Wie geht’s Österreich, Christian Rainer?


O du mein Österreich: Im Video-Interview mit turi2.tv spricht Christian Rainer über die Lage von Politik, Gesellschaft und Medien in Zeiten der Lockdown-Lockerungen bei unseren südlichen Nachbarn. Der Chefredakteur und Herausgeber des österreichischen Nachrichten-Magazins Profil beklagt etwa den Umgang der Politik mit den Medien. Bei der Verteilung von Corona-Hilfen seien die "niveauvollen Qualitätsmedien" anfangs vergessen worden. Erst nach Protesten sei auch bei "Profil" etwas von der Hilfe angekommen. "Ich glaube, die wirklich privilegierten Journalistinnen und Journalisten sind diejenigen, die in öffentlich-rechtlichen Medien arbeiten", sagt Rainer. Er sieht eine gewisse "Hybris" bei den Kolleg*innen, die jetzt ganz anders "dastehen als wir Privatmedien".

Rainers größte Sorgen gelten der Freiheit und dem Klima: "Wenn Sebastian Kurz über eine Corona-App spricht, dann ist es nicht das Gleiche, als würde zum Beispiel Angela Merkel darüber sprechen." Seine Befürchtung ist, dass im Rahmen von Corona die Demokratie langfristig und gut begründet eingeschränkt wird. Schließlich komme der österreichische Bundeskanzler gerade aus einer Koalition mit der rechten FPÖ. Von "Profil" auf die Demokratie-Einschränkungen im Nachbarland Ungarn angesprochen antwortete der Kanzler etwa, er habe jetzt keine Zeit sich damit zu beschäftigen.

Das wichtigste Thema, "das wir eigentlich zu bearbeiten hätten", sei die Klimakatastrophe, sagt Rainer. Er befürchtet, dass am Ende nicht mehr genug Geld da ist, um umzudenken und umzurüsten - und dass auch die "mentale Energie" dafür fehlt. "Ich bin mir sicher, Corona wird im Vergleich zu dem, was uns als Klimakatastrophe schnell entgegenkommt, nicht mal ein Nebensatz sein", sagt Rainer.
turi2.tv (18-Min-Interview auf YouTube)

Wie geht’s der Esskultur, Gabriele Höger?


Zuhause schmeckt's am besten: "Definitiv wird mehr gekocht." Im Video-Interview von turi2.tv sagt Gabriele Höger, dass viele Menschen "das Kochen neu für sich" entdecken. Das sagen zum einen Umfragen, zum anderen merkt sie das auch am Feedback, dass sie jetzt von ihren Leser*innen bekommt. Auch Höger kennt den Spagat zwischen "Home Office, Homeschooling und Haushalt" und ist ein bisschen stolz, als sie berichtet, dass sie seit Corona noch kein Mal den Lieferdienst bemühen musste. "Einfach, weil ich es wissen wollte", dann könne man auch viel besser darüber schreiben, sagt Höger.

Auch ihre Arbeit an den Food-Titeln von Burda hat sich durch die Krise geändert: Höger arbeitet halbtags aus dem Home Office, im Verlag trifft sich nur ein Kernteam und in der Versuchsküche wird jetzt mit viel Abstand und kleinen Teams Food fotografiert. Burdas Küchenchef, berichtet sie, macht aus der Not eine Tugend und dreht auch am heimischen Herd Kochvideos für Burdas Social-Media-Kanäle.
turi2.tv (6-Min-Video auf YouTube)

Wie geht’s New York, Ulrich von Schweinitz?


Eine müde Stadt: Im Video-Interview mit turi2.tv zieht Ulrich von Schweinitz eine bittere Corona-Bilanz für seinen Wohnort: "Das New York, das wir kannten in den letzten 10 oder 20 Jahren, ist nicht mehr. Das ist vorbei." Der Deutsche arbeitet als Projekt-Manager bei NBCUniversal in der Metropole, die eigentlich als dauerwach bekannt ist, in der Corona-Pandemie aber geradezu gespenstisch stillsteht. Fast alle NBC-Kolleg*innen arbeiteten seit rund eineinhalb Monaten von zuhause. Sendungen wie die Today Show würden allerdings weiter vom Firmensitz am Rockefeller Plaza produziert, sagt der 52-Jährige. Eindrücke des Ausnahmezustands in der Stadt hat von Schweinitz auf Fotos festgehalten, die wir im Video zeigen. "Die Straßen sind so leer, wie kein New Yorker sie je gesehen hat", beschreibt er die Motive.

In den ersten Wochen der Krise seien die Amerikaner*innen noch optimistisch gewesen, erinnert sich von Schweinitz. Jetzt lasse die Moral "langsam, langsam nach", die Stimmung sei gedrückt: "Die Leute leben gerade so schleichend aneinander vorbei." Menschen, die keinen Mundschutz tragen und sich nicht an die Abstandsregeln halten, würden auf der Straße schon mal "angebellt". Aber, und das ist ja irgendwie typisch amerikanisch: Die Hoffnung ist den New Yorker*innen zumindest im Umgang miteinander offenbar noch nicht abhanden gekommen, wie von Schweinitz berichtet: "Wir versichern uns gegenseitig, dass wir noch da sind, dass wir es schon schaffen, freuen uns und bedanken uns, wenn die anderen sich regelgerecht verhalten. Das ist ganz in Ordnung."
turi2.tv (6-Min-Video auf YouTube)

Wie geht’s den Philosoph*innen, Thomas Vašek?


Große Ratlosigkeit: "Viele Philosophen und andere Intellektuelle versuchen jetzt, aus dieser Krise in irgendeiner Form intellektuelles Kapital zu schlagen." Im Video-Interview von turi2.tv kritisiert Thomas Vašek voreilige Deutungen der Corona-Krise. Der Chefredakteur des Philosophie-Magazins "Hohe Luft" sieht's eher wie der Philosoph Jürgen Habermas, der jüngst in der "Frankfurter Rundschau" sagte: "So viel Wissen über unser Nichtwissen ... gab es noch nie." Auch die These von Richard David Precht, wonach diese Krise uns das Rüstzeug für die womöglich bedrohlichere Klimakrise gibt, auch weil wir uns an staatliche Eingriffe gewöhnen, teilt Vašek nicht. Philosophen, wenn sie tatsächlich "Freunde der Weisheit" sein wollen, sollten "so weise sein, dass sie sich mit ihren Deutungen zurückhalten", sagt der Journalist und Buchautor.

Gleichwohl hegt Vašek "eine Grund-Sympathie" für Prechts Ansatz: "Natürlich sollten wir darauf hoffen, dass wir aus der Krise die richtigen Lehren ziehen, um die große Menschheits-Herausforderung Klimawandel zu bewältigen." Sein Optimismus, dass das klappt, hält sich aber in Grenzen: "Es wäre ja schön, wenn der Mensch aus allen Krisen der Vergangenheit gelernt hätte. Aber die historische Erfahrung zeigt, dass das keineswegs immer der Fall war."
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube)

Wie geht’s Fridays for Future, Gwendolyn Rautenberg?


Gestreikt wird jetzt am Schreibtisch: Was macht eine globale Protestbewegung, die nicht mehr auf die Straßen kann, um auf ihre Sache aufmerksam zu machen? Im Video-Interview von turi2.tv gibt sich Gwendolyn Rautenberg zuversichtlich, dass zumindest Fridays for Future wegen der Corona-Krise nicht in eine Sinnkrise rutscht. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehmen die Pandemie ernst, sagt die 18-jährige Abiturientin und Aktivistin aus Brandenburg an der Havel, die seit gut einem Jahr Teil der Bewegung ist. Trotzdem arbeiteten sie daran, weiter Aufmerksamkeit auf den Klimaschutz zu lenken. Ihre Botschaft an alle, die FFF schon zerbröseln sehen: "Wir sind nicht tot." Gerade konzentrierten sich die Aktivist*innen von zuhause aus auf Weiterbildung, veranstalteten etwa Webinare zu Klimathemen. Der nächste sogenannte Netzstreik mit Redner*innen und "Live"-Programm findet am 24. April statt.

Ein Porträt im SZ-Magazin bescheinigte FFF vor wenigen Tagen, sich aufgrund seiner dezentralen und digitalen Organisation eine "perfekte Infrastruktur für die Corona-Zeiten geschaffen" zu haben. Das sieht auch Rautenberg so. Jetzt hofft sie, dass sich die Entschlossenheit, die die Menschen bei Corona zeigen, und das Vertrauen in die Wissenschaft auch auf ihre Wahrnehmung der Klimakrise übertragen. "Vorher wurde uns oft gesagt: 'Das geht nicht, weil...'", erzählt sie im Interview. Plötzlich seien konsequente Maßnahmen von politischer Seite doch möglich. Sie spüre einen Zusammenhalt in der Bevölkerung. Rautenberg klingt optimistisch: "Das ist schön zu sehen."
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube), turi2 edition #10 (Interview mit Gwendolyn Rautenberg)

Wie geht’s den Sportjournalist*innen, Marco Hagemann?


Bald wieder auf'm Platz: "Natürlich zaubert uns das ein Lächeln ins Gesicht." Im Video-Interview von turi2.tv freut sich Sportkommentator Marco Hagemann darüber, dass nach vielen Wochen Corona-bedingter Fußball-Pause eine Fortsetzung des Spielbetriebs am Horizont schimmert. Hagemann, der sonst für RTL und Dazn Spiele kommentiert, spricht aber auch die Verantwortung von Liga und Vereinen an, dass aus medizinischer Sicht alles korrekt abläuft. Wie sich Geisterspiele, die es ab Mitte Mai in der Bundesliga geben könnte, anfühlen, weiß Hagemann aus eigener Erfahrung: 2013 hat er ein Spiel zwischen Lazio Rom und dem VfB Stuttgart ohne Zuschauer*innen kommentiert. "Man konnte natürlich nicht komplett aus dem Sattel gehen, wenn irgendwas passiert ist, weil das der Situation nicht angemessen war", erinnert sich der Sportjournalist.

Im Video-Interview spricht Hagemann auch über die finanzielle Seite der Spielausfälle: Um seine eigene Existenz mache er sich noch keine Sorgen, weil er sich in den vergangenen Jahren ein Polster anlegen konnte. Er denkt aber an viele jüngere Kolleg*innen, die am Anfang ihrer Karriere stehen und nun seit sechs Wochen ohne Aufträge dastehen. Auch für Journalist*innen, die auf den Wiederanpfiff der italienischen oder der spanischen Liga warten, sei die Situation im Moment noch "perspektivlos".
turi2.tv (8-Min-Video auf YouTube)

Wie geht’s dem “Tagesspiegel”, Sebastian Turner?


Journalismus blendend, Werbung schwierig: "Die Redaktion leistet Übermenschliches." Im Video-Interview mit turi2.tv lobt "Tagesspiegel"-Herausgeber Sebastian Turner seine Redakteur*innen. Gerade inhaltlich erlebe die Zeitung in der Krise einen Höhenflug. Noch nie sei die Hauptstadtzeitung so viel zitiert worden, was auch daran liege, dass Berlin eine Medizinhauptstadt ist und die Zeitung daher viele Informationen zuerst hat. Trotzdem stellt sich Turner darauf ein, dass wir noch lange mit Corona-Einschränkungen leben werden müssen, obwohl die ersten Lockerungen bereits sichtbar werden. "Wir haben schon früh mit Home Office angefangen, um sicherzustellen, dass nicht ganze Ressorts schließen müssen, wenn Einzelne erkranken", erklärt Turner die Strategie der Zeitung.

Auch der "Tagesspiegel" musste im Verlag und in Teilen der Redaktion auf Kurzarbeit umstellen, sagt Turner. Das Blatt spüre die Probleme der Werbekund*innen, wie alle anderen Verlage auch. Von den beginnenden Lockerungen des Lockdowns erhofft er sich mehr Kiosk-Käufer*innen und eine Wiederbelebung des lokalen Werbemarktes. Turner spricht auch über sein Beteiligungs-Unternehmen Trafo, wo Nutzer*innenzahlen stiegen und Investor*innen guter Dinge seien. Besonders freut er sich über das positive Feedback für das neue Münster-Medium Rums, an dem er über Trafo beteiligt ist.
turi2.tv (8-Min-Video auf YouTube)

Wie geht’s der Arbeitswelt, Astrid Maier?


Eiszeit in der Wirtschaft: "Der Arbeitsmarkt ist im Moment eingefroren und der Wirtschaft fröstelt es." Im turi2.tv-Interview erklärt Xing-Chefredakteurin Astrid Maier wie es in der Corona-Krise um die Arbeitswelt bestellt ist. Nach der Krise werde es wieder Fachkräftemangel geben, da er auf "strukturellen Problemen, die mit der Krise nichts zu tun haben" basiert, wie z.B. dem demografischen Wandel oder der Digitalisierung. Der eingefrorene Markt werde nach der Krise wieder auftauen.

Für das Arbeiten nach der Krise erwartet Astrid Maier eine gesunde Mischung: Führungskräfte würden derzeit erfahren, dass sie nicht die Kontrolle verlieren, wenn Mitarbeiter*innen im Home Office arbeiten. Auf der anderen Seite falle den Mitarbeitenden selbst auf, "dass sie vielleicht produktiver sind, aber es auch genießen, mit Kolleg*innen einen Kaffee zu trinken". So werde "das Beste aus zwei Welten" zusammenkommen und "wir viel mehr darauf achten, das zu tun, was wir wirklich im Leben tun wollen".
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Wie geht’s den Millennials, Marieke Reimann?


Engagiert durch die Krise: "Viele sind relativ genervt davon, dass so eine Art Selbstoptimierungszwang besteht." Im turi2.tv-Interview sagt ze.tt-Chefredakteurin Marieke Reimann, dass sich viele junge Leute der ze.tt-Community unter Druck gesetzt fühlen und nicht verstehen, weshalb sie die Zeit in der Krise nutzen sollen, um "noch optimierter" zu werden. Gerade zu Beginn der Isolation seien viele solcher Inhalte gepostet worden: "Ich lerne jetzt Gitarre, ich lerne eine neue Sprache, ich nutze das, um die Sommer-Figur 2020 zu kriegen."

Bei den 16- bis 35-Jährigen beobachtet Reimann außerdem einen großes Interesse an Pflegeberufen: "Dieses politische Engagement, was es bei den Demonstrationen für Fridays for Future ja schon gegeben hat, wird jetzt genutzt, um sich genauer darüber zu informieren, wie es um die Pflegeberufe bestellt ist und was es da für Einschränkungen gibt." Es gebe dabei nicht nur ein "ganz großes Interesse", sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, sondern auch, sich u.a. für eine besser Bezahlung von jungen Ärzt*innen und Pflegekräften einzusetzen.
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Wie geht’s dem Sex, Melanie Büttner?


Sex im Stresstest: "So unterschiedlich, wie es den Menschen gerade geht in dieser Krisensituation, so unterschiedlich geht es ihnen mit ihrem Sex." Im turi2.tv-Interview erklärt Sexualtherapeutin Dr. med. Melanie Büttner, dass die aktuellen Ausgangsbeschränkungen für Beziehungen wie eine Art Stresstest sind. Dieser könne aufzeigen, "wie es um die Beziehung tatsächlich steht". Büttner, die u.a. auch durch ihren Sex-Podcast Ist das normal? von Zeit Online bekannt ist, kann sich einen Babyboom im kommenden Jahr gut vorstellen. Aber auch eine erhöhte Scheidungsrate sei nach der Krise denkbar. Denn die Nähe, in der aktuell viele leben, sei nicht nur ungewohnt, "sondern für viele Menschen in dieser Intensität auch ungewollt".

Für Singles biete sich jetzt besonders Online-Dating an, denn "Dating draußen verbietet sich ja geradezu". Für ein Online-Date sei aber auch Kreativität gefragt, z.B. könnten sich Singles via Webcam "ein schönes Date zurecht basteln, gemeinsam kochen oder einen Drink nehmen, sich gemütlich hinsetzen". Die Sexualität kommt dabei zwar zu kurz, der erhöhte Porno-Konsum weise aber laut Büttner darauf hin, dass viele Menschen nun vermehrt auf Selbstbefriedigung ausweichen.
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Wie geht’s dem Kapital, Horst von Buttlar?


Cash ist King: "Wer jetzt nicht verkauft hat, der muss das aussitzen, der ist zu spät dran." Im turi2.tv-Interview sagt Horst von Buttlar, Chefredakteur des Wirtschafts­magazins Capital von Gruner + Jahr, es wäre Quatsch, "jetzt auf diesem Tiefstand noch panisch zu verkaufen. Entscheidend für den Ausgang der Krise sei aus wirtschaftlicher Sicht nun, wie die USA als wichtigster Aktienmarkt der Welt die Lage meistern: "Wenn Amerika wirklich von diesem Virus in die Knie gezwungen wird und Chaos ausbricht, dann werden diese Turbulenzen weitergehen. Und dann werden wir auch noch schlimmere Zahlen erleben", erwartet von Buttlar.

Dem Wirtschaftsmagazin beschert die Krise gesteigertes Interesse: "Unsere Site hatte fünf Mal so viel Traffic. Ich musste zusätzliche Server-Kapazitäten anmieten", sagt der "Capital"-Chef. Gleichzeitig sieht er aber auch Probleme: "Für unsere ganze Branche wird das hart, weil natürlich das Anzeigengeschäft überall zusammenbricht". Daher schlagen in seiner Brust gerade zwei Herzen: Einerseits mache er sich Sorgen, andererseits entwickele er "eine sehr große, produktive Unruhe".
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Wie geht’s den Senior*innen, Claudia Röttger?


Fantasievoll ablenken: "Viele Ältere haben jetzt Angst und sorgen sich, dass sie erkranken und ihnen nicht geholfen werden kann", sagt Claudia Röttger, Chefredakteurin des Senioren Ratgebers, im "Wie gehts"-Interview von turi2.tv. Besonders in der älteren Generation leiden manche "auch sehr unter der sozialen Isolation". Deshalb sei nun alles ganz wichtig, was den Kontakt aufrecht erhält – "da ist natürlich Fantasie gefragt".

Dabei seien aber nicht nur analoge Ideen wie Kekse backen, Blumen schicken oder vorm Fenster winken gefragt. Denn die ältere Zielgruppe sei "durchaus digital unterwegs". Aus diesem Grund hat der "Senioren Ratgeber" nun auch die Schlagzahl des Newsletters auf täglich erhöht. Das Online-Angebot zielt jetzt auch besonders auf Ablenkung durch Rätsel, Interviews mit Prominenten, Lesegeschichten, "die auch mal das Gemüt erfreuen".
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Wie geht’s den Familien in Zeiten der Quarantäne, Bernd Hellermann?


Familienbetrieb: Die Familien in Deutschland stehen in Zeiten, in denen Home Schooling und Home Office aufeinander treffen, vor zusätzlichen Heraus­forderungen, da können Strukturen im Alltag nicht schaden, sagt Bernd Hellermann, bei Gruner + Jahr Chefredakteur der Zeitschriften Eltern und Geolino im Wie geht's-Interview von turi2.tv. Er selbst und seine Ehefrau arbeiten beide im Home Office, können ihre Arbeit "relativ frei einteilen", um die beiden Kinder zu betreuen. "Aber nichtsdestotrotz ist jeder Tag ein bisschen ein Experiment", sagt Hellermann. Er verzeichnet steigende Zugriffe auf die Webseiten seiner Magazine und ist stolz darauf, einen täglichen Geolino-Spezial-Podcast zu liefern. Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen nur 48 Stunden.

Positiv überrascht ist Hellermann davon, dass im Verlag die Umstellung aufs Home Office so "wunderbar und reibungslos" geklappt hat, selbst Skeptiker arbeiten inzwischen zu Hause. "Da haben alle an einem Strang gezogen. Denn bei allem, was draußen passiert, muss der Laden ja weiterlaufen." Mit Blick aufs lange Osterwochenende, das Familien in diesem Jahr zu Hause verbringen müssen, ohne Verwandtschaftsbesuche, ist Hellermann optimistisch: "Das kriegen wir locker miteinander hin, weil wir ja jetzt geübt sind aus den letzten Wochen, die Tage gut gemeinsam miteinander zu verbringen."
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Wie geht’s den Künstler*innen, Christoph Amend?


Künstlerisch wertvoll: "Kultur ist systemrelevant und wir müssen alle gemeinsam etwas tun, damit das so bleibt", fordert Christoph Amend, Chefredakteur des "Zeit Magazins", im "Wie geht's"-Interview von turi2.tv. Hier sei aber nicht nur der Staat gefragt. Amend ruft auch dazu auf, die kleinen, unabhängigen Buchhandlungen zu unterstützen, auch wenn gerade durch Home Office und Kinderbetreuung vielleicht nicht so viel Zeit zum Lesen bleibt: "Bestellen Sie Bücher bei Ihrem Buchhandel um die Ecke und lesen Sie vielleicht später."

Christoph Amend und das "Zeit Magazin" haben zur Unterstützung der derzeit gebeutelten Kunst- und Kulturszene einen Newsletter ins Leben gerufen. Als Erweiterung des werktäglichen Abend-Newsletters Was für ein Tag erscheint nun täglich auch die morgendliche Sonderausgabe "Was für ein Morgen". Der Newsletter steht jeden Tag einer Künstlerin oder einem Künstler zur Verfügung – "damit wir eine Bühne bieten in Zeiten, in denen alle Bühnen leider geschlossen bleiben müssen".
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Wie geht’s der Außenwerbung, Kai-Marcus Thäsler?


Keiner mehr draußen: "Die Werbeindustrie ist eine, die maximal leidet", sagt Kai-Marcus Thäsler, Chef des Fachverbands Außenwerbung, im "Wie gehts"-Interview von turi2.tv. In der aktuellen Situation gebe es "eine Verschiebung dessen, was wir volkswirtschaftlich in den letzten Jahren erlebt haben". Thäsler zeigt sich aber dennoch überzeugt, dass sich nach der Corona-Krise einige Dinge "relativ schnell" wieder erholen, andere müssten hingegen länger warten.

In der Außenwerbung beobachtet Thäsler aktuell einen Trend: "Die Leute sind anders unterwegs und die Mobilität verschiebt sich." Daher seien aktuell besonders Angebote gefragt, die nicht auf die Herzen der zur Zeit leeren Innenstädte abzielen, sondern in die Peripherie gehen. So lasse sich die Krise ein Stückweit ausgleichen, vor allem bei den großen der Branche wie Ströer und Wall, was jedoch nur relativ zu verstehen sei. Denn die Lage bei Werbebuchung und aktueller Belegung sei trotz allem nicht befriedigend.
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Wie geht’s Rom, Michaela Namuth?


Corona-Knast: "Wir sind Luxus-Häftlinge, wir sind hier sehr privilegiert zu zweit in einer großen Wohnung", beschreibt die freie Korrespondentin Michaela Namuth ihre aktuelle Situation in Rom, wo die Ausgangsbeschränkungen nun in die vierte Woche gehen. Im "Wie gehts"-Interview von turi2.tv berichtet sie aber auch von Menschen, die die Zeit der Quarantäne zu sechst in einer Wohnung verbringen müssen – "da werden dann schon viele Leute nervös und pöbeln in den Schlangen vorm Supermarkt rum".

Sie beschreibt auch, dass die Stimmung der Hausarrestler bei weitem nicht mehr so gut ist, wie am Anfang. Eine Diskussion über die Aufhebung der Ausgangssperre, wie sie in Deutschland bereits geführt wird, gebe es in Italien aber nicht. Das liege auch an der "wirklich dramatischen Lage in der Lombardei". Für ihre Arbeit ändert sich aktuell durch die Quarantäne erst einmal nichts, sagt Namuth. Sie arbeite grundsätzlich an länger angelegten Reportagen, die aktuell alle auf Halde liegen. "Man kann nicht jeden Aspekt des Lebens auf das Corona-Virus runterbrechen", findet Namuth und hofft, dass bald wieder andere Themen aktuell werden.
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Wie geht’s den deutschen Startups, Elisabeth Neuhaus?


Gründer im Krisen-Modus: Besonders Sharing-Starups haben es durch die Corona-Krise schwer – in leeren Innenstädten etwa stehen E-Scooter verlassen am Straßenrand, erklärt Elisabeth Neuhaus. "Denen bricht das ganze Geschäftsmodell weg", sagt der jüngste turi2-Neuzugang und bis Ende März Redakteurin bei Springers Gründerszene im "Wie geht's"-Interview. Vor allem, wer dieser Tage auf der Suche nach neuen Investor*innen ist, hat es schwer, sagt Neuhaus. Glücklich schätzen könnten sich alle jene, die finanzstarke Investoren an Bord haben, die bereit sind, in der Krise Geld zuzuschießen.

Zu denen zählt Neuhaus auch Flixbus oder Getyourguide. Diese Reise-Startups machten gerade Corona-bedingt zwar keine Geschäfte mehr, in Existenznot sieht sie diese Unternehmen aber nicht: "Die haben viele, viele Investoren, viele Geldgeber, die da schon drin stecken und weiter an das Geschäftsmodell glauben." Außerdem stehen Liefer-Startups hoch im Kurs. Dass eine Firma wie Hello Fresh an der Börse mal mehr wert ist als die Lufthansa, "hätte sich vor einem Jahr wahrscheinlich auch keiner träumen lassen."
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Wie geht’s der Modebranche, Petra Winter?


Hoffen auf Kauflust: Die Modebranche hat große Sorgen, sagt Petra Winter, Chefredakteurin der Luxus-Modezeitschrift "Madame", im "Wie geht's"-Interview von turi2.tv. Durch den Corona-bedingten Shutdown fehle es allen Modehändlern, die kein starkes Online-Geschäft haben, an Umsatz. Und selbst einige Online-Händler bekämen wegen der Schließung von Lagern Probleme. Das bedeutet auch für Luxus-Magazine wie "Madame" Umsatzeinbußen: "Das trifft uns hart", sagt Winter, und hofft darauf, dass der Konsum nach dem Shutdown wieder anspringt. Die Mode-Branche habe gar "Glück im Unglück", dass das Virus nicht im Herbst ausgebrochen ist. So bleibe immerhin noch das Herbst- und Weihnachtsgeschäft. Der Blick auf die Entwicklung in China bestätige diese Hoffnung.

Am Ende des Skype-Calls aus dem Home Office gibt Winter noch Mode-Tipps für die Arbeit von Zuhause: Sie findet, im Home Office könne man "sich schon ein bisschen mehr casual gönnen", da es ja keine Außentermine gäbe. Für Video-Konferenzen sollte man sich allerdings - zumindest obenrum - so anziehen, wie man es auch fürs Büro tut.
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Wie geht’s dem Silicon Valley, Marcus Schuler?


Wenig Hoffnung: Die Mitarbeiter*innen der Tech-Firmen im Silicon Valley arbeiten schon seit drei Wochen aus dem Home Office, sagt Marcus Schuler, Silicon Valley-Korrespondent der ARD, im "Wie geht's"-Interview von turi2.tv. Damit waren Google, Facebook und Co schneller und wohl auch weitsichtiger als die Politik in den USA, die erst später "eine Art Ausgangs-Beschränkung" ausgerufen hat. Ob die Konzerne am Ende zu den Gewinnern der Krise gehören, will er noch nicht abschätzen. Wo das Geschäft ungebrochen gut laufe, sei bei Streaming-Diensten wie Netflix und Disney+. Anders als in Europa, gibt es in den USA auch keine Bandbreiten-Beschränkungen. Wenig Hoffnungen hat Schuler, dass das US-Gesundheitssystem der Krise standhält.

Sich selbst schützt der ARD-Journalist dadurch, dass er ganz regulär im Home Office arbeitet und – wenn er zu Terminen geht – den Sicherheitsabstand einhält und das Mikrofon mit Plastik umwickelt, wie man es jetzt häufig im Fernsehen sieht. Schuler lobt die deutschen Medien, die anders als viele US-Medien, verlässliche Informationen liefern. Ein Lichtblick ist für ihn der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo. Im Gegensatz zu Präsident Trump, habe er seine Zahlen und Fakten parat und wisse, wo es zu Engpässen in der Versorgung kommen kann.
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Wie geht’s der Werbebranche, Martin Blach und Marcel Loko?


Zusammen weniger allein: "Mein Eindruck ist, dass diese Krise eine Kreativitäts-Explosion in der gesamten Gesellschaft auslöst", sagt Marcel Loko im "Wie geht's"-Doppelinterview mit Martin Blach, beide Gründer und CEOs der Hirschen Group. Durch Corona und firmenübergreifendes Home Office habe sich die Kommunikation mit Kund*innen und Kolleg*innen massiv beschleunigt. Loko ist überzeugt, dass am Ende "neue Wege, neue Formate und auch neue Märkte entstehen".

Auch Martin Blach erwartet "sehr viele positive Veränderungen", z.B. bei Digitalisierung und Mobilität. Seinen Kund*innen gibt Blach in der Corona-Krise zwei Kommunikations-Tipps: "empathisch kommunizieren und vertriebsmäßig denken" – so könne eine Marke mit mehr Profil aus der Krise kommen. Corona selbst würde er in der Werbung nicht explizit erwähnen, wohl aber zeigen, wie Firmen und Unternehmen sich in der Krise engagieren.
turi2.tv (7-Min-Video)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Martin Blach, Hirschen Group, übers Marketing der Verleger. (12/2015)

Wie geht’s dem Sportjournalismus, Pit Gottschalk?


Auf Ersatzdroge: "Die Situation ist schon sehr bedrückend", sagt Sport1-Chefredakteur Pit Gottschalk im "Wie geht's"-Interview von turi2.tv über den Corona-bedingten Shutdown nahezu aller Sport-Events. "Wir sind ja alle Sportjournalisten geworden, weil wir den Fußball oder den Sport so lieben. Und wenn man das nicht erleben kann, dann fehlt einem schon etwas in der DNA." Sport1 behilft sich im Programm aktuell mit Wiederholungen alter Sport-Ereignisse. "Es ist wie so eine Art Drogen-Ersatz. Man kommt über die Runden, aber die Live-Droge ist natürlich noch viel besser", räumt Gottschalk ein.

In seiner Sport1-Mannschaft, die fast komplett im Home Office trainiert, spürt Gottschalk ein starkes "Wir-Gefühl", Programm und Website am Laufen zu halten – auch im Hinblick darauf, in der Zeit nach Corona noch gut aufgestellt zu sein. Hoffnung gibt ihm, dass der Sport wieder seine "menschliche Seite" zeigt. Diskussionen über Beleidungen von Fußball-Funktionären, die noch vor wenigen Wochen die Schlagzeilen bestimmten, würden heute "nicht mehr in dieser Schärfe" geführt.
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Wie geht’s der Arbeitskultur, Ronald Focken?


Schaffe, schaffe... Video-Konferenz: "Die Digitalisierung wird gerade massiv beschleunigt", beobachtet Ronald Focken, Geschäftsführer und Gesellschafter von Serviceplan, im "Wie geht's"-Interview von turi2.tv. Dass die virtuelle Zusammenarbeit in der Corona-Krise so gut laufe, "haben wir vorher nicht für möglich gehalten". Wichtig seien "feste Ankerpunkte": Genaue Starttermine für Video-Konferenzen und Regeln wie "nur einer redet", die bei physischen Treffen allzu oft nicht funktionierten. Focken sieht nicht nur "eine wahnsinnige Effizienz-Steigerung in der Projekt-Abstimmung", sondern auch einen wachsenden Zusammenhalt innerhalb der Teams.

Außerdem ist Ronald Focken überzeugt, dass sich Geschäftsreisen auch nach der Corona-Krise deutlich reduzieren werden. Für Serviceplan sind Reisen einer der größten Kostenpunkte. Angesichts durch Corona wegbrechender Etats werde "eine gewisse Kosten-Ersparnis-Phase" kommen. Zudem arbeite die Agenturgruppe in diesem Jahr an einer Nachhaltigkeits-Strategie: "Da hatten wir das Thema ohnehin auf der Agenda. Durch Corona kriegt das nochmal eine andere Geschwindigkeit."
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Wie geht’s der Freiheit, Ulf Poschardt?


Welt in Quarantäne: "Die Freiheit wird gerade massiv eingeschränkt", sagt Ulf Poschardt im "Wie geht's"-Interview. turi2.tv erwischt den "Welt"-Chefredakteur am Donnerstagmorgen per Skype auf dem Weg zur nächsten Video-Konferenz im Home Office, aus dem er Springers Blaue Gruppe dieser Tage führt. Poschardt stört sich zwar an den Beschränkungen, denen die Gesellschaft angesichts der Corona-Krise unterliegt. Auf der anderen Seite beweise sich eine liberale Demokratie gerade, wenn sie fähig ist, Freiheit mit demokratischen Mitteln einzuschränken, "um die Schwächsten der Schwachen zu schützen".

Die These, dass die Politik angesichts der Corona-Krise mit strengen Regeln reagiert, die im Kampf gegen den Klimakollaps viel nötiger wären, findet Poschardt "so bescheuert, dass ich sie eigentlich gar nicht kommentieren will". Wer eine Pandemie mit der Klimakrise verwechsle, habe beides nicht verstanden. Die Diskussion wolle er lieber Jakob Augstein und Richard David Precht überlassen. Der Philosoph hatte in einem turi2.tv-Interview u.a. gesagt, "dass die Leute mehr Angst um ihr Leben haben als um das Überleben der Menschheit".
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Wie geht’s dem Lernen in Zeiten der Quarantäne, Miriam Meckel?


Lernen 4.0: "Wir werden ungewollt in die Digitalisierung hineingeschleudert", beobachtet Miriam Meckel. Die Gründungs-Verlegerin des Magazins "ada" und Kommunikations-Professorin glaubt, dass die Corona-Krise die Art, wie wir lernen, nachhaltig verändern wird und dass das am Ende gut für Deutschland ist. Im "Wie gehts"-Interview von turi2.tv berichtet sie von ihren Erfahrungen mit Tools wie Slack und Zoom und findet, dass man in Video-Konferenzen besonders merkt, welcher Teilnehmer nur um des Redens Willen redet und wer empathisch reagiert.

Bei "ada", der Bildungsplattform des "Handelsblatts", arbeitet Meckel mit ihren Kolleg*innen derzeit daran, möglichst viele Komponenten von Events und Live-Begegnungen auf die digitale Plattform zu bringen und vor allem Interaktionsmöglichkeiten zu schaffen. Dass sich Events und Bildung komplett digitalisieren lassen, glaubt sie indes nicht: "Menschen brauchen auch den physischen Kontakt."
turi2.tv (6-Min-Video)

Wie geht’s den Ärztinnen und Ärzten, Dr. med. Dennis Ballwieser?


Auf die Pandemie eingestellt: Dennis Ballwieser, Geschäftsführer des Wort & Bild Verlags und gelernter Anästhesist, macht allen Mut, die Angst vor einer Eskalation der Corona-Krise haben. Im "Wie geht's"-Interview von turi2.tv ist er überzeugt, dass unser Gesundheitssystem "bei allen Unkenrufen und aller Kritik" auf die kommende Krise eingestellt ist: "Wir haben eines der leistungsfähigsten Gesundheits-Systeme der Welt", sagt Ballwieser und verweist auf die bestens ausgebildeten Fachkräfte in Krankenhäusern, Praxen und Apotheken.

Ballwieser meldet sich vom fast verwaisten Sitz des Wort & Bild Verlags in Baierbrunn. Die meisten Mitarbeiter*innen sind im Home Office, berichtet er. Nur einige für die Technik zuständige Kolleg*innen sind noch vor Ort. Trotzdem liefert der Verlag online eine Menge Corona-Infos: Es gibt einen täglichen Podcast, Blogposts der Berlin-Korrespondentin und Videos, sagt Ballwieser. Außerdem hat der Verlag auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnittene Corona-Newsletter gestartet.

Für das Ende der Krise wünscht sich Ballwieser eine Diskussion über die gesellschaftliche Wertschätzung von Pflegekräften und Apotheker*innen vor Ort.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube) #thinkpositive #actpositive

Wie geht’s dem Networking in Zeiten von Corona, Tijen Onaran?


Digital feiern: Tijen Onaran, Gründerin des Frauen-Netzwerks Global Digital Women, beobachtet, dass in Zeiten der physischen Trennung die Menschen digital zusammenrücken. Statt von "Social Distancing" spricht sie im "Wie geht's"-Interview von turi2.tv lieber von "Social Connecting" - nur eben digital – von der Nachbarschaftshilfe bis zur Party. Wenn sie am Mittwoch Geburtstag feiert, schaltet sie sich von München aus auf einen Ouzo mit Linda Zervakis zusammen, die "Tagesschau"-Sprecherin sitzt gerade in Hamburg in Quarantäne. Gut zu tun hat Onaran trotz Corona-Krise, sagt die Frontfrau der Frauen-Vernetzung: Unternehmen, für die sie sonst Employer Branding macht, fragen in Zeiten der Quarantäne nach "Employer Entertainment".

Und ihre Community hält Onaran, die eigentlich ungern telefoniert und skypt, dieser Tage mit Online-Liveschaltungen zusammen. Im neuen Format T-Talk auf YouTube spricht sie live mit erfolgreichen Frauen und lässt ihre Follower daran teilhaben. Und auch analoge Rituale wie das freitägliche Erfolgs-Meeting in ihrer Firma finden nun digital statt.
turi2.tv (5-Min-Video bei YouTube) #thinkpositive #actpositive

Wie geht’s der Fernsehbranche, Thomas Lückerath?


Allgemeine Verunsicherung: "Gestandene Medienmanagerinnen und -manager fragen nach Rat", sagt Thomas Lückerath im "Wie geht's"-Interview mit turi2.tv. Der Gründer und Geschäftsführer des TV-Branchendienstes DWDL.de nimmt die Fernsehbranche als durch Corona zutiefst verunsichert wahr. Etwa bei der Frage, wer bei ausgefallene Produktionen die Kosten übernimmt, fehle noch der Modus Operandi. "Jetzt ist nicht die Zeit für Taktik", appelliert Lückerath, "jetzt muss den Freien in der Branche geholfen werden." Die drohten nämlich, durchs Raster zu fallen bei den Hilfsmaßnahmen, die der Staat jetzt auflegt.

Zwar sei der Bedarf an Information und Unterhaltung so groß wie nie, auf fiktionale Unterhaltung spezialisierte Firmen haben es aber schwer, weiß Lückerath. Bei einer Quiz-Show könne man vor der Kamera die Abstände noch einhalten, wer Filme und Serien drehe, komme aber nicht ohne physische Nähe aus.

Thomas Lückerath warnt auch davor, dass die Medienunternehmen jetzt zu Beginn der ihr ganzes Pulver an Formten und Ideen bereits verschießen. Er wünscht sich soviel Aktionismus auch noch in der dritten, vierten oder fünften Woche.
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Wie sieht die Welt nach Corona aus, Matthias Horx?


Die Populisten halten das Maul: Sein Text über die Welt nach Corona ist in der vergangenen Woche viral gegangen, in der "Wie geht's?"-Reihe von turi2.tv spricht Zukunftsforscher Matthias Horx über unsere Gesellschaft mit dem Virus und stellt schon jetzt fest, dass die Hetzer und Trolle in den sozialen Medien deutlich leiser geworden sind. "Daran merkt man doch, dass eine neue Wirklichkeit im Entstehen ist", findet Horx und räumt der Idee, dass die Shitstorms, wie wir sie bis eben noch kannten, der Vergangenheit angehören, eine realistische Chance ein. Und er beobachtet schon jetzt eine "Renaissance von vernünftiger, inklusiver Politik", sieht, wie die AfD sich selbst zerlegt und prognostiziert, dass US-Präsident Trump nicht wiedergewählt werden wird.

Überhaupt stellt der Trend- und Zukunftsforscher fest, dass alle seine Bekannten, "selbst die pessimistischsten Menschen", inzwischen optimistisch in die Zukunft blicken, obwohl das Leben gerade disruptiert wurde. Auch Horx selbst saß noch bis vor Kurzem ständig im Flugzeug, nun arbeitet er aus seinem Wohn- und Arbeitshaus am Stadtrand von Wien. Die Zeit, die er nun gewonnen hat, will er nutzen, um "publizistisch in die Offensive zu gehen". Einen ersten Eindruck davon gibt es mit Texten und Videos unter diezukunftnachcorona.com.
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Wie geht’s den Journalist*innen bei den Sendern, Daniel Bouhs?


Vieles anders: Wie verändert die Corona-Krise die Arbeit der Meinungsmacher*innen? Diese Frage stellt turi2.tv den Akteur*innen der Kommunikationsbranche in der neuen turi2.tv-Serie "Wie geht's?". Am Freitag sprachen wir per Skype mit dem Berliner Journalisten Daniel Bouhs, der u.a. für "taz", ARD-Radios und Das Erste über Medien berichtet. Bouhs sieht Wissenschafts-Journalist*innen besonders gefragt und schwere Zeiten für alle, die über Sport und Kultur berichten. Heimarbeiter Bouhs ist auch betroffen, weil das TV-Magazin "Zapp" pausiert. Ihren kritischen Blick auf den Journalismus will die Redaktion aber behalten und an anderer Stelle einbringen.

Der Journalismus, glaubt Bouhs, wird sich durch die Corona-Krise stark verändern, weil öffentlich-rechtliche wie private Sender "mit einem Schlag" gezwungen waren, "mobil, autark" zu arbeiten. "Das sind Prozesse, die in den Sendern zum Teil verschleppt wurden, weil sie mit Sparmaßnahmen eher beschäftigt waren als mit technischer Innovation." Aber wenn es drauf ankommt, kann es auch schnell gehen: Inzwischen seien etwa Skype-Schalten statt teurer Satelliten-Übertragungen alltäglich. Beeindruckt hat Bouhs auch, wie schnell Radio, TV und Verlage Mitarbeiter*innen ins Home Office geschickt haben.
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