Google verpasst seiner Bilder-Suche ein Hautfarben-Update.


Bunt, aber unauffällig: Google hat ohne vorherige Ankündigung seine Algorithmen aktualisiert, um diversere Ergebnisse bei der Bilder-Suche anzuzeigen, schreibt Nico Grant bei "Bloomberg". Laut einer Sprecherin fördert Google jetzt "eine größere Vielfalt an Hauttönen, damit mehr Menschen relevante und hilfreiche Ergebnisse finden". Bei Suchanfragen wie "schöne Haut", "professionelle Frisur" oder "glückliche Familie" sollen nicht mehr wie bisher hauptsächlich weiße Menschen angezeigt werden. Google befinde sich dabei noch in der "Anfangsphase dieser Bemühungen".

Der Technologie-Gigant versucht den Vorwurf abzumildern, sein Algorithmus fördere rassistische Vorurteile. Im Jahr 2015 musste sich das Unternehmen entschuldigen, nachdem seine Foto-App Schwarze fälschlicherweise als Gorillas identifiziert hatte. Der Datenjournalist Nicolas Kayser-Bril hatte später gezeigt, wie Googles Vision Cloud ein modernes Fieberthermometer in einer dunkelhäutigen Hand als Waffe identifiziert, in einer hellhäutigen als Fernrohr. Und Ende 2020 entließ Google die Tech-EthikerinTimnit Gebru, die sich mit rassistischen Vorurteilen in KIs beschäftigt hatte.
bloomberg.com, adage.com

Der Fotograf Jonas Bendiksen warnt vor Bild-Fälschungen und liefert dafür selbst den Beweis.

Fehlender Fake-Radar: Der norwegische Fotograf Jonas Bendiksen prognostiziert, dass uns bald "riesige Mengen" manipulierter Fotos in den Medien begegnen werden. Er hat einen Bildband voller Fälschungen bei einem Fotojournalismus-Festival eingereicht – und niemand hat es bemerkt. "Digitale Quellenkunde" muss ein Schulfach werden, sagt er.
sueddeutsche.de (Paid)

Ippen prüft nachträgliche Veröffentlichung der “Bild”-Recherche.

Zugzwang: Die Ippen-Mediengruppe will die Recherche über den mittlerweile geschassten "Bild"-Chef Julian Reichelt eventuell doch noch veröffentlichen, sagt Ippen.Media-Gesamt-Chefredakteur Markus Knall der dpa: "Wir prüfen aktuell, welche Aspekte der Geschichte noch veröffentlichbar sind und wie die Quellenlage ist". Im "Spiegel" ist nur ein Teil der Recherche erschienen.
tagesspiegel.de, wuv.de, turi2.de (Background)

Meinung: Die Vorgänge um die “Bild”-Zeitung stärken die Richtigen, sagt Annette Leiterer.

Gute Seiten, schlechte Seiten: Der "Ausnahme­zustand" nach den Vorgängen um die "Bild" zeigt, dass sich die Macht in den Medien­häusern verschoben hat, sagt "Zapp"-Redaktionsleiterin Annette Leiterer in den "Tagesthemen". Nicht nur der unabhängige Journalismus gehe gestärkt aus der Sache, sondern auch "Frauen, die Macht­missbrauch aufzeigen".
twitter.com (90-Sek-Video)

Video-Tipp: Axel Springer kehrt von den Toten zurück und bleibt von den “Bild”-Problemen verschont.

Video-Tipp: Springer lässt für ein aufwendiges Image-Video den Verleger Axel Springer mit dem Schauspieler Herbert Knaup wieder auferstehen. "Auf der Suche nach der verlorenen Auflage" ist angesichts der aktuellen Umstände schlecht gealtert: Für die Diversitäts­beauftragte im Film sind "Männer-Domänen" ein Problem der Vergangenheit.
youtube.com (31-Min-Video) via twitter.com/LevinKubeth

Debatte: Münchner Lokal-Radio ist sauer auf die “Süddeutsche Zeitung”.

Zweit­verwertung: Das Münchner Lokalradio Lora beschwert sich über den reduzierten Lokal­teil der "Süddeutschen Zeitung". Die Stadtviertel-Seiten waren für die Radio-Ehren­amtlichen eine "Recherche­grundlage" und verlässliche Quelle, die seit dieser Woche wegfällt. Man hoffe, dass die "SZ" den Umbau "schnellstens rückgängig macht".
lora924.de, sueddeutsche.de

Hör-Tipp: Steven Gätjen verschafft Stars das Gefühl, sie gut zu kennen.

Hör-Tipp: Moderator Steven Gätjen verrät im Podcast Wunderbar Together seine Strategie für Interviews am roten Teppich. Gut vorbereitet mit dicken Star-Mappen sucht er einen "positiven Einstieg, der klar macht, dass ich die Person gut kenne, auch wenn sie mich nicht kennt". An US-Stars schätzt er deren Professionalität, Fragen freundlich zu beantworten, auch wenn sie schon tausend Mal gestellt wurden.
wunderbartogether.podigee.io (80-Min-Audio)

Willkommen im Club: Stefan Winterbauer.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Es ist egal, wer unter Stefan Winterbauer Verleger von "Meedia" ist - Winterbauer überlebt und überstrahlt sie alle: Egal, ob sie Dirk Manthey, Gabor Steingart oder Timo Busch heißen. Winterbauer saß schon im Gründungsteam, ist mittlerweile Chefredakteur und kommentiert seit einem Dutzend Jahren alles weg, was ihm vor die Flinte läuft - ein klarer Fall von Ehrenmitgliedschaft im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Winterbauer)

Springer relativiert Döpfners DDR-Vergleich.

Das Private ist politisch: Der Springer-Verlag relativiert den geleakten DDR-Vergleich von Chef Mathias Döpfner, den er in einer SMS an Autor Benjamin von Stuckrad-Barre geschrieben hat. In privaten Dialogen gebe es das Mittel der Ironie und bewussten Übertreibung, sagt der Verlag. Döpfner halte die DDR und die Bundesrepublik keineswegs für vergleichbar. In der Nachricht hatte Döpfner den später geschassten Julian Reichelt als letzten Journalisten bezeichnet, der noch "gegen den neuen DDR-Obrigkeitsstaat aufbegehrt".
spiegel.de

Hör-Tipp: Im Springer Journalisten-Club ist Platz für Eigenlob.

Hör-Tipp: Die Erwartungen sind hoch, wenn Springer-Frau Julia Sommerfeld ankündigt, im Podcast Journalisten-Club "die spannendsten, aufregendsten und skurrilsten Geschichten der Axel-Springer-Medien" zu erzählen. Gern hätte man gewusst, was in Krisenregionen wie dem Intimbereich von Julian Reichelt und dem Hirn von Mathias Döpfner vor sich geht - doch der PR-Podcast von Springer erzählt in seiner fünften Folge nur die Recherchen von Jungjournalist Ibrahim Naber zur Berliner Hausbesetzerszene nach. Echte Springer-Intera wären spannender.
axelspringer.com/de/journalisten-club (35-Min-Audio)

Zitat: “Bild” war stets der Rabauke unter den Medientiteln, findet Joachim Huber.

"Ob die Chefredakteure Peter Boenisch, Kai Diekmann oder Julian Reichelt hießen, 'Bild' ist stets der Rabauke unter den Medientiteln gewesen. Die Boulevard-DNA treibt an, mal sehen und lesen, was Johannes Boie antreibt."

Medienjournalist Joachim Huber findet, dass Johannes Boie längst wie ein Springer-Mann handelt, ob aus seiner Haltung auch ein "Bild"-Charakter erwachse, werde sich weisen.
tagesspiegel.de

Lese-Tipp: Auch deutsche Firmen lockern Urlaubsregeln.

Lese-Tipp: Netflix, bekannt dafür, Beschäftigten so viel Urlaub zu geben, wie sie wollen, findet auch in Deutschland Nachahmer, schreibt Hannah Scherkamp. Was in den USA dazu führt, dass Mitarbeitende mehr arbeiten und im Schnitt nur zehn Tage Urlaub pro Jahr nehmen, bewährt sich hierzulande u.a. bei Trivago. Die 1.000 Beschäftigten nehmen beim Reise-Unternehmen im Schnitt 30 Tage Urlaub pro Jahr.
zeit.de

“Das Neue Blatt”: Chefredakteurin Petra Hansen-Blank geht in den Ruhestand – Eike Lange übernimmt.

Regenbogen-Umbau: Chefredakteurin Petra Hansen-Blank, seit 14 Jahren an der Spitze des Bauer-Yellows "Das Neue Blatt", geht in den Ruhestand. Für Hansen-Blank übernimmt Eike Lange zusätzlich zur Chefredaktion der "Neuen Post" und zu Bauers monatlichen Yellow-Titeln. Parallel legt der Verlag die bisher getrennten Redaktionen von "Neuer Post" und "Neuem Blatt" zusammen, "um in Zukunft noch stärker voneinander zu lernen und die Qualität durch eine enge Zusammenarbeit zu steigern". Von der Zusammenlegung sind bei beiden Titeln 25 Mitarbeitende betroffen, teilt Bauer mit. Es geht weder um Einsparungen, noch seien zum jetzigen Zeitpunkt welche geplant. "Das neue Blatt" verkauft über 280.000 Hefte pro Woche, die "Neue Post" über 400.000.
turi2 – eigene Infos, bauermedia.de

Basta: Correctiv entlarvt angebliches Cicero-Zitat als Fake.

Wer hat's erfunden? In sozialen Medien kursiert derzeit ein angebliches Zitat des antiken Philosophen und Konsuls Cicero, wonach Politikerinnen auf Kosten aller Menschen leben würden. Obwohl der Römer bereits 46 vor Christus starb, findet Correctiv beim Fakten-Check Erwähnungen im Netz nicht vor 2012. Der Satz mag zwar nicht von Cicero stammen, 2012 ist aber immerhin fast schon Online-Antike.
correctiv.org

“Manager Magazin”: KKR könnte sich bei Springer “in einigen Jahren” zurückziehen.

Springer: Investor KKR könnte "in einigen Jahren" beim Berliner Medienkonzern wieder aussteigen, schreibt das "Manager Magazin" unter Berufung auf Finanzkreise. Im Interview dementiert Europa-Co-Chef Philipp Freise diesen Plan nicht. "Welche der vielen Möglichkeiten die passende ist, müssen wir zu gegebener Zeit evaluieren", sagt er auf die Frage, ob er eine teilweise Rückkehr an die Börse für möglich hält. Springer bezeichnet er als "ein Juwel", Chef Mathias Döpfner als "großartigen Visionär". Das Gespräch wurde vor der Entlassung von Julian Reichelt geführt.
manager-magazin.de (Paid)

Disney: “Indiana Jones 5” und zahlreiche Marvel-Filme kommen später ins Kino.

Disney Logo 150Disney verschiebt den Kino-Start zahlreicher Filme, teilt der Konzern mit. Betroffen sind demnach mehrere Marvel-Produktionen und "Indiana Jones 5", der erst im Juni 2023 ins Kino kommen soll. Hauptdarsteller Harrison Ford ist dann 80 Jahre alt. Grund für die Verschiebungen sind Verzögerungen in den Produktionen. Ford etwa hatte sich beim Dreh verletzt und musste länger pausieren.
spiegel.de

ZDF Enterprises steigt bei Real Film ein.

ZDF Enterprises, Einkaufs-Tochter des ZDF, beteiligt sich an der Studio-Hamburg-Tochter Real Film. Die Produktionsfirma steht hinter der gefeierten Netflix-Serie "Unorthodox", produziert aber auch klassische TV-Formate wie "Tatort" und "Polizeiruf" und entwickelt weitere Serien für Sky, und die ARD. ZDF Enterprises übernimmt 49 % – Studio Hamburg und die ZDF-Tochter wollen ab 2022 im fiktionalen Bereich stärker zusammenarbeiten.
dwdl.de

Buchmesse: Jasmina Kuhnke sagt Teilnahme ab – wegen Nähe zu rechtsextremem Verlag.

Richtungs-Entscheidung: Autorin Jasmina Kuhnke, bei Twitter bekannt als Quattromilf, sagt ihre Teilnahme bei der Buchmesse in Frankfurt ab. Sie sollte als Überraschungsgast der ARD ihr Buch "Schwarzes Herz" vorstellen. Bei Twitter teilt sie mit, dass sie wegen der räumlichen Nähe der Bühne zu einem rechtsextremen Verlag absagt. Anders als die Veranstalter der Buchmesse sieht sie die Präsenz des Verlags nicht als Teil der Meinungsfreiheit. Es sei für sie "absehbar", dass neben dem Verlag und dessen Autorinnen auch "weitere Rechtsextreme die Messe besuchen werden, was die Gefahr für mich persönlich unübersehbar gegenwärtig macht".
twitter.com

Georg Koflers Social Chain kauft das Unternehmen von Ralf Dümmel.


Raubtier-Fütterung: Die Social Chain von Investor Georg Kofler kauft die DS Gruppe von Ralf Dümmel. Beide Unternehmer sind Vox-Löwen und haben im Rahmen der Show gerade gemeinsam investiert. Die Übernahme der DS Gruppe hat nach Unternehmens-Angaben einen Wert von 220,5 Mio Euro – 100 Mio sollen in bar fließen, der Rest in Form von Aktien der Social Chain. Dümmel übernimmt in dem Zuge den Posten des Chief Product Officer bei Social Chain. Seine DS Gruppe beliefert Handels-Unternehmen von Aldi bis zu Teleshopping-Kanälen mit Konsumgütern für Küche, Garten, Haushalt, aber auch Lebensmitteln. Koflers Social Chain ist auf ähnlichen Gebieten aktiv, verkauft nach eigenen Angaben aber "direct to Customer".

Bei "Bild"-TV verkündet das Duo große Wachstums-Pläne: In den kommenden zwei Jahren soll Social Chain beim Umsatz die Mrd-Grenze überschreiten. Das Unternehmen setze auf Eigenmarken und eigene Produkt-Erfindungen. Beim Vertrieb helfen sollen eigene Online-Communitys. Wie und ob es mit den beiden als Vox-Löwen weitergeht, sei unklar. Die Verhandlungen beginnen im November. Bei der Anbahnung des Geschäfts habe die Vox-Show allerdings geholfen: In einer Drehpause seien Dümmel und Kofler ins Gespräch gekommen.
wiwo.de, omr.com, bild.de (7-Min-Video)

Uefa schreibt Vermarktungsrechte ab 2024/25 aus.

Uefa sucht ab der Saison 2024/25 erstmals seit drei Jahrzehnten einen neuen Vermarktungspartner, berichtet die "FAZ". Die Frist für die Abgabe von Angeboten ist mit nur vier Wochen relativ kurz, manche vermuten daher ein abgekartetes Spiel. Bisher liegen die Vermarktungs­rechte bei der Schweizer Agentur Team, Teil des Medienkonzern Highlight Communications, zu dem auch Sport1 und Constantin Film gehören.
faz.net (Paid)

Debatte: Reichelt-Rauswurf ist Springers “strategische Notbremse”.

Causa Reichelt lässt bei Springer "viele Erleichterte und viele Beschädigte zurück", schreibt Hans-Jürgen Jakobs. Der Rauswurf von "Bild"-Chef Julian Reichelt sei eine "strategische Notbremse", um "Reputationsschäden" bei Springers US-Geschäft zu vermeiden. Jakobs sieht auch Springer-Boss Mathias Döpfner beschädigt, der bis zuletzt fest zu Reichelt stand.
handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Bill Gates soll Microsoft-Mitarbeiterin unangemessene E-Mails geschrieben haben.

Microsoft: Gründer Bill Gates ist im Jahr 2008 von Führungskräften aufgefordert worden, unangemessene E-Mails an eine Angestellte zu unterlassen. Der Konzern bestätigt einen entsprechenden Bericht des "Wall Street Journal". Gates hatte die Frau demnach zu einem privaten Treffen aufgefordert. Das Büro des Microsoft-Gründers hatte den "WSJ"-Bericht zuvor bestritten.
wsj.com (Paid), spiegel.de

Wir graturilieren: Michael Gentsch wird 45.


Wir graturilieren: Michael Gentsch, Abteilungsleiter Marketing beim MDR, wird 45 – und eifert auch an seinem Geburtstag seinem Vorbild Jan Frodeno, Weltrekord-Halter im Triathlon, nach. Genau wie "Frodissimo" will auch Gentsch im neuen Lebensjahr einen Ironman schaffen, im Sommer 2022 wird es soweit sein. Seinen Ehrentag nutzt Gentsch deshalb auch zum Trainieren. Mit der Familie füllt er dann in einem vegetarischen Restaurant seine Speicher auf. Besonders beeindruckt hat Gentsch im vergangenen Jahr die Leistung von Frodeno: "Wie er die Corona-Situation als Chance genutzt hat, mit dem Tri Battle oder tri@home seine Personenmarke zu profilieren, die Sportart neu zu definieren und nebenbei auch noch gemeinnützige Zwecke zu unterstützen, war ein Marketing-Lehrstück." Über Glückwünsche freut Gentsch sich am meisten über Linked-in, hier sei "die Grenze zwischen privat und beruflich nicht so scharf".

Zitat: Micky Beisenherz vermutet im Reichelt-Rausschmiss ein Ablenkungsmanöver.

"Also, wenn ich als CEO eines großen Medienhauses ironiefrei die letzte Bundesregierung mit der DDR verglichen hätte, dann würde ich zur Ablenkung auch erstmal meinen Chefredakteur entlassen, weil mir jetzt plötzlich aufgefallen ist, dass sein Verhalten ja so gar nicht geht."

Gag-Autor und Podcaster Micky Beisenherz spielt bei Twitter auf die von der "NYT" geleakte Chat-Nachricht von Springer-Vorstand Mathias Döpfner an Benjamin von Stuckrad-Barre an. Döpfner schreibt darin von einem "DDR-Obrigkeitsstaat".
twitter.com

Hör-Tipp: Janina Lin Otto über ihr Groß-Projekt “Life Hamburg”.

Hör-Tipp: Janina Lin Otto, Frau des Otto-Erben Benjamin Otto, erzählt im Podcast "On the Way to New Work" u.a. von ihrem neusten Groß-Projekt Life Hamburg. Seit 2019 entwickelt sie zusammen mit ihrem Mann einen "Ort des lebenslangen Lernens, Arbeitens und eine Anlaufstelle für Wohlbefinden". Achtsame Menschen könnten "ein glückliches Leben führen, das im Einklang mit der Umwelt und allen Lebewesen auf der Erde steht".
newwork.podigee.io (47-Min-Audio)

Termin des Tages: Screenforce Academy führt hinter die Kulissen aller Screens.

termine2-logoTermin des Tages: Heute startet die dreitägige, kostenlose Screenforce Academy mit Blicken hinter die Kulissen der Bewegtbild-Branche. Ab 9.45 Uhr erklärt Pinar Atalay "Wie TV-Journalismus funktioniert", kurz vor Mittag spricht der Werbe-Stratege Jan Pechmann über "Marketing – zwischen Macht und macht nichts".
Die wichtigsten Termine der Branche: turi2.de/termine

Lese-Tipp: Was die Deutschen trotz hoher Kosten im Silicon Valley hält.

Lese-Tipp: Das Silicon Valley macht zurzeit wieder eine "Sinnkrise" durch, beobachtet "Wiwo"-Autor Matthias Hohensee. Namhafte Unternehmen ziehen weg, u.a. wegen hohen Lebenshaltungskosten, die es schwer machen würden, neue Talente zu gewinnen. Hohensee befragt fünf Deutsche, warum sie trotzdem dort wohnen bleiben. Die Befragten schätzen u.a. die Aufgeschlossenheit für Neues und die guten Chancen für Gründer ohne Connections.
wiwo.de

Basta: Armin Wolf betritt Neuland.

Wolf of Social Media: Das ORF-Nachrichten-Magazin ZIB 2 ist ab sofort auch bei der Kurzvideo-Plattform TikTok zu finden. "Falls Sie nicht wissen, was das ist, sind Sie wahrscheinlich über 25 Jahre alt", lässt Anchor Armin Wolf die TV-Boomer in seiner Abmoderation wissen – und geht dann über zu einem Tik-Tok-typischen Tanz. Bei der "Tagesschau" nennt man sowas wohl cringe.
twitter.com


Initiative will sich im WDR-Rundfunkrat für Nemi El-Hassan einsetzen.

Causa Nemi El-Hassan: Die Deutsche Initiative für den Nahen Osten plädiert im WDR-Rundfunkrat dafür, dass El-Hassan doch noch Moderatorin von "Quarks" wird. Die Unterstützung eines Aufrufs von Jewish voice for Peace könne man "per definitionem" nicht als antisemitisch bewerten, da die Organisation eine jüdische sei. Ihr Like bei einem Instagram-Beitrag über die Flucht von palästinensischen Häftlingen sei "eher" ein Ausdruck von "Häme" gewesen, da sich das israelische "Gefängnis-System" blamiert habe.
faz.net (Paid), tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

“Spiegel” veröffentlicht BuzzFeed-Recherche zu Julian Reichelt.

Spiegel-Bild: Der "Spiegel" tut sich mit den Rechercheurinnen von Ippen Investigativ zusammen und veröffentlicht Teile der Recherche zur Causa Reichelt, die Verleger Dirk Ippen in den eigenen Medien unterbunden hat. Die Recherche beschreibt, wie der geschasste "Bild"-Chefredakteur sich jungen Frauen genähert hat und dass Beziehungen von Reichelt zu ihm unterstellten Frauen bis ins Jahr 2014 zurückreichen. Reichelt sei "Förderer und Verführer zugleich" gewesen, schreiben die Autorinnen. Teilweise habe Reichelt besagte Frauen in Positionen gehievt, für die sie "teils auch nach ihrem eigenen Ermessen nicht geeignet waren". Der Bericht schildert den Fall einer Frau, die unter der Situation gelitten habe – ehemalige "Bild"-Leute hätten demnach "über Monate beobachtet, wie schlecht es der Frau ging, wie sie immer häufiger krank wurde". In einem Fall habe sie Sex mit Reichelt gehabt, "weil er in Nachrichten darauf gedrungen habe, sie ihn nicht habe verärgern wollen und sich beruflich von ihm abhängig fühlte". Reichelt habe die Frau zudem dazu aufgefordert, Nachrichtenverläufe zu löschen.

Der Artikel wirft auch einen Blick in eine von Sexismus geprägte Redaktionskultur der "Bild": So würden Frauen "sowohl in der Berichterstattung, aber auch intern" vor allem nach ihrer "Fuckability beurteilt". Zudem hegen die Autorinnen Zweifel daran, ob Springer im Frühjahr "überhaupt an einer ernsthaften Aufklärung des Falls interessiert" war. Mehrere Frauen würden den Ermittlungen "grundsätzlich misstrauen". So soll eine Betroffene von einem Vertrauten Reichelts die Anweisung bekommen haben, "besser nichts" zu sagen, "wenn sich eine Anwältin bei ihr melde". Davon sollen sowohl die Compliance-Abteilung als auch der Vorstand Wind bekommen haben. Reichelts Anwalt habe manche Vorwürfe "schlicht zur Normalität" erklärt. In einem "Spiegel" vorliegenden Schriftsatz heißt es: "Ein Arbeits- und Berufsalltag ohne die Vermischung von Beruflichem und Privatem ist kaum vorstellbar."
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background Reichelt), turi2.de (Background Ippen)

Paul Ronzheimer verabschiedet sich bei Bild Live von Reichelt, Bild.de gibt sich wortkarg.

Abschiedsgrüße: "Bild"-Vize Paul Ronzheimer verabschiedet sich bei Bild Live sichtlich angefasst von seinem langjährigen Weggefährten Julian Reichelt. Es sei für ihn ein "besonderer, schwerer Abend". Reichelt habe durch seine "journalistischen Glanzleistungen, seine Ideen und seine absolute Power" viele Menschen bei "Bild" geprägt. Auf Bild.de erfahren Leserinnen derweil so gut wie keine Hintergründe zum Reichelt-Abgang. Unter der Überschrift "Wechsel in der 'Bild'-Chefredaktion" heißt es, Springer habe Reichelt "als Folge von Presserecherchen von seinen Aufgaben" entbunden.
twitter.com, bild.de, turi2.de (Background)


Debatte: Deutsche Medien haben eine generelle Angst, sich mit Springer anzulegen.

"Bild"-Bange: Deutsche Medien tun sich schwer damit, über "Bild"-Interna zu berichten, schreiben Michael Hanfeld (Foto) und Axel Weidemann in der "FAZ". Das liege nicht nur an der "regen Rechtsabteilung" von Springer. Es gebe offenbar auch "eine generelle Angst, sich mit dem Berliner Medienhaus anzulegen". Selbst der "Spiegel" hatte bei einer Reichelt-Recherche eine Anmerkung anfügen müssen.
faz.net, turi2.de (Background)

VDL fordert von der neuen Bundesregierung u.a. eine Vertriebsförderung.

Verband Deutscher Lokalzeitungen hat SPD, FDP und den Grünen seine zentralen Forderungen zu den Koalitionsverhandlungen übermittelt. Der Verband fordert u.a. eine Vertriebsförderung und ein Presseauskunftsrecht auf Bundesebene. Journalistische Produkte sollen künftig von der Umsatzsteuer befreit sein. Außerdem solle die Minijob-Grenze von zurzeit 450 auf zunächst 600 Euro steigen.
presseportal.de

Gestoppter “Bild”-Bericht: “FR” solidarisiert sich mit Ippen Investigativ.

Solidaritäts-Schreiben: Die Redaktion der "Frankfurter Rundschau", Teil der Ippen-Gruppe, stellt sich in einer Stellungnahme hinter das hauseigene Investigativ-Team. Man hätte den durch Altverleger Dirk Ippen gestoppten "Bild"-Text "gern gedruckt und würde dies auch weiter tun". Die Entscheidung verletze den Grundsatz der Trennung von Redaktion und Verlag: "Wir fordern unseren Verleger auf, die redaktionelle Unabhängigkeit nicht anzutasten."
fr.de via meedia.de, turi2.de (Background)

England muss wegen Wembley-Randalen 100.000 Euro Strafe zahlen.

Rote Karte: Die Uefa sanktioniert den englischen Fußball-Verband FA wegen den Tumulten vor dem EM-Finale im Wembley-Stadion mit einer Geldstrafe von 100.000 Euro. Zudem müssen zwei Spiele als Geisterspiele stattfinden, das zweite ist auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Fans hatten vor dem Endspiel am 11. Juli Absperrungen überwunden, es kam zu Prügeleien in den Gängen des Stadions.
kicker.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Willkomen im Club: Johannes Boie.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: "Welt"-Herrscher und "Bild"-Boss ist Johannes Boie, obwohl er dreinschaut wie ein Konfirmant an seinem Ehrentag. Boie gehört damit definitiv zu den mächtigsten Journalisten des Landes und in den turi2-Club der wichtigsten Meinungsmacherinnen. Die "Welt am Sonntag" führt Boie als Chefredakteur bereits seit 2019, die "Bild" hat der 37-jährige Ex-Assistent von Springer-Chef Mathias Döpfner jetzt von Julian Reichelt übernommen.
turi2.de/koepfe (Profil Boie)