Schweizer Medien-Startup Republik hat ein Loch in der Kasse.

Republik, crowd-finanziertes Schweizer Medien-Startup, kämpft ums Überleben. In einer Mail offenbart Republik den Unterstützern ein "Loch in der Kasse", das Projekt sei "viel langsamer gewachsen als geplant", zudem habe man "seit dem Start einiges vermasselt". Sollten bis Ende März 2020 nicht 2,2 Mio Franken und 19.000 Abonnenten zusammenkommen, stehe die geordnete Auflösung an.
persoenlich.com, project-r.construction

Schweizer Reporter plant eine gemeinsame Plattform für Qualitätsmedien.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: Hannes Grassegger, Reporter beim Magazin des "Tages-Anzeiger", plant eine öffentlich-rechtliche Plattform für Schweizer Qualitätsmedien, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Das Generalabonnement spielt Nutzern mit einem Algorithmus personalisierte Inhalte verschiedener Medien zu. Die Infrastruktur der Plattform könnte von der SRG stammen.
sueddeutsche.de

Meinung: Weniger ist in den Medien oft mehr, findet der Journalist Christian Lindner.

Journalismus: Weniger ist oft mehr, kommentiert der Journalist Christian Lindner, Ex-Chef der "Rhein-Zeitung" und Ex-Vize bei der "Bild am Sonntag", im Fachmagazin "Journalist". Es sei ein Irrtum, wenn Journalisten glaubten, die Menschen würden Medien so viel nutzen wie die Medienmacher selbst. Die Konsumenten brauchten "Welterklärungsangebote", die mit ihrem "individuellen Leben" zu tun haben.
journalist-magazin.de

Meinung: “Streit”-Ressort der “Zeit” ist ein “wohltuendes Wiedersehen mit Twitter-Tiraden”.

Zeit Streit ist ein "wohltuendes Wiedersehen mit den Twitter-Tiraden der letzten Tage" samt Feststellung, dass alles doch "gar nicht so wild war", bilanzieren Erica Zingher und Peter Weissenburger nach drei Monaten. Im Streit-Ressort bringt die "Zeit" Menschen mit gegensätzlichen Ansichten zusammen. Die Diskutanten sind "sorgfältig ausgewählt und ziemlich divers", die Redaktion wünscht sich ein "argumentatives Tauziehen" ohne Unterstellungen oder persönliche Vorwürfe.
taz.de

Der “Deutsche Reporterpreis” zieht Konseqenzen aus dem Fall Relotius.

Journalistenpreise: Nicht alle 400 Auszeichnungen für Journalisten ziehen Konsequenzen aus der Causa Relotius, beklagt Kai-Hinrich Renner in seiner Medienkolumne. Während er die Veränderungen beim Reporterpreis, den Relotius vier Mal gewann, lobt, steigt er selbst auf der Jury des „Journalist des Jahres“ vom „Medium Magazin“ aus.
morgenpost.de (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über die Konsequenzen aus dem Relotius-Skandal (Archiv 05/2019).

“Süddeutsche Zeitung” analysiert Strafanzeige der Bafin gegen die “Financial Times”.


Vermuten viel, beweisen wenig: Die "Süddeutsche Zeitung" zitiert aus der bisher geheimen Klage der Bafin gegen die "Financial Times". Die Börsenaufsicht hat sie im März wegen des Verdachts der Marktmanipulation eingereicht. Es geht um die Berichterstattung der Zeitung in Bezug auf Wirecard, die einen Sinkflug der Aktie des Unternehmens nach sich zog. Laut "Süddeutscher Zeitung" zeigt das Dokument vor allem, dass fraglich ist, ob europäische Vorschriften zum Schutz des Aktienhandels auf die Arbeit von Journalisten anzuwenden sind.

Das Presseverständnis der Bafin sei schwierig, sie argumentiere in der Anzeige mit Formeln gegen Marktmissbrauch, die "mit der Arbeit der Presse wenig zu tun haben". Die Indizienlage gegen die "FT"-Journalisten sei indes dünn. Die Bafin unterstellt dem Journalisten Dan McCrum z.B., seinen Bericht über mehrere Tage gestreckt zu haben – laut Börsenaufsicht ein Anhaltspunkt dafür, die Aktie nachhaltig beeinflussen zu wollen. Wirecard selbst hat Anfang des Jahres vor dem Landgericht München eine Zivilklage auf Schadenersatz gegen die Zeitung und den Journalisten eingereicht.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Deutsche Welle wird von israelischen Lobbyisten als antisemitisch beschimpft.

Deutsche Welle ist aufgrund eines Übersetzungsfehlers massiver Kritik selbsternannter, israelischer Lobbyisten ausgesetzt. Die Vorwürfe des Antisemitismus seien absurd. Es geht um einen Gastbeitrag des Nahost-Experten Rainer Hermann, den die Deutsche Welle ins Englische übersetzt hat. Die Übersetzung "dass es derzeit 600.000 jüdische Siedler im Gazastreifen gibt" war falsch, das Original bezog sich auf 600.000 jüdische Siedler in den von Israel besetzten Gebieten. Die Redaktion hat den Fehler behoben und dokumentiert.
dw.com

“Spiegel” lässt bei Innovations-Prozess möglichst viele mitmachen.

Spiegel hat eine interne Innovationskultur geschaffen, sagt Entwickler Ole Reißmann im kress.de-Interview. Dafür bringe der Verlag die journalistisch publizistische und die geschäftliche Perspektive zueinander, sechs interdisziplinäre Teams kommen wöchentlich zusammen. Es gelte, möglichst früh viele Menschen einzubeziehen. Die Teams vereinbaren mit Hilfe der Management-Methode OKR quartalsweise Ziele.
kress.de

Zitat: Journalismus ist besser genau statt schön, sagt Stefan Niggemeier.

"Wir müssen zulassen, dass die Dinge komplizierter sind als wir uns das am Schreibtisch vielleicht ausdenken."

Stefan Niggemeier sagt auf der Tagung von Netzwerk Recherche und der Akademie für Politische Bildung, bei der Journalisten über die Folgen des Relotius-Skandals diskutierten, dass es mehr Genauigkeit statt Schönheit und mehr Transparenz statt Perfektion brauche.
kontextwochenzeitung.de

Trump will Bloomberg-Journalisten von Wahlkampf-Auftritten ausschließen.

USA: Donald Trump will Bloomberg-Journalisten nicht mehr für seine Wahlkampf-Auftritte akkreditieren. Weil Michael Bloomberg kandidiert, seien die Mitarbeiter der Nachrichtenagentur parteiisch. John Micklethwait, Chefredakteur von Bloomberg News, hatte in einem CNN-Interview Befangenheitsvorwürfe dementiert. Als Bloomberg seine Kandidatur ankündigte, erklärte Micklethwait, die Agentur werde "unsere Tradition, Mike (und seine Familie und Stiftung) nicht zu untersuchen, fortsetzen und die gleiche Politik auf seine Rivalen in den Vorwahlen der Demokraten ausdehnen", aber weiter über die Trump-Regierung berichten.
spiegel.de, theguardian.com

“Westfalen-Blatt” schließt die Redaktion in Gütersloh.

Westfalen-Blatt schließt Ende Februar in Gütersloh eine weitere Lokalredaktion. Zahlen über Entlassungen sind nicht bekannt, betriebsbedingte Kündigungen seien aber nicht ausgeschlossen, heißt es in einer internen Mitteilung, aus die der WDR zitiert. Die Lokalausgabe für Gütersloh solle bestehen bleiben, die Inhalte kommen künftig von der Tageszeitung "Die Glocke" aus Oelde. Diese bezieht im Gegenzug eine Seite der Bielefelder "WB"-Lokalausgabe. Anfang 2019 fusionierten "Westfalen-Blatt" und "Westfälische Nachrichten".
wdr.de, djv-nrw.de, turi2.de (Background)

Zitat: Tanit Koch steht zu den “Bild”-Berichten über die Willkommenskultur.

"Wir haben damals als Massenmedium 'Bild' die vorhandene Hilfsbereitschaft verstärkt. Ich würde das heute wieder machen."

Tanit Koch, Chefin von n-tv und Ex-"Bild"-Chefin, spricht beim Europäischen Mediengipfel in Lech über die Rolle der Medien in der Flüchtlingskrise.
twitter.com

Aus dem turi2.tv-Archiv: Tanit Koch beantwortet den TV-Fragebogen live auf der Launchparty-Bühne (Archiv 10/2019).

Bloomberg verschont alle Präsidentschaftsbewerber der Demokraten mit Investigativ-Recherchen.

Bloomberg gibt sich Verhaltensregeln für die Berichterstattung über die Bewerbung von Haupteigner Michael Bloomberg (Foto), 77, zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten. Meinungsbeiträge werden künftig alle namentlich gekennzeichnet, die "Tradition", nicht investigativ über Bloomberg zu berichten, gilt nun für alle demokratischen Mitbewerber, jedoch nicht für Trump.
manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Bremer Bürgermeister regt Presseförderung an, bei der Bürger über Verteilung abstimmen.

Zeitungsverlage sollten sich um Fördergelder bewerben, über die Verteilung könnten in einer Wahl die Bürger entscheiden, regt Bremens neuer SPD-Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Interview bei Radio Bremen an. Dabei geht es ihm nicht ausschließlich um eine Zustell-Förderung, wie sie der Bundestag plant. Der BDZV lehnt den Vorschlag ab, der DJV hält ihn für "unausgereift". Auch Bovenschultes grüner Koalitionspartner in der Bremer Bürgerschaft geht auf Abstand.
butenunbinnen.de (Interview Bovenschulte), meedia.de (Reaktionen), turi2.de (Background)

Zitat: Karola Wille fordert eine klare Unterscheidung von Fakten und Meinungen.

"Eine wichtige Voraussetzung für einen gelingenden Diskurs ist die Fähigkeit und die Bereitschaft, Tatsachen von Meinungen zu unterscheiden."

MDR-Intendantin Karola Wille plädiert in ihrem Gastbeitrag im "Tagesspiegel" für eine klare Unterscheidung zwischen Fakten, die wahr oder falsch sein können, und Meinungen, die einem lediglich unsympathisch sein können.
tagesspiegel.de

Holger Friedrich wollte Stasi-Vergangenheit erst nach Verlagskauf öffentlich machen.

Der Feind hört mit: Neu-Verleger Holger Friedrich befürchtete, "keine Chance" auf den Verlag-Zuschlag zu bekommen, hätte er seine Stasi-Vergangenheit vor dem Kauf öffentlich gemacht, gesteht er im gemeinsamen "FAS"-Interview mit Ehefrau Silke und dem "Berliner Zeitung"-Herausgeber Michael Maier. "Wir müssen uns jetzt dieser Lebensgeschichte stellen", sagt Silke Friedrich und warnt vor "verkürzten Wahrheiten und schnellen Urteilen". Es tue Holger Friedrich leid, "was damals passiert ist". Er sei immer offen mit seiner Stasi-Vergangenheit umgegangen, sobald er ein "Vertrauensverhältnis" aufgebaut hatte.

Holger Friedrich entschuldigt sich im "FAS"-Interview zudem für den umstrittenen Artikel über den Börsengang der Firma Centogene, an der Friedrich beteiligt ist. Die Berliner Verwaltung müsse "dringend elektrifiziert und automatisiert werden", fordert der Verleger mit Blick auf die Absage des geplanten Berliner Bürgerportals. Der Berliner Verlag biete "jede Menge Kompetenz" für die Digitalisierung der Verwaltung. Am Sammeln von Daten sei Friedrich nicht interessiert.
"FAS", S. 43 (Paid), turi2.de (Stasi-Akten)

Pressefreiheit: 7.000 Demonstranten stellen sich NPD-Aufmarsch entgegen.

Pressefreiheit: Rund 7.000 Menschen demonstrierten am Samstag in Hannover gegen Bedrohungen von Journalisten durch Rechtsextremisten. Anlass ist die Kundgebung der NPD, an der sich laut Angaben der Polizei rund 110 Teilnehmer beteiligen. Zuvor hatte die Polizei die Demo zunächst wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit untersagt.
n-tv.de, turi2.de (Background)

Österreich: Presserat rügt Online-Medien für Video vom Stuttgarter Schwertmord.

Österreich: Der Presserat hat die Online-Medien oe24.at, Krone.at sowie Wochenblick.at für ihre Berichterstattung über den Stuttgarter Schwertmord gerügt. Die Medien hatten ein Video von dem Angriff im August veröffentlicht, wodurch Menschenwürde und Opferschutz "grob missachtet" worden seien. Die Medien hätten so gegen den Ehrenkodex verstoßen, urteilt der Presserat.
derstandard.at

Zitat: Die Gesellschaft muss verstehen, dass Qualitätsjournalismus nicht vom Himmel fällt, fordert Klaus Meier.

"Qualitätsjournalismus fällt nicht vom Himmel, ist nicht automatisch da, sondern muss von der Gesellschaft und von möglichst vielen Menschen gewollt und gelebt werden."

Journalistik-Professor Klaus Meier fordert die Gesellschaft im Medienpolitik-Interview auf, sich bewusst zu machen, dass "guter Journalismus Geld kostet und Unabhängigkeit benötigt".
medienpolitik.net

Zitat: Marietta Slomka will in Politiker-Interview Knackpunkte zeigen.

"Ein gut geführtes Interview kann einen Politiker vielleicht nicht 'knacken' - aber es kann zeigen, wo die Knackpunkte liegen. Durch die Frage erhält der Zuschauer wichtige Infos, selbst wenn der Politiker nicht darauf eingeht."

"heute-Journal"-Moderatorin Marietta Slomka sagt im Interview mit der "Süddeutschen", dass viele nicht verstehen, dass sie mit einer Gegenfrage nicht ihre eigene Meinung kundtue, sondern als Journalistin den Gegenpart einnehme.
sueddeutsche.de

Subventionstopf für Zustellung ist zu klein, sagt Horst Röper.

Zustellung: Die vom Bund geplanten Subventionen können nicht verhindern, dass Verlage immer mehr Redaktionen zusammenlegen, sagt Medienforscher Horst Röper im Medienpolitik.net-Interview. Der zeitlich befristete Fördertopf sei zu klein. Er fordert eine Einzelfallprüfung für jeden Verlag, weil die Zustellkosten je nach Besiedelung und Auflage schwanken.
medienpolitik.net, turi2.de (Background)

turi2 edition #9: Wie RTL Videos verifiziert.


Digitale Detektive: Dank des Internets bekommen wir Dinge zu sehen, die wir nie für möglich gehalten hätten. Menschen wie Andreas Greuel prüfen, was davon wahr ist – und was nicht. Bei RTL leitet er das Team Verifizierung, eine Art Task Force, die Bilder und Videos aus dem Netz unter die Lupe nimmt. Für die turi2 edition #9 spricht Anne-Nikolin Hagemann mit ihm über die Motive hinter den Fälschungen und das nie endende Rennen zwischen Fälschern und Verifizierern. Lesen Sie jetzt den ganzen Artikel kostenlos hier als Online-Text oder im neuen, komfortablen E-Paper der “turi2 edition #9“.

DJV unterzeichnet einen Aufruf gegen rechte Einschüchterungsversuche.

djv-LogoDJV gehört zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs "Schützt die Pressefreiheit". Der Appell, der von freien Journalisten ins Leben gerufen wurde, richtet sich gegen eine Demonstration der NPD am 23. November in Hannover. Rechtsextremisten wollen versuchen, kritische Berichterstatter einzuschüchtern. Zuvor haben u.a. auch die dju, Reporter ohne Grenzen sowie 17 Redaktionen und 450 Journalisten den Appell unterzeichnet.
djv.de (Pressemittelung), djv.de (Appell im Wortlaut)

CNBC: Verlage sind enttäuscht von Apple News+.

Apple News+ löst nach sechs Monaten Laufzeit keine Jubelstürme bei Verlagen aus, berichtet CNBC. Über die Plattform erwirtschafte ein Medium monatlich zwischen 20.000 und 30.000 Dollar, zitiert CNBC einen Publisher. Die anfänglichen Prognosen seien bedeutend höher gewesen. Jedoch erschließe der Flatrate-Dienst eine neue Zielgruppe, die jünger und weiblicher ist.
cnbc.com via wuv.de

Kai Weise übernimmt als Co-Moderator bei “Die richtigen Fragen”.

Die richtigen Fragen: Redaktionschef Kai Weise ersetzt Nikolaus Blome als Co-Moderator neben Anna von Bayern. Die Moderatorin hatte den "Bild"-Politiktalk nach Blomes Abgang vorerst allein moderiert. Weise wird am Montag das erste Mal vor der Kamera zu sehen sein.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Bild" relauncht "Die richtigen Fragen" – Kai Weise will mit Politiker-Talks "Nachrichten machen".

Türkische Autorin macht schlechten Journalismus für Hasswelle mitverantworlich.

Türkei: Die Autorin Asli Erdogan macht "schlechten Journalismus" mitverantwortlich für eine Hasskampagne gegen sie in der Türkei. In einem "FAZ"-Interview sagt die Schriftstellerin, dass ein Interview mit der italienischen "La Repubblica" in der Übersetzung der belgischen "Le Soir" stark verfälscht wurde. U.a. wurde der im deutschen Exil lebenden Asli Erdogan unterstellt, die Mehrheit des türkischen Parlaments als Terroristen bezeichnet zu haben. "Le Soir" hat sich inzwischen bei ihr entschuldigt.
"FAS", S. 13 (Paid)

Bauern schüchtern immer häufiger Journalisten ein.

Pressefreiheit: Einige Landwirte gehen immer aggressiver gegen Journalisten vor, schreibt die "taz". Bauern sollen einen Zeitungsreporter und eine Kommunalpolitikerin in Niedersachsen mit Protesten vor deren Privathäusern bedrängt haben. Zudem forderten Landwirte in einer Petition, eine der Landwirtschaft kritisch eingestellten Journalistin vom BR freizustellen.
taz.de

Dpa verharmlost Gewaltverbrechen nicht mehr mit Begriffen wie “Familientragödie”.

Dpa nutzt für die Berichterstattung über Gewaltverbrechen in Familien und Partnerschaften keine Begriffe wie "Familientragödie" oder "Beziehungsdrama" mehr, schreibt Nachrichtenchef Froben Homburger. Er argumentiert, dass sie "gezielte und oft tödliche Gewalt verharmlosen". Die konkrete Beschreibung solcher Verbrechen spreche meist für sich und mache die Begriffe deshalb überflüssig. Auch "Sex-Täter" und "Sex-Attacken" wandern auf den Index.
twitter.com

Lokal-Leser verstehen unter Qualität etwas anderes als Journalisten.

Lokaljournalismus: Joachim Dreykluft, Leiter des HHLab der NOZ Medien und mh:n Medien, hat Nutzer befragt, was sie unter digitalem Qualitätsjournalismus verstehen. Anders als die Journalisten selbst, die ihn als etwas definieren, das Mühe bereitet, ihnen Spaß sowie sie stolz macht, antworten die Leser: passend zu ihrer Lebenswirklichkeit, angemessen konsumierbar. Dreyklufts Daten sagen, dass Leser auch scheinbar banale Geschichten wertvoll finden und bereit sind, für sie zu bezahlen.
presseportal.de

Zitat: Journalisten können Karren nicht aus dem Dreck ziehen, sagt Wolfgang Messner.

"Nun sollen also die Journalisten der Blätter, die von den Verlegern inhaltlich ausgehöhlt, kaputtgespart und fusioniert werden, ihr 'Gesicht zeigen' und die Karre aus dem Dreck ziehen."

"Wirtschaftsjournalist"-Chefredakteur und ProRecherche-Gründer Wolfgang Messner findet, die Aktion "Journalismus zeigt Gesicht" zeige, "wie weit den Verlagen schon das Wasser zum Hals steht".
kontextwochenzeitung.de

AfD-Mitarbeiter zieht Wochenzeitung “Kontext” erneut vor Gericht.

Kontext: Ein rechtsradikalen Mitarbeiters zweier AfD-Abgeordneter im Stuttgarter Landtag klagt erneut gegen die Wochenzeitung "Kontext". Das Blatt hatte aus Facebook-Chats zitiert, in denen der Mann sich mit anderen Rechten austauscht, "angereichert mit Hitlergruß-Emojis". Das OLG Karlsruhe hat ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit bestätigt. Nun fordert der AfD-Mitarbeiter vor dem Landgericht Frankfurt 60.000 Euro Schadenersatz.
kontextwochenzeitung.de

“NZZ” startet 2020 einen täglichen Podcast.

NZZ holt Benedikt Hofer, 30, Nadine Landert, 30, Olga Scheer, 28, und David Vogel, 41, als Podcast-Team, das ab Frühjahr 2020 einen täglichen Podcast produzieren soll. Die "NZZ"-Redakteure arbeiten themenbezogen mit. Der Podcast beleuchtet in zehn Minuten "ein internationales Schwerpunktthema aus Politik und Wirtschaft" und richtet sich an Zuhörer aus der Schweiz und Deutschland. Hofer und Vogel kommen vom SRF, Landert von Radio 1, Scheer aus dem "NZZ"-Ressort Wirtschaft.
horizont.net

Springer startet Jugendmagazin auf TikTok.

TikTok: Journalisten der Springer Akademie produzieren ein Jugendmagazin für die Plattform. Das Reporter-Team will mit Hawaii Toast zeigen, dass journalistische Formate und ernste Themen in der App funktionieren können. Sie treffen z.B. den Vorbeter der Synagoge von Halle oder sprechen mit jungen Muslimen. Die Videos sind höchstens eine Minute lang.
axelspringer.de, turi2.de (Artikel über TikTok in der turi2 edition #9)

Zitat: Gute Ideen muten meist verrückt an, sagt Lars Haider.

"Bei Ideen ist wichtig, dass man die Leute regelmäßig schockt. Dass sie sagen: 'Jetzt ist er völlig verrückt geworden.'"

Lars Haider, Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts", sagt im Video der neuen Serie von "W&V", man brauche "Du-spinnst-Momente". Für die Reihe lässt das Fachmagazin Ex-Jung-von-Matt-Vorstand Oliver Voss als neuen Mirko Kaminski Kreative interviewen.
wuv.de, turi2.de (Kaminski-Wechsel)

SRF will die regionalen Online-Auftritte einstellen.

SRF beschließt "eine weitere Zentralisierung", schreibt die Schweizer "Sonntagszeitung". Demnach sollen die regionalen Internetportale und Facebook-Seiten eingestellt werden. Die SRF-Führung teile in einer Mitarbeiterinformation mit, dass eine "umfassende quantitative Analyse" ergeben habe, dass die regionalen Artikel kaum Reichweite generierten.
tagesanzeiger.ch (Paid) via persoenlich.com

“Bild am Sonntag” entschuldigt sich bei Meyer-Burckhardt für Falschmeldung.

Bild am Sonntag entschuldigt sich öffentlich bei Hubertus Meyer-Burckhardt für einen "unverzeihlichen Fehler". Die Sonntagszeitung hatte letzte Woche berichtet, er habe Lungenkrebs, was "definitiv falsch" sei. Meyer-Burckhardt machte seine Krebserkrankung selbst öffentlich, nannte aber nicht die Krebsart.
"Bild am Sonntag", S. 47 (Paid)

Berliner Tageszeitungen erinnern mit Sonderausgaben an 30 Jahre Mauerfall.

Mauerfall: Zum 30. Jahrestag erscheinen zahlreiche Tageszeitungen am Samstag mit Sonderausgaben, darunter u.a. die "BZ" und der "Tagesspiegel". Die "Welt" dokumentiert den Mauerfall mit einem Stundenprotokoll. In der "Berliner Morgenpost" erinnern sich Prominente an 1989. Der Künstler Marc Jung illustriert für die "Thüringer Allgemeine" ein Graffiti (Foto).
funkemedien.de, mediaimpact.de, twitter.com

Pro Quote: Frauenanteil in journalistischen Spitzenjobs weiter gering.

pro quote-150Frauenanteil in journalistischen Führungspositionen ist weiter gering, beklagt Pro Quote in seiner Studie zur Presse und Online-Angeboten. Nur acht von 108 Chefredakteur-Stellen in Regionalzeitungen seien mit Frauen besetzt – 7,4 %. 2016 lag der Anteil bei 4,7 %. Pro Quote errechnet einen sogenannten Frauenmachtanteil bei überregionalen Zeitungen von 25,1 %. Bei den 100 reichweitenstärksten Online-Angeboten betrage der weibliche Führungsanteil im Schnitt 30 %. Bei den Publikumszeitschriften läge er bei 48,9 %, jedoch hätten Frauen meist bei Themen wie Unterhaltung oder Garten das Sagen, während Wirtschaft, Politik und Gesellschaft weiter Männer-Domänen seien.
pro-quote.de (PDF der Studie)

Meinung: Zeitungen sollten Journalismus machen, statt für ihn zu werben.

Journalismus-Werbekampagnen dienen nicht der Glaubwürdigkeit, kommentiert Alexander Nabert. Die rund 50 Lokalzeitungen im Südwesten, die sich heute für eine Gattungskampagne abgesprochen haben, hätten ihre Titelseiten nutzen sollen, um guten Journalismus abzudrucken, statt Werbung für ihn. "Wenn Zeitungen auf ihrer Titelseite schreiben müssen, wie wahr, schön und gut sie sind, zeigt das an, wie schlecht es um sie steht", kommentiert Nabert. Wer Zeitungen nicht glaube, werde ihnen auch ihre Selbstbeweihräucherung nicht abkaufen.
taz.de