ZDF braucht eigentlich eine Intendantin, meint Uwe Mantel.

ZDF muss sichtbar weiblicher werden, kommentiert Uwe Mantel. Beim Sender gab es noch nie eine Intendantin, eine Programmdirektorin oder eine Chefredakteurin – "kaum vorstellbar, dass das im Jahr 2022 so bleiben kann". Den jetzigen Programmdirektor Norbert Himmler "zum fast schon gesetzten Nachfolger für Thomas Belluts Stelle auszurufen" sei deshalb falsch.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Meinung: CDU-Wirtschaftsflügel stellt AfD-ähnliche Rundfunk-Forderungen.

Substraktionsgedanken: Der Wirtschaftsflügel der CDU fordert eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, bei der ZDF und ARD aufgelöst und zu einem Sender fusioniert werden – wohl aus Angst vor einer Wählerwanderung zur AfD, analysieren Ralf Neukirch und Anton Rainer. Denn das ZDF gelte "in rechten Unionskreisen als politisch ebenso verdächtig wie die ARD". Der liberale Flügel der Union reagiert alarmiert.
spiegel.de

Reiner Haseloff fordert bei ARD und ZDF Impf-Aufklärung zur Primetime.

Impf-TV zur Primetime: Sachsen-Anhalts Minister­präsident Reiner Haseloff redet sich bei Markus Lanz in Rage und fordert nach "Tagesschau" und "heute" tägliche Aufklärungs­sendungen zur Corona-Impfung. Der Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen sei in erster Linie Bildung, sagt Haseloff. Bildungs­sendungen sollten deshalb in der Primetime laufen, "ein Quiz gehört nach hinten, für diejenigen, die nicht einschlafen können".
watson.de, twitter.com (90-Sek-Video), zdf.de (Haseloff ab 33:30 Min)

Mittelstandsunion schlägt Vereinigung von ARD und ZDF vor.

Eher so mittelmäßig: Eine Kommission der Mittelstandsvereinigung der Union will ARD und ZDF zusammenlegen, berichtet die "Welt" unter Berufung auf ein Positionspapier. Die Pläne sehen u.a. die Einstellung etlicher TV- und Radio-Sender vor. Das Unterhaltungsangebot solle zurückgefahren und das Informationsangebot gestärkt werden. Der Rundfunkbeitrag fiele laut den Plänen geringer aus.
welt.de (Paid), spiegel.de

Mai Thi Nguyen-Kim kommt “dauerhaft” zum ZDF.


Science-Upgrade: Das ZDF gewinnt Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim ab 1. April für verschiedene Sendungen, verkündet Programmdirektor Norbert Himmler im "FAZ"-Interview. Sie übe eine "Crossover-Funktion" aus, in der sie "klassische 'Terra X'-Sendungen präsentieren und redaktionell mitgestalten" werde. Das ZDF kündigt an, dass für die Show eine Reihe zur Chemie der Welt in Vorbereitung ist. Nguyen-Kim wird auch im Online-Format von Terra X auftreten, wie sie es schon 2017 und 2018 getan hat.

Außerdem bekommt die promovierte Chemikerin im Herbst eine eigene Wissenschaftssendung auf ZDFneo. Diese sei eine "organische Weiterentwicklung" ihrer Arbeit beim Funk-Kanal "maiLab", den sie weiterführen werden, so Nguyen-Kim. Auch ihr Team werde sie von dort in die neue Sendung mitnehmen. Norbert Himmler kontextualisiert den Zugewinn der Wissenschaftsjournalistin auch vor dem Hintergrund einer Bildungsoffensive im Netz. Hier kann Nguyen-Kim ihre Erfahrung in der digitalen Welt einbringen.
faz.net, presseportal.de

Dalli, Dalli kehrt mit Jubiläumsausgabe zurück.

A blast from the past: Das ZDF reanimiert die Spielshow Dalli, Dalli für eine Jubiläumsausgabe. Johannes B. Kerner ist als Moderator an Bord, die Aufzeichnung findet im Mai statt. Bei guten Quoten könnte das Format in Serie gehen, vermutet die "Bild am Sonntag". Sie berichtet, dass auch die ARD ähnliche Pläne verfolgt hat. Dort ist das Format zuletzt mit Kai Pflaume unter dem Namen "Das ist Spitze!" gelaufen.
"Bild am Sonntag", S. 49 (Paid)

“Welt am Sonntag” moniert “Lobgesänge auf die Mächtigen” im deutschen Journalismus.

Fehlende Distanz zur Regierung wirft Wolfgang Büscher (Foto) den "deutschen Medien" in der "Welt am Sonntag" vor. Dafür sammelt er 30 Kommentare aus der Corona-Zeit, die das belegen sollen. Mehr als die Hälfte der "schönsten und schaurigsten Lobeshymnen" geht demnach auf das Konto von ARD und ZDF. Der Bayerische Rundfunk fordert im Oktober etwa "mehr Merkel bitte", der Deutschlandfunk bezeichnet sie im Januar als "ehrliche Haut". Immerhin gibt Büscher zu, "vor solchen Versuchungen" auch selbst "nicht immer gefeit" gewesen zu sein und kramt sein eigenes Kanzlerinnen-Lob vom März 2020 aus dem Archiv.
welt.de (Paid)

ARD und ZDF sollten ihre Pressekonferenzen für alle zugänglich machen, fordert Jakob Buhre.

Wer im Glashaus sitzt: Jakob Buhre, Gründer von Planet Interview, nimmt den untersagten "Tagesschau"-Live-Stream der RKI-Pressekonferenz zum Anlass, um zu dokumentieren, wie ARD und ZDF mit ihren eigenen PKs vorgehen. Er fordert die Möglichkeit für Beitragszahler*innen, die PKs live anschauen zu können und "mehr Raum für Fragen". Außerdem kritisiert Buhre technische Schwierigkeiten, die bspw. entweder zum Ausfall oder zu einem vorzeitigen Ende der Streams geführt hatten.
uebermedien.de, turi2.de (Background)

Amazon Alexa: Hörfilme über Sprachbefehl abrufbar.

Hörfilme für blinde Menschen lassen sich ab sofort per Sprache über Amazons Alexa abrufen. Dafür kooperiert der Online-Händler mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) sowie ARD, ZDF und Arte. Das Angebot umfasst knapp 4.000 Titel. Hörfilme werden mit einer Audiodeskription versehen, die Elemente der Handlung sowie Mimik, Gestik und Dekor in kurzen Worten beschreibt.
netzwelt.de, rnd.de

Meinung: Peer Schader kritisiert die “Verbraucherfernsehen-Wiederholungsschleife”.

Aufgewärmtes TV: Peer Schader schreibt bei DWDL über den "Fischstäbchen-Fluch" von TV-Koch Nelson Müller (Foto) in dessen ZDFzeit-"Lebensmittelreports". Die meisten dieser Filme seien "so durchstandardisiert wie Convenience-Food", neue Erkenntnisse bleiben oft aus. Müller wäre stattdessen die Ideal-Besetzung für ein "gastronomisch angehauchtes TV-Reiseabenteuer", bei denen er mit "interessanten Menschen" über ihre kulinarischen Heimat-Bräuche spricht und traditionelle Gerichte nachkocht.
dwdl.de

Clubhouse-Tipp: Wolfram Winter diskutiert mit Gästen über “Ruf und Berufung” von ARD und ZDF.

Clubhouse-Tipp: PR-Berater Wolfram Winter lädt um 18 Uhr zur zweiten Clubhouse-Runde über "Ruf und Berufung" von ARD und ZDF ein. Gäste sind u.a. WDR-Programmdirektorin Valerie Weber, Bremen-Vier-Chefin Felicia Reinstädt und ARD-Aktuell-Chefredakteur Helge Fuhst. Womöglich schaut auch Thomas Gottschalk erneut vorbei.
joinclubhouse.com (Kalender-Link fürs iPhone)

“Welt am Sonntag”-Gastbeitrag: Thomas Gottschalk nimmt Stellung zu Rassismus-Kritik und widerspricht turi2.

Gottschalk erklärt sich: Entertainer Thomas Gottschalk reagiert in seinem "Welt am Sonntag"-Gastbeitrag erstmals auf die Rassismus-Vorwürfe gegen ihn, die nach seinem Auftritt im WDR-Talk Die letzte Instanz aufgekommen waren. Das "unselige" Z-Wort werde er "nie mehr benutzen". Zudem werde er gewisse Begriffe künftig meiden – nicht der Political Correctness wegen, sondern weil Menschen mit seiner "Eloquenz unzählige Worte zur Verfügung stehen, die weder missverständlich sind, noch aus einer Denkschule kommen, die ausgedacht hat". Zu einer Entschuldigung ist er dennoch nicht bereit, da seine Äußerungen "weder verletzend noch bösartig" gemeint gewesen waren: "Aber ich bin bereit, zu lernen und zuzuhören", so der Show-Master weiter. "Mein Weltbild entstand im letzten Jahrhundert, und ich akzeptiere, dass da einiges justiert werden muss."

Auch zu seinem Clubhouse-Auftritt von vergangenem Sonntag äußert sich Gottschalk: Bei einer Diskussion über den "Sinn und Unsinn des öffentlich-rechtlichen Fernsehens" habe er "reflexhaft die Hand gehoben" und seine "kritische Meinung zum Besten gegeben". Eine "Wutrede", wie turi2 den Auftritt bewertet hatte, sei das jedoch nicht gewesen: "Ich bin ein Fan des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, aber ich ärgere mich darüber, wie dieser sich in verknoteten Strukturen zu Tode verwaltet".
edition.welt.de (Paid), turi2.de (Letzte Instanz), turi2.de (Clubhouse)

Video-Tipp: Jan Böhmermann zerlegt Dubai-Influencer*innen.

Video-Tipp: Jan Böhmermann (Foto) zerlegt im "ZDF Magazin Royale" Influencer*innen, die nach Dubai "auswandern". Sami Slimani, Simon Desue, Georgina Fleur und Co. flüchten im Emirat vor allem vor deutschen Unannehmlichkeiten wie Steuern. Dafür unterschreiben die Social-Sternchen gerne eine offizielle Influencer-Lizenz – die sie u.a. dazu verpflichtet, ausschließlich positiv über Dubai zu berichten.
youtube.com (20-Min-Video)

Thomas Gottschalk blickt skeptisch auf manche “Wetten, dass…?”-Äußerungen zurück.

Kommt Zeit, kommt Rat: Thomas Gottschalk würde heute "nicht mehr alles sagen, was ich in über 30 Jahren 'Wetten, dass...?' von mir gegeben habe." Auch Stunts mit bei voller Fahrt abgeschraubten Reifen kämen nicht mehr in Frage. Von der einmaligen Neuauflage der Show im Herbst wünscht er sich, sie möge "noch mal an den Spaß erinnern, den wir am Samstagabend miteinander hatten."
bild.de, turi2.de (Background)

Ex-“Disco”-Moderator Ilja Richter fühlt sich vom ZDF “verletzt und enttäuscht”.

Alte Liebe rostet doch: Ex-Disco-Moderator Ilja Richter fühlt sich von seinem früheren Stammsender ZDF "verletzt und enttäuscht", berichtet er im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". 1998 habe ihn die Anstalt unter einem Vorwand zu einem Dreh für Die versteckte Kamera eingeladen, bei dem Richter - als Scherz - der sexuellen Belästigung beschuldigt wurde. Das Material wurde zwar nicht ausgestrahlt und es kam noch vor Ort zu einer Entschuldigung – dennoch bleibt Richter die Situation als "direkte Erfahrung von körperlicher und seelischer Gewalt" in Erinnerung. Die entsprechende Aufnahme sei vom ZDF vernichtet worden. Eine Entschädigung habe es nicht gegeben, weil sie nie im TV gelaufen sei.

Zudem kritisiert der 68-Jährige, der Sender habe sein Erbe "ausgeschlachtet" – ebenfalls ohne Entlohnung für mehr als 3.500 gesendete Disco-Wiederholungen. Eine entsprechende Klage Richters wurde im Sommer 2020 gerichtlich abgewiesen, da die Justiz von einer außergerichtlichen Einigung ausgegangen sei. Das Angebot des ZDF sei aber "alles andere als angemessen gewesen".
sueddeutsche.de (Paid)

Basta: Angela Merkel ist in Interview-Laune.

Interview-Inflation: Angela Merkel bricht mit ihrer Zurück­haltung in Sachen TV-Interviews. Der ARD und RTL hat sie ihre Corona-Strategie kürzlich schon erklärt, heute Abend ist das ZDF dran. Die nächsten Stationen sind dann wahrscheinlich ein Besuch bei "Luke, das Virus und ich", ein Cameo-Auftritt im Armin-Laschet-Kostüm bei "The Masked Singer" und ein Abstecher zu Astro TV – um zu erfahren, wie es nach dem 7. März weitergeht.
presseportal.de, zdf.de (ZDF-Interview)

Video-Tipp: ZDF “Sportreportage” über die Faszination Sportfotografie.

Video-Tipp: Die ZDF "Sportreportage" dokumentiert die Sportfotografie im Wandel der Zeit und in Zeiten der Pandemie. Agentur-Fotograf Kai Pfaffenbach kann trotz Corona arbeiten, sein freier Kollege Laci Perényi kann seine Verluste nur durch Verkäufe aus seinem Archiv abfedern. Die Doku von Eike Schulz zeigt viele ikonische Sportfotos von Diego Maradona bis Usain Bolt.
zdf.de (28-Min-Video)

Zitat: Thomas Gottschalk ärgert das ungenutzte Potential im öffentlich-rechtlichen TV.

"Ich bin voll heiligem Zorn, was die Chancen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens betrifft und wie wenig daraus gemacht wird. Und wenn man jetzt nach 50 Jahren sagt, wir lernen ja dazu - dann muss ich sagen, das hat wirklich gedauert."

Thomas Gottschalk teilt als Spontan-Gast einer Clubhouse-Runde mit Patricia Schlesinger mächtig gegen das öffentlich-rechtliche TV-Angebot aus.
turi2.de

turi2 edition #13: Patricia Schlesinger über Gebühren und Geduld.


Under construction: Patricia Schlesinger lässt beim RBB kaum einen Stein auf dem anderen. Die Intendantin holt mehr Frauen in Führungsjobs und organisiert die journalistische Arbeit neu. Im Gespräch mit Markus Trantow für die turi2 edition #13 stellt sie ARD und ZDF in der Pandemie ein gutes Zeugnis aus und wirbt für “mehr Geduld” mit der Politik: “Was hier passiert, ist neu für uns alle, wir sind eine Lerngemeinschaft.” Sie können das Interview im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch gedruckt bestellen. Weiterlesen …

“ZDF Magazin Royale”: Frontex verheimlichte Lobby-Treffen.

Böhmermann deckt auf: Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat sich zwischen 2017 und 2019 insgesamt 16-mal mit Vertreter*innen der Rüstungs-Industrie getroffen und diese Treffen nicht offengelegt oder zugegeben, enthüllt Jan Böhmermann in seinem "ZDF Magazin Royale". Frontex hatte entsprechende Vorwürfe erst Ende Januar auf ZDF-Anfrage zurückgewiesen. Die Unternehmen hätten bei diesen Treffen versucht, Einfluss auf die Politik der Agentur zu nehmen – teilweise sollen Vorschläge bereits umgesetzt worden sein. Bei den Frontex-Gesprächen soll es u.a. um die Sammlung, den Gebrauch und die Speicherung biometrischer Daten, wie bspw. Fingerabdrücke, gegangen sein.

2017 soll Frontex laut dem Bericht vier Meetings mit Lobby-Vertreter*innen abgehalten haben. 58 % der Teilnehmenden waren nicht im freiwilligen EU-Transparenzregister gelistet, bei den Treffen 2018 und 2019 waren es sogar 72 %. Frontex hatte zuvor jedoch behauptet, sich nur mit Lobbyist*innen zu treffen, die im Register stehen. Das "ZDF Magazin Royale" hat insgesamt 142 Dokumente ausgewertet, die es durch Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz der Europäischen Union erhalten hatte.
zdf.de, rnd.de, youtube.com (18-Min-Video)

Welches Programm brauchen Kinder in der Pandemie, Astrid Plenk?


Neue Bedürfnisse: Kika-Programmgeschäftsführerin Astrid Plenk hat im Lockdown miterlebt, wie ihr Kinder-Sender zum Kummerkasten für die Kinder und Eltern wurde – sie müssen “einen nie dagewesenen Verzicht” leisten. Treffen mit Freund*innen, Trainings in Sportvereinen oder Familienfeste fallen aus. In ihrem Gastbeitrag in der turi2 edition #13 schreibt Plenk, wie sie und ihr Team das Kika-Programm an den neuen Alltag anpassen. Sie können den Text im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Zahl des Tages: 15 Funk-Angebote begehen Themenwoche zum Leben mit Behinderung.

Zahl des Tages: Insgesamt 15 verschiedene Serien des Jugendangebots Funk von ARD und ZDF zeigen diese Woche Beiträge zum Themenschwerpunkt "Leben mit Behinderung". In der Reportagereihe STRG_F gibt es zum Beispiel einen Film zu Mobbing gegen Menschen mit Behinderung. Die da oben! geht auf YouTube der Frage nach, ob Menschen mit Behinderung in der Politik unterrepräsentiert und benachteiligt sind. Hinzu kommen unter anderem Beiträge der Instagram-Accounts von Hand Drauf und ein Video bei Deutschland3000.
presseportal.de

Meinung: Öffentlich-Rechtliche fordern ihr Publikum nicht mehr.

ard_zdf_150x150Qualitäts-Debatte: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk fordert sein Publikum nicht mehr und lässt es dadurch alleine, schreibt Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung". Als Beleg dafür sieht er u.a. die jüngst zusammengestrichenen Literatur-Rezensionen im WDR. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk befände sich heute "auf der Höhe seiner Banalität". Gute Dinge gebe es zwar noch, aber "zu selten" oder in Spartenkanälen versteckt.
sueddeutsche.de

Meinung: ARD und ZDF schaffen in Laschet-Interviews keinen Mehrwert.

ARD und ZDF verpassen in ihren Hauptstadt-Interviews mit Armin Laschet den Übergang von der Personaldiskussion zur Sachpolitik, schreibt Peer Schader bei DWDL. Er beobachtet, dass die Sendungen "vollständig in ihren Ritualen erstarrt zu sein scheinen". Sie haben "auf fast exakt dieselben Fragen fast exakt dieselben Antworten erhalten". Politische Inhalte finden neben Personalthemen kaum Anklang, so Schader. Die Berichterstattung "aus dem politischen Tagesbetrieb" scheine "vorrangig für den politischen Tagesbetrieb gemacht".
dwdl.de

Wir graturilieren: Norbert Himmler wird 50.


Wir graturilieren: ZDF-Programmchef Norbert Himmler wird 50. Er feiert seinen Ehrentag zunächst im kleinsten Familienkreis, eine größere Zusammenkunft ist nach der dritten Impfphase geplant. Für Himmler war im vergangenen Jahr schön zu sehen, dass viel Gutes aus Mainz kommt – inklusive des neuen Impstoffs. Für das kommende Jahr wünscht er sich, dass die Lehren aus der Corona-Pandemie ins Langzeitgedächtnis übergehen. Gratulationen dürfen gern analog einfliegen, zum Beispiel via Postkarte auf den Lerchenberg. (Foto: ZDF / Marcus Hintzen)

Zitat: Beim Publikum setzt Gender-Gewöhnung ein, sagt Petra Gerster.

"Claus Kleber brachte die Minipause ab und zu in seinen Moderationen im 'Heute Journal' unter und kam dabei sehr selbstverständlich rüber. Da ist er mal feministisch an mir vorbeigezogen."

Moderatorin Petra Gerster sagt im "taz"-Interview, sie habe sich lange gegen Gendern in Moderationen gesperrt, weil sie glaubte, es funktioniere nicht. Inzwischen gendert sie häufig. Beim Publikum setze Gewöhnung ein.
taz.de

Wie weiblich wird die Fernsehzukunft, Nadine Bilke?


Der Wandel kommt: “Alte Frauenbilder ziehen nicht mehr beim Publikum”, findet Nadine Bilke. In ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #13 schreibt sie, wie sich Rollenbilder im TV verändern. Die Senderchefin will bei ZDFneo “mehr ‘männliche’ Frauen, mehr ‘weibliche’ Männer” und “alles dazwischen” als “neues Normal” etablieren. Ihren Text können Sie hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

“BamS”: ARD und ZDF suchen nach einer Moderatorin für große Unterhaltungsshows.

Frauen-Suche: ARD und ZDF wollen zeitnah eine Samstagabend-Show von einer Frau moderieren lassen, berichtet die "Bild am Sonntag". Am weitesten sind die Pläne beim ZDF: Der Sender hat bereits eine Quizshow mit Promis zum Thema "Deutschlandreise" konzipiert. Wunschkandidatin sei Andrea Kaiser (Foto), die derzeit bei Sat. 1 die Abendshows von Luke Mockridge moderiert und bei Sportübertragungen zum Einsatz kommt. Auch Janin Ullmann, Laura Wontorra und Schlagersängerin Beatrice Egli seien Kandidatinnen.
"Bild am Sonntag", S. 40 (Paid)

Zitat: Claus Kleber ist um Gleichberechtigung bemüht.

"Ich bin kein Kämpfer für Frauenrechte – aber ich gebe mir große Mühe, Frauen zu achten, zu fördern, wachsam zu sein gegen Macho-Allüren."

"Heute journal"-Moderator Claus Kleber erklärt im "Zeit"-Interview, dass er mittlerweile gendert, wenn er das Gefühl hat, "dass es im konkreten Fall eine
Erkenntnis bringt, bei 'Fernfahrer:innen' oder 'Chefärzt:innen' zum Beispiel. Aber nicht mit religiösem Eifer."
"Zeit" 2/2021, S.33 (Paid)

Ex-Chefredakteur Deppendorf kritisiert ARD für späte Berichterstattung zu US-Vorfällen.

US-Proteste: Ex-Chefredakteur Ulrich Deppendorf echauffiert sich auf Twitter, dass die ARD ihr reguläres Programm, einen Hans Albers-Film, nicht unterbrochen habe und stellt fest: "Verstehen tue ich das nicht mehr." Auch das ZDF nimmt er in die Pflicht. Die ARD reagiert mit dem Hinweis auf ein kurzes "Tagesthemen Extra" sowie das Angebot von Phoenix, Tagesschau24 und ihrer Webpräsenz. Medienjournalist Daniel Bouhs ergänzt, dass es im Ersten an offensiven Hinweisen auf diese Programme gefehlt habe.
twitter.com (Tweet Deppendorf + Reaktion), twitter.com (Bouhs)

ZDF tritt mit maskenfreier Zone “Bild”-Aufreger los.

ZDF: "Bild" mokiert sich über die TV-Silvesterparty des Senders, weil Fotos von einem Schild mit der Aufschrift "Maskenfrei" aus dem Backstage-Bereich die Runde machen. Das ZDF erklärt, es habe auf dem Gelände abgetrennte Bereiche gegeben, in denen das Personal seine Masken vorübergehend absetzen oder wechseln konnte. Dies sei Teil des behördlich genehmigten Corona-Konzepts gewesen. Überall sonst habe Maskenpflicht geherrscht.
bild.de

Trotz vereinzelter Vorfälle: Jahreswechsel verläuft weitgehend ruhig.


Vergleichsweise stille Nacht: Deutschland begeht den Jahreswechsel im Lockdown deutlich ruhiger als in anderen Jahren. Polizei und Medien melden nur vereinzelt Vorfälle, etwa den Großbrand in einem Supermarkt in Berlin und brennende Bundeswehr-Jeeps in Leipzig. In Stuttgart gingen am Abend rund 100 Menschen gegen die Corona-Politik auf die Straße, die Polizei löste die Veranstaltung auf, weil sich die Teilnehmer*innen nicht an Mindestabstände und Maskenpflicht hielten.

In NRW hat das Oberverwaltungsgericht ein vom Land verhängtes Demonstrations-Verbot gekippt – dort können nun wieder Demos angemeldet werden. In vielen Teilen des Landes herrschten Einschränkungen, so galt in Bayern eine nächtliche Ausgangssperre, anderswo gab es lokale Böller- und Feuerwerks-Verbote. Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr berichten in Medien von einem "erheblich ruhigeren" Jahreswechsel, die Lage sei mit früheren Jahren "nicht zu vergleichen.

Auch das Fernsehen feierte ruhiger ins neue Jahr. Das ZDF (Foto) veranstaltete seine Silvester-Show am Brandenburger Tor ohne Publikum und mit Applaus vom Band. "Bild" ließ Reporter*innen im ganzen Land ausschwärmen und Polizei-Einsätze begleiten. Auch im Ausland verlief der Jahreswechsel anders als sonst: In Paris fiel das Feuerwerk am Eiffelturm aus. In Griechenland herrschten Ausgangsverbote – viele Städte veranstalteten professionelle Feuerwerke. In Neuseeland, wo es seit Wochen keine lokalen Corona-Fälle mehr gibt, wurde weitgehend ohne Einschränkungen gefeiert. (Foto: Picture Alliance/dpa/Christoph Soeder)
faz.net, bild.de (Silvester-Lage), spiegel.de (NRW), rnd.de (ZDF)

Meinung: Christian Meier empfindet ZDF-Silvester-Show als “bizarre Idee”.

Seuchen-Silvester: Warum feiert das ZDF mitten im Lockdown eine Silvester-Show ohne Publikum vorm Brandenburger Tor?, fragt sich "Welt"-Redakteur Christian Meier. Der Aufwand für die Show mit Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner sei "übertrieben", die "Symbolik" von Stars vor bekannter Kulisse dürfte dem Publikum "unter den gegebenen Umständen vor allem peinlich sein".
welt.de

“WamS”: Debatte um Rundfunkbeitrag sorgt für Riss in der Union.

Rundfunkbeitrag spaltet die Union, analysiert die "Welt am Sonntag". Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion würde ARD, ZDF und Deutschlandradio am liebsten fusionieren, Unterhaltung und Sport aus dem Programm streichen. Ein entsprechendes Positions-Papier sei womöglich "von oben" gestoppt worden. Andere Kreise der Partei, etwa um Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und den früheren Fraktionschef Volker Kauder, stehen zu ARD und ZDF.
welt.de (Paid)

“FAZ” fordert “ästhetische Debatte” über Märchenverfilmungen.

Neue Märchenfilme von ARD und ZDF nutzen nur noch "Versatzstücke" der literarischen Vorlagen, etwa der Brüder Grimm, und machen daraus "heutiges Haltungsfernsehen", kritisiert Tilman Spreckelsen. Er fordert eine "ästhetische Debatte" darüber, "was die literarische Gattung Märchen ausmacht und ob es nicht andere Formen der filmischen Adaptionen geben könnte". Immerhin: Die Leistungen der Schauspieler*innen lobt Spreckelsen durchweg.
faz.net, ardmediathek.de (5-Min-Trailer), zdf.de ("Die Hexenprinzessin", 90-Min-Film)

Zitat: Oliver Kalkofe hört bei ARD und ZDF die Uhren langsamer ticken.

"Es scheint so, als habe sich die Zeit in den öffentlich-rechtlichen Medien wesentlich langsamer bewegt als im Rest der Welt."

Im Podcast "Zwei Herren mit Hund" blickt Gast Oliver Kalkofe auf die vergangenen 30 Jahre TV-Entwicklung. Er findet die Studios bei ARD und ZDF heute "cooler" als früher, die Haltung sei aber in vielerlei Hinsicht gleich geblieben.
podigee.io (61-Min-Audio)

Analyse: 2020 ist das Jahr der Sondersendungen im TV.

TV-Sender haben 2020 so oft wie noch nie ihr Programm wegen der Nachrichten-Lage umgeplant, analysiert die dpa: Im Ersten gab es 73 Mal "ARD Extra" zur Corona-Lage, im ZDF 82 Mal "ZDF Spezial", davon 60 zur Pandemie. RTL hob 30 Mal ein "RTL Aktuell Spezial" ins Programm – neben Corona auch zum Anschlag in Hanau und zur US-Wahl. Auch ProSiebenSat.1 hat seine Programme geändert, u.a. mit verlängerten "Frühstücksfernsehen"-Ausgaben und Übernahmen von Bild TV.
rnd.de