Schweizer "Weltwoche" arbeitet Relotius-Beiträge auf.

Weltwoche kommt mit der Aufarbeitung ihrer Relotius-Beiträge nur schleppend hinterher, schreibt die rechtskonservative Schweizer Wochenzeitung in ihrer aktuellen Ausgabe. Zwischen 2012 und 2016 hat die Weltwoche 25 Interviews, eine Reportage sowie zwei Nachrufe von Claas Relotius abgedruckt. Acht Interviewte hätten bestätigt, mit Relotius gesprochen zu haben, zwei davon haben auch den Inhalt als korrekt bestätig. Die Kontaktaufnahme mit Relotius selbst war bisher erfolglos.
weltwoche.ch via persoenlich.com

Niederländischer Journalist soll Quellen erfunden haben.

Niederlande haben nun ihren eigenen Fall Relotius: Ein freier Journalist soll in seinen Texten Quellen erfunden und Geschichten aus anderen Medien abgeschrieben haben, berichtet das Wochenmagazin De groene Amsterdammer. Betroffen seien niederländische und belgische Medien, allein beim Magazin Nieuwe Revu seien 27 Geschichten von ihm erschienen. Der Journalist bestreitet die Vorwürfe, konnte bisher aber auch keine Beweise für die Echtheit seiner Gesprächspartner vorlegen. Er arbeitet mittlerweile bei der Stadt Roermond.
aachener-nachrichten.de

Basta: Bei Mark bleibt heut' die Küche kalt…

Zuckerbergs zähe Ziege: Twitter-Chef Jack Dorsey erinnert sich im Rolling Stone an ein denkwürdiges Abendessen bei Facebook-Boss Mark Zuckerberg. Der kredenzte eine Ziege, die er - so die Legende - selbst getötet habe, mit einem Messer und einem Elektro-Schocker. Die Zuckerbergsche Zubereitung konnte aber nicht überzeugen: Die Ziege kam aus dem Ofen auf den Tisch - und war kalt.
mashable.com, businessinsider.de

Twitter-Deutschlandchefin Jolanta Baboulidis will "keine Reichweite um jeden Preis".


Qualität statt Quan-Tweet-ät: Twitter will den Ruf der Politiker- und Journalisten-Blase loswerden und Hass-Botschaften ersticken, bevor es zum Knall kommt. Im "Horizont"-Interview sagt Twitters neue Deutschlandchefin Jolanta Baboulidis: "Wir wollen keine Reichweite um jeden Preis, sondern die Qualität der Gespräche verbessern." Mit Machine-Learning-Tools setze Twitter darauf, problematische Accounts zu identifizieren und zu löschen, bevor andere Nutzer sie melden müssen. Für Werbekunden sieht Baboulidis Twitter als Ergänzung zu TV-Kampagnen, da viele Nutzer Twitter als Second-Screen verwenddetenen, wie etwa aktuell beim RTL-Dschungelcamp.

Twitter-Nutzern gehe es nicht um Selbstinszenierung wie bei Instagram, sonder darum, Neues zu entdecken, sagt Baboulidis, daher seien sie offen für Werbebotschaften. Der Eindruck, dass überhaupt nur Politiker und Journalisten das Netzwerk nutzen trüge und zeige "nicht das ganze Twitter-Universum", zu dem auch Meinungsmacher aus Beauty, Gaming oder Kunst gehörten.

Baboulidis agiert als Deutschland­chefin aus Dublin, will ins Deutschland­geschäft aber "wieder mehr Dynamik reinbringen" und avisiert neue Mitarbeiter, Kunden und Partnerschaften. Derzeit arbeiten für Twitter in Co-Working-Spaces in Hamburg und Berlin neun Mitarbeiter in Deutschland. Seine eigenen Büros in Hamburg und Berlin hatte Twitter 2018 still und leise geschlossen.
"Horizont" 4/2019, S. 14/15 (Paid)

Zahl des Tages: Brexit-Debatten beflügeln Zuschauerzahlen von BBC Parliament.

Zahl des Tages: Auf durchschnittlich 293.000 Zuschauer pro Tag kommt der Spartensender BBC Parliament in der zweiten Jahreswoche dank Brexit-Diskussionen. Doppelt so viele Zuschauer wie sonst schalteten das Phoenix der BBC ein, um Debatten zu sehen, die selbst den Nachrichten­sendern BBC News und Sky News zu speziell und langatmig waren.
theguardian.com

Zitat: Ex-DDB-Kreativchef Amir Kassaei vermisst echte Kreativität.

"Eine Kreativagentur zu sein, ist heute ja eher eine Beleidigung und Abwertung als ein Qualitätsprädikat."

Star-Werber Amir Kassaei, Ex-Kreativchef des Agentur-Netzwerks DDB, holt im "Horizont"-Interview zum Rundumschlag gegen die Branche im Allgemeinen und Kreativ-Awards im Speziellen aus.
"Horizont" 4/2019, S. 4/5 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview

- über die Werbe-Branche:

"Unsere Industrie hat einige der wichtigsten Entwicklungen der letzten zehn Jahre verschlafen, weil sie zu sehr mit sich selbst und profanen Dingen beschäftigt war. Kreativität, oder vielmehr das, was viele als Kreativität feiern, ist Commodity geworden. Dazu haben die Werber, aber auch die Medien und die Award Shows beigetragen, allen voran Cannes."

"Ich glaube, unsere Industrie hat einfach nicht mehr den Anspruch, aber leider auch nicht mehr die Bedeutung, die sie in der Vergangenheit mal hatte. Daraus resultiert ein gewisses Mittelmaß. Und Mittelmaß zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es nicht weiter auffällt."

- über Kreativ-Awards:

"Würden Sie Goldman Sachs glauben, dass die jetzt die Welt retten wollen, indem sie den Bereich Investment Banking umstrukturieren? Die Kreativwettbewerbe haben nicht das Ziel, Kreativität zu fördern. Mit ihrer Kurzsichtigkeit und Gier nach noch mehr Einreichungen und Geld haben sie Kreativität zu einer austauschbaren Ware gemacht. Wenn jede kleine Reklamebutze im tiefsten Sibirien einen Löwen gewinnt, kann man nicht mehr von einer Auszeichnung sprechen."

"Ich glaube immer noch, dass 80 bis 90 Prozent der Ideen, die bei Award Shows ausgezeichnet und bejubelt werden, keine echten Probleme lösen oder in irgendeiner Art und Weise Relevanz für die wirkliche Welt haben."


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TV-Tipp von TV Spielfilm: Ein echter Klassiker zum Ende der Hauptrunde: Sowohl beim Gewinn der Heim-Weltmeisterschaft 2007 als auch im EM-Finale konnte die deutsche Nationalmannschaft gegen die Iberer gewinnen. Das letzte Duell bei der EM vor einem Jahr verlor man allerdings.
"Handball-WM: Deutschland – Spanien", Das Erste, 20.15 Uhr
Unser Tipp: direkt ins laufende TV-Programm einschalten mit Smartphone, Tablet, PC oder TV: live.tvspielfilm.de

Microsoft warnt in seinem Edge-Browser vor Fake News.


Edgy: Microsoft fügt der mobilen Version seines Edge-Browsers eine Funktion hinzu, die Nutzer vor nicht-vertrauenswürdigen Nachrichtenseiten warnt. Besuchen sie eine solche Seite, erscheint ein Hinweis, dass das Angebot regelmäßig grundlegende Standards wie Genauigkeit und Verantwortung vermissen lasse. Der Hinweis erscheint unter anderem bei der Website von Russia Today, aber auch beim Online-Angebot der Daily Mail.

Für die optionale Funktion arbeitet Microsoft mit NewsGuard zusammen. NewsGuard wurde von den Journalisten Steven Brill und Gordon Crovitz gegründet und bewertet Nachrichtenseiten nach journalistischen Standards. Ihr Service bietet bereits mehrere Plugins für Browser an – darunter seit 2018 auch bereits eines für die Desktop-version von Edge.
theverge.com, theguardian.com

Adobe übernimmt die 3D-Firma Allegorithmic.

Adobe übernimmt das französische Unternehmen Allegorithmic, das sich auf Software zur Erstellung von 3D-Strukturen in der Postproduktion von Videos und Spielen spezialisiert hat. Einen Kaufpreis nennen die Beteiligten nicht. Die Allegorithmic-Software Substance, von den Unternehmen als Industriestandard bezeichnet, wird Teil der Creative Cloud von Adobe. Zu den Kunden von Allegorithmic zählen Electronic Arts, Ubisoft, BMW, Ikea und Louis Vuitton.
adobe-newsroom.de

Amazon will um verbotene "Pastewka"-Folge kämpfen.

Amazon legt gegen die Entscheidung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, eine Folge der Comedy-Serie Pastewka zu verbieten, Einspruch ein. Gleichzeitig kündigt der Konzern an, die beanstandete Folge zu überarbeiten. Die neu geschnittene Episode soll in Kürze und bis zu einer endgültigen Entscheidung online sein. Die BLM beanstandet in der Folge Schleichwerbung.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Zitat: Hans Leyendecker sieht Echokammern in den Qualitätsmedien.

"Auch in den Qualitätsmedien suchen Leser, Hörer, Zuschauer nach ihren Echokammern. Sie suchen nach der Bestätigung ihrer Meinung und manchmal auch ihrer Vorurteile."

Ex-"SZ"-Investigativchef Hans Leyendecker sagt im Interview mit dem "Journalist", Echokammern gebe es nicht nur in Sozialen Medien und glaubt, dass sie Fälle wie den von Claas Relotius begünstigen.
"Journalist" 1+2/2019, S. 64 (Paid), presseportal.de

Gruner + Jahr und BMG besingen Max Giesinger mit One-Shot-Magazin.

Gruner + Jahr bringt ein Personality-Magazin zum Sänger Max Giesinger an den Kiosk. Das Heft entstand "aus einer Kooperation" mit Plattenfirma und Bertelsmann-Konzernschwester BMG, ein Team aus der "Brigitte"-Redaktion verantwortet die Inhalte. Das Heft kostet 10 Euro und liegt am 14. Februar mit 75.000 Auflage an den Kiosken sowie bei Max-Giesinger-Konzerten.
presseportal.de

Zeitschriften verlieren laut aktueller Print-MA an Reichweite.

Zeitschriften verlieren in der aktuellen Print-MA an Reichweite. Alle ausgewiesenen Zeitschriften zusammen erreichen pro Ausgabe 60 Mio Leser und damit 1,2 Mio weniger als 2018, schreibt Jens Schröder. In den Top 50 können nur sieben Magazine zulegen. Größte Verlierer sind die "ADAC Motorwelt", "rtv", "TV Spielfilm" und der "stern". Zu den Gewinnern zählen "TV Movie", "auf einen Blick", "Hörzu", "Das neue Blatt" und "Sport Auto". Die Zahlen der Print-MA sind in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten, weil Beobachter die ausgewiesenen Werte als zu positiv ansehen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Google spendet 3,1 Mio Dollar an Wikimedia.

Google spendet 2 Mio Dollar an Wikimedia Endowment, den Fonds, der die langfristige Finanzierung der Wikipedia-Projekte sicherstellen soll. Weitere 1,1 Mio Dollar fließen an die Wikimedia-Stiftung, die Wikipedia betreibt. Schon in der Vergangenheit hatte Google Geld für Wikipedia bereitgestellt. Insgesamt erhielt die Online-Enzyklopädie von dem Konzern gut 7,5 Mio Dollar. Google und Wikimedia wollen zudem ihre Zusammenarbeit bei der Übersetzung der Wikipedia in weitere Sprachen intensivieren.
techcrunch.com

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Personalisierung als Motor fürs Digitalgeschäft: Was Verlage von Netflix & Co. lernen können
Mit journalistischen Inhalten lässt sich noch immer Geld verdienen. Das zeigen führende Medienhäuser, die den Fokus klar auf Paid-Content legen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor sind dabei personalisierte Inhalte.
blog.contiago.de

Bauer startet "Monsieur" als Männer-Magazinbeilage der "Madame".

Bauer bestellt den Acker für eine ertragreichere Luxusmagazin-Ernte: Am 6. März erscheint die erste "Monsieur", ein Mode- und Beauty-Heft für Männer, zunächst als Beilage der "Madame". Die Idee ist scheinbar, dass die Herren der Schöpfung durch Beilagen-Weitergabe ihrer Parnerin besser erreicht werden können als am Kiosk. "Madame"-Chefredakteurin Petra Winter verantwortet das Männermagazin, es soll zweimal im Jahr mit einem Umfang von 76 Seiten und 100.000 Auflage erscheinen.
wuv.de (Paid)

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Einsendeschluss 31. Januar: Der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ausgeschriebene Theodor-Wolff-Preis 2019 wird vergeben für Texte, die 2018 in einer deutschen Tages-, Wochen- oder Sonntagszeitung gedruckt oder digital erschienen sind. Autoren bewerben sich bis 31. Januar hier: www.bdzv.de/twp/

Hör-Tipp: Datenanalyst Alex Karp warnt vor Aufweichung des Datenschutzes.

Hör-Tipp: Springer-Chef Mathias Döpfner interviewt im Podcast inside.pod Alex Karp (Foto), Mitgründer und CEO des kalifornischen Daten­analysten Palantir Technologies. Auf dessen Kundenliste stehen fast alle Regierungen und Geheimdienste der westlichen Welt. Dennoch sieht Karp Daten­schutz als Wettbewerbs­vorteil und warnt Europa, den Daten­schutz aufzuweichen. Ziel sei , die beste Kombination von "maximal wirksamer Künstlicher Intelligenz und maximal wirksamen Datenschutz".
soundcloud.com (22-Min-Audio)

Russland baut sich verdeckt neue Propaganda-Medien auf.

Kreml-Medien: Russland finanziert zunehmend neue Medienprojekte, deren Verbindungen nach Moskau nicht so offensichtlich sind wie beim Newssender RT und der Video-Agentur Ruptly, schreibt Markus Wehner. Die Produktionsfirma Redfish erstellt Filme, die Linksalternativen gefallen, Maffick Media zielt auf Umweltschützer. Das Ziel aller Projekte: Neue Zielgruppen für russische Propaganda zu erschließen.
"FAZ", S. 3 (Paid)

Zahl des Tages: Games-Industrie überholt Kino-Umsätze.

Zahl des Tages: Verspielte 43,8 Mrd Dollar setzt die Videospiel-Branche 2018 weltweit um, ein Anstieg um 18 %, sagt die Entertainment Software Association. 35,8 Mrd Dollar flossen in Software und Games, mit Hardware und Zubehör nahm die Branche 7,5 Mrd Dollar ein. Zum Vergleich: Die Filmindustrie machte 2018 mit dem Verkauf von Eintrittskarten nur 41,7 Mrd Dollar Umsatz.
techcrunch.com