Italienische “Vogue” färbt ihr Cover wegen Corona weiß.

Vogue 150Vogue Italia erscheint erstmals mit weißem Cover und ohne Titelfoto. Auf Instagram schreibt Chefredakteur Emanuele Farneti: "Über etwas anderes zu sprechen, während Menschen sterben, Ärzt*innen und Pflegepersonal ihr Leben riskieren und die Welt sich für immer verändert, ist nicht die DNA von Vogue Italia."
rnd.de, instagram.com




 










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Meinung: E-Paper zu verschenken ruiniert die Preisakzeptanz der Nutzer.

Corona-Aktionen der Verlage – G+J verschenkt seine digitalen Magazine, "Spiegel" und "Frankfurter Rundschau" sind als E-Paper gratis – sind "zu sehr aus dem Bauch heraus entschieden", glaubt Florian Bauer, Pricing-Berater bei Vocatus. So werde der Schnäppcheninstinkt der Nutzer geschärft, statt die Preisakzeptanz zu entwickeln. Ralph Ohnemus von K&A Brand Research prognostiziert, dass die Verlage damit keine Marken-Sympathie aufbauen und so nach der Krise nichts von ihren Aktionen haben werden.
"Horizont" 16/2020, S. 15 (Paid)

Der RTL-Chef wirbt per Videobotschaft für das Wir-Gefühl in der Krise.

Gezeichnet, euer Bernd: In einem rührseligen Video anlässlich der Corona-Krise spricht RTL-Chef Bernd Reichart seinen Mitarbeiter*innen Mut zu. Unterhaltung sei jetzt besonders wertvoll. Vor Aufnahmen des Sendebetriebs und des fast menschenleeren Köln verspricht er, weiter zu informieren. RTL veröffentlichte das interne Video laut DWDL, um damit auch Partner*innen zu erreichen.
youtube.com (3-Min-Video), dwdl.de, turi2 (Background)

“Zeit”: Maria Exner geht zum Magazin, Leonie Seifert in die Online-Chefetage.

Zeit: Maria Exner (Foto), bisher Vize-Chefredakteurin bei Zeit Online, wechselt im Juli in dieselbe Position beim "Zeit Magazin". Exner folgt auf Matthias Kalle, der das Haus laut "Zeit" "auf eigenen Wunsch" verlässt. Leonie Seifert, bisher u.a. im Ressort Arbeit unterwegs, startet in der Chefredaktion von Zeit Online – ab sofort, teilt der Verlag mit.
zeit-verlagsgruppe.de

Zitat: Chefredakteur Daniel Drepper glaubt “fest” an eine Zukunft für BuzzFeed.

"Ich glaube fest daran, dass BuzzFeed Deutschland langfristig nicht nur starken Journalismus veröffentlichen, sondern auch ein stabiles Geschäft sein kann."

Daniel Drepper, Chefredakteur von BuzzFeed Deutschland, schildert Meedia, wie er und sein Team von den Übernahmeplänen erfuhren. Seit Dienstag ist bekannt, dass der deutsche Ableger des Onlinemagazins eine*n Käufer*in sucht.
meedia.de, turi2 (Background)

Meinung: Länder müssen regionale Medien in der Krise unterstützen.

Presse: Corona-bedingte Anzeigenrückgänge gefährden besonders die regionale Medienvielfalt, die Länder müssten die Presse deshalb fördern, meint Helmut Hartung von Medienpolitik.net. In anderen EU-Ländern sei die wirtschaftliche Förderung der Medien normal, das Institut für Europäisches Medienrecht habe mit einer Studie unlängst verfassungsrechtliche Bedenken ausgeräumt.
"FAZ", S. 7 (Paid)

Buzzfeed will deutschen Ableger verkaufen.


1 Tweet, der alles verändert: Philipp Jahner, Head of Entertainment von Buzzfeed Deutschland, twittert, der Ableger mit neun Beschäftigten stehe zum Verkauf. Europa-Chef Mark Rogers sagt, man wolle "Partner identifizieren, die es uns ermöglichen, unser Geschäft in Deutschland weiter aufrechtzuerhalten." Der weltweite wirtschaftliche Abschwung durch Corona zwinge das Unternehmen zur Investoren-Suche, es habe keine Ressourcen, "um weitere Geschäftsfelder zu unterstützen, die sich noch nicht in einer starken Position befinden". Buzzfeed hat Anfang des Jahres begonnen, in Deutschland eine eigene Werbevermarktung mit Fokus auf Native Advertising aufzubauen.
handelsblatt.com, twitter.com (Jahner), sueddeutsche.de, turi2.de (Bachground)

Lese-Tipp: Marc Brost und Bernhard Pörksen kritisieren Corona-Journalismus.

Lese-Tipp: Marc Brost, Politikchef der "Zeit" und Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen (Foto) bescheinigen Journalist*innen in der Corona-Krise "einen Zwang zum Bescheidwissen, der am Ende nur eigene Vorurteile reproduziert". Die Krise sei schwer zu begreifen und sehr emotional, auch Recherche sei unter den Gegebenheiten schwierig. Es brauche nun "das Kunststück der Paradoxiebewältigung": erklären und einordnen, was sich noch schwer erklären und einordnen lässt.
zeit.de

Lese-Tipp: “Neues Deutschland” schmäht Gabor Steingart als “Dünnbart”.

Lese-Tipp: Der Schriftsteller Christian Y. Schmidt kritisiert im Neuen Deutschland den Morning-Briefing-Verleger Gabor Steingart (Foto) als "Corona-Opportunisten" und "Dünnbart". Steingart habe Corona zunächst als bloße "Psychose" und "größte Massenhysterie der Moderne" bezeichnet, um kurz darauf der Regierung vorzuwerfen, "zu spät" reagiert zu haben. Schmidts Fazit: Gabor Steingart sei "als Journalist eine Not- und als Mensch eine Fehlbesetzung".
neues-deutschland.de

Zitat: Christian Mihr von Reporter ohne Grenzen sieht Pressefreiheit durch Corona in Gefahr.

"Wir haben mehrere Fälle gehört, wo Journalisten vorher gebeten wurden, Fragen einzureichen. Da muss man sagen: Daran dürfen wir uns nicht gewöhnen – nicht während Corona und erst recht nicht danach."

Der Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, spricht in einem Interview mit dem Medienjournalisten Levin Kubeth darüber, wie sich das Coronavirus auf die Pressefreiheit in Deutschland und weltweit auswirkt.
anchor.fm (98-Min-Audio)

Meinung: Lokaljournalismus profitiert in der Corona-Krise vom Informationsbedarf.

Lokaljournalismus erlebt in der Corona-Krise aufgrund eines größeren Informationsbedarfs "eine Art Sternstunde", sagt Klaus Meier, Professor für Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt, in der "Schwäbischen Zeitung". Medien sollten Themen aus Sicht der "einfachen Bürger" denken - statt aus Sicht der "Eliten" in Politik, Wirtschaft und Kultur.
schwaebische.de

Hör-Tipp: Benjamin Piel vom “Mindener Tageblatt” verteidigt Bezahlschranken.

Hör-Tipp: Benjamin Piel (Foto), Chefredakteur vom "Mindener Tageblatt", ärgert sich im Gespräch mit Daniel Bouhs über öffentliche Kritik, Zeitungen stellten ihre Corona-Recherchen unzumutbar hinter Bezahlschranken. "Da kommt mir manchmal auch ein bisschen die Galle hoch", sagt Piel, dessen Arbeitgeber Kurzarbeit beantragt hat. Niemand habe etwas zu verschenken, "so schlimm diese Krise auch sein mag".
facebook.com (10-Min-Audio)

Die “taz” produziert erstmals komplett aus dem Home Office.

taz ist am Donnerstag erstmals in der Verlagsgeschichte komplett außerhalb des Verlagshauses produziert worden, schreibt "taz"-Chefredakteur Georg Löwisch im Blog der Zeitung. Redaktion, Layout und Korrektur arbeiten aus dem Home Office, nur ein kleines Kernteam ist im Verlagsneubau in der Berliner Friedrichstraße verblieben.
blogs.taz.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die "taz" (09/2017).

Video-Tipp: Dazn gratuliert “Kicker” mit Doku zum Geburtstag.

Video-Tipp: Zum 100. Geburtstag des "Kicker" hat Dazn eine vierteilige Doku gedreht, die das Sportmagazin mit den Stimmen von Redakteuren und Leser*innen porträtiert. Darin sprechen u.a. Jürgen Klopp ("Lese ihn seit 47 Jahren") und Uli Hoeneß. Die erste Folge zeigt die Konferenz zur "Kicker"-Rangliste – und viele, viele Männer. Folge eins und zwei sind ab heute online (u.a. auf YouTube) abrufbar, Folge drei und vier ab Sanstag.
youtube.com (14-Min-Video, Folge 1), youtube.com (15-Min-Video, Folge 2)

Correctiv bringt Faktenchecks ins Werbeblättchen.

Correctiv Ausrufezeichen ohne Schriftzug-150Correctiv veröffentlicht in den kostenlosen Wochenzeitungen des BVDA künftig Faktenchecks. Die redaktionell unabhängige Zusammenarbeit mit der Rechercheplattform startet an diesem Wochenende offiziell, so BVDA-Chef Jörg Eggers in einer Mitteilung. Ziel sei es, gegen "Fake News und Desinformation" vorzugehen, auch solche mit Corona-Bezug. Zu den im BVDA organisierten Titeln gehören u.a. das "Leonberger Wochenblatt" und der "Konstanzer Anzeiger".
per Mail, presseportal.de

Zitat: Giovanni di Lorenzo sieht nackte Haut in der Redaktionskonferenz.

"Wir haben schon einen Kollegen gesehen, der recht elegant aussah, würdevoll dasaß und dann vergessen hat, dass man ihn sieht. Er ist aufgestanden und man sah ihn in Boxershorts."

"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo gibt im "Hinter der Geschichte"-Podcast der "Freunde der Zeit" Einblicke in den Redaktionsalltag. Darin spricht er auch über seine Erfahrungen mit Videokonferenzen in Zeiten von Corona.
verlag.zeit.de (25-Min-Audio), turi2.de (Background)

Video-Tipp: “Zapp” berichtet über Journalismus in Zeiten von Corona.

Video-Tipp: "Zapp" meldet sich einer Spezial-Ausgabe zum Journalismus in Zeiten von Corona aus der eigenen Corona-Zwangspause. Das NDR-Medienmagazin begleitet u.a. "Spiegel"-CvD Janko Tietz im Home Office und Hauptstadt-Reporter Michael Stempfle im politischen Berlin. Zudem zeigt "Zapp", wie sich die Corona-Krise auf die Arbeit der dpa, den Lokaljournalismus und auf Freie auswirkt.
ndr.de (28-Min-Sendung und Einzelbeiträge)

Zitat: Scheidende “FR”-Chefredakteurin Bascha Mika warnt vor Profilierungssucht.

"In einer Branche, in der ein gerüttelt Maß an Eitelkeit dazugehört, wenn man gut sein will, muss man auch immer darauf achten, dass es nicht in Profilierungssucht und Konkurrenzgehabe kippt."

Bascha Mika hat heute ihren letzten Arbeitstag als Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau". Mit ihrem früheren Co-Chefredakteur Arnd Festerling war sie oft anderer Meinung, richtig gestritten haben beide aber nie, sagt Mika im "FAZ"-Abschiedsinterview.
"FAZ", S. 13 (Paid), turi2.de (Background)


Weitere Zitate aus dem Interview:

... über Kurzatmigkeit in Politik und Medien:

"Als Journalistin, die vor allem in der politischen Berichterstattung zu Hause ist, beobachte ich auf beiden Seiten, bei Medienvertretern wie Politikern, einen zunehmenden Zwang zur Inszenierung, der niemandem guttut. Am allerwenigsten dem Leser."

... über den Aktualitätsdruck:

"Wir dürfen vermeintlich kalte Themen nicht gleich wieder aus dem Blick verlieren. Wir treiben ständig neue Säue durchs Dorf. Manchmal ist diese Jagd ja auch nötig. Aber wir sollten eben nicht vergessen, dass die Säue, nur weil sie das Dorf verlassen haben, noch nicht aus der Welt sind. Wir müssen weiter beobachten, was sie treiben."

... über journalistischen Ethos:

"Ich verstehe uns als Heldinnen und Helden der Aufklärung. Wir sind der Wahrheit, der Demokratie und den Menschenrechten verpflichtet. Es geht um Haltung, aber auch darum, sie transparent zu machen. Jeder von uns hat eine Haltung. Damit wäre dann allerdings auch die Illusion von Objektivität als solche entlarvt."

... über journalistische Trends:

"Ich bin eine Gegnerin der zunehmenden Ich-Geschichten, in denen sich der Kosmos nur um den Autor dreht. In solchen Texten geht subjektives Empfinden vor Abwägen objektiver Kriterien."

Meinung: Medien profitieren nur scheinbar von der Corona-Krise.

Medien gehören aufgrund des erhöhten Nachrichtenkonsums der Menschen nur auf den ersten Blick zu den Profiteuren der Corona-Krise, beobachtet Daniel Bouhs in einem Radio-Essay. Zwar erreichten die Zeitungen wieder mehr Leser*innen, müssten zugleich aber mit deutlichen Einbußen bei Anzeigen klarkommen. Bouhs fordert deshalb die Nutzer*innen auf, Zeitungen möglichst zu kaufen und damit zu unterstützen.
ndr.de (10-Min-Audio)

Drehgenehmigung nicht nötig: Ministerpräsidentin Schwesig verteidigt Daniel Bouhs.

Pressefreiheit: Daniel Bouhs berichtet über widersprüchliche Aussagen der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern zu Auflagen während der Corona-Pandemie. Der Journalist war für einen Dreh auf der Durchreise, die Polizei forderte eine Drehgenehmigung. Diese ist nicht erforderlich, sagt Ministerpräsidentin Schwesig. Der Fall wurde laut "Ostsee Zeitung" dem Innenministerium gemeldet.
rnd.de, twitter.com

Video-Tipp: Tilo Jung spricht über die veränderte Arbeit in Zeiten der Corona-Krise.

Video-Tipp: Tilo Jung spricht mit Monitor-Chef Georg Restle u.a. über die Ausbreitung von Fake-News während der Corona-Pandemie. Statt auf Interviews, die aufgrund des Mindestabstands erschwert sind, berichtet Jung u.a. von der Bundespressekonferenz. Diese erlaubt künftig auch das Einreichen von Fragen online. Diese "Innovation" wurde zuvor "jahrelang verschleppt", sagt Jung.
youtube.com (69-Min-Video)

Brinkbäumer, Turner und andere machen Lokal-Journalismus für Münster.


Heimat-Journalismus: Rums, kurz für "Rund um Münster", heißt ein Lokal-Journalismus-Projekt für Münster, das am Samstag startet. Hinter dem Projekt, das eine Website, einen Newsletter, Social-Kanäle und Live-Journalismus liefern will, stehen Christian Humborg, Finanzchef von Wikimedia, und der Autor Marc-Stefan Andres. Sie konnten prominente Münsteraner wie den früheren "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer, "Tagesspiegel"-Mitverleger Sebastian Turner und Correctiv-Chef David Schraven für das Projekt gewinnen, schreibt Ulrike Simon bei Horizont.net. Sie alle wollen Texte beitragen: Zu den Autoren gehören außerdem CDU-Mann Ruprecht Polenz und die Grüne Marina Weisband.

Die redaktionelle Leitung übernehmen der MDR-Freelancer Ralf Heimann und die frühere "B.Z."-Lokalchefin Katrin Jäger, die beide aus Münster stammen. Finanzieren soll sich Rums über Abos und Crowdfunding, zunächst, so schreibt Simon sei, die Finanzierung für sechs Monate über die Gründer und Gesellschafter gesichert. Die "Münstersche Zeitung" ist seit 2014 eine Zeitung ohne Redaktion. Die Inhalte kommen von den "Westfälischen Nachrichten" und anderen Zulieferern.
Mitarbeit: Markus Trantow
horizont.net (Paid)

Zitat: Tanit Koch sieht Parallelen zwischen Medien und Nudelherstellern.

"Wir erkennen bislang keine Sättigung der Nachfrage. Das eint uns wohl mit Nudelherstellern."

Tanit Koch, Chefredakteurin des zentralen Newsrooms der Mediengruppe RTL, will weiterhin so viel Information wie möglich senden. Die Zuschauer blieben aktuell auch dran, wenn das Programm "nicht in der gewohnten TV-Qualität mit perfekten Kameraeinstellungen läuft".
horizont.net

Aus dem turi2.tv-Archiv: Tanit Koch beantwortet den TV-Fragebogen live auf der Launchparty-Bühne (Archiv 10/2019).

Zahl des Tages: 46 Mio Nutzer lesen Zeitungen im Netz, twittert BDZV.

Zahl des Tages: Rund 46 Mio Unique User haben in der vergangenen Woche in Deutschland Infos der Zeitungen im Netz genutzt, twittert der BDZV. Gegenüber der letzten Januar-Woche sei das ein Zuwachs um fast 12 Mio Nutzer. Journalist*innen gelten inzwischen neben NRW auch in Berlin als systemrelevant in der Corona-Krise.
twitter.com, #thinkpositive #actpositive

Presserat erteilt 2019 mehr Rügen, die meisten Beschwerden betreffen Regionalzeitungen.

Deutscher Presserat hat 2019 insgesamt 2.175 Beschwerden erhalten, 137 mehr als 2018. Rund ein Drittel davon bezieht sich auf Berichte in Lokal- und Regionalzeitungen. Mit 34 Rügen erteilte das Gremium sechs mehr als im Vorjahr, die meisten wegen mangelnder Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten, gefolgt von der Verletzung von Persönlichkeitsrechten.
rnd.de, presserat.de (Details)

“Welt”-Chef Ulf Poschardt sieht wachsendes Vertrauen bei Lesern, aber Angst bei Werbenden.

Corona-Krise sorgt für doppelt so viele Neuabschlüsse von Digitalabos bei der "Welt" wie sonst, sagt Ulf Poschardt. Auch der Zuspruch der Leser*innen sei gewachsen, positive Rückmeldungen gebe es sogar im Supermarkt. Gleichzeitig seien die Werbekunden zurückhaltend. Poschardt ruft sie auf, "kommunikativ ganz neu anzusetzen" und vom vertrauenswerten Umfeld der Nachrichtenportale zu profitieren.
horizont.net (Paid)

Virologe Christian Drosten wirft stern.de eine Verkürzung seiner Aussagen vor.

Viraler Wortlaut: Christian Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité, wirft stern.de eine "Zuspitzung und Selbstverkürzung" seiner Aussagen vor. "Ich bin schockiert", twittert Drosten verärgert. stern.de schrieb zuvor, dass es "keine vollen Fußballstadien in den nächsten zwölf Monaten" geben werde. Dies entspricht laut dem Virologen "nicht dem Zusammenhang des Interviews". "stern" kontert bei Twitter, die Zitate sind autorisiert.

"stern" antwortet Drosten, dass die Redaktion "aus einer autorisierten Aussage" eine Nachricht gemacht habe und verweist auf das ganze Interview (Paid). Auf die Frage nach der Rückkehr zur "Normalität" im öffentlichen Raum nach der Corona-Krise nennt Drosten kein Datum, antwortet aber im zuvor veröffentlichten Interview im Wortlaut: "Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben".
twitter.com

Zitat: Das Fernsehen ist ein wichtiges Fenster zur Welt, sagt Thomas Lückerath.

"In der aktuell angespannten Lage braucht es die Ventile, um den Druck aus dem Kessel zu lassen - die Zerstreuung und den Eskapismus."

Medienjournalist Thomas Lückerath kommentiert bei DWDL, dass die vergangene Woche auch eine "Belastungsprobe" für die wirtschaftlich betroffene, aber in Corona-Krisenzeiten umso wichtigere Fernsehbranche war.
dwdl.de

Wie geht’s den Journalist*innen bei den Sendern, Daniel Bouhs?


Vieles anders: Wie verändert die Corona-Krise die Arbeit der Meinungsmacher*innen? Diese Frage stellt turi2.tv den Akteur*innen der Kommunikationsbranche in der neuen turi2.tv-Serie "Wie geht's?". Am Freitag sprachen wir per Skype mit dem Berliner Journalisten Daniel Bouhs, der u.a. für "taz", ARD-Radios und Das Erste über Medien berichtet. Bouhs sieht Wissenschafts-Journalist*innen besonders gefragt und schwere Zeiten für alle, die über Sport und Kultur berichten. Heimarbeiter Bouhs ist auch betroffen, weil das TV-Magazin "Zapp" pausiert. Ihren kritischen Blick auf den Journalismus will die Redaktion aber behalten und an anderer Stelle einbringen.

Der Journalismus, glaubt Bouhs, wird sich durch die Corona-Krise stark verändern, weil öffentlich-rechtliche wie private Sender "mit einem Schlag" gezwungen waren, "mobil, autark" zu arbeiten. "Das sind Prozesse, die in den Sendern zum Teil verschleppt wurden, weil sie mit Sparmaßnahmen eher beschäftigt waren als mit technischer Innovation." Aber wenn es drauf ankommt, kann es auch schnell gehen: Inzwischen seien etwa Skype-Schalten statt teurer Satelliten-Übertragungen alltäglich. Beeindruckt hat Bouhs auch, wie schnell Radio, TV und Verlage Mitarbeiter*innen ins Home Office geschickt haben.
turi2.tv (5-Min-Video)

Zahl des Tages: Schweizer Medien-Startup “Republik” überlebt.

Zahl des Tages: Crowd-finanzierte 2,46 Mio Franken hat das Schweizer Medien-Startup Republik von Investoren und Abonnenten eingesammelt und damit den eigenen Fortbestand gesichert. Im Dezember hatte das Projekt wegen eines "Lochs in der Kasse" die Schließung angedroht, sollten bis Ende März 2020 nicht 2,2 Mio Franken zusammenkommen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Marietta Slomka will mit ihren Interviews Wirkung erzielen und nicht Macht ausüben.

"Ich bin nicht der weiße Hai. Vielleicht Nemo, der Clownfisch mit den großen, wachsamen Augen, der den Betrieb stört."

"heute-Journal"-Moderatorin Marietta Slomka will in ihren Interviews aufzeigen, wo keine Antworten gegeben werden, sich Widersprüche oder Schwächen auftun, sagt sie im Interview mit der "Zeit". Das erziele allenfalls Wirkung, aber keine Macht.
"Zeit" 13/2020, S. 61 (Paid)

Umfrage: Edelman erfragt im Report “Trust und der Coronavirus” vertrauenswürdigste Quellen.

Arbeitgeber sind in der Corona-Krise die glaubwürdigste Informationsquelle, erfragt Edelman in dem Special Report "Trust und der Coronavirus" u.a. in Deutschland, Italien, Japan und Südafrika. 63 % der Befragten trauen den Informationen aus von Unternehmen selbst betriebenen Kanälen. Regierungswebsites kommen auf 58 %, klassische Medien auf 51 %. 74 % der Befragten sorgen sich um die Verbreitung von Fake News bezüglich des Virus'.
horizont.net

Gastro-Fachmagazin “AHGZ” schaltet Artikel im Plus-Bereich frei.

Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung, Gastro-Fachmagazin der dfv Mediengruppe, stellt wegen der Corona-Pandemie seinen Plus-Bereich kostenfrei zur Verfügung. Die Inhalte sollen bis zum 19. April nach einmaliger Registrierung frei zugänglich sein. Objektive und sachliche Informationen seien jetzt wichtiger denn je und müssten für alle zugänglich sein, sagt Chefredakteur Rolf Westermann.
ahgz.de

Meinung: Die Berichterstattung auf der Insel Lesbos ist gefährlich.

Pressefreiheit: Die Berichterstattung ist auf der Insel Lesbos "enorm schwierig geworden", beklagt die "taz"-Journalistin Franziska Grillmeier im Deutschlandfunk. Berichterstatter würden im politisch rauen Klima rund um Geflüchtete attackiert, beschimpft und bespuckt - auch von der Polizei. Immer mehr Menschen auf der Insel haben "eine Art Selbstjustiz übernommen".
deutschlandfunk.de

Zitat: Für digitale Informationsmedien gibt es kein Geschäftsmodell, sagt Thierry Chervel.

"Die wichtigste Einsicht aus zwanzig Jahren Netz für mich lautet, dass immer noch kein Geschäftsmodell für Informationsmedien existiert."

Perlentaucher-Gründer Thierry Chervel sagt im "Welt"-Interview, das Netz biete andererseits die Möglichkeit, "Informationen ohne Qualitäts-Filter und Vorsortierung zu beziehen".
welt.de (Paid)

Presserat erwägt Kodex-Änderungen bei Berichterstattung über Terror und Amokläufe.

Journalismus: Die Berichterstattung über Terror, Amok und Attentate soll Tätern keine große Bühne geben, schreibt Georg Mascolo. Der Presserat bekommt nach jedem Anschlag mehr Beschwerden, sagt Chef Roman Portack. Der Rat überlegt, wie "mit der Bühnensucht des Terrorismus umzugehen ist" und mit Tätern, für die die Verbreitung ihrer Geschichte Belohnung ist, ob Namen genannt und Bilder gezeigt werden dürfen oder der Pressekodex verschärft werden muss.
sueddeutsche.de

Nutzer leiden an “Überdosis Weltgeschehen”, schreibt Bernhard Pörksen.

Corona-Krise ist das "Ergebnis einer globalisierten medialisierten Welt", schreibt Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Die Menschen litten "an einer Überdosis Weltgeschehen" und müssten dringend lernen, Informationen über die Pandemie richtig zu verarbeiten. Journalisten sollten Infos "strikt relevanzbezogen" auswählen, statt Nonsens-News herauszublasen.
zeit.de