Mediacom: Tino Krause geht, Claus Bröckers wird sein Nachfolger.

Mediacom verliert seinen Geschäftsführer Tino Krause, hört "Horizont". Dem Flurgeflüster nach könnte er zu Facebook wecheln. Krause kam im Juli 2017 zu Mediacom, er arbeitete zuvor für die Schwester-Agentur MEC. Sein Nachfolger bei der WPP-Tochter wird Claus Bröckers, der schon einmal für Mediacom arbeitete und aktuell bei der PIA tätig ist.
horizont.net, turi2.de (Background)

Saudische Staatsanwaltschaft fordern Todesstrafen im Fall Khashoggi.

Jamal Khashoggi: Die saudische Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe für fünf Beschuldigte, die den Kolumnisten der "Washington Post" am 2. Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul getötet haben sollen. Westliche Beobachter vermuten den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman als Auftraggeber. Die offizielle saudische Version lautet: Der Vize-Chef des Geheimdienstes habe befohlen, Khashoggi zu entführen. Der Leiter des Greifteams habe dann eigenmächtig entschieden, Khashoggi zu töten.
spiegel.de, turi2.de

Verleger Peter Holzmann ist gestorben.

Peter Holzmann ist tot. Der Seniorverleger der Holzmann Medien ist am 11. November mit 82 Jahren gestorben. Den Verlag, der damals Hans Holzmann Verlag hieß, hat er schon mit 25 Jahren übernommen. Flaggschiff des Verlages ist die "Deutsche Handwerks Zeitung", dazu kommen 14 weitere Zeitschriften zu Handwerk, Hotellerie, Gesundheitswirtschaft und Hightech. (Foto: Rohde Fotografie)
holzmann-medien.de

Meinung: Zitier-Bot der "Financial Times" ist ein guter Schritt zur Gleichberechtigung.

Financial Times will mehr O-Töne von Frauen bringen und hat deshalb einen Bot entwickelt, der warnt, wenn nur männliche Experten zu Wort kommen. Der Software löse zwar keine strukturellen Probleme innerhalb der Redaktionen, aber manchmal reiche es schon, daran zu erinnern, Frauen zu zitieren, glaubt Simon Hurtz. Er schlägt vor, die Software auch anderen Medien zugänglich zu machen.
piqd.de

Facebook will sich von der PR-Agentur Definers lossagen.

Facebook-LogoFacebook hat laut "NYT" die Zusammenarbeit mit der PR-Firma Definers beendet. Ursprünglich habe Facebook die Agentur angeheuert, um negative Artikel über Rivalen wie Apple und Google zu verbreiten. Das Netzwerk habe die Zusammenarbeit im Oktober 2017 erweitert, als die Kritik am Umgang mit russischer Beeinflussung wuchsen. Definers habe Dutzende Artikel geschrieben und auf der konservativen Plattform NTK Network, einer Agentur-Tochter, veröffentlicht. Facebook bestreitet, diskreditierende Artikel in Auftrag gegeben zu haben. Dass die Agentur für Facebook arbeite, sei öffentlich bekannt gewesen.
nytimes.com, nytimes.com, turi2.de (Background)

turi2 edition #7: Philipp Prinzing im Unterwegs-Gespräch.


Profi im Anflug: Für Philipp Prinzing geht es mit den Luftfahrttiteln der Motor Presse hoch hinaus. Maria Gramsch führt mit ihm für die turi2 Edition7 ein Unterwegs-Gespräch über riskante Fotografie in der Luft und Erfüllung im Beruf. Der Geschäftsführende Redakteur für "Aerokurier" und den "Klassiker der Luftfahrt" fotografiert aus Flugzeugen mit ausgebauter Tür und muss bei Shootings im Zweifelsfall blitzschnell Ersatz für streikende, historische Maschinen finden.
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Der "Economist" reformiert seinen Ruf, um Leserinnen zu locken.

The Economist 150Economist arbeitet an mehr Diversität im Leser(innen)-Marketing. Nur ein Viertel der Abonnenten sind Frauen. 16 Redakteurinnen und Marketing-Mitarbeiterinnen verändern deshalb die Ansprache, schreibt Thomas Hahn: Der "Economist" will nicht mehr aus einer Machtposition von oben herab kommunizieren, sondern häufiger Fragen stellen und den Dialog suchen. An entscheidenden Stellen sitzen Frauen: Zanny Minton ist Chefredakteurin, Marina Haydn Marketingchefin. Der "Economist" gewann zuletzt in Print und Digital Kunden.
"Süddeutsche Zeitung", S. 23 (Paid)

Burda startet "My Life" mit Kampfansage in Vermarktung und Vertrieb.

Burda bringt seine Apotheken-Zeitschrift "My Life" zu Kampfkonditionen auf die Pillen-Verkauftheke: Apotheker erhalten im ersten Jahr 150 Hefte gratis. Später liegt der Preis etwa ein Fünftel unter der "Apotheken Umschau", schreibt Roland Pimpl – Mitglieder der Apotheker-Genossenschaft Noweda zahlen 99 Euro pro Monat, alle anderen 149 Euro. "My Life" erscheint ab April alle zwei Wochen mit 1 Mio Auflage, Apotheken-Kunden können sie gratis mitnehmen. Bezahlen müssen, wie bei der "Apotheken Umschau" vom Wort & Bild Verlag, die Apotheker.

Noweda und der Burda-Vermarkter BCN arbeiten eng verzahnt: So sollen "My Life"-Anzeigenkunden vorab im Noweda-Magazin für die Apotheken-Mitarbeiter Advertorials schalten, damit sie Kunden-Fragen beantworten können und frühzeitig genug Pillenpäckchen ordern. Die Pharmafirmen sollen die Apotheker auch per Fax-Bestellformular erreichen können und via App mit Schulungsvideos.
"Horizont" 46/2018, S. 10 (Paid)

Fox News unterstützt CNN in Fehde mit Trump.

CNN Logo (Foto_ dpa/picture alliance)CNN erhält im Rechtsstreit mit dem Weißen Haus ausgerechnet Unterstützung des Konkurrenten Fox News. Der Trump-freundliche Sender stellt sich gegen einen Ausschluss des CNN-Reporters Jim Acosta. Fox befürworte den freien Zugang der Medien zur Regierung und einen "offenen Austausch". Acosta und Trump sind bei einer Pressekonferenz öffentlich aneinander geraten.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die "New York Times" beschreibt das mangelhafte Krisen-Management bei Facebook.

Lese-Tipp: Die "New York Times" zeichnet detailreich nach, wie Facebook sich durch die politischen Krisen der vergangenen zwei Jahre manövriert hat. Mark Zuckerberg und Co-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg unterschätzen demnach lange die Tragweite – und informierten sich mangelhaft über Details. Die Autoren listen auch auf, mit welcher Kraft und welchen Seilschaften Facebook versucht hat, hinter den Kulissen die Wogen zu glätten. Eine lustige Randnotiz: Nachdem Apple-Chef Tim Cook Facebook kritisierte, verordnete Zuckerberg seinen Top-Leuten die Nutzung von Android-Handys.
nytimes.com, nytimes.com (Kurzfassung)

"FAZ": Reuters streicht deutsche Politik-Redaktion zusammen.


Rückzug auf Raten? Die Nachrichtenagentur Reuters streicht 10 von rund 80 Arbeitsplätzen in der deutschen Redaktion, berichten Klaus Max Smolka und Michael Ashelm in der "FAZ". Es trifft vor allem die politische Berichterstattung und weitestgehend Personal, das auf Deutsch berichtet. Schon ohne den Abbau arbeiten im kommenden Jahr nur 15 Politik-Redakteure für Reuters in Deutschland, meldet der Betriebsrat. Thomson Reuters teilt mit, die Dienste europaweit "effizienter" machen zu wollen und "mehr Exklusivgeschichten" anzustreben. Der deutsche Chefredakteur Olaf Zapke äußert sich nicht.

Schon in den vergangenen Jahren sei die deutsche Reuters-Redaktion geschrumpft, schreibt die "FAZ". In ihr arbeiten Journalisten, die auf Deutsch recherchieren und schreiben sowie Kollegen, die Nachrichten aus dem englischen Dienst ins Deutsche übertragen. Künftig sollen internationale Reporter und die Journalisten aus den Ländern enger zusammenarbeiten. Zudem sind Politik-Nachrichten nicht das Hauptgeschäft – Reuters verdient vor allem an Wirtschafts- und Finanzinformationen. Der Abbau in Deutschland macht den einst breit aufgestellten Markt der Nachrichtenagenturen ärmer: 2010 vereinten sich ddp und die deutsche AP zu dapd, die 2012 Insolvenz anmeldete und 2013 verschwand.
"FAZ", S. 18 (Paid)

"Playboy" zeigt freien Autoren wegen Interview-Fakes an.

Playboy will einen freien Autoren wegen des teils gefälschten Interviews mit Ennio Morricone anzeigen. Der Autor räumt inzwischen ein, dem Filmmusik-Komponisten abfällige Zitate über Quentin Tarantino in den Mund gelegt zu haben. Ob und wie die Burda-Zeitschrift das Interview aus der aktuellen Ausgabe korrigiert, ist unklar.
"Süddeutsche Zeitung", S. 23 (Paid), turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Deutsche Bahn startet eine Personal-Offensive.

Zahl des Tages: Abgefahrene 24.000 neue Mitarbeiter setzt die Deutsche Bahn in diesem Jahr aufs Gleis – 10.000 mehr als üblich. Zusätzliche Lokführer sollen Verspätungen bekämpfen, Bau-Fachleute die Infrastruktur aufpeppen und neue Servicekräfte in den Bordbistros die Schürze umbinden. Die Gesamtzahl der Mitarbeiter im Konzern wächst seit Jahren – aber ausgerechnet im florierenden Personen- und Güterverkehr fielen Stellen weg.
"Handelsblatt", S. 16-17 (Paid)

Breitbandausbau in Deutschland kostet knapp 650 Mio Euro mehr.

Breitbandausbau verteuert sich, liest das "Handelsblatt" im Haushaltsentwurf 2019. Der Bund muss 643 Mio Euro zusätzlich bereitstellen, um Rechnungen für bereits genehmigte Projekte zahlen zu können. Rund 160 Mio Euro davon entfallen auf das Upgrade, mit dem Kommunen gleich Glasfaserkabel bis in die Häuser legen lassen können. Der Rest wird für gestiegene Baukosten fällig. Experten glauben, dass auch das zusätzliche Budget nicht ausreichen wird.
handelsblatt.com