Meinung: Dirk Ippen fährt mit Kaufmann-Genen als Verleger gut.

Verleger Dirk Ippen fährt dank Kaufmann-Genen auch im Zeitungsgeschäft gut, analysiert Brigitte Baetz für den Deutschlandfunk. Vor allem Ippens radikale Fokussierung aufs Lokale sichere ihm und seinen Produkten treue Leser - obwohl in Ippens Redaktionen bis heute "wenig Edelfedern zu finden sind". Ippen, inzwischen 79, sieht die Zeitung in Zukunft eher als Nischenmarkt: Wer zu klein sei, werde geschluckt.
deutschlandfunk.de

Studie: Zeitungszustellung ab 2025 nicht mehr wirtschaftlich.

Zustellung als Zuschussgeschäft: Ab 2025 wird die Zeitungszustellung in 40 % aller deutschen Gemeinden für Verlage nicht mehr wirtschaftlich sein, errechnet Schickler im Auftrag des BDZV. Die Zustellung einer Tageszeitung kostet im Schnitt 45 Cent, 2025 werden die Verlage rund 1,77 Mrd Euro für die Auslieferung zahlen müssen. BDZV-Geschäftsführer Dietmar Wolff sieht auch die Politik in der Pflicht und plädiert für höhere Förderungen: Die Zeitung sei "systemrelevante Infrastruktur" und sollte "nicht weniger förderwürdig sein als die Computerspiele- oder Filmindustrie".

Der Bundeshaushalt sieht zwar bereits eine Förderung vor, diese beläuft sich allerdings auf weniger als 1 Cent pro ausgelieferter Tageszeitung. Diese Summe steht laut BDZV "in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Problem". Auch der Umstieg auf die Digitalangebote der Verlage hilft wenig: Laut Wolff sind viele ältere Leser dazu nicht in der Lage, zudem gebe es nicht überall die notwendige Netzabdeckung.
presseportal.de, bdzv.de (Studie), bdzv.de (Kurzpräsentation Studie)

Christian Drosten kritisiert im “Guardian” die Folgen seiner öffentlichen Äußerungen.

Guardian-Interview: Christian Drosten kritisiert in der englischen Zeitung, wie sehr er für seine öffentlichen Äußerungen zum Corona-Virus angegriffen werde. Er bekomme u.a. Morddrohungen, die er "an die Polizei weiterleite". Zudem sei er für viele Deutsche "der Bösewicht, der die Wirtschaft lähmt." Viele würden die corona-bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens nicht verstehen, weil die Krankenhäuser bisher nicht überlastet seien.
guardian.com, spiegel.de

SWMH schickt ihre Mitarbeiter ab heute in Kurzarbeit.


Südwestdeutscher Sparplan: Die Südwestdeutsche Medienholding schickt ihre Mitarbeiter ab heute in Kurzarbeit, zitiert Josef-Otto Freudenreich aus einem Brief von SWMH-Chef Christian Wegner an die Mitarbeiter*innen. Die Anzeigenerlöse seien im März um rund 30 % gesunken und auch der Print-Einzelverkauf sei "deutlich zurückgegangen". Der Verlag werde das Kurzarbeitergeld maximal auf 80 % aufstocken.

Das Medienhaus wolle einen "Härtefallfonds" einrichten. Das Geld dafür soll von oben kommen: Chefredakteure und andere Führungskräfte wollen bis Juni auf bis zu 20 % ihres Gehalts verzichten, um besonders Betroffenen auszuhelfen. Auch weitere Medienhäuser in Baden-Württemberg werden wohl dem Beispiel der SWMH folgen: "Südwestpresse", "Mannheimer Morgen", "Schwäbische Zeitung" und "Ludwigsburger Kreiszeitung" wollen laut Freudenreich auf Kurzarbeit umstellen.
kontextwochenzeitung.de

Business Insider und “Welt am Sonntag” kooperieren.

Business Insider sucht Print-Anschluss und kooperiert mit der "Welt am Sonntag" – beide Springer. Die erste Zusammenarbeit ist eine Recherche von Lars Petersen, Politikchef des Online-Wirtschaftsmagazins. Er berichtet, wie die Gewerkschaft Verdi versucht, den Konkurrenten im Post-Bereich DPVKom "plattzumachen". Petersen zitiert aus internen Papieren und aus einer geschlossenen Veranstaltungen, bei der Verdi-Mann Lars-Uwe Rieck DPVKom übel beschimpft haben soll. Der Text erscheint bei Business Insider online und in der "WamS" gedruckt.
turi2 – eigene Infos, "Welt am Sonntag", S. 32 (Paid), businessinsider.de

“FAZ”: Carsten Knop ersetzt ab April Werner D’Inka als Herausgeber.

FAZ: Herausgeber Werner D'Inka (Foto) geht Ende März in den Ruhestand. Als sein Nachfolger rückt Digitalchef Carsten Knop in das vierköpfige Gremium, das weiter reine Männerdomäne bleibt. D'Inka ist seit 2005 zuständiger Herausgeber für die Rhein-Main-Zeitung. Carsten Knop galt bereits bei der Nachfolge von Holger Steltzner als aussichtsreicher Kandidat für einen Posten im Herausgeber-Gremium. Statt ihn erhielt jedoch Gerald Braunberger einen Platz im Gremium, dem ferner Jürgen Kaube und Berthold Kohler angehören.
faz.net, turi2.de (Background)

Zitat: Jan Fleischhauer sagt, er wurde beim “Spiegel” nicht “rausgemobbt”.

"Bei der 'Süddeutschen' wäre das mit mir zwei Wochen gut gegangen. Dann wäre ich von der politischen Abteilung standrechtlich erschossen worden."

Ex-Kolumnist Jan Fleischhauer nennt den "Spiegel" im Interview mit "Kress Pro" ein "liberales Haus" und sagt zu seinem Abgang nach 30 Jahren, er sei nicht rausgemobbt worden.
"Kress Pro" 6/2019, S. 70-73 (Paid)

weitere Zitate:

- über den Grund für seinen Wechsel:

"Wenn man wie ich 57 Jahre alt ist, ahnt man, dass es so viele Angebote mutmaßlich auch nicht mehr geben wird."

- wie sich seine Kolumne beim "Focus" ändern wird:

"Die direkte Reibung zum 'Spiegel' fällt weg, klar. Aber die Reibung zum medialen Gesamtumfeld wird bleiben. Ich habe nicht den Eindruck, dass ich dort von lauter konservativen und rechten Journalisten umgeben bin."

Mitarbeiter-Brief: Döpfner und Caspar bekennen sich zur “Welt” – auch der gedruckten.

"Welt"-Lage: Springer Chef Mathias Döpfner und Vorständin Stephanie Caspar bekennen sich in einem Schreiben an die Mitarbeiter zur Medienmarke "Welt", auch der gedruckten. Der Brief war nötig geworden, weil die "FAZ" eine Klausel in den Angebotsunterlagen von KKR als fehlendes Bekenntnis zu der Zeitung gewertet hatte. In den Verhandlungen mit dem Finanzinvestor sei ein "Ergebniskorridor definiert" worden, der sehr "großzügig" sei und "faktisch einer Bestandsgarantie" gleichkomme, schreiben Döpfner und Caspar. Aus rechtlichen Gründen stehe in den Angebotsunterlagen eine Formulierung, die "von außen missverständlich" interpretiert werden könne. KKR soll Springer helfen, den Konzern von der Börse zu nehmen.
horizont.net, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Kai Diekmann erzählt von früher – und ein bisschen von Storymachine.

Hör-Tipp: Kai Diekmann ist Gast im New-Work-Podcast von Michael Trautmann und Christoph Magnussen. Der Ex-"Bild"-Chef erzählt vor allem von früher, angefangen bei seinen Eltern, die glaubten, der Junior habe eine Profilneurose, über seine rebellische Phase bei der Bundeswehr bis zu "Bild". Er erklärt das Geschäftsmodell von Storymachine als Social-Media-Ghostwriting, Details zu seiner Agentur-Arbeit nennt er nicht.
soundcloud.com (67-Min-Audio)

Aktuell bei turi2.tv: "Richtig in die Fresse gekriegt" – Michael Trautmann über die Höhen und Tiefen seines Werber-Lebens.