“Zeit” startet Podcast über politische Gegensätze.

Unterschiedlich geladene Pole: Die "Zeit" lässt im neuen Podcast "Warum denken Sie das?" Menschen mit komplett unterschiedlichen Meinungen aufeinander­treffen. In der ersten Folge interviewen die Moderatorinnen Jana Simon und Philip Faigle eine Gegnerin der Corona-Impfung und eine Ärztin, die sich für das Impfen einsetzt. Anschließend treffen sich die beiden Frauen zu einer Diskussion.
zeit.de

Walther Steinhuber wird neuer Digital-Geschäftsführer der “Süddeutschen Zeitung”.

Süddeutsche Zeitung macht Walther Steinhuber (Foto) ab 1. Oktober zum neuen Digital-Geschäftsführer. Er folgt auf Jens Kessler, der die Stelle vor zwei Jahren angetreten ist. Steinhuber kommt von RTL Interactive, wo er die Entwicklung der Digital-Produkte verantwortete. Er wird die Digitalgeschäfte der "SZ" gemeinsam mit Johannes Hauner führen. Kessler verlässt die SWMH zum Ende des Jahres.
meedia.de, new-business.de

Zitat: Friederike Sittler über Gender-Ungetüme in journalistischen Texten.

"Was mich an der Debatte ärgert, ist, dass wir ständig mit völlig abstrusen Wortkonstruktionen konfrontiert werden, die wir nicht wählen würden."

Die Vorsitzende des Journalistinnenbundes Friederike Sittler ist fürs Gendern, aber nicht, wenn es über das Ziel hinausschießt – etwa bei "Taliban*innen". Sie plädiert im Meedia-Interview stattdessen für genderneutrale Begriffe.
meedia.de (Paid)

Lese-Tipp: Bei den “Elefantenrunden” am Wahlabend verläuft nicht immer alles nach Plan.

Lese-Tipp: Deutschland­funk erinnert noch einmal an die legendärsten "Elefanten­runden" an den Wahl­abenden der vergangenen Jahrzehnte – inklusive leerem Studio und einem angetrunkenen Franz Josef Strauß. Dem früheren ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender (Foto) bleibt vor allem Gerhard Schröder in Erinnerung, der 2005 in Anwesenheit von Angela Merkel sagte, nur er könne eine stabile Regierung stellen.
deutschlandfunk.de

Sigmund Gottlieb kommentiert künftig auf “The European” deutsche Innenpolitik.

Immer wieder freitags: Ex-BR-Chefredakteur Sigmund Gottlieb gibt künftig wöchentlich seine Meinung im "The European" kund. Der Video-Kommentar zur deutschen Innenpolitik erscheint jeden Freitag, ein Zeitpunkt, an dem der Journalist früher auch in den ARD-Nachrichten bevorzugt den Kommentarplatz füllte, wie der Spiegel berichtet. Gottlieb ist seit dem 1. September Herausgeber des Debatten-Portals "The European".
dwdl.de, turi2.de (Background)

“Tagesspiegel” startet neuen Newsletter “Morgenlage” und “Abendlage”.

Tagesspiegel baut sein Newsletter-Konzept um und verschickt künftig werktags zweimal täglich überregionale Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die "Morgenlage" erscheint um 6 Uhr, die "Abendlage" um 18 Uhr. Der neue Newsletter wechselt die "Morgenlage Politik", "Morgenlage Wirtschaft" und die "Fragen des Tages" ab.
newsletter.tagesspiegel.de

Basta: Im Weltall müffelt’s nach faulen Eiern – und Himbeeren.

Odeur Space: Autorin Franziska Bechthold stellt bei Futurzone.at die berechtigte Frage: Wie riecht es eigentlich im All? Bei ihrer Recherche stößt sie auf olfaktorische Genüsse und Abgründe. Da ist einerseits der miefende Eier-Komet und andererseits die Gaswolke Sagittarius B2. Die duftet nach "Schießpulver, Steak, Himbeeren und Rum". Werden deshalb so selten Frauen ins All geschickt, weil es dort nach Altherrenzimmer riecht?
futurzone.at

“Politiker haben Angst, ein Meme zu werden” – So lief der Social-Media-Talk zur Bundestagswahl.


Teilen, um zu herrschen: "Wenn Instagram die Müllkippe von Social Media ist, dann ist TikTok die Müllkippe der Müllkippe", sagt Niko Kappe im Social-Media-Talk zur Bundestagswahl des Frankfurter PresseClubs und von turi2. Wie sich Instagram, TikTok, Facebook & Co auf die Wahl auswirken, haben die Diskussions-Teilnehmerinnen am Mittwochabend via Zoom und im turi2 Clubraum diskutiert. Der Lehrer und erfolgreiche TikTok-Creator Kappe beschreibt, dass Zweit- und Dritt-Verwertung auf der Kurzvideo-Plattform gar nicht gehen. Amelie Marie Weber, Social-Media-Chefin der Hauptstadt-Redaktion der Funke-Zeitungen, hat Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz für TikTok interviewt – Hunderttausende schauen sich die 60- bis 80-Sekündigen Clips an. Bei ihr erfahren die Jungwählerinnen nicht nur, wie die Polit-Promis ticken, sondern auch, was sie gerne essen und welche Emojis sie versenden. Sie bemerkt aber auch Vorsicht und Zurückhaltung: "Politiker haben Angst, ein Meme zu werden."

Helge Ruff, Gründer und Chef der Agentur OneTwoSocial, findet, dass viele Parteien Social Media oft falsch nutzen. So bringe es niemandem etwas, wenn Olaf Scholz postet, dass er heute einen Auftritt in Lüneburg hat. Ausgerechnet die rechte AfD ist in Social Media erfolgreich – das liege aber auch am Gegenwind, den die Partei bekomme – Algorithmen unterscheiden nicht zwischen Zustimmung und Ablehnung. turi2-Moderatorin Tess Kadiri beobachtet, dass es politische Inhalte oft schwer haben gegen TikTok-Tänze. Die Kunst sei es, Bildung und Unterhaltung zu verbinden, findet Niko Kappe. Das habe es auch früher schon gegeben, etwa wenn die Bundeszentrale für politische Bildung Wahl-Aufrufe bei "GZSZ" platziert hat.
turi2.tv (96-Min-Video), turi2.de/podcast (96-Min-Podcast), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Susanne Stichler und Michail Paweletz moderieren die “Tagesschau” am Nachmittag.

Tagesschau holt ab Januar 2022 Susanne Stichler (Foto) und Michail Paweletz als Moderatorinnen für die Nachmittags-Ausgabe der Sendung. Sie übernehmen die Position von Claus-Erich Boetzkes, der in den Ruhestand geht. Stichler und Paweletz ergänzen das Team um Nachmittags-Moderatorin Susanne Holst, beide bringen bereits Erfahrung als "Tagesschau"-Urlaubsvertretung oder von Tagesschau24 mit.
presseportal.de, dwdl.de

ARD macht Patricia Schlesinger zur Vorsitzenden – und gründet Diversity- und Öko-Boards.

Ostwärts: RBB-Chefin Patricia Schlesinger wird 2022 ARD-Vorsitzende, beschließt die Haupt­versammlung der ARD-Anstalten. Der RBB übernimmt die Rolle erstmalig. Zudem teilt die ARD mit, ein "Board Diversität" u.a. mit Christine Strobl sowie den "Circle Diversität" u.a. mit Schwer­behinderten-Vertreterinnen zu starten, um Vielfalt zu fördern. Das neue "Board Ökologische Nach­haltig­keit" soll sich z.B. mit umweltschonender Medienproduktion beschäftigen.
presseportal.de (Personalie), presseportal.de (Diversität), presseportal.de (Öko), turi2.de/koepfe (Profil Schlesinger)

“Katapult”: SPD-Mitglieder verzerren Wahlprognosen mit eigenem Umfrageinstitut.

Genossen-Gefallen: Der Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern wird durch das Umfrageinstitut wahlkreisprognose.de zum Vorteil der SPD verzerrt, schreibt Benjamin Fredrich (Foto) bei "Katapult MV". Die Betreiber des Instituts, zwei SPD-Mitglieder, würden die Ergebnisse "mit starken Wertungen" bei Social Media posten. Dabei überwiegen die positiven Prognosen zugunsten der SPD.
katapult-mv.de

Lese-Tipp: Correctiv rekonstruiert die Welle der Falschinformationen vor der Bundestagswahl.

Correctiv Ausrufezeichen ohne Schriftzug-150Lese-Tipp: Die Faktenchecker von Correctiv haben über Monate hinweg die Desinformations- und Schmutzkampagnen zur Bundestagswahl beobachtet. Sie zeigen u.a. angebliche Medienberichte über Annalena Baerbock, die die Witwenrente abschaffen will, um das Geld Geflüchteten zu geben; oder gefälschte Wahlplakate der CDU.
correctiv.org via bildblog.de

Lese-Tipp: Die Liebes-Leidensjahre der Kanzlerin in der Boulevardpresse.

Lese-Tipp: Noch-Kanzlerin Angela Merkel produziert in den vergangenen 16 Jahren wenig Futter für Klatsch und Tratsch. Jene "dünnen Blättchen" wie "Freizeit Woche" oder "Frau aktuell" schaffen es trotzdem, "die mächtigste Frau Europas auf ihre Rolle als Gattin" zu reduzieren, zeigt Nils Markwardt in einem Regenbogen-Rundumschlag im "Freitag".
freitag.de

Lese-Tipp: Der “Spiegel” besucht den afghanischen Sender Tolo.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" wirft einen Blick hinter die Kulissen des afghanischen TV-Senders Tolo, dem nach der Machtübernahme der Taliban eine ungewisse Zukunft bevorsteht. Türkische Seifenopern, die z.B. Alkoholkonsum zeigen, sind der Selbstzensur zum Opfer gefallen, auch Musik-Einspieler sind mittlerweile rar. 67 Angestellte der Sendergruppe haben Afghanistan bereits verlassen.
spiegel.de (Paid)

“Bild” wirft Nemi El-Hassan anti-israelische Instagram-Likes vor.

Ausgeherzt: Die "Bild" wirft Nemi El-Hassan mehrere anti-israelische Instagram-Likes vor. El-Hassan soll noch vor wenigen Monaten u.a. einen Aufruf zum Boykott israelischer Produkte sowie israelfeindliche Slogans mit einem Herz versehen haben. In der Nacht von Montag auf Dienstag habe die Journalistin die "Gefällt mir"-Angaben unter den beschriebenen Beiträgen gelöscht.
bild.de, turi2.de (Background)

Springer-Vorstand Jan Bayer kündigt Personal-Aufstockung an.

Springer: Vorstand Jan Bayer kündigt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" eine Personalaufstockung des Konzerns an: In den nächsten fünf Jahren soll die Zahl der für Springer tätigen Journalistinnen von 2.400 auf über 3.000 steigen. Zudem soll das Bewegtbild­angebot Bild Live online "mittelfristig" hinter die Bezahlschranke wandern, so Bayer. Den Vorwurf, die "Bild" würde Kampagnen betreiben, weist er zurück.
sueddeutsche.de (Paid), handelsblatt.com (Kurzfassung)

Modejournalist Richard Buckley, 72, ist tot.

Richard Buckley, 72, ist tot. Der Modejournalist und Ehemann des Designers Tom Ford starb in der Nacht zum Montag im Haus der Familie in Los Angeles. Richard Buckley begann seine Karriere beim "New York Magazine", schrieb später u.a. für die "Vanity Fair" und war Redakteur der italienischen "Vogue". 1999 stieg er zum Chefredakteur der "Vogue Hommes International" auf.
stern.de, bild.de, n-tv.de

Virologe Klaus Stöhr gewinnt gerichtlich gegen den “Spiegel”.

Falsch zitiert: Virologe Klaus Stöhr, 62, gewinnt gerichtlich gegen den "Spiegel". Das Magazin hat ihn in dem Beitrag "Propheten auf dem Irrweg" falsch zitiert, urteilt das Landgericht Frankfurt am Main. Der "Spiegel" legte Stöhr die verkürzte Aussage "Weil die Weltbevölkerung durchseucht werde, seien Impfstoffe nicht notwendig" in den Mund, obwohl sich der Wissenschaftler schriftlich "wesentlich differenzierter" geäußert habe. Der "Spiegel" will das Urteil noch prüfen.
presseportal.de, bild.de

Gabriele Mühlen und Joy Jensen gründen die Agentur Delafood.

Kochen ihr Süppchen: Die ehemaligen Bauer-Chef­redakteurinnen Gabriele Mühlen (Foto) und Joy Jensen gründen die Agentur Delafood. Ziel ist es, Essens-Inhalte für Verlage wie auch Unternehmen zu konzipieren und zu produzieren. Mühlen hat bei Bauer zuletzt das "House of Food" aufgebaut. Jensen hat u.a. "Maxi" und "Myway" geleitet, seit 2017 lenkt sie die Agentur Moove.
horizont.net (Paid)

Zitat: Paul Eschenhagen fordert, Gesundheitsschutz und Berichterstattung in Einklang zu bringen.

"Der Gesundheits­schutz in der Pandemie ist unverzichtbar. Eine funktionierende Bericht­erstattung unter menschen­würdigen Bedingungen aber auch. Die Justiz muss dafür sorgen, dass beides miteinander vereinbar ist."

DJV-Sprecher Paul Eschenhagen kommentiert den Bericht der "Süddeutschen Zeitung" über einen problematischen Umgang der Münchner Justiz mit Journalistinnen.
djv.de, turi2.de (Background)

BBC engagiert ersten TV-Moderator mit Down-Syndrom.

Hi, I'm George: Die BBC holt mit dem 20-jährigen George Webster (Foto) erstmals einen Moderator mit Down-Syndrom vor die Kamera. Der Schauspieler präsentiert Sendungen auf dem Kinderkanal CBeebies. Webster ist Botschafter des Hilfsvereins Mencap und hatte zuvor in der BBC über Mythen rund um das Down-Syndrom gesprochen. Die Organisation bezeichnet ihn als "ein brillantes Vorbild".

"Ich bin so stolz und freue mich so auf den Start", sagt Webster in einem Video des Senders. Vor allem das Kochen vor der Kamera werde ihm viel Freude bereiten. Das Engagement des Moderators ruft viele positive Reaktionen in den sozialen Medien hervor. Die Schauspielerin Sally Phillips, die selbst einen Sohn mit Down-Syndrom hat, schreibt bei Twitter: "Oh CBeebies, ich könnte dich nicht mehr lieben. Das bedeutet uns so viel und ist George nicht großartig!!" Der Kinderkanal sagt, der 20-Jährige wird schon bald im britischen Fernsehen zu sehen sein.
derstandard.at, theguardian.com, twitter.com/CBeebiesHQ (2-Min-Video), twitter.com (Tweet Philipps)

Nach Kritik: “Bild” schießt gegen Joe Kaeser.

Opferrolle: "Bild"-Politikchef Johannes C. Bockenheimer wirft Joe Kaeser vor, sein Blatt an den "rechten bis rechtsextremen Rand" zu rücken. Der "Ex-Siemens-Chef und Aktivist" hatte dem Springer-Medium auf Twitter "Volksverdummung oder -Verhetzung" vorgeworfen. Grund dafür war die Zuspitzung einer Interview-Aussage des IG-Metall-Präsidenten Jörg Hofmann zur Klima-Politik.
bild.de, twitter.com (Kaeser-Tweet)

“Süddeutsche Zeitung” wirft der Münchner Justiz Schikane von Journalistinnen vor.


Kurzer Prozess: In der "Süddeutschen Zeitung" machen sich Annette Ramelsberger, Max Hägler und Jana Stegemann Luft über den Umgang der Münchner Justiz mit Journalistinnen, die von wichtigen Prozessen berichten wollen. Es gebe meist so wenige Plätze im Gericht, dass sich die Reporterinnen "den Zugang zu ihrer Arbeit mit unwürdigem Campieren oder mit Erkältungsgefahr erkämpfen" müssten, da das Schlange stehen für einen der begehrten Posten oft ganze Nächte dauere. Toiletten und sanitäre Anlagen stünden bei derartigen Nachtwachen ebenfalls nicht zur Verfügung. Laut "Süddeutscher Zeitung" schickte die Deutsche Presse-Agentur beim Boateng-Prozess ihren ersten Mitarbeiter 24 Stunden vor Beginn vor den Eingang des Münchner Amtsgerichts: "Weil niemand 24-Stunden-Arbeitstage durchsteht, bezahlen die meisten Medien Studierende, damit sie dort ausharren". Da an jedem Verhandlungstag das Prinzip "Wer als erster kommt, kommt rein" gelte, herrsche in München ein besonders harter "Wettlauf mit der Konkurrenz".

Vor Gericht herrsche eine Atmosphäre, "die es Journalisten schwermacht, daran zu glauben, dass das alles nicht gegen sie gerichtet ist". So soll sich die Münchner Justiz in einem Sitzungssaal auch die einzigen beiden Laptop-tauglichen Arbeitsplätze der Zuhörerreihen abgezwackt haben – obwohl "nie jemand von der Justiz dort sitzt". Das Problem sei auch deshalb drängend, weil in München im kommenden Jahr drei große Prozesse anstehen: der Wirecard-Prozess, der Vergewaltigungsprozess gegen Regisseur Dieter Wedel sowie möglicherweise der Maskenaffären-Prozess gegen die CSU-Abgeordneten Alfred Sauter und Georg Nüsslein.
sueddeutsche.de (Paid)

“Washington Post” schafft 41 neue Redakteurs-Stellen.

Washington Post, seit 2013 im Besitz von Amazon-Gründer Jeff Bezos, schafft 41 neue Redakteurs-Stellen – darunter Positionen für Breaking News und zur "Einhaltung der Newsroom-Standards". Die Joboffensive ist Teil des "Post"-Plans, national und international zu wachsen und an Relevanz zu gewinnen. Die neuen Stellen sollen zudem so besetzt werden, dass sie die Diversität innerhalb der Redaktion stärken.
nytimes.com (frei nach Anmeldung)

Debatte: Journalistinnen haben vor der Bundestagswahl versagt.

Nachhilfe nötig? Viele Journalistinnen haben mit ihrer politischen Berichterstattung vor der Bundestagswahl "versagt", findet "taz"-Chefreporter Peter Unfried. Die Reduzierung der Kanzlerkandidatinnen auf Rollen wie "Hochstaplerin, Clown und Last Man Standing" sei zwar verständlich im "Denken der Unterhaltungsmedien", könne es aber "einfach nicht sein". Journalistinnen hätten die "Agenda des Ausklammerns der Zukunft" akzeptiert.
taz.de

Zitat: Florian Schroeder über hysterische Debatten und Meinungsfreiheit.

"Es ist auch falsch, Menschen grundsätzlich als Gesprächspartner abzulehnen, weil sie einem nicht ins Konzept passen. Es geht um Auseinandersetzung und nicht um moralische Selbstvergewisserung."

Kabarettist Florian Schroeder regt sich im "Spiegel"-Interview über die "woke" Blase und die rechts-reaktionäre Fraktion auf, die sich gegenseitig den Mund verbieten wollen.
spiegel.de (Paid)

Hör-Tipp: Hans Demmel taucht in die Welt alternativer Fakten ein.

Hör-Tipp: Jahrelang war Hans Demmel Chef des Nachrichtensenders n-tv, nun hat er die dunkle Seite der Fakten erkundet: Ein Jahr lang konsumiert er intensiv alternative Medien wie KenFM, Compact und Co. Die Gehirnwäsche habe bei ihm nicht funktioniert, erzählt er im RBB-Inforadio, aber eine "tiefgehende Angst vor dieser Szene" bleibt.
inforadio.de (11-Min-Audio)

Offener Brief ruft zu Solidarität mit Nemi El-Hassan auf.

Schützenhilfe: Mehr als 400 Unterzeichnerinnen rufen in einem offenen Brief zu Solidarität mit der Journalistin Nemi El-Hassan auf. Die Debatte um ihre Teilnahme an einer israelfeindlichen Demo habe "jegliches Maß und Mitte" verloren, heißt es dort. Zudem kritisiert der Brief, dass Berichte über El-Hassan oft mit Vorurteilen und Ängsten gegenüber Muslimen arbeiteten. Der WDR solle die Zusammenarbeit mit El-Hassan wie geplant aufnehmen. Zu den Unterzeichnerinnen gehören die Publizistin Carolin Emcke, Tilo Jung und Jakob Augstein.
docs.google.com (Offener Brief) via twitter.de, turi2.de (Background)

Meinung: ARD und ZDF agieren als linke Wahlkampfhelfer.

Abgerutscht: Die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland rücken im Wahlkampf zu sehr nach links, schreibt Alexander Kissler, Berlin-Korrespondent der "NZZ". "Kaum eine Gelegenheit lässt man verstreichen, dem linken Parteienspektrum zu Hilfe zu eilen." Als ein Beispiel führt er die ARD-"Wahlarena" an, in der geschulte Aktivistinnen Fragen gestellt hatten. Eine solche Verschiebung "rüttelt" am Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen, das gesamte Meinungsspektrum abzubilden.
nzz.ch, turi2.de (Background)

Liborius Verlag startet katholisches Magazin “Cattolica”.

Glaubensfrage: Der katholische Liborius Verlag bringt ein neues Magazin auf den Markt. "Cattolica" erscheint monatlich als gedruckte Ausgabe, ist nur per Abo erhältlich und kostet 2,40 Euro inklusive Versandkosten. Das Magazin behandelt Themen rund um den Glauben. Auf jeder Seite sollen Leserinnen per QR-Code zusätzliche Inhalte wie Videos oder Bilder abrufen können.
cattolica.de

turi2 edition #15: Werden bei der Mobilität alle Menschen mitgedacht, Andrea Schöne?


Anderer Blickwinkel: Andrea Schöne, 1993 geboren, ist Journalistin. In diesem Gastbeitrag erklärt sie, dass Menschen ohne Behinderung im Kopf oft nicht beweglich genug sind, die Grenzen der eigenen Norm zu überschreiten. Schöne fragt in der turi2 edition #15, wie es sein kann, dass manchen, etwa im Rollstuhl, der Mars manchmal näher erscheint als Magdeburg. Weiterlesen…

Debatte: Menschen mit Berufsbezeichnung in der Twitter-Bio äußern sich nicht nur privat.

Rollenverteilung: "Ich glaube alle, die ihre Berufsbezeichnung in ihrer Twitter-Biografie haben, müssen sich bewusst sein, dass sie sich dann nicht nur als Privatperson äußern", sagt ZDF-Fernsehrat-Mitglied Leonhard Dobusch zur Causa Marion Brasch. Die hatte ihren Wahlaufruf zwar als Autorin und nicht als RBB-Moderatorin unterschrieben – der Sender strafte sie dennoch dafür ab. Journalistinnen würden in Social Media vor allem in ihrer professioneller Rolle wahrgenommen.
deutschlandfunkkultur.de, turi2.de (Background)

Zitat: Fritz Jergisch beschreibt die Boulevardisierung der Qualitätsmedien.

"Wenn die 'New York Times' auf Facebook 20 Meldungen raushaut, sehe ich wahrscheinlich nur die drei unterhaltsamsten davon. Die anderen 17, die vielleicht hochrelevant, aber ein bisschen trockener sind, sehe ich gar nicht."

Der österreichische Satire-Website-Gründer Fritz Jergisch beschreibt im "Standard", warum auch Qualitätsmedien einer schleichenden Boulevardisierung unterliegen – beeinflusst durch Algorithmen.
derstandard.at

Debatte: Triell-Moderatorin Claudia von Brauchitsch sieht ihre CDU-Vergangenheit gelassen.

Distanz gewahrt? Schon vor der Ausstrahlung des dritten TV-Triells gibt es Kritik an Moderatorin Claudia von Brauchitsch für ihre einstige Nähe zur CDU. Bis 2018 hat Brauchitsch für CDU.TV gearbeitet, sie selbst sieht das unproblematisch: "Es ist wie im Fußball: Man kann in seiner Karriere auch für verschiedene Clubs spielen, aber das Herzblut steckt immer im aktuellen Verein", sagt sie u.a. der "Süddeutschen Zeitung". Bei DWDL beruft sie sich auf ihre Ausbildung: "Ich bin Journalistin, ich habe dieses wunderbare Handwerk gelernt."
sueddeutsche.de (Paid), dwdl.de

AfD-Berichterstattung: “Tagesschau” unterzeichnet Unterlassungserklärung.


Es ist kompliziert: Im Streit um die Berichterstattung über das Abstimmungs-Verhalten der AfD zum Fluthilfe-Fonds gibt die "Tagesschau" nach – der zuständige NDR erklärt Unterlassung. Der Sender ändert die Aufzeichnung in der Mediathek und versieht sie mit einem Hinweis, ein Faktenfinder-Beitrag ist bis zur Überarbeitung offline. Die rechtspopulistische Partei hatte sich juristisch gegen zwei Sätze in der 20-Uhr-"Tagesschau" vom 17. September gewehrt. Darin hieß es: "Außerdem hat der Bundestag den Wiederaufbaufonds für die Flutgebiete beschlossen. Alle Fraktionen bis auf die AfD stimmten dafür." Tatsächlich hatte die AfD in zweiter Lesung für den Fonds gestimmt, sich bei der Schlussabstimmung aber enthalten, weil die Regierung die Abstimmung mit einer Zustimmung zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes verknüpft hatte.

Die rechtspopulistische Partei jubelt in einer Pressemitteilung über den juristischen Erfolg gegen das Nachrichten-Flaggschiff der ARD: "Das ist ein wichtiger Erfolg für die AfD-Fraktion, der zeigt, dass es sich lohnt, für korrekte und wahrheitsgemäße Berichterstattung in den Medien zu streiten. Es ist jedoch bedauerlich, dass wir hierfür erst den Rechtsweg beschreiten mussten", erklären Alice Weidel und Alexander Gauland.
dwdl.de, rnd.de, presseportal.de (AfD-Mitteilung), turi2.de (Background)

Meinung: Jan Böhmermanns Satire-Niveau ist auf dem Level eines Vierjährigen.

Pipi-Kacka-Humor: Berufs-Provokateur Jan Böhmermann wirke wie "ein Sozialkundelehrer mit Tourette", schreibt Alexander Neubacher in seiner "Spiegel"-Kolumne. Über die vielen Kraftausdrücke im "ZDF Magazin Royale" könnten höchstens Vierjährige lachen. Böhmermanns Vorwurf an Kollege Markus Lanz, er würde "menschenfeindliche" Gäste einladen, sei bei solchen Ausdrücken und Beleidigungen umso grotesker.
"Spiegel" 38/2021, S. 21

Zitat: Insta-Chef Adam Mosseri vergleicht Tote im Straßenverkehr mit Social Media.

"Wir wissen, dass durch Autounfälle mehr Menschen sterben als ohne. Aber im Großen und Ganzen schaffen Autos mehr Wert als sie vernichten. Ich denke, bei Social Media ist das ähnlich."

Instagram-Chef Adam Mosseri reagiert im Podcast von Recode auf eine Facebook-Untersuchung zu den Schäden, die Instagram bei jungen Menschen anrichtet – und erklärt, wie er das Netzwerk zu einem freundlicheren Ort machen will. Den Auto-Vergleich findet er im Nachhinein bei Twitter "less than perfect".
vox.com (mit 67-Min-Audio), onlinemarketing.de, turi2.de (Background)

Der SWR holt Marieke Reimann als Zweite Chefredakteurin.


Next Generation: Journalistin Marieke Reimann, 34, Ex-Chefin des eingestampften "Zeit"-Jugendportals ze.tt, startet am 1. November als Zweite Chefredakteurin beim SWR. Damit steht sie an der Senderspitze neben Chefredakteur Fritz Frey, 62. Reimann wird in ihrem neuen Job auch die Abteilung "Zentrale Informationen" in Baden-Baden verantworten. Unter dieses Ressort fallen u.a. die Audio-Nachrichten des SWR und die Entwicklung "digitaler Newsformate für junge Zielgruppen", wie der Sender mitteilt. Sie soll den digitalen Umbau der Chefredaktion vorantreiben. Ihre Vorgängerin auf der Position ist Gabi Biesinger, die seit 1. August als Hörfunk-Korrespondentin in London unterwegs ist.

Reimann hatte die "Zeit"-Gruppe im Herbst 2020 verlassen, als ze.tt zum Ressort von Zeit Online wurde. Seitdem war sie als freie Journalistin tätig. Ihr Handwerk hat sie an der Deutschen Journalistenschule gelernt. Im Interview mit turi2 sagt Reimann Ende 2019: "Die Führungsebenen in unserem Land bilden nicht die Gesellschaft ab, die wir im Jahr 2020 haben. Es dominieren weiße westdeutsche Akademiker." Reimann wurde in der DDR geboren.

Ihre Entscheidung für den SWR kommentiert sie so: "Hier gibt es eine große Offenheit für progressivere Projekte, digitale Formate und diversere Biografien, das merkt man und das mag ich." Reimann ist die jüngste Person und erste Ostdeutsche, die es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Westdeutschland auf einen solchen Posten schafft – sie werde nun "bestimmt einige aus den Socken und den Sesseln hauen", sagt sie turi2. (Foto: SWR/Ralf Obergfell)
presseportal.de, turi2.de/koepfe (Profil Reimann)

Aus dem Archiv: Marieke Reimann im Interview in der turi2 edition #10 über Stereotypen und Print-Könige (2020).

Zitat: Sibel Kekilli ist genervt vom Fernsehprogramm.

"Es gibt doch fast nur noch Krimis, schlichte Komödien, Arztserien und Quizshows. Als Zuschauerin bin ich da schon etwas beleidigt, dass man mich so unterfordert."

Schauspielerin Sibel Kekilli ärgert sich im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" über fehlenden Mut in der deutschen Film- und TV-Branche. Kekilli fordert mehr Raum für "Abenteuer und Experimente", weniger Fokus aufs alte Publikum – und bessere Sendeplätze für innovative Inhalte. Als Vorbild nennt sie Dänemark.
noz.de (Paid)