Zitat: Petra Gerster hat nicht damit gerechnet, so lange zu moderieren.

"Wenn sie mich einmal nur wegen meines Alters loswerden wollen, dachte ich, müssen sie schon schweres Geschütz auffahren. So bockig war ich."

ZDF-Moderatorin Petra Gerster, 66, geht bald in den TV-Ruhestand. Im "SZ Magazin" sagt sie, dass beim Moderieren für ältere Frauen immer noch andere Gesetze als für männliche Kollegen gelten.
sz-magazin.sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Mit dem ZDF-Fernsehgarten kann sich “jeder irgendwie arrangieren”.

Wohlfühlmodus: Der ZDF-Fernsehgarten ist auch deshalb ein Dauerbrenner, weil er "nicht aneckt" und sich jeder "irgendwie mit ihm arrangieren kann", analysiert Matthias Schwarzer. Seit 35 Jahren sorgt das Sommerformat für stabile Quoten und lässt sich weder von Schleichwerbung noch von schlechtem Wetter unterkriegen. Fazit: "Nichts kann diese wunderbare heile Welt erschüttern".
rnd.de (7-Min-Video)

ARD und ZDF planen ebenfalls ein Triell zur Wahl.

Qual der TV-Sender-Wahl: ARD und ZDF wollen zur Bundestagswahl ebenfalls einen Drei-Kampf mit allen drei Kanzlerkandidatinnen im Vorfeld der Bundestagswahl ausstrahlen. Damit gehen die Öffentlichen-Rechtlichen in Konkurrenz zu RTL, die ebenfalls ein Triell planen. Der Sendetermin für RTL steht noch nicht fest, ARD und dem ZDF wollen die Sendung am 12. September um 20.15 Uhr ausstrahlen.

Bei den Öffentlich-Rechtlichen sollen Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz 90 Minuten lang diskutieren und "ihre Positionen zu den wesentlichen Themen des Bundestagswahlkampfs darstellen", schreibt DWDL. Maybrit Illner und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr moderieren die Sendung. Über den genauen Ablauf wollen ARD und ZDF noch informieren. Mit der Ankündigung schwinde laut DWDL die Chance der Öffentlich-Rechtlichen Sender auf ein gemeinsames Format mit den Privaten. Zuvor waren die TV-Duelle gleichzeitig bei ARD, ZDF, RTL und einem Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe gelaufen.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Nemi El-Hassan und Richard Gutjahr dokumentieren die Übermacht von Google und Facebook.

Facebook und GoogleVideo-Tipp: Nemi El-Hassan und Richard Gutjahr fragen für "Frontal 21", warum soziale Medien unsere Gesellschaft bedrohen. Sie dokumentieren in Brüssel und Dublin, wie übermächtig die Konzerne durch ihre Lobbyarbeit sind. Die oberste EU-Datenschützerin Helen Dixon bleibt im Interview mit Gutjahr dagegen blass. Sie setze nicht auf Strafen, sondern auf Freiwilligkeit, gibt sie zu Protokoll. In seinem Blog berichtet Gutjahr, dass sich die Behörde im Nachgang über die kritischen Fragen beim ZDF beschwert hat und die Ausstrahlung des Gesprächs verhindern wollte.
youtube.com (29-Min-Doku), gutjahr.biz

“Spiegel” wirft “SZ”, ZDF und “Bild” Parteilichkeit im DFB-Machtkampf vor.

DFB: Im Machtkampf zwischen Präsident Fritz Keller und seinem Generalsekretär Friedrich Curtius teilen "Süddeutsche Zeitung", ZDF und "Bild" "fulminant gegen die Keller-Gegner" aus, wirft der "Spiegel" den Medien vor. "SZ" und ZDF hätten "bis aufs Wort" identische Fragenkataloge an den früheren DFB-Berater Kurt Diekmann geschickt, die auf geleakten internen E-Mails fußten, aus denen zuerst die "Bild" zitiert hatte. Diekmann vermutet einen Hackerangriff und hat Strafanzeige gestellt.

In einem "Bild"-Bericht von Ende April wird Diekmann als dubioser Berater dargestellt – dabei soll das Springer-Blatt selbst mit ihm zusammengearbeitet und ihm "8000 Euro netto plus Spesen" für DFB-Interna bezahlt haben, schreibt der "Spiegel". Das Magazin resümiert: Hätte sich Keller nicht mit einem Nazi-Vergleich ins Abseits manövriert, "wäre der Kampf deshalb wohl für ihn entschieden gewesen".
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Jan Böhmermann überzeugt mit dem “ZDF Magazin Royale”, meint Timo Niemeier.

Zelebriert das Format: Das "ZDF Magazin Royale" von Jan Böhmermann verbindet Unterhaltung und Relevanz, schreibt Timo Niemeier zur letzten Episode vor der Sommerpause. Trotz des Fokus auf journalistische Recherchen habe "man sich eine breite Spielfläche bewahrt, innerhalb derer man so ziemlich alles umsetzen kann, was denkbar ist." Der Wechsel ins ZDF-Hauptprogramm mit weniger Sendezeit habe der Show nicht geschadet, schreibt Niemeier. Es sei gut gewesen, dass sich Böhmermann ein Jahr lang Zeit genommen hat, um das neue Format zu entwickeln.
dwdl.de

“Bild” wirft dem Jugendformat “STRG_F” Stimmungsmache gegen Israel vor.

Impf-Irritation: Die "Bild" wirft dem Funk-Format STRG_F Stimmungsmache gegen Israel vor. STRG_F hatte vor zwei Tagen eine Reportage veröffentlicht, in der es heißt: "Israel geimpft, Palästina leidet!" Dadurch entstehe der Eindruck, Israel würde Palästinenserinnen den Zugang zu Impfstoffen verweigern oder erschweren. Der Impfstoffmangel in Palästina liege allerdings an der zuständigen Autonomiebehörde, die aufgrund von Geldmangel nicht genügend Dosen kaufen konnte.
bild.de, youtube.com (33-Min-Reportage)

Jan Böhmermanns “Freizeit Magazin Royale” wird nachgedruckt.

Feierabendlektüre: Das "Freizeit Magazin Royale" von Jan Böhmermann soll ab morgen wieder im Handel erhältlich sein, kündigt der Twitter-Account von Böhmermanns Sendung "ZDF Magazin Royale" an. Das Heft war im April für 99 Cent mit 30.000 Auflage in ganz Deutschland erschienen und innerhalb kürzester Zeit vergriffen, 120.000 Exemplare werden jetzt nachgedruckt.
twitter.com (Ankündigung), clap-club.de, turi2.de (Background)

“Bild” wirft ARD und ZDF Stimmungsmache für die Grünen vor.

Klagelied: Die "Bild" beschwert sich über "Entgleisungen in Serie" und Stimmungsmache für die Grünen bei ARD und ZDF auf Social Media am Wochenende. Anlass ist u.a. ein mittlerweile entfernter Tweet der ARD, der Kritik an Annalena Baerbock abwehrt sowie ein laut ARD versehentlicher Like für die Forderung, "Bild"-Journalistinnen nicht mehr in Talkshows einzuladen. Auch ein Tweet des ZDF, der eine Sendung zum Wohnungsmarkt beworben hatte, wurde gelöscht, weil er angesichts der Ausschreitungen zum 1. Mai "missverständlich" war, wie ein ZDF-Sprecher sagt.
bild.de

Esther Sedlaczek und Micky Beisenherz übernehmen den “Sportschau Club”.

ARD-Neuzugang Esther Sedlaczek feiert zwei Monate früher als geplant ihren Einstand, ab dem 11. Juni moderiert sie mit Micky Beisenherz den Fußball-EM-Talk Sportschau Club, dessen Hauptmoderator seit 2013 Alexander Bommes war. Bommes wiederum wird durch die langen Spieltage im Ersten führen. Zudem plant die ARD einen täglichen EM-Podcast, der jeden Morgen um 6 Uhr erscheinen soll. Derweil verkündet das ZDF, Sport-Formate künftig unter der Dachmarke "sportstudio" statt "ZDFsport" zu bündeln.
presseportal.de (ARD), turi2.de (Background Sedlaczek), presseportal.de (ZDF)

Meinung: Privatsender wollen sich mit Relevanz im fragmentierten TV-Markt behaupten, schreibt Christian Meier.

RTL und ProSieben haben aus "wirtschaftlichem Kalkül" begriffen, "dass gut verpackte Information und damit Glaubwürdigkeit ihnen ein Schicksal der Belang- und damit Bedeutungslosigkeit erspart", schreibt Christian Meier in der "Welt am Sonntag". Umgekehrt hätten sich ARD und ZDF "seit vielen Jahren" darum bemüht, "Erfolgsformate der Privatsender zu kopieren". Das habe zwar Quote gebracht, aber zur "Verwässerung" beigetragen.
edition.welt.de (Paid)

Jan Böhmermann knöpft sich die deutsche Filmbranche vor.


Film ab: Jan Böhmermann knöpft sich in der aktuellen "ZDF Magazin Royale"-Ausgabe den deutschen Film und die deutsche Filmförderung vor. Deutsche Filme funktionieren laut Böhmermann genau nach drei Rezepten: "Arschloch mit Herz aus Gold findet große Liebe", "Junge Leute kriegen tragische Diagnose und machen eine Reise" und "Nazi, Weltkrieg, DDR". Zudem leiden deutsche Produktionen laut Böhmermann an eindeutigem Männer-Überschuss, Frauen kämen thematisch oft nur als "Problem" vor. Die deutsche Filmförderung kommt nicht viel besser weg: 400 Mio Euro werden jährlich für Produktionen zur Verfügung gestellt, die Verteilung der Gelder komme aber einem "sexy Verwaltungsakt" gleich. Drehbücher stecken teilweise sechs bis sieben Jahre bürokratisch fest, bevor sie gefördert werden.

Zudem arbeiten die einzelnen Förderanstalten nach völlig unterschiedlichen Kriterien: Oft entscheiden Regierungsmitarbeiterinnen, welche Produktionen gefördert werden, beim Medienboard Berlin-Brandenburg verteilt seit 17 Jahren Juristin und Geschäftsführerin Kirsten Niehuus alleine das Geld – im Jahr 2019 immerhin 27 Mio Euro.
youtube.com (17-Min-Video)

ARD, ZDF und Deutschlandradio sehen sich “nicht mehr bedarfsgerecht finanziert”.

Rundfunkbeitrag: ARD, ZDF und Deutschlandradio legen ihre Finanzplanung für die Jahre 2021 bis 2024 vor und sehen sich "im Wesentlichen" darin bestätigt, dass der Rundfunkbeitrag eigentlich bei 18,36 Euro liegen müsste. Da Sachsen-Anhalt die Erhöhung nicht ratifiziert hat, sei "der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht mehr bedarfsgerecht finanziert". Sollte es bei 17,50 Euro im Monat bleiben, ließen sich "spätestens 2022 Auswirkungen auf das Programm nicht mehr vermeiden".
dwdl.de, tagesspiegel.de, presseportal.de

Oliver Welke ist beim ZDF als EM- und WM-Moderator raus.

ZDF fährt ohne Oliver Welke als Moderator zur Fußball-EM in diesem Sommer, auch bei der WM 2022 in Katar ist Welke nicht mehr an Bord, berichtet DWDL. Zuvor hatte bereits die "Sportbild" über die Personalie spekuliert. Grund sei, dass Welke zur WM in Katar, die im November und Dezember 2022 stattfindet, bei der "heute-show" im Einsatz ist. Deshalb sei "die gemeinsame Entscheidung" gewesen, den Wechsel schon zur EM 2021 durchzuführen, sagt ein ZDF-Sprecher.
dwdl.de, sportbild.bild.de

Tabea Rößner will breite gesellschaftliche Debatte zu ARD und ZDF.

Rundfunkdebatte: Grünen-Fraktionssprecherin für Netzpolitik und Verbraucherschutz Tabea Rößner regt in ihrem "FAZ"-Gastbeitrag eine unabhängige Expertinnenkommission zur Bestimmung des künftigen Auftrags von ARD und ZDF an. Sie schlägt eine gemeinsame "digitale, dem Public Value verpflichtete Medienplattform" vor, die Information, Bildung und Kultur stärkt. Bei Unterhaltungsangeboten müsse "mit dem öffentlich-rechtlichen Profil ernst gemacht werden".
faz.net (Paid)

Produzent Markus Heidemann analysiert die Entwicklung von “Markus Lanz”-Talkshow.

Lanze für Lanz: Markus Heidemann, Produzent der Talkshow "Markus Lanz", findet nicht, dass die Sendung aus "Wendler-Elementen“ bestanden hat. Heidemann bezieht sich sich auf das Lob, dass es zuletzt verstärkt für die Talkshow gab. Die Entwicklung, die die Leute jetzt verstärkt wahrnehmen, sei "seit fünf bis sechs Jahren" im Gange. Es gehe auch in Hinblick auf die Coronakrise nicht "um den normalen Stehsatz an Politantworten", sondern wirkliche Hintergründe.
rnd.de

“Bild” wirft ARD und ZDF Stimmungsmache gegen “Alles dicht machen” vor.

Bild nutzt die Aktion "Alles dicht machen", um gegen ARD und ZDF auszuteilen. Das Boulevardblatt prangert an, dass bei der Berichterstattung zum Thema vom Informationsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen nur wenig bliebe. Als Beispiel nennt "Bild" u.a. die Einberufung von Aktionsteilnehmer Jan Josef Liefers in die WRD-Sendung Aktuelle Stunde. Als einzige positive Stimmen zu den Videos seien dort "rechte Netzwerke, Coronaleugner und die AfD" genannt worden.
bild.de, turi2.de (Background)

RTL, ARD und ZDF planen Sondersendungen zur K-Frage.

Laschet-TV: RTL, ARD und ZDF nehmen heute Sondersendungen zur K-Frage ins Programm auf. Den Anfang macht das ZDF um 19.20 Uhr mit "Was nun, Herr Laschet?", um 20.15 Uhr sendet die ARD "Farbe bekennen". In beiden Sendungen ist Armin Laschet zu Gast. RTL strahlt ebenfalls 20.15 Uhr ein allgemeineres 15-minütiges "RTL Aktuell Spezial" mit dem Untertitel "Kampf ums Kanzleramt – Die Kandidaten stellen sich" aus.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Bauer wirft Jan Böhmermann und dem ZDF Rechtsbruch vor.

Bauer wirft Jan Böhmermann und dem ZDF Rechtsbruch vor. Das ZDF hätte mit dem Freizeit Magazin Royale die "Grenzen des Rundfunkauftrags verlassen, indem es "mit Rundfunkgebühren eine neue Print-Zeitschrift publiziert." Das ZDF sieht das satirische Klatschmagazin als vom Medienstaatsvertrag gedeckt an: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf "programmbegleitende Druckwerke" anbieten. Auch Burda fühlt sich von Böhmermann beleidigt – äußert sich aber nur per Intranet-Beitrag zur Causa.
dwdl.de, uebermedien.de (Burda), turi2.de (Background)

Meinung: Markus Lanz macht eine gute Figur in seiner Talkshow, schreibt Micky Beisenherz.

Lanz kann's: Die ZDF-Sendung von Markus Lanz hat sich zur "oft interessantesten und eigentlich immer unterhaltsamsten politischen Talkshow im deutschen Fernsehen" entwickelt, schreibt Gagautor und Podcaster Micky Beisenherz in der "Süddeutschen Zeitung". Der Studioflur sei Treibsand: "Der Gast sinkt tiefer, je heftiger er strampelt." Armin Laschet sei durch kritische Nachfragen von Lanz "im Grunde zerstört" worden.
sueddeutsche.de (Paid)

Jan Böhmermann nimmt Klatschblätter auseinander.


Regenbogen-Schelte: Jan Böhmermann knöpft sich im "ZDF Magazin Royale" das Geschäft der Klatschzeitschriften und deren Verlage vor. Kern des Geschäftsmodells sei es, "ein Fitzelchen Wahrheit zur größtmöglichen Skandalschlagzeile aufblasen, sodass es gerade eben noch juristisch erlaubt ist". Besonders Burda, Bauer, Funke und Klambt bekommen ihr Fett weg. Nebenbei schießt Böhmermann aber auch gegen Gruner + Jahr und Springer, die bei der Verlags-Initiative Best4 miteinander kooperieren.

Namentlich genannt und zum Teil zitiert werden vor allem Burda-Vorstand Philipp Welte und sein Verleger Hubert Burda, Klambt-Verleger Lars Rose und Bauer-Verlegerin Yvonne Bauer. Daneben werden Stephan Schäfer von Gruner + Jahr und Jan Bayer von Springer erwähnt, sowie der bei Bauer bereits ausgeschiedene Jörg Hausendorf.

Die Vorwürfe gegen die Regenbogenblätter und die Fälle, die Böhmermann bespricht, sind zum größten Teil bekannt. Neu ist, dass Böhmermann den Spieß umdreht und am Samstag ein Klatschblatt über die Verlegerinnen an den Kiosk legt. Das "Freizeit Magazin Royale" kommt mit 32 Seiten und 500.000 Auflage und enthält "Qualitätstragödien, Schocknachrichten und Horror-Diagnosen" über die Zeitschriften-Macherinnen von Bauer, Burda, Funke, Klambt und Co. Die Titel-Zeile "Wie er mit Intrigen, Inzucht und Inkontinenz Millionen machte" über "Verleger-König" Hubert Burda gibt den Ton vor. In der Online-Ausgabe sind alle Fotos und Geschichten über die Verlegerinnen vorsorglich geschwärzt. Das Print-Heft lässt sich auch im Online-Shop bestellen.
youtube.com (18-Min-Video), uebermedien.de, br.de, shop.freizeitmagazinroyale.de, turi2.de (Background)

Jan Böhmermann lanciert “Freizeit Magazin Royale”.

TV geht Print: Jan Böhmermann kündigt im "ZDF Magazin Royale" heute Abend ein satirisches Boulevard-Magazin an, berichtet "Clap". Das "Freizeit Magazin Royale" soll demnach für 99 Cent auf den Markt kommen und das zentrale Element der neuen Episode werden. Der Twitter-Account der Böhmermann-Sendung spielt bereits in Design und mit parodistischen Gegendarstellungen auf Yellow-Press-Vorbilder an.
clap-club.de

Befragung: Deutsche TV-Zuschauerinnen fordern mehr Kultur bei ARD und ZDF.

Mediennutzung: Deutsche Fernseh-Zuschauerinnen wollen bei den Öffentlich-Rechtlichen weniger "leichte Unterhaltung und mehr Kultur im Unterhaltungsbereich" sehen, ergibt ein Zwischenergebnis des Befragungsprojekts #meinfernsehen21 vom Grimme-Institut. Außerdem wünschen sich die Befragten "mehr hochwertige Dokumentationen zu attraktiveren Sendezeiten". Zudem sei bei der Befragung herausgekommen, dass die Teilnehmenden "nur unzureichend" über das Finanzierungsmodell und die Funktion der Aufsichtsgremien von ARD und ZDF informiert sind.
sueddeutsche.de

Mai Thi Nguyen-Kim hat eine ambivalente Beziehung zu Talkshows.

Gemischte Gefühle: ZDF-Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim empfindet eine Hassliebe zu TV-Talkshows, weil konstruktives Streiten dort kaum möglich ist, schreibt Senta Krasser bei DWDL. Dennoch geht Nguyen-Kim gelegentlich zu Talkshows, weil sie sich denkt: "Im Zweifelsfall sitze lieber ich dort als jemand anderes, der die große Reichweite für irgendeinen Unsinn ausnutzt."
dwdl.de

“BamS”: Sonja Zietlow heuert erstmals beim ZDF an.

ZDF verpflichtet Sonja Zietlow für eine deutsche Adaption der britischen Tier-Doku Dog House, meldet die "Bild am Sonntag". Die Aufzeichnungen dazu finden ab Mai im Tierheim Berlin statt. In der Sendung sollen abgegebene Hunde ein neues Zuhause finden. Zietlow ist vor allem für ihre Dschungelcamp-Moderationen bei RTL bekannt, hat beim Kölner Sender aber keinen Exklusivvertrag.
"Bild am Sonntag", S. 38 (Paid)

Vaunet-Vorständin Annette Kümmel fordert strengere Regeln für die Öffentlich-Rechtlichen.


Dualer Donnerschlag: Annette Kümmel, Vorstandsvorsitzende des Verbands Privater Medien Vaunet, fordert in einem "FAZ"-Gastbeitrag strengere Regeln für die Öffentlich-Rechtlichen, die im Zuge der Reform von ARD, ZDF und Deutschlandradio umgesetzt werden müssten. Kümmel warnt die Anstalten etwa davor, Bildungs-, Kultur- und Informationsinhalte ins Internet auszulagern: "Der Verweis der Rund­funk­an­stal­ten auf verän­der­te Nutzungs­ge­wohn­hei­ten sollte nicht als Blan­ko­scheck dienen, nach Belie­ben Program­me und Ange­bots­tei­le hin und her zu schie­ben." Die Öffentlich-Rechtlichen müssten diese "Kernelemente" über alle Verbreitungswege verfügbar machen. Mit Besorgnis nimmt Kümmel das Verschwinden bzw. Auslagern einzelner Kulturinhalte wahr: "Das Eintre­ten für Kultur­ver­ständ­nis wird online only nicht erfolg­reich sein."

Zudem fordert Kümmel, der "unge­brems­ten Expan­si­on der Anstal­ten vor allem im Online-Bereich" Grenzen zu setzen. Im Zuge der Modernisierung sollte dabei auch "ein Mehr an Ange­bo­ten und Kosten ausge­schlos­sen" werden. Kümmel übt auch Kritik an Filmen und Serien, die öffentlich-rechtliche Anstalten für amerikanische Streamingdienste produzieren: Vaunet halte "eine Entkom­mer­zia­li­sie­rung und Über­prü­fung der wach­sen­den Präsenz des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks auf solchen Platt­for­men für gebo­ten." Beide Seiten des dualen Systems – also öffentlich-rechtlicher sowie privater Rundfunk – sollten Kümmels Vorstellung zufolge am besten eine "Task­force" gründen, um gemeinsam über die Zukunft deutscher TV- und Radioanstalten zu beraten.
"FAZ", S. 14 (Paid)

Öffentlich-Rechtliche Journalistinnen fordern Sicherheit auf Veranstaltungen und im Netz.

Offener Brief: Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse (Agra) fordert, Journalistinnen auf Veranstaltungen und im Netz besser zu schützen. In einem offenen Brief an die Politik plädieren sie für ein entsprechendes Konzept, damit Medienschaffende ihrer Arbeit ungehindert nachgehen können. Beleidigungen und konkrete Drohungen sollen durch "Gesetze und konsequente Strafverfolgung" unterbunden werden.
agra-rundfunk.de

Thomas Bellut lehnt Fusion von ARD und ZDF ab.

Keine Kernfusion: ZDF-Intendant Thomas Bellut spricht sich im Interview mit den Zeitungen der VRM-Gruppe gegen eine Fusion von ARD und ZDF aus. Er sagt, sie mache "keinen markt- oder betriebswirt­schaftlichen Sinn." Bellut hebt hervor, dass das ZDF einen nationalen Auftrag habe, die ARD hingegen als Arbeitsgemeinschaft regionaler Sender konzipiert sei. Er sagt zudem: "Ich bin ein klarer Befürworter eines Qualitätswettbewerbs der Hauptprogramme von ZDF und ARD".
giessener-anzeiger.de (Paid), spiegel.de

Meinung: Unter Thomas Bellut ist das ZDF zum “Zentrum des Fortschritts” geworden.

ZDF hat sich unter Intendant Thomas Bellut (Foto) zum "Zentrum des Fortschritts" entwickelt, analysiert Alexander Krei. Mit fast 15 % Marktanteil liegt das Zweite "meilenweit vor der Konkurrenz". Jan Böhmermann, Markus Lanz und das "heute-journal" locken beim einst als "Senioren-Fernsehen" verschrienen Sender zunehmend junges Publikum vor den Bildschirm oder die Mediathek. Bei der Verpflichtung von Sabine Heinrich und Mai Thi Nguyen-Kim war das ZDF "wohl nicht nur flinker und mutiger als die öffentlich-rechtliche Konkurrenz, sondern auch attraktiver".
dwdl.de

Die Lachkonserve hat eine lange Geschichte.

Konserven-Comeback: Matthias Schwarzer gräbt im Redaktionsnetzwerk Deutschland die Geschichte der Lacher vom Band aus. Die erste professionelle "Lachbox" war eine umgebaute Schreibmaschine in den 50er-Jahren. Deren Erfinder Charles Douglass "spielte die Maschine wie ein Starpianist sein Klavier". Nach einem Jahr Pandemie sei die Einbindung der künstlichen Reaktionen heute so perfekt, dass die Abwesenheit des Publikums kaum auffalle. ZDF-Sprecher Stefan Unglaube erzählt, dass der Sender vor allem bei Talkshows prüfe, weiterhin ohne Zuschauerinnen aufzunehmen.
rnd.de

Sabine Heinrich mischt die männerdominierte Quizshow-Welt auf.

Gipfelsteigerin: Sabine Heinrich erklimmt "als erste Frau nach Ulla Kock am Brink den männerheiligen Quiz-Olymp", schreibt Senta Krasser bei DWDL. Heinrich selbst sagt, sie "will eine Show moderieren und keine Politik betreiben", würde sich aber gleichwohl freuen zu einer diverseren Moderatorinnenlandschaft beizutragen. 2010 hat sie Eurovision Song Contest und die Echo-Verleihung moderiert, aber nicht an ihr Live-Talent geglaubt. Heute sagt die 44-Jährige mit deutlich mehr Erfahrung im Gepäck: "Ich kann Show." Heinrich moderiert im Juni zur Primetime ein Quiz-Format im ZDF.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Basta: Bitte recht ruhig.

Schweigefuchs: Virologin Melanie Brinkmann will bei Markus Lanz von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wissen, warum die Politik nicht besser auf Covid-Mutanten reagiert – und wird von den Herren der Schöpfung ständig unterbrochen. Als Multitasking-Profi schafft sie es zwischen wissenschaftlichen Argumenten noch, Kretschmer an seinen Job zu erinnern und Lanz' Dauerschleife abzuwatschen.
spiegel.de

Meinung: Steffen Grimberg stellt Thomas Bellut ein gutes Zeugnis aus.

Noch-ZDF-Intendant Thomas Bellut hat dem Sender gutgetan, schreibt Steffen Grimberg in der "taz". Bellut habe die "öffentlich-rechtliche Angstlogik" überwunden – und u.a. in der Böhmermann-Affäre 2016 "höchst dialektisch" Position bezogen: "Ein Kurzschluss à la 'auf jeden Fall die Sendung raus aus der Mediathek', wie ihn die ARD pflegt, passiert ihm nicht."
taz.de, turi2.de (Background)

ARD und ZDF sind auf YouTube noch nicht eingespielt.

YouTube-Strategie: "Im Allgemeinen herrscht noch viel Trial & Error, vor allem bei der ARD", analysiert Timo Niemeier bei DWDL. ARD-Digital-Plattform-Chefin Tanja Hüther erwartet eine Beruhigung des Geschehens in ein bis zwei Jahren. Das ZDF stellt anders als der Konkurrent keine Shows in voller Länge auf die Plattform. Mit Clips wolle der Sender die Zielgruppe in die eigene Mediathek lotsen. Das gelte allerdings nicht für News, sagt Eckart Gaddum, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Neue Medien: "Bei Nachrichten geht es primär um Reichweiten."
dwdl.de

Meinung: Peer Schader stellt Spartenkanäle von ARD und ZDF in Frage.

ARD und ZDF demonstrieren wenig Publikumsnähe, wenn sie europäische Serien wie Pure oder Beforeigners teils nachts auf ihren Spartenkanälen versenden, schreibt Peer Schader bei DWDL. Die Sender würden darauf abzielen, die Zuschauerinnen zur Mediathek zu lenken, "um Netflix, Prime und Disney+ zumindest ein bisschen Contra zu geben". Es stelle sich die Frage, wofür man One und ZDFneo braucht, wenn diese zu prominenten Sendezeiten "vorrangig als Zweitverwertungsstation der Inhalte aus dem Hauptprogramm" dienen.
dwdl.de

“Hessenschau” und “ARD-Mittagsmagazin” kämpfen mit der Technik.

Verflixte Technik: HR und RBB kämpfen am Donnerstag mit technischen Problemen. Wegen Schwierigkeiten mit dem zentralen Schnittserver ist die Hessenschau im HR gut fünf Minuten zu spät gestartet. Bereits am Mittag war das ARD-Mittagsmagazin mit rund 17 Minuten Verspätung auf Sendung gegangen. Nach einem kurzen Blick ins Studio war bei ARD und ZDF zwischenzeitlich die Reportage Leonora – Wie ein Vater seine Tochter an den IS verlor zu sehen. Beim verantwortlichen RBB spricht man von "massiven Computer-Netzwerkproblemen". Auch einige RBB-Radiosender sind kurzzeitig von den technischen Problemen betroffen gewesen.
dwdl.de (Hessenschau), presseportal.de (Mittagsmagazin)

Nach Wut-Tweet: “Frontal21” bietet Elon Musk ein Interview an.

Frontal21 reagiert auf den Wut-Tweet von Elon Musk: Bei Twitter schreibt die Redaktion des ZDF-Magazins, sie würde den Tesla-Chef gerne interviewen. Dann hätte er die Chance, zu erklären, warum die Gigafactory in Brandenburg umweltverträglich ist. Vergangene Woche hatte "Frontal21" in einer Reportage den großen Wasserverbrauch der Fabrik angeprangert.
rnd.de, turi2.de (Background)

Elon Musk sucht Streit mit “Frontal 21”.


Dünnes Fell: Tesla-Obervater Elon Musk schießt in einem Tweet mit dem Wortlaut "Wow, shame on ZDF Info!" gegen Frontal 21. Das Magazin des ZDF-Hauptprogramms hat letzte Woche in seiner Sendung Turbo, Tempo, Tesla kritische Stimmen zum Wasserverbrauch der Tesla-Gigafabrik in Brandenburg zu Wort kommen lassen. Musks Tweet antwortet auf einen getwitterten Post des Tesla-begeisterten Blogs Tesmanian, der die Berichterstattung von Frontal21 als fehlerhaft bezeichnet. Der Film porträtiere Tesla als "Schurke", schreibt das Blog.

Das ZDF-Magazin zitiert André Bähler, Chef des Wasserverbandes Strausberg-Erkner, der sagt, dass die Trinkwasserversorgung "am Gabentisch der Wirtschaftspolitik" geopfert werde. Musk hingegen urteilt in einem Statement, dass die Region "nicht sehr trocken" sei. "Frontal21" berichtet im Beitrag auch kritisch über Druck auf das Brandenburger Landesamt für Umwelt und die Arbeitsbedingungen bei Tesla, das Gewerkschaften kategorisch ablehnt.
rnd.de, twitter.com (Musk-Tweet), zdf.de (Frontal-21-Sendung), tesmanian.com (Blogpost)

Zitat: Heike Raab fordert Zusammenarbeit von ARD und ZDF beim Online-Angebot.

"Die digitale Transformation ist nicht damit erfüllt, dass die nächste Folge des 'Bergdoktors' oder der 'Charité' vorab in der Mediathek abgerufen werden kann."

Heike Raab, Koordinatorin der Rundfunkkommission der Länder, pflichtet im "FAZ"-Interview jüngsten Vorstößen von MDR-Intendantin Karola Wille und WDR-Intendant Tom Buhrow bei. Es brauche "eine einheitliche öffentlich-rechtliche Plattform" und eine "Flexibilisierung" des Auftrags von ARD und ZDF.
faz.net (Paid)

Polnisches Gericht verurteilt UFA und ZDF wegen Weltkriegs-Serie.

Niederlage: Ein polnisches Berufungsgericht verdonnert die Produktionsfirma UFA Fiction und das ZDF zu einer öffentlichen Entschuldigung. Ein polnischer Kriegsveteran hatte gegen die Serie "Unsere Mütter, unsere Väter" geklagt, weil sie Polens Heimatarmee eine Mitschuld an den Verbrechen gegen das jüdische Volk gebe. ZDF und UFA prüfen weitere Rechtsmittel und bedauern, dass das Gericht die Kunstfreiheit nicht genügend beachtet habe.
rnd.de

Ufa Fiction und BMG produzieren Musical zur ZDF-Reihe “Ku’damm 56”.

Große Bühne: Die Produktionsfirma Ufa Fiction und das Musikunternehmen BMG machen die ZDF-Reihe Ku'damm 56 im Rahmen der Bertelsmann Content Alliance zum Musical. Die Premiere findet am 28. November im Berliner Stage Theater des Westens statt, der Ticketvorverkauf startet am 22. März. Entwickelt worden ist das Musical von Annette Hess, Autorin der Geschichte, sowie von Peter Plate und Ulf Leo Sommer, die bisher Songs für z.B. Rosenstolz oder Max Raabe geschrieben haben.
presseportal.de, new-business.de

Selbstverpflichtung: ZDF will digitaler, jünger und vielfältiger werden.

ZDF bekennt sich in einer Selbstverpflichtung dazu, mehr digitale Kontaktpunkte zu schaffen, mehr Programme für Jüngere zu produzieren und die gesellschaftliche Vielfalt stärker im Programm abzubilden. Die Mediathek will das ZDF als "non-linearen Hauptausspielweg" weiter stärken und u.a. die Personalisierung ausbauen.
presseportal.de (Selbstverpflichtung), presseportal.de (Mediathek)

Meinung: Die ZDF-Dokumentation mit Hendrik Streeck dient der “Selbstinszenierung”.

Streeck-Show: Bei der ZDF-Dokumentation "Corona – Pandemie ohne Ende?" mit Hendrik Streeck ging es nicht um "Wissenschaft im Format einer Abendsendung", sondern um die "Selbstinszenierung einer pandemischen Berühmtheit", kritisiert Christian Schwägerl. Jede kritische Auseinandersetzung mit den Fehlern oder falschen Einschätzungen des Virologen habe gefehlt. Stattdessen gab es nur allgemeine Aussagen, "die jeder schon kennt, der die vergangenen zwölf Monate bei Bewusstsein war". Die gute Nachricht sei so immerhin gewesen, dass Streeck die Sendung nicht genutzt hat "um wieder Werbung für vorschnelle Öffnungen zu machen" oder "Long Covid zu ignorieren", schreibt Schwägerl.
uebermedien.de, zdf.de (43-Min-Video)

Meinung: ARD, ZDF und Deutschlandradio sollen den Vorschlag der Vereinigung nicht abschmettern.

All in one? Peter Voß, Ex-Intendant des SWR, appelliert per "FAZ"-Beitrag an ARD, ZDF und Deutschlandradio, den Vorstoß der Mittelstandsunion nach nur einem öffentlich-rechtlichen Sender nicht sofort abzuschmettern. Die Anstalten seien "gut beraten", das Positionspapier auf "akzeptable oder zumindest diskutable Ansätze" abzuklopfen. Trotzdem sieht Voß eine Programm-Zusammenlegung kontraproduktiv: Sie zerstöre den bewährten Austausch zwischen Hauptprogramm und dritten Fernsehsendern.
"FAZ", S. 13 (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Julia Ruhs haben die Reaktionen auf ihren Anti-Gender-Kommentar überrascht.

"Manchmal scheint es fast, als wären per se alle junge Frauen fürs Gendern, aber das stimmt so einfach nicht – deswegen finde ich es schon wichtig, mal den Mund aufzumachen."

BR-Volontärin Julia Ruhs spricht im Meedia-Interview über die Reaktionen auf ihren Gender-Kommentar im Mittagsmagazin letzte Woche. Dass er "so abgeht", habe sie überrascht. Allerdings gebe es auch "Applaus aus politisch sehr rechten Kreisen", einer Seite, mit der Ruhs "nichts zu tun haben will".
meedia.de