US-Medienkonzern Insider strukturiert seine Redaktionen um.

Insider, Mutterkonzern hinter Business Insider, will die beiden Medien-Marken Insider und Business Insider besser voneinander abgrenzen und strukturiert die Redaktionen in die drei Bereiche Business, News und Lifestyle um. Insider soll sich künftig um allgemeine Nachrichten, Politik und Lifestyle kümmern; Business Insider bleibt bei einer Mischung aus Executive News und Lifestyle.
digiday.com

Zitat: Frank Überall freut sich, dass Rezo seine Entschuldigung angenommen hat.

"Ich breche mir auch keinen Zacken aus der Krone, mich zu entschuldigen."

DJV-Chef Frank Überall freut sich gegenüber der dpa, dass Rezo seine Entschuldigung für die missglückte und dann zurückgezogene DJV-PM angenommen hat. Für Rezo sei die Sache nun erledigt, da müsse nun auch "niemand respektlos nachtreten".
wuv.de, youtube.com (Rezos Journalismus-Kritik, 14-Min-Video)

Ranking: Deutsche PR-Profis fürchten die Investigativredaktion von “Frontal 21” am meisten.

Investigativ-Recherche: Das ZDF-Politmagazin "Frontal 21" (33 %), der Rechercheverbund aus NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (32 %) sowie der "Spiegel" (29 %) sind die meist gefürchteten Investigativredaktionen unter deutschen PR-Profis. Für das Ranking haben News aktuell und Faktenkontor 510 Fach- und Führungskräfte der PR befragt. Schlusslichter des PR-Trendmonitors sind die "FAZ" mit 5 % und "Report München" mit 4 %.
presseportal.com

Hör-Tipp: Divers besetzte Redaktionen können die Welt besser abbilden.

Hör-Tipp: Marieke Reimann, Chefredakteurin des jungen Zeit-Online-Beiboots Zett, erklärt im OMR-Media-Podcast mit Pia Frey, warum ihr Newsroom divers besetzt ist und wie sie bei der Nachwuchssuche vorgeht. Bei Zett haben sechs der 23 Mitarbeiter einen Migrationshintergrund, zwei kommen aus Österreich - damit erreicht das Team auch neue Zielgruppen.
podigee.io, podcasts.apple.com

Meinung: Greta Thunberg braucht für Medienpräsenz immer neue Aktionen.

PR: Klimaaktivistin Greta Thunberg wird ihre Medienpräsenz bald durch immer neue Aktionen befeuern müssen, schreibt Journalismus-Professor Volker Lilienthal. Greta sei für die Medien eine ähnliche Ikone wie Mahatma Gandhi, aber "geschichtlich neu, weil es noch nie ein Kind gab, das deutlich so eine Tendenz verkörperte". Lilienthal glaubt, es wäre PR-wirksamer gewesen, Trumps Einladung anzunehmen, auch wenn die Verweigerung nachvollziehbar sei.
horizont.net

Zitat: Journalisten sind keine Gatekeeper mehr, sagt Kai Diekmann.

"Als Chefredakteur der 'Bild'-Zeitung habe ich früher darüber entschieden, wer mit welchen Botschaften ein Massenpublikum erreicht. Ich war der Gatekeeper, der Agenda Setter. Das ist vorbei. Jetzt kann sich jeder selber in der Öffentlichkeit inszenieren und sein Publikum ansprechen."

Kai Diekmann beschreibt im Porsche-Podcast den Verlust des "Veröffentlichungs-Monopols" der Medien – Aufgabe der Journalisten sei nun, Inhalte "unabhängig zu überprüfen".
porsche-consulting.de (21-Min-Audio)

Zitat: Benjamin Fredrich will Sozialwissenschaften im “Katapult Magazin” zugänglicher machen.

"Je länger Medienleute auf dem Magazinmarkt tätig sind und sich dementsprechend auskennen, desto erstaunter sind sie über unseren Erfolg."

Benjamin Fredrich, Gründer und Chefredakteur des Sozialwissenschaft-Magazins Katapult, hat mit seinem Magazin vor allem ein egoistisches Ziel verfolgt. Der Wissenschaftler wollte die Sozialwissenschaften einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, sagt er im Meedia-Interview.
meedia.de

“Welt am Sonntag” stellt Wettbetrugs-Enthüllung des “Spiegel” infrage.


Kontrolle ist besser: Die "Welt am Sonntag" erhebt weitere Zweifel am Wahrheitsgehalt eines Textes von Football-Leaks-Enthüller Rafael Buschmann (Foto) aus dem Jahr 2014 über ein verschobenes WM-Spiel. Der zuständige Dokumentar habe schon vor der Veröffentlichung "keine hinreichenden Dokumente oder Beweise" für Buschmanns These finden können, dass das Spiel zwischen Kroatien und Kamerun manipuliert wurde. Er notierte "kein Beleg" auf dem Prüf-Manuskript, das laut "WamS" noch existieren soll. Der damalige Sport-Ressortleiter Michael Wulzinger habe die Einwände des Dokumentars übergangen und den Text ins Blatt gehoben.

Der "Spiegel" habe einen Fragenkatalog der "Welt am Sonntag" zu dem Thema nicht beantwortet. Stattdessen teilt der Verlag mit, dass es zu dem Artikel nun weitere Recherchen gebe. Bisher gebe es keine Belege für eine Fälschung. Medienjournalist Kai-Hinrich Renner hatte Anfang August berichtet, dass die geplante Beförderung Buschmanns zum Investigativ-Chef zunächst auf Eis liegt.
"Welt am Sonntag", S. 35 (Paid), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Musikfirmen finanzieren neue Musik-Magazine.

Musikjournalismus: Festival-Veranstalter Goodlive und Kartenverkäufer Ticketmaster füllen die Lücke, die eingestellte Blätter wie "Intro" und "Spex" hinterlassen, berichtet Musikjournalist Christoph Möller bei DLF Nova. Das Ticketmaster-Magazin Applause sei der Versuch, das Image loszuwerden, nur teure Karten zu verkaufen. Chefredakteur Daniel Koch sagt, er habe aber große Freiheiten, auch bei politischen Themen. Nicetry-Chefin Jördis Hagemeier sieht in ihrem Magazin mehr als nur ein Werbefenster für die Goodlive-Events.
deutschlandfunknova.de (6-Min-Audio)

Zitat: Georg Restle beklagt, dass Journalisten es den Populisten leicht machen.

"Wann endlich lernen auch wir Journalisten, abzuwarten, bis die Fakten auf dem Tisch liegen; nicht alles zu glauben, was einem die Polizei erzählt und mal darüber nachzudenken, welche Auswirkungen eine solche Berichterstattung auf eine Gesellschaft hat, deren Debatten zum Thema Flüchtlinge sowieso schon völlig überhitzt sind?"

Georg Restle von "Monitor" kommentiert die mediale Erregung um die Rheinbad-Räumung. Polizei und Journalisten verbreiten Falsches, das die AfD aufbauscht und ausschlachtet.
ardmediathek.de (9-Min-Video)

Zitat: Peter Boudgoust wünscht sich selbstbestimmte Staatsbürger, keine reinen Konsumenten.

"Wir dürfen Menschen nicht primär als Konsumenten betrachten, auch nicht als schlaue Konsumenten, sondern als Staatsbürger, die selbstbestimmt darüber entscheiden können, wie sie leben wollen."

Menschen dürfen durch Journalismus nicht bevormundet, aber auch nicht "mit irgendwelchen Unwägbarkeiten allein gelassen werden", sagt der scheidende SWR-Intendant Peter Boudgoust im Interview mit der "Kontext Wochenzeitung". Journalismus müsse den Menschen helfen, sich ein eigenes "fundiertes Urteil zu bilden".
kontextwochenzeitung.de

Studie: Weil Drohungen verpuffen, setzen Anwälte stärker auf PR.

Drohende Anwälte verfehlen häufig ihr Ziel, ermittelt eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung. Gerade investigative Rechercheure nähmen sie als Ansporn. Juristen arbeiten deshalb immer öfter mit PR-Leuten zusammen, um ins Gespräch zu kommen. Die Gefahr für Journalisten, sich einlullen zu lassen, steige. Die Studienautoren Daniel Moßbrucker und Tobias Gostomzyk raten Medien, einen Fonds aufzubauen, um Prozesse um Meinungs- und Pressefreiheit häufiger bis zur höchsten Instanz durchzuboxen.
ndr.de, daniel-bouhs.de (Moßbrucker, 20-Min-Audio), otto-brenner-stiftung.de (PDF)

Lese-Tipp: Springer-Chef Döpfner kritisiert Abschaffung der “DDR”-Anführungszeichen.

Lese-Tipp: Springer schrieb "DDR" bis August 1989 in Anführungszeichen, erinnert sich die "Welt am Sonntag". Die Schreibweise sollte daran erinnern, dass der Staat weder "deutsch noch demokratisch noch eine Republik" sei. Springer-Chef Mathias Döpfner kommentiert die damalige Abschaffung als eine "opportunistische Peinlichkeit“ und "historischen Fehler".
"Welt am Sonntag", S. 49 (Paid), welt.de (Döpfner-Kommentar, Paid)

Meinung: Der “Spiegel” hat sich in der Causa Hingst nichts vorzuwerfen.

Causa Hingst: Der "Spiegel" trägt keine Verantwortung für den mutmaßlichen Selbstmord der Bloggerin und Historikerin Marie Sophie Hingst, argumentiert Ingo Way. Die Recherche sei "sachlich, inhaltlich einwandfrei und keineswegs reißerisch" gewesen. Über Lügen und Hochstapelei aus Angst um das Leben der Protagonisten nicht mehr zu berichten, führe absehbar zu einem Ende der Kritik.
juedische-allgemeine.de, turi2.de (Background)

Meinung: Chefredakteur nutzen Rankings, um ihre Redaktionsbudgets zu schützen.

Chefredakteure schützen ihre Budgets "vor weiteren Einschnitten" mithilfe von Zitate-Rankings, beobachtet Ulrike Simon. Die "Ersatzwährung" verliere nicht mal durch ihren schlechten Ruf und unseriöse Methodik an Bedeutung. Verlage brächten Journalisten mit ihren Erfolgserwartungen dazu, "auf der Berichterstattungswelle zu surfen, anstatt mit eigenen Recherchen gegen den Strom zu schwimmen".
"Horizont" 31/2018, S. 18 (Paid)

Meinung: Die Herkunft des mutmaßlichen Täters sollte genannt werden.

Medienethik: Journalisten sollten die Herkunft des mutmaßlichen Täters vom Frankfurter Hauptbahnhof nennen, argumentiert Ines Pohl, Chefredakteurin der Deutschen Welle. Da es eine Debatte darüber gibt, ob und was der Fall mit der Zuwanderung zu tun hat, bestehe öffentliches Interesse. Das rechtfertige aber nicht das Verhalten von Medien, die "Rassismen befeuern, weil es Aufmerksamkeit bringt - und Umsatz".
dw.com/de

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Ich finde Perspektiv-Wechsel gut." Chefredakteurin Ines Pohl über ihr erstes Jahr bei der Deutschen Welle.

Meinung: Gute Geschichten können trügen.

Gute Storys reißen Menschen mit, können sie aber auch trügen und ihr Urteil manipulieren, schreibt Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Er nennt Ursula von der Leyen als Beispiel, die gern mit ihrem Mann und den sieben Kindern für Heile-Welt-Fotos posiert. Auch Propaganda funktioniere über Geschichten, denn sie "verwandeln die Fragmente eines Lebens in kausal verknüpfte Ereignisfolgen".
sueddeutsche.de (Paid)

“NZZ” und “FAZ” beenden ihre inhaltliche Kooperation.

NZZ und FAZ haben ihre redaktionelle Kooperation beendet. Sie zielte darauf ab, mit gemeinsamen Korrespondenten in Russland und Japan kostensparend, aber tiefgründig zu berichten. Beide Verlage äußern sich nicht zu Gründen. Die Schweizer "Handelszeitung" vermutet Zwist, weil die "NZZ" in Deutschland "eine forsche Expansionsstrategie verfolgt" und der "FAZ" womöglich Leser abjage. Die "NZZ" will nun ihre Kooperation mit dem "Handelsblatt" ausbauen.
handelszeitung.ch

Zitat: Redaktionen wünschen sich Vielfalt, sagt Wissenschaftlerin Julia Lück.

"Wenn man unterschiedlichste Leute in der Redaktion hat, aber alles andere so macht wie immer, dann geht Vielfalt unter, in den etablierten Strukturen, in den Blattlinien, den Deadlines."

Wissenschaftlerin Julia Lück forscht zu Diversity in Redaktionen und sagt im "taz"-Interview, den meisten deutschen Verlagen fehlten Zahlen zu ihren Redaktionen, und eine Vision für Vielfalt im Arbeitsalltag.
taz.de

Lese-Tipp: Philipp Lahm spricht mit der “Zeit” über seine Beziehung zu Journalisten.

Lese-Tipp: Ex-Fußballer Philipp Lahm spricht mit der "Zeit" über das Verhältnis zwischen Fußballern und Journalisten. Durch Social Media seien Fußballer heute ihr eigenes Medium. Einige Journalisten hätten zwar die Handynummer von Lahm, jedoch nicht für Deals: Kein Journalist würde ihn für Zitate direkt anrufen, betont Lahm, "vielleicht schicken sie mir eine SMS zum Geburtstag".
"Zeit" 31/2019, S. 16 (Paid)

US-Sportportal The Athletic expandiert nach Großbritannien.

Sportjournalismus: Das amerikanische Sportportal The Athletic expandiert über den Teich, um über britischen Fußball zu berichten. Es startete 2016 in Chicago, wuchs schnell und hat in den USA und nun auch in Großbritannien renommierte Journalisten von u.a. "Washington Post", "Sports Illustrated", "Guardian" und BBC abgeworben. The Athletic will in Großbritannien bis zu 50 Stellen schaffen und ein Fußball-Abo für fünf Dollar im Monat anbieten.
sueddeutsche.de

Wirecard beschuldigt die “Financial Times” der Beihilfe zur Marktmanipulation.


Oh Wire: Wirecard fordert die "Financial Times" in einem Brief auf, keine Artikel mehr über den Konzern zu publizieren. Stattdessen solle die Zeitung Fehlverhalten in den eigenen Reihen aufdecken. Wirecard habe "unwiderlegbare Beweise für eine Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern der 'Financial Times' und Shortsellern".

Es soll sich um die Tonaufzeichnung eines Gesprächs handeln, bei dem ein Investor einem anderen empfiehlt, auf den Kursverfall der Wirecard-Aktie zu spekulieren, die durch einen neuen, kritischen Artikel in der "Financial Times" fallen werde. Die Zeitung schreibt seit längerem regelmäßig über seltsame Zahlungsströme bei dem Unternehmen.Die Bafin hatte im Februar ein befristetes Leerverkaufsverbot für Wirecard-Aktien festgelegt.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Frankreich belässt es beim Pressegesetz von 1881.

Frankreich bleibt bei seinem Pressegesetz und sieht von Neuerungen ab, die Hass im Internet bekämpfen sollten. Justizministerin Nicole Bellouet hatte vorgeschlagen, Klagen wegen Beleidigung und Verleumdung auszugliedern. Journalisten empfanden die Idee als bedrohlich, weil sie auch rein strafrechtliche Prozesse gegen sie vereinfacht hätte.
"FAZ", S. 14 (Paid)

Meinung: Medien begeben sich bei der Wahlberichterstattung auf Schlingerkurs.

Medien rudern nur halbherzig zurück, nachdem sie Jens Spahn bereits den Posten als Verteidigungsminister zugesprochen haben, beobachtet Clara Lipkowski. Die "Rheinische Post" vermeldete den Wechsel unter Berufung auf Regierungskreisen, Focus Online machte daraus ein "Drama in 3 Akten". Beim "Tagesspiegel" war noch bis Mittwochnachmittag die Foto-Unterzeile "Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnte neuer Verteidigungsminister werden." zu lesen.
sueddeutsche.de

Reuters Institute: In Redaktionen herrscht zu wenig Vielfalt.

Redaktionen fehlen Mitglieder mit Migrationshintergrund, vom Land und aus sozial schwächeren Schichten. Das ist das Ergebnis einer qualitativen Studie des Reuters Institutes der Universität Oxford in Deutschland, Großbritannien und Schweden. Personen abseits der klassischen Mittelstandsfamilie fehle es an Vorbildern. Zudem seien viele sprachlich oder kulturell mit höheren Einstiegshürden konfrontiert.
sueddeutsche.de

Zitat: Uwe Vetterick, Chef der “Sächsischen Zeitung”, will Abo-Abschlüsse analysieren.

"Der genauere Blick darauf, welcher Journalismus Menschen Geld wert ist, führt zu besserem Journalismus."

Uwe Vetterick, Chefredakteur der "Sächsischen Zeitung", widerspricht im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" der These, das Ziel mit Texten Abos zu verkaufen, gefährde die Unabhängigkeit des Journalismus.
sueddeutsche.de

NZZ lässt sich von AfD und Shitstorms leiten, meint Daniel Binswanger.

NZZ positioniert sich zunehmend shitstorm­getrieben auf dem deutschen Markt, analysiert Daniel Binswanger. Sie unterstütze die Gemäßigten innerhalb der AfD, Chefredakteur Eric Gujer gehe mit seinen Kommentaren an die Grenzen dessen, was auf dem Boden einer liberal-demokratischen Grundhaltung steht. Binswanger vermisst klare publizistische Linien und sieht ein Unternehmen, das die Grenzen des politischen Anstands austestet.
republik.ch


New Orleans kritisiert Tropensturm-Berichterstattung der “Washington Post”.

Washington Post erntet von der Stadtverwaltung in New Orleans Kritik für die Berichterstattung zum Tropensturm Barry. Die Zeitung titelte, die Bewohner verließen "in Angst" die Stadt. Die Überschrift entspreche nicht der Faktenlage. Die "New Orleans Advocate", die einzig verbliebene Lokalzeitung der Stadt, zügelt die Kollegen: "Ihr macht unsere Familien und Freunde verrückt". Das Gefährliche sei nicht die Windstärke, sondern das Wasser.
sueddeutsche.de

Ermittlungen gegen Correctiv-Chefredakteur werden eingestellt.

Pressefreiheit: Die Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen gegen den Correctiv-Chefredakteur Oliver Schröm ein. Die Schweizer Privatbank Sarasin zeigte den Journalisten aufgrund des Verdachts der Wirtschaftsspionage an. Die Staatsanwaltschaft sieht "keinen hinreichenden Tatverdacht". Der damalige "stern"-Reporter berichtete über CumEx-Geschäfte.
correctiv.org , abendblatt.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Politikpsychologe Thomas Kliche kritisiert die Berichte über Merkels Gesundheit.

"Im Grunde schicken wir doch Politik-Paparazzi los. Und die machen ein Thema aus einer Sache, die uns von den wirklich wichtigen Fragen ablenkt."

Der Politikpsychologe Thomas Kliche sagt im Deutschlandfunk, dass die Berichterstattung zu Angela Merkels Gesundheit nichts über ihre Handlungsfähigkeit vermittelt habe und dadurch nichts als Tratsch sei.
deutschlandfunk.de

Video-Tipp: Stefan Winterbauer trifft Ulrich Wilhelm zum “Sommerinterview”.

Meedia schickt Stefan Winterbauer zum Video-"Sommerinterview" mit ARD-Chef Ulrich Wilhelm (Foto). In knapp 30 Minuten fragt er Wilhelms Positionen zu aktuellen Themen und Kritik ab. Wilhelm lehnt eine Verengung des Auftrags von ARD und ZDF auf Kultur, Bildung und Information ab, bekräftigt seine Forderung nach einem an die Teuerungsrate angepassten Rundfunkbeitrag und kontert Kritik, dass die ARD vor allem Ältere erreiche.

Den Vorwurf politisch unausgewogener Berichterstattung sieht Wilhelm gelassen, weil es ihn schon in vordigitaler Zeit gab, will die Kritiker aber ernst nehmen. "Wir sind nie divers genug", sagt Wilhelm zur Frauenquote in Führungspositionen und sozialer Durchmischung der Redaktionen. Öffentliche Debatten sollten ARD-Journalisten - auch bei Twitter - eher abbilden, als selbst zum Akteur zu werden, sagt Wilhelm über twitternde Mitarbeiter. Selbst will der BR-Intendant nicht auf Twitter aktiv werden.
youtube.com (30-Min-Video), meedia.de

Meinung: Nennung der Nationalität von Verdächtigen birgt Gefahren.

Pressekodex: Die Nennung der Nationalität von Verdächtigen deckt das Informationsinteresse der Öffentlichkeit, befeuert aber Vorurteile, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die Polizei hatte nach der Vergewaltigung in Mülheim an der Ruhr von "bulgarischen" Verdächtigen gesprochen, was Boulevardmedien anders als die zunächst wartende "Süddeutsche Zeitung" aufgriffen.
sueddeutsche.de

Zitat: “Zeit”-Chef Rainer Esser will in Meetings keine Machtdemonstrationen.

"Viele Meetings finden im Stehen statt, das diszipliniert ungemein."

"Zeit"-Chef Rainer Esser will die Diskussionskultur im Verlag künftig "zielgerichteter" gestalten, sagt er an der Seite von Giovanni di Lorenzo im "Horizont"-Doppelinterview.
"Horizont", S. 14 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Jammern verboten": Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt (12/2018).