• Märkische Allgemeine Zeitung, Susanne Gaschke, Alexander Blum.

    - BACKGROUND -

    Märkische Allgemeine Zeitung sollte die Redakteurin Carola Hein, Ehefrau des brandenburgischen AfD-Abgeordneten Alexander Gauland, aus der Politik-Berichterstattung heraushalten, fordert Jens Twiehaus.
    taz.de

    Trend zur Übertreibung und Vereinfachung ist heute weitgehend Realität im Journalismus, kritisiert Susanne Gaschke. Journalisten "verachten" damit ihr Publikum, findet die frühere Kieler Oberbürgermeisterin und "Zeit"-Journalistin.
    newsroom.de

    Zensurlöschung: Alexander Blum von "Bild am Sonntag" hat die Löschung von Google-Suchergebnissen der Bildblog-Einträge eigeninitiativ ohne Rücksprache mit der Redaktion veranlasst, erklärt Springer.
    taz.de

    Longform-Journalismus wird in Zukunft ein Nischen-Dasein führen und nur solche Leser finden, die ihr Gehirn durch lange Lesephasen "trainieren" wollen, glaubt Boris Hänßler.
    robotergesetze.com via bildblog.de

    - BASTA -

    Gedächtnis-Riegel: Rund 2,68 Mio Deutsche essen laut der Markt-Media-Studie Best4Planning gerne mal den Schokoriegel Banjo. Dumm nur, dass es den seit einem Lebensmittelskandal 2009 gar nicht mehr zu kaufen gibt.
    meedia.de

  • Hoffmann und Campe, Sport1, ZDF-Fernsehrat.

    - NEWS -

    Hoffmann und Campe Corporate Publishing verbreitet sein zweimal jährlich erscheinendes "BMW Magazin" nun auch digital. Es bietet auf Englisch, Deutsch, Spanisch und Französisch zum Teil länderspezifische Inhalte.
    cp-monitor.de

    Sport1 darf auch unter dem neuen Rechteinhaber Telekom die Basketball-Bundesliga im Free TV zeigen. Die Vereinbarung gilt für 2014/2015 und 2015/2016, Sport1 will 48 Begegnungen pro Saison live und in HD übertragen.
    handelsblatt.com

    ZDF-Fernsehrat verspricht, künftig öffentlich zu tagen, will "vertraulich zu behandelnde Themen" aber weiterhin in einem nicht-öffentlichen Teil des Plenums beraten. Die Ausschüsse tagen weiter geheim.
    presseportal.de

    Scripted Reality: Die deutschen Privatsender haben sich endlich auf eine freiwillige Kennzeichnungspflicht für Pseudo-Dokus geeinigt. Auch die Landesmedienanstalten sind im Boot, die Regelungen sollen sofort gelten.
    digitalfernsehen.de

    Google will YouTube-Stars finanziell unterstützen. Den Zuschuss bekommen jedoch nur YouTuber, die sich bereits etabliert haben und von ihren Einnahmen leben können. Neue Talente müssen sich erst an die Spitze hocharbeiten.
    spiegel.de

    Facebook ändert Ranking im Newsfeed: Einträge, die sofort viele Interaktionen verzeichnen, werden prominenter platziert. Bisher galt die Anzahl der Gefällt-mir-Angaben als einziger Indikator für die Wichtigkeit eines Status-Updates.
    internetworld.de

    - Tweet des Tages -

    Twittervogel50Da rechnet man minütlich mit Gewöhnungsbedürftigem aus dem großen Medienhaus in Hamburg. Und dann liefert das andere. Schade, @Zielina.
    Domenika Ahlrichs, twitter.com

    - ECHO -

    Meistgeklickter Link gestern Abend: ARD-Programmbeirat kritisiert die Ukraine-Berichterstattung des Senders als tendenziös zulasten Russlands.
    tagesspiegel.de

    - ZITATE -

    bono_100"Die Leute, die heute in den Blogs über einen herziehen, das sind die, die früher dumme Sprüche auf Toilettentüren geschrieben haben."

    U2-Frontmann Bono Vox quittiert Lästereien im Netz über die iTunes-Veröffentlichung des neuen Albums mit Ironie.
    presseportal.de

  • "stern"-Chef Krug ersetzt Online-Chefin Zielina.

    anita-zielina-twitter_400Frisches Blut vergossen: Vor einem guten Jahr noch als erste Frau in der Chefredaktion des "stern" gefeiert, wird die Online-Chefin Anita Zielina vom neuen Chefredakteur Christian Krug kurzerhand abserviert und durch seinen Intimus Philipp Jessen, 37, ersetzt. Der kommt wie Krug von "Gala", wo er als Vize und Online-Chef so etwas wie die rechte Hand von Krug war. Mit Jessen zieht eine massive Dosis Boulevard beim "stern" ein: Vor seiner Zeit bei "Gala" war Jessen Chefredakteur von "Bravo", Redakteur bei "Bild" und "Vanity Fair". Vermuteter Grund des Wechsels: Krug will nicht mit Zielina, die sein Vorgänger Dominik Wichmann vom "Standard" in Wien holte, arbeiten, sondern mit seinem Buddy Jessen. G+J-Leute verbreiten allerdings die Deutung, dass Zielina ohne ihren Ankerpunkt Wichmann von sich aus die Lust verloren habe.

    Dass die 34-jährige Österreicherin "aus persönlichen Gründen" geht, wie die Pressestelle verbreitet, ist wenig glaubhaft. Es sei denn, man zählt eine ordentliche Abfindung zu den persönlichen Gründen. Auffällig auch, dass Zielina nicht allzu überschwänglich gedankt wird - ihre Bemühungen bei stern.de, zu denen die Einrichtung zahlreicher Blogs zählt, gelten als teuer, aber wenig erfolgreich. Auch soll das Klima zuletzt stark gestört gewesen sein. In der Twitter-Blase ist die Anteilnahme an Zielinas Abgang groß, bei "w&v" bedauert Karsten Lohmeyer das Ausscheiden eines "echten Postergirls". Ebenfalls neuer Vize wird Thomas Ammann, 58. Er arbeitete u.a. bei Spiegel TV. (Foto: Twitter/Zielina)
    presseportal.de, meedia.de, wuv.de, twitter.com, turi2.de (Background)

  • Leistungsschutzrecht, AFP, Musikmarkt.

    - BACKGROUND -

    Leistungsschutzrecht: 150 Mio Webseiten würden aus dem Google-Index fliegen, sollte auch der Such-Riese Verlagsseiten von VG-Media-Mitgliedern auslisten, errechnet die Medienbeobachtung Echobot.
    blog.echobot.de

    AFP reagiert auf die Ermordung von freiberuflichen Journalisten durch Terroristen: Die Agentur will keine Berichte und Bilder von Freelancern aus Regionen mehr kaufen, in die sie ihre Festangestellten nicht schicken würde.
    huffingtonpost.com, blogs.afp.com

    Musikmarkt in Deutschland wird 2013 noch immer von der CD dominiert. Die Umsätze mit den Silberlingen machen knapp drei Viertel der 1,45 Mrd Euro aus. Streaming wächst zwar um 91 %, kommt aber nur auf 5 % des Gesamtvolumens.
    horizont.net

    Klick-Tipp: Hörfunk-Reporter Ulrich Chaussy recherchiert seit mehr als 30 Jahren die Hintergründe und Ungereimtheiten des Oktoberfest-Attentats von 1980. Nun präsentiert der BR seine Recherchen als multimediale Reportage.
    story.br.de/oktoberfest-attentat via twitter.com/Medientrainer77

    - BASTA -

    Schleichende Werbung: Das "Handelsblatt" hat sein umstrittenes Leserporträt auf Seite 3 jetzt offiziell zur Anzeige erklärt - und kassiert dafür ganz offen 5.900 Euro pro Porträt.
    wuv.de

  • Madsack, FAZ. Radio Bremen.

    - NEWS -

    Madsack baut eine zentrale Sportredaktion auf: Dazu holen die Hannoveraner Marco Fenske, 30, als Sportchef des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Fenske war zuletzt Vize-Sportchef der Münchner "Abendzeitung".
    dnv-online.net

    FAZ bekommt von Florian Illies einen Korb: Der Autor galt angeblich als Wunsch-Kandidat für die Nachfolge Frank Schirrmachers, erklärt jedoch, das Kunst-Auktionshaus Villa Grisebach sei zu seiner "beruflichen Heimat" geworden.
    meedia.de

    Radio Bremen schreibt 2013 eine schwarze Null: Zwar erwirtschaftet der Sender einen Überschuss von 3,08 Mio Euro, 2,44 Mio davon sind jedoch Mehreinnahmen aus dem neuen Rundfunkbeitrag und daher vorerst gesperrt.
    radiobremen.de

    Verbotene Liebe kündigt zum 14. November allen 180 Schauspielern und Mitarbeitern. Die Darsteller mussten sich dazu verpflichten, keine Castings und andere Produktionen anzunehmen, sollte es als wöchentliche Serie weitergehen.
    "Bild", S. 5, bild.de/bild-plus

    Carta versucht es nach internen Querelen über die Führungsstruktur mit einer neu gestalteten Website. Zudem soll Autor Bobby Rafiq das Mehr-Autoren-Blog bei der Weiterentwicklung von Inhalten voranbringen.
    carta.info

    PubliGroup verkauft nach der Übernahme durch Swisscom das Schweizer Kommunikationsmagazin "persönlich" samt Verlag an Chefredakteur Matthias Ackeret. Zweiter Investor ist Manfred Klemann, Gründer von Wetter.com.
    persoenlich.com, persoenlich.com (Interview Ackeret)

    Le Monde soll auch Fernsehen machen: Die Gesellschafter der französischen Tageszeitung wollen von TF1 den Nachrichtensender LCI übernehmen. Auch "Le Figaro" ist interessiert.
    "FAZ", S. 15, lemonde.fr

    - ECHO -

    Meistgeklickter Link gestern Morgen war der neue Politik-Newsletter "Seite 2 online" von "Bild"-Vize-Chef Béla Anda.
    bild.de

    - ZITATE -

    Nikolaus Förster, Impulse"Vielleicht gibt es ja eine nach oben offene Ratlosigkeitsskala der Verlage."

    "Impulse"-Chefredakteur Nikolaus Förster ist erstaunt, dass die "Süddeutsche" Abo-Werbern für neue Leser bis zu 380 Euro zahlt.
    impulsemagazin.wordpress.com

  • "Welt" und N24 fremdeln noch.

    kress_400Scheinriese: Der Zusammenschluss der "Welt" mit dem zugekauften Nachrichtensender N24 geht nur schleppend voran. Die von Springer mit reichlich Selbstlob bedachte Multimedialität "findet kaum statt", berichtet der "Kress Report". Autor Jens Twiehaus beschreibt in seiner bemerkenswert kritischen Titelgeschichte eine "stotternde Maschine". Auch der neue "Welt"-Herrscher Jan-Eric Peters, der künftig über alle Aktivitäten von WeltN24 wacht, kann nur bedingt durchgreifen. Hauptproblem sind die beiden Standorte, der "Welt"-Newsroom in der Ullstein-Halle in der Rudi-Dutschke-Straße und die TV-Redaktion samt Studios am Potsdamer Platz. Eine Vereinigung wird es erst im Neubau neben dem Berliner Springer-Hochhaus geben. Vor allem beim Bewegtbild regieren Doppelstrukturen: Die TV-Inhalte von N24 sind fürs Fernsehen gemacht und finden in den Digitalangeboten der "Welt" kaum Verwendung. Autor Twiehaus hält den Springer-Anspruch, "eine der größten multimedialen Redaktionen in Deutschland" zu betreiben, vorerst für einen "PR-Slogan". (Foto: kress.de)
    "Kress Report", Nr. 17/14, S. 14 + 15, presseportal.de (Vorabmeldung), turi2.de (Background)

    Zahl des Tages: Mit Erlösen von 21,8 Mrd ist der Börsengang von Alibaba der größte in der Geschichte. Jede Aktie des chinesischen Web-Konzerns kostet 68 Dollar.
    sueddeutsche.de

    -- Text-Anzeige --
    NextTV – Gibt es noch ein TV-Lagerfeuer in Deutschland? (Wie) wird aus Kult Kultur? Ist das goldene Bewegtbildzeitalter angebrochen? Macht uns der Smart-TV zum gläsernen Nutzer? Wie viel Vielfaltssicherung braucht der Rundfunk? Antworten finden Sie auf den MEDIENTAGEN MÜNCHEN (22.-24.10.2014). Programm und Anmeldung unter www.medientage.de

  • Bild, Hans-Hermann Tiedje, Sexualstrafrecht.

    - BACKGROUND -

    Bild ist die meistgenutzte Medienmarke, gefolgt von "Apotheken Umschau" und "Spiegel", so die Verlagsstudie Best4Planning. Für die Auswertung wurden die Nutzerzahlen von Print, Online und Mobile erstmals kombiniert.
    meedia.de

    Hans-Hermann Tiedje und "stern"-Rechercheur Hans-Martin streiten sich weiter öffentlich: Tillack wirft dem Ex-"Bild"-Chef Tiedje vor, Lobbyarbeit zu betreiben und dies nicht offenzulegen.
    blogs.stern.de

    Sexualstrafrecht: Die geplante Reform schafft ein rechtliches Minenfeld für harmloses Verhalten, kritisiert Sascha Rheker. Eltern, die ihre Kinder nackt fotografieren, würden zu potentiellen Handlangern von Pädophilen gestempelt.
    rheker.wordpress.com

    Postillon-Gründer Stefan Sichermann betreibt die erfolgreichste deutsche Satire-Plattform, bleibt aber selbst gern im Hintergrund. Angefangen hat er als Autor für Bildblog, erzählt Merle Schmalenbach in ihrem Porträt.
    cicero.de

    Video-Plattform Jugend-TV verbreitet Hetze gegen Homosexuelle und Abtreibung in kindgerechten Formaten. Dahinter steht eine sektenähnliche Vereinigung aus der Schweiz, berichtet Steffen Grimberg bei Zapp.
    ndr.de (mit 4-Min-Video)

    Lese-Tipp: Murdoch-Manager Robert Thomson, CEO von News Corp, warnt in einem ausführlichen Schreiben an EU-Kommissar Almunia, dass Google den Wettbewerb "ersticken" könne. Newsroom.de dokumentiert Thomsons Brief.
    newsroom.de

    - BASTA -

    Cannabis vernebelt Twitter die Geschäftsaussichten, glaubt Star-Investor Peter Thiel. Seiner Meinung nach kiffen die Macher des Kurznachrichtendienstes zu viel und schreiben deswegen noch rote Zahlen.
    handelsblatt.com, cnbc.com

  • DuMont Schauberg, Gruner + Jahr, Langenscheidt.

    - NEWS -

    DuMont Schauberg schrumpft sich in die Gewinnzone: Der Verlag beendet 2013 mit 1,6 Mio Euro Gewinn nach 112 Mio Miesen 2012. Der Umsatz sank durch den "FR"-Verkauf um 87 Mio auf 584 Mio Euro. Auch 2014 geht der Umsatz zurück.
    new-business.de

    Gruner + Jahr ist nicht mehr zum Feiern zu Mute: Angesichts der Sparmaßnahmen soll der renommierte Henri-Nannen-Preis 2015 nicht vergeben werden. Ob und in welcher Form es nach der Pause weiter geht, ist noch unklar.
    meedia.de

    Langenscheidt hat die Farbe Gelb exklusiv - zumindest für Wörterbücher. Der Bundesgerichtshof entschied heute in letzter Instanz gegen den US-Konkurrenten Rosetta Stone, der ein ähnliches Gelb verwendet.
    fr-online.de, spiegel.de

    Haymarket und sein Publisher Sebastian Vesper, 42, gehen nach 15 Jahren getrennte Wege. Vesper war zuletzt als Publishing Director u.a. für "kress", "PR Report" und "Druck&Medien" zuständig.
    kress.de

    Mannheimer Morgen macht Volker Pfau, 54, zum Chef der Portale Mannheim24 und Heidelberg24. Pfau war zuletzt Online-Ressortleiter beim "Weser Kurier". Interims-Chefin Katja Bauroth geht zurück zur "Schwetzinger Zeitung".
    per Mail

    Berliner Morgenpost geht auf Zeitreise: Mit der App "Timetraveler" können Berlin-Besucher via Smartphone und Tablet historische Momente nacherleben. Die Augmented-Reality-App integriert historische Szenen ins Straßenbild.
    funkemedien.de, timetraveler.berlin (mit Erklär-Video)

    ARD-Programmbeirat kritisiert die Ukraine-Berichterstattung des Senders als tendenziös zulasten Russlands. ARD-Chefredakteur Thomas Baumann weist den Vorwurf zurück.
    tagesspiegel.de

    Telekom will keine Plattformen wie Musicload oder den Messenger Joyn mehr entwickeln. Das zuständige Team wird umgebaut und verkleinert. Im Geschäft mit Endkunden gibt's künftig nur noch Kooperationen - wie z.B. mit Spotify.
    manager-magazin.de

    - Tweet des Tages -

    Twittervogel50Lese seit 40 Jahren den Spiegel. Und noch nie stand er so auf der Kippe wie heute: turi2.de
    Bernd Ziesemer, twitter.com

    - ECHO -

    Meistgeklickter Link gestern Abend war das turi2-Interview mit Lukas Kircher, in dem er seine Content-Marketing-Agentur C3 ein "Refugium für gute Journalisten" nennt.
    turi2.de

    - ZITATE -

    dorin popa_100"Wenn Gruner + Jahr so weitermacht, sollten die Nannen-Erben dem Verlag die Nutzung des Namens verbieten."

    Blogger und Türsteher Dorin Popa erteilt Ratschläge zur G+J-Krise.
    twitter.com

    Roland Tichy_100"Titanic fährt flott, der Eisberg ist in Sicht, die Brücke streitet."

    Roland Tichy hält Wolfgang Büchner als "Spiegel"-Chefredakteur für "so gut wie tot".
    rolandtichy.de

  • Jan-Eric Peters wird WeltN24-Herrscher.

    Peters_WeltN24_400Eric, der Blaue: Jan-Eric Peters, 49, smarter, aber nicht in die Öffentlichkeit drängender Chefredakteur der blauen "Welt"-Gruppe, wird zu einem der mächtigsten Medienmacher der Republik. Neben "Welt" und "Welt am Sonntag" übernimmt der gelernte Boulevard-Journalist ("AZ", "MoPo") nun auch bei N24 die redaktionelle Verantwortung - und wird zum echten King of Trimedia. Der frühere N24-Chef Arne Teetz, 47, dagegen ist zu bedauern: Er wird zum Vize degradiert und bekommt auch noch den anstrengenden Ulf Poschardt, 47, beigeordnet. Auch sonst rücken die "Welt"-Leute ein wenig wie Besatzer in die Redaktion von N24 ein: Thomas Exner, 47, Andrea Seibel, 56, und Cornelius Tittel, 37, in der Welt-Gruppe für Wirtschaft, Meinung und Kultur verantwortlich, übernehmen diese Themen auch in der Gemeinschaftsredaktion WeltN24. Aber wer zahlt, schafft eben an. Springer hat N24 Ende 2013 gekauft. Und die Schaffung einer schlagkräftigen Redaktion, die für Print, Online und TV zugleich arbeitet, ist sicher der richtige Weg. (Foto: Springer)
    presseportal.de, newsroom.de, meedia.de, kress.de

  • "Spiegel"-Betriebsrat steht einstimmig gegen Büchner.

    Wolfgang Büchner_400Chefredakteur Wolfgang Büchner hat jetzt nicht nur die Printredaktion gegen sich, sondern den gesamten Betriebsrat. Das 13-köpfige Gremium, in dem u.a. Vertriebsleute, die EDV, Sekretariate und die Dokumentation vertreten sind - nicht aber die Onliner -, stimmte am Mittwoch einmütig gegen Büchners Versuch, die Ressortleiter Armin Mahler und Lothar Gorris per Abfindung loszuwerden. In einem Brief an alle Mitarbeiter kritisieren die Betriebsräte "einen Kultur- und Tabubruch in unserem Haus". Es entstehe "der Eindruck, dass sich die Chefredaktion ohne sachlichen Grund und in nicht nachvollziehbarer Eile unliebsamer Ressortleiter entledigen will". Der Betriebsrat befürchtet, "dass dieses Vorgehen dem 'Spiegel' insgesamt Schaden zufügt und das Vertrauen in die Führung immer weiter abnimmt". Für Ärger sorgt auch, dass Büchner Mahlers Stelle des Ressortleiters Wirtschaft bereits per Aushang zu Ende September ausgeschrieben hat - obwohl Mahlers Vertrag noch bis Ende 2014 läuft.

    Noch nichts nach außen gedrungen ist von der womöglich entscheidenden Sitzung der Geschäftsführung der Mitarbeiter-KG am Mittwoch. Nur sie könnte Büchner stoppen, es ist aber unklar, ob und wie sich das fünfköpfige Gremium, das in sich uneins ist, positioniert hat. Aller Voraussicht nach will die Mitarbeiter-KG erst mit dem Co-Gesellschafter Gruner + Jahr sprechen, bevor sie ihre Entscheidung verkündet. Die kann in dem aufgeheizten Klima gegenseitiger Vorwürfe nur heißen: Absetzung von Chefredakteur Büchner oder Rückenstärkung für ihn.

    Innerhalb der Printredaktion wächst der Druck auf Marianne Wellershoff. Die Chefin der Print-Beilage "Kultur-Spiegel" stimmt als Vertreterin der Printredaktion in der Mitarbeiter-KG seit Wochen gegen das Votum ihrer Basis - und für Büchner. In einer Unterschriftenaktion will die Printredaktion Wellershoff nun zum Rückzug aus der Geschäftsführung der Mitarbeiter-KG zwingen. Viele Printredakteure werfen Wellershoff vor, auf die Stelle von Kultur-Chef Lothar Gorris zu hoffen und sich Büchners Unterstützung durch Wohlverhalten zu erkaufen.

    Anbei der Brief des Betriebsrats an alle "Spiegel"-Mitarbeiter in voller Länge:

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    mit Empörung hat der Betriebsrat den Versuch des Hauses zur Kenntnis genommen, zwei Ressortleiter aus ihrem Amt zu drängen. Abgesehen davon, dass sich die beiden Ressortleiter nichts zu Schulden kommen lassen haben, gibt es für dieses Vorgehen keinerlei arbeitsrechtliche Berechtigung.

    Wir finden es in jeder Hinsicht unverantwortlich, dass die Neubesetzung dieser Stellen schon betrieben wird, während es noch keine Einigung mit den aktuellen Inhabern dieser Stellen gibt. Dabei sollen die beiden Ressortleiter nicht nur ihre Ressortleiterfunktion verlieren, sondern das Haus sogar ganz verlassen. Das stellt eine neue Dimension im Umgang mit Mitarbeitern dar, nämlich einen Kultur- und Tabubruch in unserem Haus. Dieses Vorgehen der Chefredaktion erschreckt, zumal damit der von den Gesellschaftern eingeforderte Konsens einseitig aufgekündigt wird.

    Es entsteht darüber hinaus der Eindruck, dass sich die Chefredaktion ohne sachlichen Grund und nicht nachvollziehbarer Eile unliebsamer Ressortleiter entledigen will.
    Wir befürchten, dass dieses Vorgehen dem SPIEGEL insgesamt Schaden zufügt und das Vertrauen in die Führung immer weiter abnimmt.

    Der Betriebsrat wird juristisch beraten und alle rechtlichen Mittel zum Schutz der betroffenen Mitarbeiter ausschöpfen.

    Wir werden in Kürze zu einer ordentlichen Betriebsversammlung einladen.

    Mit besten Grüßen
    Ihr Betriebsrat

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