”-Reporter Max Hermes berichtet von Kriegs-Erlebnissen.

Lese-Tipp: "Welt"-Reporter Max Hermes erlebt aus nächster Nähe, wie der französische Journalist Frédéric Leclerc-Imhoff in der ukrainischen Region Luhansk erschossen wird. Im Interview mit DWDL berichtet der Journalist, wie er daraufhin auf seine Evakuierung wartet: "Mein französischer Reporter­kollege Maxime Brandstaetter und ich lagen uns in den Armen, wir haben geweint." Das Erlebte "kommt mir komplett surreal vor".
dwdl.de

Video-Tipp: Welt TV gibt Einblick in Arbeit der Redaktion im Ukraine-Krieg.

Video-Tipp: Die Bericht­erstattung im Ukraine-Krieg belastet vor allem die Reporterinnen vor Ort, aber auch die Redaktionen in Deutschland, zeigt ein Behind-the-Scenes-Video von Welt TV. Den "permanten Stress und die permanente Sorge" um die Kolleginnen nehme er immer mit nach Hause, sagt Chefredakteur Jan Philipp Burgard. CvD Stefanie von Drathen-Blum merkt, dass ihr die Beiträge oft erst zu Hause "die Tränen in die Augen treiben".
welt.de (20-Min-Video)

Zitat: Den Liberalen fehlen Diskursräume, findet Ulf Poschardt.

"Arbeitgeberverbände und Marktliberale haben eine kulturelle Alexie, was die Vermittlung ihrer Anliegen in sozialen Netzwerken und ihren PR-Ausgaben betrifft."

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt führt das Wahlergebnis in NRW auch auf "gekippte Redaktionen" zurück, in denen grüne Themen überrepräsentiert seien. "Wirtschafts- und wachstumszentrierten Themen fehlen Diskursräume", schreibt er.
welt.de (Paid)

Josef Joffe lässt sein Mandat als “Zeit”-Herausgeber bis zum Vertragsende ruhen.


Satz mit Ex: Der Publizist Josef Joffe lässt sein Mandat als "Zeit"-Heraus­geber bis zum Vertrags­ende im März 2023 ruhen, erfährt die "Welt" auf Nachfrage von dem Verlag. Demnach haben sich Joffe und die Verleger der Wochen­zeitung Dieter und Stefan von Holtzbrinck "einvernehmlich" zu diesem Schritt entschieden. Dazu geführt hat ein geleakter Brief von Joffe an dessen Freund und Bank-Miteigentümer Max Warburg. Darin schreibt der Publizist u.a., er habe Warburg "gewarnt" und es sei seiner "Invention zu verdanken, dass das Stück geschoben wurde und die Bank die Gelegenheit erhielt, Widerrede zu leisten". Joffe bezieht sich auf eine Recherche der "Zeit" und des ARD-Magazins "Panorama" zur Verwicklung der Bank in die Cum-Ex-Geschäfte. Der Artikel dazu ist am 17. November 2016 in der "Zeit" erschienen.

Zwar ist sich die "Zeit"-Redaktion sicher, Joffe habe tatsächlich keinen Einfluss auf den Artikel genommen, der "in geplanter Form" erschienen sei, dennoch erwecke der Brief den Eindruck, die Zeitung sei zu beeinflussen. Joffe ist seit 2020 Herausgeber der "Zeit" und zählt zu den renommiertesten Journalisten in Deutschland. Ob er künftig weiterhin für die "Zeit" schreibt, entscheidet die Redaktion "von Fall zu Fall", sagt eine Sprecherin gegenüber der "Welt".
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

“Welt” und “Bild” streamen Audio-Version ihrer TV-Sender.

Wie Radio, nur anders: Die Fernseh­sender Welt und Bild TV bieten ihre Programme künftig als Live-Audiokanäle über die Plattform TuneIn an. Damit können die Sender u.a. auch über Smartspeaker und Smartwatches gehört werden. Springer nimmt sich damit ein Vorbild an US-Sendern wie CNN oder MSNBC, die ebenfalls Audio-Ausgaben bei TuneIn streamen.
welt.de

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 12: Ulf Poschardt.


17. September 2017: Ulf Poschardt verlegt den Morgen-Newsletter auf den Mittag

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt will nicht als letzter deutscher Chefredakteur mit einem Morgen-Newsletter um die Ecke kommen und startet für die "Welt" den Mittags-Newsletter "5 nach 12".

Die Redaktion liefert bis heute aus dem Newsroom heraus die Themen, die man in der Mittagspause lesen muss, um mitreden zu können. Die "Welt" bleibt aber ein Morgenmuffel: Unter den frei zugänglichen Newslettern der Zeitung ist "5 nach 12" der mit den meisten Abos, noch vor dem Abend-Nachrichtenüberblick "Was die Welt bewegt".

Die Welt hat tägliche Morgen-Newsletter um 9.30 Uhr zu den Themen Politik, Wirtschaft und Sport im Portfolio, die einen automatisierten Nachrichten­überblick liefern, einen Allrounder gibt es aber nicht.

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

“Welt” sendet Gespräch von Mathias Döpfner und Elon Musk.

Mathias meets Elon: Die "Welt" zeigt am Nachmittag des 7. Mai um 15:15 Uhr ein Gespräch von Springer-CEO Mathias Döpfner mit Tesla-Boss und Twitter-Käufer Elon Musk. Es wurde Anfang März im Tesla-Werk in Fremont in den USA aufgezeichnet. Döpfner und Musk sprechen u.a. über nachhaltige Energiewirtschaft, wozu Musk sagt: "Es ist völliger Irrsinn, Kernkraftwerke abzuschalten". Künstliche Intelligenz und Robotik sowie Corona sind ebenfalls Themen.

Die Sendung ist nach Ausstrahlung auch in der Mediathek und via TV-App verfügbar. Nach dem Interview bringt "Welt" die Dokumentation "Space X – Projekt Marsrakete", die sich mit Musks Weltraumfahr-Plänen beschäftigt.
presseportal.de

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 4: Welt Lage.


31. August 2009: Axel Springer startet die "Welt Lage" als Paid Modell

Die erste nationale Tageszeitung in Deutschland entdeckt den Morgen-Newsletter – und scheitert schnell mit einem Paid Modell. Springers "Welt" startet Ende August 2009 die "Welt Lage", einen "Überblick über die Nachrichten- und Debattenlage". Auch die "Welt Lage" setzt, wie turi2 und "Playbook", auf Aggregation, also den kuratierten Überblick am Morgen.

Die "Welt Lage" fasst Berichte und Kommentare von Medien aus dem In- und Ausland zusammen. Von Dezember 2009 an verlangt Springer 2,90 Euro pro Monat für diesen Service, doch der kuratierte Newsletter mit Preisschild ist ein Ladenhüter. Schon zum Jahresende 2009 wird die "Welt Lage" eingestellt.
turi2.de (gesamte Chronik)

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Debatte: Es war ein Fehler, Marina Owsjannikowa zur “Welt”-Korrespondentin zu machen.

Ukraine: Die "Welt" untergräbt mit der Entscheidung, Marina Owsjannikowa zur Korrespondentin zu machen, das Vertrauen in die eigene Berichterstattung, schreibt Nikolai Klimeniouk in der "FAS". Owsjannikowa sei im russischen Staatsfernsehen zwar nur ein "kleines Rädchen dieser Hassmaschine" gewesen, was sie aber "nicht von jeder Komplizenschaft freispricht". Ebenso mache ihr kurzer Kriegs-Protest im Live-TV nicht "all die Jahre im Dienste des Regimes ungeschehen".
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Marina Owsjannikowa reagiert auf Kritik an ihr.

"Ich war nur ein Rädchen in diesem System, aber ich habe an meiner Stelle dafür gesorgt, dass das System funktionierte."

Die Journalistin Marina Owsjannikowa reagiert in der "Welt" auf die Kritik an ihr. Sie habe das "Netz der Lügen" beim russischen Sender Perwyj Kanal gesehen, aber aus privaten Gründen dort weiter gearbeitet. Sie bereue es, Teil der Propaganda gewesen zu sein.
welt.de

Debatte: Thomas Knüwer mokiert sich über Ulf Poschards Aussagen zu Twitter.

Tweet-Zoff: Der Digitalberater und Blogger Thomas Knüwer zeigt sich auf Twitter irritiert über die Aussagen von "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt. Der hatte behauptet, Twitter sei etwas für die, die zu feige seien, sich vor der Tür zu prügeln. "Wer ein Problem mit Ulf Poschardt hat, darf ihm eins in die Fresse geben", interpretiert Knüwer dies ironisch und fügt hinzu: "Mehr muss man über das intellektuelle Niveau der Welt auch nicht wissen."
twitter.com, turi2.de (Background)

Zitat: Für Ulf Poschardt ist Twitter “Gratismut in Potenz”.

"Twitter 2022: Das ist moralisches Luschentum für die, die zu feige sind, sich vor der Tür zu prügeln, wenn sie ein Problem mit Leuten haben. Twitter ist Gratismut in Potenz."

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt wettert im "Zeit"-Interview gegen Twitter. Er postet dort seit Wochen nichts mehr und konzentriert sich jetzt lieber auf Linked-in. "Da sind Leute, die sind an Erfolg interessiert."
zeit.de (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:
"Twitter ist eine national-moralistische Zauberbude voller Spießer, die mit aller Bitterkeit gegen Leute vorgehen, die anders auf die Welt schauen als sie selbst."

"Wenn ein FDP wählender Spitzen­steuer­satz­zahler wie ich, der seit 30 Jahren alles für dieses Land tut, eine Provokation darstellen soll – was daran ist meine Schuld?"

"Jan Böhmermann ist kein Komiker. Er ist der bestbezahlte Regierungs­sprecher im Range eines Chefpredigers."

Hör-Tipp: Kritik an neuer “Welt”-Reporterin Marina Owsjannikowa.

Hör-Tipp: Ukrainische Medienschaffende kritisieren die Besetzung der Journalistin Marina Owsjannikowa (Foto) für die "Welt". So sagt die ukrainische Journalistin Anna Romandash im Deutschlandfunk, Owsjannikowas "Narrative sind definitiv nicht pro-ukrainisch". Medienwissenschaftlerin Anna Litvinenko hält es für wichtig, die Russin auf ihrem Weg in Richtung liberalen Journalismus "abzuholen".
ardaudiothek.de (9-Min-Audio), turi2.de (Background)