Wird 2021 ein grandioses, nachgeholtes Supersportjahr – oder ein coronageschädigtes Mistjahr, Lars Wallrodt?


Es wird kompliziert: Lars Wallrodt, Sportchef von “Bild am Sonntag” und “Welt am Sonntag”, glaubt nicht, dass wir im Sportjahr 2021 nahtlos an goldene Zeiten vor der Pandemie anknüpfen können. In seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #13 befürchtet er, ähnlich wie Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, eine “Entwöhnung” des Publikums, ist aber auch überzeugt, dass das zweite Pandemie-Jahr besser wird als das erste. Sie können den Text im kostenlosen E-Paper lesen oder gedruckt bestellen. Weiterlesen …

“Welt” setzt in Sachen Podcast “Alles auf Aktien”.

Welt startet den täglichen Börsen-Podcast Alles auf Aktien. Von Montag bis Freitag informieren Moritz Seyffarth und Holger Zschäpitz morgens um 7 Uhr in zehn Minuten über die wichtigsten Wirtschafts­themen des Tages. Weitere Podcast sind geplant, im Super-Wahl-Jahr 2021 mit Schwerpunkt auf Wirtschaft und Politik, dazu Audio-Reportagen und ein Geschichts-Podcast.
axelspringer.com

Springer legt “Bild”, “Welt und “B.Z.” zurück in den Digitalkiosk Readly.

Springer macht seine Tageszeitungen "Bild", "Welt und "B.Z." wieder im Digitalkiosk Readly verfügbar. Der Verlag hatte die Titel im August 2019 nach einem Test wieder aus der Lese-Flatrate entfernt. Auf Readly wurden 2020 nach Firmenangaben 99 Mio digitale Ausgaben gelesen, 40 % mehr als 2019.
news.cision.com, horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Stefan Niggemeier checkt Cancel-Culture-Verständnis der “Welt”.

Springer-Diagnostiker Stefan Niggemeier will nach dem Lesen einer "Welt"-Übersicht, die Beispiele für Cancel Culture auszumachen versucht, "einen Preis ins Leben rufen: für den journalistischen Artikel, dem es am überzeugendsten gelingt, das Gegenteil von dem zu beweisen, was er behauptet". Die Beispiele zeigten, wie wenig Cancel in den Debatten um Sängerin Lana Del Rey ("verwehter" Shitstorm) oder Rammstein-Frontmann Till Lindemann ("vergebliche" Verbotsforderungen) steckt.
uebermedien.de, welt.de ("Cancel-Culture"-Übersicht, Paid)

Welt schafft Rekord-Reichweite im TV und online.


Quoten-Rekord: TV-Sender Welt und sein Timeshift-Sender N24 Doku erreichen 2020 einen Marktanteil von 1,7 % bei den 14- bis 49-Jährigen. Der Anstieg um 0,4 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich bedeutet die höchsten Quoten der Sendergeschichte. Gleiches gilt für den Gesamtmarktanteil, der um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 % steigt. Seit März sendet Welt nicht mehr nur von 6 bis 13 Uhr, sondern bis 20 Uhr Live-Nachrichten.

Meistgesehener TV-Inhalt mit 1,23 Mio Zuschauer*innen war die Fernsehansprache von Angela Merkel am 22. März, in der sie den ersten Corona-Lockdown ankündigte. Den stärksten Marktanteil mit 3,8 % erreichte Welt am 4. November mit seiner Berichterstattung zur US-Wahl. Auf YouTube erreicht der Sender mit über 485 Mio Klicks mehr als dreimal so viele Abrufe wie 2019. Besonders stark waren auch hier die Monate März und November mit 55 und 53 Mio Abrufen.
presseportal.de

“Spiegel”, “Welt” und n-tv gewinnen bei Agof-Ranking im November.

Agof-Zahlen: "Spiegel" (+16,7 %), "Welt" (+16 %), n-tv (+11,3 %) und "Chip" (+9,9 %) haben in den Top 10 hinsichtlich Unique Usern im November am stärksten zugelegt. Auf Platz 1 der Top 100 steht die "Bild" mit täglich 5,75 Mio Unique Usern. Weiter hinten gewinnen "Handelsblatt" (+42,3 %) und "Computer Bild" bzw. Idealo (+48,6 %). Neu im Ranking ist der "Rolling Stone", größter Verlierer ist "TV Movie" mit einem Minus von 44,2 %.
meedia.de (Paid)

Journalist*innen fehlt der Mut zu Meinungen abseits vom Mainstream, kritisiert Ulf Poschardt.


Keine Angst vorm Shitstorm: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt bedauert im "Journalist"-Interview, dass seine Zeitung eine der letzten Bastionen des "freiheitlich-liberalen Denkens" sei, während die meisten anderen Medien "in ihrer moralischen Blase gefangen" seien. Journalist*innen haben Poschardts Meinung nach zu viel Angst vor Shitstorms und trauen sich deshalb zu selten, Sichtweisen abseits des Mainstreams zu vertreten. Er sieht ein "Klima von Angst und Unsicherheit in einigen Redaktionen". Die "Welt" will laut Poschardt schnell und mit Substanz "in Debatten eingreifen". Die "durchschaubaren Wirkungsmechanismen" von Twitter mache er sich regelmäßig zunutze. Kalkulierte Provokation sieht er darin nicht.

Für differenzierte Debatten wünscht er sich "den humanistisch kleinsten Nenner" mit Argumenten und ohne Denunziationen. Dass Kolumnist Don Alphonso, dessen Texte besonders Identitären und Rechten gut gefallen, nur an Scharfmacherei interessiert ist, will Poschardt so nicht stehen lassen. Bei der "Welt" gebe es daneben etwa eine Menge Kommentare mit "klarer Haltung" zur AfD.
"Journalist" 12/2020, S. 20-28 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (03/2020): Wie geht’s der Freiheit, Ulf Poschardt?

Ulf Poschardt kritisiert Klima-Themenwoche der ARD als “Ökolobby”-Arbeit.

"Welt"-Chef Ulf Poschardt teilt wieder aus – diesmal gegen die ARD. Er wirft ihr vor, in ihrer Klima-Themenwoche "abgeschmackte Ökolobby-Laubsägearbeit" und unkritischen Journalismus zu betreiben. Die Parteilichkeit zerstöre "nahezu jede Glaubwürdigkeit". Poschardt befürwortet, dass die CDU (wohlgemerkt auch die AfD) in Sachsen-Anhalt eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags ablehnt. Dieses "leise Signal des Widerstands" müsse "dringend stärker werden".
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

TV-/Streaming-Tipp: Diese Medien berichten live mit Sondersendungen zur US-Wahl.

TV-/Streaming-Tipp: Bild TV sendet zur US-Wahl ab 18:30 aus dem Oval Office - einer nachgebauten Kopie im Berliner Springer-Haus. Zeit Online berichtet ab 20.00 Uhr mit Gästen aus dem Berliner Studio. Im TV startet Welt um 18:30 Uhr mit einer Sondersendung, das ZDF sowie RTL und n-tv beginnen um 20.15 Uhr mit Spezial-Sendungen und Dokus, das Erste startet um 22.50 Uhr.
dwdl.de, fr.de (Übersichten), bild.de, zeit.de, presseportal.de (Welt TV), zdf.de, daserste.de, rtl.de

Zitat: Tatjana Ohm glaubt an einen Wahlsieg Trumps.

"Wenn ich es also ganz nüchtern nur mit dem Verstand anschaue, auf das höre, was meine amerikanische Familie berichtet, dann glaube ich, wird es wieder Donald Trump. Und zwar deutlicher, als viele glauben und wahrhaben wollen."

Welt-Chefmoderatorin Tatjana Ohm glaubt an einen Wahlsieg Donald Trumps, sagt sie im "Meedia"-Interview. Vielleicht würde sich der US-Präsident in seiner zweiten Amtszeit anders verhalten als in der ersten, möglicherweise sogar umgänglicher werden, denkt Ohm.
meedia.de (Paid), turi2.de/koepfe (Profil Ohm)

Aus dem Archiv: Tatjana Ohm im TV-Fragebogen (September 2019).

“Welt” versteckt Kommentarfunktion hinter der Paywall.


Geschlossene Gesellschaft: Die "Welt" zieht einen Zaun um die Kommentar­funktion auf Welt.de und in ihrer App. Kommentieren dürfen ab heute nur noch zahlende Abonnent*innen von Welt plus. Die Redaktion begründet die Beschränkung mit der Zunahme an Kommentaren, die Hass, Rassismus oder Gewalt­verherrlichung verbreiten. Bei durchschnittlich 650.000 Kommentaren im Monat seien es "in den weit überwiegenden Fällen Nicht-Abonnenten" gewesen, die die "Grenzen unserer Nutzungsregeln getestet und übertreten haben".

Das Blatt habe sich die Entscheidung "nicht leicht gemacht", erhofft sich nun aber "ein Mehr an intelligenter, anregender Debatte". Zugleich will die Redaktion ihre Präsenz im Kommentarbereich erhöhen. Bisher sei rund ein Viertel der Kommentare von den 130.000 Digital-Abonnent*innen gekommen, die oft "die interessantesten Fragen und Argumente" brächten. Die "Welt"-Redaktion beschreibt ihre Plus-Community als ein "gutes Stimmungsbarometer für die politische Großwetterlage".
welt.de

Chefredakteur Ulf Poschardt will die Marke “Welt” noch “stringenter machen”.

Welt will künftig die Marke "stringenter machen", sagt Chefredakteur Ulf Poschardt im dpa-Interview. "Wenn es etwas gibt, wo wir noch Luft haben: die Kommunikation unserer Marke und die Markenführung", so Poschardt. Auch bei Podcasts will die "Welt" noch wachsen: "Da sehen wir uns eher am Anfang als dort, wo Welt vom Selbstverständnis her sein muss."
horizont.net

Ad Alliance vermarktet künftig auch die Print-Titel von Media Impact.

Vermarktungsriese: Die Ad Alliance von Bertelsmann vermarktet ab 2021 auch die Print-Titel von Springers Media Impact, also u.a. "Bild" und "Welt". Bisher hat sie bereits deren Digitalangebote im Portfolio. Die Ad Alliance agiert für Media Impact als Dienstleister und verhandelt mit Agenturen auf Rechnung von Media Impact Rahmenverträge. Media Impact verkauft sein Inventar weiterhin daneben auch selbstständig. Media-Impact-Chef Carsten Schwecke kündigt im Interview mit "Horizont" an, dass dies auch so bleiben soll: "Das Werbegeschäft von Axel Springer ist viel zu groß und bedeutend, als dass wir die eigene Vermarktung jemals abgeben würden." Mitarbeiter*innen würden zudem nicht den Betrieb wechseln: "Bei aller Partnerschaft bleiben die Mediengruppe RTL, Gruner + Jahr und wir im Werbemarkt ja auch harte Wettbewerber."

Die Ad Alliance führt neben den Springer-Medien und den Bertelsmann-eigenen Titeln von IP Deutschland und G+J ems auch die Titel von Spiegel Media und ab 2021 von rtv. Springers Digitaltitel sind seit September 2019 Teil der Vermarktungsgemeinschaft. Die nunmehr stärkere Orientierung zur Ad Alliance ist auch eine Reaktion auf das weitestgehende Ende der Vermarktungskooperation zwischen Springer und Funke. (Foto: Bildagentur-online / Picture Alliance)
presseportal.de, horizont.net (Paid)

Google News Showcase will keine Löcher in Paywalls erzwingen.


Kein Paywall-Specht: Google will beim neuen Nachrichten-Angebot "Google News Showcase" keine Verlage zwingen, Bezahl-Inhalte via Google kostenlos zu veröffentlichen. Damit stellt der Konzern gegenüber turi2 Fragen klar, die Christian Meier in der "Welt" von Montag aufgeworfen hat. Meier hatte berichtet, dass sich mindestens einer der teilnehmenden Verlage dagegen wehre, Bezahl-Inhalte via Google kostenlos anzubieten. Unklar sei gewesen, ob die Verlage verpflichtet seien, Paid-Inhalte anzubieten. Ein Google-Sprecher teilt nun mit, dass es "keine Verpflichtung zur Bereitstellung von 'Paywall-Artikeln' gibt". Welche Artikel in dem neuen News-Angebot veröffentlicht würden, liege allein bei den teilnehmenden Verlagen.

Darüber hinaus teilt Google mit, dass es sich bei dem neuen News-Angebot – ähnlich wie in der Suche und bei Google News – um eine reine Verlinkung auf Verlagsseiten, nicht um eine Re-Publikation der Verlagsinhalte handelt. So könnten die Verlage "ihre Inhalte auf ihren eigenen Webseiten monetarisieren" – zusätzlich zu der Gebühr, die Google zahlt.
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background "Welt")

“Welt”: Otto Schily gratuliert Ex-Chefredakteur Thomas Schmid zum Geburtstag.

Von Ex zu Ex: Glückwünsche zum 75. Geburtstag schickt Ex-Innenminister Otto Schily dem Ex-"Welt"-Chefredakteur Thomas Schmid. In einem Gastbeitrag lobt der 88-jährige Schily Schmid als einen "Intellektuellen par excellence", der "frei von missionarischem Eifer" sei. Ulf Poschardt bewundert indes, dass Schmid auch in seinen Texten "nie den einfachen Weg" gehe.
welt.de (Schily, Paid), welt.de (Poschardt, Paid)

Lese-Tipp: Julia-Niharika Sen und Constantin Schreiber sprechen über die “Tagesschau”.

Lese-Tipp: Julia-Niharika Sen freut sich, hinter die Nachrichten zurückzutreten, sagt die neue "Tagesschau"-Sprecherin im "Welt am Sonntag"-Interview. Gemeinsam mit ihrem ebenfalls neu berufenen Kollegen Constantin Schreiber spricht sie über die Tradition der "Tagesschau". Schreiber sagt, dass er gegenderte Sprache im Sprachgebrauch noch nicht angekommen und daher nicht für die Tagesschau geeignet sieht. Besser sei es daher, die männliche und weibliche Form hintereinander zu verwenden.
"Welt am Sonntag" (Paid), turi2.de (Background)

Video-Tipp: Neuer Newsroom der “Welt” soll die Kommunikation erleichtern.

Video-Tipp: Oliver Michalsky, Online-Chefredakteur bei "Welt", spricht in einem Springer-Video über die Vorteile des neuen Newsrooms in Berlin. Die Pandemie habe gezeigt, dass eine komplette Zeitung aus dem Home Office produziert werden könne. "Das wird aber kein Dauerzustand sein", sagt Michalsky. Ein schnelles Zurufen in den Newsroom könne mit digitalen Kommunikationswegen nicht ersetzt werden.
youtube.com (3-Min-Video)

“Welt”-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld moderiert den Morning Briefing Podcast.

Neue Frauen an Deck: "Welt"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld (Foto) moderiert künftig den Freitags-Podcast von Gabor Steingarts Morning Briefing. Sie übernimmt von "Welt"-Vize Robin Alexander. Britta Egetemeier, Penguin-Verlegerin und Mitglied der Geschäftsführung bei Random House, komplettiert den Aufsichtsrat von Media Pioneer.
mediapioneer.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Deniz Yücel sieht deutsche Haftbedingungen zu wenig im Licht der Öffentlichkeit.

Hör-Tipp: "Welt"-Journalist Deniz Yücel berichtet im "Tagesspiegel"-Podcast "Eine Runde Berlin" während der Fahrt mit der Ringbahn u.a. über seine Zeit im türkischen Gefängnis und die Rückkehr in den Alltag. Bei einem Recherche-Besuch in der Berliner JVA Moabit habe er festgestellt, dass die Bedingungen für Gefangene hierzulande nicht unbedingt besser seien. In der Türkei hätten viele Schriftsteller und Politiker Gefängnis-Erfahrungen, weshalb die Haftbedingungen stärker im Licht der Öffentlich stünden.
tagesspiegel.de (79-Min-Audio)


Türkischer Staatsanwalt will härteres Urteil gegen Deniz Yücel.

Nächste Instanz: Die türkische Staatsanwaltschaft will ein härteres Urteil gegen den "Welt"-Journalisten Deniz Yücel durchsetzen. Die Ankläger ziehen in die nächste Instanz, weil das Gericht Yücel vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen hatte. Auch Yücel hat angekündigt, gegen das Urteil vorzugehen. Er war zu fast drei Jahren Gefängnis verurteilt worden und will einen Freispruch erwirken. Parallel laufen in der Türkei zwei weitere Verfahren gegen den Journalisten, u.a. wegen eines Witzes, den er in der "Welt am Sonntag" wiedergegeben hatte. Auf Twitter sieht Yücel eine Bedeutung über seinen Fall hinaus: "Die Botschaft lautet also: Jeder, der auch außerhalb der Türkei der türkischen Staatsideologie widerspricht – beim Thema Benachteiligung der Kurden oder beim Umgang mit dem Genozid – macht sich potenziell strafbar."
welt.de, twitter.com

Türkisches Gericht verurteilt Deniz Yücel zu zwei Jahren und neun Monaten Haft.


Urteil in Abwesenheit: Ein Gericht in Istanbul verurteilt den "Welt"-Journalisten und früheren Türkei-Korrespondenten Deniz Yücel zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Vom Vorwurf der Volksverhetzung und der Propaganda für die Gülen-Bewegung ist er dagegen freigesprochen worden. Yücel selbst war bei der Verkündung des Urteils nicht anwesend. Von Februar 2017 bis Februar 2018 saß er insgesamt 367 Tage ohne Anklage in türkischer Haft. Seine Inhaftierung hatte die deutsch-türkischen Beziehungen schwer belastet. Der damalige Außenminister Sigmar Gabriel hatte sich im direkten Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Erdogan für Yücels Freilassung eingesetzt.

Erst nach seiner Freilassung und der Ausreise nach Deutschland hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Yücel erhoben. Als Belege dienten Artikel von ihm in der "Welt", darunter ein Witz über das Verhältnis von Kurden und Türken. In einem Kommentar bei Welt.de nennt Yücel die Entscheidung "ein politisches Urteil, wie die ganze Geschichte meiner Verhaftung politisch motiviert war". Dass die Richter sich entschieden hätten, "lieber das Verfassungsgericht bloßzustellen als den Staatspräsidenten" zeige einmal mehr, "wie es um die Rechtsstaatlichkeit in diesem Land bestellt ist: erbärmlich".

Der DJV spricht von einem "Willkürurteil, das kritische und unabhängige Berichterstattung dauerhaft kriminalisiert". Der DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall fordert das Auswärtige Amt zu diplomatischen Konsequenzen gegenüber der Türkei auf. Die Bundesvorsitzende der DJU in Verdi, Tina Groll, sieht in der Entscheidung einen "Abgesang auf die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei". Der Geschäftsführer der Organisation Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, kommentiert: "Dass die türkische Justiz an dem absurden Vorwurf der Terrorpropaganda festhält und Yücel zu fast drei Jahren Haft verurteilt, zeigt, wie politisiert und willkürlich diese ist." (Foto: picture alliance / Sven Simon)
sueddeutsche.de, spiegel.de, welt.de (Kommentar Yücel), djv.de, dju.verdi.de, reporter-ohne-grenzen.de

Springer macht Chefredakteure Reichelt und Poschardt zusätzlich zu Sprechern der Geschäftsführung.


Doppelfunktion: Springer hebt an der Spitze von "Bild" und "Welt" die personelle Trennung von Redaktions- und Verlags­geschäft auf. Die Chef­redakteure Julian Reichelt (links) und Ulf Poschardt werden jeweils auch Sprecher der Geschäftsführung. Es ist das erste Mal, dass Springer Chefredakteure in die Geschäftsführung beruft. Springer will damit "die Bedeutung des Journalismus für die Marken" hervorheben. Redaktion und Vermarktung sollen "klar getrennt" bleiben.

Springer-Vorständin Stephanie Caspar erhofft sich durch die personelle Zusammenführung weniger Kompetenzgerangel als bisher, dafür einen engeren Austausch bei Ideen. Die Wachstumsziele für "Bild" und Welt erfordern eine "zukunftsfähige Aufstellung", die "Marken in den Mittelpunkt" stellt und die "Strukturen zwischen Redaktion und Verlag vereinfacht", sagt sie zu "Horizont". Die Redaktionen prägten die Marken "Bild" und "Welt", "daher gehören mit den Chefredakteuren Journalisten an die Spitze des Führungsteams".

Die "Bild"-Geschäftsführung besteht neben Reichelt als Sprecher künftig aus Verlagsleiterin Carolin Hulshoff Pol und Lars Moll, der von Welt Digital kommt. Bei der WeltN24 GmbH bleibt Christian Nienhaus als weiterer Geschäftsführer im Amt. Hinzu kommt ab September - wie berichtet - Ex-RTL-Chef Frank Hoffmann, der auf Torsten Rossmann folgt und alle TV- und Bewegtbildaktivitäten verantwortet.
axelspringer.com, horizont.net

Polens Präsident Duda unterstellt Springer Wahlkampf-Einmischung.

Polnischer Abgang der Pressefreiheit: Polens Präsident Andrzej Duda wirft der "Welt" sowie der zu Ringier Axel Springer Polska gehörenden Zeitung "Fakt" die Einmischung in die Präsidentenwahl vor. Der polnische Zeitungsverleger-Verband weist die Kritik als "absurd" zurück. "Welt"-Korrespondent Philipp Fritz wurde zuletzt wegen seiner journalistischen Arbeit von regierungsnahen Medien attackiert - so wie auch kritische polnische Journalist*innen. Journalismus muss "schreiben, was ist – auch wenn es den Mächtigen nicht gefällt", kommentiert "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt die Einschüchterungsversuche. "Mit Deniz Yücel haben wir erlebt, wie weit Gängelung und Diffamierung von Journalisten durch Regierende gehen kann", schreibt Poschardt.

Deutschland würde sich von der engen polnisch-amerikanischen Zusammenarbeit gestört fühlen, sagt Duda. Dies sei ein Hindernis für die deutsch-russische Zusammenarbeit beim Bau der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. "Die aktuelle Warschauer Regierung hat nicht nur das polnische Justizsystem auf schwer hinnehmbare Art und Weise bedrängt, sondern versucht dies auch bei den Medien", beklagt Poschardt. Amtsinhaber Duda holte bei der ersten Wahlrunde die meisten Stimmen, doch für einen Sieg der Präsidentenwahl reichte es bisher nicht - Es folgt eine Stichwahl.
welt.de (Springer), welt.de (Poschardt)

Mein Homescreen: Olaf Gersemann.


Olaf Gersemann, Datenfreund und Ressortleiter Wirtschaft, Finanzen und Immobilien bei “Welt”, wurde durch die Corona-Krise zur Selfmade-Medienmarke: Auf seinem Twitter-Kanal veröffentlicht der 52-Jährige seit Februar anschauliche Corona-Updates zu Fallstatistiken aus aller Welt. Seine Zahlenliebe zeigt sich auch auf Gersemanns Homescreen. Was die Leser*innen bei “Welt” gerade interessiert und wie viele Abos sie abschließen, trackt der Journalist genauso wie die Entwicklung an den Finanzmärkten. Währenddessen zählt er Trainingseinheiten und Kalorien. Weiterlesen …

Türkisches Gericht vertagt Urteil im Yücel-Prozess.

Türkei: Die für heute geplante Urteilsverkündung im Prozess gegen "Welt"-Journalist Deniz Yücel wurde kurz nach Beginn der Sitzung überraschend vertagt. Die Richter wollen zunächst das Abschluss-Plädoyer der Verteidigung bewerten, neuer Termin ist der 16. Juli. Die Staatsanwaltschaft wirft Yücel Terror und Volksverhetzung vor. Yücel selbst war in Istanbul nicht anwesend.
faz.net, spiegel.de

Torsten Rossmann verlässt Springers WeltN24 GmbH, Ex-RTL-Chef Frank Hoffmann wird Nachfolger.

WeltN24 und Geschäftsführer Torsten Rossmann, 56, gehen "spätestens Ende des Jahres" getrennte Wege. Nachfolger als TV-Chef wird ab 1. September Frank Hoffmann, der von 2013 bis 2019 Chef von RTL Deutschland war. Rossmann, der seit über 20 Jahren für N24 und Welt arbeitet, bleibt Springer als "TV- und Bewegtbildstratege" erhalten.
axelspringer.com, horizont.net

Einstweilige Verfügung zu Ibizagate-Artikel: “WamS” siegt vor dem BVerfG.

Springer erzielt einen Erfolg vor dem Bundesverfassungsgericht. Das Gericht setzt bis auf weiteres eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin aus, die der "Welt am Sonntag" Teile der Berichterstattung über einen der Hintermänner der Ibiza-Affäre untersagt. Das Bundesverfassungsgericht mahnt an, dass die "Welt am Sonntag" zunächst die Möglichkeit hätte bekommen müssen, Stellung zum Antrag zu beziehen. Vor Kurzem hatte das Bundesverfassungsgericht in einem anderen Fall bereits die sogenannte "Waffengleichheit" bei Unterlassungserklärungen angemahnt.
per Mail, turi2.de (Background)

Zitat: US-Korrespondent Steffen Schwarzkopf beklagt einseitige Berichterstattung zu Donald Trump.

"Ich habe das Gefühl, dass in manchen Heimatredaktionen in Deutschland ebenfalls der Trend dahin geht, bei Donald Trump grundsätzlich erstmal 'doof' zu rufen, bevor man genauer hinblickt."

Steffen Schwarzkopf, US-Korrespondent beim TV-Sender Welt, sagt im DWDL-Interview, dass Sender wie CNN und MSNBC Donald Trump mit oftmals einseitiger Berichterstattung Munition liefern, aber auch deutsche Medien oft voreingenommen sind.
dwdl.de

“Assi-Zeitungen”: YouTuber Rezo kritisiert “Bild”, “Welt” und “FAZ”.

Die Zerstörung der Presse: Seriöse Medien sollten sich von "Assi-Zeitungen" stärker distanzieren, sonst spielen sie "Hetzern in die Hände", sagt Influencer Rezo in einem einstündigen Video bei YouTube. Darin warnt er u.a. vor Verschwörungstheorien und kritisiert die Arbeit vor allem von "Bild", "Welt" und "FAZ". Diese hätten häufig falsch über ihn berichtet. Es gebe zudem Gründe, warum etablierte Zeitungen von einigen Menschen verachtet würden: "Unethisches Verhalten ist leider keine Seltenheit", sagt Rezo. Insbesondere "Bild" und "Welt" fehle es an "moralischer Integrität". Aus Sicht von Rezo hielten sich die Redaktionen häufig nicht an den Opferschutz sowie an Persönlichkeitsrechte. Dass die "Bild" dem Virologen Drosten für die Beantwortung einer Presseanfrage nur eine Stunde Zeit ließ, sei ein "Kack-Move".

Julian Reichelt kontert bei Twitter, dass die Frist "leider" zu kurz gewesen sei, "aber wir fragen". Der "Bild"-Chef lädt Rezo zu einem Redaktionsbesuch ein, "ich komme aber auch jederzeit zu Dir" - und betont: "Dies ist keine Aufforderung zum Duell, lieber 'Spiegel'". Rezo sagt, dass er die Presse nicht zerstören wolle - anders als der Titel seines gleichnamigen Videos vermuten lassen könnte. Reichelt spricht bei Twitter von "Zerstörungsquatsch" sowie von "billigen, schnellen Likes". Rezo wisse nicht, "was 'Zerstörung' ist".
(Foto: Screenshot YouTube)
youtube.com (60-Min-Video), twitter.com (Reaktion Reichelt), t-online.de, tagesspiegel.de

“Bild” streitet weiter mit Christian Drosten, die “Welt” entlastet ihn.


Zweite Welle: Die "Bild" legt in ihrem Streit mit dem Virologen Christian Drosten einen weiteren Beitrag nach und findet in David Spiegelhalter, Statistik-Professor an der Universität Cambridge, und seinem Kollegen Kevin McConvay neue Kronzeugen. Beide kritisieren den statistischen Aspekt der Drosten-Untersuchung und empfehlen, dort Fehler einzugestehen. Spiegelhalters Korrespondenz mit der "Bild" scheint jedoch nur ungleich länger als die der bisherigen, vermeintlichen Drosten-Kritiker zu sein. Die Zeitung zitiert ihn mit der Äußerung, er habe seinem Beitrag "nichts hinzuzufügen".

In einem zweiten Text setzt sich die "Bild" mit Vorwürfen Drostens auseinander, die Zeitung habe den englischsprachigen Mathematiker des Teams "am Telefon in die Irre geführt". Auch die Charité kritisiert in einer Stellungnahme, der Mitarbeiter sei sich nicht bewusst gewesen, in einer Interview- oder Äußerungssituation zu sein. "Bild" entgegnet, sie habe das Gespräch auf Englisch geführt und den Mitarbeiter wie gewünscht nicht zitiert. Auffällig: Beide "Bild"-Texte tragen keinen Autorennamen.

Derweil widmet sich das Schwesterblatt "Welt" dem Thema in einem nüchternen FAQ. Die Autorinnen Birgit Herden und Wiebke Hollersen nehmen Drosten und sein Team dabei sogar in Schutz und betonen, dass wissenschaftliche Diskussionen zu Vorveröffentlichungen völlig normal sind und Drosten selbst stets sehr vorsichtig bei einem Fazit zur Untersuchung gewesen ist.
bild.de (neue Kritik), bild.de (Stellungnahme der "Bild"), welt.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Oliver Michalsky blickt auf 25 Jahre Welt Online zurück.

Lese-Tipp: Vor 25 Jahren erschien die "Welt" erstmals mit einem Online-Auftritt. Digital-Chef Oliver Michalsky blickt auf die Entwicklung von welt.de zurück und zeigt Screenshots der verschiedenen Versionen. Zu Beginn wurde das Projekt noch belächelt, drei Onliner mussten ihren Kollegen E-Mails ausdrucken. Am 11. September baut die Redaktion auf eine reine HTML-Seite, um den Server nicht zu überlasten.
welt.de

Lese-Tipp: Warum “Welt”-Autorin Susanne Gaschke aus der SPD austritt.

Lese-Tipp: "Welt"-Kolumnistin Susanne Gaschke begründet in einem offenen Brief, warum sie nach 33 Jahren aus der SPD austritt. Eingetreten sei sie als junge Studentin "aus einer Art Widerspruchsgeist", doch mit den Jahren sei die SPD zu einer "Versorgungspartei" geworden, die "mit Geld nach Problemen" wirft, aber sich nicht mehr für eigenen Wahlergebnisse interessiere. Das Fass zum Überlauf brachte die grundlose Auswechselung des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels, mit dem Gaschke seit 29 Jahren verheiratet ist.
welt.de

Mathias Döpfner: Europa soll nicht mehr “Everybody’s Darling” sein.

Springer-Chef Mathias Döpfner fordert die Politik in einem Essay in der "Welt am Sonntag" auf, in der "Post-Corona-Ära" klar Position zwischen den USA und China zu beziehen. Durch einen Ausverkauf der Unternehmen an China, fürchtet er, könnte Europa "ein ähnliches Schicksal wie Afrika erleiden. Man begäbe sich auf den schleichenden Weg zur chinesischen Kolonie." Lieber solle Europa das transatlantische Bündnis vertiefen.
edition.welt.de (Paid)

Video-Tipp: Das “Welt”-Team erzählt von seinem Alltag in der Corona-Krise.

Video-Tipp: Mehrere "Welt"-Redakteur*innen haben das Handy gezückt und ihre wechselhafte Stimmung im Corona-Alltag hinaus an die Kolleg*innen geschickt. Deniz Yücel kommentiert: "Es fällt mir nicht so schwer, ich kenn' das ja, irgendwo eingesperrt zu sein, wo man nicht raus darf." Polen-Korrespondent Philipp Fritz freut sich auf den Tag, an dem er wieder "Bis morgen" sagen kann.
welt.de (6-Min-Video)

Corona-Krise kostet “Bild” 15 % Auflage.

Bild verkauft wegen der Corona-Krise in der Summe 15 bis 18 % weniger Zeitungen, sagt Springers Print-Chef Christian Nienhaus (Foto) im "Horizont"-Interview. Abos und Supermarkt-Verkäufe steigen zwar, gleichzeitig fallen Bord-Exemplare und Auslandsauflage fast komplett weg, der Bahnhofsbuchhandel hat sich halbiert. Die Abo-Auflage der "Welt am Sonntag" wächst um 10,5 %. Das Online-Bezahlangebot Welt Plus verzeichnet im März 2,6 % Wachstum, Bild Plus legt um 1,3 % zu. Beim Anzeigengeschäft stehe "Bild" noch "verhältnismäßig gut" da, "viel größeres Kopfzerbrechen" bereite Nienhaus die Umsatzentwicklung bei den Zeitschriften.
horizont.net (Paid)

Media Impact startet das Vermarktungs-Tool “Welt ID”.

Media Impact bündelt die Vermarktung der "Welt" in dem neuen Vermarktungs-Tool "Welt ID". Das crossmediale Angebot ermöglicht die gemeinsame Werbeplanung für Print und Online. Das Vermarktungs-Joint-Venture Media Impact von Springer und Funke soll nur noch bis 31. August wie gewohnt laufen, beide Häuser wollen sich verstärkt auf die Vermarktung der eigenen Titel konzentrieren.
axelspringer.com, turi2.de (Background)

Nachrichtenseiten profitieren von Corona-News, Sport-Seiten verlieren.

Corona-News bescheren Nachrichtenseiten im März Rekordzugriffe: Sueddeutsche.de und FAZ.net verbuchen laut Agof knapp 80 % mehr Unique User als im Februar. Spiegel.de, Welt.de und Zeit Online legen um mehr als 50 % zu. Prozentualer Gewinner mit 275 % Plus ist die "Berliner Morgenpost", wohl vor allem wegen ihres Coronavirus-Monitors. In der Top 25 rutschen nur Kicker.de und Sport1.de ins Minus.
meedia.de

Zitat: Für Welt-Senderchef Torsten Rossmann verschmelzen bei Corona Privates und Berufliches.

"Zum allerersten Mal müssen wir nicht nur über eine Krise oder Katastrophe berichten, sondern wir sind auch selbst davon voll erfasst. Nicht nur im Job, sondern auch in der Privatsphäre."

Torsten Rossmann, Chef von Springer News-Sender Welt, sagt im DWDL-Interview, dass in der Corona-Krise Privates und Berufliches kaum trennbar sind.
dwdl.de