“Den Traum, reich zu werden, zerstöre ich nicht ganz” – Simon Schöbel über Investitionen und Instagram.


Fin-Experte: "Wenn man schnell reich werden will, ist das der schnellste Weg, genau das Gegenteil zu erreichen", sagt Simon Schöbel im turi2 Jobs-Podcast. Der Finfluencer klärt auf YouTube, TikTok und Instagram über Finanzthemen auf und beobachtet: "Gerade junge Leute wollen schnell reich werden." Die Gefahr dabei sei, dass sie "auf die falschen Leute hören" oder zum Beispiel in "spekulative Dinge" investieren. Im Gespräch mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl sagt Schöbel, dass es der jüngeren Generation nicht mehr zwingend "um die Karriere der Karriere wegen" gehe, sondern "um Selbst­verwirklichung" – und dabei helfe Geld. Wer den "Faktor Geld nach oben setzt", könne auch den "Faktor Zeit" erhöhen, sagt Schöbel. Der "klassische Karriereweg bis zur Selbst­ausbeutung ist in unserer Generation nicht mehr so stark gegeben". Den Traum, reich zu werden, zerstöre Schöbel seinen Followern auf Social Media nicht ganz, sage aber, dass es "länger dauert".

Grundsätzlich wolle er seinem Publikum vermitteln, "weniger kurzfristig zu denken" und "eher langfristige Verhaltens­muster anzupassen". Dazu gehöre auch, sich von aktuellen News "nicht völlig aus der Fassung bringen zu lassen". So schrecklich der Krieg in der Ukraine sei – "solche Krisen wird es immer wieder geben". Für langfristige Anlagen über zehn bis 15 Jahre seien sie "ganz normal". In seinen 30- bis 40-sekündigen Videos greift Schöbel solche Themen eher nicht auf, weil er sie nur oberflächlich behandeln könnte. Lieber versucht er, seiner jungen Zielgruppe einen "konkreten Mehrwert" mitzugeben, etwa, warum sie ihr Geld nach einer Gehalts­erhöhung nicht direkt für Designer-Klamotten ausgeben sollten oder wie sie beim Bewerbungs­gespräch richtig über das Gehalt verhandeln. "Je konkreter der Tipp, desto interessanter", sagt Schöbel.

Seine 230.000 Follower auf TikTok und 43.000 auf Instagram zeigen: Das Interesse an Finanzthemen ist da und größer als je zuvor: "Das war in der Vergangenheit eher ein Thema für Finanz­berater." Mittlerweile werde in den Medien nicht nur viel mehr Info publiziert, auch die Zugänge dazu seien einfacher. Selbst die Einstiegs­barrieren beim Investieren sind gesunken, sagt Schöbel: "Man kann per Mausklick oder am Smartphone quasi für null Euro ETFs kaufen." Reich wird Schöbel mit seinen Videos nicht, "das ist mir aber auch nicht wichtig und nicht planbar". Von der Tätigkeit als Finfluencer kann er seit zirka einem halben Jahr leben. Bis er überhaupt die ersten Euro damit verdient habe, seien allerdings "anderthalb Jahre ins Land gestrichen".

Simon Schöbel gibt eines von zehn Finanz-Fachinterviews in der aktuellen turi2 Edition #18. Das Buch zum Thema Kapital erscheint am 29. Juni.
turi2.tv (41-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Bertelsmanns “We are Era” übernimmt YouTube-Vermarktung des “Spiegel”.

Neue Ära: Das Content Studio We are Era von Bertelsmann übernimmt ab sofort die YouTube-Vermarktung des "Spiegel". Werbekunden können über die Agentur künftig ihre Anzeigen buchen, zusätzlich kümmert sich We are Era um die Rechteverwaltung und unterstützt den "Spiegel" bei "strategischer Social-Media-Planung".
meedia.de

Lese-Tipp: Wie “YouTube Shorts” zu TikTok aufschließt.

Lese-Tipp: Mit seinen Kurzvideos "Shorts" ist YouTube innerhalb eines Jahres zum ärgsten TikTok-Konkurrenten geworden, schreibt Angela Göpfert auf tagesschau.de. Das liege u.a. daran, dass die Video-Plattform aus den Fehlern seiner gescheiterten Vorgänger lerne und die Funktion etwa "kommerziell attraktiver" gestalte. Doch auch TikTok lasse sich nun von YouTube inspirieren und die Plattformen "gleichen sich immer mehr an".
tagesschau.de

Zahl des Tages: Kinder und Jugendliche verbringen durchschnittlich fast 111 Minuten täglich im Netz.

Zahl des Tages: Fast 111 Minuten verbringen Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren in Deutschland durch­schnittlich jeden Tag im Netz, sagt eine Bitkom-Studie. Demnach nutzen 98 % der Kinder zwischen sechs und 18 Jahren ein Smartphone oder Tablet. YouTube ist dabei über alle Alters­gruppen hinweg die meist genutzte Online-Plattform.
bitkom.org

Google muss australischem Politiker rund eine halbe Mio Euro Schadenersatz zahlen.

Google muss einen australischen Politiker mit umgerechnet 466.000 Euro entschädigen, urteilt ein australisches Bundesgericht. YouTube-Videos eines Komikers hätten John Barilaro, Ex-Vize-Regierungschef von New South Wales, so stark traumatisiert, dass dieser sich vorzeitig aus der Politik zurückgezog. Der US-Konzern hatte die Clips zunächst nicht offline genommen.
stern.de, faz.net

YouTube kann wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt werden.

YouTube und andere Internetplattformen können wegen Urheberrechtsverletzungen auf Schadensersatz verklagt werden, urteilt der Bundesgerichtshof. Voraussetzung dafür ist, das die Plattformen nicht gegen die Verstöße vorgehen oder nicht gleich handeln, wenn sie davon erfahren. Grundsätzlich sind Online-Dienste von der Haftung befreit. Wenn sie auf Rechteverletzungen aufmerksam gemacht werden, müssen sie das Material entfernen.
handelsblatt.com, netzpolitik.org

Analyse: YouTube kommt mit dem Löschen von Propaganda nicht hinterher.

Propaganda-Probleme: YouTube kommt mit dem Löschen russischer Kriegspropaganda nicht hinterher, sagt eine Analyse des Disinformation Situation Centers. 50 von 78 Kanälen seien Mitte Mai noch abrufbar gewesen, mit 6,3 Mrd Aufrufen erreichen die noch verfügbaren Channels "fast eine gleich ho­he Reichweite wie die 28 gesperrten Kanäle", der Output sei mit 93.000 Videos beinahe doppelt so hoch. YouTube kündigt eine Überprüfung der betroffenen Kanäle an.
zeitung.faz.net (Paid)

Debatte: Thomas Knüwer und Imre Grimm geraten aneinander.

Grimmig: Digitalberater Thomas Knüwer (Foto) wirft RND-Redakteur Imre Grimm vor, "abschätzig" und "eklig" über das inzwischen getrennte YouTube-Paar Bianca und Julian Claßen zu schreiben – und pflückt Grimms satirisch gemeinten Text auseinander. Knüwer stört sich u.a. an Grimms Aussage, dass beide "gewiss nicht die hellsten Kerzen auf der Torte" seien und man für ihre Kinder beten solle. Knüwer stellt die These auf, Journalisten wie Grimm seien vor allem auf den finanziellen Erfolg der Influencerinnen neidisch. Grimm wiederum vermutet in Knüwers Zorn dessen "langjähriges Frustverhältnis zu Regionalzeitungsverlagen".
indiskretionehrensache.de, twitter.com, rnd.de, turi2.de (Background)


Zahl des Tages: YouTuber muss 60.000 Euro Strafe zahlen.

Zahl des Tages: Zu 60.000 Euro Strafe hat das Kölner Amtsgericht den YouTuber Fritz Meinecke verurteilt. Er soll sich ein illegales Autorennen mit einem anderen YouTuber geliefert haben. Meinecke streitet die Vorwürfe ab. Er habe sich falsch eingeordnet und das andere Auto überholt, um die Spur zügig zu wechseln. Das Gericht sieht das anders und entzieht ihm zusätzlich zur Geldstrafe noch den Führerschein.
t-online.de

Debatte: “Auch das Internet ist ein Boulevard”, meint Samira El Ouassil.

Boulevard-Bibi: Die Trennung vom YouTube-Paar Bianca und Julian Claßen zeigt, "dass die Geschichten und Nachrichten über Internet-Stars längst die klassischen Boulevard-Medien erreicht haben", sagt Samira El Ouassil (Foto) im Deutschlandfunk. Früher habe es noch eine "strikte Trennung" gegeben "zwischen dem, was in der Welt der Influencer stattfindet und dem, worüber etablierte Medien berichten". Nun sei es ein "borniertes publizistisches Distinktionsmerkmal", so zu tun, als habe das Beziehungsende "keinen Nachrichtenwert über die Grenzen des Internet hinaus".
deutschlandfunk.de (mit 5-Min-Audio), turi2.de (Background)

Neuer ZDFkultur-Kanal “unbubble” thematisiert die Spaltung der Gesellschaft.

Raus aus der Blase: ZDFkultur startet den neuen YouTube-Kanal "unbubble", der sich damit beschäftigt, "Menschen in einer auseinanderdriftenden Gesellschaft" wieder miteinander ins Gespräch zu bringen. Zum Start gibt es die beiden Formate "13 Fragen" und "Sag's mir", die mittwochs im Wechsel laufen. Bei letzterer Sendung treffen in der ersten Folge eine Cannabidiol-Unternehmerin und ein ehemals drogenabhängiger Suchtberater aufeinander.
presseportal.de, youtube.com

YouTube-Paar Bianca und Julian Claßen geben ihre Trennung bekannt.

Gar nicht Claße(n): Die YouTube-Stars Bianca und Julian Claßen bestätigen ihre Trennung. Die beiden kennen sich seit Schulzeiten, sind seit 2018 verheiratet und haben zwei Kinder. Ihre Fans haben sie an ihrem Privatleben intensiv teilhaben lassen, über ihre erfolgreichen Kanäle "Bibis Beauty Palace" und "Julienco" und auch durch einen gemeinsamen Podcast. Die Trennung sorgt daher im Netz für Aufsehen.
stern.de, spiegel.de

Funk startet das neue Auslandsformat “Atlas”.

Die Welt erklären: Mit "Atlas" startet Funk ein Auslands­format, das wöchentlich auf YouTube aktuelle Themen aus verschiedenen Teilen der Welt erklärt. Die Moderation übernehmen Tess Kadiri und Don Pablo Mulemba. In der ersten Folge geht es um die Wirkung von Putins Kriegs­propaganda an russischen Schulen und Hochschulen. Dafür sprechen die Hosts u.a. mit einem russischen Lehrer, der in die USA geflohen ist.
presse.funk.net

Zitat: YouTube-Manager Robert Kyncl empfiehlt Podcasterinnen eine Video-Version.

"Ich rate ich Podcastern immer: Wenn ihr schon podcastet, stellt auch noch eine Kamera auf! Das Video muss nicht einmal groß bearbeitet werden."

Robert Kyncl, Chief Business Officer bei YouTube, betont im "FAS"-Interview die Schwierigkeit der Audio-Monetarisierung. Der Umsatz sei "doppelt so hoch", wenn Podcasterinnen ein Video von ihrer Podcast-Aufnahme bei YouTube hochladen würden. Zudem mache es "Spaß, auch die Körpersprache zu sehen".
zeitung.faz.net (Paid)

Debatte: Franziska Lauter empfindet fast schon Mitleid mit Fynn Kliemann.

Walk of shame: Fynn Kliemann könne einem fast "leidtun", sagt Franziska Lauter. "Er hat ja kein Heroin an kleine Kinder verkauft, sondern faktisch auch viel Gutes getan", so die Psychologin, die Influencerinnen hilft, im Social-Media-Geschäft klarzukommen. Sie sieht für Kliemann jetzt "Aufklärung, Reue, Transparenz" als einzigen Weg in Richtung Begnadigung.
sueddeutsche.de (Paid)

Gegen Fynn Kliemann gehen mehrere Anzeigen ein.

Fynnished: Gegen Fynn Kliemann gehen mehrere Anzeigen ein, bestätigt die Polizeiinspektionen seines Heimatlandkreises Rotenburg/Wümme. Auch immer mehr Internet-Userinnen wenden sich ab: Auf Instagram hat der YouTuber und Unternehmer in den vergangenen Tagen rund 23.000 Follower verloren. Auf dem OMR-Festival am 17. Mai wird Kliemann ebenfalls nicht wie geplant als Speaker auftreten.
welt.de, turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background)

YouTuber Drachenlord bekommt eine Bewährungsstrafe.

Muss sich bewähren: Das Landgericht Nürnberg verurteilt den polarisierenden YouTuber Drachenlord, Rainer Winkler, zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und einer Geldstrafe von 2.500 Euro. Er habe sich u.a. der gefährlichen Körperverletzung und der Beleidigung schuldig gemacht. Zuvor hatte die Staatsanwältin zwei Jahre und drei Monate Haft gefordert. Ein psychiatrisches Gutachten stuft den YouTuber als vermindert schuldfähig ein.
bild.de, br.de

turi2 edition #17: Mai Thi Nguyen-Kim über Pseudo-Experten und abgelehnte Posten.


In ihrem Element: Mai Thi Nguyen-Kim ist YouTuberin, Bestsellerautorin und TV-Moderatorin. Sie hat einen gut bezahlten Job im Chemiekonzern ausgeschlagen, um Wissenschaft vor die Kamera zu bringen. Geld spielt dabei eine untergeordnete Rolle: “Ich würde auch weitermachen, wenn ich im Lotto gewinnen würde.” Im Interview in der turi2 edition #17 gibt sie Tipps für YouTube-Anfängerinnen und verrät, wen sie mit ihrer Arbeit stolz machen will. Weiterlesen >>>

Russland will Google und YouTube sperren.

YouTube-Aus: Die russische Medienaufsicht leitet ein Verfahren zur Sperrung des US-Unternehmens Google und dessen Video-Plattform YouTube ein. Sie wirft dem Konzern "terroristische Aktivitäten" vor. Auf YouTube werde Werbung geteilt, die u.a. zur "Unterbrechung des Bahnverkehrs zwischen Russland und Belarus" aufrufe. Die Medienaufsicht fordert Google auf, die Videos zu löschen und hat die "antirussische Haltung" des Unternehmens verurteilt.

Der Zugriff auf soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook und Twitter wurde in Russland bereits in den letzten Wochen gesperrt. Meta hatte auf seinen Plattformen den Umgang mit Hasskommentaren gelockert. So wurden Hass-Beiträge gegen die russische Regierung und das Militär nicht gelöscht. Die russische Justiz hat daraufhin ein Strafverfahren gegen Meta eingeleitet.
t-online.de, stern.de, turi2.de (Background)

YouTube löscht Kanäle und Videos von Leugnerinnen der russischen Invasion.


Lügen-Videos: YouTube sagt Videos und Kanal-Betreiberinnen, welche die russische Invasion der Ukraine leugnen, den Kampf an. Entsprechende Kanäle und Clips würden ab sofort von der Plattform entfernt, da sie gegen die Gemeinschaftsrichtlinien verstoßen. Demnach sind Inhalte, "die gut dokumentierte gewalttätige Ereignisse leugnen, verharmlosen oder trivialisieren", tabu. Auch Kanälen, die mit russischen staatlich finanzierten Medien in Verbindung stehen, soll es weltweit an den Kragen gehen, kündigt YouTube an. Videos dürften nur dann Hassreden enthalten, wenn der Inhalt einen "erzieherischen Charakter" habe oder einen "dokumentarischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Zweck" erfülle.

Die russische Regierung in Moskau sieht in dem Schritt eine Zensur. YouTube hatte zuvor bereits die Kanäle der russischen Propaganda-Sender RT und Sputnik gesperrt. In russischen Medien ist im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg von einer "Spezialoperation" die Rede, das Wort "Krieg" darf nicht verwendet werden. Bei Verbreitung von angeblichen Falschinformationen droht neuerdings eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.
rnd.de

Podcast-Gründungswelle ebbt ab, YouTube lockt mit Zuschlägen.

Auf und Ab: Nachdem während der Corona-Zeit viele neue Podcasts entstanden sind, ebbt die Welle nun ab: Listen Notes zählt im Februar 2022 89 % weniger Neugründungen als im Februar 2021. Derweil will auch YouTube endlich vom Podcast-Boom profitieren: Mit Prämien von bis zu 50.000 Dollar für einzelne Shows und 300.000 Dollar für Netzwerke will das Unternehmen Podcasterinnen dazu animieren, ihren Content mit Bewegtbildern anzureichern und auf der Video-Plattform hochzuladen.
rainnews.com (Zahlen), t3n.de, theverge.com (YouTube)

Porträt: Sabine Frank, YouTube-Lobbyistin.

Gegen Wild West im Web: Digitalisierung hin oder her, die Uhrzeit lässt sich nicht so einfach außer Kraft setzen. Und so wachen einige von Sabine Franks Kolleginnen erst dann auf, wenn die anderen schon wieder Feierabend machen. Trotzdem macht sie die Arbeit in ihrem internationalem Team in der Abteilung für Politik und öffentliche Angelegenheiten bei YouTube "sehr happy".

Die Zeit lässt sich nicht regulieren. Dafür muss Sabine Frank auf vieles andere im Netz ein wachsames Auge haben. Nach ihrem Zweiten Juristischen Staatsexamen 2001 setzt sie sich viele Jahre lang für Jugendmedienschutz ein, zunächst beim Verein FSM in Berlin, ab 2012 bei Google, wo sie unter anderem YouTube Kids auf den Weg bringt. 2020 übernimmt sie die neu geschaffene Stelle Head of Government Affairs and Public Policy bei YouTube.

Frank trifft in ihrer Karriere immer dann gute Entscheidungen, "wenn sie nicht nur auf rationalen Kriterien beruhen, sondern auch das Bauchgefühl stimmt", sagt sie rückblickend. Ihr Studienfach Jura wollte sie ursprünglich einmal gegen Psychologie eintauschen. Und auch der Job einer Sportreporterin würde sie reizen. Doch sie bleibt Juristin – und arbeitet nebenbei an ihrer "Rückhand im Tennis".

Sabine Frank
Geb. 1972 in Stuttgart
1992: Studium Rechtswissenschaften in Münster und Osnabrück
2001: Geschäftsführerin Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia Diensteanbieter e.V. in Berlin
2002: Vorstand Netzwerk Inhope
2007: Mitgründerin der Kinder-Suchmaschine Frag Finn
2012: Leiterin Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz Google
2020: Head of Government Affairs and Public Policy bei YouTube


Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper:

YouTube schränkt russische Staatsmedien ein.


Sendestopp: Die Videoplattform YouTube hat als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine mehrere russische Staatsmedien eingeschränkt, sagt ein Sprecher dem RND. Betroffen seien vor allem die Kanäle des russischen Senders RT. Dem im Westen als Propagandakanal eingeordnete Account wird die Verbreitung von Desinformation und Verschwörungstheorien sowie die Rechtfertigung des Angriffs auf die Ukraine vorgeworfen. Nach einer "Anfrage der Regierung" sei deshalb der Zugang zu RT und "einer Reihe anderer Kanäle in der Ukraine" eingeschränkt worden.

Im Zuge weiterer Maßnahmen sollen alle RT-Kanäle von YouTube-Werbeeinnahmen "abgeklemmt" und Inhalte, die gegen Richtlinien verstoßen, entfernt werden. Auch für andere Kanäle, "die mit den jüngsten Sanktionen in Verbindung stehen", wolle YouTube die Monetarisierung pausieren. In Deutschland hatte die Plattform schon im September 2021 den Kanal von RT Deutsch dauerhaft gelöscht. Der Grund dafür war die Verbreitung von Falschinformationen in Zusammenhang mit Covid-19.
rnd.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Der YouTube-Kanal InfraRot wirkt verdächtig wie RT DE.

Lese-Tipp: "FAZ"-Redakteurin Jeanette Schäfer blickt hinter den YouTube-Kanal InfraRot, den ein ehemaliger Chefredakteur von RT DE betreibt. Im Hinblick auf die Ukraine-Krise suggeriert der Kanal mit rund 14.000 Abonnenten, deutsche Politiker hätten einen Krieg bewusst forciert. Auch weitere Moderatoren des Kanals waren demnach früher für den russischen Propagandasender tätig. YouTube hat bereits einige Videos der Plattform wegen Corona-Fehlinformationen gelöscht.
faz.net

Basta: AfD-Politiker startet seine eigene “Kochshow” bei YouTube.

Konserven-Kochen: AfD-Politiker Gunnar Lindemann versucht sich bei YouTube an einer eigenen "Kochshow". Zum Auftakt bei "Gunnars Kochstudio" gibt’s Kartoffeln mit Kohlrouladen, wobei letztere aus der Dose kommen – samt ausführlicher Erklärung, wie man solche Konservendosen verletzungsfrei öffnet. In den kommenden Folgen zeigt er dann wohl, wie man Tiefkühlpizzen in den Ofen schiebt, Mikrowellen-Gerichte aufwärmt oder Brötchen belegt. Echte Gourmet-Freunde fühlen sich auf den Schlips getreten und kochen bestimmt schon vor Wut.
youtube.com (6-Min-Clip) via t-online.de

Penny-Weihnachtsspot ist reichweitenstärkste YouTube-Werbung des Jahres.

Klicken und Kaufen: YouTube wertet die erfolgreichsten Werbe­videos der Plattform für das Jahr 2021 aus. Demnach verzeichnen die Spots von Penny, Samsung und den Berliner Verkehrsbetrieben die meisten Aufrufe. Die Wertung basiert auf Messwerten wie Reichweite der Videos und deren Klicks. Der Spot "Der Wunsch" von Penny zählt mit seinen fast 4 Minuten 17,3 Mio Views.
thinkwithgoogle.com

Debatte: Studytuber vermitteln unrealistische Lernstandards.

Mach mal Pause: Sogenannte "Studytube"-Kanäle, also Accounts, auf denen Schülerinnen und Studentinnen ihr Pauk-Programm präsentieren, vermitteln "unrealistische Lernstandards", bemängeln Kritikerinnen. Grund seien Nutzerinnen, die Videos hochladen, in denen sie bis zu 14 Stunden ohne Unterbrechung büffeln. Wissenschaftlerin Alexandra Löwe (Foto) vermutet ein ähnlich unrealistisches Menschenbild wie auf Instagram: Es gehe um "einen schöngezeichneten, heroischen Arbeitsalltag".
faz.net (Paid)

Lese-Tipp: Wie Gudrun Schweppe und YouTube Music den Musikmarkt erobern wollen.

Lese-Tipp: Videos machen YouTube auch im Musikbusiness "einzigartig", meint Gudrun Schweppe, Musikchefin bei YouTube Deutschland, im Interview mit "Business Punk". Sie soll die Plattform für Künstlerinnen attraktiver machen und YouTube Music als Nummer eins auf dem deutschen Musik-Markt etablieren. Schweppe ist der Meinung, das geht nur mit "Verständnis und Feingefühl für das Repertoire in Deutschland".
business-punk.com

Influencerinnen sprechen über psychische Belastungen.


Die Fassade bröckelt: Influencerinnen berichten im Funk-Format STRG_F über psychische Belastungen durch ihren Job. Gnu (Foto) etwa, mit 1,24 Mio Abonnentinnen Deutschlands erfolgreichste Gaming-Influencerin, fühlt sich "die ganze Zeit beobachtet". Analytics, das Nutzungsanalyse-System von YouTube, empfinde sie als "belastende Feedback-Schleife". Viele der Influencerinnen stresst auch das Ranking der Plattform, "in dem man sich verlieren und wahnsinnig werden kann", sagt Redakteur Gunnar Krupp. Doch nicht nur der Druck, genug Views und Likes zu bekommen, auch der Arbeitsaufwand an sich ist für Gnu "enorm". Ein Spiel sei nicht einfach mal so aufgenommen. Jedes Video bedeute "ultimativ krass viel Stress".

Bei Pascal Becker, Kalle Koschinsky, endete die Belastung in einem Burn-out: "In unserem Job gibt es kein Krankschreiben." Der Druck resultiere auch daraus, dass die Social-Media-Plattformen nur diejenigen belohne, die regelmäßig und konstant Neues veröffentlichen. Die TikTokerin Nadine Breaty hat deshalb seit anderthalb Jahren keinen Urlaub gemacht. Das letzte Mal, als sie eine Zeit lang nichts gepostet hat, habe sie 10.000 Follower auf Instagram verloren.

Die Brüder Roman und Heiko Lochmann sind deshalb aus dem Geschäft ausgestiegen. 2019 haben die "Lochis" ihren YouTube-Kanal geschlossen und machen seitdem Musik. Grund für den Wandel seien Angst- und Panikattacken gewesen, an denen Roman Lochmann noch heute leide. Es habe "dunkle Phasen gegeben", die unmittelbar mit ihrer YouTube-Karriere zusammenhingen. (Foto: Screenshot YouTube)
presseportal.de, youtube.com (27-Min-Video), turi2.de (Background)
Mitarbeit: Pauline Stahl

Zahl des Tages: ARD gewinnt im Social Web an Bedeutung.

Zahl des Tages: ARD-Videos wurden vergangenes Jahr über 8,3 Mrd Mal auf YouTube und Facebook gestreamt. Die Zahl der Social-Media-Interaktionen von ARD-Angeboten ist laut eigenen Angaben 2021 im Vergleich zum Vorjahr von 563 Mio auf 753 Mio gestiegen. Likes, Kommentare und geteilte Inhalte auf Instagram nehmen besonders stark zu.
ard.de

El Cartel Media und Sport1 vermarkten gemeinsam ihre YouTube-Kanäle.

El Cartel Media übernimmt die Co-Vermarktung aller YouTube-Kanäle von Sport1. Der RTL2-Vermarkter bietet Inhalte einzeln und in Kombination mit anderen Accounts an. Die Übernahme betrifft den Haupt-Channel und drei weitere Kanäle zu den Themen Motorsport, Tuning und eSports/Gaming. Geschäfts­führer Stephan Karrer möchte damit "vor allem junge Männer ansprechen".
horizont.net (Paid)

Studie: 8,7 Mio Views auf YouTube entsprechen dem deutschen Netto-Durchschnittslohn pro Jahr.

New Work: Ganze 8,7 Mio Views im Jahr brauchen YouTuber, um auf den deutschen Netto-Durchschnittslohn von 30.708 Euro zu kommen, meldet das Marketing-Unternehmen Reboot Online. Im Vergleich mit 44 europäischen Ländern benötigen YouTuber demnach in Lichtenstein die meisten Views (16,7 Mio), um auf den örtlichen Netto-Durchschnittslohn zu kommen, gefolgt von der Schweiz (15,4 Mio) und Luxemburg (12,2 Mio). Schlusslicht ist Armenien mit 850.611 Views.
per Mail

YouTube reduziert Angebot an Eigenproduktionen.

YouTube schränkt das Angebot der "YouTube Originals" ein, teilt Chief Business Officer Robert Kyncl auf Twitter mit. Zu den Eigenproduktionen gehören unter anderem Serien, Erklär-Videos und Musik. In Zukunft wolle die Plattform nur noch Inhalte finanzieren, die zu den "Black Voices" oder "YouTube Kids Funds" gehören. Die bisherige Leiterin des Originals-Team, Susanne Daniels, verlässt das Unternehmen zum 1. März.
t3n.de

Lese-Tipp: Wie sich die wichtigsten YouTuberinnen der letzten Jahre entwickelt haben.

Lese-Tipp: Die “FAZ” fragt, was aus den aufstrebenden YouTube-Stars der vergangenen Jahre geworden ist. Julien Bam etwa hat seinen Kanal geschlossen und tritt heute bei Netflix und im eigenen Podcast auf. Auch Mai Thi Nguyen-Kim ist längst über YouTube hinaus bekannt. Die individuellen Biografien seien beispielhaft für "die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre", findet die “FAZ”.
faz.net

Video-Tipp: Glaube trifft YouTube.

Video-Tipp: Im neuen YouTube-Kanal Basis:Kirche der evangelischen Kirchen Niedersachsen und Bremen gibt es Konfetti-Segen, einen Minecraft-Clip zu Bibelstellen, eine geführte Meditation sowie Talks und Reportagen. Mit dem Song "I love you" fasst der Trailer die Botschaft des Kanals kurz zusammen. Es ist eine Einladung zur gemeinsamen Suche nach Sinn und Spiritualität. 30 junge Pastorinnen haben die Videos gestaltet, produziert hat sie der Evangelische Kirchenfunk Niedersachsen-Bremen.
youtube.com via evangelisch.de

Debatte: Google & Co wollen mit Werbekampagnen ihr Image retten.

Facebook und GoogleRettungsversuch: Tech-Unternehmen wollen mit Werbekampagnen in den USA ihr Image verbessern, schreiben die "Handelsblatt"-Autorinnen Katharina Kort und Annett Meiritz. Die Video-Plattform YouTube wolle zeigen, "wie nützlich sie für die Gesellschaft ist" und Google werbe in Videos damit, wie Menschen etwa nach "Wie kann man den Planeten retten?" suchen. All diese Spots sollen zeigen: "Wir sind die Guten". Der Zeitpunkt sei in dem Wissen gewählt, dass die nächsten Wochen und Monate in der "stärkeren Regulierung von Big Tech" entscheidend seien.
handelsblatt.com

Basta: YouTuber muss für falschen Doktortitel vor Gericht.

Dr. Fälscher: YouTuber Marvin Wildhage wollte im Sommer 2020 beweisen, dass man sich einen Doktortitel einfach erschleichen kann. Der damals 24-Jährige beantragte mithilfe einer gefälschten Promotions­urkunde einen neuen Ausweis in einer Berliner Behörde. Den Dr. im Perso bekam er – außerdem eine Anzeige wegen Urkunden­fälschung und 3.200 Strafe vom Amtsgericht Tiergarten.
youtube.com (4-Min-Video, Verurteilung), youtube.com (9-Min-Video, Fälschung), bild.de

Zahl des Tages: Kindersong durchbricht als erstes YouTube-Video Marke von 10 Mrd Views.

Zahl des Tages: Das erste YouTube-Video mit über 10 Mrd Aufrufen ist eine Kinderkaraoke-Einlage mit Babyhai in der Hauptrolle. Der rund zwei Minuten kurze "Baby Shark Dance" zum Mitsingen ist damit das mit Abstand erfolgreichste YouTube-Video und eine echte Geduldsprobe für Eltern - Ohrwurm garantiert.
theverge.com, youtube.com

Hör-Tipp: YouTuber Fritz Meinecke über große Abenteuer und erfolgreiche Ideen.

Hör-Tipp: YouTube-Abenteurer Fritz Meinecke schläft im selbstgebauten Iglu, erkundet "Lost Places" und fährt mit dem Fahrrad von Berlin nach Estland. Im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer erzählt er von seinem ersten großen Abenteuer und dass die Idee zu seinem jüngsten Projekt 7 vs. Wild, das auf YouTube über 60 Mio Mal abgerufen wurde, "mit ein paar Sätzen auf einem A4 Blatt entstanden" ist.
omr.podigee.io (41-Min-Audio), omr.com

“Spiegel”: YouTube sperrt #allesaufdentisch für eine Woche.

Mal wieder Fake News: YouTube sperrt übergangs­weise den Kanal der Aktion #allesaufdentisch von Initiator Volker Bruch, berichtet der "Spiegel". Grund dafür ist ein Video, indem Covid-19 mit einer Erkältung gleichgesetzt und die Impfung als tödlich dargestellt wird. Der Kanal darf sieben Tage lang keine Videos hochladen. Die Plattform hatte schon einmal Videos der Initiative gesperrt, dagegen zogen die Macher vor Gericht.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Fact Checker kritisieren Fake News auf YouTube und bieten Hilfe an.

Sie haben Post: 80 Faktenprüf-Organisationen aus mehr als 40 Ländern kritisieren in einem Brief an YouTube-Chefin Susan Wojcicki die Video-Plattform für die Verbreitung von Fake News und bieten ihre Hilfe an. Die Organisationen, darunter das deutsche Correctiv, stellen fest, dass YouTubes eigene Bemühungen, Fake News einzugrenzen, nicht genügen. "Die Veröffentlichung von faktengeprüften Informationen" sei "effektiver als die Löschung von Inhalten". Ein YouTube-Sprecher stellt Fact-Checking als "wichtiges Werkzeug" heraus, das jedoch "Teil eines weit größeren Puzzles" im Kampf gegen Fehlinformationen sei und verweist auf die Fortschritte der eigenen Bemühungen.
correctiv.org, poynter.org