Marty Baron, Chefredakteur der “Washington Post”, geht in Rente.

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an: Martin "Marty" Baron, Chefredakteur der "Washington Post", verabschiedet sich Ende Februar in den Ruhestand. Der 66-Jährige leitet die "Post" seit 2012 und notiert in einem Brief an alle Mitarbeiter*innen, er wollte die US-Präsidentschaftswahl noch journalistisch begleiten - nun sei er aber "ready to move on". Unter Baron hat die "Post" 10 Pulitzer-Preise gewonnen, über eine*n Nachfolger*in ist noch nichts bekannt.
washingtonpost.com

turi2 edition #13: Julia Krittian über Medien und den gesellschaftlichen Diskurs.


Journalismus in Krisen-Zeiten: Julia Krittian, Unternehmenssprecherin des MDR, ist besorgt, weil im vergangenen Jahr Verschwörungstheorien und der Glaube daran “eine neue Dimension” erreicht haben. Medien sollten Räume für Dialog öffnen und so “die Basis für den gesellschaftlichen Diskurs” sichern, schreibt sie in ihrem Gastbeitrag in der turi2 edition #13. Sie können den Text hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Werbekritiker Gabor Steingart baut Sponsoring auf der Pioneer One aus.

Floating Values: Media-Pionier Gabor Steingart ist nicht nur ein Champion der Selbstvermarktung, sondern auch ein Meister der Differenzierung. Steingart geißelt Werbefinanzierung für Medienunternehmen als "Übers-Ohr-Hauen der Leserinnen und Leser", weitet das Sponsoring durch die Industrie auf seinem Patrouillenboot der Demokratie aber aus: Für zwei live von Bord der Pioneer One ins Web gestreamte Ausgaben eines "Floating Concert", das am Mittwoch zum 76. Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz an verfemte Musiker*innen erinnern soll, ist Steingart "auf die Großzügigkeit von Bürgern und Firmen angewiesen": Er nennt die Dieter Fuchs Stiftung, die Deutsche Post DHL Group und die Quirin Privatbank als Unterstützer.
thepioneer.de (Paid), youtube.com (Steingart über Werbung und Sponsoring)

Der Nannen-Preis stellt sich neu auf.

Multimedial: Gruner + Jahr setzt den Nannen-Preis neu auf und lässt Beiträge in Text-, Audio- und Video-Form miteinander konkurrieren. Einzig der renommierte Kisch-Preis bleibt der besten geschriebenen Reportage vorbehalten. "Auch Nicht-Journalist*innen haben die Chance auf die Auszeichnung, wenn sie die Öffentlichkeit in journalistisch herausragender Weise informieren", lässt G+J wissen.

Ein Beirat aus Medienleuten pflegt den neuen Nannen-Preis, dessen Sprecher Nannen-Schule-Leiter Christoph Kucklick ist. Zwei neue Kategorien gibt es auch: Die "Geschichte des Jahres" zeichnet eine besondere journalistische Leistung aus und wird vom Nannen-Beirat gekürt. Die Auszeichnung "Republik" ehrt "die hartnäckige faktenbasierte, dauerhafte Aufklärung", so Kucklick. Eigene Jurys kümmern sich um den Kisch-Preis, Investigation und Lokales. "stern"-Chefredakteur Florian Gless sagt, ihm sei klar, dass durch die multimediale Ausrichtung des Nannen-Preises auch "Äpfel mit Birnen" verglichen werden. So solle eine Diskussion über die Natur des Journalismus entstehen. Am Ende gehe es um das Handwerk.
sueddeutsche.de

turi2 edition #13: Giovanni di Lorenzo über Hoffnung und Hierarchien.


Ein Jahr wie ein Knacks: Für Giovanni di Lorenzo war 2020 ein Jahr voller Zumutungen und – durch Corona – auch privater Tiefschläge. Im Interview mit Markus Trantow für die turi2 edition #13 erklärt er, warum für ihn über dem Jahr 2021 das Wort “Hoffnung” steht. Den fast märchenhaften Erfolg seiner Zeitung führt der “Zeit”-Chefredakteur u.a. auf die “Pluralität der Meinungen” im Blatt zurück: “Immer steht irgendetwas in der ‘Zeit’, was einem selber nicht passt, und das ist gut so!” Sie können das Interview hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch gedruckt bestellen (Fotos: Johannes Arlt für turi2). Weiterlesen …

US-Talk-Legende Larry King ist tot.

Larry King, 87, ist tot: Der berühmte US-Talkshow-Moderator ist am Samstagmorgen in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben, teilt das von ihm gegründete Medienunternehmen Ora Media auf Kings Twitter-Kanal mit. Er wurde um den Jahreswechsel wegen einer Covid-Infektion intensivmedizinisch behandelt. Larry Kings Karriere umspannte mehr als sechs Jahrzehnte, in denen er unter anderem von 1985 und 2010 mit "Larry King Live" auf CNN großen Erfolg hatte. Zuletzt moderierte er das Talk-Format "Larry King Now".
twitter.com, focus.de, turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Lars Wallrodt.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Journalist und Hobby-Golfer Lars Wallrodt verantwortet bei Springer gleich zwei Sport-Ressorts – "Bild am Sonntag" und "Welt am Sonntag". Wallrodt ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Nicola Leske, Jessika Brendel und Thomas Voigt.
turi2.de/koepfe (Profil Wallrodt)

Clubhouse-Diskussion mit rechter Influencerin löst Kritik aus.

Clubhouse hat seinen ersten Fall von "Darf man das?": Eine Diskussionsrunde zum Schlagwort "Lügenpresse" zwischen mehreren Journalist*innen und der rechtspopulistischen Influencerin Anabel Schunke sorgt für Wirbel. Kritiker*innen bemängeln, der Dialog sei unkritisch gewesen, einige der Journalist*innen hätten offenbar nicht gewusst, mit wem sie es zu tun hatten. Im Anschluss geht die Diskussion über die Diskussion auf Twitter und in anderen Clubhouse-Runden weiter.
wuv.de, twitter.com

USA: Pressebriefings im Weißen Haus sollen wieder täglich stattfinden.

US-Regierung: Jen Psaki, Sprecherin des Weißen Hauses, will Pressebriefings wieder täglich abhalten, sagt sie bei ihrem ersten Auftritt. Während der Amtszeit von Donald Trump wurden die Briefings nur sporadisch abgehalten. "Wahrheit und Transparenz" sollen nun wieder in den Briefing-Raum einziehen.
rnd.de, turi2.de (Background)

MDR-Intendantin Karola Wille will mehr Personalrotation in der ARD.

MDR: Intendantin Karola Wille wünscht sich in ihrem "Zeit"-Gastbeitrag mehr Rotation der ARD-Mitarbeiter*innen. Sie bedauert zwar, dass mit Kika nur eine von 50 Gemeinschaftseinrichtungen der ARD im MDR-Gebiet angesiedelt ist, merkt aber an, dass sich dies nicht "von heute auf morgen" ändern lasse. Die Perspektive des Ostens sieht sie in ARD wie MDR gut vertreten: 82 % der MDR-Führungskräfte kämen derzeit aus dem Osten.
"Zeit im Osten" 4/2021, S. 20 (Paid), zeit.de (Zusammenfassung)

Fox News entlässt gemäßigte Stimmen seiner Nachrichtenredaktion.

Fox News Channel Logo 150Fox News entlässt am Tag der Vereidigung des neuen US-Präsidenten 20 Mitarbeiter*innen seiner Nachrichtenredaktion. Vor allem gemäßigte Stimmen wie Politredakteur Chris Stirewalt sind betroffen. "Es sieht so aus, als hätten die Krawallmacher bei Fox über den seriösen Journalismus gesiegt", schreibt Kathleen Hildebrand in der "Süddeutschen". Nach der US-Wahl sind die Einschaltquoten des Senders deutlich zurückgegangen.
sueddeutsche.de

Zitat: Jochen Wegner kritisiert Online-Medien, die zur Spaltung der Gesellschaft beitragen.

"Ein Teil der Medien hat für sich als Geschäftsmodell entdeckt, auf die Spaltung der Gesellschaft zu zielen und diese zu verstärken."

Zeit-Online-Chef Jochen Wegner kritisiert, dass Medien mit Blick auf die Live-Zugriffszahlen gerade im Internet "soziale und politische Friktion" als Energiequelle nutzen.
"Journalist" 1/2021, S. 60 (Paid)

Lese-Tipp: Mut und Misstrauen schaffen Vertrauen der Leser*innen, schreibt Barbara Hans.

Lese-Tipp: Journalismus braucht das Vertrauen seiner Leser*innen, "weil er das Misstrauen zu seiner Maxime erklärt hat", schreibt die offenbar scheidende "Spiegel"-Chefredakteurin Barbara Hans im "Journalist". Medien müssten "die Rezipienten besser kennenlernen, die uns noch gewogen sind" und sich auch mit denen beschäftigen, "die sich noch nie für uns interessiert haben". Ohne Mut zur Veränderung gebe es kein Vertrauen, schreibt Hans: "Mehr als Fehler vergrätzt die Leser unsere Hybris, keine Fehler zu machen."
journalist.de, turi2.de (Background Hans)

Journalist*innen achten zur Amtseinführung von Joe Biden auf ihre Sicherheit.

Auf Nummer sicher: Journalist*innen bereiten sich nach den Erfahrungen der Kapitolstürmung unterschiedlich auf die Amtseinführung von Joe Biden vor. Neben physischen Sicherheitsvorkehrungen wie kugelsicheren Westen schulen viele ihr Verhalten in Videokonferenzen und -seminaren. Organisationen wie der Kabelsender Cheddar verpassen ihren Reporter*innen sogar Bodyguards. Mindestens neun Journalist*innen waren bei den Ausschreitungen am 6. Januar verletzt worden.
sueddeutsche.de (Paid)

Allensbach-Chefin Köcher: Menschen blicken kritischer auf Medien als vor der Pandemie.

Medien: 40 % der Menschen sehen die Berichterstat­tung aktuell kritischer als vor der Corona-Pandemie, sagt Allensbach-Chefin Renate Köcher im "Handelsblatt"-Interview. Angesichts des positiven Bildes der Medien zu Beginn der Krise, sei dies "bemerkenswert". Köcher wünscht sich mehr Neugierde in der Corona-Berichterstattung, deren Mehrwert sie für "mittlerweile überschaubar" hält.
handelsblatt.com (Paid)

Zitat: Ulrich Wilhelm warnt vor der Beschleunigung in den Medien.

"Freiheit der Medien hat als Kehrseite die Verantwortung der Medien, wir müssen diese Aufgabe im höchsten Maße ernst nehmen."

Der scheidende BR-Intendant Ulrich Wilhelm sagt bei "BR extra" in einer Art Abschiedsinterview, dass Qualitätsmedien nicht am Skandal orientiert von Hype zu Hype springen sollten.
br.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden (11/2018):

Hör-Tipp: Marvin Schade über den Erfolg von Medieninsider.

Hör-Tipp: 300 zahlende Abonnent*innen zählt der Branchendienst Medieninsider fünf Monate nach dem Start, erzählt Gründer Marvin Schade im OMR Media Podcast mit Pia Frey. Ein Prognose über die Entwicklung der Abo-Zahlen sei aufgrund des "dynamischen Geschäfts" schwierig: "Ob die Leute dabei bleiben, ist abhängig von den Geschichten, die wir machen."
omrmedia.podigee.io (56-Min-Audio)

Lese-Tipp: Reportageformat “Strg_F” von Funk bietet journalistische Detektivsuche.

Lese-Tipp: Das Funk-Reportageformat STRG_F bringt "ambitionierten Video-Journalismus" auf YouTube und beschert dem NDR regelmäßig Empörungswellen, schreibt Aurelie von Blazekovic. Redaktionsleiter Dietmar Schiffermüller erklärt, dass die journalistische Suche, bei der die Zuschauer*innen unmittelbar dabei sind, gut als Dramaturgie funktioniert, auch wenn die Nahbarkeit "eine Gratwanderung" sei.
sueddeutsche.de

Hör-Tipp: Die Linked-in-Redaktion ist kein Corporate Newsroom, sagt Sara Weber.

Hör-Tipp: Im Was mit Medien-Podcast spricht Linked-in-Redaktionschefin Sara Weber darüber, was sie und ihr Team beim Business-Netzwerk tun. Die Redaktion arbeite journalistisch und sei kein Corporate Newsroom. Weber gibt Tipps für gute Medien-Profile: Zum Reichweiten-Aufbau rät sie Journalist*innen u.a., den "Folgen"-Button zu aktivieren.
wasmitmedien.de (72-Min-Audio)

Meinung: Die Corona-Allianz von Medien und Politik ist eine Legende.

Zeitungsstapel neutral 150Unter keiner Decke: Den Vorwurf, Medien hätten sich in der Corona-Krise mit der Politik gemein gemacht, versucht Malte Lehming im "Tagesspiegel" zu widerlegen. Journalist*innen müssten das Regierungshandeln auch als richtig ansehen dürfen: Einer "Kritik um der Kritik willen" fehle die Substanz. Moralisch vergleichbare Empfindungen von Menschen in Presse und Parlament seien "Ausdruck einer Wertegemeinschaft".
tagesspiegel.de

Meinung: Der “stern” wirkt wie eine Partei, findet Marvin Schade.

stern mutiert zu einer Partei, kommentiert Marvin Schade. "Seine Ausgaben wirken wie Wahlplakate, die Reihe der Titelstorys liest sich wie ein Parteiprogramm", schreibt Schade. Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless als "Spitzenkandidaten" treten mit ihrem "Wahlprogramm" für einen Klimastreik, mehr Gleichberechtigung, Kulturförderung und bessere Zustände in der Pflege ein. Dies seien zwar wichtige Themen, dennoch löse sich der "stern" mit dem Auftreten vom Journalismus und schaffe es mit dem kalkulierten Tabubruch nicht, neue Leser*innen zu gewinnen: "Die Wählerwanderung blieb aus."
medieninsider.com (Paid), turi2.de (Background)

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Die Badische Zeitung vergibt den Ralf-Dahrendorf-Preis für Lokaljournalismus 2021. Für Demokratie in der Bürgergesellschaft.
Prämiert werden Artikel oder Serien, die vorbildlich und anschaulich die Funktionsweise von Demokratie transparent machen und zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31. März 2021 veröffentlicht wurden.
Der 1. Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, der 2. Preis mit 3.000 Euro und der 3. Preis mit 2.000 Euro.
www.ralf-dahrendorf-preis.de

“Stern” startet Bundestags-Petition “Pflege in Würde”.

Stern startet die Bundestagspetition "Pflege in Würde" und ruft seine Leser*innen im aktuellen Heft zum Unterschreiben auf. Als Hauptpunkte nennt die Petition verlässliche Arbeitszeiten sowie bessere Bezahlung und Karrierechancen von Pflegenden. Auch Profitdenken habe im Gesundheitssektor nichts verloren. "Dem Klatschen vom Balkon müssen jetzt Taten folgen", heißt es weiter. Zu den ersten Unterzeichnern gehören u.a. die Journalisten Ulrich Wickert und Günter Wallraff, Arzt Eckart von Hirschhausen sowie Designer Guido Maria Kretschmer.
"stern" 3/2021, S. 57 (Paid), stern.de/pflegepetition

Willkommen im Club: Sinja Schütte.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Bei der Deutschen Medien-Manufaktur von Gruner + Jahr und dem Landwirtschaftsverlag Münster ist Sinja Schütte Chefredakteurin eines ganzen Multiversums an Lifestyle-Titeln – von "Landlust" bis "Hygge". Schütte ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Andreas Heyden, Friede Springer und Michael Tallai.
turi2.de/koepfe (Profil Schütte)

Video-Tipp: Journalistic Pioneers besuchen AR-Startup Zaubar.

Video-Tipp: Das YouTube-Format Journalistic Pioneers widmet sich in der aktuellen Folge dem Startup Zaubar, das mit Augmented Reality die Vergangenheit auf dem Smartphone sichtbar machen will. Die Gründer*innen erklären Moderator Johannes Meyer (Foto), dass sie besonders in den Bildersammlungen der Medienarchive enorme Potentiale für ihre Technologie sehen.
youtube.com (10-Min-Video)

Media Pioneer meldet prominente Miteigentümer*innen.

An Bord: Media Pioneer von Gabor Steingart veröffentlicht die Namen einiger seiner Anteilseigner*innen, darunter Moderator Thomas Gottschalk und Risikokapitalgeber Klaus Hommels. Insgesamt hat das auf 41,6 Mio Euro geschätzte Unternehmen 10 % seiner Aktien an 27 Investor*innen verkauft. Der Pioneer-Podcast Tech Briefing bekommt mit Springer-Mann Christoph Keese ab Februar einen neuen Gastgeber. Für seinen Morning Briefing Newsletter meldet Media Pioneer steigende Reichweiten: Mit Kooperationspartnern wie Focus Online und Linked-in erreicht er laut Firmenangabe täglich 440.000 Menschen.
kress.de, turi2.de (Background)

Zitat: SWR-Intendant Kai Gniffke regt stärkere Zusammenarbeit mit dem SR an.

"Ich sehe zwei Sender, die füreinander bestimmt sind."

SWR-Intendant Kai Gniffke schlägt im DWDL-Interview eine intensive Zusammenarbeit zwischen SWR und SR vor, etwa in den Bereichen Rechnungswesen, Gebäudemanagement, Buchhaltung, Honorare und Lizenzen. Griffke apelliert: "Lasst uns überlegen, wie wir zwei eigenständige Sender erhalten und dabei über Dinge nachdenken, die bisher nicht vorstellbar waren."
dwdl.de

ARD dreht Serie über Medienanwältin nach dem Vorbild von Christian Schertz.

Medienrecht im TV: Medienanwalt Christian Schertz ist in die Produktion der ARD-Serie "Legal Affairs" involviert, deren Dreh seit November läuft. Die Hauptfigur, gespielt von Lavinia Wilson, ist inspiriert von Schertz, der zudem als Berater für die Serie agiert. Themen des achtteiligen Projektes sind u.a. Persönlichkeitsrechte und Fake News.
sueddeutsche.de

Vogue-Titel mit Kamala Harris: Diskussion über Bildauswahl.

Vogue handelt sich Protest mit dem Print-Titelbild von Kamala Harris ein, das die künftige US-Vizepräsidentin salopp in Turnschuhen zeigt. Das Motiv sei nicht dasjenige, das von Harris' Team für den Titel genehmigt worden sei - ein anderes, "präsidialeres" Bild sollte aufs Cover. "Vogue" betont, man habe mit dem informelleren Foto Harris' "zugängliche Art" illustrieren wollen. Kritiker*innen nennen das Bild "respektlos" und interpretieren es als den Versuch, Harris "die Rosen zu rauben".
spiegel.de, bild.de

Gruner + Jahr entlastet Angestellte während des Lockdowns.

Gruner + Jahr entlastet seine Angestellten während des Lockdowns "umfassender als gesetzlich vorgesehen", schreibt Chefin Julia Jäkel (Foto) auf Linked-in. Der Verlag fordere "ausnahmsweise" keine formalen Nachweise, sollte Kinder- oder Angehörigenbetreuung im Vordergrund stehen. Es gebe "trotzdem volles Gehalt".
linkedin.com

turi2 edition #13: Gabor Steingart über Politik und Populismus.


Canale grande: Gabor Steingart will in Berlin der wichtigste Kanal für Politikberichterstattung werden. Der große Welterklärer und Selbstdarsteller spricht in der turi2 edition #13 mit Peter Turi über Populismus, peinlichen Journalismus und Steingarts Platz in der Welt. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen.
Weiterlesen …

Willkommen im Club: Imre Grimm.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Der profilierte Medienkritiker Imre Grimm leitet das RND-Gesellschaftsressort – und stellt die Hälfte des Kleinkunst-Duos "Janssen & Grimm". Der Journalist ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Markus Dohle, Anja Stolz und Michael Bröcker.
turi2.de/koepfe (Profil Grimm)

Lese-Tipp: Fotograf erzählt von seinem Einsatz im US-Kapitol.

Lese-Tipp: Der Fotograf Andrew Harnik hat am Mittwoch Fotos von den Ausschreitungen im Kapitol machen können. Im Interview mit dem "Zeit Magazin" sagt er, dass er zunächst nicht besorgt war, als er aus dem Kapitol heraus die Trump-Fans sah. Wenige Minuten später fand er sich im Repräsentantenhaus wieder und merkte: "Die Stimmung ist gekippt". Er sagt, er habe die Angst um ihn herum gespürt, selbst aber sich darauf fokussiert, seine Arbeit zu machen. Deine persönliche Meinung zu den Vorgängen will er lieber nicht äußern, da er seinen Job in der reinen Dokumentation der Ereignisse sieht.
zeit.de

Erzbistum Köln droht einem Pfarrer wegen eines kritischen Leserbriefs.

Erzbistum Köln zeigt erneut wenig Verständnis für Pressefreiheit: Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, hat der Kölner Generalvikariat dem Dormagener Pfarrer Klaus Koltermann in einem Brief gedroht, dass sein "öffentliches Eintreten gegen die Katholische Kirche" nicht vereinbar sei mit den "Loyalitätsobliegenheiten im seelsorglichen Dienst" und "Maßnahmen nach sich ziehen" werde. Koltermann hatte zuvor in einem Leserbrief Kardinal Woelki kritisiert. Das Erzbistum war vor einigen Tagen bereits in die Kritik geraten, weil es von Journalist*innen vor einem Pressegespräch die Unterzeichnung einer Verschwiegenheitserklärung verlangt hatte.
ksta.de (Paid), turi2.de (Background)

Franziska Augstein wird “Spiegel”-Kolumnistin.

Spiegel-Bild: Der "Spiegel" holt "Spiegel"-Erbin Franziska Augstein ab morgen, 9. Januar, als Kolumnistin an Bord. Augstein, bis Oktober 2020 Autorin der "SZ"-Kolumne "Augsteins Welt", soll auf spiegel.de alle zwei Wochen gesellschaftliche und politische Entwicklungen kommentieren. Der Name der neuen Kolumne erinnert eher an Konkurrenz aus der Hauptstadt: "Post von Augstein" hat sich zumindest namenstechnisch bei "Post von Wagner" der "Bild" bedient.
spiegelgruppe.de

US-Journalist Neil Sheehan, 84, ist tot.

Neil Sheehan, US-Journalist, ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer Parkinson-Erkrankung. Neil Sheehan veröffentlichte 1971 in der "New York Times" einen Teil der geheimen Pentagon-Papiere, die die Planung des Vietnamkriegs belegten. Für sein Sachbuch "A Bright Shining Lie", ebenfalls über den Vietnamkrieg, erhielt Sheehan 1989 den Pulitzerpreis.
spiegel.de

#UseTheNews-Studie: Junge Menschen nutzen Nachrichten, um mitreden zu können.


Bloß nix verpassen: Junge Menschen konsumieren Nachrichten hauptsächlich, um im Freundeskreis, der Schule oder der Uni mitreden zu können. Zu diesem Ergebnis kommen Fokusgruppen-Interviews des Leibniz-Instituts für Medienforschung mit 14- bis 24-Jährigen für das Projekt #UseTheNews gemeinsam mit der dpa. "In dieser Altersgruppe spielt die soziale Komponente von Nachrichten eine wichtige Rolle", schreibt Medienforscherin Leonie Wunderlich. Informiert zu sein bedeute, Gesprächsstoff zu haben und sich integrieren zu können.

Zwar seien viele junge Menschen der Meinung, dass sie vor allem in sozialen Medien automatisch mitbekommen, "was brenzlig ist", dennoch hielten sich viele auch bewusst auf dem Laufenden, weil sie sich nicht "dumm" oder "ungebildet" vorkommen wollten. Insbesondere Jugendliche mit einer niedrigen formalen Bildung sagen in den Interviews aber, dass es ist ihnen nicht wichtig ist, sich durch Nachrichten auf dem Laufenden zu halten. (Foto: dpa / Jens Büttner)
innovation.dpa.com

Zitat: Claus Kleber ist um Gleichberechtigung bemüht.

"Ich bin kein Kämpfer für Frauenrechte – aber ich gebe mir große Mühe, Frauen zu achten, zu fördern, wachsam zu sein gegen Macho-Allüren."

"Heute journal"-Moderator Claus Kleber erklärt im "Zeit"-Interview, dass er mittlerweile gendert, wenn er das Gefühl hat, "dass es im konkreten Fall eine
Erkenntnis bringt, bei 'Fernfahrer:innen' oder 'Chefärzt:innen' zum Beispiel. Aber nicht mit religiösem Eifer."
"Zeit" 2/2021, S.33 (Paid)

Ex-Chefredakteur Deppendorf kritisiert ARD für späte Berichterstattung zu US-Vorfällen.

US-Proteste: Ex-Chefredakteur Ulrich Deppendorf echauffiert sich auf Twitter, dass die ARD ihr reguläres Programm, einen Hans Albers-Film, nicht unterbrochen habe und stellt fest: "Verstehen tue ich das nicht mehr." Auch das ZDF nimmt er in die Pflicht. Die ARD reagiert mit dem Hinweis auf ein kurzes "Tagesthemen Extra" sowie das Angebot von Phoenix, Tagesschau24 und ihrer Webpräsenz. Medienjournalist Daniel Bouhs ergänzt, dass es im Ersten an offensiven Hinweisen auf diese Programme gefehlt habe.
twitter.com (Tweet Deppendorf + Reaktion), twitter.com (Bouhs)

Erzbistum Köln verwehrt Gutachten-Einsicht ohne Verschwiegenheitserklärung.

Verschlossen: Weil anwesende Journalist*innen sich weigern, eine Verschwiegen­heits­erklärung zu unterzeichnen, wird ein Pressegespräch mit dem Erzbistum Köln über Missbrauch durch Priester am Dienstag abgebrochen. Die Einsicht in ein Rechtsgutachten darüber verwehrt das Bistum den Reporter*innen daraufhin. DuMont-Chefkorrespondent Joachim Frank, der unter den Anwesenden war, nennt das Verhalten des Erzbistums "nicht akzeptabel". Anwalt Carsten Brennecke entgegnet, Hintergrund-Gespräche "mit beschränkter Verwertbarkeit" seien im Investigativ-Journalismus in Deutschland üblich.
wdr.de, facebook.com (Joachim Frank) via twitter.com (Daniel Bouhs), twitter.com (RA Brennecke)

Wie steuern Regionalzeitungen durch eine krisengebeutelte Welt, Carsten Dorn?


Der Lokalist: Carsten Dorn, Chef des Zeitungsvermarkters Score Media, beobachtet schon vor der Pandemie eine Regionalisierung des Alltags – vom Urlaub zuhause bis zum Heimat-Gin. Auch der Journalismus kann vor Ort seine Stärken zeigen und es den Internet-Giganten schwer machen, meint Dorn in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #13. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen. Weiterlesen …