Facebook gründet unabhängiges Gremium im Kampf gegen Hatespeech.


Hilfe bei der Hassabwehr: Facebook gründet ein unabhängiges Aufsichtsgremium. 40 Mitglieder, darunter Wissenschaftler, Juristen und Journalisten, sollen ab Sommer transparent über strittige Hatespeech-Fälle beraten, kündigt Facebook-Sprecher Nick Clegg an. Die Nutzer sollen die Fragen, über die das Gremium berät, vorschlagen. Das Netzwerk will sich dann verbindlich nach den Antworten des Gremiums richten.

Facebook steht seit geraumer Zeit im Kreuzfeuer der Hatespeech-Kritik – und zwar von zwei Seiten: Die einen kritisieren, Facebook lösche zu übereifrig, die anderen, Facebook lösche zu wenig und langsam.
handelsblatt.com (Paid)

Paypal streicht am Standort Berlin 309 von 355 Stellen.

Paypal will die Aufgaben des Teams am Standort in Berlin Wilmersdorf an andere Standorte oder externe Partner verlegen und streicht in Berlin 309 der 355 Stellen. Verdi verhandelt mit dem Bezahldienstleister über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. Laut Heise.de könnte hinter dem Wegfall der Stellen in Berlin ein Outsourcing an polnische Standorte des Dienstleisters Sitel stehen.
heise.de

Zitat: Wir brauchen bessere Medien-Hygiene, sagt Maren Urner.

"Wir sind sehr gut darin, die Zähne zu putzen, eine gewisse Körper- oder Gesundheitshygiene zu betreiben und überlegen sehr gut, was wir konsumieren. Wenn es zu unserem Medienkonsum kommt, sind wir allerdings sehr unkritisch."

Maren Urner, Gründerin von "Perspective Daily" plädiert im "FAZ"-Interview für Medienhygiene und gegen "die Vermüllung unserer Gehirne". Dazu gerhöre, Medien bewusst einzeln zu konsumieren und nicht nur Überschriften durchzuklicken.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (02/2016): Maren Urner will mit konstruktivem Journalismus Probleme lösen.

Wikipedias Problem mit bezahlten Autoren wächst, schreibt Adrian Lobe.

Wikipedia wird zunehmend Zielscheibe von PR-Akteuren und verliert Glaubwürdigkeit, schreibt Adrian Lobe. Eine Agentur hat für North Face betreut z.B. Ausrüstungsfotos in Wiki-Einträge zu Nationalparks geschmuggelt und sie so auch in der Google-Bildersuche nach vorn gebracht. Springer-Mitarbeiter frisieren den "BamS"-Eintrag, der WWF und die CDU/CSU-Fraktion die ihren. Das zentrale Problem laut Lobe: Bei einem basisdemokratischen Projekt, dessen ehrenamtliche Autorenschaft schrumpft, interessengeleitete Akteure herauszufiltern.
sueddeutsche.de

Studie: Markenprodukte sind in der EU nicht einheitlich.

Markenprodukte in der EU unterscheiden sich von Land zu Land, sagt eine Studie der EU-Kommission. 9 % der 1.380 getesteten Produkte sehen im Regal identisch aus, haben aber verschiedene Zusammensetzungen, 22 % ähneln sich, unterscheiden sich aber in den Rezepturen. Die befürchtete Ost-West-Qualitäts-Schere, die den Anlass der Studie gegeben hat, fand die Kommission nicht. Die EU will Doppelstandards trotzdem verbieten. Markenverbands-Chef Christian Köhler kritisiert, dass die Hersteller so nicht mehr auf landestypische Vorlieben eingehen könnten.
wuv.de

Sender- und Vermarktungschef Thorsten Braun verlässt Disney Deutschland.

Disney verliert den deutschen Sender- und Vermarktungschef Thorsten Braun, ein Nachfolger steht noch nicht fest. Braun war seit Mitte 2013 beim Micky-Maus-Sender, baute u.a. die eigenständige Vermarktungsorganisation auf und stellte beim Programm Animationsserien in den Mittelpunkt. Thomas Lückerath überlegt, ob Brauns Abgang mit der zu erwartenden Umstrukturierung wegen des Starts des kostenpflichtigen Angebots Disney+ zu tun habe.
dwdl.de

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TV-Tipp von TV Spielfilm: Nach einem wahren Fall, der Frankreich seinerzeit schockte: Weil die konservativen Eltern ihrem Drang nach sexueller Freiheit im Weg stehen, greift eine 17-Jährige (Isabelle Huppert) in den 1930ern zu Gift… Ein betont nüchternes und wertfreies Krimidrama.
"Violette Nozière", Arte, 20.15 Uhr
Unser Tipp: direkt und immer aktuell die neuesten Empfehlungen für Ihr persönliches TV-Programm abholen: tvspielfilm.de

Vom Netflix-Boom profitiert auch Bertelsmanns RTL Group.

RTL Group profitiert von Netflix' Inhalte-Hunger: Das Produktionsvolumen in Europa werde sich in den nächsten fünf Jahren "sehr schnell verdoppeln und verdreifachen", schätzt Ufa-Fiction-Chef Sebastian Werninger. Die Ufa ist Teil von Bertelsmanns RTL Group und hat gerade den Netflix-Film "Betonrausch" abgedreht. Werninger lobt die Freiheit und Flexibilität beim Kunden Netflix.
handelsblatt.com

Bundesliga verzeichnet zweithöchsten Ticket-Absatz ihrer Geschichte.

Fußball-Bundesliga verbucht in der Saison 2018/19 mit 18.885.620 Eintrittskarten, inklusive Ehren- und Freikarten, den zweithöchsten Ticket-Absatz ihrer Geschichte. Nur 2016/17 waren es mit 19.049.362 Tickets noch mehr. In der 1. Liga ging der Ticket-Absatz um 2,6 % zurück, in der 2. Liga stieg er um 8,6 %. Wie viele der abgesetzten Tickets bezahlt waren, sagt die DFL nicht.
dlf.de

Kress: Auch Madsack will die DuMont-Zeitungen nicht.

DuMont: Auch Madsack hat kein Interesse an den schwächelnden Regionalzeitungen, hört Markus Wiegand aus "gut informierten Kreisen". Nach Funke schließe damit ein weiterer großer Verlag den Kauf aus. Wahrscheinlicher werde eine Aufsplittung: Im Rheinland könnte die "Rheinische Post" DuMont-Titel übernehmen, in Berlin Hauptstadtbrief-Verleger Detlef Prinz. Auch der Ebner Verlag habe beste Beziehungen zu DuMont und dessen Chef Christoph Bauer, schreibt Wiegand.
kress.de, turi2.de (Background)

Holtzbrinck streicht Vermarkter IQ Media zusammen – zugunsten der Einzel-Titel.


Neuer IQ-Test: Holtzbrinck baut seinen Vermarkter IQ Media radikal um, schreibt Roland Pimpl bei Horizont.net. Von bisher 70 Mitarbeitern sollen noch 20 bleiben, die übrigen 50 in den einzelnen Verlagen unterkommen. Auch an der Spitze des Vermarkters gibt es einen Wechsel: Geschäftsführer Stefan Knieß (Foto, links) geht im Herbst und Julia Schleunung (Foto, rechts), bisher Sales Director, übernimmt. Damit verabschiedet sich die Holding von der Gemeinschafts-Vermarktung seiner Titel. "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche", "Zeit" sowie "Tagesspiegel" sollen Kunden künftig direkt ansprechen. Die Rest-IQ-Media soll sich um Agenturen und das Mandantengeschäft kümmern, etwa die Vermarktung von "Mare" und den Mercedes-Magazinen.

Die gemeinschaftliche Vermarktung der Holtzbrinck-Titel hat sich offenbar nicht bewährt, glaubt Roland Pimpl als Grund für den Umbau. Damit geht Holtzbrinck einen radikal anderen Weg als andere großen Player im Markt: Bei Bertelsmann etwa wachsen Inhalte in der Content Alliance und Vermarktung in der Ad Alliance konzernweit und medienübergreifend immer weiter zusammen.
horizont.net (nach Registrierung frei)

Burda trennt sich vom "Playboy" – Myriam Karsch und Florian Boitin übernehmen.


Neue Potenz für Playboy? Burda trennt sich nach 17 Jahren von der deutschen "Playboy"-Lizenz. Verlagsleiterin Myriam Karsch und Chefredakteur Florian Boitin werden durch einen Management-Buy-Out neue Herausgeber – und wollen das zuletzt laut IVW etwas lendenauflagenlahme Männermagazin aus der Midlife-Crisis führen. "Playboy" erscheint ab der Ausgabe vom 5. Dezember 2019 in einer eigenen GmbH. Betroffen sind 21 Burda-Mitarbeiter. Sie können sich bei Boitin und Karsch bewerben – oder müssen auf einen anderen Job bei Burda hoffen.

BurdaNews-Chef Burkhard Graßmann lässt sich mit Dank zitieren: Die Marke "Playboy" habe sich trotz "schwieriger Marktbedingungen" in den vergangenen Jahren "gut entwickelt". Doch gut ist offenbar nicht gut genug für eine Fortführung der Burda-"Playboy"-Ehe. Darum probieren Boitin und Karsch ihr Glück auf eigene Faust. Dass dies kein Himmelfahrtskommando ist, zeigen andere Beispiele, notiert David Hein: 2009 übernahm Katarzyna Mol-Wolf "Emotion" von Gruner + Jahr, 2013 Nikolaus Förster die "Impulse". 2015 wurde Chefredakteur Christoph Schwennicke zugleich "Cicero"-Verleger. Alle stemmen sich mit Events und Networking-Angeboten gegen das rückläufige Printgeschäft.
burda.com, horizont.net

Aus dem Archiv von turi2.tv: Florian Boitin arbeitet in seinem Traumjob (November 2016)

Mit Humor und Fingerspitzengefühl: Wie Lisa Jüngst Selbsttests für den Intim-Bereich vermarktet.


Unter der Gürtellinie: Lisa Jüngst geht dahin, wo es den meisten Menschen unangenehm wird. Die Chefin das Pharma-Unternehmens NanoRepro produziert und vermarktet Selbsttests für den Intimbereich – vom Schwangerschaftstest über den Fruchtbarkeitstest für Männer und Frauen bis hin zu Tests auf Scheidenpilz. Im Video-Interview mit "Horizont" und turi2.tv am Rande des Innovation Day Health von Gruner + Jahr erzählt sie – ganz ohne Blatt vorm Mund – dass sie vor allem mit Print-Werbung ihre Zielgruppe erreicht, aber auch erste Experimente mit Instagram macht.

In der Werbe-Sprache setzt das Pharma-Unternehmen aus Marburg je nach Produkt auf eine Mischung aus flotten Sprüchen und Fingerspitzengefühl: Einen Test für die Bestimmung der Spermienzahl beim Mann etwa bewirbt die Firma mit in unterschiedlichen Stellungen kopulierenden Strichmännchen und dem Slogan: "1.000 mal probiert, 1.000 mal ist nix passiert." Eines ihrer am besten laufenden Produkte ist ein Selbsttest, den Lisa Jüngst eher nicht für social-media-fähig hält – auf Scheidenpilz. Keine Frau sage auf Social Media: "Hi, ich habe auch einen Scheidenpilz."
turi2.tv (4-Min-Video)

Zitat: Thomas Wagner sieht weniger Werbefläche trotz wachsendem Inhalte-Angebot.

"Die Werbungtreibenden und ihre Verbände sehen mit Sorge, dass im Zuge des Subscription-Video-on-Demand-Booms zunehmend hochwertiger Content hinter der Bezahlschranke verschwindet und sie dort keine Möglichkeit zur Platzierung haben."

SevenOne-Chef Thomas Wagner sieht durch Netflix Werbeumfelder schwinden – und macht mit einem Schlenker gleich mal selber Werbung für den zunächst kostenfreien ProSiebenSat.1-Dienst Joyn.
dwdl.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Thomas Wagner gibt das TV-Lagerfeuer noch nicht verloren (Januar 2017)

Gerrit Schumann und Oliver Voigt führen künftig Handelsblatt Media Group.


Handelsblatt Media Group wird künftig von Gerrit Schumann (Foto, links) und Oliver Voigt geführt. Die Geschäftsführer übernehmen in Doppelspitze die bisherige Führungsrolle von Frank Dopheide (Mitte), der zum 1. Juli die Geschäftsführung und Ende 2019 das Unternehmen verlässt. Schumann war Anfang 2017 als Digital-Chef in die Handelsblatt-Geschäftsführung gekommen, Voigt folgte Anfang dieses Jahres.

Die Neuaufstellung nutzt die Mediengruppe für weitere Reformen. Die Vermarktung soll sich auf zwei Säulen aufteilen: Die IQ Media Marketing kümmert sich um Agenturvermarktung, die HMG Solutions soll direkt mit Kunden spezifische Konzepte entwicklen. IQ-Media-Geschäftsführer Stefan Knieß geht, ergänzt Roland Pimpl – der Umbau komme einer Dezimierung gleich. "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche" sollen redaktionell verstärkt "zielgruppenspezifische Produkte" entwickeln, etwa Briefings per E-Mail, Podcasts und Themen-Portale. Außerdem sollen die digitalen Produkte mehr Funktionen zur Personalisierung bekommen. (Foto: HMG, Montage: turi2)
per Mail, horizont.net (Pimpl), turi2.de (Background)

Meedia: Mitarbeiter der Ad Alliance sortieren sich neu.

Ad Alliance organisiert sich in Teams, die sich auf Kunden statt Medien-Kanäle fokussieren, schreibt Gregory Lipinski. Je drei Teams pro Standort sollen Mediaagenturen oder Großkunden oder Spezialthemen betreuen. Mitarbeiter, die etwa bislang nur Print vermarktet haben, sollen sich künftig crossmedial um Kampagnen kümmern. Ärger könnte dies beim Allianz-Mitglied Spiegel Media geben, der auf Eigenständigkeit pocht, beobachtet Lipinski.
meedia.de

turi2 Termin-Tipp: Hack your brain, Theodor-Wolff-Preis, Screenforce Days.

turi2 Termin-Tipp: Im Business Club des "manager magazins" erklärt die Wissenschaftlerin Karolien Notebeart, wie wir unser Hirn auf Hochleistung trimmen, der Journalist Michael Jürgs erhält den Theodor-Wolff-Preis für sein Lebenswerk, die TV-Branche trifft sich in Köln zu ihrem jährlichen Klassentreffen, den Screenforce Days – und "Horizont" und turi2 sind bei dem TV-Event mit der Kamera dabei. Das sind nur 3 von 24 Branchen-Events in dieser Woche. Weiterlesen >>>

Berufe mit Zukunft: N wie New-Work-Experte – Michael Trautmann.


On the Way to New Work: Michael Trautmann, Unternehmer, Agenturmann und Marketingberater, ist mitschuldig am Trendthema Neues Arbeiten. Für die turi2 edition #8 trifft Peter Turi den Wellen-Reiter Trautmann und porträtiert ihn in unserem Berufe-Alphabet als virtuosen Vermarkter und Vordenker. Lesen Sie das ganze Porträt über New-Work-Experte Michael Trautmann hier als Online-Text oder hier im kostenlosen PDF des Buchs und hören Sie hier den Podcast.

Metro lehnt Übernahme-Angebot von Milliardär Daniel Kretinsky ab.

Metro: Milliardär Daniel Kretinsky, 43, will alle Aktien des Konzerns übernehmen. Er bietet 16 Euro für die Stammaktie und 13,80 je Vorzugsaktie. Insgesamt entspräche das 5,8 Mrd Euro. Das Management des Handelskonzerns hält das "unaufgeforderte Angebot" für zu niedrig und gibt sich überzeugt, dass Kretinsky das Unternehmen "erheblich unterbewertet und dessen Wertschöpfungsplan nicht reflektiert".
bild.de

Geschäftsführer Frank Dopheide verlässt die Handelsblatt Media Group.


Steingarts letzte Spuren: Frank Dopheide, Sprecher der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group, verlässt das Unternehmen Ende des Jahres "auf eigenen Wunsch", schreibt die "Rheinische Post". Hintergrund sind wohl Differenzen mit dem Aufsichtsrat über die Ausrichtung des Verlags. Die "Rheinische Post" zitiert aus einer E-Mail Dopheides an Kollegen, in der er schreibt, er wolle "wieder selbständiger werden".

Dopheide war vor einem Jahr – unmittelbar nach Gabor Steingarts Abgang – zum Sprecher der Geschäftsführung aufgestiegen. Er verantwortete Redaktion, Veranstaltungen und Kommunikation. Dopheide war das letzte Mitglied des ehemaligen Führungstrios, zu dem noch Gabor Steingart und Finanzchef Ingo Rieper gehörten. In der Redaktion haben noch viele Vertraute von Steingart das Sagen: Sven Afhüppe wurde von ihm zum "Handelsblatt"-Chefredakteur gemacht, Beat Balzli und Miriam Meckel kamen durch Steingart zur "Wirtschaftwoche".
rp-online.de

Korrektur: Sven Afhüppe wurde nicht - wie ursprünglich in diesem Text geschrieben - von Gabor Steingart zum "Handelsblatt" geholt, er war schon da, als Steingart vom "Spiegel" kam. Steingart hat Afhüppe zum "Handelsblatt"-Chefredakteur gemacht.

Aus dem turi2.tv-Archiv: Frank Dopheide über die Zukunft des "Handelsblatts".

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TV-Tipp von TV Spielfilm: Der Abteilungsleiter für Internetkriminalität wird brutal ermordet. Der Auftrag stammt aus dem Darknet. Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) ermitteln… Regisseur David Wnendt ("Er ist wieder da") gelang ein rastloser, virtuos erzählter Kieler Tatort.
"Tatort: Borowoski und das dunkle Netz", Das Erste, 20.15 Uhr
Unser Tipp: direkt und immer aktuell die neuesten Empfehlungen für Ihr persönliches TV-Programm abholen: tvspielfilm.de