• Bild, Hans-Hermann Tiedje, Sexualstrafrecht.

    - BACKGROUND -

    Bild ist die meistgenutzte Medienmarke, gefolgt von "Apotheken Umschau" und "Spiegel", so die Verlagsstudie Best4Planning. Für die Auswertung wurden die Nutzerzahlen von Print, Online und Mobile erstmals kombiniert.
    meedia.de

    Hans-Hermann Tiedje und "stern"-Rechercheur Hans-Martin streiten sich weiter öffentlich: Tillack wirft dem Ex-"Bild"-Chef Tiedje vor, Lobbyarbeit zu betreiben und dies nicht offenzulegen.
    blogs.stern.de

    Sexualstrafrecht: Die geplante Reform schafft ein rechtliches Minenfeld für harmloses Verhalten, kritisiert Sascha Rheker. Eltern, die ihre Kinder nackt fotografieren, würden zu potentiellen Handlangern von Pädophilen gestempelt.
    rheker.wordpress.com

    Postillon-Gründer Stefan Sichermann betreibt die erfolgreichste deutsche Satire-Plattform, bleibt aber selbst gern im Hintergrund. Angefangen hat er als Autor für Bildblog, erzählt Merle Schmalenbach in ihrem Porträt.
    cicero.de

    Video-Plattform Jugend-TV verbreitet Hetze gegen Homosexuelle und Abtreibung in kindgerechten Formaten. Dahinter steht eine sektenähnliche Vereinigung aus der Schweiz, berichtet Steffen Grimberg bei Zapp.
    ndr.de (mit 4-Min-Video)

    Lese-Tipp: Murdoch-Manager Robert Thomson, CEO von News Corp, warnt in einem ausführlichen Schreiben an EU-Kommissar Almunia, dass Google den Wettbewerb "ersticken" könne. Newsroom.de dokumentiert Thomsons Brief.
    newsroom.de

    - BASTA -

    Cannabis vernebelt Twitter die Geschäftsaussichten, glaubt Star-Investor Peter Thiel. Seiner Meinung nach kiffen die Macher des Kurznachrichtendienstes zu viel und schreiben deswegen noch rote Zahlen.
    handelsblatt.com, cnbc.com

  • DuMont Schauberg, Gruner + Jahr, Langenscheidt.

    - NEWS -

    DuMont Schauberg schrumpft sich in die Gewinnzone: Der Verlag beendet 2013 mit 1,6 Mio Euro Gewinn nach 112 Mio Miesen 2012. Der Umsatz sank durch den "FR"-Verkauf um 87 Mio auf 584 Mio Euro. Auch 2014 geht der Umsatz zurück.
    new-business.de

    Gruner + Jahr ist nicht mehr zum Feiern zu Mute: Angesichts der Sparmaßnahmen soll der renommierte Henri-Nannen-Preis 2015 nicht vergeben werden. Ob und in welcher Form es nach der Pause weiter geht, ist noch unklar.
    meedia.de

    Langenscheidt hat die Farbe Gelb exklusiv - zumindest für Wörterbücher. Der Bundesgerichtshof entschied heute in letzter Instanz gegen den US-Konkurrenten Rosetta Stone, der ein ähnliches Gelb verwendet.
    fr-online.de, spiegel.de

    Haymarket und sein Publisher Sebastian Vesper, 42, gehen nach 15 Jahren getrennte Wege. Vesper war zuletzt als Publishing Director u.a. für "kress", "PR Report" und "Druck&Medien" zuständig.
    kress.de

    Mannheimer Morgen macht Volker Pfau, 54, zum Chef der Portale Mannheim24 und Heidelberg24. Pfau war zuletzt Online-Ressortleiter beim "Weser Kurier". Interims-Chefin Katja Bauroth geht zurück zur "Schwetzinger Zeitung".
    per Mail

    Berliner Morgenpost geht auf Zeitreise: Mit der App "Timetraveler" können Berlin-Besucher via Smartphone und Tablet historische Momente nacherleben. Die Augmented-Reality-App integriert historische Szenen ins Straßenbild.
    funkemedien.de, timetraveler.berlin (mit Erklär-Video)

    ARD-Programmbeirat kritisiert die Ukraine-Berichterstattung des Senders als tendenziös zulasten Russlands. ARD-Chefredakteur Thomas Baumann weist den Vorwurf zurück.
    tagesspiegel.de

    Telekom will keine Plattformen wie Musicload oder den Messenger Joyn mehr entwickeln. Das zuständige Team wird umgebaut und verkleinert. Im Geschäft mit Endkunden gibt's künftig nur noch Kooperationen - wie z.B. mit Spotify.
    manager-magazin.de

    - Tweet des Tages -

    Twittervogel50Lese seit 40 Jahren den Spiegel. Und noch nie stand er so auf der Kippe wie heute: turi2.de
    Bernd Ziesemer, twitter.com

    - ECHO -

    Meistgeklickter Link gestern Abend war das turi2-Interview mit Lukas Kircher, in dem er seine Content-Marketing-Agentur C3 ein "Refugium für gute Journalisten" nennt.
    turi2.de

    - ZITATE -

    dorin popa_100"Wenn Gruner + Jahr so weitermacht, sollten die Nannen-Erben dem Verlag die Nutzung des Namens verbieten."

    Blogger und Türsteher Dorin Popa erteilt Ratschläge zur G+J-Krise.
    twitter.com

    Roland Tichy_100"Titanic fährt flott, der Eisberg ist in Sicht, die Brücke streitet."

    Roland Tichy hält Wolfgang Büchner als "Spiegel"-Chefredakteur für "so gut wie tot".
    rolandtichy.de

  • Jan-Eric Peters wird WeltN24-Herrscher.

    Peters_WeltN24_400Eric, der Blaue: Jan-Eric Peters, 49, smarter, aber nicht in die Öffentlichkeit drängender Chefredakteur der blauen "Welt"-Gruppe, wird zu einem der mächtigsten Medienmacher der Republik. Neben "Welt" und "Welt am Sonntag" übernimmt der gelernte Boulevard-Journalist ("AZ", "MoPo") nun auch bei N24 die redaktionelle Verantwortung - und wird zum echten King of Trimedia. Der frühere N24-Chef Arne Teetz, 47, dagegen ist zu bedauern: Er wird zum Vize degradiert und bekommt auch noch den anstrengenden Ulf Poschardt, 47, beigeordnet. Auch sonst rücken die "Welt"-Leute ein wenig wie Besatzer in die Redaktion von N24 ein: Thomas Exner, 47, Andrea Seibel, 56, und Cornelius Tittel, 37, in der Welt-Gruppe für Wirtschaft, Meinung und Kultur verantwortlich, übernehmen diese Themen auch in der Gemeinschaftsredaktion WeltN24. Aber wer zahlt, schafft eben an. Springer hat N24 Ende 2013 gekauft. Und die Schaffung einer schlagkräftigen Redaktion, die für Print, Online und TV zugleich arbeitet, ist sicher der richtige Weg. (Foto: Springer)
    presseportal.de, newsroom.de, meedia.de, kress.de

  • "Spiegel"-Betriebsrat steht einstimmig gegen Büchner.

    Wolfgang Büchner_400Chefredakteur Wolfgang Büchner hat jetzt nicht nur die Printredaktion gegen sich, sondern den gesamten Betriebsrat. Das 13-köpfige Gremium, in dem u.a. Vertriebsleute, die EDV, Sekretariate und die Dokumentation vertreten sind - nicht aber die Onliner -, stimmte am Mittwoch einmütig gegen Büchners Versuch, die Ressortleiter Armin Mahler und Lothar Gorris per Abfindung loszuwerden. In einem Brief an alle Mitarbeiter kritisieren die Betriebsräte "einen Kultur- und Tabubruch in unserem Haus". Es entstehe "der Eindruck, dass sich die Chefredaktion ohne sachlichen Grund und in nicht nachvollziehbarer Eile unliebsamer Ressortleiter entledigen will". Der Betriebsrat befürchtet, "dass dieses Vorgehen dem 'Spiegel' insgesamt Schaden zufügt und das Vertrauen in die Führung immer weiter abnimmt". Für Ärger sorgt auch, dass Büchner Mahlers Stelle des Ressortleiters Wirtschaft bereits per Aushang zu Ende September ausgeschrieben hat - obwohl Mahlers Vertrag noch bis Ende 2014 läuft.

    Noch nichts nach außen gedrungen ist von der womöglich entscheidenden Sitzung der Geschäftsführung der Mitarbeiter-KG am Mittwoch. Nur sie könnte Büchner stoppen, es ist aber unklar, ob und wie sich das fünfköpfige Gremium, das in sich uneins ist, positioniert hat. Aller Voraussicht nach will die Mitarbeiter-KG erst mit dem Co-Gesellschafter Gruner + Jahr sprechen, bevor sie ihre Entscheidung verkündet. Die kann in dem aufgeheizten Klima gegenseitiger Vorwürfe nur heißen: Absetzung von Chefredakteur Büchner oder Rückenstärkung für ihn.

    Innerhalb der Printredaktion wächst der Druck auf Marianne Wellershoff. Die Chefin der Print-Beilage "Kultur-Spiegel" stimmt als Vertreterin der Printredaktion in der Mitarbeiter-KG seit Wochen gegen das Votum ihrer Basis - und für Büchner. In einer Unterschriftenaktion will die Printredaktion Wellershoff nun zum Rückzug aus der Geschäftsführung der Mitarbeiter-KG zwingen. Viele Printredakteure werfen Wellershoff vor, auf die Stelle von Kultur-Chef Lothar Gorris zu hoffen und sich Büchners Unterstützung durch Wohlverhalten zu erkaufen.

    Anbei der Brief des Betriebsrats an alle "Spiegel"-Mitarbeiter in voller Länge:

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    mit Empörung hat der Betriebsrat den Versuch des Hauses zur Kenntnis genommen, zwei Ressortleiter aus ihrem Amt zu drängen. Abgesehen davon, dass sich die beiden Ressortleiter nichts zu Schulden kommen lassen haben, gibt es für dieses Vorgehen keinerlei arbeitsrechtliche Berechtigung.

    Wir finden es in jeder Hinsicht unverantwortlich, dass die Neubesetzung dieser Stellen schon betrieben wird, während es noch keine Einigung mit den aktuellen Inhabern dieser Stellen gibt. Dabei sollen die beiden Ressortleiter nicht nur ihre Ressortleiterfunktion verlieren, sondern das Haus sogar ganz verlassen. Das stellt eine neue Dimension im Umgang mit Mitarbeitern dar, nämlich einen Kultur- und Tabubruch in unserem Haus. Dieses Vorgehen der Chefredaktion erschreckt, zumal damit der von den Gesellschaftern eingeforderte Konsens einseitig aufgekündigt wird.

    Es entsteht darüber hinaus der Eindruck, dass sich die Chefredaktion ohne sachlichen Grund und nicht nachvollziehbarer Eile unliebsamer Ressortleiter entledigen will.
    Wir befürchten, dass dieses Vorgehen dem SPIEGEL insgesamt Schaden zufügt und das Vertrauen in die Führung immer weiter abnimmt.

    Der Betriebsrat wird juristisch beraten und alle rechtlichen Mittel zum Schutz der betroffenen Mitarbeiter ausschöpfen.

    Wir werden in Kürze zu einer ordentlichen Betriebsversammlung einladen.

    Mit besten Grüßen
    Ihr Betriebsrat

  • taz, Christoph Keese, Russland.

    - BACKGROUND -

    taz legt im Juli laut Agof um 68 % zu - Grund dafür war offenbar ein einzelner WM-kritischer Kommentar. tz-online legt dank WM 42,1 % zu. An der Spitze der Nachrichtenangebote rangiert Bild.de mit +4,5 %.
    meedia.de (Nachrichtenseiten), meedia.de (alle Seiten)

    Christoph Keese veröffentlicht kommende Woche ein Buch über seine Erfahrungen im Silicon Valley. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel lobt das Werk als Lehrbuch für den noch nicht digitalisierten Mittelstand.
    tagesspiegel.de, "FAZ", S. 13

    Russland will die Anteile ausländischer Verlage an russischen Medien auf 20 % beschränken. Sollte der Gesetzentwurf in Kraft treten, wäre davon auch Springers Russlandgeschäft betroffen.
    faz.net

    Newsgames vermitteln journalistische Inhalte und Zusammenhänge in Spielform. Entwickler Marcus Bösch sieht sie als Ergänzung im Formatkasten von Journalisten, sofern sie einen Mehrwert bieten.
    netzpiloten.de, newsgames-hackathon.tumblr.com (Newsgame-Beispiele)

    Lese-Tipp: Heiko Ernst, 65, war 37 Jahre lang Chefredakteur von "Psychologie Heute" - das dürfte Weltrekord sein. Bevor er zum Jahresende in Rente geht, zieht er im Interview mit turi2 Bilanz.
    turi2.de

    - BASTA -

    Nachrichten-Orakel: Um im Google-Ranking weit oben zu liegen, hat Chip Online vorsorglich eine Meldung über Update-Probleme auf iOS8 veröffentlicht - noch bevor die Probleme überhaupt auftraten.
    basicthinking.de

  • Frank Schmiechen, Bayernkurier, Tour de France.

    - NEWS -

    Frank Schmiechen, bisher Mitglied der Chefredaktion der "Welt", wird Chefredakteur von Gründerszene.de. Alex Hofmann, leitender Redakteur des von Springer übernommenen Portals, wird Schmiechens Stellvertreter.
    meedia.de, gruenderszene.de

    Bayernkurier: Die CSU-Wochenzeitung soll gedruckt nur noch einmal im Monat erscheinen und setzt künftig verstärkt auf Online-Inhalte. Ein Nachfolger für Chefredakteur Peter Hausmann, 64, wird gesucht.
    merkur-online.de, spiegel.de

    Tour de France: Die ARD erwägt eine Rückkehr zur Live-Übertragung der Frankreich-Rundfahrt. Die ARD-Intendanten wollen prüfen, unter welchen Umständen ab 2015 ein Wiedereinstieg möglich wäre.
    faz.net

    ARD-Studio Warschau unter neuer Leitung: Fernsehkorrespondentin Griet von Petersdorff (RBB) ersetzt den bisherigen Studioleiter Ulrich Adrian (WDR). Die Zuständigkeit wechselt turnusgemäß zwischen WDR und RBB.
    presseportal.de

    Scout24 soll noch in diesem Jahr an die Börse: Die Deutsche Telekom und die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone wollen mit 25 % der Anteile 500 bis 700 Mio Euro erlösen.
    handelsblatt.com, deutsche-startups.de

    Der Standard aus Österreich nimmt den gesamten deutschsprachigen Markt ins Visier: Vorstand Alexander Mitteräcker glaubt, dass Österreich in ein paar Jahren zu klein ist, um das Blatt nachhaltig zu finanzieren.
    derstandard.at

    Rising Star fällt auch in Großbritannien durch: Nach Flops in Deutschland und den USA entscheidet der Privatsender ITV, die teuer eingekaufte israelische Musik-Show gar nicht erst auf Sendung zu schicken.
    theguardian.com

    Mail.ru von Alischer Usmanow übernimmt das soziale Netzwerk VKontakte für 1,13 Mrd Euro komplett. Die Hälfte gehörte dem russischen Milliardär bereits. VKontakte hat in Russland 250 Mio Mitglieder - mehr als Facebook.
    spiegel.de

    - ECHO -

    Meistgeklickter Link gestern Morgen: Putin hievt seine Geliebte an die Spitze der kremltreuen Mediengruppe NMG.
    welt.de

    - ZITATE -

    Heiko_Ernst_100"Auch heute gilt: Man sieht nur, was man weiß. Das heißt: Um das Überangebot im Internet sichten, bewerten und letztlich gut präsentieren zu können, braucht es Erfahrung, Vorwissen und Kritikfähigkeit."

    Heiko Ernst, Chefredakteur von "Psychologie Heute", glaubt an den Nutzen einer ausgebildeten Redaktion.
    turi2.de

  • "Bild" verschickt kostenlos seine Politik-Seite 2.

    Bela Anda Bild Seite2 OnlineUnpaid Content: "Bild"-Politik-Chef Béla Anda, einst Regierungssprecher von Gerhard Schröder, will wieder zum Agendasetter in der Hauptstadt werden und verschenkt deshalb den Inhalt der Politik-Seite 2 von "Bild". Bereits um 5 Uhr morgens geht der Gratis-Newsletter namens "Seite 2 online" an schlafgestörte Politiker und Polit-Interessierte. Enthalten sind alle Inhalte der Seite 2 von "Bild", neben dem Politik-Aufmacher, Newsmeldungen und dem Kommentar auch die allseits beliebte "Post von Wagner". Zudem verspricht Anda den Newsletter-Lesern "auch mal einen Blick hinter die Kulissen". Springer-untypisch gibt's den Newsletter kostenlos - die Aufmerksamkeit der Politik-Entscheider ist offenbar mehr wert als die eigentlich ausgerufene Paid-Content-Strategie. Mit dem "Seite 2 online"-Newsletter tritt "Bild" gegen den "Tagesspiegel" an, der mit einem turi2-artigen Newsletter die "Morgenlage" in den Medien darstellt und kostenlos verschickt. Da ist es womöglich kein Zufall, dass der "Tagesspiegel" sich heute mit einer doppelseitigen Anzeige im ebenfalls Holtzbrinck-eigenen "Handelsblatt" (S. 24/25) als die Zeitung für Politik-Entscheider in der Hauptstadt preist. (Foto: Bild.de)
    bild.de

    Zahl des Tages: Bis zu 633 Mio Euro Kapital erhofft sich Zalando durch den Börsengang. Auf 438 Seiten präsentiert sich die Samwer-Firma Investoren in ihrem Börsenprospekt.
    excitingcommerce.de, spiegel.de

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  • "Psychologie hilft uns im Alltag".

    Heiko Ernst, 65, war 37 Jahre lang Chefredakteur von "Psychologie Heute", das gerade 40 wird. Ende 2014 verabschiedet er sich in den Ruhestand.

    Heiko_Ernst_200"Psychologie Heute" wird im Oktober 40. Steckt das Magazin schon in der Midlife-Crisis?

    Nein, noch nicht. Wir planen weder einen Partnerwechsel noch kaufen wir uns eine Harley und verschwinden nach Patagonien. Aber die Spätpubertät haben wir auch hinter uns. Eigentlich sind wir in einem guten Alter: sehr erfahren, aber immer noch hungrig.

    Sie arbeiten seit 39 Jahren in der Redaktion, seit 36 Jahren sind Sie Chefredakteur. Keine Angst vor dem Locked-in-Syndrom?

    Locked-in wäre ich ja nur, wenn ich mich nicht äußern oder artikulieren könnte. Das Gegenteil ist der Fall: "Psychologie Heute" ist eine wunderbare Möglichkeit, das zu kommunizieren, was mir wichtig erscheint und am Herzen liegt.

    Wenn man im Bahnhofskiosk steht, hat man das Gefühl, von Psychothemen überflutet zu werden. Sind die Deutschen ein Volk von Psychos geworden?

    Nein, keine Psychos im Sinne von Hitchcock. Eher sind sie sensibilisiert für psychologische Themen. Psychologisches Wissen ist nicht nur hilfreich in vielen Lebenslagen - denken Sie an moderne Menschenführung, an die große Rolle des Psychischen in der Medizin oder an unsere Fußballweltmeister. Sie hilft uns auch im Alltag, andere besser zu verstehen – und vor allem auch sich selbst.

    Wie hat sich das Magazinmachen geändert?

    Wie alles hat sich auch unsere Arbeit beschleunigt: Die Informationsflüsse fließen sehr viel schneller – und breiter. Die Wissenschaft kommuniziert und publiziert vielleicht mehr als jeder andere Bereich übers Internet, und die Forschungsgebiete der Psychologie haben sich stark ausgeweitet, denken Sie nur an Neuropsychologie alias Gehirnforschung. Aber auch heute gilt: Man sieht nur, was man weiß. Das heißt: um dieses Überangebot sichten, bewerten und letztlich gut präsentieren zu können, braucht es Erfahrung, Vorwissen und Kritikfähigkeit. Und das ist bei "Psychologie Heute" reichlich vorhanden.

    Das Internet ist voll von Psycho-Tipps und -Foren. Wie lange wird sich das gedruckte "Psychologie Heute" noch verkaufen?

    "Psychologie Heute" ist längst auch als App zu haben, und wir haben schon nach relativ kurzer Zeit über 75.000 Follower bei Facebook. Es stimmt – Psycho-Tipps und Psycho-Foren gibt es reichlich. Aber wer wirklich persönlichen Nutzen aus all den Infos ziehen will, wer es genau wissen will, wer all die News einordnen und größere Zusammenhänge begreifen möchte, der muss zu Psychologie Heute greifen. Egal, ob zur gedruckten oder zur digitalen Ausgabe.

    Ende des Jahres werden Sie Ihren Posten an Ihre Stellvertreterin Ursula Nuber weitergeben. Wie sieht die Bilanz nach fast vier Jahrzehnten aus?

    Gut, sogar sehr gut. Wir blicken auf vier Jahrzehnte erfolgreichen Blattmachens zurück, haben unsere Pole-position als d a s Magazin für Psychologie und ihre Nachbarwissenschaften behauptet und ausgebaut. Und wir haben Psychologie als Thema in der Öffentlichkeit durchgesetzt. Wer Erfolg hat, findet früher oder später viele Nachahmer. Ursula Nuber ist die perfekte Nachfolgerin – sie wird die Schlagzahl noch erhöhen.
    kress.de, psychologie-heute.de

  • "Wir sind ein Refugium für gute Journalisten."

    Lukas Kircher,43, ist vom Zeitungsgestalter zum König des Content Marketing aufgestiegen. Nach dem Burda-Deal träumt er vom perfekten Online-Magazin.

    Lukas Kircher_200Lukas Kircher, vor 20 Jahren waren Sie Zeitungsgestalter in Wien, heute arbeiten Sie an einem regelrechten Content-Marketing-Imperium. Zusammen mit Burda wollen Sie als 400-Mann-Agentur den Umsatz von 60 auf 100 Mio Euro pushen. Wird Ihnen nicht manchmal schwindlig?

    Absolut, das ist schon ungewöhnlich. Aber das liegt ja nicht an mir, sondern an einer unglaublich guten Truppe von Geschäftsführerin und Mitarbeitern die da extrem tolle Arbeit leistet - und mich manchmal mitmachen lässt.

    Wie schafft man es als Zeitungsdesigner, plötzlich die halbe Welt in Sachen Content Marketing zu beglücken?

    Dieses Thema, dass relevante Inhalte irgendwann Werbung, die man wegklicken muss, ersetzen, ist reizvoll, wenn man so wie ich erst in Redaktionen sozialisiert worden ist. Wir glauben an Inhalte, nicht an Kanäle. Der Leser denkt nicht in Kanälen. Der Kunde denkt nicht in Kanälen. Ich glaube, dass wir mitten in einem massiven strukturellen Wandel in der Agenturlandschaft insgesamt sind, weg von der reinen Kampagne, hin zu Content Centric. Kommunikation, die man freiwillig "zu sich nimmt", statt genervt wegblockt. Das wär doch was. Dass wir Retargeting brauchen, um Werbemittel doch noch irgendwie ins Blickfeld des Kunden zu nageln, sagt doch auch was über die dahinter liegende inhaltliche Strategie dieser Art der Kommunikation.

    Gibt es eine Zukunft für die Kundenzeitschrift? Wohin geht das Geschäft mit den Kundenmedien denn?

    Ganz klar Richtung digital und damit dialogischer. Gleichzeitig wird Print bei vielen Projekte noch lange ein ganz wichtiger "physikalischer" Baustein bleiben, eine Art "Veredelung", eine andere Abspielfläche für gute Inhalte.

    Sie beschäftigen über 100 Journalisten. Sind Sie ein Refugium für entlassene Zeitungsredakteure? Nach welchen Kriterien stellen Sie ein?

    Wir sind ein Refugium für gute Journalisten, die wir bei echt guten Verlagen in harter Arbeit abgeworben haben. Aber Sie haben recht: Das ist - leider - in den letzten fünf Jahren leichter geworden. Kriterium war und ist bei uns immer: Sehr gutes, beratungssicheres Fachwissen in der Industrie, für die wir arbeiten, exzellente Schreibe, strategischer Kopf, und, bei uns ganz wichtig - ein netter Mensch.

    Welche Zeitung oder Zeitschrift würden Sie gern machen?

    Ich würde gerne ein Onlinemagazin bauen, bei dem selbst der letzte Print- Fetischist (zu denen ich mich manchmal auch zähle) sagt: Das ist besser!
    kress.de (Köpfe-Eintrag), turi2.de (2-Min-Video Fragebogen)

  • Bild am Sonntag, Ice Bucket Challenge, Online-Ethik.

    - BACKGROUND -

    Bild am Sonntag macht im August weniger Umsatz mit Printwerbung, bleibt aber mit 70,59 Mio Euro Bruttoumsatz im Gesamtjahr auf Platz eins, dicht gefolgt von "stern" (69,72 Mio) und "Spiegel" (68,45 Mio).
    meedia.de

    Ice Bucket Challenge ist ein verlogenes Spektakel, sagt der schwer an ALS erkrankte Journalist Benedict Maria Mülder. Er sieht darin das "Symptom einer gestörten Öffentlichkeit" und fordert mehr echtes Engagement.
    tagesspiegel.de

    Online-Ethik fordert Sascha Lobo: Die Internet-Nutzer würden belauert, kontrolliert und beeinflusst. Mit der Apple Watch ist für den Netz-Erklärer das Ende der Fahnenstange längst noch nicht erreicht.
    derstandard.at

    Huffington Post setzt zwar auf Facebook-Traffic, Angst vor Änderungen im Algorithmus hat Arianna Huffington trotzdem nicht. Sie glaubt an die Durchsetzungskraft ihrer Lifestyle-Themen.
    digiday.com

    Uber: Die Mehrheit der Deutschen lehnt die Vermittlung von Privatfahrern ab, ergibt eine Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der "Zeit". Demnach sprechen sich 73 % gegen Uber aus, nur ein Viertel äußert sich positiv.
    zeit.de

    - BASTA -

    Etikettenschwindel: Mit "Meine Stadt - meine Zeitung" werben Lokalverleger für ihre Zeitungen - an der Kampagne beteiligen sich vor allen die Verlage, die zuletzt eine Lokalredaktion nach der anderen dicht gemacht haben.
    stefan-niggemeier.de

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