Amazons Aktionäre lehnen Initiativen für Klimaschutz und gegen Gesichtserkennung ab.

amazonAmazon: Die Aktionäre des Konzerns haben zwei Anträge abgelehnt, mit denen aktivistische Aktionäre die Firmenpolitik ändern wollten. Ein Antrag sah vor, dass Amazon den Verkauf seiner Gesichtserkennungssoftware einschränken sollte. Der andere forderte ein stärkeres Engagement Amazons gegen den Klimawandel. Der Klimaschutz-Antrag war zuvor auch von zahlreichen Amazon-Angestellten unterstützt worden.
nytimes.com, turi2.de (Background)

Werbe-Targeting: Die irische Datenschutz-Kommission ermittelt gegen Google.


Irish Cookie: Google bekommt einmal mehr Ärger mit den EU-Datenschutzbehörden. Die irische Kommission startet eine Untersuchung gegen den Konzern, da sie Verstöße gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung vermutet. Konkret geht es um die Frage, ob Google mit seinem System Ad Exchange in jeder Stufe personenbezogene Daten von Nutzern verwenden darf, um Werbekunden zielgerichtete Werbung anzubieten.

Die irische Datenschutzbehörde könnte gegenüber Google eine Strafe von bis zu 4 % des Jahresumsatzes bestrafen. Google hat wie die meisten anderen internationalen Internetfirmen seinen europäischen Sitz in Irland.
bbc.com, dataprotection.ie

Meinung: Stimmsoftware begünstigt Sexismus.

Stimmassistenten wie Siri oder Alexa verstärken Geschlechter-Stereotypen, kritisiert ein Bericht der Unesco. Die gängigsten Systeme hätten per Vorauswahl eine weibliche Stimme, die oftmals leicht unterwürfig oder gar flirtend sei. Dadurch werde Sexismus verbreitet und die Assistenten-Rolle mit weiblichen Stimmen verknüpft, so der Bericht. Den Grund für die einseitige Entwicklung sieht die Unesco in männlich dominierten Entwicklerteams von Stimmassistenten.
nytimes.com

Zitat: Gabor Steingart will keinen medialen Kleinkrieg.

"Der mediale Kleinkrieg, dessen schärfste Waffe oft das Totschweigen des anderen ist, gehört beendet. Journalismus ist eine pluralistische Veranstaltung."

Gabor Steingart sagt im "Horizont"-Interview, dass er möglicherweise auch in rechercheintensivieren Journalismus investieren will, er deshalb die Medien, auf die er sich derzeit beziehe, aber nicht als Gegner sehe.
"Horizont" 21/2019, S. 10 (Paid)

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TV-Tipp von TV Spielfilm: Der Themenabend "70 Jahre Grundgesetz" eröffnet mit einer Sondersendung, in der Bürger Fragen direkt an den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle richten können. Sandra Maischberger und Frank Bräutigam moderieren.
"Im Namen des Volkes – Deutschland fragt zum Grundgesetz", Das Erste, 20.15
Unser Tipp: direkt ins laufende TV-Programm einschalten mit Smartphone, Tablet, PC oder TV: live.tvspielfilm.de

Zitat: Alfred Steffen findet Kreativität im "Sagen Sie jetzt nichts"-Interview meist unerwartet.

"Kreativ sind oft die, von denen man es am wenigsten erwartet, Politiker, Anzugträger, Leute aus der Wirtschaft."

Alfred Steffen, Fotograf des "Sagen Sie jetzt nichts"-Interviews im "SZ-Magazin", hat es mit Schauspielern nicht immer leicht. Ursula von der Leyen sei z.B. "schnell, mutig, schlagfertig" gewesen.
sz-magazin.sueddeutsche.de

Londoner U-Bahn will Fahrgäste über Wlan tracken und so Stoßzeiten abfangen.

London: Das Wlan der Londoner Underground liefert ab Juli Bewegungs-Daten der Nutzer, um Stoßzeiten besser vorhersagen zu können. Die Daten erfassen, wie sich Menschen durch Londons Untergrund bewegen, zwischen welchen Linien sie wechseln und wie sich Menschenmengen entwickelt. Ein vierwöchiger Test 2016 hat gezeigt, dass mit den anonym gesammelten Daten, Routen besser geplant und Verspätungen vermieden werden können.
bbc.com

Video-Tipp: Alexander Büttner im Erfolgs-Fragebogen.


Hart aufgeschlagen: Alexander Büttner ist durch die Kirch-Pleite Anfang der 2000er Jahre arbeitslos geworden und hatte Schwierigkeiten, einen Anschluss-Job zu finden – heute freut er sich über diesen Misserfolg, denn ohne ihn wäre er nie Unternehmer und Chef des Mediendienstes Teleschau geworden. Im Erfolgs-Fragebogen am Rande der Launchparty zur turi2 edition #8 wünscht sich Büttner, "einmal mit mir selbst komplett im Reinen" zu sein und rät, nicht auf die Erfolge anderer zu schauen, sondern Erfolg für sich selbst zu definieren.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

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Back to the 90s! Mit BRAVO HELDEN erscheint heute ein einzigartiges 90er-Sonderheft mit aktuellen Interviews mit den Star von damals sowie Original-Artikeln aus der BRAVO. Kommen Sie mit auf Zeitreise und lassen Sie sich in die bunte Welt von Boygroups, Eurodance und Neonfarben entführen.

Google startet Jobsuche-Funktion in Deutschland.


Wer nach Jobs googelt, bekommt Angebote künftig sehr präsent in einer blauen Box – Anzeigen vom Springer-Portal Stepstone sind nicht dabei. (Foto: Jens Twiehaus)

Gehalt voller googeln: Google bietet deutschen Nutzern ab heute eine Stellensuche-Funktion – und wird damit schlagartig zum wohl wichtigsten Online-Stellenmarkt. Wer nach mehr Gehalt oder einfach einem neuen Job sucht, bekommt Ausschreibungen mehrerer hundert Stellenmarkt-Websites in einer Übersicht innerhalb der Google-Suche. Als Partner sind viele Verlage dabei, etwa Burda mit Xing, Funke mit Absolventa, die "FAZ"-, "Zeit"- und "Süddeutsche"-Stellenmärkte. Nicht dabei ist die Bundesagentur für Arbeit. Auch die Springer-Jobbörse Stepstone fehlt, weil Springer selbst eine starke Position im Online-Jobmarkt hat.

Nutzer der Job-Funktion können speziell in ihrem Umkreis suchen, Ergebnisse speichern und sich E-Mail-Alerts einrichten. Über Filter können Jobsuchende auch nach Teilzeit, Ausbildungen oder Praktika suchen, außerdem bestimmte Arbeitgeber auswählen. Google-Manager Nick Zakrasek verspricht, die Reihenfolge der Ergebnisse gemäß Relevanz zu gestalten – und Unternehmen oder Portalen kein besseres Ranking zu verkaufen. Über den Suchergebnissen tauchen aber die klassischen Google-Anzeigen auf – wer nach "Redakteur Berlin" sucht, sieht etwa eine Anzeige vom Springer-Portal Stepstone.

Die Einführung der Google-Jobsuche wird neue Diskussionen über Marktmacht und kartellrechtliche Fragen auslösen. Mit der neuen Funktion könnte Google zur ersten Anlaufstelle für Jobsuchende werden und andere Portale in den Schatten stellen. Rechtsanwalt Thomas Höppner, bereits an einem Kartellverfahren vor der EU-Kommission beteiligt, kann sich eine ähnlichen Entwicklung wie bei Google Shopping vorstellen. Hier bündelte Google zunächst Angebote und integrierte immer mehr Funktion bis zur kompletten Abwicklung des Kaufs. Xing-Manager Jens Stief hingegen hofft, mithilfe von Google den Xing-Stellenmarkt bekannter zu machen.
turi2 bei Google-Pk in Berlin, germany.googleblog.com, recruiting.xing.com (Stief), focus.de (Höppner)

Meinung: DSGVO bringt Nutzern mehr Verwirrung als Kontrolle über ihre eigenen Daten.

DSGVO hat einen negativen Einfluss auf die Consumer Experience, beobachtet Jessica Davies. Fehlende Standards und eine breite Auslegung der Verordnung durch die Medien- und Werbebranche führten zu einem Chaos bei Zustimmungsnachrichten auf Websites. Dies sei besonders ironisch, da die DSGVO eigentlich dazu führen sollte, dass Nutzer besser verstehen, wie ihre persönlichen Daten von Unternehmen genutzt werden.
digiday.de

Meinung: Neue Rechte versucht, Influencer mit unpolitischen Inhalten aufzubauen.

Rechte Influencer: Vertreter der Neuen Rechten geben sich in den sozialen Medien wie andere Influencer auch, schreibt Burkhard Schäfers. Mit nicht direkt politischen Inhalten, wie zum Beispiel Kochvideos, versuchen sie Reichweite aufzubauen, verbreiten aber nebenbei ihre Weltsicht. Ziel der rechten Influencer sei es nicht, kurzfristig Wahlen zu beeinflussen, sondern langfristig ihre Weltsicht zu normalisieren.
deutschlandfunk.de

DDR-Zeichner Jürgen Kieser, 97, ist tot.

Jürgen Kieser, Zeichner der "Fix und Fax"-Comics in der DDR, ist tot. Er starb bereits am Montag im Alter von 97 Jahren. Von 1958 bis 1991 erschienen die Abenteuer der Mäuse Fix und Fax in der Zeitschrift "Atze" und waren damit die langlebigsten Comic-Figuren der DDR. Kieser war Werbegrafiker und stand auch hinter zahlreichen anderen Comics für Kinder und Erwachsene. (Foto: Hanno Moritz Kunow/Mosaik/dpa)
spiegel.de