Papiermangel: “Süddeutsche” hat Lagerflächen angemietet, RTL nutzt andere Sorten.

Unter Druck: Aufgrund des Papiermangels hat die "Süddeutsche Zeitung" Lagerflächen in der Nähe von München angemietet, um zusätzliches Papier auf Halde zu haben – einen ähnlichen Schritt machte bereits die "FAZ" publik. RTL setzt für die ehemaligen Gruner + Jahr-Magazine teils auf andere Papiersorten und spart "in Einzelfällen" durch Formatanpassungen oder die Reduzierung von Heftumfängen.
sueddeutsche.de (€)

“Welt”: Deutsche Welle kooperiert weiter mit Partnern, die als antisemitisch eingestuft wurden.


Dehnbarer Diskurs: Die Deutsche Welle arbeitet offenbar weiter mit Partnern zusammen, die als antisemitisch gelten, recherchiert Lennart Pfahler für die "Welt". Die nach den Antisemitismus-Vorwürfen erarbeiteten neuen Leitlinien erlauben etwa eine Kooperation mit Unterstützerinnen der BDS-Bewegung. Diese setzt sich für den Boykott israelischer Waren, Dienstleistungen, Kulturgüter und Wissenschaftler ein. Der Bundestag hatte die Bewegung 2019 in einer Resolution als antisemitisch eingestuft. Die Deutsche-Welle-Akademie unterstütze diesen Beschluss zwar, verweist aber darauf, dass sich der aktuelle Bundestag noch nicht zur Bewegung positioniert habe. Zudem wolle man sie "nicht kategorisch von der Medienentwicklung ausschließen", da sie einen "großen moderaten, nicht-antisemitischen Flügel beinhalte".

Des Weiteren schließt die Deutsche Welle eine Zusammenarbeit nur mit Partnern aus, die die Zerstörung Israels fordern oder den Holocaust leugnen. Sollte ein Partner "Israels Existenzrecht nicht ausdrücklich bejahen, es aber auch nicht ausdrücklich bestreiten" stehe einer Kooperation nichts im Wege. Die Deutsche Welle begründet, eine Anerkennung Israels würde viele ihrer Partner "in Gefahr bringen", da sie danach "in ihrem Umfeld" als "Normalisierer oder gar Verräter" gelten würden.
welt.de, turi2.de (Background)

Zitat: Jan Fleischhauer nimmt die “Junge Freiheit” in Schutz.

"Jedes Mal, wenn ich die Zeitung zur Hand genommen habe, fand ich nichts, was nicht vor zehn Jahren in der CDU noch selbstverständlich gewesen wäre. Das reicht heute, um sich unmöglich zu machen."

"Focus"-Kolumnist Jan Fleischhauer begründet seinen Entschluss, der "Jungen Freiheit" ein Interview zu geben – obwohl das Blatt als "so rechts gilt, dass man es besser meidet." Er würde auf Anfrage aber auch mit einer "Linkspostille" sprechen.
"Focus" 41/2022, S. 6 (€)

“Focus”: Produzent zahlte Olympia-Attentäter 2.000 Dollar für ARD-Doku.


Murder Money: Für seine Aussagen in der ARD-Doku Tod und Spiele hat ein palästinensischer Terrorist, der beim Olympia-Attentat in München 1972 mehrere Menschen getötet hat, 2.000 US-Dollar bekommen, schreibt der "Focus". Die Produktionsfirma Looksfilm habe Mohammed Safady das Geld mehrere Monate nach den Dreharbeiten für die Nutzungsrechte an Interview, Dokumenten und Fotos gezahlt – obwohl die beteiligten Sender SWR, RBB und BR vereinbart hatten, keine Honorare an noch lebende Geiselnehmer herauszugeben. Die ARD betont, nichts von der Zahlung gewusst zu haben und erst durch die "Focus-Anfrage" davon erfahren zu haben. Der Produzent habe zuvor "mehrfach versichert", auf Honorar verzichtet zu haben, heißt es aus der ARD-Pressestelle. Die Sprecherin der Opfer-Familien Ankie Spitzer sieht darin einen "Medienskandal". Sie könne es nicht verstehen, "dass Killer für ihre menschenverachtenden Aussagen mit Geld bezahlt werden". Safady sagt in der Doku, er bereue seine "heroische" Tat nicht. (Bild: SWR)

Korrektur 17.35 Uhr: In einer früheren Version hatten wir geschrieben, der Produzent habe 2.000 Euro Honorar an den Attentäter gezahlt.
focus.de, presseportal.de

Warum interessieren sich Podcast-Hörerinnen für die Beziehungs­probleme anderer Leute, Lisa Ortgies?


Podcast-Therapie: Zwei von drei Trennungen wären vermeidbar, würden die Partner miteinander über ihre Probleme sprechen, ist Lisa Ortgies überzeugt. Mit ihrem Podcast “Lisas Paarschitt” will sie “das Rundum-Sorglos-Paket” in Beziehungsfragen bieten und damit ihren Hörerinnen helfen, vom “Lauschen ins Fühlen” zu kommen, schreibt sie in ihrem Gastbeitrag für die turi2 Podcast-Wochen. Damit spricht sie eine Zielgruppe mit starkem Wachstumspotential auf dem Podcast-Markt an: Frauen Ü40, die schon ein paar Beziehungen “und viel Naivität” hinter sich gelassen haben. Weiterlesen >>>

Basta: “Bild”-Leser dürfen Redaktion besuchen.

Vom Winde verweht: Die "Bild" startet am Montag das Vorteilsportal Bild Club. Abonnentinnen finden dort u.a. Rabatte und Gewinnspiele und haben außerdem die Chance auf einen Talk mit Chefredakteur Johannes Boie. Auch ein Besuch der Berliner Redaktion ist drin. Ein Jahr nach dem Rausschmiss von Julian Reichelt erinnern dort nur noch Duftbäumchen gegen Zigarettenrauch an den Geist des ehemaligen "Bild"-Bosses.
club.bild.de

Debatte: DJV hält nicht viel von künstlichen Stimmen bei RTL & Co.

Die Kunst des Sprechens: In einem KI-Projekt kopiert RTL gemeinsam mit Microsoft die Stimmen von Moderatoren wie Maik Meuser, um damit beispiels­weise Nachrichten auf ntv.de vorlesen zu lassen. Für den DJV geht Text-to-Speech "gegen alle Prinzipien des glaubwürdigen Journalismus", so Sprecher Hendrik Zörner. "Maschinen­stimmen" dürften Journalistinnen nicht ersetzen, damit Medien­häuser sparen können.
dwdl.de

Zitat: Marieke Reimann wünscht sich weniger medieninterne Kriege.

"Wenn wir als Medien insgesamt bestehen bleiben wollen, ist das eine gemeinschaftliche Aufgabe aller Medien in Deutschland, die sich in einem demokratischen Spektrum bewegen."

Marieke Reimann, Zweite Chefredakteurin des SWR und ehemalige Chefredakteurin von ze.tt, sagt im turi2 Clubraum, Journalistinnen seien "sehr selbstrefentielle Menschen". Aber wenn privatwirtschaftliche Verlage und öffentlich-rechtliche Anstalten die ganze Zeit mit "medieninternen Kriegen beschäftigt" seien, könnten sie Fake News und propagandistischen Kräften nicht genug entgegensetzen.
turi2.de

Top-Jobs: Bauer Media Group, Madsack, turi2.

Top-Jobs aus Journalismus, PR, Marketing: Für "InTouch" sucht die Bauer Media Group Unterstützung in der Online Redaktion. +++ In Hannover sucht Madsack für das RND einen Social Media Redakteur (m/w/d). +++ Remote und mit flexiblen Arbeitszeiten - turi2 sucht eine Media Sales Expertin (m/w/d). +++ Alle Top-Jobs unter turi2.de/jobs. Trag deine offene Stelle kostenlos unter turi2.de/join ein.

“Wir verstecken uns vor unserer eigenen Courage” – Marieke Reimann über Außenwirkung und Eigenwerbung der ARD.


Trommeln für den Tanker: Marieke Reimann, seit 2021 Zweite Chefredakteurin des SWR, nervt die "fehlende Eigenwerbung" der ARD. Im turi2 Clubraum mit Markus Trantow und Aline von Drateln sagt sie, die ARD mache "so geiles Zeugs" und habe "so viele Leute mit einem starken journalistischen Verständnis", doch sie schaffe es noch nicht, dem Krisenmodus etwas entgegenzusetzen: "Für den Tanker, der wir ja sind, verstecken wir uns manchmal vor unserer eigenen Courage." Sie wünscht sich "mehr Power hinter dem Bollwerk ARD", Kampagnen mit prominenten Testimonials und dass auch hochrangige Vertreterinnen der Rundfunkanstalten in den sozialen Netzwerken stattfinden.

"Wir sind alle ganz dicht dran an der Krise des RBB und der generellen Identitätskrise der ARD", sagt sie. Die Medien stünden unter einem Generalverdacht, aber die ARD treffe es besonders. Die Mitarbeitenden müssten sich "tagtäglich dafür rechtfertigen, dass es Rundfunkgebühren gibt" und trotzdem nicht alle die Berichterstattung angemessen fänden. Reimann bleibt dennoch optimistisch. Die ARD sieht sie jetzt in der Bringschuld, für mehr Transparenz zu sorgen – und offener für unterschiedliche Perspektiven zu werden.

Sie forder "mehr Durchmischung", die Einstiegshürden in der Medienwelt insgesamt seien immer noch zu hoch. Sie fordert zum Beispiel andere Auswahlkriterien in den Journalistenschulen, sichtbarere Stellenausschreibungen und bessere Praktikumsvergütungen. Dabei spielt für sie auch ihre ostdeutsche Herkunft eine Rolle – eine Perspektive, die nach wie vor nicht genug vertreten sei. Auch deshalb findet sie ihre Arbeit beim SWR toll – weil sie dadurch die Chance habe, als eine der wenigen ostdeutschen Führungskräfte in westlichen Medienunternehmen eine Vorbildfunktion einzunehmen.

Als Kind hört Reimann "Radio Lollipop" von Rolf Zuckowski und interviewt ihre Mutter beim Kochen. "Da wusste ich, ich muss irgendwas mit Radio machen", erinnert sie sich. Nach dem Studium arbeitet sie zunächst als Autorin für "Süddeutsche" und "11 Freunde" und baut dann bei der "Zeit" das Jugendmagazin ze.tt mit auf. Als ze.tt zu einem Ressort von Zeit Online wird, nimmt sie sich eine Auszeit und wechselt dann zum SWR.

"Wir hatten beide kurz so einen Schockmoment, und der hält bis heute an", kommentiert sie mit einem Lachen die enorme Umstellung, die das für sie bedeutet hat. Ihr Alltag sei jetzt strukturiert durch Arbeitsgruppen und Gremien. Es gebe eine sehr hierarchische Struktur, "die man lernen muss einzuhalten". Grundsätzlich findet sie die demokratischen Strukturen gut, aber die langen Dienstwege seien manchmal hinderlich, "weil es Leute davon abhält, selbstständiger zu arbeiten." Viele würden gerne mehr machen, ist Reimann überzeugt. "Aber man traut sich zu langsam."

In der nächsten Woche findet der turi2 Clubraum schon am Mittwoch, den 12.10. statt. Markus Trantow und Aline von Drateln sprechen live on stage im RTL-Audiocenter Berlin mit Nina Gerhardt, Geschäfts­führerin von RTL Radio Deutschland, und Christian Schalt, Geschäfts­leiter der Audio Alliance.
turi2.tv (58-Min-Podcast auf YouTube), turi2clubraum.podigee.io, apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de


Zitat: Frank Elstner sieht den Rückgang des linearen TV kritisch.

"Ich habe fünf Kinder und keins von diesen Kindern guckt mehr Fernsehen."

Show-Master Frank Elstner bedauert den Rückgang des linearen Fernsehens, sagt er im Podcast "Fiete Gastro". Das öffentlich-rechtliche TV müsse sich auf seine Tugenden konzentrieren, z.B. Live-Sendungen: "Ein Fußball-Endspiel wird immer eine hohe Quote haben."
open.spotify.com (180-Min-Audio)

Frank Otto und Jürgen Hunke wollen als Gesellschafter Hamburg 1 retten.

Sicheres Fahrwasser: Medien­unternehmer Frank Otto und der frühere HSV-Präsident Jürgen Hunke sind künftig mit je 50 % Gesellschafter des Lokal­senders Hamburg 1. Otto stockt seinen bisherigen Anteil von 40 auf 50 % auf, Hunke tritt neu in die Gesellschaft ein. Die beiden wollen den Sender mit zusammen rund 1 Mio Euro vor der Insolvenz retten. Der Schweizer Mehrheits­­eigner Michel Medien Beteiligung hatte im Herbst 2021 die Finanzierung eingestellt.
meedia.de, turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Matze Hielscher.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Matze Hielscher ist Medien­unternehmer und Host des Podcasts "Hotel Matze". Im turi2 Videofragebogen outet er sich u.a. als Gelegenheits­raucher und Fan von Werner Herzog. Hielscher ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungsmacherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Hielscher), turi2.de (großes Interview der turi2 edition #19)

ARD/ZDF-Studie: Die Hälfte der U30-Jährigen hört Podcasts.

Hört sich gut an: Jede Zweite unter 30 hört regelmäßig Podcasts und zeit­versetze Radio­beiträge, sagt die Studie Massen­­kommunikation Trends 2022 von ARD und ZDF. Auf alle Alters­gruppen gesehen bleibt Bewegtbild mit 88 % allerdings auf Platz 1. Hier hat das lineare Fernsehen mit 65 % die Nase vorn. 68 % der Deutschen hören jeden Tag Radio, 8 % weniger als in der Vorjahres­befragung, die allerdings ausschließlich übers Telefon stattfand. Dieses Jahr haben ARD und ZDF Menschen auch online befragt.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Correctiv zieht gegen Landesbehörde von Sachsen-Anhalt vor Gericht.

Correctiv Ausrufezeichen ohne Schriftzug-150Wasser marsch: Das Recherche-Netzwerk Correctiv zieht gegen eine Behörde des Landes Sachsen-Anhalt vor Gericht, weil diese sich weigere, die größten industriellen Wasser­verbraucher des Landes zu nennen. Das Verwaltungs­gericht Halle muss nun klären, ob die Behörde die Anfrage nach dem Umwelt­informations­gesetz ablehnen darf. Andere Bundesländer hätten die Correctiv-Anfrage beantwortet.
correctiv.org

Lese-Tipp: Radio muss nicht in Selbstmitleid verfallen, sagt Stefanie Schäfer.

Lese-Tipp: Radio­macherinnen sollten nicht "in Selbst­mitleid verfallen", weil sie musikalisch nicht mit den Streamern mithalten können, sagt die lang­jährige Musik­chefin des SWR-Jugendradios Das Ding, Stefanie Schäfer. Radio könne "Geschichten zu Songs und den Menschen, die dahinterstehen" erzählen, was Plattformen wie Spotify und Co "nicht leisten" können. Sie empfindet viele Entscheidungen im Bezug auf Radio als "zu hektisch und aktionistisch".
radioszene.de

Hör-Tipp: Katarzyna Mol-Wolf über Markenaufbau und Erfolg mit Print.

Hör-Tipp: Wer eine Marke aus dem Nichts aufbauen will, sollte sich früh überlegen, wo er seine Community kommerzialisieren kann, sagt Verlegerin und "Emotion"-Herausgeberin Katarzyna Mol-Wolf im Podcast "OMR Media". Es sei nett, wenn jemand mal einen Kaffee ausgibt, aber am Ende gehe es um die Frage: "Was kann ich verkaufen?" Mol-Wolf ist überzeugt, dass ein Print-Produkt immer noch ein gutes Asset ist, um als Marke zu bestehen.
omrmedia.podigee.io (37-Min-Audio)

Top-Jobs: dpa, SWR und Labo M, Hyperbole.

Top-Jobs aus dem Journalismus: In Berlin sucht die dpa nach einem Redakteur/Kurator (m/w/d) für das Infocom-Kuratierungsteam. +++ Gemeinsam mit dem SWR sucht Labo M nach Unterstützung in der Redaktion für ein investigativ-journalistisches Format. +++ In Berlin oder im Mobile-Office sucht Hyperbole eine Gästeredakteur:in (m/w/d) für das Format "13 Fragen". +++ Alle Top-Jobs unter turi2.de/jobs. Trag deine offene Stelle kostenlos unter turi2.de/join ein.

Heute im turi2 Clubraum: Marieke Reimann über frischen Wind für die Ohren.


Finale: Marieke Reimann verantwortet als Zweite Chefredakteurin des SWR u.a. Radio und Podcasts im Südwesten und redet auch bei der Audio-Strategie der ARD mit. Zum Ausklang der turi2 Podcast-Wochen spricht Reimann mit Aline von Drateln und Markus Trantow über die Rolle des Radios, den wachsenden Stellenwert von Podcasts – und über die Lage der ARD. Außerplanmäßig sendet der Livepodcast von turi2 bereits am Donnerstagmittag um 11 Uhr.

Der turi2 Clubraum diskutiert normalerweise immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren Podcast-Star und TV-Moderator Mickey Beisenherz, die Podcast-Produzentin Ina Tenz und Radio-Managerin Valerie Weber zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (live ab 11 Uhr)

turi2.de/termine: Let’s go green, Aufsichtsrats-Talk.

Termine: Der Digital Publishing Report lädt heute zur Digitalkonferenz Let’s go green. Ab 15 Uhr geben u.a. Trend- und Zukunftsforscher Tristan Horx und Beraterin Nina Klein Impulse zur Nachhaltigkeit für Publishing und Produktion. +++ Die Directors Academy podcastet ab 17 Uhr zum Thema Auf­sichts­rat und Nachhaltigkeit. Zu Gast ist Michael Kemmer, Aufsichtsrats-Chef der Umwelt­bank, die Moderation übernimmt Unternehmens­berater Rudolf X. Ruter. +++ Die Events sind kostenlos und finden online statt.
Alle Termine, frei durchsuchbar unter turi2.de/termine

“Tagesspiegel”: Hagen Brandstäter räumt wohl seinen Posten beim RBB.

RByeBye: RBB-Verwaltungsdirektor Hagen Brandstäter kehrt wohl nicht auf seinen Posten im Sender zurück, erfährt der "Tagesspiegel" auf Anfrage. Brandstäter sei bereits seit Wochen krankgeschrieben, regulär würde er sich Ende April 2023 in den Ruhestand verabschieden. Seine Stelle soll "so schnell wie möglich" ausgeschrieben werden. Gestern war bekannt geworden, dass die Generalstaatsanwaltschaft nun auch gegen Brandstäter ermittelt.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Tom Buhrow sieht bei der Reform der Öffentlich-Rechtlichen die Politik in der Pflicht.


Parteien-Bremse: Der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow schiebt in einer "Zeit"-Debatte mit Julia Jäkel der Politik den schwarzen Peter in Sachen Rundfunkreformen zu. Die Politik erteile den öffentlich-rechtlichen Sendern ihren Auftrag, begrenze aber mit ihren Vorgaben "die Debatte". Auch die Entscheidung, innerhalb der ARD weniger Sender zu unterhalten, liege bei den Abgeordneten. In Landtagen, die über eine Verschlankung diskutieren, frage Buhrow oft: "Auf welche Welle von Ihrer Landesrundfunkanstalt wollen Sie verzichten?" Die Antwort "Auf gar keine" falle dann aber recht empört aus. Er habe zwar einen Plan für "eine neue ARD" entworfen, scheitere aber u.a. daran, dass alle "reflexhaft nach ihren Partikularinteressen" reagieren würden. Für Jäkel macht es sich Buhrow "zu einfach" und "miniaturisiert sich als Intendant".
zeit.de (€)

Landgericht Hamburg untersagt Verdachtsäußerungen von Business Insider, “Bild” und “stern” über den NDR


Kein Maulkorb: Das Landgericht Hamburg untersagt in mehreren Entscheidungen Verdachtsäußerungen von Business Insider, "Bild" und "stern" in Bezug auf den NDR. Der "stern" darf seine Behauptungen nicht wiederholen, Journalistinnen hätten einen "Maulkorb" bekommen oder die Senderspitze wolle nicht über das Thema der "Verschickungskinder" berichten. Auch die gegen Landesrundfunkhaus-Chefin Sabine Rossbach erhobenen Vorwürfe der "Vetternwirtschaft" seien als wahrheitswidrig einzustufen. Weder Axel Springer noch Gruner + Jahr hätten "den nötigen Mindestbestand an Beweisen" vorgelegt, urteilt das Gericht und untersagt den Verlagen mittels einstweiliger Verfügungen, die Behauptungen zu wiederholen und zu verbreiten. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.
presseportal.de, turi2.de (Background Maulkorb), turi2.de (Background Rossbach)

Business Insider: RBB-Direktion wusste um die Kosten für den Bau des Medienhauses.

Wer weiß denn so was? Die suspendierte Leiterin der RBB-Intendanz, Verena Formen-Mohr, widerspricht laut Business Insider den Aussagen von RBB-Führungskräften, sie hätten nichts von der Kosten­explosion für den Bau des Digitalen Medien­hauses gewusst. "Die Geschäftsleitung kannte die Zahlen", zitiert das Springer-Portal aus einem Schreiben von Formen-Mohrs Anwalt, das auf einen Fragenkatalog der RBB-Personalabteilung antwortet. Demnach hat der Bericht mit der brisanten Kalkulation über 188 Mio Euro nicht nur ihr, sondern auch RBB-Chefredakteur David Biesinger und Unternehmenssprecher Justus Demmer vorgelegen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen zuletzt auf weitere Führungskräfte ausgeweitet.
businessinsider.de, turi2.de (Background)

Update 19.20: In einer früheren Version dieser Meldung hatte turi2 fäschlicherweise den Eindruck erweckt, dass Formen-Mohr über ihren Anwalt mit Business Insider kommuniziert hat. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. Das Zitat stammt aus einem an das Springer-Portal durchgestochenen Dokument.

Sebastian Holzapfel wird Digital Lead bei Funke in Thüringen.

Funke macht Sebastian Holzapfel zum Digital Lead der "Thüringer Allgemeinen", der "Thüringischen Landeszeitung" und der "Ostthüringer Zeitung". Zugleich wird er Mitglied der Chefredaktion der "Thüringer Allgemeinen". Holzapfel arbeitet seit 2014 bei Funke und war zuletzt Chef vom Dienst für die drei Markenportale thueringer-allgemeine.de, tlz.de und otz.de. Zuvor hatte er die Online-Redaktionen der "Frankfurter Rundschau" und der "Frankfurter Neuen Presse" geleitet.
lifepr.de

Bettina Kasten und Kristian Costa-Zahn übernehmen Programmgeschäftsführung von ARD Kultur.

Im Kasten: Ein Duo aus Bettina Kasten und Kristian Costa-Zahn übernimmt die Programmgeschäftsführung von ARD Kultur, dem neuen Gemeinschaftsangebot der ARD, das am 26. Oktober startet. Die beiden gehören schon seit Anfang des Jahres zum erweiterten Führungsteam und folgen auf Robert Ritzow, der "aus persönlichen Gründen" darum gebeten habe, die Leitungsfunktion abzugeben.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie die “Süddeutsche” visuellen Journalismus macht.

Lese-Tipp: "Fotos, Grafiken, Animationen müssen sich mit dem Text zusammen in eine Geschichte fügen" – basierend auf dieser Erkenntnis hat die "Süddeutsche" für die Veröffentlichung der Panama Papers ein Visualisierungsprogramm entwickelt, das seitdem viele multimediale Geschichten möglich gemacht hat. Auch in diesem Text kommt es zum Einsatz und macht die visuelle Entwicklung der Zeitung seit den 90er Jahren erlebbar.
sueddeutsche.de

Ehemalige NDR-Moderatorin Anke Harnack kritisiert Einfluss von PR-Firmen im Regionalprogramm.

Dauerwerbesendung? Die ehemalige NDR-Moderatorin Anke Harnack kritisiert im Interview mit dem "stern" die Rolle von PR-Firmen beim NDR-Regionalmagazin "Hamburg Journal um 18 Uhr", das sie fast zehn Jahre moderiert hat. PR-Leute hätten etwa Interviewte "handverlesen" und teilweise versucht, den Sendeablauf zu bestimmen. Es habe sich "ein werblicher Charakter eingeschlichen", dem journalistisch zu wenig entgegengesetzt worden sei. Auch sie selbst habe sich "angepasst" verhalten. Der NDR weist den Vorwurf zurück und verweist auf die laufenden Untersuchungen. Harnack hatte ihren freien Rahmenvertrag mit dem NDR 2019 im Clinch um entgangene Honorare gekündigt.
stern.de (€), presseportal.de (Zusammenfassung)

Ex-Chefredakteur von “Auto Motor und Sport”, Ralph Alex, veröffentlicht Thriller.

Geht unter die Schriftsteller: Der ehemalige Chefredakteur von "Auto Motor und Sport", Ralph Alex, veröffentlicht seinen ersten Thriller. "Die Psy Company" handelt von einem Mann, der in andere Leben gehen kann und das Geheimnis einer amerikanischen Psychologen-Vereinigung lüften muss. Alex war von 2012 bis 2020 Chefredakteur von "Auto Motor und Sport" und widmet sich seitdem dem Schreiben.
ralphalex.de

Zitat: Christian Lindner erwartet nur langsame Kursänderungen bei ARD und ZDF.

"Die Rundfunkanstalten sind Tanker, die nur langsam den Kurs ändern können."

Im "Süddeutsche"-Interview erklärt Bundesfinanzminister Christian Lindner, warum er nicht die frühere FDP-Forderung verfolgt, das ZDF zu privatisieren und den Rundfunkbeitrag zu halbieren. Die Umsetzung solcher Forderungen sei "nicht wahrscheinlich". Er mache sich jedoch Gedanken, "wie die Legitimation der Öffentlich-Rechtlichen gestärkt werden kann und der Wettbewerb mit den Privaten fair bleibt".
sueddeutsche.de (€)

Top-Jobs: Territory, XXXLutz, Vorwerk.

Top-Jobs aus Journalismus, PR, Marketing: Für ihre Online-Redaktion sucht Territory Unterstützung in Gütersloh, Köln, Hamburg oder hybrid. +++ XXXLutz sucht einen Affiliate Marketing Manager (m/w/d) in Berlin, Montabaur, München oder Würzburg. +++ In Wuppertal sucht Vorwerk nach einem Redakteur/Themenmanager (m/w/d) Unternehmenskommunikation. +++ Alle Top-Jobs unter turi2.de/jobs. Trag deine offene Stelle kostenlos unter turi2.de/join ein.

TikTok blockiert bestimmte Begriffe wie “Nazi”, “schwul” und “LBGTQ”.

Aussortiert: Die Video-App TikTok setzt in Deutschland weiter systematisch Wortfilter ein und beschränkt damit die Meinungsfreiheit, zeigen Recherchen von NDR, WDR und "Tagesschau". Der Filter blockiere mindestens 20 Begriffe, darunter "Nazi", "Sklaven", "LGBTQ" und "schwul". Auch Kommentare die "Klimakrise" und "Klimawandel" oder Begriffe aus dem Ukraine-Krieg enthalten, bekommen häufig eine Sperre. Die Freischaltung bestimmter Begriffe nach einer ähnlichen Recherche Anfang des Jahres, habe der Konzern offenbar wieder aufgehoben. TikTok räumt Fehler ein.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Media Tenor: Roland Schatz wirft ARD, ZDF und RTL fehlende Vielfalt vor.

ARD = ZDF = RTL? Der Chef des Schweizer Medienanalysten Media Tenor, Roland Schatz, wirft ARD, ZDF und RTL vor, sich in Themenauswahl und -bewertung praktisch nicht zu unterscheiden. Als Beleg zieht er die eigene Studie heran. Schatz fragt sich u.a., wie ein Privatsender das gleiche zu liefern im Stande ist wie ARD und ZDF.
thepioneer.de (€)

turi2.de/termine: tech@media, Europäische Public Value Konferenz, Audience Development.

Termine: Der Digital Publishing Report startet ab 10 Uhr mit der Digital­konferenz tech@media einen "Technologie-Deep-Dive" für Medien­unternehmen. +++ Um 10:30 Uhr veranstaltet der MDR die zweite Euro­päische Public Value Konferenz. Themen sind u.a. Vielfalt als Qualitätsmessung sowie das Zusammenspiel zwischen Medien und Wissenschaft. +++ Ab 13 Uhr referiert Geschäfts­führer von Hybrid Eins Christian Jakubetz zum Thema Audience Development. +++ Die Events sind online und kostenlos.
Alle Termine, frei durchsuchbar unter turi2.de/termine

Wir graturilieren: Thomas Lückerath wird 40.

Wir graturilieren: DWDL-Chefredakteur Thomas Lückerath feiert heute seinen 40. Geburtstag im Urlaub mit bester Freundin, "Meeresrauschen", "Wein" und mehr Mücken, als ihm lieb ist. Zurück in Köln zelebriert er anschließend seinen runden Geburtstag am Wochenende mit "vielen lieben Leuten". Das vergangene Lebensjahr war geprägt von einigen neuen Erkenntnissen: Er hat gelernt, dass es "innerdeutsch ganz ohne Flüge geht", wenn die Branche mitdenkt und wichtige Termine nicht morgens um 10 Uhr ansetzt. Schwierig, aber machbar war das Vorhaben, gemeinsam mit AdScanner und Vodafone "zusätzliche Insights und Transparenz zur TV-Nutzung" zu liefern.

Und auch eine Premiere hat ihn ereilt: Heidi Klum hat ein Interview zur "späten Begeisterung zur Diversität" bei "Germany’s Next Topmodel" abgelehnt, weil ihr die Fragen zu kritisch waren. "Das gab es in 20 Jahren DWDL noch nicht", sagt Lückerath. Weitere Zeitgenossen, die den Chefredakteur fasziniert haben: Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger mit ihrem Interview in der "Zeit" und Springer-CEO Mathias Döpfner mit seiner überbordenden "Integrität" – "reinste Ironie natürlich".

Gratulationen erreichen Lückerath heute über alle digitalen Wege, z.B. via Linked-in und Twitter. Brieftauben und Geschenke würden angesichts des Urlaubs zu lange brauchen.

Presserat sieht bei “Welt”-Gastbeitrag keinen Verstoß gegen publizistische Grundsätze.

Bleibt ungerügt: Der Presserat sieht im "Welt"-Gastbeitrag Wie ARD und ZDF unsere Kinder indoktrinieren keinen Verstoß gegen publizistische Grundsätze. Der Text enthalte "keine pauschal abwertenden Aussagen über Transsexuelle" und sei von der Meinungsfreiheit gedeckt. Acht Leserinnen hatten beim Presserat Beschwerde gegen den Beitrag eingelegt, den Kritikerinnen als "transfeindlich" bezeichnen.
welt.de, turi2.de (Background)

Facebook stellt seinen Newsletter-Service Bulletin ein.

Subscription failed: Facebook stellt seinen im Juni 2021 gestarteten Newsletter-Service Bulletin Anfang 2023 ein, gibt das Unternehmen bekannt. Für Bulletin schreiben derzeit vor allem bekannte US-Autorinnen, die einen "direkteren Draht" zu ihrer Leserschaft suchten. Facebook übergibt ihnen sowohl den von ihnen produzierten Content als auch ihre persönlichen Abo-Listen.
nytimes.com

Debatte: Medien pflegen eine schreckliche Link-Kultur.

Gelinkt: Medien pflegen eine schreckliche Link-Kultur, kritisiert Markus Reuter. Anstatt Leserinnen nützliche Weiterführungen "nach außen" anzubieten, verlinken viele Publikationen nur innerhalb des eigenen Hauses – was allerdings kaum nützlich ist. Das eigene Medium gelte "als Insel in einem Meer von Feinden", dabei seien fehlende Links vor allem "ein journalistisches Armutszeugnis" und "ein Stinkefinger an die Leserschaft".
netzpolitik.org

Business Insider erhebt Vetternwirtschaft-Vorwurf gegen stellvertretende NDR-Intendantin Andrea Lütke, NDR dementiert.

Gute Nachbarschaft? Business Insider erhebt nach weiteren Recherchen zum NDR nun auch Vorwürfe gegen die stellvertretende Intendantin Andrea Lütke. Demnach habe der NDR Niedersachsen über Jahre Aufträge an die Produktionsfirma Cineteam Hannover erteilt, deren Vorläufer Lütkes Ehemann gegründet hatte und die auf dem Grundstück des Ehepaares zur Miete wohnt. Die Firma habe dem NDR auch Satellitenwagen vermietet und Fördergelder von der Nordmedia erhalten – unter anderem für die Produktion von "Kliemannsland", dessen Geschäftsführer zum damaligen Zeitpunkt auch Geschäftsführer von Cineteam waren. Bei der Entscheidung über die Förderung hatte auch Lütke votiert. Der NDR dementiert, es liege aufgrund der Transparenz "kein Interessenskonflikt" vor. Die persönliche Beziehung Lütkes sei den Vorgesetzten bekannt gewesen, das Kliemannsland hätten Fynn Kliemann und Cineteam gemeinsam entwickelt.
businessinsider.de

“Wenn wir am Mikrofon sitzen, ändert sich alles.” – Norbert Linke über Sprache in Podcasts und im Radio.


Sprachunterricht: Ein ausformuliertes Manuskript ist das größte Hindernis für freies Sprechen, sagt Nachrichtencoach Norbert Linke. Im Interview für die turi2 Podcast-Wochen erklärt er, wie man Texte für Radio und Podcasts konzipiert. Im Radio sei die Sprache oft zu formalisiert, bei Podcasts werde “mitunter wild drauflos schwadroniert”. Linke rät zu kurzen Sätzen und regelmäßigen Sprechpausen, um den Zuhörenden Luft zu geben. “Definiere einen markanten Einstieg, dann sprich frei an Stichworten entlang.” Podcast-Hosts legt er ans Herz: “Kommt schneller zum Thema!” Weiterlesen >>>

Funke besetzt die Chefredaktionen der “Thüringischen Landeszeitung” und der “Ostthüringer Zeitung” neu.

Der Funke springt über: Die stellvertretende Chefredakteurin Gerlinde Sommer steigt bei Funke zur Chefredakteurin der "Thüringischen Landeszeitung" auf. Sie übernimmt den Posten von Nils Kawig, der zur "Ostthüringer Zeitung" wechselt. Dort tritt er die Nachfolge von Jörg Riebartsch an, der in den Ruhestand geht.
newsroom.de

Lukas Podolski bekommt wöchentliche Radioshow auf bigFM.

Gibt 'nen Kick: Fußballstar Lukas Podolski startet am 5. Oktober eine wöchentliche Radio-Show auf BigFM. Unter dem Titel "Good Vibes Only – wenn die Glücksgefühle kicken" spricht er mit BigFM-Moderator Reese Moore über die richtige Motivation, kulturelle Vielfalt, positive Stimmung und seine Verbindung zur Musik. Der Kölner Ex-Nationalspieler engagiert sich in der Jugendarbeit und organisiert 2023 das Glückgefühle Festival.
presseportal.de