turi2 edition #20: Rainer Esser über Zahlen und Zeit.


Keine Zeit verschwenden: In der Krise stehen die “Zeit” und ihre Ableger so gut da wie nie, Rainer Esser steuert den Verlag von Erfolg zu Erfolg. “Decke über den Kopf ziehen, ist keine Lösung”, sagt er im großen Interview in der turi2 edition #20. Mit 66 Jahren ist ihm Ruhestand ebenso fremd wie Work-Life-Balance. Weiterlesen >>>, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

Hör-Tipp: Hadija Haruna-Oelker findet, der Kontext ist wichtiger als “die richtigen Wörter”.

Hör-Tipp: Die Buch­autorin, Journalistin und Moderatorin Hadija Haruna-Oelker hat "viele Sprachen, mit denen ich spreche", sagt sie im "Zeit"-Podcast "Alles gesagt?". Sie störe in Rassismus- oder Sexismus-Debatten der Gedanke: "Wenn man die richtigen Wörter sagt, dann macht man alles richtig." Es gehe eher darum, "den Kontext zu verstehen" sowie eine entsprechende Haltung zu haben "und dann justiert sich die Sprache".
zeit.de (565-Min-Audio)

Zitat: Ein Twitter-Account birgt ein ähnliches Dilemma wie ein Swingerclub, sagt Sophie Passmann.

"Auf Twitter aktiv zu sein löst dasselbe Dilemma in einem aus, in dem man sich befindet, wenn man einen Promi im Swinger­club trifft. Wie kann man die in den eigenen Augen absolut erzählens­würdige Anekdote verbreiten, wenn man gleichzeitig zugeben müsste, dass man auch im Swinger­club war?"

Sophie Passmann schreibt in der "Zeit", man könne sich nicht über die Enthemmtheit der Menschen auf Twitter echauffieren, wenn man selbst Teil davon ist. Sie hat ihren Account gelöscht.
zeit.de (€)

Galerist Johann König erwirkt einstweilige Verfügung gegen Pressemitteilung der “Zeit”.

Zeilen-Zoff: Galerist Johann König hat eine einstweilige Verfügung gegen eine Pressemitteilung der "Zeit" erwirkt. In dieser hatte die "Zeit" zunächst geschrieben, das OLG Hamburg habe lediglich einen "Halbsatz" der ursprünglichen Berichterstattung über König kassiert. Das Landgericht Hamburg befindet, in Wirklichkeit seien "Teile dreier Sätze" beanstandet worden.
per Mail, turi2.de (Background)

Die “Zeit” verlängert ihre Titelstorys künftig mit Scrollytelling ins Netz.

Scrollable Content: Die Zeit reichert die Titelstories der gedruckten Ausgabe künftig mit Bild, Video und Charts an und verlängert sie als interaktive speziell für Mobilgeräte angepasste Stories ins Netz. Dazu arbeitet der Verlag mit Scrollytelling zusammen, die auf das digitale Erzählformat spezialisiert sind. Die Zeit verschickt die sogenannten Scrollys u.a. über die Newsletter "ZEIT Brief" und "Freunde der ZEIT" an ihre Leserinnen. Den Anfang macht eine Geschichte zum Thema Greenwashing bei Unternehmen. Auch Spiegel Online und andere Medien nutzen diese Art des Storytellings bereits.
per Mail, zeit.scrlly.com

“Zeit”: Viele CO2-Zertifikate von großen Unternehmen sind wertlos.


Grüner Schwindel? Ein Großteil von CO2-Zertifikaten, die Konzerne wie Disney, Netflix, Zalando und SAP zur Kompensation ihrer Emissionen erwerben, sind "offenbar wertlos und schützen das Klima nicht", ergeben Recherchen von "Zeit" und "Guardian". Die Standards des weltweit führenden Zertifizierers Verra ließen sich demnach leicht aufblähen, wodurch Waldschutz-Projekte mehr Zertifikate erhalten, als sie sollten. Die Auswertung lege nahe, dass "über 90 Prozent der Zertifikate aus den untersuchten Projekten kein CO2 einsparen". Dadurch seien 89 Mio Tonnen CO2 "als Geister-Zertifikate auf dem Kompensations­markt gelandet". Viele Unternehmen würden sich deshalb zu Unrecht mit dem Label "klimaneutral" schmücken, da ihre Emissionen nicht wirklich ausgeglichen werden. (Foto: Barbara Gindl / APA / picturedesk.com / Picture Alliance)
zeit.de (€), presseportal.de

Uli Sommer wird im Februar Geschäftsführer von Zeit Sprachen.

Umstellung auf Sommer­zeit: Ab Februar wird Uli Sommer Geschäfts­führer von Zeit Sprachen, das bis vor Kurzem noch als Spotlight Verlag unter dem Dach des Zeit Verlags firmierte. Er war zuletzt für unterschiedliche Digital­projekte u. a. bei Thoughtworks Deutschland, ProSiebenSat.1 und Société Générale Securities Services tätig. Sommer ersetzt Gosia Schweizer, die das Unternehmen seit 2020 leitet und es nun verlässt.
zeit-verlagsgruppe.de, turi2.de (Background)

Zitat: Rainer Esser wünscht sich 2023 mehr Frieden, Zusammen­arbeit und Teamplay.

"Ich möchte 2023 mehr Frieden und Zusammen­arbeit, mehr Teamplay. International und in allen Ecken und Enden."

"Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser hofft im Film zur turi2 edition #20, dass es in diesem Jahr weniger Krieg, Streit und Auseinander­setzungen gibt.
turi2.tv (2-Min-Video), issuu.com (turi2 edition #20 als E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (künftige E-Paper abonnieren)

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Nur die “taz” unterschreibt Vielfalts-Selbstverpflichtung von Pro Quote.

Keine Zeit für Vielfalt? Die Initiative Pro Quote Medien besucht die Chef­redaktionen deutscher Leit­medien und bringt eine Selbst­verpflichtung zur Förderung von Frauen und Diversität mit – lediglich die "taz" unter­schreibt den Vertrag. "Bild", "Welt" und "Focus" hatten keine Zeit für ein Treffen. "Stern", "Zeit", "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel" zeigen Bemühungen und Fort­schritte, wollten sich an die Forderung von Pro Quote, u.a. 50 % Frauen mit diversen Hinter­gründen in allen Führungs­ebenen, aber nicht binden. "FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube sehe keinen besonderen Förder-Bedarf.
mailchi.mp/pro-quote, turi2.de (Background Kaube)

Autoindustrie-Experte Max Hägler wechselt von der “Süddeutschen” zur “Zeit”.

Zeit wirbt Wirtschafts­redakteur und Automotive-Fachmann Max Hägler, 41 bei der "Süddeutschen Zeitung" ab, berichtet Kress.de. Mit seiner Expertise und seinen Kontakten soll er ab April die Berichterstattung der "Zeit" zu Industrie-Themen verstärken. Als persönlichen Grund für seinen Wechsel "im allerbesten Einvernehmen" nennt Hägler "Neugier".
kress.de

Galerist Johann König will die “Zeit” auf Schadensersatz verklagen.

König vs. Zeit: Der Berliner Galerist Johann König will die "Zeit" aufgrund ihrer Berichterstattung auf Schadensersatz verklagen, berichtet die "Berliner Zeitung". Am Dienstag hatte das OLG Hamburg den "Zeit"-Beitrag über den Verdacht sexueller Belästigung durch König für grundsätzlich rechtens erklärt, eine Aussage allerdings kassiert. Gegen die Darstellung der "Zeit", es sei lediglich ein "Halbsatz" beanstandet worden, will Königs Anwalt separat vorgehen – in Wirklichkeit habe die Wochenzeitung fast einen ganzen Absatz sowie einen weiteren Satz löschen müssen.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Zitat: Verena Bahlsen schämt sich nicht für das Gefühl der Überforderung.

"Ich schäme mich ganz bestimmt nicht dafür, dass ich in einer Position mit Verantwortung manchmal Angst habe, traurig bin oder mich überfordert fühle."

Keks-Erbin Verena Bahlsen bereut ihren emotionalen Linked-in-Post "natürlich" nicht, sagt sie im "Zeit"-Interview. Sie betont allerdings, dass sie die Firma nicht wegen Burnouts oder Überforderung verlässt. Es sei eine "komplizierte Entscheidung" des Familien-Unternehmens.
zeit.de (€), turi2.de (Background)

OLG Hamburg hält MeToo-Berichterstattung der “Zeit” über Berliner Galeristen für grundsätzlich rechtens.

MeToo-Berichterstattung: Ein Beitrag der "Zeit" über den Verdacht des Macht­missbrauchs und sexueller Belästigung durch den Berliner Galeristen Johann König ist grundsätzlich rechtens, urteilt das Ober­landes­gericht Hamburg, beanstandet jedoch weitere Passagen im Text. Die Öffentlichkeit habe ein "berechtigtes Interesse", von den Vorwürfen zu erfahren. Bereits im Oktober hatte das Land­gericht Hamburg die Bericht­erstattung zwar für zulässig erklärt, die "Zeit" musste jedoch mehrere Passagen im Text ändern. Königs Anwalt Simon Bergmann sieht in den nun insgesamt sieben gerichtlich unter­sagten Passagen einen Beleg dafür, dass die Redakteurinnen "nachhaltig gegen ihre journalistischen Sorg­falts­pflichten verstoßen haben".
zeit-verlagsgruppe.de, presseportal.de (Bergmann), zeit.de (€, Ursprungstext)

Transparenz-Hinweis: In einer früheren Fassung hieß es, das Gericht habe "lediglich einen Halbsatz" beanstandet. Gegen diese Darstellung geht König juristisch vor.

“Spiegel”: Eine E-Mail bringt den “Zeit”-Herausgeber Josef Joffe in Bedrängnis.


Warburg-Affäre: Der "Spiegel" zitiert aus einer bisher unbekannten Mail von "Zeit"-Herausgeber Josef Joffe an dessen Freund und Bank-Miteigentümer Max Warburg. Diese soll pikanterweise am 17. November 2016, dem Veröffentlichungstag der "Zeit"-Recherche über die Verwicklung der Hamburger Privatbank in die Cum-Ex-Geschäfte, rausgegangen sein. "Natürlich bricht es mir das Herz; das ist schließlich auch meine Bank", soll Joffe geschrieben haben. Immerhin habe die "Zeit" den Artikel geschoben, "um zu recherchieren und nachzufragen". Er wisse nicht, was er "noch hätte tun können". Er selber "hätte die Sache entweder richtig festgemacht oder sie fallen gelassen". Joffe teilt mir, er archiviere keine sechs Jahre alten Mails und könne zu den Textpassagen keine Stellung nehmen. Er habe aber zu keinem Zeitpunkt berufliche und private Belange verquickt.

Joffe hatte Warburg vor der Berichterstattung zum Cum-Ex-Skandal gewarnt, wie ein geleakter Brief bereits im Mai offenbarte. Danach war bekannt geworden, dass Joffe sein Mandat bei der "Zeit" bis zum Vertragsende im März 2023 ruhen lässt. Die "Zeit" versicherte, dass Joffe keinen Einfluss auf den Artikel genommen hat.
spiegel.de (€), turi2.de (Background)

Zitat: Angela Merkel verzichtet auf symbolhafte Selbstkritik.

"Es wäre doch geradezu ein Armuts­zeugnis, wenn ich jetzt, nur um meine Ruhe zu haben und ohne wirklich so zu denken, einfach sagen würde: Ach, stimmt, jetzt fällt’s mir auch auf, das war falsch."

Im "Zeit"-Interview gibt sich Angela Merkel nur bei wenigen Punkten selbstkritisch, wie beim Umgang mit Russland nach der Krim-Annexion. Kritik an ihrer Person aus den Springer-Blättern nehme sie immer nur dann wahr, wenn sie ihr jemand "unter die Nase hält".
zeit.de (€)

“Zeit”: Hacker erbeuteten bei Continental 4.650 “geheime” Dateien.


Am kürzeren Hebel: Der Hacker-Angriff auf den Autozulieferer Continental vom August ist mit 40 Terabyte der wohl "umfangreichste Daten­diebstahl der jüngeren Geschichte", schreibt Eva Wolfangel in der "Zeit". Auf der Liste der erbeuteten Daten stünden u.a. 4.650 Dateien mit dem Begriff "geheim", darunter Geheim­haltungs-Erklärungen von Projekten mit Firmen wie Porsche, Volkswagen, Mercedes, BMW und Audi. Mehr als 15.000 Dokumente enthielten den Begriff "Gehalt", "password" kommt fast 400-mal vor. Die Ransomware-Gruppe Lockbit 3.0 habe damit nicht nur Zugang zu Informationen, die "für Wettbewerber interessant sind oder für Kriminelle, die weitere Angriffe planen", sondern auch zu Daten über körperliche und psychische Probleme von Continental-Angestellten mit vollem Namen. Die Hacker bieten die Daten im Darknet für 40 Mio Euro an. Continental verlautet, sich nicht erpressen lassen zu wollen. (Foto: Joaquim Ferreira / Picture Alliance)
zeit.de, turi2.de (Background)

Hendrik Streeck kritisiert Böhmermann-Plakat, Martin Hagen “fand es ganz witzig”.

Unterschiedlicher Meinung: Virologe Hendrik Streeck kritisiert in der "Zeit" das an RAF-Plakate angelehnte Fahndungs­­plakat von Jan Böhmermann: "Kann sich der ZDF-Comedian nicht vorstellen, dass er die Wut fehl­geleiteter Menschen neu entfachen könnte?" FDP-Politiker Martin Hagen hingegen "fand es ganz witzig". Er habe sich "neben den anderen liberalen Köpfen" wie Journalistin Dagmar Rosenfeld "durchaus in guter Gesellschaft" gefühlt.
zeit.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Wechsel von Springer zu Zeit Verlag war auch ein “schöner Kultur­schock”, sagt Silvie Rundel.

Hör-Tipp: Der Wechsel von Springer zum Zeit Verlag "war mit Sicherheit ein Kultur­schock, aber in vielerlei Hinsicht ein schöner" sagt Silvie Rundel im Podcast Interview des Monats mit PR-Journal-Chef­redakteur Thomas Dillmann. Die Kommunikations- und Veranstaltungs­leiterin des Verlags erinnert sich an das erste Zeit-Sommerfest kurz nach ihrem Start: "Ich habe direkt gesehen, wie gut die Zeit-Leute miteinander feiern können". Das habe ihr gezeigt, wie es ist, "Teil der Zeit-Familie zu sein".
spotify.com (33-Min-Audio)

Zitat: Die “Zeit” veröffentlicht einen Auszug aus den Memoiren Theo Sommers.

"Journalismus ist Dienst an der Öffentlichkeit. Wohl tragen wir Warzen im Gesicht und Narben am Körper. Wir schwanken zuweilen zwischen Anpassung und Anmaßung. Manche unter uns neigen zur Skrupel­losigkeit. Alles in allem brauchen wir uns des Dienstes indes nicht zu schämen, den wir der Gesellschaft, dem Gemein­wesen leisten."

Diese Sätze stammen aus den Memoiren des verstorbenen Ex-"Zeit"-Heraus­gebers Theo Sommer, die am 24. November erscheinen. Die "Zeit" veröffentlicht vorab einen Auszug.
zeit.de (€), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Jakob von Lindern analysiert die “große Musk-Show”.

Lese-Tipp: Das Chaos bei Twitter ist möglicherweise "Teil der großen Musk-Show", analysiert "Zeit"-Redakteur Jakob von Lindern. Je mehr Menschen jetzt vom Untergang des Netzwerks überzeugt sind, umso lauter könne der neue Chef am Ende profitieren, wenn es doch nicht so weit kommt. "Man sollte Musks Fähigkeit zur Inszenierung nicht unterschätzen."
zeit.de

Medien verteidigen Berichterstattung zur WM in Katar.


Muss ja: Zahlreiche Medien haben in den vergangenen Tagen Statements veröffentlicht, in denen sie die sportliche Bericht­erstattung über die WM in Katar rechtfertigen. ARD-Teamchef Harald Dietz hält einen medialen Boykott für nicht zielführend, weil "durch dieses Hinschauen viel mehr bewegt werden" könne. Man könne aber nicht erwarten, dass die ARD in jedem einzelnen Beitrag neben den Ergebnissen auch Menschen­rechte thematisiere – das sei "unangemessen". Der Sport-Ressort­leiter der "Süddeutschen", Claudio Catuogno, schreibt: "Wir sind keine Aktivisten, wir sind Journalisten, unser Job ist das Berichten, nicht das Nicht-Berichten." Die "taz" will eine Bericht­erstattung koordinieren, "bei der das Porträt eines Arbeiters, der beim Stadionbau mitgewirkt hat, ebenso seinen Platz hat, wie das eines Fußballers", so Andreas Rüttenauer. "FAZ"-Sport-Redakteur Anno Hecker verspricht, bei Texten über die WM "weder auf die Erwartungen von Kritikern noch auf die Wünsche von Schwärmern" Rücksicht zu nehmen. Die "Zeit" wird auf einige "heitere Formate früherer Turniere verzichten", kündigen Cathrin Gilbert und Christian Spiller an. Die Leserinnen sollen sich aber trotzdem "über Tore freuen dürfen". (Foto: Tom Weller / dpa / Picture Alliance)
deutschlandfunk.de, sueddeutsche.de, taz.de, faz.net, zeit.de

“Zeit”, Studio Bummens und Seven.One Audio überzeugen bei Podcast-MA.

Podcast-Stars: An der Spitze der Podcast-Medienanalyse der Agma steht im Oktober weiterhin der "Zeit"-Nachrichten­podcast "Was jetzt?" mit über 7,4 Mio Downloads. Das ebenfalls erfolgreiche Format "Zeit Verbrechen" belegt den vierten Platz hinter "Baywatch Berlin" und "Apokalypse & Filterkaffee", beides Produktionen von Studio Bummens. Neu in den Top 20 sind "Die Lage" vom "Spiegel" und der NFL-Podcast "Football Bromance".
meedia.de

Áki Hardarson kehrt als Interims-CSO zur Zeit-Gruppe zurück.

Alter Bekannter: Die Zeit-Gruppe holt Áki Hardarson interimistisch auf den Posten des Chief Sales Officers zurück. Von 2019 bis Mitte 2022 hatte er den Job bereits ausgeführt und wurde dann von Corinna Hohenleitner abgelöst, die jedoch nach drei Monaten wieder den Hut nahm. Hardarson ist eigentlich als Partner zur Boston Consulting Group gewechselt, lässt seine Kunden-Engagements dort aber bis Frühjahr ruhen, so eine Verlags­sprecherin.
horizont.net (€), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Marina Weisband erinnert sich an Podcast-Aufnahme mit Gerhard Schröder.

Hör-Tipp: "Über Gerhard Schröder kann ich sagen: Meine Nacken­haare waren die ganze Zeit über aufgestellt", erinnert sich Marina Weisband im "Zeit"-Podcast "Alles gesagt?" an eine Podcast-Aufnahme mit dem Altkanzler. Alles in allem sei es ein "sehr ziviles Gespräch" gewesen, allerdings war es auch "zu einer anderen Zeit". Heute würde Weisband ihn nicht mehr treffen.
zeit.de (341-Min-Audio)

Diana Zinkler wechselt als Redaktionsleiterin von Funke zu Zeit Online.

Bei der Zeit funkt's: Die Text­chefin und Blatt­macherin der Funke-Zentral­redaktion Diana Zinkler wird im Frühjahr 2023 neue Redaktions­leiterin bei Zeit Online. Dort gehört sie dann zum Team der fünf "Dirigenten" genannten CvDs. Zinkler gehörte 2015 zum Gründungs­team der Zentral­redaktion, davor war sie u.a. bei "Welt" und "Berliner Morgen­post".
zeit-verlagsgruppe.de

Meistgeklickter Kopf gestern nach Verena Bahlsen war Silvie Rundel.

Meistgeklickter Kopf gestern nach Verena Bahlsen war Silvie Rundel. Die Leiterin der Unternehmens­­kommunikation und des Veranstaltungs­­bereichs der Zeit-Verlags­gruppe erzählt im turi2-Videofragebogen, warum die beste Freundin ihrer Mutter sie auch mit über 80 noch beeindruckt. Auf Platz 3 landet der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 3.11.2022)

Hör-Tipp: Aminata Touré will auf keinen Fall Bundeskanzlerin werden.

Hör-Tipp: Im Wochen­end-Podcast der "Zeit" antwortet Ministerin Aminata Touré auf die Frage, ob sie einmal Bundes­kanzlerin werden will, mit einem deutlichen: "Nö". Sie wolle in den kommenden Jahrzehnten nicht "noch mehr Zeit" in der Politik verbringen. Außerdem verrät sie, dass sie die Einladung zu ihrem 30. Geburtstag per "TikTok-Dance" verschickt und ihre Gäste als Vorbereitung auf die Party das neue Album von Beyoncé hören müssen.
zeit.de (45-Min-Audio)

Yascha Mounk folgt auf Josef Joffe in den “Zeit”-Herausgeberrat.

Kommt Zeit, kommt Rat: Der deutsch-amerikanische Autor Yascha Mounk ist ab April 2023 Teil des "Zeit"-Herausgeber­rats. Gemeinsam mit Jutta Allmendinger, Nicola Leibinger-Kammüller, Zanny Minton Beddoes und Florian Illies ist er dann für die publizistische Beratung von Gesellschaftern, der Chefredaktion und der Geschäfts­führung zuständig. Er folgt auf Josef Joffe, dessen Mandat im März 2023 endet. Mounk ist für seine Arbeiten über die Krise der Demokratie und die Verteidigung der philosophisch liberalen Welt bekannt. Seit 2012 schreibt er als freier Autor für die "Zeit" und Zeit Online.
zeit-verlagsgruppe.de, turi2.de (Background)

Top-Jobs: Zeit Verlagsgruppe, BVG, Brinkertlück.

Top-Jobs aus Marketing und PR: Die Zeit Verlagsgruppe sucht einen Sales Manager B2B (m/w/d) - Innovation & Forschung - Studio ZX. +++ Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) suchen nach Unterstützung im Personalmarketing und Recruiting. +++ In Hamburg sucht die Agentur Brinkertlück nach einem (Senior) Texter (m/w/d). +++ Alle Top-Jobs unter turi2.de/jobs. Trag deine offene Stelle kostenlos unter turi2.de/join ein.

Zitat: Wladimir Klitschko lädt Precht und Welzer in die Ukraine ein.

"Ich kann ihnen nur raten und lade die beiden herzlich ein, einmal selbst in die Ukraine zu reisen, um zu sehen, was hier wirklich passiert."

Ex-Boxer Wladimir Klitschko reagiert im "Zeit"-Interview auf die These der Autoren Richard David Precht und Harald Welzer, die deutschen Medien würden die Regierung in den Krieg treiben wollen, mit einer Einladung in die Ukraine.
zeit.de, turi2.de (Background)

turi2 edition #19: Hör mal, Jochen Wegner …


Schmatz-Schmach: Der Chefredakteur von Zeit Online und Mitglied der Chefredaktion der „Zeit“ Jochen Wegner kann es nicht ausstehen, wenn im Podcast gegessen und getrunken wird. Das Geräusch seiner Kaffeemühle hingegen findet er super, sagt er im Audio-Fragebogen der turi2 edition #19. Für seine Beerdigung hat er musikalisch eine ganz genaue Vorstellung. Weiterlesen >>>

Zeit-Verlag und Academics fördern Frauen in der Wissenschaft.

Schlaue Frauen: Der Zeit-Verlag und sein Stellenportal academics.de starten die Initiative "Zia – Visible Women in Science", um Frauen in der Wissenschaft sichtbarer zu machen. Das Programm umfasst ein einjähriges Fellowship für Wissenschaftlerinnen, die damit Zugang zum Netzwerk und zur Weiterbildungsplattform Zeit-Akademie erhalten. Außerdem will die Verlagsgruppe die Fellows in ihre Kommunikationsmaßnahmen einbinden.
zeit-verlagsgruppe.de

Harald Martenstein wirft der “Tagesspiegel”-Chefredaktion vor, sie habe ihn “zum Vollidioten erklärt”.

Ungecancelt: Autor Harald Martenstein wirft der "Tagespiegel"-Chefredaktion im Interview mit "Tichys Einblick" vor, ihn zum "Vollidioten und zur Gefahr für die Allgemeinheit" erklärt zu haben. Er habe die Zeitung deshalb aus "Selbstachtung" verlassen. Hintergrund für den Bruch war der Umgang mit Martensteins umstrittener Kolumne zum "Tragen von Judensternen". Martenstein sagt, er fühle sich nicht als Opfer – sehe es aber als "Signal", wenn Journalistinnen "aus bescheidenstem Anlass heftigsten Anfeindungen ausgesetzt werden". Als Kolumnist bei "Zeit" und "Welt" sei er mittlerweile "in einem freundlicheren Biotop gelandet", glaube aber nicht, dass er "in diesem Gewerbe noch mal jemals jemandem vertrauen" könne.
"Tichys Einblick" 11/2022, S. 24 (€), tichyseinblick.de (Teaser), turi2.de (Background)

Vermarktungschefin Corinna Hohenleitner verlässt den Zeit-Verlag nach drei Monaten.

Kurzes Vergnügen: Der Zeit-Verlag verliert nach nur drei Monaten seine Vermarktungs-Chefin Corinna Hohenleitner. Sie hat gemerkt, dass der "Schritt aus einem sehr technologie- und daten­geprägten Umfeld hin in ein traditions­reiches Verlags­haus, das neben seinen wachsenden digitalen Angeboten ein starkes Kern­geschäft in Print aufweist, nicht der richtige ist", teilt Hohenleitner auf "Horizont"-Anfrage mit. Sie wechselte vom französischen Werbe­­technologie-Unternehmen Criteo zum Verlag.
horizont.net (€), turi2.de (Background)

Zeit Online und “Flip” werfen dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Intransparenz vor.

Greenwashing? Zeit Online und das Magazin "Flip" werfen dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Intransparenz bei der Auswahl der Preisträger vor. Demnach würden externe Partner, die die Preiswürdigkeit prüfen, und die Jury pro bono arbeiten und sich vor allem auf die Angaben der sich bewerbenden Unternehmen verlassen. Ob der Sonderpreis für Fynn Kliemann, der angeblich nachhaltig produzierte Corona-Masken beworben hatte, überhaupt einen Prüfprozess durchlaufen habe, sei fraglich. Preis-Gründer Stefan Schulze-Hausmann fühlt sich von Kliemann "hereingelegt".
zeit.de (€), letsflip.de (nach Anmeldung frei)

Debatte: “Jemanden zu canceln widerstrebt meinem Menschenbild”, sagt Judith Holofernes.

No cancelling: Es ist "schräg, dass auch diejenigen, die sich eigentlich so viel Mühe geben, so Angst haben müssen, danebenzuhauen", äußert sich Judith Holofernes im "Zeit"-Interview zum Shitstorm, den ihre Freundin Sarah Kuttner erlebt hat. "Diese Freude am Bestrafen, das erscheint mir nicht nur grausam, sondern auch kontraproduktiv". Die Musikerin und Podcasterin sei online dazu aufgefordert worden, sich von Kuttner zu distanzieren: "Jemanden zu canceln widerstrebt meinem Menschenbild."
zeit.de (€)

Patricia Schlesinger weist in der “Zeit” fast alle Anschuldigungen von sich.


Patricia packt aus: Die gestürzte RBB-Intendantin Patricia Schlesinger gibt der "Zeit" ein Interview, in dem sie fast alle gegen sie vorgebrachten Anschuldigungen von sich weist. Sie sei bis heute "erschüttert" über die Wucht der Berichterstattung und darüber, dass die Vorwürfe teils aus ihrem "engsten Umfeld" stammen. Sie habe zwar bemerkt, dass "manche Vorhaben in der Belegschaft nicht gut ankamen", diese Bedenken aber nie "weggebügelt". Offenbar hätten Menschen "gezielt über Wochen und Monate Sachen gesammelt, die sie gegen mich verwenden wollten", was sie nicht bemerkt habe.

Ihr hohes Gehalt habe Schlesinger "erst beim zweiten Vertrag" angeboten bekommen, das viel kritisierte Bonus-System "vorgefunden", als sie zum RBB kam. Auch die umstrittenen Abendessen in ihrer Wohnung sieht Schlesinger nicht kritisch: Sie habe sie "mitnichten heimlich veranstaltet" – stattdessen hätten die kommunikativen Runden dazu gedient, den RBB besser in der Stadt "zu verankern". Schlesinger habe für die Gespräche Angebote von Restaurants einholen lassen, die ihr aber "deutlich zu teuer" waren und daher ihren eigenen Esstisch "zur Verfügung gestellt".

Das viel zitierte italienische Eichenparkett soll ebenfalls nicht auf ihr Konto gehen: "Ich habe gesagt, ich möchte gern Holzboden haben". Über die Kosten von mehr als 16.000 Euro habe sie nicht Bescheid gewusst, "ich hätte da nachfragen müssen". Ebenso missverstanden worden sei der Massagesessel in der Intendanz, den sie "weder bestellt noch benutzt" habe: Das Möbelstück sei für alle Mitarbeiterinnen der Chefetage angeschafft worden – insbesondere für zwei Angestellte mit Bandscheibenvorfall.

Den Verdacht, ihr Ehemann Gerhard Spörl hätte mit dem ehemaligen RBB-Verwaltungsratschef und Chef des Aufsichtsrats der Berliner Messe Wolf-Dieter Wolf "gekungelt", bestreitet Schlesinger. Die Compliance-Untersuchung der Messe habe ergeben, dass die Auftragsvergabe an ihren Mann korrekt verlaufen sei. Aus heutiger Sicht wünsche sie sich aber, sie hätte "ihren Mann gebeten, den Auftrag nicht anzunehmen".

Die Aufregung um sie als Person stehe "stellvertretend für die Wut mancher Menschen auf das System dahinter": "Ich gebe dem Apparat ein Gesicht." Schlesinger schließt nicht aus, dass sie gegen ihre fristlose Kündigung, die sie um ihre Pensionsansprüche bringt, juristisch vorgeht. Sie bedaure aber, dass das gesamte öffentlich-rechtliche System "nun unter Beschuss gerät".
zeit.de (€), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: “Die sogenannte Gegenwart” beschäftigt sich mit dem Narrativ.

Hör-Tipp: Frisch aus der Sommerpause zurück thematisieren Ijoma Mangold (Foto) und Nina Pauer im "Zeit"-Podcast "Die sogenannte Gegenwart" die "angebliche Macht der Narrative". Mit Blick auf Angela Merkel stellt Mangold fest: "Wir wählen offensichtlich nicht die Leute, die die bessere Geschichte bieten." Die Altkanzlerin sei "geschichtsarm" gewesen, man habe ihr zudem oft einen "Mangel an einer großen Erzählung" vorgeworfen. Für Mangold der Beweis: "So leicht lassen wir uns doch nicht von Geschichten blenden."
open.spotify.com (59-Min-Audio)