Rundfunkkommission fordert Öffentlich-Rechtliche zu einem Bericht auf.


Abliefern, bitte: Die Bundesländer fordern nach den jüngsten Vorwürfen über Vetternwirtschaft und politische Einflussnahme einen Bericht von den Öffentlich-Rechtlichen. Demnach sollen die Häuser "deutlich machen, wie sie ihr Verwaltungshandeln und ihre Transparenzvorschriften anpassen und einheitliche hohe Standards bezüglich Compliance schaffen und einhalten", sagt die Rundfunkkommissions-Koordinatorin Heike Raab der dpa. "Zeitnah" wolle man neue Maßgaben mit den Intendanten von ARD, ZDF und Deutschlandradio diskutieren. Zudem prüfe man, ob nicht auch "gesetzgeberischer Handlungsbedarf" bestehe.

"Polemik hilft nicht weiter", sagt Raab indes zum Vorschlag von Christian Lindner, die Rundfunkbeiträge einzufrieren. Die "große Vertrauenskrise im öffentlich-rechtlichen System" sei geeignet, "den gesamten Qualitätsjournalismus in ein schlechtes Licht zu stellen". Da helfe es nicht, "wenn man jetzt scheinbar populistische Vorschläge macht, die aber nichts zur Verbesserung der Situation beitragen".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Debatte: Die FDP profitiert von der ÖRR-Krise.

Krise als Chance: Bundesfinanzminister Christian Lindner liefert in der Diskussion um die Öffentlich-Rechtlichen "Argumente, die anschlussfähig sind, aber nichts Bedrohliches oder Umstürzlerisches an sich haben", schreibt "Zeit"-Autor Paul Middelhoff. Wie bei Corona könnten die Liberalen "auch dieser Debatte eine Bühne bereiten, auf der das rundfunkpolitische Pendant der Querdenker keinen Platz hat".
zeit.de, turi2.de (Background)

Zitat: Die Öffentlich-Rechtlichen verstehen die “Zeitenwende” nicht, schreibt Michael Hanfeld.

"Es wird für fast alle weniger, nicht mehr. Verzicht ist unumgänglich. Wenn die Öffentlich-Rechtlichen das nicht kapieren, ist ihnen nicht mehr zu helfen."

"FAZ"-Autor Michael Hanfeld wirft ARD und ZDF vor, nicht verstanden zu haben, was "Zeitenwende" bedeutet: In den Sendern sei stattdessen die Rede "vom Finanzbedarf, von Fixkosten und Inflationsausgleich". Christian Lindner habe mit seinen Forderungen, u.a. einem Gehaltsdeckel für die Spitze, recht.
faz.net

Zitat: NRW-Staatskanzleichef Nathanael Liminski sieht keine Absenkung des Rundfunkbeitrags.

"Von der üppigen Ausstattung einiger Führungskräfte würde ich noch nicht auf die Grundfinanzierung eines Medienkonzerns schließen."

NRW-Staatskanzleichef Nathanael Liminski hält es angesichts der hohen Inflationsrate "nicht für redlich", den Rundfunkbeitrag zu senken: Weniger Geld könnte zulasten des Programms gehen.
"FAZ", S. 13 (€)

Lese-Tipp: Über den Mann an den Keys vom “ZDF Magazin Royale”.

Lese-Tipp: "Es ist wie eine kleine Show in der Show", sagt der Leiter des Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld, Lorenz Rhode, im DWDL-Porträt von Senta Krasser. Pro Jahr schreibt er eine dreistellige Zahl von Arrangements für das "ZDF Magazin Royale". Jan Böhmermann sei "nicht nur Initiator, sondern auch großer Förderer vom RTO". Er setze "uns so viel er kann ein", schwärmt Rhode.
dwdl.de

ÖRR-Debatte: Christian Lindner fordert Gehaltsdeckel für Intendanten.

Christian Lindner
Deckel drauf: Die "Bild am Sonntag" findet mit Bundesfinanzminister Christian Lindner einen weiteren Zitatgeber zu der Debatte um die Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen. Demnach fordert Lindner im Interview mit dem Blatt einen freiwilligen Gehaltsdeckel für die Spitze, weil dort bisher "teilweise enorm verdient" werde. "Ich bin gegen jede Neid-Debatte, aber kein Intendant sollte mehr verdienen als der Bundeskanzler", sagt Lindner. Es sei eine Selbstverpflichtung nötig, "um mit dem Geld der Gebührenzahler sparsam umzugehen". Die "BamS" rechnet aus, dass Olaf Scholz unterm Strich jährlich 362.288 Euro verdient – also deutlich weniger als etwa WDR-Intendant Tom Buhrow (413.000 Euro) oder Norbert Himmler vom ZDF (372.000 Euro).

Darüber hinaus spricht sich Lindner für eine Reform bei der Anzahl von leitenden und führenden Mitarbeitern in den Sendern aus: "Insgesamt sollten die Chefetagen und Verwaltungen schlanker werden, um stattdessen die Redakteure angemessen zu bezahlen, die die Inhalte machen." Erst kürzlich hatte auch Sachsen-Anhalts Innenministerin und Rundfunkrätin Tamara Zieschang die Deckelung aller Führungsgehälter beim MDR gefordert.
bild.de, turi2.de (Background)

ZDF lädt “Layla”-Duo von Silvester-Show aus.

Unerwünscht: Das ZDF lädt das Duo DJ Robin und Schürze von seiner Silvester-Show "Willkommen 2023" aus, berichtet "Bild". Demnach hätten die Interpreten des umstrittenen Songs "Layla" um 0.30 Uhr am Brandenburger Tor auftreten sollen, auch die Gage sei bereits verhandelt worden. Das ZDF war in die Kritik geraten, weil die Musiker mit dem Song im ZDF-Fernseh­garten aufgetreten waren.
bild.de, turi2.de (Background)

Zitat: Hitzetage müssen in Klimakrise “anders beleuchtet” werden, sagt Özden Terli.

"Mitten in der Klimakrise muss man Hitzetage anders beleuchten, da reicht es nicht zu sagen: Juhu, wir gehen alle ins Schwimmbad."

ZDF-Wetter­moderator Özden Terli sagt gegenüber der "Süd­deutschen", er wolle Wetter­phänomene "kontextualisieren und "in einen größeren Zusammen­hang einordnen". Deshalb spreche er in seinen Vorher­sagen u.a. nicht mehr von schönem Wetter.
sueddeutsche.de

Öffentlich-Rechtliche wollen bei Dienstreise-Genehmigungen nachbessern.

Kontroll-Krise: In fünf der neun ARD-Anstalten und beim ZDF genehmigen sich die Senderchefs Dienstreisen bisher selbst, berichtet die "Welt am Sonntag". Der NDR will mit einer "Genehmigungspflicht für Intendanten" in seiner Reisekostenverordnung nachbessern, auch der SWR und Radio Bremen kündigen Änderungen an. Künftig könnte es für Ausgaben ARD-weit ein Vier-Augen-Prinzip geben, wie jetzt schon beim WDR und BR.
welt.de via businessinsider.de

Kai Gniffke spricht sich für ein Mantelprogramm der Dritten aus.


Wir sind eins? Der SWR-Intendant und künftige ARD-Vorsitzende Kai Gniffke kann sich ein gemeinsames Mantelprogramm der Dritten mit Regionalanteilen "gut vorstellen", sagt er den Zeitungen der Verlagsgruppe Rhein-Main: "Das ist ein Gedanke, den wir in den kommenden Monaten und Jahren intensiv diskutieren sollten." Eine Einstellung des ZDF oder des Ersten ist für ihn jedoch keine Option: "Ich möchte mir nicht vorstellen, dass wir eines Tages nur noch 'Tagesschau' oder 'heute' haben. So wie ich mir nicht vorstellen möchte, dass wir in Deutschland nur noch eine starke überregionale Zeitung hätten." Gniffke bezeichnet sich selbst in dieser Hinsicht als "ein glühender Verfechter des Wettbewerbs". Zudem tue die Konkurrenz von ARD und ZDF "unserem Angebot in seiner gesamten Breite gut, nicht nur bei der aktuellen Information".

Gniffke will zudem nicht am Unterhaltungs-Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen rütteln, "mit Zähnen und Klauen" werde er etwa "Volksmusiksendungen verteidigen, die auch das Unterhaltungsbedürfnis von älteren Menschen ansprechen, die unser Land aufgebaut haben". Generell sehe er zwischen Sendungen wie "Verstehen Sie Spaß?" und dem Dschungelcamp "große Unterschiede". Es sei nicht nur die Aufgabe des ÖRR, "harte Themen abzuarbeiten und Probleme zu beschreiben".
allgemeine-zeitung.de, welt.de
(Foto: SWR)

Zitat: Micky Beisenherz macht nicht ganz so ernst gemeinte ÖRR-Reformvorschläge.

"Warum Anne Will nicht direkt vom Traumschiff senden soll, das kann mir auch keiner erklären. So käme Karl Lauterbach auch mal an die Sonne."

Micky Beisenherz witzelt in der "Zeit" über die Forderung, der ÖRR solle sich "auf den nackten Informationsauftrag" rückbesinnen – und sieht die Lösung in "hybriden Formaten", weil ARD und ZDF sich nicht von ihren "Unterhaltungsfiletstücken" trennen wollen.
zeit.de (€)

Fast die Hälfte der Deutschen hält den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für unwichtig.

Irrelevant? Fast die Hälfte der Deutschen hält den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für unwichtig, ergibt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag der "Zeit". 43 % geben an, ARD, ZDF und Co. seien für sie im Vergleich zu anderen Medien "gar nicht wichtig" oder "weniger wichtig", weitere 9 % sind unentschieden. Für immerhin 33 % der Befragten ist öffentlich-rechtliche Berichterstattung "sehr wichtig".
zeit.de, presseportal.de

Zitat: Michael Kessler über den “pflichtbewussten Deutschen”.

"Mit wie viel Muße, Zeit und Stil die Franzosen allein ihre Mittagspausen gestalten – im Unterschied zum pflichtbewussten Deutschen, der zwischen E‑Mails und Stress nur schnell von seinem Brot abbeißt."

Komiker Michael Kessler erzählt im RND-Interview, was die Deutschen sich von den Franzosen abschauen sollten. In seiner neuen ZDF-Reihe Ziemlich beste Nachbarn nimmt er Klischees unserer Nachbarländer unter die Lupe.
rnd.de

Fraktionsvorsitzendenkonferenz der CDU/CSU beschließt Resolution zum Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk.

Reformwünsche: Die Fraktionsvorsitzenden aller CDU/CSU-Fraktionen in Bund und Ländern nehmen zum Abschluss ihrer Konferenz Stellung zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. In der veröffentlichten Resolution fordern sie vor allem, die Aufsichtsfunktion der Verwaltungsräte zu stärken, die Gehälter von Führungspersonen zu begrenzen, die Rechnungshöfe bei der Prüfung der Landesrundfunkanstalten zu stärken und Compliance Richtlinien zu vereinfachen.
presseportal.de

Debatte: Basketball-Präsident Ingo Weiss greift ARD und ZDF an.

Korb bekommen: Der Präsident des Deutschen Basketballverbands, Ingo Weiss, nennt es "ziemlich ignorant und enttäuschend", dass ARD und ZDF keine Spiele der teilweise in Deutschland stattfindenden Europameisterschaft live übertragen. Der Rechteinhaber habe ihnen "einen roten Teppich" ausgelegt, um übertragen zu können. Die Sender verweisen auf die umfangreiche Berichterstattung und darauf, dass der Telekom-Sender MagentaSport die TV-Rechte erworben habe.
faz.net

KiKa startet True-Crime-Format über Jugend­kriminalität.

Kika startet ein eigenes True-Crime-Format, das sich mit Jugend­kriminalität befasst. "Young Crime" arbeitet mit nachgestellten Szenen, Moderator Chinedu Melcher diskutiert die Fälle mit Studiogästen und einer Jugendrichterin. Die erste Folge ist ab dem 30. September in der ZDF-Mediathek abrufbar. Im TV läuft die Sendung anschließend immer samstags um 20:35 Uhr.
dwdl.de

Basta: “Bild” macht sich zum Streifenpolizisten der Öffentlich-Rechtlichen.

bildlogoFalschparker: "Bild" wittert bei Karola Wille den nächsten Skandal im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die MDR-Intendantin hat 2020 auf einem Behinderten­park­platz geparkt. Und das nur, weil sie dringend zum Arzt musste. Was kommt als nächstes? Dass Tom Buhrow seinen Müll falsch sortiert? Anja Reschke in einer Pizzeria kein Trinkgeld gegeben hat? Oder hat ein BR-Volontär im Bus einer Schwangeren seinen Sitzplatz nicht angeboten?
bild.de

Zahl des Tages: Beitragsservice wendet 64 Mio Euro für Personalkosten auf.

Zahl des Tages: Mehr als 64 Mio Euro wendet der Beitragsservice, Nachfolgeorganisation der GEZ, jährlich für Gehälter auf. Bei 945 Angestellten ergibt das Kosten von mehr als 68.000 Euro pro Mitarbeiterin. Die "FAZ" vermutet eine "Spreizung der Gehälter"; was Chef Michael Krüßel (Foto) verdient, soll erstmals "im Jahresbericht 2022 veröffentlicht werden".
faz.net

Lese-Tipp: “Fernsehgarten”-Moderatorin Andrea Kiewel ist die “wichtigste Volkstherapeutin”.

Lese-Tipp: ZDF-"Fernsehgarten"-Moderatorin Andrea Kiewel ist "ungewollt zur wichtigsten Volkstherapeutin" geworden, sagt Medienexperte Ferris Bühler im Interview mit dem "Hamburger Abendblatt". Kiewel sei "sich für nichts zu schade": Wenn sie über den Bildschirm strahle, "scheint in vielen deutschen Haushalten auch die Sonne". Nach mehr als 20 Jahren auf der "Fernsehgarten"-Bühne gehöre Kiewel quasi zum Inventar.
abendblatt.de

Markus Söder gibt in der “Bild” seine Ideen zur ÖRR-Reform zum Besten.


Söders Rundfunk-Rat: Die "Bild" findet in Markus Söder einen Verbündeten gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Im Interview fordert der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident eine Obergrenze der Gehälter und eine generelle Beschränkung von Nebentätigkeiten in Führungs­positionen. Zudem sollten alle Verantwortlichen ihre Nebeneinkünfte offenlegen müssen: "Dabei gilt es, sich die Regeln für Abgeordnete der Parlamente zum Vorbild zu nehmen." Auf die Frage, welche ARD-Anstalten fusionieren könnten, gibt Söder keine konkrete Antwort und hinterfragt stattdessen den Unterhaltungs-Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen: "Das können die Privaten genauso gut – und zwar ohne Gebühr."

Auch bei der journalistischen Berichterstattung gebe es Verbesserungs­potenzial: "Zu Beginn des Ukraine-Krieges war zum Beispiel Paul Ronzheimer für 'Bild' direkt vor Ort, während andere zeitversetzt aus 200 Kilometern Entfernung berichtet haben." Eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags sieht Söder kritisch: Mit Blick auf die Inflation müsse man darüber nachdenken, die Gebühren "stabil zu halten auf dem jetzigen Level einzufrieren".
bild.de (€)
(Foto: Picture Alliance/dpa, Fabian Sommer)

Lese-Tipp: Wie es mit den Öffentlich-Rechtlichen weitergehen kann.

Lese-Tipp: "Die Öffentlich-Rechtlichen könnten sich gegen die Übermacht globaler und oft gesetzloser digitaler Player neu selbst begründen", schreibt TV-Produzent Friedrich Küppersbusch in der "Süddeutschen". Neben der "Konzentration auf Nachrichten, Zeitgeschehen, mehr Regionales" brauche es "auch den ganzen Krimi-RomCom-Fiction-Sport-Kram wie die Schokoglasur übers bittere Medikament".
sueddeutsche.de (€)

“Browser Ballett” wechselt von der ARD zum ZDF.


Browser-Update: Das Comedy­format "Browser Ballett" ist ab Oktober statt in der ARD beim ZDF zu sehen, gibt der Sender bekannt. Demnach bespielt ZDFneo künftig die Social-Media-Kanäle und den YouTube-Kanal des Formats, 2023 soll eine Satire-Reihe für ZDFneo und die ZDFmediathek folgen. Darin arbeitet das Team rund um Satirikerin Christina Schlag und Autor und Schauspieler Schlecky Silberstein in halb­stündigen Filmen ein gesellschaftlich relevantes Thema satirisch auf. Silberstein habe "seit ich das erste mal Traum­schiff geschaut habe" gewusst: "Ich will eines Tages für das ZDF arbeiten." Die Berliner Produktions­firma Steinberger Silberstein produziert "Browser Ballett".

Gestartet ist "Browser Ballett" 2016 als Online-Format im Jugend-Angebot Funk. Ende 2020 gab es dann eine eigene TV-Sendung im Ersten, die für den Grimme-Preis nominiert wurde, nachdem schon das Online-Format 2019 mit dem Preis ausgezeichnet worden war. 2021 sendete die ARD die etwas längere TV-Staffel "Browser Ballett – Satire in Serie". (Foto: Maximilian Motel)
presseportal.de, turi2.de (Background)

Sara El Damerdash wird Moderatorin vom “ZDF Morgenmagazin”.

Früher Vogel: Ab dem kommenden Montag moderiert Sara El Damerdash das "ZDF-Morgen­magazin" von 5.30 bis 7 Uhr. Sie folgt auf Mirjam Meinhardt, die seit März Haupt­moderatorin des "ZDF-Mittags­magazins" ist. El Damerdash war zuletzt Reporterin im ZDF-Landesstudio Bremen. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin für das "ZDF-Morgenmagazin" und für "heute – in Europa".
presseportal.de

Zitat: Ingo Nommsen fand sich selbst über Jahre zu nett und freundlich.

"Und wenn du eben immer nur zu anderen nett und freundlich bist, bleibst du irgendwann selbst auf der Strecke."

Ingo Nommsen, von 2000 bis 2020 Moderator der ZDF-Morgensendung Volle Kanne, sagt bei Antenne Bayern, er habe über Jahre versucht, "nur Bedürfnisse und Wünsche von anderen zu befriedigen" und sich selbst hinten anzustellen. Im Nachgang sei diese "sehr traurige Erkenntnis" der Punkt gewesen, "an dem sich sehr viel verändert hat".
antenne.de (30-Min-Audio)

Rassismus-Debatte: ZDF zeigt weiterhin “Winnetou”-Filme.

Winnetou-Wahl: Das ZDF hält an den klassischen "Winnetou"-Verfilmungen fest, am 3. Oktober läuft z.B. Winnetou und das Halbblut Apanatschi von 1966. Der Sender besitze die Ausstrahlungsrechte "für diverse Karl-May-Filme, die in den nächsten Jahren zur Sendung kommen". Die ARD teilt mit, keine Sendelizenzen mehr zu haben. Ravensburger hatte nach Rassismus-Vorwürfen zwei Kinderbücher zurückgezogen – was wiederum Diskussionen um eine Cancel-Culture befeuerte. Unterdessen sammelt die "Bild" Stimmen von Politikern, die einen "Winnetou-Gipfel im Kanzleramt" fordern, darunter Neuköllns früherer Bürgermeister Heinz Buschkowsky.
zeit.de, bild.de, turi2.de (Background)

CDU will beim Parteitag Reform von ARD und ZDF vorschlagen.

CDU strebt bei ihrem Bundes­parteitag nächste Woche in Hannover eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an, wenn auch "keine Radikalkur", berichtet The Pioneer. Der Antrags­entwurf sehe u.a. eine Reform der Kontroll­systeme, die Offenlegung aller Gehälter sowie die Konzentration auf Information vor. Zudem sollten die Sender nicht gendern. Ähnliche Forderungen hatte jüngst schon Partei­chef Friedrich Merz ins Spiel gebracht
thepioneer.de (€), turi2.de (Background Merz)

Debatte: Rainer Robra plädiert für “harte Spar­anstrengungen” bei ARD und ZDF.

Gürtel enger schnallen: Der Staatskanzlei-Chef von Sachsen-Anhalt, Rainer Robra, empfiehlt, den Rundfunkbeitrag "im Sinne eines Moratoriums" bis auf Weiteres nicht zu erhöhen. Weiter plädiert der Kritiker von ARD und ZDF für "harte Sparanstrengungen" bei den Anstalten. Die Bezahlung der Beschäftigten sollte sich künftig am öffentlichen Dienst orientieren. Von einer Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen über Steuern oder ein Abo-Modell hält Robra nichts.
faz.net (€)

“Die Klimakrise ist ein Querschnittthema” – ZDF-Wetter-Moderator Özden Terli im epd-Interview.


Existenzielle Frage: Der Meteorologe und ZDF-Wetter-Moderator Özden Terli weist seit Jahren in seinen Wetter­berichten auf die Gefahren durch die Erd­erwärmung hin und wirft der Politik vor, dass sie nicht schnell genug handelt. Im Interview mit Thomas Gehringer bei epd Medien spricht er über seinen Umgang mit sozialen Medien und darüber, wie Medien über die Klima­krise berichten sollten. Außerdem sagt Terli, warum er das Wort “Grillwetter” in seinen Vorhersagen nicht nutzt. Weiterlesen >>>

Debatte: Stefan Aust stellt Forderungen nach Reformation des ÖRR auf.

Abschaff-Liste: "Welt"-Herausgeber Stefan Aust hat einige Vorschläge für die Öffentlich-Rechtlichen parat, um die "unkontrollierte Behörde mit kapitalistischer Ausrichtung" zu reformieren. Er würde die Ausstrahlung von Werbung verbieten und Gebühren nur noch für eine der beiden großen Anstalten vorsehen. "Die andere kann privatisiert werden." Außerdem sollte den Anstalten Tochter­unternehmen "strikt verboten" werden, denen aktuell "Aufträge für Filme und Serien en masse zugeschoben werden".
welt.de

Anne Gellinek wird Moderatorin beim “heute journal”.

Neues Gesicht: Ab Donnerstag moderiert die bisherige Leiterin des ZDF-Studios in Brüssel, Anne Gellinek, gelegentlich das "heute journal". In den drei Folgetagen steht sie mit Gundula Gause vor der Kamera. Zudem übernimmt sie ab Oktober den Posten als ZDF-Haupt­redaktions­leiterin Aktuelles und tritt damit die Nachfolge von Bettina Schausten an, die Chef­redakteurin und Nach­folgerin von Peter Frey wird.
showcase.teleschau.de

Zitat: Der Rundfunkbeitrag ist ein wichtiger Kontrollmechanismus, sagt Leonhard Dobusch.

"Dass alle sich jetzt über den Preis des Dienstwagens empören, liegt doch nur daran, weil alle das Gefühl haben, daran mitzuzahlen."

Wirtschaftswissenschaftler Leonhard Dobusch plädiert im Meedia-Interview dafür, auch nach dem Fall Schlesinger am Rundfunkbeitrag festzuhalten. "Auf eine paradoxe Art ist das ein wichtiger Kontrollmechanismus."
meedia.de (Paid)

Zitat: “Der Journalismus leidet nicht, wenn die Intendanten weniger Geld bekommen”, sagt Matti Karstedt.

"Als würde der Journalismus leiden, wenn Fußball-Weltmeisterschaften in Russland und Katar nicht mehr mit 432 Millionen Euro aus Beitragsgeldern finanziert würden. Oder die Intendanten nicht besser bezahlt würden als Bundeskanzler und Bundespräsident."

FDP-Medienpolitiker Matti Karstedt will beobachtet haben, dass Stimmen, die eine Reform der Öffentlich-Rechtlichen anmahnen, "reflexartig als populistisch abgetan werden". In seinem "Welt"-Gastbeitrag schreibt er: "Wer es wagt, die heiligen Kühe ARD und ZDF anzutasten, gilt als Totengräber der Demokratie."
welt.de

Debatte: Harald Stocker kontert Merz-Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen.

An die eigene Nase fassen: Die Forderungen von Friedrich Merz nach umfangreichen Reformen bei den Öffentlich-Rechtlichen ist aus Sicht von Harald Stocker (Foto) eine "Übergriffigkeit". Der Journalist, der für den BJV im BR-Rundfunkrat sitzt, stellt deshalb fünf Forderungen an Merz auf. Dieser solle den RBB-Skandal nicht zum Anlass nehmen, ARD und ZDF "vor sich herzutreiben und infrage zu stellen" und keine Kosten­strukturen kritisieren, die die CDU selbst beschlossen hat.
djv.de, turi2.de (Background)

Basta: Andrea Kiewel gendert, weil sie “muss”.

Man muss nur wollen: Gender-Gaga-Gegner*innen horchen beim "ZDF-Fernsehgarten" auf, als Moderatorin Andrea Kiewel von einer "Singer- und Songwriter*innen-Szene" spricht und hinterherschiebt: "Nicht das Gesicht verziehen: Ich muss!" Gegenüber "Bild" stellen Kiewel und das ZDF klar, sie müsse nicht gendern – wolle es aber unbedingt. Beim englischen Wort "Singer-Songwriter" wäre das jedoch eigentlich nicht nötig gewesen, Intensiv-Krankenschwesterinnen können ein Lied davon singen.
bild.de, twitter.com (10-Sek-Ausschnitt)


ARD und ZDF: Friedrich Merz fordert Transparenz und “weniger politische Gesinnung”.


Karten auf den Tisch: CDU-Chef Friedrich Merz schaltet sich in die durch die Schlesinger-Affäre wieder entflammte Grundsatz-Debatte um die Öffentlich-Rechtlichen ein. In einem Gastbeitrag der "Badischen Neuesten Nachrichten" fordert Merz umfangreiche Reformen und spart nicht mit Kritik: Jetzt sei eine der "vielleicht letzten Gelegenheiten", zu zeigen, dass die Anstalten "in der Lage sind, Fehler aus eigener Kraft zu korrigieren und Veränderungen auf den Weg zu bringen". Die Vorfälle rund um Patricia Schlesinger hätten "das Potenzial, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland endgültig die Legitimationsgrundlage und öffentliche Akzeptanz zu entziehen". Merz verlangt u.a. Transparenz, was etwa die Gehälter aller führenden Verantwortlichen sowie die Zahlungsströme an die Produktionsgesellschaften angeht: "Das gilt auch und besonders für die Moderatoren der bekannten Talkshows und Unterhaltungssendungen." Gebührenzahler hätten einen Anspruch darauf, zu erfahren, was mit ihren Pflichtbeiträgen geschieht.

Merz stellt zudem in Frage, ob es ein Nebeneinander von ARD und ZDF braucht. Es brauche nicht "zwei konkurrierende Fernsehanstalten, die bei allen Ereignissen zugleich vertreten sind". Merz bringt eine engere Kooperation zwischen ARD und ZDF ins Spiel, "vor allem bei kostspieligen Sportevents". Auch die Rückbesinnung auf den Informationsauftrag sei wichtig. Die Forderung nach einer stärkeren Zusammenarbeit oder gar einer Fusion von ARD und ZDF ist nicht neu. Zuletzt hatte sich die Mittelstandsvereinigung der Union im Februar 2021 für eine Zusammenlegung ausgesprochen.

Außerdem kritisiert Merz die aus seiner Sicht bei den Sendern vorherrschende Einseitigkeit. Zur Ausgewogenheit zähle die "klare Trennung zwischen Berichterstattung und Kommentar", es bräuchte "mehr journalistische Verantwortung und weniger politische Gesinnung". Auch das Lieblings-Aufreger-Thema von Merz, das Gendern, bleibt nicht unerwähnt: "Weder einzelne Sprecher noch Kommentatoren und Moderatorinnen haben das Recht, von den allgemein anerkannten Regeln des Gebrauchs der deutschen Sprache abzuweichen."
bnn.de via digitalfernsehen.de, turi2.de (Background)

Debatte: Medienschaffende nutzen RBB-Skandal, um das “System zu schwächen”, schreibt Stefan Niggemeier.

Öl ins Feuer: Viele Journalistinnen haben sich in ihrer Berichterstattung entschieden, den RBB-Skandal als Anlass zu nutzen, "das System zu schwächen und möglichst ganz abzuschaffen", schreibt Stefan Niggemeier bei Übermedien. Für sie sei es ein "willkommener Vorwand" all das aufzuschreiben, "was sie immer schon am öffentlich-rechtlichen Rundfunk auszusetzen hatten". Dabei sei das Bild falsch, dass die Menschen "seinen Wert nicht kennen".
uebermedien.de (Paid)

Debatte: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk missachtet durch Gendern seinen Auftrag.

Gender-Sender: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk missachtet durch Gendern seinen Auftrag, kritisiert Heike Schmoll. Er müsse laut Medienstaatsvertrag "Meinungsvielfalt sowie Ausgewogenheit der Angebote" berücksichtigen – was nicht der Fall sei, wenn Redakteure ihre "sprachlichen Marotten zur allgemeingültigen Sprachnorm" machen. In den Redaktionen herrsche ein "enormer Gruppendruck" zu gendern, wer es nicht tue, müsse sich rechtfertigen.
faz.net

Debatte: Rundfunkräte können wirksame Kontrolle gar nicht leisten, urteilt Thomas Lückerath.

Den Rat neu erfinden: Die Rundfunk­räte von ARD und ZDF sind nur "ulkige Vereine mit wichtig wirkendem Brimborium" und für eine wirksame Kontrolle "völlig falsch aufgestellt", urteilt DWDL-Chef Thomas Lückerath. Die ehren­amtlichen "Hobby-Gremien" könnten gar nicht leisten, "was manche fälsch­licher­weise von ihnen erwarten". Statt­dessen brauche es für wirt­schaftliche Aspekte "eine kompetente externe Kontrolle" und für die Auswahl neuer Führungs­kräfte ein internes Gremium, damit Führungs­personalien nicht zum "Spielball externer Interessen­gruppen" werden.
dwdl.de

Hohe Resonanz: Tilmann Gangloff zur Berichterstattung von ARD und ZDF über die Frauen-EM.


Erwachtes Interesse: Nie zuvor haben so viele Zuschauerinnen und Zuschauen ein Fußball-Länderspiel der Frauen im Fernsehen verfolgt. Tilmann Gangloff analysiert bei epd Medien die Berichterstattung von ARD und ZDF und blickt auf weitere Aspekte des aktuell hohen Interesses am Frauenfußball. Er findet bis auf einige schräge Metaphern “wenig auszusetzen” und lobt den Durchmarsch des deutschen Teams, der auch die Sender gefreut haben dürfte: “Das Turnier war Werbung für den Fußball.” Weiterlesen >>>

Debatte: Die RBB-Affäre illustriert die Intransparenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Hartes Urteil: Die RBB-Affäre um Intendantin Patricia Schlesinger illustriert die Ämterhäufung und Instransparenz innerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, schreibt Michael Hanfeld in der "FAZ". Hinter den Kulissen herrsche "ein Hauen und Stechen"; im Verständnis der Sender sollten Bürgerinnen keine Kritik üben, sondern "zahlen und ansonsten den Mund halten: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk weiß, was gut und richtig ist für uns". ARD, ZDF und Deutschlandradio würden "gehätschelt und getätschelt von der Politik", die sich aber aus den Aufsichtsgremien zurückziehe.
faz.net, turi2.de (Background)

Michael Bröcker fordert “Gesundschrumpfen” von ARD und ZDF.

ARD oder ZDF? Angesichts des Teilrückzugs von Patricia Schlesinger stellt Michael Bröcker die Systemfrage und fordert ein "Gesundschrumpfen" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Er liefert fünf bekannte Argumente, darunter fehlende, politische Distanz, überbordende Bürokratie und explodierende Kosten. Zwar brauche es "partei- und themenübergreifend Aufklärung und Information", statt "zwei ausgefranster, sich blockierender Blöcke" stellt er sich einen Sender vor: "ZDF oder ARD."
thepioneer.de (Paid)