Lufthansa verbucht im 2. Quartal einen Verlust von 1,5 Mrd Euro.

Lufthansa verbucht im 2. Quartal einen Rekord­verlust von 1,5 Mrd Euro, im Vergleich zu 226 Mio Euro Gewinn im Vorjahr. Der Umsatz bricht um 80 % auf 1,9 Mrd Euro ein, die Zahl der Fluggäste liegt bei nur noch 4 % im Vergleich zu 2019. Experten hatten einen Betriebsverlust von fast 2 Mrd Euro vorausgesagt, die Frachttochter Lufthansa Cargo konnte das durch den stark gestiegenen Online-Handel jedoch etwas abfedern.
manager-magazin.de

Kai Diekmann hält seinen “Bedarf an Bühnenpräsenz” vorerst für gedeckt.

Naturbursche: Bärtig und nebst gehörntem Gefährten plaudert Ex-"Bild"-Chef Kai Diekmann mit Anne Hähnig über seine Freundschaft zu Helmut Kohl. Mit Gerhard Schröder, gegen dessen Agenda 2010 er bei "Bild" einst lautstark trommelte, habe er sich inzwischen versöhnt. Dass er bei seiner Agentur Storymachine fast nur noch im Hintergrund arbeitet, ist für ihn offenbar in Ordnung: Sein "Bedarf an Bühnenpräsenz" sei "für die nächsten Jahrzehnte gedeckt", so Diekmann.
zeit.de (Paid)

Google lässt persönliche Audio-Dateien wieder von Menschen abhören.

Google lässt Audio-Daten wieder von Menschen auswerten – aber nur, wenn die Nutzer*innen von Google Assistant und Co zustimmen. In der Standardeinstellung bleibe der menschliche Zugriff ausgeschlossen, sagt das Unternehmen. Die fragwürdige Abhör-Praxis persönlicher Audio-Daten durch Google und andere Tech-Firmen löste 2019 einen Skandal aus.
theverge.com, businessinsider.com, turi2.de (Background)

TikTok will sich mit Faktencheck-Team für US-Wahl rüsten.

TikTok plant, vor der US-Wahl im November gegen Falschinformationen vorzugehen. Ein Faktencheck-Team soll dabei helfen, Lügen und irreführende Informationen zu finden. Außerdem sollen Nutzer*innen verdächtige Inhalte melden können. Ziel der chinesischen App ist es, auch dann einem drohenden Verbot in den USA zu entgehen, wenn Microsoft den Kurzvideo-Dienst nicht übernehmen sollte.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Instagram soll Trump-Hashtags zulasten von Biden ausgespielt haben.

Trump-stagram: Der Algorithmus von Facebooks Foto-Plattform Instagram hat offenbar Pro-Trump-Inhalte denen seines demokratischen Rivalen Joe Biden über Wochen vorgezogen, entdeckt das US-amerikanische Tech Transparency Project. Wer in den letzten Wochen auf beliebte Trump-Hashtags klickte, darunter #trump oder #presidenttrump, habe demnach keinerlei verwandte Hashtags angezeigt bekommen. Bei Biden-Hashtags wie #joebiden oder #teambiden habe Instagram dagegen Hashtags vorgeschlagen, die den Herausforderer in ein schlechtes Licht rücken oder Falschinformationen streuen, darunter #creepyjoebiden oder #joebidenpedophile. Außerdem hätten die Biden-Hashtags auf positive Trump-Posts geführt, während bei Trump keine Inhalte aus dem demokratischen Lager zu sehen gewesen seien. Instagram hat die Politiker also offenbar unterschiedlich behandelt.

Ein Sprecher räumt den Fehler gegenüber BuzzFeed News grundsätzlich ein und bezeichnet ihn als "bug". Zehntausende Hashtags seien betroffen gewesen. Das "Related Hashtags"-Feature hat Instagram nach der Medienanfrage vorerst abgeschaltet. Weil auch bei Begriffen wie #democrats keine Vorschläge angezeigt worden seien, wirft Instagram dem Tech Transparency Project per Twitter "Rosinenpickerei" vor, um eine "sensationelle Geschichte" zu liefern.

Der Fund erinnert jedenfalls an die Rolle von Facebook während des US-Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2016. Damals hatte der Social-Media-Riese zu wenig gegen die politische Beeinflussung von Wähler*innen auf seiner Plattform unternommen. Jetzt muss sich die Instagram-Mutter den Vorwurf gefallen lassen, aus den alten Fehlern noch immer nicht gelernt zu haben.

Ebenfalls am Mittwoch hat Facebook einen Facebook-Post von Trump gelöscht. Begründung: Der Beitrag habe Falschinformationen zu Corona enthalten.
techtransparencyproject.com, buzzfeednews.com, theverge.com, techcrunch.com, edition.cnn.com (Facebook-Post gelöscht)

Basta: Ursula von der Leyen mag Roggen-Vollkornbrot im EU-Parlament.

Eine Frau sieht Brot: Die TV-Köchin und grüne Europa-Abgeordnete Sarah Wiener steckt im Parlament sogar Konservativen Früchtebrei und Vollkornbrot zu, beobachtet Ursula von der Leyen (Foto). Für die Kommissionspräsidentin gab es schon hausgemachte Bio-Wurst, schreibt sie in einem Gastbeitrag für die "Zeit". In Brüssel scheint die alte Büro-Masche aufzugehen – und kollegiale Beliebtheit genau wie Politik durch den Magen zu gehen.
zeit.de (Paid)

Lese-Tipp: Ze.tt hätte mehr Zeit gebraucht, sagt Marieke Reimann.

Lese-Tipp: Ze.tt-Chefredakteurin Marieke Reimann hätte sich gewünscht, dass die "Zeit" ihrem jungen Ableger mehr Zeit gegeben hätte, um profitabel zu werden. Würde man das Feuilleton auslagern und es profitabel machen wollen, wäre das für eine Zeitung "auch eine große Herausforderung", glaubt sie. Gleich mehrere Verlage haben ihre "Millennial-Medien" in den letzten Monaten eingestampft oder eingedampft.
sueddeutsche.de, turi2.de (Ze.tt wird Zeit-Online-Ressort), turi2.de ("Spiegel" macht Bento dicht)

Zahl des Tages: E-Autos boomen im Corona-Jahr.

Zahl des Tages: Fast 17.000 Zulassungen für E-Autos zählt das Kraftfahrt-Bundesamt in Deutschland im Juli. Der Wert liegt knapp 182 % über dem des Vorjahres. Beim neuen Run auf Elektro haben deutsche Hersteller aber das Nachsehen, schreibt das "Handelsblatt" – wegen Lieferzeiten für Modelle von VW oder BMW von bis zu einem Jahr. Ausländische Anbieter seien besser vorbereitet.
handelsblatt.com (Paid), kba.de (Zahlen)

ARD-Teams “grämen” sich für Fehler bei Beirut-Berichterstattung.

ARDARD räumt ein, über die Explosion in Beirut in der Ausgabe der "Tagesschau" am Dienstagabend "zu weit am Schluss der Sendung" berichtet und sie journalistisch falsch eingeschätzt zu haben. Auch in den "Tagesthemen" sei die Katastrophe zu kurz gekommen. Dies sei "dem Nachrichtenereignis nicht angemessen" gewesen, teilen die Chefredakteur*innen von ARD-aktuell Marcus Bornheim, Helge Fuhst und Juliane Leopold per Blogeintrag mit.
blog.tagesschau.de via dwdl.de, sueddeutsche.de

Zitat: Dunja Hayali berichtet von “absurder Mischung” auf Corona-Demo.

"Da lief jemand mit einer Regenbogen-Fahne direkt neben jemandem, der eine Reichsflagge trug."

ZDF-Journalistin Dunja Hayali hat der "Mix der Menschen" bei der Demo gegen die Corona-Maßnahmen am Wochenende in Berlin erschrocken, sagt sie der "Zeit". Hayali und ihr Team brachen einen Dreh vor Ort ab, weil Teilnehmer*innen sie bedrängt hatten.
zeit.de (Paid), turi2.de (Background)

Nico Hofmann und Henning Tewes fordern einen 50-Mio-Ausfallfonds.

Vollkasko-TV: Ufa-Chef Nico Hofmann (Foto) und RTLs TV-Now-Chef Henning Tewes fordern in einem Gastbeitrag in der "FAZ" einen Ausfallfonds für TV- und Filmproduktionen nach dem Vorbild einer Kaskoversicherung. Sender und Produzent sollen jeweils 10 % der gemeldeten Schadenssumme selbst zahlen. Eine unabhängige Stelle soll die Schadenssumme ermitteln. Die Deckungssumme von 50 Mio Euro soll von den Ländern kommen.
faz.net via dwdl.de

Bahn-Kommunikationschef Schumacher wettert gegen “das System Manager Magazin”.


Er hält 'nen Rant: "Hybris", "Selbstüberschätzung" und "elitäres Gehabe" kennzeichnen das "System Manager Magazin", schimpft Oliver Schumacher, als Kommunikationschef der Deutschen Bahn häufig schmerzgeplagt durch negative Artikel der Hamburger. In einer "Gast-Polemik" für den PR-Report schreibt Schumacher, "Manager Magazin"-Redakteure sähen sich "als Mittelpunkt der deutschen (Wirtschafts-)Publizistik" und reagierten "beleidigt, ja aufrichtig pikiert", wenn sie die neue Konzernstrategie oder spannende Personalien "nicht exklusiv" präsentiert bekämen.

In seinem Offline-Rant wettert Schumacher, die Weltsicht des "Manager Magazin" sei "bemerkenswert simpel": Es sei "ganz egal", was auf der Welt auch geschehe: "Schuld sind meist nur wenige Vorstände und/oder Aufsichtsräte". Zum "System Manager Magazin" gehöre auch das "Kalkül": "Wer exklusive Informationen liefert, wird eher in Ruhe gelassen, mit ein bisschen Glück sogar hofiert." So fuße ein Großteil der Berichte "auf anonymen Quellen".

Es gehöre zur Wahrheit, dass "Selbstüberschätzung und elitäres Gehabe" der "Manager Magazin"-Redakteure "bisweilen in deutschen Chefetagen verfangen": "Da zittern millionenschwere Top-Manager, denen die Alphatier-Gene ansonsten aus jedem Knopfloch tropfen, allen Ernstes vor Veröffentlichung vermeintlicher oder tatsächlicher Insider-Geschichten." Das Zittern sei aber "kaum nachzuvollziehen, denn die MM-Berichte über die Deutsche Bahn haben im vergangenen Jahrzehnt in der Regel nur eines ausgelöst: Schweigen in anderen Medien". Die Artikel versendeten sich nach seiner Erfahrung meist "im medialen Nichts".

Schumacher hält für sich und seine leidgeplagten Kolleg*innen aber auch Trost bereit: Die Auflage des "Manager Magazin" sei ja eher "mickrig" (laut IVW sind es im 2. Quartal 2020 immerhin 97.026 verkaufte Exemplare). "All die Häme und Schadenfreude" erreichten wohl eher "den stellvertretenden Abteilungsleiter Dieter Durchschnitt", der sich durch das "Manager Magazin" bestätigt fühle, "dass die da oben eh keine Ahnung haben".
prreport.de (Paid), turi2.de/koepfe (Profil von Schumacher), turi2.tv (Video-Interview mit Schumacher aus dem Juni 2020)

“stern”-Chefredakteur Florian Gless startet wöchentliche Kolumne.

stern bekommt eine neue Kolumne. Unter dem Titel "Ach Mensch" schreibt ab der aktuellen Ausgabe 33/2020 Chefredakteur Florian Gless über gesellschaftliche Entwicklungen. Die Kolumne tritt die Nachfolge der von Hans-Ulrich Jörges an, dessen "Zwischenruf aus Berlin" vergangene Woche zum letzten Mal nach 18 Jahren erschienen ist
guj.de, turi2.de (Background)

Christine Lüders berät Scholz & Friends bei Aufarbeitung von Sexismus-Vorwürfen.

Scholz & Friends: Bei der Werbe-Agentur soll es in den vergangenen Jahren "eine Reihe von Vorfällen" gegeben haben, bei denen sich Führungskräfte herabwürdigend gegenüber Mitarbeiterinnen und Frauen im Allgemeinen geäußert haben oder durch anderes Fehlverhalten aufgefallen sind, berichtet die "Zeit". Ein leitender Kreativer soll bei einer Weihnachtsfeier 2017 sein Geschlechtsteil ausgepackt haben. S&F-CEO Frank-Michael Schmidt sagt, in einigen Fällen hätte "früher und härter reagiert werden müssen". Christine Lüders (Foto), ehemalige Leiterin der Anti­diskriminierungs­stelle des Bundes, soll die Agentur bei der Aufarbeitung der Fälle beraten.
"Zeit" 33/2020 (Paid), new-business.de, turi2.de (Background)

MediaMarktSaturn will 4.000 Jobs streichen und unrentable Filialen schließen.

MediaMarktSaturn plant den Abbau von bis zu 4.000 Vollzeitstellen, berichtet der "Spiegel". Der Handels­konzern wolle Management-Teams und Landes­gesellschaften stärker zentralisieren, dadurch sollen 3.500 Jobs wegfallen. Weitere 500 Stellen betreffen die Schließung unrentabler Filialen, in einem ersten Zug sollen rund 20 Läden dicht machen. Am 12. August entscheidet der Aufsichtsrat der Mutter-Holding Ceconomy über die Pläne.
spiegel.de

Lese-Tipp: Christian Drosten will die Gesundheitsämter vor allem auf Cluster ansetzen.

Lese-Tipp: Christian Drosten empfiehlt in einem Gastbeitrag in der "Zeit", die Gesundheitsämter im Herbst vor allem auf Corona-Fälle anzusetzen, in denen Infektionscluster entstehen können. Sie sollten darauf achten, ob die Ansteckung bei einer Gelegenheit erfolgte, bei der sich auch andere das Virus eingefangen haben können, zum Beispiel in einem Großraumbüro oder einem Schulkurs. Dann sollten alle Teilnehmer schnell in Quarantäne. "Für Tests fehlt die Zeit. Politik, Arbeitgeber und Bürger müssen dies erklärt bekommen", schreibt Drosten. Die Isolierung solcher Cluster könnte kürzer ausfallen als bisher und mit einem Test enden. Bürger sollten zudem Kontakttagebücher führen, schreibt Drosten.
zeit.de (Paid)

Basta: Sky macht beim Fußball himmlische Töne.

Himmelschöre: Die Uefa beauftragt Sky Deutschland, für die als Geisterspiele ausgetragenen Finalturniere im europäischen Clubfußball fiktive Stadionsounds zu erstellen, die sich den Mannschaften und dem Spielgeschehen anpassen. Sollte die Pandemie andauern und das Interesse an Geisterspielen abnehmen, klopft der Verband künftig vielleicht auch noch bei HBO an und bittet um einen feuerspeienden Drachen.
presseportal.de

Video-Tipp: “Zapp” untersucht die RTL2-Sendung “Hartz und herzlich”.

Video-Tipp: Die RTL2-Sendung "Hartz und herzlich" zeichnet ein Zerrbild des Rostocker Stadtteils Groß Klein, berichtet "Zapp". Einwohner*innen berichten, sich mittlerweile zu schämen zu sagen, dass sie aus dem Stadtteil kommen. Doch es gibt auch positives Echo, etwa von einem Pastor und einem der Protagonisten selbst: Einige Menschen bekämen durch die Sendung erstmals eine Stimme.
ndr.de (9-Min-Video)

Hör-Tipp: “Cicero”-Chef Christoph Schwennicke angelt sich durchs Leben.

Hör-Tipp: "Cicero"-Chefredakteur Christoph Schwennicke ist profilierter Polit-Journalist und passionierter Angler. Im Podcast Entscheider treffen Haider erzählt Schwennicke u.a. wie er beim G8-Gipfel in Heiligendamm Hornhechte Merkel, Putin und Obama vorgezogen hat und warum das Thema Angeln auf Partys bei Frauen "der absolute Abtörner" ist. Seine vier Jahr im "'Spiegel'-Soziotop" nennt er "nicht die allerschönste Zeit". Von Journalist*innen wünscht er sich mehr "kritisches Gegenbürsten".
abendblatt.de (68-Min-Audio)

Stadt Hamburg will Gruner+Jahr-Haus doch nicht kaufen, Investor übernimmt.

Gruner + Jahr: Die Stadt Hamburg tritt vom Kauf des prägnanten Verlagshauses am Baumwall zurück, berichtet der NDR. Stattdessen übernimmt ein Konsortium um den New Yorker Immobilienkonzern Tishman Speyer das denkmalgeschützte Gebäude zu einem ungenannten Preis. Dort sollen nach dem Umzug von G+J in die Hafencity Büros, Läden und Wohnungen entstehen.
ndr.de, turi2.de (Background)

Marketingchef Phil Schiller verlässt den Apple-Vorstand.

The Next Big Thing Exit: Apples Marketingchef Phil Schiller gibt seinen Posten im Vorstand auf. Künftig will er sich als "Apple Fellow" um die Events des Tech-Konzerns sowie um den App-Store kümmern. Nachfolger wird Greg Joswiak, der bisherige Vize. Schiller ist die vierte Top-Personalie, die Apple innerhalb der letzten 18 Monate verlässt.

Zuletzt kehrten Design-Chef Jony Ive, PR-Chef Steve Dowling sowie Einzelhandelschefin Angela Ahrendts Apple den Rücken.Schiller gehörte zu den Vertrauten von Apple-Gründer Steve Jobs und arbeitet seit 1987 für das Unternehmen. Seit 1997 gehört er zum Führungsteam und tritt u.a. bei Produktpräsentationen von Apple auf.
manager-magazin.de, apple.com

Basta: ARD entfernt einen Teil von “Immer wieder sonntags” aus der Mediathek.

Immer wieder Ärger: Die ARD hat einen Ausschnitt der Sendung "Immer wieder sonntags" aus der Mediathek entfernt, schreibt "Bild". In der Sequenz textet Moderator Stefan Mross (Foto) den Song "Über den Wolken" von Reinhard Mey um, der juristisch gegen "missbräuchliche Nutzung" vorgeht - die künstlerische Freiheit scheint nur über den Wolken grenzenlos.
bild.de (Paid)

Disney meldet Nettoverlust und wirbt mit “Mulan” für den Streamingdienst.


Der Zauber ist verflogen: Disney fährt im abgelaufenen Quartal einen Nettoverlust von 4,7 Mrd Dollar. Der Umsatz sinkt um 42 % auf 11,8 Mrd Dollar. Besonders drastisch betroffen ist das normalerweise lukrative Geschäft mit Freizeitparks, Kreuzfahrtschiffe und Ladengeschäften, die in der Pandemie geschlossen hatten oder im Hafen lagen. In diesem Segment fiel der Umsatz um 85 % von 6,6 Mrd auf nur noch 983 Mio Dollar.

Auch geschlossene Kinos weltweit verhageln Disney die Bilanz, der Umsatz der Filmsparte fällt um mehr als 50 %. Viele Produktionen wurden verschoben oder abgesagt. Als Notnagel bringt Disney seine Neuverfilmung des Trickfilms "Mulan" ohne Umweg übers Kino ins Heimkino. Ab dem 4. September soll die 200 Mio Dollar teure Produktion in den USA sowie in einigen europäischen Märkten auf über den eigenen Streaming-Dienst Disney+ abrufbar sein. Jedoch nicht im Rahmen des Abos, sondern für rund 30 Dollar Aufpreis.
faz.net, spiegel.de, hollywoodreporter.com (Mulan)

Hör-Tipp: Die Pandemie ist für den “Vier Jahreszeiten”-Hotelier wie ein Film.

Hör-Tipp: Die Pandemie fühlt sich für Ingo Peters, langjähriger Direktor des renommierten Hamburger Luxushotels "Vier Jahreszeiten", wie ein Film an, sagt er im Podcast "Die Stunde Null". Das Hotel blickt auf eine über 100-jährige Tradition zurück und hielt sogar während der zwei Weltkriege den Betrieb aufrecht – doch dann kam Corona. Mit einer Auslastung von rund 40 % kann das Hotel langfristig nicht überleben, sagt Peters.
audionow.de (30-Min-Audio)

Zahl des Tages: Im Home Office arbeiten die Menschen 48,5 Minuten am Tag mehr.

Zahl des Tages: Durchschnittlich 48,5 Minuten am Tag länger haben die Menschen im Home Office während des Corona-Lockdowns weltweit gearbeitet, analysiert ein Forscherteam der Harvard Business School sowie der New York University. Die Zahl der verschickten E-Mails steigt im häuslichen Büro, Videokonferenzen dauern im Schnitt kürzer als physische Meetings.
spiegel.de

Red Bull zieht bei der Rechercheplattform Addendum den Stecker.

Rechercheplattform Addendum stellt in Österreich den Betrieb ein, entscheidet Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz (Foto) mit Herausgeber Michael Fleischhacker. Die Zielsetzungen der Plattform seien "nicht in ausreichendem Maße erfüllt" worden. 57 Mitarbeiter*innen verlieren ihren Job. Die Quo Vadis Veritas Stiftung will unabhängigen Journalismus fördern und wird von Mateschitz finanziert.
derstandard.at, ots.at (Pressemitteilung)

Bild des Tages: Armin Laschet besucht Flüchtlingslager auf Lesbos.


Flüchtiger Besuch: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zeigt sich mit Mund-Nasen-Schutz im Flüchtlingslager Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos. Zuvor besuchte er auch das überfüllte Flüchtlingscamp Moria, wo er seinen Besuch aus Sicherheitsbedenken vorzeitig abbrach. Sicherheitskräfte schirmten Laschet von protestierenden Flüchtlingen ab. (Foto: Dorothea Hülsmeier / dpa / picture alliance)

Die Bundesliga will ohne Stehplätze, Alkohol und Gästefans in die Saison starten.


Der Zahlende muss ins Eckige: Die DFL hat heute über die Rückkehr von Fans in die Bundesliga-Stadien beraten und schlägt ein stufenweises Vorgehen vor. Die Clubs stimmten dabei weitestgehend den Vorschlägen des Präsidiums zu. Vom Start am 18. September bis mindestens Ende Oktober soll es keine Stehplätze und keinen Alkoholverkauf geben. Bis mindestens Jahresende, also die komplette Hinrunde, sollen keine Auswärtsfans zugelassen werden. Zudem sollen die Kontaktdaten aller Ticketkäufer erfasst werden. Auf eine konkrete Zahl an Fans im Stadion legen sich die 36 Profivereine nicht fest. Die Vereine sollen individuelle, auf ihr Stadion angepasste, Konzepte erarbeiten. Auf der DFL-Pressekonferenz stellt Ligaboss Christian Seifert heraus, dass die Entscheidung letztlich die Politik treffen muss: "Wir bereiten uns auf alle Möglichkeiten eines Saisonstarts vor", so Seifert. Dazu zähle sowohl ein Ligastart ohne Fans, als auch einer mit wenigen oder mehr. In 14 Tagen soll es ein finales, mit der Politik abgestimmtes Hygienekonzept für die kommende Saison geben.

Laut Seifert geht die Liga davon aus, dass sich die Rückkehr der Fans in Schritten vollziehen wird. "Wenn wir ausschließen, mit wenigen Fans zu spielen, werden wir auch nicht so schnell mit etwas mehr spielen." Seifert kritisiert bei der Pressekonferenz auch indirekt die Corona-Großdemonstration am Wochenende und ruft die Politik auf, diese „bei allem Respekt vor der Versammlungsfreiheit“ genauso kritisch zu prüfen wie andere Großveranstaltungen. Wenn großen Menschenmassen erlaubt werde, Hygienestandards nicht einzuhalten, untergrabe das Regeln des Zusammenlebens. Die Liga habe das Ziel, als positives Beispiel zu dienen.
zdf.de, kicker.de, dfl.de, turi2.de (Background)

Aus der "turi2 edition #6": Peter Turi stellt Christian Seifert vor.