Facebook will offizielle Musikvideos veröffentlichen.


Hier spielt die Musik: Facebook will ab August in den USA offiziell lizenzierte Musikvideos veröffentlichen und YouTube damit eindeutige Töne vorträllern, berichtet Techcrunch. Künstler*innen können eine entsprechende, separate Seite mit Musik-Videos selbst anlegen, ab August generiert Facebook diese automatisch, wenn sie es nicht selbst tun. Die Seite kombiniert deren eigene offizielle Videos mit solchen, in denen sie zu sehen sind. Laut Bloomberg hat Facebook Ende 2019 mit Universal Media Group, Sony Music und Warner Music Group über Rechte an Musikvideos verhandelt. Alle drei Plattenfirmen seien an einer Alternative zu YouTube interessiert gewesen. Bisher können Künstler*innen der großen Labels wegen der Lizenzrechte keine vollständigen Musikvideos, sondern nur kurze Vorschau-Clips veröffentlichen.
techcrunch.com

YouTube verbannt drei Konten der rechtsextremen “Identitären Bewegung”.

Reinemachen: YouTube sperrt drei Konten der rechtsextremen "Identitären Bewegung", darunter auch den Kanal des führenden Mitglieds Martin Sellner mit rund 100.000 Abonnent*innen. Facebook hatte die Inhalte der "IB" schon zuvor ausgeschlossen, auch von Instagram. Erst vor wenigen Tagen hatte sich Twitter der Aufräum-Aktion angeschlossen.
spiegel.de, deutschlandfunknova.de, turi2.de (Twitter sperrt "IB"-Konten)

RTL beanstandet bei der GfK zu hohe YouTube-Reichweiten.

Mediengruppe RTL wirft dem Marktforscher GfK vor, die Reichweitendaten von YouTube mehrfach zu hoch ausgewiesen haben, teilweise um bis zu 200 %, berichtet "Horizont". In zwei Fällen lag die angebliche Sehdauer bei YouTube deutlich über der Verweildauer. RTL will nun Schadens­ersatz­ansprüche gegen die GfK prüfen, weil die Sendergruppe aus falschen YouTube-Daten "sehr relevante Fehleinschätzungen" getroffen habe.
horizont.net (Paid)

Acatech unterstützt Pläne einer europäischen Medienplattform von BR-Intendant Wilhelm.

Europäische Medienplattform: Die Deutsche Akademie der Technik­wissen­schaften Acatech unterstützt die Pläne von BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ein europäisches Pendant zu YouTube, Facebook und Co aufzubauen. Die Plattform sollte die "Vielfalt an Angeboten" repräsentieren sowie "faire und transparente Zugangs- und Nutzungsbedingungen" haben, empfiehlt die Projektgruppe. Zum Start brauche es "staatliche Förderung flankiert von europäischer Regulierung". Die Koordination könnte eine Europäischen Digital-Agentur übernehmen.
acatech.de, br.de (Interview Wilhelm)

Studie: Facebook-Werbung wirkt schwächer als TV-Werbung.

Facebook-LogoFacebook-Werbung wirkt laut einer Screenforce-Studie deutlich schwächer als TV-Werbung. So soll etwa ein Spot im linearen Fernsehen Nutzer*innen deutlich besser im Gedächtnis bleiben als der identische Spot auf Facebook, YouTube oder Instagram. Die Ergebnisse sind nicht unumstritten: Screenforce ist die Organisation der TV-Vermarkter, die ein Interesse daran hat, das Fernsehen für Bewegtbild-Werbung attraktiv zu machen.
horizont.net

Meinung: Fynn Kliemann führt ein Leben in Anarchie.

Kliemannsland: "Mir ist alles egal" ist das Motto von Fynn Kliemann, schreibt Xaver von Cranach in "Spiegel"-Porträt über den Musiker und Filmemacher. Kliemann zeigt "eine gewisse Geltungssucht" und "stellt sich gegen das System", was ihm auch Sympathien bringe. Kliemann führe ein Leben in Anarchie - als Abenteurer auf dem Land.
spiegel.de (Paid)

Aus dem Archiv: Fynn Kliemann über sein Leben im "Kliemannsland" (2019).

Meinung: Suchmaschine PimEyes greift die Anonymität an.

PimEyes, eine globale Gesichts-Suchmaschine aus Polen, greift massiv die Anonymität an, recherchieren Sebastian Meineck und Daniel Laufer. PimEyes habe mehr als 900 Mio Gesichter anhand biometrischer Daten analysiert und ist dadurch u.a. in der Lage, Personen ungewollt zu outen. Instagram, YouTube und TikTok wollen juristisch gegen die Suchmaschine vorgehen, Politiker*innen und Datenschützer*innen sehen in PimEyes ein "enormes Missbrauchspotential" und wittern mögliche Verstöße gegen die DSGVO.
netzpolitik.org

EuGH: YouTube muss bei Urheberrechts-Verletzungen nur Post-Adresse herausgeben.

YouTube muss von Nutzer*innen, die Urheberrechte verletzten, nur die Postadresse herausrücken, nicht jedoch IP- und E-Mail-Adressen oder Telefonnummern, urteilt der EuGH. Geklagt hatte Constantin Film, weil Nutzer bei YouTube u.a. die Filme "Parker" und "Scary Movie 5" illegal hochgeladen hatten. YouTube-Mutter Google hatte sich geweigert, die Daten herauszugeben.
wuv.de, digitalfernsehen.de

AGF und Google beenden ihre Zusammenarbeit.

AGF und Google beenden ihre Zusammenarbeit nach fünf Jahren. Ziel der Kooperation war, YouTube mit einem gemeinsamen Bewegtbildstandard in die Reichweitenmessung zu integrieren. Die Tür für eine Zusammenarbeit stehe Google weiter jederzeit offen, sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf. Google schiebt per Pressemitteilung der AGF den schwarzen Peter zu "bedauert den Abbruch der Gespräche". Google habe "seine Verpflichtungen erfüllt".
agf.de, dwdl.de (Google-Statement)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Ich bin schon eher ein ganz klassischer TV-Nutzer", sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf. (10/2019)

Hör-Tipp: Marcus Bornheim spricht über die Pläne der “Tagesschau”.

Hör-Tipp: Im "RBB Medienmagazin" spricht Chefredakteur Marcus Bornheim mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs über die Zukunft der "Tagesschau". Künftig will das Team sein Engagement auf Facebook und Twitter zurückfahren. Die Aktivitäten beim lange vernachlässigten YouTube will er dagegen ausbauen. Bornheim rechtfertigt das Engagement auf der chinesischen Plattform TikTok und prognostiziert, dass 2020 durch Corona zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des ARD-Nachrichten-Flaggschiffs wird.
wwwagner.tv (31-Min-Audio)

Lese-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim begeistern Studien – auch ohne Chemie-Leistungskurs.

Lese-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim ist keine ausgebildete Epidemiologin, begeistert mit ihren Interpretationen von Corona-Studien bei YouTube aber Millionen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Ihr Zuhause dient als Büro, Kulisse und Schnittplatz zugleich. Obwohl sie in der Schule keinen Leistungskurs Chemie besuchte, studierte sie Chemie in Mainz. Mit steigender Reichweite steigt die Verantwortung, sagt die Wissenschaftlerin.
sueddeutsche.de (Paid)

Aus dem turi2-Archiv: Berufe mit Zukunft von A-Z: W wie Welterklärerin – Mai Thi Nguyen-Kim (Juli 2019).

Rezo: Journalisten müssen sich Kritik gefallen lassen – genau wie Rapper.

Rezo trifft auf Renner: In der "Berliner Zeitung" stellt sich der YouTuber den sehr ausführlichen Fragen von Kai-Hinrich Renner zum "Zerstörung der Presse"-Video. Jede "Szene" habe ihre eigenen Regeln und müsse sich Kritik von extern gefallen lassen, findet Rezo: "Wenn ein Journalist einem Rapper zum Beispiel fragwürdige Textinhalte vorwirft und der Rapper damit antwortet, dass innerhalb seiner Szene diese Texte aber anders gewertet werden, ist das nur sehr bedingt ein Argument."
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background), turi2.de/koepfe (Profil Renner)

“Bild”-Redakteur Morten Wenzek: “Snapchat ist definitiv nicht tot.”


Gelber Geist für die Gen Z: Im Video-Interview mit turi2.tv erklärt Morten Wenzek, Verantwortlicher Redakteur für Neue Plattformen und Social Media, was "Bild" auf dem vielfach totgesagten Videodienst Snapchat hält: Werbeeinnahmen und eine für die Medienmarke ansonsten nahezu ungekannte Zielgruppe. Erst kürzlich hätten sein Team und er eine Snapchat-Show über Corona auch für andere Inhalte geöffnet. Jetzt versuchten sie, die hinzugewonnenen jungen Leser*innen nicht mit "Promi- oder Sport-Content zu verschrecken". Obwohl der Kanal für die Boulevard-Zeitung "wertvoll" sei, um 13- bis 24-Jährige zu erreichen, mahnt Wenzek zu kritischer Distanz. Übrigens: Auf der chinesischen Kurzvideo-Plattform TikTok produziert "Bild" aus dem traditionell China-kritischen Springer-Haus – anders als etwa die "Tagesschau" – erst gar keine Beiträge.

Im Video schlägt Wenzek außerdem vor, wie Redaktionen die neue 140-sekündige Sprachnachrichten-Funktion von Twitter für ihre Berichterstattung einsetzen könnten – und äußert sich zu Rezos Presse-Schelte. Weder Politik noch Journalismus dürften "junge Perspektiven" links liegen lassen und "aus ihrem Elfenbeinturm herab den gleichen Film abfahren, den sie schon immer machen", findet Wenzek. Auch wenn Journalist*innen stets hinterfragen sollten, was etwa Fridays for Future und andere junge Organisationen forderten: "Ich finde, Rezo hat einen guten Punkt."

Zum Streit zwischen "Bild" und dem Virologen Christian Drosten will Wenzek nichts sagen. Die Auseinandersetzung hatte sich auch auf Twitter abgespielt.
turi2.tv (11-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Twitter-Sprachnachrichten), turi2.de (Bild vs. Drosten)

Schüler filmt Tesla-Fabrik in Brandenburg und Elon Musk hat nichts dagegen.

Mit Elons Segen: Ein 13-jähriger Schüler filmt mit einer Drohne seit Februar den Baufortschritt der Tesla-Fabrik in Brandenburg. Die YouTube-Videos vom Tesla Kid stoßen in der Community auf großes Interesse - bis der Sicherheitsdienst ihn stoppt. In einem Video bittet er seine Follower um Hilfe, eine Genehmigung zu bekommen. Die folgt auf kurzem Dienstweg von Tesla-Chef Elon Musk, der twittert: "Fine by me".
"FAZ", S. 9 (Paid), youtube.com (Drohnen-Videos)

YouTube und Apple investieren je 100 Mio Dollar in Rassismus-Bekämpfung.


Zwei Konzerne, ein Gedanke: Apple startet eine 100-Mio-Dollar-Initiative, die Rassismus bekämpfen und Vielfalt innerhalb und außerhalb des Unternehmens fördern soll, vorerst in den USA, später auch global. Lisa Jackson, verantwortlich für Umwelt, Politik und soziale Initiativen, leitet das Projekt. Es soll Bildung, wirtschaftliche Gleichheit und Strafrechtsreformen fördern, twittert Chef Tim Cook (Foto links). Apple kündigt außerdem ein Entwickler-Camp für schwarze Entwickler an und will deutlich mehr Schwarze einstellen.

Zeitgleich investiert auch YouTube 100 Mio Dollar, ebenfalls im Dienste der Rassismus-Bekämpfung: Die Plattform will damit Inhalte schwarzer Urheber*innen fördern und neue, schwarze Formate für YouTube Originals entwickeln. Das erste so finanzierte Projekt ist das YouTube Original "Bear Witness, Take Action", eine Mischung aus Livestream und Spendenaktion. YouTube-Chefin Susan Wojcicki (Foto rechts) will die Richtlinien und Produkte der Plattform außerdem auf Toleranz prüfen.
wsj.com (Apple und YouTube), businessinsider.com (Apple), theverge.com (YouTube)

Zitat: Rezo tun “dumme Kommentare” nicht weh.

"Wirkt halt bei manchen so, als würden sie vor dem Rechner sitzen, F5 drücken und auf einen beliebigen neuen Text warten, um dann ein bisschen Dampf abzulassen."

YouTuber und Nannen-Preisträger Rezo spricht im "Horizont"-Interview über seine Erfahrungen mit "dummen Kommentaren", auch unter seiner "Zeit"-Kolumne. Obwohl er ihm persönlich wenig ausmache, wolle er Hass im Netz "gar nicht verharmlosen".
horizont.net (Paid)

Kai-Hinrich Renner: Rezo macht bei seinem Faktencheck Fehler.

Faktencheck: Rezo unterlaufen in seinem Video zur "Zerstörung der Presse" Fehler, kritisiert Kai-Hinrich Renner. Renner hat den Faktencheck Rezos zu Artikeln über ihn selbst im Hinblick auf die "Berliner Zeitung" überprüft. Renners Erkenntnis: Rezo hat nur einen Bruchteil der Artikel in seine Betrachtung aufgenommen. Mehrere der monierten Fehler seien zudem bei genauer Betrachtung gar keine.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: YouTuber Rezo sieht sich selbst nicht als Blogger.

Video-Tipp: YouTuber Rezo sieht sich selbst als Künstler, sagt er im Video-Interview mit Netzpolitik-Journalist Markus Beckedahl. Den Begriff Blogger, wie einige Medien ihn schwammig umschreiben, passe nicht auf seine Tätigkeit. Er produziere mehrheitlich Videos als "Unterhaltung ohne tieferen Sinn", selten Content, "wo es um mehr Inhalt geht". Rezo glaubt, dass es einige Journalist*innen störe, dass er teils so viel Aufmerksamkeit bekomme, "obwohl ich so viel Quatsch mache".
netzpolitik.org (26-Min-Video)

Klick-Tipp: YouTuber erweckt historische Videos mittels KI zum Leben.

Klick-Tipp: Historische Filmaufnahmen sind oft schwarz-weiß, wirken abgehackt und sprunghaft. Mithilfe künstlicher Intelligenz überarbeitet YouTuber Denis Shirayaev die historischen Filme, fügt ihnen Farbe hinzu, verdreifacht die Bildfrequenz von 20 auf 60 Bilder pro Sekunde und erhöht die Auflösung. Die Videos erlauben eine Zeitreise aus neuer Perspektive u.a. nach Moskau, Paris und San Francisco.
youtube.com via basicthinking.de

“Assi-Zeitungen”: YouTuber Rezo kritisiert “Bild”, “Welt” und “FAZ”.

Die Zerstörung der Presse: Seriöse Medien sollten sich von "Assi-Zeitungen" stärker distanzieren, sonst spielen sie "Hetzern in die Hände", sagt Influencer Rezo in einem einstündigen Video bei YouTube. Darin warnt er u.a. vor Verschwörungstheorien und kritisiert die Arbeit vor allem von "Bild", "Welt" und "FAZ". Diese hätten häufig falsch über ihn berichtet. Es gebe zudem Gründe, warum etablierte Zeitungen von einigen Menschen verachtet würden: "Unethisches Verhalten ist leider keine Seltenheit", sagt Rezo. Insbesondere "Bild" und "Welt" fehle es an "moralischer Integrität". Aus Sicht von Rezo hielten sich die Redaktionen häufig nicht an den Opferschutz sowie an Persönlichkeitsrechte. Dass die "Bild" dem Virologen Drosten für die Beantwortung einer Presseanfrage nur eine Stunde Zeit ließ, sei ein "Kack-Move".

Julian Reichelt kontert bei Twitter, dass die Frist "leider" zu kurz gewesen sei, "aber wir fragen". Der "Bild"-Chef lädt Rezo zu einem Redaktionsbesuch ein, "ich komme aber auch jederzeit zu Dir" - und betont: "Dies ist keine Aufforderung zum Duell, lieber 'Spiegel'". Rezo sagt, dass er die Presse nicht zerstören wolle - anders als der Titel seines gleichnamigen Videos vermuten lassen könnte. Reichelt spricht bei Twitter von "Zerstörungsquatsch" sowie von "billigen, schnellen Likes". Rezo wisse nicht, "was 'Zerstörung' ist".
(Foto: Screenshot YouTube)
youtube.com (60-Min-Video), twitter.com (Reaktion Reichelt), t-online.de, tagesspiegel.de

Zitat: Fynn Kliemann hat keine Lust aufs Touren.

"Das fühlt sich für mich so an wie so ein Jecke auf 'nem Schloss, der mit seiner Flöte den König unterhalten muss, um nicht geköpft zu werden."

YouTube-Bastelkönig und Musiker Fynn Kliemann möchte auch nach der Veröffentlichung seines zweiten Albums "Pop" am 29. Mai nicht auf Tour gehen. Er habe "irgendwie Schiss, keine Zeit und kein Bock".
noz.de

Aus dem Archiv: Fynn Kliemann über sein Leben im "Kliemannsland" (2019).

Corona: Medien zitieren am häufigsten Christian Drosten.

Corona-Expert*innen: Christian Drosten (Foto) ist der seit Jahresbeginn mit Abstand am häufigsten in Zeitungen und deren Online-Auftritten zitierte Virologe oder Epidemiologe, schreiben Holger Dambeck und Achim Tack in einer Analyse. Hendrik Streeck und Alexander Kekulé folgen mit deutlichem Abstand. In Springers Boulevardtiteln "Bild" und "B.Z." kommt Jonas Schmidt-Chanasit am häufigsten zu Wort. Er hatte sich u.a. gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen. Die "Süddeutsche Zeitung" zitiert am häufigsten den Münchner Clemens Wendtner. Auch auf YouTube hat Christian Drosten die Nase vorn, allerdings nur knapp vor Wolfgang Wodarg. Wodarg - selbst kein Virologe - kritisiert die Maßnahmen gegen Corona als "Panikmache" und tritt vor allem in Kanälen auf, die auch Verschwörungstheorien verbreiten.
spiegel.de

Facebook und YouTube können wegen Corona nicht richtig gegen Fake News kämpfen.


Durch Schutzmaßnahmen ungeschützt: Facebook und YouTube können derzeit schlechter als sonst gegen Fake News vorgehen, berichtet der "Spiegel". Beide Unternehmen sagen, wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie könnten derzeit weniger Mitarbeiter*innen als üblich Inhalte prüfen. Viele der meist bei externen Dienstleistern angestellten Moderator*innen seien derzeit im Home Office und könnten dort nur Teile ihrer Aufgaben wahrnehmen. Zudem würde es länger dauern, Inhalte zu prüfen. Facebook gibt an, dies betreffe in Deutschland mehrere Hundert Mitarbeiter*innen.

Das Unternehmen setze daher stärker auf die maschinelle Erkennung problematischer Inhalte, die allerdings fehleranfällig sei. Außerdem priorisiere Facebook bestimmte Inhalte. Erst gestern haben über 100 internationale Mediziner*innen in einem offenen Brief Facebook, Twitter und Google aufgefordert, konsequenter gegen Desinformationen zum Corona-Virus vorzugehen. Sie bezeichnen die kursierenden Fake News als "Infodemie" und sehen durch sie Menschenleben gefährdet.
"Spiegel" 20/2020, S. 28 (Vorabmeldung), spiegel.de, turi2.de (Background)

Jurysprecher Andreas Wolfers freut sich über die Kontroverse zum Nannen-Preis für Rezo.

Nannen-Preis ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern "eine Bühne für wichtige Debatten unseres Berufsstands", schreibt Jurysprecher Andreas Wolfers im G+J-Intranet über die Diskussion um die Preisvergabe an Rezo. Er freue sich über die Kontroverse. Über keinen Beitrag hätten die neun HauptjurorInnen "so lang und intensiv diskutiert" wie über das "Zerstörung der CDU"-Video. Am Ende ging es knapp 5:4 für Rezo aus.
meedia.de

Meinung: Es war ein Fehler, Rezo den Nannen-Preis zu verleihen.

Rezo-Zerstörung: Rezo mit dem Nannen-Preis auszuzeichnen, ist "verantwortunglos unserer Zunft gegenüber", kommentiert Ben Krischke. Es sei verdient, den CDU-Zerstörer mit Preisen auszuzeichnen – jedoch nicht mit der "größten Auszeichnung, die ein Journalist in Deutschland erhalten kann". Rezo sei kein Journalist, weil er nicht "journalistisch sauber" arbeite. Der Nannen-Preis für ihn bringe aber nun viele Journalist*innen in Erklärungsnot, die genau dies täten.
meedia.de, turi2.de (Background)

Facebook startet eine Gaming-App.


Die wollen nur spielen: Facebook macht Twitch und YouTube mit einer kostenlosen, vorerst werbefreien, mobilen Gaming-App Konkurrenz und konzentriert sich dabei besonders auf die Streaming-Funktion. Die App kommt zunächst für Android-Geräte. Laut "NYT" hat Facebook den Launch von Juni auf April vorgezogen, um die Krisen-bedingt hohe Gaming-Nachfrage zu nutzen. Das Programm "Level Up" bietet Profi-Gamern die Monetarisierung von Streams an.

Facebook hat die App laut "NYT" in den letzten 18 Monaten in Südostasien und Lateinamerika getestet und will auch eine iOS-Version veröffentlichen. Twitch und YouTube dominieren zwar den stetig wachsenden Spielstreaming-Markt, Facebook holt aber auf: Laut Zahlen der Softwareschmiede StreamElements ist die Zahl der Game-Streaming-Stunden bei dem Netzwerk von Dezember 2018 bis Dezember 2019 um 210 % gewachsen.
nytimes.com, theverge.com, cnet.com

Neuer Video Builder von YouTube hilft Kleinfirmen bei Mini-Clips.

YouTube bietet kleinen Firmen ein neues Tool an, mit dem sie einfache Kurz-Video kreieren können. Der kostenlose Video Builder fügt Texte, Grafiken und Logos zu einer Animation zusammen, zur Untermalung steht YouTubes Musik-Bibliothek zur Verfügung. Mit den Mini-Clips können die Firmen etwa Angebote oder geänderte Öffnungszeiten bewerben.
techcrunch.com, mediapost.com, youtube.com (2-Min-Erklärvideo)

Bauer Advertising kooperiert mit der Influencer-Agentur HitchOn.

Bauer Advertising, Vermarktungseinheit der Bauer Media Group Deutschland, startet eine strategische Zusammenarbeit mit der Influencer-Agentur HitchOn. Das Team um Sarah Kübler soll die Angebotspalette der Bauer Advertising in den Bereichen Influencer Marketing sowie Webvideo-Konzeption für Youtube und TikTok ausbauen. HitchOn hat seit Februar neben dem Hauptsitz in Mainz auch einen Standort in Hamburg.
per-Mail

Analyse: Corona-Falschmeldungen erreichen ein Millionenpublikum.

Fake News: Allein 18 Videos, die Fehlinformationen über das Corona-Virus enthalten, sind bis Karfreitag mehr als 12 Mio Mal auf YouTube angesehen worden, sagt eine Auswertung des Datenanalysten Philip Kreißel, berichtet der Rechercheverbund aus "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR. In vielen Fällen hätten auch Prominente und Politiker irreführende Beiträge weitergeleitet.
sueddeutsche.de

Zahl des Tages: Twitter löscht rund 60 % der Corona-Fake-News nicht.

Zahl des Tages: Rund 60 % der Corona-Fake-News bei Twitter bleiben stehen, Facebook und YouTube löschen rund 75 %, sagt eine Studie der Uni Oxford. Den Großteil der Falschmeldungen sei nicht völlig frei erfunden, sondern reiße Informationen aus dem Zusammenhang. Die meisten drehen sich laut Studie um die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus.
sueddeutsche.de

Video-Tipp: Arbeitsminister Heil findet eine Lockerung der Kontaktsperre gefährlich.

Hubertus HeilVideo-Tipp: Arbeitsminister Hubertus Heil hält die Diskussion um eine Lockerung der Corona-Kontaktsperre für "brandgefährlich", sagt er in der "stern"-Diskuthek, dem Debattenformat des Magazins auf YouTube. Heil befürchtet zu frühe "Verhaltensänderungen" der Deutschen, Menschenleben seien "im Zweifelsfall wichtiger als wirtschaftliche Interessen".
youtube.com (46-Min-Video)

Berichte: Google arbeitet an einem eigenen TikTok-Konkurrenten.


Kurzer Konter: Google plant offenbar einen eigenen Konkurrenten zur chinesischen Kurzvideo-App TikTok, berichtet The Information. Das Projekt mit dem Arbeitstitel "Shorts" soll innerhalb der YouTube-App Googles Plattform für virale Kurzvideos werden und dem Vernehmen nach Ende 2020 starten. "The Informationen" nennt Googles Plan die "bisher ernstzunehmendste Anstrengung" eines Silicon-Valley-Unternehmens, es mit Aufsteiger TikTok aufzunehmen.

Mit der Einbindung in die YouTube-Apps garantiere Google der neuen Kurzvideo-Plattform automatisch ein Publikum. Spekuliert wird, dass Google bestehenden Videoproduzent*innen Anreize geben könnte, auch Inhalte für "Shorts" zu produzieren. Für die Kurzvideos soll u.a. YouTubes Katalog an lizenzierten Songs und Hintergrundmusiken zur Verfügung stehen. (Logo-Montage: turi2)
theinformation.com (Paid), 9to5google.com, cnet.com

“Focus” überträgt Inner-Circle-Event bei YouTube.

Focus verlegt seine Event-Reihe Inner Circle ins Netz. Weil öffentliche Veranstaltungen Corona-bedingt pausieren müssen, diskutieren Digital-Staatssekretärin Dorothee Bär, Kriegsreporterin Düzen Tekkal und Investor Frank Thelen am Donnerstag um 19.00 Uhr im YouTube-Livestream die Frage "Wie erfinden wir uns in der Krise neu?".
per Mail, turi2.tv (Interviews vom letzten Inner Circle)

YouTube ist der beliebteste Ausspielweg auch für Podcasts, sagt Simon Kaiser.

YouTube übertrumpft die Podcast-Plattformen als Ausspielweg, erklärt YouTube-Experte Simon Kaiser auf wuv.de. Da der Videokanal nach Google die zweitgrößte Suchmaschine sei, landen User automatisch auf Videoversionen der Audio-Inhalte. Mit dem YouTube-Empfehlungs-Algorithmus können Produzenten zudem eine größere Reichweite als bei den klassischen Podcast-Portalen erzielen.
wuv.de

YouTube und Amazon Prime Video drosseln die Streamingqualität.

YouTube zeigt Videos in Europa für zunächst 30 Tage nur noch in der Standardauflösung, durch den Verzicht auf HD-Streaming soll das Netz entlastet werden. Das Unternehmen hält den Schritt nicht für zwingend nötig, man habe bisher nur "einige wenige Nutzungsspitzen" gesehen, und handelt eher politisch entgegenkommend – EU-Kommissar Thierry Breton hat Streamingdienste zu "verantwortungsbewusstem Handeln" aufgerufen. Auch Netflix hat seine Bitrate gedrosselt, Amazon zieht mit Prime Video nach.
t3n.de, spiegel.de, theverge.com (Amazon), turi2.de (Netflix)

Corona-Virus: YouTube automatisiert die Prüfung von Videoinhalten künftig stärker.

Algorithmus geht viral: YouTube überprüft Videoinhalte wegen des Corona-Ausbruchs stärker automatisiert, weil immer mehr Personal im Home Office arbeitet. Googles Video-Tochter stellt Nutzer*innen im Unternehmensblog darauf ein, dass auch harmlose Videos automatisch gesperrt werden könnten und eine Überprüfung durch Menschen länger dauert als bisher. Auch Googles Play Store ist betroffen: App-Entwickler müssten bis zu sieben Tage auf die Freigabe warten.

Google hat weltweit über 120.000 Beschäftigte ins Home Office geschickt - betroffen sind auch Drittunternehmen, die im Auftrag des Konzerns Inhalte prüfen. Google bittet seine Nutzer*innen um Geduld.
mashable.com, googlewatchblog.de

Lese-Tipp: Social-Media-Aktivität der Regierung könnte verfassungswidrig sein.

Lese-Tipp: Die Bundesregierung postet über Facebook, Instagram und YouTube vermehrt "ihre Weltsicht", beobachtet die "Welt am Sonntag". Einige Juristen stufen diese Öffentlichkeitsarbeit als verfassungswidrig ein. Die Sparmaßnahmen bei Medien machten dieses "demokratische Problem" größer.
"Welt am Sonntag", S. 2-3 (Paid)

Vice analysiert, welche Worte YouTuber für Kommentare sperren.

Vice analysiert, welche Worte YouTuber für die Kommentare unter ihren Videos sperren lassen, um Kritik fernzuhalten: Die meisten Wörter blockt demnach Unge, danach folgen Bibi und Dagi Bee – u.a. jeweils den Namen der anderen. Laut Vice stehen die meisten Wörter "für Kritik, die die Aufrichtigkeit der YouTuber in Frage stellt", zum Beispiel "Clickbait", "Schleichwerbung", "geklaut" und "niveaulos".
vice.com

Zitat: YouTube-Manager Andreas Briese sieht eine neue Wahrnehmung dank Rezo.

"Mit Rezo hat plötzlich auch die breite Öffentlichkeit registriert, dass auf Youtube wichtige politische und gesellschaftliche Debatten angestoßen werden."

Andreas Briese, bei YouTube für Kooperationen in Mitteleuropa zuständig, sagt im Interview mit "Horizont", dass Schminktipps und Prank-Videos zunehmend mehr Politik- und Bildungsinhalte gegenüberstehen.
horizont.net

Zahl des Tages: Instagram macht 2019 satte 20 Mrd Dollar Werbe-Umsatz.

Zahl des Tages: Fotogene 20 Mrd Dollar Werbe-Umsatz erzielt Instagram im Jahr 2019, berichtet Bloomberg. Damit erwirtschaftet das Bilder-Netzwerk mehr als ein Viertel des Umsatzes vom Mutterkonzern Facebook, der seine Umsätze bisher nicht getrennt ausweist, und übertrumpft auch YouTube deutlich.
bloomberg.com via theverge.com, turi2.de (Background YouTube)