Mai Thi Nguyen-Kim bekommt den Verdienstorden.

Bekrönt von höchster Stelle: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht Mai Thi Nguyen-Kim von maiLab den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Die Chemikerin bekommt ihn für ihre Videos, in denen sie Wissenschaft verständlich vermittelt. Auch Christian Drosten und Thomas Hitzlsperger werden ausgezeichnet, außerdem zwölf weitere Bürger*innen, die helfen, die Krise zu bewältigen oder das Zusammenwachsen von Ost und West zu fördern.
stern.de

Rezo ist sich seines privilegierten Lebens bewusst – und will ein Vorbild sein.

Rezo hat als weißer Mann in Deutschland im "Privilegienlotto total gewonnen", sagt der YouTuber beim Z2X-Festival von Zeit Online bei einer Video-Fragestunde. Rezo wolle seine Reichweite "im Positiven nutzen" - beispielsweise beim Thema vegane Ernährung: "Wenn ich Leuten mit meinem Veganismus auf den Sack gehe, dann kapseln die sich ab." Wichtiger sei "das Subtile", das Vorleben dieser Ernährung.
zeit.de (37-Min-Video)

Philipp Walulis bekommt wöchentliche Show im SWR und der Mediathek.

SWR befördert Philipp Walulis, bekannt aus Funk und YouTube, in die Mediathek und ins TV. Ab dem 24. September bringt der Satiriker in "Walulis Woche" den "Fun zurück in die Fakten", befasst sich mit Internet Hypes, "perfiden Methoden von Konzerngiganten" und zweifelhaften TV-Trends. Die Show steht jeweils ab Donnerstag in der ARD-Mediathek und läuft am späten Sonntagabend im SWR Fernsehen. Teil der Sendung ist mit "Walulis Story" ein mono­thematischer Clip, der Hintergründe aufzeigt. Walulis Daily bleibt Teil von Funk.
presseportal.de, dwdl.de

App-Tipp: “Gewitter im Kopf” klärt humorvoll über Tourette auf.

App-Tipp: Die YouTuber Jan Zimmermann und Tim Lehmann, die sich als Gewitter im Kopf humorvoll mit dem Tourette-Syndrom befassen, haben eine kostenlose App herausgebracht, die über die Krankheit aufklären soll. Lehmann beantwortet die gängigsten Fragen, ein Soundboard bietet 120 Tics von "Gisela", wie Zimmermann sein Tourette selbst nennt.
apps.apple.com (iOS-App), play.google.com (Android-App)

Video-Tipp: Frank Krause analysiert den “Schlager- und Ostalgie”-Sender MDR.

Video-Tipp: Frank Krause untersucht in einem launigen 8-Min-Beitrag den "Schlager- und Ostalgie"-Sender MDR. Der hatte zwar unter Intendant Udo Reiter mit etlichen verschwundenen Millionen zu kämpfen, kann sich aber auch auf die Fahnen schreiben, Florian Silbereisen entdeckt zu haben. Den Zuschauern gefällt's: Der MDR ist das erfolgreichste dritte Programm im Osten und schlägt dort quotenmäßig sogar RTL und Sat.1.
youtube.com (8-Min-Video)

Lese-Tipp: Der Sturz der Influencer-Familie Stauffer.

Lese-Tipp: Friederike Zoe Grasshoff analysiert in der "Süddeutschen Zeitung" den "Fall Stauffer". Myka und James Stauffer, ein Influencer-Ehepaar aus den USA, hatten im Mai für einen Sturm der Entrüstung gesorgt, nachdem sie ihren chinesischen Adoptivsohn Huxley zunächst in Videos kommerzialisiert, dann aber aufgrund seines Autismus "zurückgegeben" hatten. Es stelle sich aufgrund des Falls auch die Frage, ob "das Echte, das Unerfreuliche Platz auf Social Media" habe.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: BitChute, das YouTube für Nazis.

Lese-Tipp: Matthias Schwarzer analysiert die Video-Plattform BitChute, die eine Art YouTube für Rechtsradikale ist. Das 2017 gegründete BitChute habe zwar Regeln, die "Aufstachelung zu Gewalt" und die "böswillige Nutzung der Plattform" verbieten - allerdings tummle sich dort das Who-is-Who der Rechten Szene. Prominenter Zulauf kommt auch aus Deutschland: Etwa Koch und Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann.
rnd.de

YouTube macht Konto des rechtsextremen Rappers Chris Ares dicht.

YouTube sperrt den Kanal des rechtsextremen Rappers Chris Ares mit 80.000 Abonnent*innen. Die Inhalte haben mehrfach gegen das Verbot von Hassreden auf YouTube verstoßen, sagt ein Sprecher der Plattform der dpa. Spotify und Amazon hatten Songs von Ares zuletzt bereits gelöscht. YouTube hatte im Juli drei Accounts der rechten "Identitären Bewegung" entfernt.
meedia.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: US-Schulleiter rappt die Hygieneregeln zu Corona.

Video-Tipp: Quentin Lee, Schulleiter einer Schule im US-Bundesstaat Alabama, macht seine Schüler auf musikalische Art auf Hygienevorschiften während der Corona-Pandemie aufmerksam. Dafür covert er MC Hammers Hit "U can’t touch this" und läuft im dazugehörigen Video tanzend mit Desinfektionsmittel, Maske und Zollstock durch seine Schule.
youtube.com (2-Min-Video) via spiegel.de

Formel 1 überträgt das Rennen vom Nürburgring live auf YouTube.

Formel 1 streamt zum ersten Mal ein Rennen sowie Vorberichte, eine Analyse und Highlights live auf YouTube: Der Grand Prix der Eifel läuft in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Schweden und Dänemark nicht nur bei Sky und RTL, sondern auch bei YouTube. Nutzer*innen aus anderen Ländern werden geogeblockt. Die Formel 1 will so die junge Zielgruppe besser erreichen.
motorsport-total.com, wuv.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Wie Kochvideos in die rechte Blase führen können.

Video-Tipp: Vermeintlich harmlose Kochvideos oder Styling-Tutorials mit unterschwellig politischen Botschaften können der Einstieg in die rechte Internet-Blase sein. Die Puls Reportage vom BR testet, wie der YouTube-Algorithmus den Zuschauer*innen immer wieder Videos der gleichen Akteure vorschlägt, ohne eine Gegenposition anzubieten, aber manchmal auch überraschend ausschlägt.
youtube.com (21-Min-Video)

Meinung: Personality-Magazine könnten sich für Influencer lohnen.

Influencer und Internet-Stars könnten bald auf den Geschmack gedruckter Personality-Magazine kommen, analysiert Michael Meyer. In der englischsprachigen Welt seien Print-Zeitschriften von YouTube-Größen bereits häufig vertreten. In Deutschland ist der Markt noch klein, bekannte Namen wie Rayk Anders oder Marti Fischer binden sich eher an öffentlich-rechtliche Sender denn an Verlage. Trotzdem seien in der Zukunft mehr Influencer-Magazine zu erwarten.
deutschlandfunk.de

Steve Wozniak klagt gegen YouTube.

Apple-Mitgründer Steve Wozniak schließt sich einer Klage gegen YouTube an. Darin geht es um eine Bitcoin-Betrugskampagne, die mit seinem Gesicht und dem von anderen Prominenten wirbt und auf YouTube läuft. Wozniak und die 17 anderen Kläger werfen der Plattform vor, anders als etwa Twitter zu wenig gegen die Masche zu tun. Die Videos sollen Nutzer*innen Millionen aus den Taschen gezogen haben.
businessinsider.com, bloomberg.com (Paid), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim erzählt die Geschichte hinter ihrem “Tagesthemen”-Auftritt.

Hör-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim tritt im "Alles gesagt"-Podcast der "Zeit" an und erzählt in knapp vier Stunden u.a. die Geschichte hinter ihrem "Tagesthemen"-Kommentar im April. Sie habe schon vorher ihren "Hut in den Ring" geworfen und eine Liste mit Herzensthemen eingereicht. Außerdem spricht sie über Alltagsrassismus, YouTube-Inszenierungen und ihren durch Corona veränderten Blick auf die Wissenschafts-Kommunikation. Mit Corona habe sie gelernt, dass es auch Wissenschaftler*innen gibt, die sich gerne selbst in Talkshows sehen und das Spiel mit der Zuspitzung mitspielen.
zeit.de (mit 4-Std-Audio)

Aus dem turi2-Archiv: Berufe mit Zukunft von A-Z: W wie Welterklärerin – Mai Thi Nguyen-Kim (Juli 2019).

AGF erhebt erstmals Nutzung von Netflix, Amazon und YouTube auf Smart-TVs.

AGF veröffentlicht erstmals gemessene Zahlen für die Nutzung von Streaming-Angeboten auf Smart-TV-Geräten. Von durchschnittlich 216 Minuten TV-Inhalten pro Tag entfallen 7 Minuten auf Netflix, 4 Minuten auf Amazon Prime Video und 3 Minuten auf YouTube. Die 14- bis 29-Jährigen schauen bei nur 64 Minuten TV-Nutzung pro Tag 12 Minuten Netflix und 6 Minuten YouTube auf dem großen Bildschirm. Die AGF erhebt die Werte mit Mess-Routern in 590 Haushalten, bis Ende 2020 sollen es rund 1.000 sein. AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf sieht das Projekt bei "Horizont" als Chance, "sukzessive weitere Messlücken" zu schließen.
dwdl.de, horizont.net (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Ich bin schon eher ein ganz klassischer TV-Nutzer", sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf. (9/2019)

Ranga Yogeshwar wird zum “Silver Rezo”, schreibt Hajo Schumacher.

YouTube statt WDR: Ranga Yogeshwar mausert sich zum "Silver Rezo", kommentiert Hajo Schumacher die YouTube-Aktivitäten des Wissenschaftsjournalisten. Yogeshwar hat sich ein eigenes Studio eingerichtet und die Software dafür zum Teil selbst programmiert. Zudem scheue er nicht davor, sich von jüngeren YouTuber*innen beraten zu lassen. Yogeshwars Erstlingswerk war noch "etwas holperig", technisch schon weiter werde wohl seine nächste Eigenproduktion am Donnerstagabend zur Rolle von Klimaanlagen bei der Verbreitung des Corona-Virus sein.
abendblatt.de

RTL2 managt Burdas “Bunte”-Kanäle bei YouTube.

RTL2 managt künftig Burdas YouTube-Kanäle Bunte TV und Bunte Flashlights und darf sie strategisch neu ausrichten. Inhaltlich wird die "Bunte.de"-Redaktion die Kanäle aber weiter bespielen. Um die Vermarktung der Bewegtbild-Inhalte soll sich der RTL2-Vermarkter El Cartel Media kümmern. Erfolgreichster YouTube-Kanal des Senders ist die Pseudo-Reality-Soap Berlin - Tag & Nacht.
presseportal.de

Rezo startet Social-Analyse-Werkzeug “Nindo”.

Rezo wirft eine Analyse-Plattform für Social Media auf den Markt. Nindo zeigt Statistiken zu den beliebtesten deutschsprachigen Kanälen nach Likes und Views der letzten fünf Tage. Aufgeführt sind neben YouTube auch Instagram, TikTok, Twitter und Twitch. Von bestehenden Angeboten hält Rezo nichts, wie er "OMR" sagt: "Es hat mich gestört, dass die so scheiße sind.“ Das Programm ist kostenlos, soll bald aber um eine Pro-Version für Firmen ergänzt werden.
omr.com

Medizin-YouTuberin “Dr. Flojo” erscheint jetzt unter Funk-Flagge.

Statt Dr. Google: Funk klemmt sich hinter den YouTube-Kanal "Dr. Flojo" von Florence Randrianarisoa. Zweimal pro Woche erscheinen neue Videos zu Gesundheitsthemen, in denen die promovierte Medizinerin zum Beispiel die Antibabypille oder Sodbrennen erklärt. Zu Funk gehört auch der Kanal "maiLab" der Biochemikerin Mai Thi Nguyen-Kim mit fast 1 Mio. Abonnent*innen.
presse.funk.net, youtube.com (Dr. Flojo)

Facebook will offizielle Musikvideos veröffentlichen.


Hier spielt die Musik: Facebook will ab August in den USA offiziell lizenzierte Musikvideos veröffentlichen und YouTube damit eindeutige Töne vorträllern, berichtet Techcrunch. Künstler*innen können eine entsprechende, separate Seite mit Musik-Videos selbst anlegen, ab August generiert Facebook diese automatisch, wenn sie es nicht selbst tun. Die Seite kombiniert deren eigene offizielle Videos mit solchen, in denen sie zu sehen sind. Laut Bloomberg hat Facebook Ende 2019 mit Universal Media Group, Sony Music und Warner Music Group über Rechte an Musikvideos verhandelt. Alle drei Plattenfirmen seien an einer Alternative zu YouTube interessiert gewesen. Bisher können Künstler*innen der großen Labels wegen der Lizenzrechte keine vollständigen Musikvideos, sondern nur kurze Vorschau-Clips veröffentlichen.
techcrunch.com

YouTube verbannt drei Konten der rechtsextremen “Identitären Bewegung”.

Reinemachen: YouTube sperrt drei Konten der rechtsextremen "Identitären Bewegung", darunter auch den Kanal des führenden Mitglieds Martin Sellner mit rund 100.000 Abonnent*innen. Facebook hatte die Inhalte der "IB" schon zuvor ausgeschlossen, auch von Instagram. Erst vor wenigen Tagen hatte sich Twitter der Aufräum-Aktion angeschlossen.
spiegel.de, deutschlandfunknova.de, turi2.de (Twitter sperrt "IB"-Konten)

RTL beanstandet bei der GfK zu hohe YouTube-Reichweiten.

Mediengruppe RTL wirft dem Marktforscher GfK vor, die Reichweitendaten von YouTube mehrfach zu hoch ausgewiesen haben, teilweise um bis zu 200 %, berichtet "Horizont". In zwei Fällen lag die angebliche Sehdauer bei YouTube deutlich über der Verweildauer. RTL will nun Schadens­ersatz­ansprüche gegen die GfK prüfen, weil die Sendergruppe aus falschen YouTube-Daten "sehr relevante Fehleinschätzungen" getroffen habe.
horizont.net (Paid)

Acatech unterstützt Pläne einer europäischen Medienplattform von BR-Intendant Wilhelm.

Europäische Medienplattform: Die Deutsche Akademie der Technik­wissen­schaften Acatech unterstützt die Pläne von BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ein europäisches Pendant zu YouTube, Facebook und Co aufzubauen. Die Plattform sollte die "Vielfalt an Angeboten" repräsentieren sowie "faire und transparente Zugangs- und Nutzungsbedingungen" haben, empfiehlt die Projektgruppe. Zum Start brauche es "staatliche Förderung flankiert von europäischer Regulierung". Die Koordination könnte eine Europäischen Digital-Agentur übernehmen.
acatech.de, br.de (Interview Wilhelm)

Studie: Facebook-Werbung wirkt schwächer als TV-Werbung.

Facebook-LogoFacebook-Werbung wirkt laut einer Screenforce-Studie deutlich schwächer als TV-Werbung. So soll etwa ein Spot im linearen Fernsehen Nutzer*innen deutlich besser im Gedächtnis bleiben als der identische Spot auf Facebook, YouTube oder Instagram. Die Ergebnisse sind nicht unumstritten: Screenforce ist die Organisation der TV-Vermarkter, die ein Interesse daran hat, das Fernsehen für Bewegtbild-Werbung attraktiv zu machen.
horizont.net

Meinung: Fynn Kliemann führt ein Leben in Anarchie.

Kliemannsland: "Mir ist alles egal" ist das Motto von Fynn Kliemann, schreibt Xaver von Cranach in "Spiegel"-Porträt über den Musiker und Filmemacher. Kliemann zeigt "eine gewisse Geltungssucht" und "stellt sich gegen das System", was ihm auch Sympathien bringe. Kliemann führe ein Leben in Anarchie - als Abenteurer auf dem Land.
spiegel.de (Paid)

Aus dem Archiv: Fynn Kliemann über sein Leben im "Kliemannsland" (2019).

Meinung: Suchmaschine PimEyes greift die Anonymität an.

PimEyes, eine globale Gesichts-Suchmaschine aus Polen, greift massiv die Anonymität an, recherchieren Sebastian Meineck und Daniel Laufer. PimEyes habe mehr als 900 Mio Gesichter anhand biometrischer Daten analysiert und ist dadurch u.a. in der Lage, Personen ungewollt zu outen. Instagram, YouTube und TikTok wollen juristisch gegen die Suchmaschine vorgehen, Politiker*innen und Datenschützer*innen sehen in PimEyes ein "enormes Missbrauchspotential" und wittern mögliche Verstöße gegen die DSGVO.
netzpolitik.org

EuGH: YouTube muss bei Urheberrechts-Verletzungen nur Post-Adresse herausgeben.

YouTube muss von Nutzer*innen, die Urheberrechte verletzten, nur die Postadresse herausrücken, nicht jedoch IP- und E-Mail-Adressen oder Telefonnummern, urteilt der EuGH. Geklagt hatte Constantin Film, weil Nutzer bei YouTube u.a. die Filme "Parker" und "Scary Movie 5" illegal hochgeladen hatten. YouTube-Mutter Google hatte sich geweigert, die Daten herauszugeben.
wuv.de, digitalfernsehen.de

AGF und Google beenden ihre Zusammenarbeit.

AGF und Google beenden ihre Zusammenarbeit nach fünf Jahren. Ziel der Kooperation war, YouTube mit einem gemeinsamen Bewegtbildstandard in die Reichweitenmessung zu integrieren. Die Tür für eine Zusammenarbeit stehe Google weiter jederzeit offen, sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf. Google schiebt per Pressemitteilung der AGF den schwarzen Peter zu "bedauert den Abbruch der Gespräche". Google habe "seine Verpflichtungen erfüllt".
agf.de, dwdl.de (Google-Statement)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Ich bin schon eher ein ganz klassischer TV-Nutzer", sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf. (10/2019)

Hör-Tipp: Marcus Bornheim spricht über die Pläne der “Tagesschau”.

Hör-Tipp: Im "RBB Medienmagazin" spricht Chefredakteur Marcus Bornheim mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs über die Zukunft der "Tagesschau". Künftig will das Team sein Engagement auf Facebook und Twitter zurückfahren. Die Aktivitäten beim lange vernachlässigten YouTube will er dagegen ausbauen. Bornheim rechtfertigt das Engagement auf der chinesischen Plattform TikTok und prognostiziert, dass 2020 durch Corona zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des ARD-Nachrichten-Flaggschiffs wird.
wwwagner.tv (31-Min-Audio)

Lese-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim begeistern Studien – auch ohne Chemie-Leistungskurs.

Lese-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim ist keine ausgebildete Epidemiologin, begeistert mit ihren Interpretationen von Corona-Studien bei YouTube aber Millionen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Ihr Zuhause dient als Büro, Kulisse und Schnittplatz zugleich. Obwohl sie in der Schule keinen Leistungskurs Chemie besuchte, studierte sie Chemie in Mainz. Mit steigender Reichweite steigt die Verantwortung, sagt die Wissenschaftlerin.
sueddeutsche.de (Paid)

Aus dem turi2-Archiv: Berufe mit Zukunft von A-Z: W wie Welterklärerin – Mai Thi Nguyen-Kim (Juli 2019).

Rezo: Journalisten müssen sich Kritik gefallen lassen – genau wie Rapper.

Rezo trifft auf Renner: In der "Berliner Zeitung" stellt sich der YouTuber den sehr ausführlichen Fragen von Kai-Hinrich Renner zum "Zerstörung der Presse"-Video. Jede "Szene" habe ihre eigenen Regeln und müsse sich Kritik von extern gefallen lassen, findet Rezo: "Wenn ein Journalist einem Rapper zum Beispiel fragwürdige Textinhalte vorwirft und der Rapper damit antwortet, dass innerhalb seiner Szene diese Texte aber anders gewertet werden, ist das nur sehr bedingt ein Argument."
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background), turi2.de/koepfe (Profil Renner)

“Bild”-Redakteur Morten Wenzek: “Snapchat ist definitiv nicht tot.”


Gelber Geist für die Gen Z: Im Video-Interview mit turi2.tv erklärt Morten Wenzek, Verantwortlicher Redakteur für Neue Plattformen und Social Media, was "Bild" auf dem vielfach totgesagten Videodienst Snapchat hält: Werbeeinnahmen und eine für die Medienmarke ansonsten nahezu ungekannte Zielgruppe. Erst kürzlich hätten sein Team und er eine Snapchat-Show über Corona auch für andere Inhalte geöffnet. Jetzt versuchten sie, die hinzugewonnenen jungen Leser*innen nicht mit "Promi- oder Sport-Content zu verschrecken". Obwohl der Kanal für die Boulevard-Zeitung "wertvoll" sei, um 13- bis 24-Jährige zu erreichen, mahnt Wenzek zu kritischer Distanz. Übrigens: Auf der chinesischen Kurzvideo-Plattform TikTok produziert "Bild" aus dem traditionell China-kritischen Springer-Haus – anders als etwa die "Tagesschau" – erst gar keine Beiträge.

Im Video schlägt Wenzek außerdem vor, wie Redaktionen die neue 140-sekündige Sprachnachrichten-Funktion von Twitter für ihre Berichterstattung einsetzen könnten – und äußert sich zu Rezos Presse-Schelte. Weder Politik noch Journalismus dürften "junge Perspektiven" links liegen lassen und "aus ihrem Elfenbeinturm herab den gleichen Film abfahren, den sie schon immer machen", findet Wenzek. Auch wenn Journalist*innen stets hinterfragen sollten, was etwa Fridays for Future und andere junge Organisationen forderten: "Ich finde, Rezo hat einen guten Punkt."

Zum Streit zwischen "Bild" und dem Virologen Christian Drosten will Wenzek nichts sagen. Die Auseinandersetzung hatte sich auch auf Twitter abgespielt.
turi2.tv (11-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Twitter-Sprachnachrichten), turi2.de (Bild vs. Drosten)

Schüler filmt Tesla-Fabrik in Brandenburg und Elon Musk hat nichts dagegen.

Mit Elons Segen: Ein 13-jähriger Schüler filmt mit einer Drohne seit Februar den Baufortschritt der Tesla-Fabrik in Brandenburg. Die YouTube-Videos vom Tesla Kid stoßen in der Community auf großes Interesse - bis der Sicherheitsdienst ihn stoppt. In einem Video bittet er seine Follower um Hilfe, eine Genehmigung zu bekommen. Die folgt auf kurzem Dienstweg von Tesla-Chef Elon Musk, der twittert: "Fine by me".
"FAZ", S. 9 (Paid), youtube.com (Drohnen-Videos)

YouTube und Apple investieren je 100 Mio Dollar in Rassismus-Bekämpfung.


Zwei Konzerne, ein Gedanke: Apple startet eine 100-Mio-Dollar-Initiative, die Rassismus bekämpfen und Vielfalt innerhalb und außerhalb des Unternehmens fördern soll, vorerst in den USA, später auch global. Lisa Jackson, verantwortlich für Umwelt, Politik und soziale Initiativen, leitet das Projekt. Es soll Bildung, wirtschaftliche Gleichheit und Strafrechtsreformen fördern, twittert Chef Tim Cook (Foto links). Apple kündigt außerdem ein Entwickler-Camp für schwarze Entwickler an und will deutlich mehr Schwarze einstellen.

Zeitgleich investiert auch YouTube 100 Mio Dollar, ebenfalls im Dienste der Rassismus-Bekämpfung: Die Plattform will damit Inhalte schwarzer Urheber*innen fördern und neue, schwarze Formate für YouTube Originals entwickeln. Das erste so finanzierte Projekt ist das YouTube Original "Bear Witness, Take Action", eine Mischung aus Livestream und Spendenaktion. YouTube-Chefin Susan Wojcicki (Foto rechts) will die Richtlinien und Produkte der Plattform außerdem auf Toleranz prüfen.
wsj.com (Apple und YouTube), businessinsider.com (Apple), theverge.com (YouTube)

Zitat: Rezo tun “dumme Kommentare” nicht weh.

"Wirkt halt bei manchen so, als würden sie vor dem Rechner sitzen, F5 drücken und auf einen beliebigen neuen Text warten, um dann ein bisschen Dampf abzulassen."

YouTuber und Nannen-Preisträger Rezo spricht im "Horizont"-Interview über seine Erfahrungen mit "dummen Kommentaren", auch unter seiner "Zeit"-Kolumne. Obwohl er ihm persönlich wenig ausmache, wolle er Hass im Netz "gar nicht verharmlosen".
horizont.net (Paid)

Kai-Hinrich Renner: Rezo macht bei seinem Faktencheck Fehler.

Faktencheck: Rezo unterlaufen in seinem Video zur "Zerstörung der Presse" Fehler, kritisiert Kai-Hinrich Renner. Renner hat den Faktencheck Rezos zu Artikeln über ihn selbst im Hinblick auf die "Berliner Zeitung" überprüft. Renners Erkenntnis: Rezo hat nur einen Bruchteil der Artikel in seine Betrachtung aufgenommen. Mehrere der monierten Fehler seien zudem bei genauer Betrachtung gar keine.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: YouTuber Rezo sieht sich selbst nicht als Blogger.

Video-Tipp: YouTuber Rezo sieht sich selbst als Künstler, sagt er im Video-Interview mit Netzpolitik-Journalist Markus Beckedahl. Den Begriff Blogger, wie einige Medien ihn schwammig umschreiben, passe nicht auf seine Tätigkeit. Er produziere mehrheitlich Videos als "Unterhaltung ohne tieferen Sinn", selten Content, "wo es um mehr Inhalt geht". Rezo glaubt, dass es einige Journalist*innen störe, dass er teils so viel Aufmerksamkeit bekomme, "obwohl ich so viel Quatsch mache".
netzpolitik.org (26-Min-Video)

Klick-Tipp: YouTuber erweckt historische Videos mittels KI zum Leben.

Klick-Tipp: Historische Filmaufnahmen sind oft schwarz-weiß, wirken abgehackt und sprunghaft. Mithilfe künstlicher Intelligenz überarbeitet YouTuber Denis Shirayaev die historischen Filme, fügt ihnen Farbe hinzu, verdreifacht die Bildfrequenz von 20 auf 60 Bilder pro Sekunde und erhöht die Auflösung. Die Videos erlauben eine Zeitreise aus neuer Perspektive u.a. nach Moskau, Paris und San Francisco.
youtube.com via basicthinking.de

“Assi-Zeitungen”: YouTuber Rezo kritisiert “Bild”, “Welt” und “FAZ”.

Die Zerstörung der Presse: Seriöse Medien sollten sich von "Assi-Zeitungen" stärker distanzieren, sonst spielen sie "Hetzern in die Hände", sagt Influencer Rezo in einem einstündigen Video bei YouTube. Darin warnt er u.a. vor Verschwörungstheorien und kritisiert die Arbeit vor allem von "Bild", "Welt" und "FAZ". Diese hätten häufig falsch über ihn berichtet. Es gebe zudem Gründe, warum etablierte Zeitungen von einigen Menschen verachtet würden: "Unethisches Verhalten ist leider keine Seltenheit", sagt Rezo. Insbesondere "Bild" und "Welt" fehle es an "moralischer Integrität". Aus Sicht von Rezo hielten sich die Redaktionen häufig nicht an den Opferschutz sowie an Persönlichkeitsrechte. Dass die "Bild" dem Virologen Drosten für die Beantwortung einer Presseanfrage nur eine Stunde Zeit ließ, sei ein "Kack-Move".

Julian Reichelt kontert bei Twitter, dass die Frist "leider" zu kurz gewesen sei, "aber wir fragen". Der "Bild"-Chef lädt Rezo zu einem Redaktionsbesuch ein, "ich komme aber auch jederzeit zu Dir" - und betont: "Dies ist keine Aufforderung zum Duell, lieber 'Spiegel'". Rezo sagt, dass er die Presse nicht zerstören wolle - anders als der Titel seines gleichnamigen Videos vermuten lassen könnte. Reichelt spricht bei Twitter von "Zerstörungsquatsch" sowie von "billigen, schnellen Likes". Rezo wisse nicht, "was 'Zerstörung' ist".
(Foto: Screenshot YouTube)
youtube.com (60-Min-Video), twitter.com (Reaktion Reichelt), t-online.de, tagesspiegel.de

Zitat: Fynn Kliemann hat keine Lust aufs Touren.

"Das fühlt sich für mich so an wie so ein Jecke auf 'nem Schloss, der mit seiner Flöte den König unterhalten muss, um nicht geköpft zu werden."

YouTube-Bastelkönig und Musiker Fynn Kliemann möchte auch nach der Veröffentlichung seines zweiten Albums "Pop" am 29. Mai nicht auf Tour gehen. Er habe "irgendwie Schiss, keine Zeit und kein Bock".
noz.de

Aus dem Archiv: Fynn Kliemann über sein Leben im "Kliemannsland" (2019).

Corona: Medien zitieren am häufigsten Christian Drosten.

Corona-Expert*innen: Christian Drosten (Foto) ist der seit Jahresbeginn mit Abstand am häufigsten in Zeitungen und deren Online-Auftritten zitierte Virologe oder Epidemiologe, schreiben Holger Dambeck und Achim Tack in einer Analyse. Hendrik Streeck und Alexander Kekulé folgen mit deutlichem Abstand. In Springers Boulevardtiteln "Bild" und "B.Z." kommt Jonas Schmidt-Chanasit am häufigsten zu Wort. Er hatte sich u.a. gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen. Die "Süddeutsche Zeitung" zitiert am häufigsten den Münchner Clemens Wendtner. Auch auf YouTube hat Christian Drosten die Nase vorn, allerdings nur knapp vor Wolfgang Wodarg. Wodarg - selbst kein Virologe - kritisiert die Maßnahmen gegen Corona als "Panikmache" und tritt vor allem in Kanälen auf, die auch Verschwörungstheorien verbreiten.
spiegel.de