ZDF Enterprises steigt bei Real Film ein.

ZDF Enterprises, Einkaufs-Tochter des ZDF, beteiligt sich an der Studio-Hamburg-Tochter Real Film. Die Produktionsfirma steht hinter der gefeierten Netflix-Serie "Unorthodox", produziert aber auch klassische TV-Formate wie "Tatort" und "Polizeiruf" und entwickelt weitere Serien für Sky, und die ARD. ZDF Enterprises übernimmt 49 % – Studio Hamburg und die ZDF-Tochter wollen ab 2022 im fiktionalen Bereich stärker zusammenarbeiten.
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Basta: Verein Deutsche Sprache stolpert über eingebildetes Sprachungetüm.

Gender-Gemecker: Der Verein Deutsche Sprache poltert bei Twitter gegen das ZDF, weil es in einer Pressemitteilung das Wort "Drehende" nutzt – für den VDS eindeutig eine neue Gender-Absurdität. Das ZDF reagiert mit dem Vorschlag, den Text einfach mal richtig zu lesen. "Drehende" ist nämlich einfach nur ein Synonym für "Drehschluss".
twitter.com via rnd.de

Debatte: Das ZDF zeigt sich beim Thema Feyza-Yasmin Ayhan ignorant, sagt Michael Hanfeld.

Wegducken? Das ZDF reagiere mit "Ignoranz" auf die Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Serien-Autorin Feyza-Yasmin Ayhan, urteilt Michael Hanfeld in der "FAZ". Laut "Bild" und "Welt" habe die Autorin in der Vergangenheit mehrfach gegen Israel gehetzt. "Das ZDF mag es extrem", sagt Hanfeld – ähnlich wie beim Fall Nemi El-Hassan.
faz.net, bild.de, welt.de

Heike Raab fordert Bundesländer auf, eigene Mediengesetze zu reformieren.

Ländersache: Die Koordinatorin der Rundfunkkommission der Länder, Heike Raab, fordert diese dazu auf, ihre eigenen Mediengesetze zu reformieren – da ein neuer Medienstaatsvertrag nicht alle Probleme der öffentlich-rechtlichen Anstalten lösen könne. Raab schlägt u.a. engere Kooperationen der Sender vor, um Geld zu sparen. Fusionen seien nicht zwingend nötig, könnten aber angedacht werden.
faz.net

TV-Tipp: Das ZDF widmet Helene Fischer einen “Rausch der Sinne”.

TV-Tipp: Das ZDF zeigt am kommenden Samstag, 16. Oktober, um 21:45 Uhr den Helene-Fischer-Musikfilm "Im Rausch der Sinne". Die 60-minütige Produktion des britischen Regisseurs Russell Thomas soll u.a. eine "Reise durch das neue Album und die Seele der Künstlerin" sein. In der Mediathek steht der Schlager-Streifen ab Ausstrahlung 30 Tage lang zur Verfügung.
presseportal.de

HR-Chef Manfred Krupp will keine gemeinsame ARD- und ZDF-Mediathek.

Keine Kopplung: HR-Intendant Manfred Krupp lehnt eine Fusion der Mediatheken von ARD und ZDF ab, sagt er der dpa: "Ich bin gegen eine Mega-Einheits­mediathek". Bei Lokalzeitungen mit gemeinsamem Mantel bestehe schließlich auch – trotz Über­ein­stimmungen zum Nachbar­blatt – eine Bindung zur Marke vor Ort. Es gehe darum, Vielfalt zu wahren. Seit Sommer arbeiten ARD und ZDF bei ihren Mediatheken enger zusammen.
horizont.net, turi2.de (Background)

Debatte: Die ARD relativiert Manfred Krupps Vorschlag von Werbespots in der Mediathek.

Kommando zurück: Eine ARD-Sprecherin übt sich in Schadensbegrenzung nach der Aussage des HR-Intendanten Manfred Krupp zu möglicher Werbung in Mediathek und Audiothek. Krupps Aussage sei lediglich ein "analytischer Ausblick" gewesen, zitiert RND. "Wenn die Werbeerlöse langfristig über die klassischen Wege einbrechen, stünde dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein Ausgleich zu." DWDL hat vor einer Woche von einer ARD-Veranstaltung berichtet, bei der Krupp Werbekundinnen aufgerufen hatte, sich für Werbung in Audio- und Mediathek einzusetzen. Laut DWDL rüttelt er damit an einem "medienpolitischen Tabu".
rnd.de, turi2.de (Background)

Studie: TV-Trielle haben nur wenig Einfluss auf Wahlentscheidung.

TV-Trielle haben nur wenig Einfluss auf die Wahl­entscheidung, sagt eine im Auftrag von ARD und ZDF durchgeführte Studie des Instituts Mindline Media. Laut der repräsentativen Umfrage bringen Diskussions­sendungen, Reportagen und Dokus mit Politikerinnen die beste Orientierung. Das Fernsehen ist mit 68 % das meistgenutzte Medium, um sich über den Wahlkampf zu informieren. Das Internet folgt mit 54 %, Zeitungen mit 36 % und Radio mit 31 %.
presseportal.de

Debatte: ZDF-Format “Das Zockerhaus” bedient schwulenfeindliche Klischees.

Kein Fairplay: Journalistin Clara Meyer sieht "schwulenfeindliche Entgleisungen" bei dem ZDF-Format "Das Zockerhaus". In der Gaming-Show, die in dem Jugendprogramm ZDFtivi läuft, müssen Jungen sich als Strafe die Nägel lackieren oder Kleider tragen. Die Show-Teilnehmer, Frauen und Homosexuelle würden durch die Bestrafungen herabgesetzt, kritisiert der Verein klische*esc.
sueddeutsche.de via bildblog.de

DWDL: HR-Intendant Manfred Krupp kann sich Spots in der ARD-Mediathek vorstellen.

GEZahlte Spots: HR-Intendant Manfred Krupp thematisiert Werbung in öffentlich-rechtlichen Audio- und Mediatheken, um den Rundfunkbeitrag niedrig zu halten, schreibt DWDL. Bei einer Veranstaltung der ARD-Werbung Sales & Services spricht er Werbetreibende direkt an: "Sie sollten sich dafür einsetzen, dass Sie bei uns auch in der Mediathek und in der Audiothek werben dürfen". ARD und ZDF dürfen, anders als in TV und Radio, auf ihren digitalen Plattformen aktuell keine Werbung platzieren. Krupps Forderung rüttelt somit "an einem medienpolitischen Tabu", schreibt Torsten Zarges. Eine Änderung der Richtlinien würde eine Änderung des Medienstaatsvertrags voraussetzen.

Krupp begründet seinen Vorschlag mit einem Rückgang der Beliebtheit des linearen Fernsehens. Er befürchtet, dass dadurch auch die TV-Werbeeinnahmen sinken und damit der Rundfunkbeitrag steigt. Die Sender selbst würden die neue Vermarktungsform selbst nicht anstoßen, da sie "eher schüchtern und zurückhaltend" sind, so Krupp. Aber Firmen und Agenturen "können das zum Thema machen". AS&S-Chefin Elke Schneiderbanger zeigt vor Krupps Rede Zahlen der jüngsten ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation. Demnach fänden 59 % der Deutschen "Werbung in den Mediatheken von ARD und ZDF okay, wenn es sie denn gäbe".
dwdl.de

DWDL: Banijay gründet Comedy-Tochtergesellschaft und holt Stephan Denzer als Chef.

Nur Spaß: Die Produktions-Holding Banijay gründet gemeinsam mit dem früheren ZDF-Comedy-Chef Stephan Denzer das Fiction-Label Good Humor, berichtet DWDL. Das Unternehmen produziert ab 1. November Comedy-Serien und Sitcoms. Denzer ist aktuell Chef der Mainzer Kleinkunstbühne Unterhaus. Für das ZDF hat er u.a. die "heute-show" entwickelt.
dwdl.de

ARD und ZDF gehen juristisch gegen Bild TV vor.

Machen ernst: Die ARD bestätigt epd, rechtlich gegen den Programmklau durch Bild TV am Wahlabend vorzugehen. Es handle sich um eine "rechtswidrige Übernahme" der Berichterstattung. Gegenüber DWDL teilt das ZDF mit, mitzuziehen. ARD und ZDF hatten zuvor angegeben, juristische Schritte gegen Springer zu prüfen. Der Konzern wiederum hatte sich uneinsichtig gegeben und angekündigt, etwaige finanzielle Ansprüche "gern zu begleichen".
rnd.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

Zitat: Frank Überall wünscht sich Journalistinnen bei “Wetten, dass…?”.

"Wenn jetzt wieder Veranstaltungen mit Zuschauern stattfinden, dann müssen die Sender auch die Presse wieder entsprechend zulassen."

DJV-Chef Frank Überall fordert ARD und ZDF auf, Medien-Vertreterinnen den Zutritt zu TV-Shows mit Publikum zu gewähren. Es gehe um Pressefreiheit. Insbesondere Foto- und Kultur-Journalistinnen hätten in der Corona-Pandemie "teils dramatische Einbrüche bei Aufträgen und Honoraren zu beklagen".
djv.de, turi2.de (Background)

“Tagesspiegel”: ZDF plant “Wetten, dass…?” mit Live-Publikum vor Ort.

Saal-Wette: Die "Wetten, dass...?"-Neuauflage mit Michelle Hunziker und Thomas Gottschalk am 6. November wird vor Live-Publikum stattfinden, bestätigt das ZDF Kurt Sagatz. Bei der ARD darf Florian Silbereisen seinen "Schlager Boom" schon zwei Wochen früher mit Tausenden Menschen im Publikum feiern. Voraussetzung für den Einlass ist 2G. Die Regeln für "Wetten, dass...?" stehen noch nicht fest, sagt das ZDF. Der Ticketverkauf starte erst noch.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Debatte: Einige öffentlich-rechtliche Inhalte sollten für alle Sender freigegeben werden.

Gib den Stoff frei: Stefan Niggemeier (Foto) findet, ARD und ZDF sollten einige Inhalte wie die Sendungen am Wahl­abend für alle Medien freigeben. Zwar müsse Bild TV für den Urheber­rechts­verstoß am Sonntag belangt werden. Prinzipiell sollte "politisch außer­ordentlich bedeutsames" Material aber unter freier Lizenz stehen, sagt auch Wikimedia-Vorstand Christian Humborg.
uebermedien.de, turi2.de (Background)

Meinung: Rundfunkbeitrag soll nicht “auf dem Bild-TV-Schirm landen”.

Bild-Klau: Die Frage, ob sich Bild TV am Wahlabend am Programm von ARD und ZDF hätte bedienen dürfen, ist "freilich nicht nur eine juristische und pekuniäre", es gehe um Gerechtigkeit, meint Joachim Huber. Er wünscht sich von den Öffentlich-Rechtlichen in dieser Sache so viel Energie wie bei der Feststellung der Beitragspflicht von Haushalten und Firmen. "Wer den Rundfunkbeitrag bezahlt und damit die 'Berliner Runde' finanziert, der darf erwarten, dass die sehr wahrscheinlich unrechtmäßige Aneignung von Bildmaterial geahndet wird", schreibt Huber.
tagesspiegel.de

ZDF zeigt Umfrage mit verurteiltem Neonazi.

ZDF zeigt in einer Straßenumfrage zur Bundestagswahl einen O-Ton des bekannten Rechtsradikalen Nikolai Nerling, selbsternannter "Volkslehrer". Auf Kritik antwortet der Sender, bei der Umfrage seien Menschen auf der Straße "zufällig angesprochen" worden. Da seine Äußerung "unauffällig" war, "konnte die Redaktion nicht erkennen", dass es sich um einen "wegen Volks­verhetzung verurteilten Neonazi" handele.
rnd.de, welt.de

ZDF stellt Thomas Gottschalk bei “Wetten, dass..?” Michelle Hunziker an die Seite.

Alte Bekannte: Das ZDF stellt Thomas Gottschalk bei der "Wetten, dass..?"-Ausgabe am 6. November Michelle Hunziker an die Seite. Hunziker war bereits ab 2009 zwei Jahre lang Gottschalks Co-Moderatorin in der Show. Zusätzlich verspricht der Sender für das einmalige Comeback u.a. eine "spektakuläre Außenwette" und "eine Couch voll mit großen Stars".
dwdl.de

ARD, ZDF und RTL senden Wahl-Specials am Montagabend.

Politik auf dem Schirm: ARD, ZDF und RTL senden am Montagabend Wahl-Specials zur gestrigen Bundestagswahl. Das ZDF steht als erster Sender in den Startlöchern und präsentiert um 19:30 Uhr ein 45-minütiges News-Format direkt nach den "heute"-Nachrichten. Die ARD sendet zur Primetime um 20:15 Uhr einen 45-minütigen Brennpunkt mit Tina Hassel, RTL reicht zur selben Zeit ein 15-minütiges Spezial mit Peter Kloeppel.
dwdl.de

t-online: ARD und ZDF wollen Programmklau durch Bild TV gegebenenfalls rechtlich prüfen.


Bild dir dein Programm: Für das Senden von Teilen des ARD- und ZDF-Programms am Wahlabend hatte Bild TV keine Genehmigung, erfährt t-online. "Wir behalten uns vor, das Vorgehen rechtlich zu prüfen", sagt ARD-Sprecher Bernhard Möllmann. Auch das ZDF prüft juristische Konsequenzen. Bild TV, von Haus aus ARD- und ZDF-kritisch, hatte am Sonntag­abend öffentlich-rechtliches Material übertragen – u.a. fast 15 Minuten der "Berliner Runde". Springer verweist auf die Wahl als "nachrichtliches Ereignis von überragender Bedeutung", das von ARD und ZDF zwar "zentral veranstaltet wird", aber auch Menschen zugänglich sein müsste, die sich "auf anderem Wege" informieren wollen.

Der Konzern kündigt an, etwaige finanzielle Ansprüche von ARD und ZDF "gern zu begleichen". Springer gehe im Fall der Fälle aber davon aus, "dass ARD und ZDF Leistungsschutzrechte auch gegenüber den GAFA-Plattformen in gleicher Konsequenz geltend machen" – eine Spitze gegenüber den Öffentlich-Rechtlichen und deren Material, das z.B. auf Google und Facebook landet.
t-online.de, dwdl.de, rnd.de, turi2.de (Background)

Bild: Niels Starnick/"Bild"

Forschungsgruppe Wahlen gewinnt das Duell der Wahlforscher.

Kleiner Unterschied: Die Forschungsgruppe Wahlen, Wahlforschungs-Institut im Auftrag des ZDF, gewinnt das Duell um die genauste 18-Uhr-Prognose gegen Infratest Dimap (ARD). Die Prognose im ZDF hat bereits bei Schließung der Wahllokale die SPD 2 % vor der Union gesehen, im Ersten lagen die beiden großen Parteien mit je 25 % gleichauf. Im Laufe der Wahlnacht stellt sich die Prognose im ZDF als deutlich genauer heraus. An den Koalitions-Optionen ändert sich durch die Umfrage-Unterschiede nichts. Auch bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus lag Infratest Dimap deutlich daneben und sah die Grünen anfangs vor der SPD – tatsächlich zeichnet sich auch hier ab, dass die Sozialdemokraten die Mehrheit der Stimmen holen.
turi2 – eigene Beobachtung, spiegel.de (Prognose-Meldung), tagesspiegel.de (Wahl-Ticker Berlin)

Kindernachrichtensendung “Logo” analysiert Rezo-Videos.

Zerstören oder nicht zerstören? Die ZDF-Kindernachrichtensendung "Logo" fragt, ob YouTuber Rezo Journalismus oder Populismus betreibt. Das Fazit der Moderatorinnen Jennifer Sieglar und Tim Schreder: Seine Videos seien nicht 100 % Journalismus, aber trotzdem "gut". Ein Pluspunkt sei die umfassende Recherche und die Einhaltung des Zwei-Quellen-Prinzips. Sieglar kritisiert dagegen "einseitige Berichterstattung" und persönliche Angriffe und Beleidigungen gegen Politikerinnen. Etwa, wenn er sagt, Annegret Kramp-Karrenbauer habe "Lack gesoffen". "Das würde es im seriösen Journalismus nicht geben."

Zudem bediene sich Rezo eines populistischen Kniffs, wenn er behauptet, Politikerinnen seien schlecht und könnten ihren Job einfach nicht. Damit gebe der YouTuber vermeintlich einfache Antworten auf komplizierte Fragen, sagt Sieglar. Außerdem gehe Rezo etwa mit der Einstellung an ein Video, die CDU zu "zerstören". Im Journalismus sei es aber nicht das Ziel, die Zuschauerinnen in ihrer Wahlentscheidung zu beeinflussen.
rnd.de, zdf.de (17-Min-Video)

Meinung: ARD und ZDF muten sich zu viel zu.

Zu viel des Guten? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk verliert den Überblick und die Kontrolle, weil er "überall unterwegs" ist, schreibt "Wiwo"-Vize-Chefredakteur Hauke Reimer. Es scheine "unmöglich", all die verschiedenen Kanäle "qualifiziert zu füllen". Fehler von ARD und ZDF hätten zudem "zu selten" Konsequenzen, kritischen Nachfragen von anderen Medien würden abgebügelt: "Hier übt sich ein mit weiter steigenden Gebühren gepäppelter Apparat in Arroganz."
"Wirtschaftswoche" 39/2021, S. 3 (Paid)

Debatte: Öffentlich-Rechtliche müssen ihre Prioritäten neu setzen.

Falsche Prioritäten? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss seine Prioritätensetzung überdenken, schreibt Peer Schader bei DWDL. Schader kritisiert, dass das ZDF die Klinik-Doku Herz & Viren zunächst in der Mediathek versteckt und später nur im Nachtprogramm versendet hat. Zur Primetime habe der Sender stattdessen zuletzt lieber einen "Ikea-Check" oder "großen Brot-Report" gezeigt. ProSieben sei hier zuletzt vorbildlicher gewesen, etwa mit der stundenlangen Übertragung von #Nichtselbstverständlich.
dwdl.de

Video-Tipp: Jan Böhmermann singt ein Lied über aufhörende Fahrradwege.

Video-Tipp: Jan Böhmermann macht seinem Ärger über aufhörende Fahrradwege mit einem Pop-Song Luft. In dem Musikvideo arbeitet er sich an allerlei Auto-Themen ab, ein PKW muss sogar im wahrsten Sinne des Wortes Schläge einstecken. Böhmermann fragt singend u.a., weshalb "Papi weinen muss, wenn man ihm den VW-Bus klaut" und warum "auf Radwegen Bäumen stehen, aber auf Autobahnen nicht": Unsere Herzen seien asphaltiert, "automobil radikalisiert".
youtube.com (4-Min-Clip)

Meinung: Jan Böhmermanns Satire-Niveau ist auf dem Level eines Vierjährigen.

Pipi-Kacka-Humor: Berufs-Provokateur Jan Böhmermann wirke wie "ein Sozialkundelehrer mit Tourette", schreibt Alexander Neubacher in seiner "Spiegel"-Kolumne. Über die vielen Kraftausdrücke im "ZDF Magazin Royale" könnten höchstens Vierjährige lachen. Böhmermanns Vorwurf an Kollege Markus Lanz, er würde "menschenfeindliche" Gäste einladen, sei bei solchen Ausdrücken und Beleidigungen umso grotesker.
"Spiegel" 38/2021, S. 21

Zitat: Markus Lanz stichelt gegen RTL.

"Einer unserer langjährigen Mitarbeiter sitzt angeblich mit Jan Hofer in einem Büro. Falls das so ist, dann schick uns gerne mal ein Beweisfoto – als Abschreckung für die anderen, was ihnen so blüht, wenn sie wechseln."

ZDF-Talker Markus Lanz sagt in seiner Dankesrede beim Deutschen Fernsehpreis, sein Team sei so gut, dass viele von der Konkurrenz abgeworben würden. Dabei schießt er gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber RTL, fügt aber sicherheitshalber an: "Spaß beiseite".
dwdl.de

Debatte: Warum das ZDF Gender-Sprache nutzt.

ZDF mit *: "Zeit Streit"-Ressortleiterin Charlotte Parnack begibt sich beim ZDF auf die Spur der Gender-Sprache, die hier sogar in den Nachrichten genutzt wird. "Der Stern wird von außen wichtig gemacht", sagt etwa Chefredakteur Peter Frey, "innerhalb des Senders ist das kein großes Thema". Bemerkenswert: Gerade jüngere Mitarbeiterinnen wie die Funk-Redakteurin Kris­tin Blum warnen: "Wir müs­sen sehr auf­pas­sen, uns nicht von je­nen zu ent­frem­den, für die wir ar­bei­ten."
"Zeit" 38/2021, S. 21 (Paid)

Ausverkaufte Werbeblöcke: ZDF-Vermarkter Hans-Joachim Strauch greift Mediaagenturen an.

TV-Werbung: Hans-Joachim Strauch, Chef des ZDF Werbefernsehens, wirft Mediaagenturen vor, Werbekunden bewusst auf Kanäle zu lenken, an denen die Agenturen kräftig verdienen, etwa Online-Video, Digital, Out-of-Home. Bei den Vermarktern stünde "die Schatulle sehr weit offen". Mittelständlern werde eingeredet, in diese Kanäle statt in TV zu investieren. Dabei seien die Werbeblöcke im TV weder ausverkauft noch teurer geworden. Grund für die Abkehr der Mediaagenturen sei, dass das ZDF Werbefernsehen als einziger Vermarkter nicht bereit sei, für Kickbacks zu zahlen.
"Horizont" 37/2021, S. 31

Übermedien: ARD und ZDF blendeten beim Triell falsche Redeanteile ein.

Rechenschwäche: ARD und ZDF haben sich bei den Triell-Redezeiten der Kanzlerkandidatinnen verrechnet, zählt Stefan Niggemeier nach. So habe Olaf Scholz (Foto) statt 24:39 Min, die als Gesamt-Redezeit eingeblendet wurden, 25:30 Min gesprochen, Annalena Baerbock statt 24:25 Min nur 21:37 Min. Auch Armin Laschet hatte mit 24:14 Min weniger Redezeit als die angegebenen 26:25 Min. So habe Scholz knapp 20 % mehr gesprochen als Baerbock. Die Sender verweisen auf einen Software-Fehler bei der Zeiterfassung.
uebermedien.de

Lese-Tipp: Wie Kinderreporter Alexander AfD-Mann Chrupalla aus dem Konzept brachte.

Kindermund: Die "Süddeutsche Zeitung" porträtiert den ZDF-Kinderreporter Alexander (Foto). Der 13-Jährige hatte in einem "Logo"-Interview Tino Chrupalla nach seinem deutschen Lieblingsgedicht gefragt, nachdem der AfD-Mann gefordert hatte, dass in der Schule mehr deutsches Kulturgut gelehrt wird. Chrupalla wusste keine Antwort. Das Video ging viral. Alexander sagt, dass er Chrupalla unabsichtlich aufs Glatteis geführt hat: "Ich habe echt nicht erwartet, dass er das nicht beantworten kann." (Foto: ZDF/Screenshot)
sueddeutsche.de, youtube.com (4-Min-Interview)

Hör-Tipp: Metereologe Özden Terli über Klimafakten als Teil seines Jobs.

Hör-Tipp: "Es gibt daran nichts zu rütteln, dass die Klimafakten ins Wetter gehören", sagt ZDF-Metereologe Özden Terli. Er glaube nicht, dass das Publikum nicht darüber informiert werden wolle. Die Vorwürfe der "Bild", er mache Wahlwerbung für die Grünen, seien "so abwegig", dass sie ihn amüsiert hätten. Er vermutet eine Kampagne gegen die Wissenschaft, vielleicht auch gegen ARD und ZDF. Terli lasse sich davon nicht beeinflussen: "Die Wahrheit ist die Wahrheit."
spiegel.de

Hitzige Debatte, chaotische Moderation: Das Medienecho zum TV-Triell bei ARD und ZDF.

Zweite Runde: Beim zweiten TV-Triell am Sonntagabend bei ARD und ZDF haben sich die Kanzler­kandidatinnen Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz einen lebhaften Schlagabtausch geliefert. Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf, so der Tenor der Presse. Insbesondere bei Laschet und Scholz sei der Ton "angriffslustig" gewesen, schreibt z.B. die Tagesschau. Ein großer Streitpunkt war etwa die Razzia in Scholz' Finanzministerium. Laschet habe Scholz "bei fast jedem Thema" attackiert und damit "ungewöhnlich deutliche Reaktionen" bei ihm ausgelöst, schreibt der Spiegel. Baerbock habe sich dagegen weitgehend aus dem Wortgefecht der Männer rausgehalten und stattdessen mit eigenen Botschaften gepunktet. "Tagesspiegel"-Autor Christian Tretbar bezeichnet die Grünen-Politikerin als "lachende Dritte". Sie habe "unverkrampft" agiert, "vielleicht auch, weil sie aktuell nur noch wenige Chancen auf das Kanzleramt hat".

Teils scharfe Kritik gibt es im Netz an der Moderation des Triells, ZDF-Talkerin Maybrit Illner und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr: "Das Ausmaß, in dem die Moderatoren die Möglichkeit verschenken, Millionen Menschen anzusprechen, die sich nur alle vier Jahre intensiv mit Politik beschäftigen, finde ich ernsthaft bestürzend", twittert Medienjournalist Stefan Niggemeier. "Zeit"-Journalistin Yasmine M'Barek empfindet die Moderation als "unnormal suggestiv". "Bild"-Vize Paul Ronzheimer hätte gerne gehört, wie die Kanzlerkandidaten "die Situation in Afghanistan bewerten und Deutschlands Rolle in der Welt". Es sei "Wahnsinn, dass das ARD und ZDF offenbar nicht interessiert". "Handelsblatt"-Chefredakteur Sebastian Matthes beschreibt die Sendung als Chaos: "Moderatoren reden durcheinander, Kandidaten interviewen sich gegenseitig, im Hintergrund fällt irgendwas um, thematisch wird wild gesprungen". DWDL-Chefredakteur Thomas Lückerath bilanziert: "Ein Triell und fünf Verlierer."

Während des Triells hat ein lautes Geräusch im Studio für Verwunderung gesorgt: "So wie es rumpelt im Studio, so spannend wird die Bundestagswahl", reagiert Baerbock spontan dazu. Offenbar ist im Gang hinter dem Studio ein Gegenstand umgefallen, teilt das ZDF auf dpa-Nachfrage mit. Im weiteren Verlauf der Sendung fällt Baerbock dann noch ein technischer Defekt der Redezeit-Uhr auf: "Wenn ich das der Fairness halber sagen darf: Die Uhr von Herrn Scholz läuft aber weiter." Schon wenig später hatten ARD und ZDF das Problem in den Griff bekommen.
ardmediathek.de (96-Min-Video), t-online.de, Foto: Michael Kappeler/dpa

Zitat: Menschen schätzen ARD und ZDF mehr, als es einige Diskussionen vermuten lassen, sagt Tom Buhrow.

"Wenn wir zum Beispiel im Sommer den 'Tatort' wiederholen, gibt es lauthals Proteste. Ich nehme das aber als Anerkennung für unsere Produkte."

ARD-Vorsitzender Tom Buhrow sagt im "Tagesspiegel"-Interview, die Menschen würden die Öffentlich-Rechtlichen "viel mehr schätzen, als einige öffentliche Diskussionen glauben machen wollen".
tagesspiegel.de

Basta: ZDF-Kinderreporter lässt AfD-Mann Chrupalla bei deutschen Gedichten auflaufen.

Nicht ganz gedicht: AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla fordert im "Logo"-Interview, dass an den Schulen "wieder mehr deutsche Volkslieder gelehrt" und "deutsche Gedichte gelernt" werden. Auf die spontane Nach­frage des jungen ZDF-Kinder­reporters, was denn sein deutsches Lieblings­gedicht sei, gerät Chrupalla ins Stocken und muss passen. Bei der Vermittlung von mehr Kultur­gut wäre wohl auch für den AfD-Mann mehr Kultur gut.
rnd.de, spiegel.de, twitter.com (25-Sek-.Video) zdf.de (ganzes Interview, ab 1:27 Min)

Video-Tipp: Jan Böhmermann erstellt einen Teil seiner Sendung durch Künstliche Intelligenz.

Video-Tipp: Jan Böhmermann macht sich selbst überflüssig, indem er einen Teil vom "ZDF Magazin Royale" durch Künstliche Intelligenz erstellen lässt – vom Outfit bis zu den Pointen. Einem Deepfake von Schlager-Schwurbler Michael Wendler legt er einen Impf-Aufruf in den Mund. Die Sendung thematisiert auch das Problem, dass vor allem junge, weiße Männer KI mit Daten füttern, weshalb sie bei nicht-weißen Menschen oft versagt.
youtube.com (22-Min-Video)

Basta: ZDF räumt Gerüchte über Armin Laschet aus.

Verschwörung allenthalben: Nach Armin Laschets Auftritt in der ZDF-"Wahlarena" munkelt die Hoch­intelligenz im Netz, dass der CDU-Kandidat sich über einen Knopf im Ohr Antworten flüstern lässt. Das ZDF sieht sich dazu veranlasst zu twittern, dass das Gerät "zur Verstärkung des Tons" dient und "absoluter Standard" ist. Als nächstes muss sich der CDU-Mann vermutlich dafür rechtfertigen, Schuhe zum Gehen oder eine Brille zum Sehen zu benutzen.
twitter.com via spiegel.de

Studie: Fast jede Deutsche nutzt täglich Medien, TV dominiert den Bewegtbild-Markt.

Kein Entkommen: 99 % aller Menschen über 14 Jahren nutzen täglich Medien, sagt die Studie "Massen­kommunikation Trends 2021" von ARD und ZDF. Bewegt­bild erreicht täglich 89 % der Befragten: 29 % der Nutzung – und damit 2 % mehr als 2020 – entfällt auf zeit­souveräne Angebote, der Rest findet linear statt. Die Mediatheken der TV-Sender gewinnen 5 % an Reichweite und erreichen wöchentlich 38 %.
presseportal.zdf.de

Zitat: Maybrit Illner versteht keine Antwort auch als Botschaft an die Wählerinnen.

"Am Ende ist es aber die Entscheidung des Politikers selbst: Auf Nachfragen keine Antwort zu geben - das ist dann auch eine Botschaft, die der Wähler sieht und hört."

ZDF-Moderatorin Maybrit Illner sagt im DWDL-Interview, dass sie beim zweiten Triell am Sonntag nachfragen will, wenn sich die Kanzler­kandidatinnen um Antworten drücken. Im ersten Triell sei, so ihr Eindruck, Ausweichen die "Königsdisziplin" gewesen.
dwdl.de