Basta: Fische kaufen mit Kreditkarte des Besitzers ein.

Fischen im Trüben: Mithilfe einer Bewegungs­sensor-Software haben die Fische des japanischen YouTubers Mutekimaru online Pokémon Scarlet gespielt, als das Spiel abstürzte. Weil das System weiterhin die Bewegungen der Tiere registriert, kaufen sie mit der Kreditkarte des Besitzers im Nintendo-Shop ein. Den Betrag von 3,50 Euro bekommt Mutekimaru erstattet – scheinbar zählt die Ausrede, "Mein Fisch hat es gekauft", mehr als "Mein Hund hat es gefressen".
t-online.de

Video-Tipp: Mirko Drotschmann blickt hinter den YouTube-Algorithmus.

Video-Tipp: In der Reihe Medien­Wissen2go wirft Mirko Drotschmann einen Blick hinter den YouTube-Algorithmus. Die Video-Plattform schlage besonders gerne Inhalte vor, die "spaltend, sensationell oder verschwörerisch sind", zeige ein Experiment eines früheren Mitarbeiters. Den Algorithmus könne man aber beeinflussen, in dem man sich zum Beispiel öfter mal ausloggt.
youtube.com (11-Min-Video)

YouTube teilt Werbeeinnahmen mit Shorts-Produzentinnen.

Kurz bezahlt: Die Produzentinnen hoch­kantiger Kurz­videos, sogenannter Shorts, werden von YouTube ab 1. Februar an den Werbe­ein­nahmen aus dem Format beteiligt, teilt die Video-Plattform und Google-Tochter mit. Der Schritt ist Teil eines Umbaus des Partner-Programms von YouTube. Alle Teilnehmenden, die dabei bleiben und weiter Geld verdienen wollen, müssen den geänderten Nutzungs­bedingungen bis 10. Juli zustimmen.
theverge.com, onlinemarketing.de, support.google.com

SWR startet Sex-Format für heterosexuelle Männer.

Sex-WR: Der SWR startet den YouTube-Kanal Ausgesprochen Geil mit Moderator Frederik Fleig über Sex und Männergesundheit. Das Format richtet sich laut Sender vor allem an heterosexuelle Männer. Es gibt Tipps gegen Erektionsstörungen, Frauen beantworten Fragen wie "Wie wichtig ist die Größe?". Zu Gast ist u.a. ein evangelischer Pfarrer, der über sein erstes Mal mit 13 spricht.
swr.de, youtube.com, tiktok.com

turi2 edition #20: Parshad Esmaeili über TikTok und Toiletten.


Komödie und Tragödie: Auf YouTube und Instagram bespaßt Parshad Esmaeili Hunderttausende und sieht sich damit als Teil einer kleinen revolutionären Bewegung. Bei allem, was sie tut, will sie immer ihr vierjähriges Ich glücklich machen, sagt sie im großen Interview in der turi2 edition #20. Im ältesten Nachtclub Frankfurts spricht sie außerdem über die Gen Z, Cringe im TV und Toiletten als TikTok-Bühne. Weiterlesen >>>, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

YouTube gibt Creators psychologische Hilfestellung.

Video-Wellbeing: YouTube will sich verstärkt um die psychische Gesundheit seiner deutsch­sprachigen Creators kümmern, die immer häufiger von Überlastung und Burn-out berichten, kündigt Deutschland-Chef Andreas Briese im "stern" an. Das Unternehmen stellt ihnen eine Website mit Well­being-Tipps, Videos und Burnout-Kursen zur Verfügung, im Bedarfsfall soll es auch psychologische Coachings geben.
presseportal.de

Zahl des Tages: Schweizer Wirtschaftsverband ruft zum “Solidarischen Streaming” auf, um Energie zu sparen.

Zahl des Tages: Der Strom­verbrauch von 20.000 Haus­halten ließe sich einsparen, würden alle Schweizer YouTube-Nutzer die Video-Auflösung von 1.080 auf 720 Pixel runter­schrauben, sagt eine Studie der Uni Zürich. In einer Kampagne mit verspielten Clips ruft der Schweizer Wirtschafts­verband Swico daher zum "Solidarischen Streaming" auf, um Energie zu sparen.
persoenlich.com, swico.ch

YouGov: Samsung ist die beliebteste Marke weltweit.

Technisch nach vorn: Das süd­koreanische Unternehmen Samsung landet im diesjährigen "Global Best Brand Ranking" von YouGov auf dem ersten Platz. Damit verdrängt der Elektronik­hersteller den weltweiten Marken­liebling Google auf Platz 2, der das Ranking in den letzten beiden Jahren angeführt hat. Auf den Plätzen drei und vier folgen YouTube und Netflix.
business.yougov.com

Test von “Zeit” und “Report München”: Soziale Netzwerke löschen anti­semitische Inhalte kaum.


Lasches Löschen: Die Social-Media-Plattformen Facebook, Twitter und YouTube versagen beim zeitnahen Löschen anti­semitischer Inhalte und Hass­botschaften, berichten das ARD-Politik­magazin "Report München" und die "Zeit". In einer gemeinsamen Recherche mit der NGO The Online Hate Task Force haben neun Abgeordnete des EU-Parlaments und ein Abgeordneter des kanadischen Parlaments insgesamt 125 antisemitische Inhalte bei Facebook, Twitter und YouTube gemeldet. Nach 24 Stunden waren 122 davon noch online, jede Plattform hatte nur einen der beanstandeten Beiträge gelöscht. Dabei haben die Betreiber sozialer Netzwerke 2016 dazu verpflichtet, illegale Inhalte innerhalb von 24 Stunden mehrheitlich aus dem Netz zu entfernen, wenn Nutzer diese bei ihnen melden. Erst auf Nachfrage von "Report München" löscht Facebook-Mutter Meta weitere Beiträge und räumt ein: "Wir wissen, dass wir hierbei noch Arbeit vor uns haben. (Foto: Lukas Schulze / dpa / Picture Alliance)
br24.de (Zusammenfassung und 2-Min-Video), br.de (Beitragsmanuskript und 7-Min-Video)

Meistgeklickter Kopf gestern war Julian Reichelt.

Meistgeklickter Kopf gestern war Julian Reichelt. Der Ex-"Bild"-Chef und heutige Krawall-YouTuber feiert sich selbst dafür, mehr Abonnenten zu haben als der Kanal von "Focus". Auf ihn folgt die Politik-Chefreporterin von Welt TV, Franca Lehfeldt. Die Boulevard-Presse freut sich derzeit über den ersten gemeinsamen Auftritt von ihr mit Ehemann Christian Linder.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 19.10.2022)

Zahl des Tages: Julian Reichelt feiert sich für 189.000 YouTube-Abonnentinnen.

Zahl des Tages: Genau 189.000 Abonnentinnen hat Julian Reichelt mit seinem YouTube-Kanal "Achtung, Reichelt!". Auf Twitter feiert er sich dafür, den YouTube-Kanal von "Focus" (188.000) überholt zu haben. Seinem Ex-Arbeitgeber "Bild" folgen aber immerhin 1,9 Mio. Reichelts Kanal ist vor sechs Monaten als Fan-Kanal mit dem Namen "Reichelt Ultras" gestartet und hat bisher 100 Videos veröffentlicht. Vor drei Monaten hat Reichelt ihn zu seinem offiziellen Kanal gemacht.
twitter.com, turi2.de (Background)

YouTube markiert zuverlässige Gesundheits-Videos.

Ohne Risiken und Neben­wirkungen: YouTube will künftig Videos mit besonders zuverlässigen Gesundheits­informationen mit einem Health-Label hervorheben. Das Programm soll Anfang 2023 starten, Gesundheits­einrichtungen, Ämter, staatliche Organisationen und medizinische Fach­zeitschriften können sich jetzt dafür bewerben. Die Plattform sammelt die Videos dann im "Infobereich".
t-online.de

YouTube entdeckt für eindeutige Nutzernamen das @-Zeichen.

Leichter handlebar: YouTube führt ab dieser Woche sukzessive so genannte Handles ein, einmalige Nutzer­namen, denen ein @ vorangestellt ist. Das neue System soll helfen, Accounts eindeutig zu identifizieren und mit ihnen zu interagieren. Die Handles funktionieren für YouTube-Kanäle sowie die Kurz­video-Plattform Shorts. Bei Twitter, Instagram oder TikTok ist diese Art der Namen schon lange gängig.
theverge.com, blog.youtube

YouTube löschte Oktoberfest-Kotz-Video von Hip-Hop-Gruppe KIZ.

YouTube löscht ein Video der Berliner Rapper KIZ, weil es nach Ansicht der Plattform gegen die Nutzungs­bedingungen verstößt. Der drei­minütige Clip mit dem Titel "Oktoberfest" zeigt u.a. kotzende Wiesn-Besucher, verpixelte Genitalien, Drogen­konsum und Alkohol­leichen. Zeitweise hatte YouTube auch den gesamten Kanal von KIZ gesperrt, inzwischen ist er wieder zugänglich. Die Band hat das Video derweil bei Telegram hochgeladen.
bild.de

Zahl des Tages: YouTube schüttet 6 Mrd Dollar an die Musik-Branche aus.

Zahl des Tages: Insgesamt 6 Mrd Dollar schüttet YouTube von Juli 2021 bis Ende Juni 2022 an die Musikindustrie aus, 2 Mrd mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Spotify hat im vergangenen Jahr 7 Mrd Dollar an die verschiedenen Song-Rechteinhaber gezahlt, ebenfalls ein Plus von 2 Mrd im Vergleich zu 2020. Bis 2025 will YouTube Spotify als größte Einnahmequelle für Musiker übertrumpfen.
faz.net

Julian Reichelt sieht seine Zukunft nicht im Print und kündigt neue Dachmarke an.


Macht keinen Druck: "Ich glaube, dass Zeitung nicht mehr unser Geschäft sein wird", sagt Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt in einer Fragestunde, bei der Nutzerinnen u.a. Auskunft zu den Plänen seines neuen Medienunternehmens haben wollen. Das Modell des YouTube-Kanals "Achtung, Reichelt!" und "allem weiteren, was wir planen" werde ziemlich sicher nicht gedruckt stattfinden. Als Gründe dafür nennt er u.a. die hohen Papier-, Verteilungs- und Energiepreise, die es derzeit "nahezu unmöglich machen, eine neue, erfolgreiche Zeitung zu gründen". Reichelt hält Zeitung zwar nach wie vor für ein "wunderschönes Modell", aber nicht mehr für ein nachhaltiges – vor allem nicht, um große Reichweiten zu erzielen. Weil er aber genau diese Reichweite wolle, liege die Zukunft "nicht auf bedrucktem Papier".

Als neue Projekte plant Reichelt mehrere Shows abseits seines bisherigen "Achtung!"-Formats, auch mit weiteren Moderatorinnen. Die Sendungen sollen perspektivisch auf einer eigenen Website mit neuer Dachmarke beheimatet sein. In "einigen Wochen" wolle er diese Marke bekannt geben.
youtube.com (30-Min-Video)

Video-Tipp: Wie der Ukrainekrieg zu einem “TikTok-Krieg” wird.

Video-Tipp: "Ich würde meinem Kind TikTok nicht erlauben", sagt ein Insider der Plattform in der Vollbild-Reportage "TikTok-Krieg". Das SWR-Format zeigt, wie schnell App-Nutzerinnen Bilder von Raketen­angriffen oder Leichen angezeigt bekommen und mit Propaganda und Desinformationen zum Ukrainekrieg konfrontiert werden. Sogenannte "Warfluencer" laden Content hoch, der u.a. Kampf­handlungen und Kriegs­gefangene zeige.
youtube.com (24-Min-Video)

Lese-Tipp: Warum Julian Reichelts YouTube-Kanal so erfolgreich ist.

Lese-Tipp: Der YouTube-Kanal von Julian Reichelt hebt sich u.a. dadurch ab, dass er und sein Team eine journalistische Ausbildung haben, erklärt Politik­wissenschaftler Jan Ratje auf tagesschau.de. In den 15- bis 20-minütigen Videos fänden sich vor allem "rechts­populistische Inhalte mit einer Tendenz ins Rechts­libertäre". Reichelt präsentiere sich als "Untergangs­prophet und reproduziert rechte Feind­bilder".
tagesschau.de via bildblog.de

Video-Tipp: Wie Hacker 45.000 Euro von Simplicissimus ergaunern.

Video-Tipp: Das ehemalige Funk-Format Simplicissimus schildert, wie es Opfer eines sogenannten Invoice-Frauds geworden ist. Kriminelle hatten sich in die Mails eines Produktionspartners ihrer Klamotten-Marke CultureCulture gehackt und einen vertrauten Geschäftspartner nachgeahmt. Wochenlang bleibt das unbemerkt – am Ende landen 45.000 Euro auf den Konten von Mittelsmännern.
youtube.com (10-Min-Video)

Philipp Walulis macht mit “Walulis Story” Schluss.

Waluli-Aus: Philipp Walulis beendet die wöchentliche Funk-Reihe Walulis Story nach fast fünfeinhalb Jahren und verschiedenen Formatnamen. Walulis Daily und "Walulis Story" seien sich "doch ein wenig ähnlich", sagt Walulis über das Aus. Die jetzt frei gewordene Zeit für "zeitlose Recherchen" wolle man für das vor einigen Wochen getestete Format Wie schwer kann’s schon sein? nutzen. In einem letzten Clip nehmen alte Weggefährte, wie beispielsweise "der Assi" und "Forest Drunk", Abschied. Zum Schluss folgt eine "80er-Jahre-Endmontage".
youtube.com (13-Min-Video)

Video-Tipp: Wie das Verschenk-Konzept vom YouTuber Mr Beast funktioniert.

Video-Tipp: Philipp Walulis analysiert den populären YouTuber Mr Beast (Foto), der das Verschenken als Geschäftsmodell für sich entdeckt hat. Zuschauende können bei ihm u.a. Inseln, Lamborghinis und Häuser gewinnen. Seine Einnahmen investiert er überwiegend in noch aufwendigere Videos mit noch teureren Geschenken – das beschert ihm steigende Reichweiten, was wiederum neue Sponsoren anlockt.
youtube.com (10-Min-Video)

YouTube entfernt Anti-Impf-Film mit Til Schweiger und wird abgemahnt.

Keinimpfhase: YouTube löscht kurzzeitig den umstrittenen Dokumentarfilm "Eine andere Freiheit", in dem sich u.a. Til Schweiger kritisch zur Corona-Impfung von Kindern äußert, meldet T-Online. Grund seien offenbar medizinische Fehlinformationen. Nach einer Abmahnung von Medienanwalt Joachim Steinhöfel im Auftrag der Filmemacherin Patricia Marchart ist das Video wieder online.
t-online.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Zwei junge Afghaninnen dokumentieren Sorgen ihrer Landsleute.

Lese-Tipp: Einen Tag vor dem Fall Kabuls haben Hadya Helya und Sofia Formuli begonnen, mit YouTube-Videos die Sorgen der Menschen in Afghanistan zu dokumentieren. Seitdem sind fast die Hälfte der afghanischen Medien geschlossen worden. "Taz"-Autorin Francesca Borri (Foto) begleitet die 17-jährigen Afghaninnen dabei, wie sie durch die Hauptstadt ziehen und etwa eine junge Ingenieurin und einen Süßigkeiten-Verkäufer interviewen.
taz.de

Lese-Tipp: Über das Problem von falschen Urheberrechts-Beschwerden bei YouTube.

Lese-Tipp: YouTube hat ein Problem mit falschen Meldungen von Urheberrechtsverletzungen, schreibt Netzpolitik.org-Redakteurin Esther Menhard mit Blick auf den temporär gesperrten Kanal vom Lofi Girl. Die Video-Plattform tut sich schwer damit, unbegründete Beschwerden auf Anhieb zu erkennen – was manche YouTuber nicht selten ausnutzen, um der Konkurrenz gezielt zu schaden.
netzpolitik.org

SWR macht ein neues Wissenschafts-Format mit YouTuber Jacob Beautemps.

SWR startet eine neue Wissenschafts-Reihe mit dem YouTuber Jacob Beautemps. Drei Folgen von "Science for Future" sind ab dem 4. August in der ARD-Mediathek und auf YouTube abrufbar, eine TV-Ausstrahlung erfolgt zwei Tage später im Nachmittagsprogramm des Ersten. In dem Format sollen "begeisterte" Wissenschaftlerinnen zu Wort kommen, "die schon heute an den Lösungen für Morgen arbeiten".
dwdl.de

Bundeswehr präsentiert sich in YouTube-Serie “halbwegs realitätsnah”.

Militär-Marketing: Die Bundeswehr sucht über die YouTube-Serie Semper Talis neue Rekruten. Die Kurz­filme sind "ehrlicher als frühere Werbekampagnen, die gern versuchten, die Bundeswehr als eine Art bewaffnete Entwicklungshilfe zu inszenieren", schreibt Joachim Käppner. In Zeiten eines Kriegs in Europa könnte es Schlimmeres geben als eine Eigen­werbung, "die zumindest halb­wegs realitäts­nah ist".
sueddeutsche.de

AGF-Studie: YouTube verliert, ARD und ZDF gewinnen.

Plattform-Beliebtheit: Die Nutzung von YouTube ist in Deutschland wieder auf das Vor-Corona-Niveau gesunken, sagt die AGF-Plattformstudie. Knapp die Hälfte der Befragten ab 14 Jahren geben an, den Videodienst in den vergangenen vier Wochen genutzt zu haben. Die öffentlich-rechtlichen Sender legen dagegen auf 28,1 % zu. Netflix wächst auf 33,3 %, Amazon Prime Video auf 23,9 %. Disney+ verliert erneut und liegt nun bei 7,6 %.
presseportal.de

Lese-Tipp: Wie YouTuberinnen und Reality-Shows sich gegenseitig befeuern.

Lese-Tipp: Zu jeder Folge von "Temptation Island" erstellt YouTuberin Mirella Precek, bekannt als mirrelativegal, ein 45- bis 60-minütiges Reaction-Video, in dem sie die Geschehnisse der Reality-Sendung kommentiert. Währen sie damit eine "Einordnung der Szenen" liefern will, freut sich auch RTL über die zusätzlich generierte Aufmerksamkeit.
dwdl.de

“Den Traum, reich zu werden, zerstöre ich nicht ganz” – Simon Schöbel über Investitionen und Instagram.


Fin-Experte: "Wenn man schnell reich werden will, ist das der schnellste Weg, genau das Gegenteil zu erreichen", sagt Simon Schöbel im turi2 Jobs-Podcast. Der Finfluencer klärt auf YouTube, TikTok und Instagram über Finanzthemen auf und beobachtet: "Gerade junge Leute wollen schnell reich werden." Die Gefahr dabei sei, dass sie "auf die falschen Leute hören" oder zum Beispiel in "spekulative Dinge" investieren. Im Gespräch mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl sagt Schöbel, dass es der jüngeren Generation nicht mehr zwingend "um die Karriere der Karriere wegen" gehe, sondern "um Selbst­verwirklichung" – und dabei helfe Geld. Wer den "Faktor Geld nach oben setzt", könne auch den "Faktor Zeit" erhöhen, sagt Schöbel. Der "klassische Karriereweg bis zur Selbst­ausbeutung ist in unserer Generation nicht mehr so stark gegeben". Den Traum, reich zu werden, zerstöre Schöbel seinen Followern auf Social Media nicht ganz, sage aber, dass es "länger dauert".

Grundsätzlich wolle er seinem Publikum vermitteln, "weniger kurzfristig zu denken" und "eher langfristige Verhaltens­muster anzupassen". Dazu gehöre auch, sich von aktuellen News "nicht völlig aus der Fassung bringen zu lassen". So schrecklich der Krieg in der Ukraine sei – "solche Krisen wird es immer wieder geben". Für langfristige Anlagen über zehn bis 15 Jahre seien sie "ganz normal". In seinen 30- bis 40-sekündigen Videos greift Schöbel solche Themen eher nicht auf, weil er sie nur oberflächlich behandeln könnte. Lieber versucht er, seiner jungen Zielgruppe einen "konkreten Mehrwert" mitzugeben, etwa, warum sie ihr Geld nach einer Gehalts­erhöhung nicht direkt für Designer-Klamotten ausgeben sollten oder wie sie beim Bewerbungs­gespräch richtig über das Gehalt verhandeln. "Je konkreter der Tipp, desto interessanter", sagt Schöbel.

Seine 230.000 Follower auf TikTok und 43.000 auf Instagram zeigen: Das Interesse an Finanzthemen ist da und größer als je zuvor: "Das war in der Vergangenheit eher ein Thema für Finanz­berater." Mittlerweile werde in den Medien nicht nur viel mehr Info publiziert, auch die Zugänge dazu seien einfacher. Selbst die Einstiegs­barrieren beim Investieren sind gesunken, sagt Schöbel: "Man kann per Mausklick oder am Smartphone quasi für null Euro ETFs kaufen." Reich wird Schöbel mit seinen Videos nicht, "das ist mir aber auch nicht wichtig und nicht planbar". Von der Tätigkeit als Finfluencer kann er seit zirka einem halben Jahr leben. Bis er überhaupt die ersten Euro damit verdient habe, seien allerdings "anderthalb Jahre ins Land gestrichen".

Simon Schöbel gibt eines von zehn Finanz-Fachinterviews in der aktuellen turi2 Edition #18. Das Buch zum Thema Kapital erscheint am 29. Juni.
turi2.tv (41-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Bertelsmanns “We are Era” übernimmt YouTube-Vermarktung des “Spiegel”.

Neue Ära: Das Content Studio We are Era von Bertelsmann übernimmt ab sofort die YouTube-Vermarktung des "Spiegel". Werbekunden können über die Agentur künftig ihre Anzeigen buchen, zusätzlich kümmert sich We are Era um die Rechteverwaltung und unterstützt den "Spiegel" bei "strategischer Social-Media-Planung".
meedia.de

Lese-Tipp: Wie “YouTube Shorts” zu TikTok aufschließt.

Lese-Tipp: Mit seinen Kurzvideos "Shorts" ist YouTube innerhalb eines Jahres zum ärgsten TikTok-Konkurrenten geworden, schreibt Angela Göpfert auf tagesschau.de. Das liege u.a. daran, dass die Video-Plattform aus den Fehlern seiner gescheiterten Vorgänger lerne und die Funktion etwa "kommerziell attraktiver" gestalte. Doch auch TikTok lasse sich nun von YouTube inspirieren und die Plattformen "gleichen sich immer mehr an".
tagesschau.de

Zahl des Tages: Kinder und Jugendliche verbringen durchschnittlich fast 111 Minuten täglich im Netz.

Zahl des Tages: Fast 111 Minuten verbringen Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren in Deutschland durch­schnittlich jeden Tag im Netz, sagt eine Bitkom-Studie. Demnach nutzen 98 % der Kinder zwischen sechs und 18 Jahren ein Smartphone oder Tablet. YouTube ist dabei über alle Alters­gruppen hinweg die meist genutzte Online-Plattform.
bitkom.org

Google muss australischem Politiker rund eine halbe Mio Euro Schadenersatz zahlen.

Google muss einen australischen Politiker mit umgerechnet 466.000 Euro entschädigen, urteilt ein australisches Bundesgericht. YouTube-Videos eines Komikers hätten John Barilaro, Ex-Vize-Regierungschef von New South Wales, so stark traumatisiert, dass dieser sich vorzeitig aus der Politik zurückgezog. Der US-Konzern hatte die Clips zunächst nicht offline genommen.
stern.de, faz.net

YouTube kann wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt werden.

YouTube und andere Internetplattformen können wegen Urheberrechtsverletzungen auf Schadensersatz verklagt werden, urteilt der Bundesgerichtshof. Voraussetzung dafür ist, das die Plattformen nicht gegen die Verstöße vorgehen oder nicht gleich handeln, wenn sie davon erfahren. Grundsätzlich sind Online-Dienste von der Haftung befreit. Wenn sie auf Rechteverletzungen aufmerksam gemacht werden, müssen sie das Material entfernen.
handelsblatt.com, netzpolitik.org

turi2 edition #18: 10 Influencerinnen die uns durch die Geld-Welt begleiten.


Finfluenced: In Kurzvideos auf TikTok, kompakten Instagram-Posts, ausführlichen Blog-Beiträgen und YouTube-Videos erklären diese zehn Influencer die Finanzwelt. Die einen spezialisieren sich auf die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen, die anderen greifen komplizierte Themen mit Humor auf oder bieten Tipps und monatliche Challenges zum Thema.
Weiterlesen >>>

turi2 edition #18: Simon Schöbel über Follower und Finanz-Entertainment.


Insta-Investment: Finfluencer Simon Schöbel vermittelt Finanzwissen via Social Media. Er glaubt: “Junge Menschen wollen vor allem schnell reich werden”. Anlegerinnern der Generationen Y und Z haben den Älteren deshalb eine „gesunde Naivität“ voraus, sagt er im Interview in der turi2 edition #18. Sie können damit aber auch schneller auf die Nase fallen. Weiterlesen >>>

Analyse: YouTube kommt mit dem Löschen von Propaganda nicht hinterher.

Propaganda-Probleme: YouTube kommt mit dem Löschen russischer Kriegspropaganda nicht hinterher, sagt eine Analyse des Disinformation Situation Centers. 50 von 78 Kanälen seien Mitte Mai noch abrufbar gewesen, mit 6,3 Mrd Aufrufen erreichen die noch verfügbaren Channels "fast eine gleich ho­he Reichweite wie die 28 gesperrten Kanäle", der Output sei mit 93.000 Videos beinahe doppelt so hoch. YouTube kündigt eine Überprüfung der betroffenen Kanäle an.
zeitung.faz.net (Paid)

Debatte: Thomas Knüwer und Imre Grimm geraten aneinander.

Grimmig: Digitalberater Thomas Knüwer (Foto) wirft RND-Redakteur Imre Grimm vor, "abschätzig" und "eklig" über das inzwischen getrennte YouTube-Paar Bianca und Julian Claßen zu schreiben – und pflückt Grimms satirisch gemeinten Text auseinander. Knüwer stört sich u.a. an Grimms Aussage, dass beide "gewiss nicht die hellsten Kerzen auf der Torte" seien und man für ihre Kinder beten solle. Knüwer stellt die These auf, Journalisten wie Grimm seien vor allem auf den finanziellen Erfolg der Influencerinnen neidisch. Grimm wiederum vermutet in Knüwers Zorn dessen "langjähriges Frustverhältnis zu Regionalzeitungsverlagen".
indiskretionehrensache.de, twitter.com, rnd.de, turi2.de (Background)


Zahl des Tages: YouTuber muss 60.000 Euro Strafe zahlen.

Zahl des Tages: Zu 60.000 Euro Strafe hat das Kölner Amtsgericht den YouTuber Fritz Meinecke verurteilt. Er soll sich ein illegales Autorennen mit einem anderen YouTuber geliefert haben. Meinecke streitet die Vorwürfe ab. Er habe sich falsch eingeordnet und das andere Auto überholt, um die Spur zügig zu wechseln. Das Gericht sieht das anders und entzieht ihm zusätzlich zur Geldstrafe noch den Führerschein.
t-online.de

Debatte: “Auch das Internet ist ein Boulevard”, meint Samira El Ouassil.

Boulevard-Bibi: Die Trennung vom YouTube-Paar Bianca und Julian Claßen zeigt, "dass die Geschichten und Nachrichten über Internet-Stars längst die klassischen Boulevard-Medien erreicht haben", sagt Samira El Ouassil (Foto) im Deutschlandfunk. Früher habe es noch eine "strikte Trennung" gegeben "zwischen dem, was in der Welt der Influencer stattfindet und dem, worüber etablierte Medien berichten". Nun sei es ein "borniertes publizistisches Distinktionsmerkmal", so zu tun, als habe das Beziehungsende "keinen Nachrichtenwert über die Grenzen des Internet hinaus".
deutschlandfunk.de (mit 5-Min-Audio), turi2.de (Background)