Zahl des Tages: Bloomsbury steigert seinen Umsatz auf 161,5 Mio Pfund.

Zahl des Tages: Auf magische 161,5 Mio Pfund steigert der britische Verlag Bloomsbury seinen Umsatz – eine Steigerung von 13 %. Besonders Jubiläumsausgaben und illustrierte Bände der Harry-Potter-Reihe von J.K. Rowling sind Umsatztreiber: Bei Kinder- und Jugendbüchern legt Bloomsbury um 24 % auf 69 Mio Pfund zu.
theguardian.com, boersenblatt.net

Basta: Ferienlager im Tokio Hotel.

Tokio Tipi: Tokio Hotel ziehen sich nach Jetset-Leben und internationaler Karriere nun auf eine einsame Insel zurück. Ganz intim können dort 500 Fans über vier Tage mit den vier Magdeburger Jungs im Summer Camp chillen – für schlappe 3.599 Euro. Fernöstlich exotisch wird es dabei auch – die Insel befindet sich in der Nähe des anhaltischen Gräfenhainichen.
th-summercamp.com, wikipedia.de (Ferropolis)

ZDF weist Vorwürfe zurück, bei der Royal Wedding rassistisch berichtet zu haben.

ZDF logo_150ZDF wehrt sich gegen die Vorwürfe, bei der Royal Wedding rassistisch und sexistisch über Meghan Markle berichtet zu haben. Ein Sprecher des Senders räumt jedoch ein, es wäre wünschenswert gewesen, "eine Repräsentantin oder einen Repräsentanten der schwarzen Community" zu Wort kommen zu lassen. "Einige Formulierungen" seien auch beim ZDF selbstkritisch diskutiert worden.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

"Handelsblatt" zieht eine Paywall hoch.

Handelsblatt lässt die Bezahlschranken runter und macht ab sofort "weniger als eine Handvoll Texte im Volltext" kostenlos verfügbar, schreibt Chefredakteur Sven Afhüppe. Die Kennzeichnung "Premium" auf Handelsblatt.com entfalle, da in Zukunft alle Artikel, Infografiken und Recherchetools nur für Premium-Kunden sichtbar sein sollen.
handelsblatt.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Handelsblatt"-Chef Sven Afhüppe im Strategie-Gespräch.

Mark Zuckerberg windet sich im EU-Parlament um konkrete Antworten.


Spitze des Zuckerbergs: Mark Zuckerberg enttäuscht bei seiner Anhörung im EU-Parlament in Brüssel. Nach seinem offiziellen Statement inklusive obligatorischer Entschuldigung beantwortet der Facebook-Chef kaum Fragen der Abgeordneten. Ein Dialog zwischen den Fraktionschefs der Fraktionen des Europaparlaments und Zuckerberg ist nicht möglich – der Facebook-Chef hatte zuvor als Bedingung verlangt, dass alle Fragen an ihn gesammelt gestellt werden. Nachdem alle Abgeordneten ihre Fragen gestellt hatten, blieben Zuckerberg noch knapp 20 Minuten, um diese zu beantworten.

Konkret wird er dabei nicht – Netzpolitik.org kritisiert auf Twitter: "Zuckerberg erzählt hier die Golden-Oldie-Hits aus der Anhörung im US-Kongress und zahlreichen Facebook-Presseaussendungen. Das merkwürdige Format und die vorher gesammelten Fragen machen es ihm einfach, schlicht zu erzählen, was er möchte." Radiomacher und Onliner Dennis Horn sieht den Auftritt Zuckerbergs als reine Show-Veranstaltung – "Aktionismus. Hauptsache, Zuckerberg ist persönlich da. Das sieht dann wenigstens nach etwas aus".

Die nicht beantworteten Fragen will Mark Zuckerberg nun schriftlich beantworten und dem EU-Parlament nachreichen. Der Versuch einiger Abgeordneter, am Ende der Befragung noch einmal nachzuhaken, blieb wegen Zeitmangels erfolglos. (Foto: Wiktor Dabkowski / ZUMA Press / Picture Alliance)
welt.de, zeit.de, twitter.com (Netzpolitik.org), twitter.com (Horn), turi2.de (Background)

Zitat: Die Arbeit für Korrespondenten ist unter Trump schwieriger geworden, beobachtet Ingo Zamperoni.

"Sie sind auch sehr obsessiv mit jeder kleinen Drehung, jeder Wendung. Da ist vielleicht manchmal zu viel Schaum vor dem Mund."

"Tagesthemen"-Moderator Ingo Zamperoni kritisiert den teils obsessiven Umgang der Medien mit US-Präsident Trump, sieht deren Arbeit jedoch auch positiv, da sich Journalisten nicht einschüchtern ließen und weiter hartnäckig recherchieren.
abendblatt.de

Werberlegende Reinhard Springer ist genervt von Werbelügen.

Video-Tipp: Reinhard Springer, Gründer der Agentur Springer & Jacoby, findet, in der Werbung werde heute zu viel gelogen. Die Kunden seien nicht schwieriger anzusprechen als früher. Nachwuchswerbern empfiehlt er eine Station in Konzernen, sie seien zum Üben nicht schlecht. Agenturen rät er im Wettbewerb um gute Kräfte "überproportionale Bezahlung".
absatzwirtschaft.de (6,5-Min-Video)

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Roboterjournalismus. Welche ersten Anwendungsfälle existieren? Was können wir daraus lernen? Wo liegen Einstiegshürden, Potentiale und Gefahren? Kommen Sie am 4. Juni an die Hochschule Macromedia in München, um über das Thema zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen, oder einfach nur um zu lernen. Die Teilnahme ist kostenlos, Registrierung erforderlich.

Kinder müssen im Netz besser geschützt werden, fordert Johannes-Wilhelm Rörig.

Jugendmedienschutz im Internet ist unzureichend, kritisiert Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Er fordert, dass Internetanbieter viel stärker in die Pflicht genommen werden. Medienkompetenz gehöre als Schulfach von der ersten bis zur zehnten Klasse auf den Stundenplan. "Report Mainz" berichtet von vielen Missbrauchsfällen, bei denen die Täter den Kontakt zu den Kindern über Onlinedienste angebahnt haben.
swr.de

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagt in Brüssel "Sorry".

Mark Zuckerberg erklärt Vertretern des EU-Parlaments heute Abend, dass Facebook keinen "ausreichend großen Blick auf unsere Verantwortung" hatte, berichtet u.a. Business Insider unter Berufung auf Zuckerbergs vorbereiteten Text. Dies sei ein Fehler gewesen und tue ihm leid. Zugleich betont er Facebooks Verbundenheit zu Europa mit Standorten in Irland, London und Paris sowie Rechenzentren in Schweden, Irland und bald Dänemark
businessinsider.de, faz.net

Zitat: Publicis-Sapient-Manager Wolf Ingomar Faecks fürchtet China.

"Während wir uns in Deutschland über Flugtaxis unterhalten und uns mit total absurden Sachen beschäftigen, werden in China sehr konsistent industriepolitische Weichen gestellt. Die Geschwindigkeit, mit der das passiert, hat mir wirklich die Schuhe ausgezogen."

Publicis-Sapient-Manager Wolf Ingomar Faecks kommt gerade aus China. Im Gepäck: die Befürchtung, China sei für die deutsche Wirtschaft "Hundertmal gefährlicher" als das Silicon Valley.
horizont.net

weitere Zitate:
"Ich glaube nicht daran, dass die Marketing-Abteilung die neue IT-Abteilung ist, das wäre ein völliger Irrweg. Was das Marketing allerdings dringend braucht, ist ein tiefes Verständnis für die neuen technologischen Möglichkeiten."

"Als Berater machen wir immer wieder die Erfahrung: Wenn es nicht brennt und kein Rauch sichtbar ist, ist es super schwer, Veränderungen anzustoßen."

Kai Diekmann startet eine Kampagne für seinen Zukunftsfonds.


Moneten-Marketing: Der Zukunftsfonds von Kai Diekmann startet heute, der Ex-"Bild"-Chef sorgt zweigleisig für Aufmerksamkeit. Einerseits bewirbt er den Fonds mit einer Kampagne bei Bild.de. In einem Advertorial geben die Banker Alexander Schmidt, Michael Huber und Friedhelm Busch Anlage-Tipps. Zumindest die Überschrift scheint nicht um gelassene Aufklärung bemüht: "Top-Banker enthüllen" heißt es da. In der URL findet sich die bedrohliche Zeile: "Darum ist Ihr Erspartes bald nichts mehr Wert".

Die Werbekampagne läuft außerdem bei "Welt", "Bild", auf Welt.de und auf t-online.de. Das Onlinemagazin Zaster soll ebenfalls Interessenten ziehen – es richtet sich an junge Leser, mit Rubriken wie "Schein meines Lebens" und "Was kostet eigentlich...?" Analysten kritisieren den Fonds von Diekmann und Ex-Starbanker Lenny Fischer als "Mogelpackung", weil Renditen von bis zu 4 % ohne Risiko nicht zu erwirtschaften seien. (Bild: obs/DFG Deutsche Fondsgesellschaft SE Invest)
presseportal.de, bild.de (Advertorial), turi2.de (Zaster), turi2.de (Background Analysten)

termine2: Die Branche tagt in dieser Woche.



24. bis 25. Mai: Wer fragt, der führt – Das politische Interview (Seminar)
Veranstalter: Friedrich-Ebert-Stiftung
Hamburg
fes.de

24. bis 25. Mai: Digitales Marketing (Seminar)
Veranstalter: W&V
Hamburg
events.wuv.de

24. bis 27. Mai: EIJC – European Investigative Journalism Conference & Dataharvest
Veranstalter: Journalismusfund.eu
Mechelen (Belgien)
eavi.eu

26. bis 27. Mai: Maker Faire Berlin
Veranstalter: Maker Media GmbH
Berlin
maker-faire.de

Termin-Vorschläge an post@turi2.de
Alle Termine auf termine2.de

Wir graturilieren: Ralph Alex wird 55.


Wir graturilieren: Ralph Alex, Chefredakteur von auto motor und sport, wird heute 55 Jahre alt. Seinen Schnapszahl-Geburtstag feiert er ausnahmsweise nicht im Bretagne-Urlaub am Meer, sondern in der Redaktion in Stuttgart – im Produktionsendspurt für die Ausgabe, die kurz vor der Fußball-WM erscheint. Die Beförderung seiner bisherigen Stellvertreterin Birgit Priemer zur Chefredakteurin war für ihn das Beste im abgelaufenen Jahr: "Wir kennen uns schon sehr lange, verstehen uns blind und arbeiten auf eine Art zusammen, die ich sehr schön und besonders finde."

Für das neue Lebensjahr wünscht sich Ralph Alex, die Marktführerschaft auszubauen, die "auto motor und sport" seit zwei Quartalen als meistverkaufter Autotitel halten kann – "obwohl unser Heft mehr als doppelt so viel kostet wie die Nummer zwei". Gratulationen erfreuen ihn auf allen Kanälen – z.B. per Mail, via LinkedIn oder Xing.

Warhol-Magazin "Interview" erliegt Rechtsstreits und Gehaltsnachforderungen.

Interview, von Andy Warhol gegründetes Magazin, schließt nach fast 50 Jahren, berichten US-Medien unter Berufung auf Mitarbeiter des Fashion-Magazins. Ehemalige Mitarbeiter haben das Magazin insgesamt auf fast 1 Mrd Dollar Gehaltsnachzahlungen verklagt. Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegenüber einem ehemaligen Mitarbeiter überschatten die Gerichtsverhandlungen zusätzlich.
observer.com, theguardian.com

"SZ": Hacker haben Virus via Privat-E-Mails ins Regierungsnetz geschleust.

Regierungsnetz: Die russischen Hacker der Gruppe Snake haben den Virus laut Experten über E-Mails eines Mitarbeiter des Auswärtigen Amts eingeschleust, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Sie haben offenbar die Daten der Lebensgefährtin des Mitarbeiters genutzt, den sie zuvor ausspioniert haben. Die Experten können nicht ausschließen, dass es weitere Viren gibt, die noch schlummern.
"Süddeutsche Zeitung", S. 5 (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: ZDF berichtet sexistisch und rassistisch über Meghan Markle.

ZDF logo_150Journalismus: Die Berichterstattung über die Royal Wedding strotzt beim ZDF vor rassistischen und sexistischen Stereotypen über Meghan Markle, kritisiert Frederik Schindler. Das Kommentatoren-Team thematisiert die Hautfarbe der Braut ständig und lässt sexistische Sprüche. Die Deutsche Welle fragt bei dem Sender nach, eine Entschuldigung kommt vom ZDF aber nicht.
taz.de

Slowakei: Jan Kuciaks Kollegen führen seine Recherche fort.

Slowakei: Die Kollegen des ermordeten Investigativ-Journalisten Jan Kuciak recherchieren gemeinsam weiter. Kuciak war mitten in einer Recherche über die Machenschaften der italienischen Mafia in der Ostslowakei. Die Chefredakteure und Investigativreporter der wichtigsten unabhängigen slowakischen Medien setzen seine Arbeit fort. Sie tauschen Informationen zu Korruptionsfällen aus, recherchieren zusammen und veröffentlichen gemeinsame Artikel, gezeichnet mit: #AllForJan. Für die Journalisten ist es auch eine Art Lebensversicherung, sagt Kuciaks Ex-Chef Peter Bárdy: "Denn Anschläge auf uns alle verüben kann man nicht." Ringier Axel Springer, Eigentümer von Aktuality.sk und zahlreichen anderen slowakischen Onlinemedien, unterstützt die Initiative finanziell.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Cliqz schlägt Fragen für die Anhörung von Mark Zuckerberg in Brüssel vor.

Cliqz schlägt EU-Parlamentariern in einem offenen Brief Fragen für die Anhörung von Mark Zuckerberg über die Datenmissbrauchsaffäre vor, darunter: Speichert Facebook Schattenprofile? Oder Nutzer-Daten außerhalb seiner Plattform? Zuckerberg dürfe nicht so leicht davon kommen wie bei der Befragung im US-Kongress.
burda.com, burda.com (Offener Brief)

Zitat: Rainer Esser will die Reihen der Verlage schließen.

"Zeitungsverlage untereinander sollten sich nicht bekämpfen, so ein Bullshit. Wir müssen möglichst viel kooperieren, unsere Inhalte austauschen – dann können wir ein Gegengewicht zu ausländischen Monopolen bilden."

"Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser will die Panik vor Facebook und Google nutzen, um Kollegen konstruktiv zur Zusammenarbeit zu bewegen.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

Lese-Tipp: Nils Frenzel und Dennis Sand stürzen abgrundtief ins Wohnzimmer von Facebook.

Lese-Tipp: Nils Frenzel und Dennis Sand tummeln sich 24 Stunden in der größten deutschen Facebook-Gruppe, dem Wohnzimmer. Sie protokollieren "soziale Abgründe" und "Unten-Deutschland". Nutzer streamen live von der Arbeit oder aus dem Schlafzimmer, sind nackt, beleidigen oder klopfen Nazi-Sprüche – eine kaum zu kontrollierende Masse, die nie schläft.
welt.de