Deutsche Verlage reagieren verhalten auf Apple News+.

Apple News+ stößt bei den deutschen Verlagen auf verhaltene Reaktionen, beobachtet Christian Meier. Gruner + Jahr und Burda wollten erst einmal das konkrete Modell abwarten. Bei der "FAZ" erntet das Angebot scharfe Kritik, weshalb der Verlag es "schlichtweg ablehnen" müsse, sagt Geschäftsführer Thomas Lindner. Aktueller Journalismus sei nicht auf das Prinzip Spotify übertragbar. Einzig Bauer mit seinen zahlreichen Zeitschriften in den USA habe das Angebot von Apple bereits angenommen.
welt.de

Buch-Boom: Markus Dohle erklärt, wie der Buchmarkt von Netflix & Co profitiert.


Altes Medium, neue Gewinne: Markus Dohle, Buch-Vorstand von Bertelsmann und als Chef von Penguin Random House wichtigster Buch-Verleger der Welt, versprüht auf der Bilanz-Pressekonferenz des Medienriesen Print-Optimismus. Im Video-Interview von turi2.tv jubelt Dohle, "die Endverbraucher-Ausgaben für Bücher steigen jedes Jahr", auch angefeuert von Netflix, Amazon Prime und Co. Hollywood braucht gute Stoffe und verfilmt mehr Bücher des Riesen-Verlags, viele Film- und Serien-Fans greifen hinterher zum gedruckten Original, sagt Dohle.

Also alles in Butter im Buch-Business? Dohle gibt zu, dass die Zahl der Buch-Leser gerade in Deutschland sinkt: "20 % der Menschen sind für 80 % des Buch-Umsatzes verantwortlich". Damit dem Verleger die Leser nicht doch irgendwann ausgehen, setzt Dohle auf spannende Kinderbücher und freut sich auch hier über Wachstum. "Seit 'Harry Potter' vor 20 Jahren sind Kinder- und Jugendbücher die am schnellsten wachsende Buch-Kategorie."
turi2.tv (5-Min-Video)

Mehr über Markus Dohle lesen Sie auch in der turi2 edition #8, die am 9. Mai erscheint.

Mitarbeit: Jens Twiehaus

Meinung: Sprache ist die Zukunft, um mit digitalen Systemen zu kommunizieren.

Spracherkennung wird künftig der Hauptweg sein, auf dem wir mit digitalen Systemen kommunizieren, prognostiziert Amazons Technologie-Vorstand Werner Vogels. Es werde in dem Bereich eine "massive Beschleunigung" geben. Angst vor Lauschangriffen über Smartspeaker wie Alexa findet er unbegründet: "Wenn wir wirklich zuhören würden, wären wir ziemlich schnell aus dem Geschäft." Privatsphäre und Sicherheit der Kunden stehe für Amazon an erster Stelle.
faz.net

Basta: Huawei schneidet sich mit Apple-Diss ins eigene Fleisch.

Huauweia: Huawei schießt nach der gestrigen Showtime gegen Konkurrent Apple. Auf Twitter bedankt sich der chinesische Tech-Gigant für das Warm-up und verweist auf die eigene "Hauptveranstaltung" heute. Ein Apple-Jünger antwortet schlicht mit einem Foto der Verhaftung von Meng Wanzhou, Finanzchefin und Tochter des Huawei-Gründers, in Kanada – bei der sie MacBook, iPhone 7 Plus und iPad Pro im Gepäck hatte.
giga.de

Redaktion des Vatikan-Frauenmagazins tritt geschlossen zurück.

Vatikan-Medien: Die rein weibliche Redaktion des Frauenmagazins "Donne Chiesa Mondo" ist geschlossen zurückgetreten. Das Magazin hatte über den Missbrauch von Nonnen berichtet und sieht sich seitdem von "einem Klima des Misstrauens umgeben" und unter "direkter Kontrolle von Männern". Das Magazin erscheint monatlich als Beilage der Vatikan-Zeitung "L'Osservatore Romano", auf deutsch unter dem Titel Frauen Kirche Welt.
zeit.de, domradio.de

"Welt" bereinigt ihre Auflage und streicht u.a. Bordexemplare.

Abgeschminkt: Springer verabschiedet sich bei der "Welt" von der Auflagenkosmetik und streicht unwirtschaftliche Bordexemplare und andere Kooperationen. Eine "kurzfristig stärker sinkende Auflage" nehme man dabei "bewusst in Kauf", sagt Springers Digital-Vorständin Stephanie Caspar. Alle reinen Marketing-Aktivitäten will der Verlag auf die "Welt am Sonntag" konzentrieren, außerdem soll das digitale Bezahlangebot WeltPlus auf 100.000 Abonnenten wachsen.
dwdl.de, dnv-online.net, axelspringer.com

EU-Parlament stimmt für die Urheberrechtsreform.


EUrheberrecht: Das Europäische Parlament hat der umstrittenen Reform des Urheberrechts mehrheitlich ohne Änderungen zugestimmt. 348 Abgeordnete votierten dafür, 274 dagegen. Damit machen die Abgeordneten den Weg für eine schnelle Umsetzung frei – auch für den umstrittenen Artikel 13 und damit verbundene Upload-Filter. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen das Ergebnis der Abstimmung noch einmal bestätigen.

Die Verleger-Verbände VDZ und BDZV nennen die Reform eine "wichtige Voraussetzung für die Zukunft des freien und unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära". Der Verband Deutscher Lokalzeitungen erwartet sich von der Reform ein "ausgewogeneres Verhältnis zwischen Inhalteproduzenten und Digitalmonopolisten". Der Bundesverband Musikindustrie sagt, der europäische Gesetzgeber sende damit "ein klares Signal in die Welt". Der DJV spricht von einem "Sieg für die Urheber". Verbandschef Frank Überall sieht "genügend Spielraum, berechtigte Kritik zu berücksichtigen".

Piraten-Politikerin Julia Reda, schärfste Kritikerin der Reform, twittert dagegen, heute sei "ein schwarzer Tag für die Netzfreiheit". Der SPD-Europapolitiker Tiemo Wölken kritisiert: "Die Parlamentsmehrheit ignoriert die Stimmen hunderttausender junger Menschen." Bundesjustizministerin Katarina Barley sagt, sie "bedaure sehr", dass das Europäische Parlament sich nicht gegen Uploadfilter positioniert habe. "Sie sind der falsche Weg."
welt.de, vdz.de, musikindustrie.de, djv.de

Mitarbeiter: Björn Czieslik

Bertelsmann erzielt 2018 mit 17,7 Mrd Euro den höchsten Umsatz seit 2007.


Dickeres B: Bertelsmann legt beim Umsatz um 2,8 % auf 17,7 Mrd Euro zu – der beste Wert seit 2007. Als Umsatztreiber sehen die Gütersloher die RTL Group mit neuem Rekordumsatz sowie u.a. Penguin Random House, BMG und Arvato. Bertelsmann verzeichnet das stärkste organische Wachstum seit sechs Jahren. Grund hierfür seien die positive Entwicklung Digitalgeschäfte, aber auch Michelle Obamas Autobiografie "Becoming".

Nach weiterem Rückzug aus dem Ausland entwickeln sich die Zahlen bei Gruner + Jahr rückläufig, der Umsatz sinkt auf 1,4 Mrd Euro, im Vorjahr waren es noch 1,5 Mrd Euro. Bertelsmann-Boss Thomas Rabe (Foto, rechts) sieht das Kerngeschäft der Zeitschriften-Sparte in Deutschland und Frankreich. Der Verlag sei keine Wachstumsplattform, mache aber stabile Geschäfte, sagt Rabe auf der Bilanz-Pressekonferenz in Berlin. (Foto: Jens Twiehaus/turi2)
presseportal.de, bertelsmann.de, turi2 vor Ort in Berlin.

Mitarbeit: Markus Trantow

Zitat: Stephanie Caspar will gute Ideen nicht an Technologie scheitern lassen.

"Nehmen Sie das Tech-Thema ernst, denn es ist für alle sehr frustrierend, wenn gute Ideen an eigentlich lösbaren technologischen Fragen scheitern."

Springer versucht, "entscheidende Technologie" selbst zu besitzen, durch eigene Entwicklungen oder Zukäufe, sagt Digital-Vorständin Stephanie Caspar beim Digital Innovators' Summit.
horizont.net (Paid)

Philipp Welte hält europaweites Urheberrecht für "unausweichlich".

Urheberrecht: Philipp Welte, Zeitschriften-Vorstand von Burda, schreibt bei "Focus", bei der heutigen Abstimmung im Europaparlament ginge es um nicht weniger als die "Zukunft unserer pluralistischen Demokratie". Welte schimpft auf globale Plattformen und ihre "gewaltige digitale Materialschlacht" und hält europaweites Urheberrecht für "unausweichlich".
focus.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Ich rede mit allen über alles": Philipp Welte reagiert auf Widerstand des Kartellamts.

Apple gibt Details zur Video-Plattform Apple TV+ bekannt.


Alles auf Abo: Apple nennt bei seiner Produktshow Details zum erwarteten Video-Abodienst namens Apple TV+ – er versammelt exklusive Filme und Serien und soll im Herbst in mehr als 100 Ländern starten. Der Abopreis bleibt noch geheim. In den USA startet Apple außerdem den Dienst Apple News+, eine Art Digital-Kiosk. Rund 300 Zeitschriften sind dabei, u.a. "Vogue", "Wired" und "People", aber nur zwei Zeitungen, das "Wall Street Journal" und die "Los Angeles Times".

Ferner kündigt Apple ein neues Spiele-Abo, Mobilspiel-Flatrates und eine eigene digitale Kreditkarte an. Goldmann Sachs und MasterCard sind Apples Partner bei der AppleCard. Insgesamt setzt der Konzern künftig auf neue Abo-Modelle als Wachstumstreiber.
spiegel.de, heise.de, lead-digital.de

Bosch teilt Firmen-Wissen per Video, beobachtet Kevin Knitterscheidt.

Und bitte: Bosch und Bilfinger setzen für die interne Weiterbildung auf Mitarbeiter-Videos, beobachtet Kevin Knitterscheidt. Bosch erhoffe sich von den bereits 10.000 Videos Know-how-Transfer zwischen den 260 Standorten. Bilfinger öffnet seine Video-Plattform ab April auch für andere Unternehmen, die gegen Gebühr Filme erstellen und Firmen-Wissen teilen wollen.
handelsblatt.com

Zitat: Konkurrenz macht Kreative teurer, sagt Netflix-Chef Reed Hastings.

"Es wird schwieriger. Und teurer."

Netflix-Chef Reed Hastings, 58, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", durch Apple, Amazon und Disney würden Verhandlungen mit Kreativen schwieriger.
sueddeutsche.de

weitere Zitate:
"Wenn es zu viele Inhalte gibt, dann sollen die anderen einfach weniger produzieren."

"Wir sind nicht: Livesport, News, Virtual Reality."

7TV will drei neue Digital-Marken aufbauen.

7TV, Streamingdienst von ProSiebenSat.1, startet drei digitale Angebote: Das Food Network soll Deutschlands größte Food-Plattform werden, sagt Discovery-Chefin Susanne Aigner-Drews zu Kress.de. Der Sender Home & Garden TV, der im Juni in Deutschland startet, soll gleichzeitig auch als Digitalmarke ausgebaut werden. Aus Motortrend, einer Bewegtbild-Marke, die aus einer US-Zeitschrift hervorgeht, soll ebenfalls eine Digitalplattform entstehen.
kress.de

Vier größte Sparkassen-Versicherer gründen Digital-Tochterfirma.

Vier gewinnt? Die vier größten Versicherer der Sparkassen gründen eine Digital-Tochter, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Sie gehört zu 40 % der Versicherungskammer Bayern. Provinzial Nordwest, Provinzial Rheinland und die SV Sparkassenversicherung halten je 20 %. Gemeinsam wollen sie ein System zur Zahlungsstromanalyse einführen – Nutzer, die z.B. Hauskauf-Zahlungen tätigen, bekommen passende Versicherungen offeriert. Die anderen Sparkassen-Versicherer sollen die Dienste gegen Gebühr nutzen können.
sueddeutsche.de

Zitat: "Verwerter" ist nur rechtlich ein guter Begriff, sagt Verleger Jonathan Beck.

"'Verwerter' klingt, als verdienten wir uns mit den Werken naiver Autoren eine goldene Nase, weshalb es dem 'freien Internet' obliegt, die Autoren und ihre Werke aus unserem Joch zu holen."

Jonathan Beck, Leiter des C.-H.-Beck-Verlags, sagt im Urheberrechtsreform-Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", Verleger kümmerten sich für Autoren "eben auch um vieles, was mit Geld und rechtlichen Aspekten" zu tun habe.
"Süddeutsche Zeitung", S. 9 (Paid)

Polizei widerspricht der "Bild", sie habe die Redaktion nicht durchsuchen wollen.

bildlogoDementi: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt schreibt in einer Pressemitteilung, sie habe keine Durchsuchung bei der "Bild" geplant. Ziel sei gewesen, "Straftaten mit zeugenschaftlicher Unterstützung durch ein Medienunternehmen aufzuklären". Die "Bild" verweigerte der Polizei, die keinen richterlichen Durchsuchungsbeschluss hatte, am Samstag den Zugang zur Redaktion.
twitter.com, turi2.de (Background)

Basta: Reiselotterie by British Airways.

Düsseldorf, Edinburgh – Hauptsache, Noch-EU: Ein British-Airways-Jet startet am Morgen von London aus wie gewöhnlich. Auf dem Edinburgher Rollfeld werden die Passagiere misstrauisch: Sie wollten alle nach Düsseldorf. Der Pilot hat sich nicht verflogen, sondern an falsche Unterlagen gehalten. In Zukunft
schauen vielleicht auch die Vielflieger wieder mehr aus dem Fenster, um topographische Unstimmigkeiten zeitnah zu melden.
spiegel.de

- Anzeige -

TV-Tipp von TV Spielfilm: Nadja Uhl ("Operation Zucker") legt sich als toughe Staatsanwältin mit kriminellen Mitgliedern eines deutsch-arabischen Clans an. Leicht mit Privatkram überfrachtet, aber auch in Nebenrollen stark gespielt, etwa von Dirk Borchardt als Cop mit Berliner Schnauze.
"Gegen die Angst", ZDF, 20.15 Uhr
Unser Tipp: direkt ins laufende TV-Programm einschalten mit Smartphone, Tablet, PC oder TV: live.tvspielfilm.de

Zitat: Stefan Niggemeier kritisiert die Berichterstattung zur Reform des EU-Urheberrechts.

"Man sieht schon, dass mehrere wichtige Medien weniger Berichterstattung machen als Lobbyismus in eigener Sache."

Medienjournalist Stefan Niggemeier warnt Medien im Interview mit dem Deutschlandfunk davor, in der Berichterstattung zur EU-Urheberrechtsreform ihre eigentliche Aufgabe nicht zu vernachlässigen.
deutschlandfunk.de (6-Min-Audio)

GeraNova Bruckmann startet das Magazin "Landtiere".

GeraNova Bruckmann hat tierische Lust auf ein neues Land-Magazin und legt am Mittwoch erstmals "Landtiere" an den Kiosk. Das Magazin für 4,80 Euro stellt auf 116 Seiten Menschen und ihre liebsten Tiere auf dem Land vor und behandelt zum Beispiel Themen wie Hühnerhaltung im eigenen Garten. Die Erstausgabe kommt mit 50.000 Auflage. Wann und wie oft mögliche weitere Ausgaben folgen, steht laut Verlag noch nicht fest.
verlagshaus.de, dnv-online.net

Video-Tipp: Konferenz "Subscribe10" liefert Tipps für Podcaster.

Video-Tipp: Beim Deutschlandfunk hat am Wochenende die Podcaster-Konferenz Subscribe 10 stattgefunden. Die Themen reichten von Minderheiten-Podcasts über Software- und Technik-Tipps bis hin zu Social Media und Datenschutz für Podcaster. U.a. gaben Spiegel Online und die "Süddeutsche" Einblicke in ihre Arbeit. Die Mitschnitte der fast 40 Vorträgen und Diskussionsrunden stehen als YouTube-Playlist bereit.
youtube.com (Playlist)

YouTube will nicht länger auf Eigenproduktionen setzen.


Eigenproduktionsstopp: Apple stellt heute seinen eigenen Streaming-Dienst vor, zu dem auch Eigenproduktionen gehören, YouTube dagegen sagt den Originals Good bye. YouTube-Mutter Google glaube nicht, gegen Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon und künftig Apple und Disney bestehen zu können, berichtet Bloomberg. Daher setzt YouTube seine beiden größten Eigenproduktionen "Origin" und "Overthinking with Kat & June" ab und nimmt keine Pitches für neue Shows an. Die Bezahl-Version YouTube Premium solle zwar erhalten bleiben, sich künftig aber in erster Linie auf Musik fokussieren

Google hatte YouTube Premium 2015 unter dem Namen YouTube Red gestartet. Seit 2016 zeigt YouTube eigens für das Bezahl-Angebot produzierten Inhalte. Allerdings war der Konzern nie bereit, vergleichbar hohe Summen in das Programm zu stecken, wie Amazon oder Netflix, sondern setzt für knapp 12 Euro im Monat vor allem auf weitere Features wie Werbefreiheit beim frei zugänglichen YouTube.
bloomberg.com via theverge.com, turi2.de (Background)