Rolf Grummel wechselt von Madsack zum Allgäuer Zeitungsverlag.

Allgäuer Zeitung wirbt Rolf Grummel, 50, als Geschäftsführer bei Madsack ab. Er wechselt zum 1. Dezember zum Allgäuer Zeitungsverlag nach Kempten und folgt auf Markus Brehm, der in den Ruhestand geht. Grummel ist seit 2015 für Madsack tätig, aktuell als Geschäftsführer der Töchter Mediastore, Medienagentur und Digitalathleten.
all-in.de via augsburger-allgemeine.de

Australien: News Corp stellt den Druck von über 100 Regionalzeitungen ein.

News Corp stellt im Juni den Druck von über 100 australischen Regionalzeitungen ein. Der Medienkonzern, der zum Murdoch-Imperium gehört, will 76 Titel nur noch online publizieren; 36 werden ganz eingestampft. Deshalb stehe ein Stellenabbau "noch unbekannten Ausmaßes" bevor. News Corp machte im vergangenen Quartal einen Verlust von 1,1 Mrd Dollar.
derstandard.at, handelsblatt.com

“Horizont”: Julian Reichelt und Paul Ronzheimer sprechen über Freundschaft und Streitkultur.


Bild' dir deinen Bro Code: "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt und sein Vize Paul Ronzheimer treten bei Ulrike Simon zum Doppel-Interview an – über ihre Streitkultur und ihre Freundschaft. "Ich glaube, mich schützt nichts mehr vor Fehlern, als auf Paul zu hören, von dem ich weiß, dass er nur das Beste für mich will", sagt Reichelt über den professionellen Umgang der beiden Journalisten miteinander. Ronzheimer könne "im Ton durchaus unangenehm werden", schütze ihn aber davor, Dinge zu veröffentlichen, die der Marke "Bild" schaden würden – etwa ein Gleichsetzen von Hygiene-Demos und Pegida-Protesten. Dass Reichelt als Chefredakteur am längeren Hebel sitze, störe Ronzheimer nicht. Er setze sich oft durch, das merke aber niemand, weil diese Texte nicht erscheinen.

Insgesamt wird klar, dass Ronzheimer eine der wenigen Stimmen ist, auf die Reichelt hört, von der er sich korrigieren lässt. Ein Grund ist sicher, dass beide wichtige Erfahrungen teilen, etwa die als Kriegsreporter. Auch persönlich sind sich die Männer nah: Der Bezeichnung "Ziehsohn Reichelts", die einst der "Spiegel" für Ronzheimer fand, widersprechen beide. "Wenn schon, dann haben wir ein brüderliches Verhältnis", sagt der fünf Jahre jüngere Ronzheimer und ergänzt: "Es gibt Dinge, die ich nur ihm erzähle, und ich weiß, dass ich immer auf ihn zählen kann."

Gleich zu Beginn des Gesprächs gesteht Reichelt übrigens einen Fehler ein: Den Satz, dass er Menschen danach beurteile, ob er mit ihnen gemeinsam im Schützengraben liegen wolle, sammelt er ein. "Das war die falsche Metapher. Ich würde das so nicht wieder sagen."
horizont.net (Paid)

Mathias Döpfner sieht Corona-Krise für digitale News-Angebote als “riesige Chance”.

Corona-Krise ist aus der Perspektive digitaler Medienmacher "eine riesige Chance", sagt Springer-Chef und BDZV-Präsident Mathias Döpfner beim BDZV-Kongress #beBeta und freut sich über die steigende Bereitschaft, für digitalen Journalismus zu bezahlen. Zugleich glaubt Döpfner, dass die Krise den "Strukturwandel massiv beschleunigt" und manche Verlage den "Anschluss ans digitale Zukunftsgeschäft" nicht mehr finden.
presseportal.de, wuv.de

Neue “Zeit”-Seiten porträtieren Promis und besondere Gruppen.

Zeit startet zwei neue Porträt-Seiten, die im wöchentlichen Wechsel am Ende des Wirtschaftsteils erscheinen. "Unterhaltung" gibt aus unerwarteter Perspektive einen tiefen Einblick in die Persönlichkeit eines Promis, den Auftakt macht morgen Minister­präsidentin Manuela Schwesig. "Die Menschen von ..." porträtiert besondere Gruppen in Firmen, Organisationen oder Kommunen, wobei das Team im Fokus steht.
zeit-verlagsgruppe.de

Funke lehnt Verkauf der “Krone” ab und geht gegen Schiedsgerichtsentscheidung vor.

Kronen Zeitung: Der Machtkampf um die Zeitung geht in die nächste Runde. Funke kündigt an, gegen die Schiedsgerichtsentscheidung aus der vergangenen Woche wegen "schwerwiegender Unregelmäßigkeiten" vorzugehen. Das Gericht hatte die Kündigung der Verträge zwischen Funke und der Gründerfamilie Dichand für nichtig erklärt und damit die Patt-Situation zwischen den zerstrittenen Parteien verlängert. Gleichzeitig beton Funke, dass der Verlag einen Verkauf seiner Anteile an die Familie Dichand kategorisch ausschließe und auch nicht zu Gesprächen bereit sei.
funkemedien.de, turi2.de (Background)

“New York Times” würdigt Corona-Tote auf der Titelseite.

New York Times veröffentlicht in ihrer Sonntags­ausgabe die Namen von 1.000 Corona-Toten - stellvertretend für die fast 100.000 Menschen, die in den USA bisher an Covid-19 gestorben sind. Auf der Titelseite stehen eng bedruckt in sechs Spalten hunderte Namen und jeweils ein persönlicher Satz zu den Opfern.
t-online.de, bild.de, nytimes.com

Einstweilige Verfügung: Gabor Steingart soll das Hauptstadt-Briefing umbenennen.

Berlin ist zu klein für uns beide: Gabor Steingart muss seinen kostenpflichtigen Newsletter "Hauptstadt-Briefing" womöglich umbenennen, schreibt Ulrike Simon bei Horizont.net. Der Name des Newsletters könnte Marken- und Titelrechte von Detlef Prinz, der seit zwei Jahrzehnten sonntags den gedruckten Hauptstadtbrief als Beilage der "Berliner Morgenpost" herausgibt, verletzen. Steingart habe eine einstweilige Verfügung einer Hamburger Anwaltskanzlei erhalten, Media Pioneer wolle Widerspruch einlegen.

Gordon Repinski, Vize-Chefredakteur bei Media Pioneer, deutet es "als Kompliment und Bestätigung, dass unser Briefing bereits nach wenigen Tagen offensichtlich so sehr als Konkurrenz wahrgenommen wird, dass man juristisch gegen uns vorgehen muss", sagt der Journalist bei Horizont Online. Repinski sieht bei Konzept und Inhalt kaum Überschneidungen mit dem Namensvetter: "Uns kommt es im Hauptstadt-Briefing auf exklusive Recherchen an und darauf, Geschichten aus Berlin neu und anders zu erzählen."
horizont.net (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Gabor Steingart spricht im Juni 2017 bei turi2.tv über Innovationen und das Morning-Briefing.

Schiedsgericht verlängert Patt-Situation im Funke-Dichand-Streit.

Kronen Zeitung: Ein Schweizer Schiedsgericht hat die Patt-Situation im Streit um Macht und Geld bei Österreichs größter Tageszeitung zwischen der Gründerfamilie Dichand und der deutschen Funke Gruppe verlängert, teilt Christoph Dichand, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitung, mit. Demnach ist eine Kündigung der Verträge durch Funke, die die Essener und Dichand 1987 geschlossen haben, nichtig. Der deutsche Verlagskonzern will seine 50 % an der "Krone" an den Investor René Benko abtreten, der will nur übernehmen, wenn die Verpflichtungen aus den Alt-Verträgen entfallen. Die Vereinbarung sichern den Dichands 7 Mio Euro Vorabgewinn pro Jahr zu, unabhängig von der wirtschaftlichen Leistung der Zeitung. Die Dichands haben außerdem in der Redaktion das Sagen.
derstandard.at

Corona: Medien zitieren am häufigsten Christian Drosten.

Corona-Expert*innen: Christian Drosten (Foto) ist der seit Jahresbeginn mit Abstand am häufigsten in Zeitungen und deren Online-Auftritten zitierte Virologe oder Epidemiologe, schreiben Holger Dambeck und Achim Tack in einer Analyse. Hendrik Streeck und Alexander Kekulé folgen mit deutlichem Abstand. In Springers Boulevardtiteln "Bild" und "B.Z." kommt Jonas Schmidt-Chanasit am häufigsten zu Wort. Er hatte sich u.a. gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen. Die "Süddeutsche Zeitung" zitiert am häufigsten den Münchner Clemens Wendtner. Auch auf YouTube hat Christian Drosten die Nase vorn, allerdings nur knapp vor Wolfgang Wodarg. Wodarg - selbst kein Virologe - kritisiert die Maßnahmen gegen Corona als "Panikmache" und tritt vor allem in Kanälen auf, die auch Verschwörungstheorien verbreiten.
spiegel.de

Zitat: Funke-Vermarktungschef Dirk Wiedenmann sieht Werbung als prozyklisches Produkt.

"In meinen Augen ist und bleibt Werbung wider alle guten Argumente und Ratschläge ein prozyklisches Produkt der Wirtschaftsleistung und -stimmung: Sie verschwindet als Erstes aus dem Markt, taucht aber auch als Erstes wieder auf."

Vermarktungschef Dirk Wiedenmann baut für Funke inmitten der Corona-Krise einen neuen Vermarkter auf. Im "Horizont"-Interview sagt er, dass die Buchungen wieder anziehen.
"Horizont" 21/2020, S. 12/13 (Paid)

Die “taz” veröffentlicht am Mittwoch Sonderausgabe zu Verschwörungstheorien.

Entschwörungs-taz: Die "taz" veröffentlicht am Mittwoch auf 14 Seiten eine Sonderausgabe zu Verschwörungstheorien mit Schwerpunkt Corona. In der Zeitung kommen Kritiker*innen der Lockdown-Politik zu Wort sowie Experten, die z.B. über Angst und Verschwörungsglauben berichten. Die "taz" geht aber auch mit sich selbst ins Gericht und erinnert u.a. daran, wie sie sich für die Verschwörungstheorie, Aids sei ein Produkt der Geheimdienste, einspannen ließ
per Mail

“Mindener Tageblatt” erfindet sich in der Krise als Lieferdienst neu.

Mindener Tageblatt erfindet sich in der Krise neu, beobachtet Hannah Knuth: Die Fahrer des Verlags liefern nun neben Anzeigenblättern und Zeitungen auch Getränke, Schuhe und Co der städtischen Geschäfte, die wegen der Pandemie schließen mussten. Verlagschef Carsten Lohmann sieht in dem digitalen Marktplatz, den er mit den Händlern aufbaut, die Zukunft des Lokaljournalismus. Chefredakteur Benjamin Piel bezeichnet den Wegfall von Terminen "als "journalistischen Traum", weil die Redakteure nun grundsätzlicher nach relevanten Themen suchten.
"Zeit" 21/2020, S. 18 (Paid), #thinkpositive #actpositive

Erst verkauft, dann eingestellt: “Siegerlandkurier” verschwindet lautlos.

Siegerlandkurier, Anzeigenblatt für Südwestfalen, wurde still und heimlich eingestellt, die Redaktion komplett entlassen, berichtet Übermedien. Der bisherige Herausgeber, die zu Ippen gehörende Mediengruppe Westfälischer Anzeiger, habe den "Siegerlandkurier" an den Verlag Vorländer & Rothmaler verkauft, der die Siegener Zeitung herausgibt. Der neue Verlag habe die sofortige Einstellung beschlossen, erfahren die Mitarbeiter*innen in einer Telefon-Konferenz am 24. März - die letzte Ausgabe erschien drei Tage zuvor ohne jeden Abschiedshinweis. Boris Rosenkranz vermutet eine kalkulierte Marktbereinigung: Vorländer & Rothmaler gibt mit dem "Siegerländer Wochen-Anzeiger" selbst ein Anzeigenblatt heraus und hat dem "Westfälischen Anzeiger" im Gegenzug zwei Regional-Ausgaben abgetreten.
uebermedien.de (Paid)

Ingo Becker hat “Hamburger Morgenpost” verlassen.

Hamburger Morgenpost: Ingo Becker, Geschäftsführer der Vermarktungstochter der Boulevardzeitung, hat das Haus verlassen, meldet Roland Pimpl. Becker war erst im November 2019 von "Bild Hamburg" zur "Hamburger Morgenpost" gekommen. Einen Nachfolger gibt es laut Geschäftsführer und Neu-Verleger Arist von Harpe noch nicht. Er hatte das Blatt im Februar von DuMont gekauft.
horizont.net, turi2.de (Wechsel 2019), turi2.de (Übernahme 2020)

Die “Münsterländische Tageszeitung” und die “Oldenburgische Volkszeitung” fusionieren.

Zeitungsfusion: Die Münsterländische Tages­zeitung und die Oldenburgische Volks­zeitung schließen sich zur OM-Mediengruppe zusammen. Die Leitung übernimmt der bisherige "OV"-Chef Michael Plasse. Beide Zeitungen bleiben als eigene Titel erhalten, mit der Website om-online.de starten sie jedoch ein gemeinsames regionales Newsportal.
om-online.de

Lese-Tipp: Friedemann Bartu erzählt die jüngere “NZZ”-Geschichte aus der Innen-Perspektive.

Lese-Tipp: Friedemann Bartu, ehemaliger Korrespondent und Redakteur der "NZZ", schreibt in seinem Sachbuch Umbruch über die frühere Abhängigkeit der "Neuen Zürcher Zeitung" von der Freisinnig-Demokratischen Partei, das angespannte Verhältnis zwischen Print- und Online-Redaktion und einen "Herrenklub" mit Weißwein-Affinität. Bartu erzählt die jüngere Geschichte der "NZZ" mit Sympathie, aber auch viel Kritik an falschen Entscheidungen, rezensiert Peter Hoeres in der "FAZ".
faz.net

“Thüringer Allgemeine” startet Chefredakteurs-Newsletter.

Thüringer Allgemeine: Chefredakteur Jan Hollitzer geht wie Lorenz Maroldt und Florian Harms von Montag bis Freitag unter die Frühaufsteher und verschickt morgens einen Chefredakteurs-Newsletter. Er will das tägliche Geschehen einordnen und Leseempfehlungen geben. Den Bedarf sieht er trotz "hervorragender Newsletter dieser Art", weil es keinen in Thüringen gebe.
new-business.de

Ippen übernimmt Münchner Online-Werbeausstatter Traffective.

Ippen Gruppe, zu der unter anderem die Zeitungen "Münchner Merkur" sowie "tz" gehören, holt die Digital-Agentur Traffective mit Sitz in München unter ihr Dach, meldet "New Business". Käufer ist die Unternehmenstochter Ippen Digital. Mit Programmatic Advertising soll Traffective dabei helfen, die redaktionellen Online-Inhalte von Ippen zu versilbern.
new-business.de

Springer, Funke und Bauer holen erste Mitarbeiter zurück aus dem Home Office.

Zurück ins Office Office: Springer und Funke holen erste Mitarbiter*innen wieder in den Verlag - zunächst maximal 20 % der Belegschaft, berichtet Meedia. Bei Springer beginnen die Bereiche, die "nachweisbar produktionskritisch" sind oder im Mobile Office "deutlich weniger effizient" arbeiten, als im Büro. Bei Funke kehren auch Teile der Redaktion zurück, bei Bauer ein Teil aller Abteilungen. Beim "Spiegel" dagegen bleibt die Belegschaft im Home Office.
meedia.de

Lokalzeitungen verabschieden sich dank Corona vom Termin-Journalismus.

Lokalzeitungen verabschieden sich dank Corona vom lange üblichen Termin-Journalismus, beobachtet Erica Zingher. Stattdessen setzen sie auf mehr eigene Recherchen und politische Themen, die nicht zwingend an Papier gebunden sind. Es wächst die Einsicht, "regionaler Inhalte-Ersteller für relevante Themen" zu sein - egal ob per Podcast oder Online-Artikel.
taz.de

Holger Friedrich will sein Investment in den Berliner Verlag nicht mehr als Hobby bezeichnen.

Berliner Verlag: Holger Friedrich, seit 2019 Besitzer des Verlags, sagt im Interview mit "Meedia", dass er in den ersten drei Jahren nicht mit schwarzen Zahlen rechnet. Dennoch sei es ein Fehler gewesen, das Engagement als "Hobby" zu bezeichnen. Die Investition sei sehr wohl unternehmerisch. Seine Imageprobleme zwischen anfänglicher Überhöhung und anschließender Kritik sieht er auch darin begründet, dass in Deutschland nicht differenziert genug auf den Osten geschaut werde.
"Meedia" 18/20, S. 26 (Paid)

Zitat: Jürgen Drensek über Reisejournalismus in Corona-Zeiten.

"Was für eine Art Reisen wird das denn dann sein? Und welche Bilder soll ich da machen oder beschreiben? Urlauber mit Mundschutz?"

Jürgen Drensek, Ehrenpräsident der Vereinigung deutscher Reisejournalisten, sieht seine Branche in einer Art "Schockstarre" - und kann sich derzeit keine Produktion von neuen, großen Reisereportagen vorstellen.
br.de (25-Min-Podcast; ab 11:45 Min)

“Allgäuer Zeitung” tritt im Netz nun eigenständig auf.

Allgäuer Zeitung aus Kempten ändert ihre Online-Strategie und startet das regionale News-Portal Allgäuer-zeitung.de. Überregionales liefert die "Augsburger Allgemeine" zu. Bisher hatte die Zeitung ihren Online-Auftritt an die Seite All-in.de der Tochter RTA.Design ausgelagert, die nun zum Reichweiten- und Blaulichtportal werden soll. Dritte Säule ist das im März gestartete, regionale Veranstaltungs- und Freizeitportal Allgäuweit.de.
dnv-online.net

Maurizio Molinari wird Chefredakteur der italienischen “La Repubblica”.

Italien: Maurizio Molinari wird Chefredakteur der linksliberalen "La Repubblica", zweitgrößte Tageszeitung des Landes. Er folgt auf Carlo Verdelli, der in den vergangenen Monaten Morddrohungen aus der neofaschistischen Szene bekam, und kommt im Rahmen des Übergangs der Medienholding Gedi von der bisherigen Besitzerfamilie De Benedetti an die Familie Agnelli. Molinari soll außerdem publizistischer Direktor von Gedi werden.
sueddeutsche.de

DuMont baut Kölner Medien um, “Express”-Chefredakteur Blaß geht.


Express Exit: DuMont baut seine verbliebenen Regionalmedien in Köln um, die gedruckt und digital künftig als eigenständiger Verlag agieren. "Express"-Chefredakteur Constantin Blaß verlässt DuMont, offiziell "in beiderseitigem Einvernehmen". Er kam 2017 von der "Mitteldeutschen Zeitung", die damals ebenfalls noch zu DuMont gehörte. "Stadt-Anzeiger"-Chefredakteur Carsten Fiedler verantwortet als Geschäftsführender Chefredakteur Newsroom die übergeordnete publizistische Leitung, auch für den "Express". Die Digital-Einheit DuMont.next firmiert künftig als Express.de. Die gleichnamige Website soll zur überregionalen Plattform für News und Entertainment ausgebaut werden. Neuer Redaktionsleiter von Express.de wird Christian Spolders.

DuMont-Chef Christoph Bauer leitet die neue Firma, die bisher unter dem Arbeitstitel "Das neue Medienhaus" läuft, bis ein CEO gefunden ist. Bereits Ende März wurde bekannt, dass Rheinland-Chef Philipp Froben DuMont verlässt. Der "Stadt-Anzeiger" soll zum "führenden journalistischen Qualitätsangebot" im Großraum Köln werden. Für Entwicklung und Digitalisierung will DuMont einen "zweistelligen Mio-Betrag" investieren.
dumont.de, turi2.de (Background Froben)

Corona-Krise kostet “Bild” 15 % Auflage.

Bild verkauft wegen der Corona-Krise in der Summe 15 bis 18 % weniger Zeitungen, sagt Springers Print-Chef Christian Nienhaus (Foto) im "Horizont"-Interview. Abos und Supermarkt-Verkäufe steigen zwar, gleichzeitig fallen Bord-Exemplare und Auslandsauflage fast komplett weg, der Bahnhofsbuchhandel hat sich halbiert. Die Abo-Auflage der "Welt am Sonntag" wächst um 10,5 %. Das Online-Bezahlangebot Welt Plus verzeichnet im März 2,6 % Wachstum, Bild Plus legt um 1,3 % zu. Beim Anzeigengeschäft stehe "Bild" noch "verhältnismäßig gut" da, "viel größeres Kopfzerbrechen" bereite Nienhaus die Umsatzentwicklung bei den Zeitschriften.
horizont.net (Paid)

Hör-Tipp: Springer-Vorständin Stephanie Caspar über den Konzern in der Krise und Zukunft.

Hör-Tipp: Springer-Vorständin Stephanie Caspar schätzt im OMR-Podcast die Lage des Konzerns in der Krise ein – die Kleinanzeigen-Geschäfte, Stepstone und die Immobilien-Portale seien am härtesten betroffen, Idealo hingegen könne sich "vor neuen Kunden gar nicht retten". Caspar erlebt bei Medien-Marken "einen Run" auf Inhalte. Werbungtreibende würden nach erstem Zögern auch wieder Anzeigen schalten, besonders Krisen-Statements. Der KKR-Deal sei "rückblickend cooles Timing" gewesen, weil Springer nun in ruckeligen Zeiten investieren kann, etwa in Modelle, die Paid Content und E-Commerce verknüpfen, ohne auf die emotionale Börse zu achten.
omr.com (63 Min)

IVW: “Welt” verliert im 1. Quartal 23,7 % bei Abos und Einzelverkäufen.

Welt verliert laut der aktuellen IVW-Auswertung im 1. Quartal satte 23,7 % bei Abos und Einzelverkäufen. Zahlen-Zauberer Jens Schröder vermutet die Einstellung der "Welt kompakt" zum Jahresende als einen Grund für den Sinkflug. Bei den Wochen- und Sonntagszeitungen steigert sich die "Zeit" zum Vorjahr weiter um 1,2 %, "BamS" (-10,7 %) und "FAS" (- 5,4 %) verlieren.
meedia.de

Video-Tipp: “FAZ” geht es “nicht so schlecht” und plant keine Kurzarbeit.

Video-Tipp: Die "FAZ" plant vorerst keine Kurzarbeit - im Gegensatz zu vielen anderen Verlagen. "Es geht uns nicht so schlecht", sagt "FAZ"-Chef Thomas Lindner (Foto) im Videochat mit Volker Schütz. Nur 25 % des Umsatzes kämen bei der "FAZ" aus dem Anzeigengeschäft, Abo und Einzelverkauf seien dagegen stabil. Rabatte beim Bezahlangebot F+ will Lindner nicht als Verramschen verstehen, sondern als "hochinteressantes Experiment", die Preissensitivität der Nutzer*innen auszutesten. Der sonst seriöse Schütz zeigt seinen Fußball-Entzug und trumpft im Eintracht-Trikot auf – wenn das Schule macht, moderieren demnächst Peter Turi im Hoffenheim- und Maria Gramsch im RB-Trikot.
youtube.com (11-Min-Video), horizont.net

Auch die Redaktion der “Süddeutschen Zeitung” muss in die Kurzarbeit.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung: Die Redaktion muss in die Kurzarbeit. Alle Redakteure sollen bis zu 15 % weniger arbeiten, die Arbeit innerhalb der Redaktion wird so umverteilt, dass gleiche Arbeitszeit unabhängig vom Ressort möglich ist. Derzeit fallen mangels Veranstaltungen vor allem Inhalte bei Sport, Kultur und Regionalem weg. Der Umfang der überregionalen Ausgabe habe sich um knapp ein Viertel reduziert.
rnd.de, turi2.de (Background)

“Horizont”: “Zeit”, T-Online und dfv schicken Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit.


Krise wird konkret: Immer mehr Medienhäuser schicken Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit, berichtet Horizont.net. Bei der "Zeit" soll es für drei Monate Kurzarbeit geben, auch in der Redaktion. Verlagschef Rainer Esser und Chefredakteur Giovanni di Lorenzo verzichten auf 25 % ihres Gehalts. Auch Ströers Nachrichtenportal T-Online und der Digital-Arm von ProSiebenSat.1, Nucom, schicken demnach die Belegschaft in Kurzarbeit. dfv medien, wo das Marketing-Fachblatt erscheint, plant ab Mai Kurzarbeit.

T-Online-Chefredakteur Florian Harms will die Kurzarbeitspläne nicht kommentieren, schreibt Roland Pimpl. Der Unternehmenssprecher sei nicht erreichbar. Auch ProSiebenSat.1 hält sich offiziell bedeckt: In einer internen Mail gehe der Sender von einem Werbeeinbruch von 30 bis 50 % aus.
horizont.net

Funke widerspricht Meldungen über Sparmaßnahmen in Hamburg.

Funke widerspricht der Meldung über Spar­maßnahmen am Standort Hamburg. Anders als vom Betriebsrat verbreitet, gebe es beim Vermarkter Mediahafen Hamburg "keine Entlassungen", schreibt Funke-Sprecher Tobias Korenke. Honorare von Freien seien nicht gestrichen, "sondern allenfalls gestrafft worden". Das Anzeigenblatt "Heimat-Echo" soll zwar geschlossen werden, jedoch werde "unter Hochdruck geprüft", ob nicht doch ein Weiterbetrieb möglich ist.
per Mail, turi2.de (Background)

Madsack beruft Dany Schrader und Christoph Maier in die RND-Chefredaktion.


Mehr Häuptlinge: Madsack vergrößert die Chefredaktion seines Redaktionsnetzwerks Deutschland. Chefredakteur Marco Fenske holt sich ab dem 1. Mai Dany Schrader, 43, und Christoph Maier, 40, als Mitglieder der Chefredaktion an die Seite. Beide steigen verlagsintern auf und sollen die operative Leitung des RND-Newsrooms übernehmen. Matthias Koch, 2013 Gründungs-Chefredakteur des RND und seitdem Mitglied der Chefredaktion, wirkt als Chefautor.

Schrader koordiniert bislang als Vize-Chefin des Print-Hubs im RND die Inhalte der Partnerzeitungen und redaktionelle Sonderprojekte. Sie ist seit 2015 beim RND und war vorher schon bei Madsacks "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Maier leitet bisher verschiedene Digitalprojekte des RND und verantwortete unter anderem Social Media und Suchmaschinen-Optimierung für RND.de.
madsack.de