Video-Tipp: Aleksander Ruzicka im Erfolgs-Fragebogen.


Video-Tipp: Aleksander Ruzicka hat schon von seine Mutter gelernt: "Wenn Du Dich auf eine Bühne stellst, wundere Dich nicht, wenn Tomaten geflogen kommen." Als Kind wollte er eigentlich Designer werden. Dass er später als "Media-Sonnenkönig" die ganz großen Räder in der Werbewelt drehen und darüber im Knast landen würde, war damals noch nicht abzusehen. Ruzicka hadert auch heute noch mit dem deutschen Rechtssystem und hat gelernt, dass "andere Länder auch schöne Töchter" haben.
turi2.tv (1-Min-Video auf YouTube)

Aktuell bei turi2.tv: Aleksander Ruzicka über seine Zeit im Knast.

"Spiegel" veröffentlicht Abschlussbericht der Relotius-Aufklärungskommission.


Allgemeine Relotiutätstheorie: Der "Spiegel" hat sich von Claas Relotius einwickeln lassen, schreiben Geschäftsführer Thomas Hass und Chefredakteur Steffen Klusmann im Artikel zum Relotius-Abschlussbericht, und "in einem Ausmaß Fehler gemacht, das gemessen an den Maßstäben dieses Hauses unwürdig ist."

Die Aufklärungskommission hat nicht mit Relotius selbst gesprochen. Laut Bericht habe Relotius zur Vertuschung gezielt "Kollegen umgarnt, Dokumentare abgelenkt, den Abdruck von Leserbriefen verhindert, Übersetzungen und Making-Ofs abgelehnt". Als Zweifel an Relotius' Arbeit aufkamen, sei man denen zu langsam nachgegangen. Die Kommission beschreibt außerdem das Verhältnis zu den Vorgesetzten und zu den Kollegen des Ressorts, viele hätten Relotius "geradezu verehrt". Seine Beliebtheit habe "offenbar in Dokumentation und Redaktion zu mangelnder kritischer Distanz gegenüber seinen Texten" geführt.

Laut Bericht habe es mehrere kleine und drei "deutliche" Warnungen gegeben, von denen theoretisch jede hätte Relotius auffliegen lassen können. Auf die erste Warnung eines Lesers habe Matthias Geyer, damals Leiter des Gesellschaftsressorts, nicht reagiert. Ob und bei wem und wann die zweite ankam, sei nicht zu klären. Die dritte kam von Juan Moreno. Zwei Wochen später veröffentlichte der "Spiegel" dennoch eine Klima-Titelgeschichte, die gefälschte Passagen von Relotius enthielt. Geyer und Ullrich Fichtner hätten die damals amtierenden Chefredakteure Dirk Kurbjuweit und Susanne Beyer auch nicht über den Verdacht gegen Relotius informiert. Besonders schwer wiegt laut Kommission, dass Geyer keine eigenen Nachforschungen angestellt habe.

Der Bericht enthält eine detaillierte "Chronik der Aufdeckung", die zeigt, dass Fichtner und Geyer Moreno lange nicht glaubten. Fichtner sagte der Kommission, Moreno habe "diffuse Drohungen" ausgesprochen, Moreno widerspricht dem. Das Kommissionsteam kommt zu dem Schluss, die Fälschungen konnten wegen der Stilform generell und den Umgang mit Fehlern passieren. V.a. aber wegen der "besonderen Konstruktion des Gesellschaftsressorts innerhalb des 'Spiegel'" – es schotte sich ab, kooperiere nicht mit anderen Ressorts und ignoriere deren Kritik.

Der zuständige Dokumentar hat den "Spiegel" inzwischen "auf eigenen Wunsch" verlassen, Relotius' Vorgesetzte Ullrich Fichtner und Matthias Geyer wurden wegen des Falls nicht Co-Chefredakteur und Blattmacher. Der Verlag kündigt eine unabhängige Ombudsstelle ein, drei Teams arbeiteten "an einem neuen journalistischen Regelwerk".
spiegel.de, spiegel.de (Abschlussbericht, 17 Seiten)

EU-Politiker nutzen DSGVO als Presse-Druckmittel, kritisiert Vera Jourova.

DSGVO: EU-Kommissarin Vera Jourova stören am Datenschutzgesetz der EU zwei Aspekte, sagt sie im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" – zum einen Politiker, die damit unliebsame Presseberichte abwiegeln wollen. Und dass einige Länder die Gesetzes-Spielräume nutzen, was "wieder zu genau der Fragmentierung des Datenschutzes führen könnte, die wir beenden wollten."
sueddeutsche.de

Hör-Tipp: About-You-Gründer Tarek Müller gibt Einblick in sein Arbeitsleben.

Hör-Tipp: About-You-Gründer Tarek Müller spricht im Podcast von Matze Hielscher über sein Leben als Unternehmer. Müller, der mit 18 Mio-Umsätze machte, danach pleite ging und heute mit About You eines der größten Online-Versandhäuser Europas führt, erzählt u.a., warum er Routinen braucht, wenig reist, 16-Stunden-Tage ableistet und Influencer als neue Kunstform sieht.
soundcloud.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: Tarek Müller will mit dem Mode-Shop About You Bedürfnisse wecken. (3/2017)

"Hamburger Abendblatt": Relotius-Bericht belastet Geyer und Fichtner schwer.


Claasterfuck: Der "Spiegel" veröffentlicht heute den Abschlussbericht der Relotius-Aufklärungsgruppe. Nach Informationen des "Hamburger Abendblatt" belastet der Bericht die Relotius-Förderer Matthias Geyer und Ullrich Fichtner schwer.

Geyer habe Relotius im November mit den Vorwürfen des Reporters Juan Moreno konfrontiert, aber keine Konsequenzen gezogen - Relotius konnte noch danach u.a. Eindrücke vom Südseeatoll Kiribati für einen Aufmacher liefern, obwohl er dort nie gewesen sei.
abendblatt.de

Junge Wähler nennen den Wahl-O-Mat ihre Haupt-Informationsquelle zur Wahl.

Jungwähler informieren sich vor allem über den Wahl-O-Mat. Zu dem Ergebnis kommt eine Umfrage der Meinungsforschungs-App Appinio. 61 % der 18- bis 34-Jährigen, die sich an der Europawahl beteiligen wollen, nennen das Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung als wichtigste Informationsquelle. Mit je 43 % folgen die Wahlprogramme und persönliche Gespräche, vor Social Media mit 40 %. TV erreicht 32 %, Online-Magazine und Zeitungen 22 % und Radio 17 %.
appinio.com, turi2.de (Background)

USA weiten Anklage gegen Julian Assange aus.

Wikileaks-Gründer Julian Assange gerät noch stärker ins Visier der US-Justiz. Das US-Justizministerium hat die Anklage gegen Assange erheblich erweitert und wirft ihm nun unter anderem auch Verstöße gegen das Anti-Spionage-Gesetz vor. Damit droht ihm eine deutlich längere Haftstrafe. Die Anklage nach dem Anti-Spionage-Gesetz bedeutet zudem, dass die US-Ermittler Assange nicht als Journalisten anerkennen.
heute.de

.de-Domains sollen künftig nur noch nach Identitätsprüfung registrierbar sein.


Ausweiskontrolle: Nutzer, die eine .de-Domain registrieren wollen, sollen künftig zunächst ihre Identität überprüfen lassen, geht es nach dem Willen der Verbraucherschutzminister der Ländern. Wie der NDR und die "Süddeutsche Zeitung" berichten, wollen die Minister die entsprechende Forderung am Freitag auf einer Konferenz beschließen. Dann wäre das Bundesministerium gefragt. Ziel der Maßnahme ist, es Betrügern zu erschweren, immer neue Fake-Shops einzurichten, um Verbraucher zu täuschen.

Als weitere Maßnahmen planen die Minister eine zentrale Anlaufstelle bei den Ermittlungsbehörden sowie eine ständig aktualisierte Liste mit bekannten Fake-Shops. Unterstützung für ihre Forderungen erhalten sie von den Verbraucherzentralen.
tagesschau.de, sueddeutsche.de

Die bpb darf den Wahl-O-Mat wieder anbieten.

Wahl-O-Mat ist wieder online. Die Bundeszentrale für politische Bildung einigt sich außergerichtlich mit der Partei Volt. Das Verwaltungsgericht Köln hatte am Montag entschieden, dass der Wahl-O-Mat aktuell kleine Parteien benachteilige. Zur bevorstehenden Europawahl bleibt das Tool unverändert. Für künftige Wahlen verspricht die bpb prominent eine Funktion anzubieten, mit der Nutzer alle zur Wahl stehenden Parteien gleichzeitig vergleichen können.
zeit.de, turi2.de (Background)

Basta: Die CDU veröffentlicht Videomitschnitte ohne vorherige Absprache.

Zweitstimmen-Verwertung: Als wäre das Rezo-Video noch nicht genug, hat die CDU weiteren Ärger auf YouTube. Kurz vor der Europawahl löscht sie einen Großteil der Videos in ihrem Kanal. Das waren nämlich ohne Erlaubnis verwendete Ausschnitte aus Sendungen von ARD oder ZDF, was den Verantwortlichen erst nach einem Hinweis auffiel. Stellt sich die Frage: Wie stand die CDU doch gleich zum Urheberrecht im Internet?
uebermedien.de

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TV-Tipp von TV Spielfilm: In der TV-Komödie steckt Felix Knopp als Berliner
Lokalreporter um die Mitte 40 in der Midlife-Krise. Eine durchweg optimistische, junge Frau fordert ihn heraus und motiviert ihn zum: Dranbleiben am Leben! Das ist lustig, mitunter frech, aber durchaus mit ernsthaften Anklängen – und für den Eigenbedarf zu verstehen.
"Hüftkreisen mit Nancy", ZDF, 20.15
Unser Tipp: direkt ins laufende TV-Programm einschalten mit Smartphone, Tablet, PC oder TV: live.tvspielfilm.de

Bild des Tages: Angela Merkel liebkost eine rote Quietschente.


Ente, Ente, Ente: Angela Merkel bekommt bei der Rostocker Biotech-Firma Centogene von Chef Arndt Rolfs eine überdimensionale, rote Quietscheente – das Maskottchen der Firma – überreicht. Liebevoll hält sie diese in der Hand und setzt zum Begrüßungsküsschen an. SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig steht hoch erfreut daneben – vermutlich gefällt ihr die Farbe der Ente besonders gut. (Foto: Bernd Wüstneck / dpa / Picture Alliance)

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GLOBAL MEDIA FORUM 2019
Was haben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG Mathias Döpfner, Webstrategin Nanjira Sambuli, Investigativjournalistin Anabel Hernández und Roboter Sophia gemeinsam? Sie treten alle beim Global Media Forum in Bonn am 27. und 28. Mai auf! Nehmen auch Sie teil! Mehr infos unter dw.com/gmf

BuzzFeed: "Tagesspiegel" stellt Mitarbeiter nach Vorwürfen sexueller Belästigung frei.

Tagesspiegel stellt einen Mitarbeiter nach Vorwürfen sexueller Belästigung bis zur abschließenden Klärung frei. Eine Kollegin wirft ihn vor, sie bei einer Taxifahrt an die Brust gefasst zu haben. Der Mitarbeiter bestreitet die Vorwürfe – es handele sich um eine Rufmordkampagne. Wie BuzzFeed berichtet, wurde die Chefredaktion erstmals 2012 über das "grenzüberschreitende Verhalten" des Redakteurs informiert. Chefredakteur Lorenz Maroldt seien inzwischen drei weitere Kollegen genannt worden, denen unangemessenes Verhalten vorgeworfen wird – "von verbaler Übergriffigkeit bis hin zu sexueller Belästigung". Für die Aufarbeitung der Vorkommnisse setzt der "Tagesspiegel" nun eine Ombudsfrau ein. Sie soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch künftig als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen.
buzzfeed.com, tagesspiegel.de

Video-Tipp: Florian Festl im Erfolgs-Fragebogen.


Erfolg im Focus: Florian Festl wollte schon als Kind hoch hinaus und Pilot werden, noch heute sucht der Chefredakteur von Focus Online Höhenluft, wenn es am Boden mal unübersichtlich wird, und klettert auf Berge. Im Erfolgs-Fragebogen am Rande der Launch-Party zur turi2 edition #8 sagt er außerdem, dass er in der Kategorie Misserfolg gar nicht denkt und hinter Niederlagen schnell einen Haken macht, "sonst läuft man mit einer geistigen Shit-Liste im Kopf herum".
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

Zerstörungs-Video: CDU macht YouTuber Rezo Gesprächsangebot.

CDU macht einen Rückzieher und veröffentlicht ein Video, in dem Philipp Amthor auf die Kritik des YouTubers Rezo reagiert, nicht. Stattdessen machen Generalsekretär Paul Ziemiak und Amthor dem YouTuber ein Gesprächsangebot. Bei "heute+" spricht Rezo, der sonst Comedy und Musik macht, über seine Motivation für das Video.
welt.de (mit 2-Min-Video), facebook.com (3-Min-Video, "heute+"), turi2.de (Background)

SWR wählt Kai Gniffke zum Intendanten.


SWR: "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke ist neuer Intendant des ARD-Senders im Südwesten, meldet DWDL. Die SWR-Gremien haben ihn im zweiten Wahlgang mit deutlicher Mehrheit gewählt. Im ersten Durchlauf hatte Gniffke noch keine Mehrheit. Er setzt sich damit gegen Mit-Bewerberin Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin im baden-württembergischen Teil des Zweiländer-Senders, durch. Er folgt auf Peter Boudgoust, der in den Ruhestand geht.

Im SWR Mehrheiten zu organisieren, ist schwierig. Der Intendant braucht nicht nur die Mehrheit der Gesamt-Gremien, sondern auch die Mehrheit der Gremien der Länderanstalten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Gniffke hatte zunächst in Rheinland-Pfalz die Mehrheit, Schneider in Baden-Württemberg. Im zweiten Wahlgang setzte sich Gniffke in allen Instanzen durch.
dwdl.de

Mitarbeit: Markus Trantow

TV-Tipp: Arte begleitet drei Reporter der "Sächsischen Zeitung" auf den rechten Spuren Sachsens.

TV-Tipp: Arte, Donnerstag, 19.40 Uhr: Arte begleitet die drei Journalisten Andreas Weller, Ulrich Wolf und Tobias Wolf von der "Sächsischen Zeitung" in der Reportage "Re: Dem Rechtsruck auf der Spur – Eine Zeitung sucht Antworten". Im Vorfeld der bald anstehenden Wahlen begeben sich dir Reporter auf die Spuren rechter Umtriebe in Sachsen.
arte.tv (31-Min-Video)