Nach 134 Jahren: Deutschsprachige Zeitung “Argentinisches Tageblatt” stellt den Betrieb ein.

Argentinischer Abschied: Die letzte deutschsprachige Zeitung in Argentinien, das "Argentinische Tageblatt", hat am Freitag mit der 32.432. Ausgabe ihren Print-Betrieb eingestellt. Kurz zuvor war der langjährige Redaktionsleiter Stefan Kuhn gestorben. Grund für das Aus sind Personal­mangel und wirtschaftliche Probleme. 1889 erschien das Blatt zum ersten Mal, seit 1981 kam es nur noch wöchentlich statt täglich heraus. Zuletzt betrug die Auflage 10.000. Die Website soll vorerst bestehen bleiben.
sueddeutsche.de (€), deutschlandfunkkultur.de, twitter.com

“FAZ” bringt Beilage “Bilder und Zeiten” zurück.

Neuer Versuch: Die "FAZ" belebt ihre eingestellte Beilage "Bilder und Zeiten" wieder. Das sechsseitige Format mit langen Reportagen, Porträts und Essays soll künftig nur digital erscheinen, als Beilage zum E-Paper der "FAZ" am Samstag. Die Zeitung hatte die Beilage 2001 eingestellt und 2006 zurückgeholt, 2012 aber erneut abgesetzt.
faz.net

Bonner “General-Anzeiger” holt Florian Ludwig in die Chefredaktion.

Zeigt eine Beförderung an: Der Bonner "General-Anzeiger" holt Florian Ludwig in die Chefredaktion. Er kommt für Dietmar Kanthak, der in den Ruhestand gegangen ist. Neben Ludwig sind Chefredakteur Helge Matthiesen, Vize Sylvia Binner und Marcel Wolber in dem Führungsteam. Ludwig soll die Print-Produktion des "General-Anzeigers" leiten, außerdem das News-Management ausbauen. Ludwig startete 2003 als Volo bei der Tageszeitung, seit 2018 leitete er den Newsdesk.
rheinischepostmediengruppe.de

“Der Standard” kooperiert mit Obermayer und Obermaier.

Jetzt Standard: Die Investigativ-Journalisten Bastian Ober­mayer und Frederik Ober­maier (Foto) recherchieren in Öster­reich künftig für den "Standard", meldet die Zeitung in eigener Sache. Durch die Kooperation mit Paper Trail Media von Obermayer und Obermaier vertiefe man auch die Zusammen­arbeit mit dem "Spiegel", der bereits Partner der Firma ist. Indes wird Fabian Schmid, bisher Vize-Ressort­leiter Innen­politik & Chronik, Leitender Redakteur Investigativ beim "Standard".
derstandard.at

Analyse: Paid-Content-Erlöse von Publikumsmedien überschreiten Umsatzmarke von 1 Mrd Euro.

Paid-Content-Erlöse: Deutsche Publikums­medien erzielen mit Bezahl­inhalten aktuell 1,079 Mrd Euro pro Jahr, errechnet der Fachdienst PV Digest auf Grundlage der regulären Endkunden­preise. Das sind 23 % mehr als im Januar 2022. Über 90 % des Wachstums stammten aus der gestiegenen Anzahl an Digital-Abos, weniger als 10 % aus erhöhten Preisen. Knapp zwei Drittel der Paid-Content-Umsätze entfallen auf Tages­zeitungen, den größten Einzel-Umsatz macht die "Zeit".
pv-digest.de (€), horizont.net (€)

Zitate-Ranking 2022: “Spiegel” erneut vorne, “Handelsblatt” überholt “Bild”.

Handelsblatt verdrängt "Bild" im Zitate-Ranking von Media-Tenor 2022 von Platz 2. Insgesamt 845 Mal haben andere Medien das "Handelsblatt" zitiert, von "Bild" gab es nur 792 Zitate. An der Spitze steht erneut der "Spiegel" mit 1.096 Zitierungen. Interessanter Aspekt: 44 % der Zitate im "Handelsblatt" stammen von der Schwester-Zeitung "Tagesspiegel", die von Platz 16 im Jahr 2021 auf Platz 9 aufsteigt.
kress.de

“Welt am Sonntag” druckt Jahresrückblick in Brettspielform.

Spiel am Sonntag: Die "Welt am Sonntag" legt ihrer Silvester-Ausgabe einen Jahres-Rückblick in Brett­spiel­form zum Ausschneiden bei. Die Spielenden würfeln sich durch die Ereignisse des Jahres, müssen Fragen beantworten und Personenkarten ziehen. Wer die Elon-Musk- oder Deutsche-Bahn-Karte erwischt, muss eine Runde aussetzen, wer Patricia Schlesinger zieht, hat das Spiel sofort verloren.
"Welt am Sonntag", S. 11-14 (€)

Nürnberger Presse hatte ebenfalls Druckereiprobleme.

Ohne Druck: Der Verlag Nürnberger Presse meldet wie auch die "FAZ" Druckereiprobleme. Die Donnerstag-Ausgabe der "Nürnberger Zeitung" und der "Nordbayerischen Zeitung" konnte wegen technischer Probleme nicht gedruckt werden. Zahlreiche Lokalzeitungen waren von den Einschränkungen ebenfalls betroffen. Die "FAZ" hatte aufgrund einer technischen Störung in der Druckerei am Mittwochabend Lieferprobleme bei der gedruckten Ausgabe, weshalb die Digital-Ausgabe kostenlos abrufbar war.
nordbayern.de, turi2.de (Background)

Schwäbischer Verlag kauft “Zollern-Alb-Kurier”.

Eikaufa ganga: Der Schwäbische Verlag übernimmt das Balinger Druck- und Verlagshaus Hermann Daniel, das die Tageszeitung "Zollern-Alb-Kurier" herausgibt. Schwäbisch-Chef Lutz Schumacher spricht von einer "Stärkung des lokalen Journalismus". Für die Mit­arbeiter­innen des "Zollern-Alb-Kuriers" werde "nach guten Lösungen gesucht". An den redaktionellen Strukturen der Zeitung werde sich nichts ändern. Der "ZAK" erscheint mit 20.000 Auflage.
swr.de, schwaebische.de

Hacker attackieren britischen “Guardian”.

Unguarded: Hacker haben die IT-Infrastruktur der britischen Zeitung "The Guardian" attackiert und Störungen im Betrieb verursacht. Der Verlag geht von einem Erpressungsversuch mit Ransomware aus. Die Veröffentlichung von Artikeln auf der Website und in der App seien jedoch nicht gefährdet. Auch bei der Produktion der gedruckten Donnerstagsausgabe erwartet das Blatt keine Probleme.
spiegel.de, theguardian.com

Anja Pasquay löst Alexander von Schmettow als Kommunikationschefin beim BDZV ab.

Bleibt verbunden: Ab 1. Januar übernimmt Anja Pasquay die Leitung der Kommunikation beim Bundes­verband Digital­publisher und Zeitungs­verleger BDZV. Die bisherige Presse­sprecherin löst Alexander von Schmettow ab, der den Lobby­verband nach gut vier Jahren in noch unbekannte Richtung verlässt.
presseportal.de

Eva Quadbeck wird RND-Chefredakteurin neben Marco Fenske.

RND macht Eva Quadbeck ab 1. Januar zur weiteren Chef­redakteurin neben Marco Fenske. In ihrer neuen Funktion soll sie "weitere Verantwortung für die überregionalen Inhalte des RND" übernehmen. Quadbeck ist seit zwei Jahren stell­vertretende Chef­redakteurin und Leiterin des RND-Haupt­stadt­büros. Die Leitung des Büros bleibt auch künftig in ihrer Hand.
madsack.de

“Bild”, “BamS” und “B.Z.” werden im nächsten Jahr klimaneutral.

bildlogoGrünes Label fürs rote Blatt: Springer verkauft "Bild", "Bild am Sonntag" und die "B.Z." ab Januar als "klimaneutrales Produkt" – so wie seit September bereits die "Auto Bild". Die Emissionen, die bei der Produktion der Zeitungen entstehen, gleicht Springer durch Kompensationszahlungen aus, u.a. für eine Solaranlage in Indien und ein Wasserkraftwerk in Nicaragua. Ab März sollen sich auf die gleiche Art auch "Welt" und "Welt am Sonntag" mit dem Tüv-zertifizierten "Klimaneutral"-Sticker schmücken dürfen.
axelspringer.com, turi2.de (Background)

Presserat erteilt 10 Rügen u.a. für “Bild” und “InTouch”.

Blaue Briefe: Der Presserat spricht drei Rügen gegen bild.de und "Bild am Sonntag" aus, da die Redaktion veröffentlichte Bilder und Darstellungen von Personen nicht ausreichend anonymisiert hatte. Das Magazin "InTouch" erhält zwei Rügen wegen irreführender Überschriften. Außerdem rügt der Presserat die "Stuttgarter Zeitung, die "Braunschweiger Zeitung", südkurier.de, "Zeit" und "stern". Insgesamt hat der Presserat 118 Fälle behandelt und dabei 10 öffentliche Rügen, 21 Missbilligungen und 19 Hinweise erteilt. In 48 Fällen hat das Gremium die Beschwerden als unbegründet erachtet, in weiteren 6 Fällen auf eine Maßnahme verzichtet, sowie 14 Fälle vertagt oder abgelehnt.
presserat.de, meedia.de

Andrea Kümpfbeck wird Chefredakteurin der “Augsburger Allgemeinen”.

Eine bleibt, einer geht: Die "Augsburger Allgemeinen" macht Andrea Kümpfbeck dauerhaft zur Chef­redakteurin. Sie hatte die Leitung Anfang 2022 bereits kommissarisch gemeinsam mit Yannick Dillinger übernommen, nachdem Gregor Peter Schmitz zu RTL gewechselt war. Dillinger hat die Zeitung jedoch inzwischen "auf eigenen Wunsch" verlassen. Die Mediengruppe Pressedruck kündigt an, die Chefredaktion künftig wieder mit einer Doppelspitze zu besetzen. Wer die Zeitung zusammen mit Kümpfbeck leiten soll, steht aber noch nicht fest.
meedia.de, turi2.de (Background)

Zitat: Welt-Digital-Chefredakteur Oliver Michalsky erinnert sich an Einführung der Paywall vor 10 Jahren.

"Uns war klar, dass Qualitäts­journalismus im Netz langfristig nicht allein mit Hilfe von Werbung finanzierbar sein wird, dass wir als zweite wesentliche Ertrags­säule Vertriebs­erlöse bräuchten."

Oliver Michalsky, Chef­redakteur von Welt Digital, erinnert sich, wie die "Welt" heute vor 10 Jahren eine Paywall eingeführt hat. "Das Risiko des Reichweiten­verlusts war uns bewusst", sagt er. Die Entscheidung sei von dem Gedanken getragen gewesen, "dass eine noch stärkere Fokussierung auf Leser­bedürfnisse bei unserer täglichen Arbeit dies kompensieren würde".
turi2 – eigene Informationen

Zitat: Die Menschen kaufen in der Krise nicht nur Schnäppchen, sagt Carsten Dorn.

"Die Menschen wollen zwar sparen, aber sie sind keine Konsumverweigerer und das reine Schnäppchen ist nicht alles. Der Konsum wird bewusster."

Carsten Dorn, Geschäfts­führer der Score Media Group, sagt im turi2-Interview, dass Werbung in Tages­zeitungen in der Krise "beim Sparen und beim Planen" hilft – und das wirkt auf viele Menschen "beruhigend".
turi2.de, turi2.de/agenda2023 (weitere Beiträge)

“Planbarkeit wirkt beruhigend” – Carsten Dorn über Zeitung und Werbung in der Krise.


Sichere Bank: Tageszeitungen und ihre Werbung können Leserinnen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, sagt Carsten Dorn, Geschäftsführer der Score Media Group im Interview mit Nancy Riegel. In der Studie “Deutschland, dein Zuhause” hat der Zeitungs-Vermarkter untersucht, welche Anzeigen in schwierigen Zeiten am besten funktionieren. Nicht nur Sonderangebote, sondern auch Imagewerbung sind jetzt gefragt. Und: Mehrere Branchen sollten jetzt in der Krise erst recht werben, nicht nur als “vertrauensbildende Maßnahme”. Weiterlesen >>>

Schneider, Würzbach und Strunz bilden künftige “Bild”-Chefredaktion.

Bild' dir dein Trio: Die künftige "Bild"-Chef­redaktion besteht aus Alexandra Würzbach, Claus Strunz und dem Neu­zugang Robert Schneider, verkündet Johannes Boie der Belegschaft. "Bild am Sonntag"-Chef­redakteurin Würzbach und Bild-TV-Chef Strunz bleiben also entgegen ersten Spekulationen beim Springer-Blatt. Die Berichte haben laut "Spiegel" intern ein "Macht­vakuum" und "Führungs­chaos" ausgelöst.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Die “Mitteldeutsche Zeitung” holt Anna Petersen in die Chefredaktion.

Mitteldeutsche Zeitung holt Anna Petersen, 28, in die Chefredaktion. Petersen kommt von der "Landeszeitung für die Lüneburger Heide" und soll künftig neue Formate in der lokalen und regionalen Berichterstattung entwickeln. Der bisherige stellvertretende Chefredakteur Digitales bei der "Volksstimme", Gert Glowinski, 45, übernimmt künftig die Chefredaktion Digitale Transformation für "MZ" und "Volksstimme".
kress.de

Wie divers ist das Regionale, Io Görz?


Diverse Ansprüche: Redaktionen müssen offener werden für Lebensläufe, “die nicht geradlinig sind”, schreibt Io Görz, Chefredakteur*in von infranken.de, im Gastbeitrag für die turi2 Agenda-Wochen. Als trans Person in einer Führungsposition kann sich Io Görz “Sichtbarkeit leisten, wo andere es nicht können”. Der Weg zu mehr Vielfalt im Lokal-Journalismus sei noch weit und holprig, aber zumindest gehen viele Medien ihn. Weiterlesen >>>

BDZV verabschiedet neue Satzung, Mathias Döpfner legt sein Amt nieder.

BDZV: Springer-Chef Mathias Döpfner legt auf der Delegiertenversammlung wie erwartet sein Ehrenamt als BDZV-Präsident nieder. Er verabschiedet sich u.a. mit den Worten des Politikers und Philosophen John Dickinson: "United we stand, divided we fall." Die Zeitungs- und Digitallobby verabschiedet außerdem eine neue Satzung. Demnach wird der Verband künftig von einem Vorstand geführt, bestehend aus der Hauptgeschäftsführerin Sigrun Albert und zwei ehrenamtlichen Vorständen, die das Thema Medienpolitik verantworten.
presseportal.de

Gehälter beim “Tagesspiegel” nähern sich dem Tarifvertrag an.

Tagesspiegel schließt mit den Gewerkschaften DJV Berlin/JVBB und Verdi einen Haus­tarif­vertrag. Die Einigung sieht vor, dass die Gehälter der rund 600 Angestellten über die nächsten sieben Jahre in fest­gelegten Stufen auf das Niveau der Branchen­tarif­verträge für Tages­zeitungen ansteigen. Die durch­schnittliche Arbeits­zeit von 38,5 Wochen­stunden bleibt.
tagesspiegel.de

Zitat: Christian Drosten hat sich von Twitter verabschiedet.

"Das digitale Leben interessiert mich nicht mehr."

Virologe Christian Drosten, zu Pandemie-Hochzeiten ein Twitter-Intensiv-Nutzer, sagt im "Zeit"-Interview, dass er beim Kurz­nachrichten­dienst schon "seit Monaten gar nicht mehr rein­geguckt" hat. Er habe statt­dessen digital drei Zeitungen abonniert und genieße "diesen journalistischen Filter sehr".
zeit.de (€)

Aus RP Online wird Rheinische Post.

Wiedervereinigung: Die "Rheinische Post" gleicht ihren Online-Auftritt RP Online der gedruckten Zeitung an. Das Portal trägt nun ebenfalls den Titel Rheinische Post. Durch einen Relaunch bildet die neue Seite auch optisch eine Einheit mit Print und App. Die URL "rp-online.de" bleibt aber zusätzlich zu "rheinischepost.de" bestehen. Als Begründung für die Zusammenlegung schreibt die Mediengruppe, dass ihre rund 300 Journalistinnen schon länger aus einer Hand für alle Kanäle arbeiten.
rheinischepostmediengruppe.de

Auch die “Oberhessische Presse” nutzt Madsacks Digital-Plattform.

Madsack gewinnt die "Oberhessische Presse" als weiteren Partner für seine Verlags-Plattform RND OnePlatform. Das Kooperations­modell für Regional­verlage bündelt digitale Redaktions-, Vertriebs- und Marketing­prozesse an einem Ort. Bisher ist neben den eigenen Regionalportalen der Madsack-Gruppe noch die "Siegener Zeitung" dabei.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Basta: Französischer Zeitungsbote rettet Abonnentin aus einer Notlage.

Zeitungsretter: Ein französischer Zeitungs­bote bemerkt bei einer Abonnentin in einem Dorf in den Vogesen, dass die Zeitungen mehrerer Tage noch im Briefkasten stecken. Er schlägt Alarm. Polizei und Feuerwehr finden die betagte Dame am Boden liegend und unterkühlt, aber lebend in ihrem Haus. Nach der einstigen Lobby-Kampagne Print wirkt ist diese Geschichte wohl die Vorlage für den Nachfolger "Zeitungs-Abo rettet Leben".
faz.net

“Süddeutsche Zeitung” erscheint am Wochenende mit neuen Büchern.

Süddeutsche Zeitung am Wochenende erscheint ab diesem Samstag mit über­arbeitetem Konzept. Neu sind die Bücher "Unterwegs", "Wohnen & Genießen" sowie "Liebe & Leben", kündigt Chef­redakteurin Judith Wittwer im "Horizont"-Interview von Roland Karle an. Das bestehende Buch "Gesellschaft" soll neue Blick­winkel bieten und erscheint mit einer neuen Debatten-Seite. Der Umfang der Zeitung werde mit durch­schnittlich 64 Seiten etwas höher sein als bisher. Der Preis steigt von 4,10 Euro auf 4,90 Euro. Online ergänzt SZ.de die Wochenend­lektüre um Podcast, digitales Storytelling und Rätsel.
"Horizont" 46/2022, S. 20/21 (€), turi2.de (Background Preis­erhöhung)

Studie: Nur 15 % der Deutschen wollen bei Medien und Streaming sparen.

Krisen-Abo: Nur 15 % der Deutschen wollen aktuell bei Zeitungen, Zeit­schriften und Streaming sparen, sagt eine Befragung des Zeitungs-Vermarkters Score Media Group. Mehr als die Hälfte der Zeitungs-Leserinnen gibt an, die Zeitung sei in den letzten Krisen-Jahren für sie wichtiger geworden. Allerdings fühlen sich nur 68 % bei diesen Themen gut von ihrem Blatt informiert.
horizont.net (€)

“Tagesspiegel” will als Tabloid-Zeitung zur nationalen Medienmarke werden.

Tagesspiegel erscheint ab 29. November im kleineren Tabloid-Format mit über­arbeiteten Konzept und Layout, berichtet "Horizont". Die Berliner Tages­zeitung besteht künftig aus einem 40 Seiten starken über­regionalen Buch sowie weiteren 40 Regional-Seiten. Das "Handelsblatt" liefert täglich sechs Seiten Wirtschafts­bericht­erstattung zu. Die Medien­seite wird nach epd-Infos eingestellt, übrig bleibt eine Medien-Tipp-Seite. Mit dem Relaunch untermauert der "Tagesspiegel" seine Ambitionen, zur nationalen Medien­marke zu werden.
horizont.net (€), epd.de (€)

“Clap”: “Süddeutsche” erhöht Preise für Print-Ausgaben um bis zu 20 %.

Teure Texte: Die "Süddeutsche Zeitung" erhöht die Preise ihrer gedruckten Zeitungen deutlich, berichtet "Clap". So kostet die werktägliche Ausgabe mit 3,60 Euro künftig 10 Cent mehr, die Freitagsausgabe samt "SZ Magazin" verteuert sich um 20 Cent auf 3,90 Euro. Der Preis für die Wochenend­ausgabe steigt von 4,10 Euro auf 4,90 Euro – eine Erhöhung von 20 %. Grund seien die gestiegenen Papierkosten, die Inflation und der schwächelnde Werbemarkt. Auch "Spiegel" und "Zeit" haben ihre Copypreise erhöht, aber weniger deutlich.
clap-club.de

The Pioneer: Olaf Scholz hält Anteile an der “taz”.

Genosse Scholz: Bundes­kanzler Olaf Scholz hält seit 2018 "eine kleine Beteiligung" von rund 1.000 Euro an der "taz", berichtet The Pioneer. Diese Beteiligung habe er der Bundes­tags­verwaltung aufgrund der Neu­regelung der Neben­tätig­keiten mitgeteilt. 1992 hatte Scholz, damals Rechts­anwalt, der "taz" zusammen mit anderen zum Genossenschaftsmodell geraten.
thepioneer.de (€), blogs.taz.de (Interview von 2012)

Zahl des Tages: Acht von zehn Deutschen lesen Zeitungen.

Zahl des Tages: Ganze 79,8 % der Deutschen lesen regel­mäßig die gedruckten oder digitalen Angebote von Zeitungen, sagt eine Studie im Auftrag des BDZV. Das entspricht 56,3 Mio Menschen. Die Verteilung zwischen Print- und Online-Nutzung ist dabei fast ausgeglichen, 38,9 % der Befragten nutzen beides.
bdzv.de

“Ruhr Nachrichten” bekommen Hausverbot von Großkreutz-Klub.

Fußball-Fehde: Die "Ruhr Nachrichten" bekommen vom Dortmunder Vorortsverein TuS Bövinghausen Hausverbot erteilt. Der Verein stört sich an Berichten zu den Steuervorwürfen gegenüber dem Vorsitzenden Ajhan Dzaferoski. Die Lokalzeitung stellt als Reaktion die Berichterstattung um den Klub, in dem u.a. Kevin Großkreutz spielt, vorerst ein.
ruhrnachrichten.de via n-tv.de

Martin Dowideit ist neuer Vize-Chefredakteur beim “Kölner Stadt-Anzeiger”.

Kölner Stadt-Anzeiger macht Martin Dowideit (Foto) zum Vize von Chef­redakteur Carsten Fiedler. Dowideit war bislang Head of Digital der Kölner Tageszeitung und wird diese Rolle auch künftig behalten. Dowideit soll u.a. die Umgestaltung der Webseite und die Einführung eines neuen Redaktions­systems anleiten.
presseportal.de

Oliver Hollenstein wechselt vom “Manager Magazin” zur “WAZ”.

Waz neues: Journalist und Buch-Autor Oliver Hollenstein wird neuer Nachrichten- und Themen­chef und damit Teil der Chef­redaktion der "West­deutschen Allgemeinen Zeitung". Hollenstein kommt vom "Manager Magazin", wo er den Newsdesk geleitet hat. Davor war er u.a. bei der "Zeit" und der dpa. Er ist Mitautor des Best­sellers "Die Akte Scholz" über die Cum-ex-Affäre.
funkemedien.de

Das “Handelsblatt” legt sich ein neues Print-Layout zu.


Frischzellenkur: Das "Handelsblatt" führt ein neues Layout und eine neue Struktur für seine Print-Ausgabe ein. Damit einher geht u.a. ein Ausbau der Berichterstattung über "geoökonomische Entwicklungen", schreibt Chefredakteur Sebastian Matthes. Korrespondenten-Berichte bekommen dazu künftig prominentere Plätze auf den ersten Seiten. Übergeordnetes Ziel sei es, "die ökonomischen Themen, die Unternehmen und Politik bewegen, stärker in den Mittelpunkt zu rücken". Wolfgang Ischinger, ehemaliger Botschafter und Ex-Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, sowie die Sicherheitspolitikexpertin Claudia Major von der Stiftung Wissenschaft und Politik sind neu an Bord als Gastautoren. "In einem nächsten Schritt" werde auch die Website überarbeitet.
"Handelsblatt", S. 1 (€), handelsblatt.com

“Berliner Zeitung” degradiert Kulturchef Hanno Hauenstein nach Kritik an Verleger Holger Friedrich.

Zu kritisch gezwitschert: Die "Berliner Zeitung" degradiert den bisherigen Kulturchef Hanno Hauenstein (Foto) nach Kritik an Verleger Holger Friedrich. Hauenstein hatte sich auf Twitter gegen ein Panel mit Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán geäußert, das Friedrich co-moderierte. Laut Chefredakteur Tomasz Kurianowicz soll Hauenstein künftig als Redakteur weiter für "seine Themen" zuständig sein.
zeit.de

“Siegener Zeitung” nutzt als erstes Medienhaus die RND OnePlatform.

Auf einen Blick: Die "Siegener Zeitung" nutzt als erster Verlag die RND OnePlatform, nachdem die Publishing-Plattform zuvor mit den eigenen Madsack-Regional­portalen gestartet ist. Das Kooperations­modell für Regional­verlage bündelt digitale Redaktions-, Vertriebs- und Marketing­prozesse an einem Ort.
madsack.de

Kersten Augustin leitet Politik-Teil der neuen “Wochentaz”.

Wochenend­austausch: Ab dem 12. November wird aus der Wochenend-Ausgabe der "taz" die Wochen­zeitung "Wochentaz". Den Posten des Vize-Ressort­leiters mit Zuständigkeit für den Politik­teil der Zeitung übernimmt Kersten Augustin, der bereits seit 2015 im Wochenend-Ressort der "taz" arbeitet. Er löst damit Katja Kullmann ab, die sich wieder verstärkt dem Schreiben widmen möchte.
blogs.taz.de (Augustin), taz.de (Wochentaz)

“Heilbronner Stimme” kann auch am Montag nicht gedruckt erscheinen.

Stimmungstief: Auch am Montag wird es wegen des Cyberangriffs auf die Stimme Mediengruppe keine gedruckte Ausgabe der "Heilbronner Stimme" geben. Stattdessen werde versucht, ein 24-seitiges E-Paper zu produzieren, kündigt Chefredakteur Uwe Ralf Heer der dpa an. Wenn das klappt, könne am Montag wieder eine gedruckte Ausgabe für Dienstag in die Produktion gehen.
swr.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Murdoch prüft die Zusammenlegung der Teilkonzerne News Corp und Fox Corp.

Murdoch macht den Bertelsmann: Der 91 Jahre alte Medienmogul Rupert Murdoch legt womöglich die Print- und TV-Teile seines Medienreichs wieder zusammen. News Corp (u.a. "Wall Street Journal", "Sun" , "Times") und Fox Corp haben am Freitag bekannt gegeben, die Möglichkeiten für Synergien und Einsparungen zu prüfen. Die beiden Teilkonzerne entstanden 2013, damals trennte Murdoch sein Reich in News Corp und 21st Century Fox, die er 2019 nach dem Verkauf der Entertainment-Sparte an Disney für 71 Milliarden Doller in Fox umbenannte und die sich seither auf News und Sport fokussiert.
bloomberg.com, news.yahoo.com

“Heilbronner Stimme” erscheint wegen eines Cyberangriffs mit einer Notausgabe.


Stimmstörung: Bei einer Cyberattacke sind die Computersysteme der Heilbronner Stimme verschlüsselt worden, sagt Chefredakteur Uwe Ralf Heer der dpa. Es gebe ein Bekennerschreiben, eine Lösegeldforderung liege aber bisher nicht vor. Die reguläre Zeitungsproduktion sei "bis auf Weiteres nicht möglich", am Samstag erscheint eine sechsseitige Notausgabe. Auch weitere Unternehmen der Stimme Mediengruppe seien von dem Cyberangriff betroffen. Das Landeskriminalamt habe bereits Ermittlungen eingeleitet. Ende 2020 wurde bereits die Funke Mediengruppe Opfer einer Cyberattacke, im April 2021 dann Madsack. In beiden Fällen war die Zeitungsproduktion ebenfalls beeinträchtigt.
swr.de, faz.net, stimme.de
(Foto: Picture Alliance, dpa, Christoph Schmidt)

“Spiegel” ist meistzitiertes Medium, “Tagesspiegel” rückt in die Top 10 auf.

Wer hat's geschrieben? Der "Spiegel" bleibt meistzitiertes Medium, der "Tagesspiegel" rückt in die Top 10 auf, ergibt das Media-Tenor-Ranking von Januar bis September 2022. Der Krieg in der Ukraine drängt Zitate zu Corona in den Hintergrund, Umwelt- und Klimathemen werden noch weniger beachtet. Sonntagszeitungen bekommen immer weniger Aufmerksamkeit, die "FAS" schafft es nicht mehr unter die zehn meistzitierten Wochen- und Monatsmedien.
kress.de

Papiermangel: “Süddeutsche” hat Lagerflächen angemietet, RTL nutzt andere Sorten.

Unter Druck: Aufgrund des Papiermangels hat die "Süddeutsche Zeitung" Lagerflächen in der Nähe von München angemietet, um zusätzliches Papier auf Halde zu haben – einen ähnlichen Schritt machte bereits die "FAZ" publik. RTL setzt für die ehemaligen Gruner + Jahr-Magazine teils auf andere Papiersorten und spart "in Einzelfällen" durch Formatanpassungen oder die Reduzierung von Heftumfängen.
sueddeutsche.de (€)

Zitat: Jan Fleischhauer nimmt die “Junge Freiheit” in Schutz.

"Jedes Mal, wenn ich die Zeitung zur Hand genommen habe, fand ich nichts, was nicht vor zehn Jahren in der CDU noch selbstverständlich gewesen wäre. Das reicht heute, um sich unmöglich zu machen."

"Focus"-Kolumnist Jan Fleischhauer begründet seinen Entschluss, der "Jungen Freiheit" ein Interview zu geben – obwohl das Blatt als "so rechts gilt, dass man es besser meidet." Er würde auf Anfrage aber auch mit einer "Linkspostille" sprechen.
"Focus" 41/2022, S. 6 (€)

Rede zu “SZ”-Jubiläum: Angela Merkel war ungern “Kohls Mädchen”.

Niemandes Mädchen: Altbundeskanzlerin Angela Merkel hat beim 77. Jubiläum der Süddeutschen Zeitung am Donnerstagabend in ihrer Festrede den hohen Wert der Pressefreiheit und Meinungsvielfalt beschworen und für ihren Schutz geworben. Die "Süddeutsche Zeitung" bezeichnete sie als ihren "ständigen Begleiter" und als "Stachel im eigenen Fleisch" der Schwesterpartei CSU.

Merkel wurde in ihrer Rede auch persönlich und sagte, die Bezeichnung vieler Medien als "Kohls Mädchen" zu Beginn ihrer politischen Karriere habe sie als "jemand, der sich freute, erstmals im Leben eigenständig seine Meinung zu äußern, ohne mit staatlichen Institutionen in Schwierigkeiten zu kommen", als "ziemlich deprimierend" empfunden.

Die Altbundeskanzlerin lobte die "Süddeutsche Zeitung" u.a. für die "klare Unterscheidbarkeit von Sachverhaltsmeldungen, Reportagen und Meinungsartikeln" und sagte weiter: "Wenig ist aus meiner Sicht bei der Zeitungslektüre erfreulicher, als einen Meinungsartikel zu lesen, dessen Quintessenz man nicht schon kennt, wenn man nur die Zeitung aufschlägt oder den Namen des Autors oder Autorin liest."

Merkel wurde auch politisch und bezeichnete den russischen Angriffskrieg in der Ukraine als Zäsur und lobte die Entschlossenheit und Geschlossenheit des Westen. Im Hinblick auf die Drohgebärden aus Moskau empfahl sie, die "Worte ernst zu nehmen und sich ernsthaft mit ihnen auseinanderzusetzen und sie nicht von vornherein als Bluff einzustufen".
sueddeutsche.de, sueddeutsche.de (Rede-Manuskript), sueddeutsche.de (Insights zu 77 Jahren "SZ")

Prinz Harry, Elton John und andere Promis verklagen Associated Newspapers..

Nicht die feine englische Art: Eine Reihe berühmter britischer Persönlichkeiten um Elton John und Prinz Harry verklagen den britische Zeitungsverlag Associated Newspapers. Die Prominenten werfen dem Herausgeber der Daily Mail grobe Verletzungen der Privatsphäre wie etwa illegale Abhöraktionen, die Beauftragung von Privatdetekteien zum Ausspähen ihres Privatlebens oder Bestechung der Polizei vor. Associated Newspapers weist die Vorwürfe zurück und sieht sich einer geplanten Schmutzkampagne ausgesetzt.
theguardian.com

Sebastian Holzapfel wird Digital Lead bei Funke in Thüringen.

Funke macht Sebastian Holzapfel zum Digital Lead der "Thüringer Allgemeinen", der "Thüringischen Landeszeitung" und der "Ostthüringer Zeitung". Zugleich wird er Mitglied der Chefredaktion der "Thüringer Allgemeinen". Holzapfel arbeitet seit 2014 bei Funke und war zuletzt Chef vom Dienst für die drei Markenportale thueringer-allgemeine.de, tlz.de und otz.de. Zuvor hatte er die Online-Redaktionen der "Frankfurter Rundschau" und der "Frankfurter Neuen Presse" geleitet.
lifepr.de

Debatte: Medien pflegen eine schreckliche Link-Kultur.

Gelinkt: Medien pflegen eine schreckliche Link-Kultur, kritisiert Markus Reuter. Anstatt Leserinnen nützliche Weiterführungen "nach außen" anzubieten, verlinken viele Publikationen nur innerhalb des eigenen Hauses – was allerdings kaum nützlich ist. Das eigene Medium gelte "als Insel in einem Meer von Feinden", dabei seien fehlende Links vor allem "ein journalistisches Armutszeugnis" und "ein Stinkefinger an die Leserschaft".
netzpolitik.org