Zitat: Claudia Roth wäre gern “lauter und deutlicher” vor der Documenta-Eröffnung gewesen.

"Mir ist bewusst, dass es nicht reicht, wenn ich sage: Ich konnte nicht mehr tun. Auch wenn es objektiv stimmt."

Kultur­staats­ministerin Claudia Roth reflektiert im "stern"-Interview ihr persönliche Linie zum Anti­semitismus-Skandal bei der Documenta. Roth glaubt, dass sie "im Vorfeld der Eröffnung lauter und deutlicher hätte sein sollen, sein müssen".
presseportal.de

turi2.de/termine: Instagram als Video-Plattform.

Termine: Hybrid Eins bietet ab 13 Uhr ein Webinar über Instagram als Video-Plattform. Der Co-Gründer und Geschäftsführer von Hybrid Eins, Christian Jakubetz, erklärt u.a., warum eine professionelle Video-Produktion immer wichtiger wird. Das Event ist online und kostenlos.
Die wichtigsten Termine der Branche – bequem sortierbar nach deinen Interessen: turi2.de/termine

Lese-Tipp: Social-Media-App BeReal verknappt Nutzung auf zwei Minute am Tag.

Lese-Tipp: Die App BeReal hat es in kürzester Zeit an die Spitze der App-Charts geschafft. OMR-Redakteur Torben Lux erklärt den Hype um die App, die es nur einmal am Tag erlaubt, für zwei Minuten etwas zu posten. Dabei sind Front- und Rückkamera gleich­zeitig aktiv. Überrascht vom Aufruf, ein Foto zu machen, teilten die Nutzerinnen oft unerwartete oder verrückte Momente. Das auffällige Foto-in-Foto-Layout mache die Bilder auch auf Plattformen wieder­erkennbar. Was der App bisher fehlt, ist ein Geschäfts­modell.
omr.com

Telekom-Spot erweitert den Familien-Begriff.

Deutsche Telekom definiert den Begriff "Familie" neu. Im zweiten Animations­spot für die neuen Magenta-Mobil-Tarife gerät ein Pärchen in Streit darüber, mit wem der Comic-Mann seinen Mobilfunkvertrag alles teilt. Die Botschaft des Clips der Agentur Adam & Eve London: Familie kann viel mehr sein, als nur nahe Verwandte.
youtube.com (30-Sek-Video) via horizont.net (Paid)

Olaf Scholz fordert vom DFB erneut Angleichung der Bezahlung von Fußball-Frauen und -Männern.

Equal Pay: Bundeskanzler Olaf Scholz bekräftigt beim Besuch des DFB-Campus in Frankfurt seine Forderung nach gleicher Bezahlung für die Frauen- und Männer-National­mannschaft. DFB-Präsident Bernd Neuendorf kündigt Diskussions­bereitschaft an, verweist jedoch auf die deutlich höheren Einnahmen der Männer-Teams.
sportschau.de (mit 3-Min-Video), rnd.de (mit 2-Min-Video)

Zitat: Tech-Anwalt Boris Feldman findet DSGVO “sinnlos”.

"Die Datenschutz-Grundverordnung der EU wurde als Armageddon gesehen. Und letztendlich ist ihr bedeutendster Effekt, dass ich länger brauche, um auf Internetseiten zu kommen. Ich muss mich durch einen Haufen Kram klicken, den ich nicht lese und den Sie nicht lesen."

Tech- und Medien­rechts­anwalt Boris Feldman nennt die DSGVO im "FAZ"-Interview eine "sinnlose Sache" und fürchtet, dass zu viele Vorschriften bei kleineren Unternehmen Innovationen ersticken.
zeitung.faz.net (Paid)

Zitat: Verdi-Mann Manfred Kloiber hält Causa Schlesinger für “eine Katastrophe”.

"Alles, wofür die festen und freien Mitarbeitenden im öffentlich-rechtlichen Rundfunk engagiert arbeiten – nämlich für ein gutes Programm und glaubwürdigen Journalismus – wird mit einem Schlag in Frage gestellt."

Manfred Kloiber, Bundes­vorsitzender der Fach­gruppe Medien bei Verdi, nennt die Vorgänge um Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger "eine Katastrophe". Dadurch werde der öffentlich-rechtliche Rundfunk "von außen und von innen demontiert".
mmm.verdi.de

Bundesstiftung Aufarbeitung stört sich an NVA-Feldsuppe.

Romantisierte Ostalgie? Die Bundesstiftung Aufarbeitung kritisiert Rewe für den Verkauf von NVA-Feld­suppe in ost­deutschen Super­märkten. Die Stiftung sieht darin eine "Verharm­losung des DDR-Unrechts". Rewe argumentiert mit der Nachfrage der Kundinnen und verweist an den Hersteller. Der dürfte sich über die Gratis-PR freuen – und meldet Ausverkauf.
tagesschau.de, spiegel.de

Basta: Harald Schmidt trifft vermeintliche Verwandten, von denen er nie wusste.

Verwandte aus dem Jenseits: Entertainment-Dino Harald Schmidt wundert sich bei einem Auftritt im bayerisch-schwäbischen Vöhringen, wie viele Gäste sich als Verwandte oder Bekannte von Verwandten von ihm ausgeben. Womöglich habe seine Verwandschaft "ein Fort­pflanzungs­leben, von dem ich nichts weiß". Sogar seine vermeintliche Oma habe ihn gegrüßt – die er vor 15 Jahren zu Grabe getragen hat.
faz.net (Paid)

Debatte: Rundfunkräte können wirksame Kontrolle gar nicht leisten, urteilt Thomas Lückerath.

Den Rat neu erfinden: Die Rundfunk­räte von ARD und ZDF sind nur "ulkige Vereine mit wichtig wirkendem Brimborium" und für eine wirksame Kontrolle "völlig falsch aufgestellt", urteilt DWDL-Chef Thomas Lückerath. Die ehren­amtlichen "Hobby-Gremien" könnten gar nicht leisten, "was manche fälsch­licher­weise von ihnen erwarten". Statt­dessen brauche es für wirt­schaftliche Aspekte "eine kompetente externe Kontrolle" und für die Auswahl neuer Führungs­kräfte ein internes Gremium, damit Führungs­personalien nicht zum "Spielball externer Interessen­gruppen" werden.
dwdl.de

Online-Frauen-Plattform Edition F meldet Insolvenz an.


Edition Finanzlücke: Edition F meldet knapp neun Jahre nach der Gründung vorläufige Insolvenz an, teilt das Medium am Dienstag in eigener Sache mit. Wie es mit der Online-Plattform für Frauen-Themen abseits der vermeintlich "weiblichen Klassiker" weitergeht sei fraglich. Vorerst will das Team weiter Content produzieren, der für Anfang September geplante Female Future Force Day wird dagegen abgesagt. "Immens gestiegenen Kosten" für Events sowie kleinere Budgets von lang­jährigen und neuen Partnerinnen "lassen uns nach zwei erschöpfenden Jahren und einer neuen wirtschaftlich angespannten Lage keine Wahl", schreibt Geschäfts­führerin Lana Wittig. Das Team sei "unendlich traurig", zugleich aber "dankbar für das, was wir zusammen geschaffen haben". Wegen des laufenden Insolvenz-Verfahrens könne Edition F Ticket-Käuferinnen derzeit keine Rücker­stattung gewähren, will aber eine "Lösung" finden, "die den Schaden für alle möglichst gering hält".

Nora-Vanessa Wohlert, die Edition F 2014 zusammen mit Susann Hoffmann gegründet hat, schreibt: "Eine Insolvenz wirkt heute noch immer wie eine Niederlage. Dabei sollten wir den Erfolg nicht am Schlusspunkt messen, sondern uns bewusst machen, welchen positiven Impact, welche Lernerfahrung, welche Kraft ein Unternehmen und ein Team auf dem Weg bis zu diesem Tag entfalten konnten." 2021 hatten sich Wohlert und Hoffmann aus dem operativen Geschäfts zurück­gezogen und begleiten das Proekt nur noch als Gesellschafterinnen von außen. Seitdem leitet Lana Wittig das Team gemeinsam mit Marketing-Chefin Franziska Gärtner.
editionf.com, turi2.de (Background)

BMW: Zulieferer zeigt Konzern-Chef Oliver Zipse und sieben weitere Mitarbeiter an.

Motorstörung: Der Autozulieferer Topalsson hat laut "Business Insider" BMW-Chef Oliver Zipse und sieben weitere Mitarbeiter wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung und Verletzung von Geschäftsgeheimnissen angezeigt. BMW und das Tochterunternehmen Rolls Royce sollen eine Topalsson-Software nach einseitiger Vertragskündigung weiterverwendet und -entwickelt haben. Ein Rechtsstreit über die Auflösung des Vertrags ist in England anhängig. BMW hält die Software-Vorwürfe für "unbegründet" und betont, nichts von einer Anzeige zu wissen.
businessinsider.de (Paid)

RBB stellt Verena Formen-Mohr frei, Leiterin der Hauptintendanz, Wolf-Dieter Wolf legt Amt als Messe-Aufsichtratschef nieder.

RBBröselt: Der RBB stellt aufgrund der Affäre um Patricia Schlesinger auch Verena Formen-Mohr frei, Leiterin der Hauptintendanz, berichtet der "Spiegel". Formen-Mohr gilt als enge Vertraute Schlesingers, sie war u.a. für die Unternehmensplanung zuständig und arbeitete als Geschäftsführerin in der RBB-Tochter rbb Media. Der Sender hat ihre Freistellung bestätigt.

Wolf-Dieter Wolf, der Vorsitzende des Verwaltungsrats des RBB, legt unterdessen sein Amt als Aufsichtsratschef der Messe Berlin nieder, meldet das "Handelsblatt". Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Wirtschaft teilt mit, Wolf wolle "möglichen Schaden zu Lasten der Messe Berlin vermeiden und die laufenden Untersuchungen nicht belasten". Wolfs Amt als Verwaltungsratsvorsitzender ruht während der Aufklärung der Vorwürfe.
spiegel.de (Formen-Mohr), handelsblatt.com (Wolf), turi2.de (Background)

Warner Bros. Discovery: Hannes Heyelmann stellt Management-Team vor, Tele-5-Chef Alberto Horta geht.


Entdecken Neues: Warner Bros. Discovery gibt sich unter General Manager Hannes Heyelmann (Foto) ein neues Management-Team für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Matthias Heinze verantwortet den Bereich Distribution & Partnerships, Marion Rathmann das Programm für alle frei empfangbaren Sender, Bezahlkanäle und Streaming-Angebote. Um lokale Kinoproduktionen kümmert sich künftig Magdalena Prosteder, den Bereich Kommunikation & Events bekommt Daniela Allgayer-Koreimann. Ad Sales und Media Planning liegen in der Hand von Markus Spangler, das Marketing übernimmt Susanne Reiter in Zusammenarbeit mit EMEA Streaming Marketing. Steffen Schier wird Verantwortlicher für Theatrical Distribution.

Für den Tele-5-Chef und stellvertretenden Geschäftsführer von Discovery Communications Deutschland, Alberto Horta, endet seine Zeit beim TV-Unternehmen "in freundschaftlichem Einvernehmen". Horta will sich nach 15 Jahren in der Discovery-Welt "beruflich neu orientieren". Wohin es ihn zieht, ist noch nicht bekannt.
presse.wbd-deutschland.de (Neues Team), presse.wbd-deutschland.de (Horta)

Foto: Warner Bros. Discovery/Norman Pretschner

Debatte: Mit Frauen in Führungspositionen wird nicht automatisch alles besser.

No Wonder Women: Die Causa Patricia Schlesinger zeige, dass mit Frauen in Führungspositionen "die Welt nicht besser" werde, schreibt Uwe Vorkötter. Frauen seien nicht "grundsätzlich empathischer, kooperativer oder persönlich bescheidener als krawallige Alpha-Männer". Zudem sei es offenbar "kein Selbstläufer", die Führung eines Medienhauses in journalistische Hände zu legen.
horizont.net (Paid)

Hör-Tipp: Marken müssen ein eigenes Universum schaffen, sagt Mike John Otto.

Hör-Tipp: Eine Marke muss heutzutage mehr sein als nur Corporate Branding, sagt Mike John Otto, CCO beim Berater Deloitte Digital und Executive Creative Director bei der Kreativagentur Acne, im Podcast "What's Next, Agencies?" mit Kim Alexandra Notz. Ähnlich wie im Metaverse, müssten Marken ein eigenes Universum schaffen und Teil des Alltags der Menschen werden. Bevor Unternehmen ins Metaverse gehen, sollten sie sich aber genau überlegen, was sie dort erzählen wollen, meint Otto. Nur auf die Neugier der Nutzer zu setzen, reiche nicht.
open.spotify.com (53-Min-Audio)

Lese-Tipp: S04-Vorständin Christina Rühl-Hamers konnte Fußballspiele anfangs nicht genießen.

Lese-Tipp: Schalkes Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers konnte die Spiele ihres Vereins anfangs nicht genießen, sagt sie im Interview mit den Sportportalen Spox und Goal. Sie habe im Stadion gesessen und die Matches "nur in Geld, in Zahlen" gesehen: Das habe ihr zeitweise das Fan-Dasein "etwas vermiest". Die Kopplung zwischen "Fakten und Emotionalität" sei schwierig.
spox.com

Peter Hartz startet App zum Überstunden- und Urlaub-Sparen.

Hartzen mal anders: Der ehemalige VW-Manager und Hartz IV-Erfinder Peter Hartz, 81, startet eine App, die Arbeitnehmerinnen beim Überstunden- und Urlaub-Sparen helfen soll. Ziel sei es, die Stunden in Gehalt umzurechnen, mit denen später ein Sabbatical oder ein früherer Renteneintritt ermöglicht werde. Der Launch ist für die zweite Jahreshälfte 2023 geplant.
businessinsider.de

Debatte: Markenlogos verlieren ihre Eigentümlichkeiten.

Gestutzte Grafik: Markenlogos und -schriftzüge verfallen zunehmend dem Minimalismus und verlieren so ihre Eigentümlichkeiten, beklagt Gerhard Matzig in der "Süddeutschen Zeitung". Er beobachtet den Trend nicht nur bei weltbekannten Modehäusern, sondern sogar bei Mozillas Firefox: Der Browserfuchs müsse sich mittlerweile ohne Fellstruktur um eine Erde kringeln, die aussieht "wie ein lilafarbiger Gummiball".
sueddeutsche.de (Paid)

Marken investieren im 2. Quartal 19% mehr Geld in Social-Media-Werbung.

Sell social: Marken investieren im 2. Quartal 19% mehr Geld in Social-Media-Werbung, ergibt eine Analyse von Emplifi. Durchschnittlich 4.200 Dollar pro Monat zahlen Unternehmen für Anzeigen auf Facebook, Instagram und TikTok. Um einen Klick auf die eigene Website zu generieren, müssen Marken im Durchschnitt 20 Cent ausgeben.
horizont.net (Paid)

Top-Jobs: Ippen-Gruppe, BayWa und Agentur Flutlicht suchen nach klugen Kommunikationsköpfen.

Top-Jobs: Die Ippen-Gruppe sucht für ihr redaktionelles Wirtschafts-Team einen Journalist in freier Mitarbeit (m/w/d). +++ Einen (Junior) Storytelling Manager (m/w/d) stellt die BayWa ein. +++ Für den Nachwuchs gibt es eine offene PR-Trainee-Stelle bei der Agentur Flutlicht. +++ Alle Top-Jobs unter turi2.de/jobs. Trag deine offene Stelle kostenlos unter turi2.de/join ein.

Wir graturilieren: Ralf Meyke wird 58.


Wir graturilieren: Ralf Meyke, Geschäfts­führer der Klambt Programm­zeitschriften, feiert heute seinen 58. Geburtstag und startet mit Vorfreude ins neue Lebensjahr. Bei den Programm­zeitschriften, beim Produktions- und Entertainment-Team Elbgorilla und dem neuen Standbein Elbgorilla Synchro bringt er nämlich bald "einige anspruchsvolle Marathon-Projekte" sicher ins Ziel: "Ein gutes Gefühl." Außerdem kann er es kaum erwarten, mit seiner Frau "endlich wieder weit weg zu verreisen". Möglich sei all das durch die Bereitschaft seiner Mit­arbeitenden, die "wechselnden Herausforderungen in der Pandemie jederzeit anzunehmen, sodass wir gut auf Kurs sind". Das habe ihn im vergangenen Jahr sehr beeindruckt.

Meyke feiert seinen Ehrentag mit Frau und Kindern heute Abend in Hamburg im Restaurant. Am Wochenende gibt es dann eine größere Feier mit der Großfamilie, Freunden und "allen Vierbeinern". Meyke freut sich über "jeden, der an mich denkt". Der Weg der Gratulation sei dabei nicht wichtig.

Meistgeklickter Kopf gestern war Patricia Schlesinger.

Meistgeklickter Kopf gestern: Die zurückgetretene RBB- und ARD-Chefin Patricia Schlesinger klebt an ihrem, allerdings nicht extra vergüteten, Amt als meistgeklickter Kopf des Tages bei turi2. Im turi2-Videofragebogen berichtet Schlesinger vom besten Rat ihrer Mutter: "Richte dich aus nach deinem inneren Kompass – und lass dich bloß nicht einschüchtern."
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 8.8.2022)

Debatte: Michael Hanfeld nennt Patricia Schlesinger “Sonnenkönigin”.

Platz an der Sonne: Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger habe "ziemlich viel dafür getan, als Sonnenkönigin zu erscheinen", schreibt "FAZ"-Autor Michael Hanfeld: "Jedes Extra musste sein. Für sie sollte es rote Rosen regnen." Mit Blick auf die Compliance-Vorwürfe habe sich das Sittenbild eingeprägt, dass der Rundfunkbeitrag dazu diene, "sich persönlich noch den letzten Firlefanz bezahlen zu lassen".
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Parteien schließen immer öfter “im Namen der Moral” aus.

"Die Parteien bemerken nicht, dass sie genau das tun, was sie den Populisten vorwerfen: Im Namen der Moral schließen sie aus."

"Welt"-Chefkommentator Jacques Schuster kritisiert mit Blick auf die Debatte um einen SPD-Ausschluss von Gerhard Schröder, dass Parteien immer öfter dazu neigen, "Tabubrecher in den eigenen Reihen" auszugrenzen.
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Nach Schlesinger-Rücktritt: Die ARD bemüht sich um Aufklärung.


Aufräumarbeiten: Der RBB verordnet sich nach dem Rücktritt seiner Intendantin Patricia Schlesinger größtmögliche Transparenz und öffentliche Aufklärung im eigenen Programm. In einem selbstkritischen RBB24 Spezial nach der "Tagesschau" etwa kommt Kayhan Özgenç, Chefredakteur vom Springer-Portal "Business Insider", zu Wort und kündigt neue Recherchen an: Unterlagen würden belegen, dass "ein noch viel größeres System" im RBB vorgeherrscht habe, und dass nicht nur Schlesinger "dort mit drinhängt". Das Alltagsgeschäft des RBB wieder ins Laufen zu bringen und den Dialog mit der Belegschaft zu finden, sei nun das Wichtigste, sagt Hagen Brandstäter, geschäftsführender RBB-Intendant, im Interview: "Kolleginnen und Kollegen sollen sich äußern und auch Kritik aussprechen können." Das habe "offensichtlich in den vergangenen Monaten und Jahren gelitten".

Angesprochen auf den Vorwurf, Mitte Juli nicht zum Hauptausschuss des Landtags Brandenburgs erschienen zu sein, betont die Vorsitzende des Rundfunkrats, Friederike von Kirchbach, ein "Garant der Staatsferne" zu sein. Man sei "das Gegenüber der Operative". Der Hauptausschuss hätte den Rundfunkrat jedoch eingeladen, "als wären wir ein Teil davon". Zudem macht sie deutlich: "Wir sind im Ehrenamt, wir bekommen kein Geld für unsere Arbeit."

Auch die Tagesthemen machen mit Schlesingers Rücktritt auf. Medienkritiker Stefan Niggemeier schätzt den Schaden der ARD im Gespräch mit Moderator Helge Fuhst als "immens" ein. Zudem stellt er die Rolle des Rundfunkrats in Frage – problematisch sei etwa, dass im Rundfunkrat nur ehrenamtliche Menschen sitzen, also "nicht unbedingt ausgewiesene Fachleute", die bisweilen zudem nur eine "begrenzte Menge an Zeit und Engagement" hätten. Es müsse ein Gremium etabliert werden, "dass die Kraft und Macht hat, die Geschäftsleitung zu kontrollieren".

Zuvor ist am Montag der Rundfunkrat des Senders zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Inhaltlich bleiben große, neue Erkenntnisse aus: In einem Presse-Statement stellt der Rundfunkrat klar, dass die Aufklärung weiter "höchste Priorität" habe. Zudem spricht er sich dafür aus, Mitarbeitende aktiv in den Aufklärungsprozess einzubeziehen. Eine weitere Sondersitzung ist bereits für kommenden Dienstag geplant, darin soll es um Detailfragen zur Vertragsauflösung von Schlesinger gehen und um die weitere Rolle von Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf, der sein Amt aktuell ruhen lässt.

"Spiegel"-Journalist Anton Rainer geht in seinem Bericht ausführlich auf die Sondersitzung ein und beschreibt eine schwankende Stimmung "zwischen Wut und Fassungslosigkeit über die Eskapaden an der Senderspitze" bei den Mitgliedern. Kritisch sieht der Rundfunkrat z.B., dass sich eine Findungskommission mit der Schlesinger-Nachfolge auseinandersetzen soll. Denn die würde sich u.a. mit Mitgliedern des Verwaltungsrats zusammensetzen – also jenem Kontrollgremium, das eine "kollektive Verantwortung für die Versäumnisse der vergangenen Jahre" trage.
presseportal.de, spiegel.de (Paid), ardmediathek.de (19-Min-Video, "RBB24 Spezial"), ardmediathek.de (35-Min-Video, "Tagesthemen"), turi2.de (Background RBB-Rücktritt), turi2.de (Background Compliance-Vorwürfe)
(Foto: Holger Talinski)


Hör-Tipp: Warum About You vermehrt auf Doppelspitzen setzt.

Hör-Tipp: "Wenn man zur Arbeit schon mit Bauchweh hinkommt, läuft etwas ganz extrem schief", sagt Julian Jansen, Director Content bei About You, im Podcast "On The Way to New Work". Bei Führungskräften setzt der Online-Händler mehr und mehr auf Doppelspitzen, weil es mehr Spaß mache, Verantwortung zu teilen. Einer sei in der Regel "der Operative und der andere der Kreative". Dennoch seien Doppelspitzen keine "No-Brainer", da man den Mitarbeitenden teilweise zunächst persönliche Befindlichkeiten austreiben müsse: "Manchmal sagen wir ihnen, sie sollen es ein halbes Jahr ausprobieren und sich zusammenraufen." Jansen erzählt auch über seine Zeit als Redaktionsleiter bei der ProSiebenSat.1-Produktionsfirma Redseven Entertainment. Aufgefallen sei ihm immer wieder die Naivität mancher TV-Macher, man könne von den Reichweiten großer YouTube-Stars profitieren. Das sei immer nach hinten losgegangen, weil die TV-Zuseherschaft Ü50 sei und junge Leute TV "uncool" fänden: "Du musst plattformspezifisch produzieren und die Zielgruppe bedienen."
newwork.podigee.io (62-Min-Audio)

Cum-Ex: Staatsanwaltschaft hat Mails von Olaf Scholz durchsucht.

Postfach-Prüfung: Die Staatsanwaltschaft hat im März im Rahmen der Cum-Ex-Ermittlungen E-Mails von Olaf Scholz aus seiner Zeit als Hamburgs Bürgermeister unter die Lupe genommen, berichtet das "Hamburger Abendblatt". Dabei sei es um die Frage gegangen, inwieweit die Politik Einfluss auf die Entscheidung des Finanzamts Hamburg genommen hat, auf eine Steuerrückforderung von 47 Mio Euro gegen die Warburg-Bank zu verzichten. Regierungssprecher Steffen Hebestreit sei von den Durchsuchungen "nichts bekannt".
abendblatt.de (Paid) via bild.de, daserste.ndr.de (Background)

Basta: Discovery+ zeigt Sex-Tapes von Z-Promis.

Sex sells: Moderatorin Natascha Ochsenknecht gibt beim Streaming-Dienst Discovery+ ab dem 25. August Einblicke in das Sexleben von zwölf Z-Promi-Paaren. In "Sex Tape V.I.P." filmen die Pärchen sich jeweils selbst vor, während und nach dem Akt. Nach Sichtung der Clips gibt sich die Gruppe "neue Impulse oder Ratschläge für ein lebendiges Liebesleben und eine glückliche Beziehung". Das große Promi-Bumsen ist also spätestens dann keine Fiktion mehr.
presseportal.de

Lese-Tipp: OMR über das Community-Tool Geneva, “das Slack der Gen Z”.

Lese-Tipp: OMR stellt das neue Community-Building-Tool Geneva vor, das eine "Kombination aus Slack, Clubhouse und Zoom" bietet und derzeit US-Firmen für sich entdecken. Zielgruppe sind Influencer, Marken und Privatpersonen. Die App vereint Chat-, Forum-, Video- und Audio-Rooms. Das Startup August, Anbieter von Perioden-Produkte, gewinnt durch Geneva nicht nur Investoren, sondern auch Mitarbeitende.
omr.com

3sat startet eine neue Kunst-Reihe mit Aurel Mertz.

Ist das Kunst? 3sat startet am Montag das neue Format "TierART. Eine animalische Kunstgeschichte mit Aurel Mertz". Darin beleuchtet der Comedian Tierdarstellungen in der Kunst, zum Auftakt geht’s um die Katze. Alle fünf Folgen sind ab der kommenden Woche in der 3sat-Mediathek auf der Themenseite Verrückt nach Kunst zu sehen, im TV laufen sie montags bis freitags gegen 19.10 Uhr.
presseportal.de

Inszenierte Entführung von Habeck: Wirtschaftsministerium geht gegen Video vor.

Extremismus: Das Bundeswirtschaftsministerium prüft eine mögliche Klage gegen ein Social-Media-Video von Rechtsextremen, das eine inszenierte Entführung von Robert Habeck zeigt. Zudem habe man den Clip bei Facebook gemeldet. Die Staatsanwaltschaft Dresden spricht bereits von einem Ermittlungsverfahren in diesem Fall. Bei Welt-TV kündigt Nancy Faeser derweil harte Konsequenzen gegen die Video-Macher an: "Die Demonstrationsfreiheit hat da ihre Grenzen, wo andere Menschen verletzt werden." In dem Clip sagt eine Off-Stimme mit Blick auf die Energiepolitik der Grünen: "Sie, Robert Habeck, werden vom Volk verurteilt zu 16 Wochen Pranger auf dem örtlichen Marktplatz." Zum Schluss folgt ein Hinweis auf eine Demo in Heidenau bei Dresden, bei der ein Habeck-Darsteller an einen Pranger gestellt werden soll.
zeit.de, spiegel.de, welt.de (Faeser-Interview, 9-Min-Video)