ARD benennt “Börse vor Acht” in “Wirtschaft vor Acht” um.

Börsenschluss: Statt "Börse vor Acht" läuft vor der "Tagesschau" bald "Wirtschaft vor Acht" im Ersten. Der hessische Rundfunk produziert das Format weiterhin in der Frankfurter Börse, aber der Fokus liegt auf Wirtschaftsthemen des Alltags. Filme und Grafiken sollen dem Publikum Zusammenhänge erklären. Außerdem kommt das Thema Ökologie als Schwerpunkt dazu.
dwdl.de

turi2 edition #16: Wie verbessert Kunst das Klima, Tim Sommer?


Eine Kunst für sich: Eintracht und Konsens in der Gesellschaft sind die Todfeinde der Kunst, meint Tim Sommer. Wie passt da der Klimawandel rein, der so viel Einigkeit und Kompromisse fordert? Der Chefredakteur von “art”, Europas größtem Kunstmagazin, zeigt sich in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #16 optimistisch, dass sich Kunst und Klimakrise letztendlich sogar gegenseitig helfen. Weiterlesen >>>

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Debatte: Kritikerinnen lesen die “Bild” oft nicht, sagt Johannes Boie dem “journalist”.

Fehler passieren? In einer ausführlichen "Bild"-Analyse konfrontiert Michael Kraske im "journalist" "Bild"-Chefredakteur Johannes Boie mit der Kritik an der jüngsten Corona-Berichterstattung. Den Vorwurf, die "Bild" sei wissenschaftsfeindlich, weist Boie zurück: "Bild ist pro Impfen, pro Wissenschaft, pro Freiheit, gegen Hetze und Hass." Zwar würden auch Fehler passieren, doch der Kritik liege "leider auch und gelegentlich eine selektive Wahrnehmung zugrunde". Manche Kritikerinnen hätten die "Bild" zudem "oft gar nicht gelesen". Medienwissenschaftler Volker Lilienthal wirft dem Blatt indes vor, "ideologischen Tendenz-Journalismus" zu betreiben. Darüber hinaus gebe es bei der "Bild" eine "starke Redaktionskultur, die durch die Tradition des Hauses und mit einer vom Personal internalisierten Blattlinie definiert wird".
journalist.de

Hör-Tipp: Julius Geiler kritisiert Medienhäuser, die Nachwuchs-Journalisten unvorbereitet auf Demos schicken.

Hör-Tipp: Zum Start der zweiten Staffel "Druckausgleich" sprechen Annkathrin Weis und Luca Schmitt-Walz u.a. mit "Tagesspiegel"-Reporter Julius Geiler (Foto) über Angriffe auf junge Journalistinnen. Geiler berichtet regelmäßig von Corona-Demos, Ende 2021 griffen ihn Querdenkende körperlich an. Er kritisiert Medienhäuser, die Volontärinnen "oder noch schlimmer unbezahlte Praktikanten" unvorbereitet auf Demonstrationen schicken. Wie man richtig und gut von Demos berichtet, sollte Teil journalistischer Ausbildungen sein.
druckausgleich.podigee.io (48-Min-Audio)

turi2 edition #16: Carolin Kebekus über Glaube und Gleichberechtigung.


Schluss mit lustig: Carolin Kebekus ist Feministin, Katholikin und eine der erfolgreichsten deutschen Komikerinnen. Im Interview mit turi2 Vize-Chefredakteurin Elisabeth Neuhaus für die turi2 edition #16 spricht sie über alte weiße Menschen, Gott und den Wert von Witzen in schweren Zeiten. Und sie sagt, wann bei ihr Schluss mit lustig ist: “Wenn Provokation keinen Sinn mehr erkennen lässt und nach unten tritt.” Weiterlesen >>>

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RBB: Ein Bautzener Anzeigenblatt druckt offenbar über 100 gefakte Stellengesuche.


Ausgedachte Anzeigen? RBB-Journalist Andreas Rausch spürt im Bautzener Anzeigenteil des Oberlausitzer Kuriers 126 Stellengesuche von angeblich Ungeimpften aus dem Gesundheitswesen auf. Unter den vermeintlich verzweifelten Suchenden seien Krankenschwestern, Altenpflegerinnen und Physiotherapeutinnen. 18 willkürlich ausgesuchte Annoncen habe Rausch durchtelefoniert – allerdings meist ohne Durchkommen. Rausch vermutet einen "merkwürdigen Zusammenhang" mit dem Aufmacher des Regionalblatts: In dem Bericht "In der Sorge vereint" geht es um die jüngste Bautzener Demonstration, bei der u.a. "zahlreiche" Beschäftigte der Gesundheits- und Pflege-Branche "friedlich gegen staatliche Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie" demonstriert hätten. Nach Autorenmeinung hätte dabei "ein Hauch von '89" in der Luft gelegen.

Es sei ein "merkwürdiger Zusammenhang, wenn man nach Umschlagen der Titelseite vor der Wand von Inseraten steht", resümiert Rausch: "Ich kann mir schon vorstellen, dass dies den Leser in der Oberlausitz verunsichert und besorgt macht." Erst vor wenigen Wochen hatte "Spiegel"-Journalist Oliver Das Gupta im "Traunsteiner Tagblatt" eine ähnliche Entdeckung über auffallend viele Kleinanzeigen von arbeitssuchendem Medizin-Personal gemacht – und über eine "konzentrierte Aktion" gemutmaßt. In einem Twitter-Thread sammelt Journalist Johannes Grunert weitere Sichtungen dieser Art, u.a. im "Donaukurier", der "Sächsischen Zeitung" und in den "Dresdner Neuesten Nachrichten".
rbb24.de, twitter.com, alles-lausitz.de (E-Paper "Oberlausitzer Kurier") turi2.de (Background), Foto: RBB


Hör-Tipp: “Hinter den Zeilen” thematisiert die Akademisierung des Journalismus.

Hör-Tipp: Mareice Kaiser, Chefredakteurin von "Edition F", spricht bei Hinter den Zeilen über ihren "kurvigen Weg" in den Journalismus ohne Studium. Kaiser beklagt, dass die Medienbranche bei Nachwuchs-Journalisten immer noch zu sehr auf Uni-Abschlüsse achte. Dabei sei für das Handwerk der Journalistinnen vor allem das Sammeln von Lebenserfahrung, das Herausfinden von eigenen Themen und ein Schreibtalent wichtig. Kaiser erzählt zudem davon, dass sie sich wegen ihres fehlenden Studiums lange selbst nicht Journalistin genannt hat und dass sie bei "Edition F" gute Erfahrungen mit Arbeiterinnenkinder gemacht hat. Außerdem zu Wort kommt Cum-Ex-Enthüller Oliver Schröm, der es im Nachhinein etwas bereut, nie auf eine Uni gegangen zu sein – Investigativ-Arbeit sei schließlich "sehr wissenschaftlich, akademisch".
hinterdenzeilen.de via bildblog.de (46-Min-Audio)

turi2 edition #16: Julia Becker über Verlag und Verantwortung.


Selbst ist die Frau: Julia Becker ist es wichtig, sich zu erinnern, wo sie herkommt. Als Chefin der Funke Mediengruppe sieht sie sich in den Fußstapfen ihres Großvaters und “WAZ”-Mitgründers Jakob Funke. Zum Interview für die turi2 edition #16 trifft sie Peter Turi denn auch im Gründerzimmer des Verlags, wo heute der Schreibtisch ihres Großvaters steht. Becker erklärt, wie der Verlag durch Investitionen, Kooperationen und Zukäufe wachsen soll – und bekennt sich klar zu Diversität: “Die Hälfte unserer Gesellschaft ist weiblich und die Hälfte der Führungspositionen muss mit Frauen besetzt sein.” Weiterlesen >>>

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Debatte: Nachfassen in Redaktionen behelligt Journalisten.

Bitte nicht stören: Die Agentur-Praxis des telefonischen "Nachfassens" in Redaktionen behelligt Journalisten, findet PR-Professorin Annika Schach (Foto). Insbesondere das "Hinterhertelefonieren nach einem unbeantworteten Kommunikationsversuch" sei "wenig zielführend". Agenturinhaberin Nadja Amireh dagegen glaubt, "Nachfassen" lohne sich oft – wenn man die richtigen Personen anspreche.
prreport.de

T-Online und Medieninsider: Julian Reichelt bandelt mit Milliardär und Senderbesitzer Frank Gotthardt an.

Reichelt in Rheinland-Pfalz: Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt bandelt laut Recherchen von T-Online und Medieninsider beruflich mit dem Milliardär und Fernsehsender-Besitzer Frank Gotthardt an. Gotthardt und Reichelt hätten gemeinsam zu Abend gegessen, beide wollen sich auf Anfrage nicht "zu privaten Treffen äußern". T-Online vermutet, Reichelt könne "der richtige Mann" sein, um Gotthardts TV-Ambitionen zu unterstützen. Gotthardt komme wiederum als Investor für Reichelts angekündigte eigene Plattform in Frage.
t-online.de, turi2.de (Background)

Zitat: Helge Timmerberg lebte in den 90ern wie Gott in Havanna.

"In den Neunzigern habe ich für die 'Bunte' Promi-Texte aus Havanna geschrieben und 30.000 Mark im Monat verdient. Ich habe es gemacht wie Gott, nur umgekehrt: ein Tag Arbeit, sechs Tage Party."

Autor Helge Timmerberg blickt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" auf sein bewegtes Schreiberleben zurück und verrät außerdem, dass er gerne mit dem Kiffen aufhören würde – allerdings schreibe er unter Cannabis-Einfluss besser.
sueddeutsche.de (Paid)

“Wissenschaftler werden zu Stars” – Julia Rotherbl spricht im turi2 Clubraum über die Medien in der Pandemie.


Pandemedien: "Wir Medien müssen uns kritisch mit unserer Rolle in der Pandemie auseinandersetzen", findet Julia Rotherbl. Gemeinsam mit Dennis Ballwieser ist sie seit 2021 Chefredakteurin der "Apotheken-Umschau". Im turi2 Clubraum spricht sie mit Moderatorin Tess Kadiri und Chefredakteur Markus Trantow über Einfluss und Botschaften der Medien in Sachen Covid. Zudem geht es um die "Apotheken-Umschau". Deutschlands auflagenstärkste Zeitschrift feiert dieser Tage 66. Geburtstag und macht sich die spöttische Zuschreibung Rentner Bravo zu eigen – als Heft im Heft. Rotherbl freut sich über viel positives Feedback, sagt aber auch, manchmal tue die Bezeichnung “immer noch weh”.

Die Chefredakteurin beobachtet, dass die Corona-Pandemie "Wissenschaft und Forschende zu Stars" gemacht hat. Dadurch sei wissenschaftliches Arbeiten in die Öffentlichkeit gelangt – eine "große Chance für die Forschung und ihr Standing". Diese Popularität führt allerdings dazu, dass in der Berichterstattung die Grenze zwischen Politik und Wissenschaft verschwimmt, sagt Kadiri mit Hinweis auf manche "Bild"-Schlagzeile. Sie möchte nicht, dass "Wissenschaftler in Klatsch und Tratsch auf Titelseiten enden".

Grundsätzlich findet Trantow, dass Medien und Politik mehr auf die Ängste der Menschen eingehen sollten. Eine stärkere Aufklärung "würde womöglich den Verschwörungs-Schwurblern zumindest einen Teil des Windes unter den Segeln nehmen". Mit Blick auf die Medien stimmt Rotherbl zu: "Ich fasse mich auch an die eigene Nase und frage, warum wir Medien es nicht schaffen, Ängste aufzulösen." Sie und Kadiri sind sich aber einig, dass die Infos da sind. Problematisch sei eher, dass einige Menschen "auf den falschen Medien unterwegs sind".

Die "Apotheken Umschau" ist mit über 7 Mio Auflagen im Monat zwar das erfolgreichste Magazin des Wort & Bild Verlags, trotzdem setzt das Team auch auf digitale Formate, wie die Website, Social Media und Podcasts. Rotherbl etwa moderiert Frau Doktor, übernehmen Sie!, mit dem sie Frauen in der Medizin sichtbarer machen und gegen das "stark männlich geprägte Bild von Medizin und Wissenschaft" vorgehen möchte.

Im turi2 Clubraum diskutiert Tess Kadiri jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2-Redaktion die Themen der Woche und spricht über Leben und Werk des Gastes. In der kommenden Woche wird die Fernseh- und Hörfunk-Moderatorin Hadnet Tesfai zu Gast sein.
turi2.tv (45-Min-Podcast bei YouTube), apple.comspotify.com
deezer.comturi2clubraum.podigee.io

Elf Hörfunk-Veranstalter in NRW gründen gemeinsamen Sender.

Gehörte Einigkeit: In NRW einigen sich elf Hörfunk-Veranstalter darauf, einen gemeinsamen Sender für eine junge Zielgruppe zu implementieren. Antenne NRW, Kiss FM und neun weitere Antragsteller hatten sich ursprünglich auf die zweite UKW-Kette beworben, nun wollen sie das Programm zusammen angehen. Das sei ein "höchst bemerkenswertes Ergebnis" und ein einmaliger Vorgang, sagt Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW.
radiowoche.de

Debatte: Beim Finanzen Verlag drohen nach Übernahme Interessenkonflikte.

Teures Geschmäckle: Mit der Übernahme des Finanzen Verlags durch Unternehmer Bernd Förtsch "dürften die Interessen­konflikte zunehmen", schreibt Julia Groth in der "Wirtschafts­woche". Förtsch besitzt Anteile an dem Onlinebroker Flatex, der in seinen bisherigen Magazinen "gern lobend" erwähnt wird. Beim Finanzen Verlag seien die Redakteurinnen deshalb vom neuen Eigentümer "wenig begeistert". Sie befürchten, die Unabhängigkeit der Bericht­erstattung könne leiden.
"Wirtschaftswoche", S. 74 (Paid), turi2.de (Background)

“Bild”-Talk “Viertel nach Acht” kommt im TV erst um 23.15 Uhr.

Bild TV nimmt den Krawall-Talk Viertel nach Acht aus der Primetime und zeigt um 20.15 Uhr lieber Dokus und andere Formate. "Der Talk, der Schlagzeilen macht" ist ab kommender Woche um 20.15 Uhr nur noch live bei YouTube zu sehen, im linearen TV-Programm erst um 23.15 Uhr. Statt ursprünglich fünf gibt es nur noch drei Ausgaben pro Woche. Die TV-Einschaltquoten lagen zuletzt oft im nicht-messbaren Bereich. Bei YouTube kommen die bisher 76 Folgen immerhin auf insgesamt 40 Millionen Views.
clap-club.de, dwdl.de, wunschliste.de, youtube.com (1-Min-Trailer)

“Spiegel”: Viele Facebook-Kommentatoren unter AfD-Beiträgen sind Fakes.


Digitaler Scheinriese: Rund ein Drittel der Top-Kommentatoren auf Facebook-Seiten der AfD sind höchst­wahrscheinlich Fakes oder "unauthentische Nutzer", ergibt eine Analyse des "Spiegels". Die Profile sind demnach "Teil einer Phantomtruppe", die der Partei "einen unfairen Vorteil" im sozialen Netzwerk verschafft, schreiben Maik Baumgärtner, Roman Höfner, Ariane Fries und Ann-Katrin Müller. Das Magazin hat gemeinsam mit der Initiative Reset Daten von über 700 Facebook-Seiten der AfD gesammelt und daraus stichprobenartig 150 Profile untersucht. Viele von ihnen posten und kommentieren "zu viel und zu schnell", was auf eine Software oder eine Firma im Hintergrund hinweist. Auch seien die Namen der Accounts oftmals nicht auf reale Personen zurückzuführen, oder sie sitzen im Ausland.

Der Facebook-Algorithmus belohnt Beiträge mit vielen Kommentaren mit mehr Sichtbarkeit. Die Fake-Profile beeinflussen demnach den "politischen Diskurs der Plattform". Eine Facebook-Sprecherin sagt, das Unternehmen lösche Fake Accounts, wenn die Mitarbeiterinnen "darauf aufmerksam werden". Ob die AfD gesondert vom Netzwerk geprüft werde, beantwortet sie nicht. Die AfD selbst entgegnet, die Recherche entbehre "jeglicher Grundlage", gibt aber gleichzeitig zu, dass auf ihren Kanälen auch Menschen "mit einem Phantasienamen" kommunizieren. (Foto: Thomas Trutschel / Photothek / Picture Alliance)
"Spiegel", S. 36 (Paid)

Nicola Vidic wechselt von “Vogue” zu “Madame”.

Madame schnappt sich eine weitere Redakteurin von Condé Nast: Nicola Vidic (Foto), bislang Senior Adaptation Editor bei "Vogue", leitet ab März das Beauty-Ressort. Sie übernimmt von Julie Gorkow, die dem Magazin als Kolumnistin erhalten bleibt. Vor einigen Tagen wurde bereits Simone Herrmann als neue Vize-Chef­redakteurin vorgestellt, die von "Architectural Digest" kommt.
clap-club.de, turi2.de (Background)

“Zeit” und “Spiegel” steigern ihre Auflagen erneut, “Bild” sinkt leicht.

Liegen gut in der Kurve: Die IVW-Zahlen vom vierten Quartal 2021 zeigen ein deutliches Wachstum der Auflagen bei "Zeit" und "Spiegel". Die Wochenzeitung erzielt erstmals eine verkaufte Gesamtauflage von über 600.000 Exemplaren. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um fast 10 %. Beim "Spiegel" klettert die Auflage durch viele neue Digital-Abos um 7,8 % auf knapp 700.000. Der Verlag verzeichnet damit seit 2003 erstmals wieder ein Wachstum in der verkauften Auflage.

Bergab geht es hingegen beim "stern", durch ein Minus von 5,2 % liegt die verkaufte Auflage nur noch bei 350.000. Die "Bild" verliert im Vergleichszeitraum 1,7 % und fällt auf knapp unter 1,1 Mio Exemplare. Der Titel mit der höchsten verkauften Auflage, die Programm-Zeitschrift "TV 14", fällt um 5,6 % auf 1,66 Mio.

Ein weiterer Aufsteiger ist "Katapult", das mit gut 90.000 ein Drittel mehr Abos hat als im Jahr zuvor.
zeit-verlagsgruppe.de, dwdl.de

Daniel Drepper geht zum Recherche-Netzwerk von WDR, NDR und “SZ”.

Bestätigt: Daniel Drepper wechselt am 1. April zur Recherche-Kooperation von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung". Der NDR bestätigt damit die Spekulationen zur neuen Anstellung des Chefredakteurs von "Ippen-Investigativ". Sein Kollege Marcus Engert beginnt, wie vermutet, am 1. Juni als Reporter und Redakteur beim Investigativ-Ressort des NDR.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Sophie Burkhardt wird stellvertretende ARD-Programmdirektorin.

ARD ernennt Sophie Burkhardt zur stell­vertretenden Programm­direktorin und Channel-Managerin der Mediathek. Sie übernimmt damit die Verantwortung für die inhaltliche Gestaltung als Nachfolgerin von Florian Hager, der im März HR-Intendant wird. Die 39-Jährige wechselt aus der ZDF-Hauptredaktion Digitale Medien in die ARD-Programm­direktion nach München.
presseportal.de

Zitat: Unternehmen müssen “Schranken im Kopf” abbauen, schreibt Frank Dopheide.

"Wir haben in endlosen Zoomcalls mittlerweile gelernt: Homeoffice und Billy Regal sehen in Recklinghausen, in Polen oder am anderen Ende der Welt genauso aus, wie bei uns. Nur funktioniert das Internet dort besser."

"human"-Chef Frank Dopheide warnt vor einem Arbeitskräftemangel – auch in der "kreativen Zunft". Unternehmen müssen "Schranken im Kopf" abbauen und Mitarbeiter durch Technologie "von Raum und Zeit" befreien.
meedia.de

Lese-Tipp: “Katapult MV” hält nichts von todernster Berichterstattung.

Lese-Tipp: Lokal­journalismus lässt sich durch "bedeutsame Unterhaltung" retten, sagt "Katapult"-Gründer Benjamin Fredrich im "Journalist"-Interview. Bei der neugegründeten Lokalzeitung "Katapult MV" rücke die Redaktion vom "Grundton allgemeiner Krisen­bericht­erstattung" der Konkurrenz ab – und die Zahl der Abos wächst "stark". Wichtig sei es auch zu akzeptieren, dass Print ausgedient hat und Nachrichten dort zu verbreiten, wo die Leserinnen sind, zum Beispiel bei TikTok – "egal, wie scheiße man ein Medium findet".
journalist.de

Hör-Tipp: Sebastian Matthes spricht mit Robert Habeck und Volker Wissing.

Hör-Tipp: Beim Energie-Gipfel des "Handelsblatts" spricht Chefredakteur Sebastian Matthes mit Robert Habeck und Volker Wissing über den grünen Umbau der Wirtschaft. Der Wirtschaftsminister sagt Unterstützung für Klima-Investitionen der Wirtschaft zu. Der Verkehrsminister will Technologie-Offenheit und ein klares Bekenntnis zum E-Auto unter einen Hut bringen.
handelsblatt-digitaldisrupt.podigee.io (47-Min-Audio)

Investigativ-Team um Daniel Drepper verlässt Ippen.


Ausrecherchiert: Das vierköpfige Ippen-Investigativ-Team um Chef Daniel Drepper (Foto) kehrt der Verlagsgruppe wie erwartet den Rücken. Wie "Medieninsider" berichtet, sind "neue Jobs bereits gefunden". Der "Spiegel" teilt etwa mit, dass ­Katrin Langhans und Juliane Löffler zum Nachrichten-Magazin nach Hamburg wechseln. Chefredakteur Steffen Klusmann lobt Neugier, Mut und Themengespür der Kolleginnen. Die Recherche-Einheit hatte sich im Oktober 2021 mit Verleger Dirk Ippen überworfen, als dieser kurzfristig eine Veröffentlichung über Julian Reichelt, damals noch Chefredakteur der "Bild", stoppte.

Daniel Drepper könnte es beruflich zum Recherchenetzwerk von WDR, NDR und "SZ" ziehen, seinen Kollegen Marcus Engert zum Investigativteam des NDR. Beide Wechsel sind noch nicht bestätigt, Drepper will sich bei Twitter "noch nicht über Spekulationen äußern". Das Investigativ-Team war erst im Sommer 2020 Teil des Ippen-Imperiums geworden, nachdem Ippen das Deutschland-Geschäft von BuzzFeed News übernommen hatte.
medieninsider.de (Paid), dwdl.de, twitter.com (Statement Drepper) djv.de, gruppe.spiegel.de, turi2.de (Background)

turi2 edition #16: 22 Frauen, die wir 2022 im Auge behalten.


Frauensache: turi2 listet in der turi2 edition #16 22 Frauen auf, die wir 2022 im Auge behalten. Darunter sind weibliche Führungskräfte, junge Frauen, die schon viel erreicht haben, die besonders standhaft sind und sich für ihr Geschlecht einsetzen. Anna-Nicole Heinrich beispielsweise ist mit 25 Jahren die jüngste Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland jemals. In jungem Alter hat auch die Grüne Sarah-Lee Heinrich von sich Reden gemacht, als sie wegen problematischer Tweets aus Teenager-Zeiten einen Shitstorm von rechts außen erlebte und nach einer kurzen Pause nun wieder in die Öffentlichkeit zurückkehrt.

Auf Kritik via Twitter reagiert Shakuntala Banerjee ganz entspannt. Die Vize-Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios wird vermutlich auch 2022 einige kritische Fragen stellen, wie schon im Sommerinterview mit AfD-Chef Jörg Meuthen. Politisch bleibt es mit Annalena Baerbock, die zwar nicht das Kanzleramt gewinnen konnte, dafür aber das Außen­ministerium. Alle Blicke liegen 2022 auf der studierten Völker­rechtlerin, wenn sie Deutschland in der Welt vertritt. Alle 22 Frauen sind in der gedruckten turi2 edition #16 oder im kostenfreien E-Paper aufgelistet.
issuu.com

Der “Spiegel” hält Urteil im Fall Mockridge für “falsch”.

Spiegel will gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg vorgehen, das eine Löschung von Passagen aus dem Artikel Die Akte Mockridge verlangt. "Wir halten diese Entscheidung für falsch", teilt der Verlag in Bezug auf das Urteil mit und verweist auf den Pressesenat, der anerkannt habe, dass ein "legitimes öffentliches Interesse" an der Berichterstattung besteht. Der "Spiegel" hatte bereits angekündigt, notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.
meedia.de , turi2.de (Background)

GMX-Umfrage: “Tagesschau” ist das beliebteste News-Angebot im Netz in Deutschland.

Tagesschau ist das beliebteste News-Angebot in Deutschland, sagt eine Umfrage der E-Mail-Provider GMX und Web.de. Demnach nutzen 17 % der Befragten das ARD-Nachrichtenflaggschiff als Hauptnachrichten-Quelle, gefolgt von den Auftraggebern der Studie GMX und Web.de. Die E-Mail-Portale nutzen demnach 16 % der Befragten. Auf Platz 3 landen n-tv und T-Online.
gmx.net

SWMH spart Stellen bei “Stuttgarter Zeitung” und “Stuttgarter Nachrichten” ein.

Stuttgarter-Zeitung-Stuttgarter-NachrichtenSWMH will bis zum Jahresende etwa 50 Stellen bei "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" abbauen, das entspricht rund 20 % der Redaktion. Die bisherigen Ressorts werden zu Thementeams geformt, die Printausgaben sollen mit vier statt fünf Büchern auskommen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant.
spiegel.de, meedia.de

turi2 edition #16: “Apotheken-Umschau”: Mit Fakten und Humor zur Millionen-Auflage.


Gesunde Geschäfte: Dass ihr Blatt als Oma-Lektüre gilt, nehmen die Macherinnen der “Apotheken-Umschau” mit Humor, schreibt turi2-Autor Roland Karle in der turi2 edition #16. Die “Rentner-Bravo” gehört zur kleinen Spezies der Auflagen-Millionäre. Jetzt kommt die Zeitschrift selbst ins Rentenalter – und war nie so vital wie heute. Weiterlesen >>>

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Termin des Tages: BJV diskutiert Arbeits­bedingungen bei Olympischen Winter­spielen.

termine2-logoTermin des Tages: Zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Winter­spiele diskutiert der BJV ab 18 Uhr über die Arbeits­bedingungen für Sportlerinnen und Medien­schaffende in Peking. Mit dabei sind ARD-Winter­sport-Experte Felix Neureuther, BR-Sportchef Christoph Netzel und die langjährige China-Korrespondentin Astrid Freyeisen. Für die Teilnahme via Zoom ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich.
Die wichtigsten Termine der Branche: turi2.de/termine

Mockridge-Artikel: “Spiegel” muss weitere Passagen streichen.

Schluss mit lustig: Der "Spiegel" muss weitere Teile des Artikels Die Akte Mockridge über Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen Comedian Luke Mockridge streichen, entscheidet das Oberlandes­gericht Hamburg. Zugleich will Anwalt Simon Bergmann für seinen Mandanten nun auch Schadensersatz und Schmerzensgeld einklagen, da entstandene Persönlichkeitsrechtsverletzungen "derart schwerwiegend" seien. Das Urteil ist bereits das dritte gerichtliche Verbot von Abschnitten des Textes. Bereits im November 2021 hatte das Landgericht Köln Teile der Recherche untersagt, in der eine namentlich nicht genannte Ex-Freundin Vorwürfe gegen Mockridge erhebt. Kurze Zeit später folgte das Verbot von Passagen, in denen der "Spiegel" detailliert berichtet, Mockridge habe seine damalige Freundin Ines Anioli vergewaltigt.

In der Schilderung zwei weiterer anonymer Frauen hat das Landgericht Hamburg im Dezember 2021 noch keine Probleme gesehen. Doch Anwalt Bergmann ist gegen das Urteil vorgegangen – mit Erfolg. Der "Spiegel" muss nun auch diesen Teil des Artikels löschen, weil die Schilderungen der Frauen von Übergrifflichkeiten "als unwahr anzusehen" seien. Auch deshalb, weil Mockridge die Anschuldigungen abstreite. Damit seien nun, ergänzend zu den bereits erwirkten einstweiligen Verfügungen, die "Kernpunkte des Artikels" untersagt, so Bergmann.
dwdl.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Philipp Bovermann untersucht “Wer hat die Kokosnuss geklaut” auf Rassismus.

Lese-Tipp: Der "Süddeutsche Zeitung"-Autor Philipp Bovermann widmet sich mit einer Lyrikanalyse der Frage, ob nur der Beitrag des ZDF über das Kinderlied "Wer hat die Kokosnuss geklaut?" oder das Lied selbst rassistisch ist. Die "taz" hatte den Sender aufgefordert, sich für einen Instagram-Post zu entschuldigen, weil er schwarze Menschen mit Affen gleichsetze. Zu einem Ergebnis kommt Bovermann allerdings auch nicht: "manchmal sind die Dinge nun einmal kompliziert".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Basta: Klatschpresse denkt sich Baby-Bilder von Helene Fischer aus.

Abbildung ähnlich: Das Yellow-Press-Watchblog Topf voll Gold sammelt Berichte über das Baby von Helene Fischer und dessen Kinder­zimmer. Weil es von beiden keine Fotos gibt, müssen irgend­welche Baby-Bilder und Kinder­zimmer aus dem Einrichtungs­katalog her­halten – immerhin mit dem Zusatz "So könnte es aus­sehen". Der Leit­satz der Märchen-Postillen frei nach den Gebrüdern Grimm: "Und wenn es keine Bilder gibt, erfinden wir sie heute."
twitter.com/topfvollgold

Video-Tipp: “Zapp” untersucht Möglichkeiten, gegen Telegram vorzugehen.

Video-Tipp: Der Messenger Telegram verstößt gegen deutsche Gesetze, entfernt strafbare Inhalte nicht und nennt keine Ansprechpartner. "Zapp" erklärt im Video "Hass und Gewalt auf Telegram: Einfach abschalten?" welche Möglichkeiten es gibt dagegen vorzugehen, etwa die Abschaltung der App oder mehr Polizei-Präsenz online, und ob diese überhaupt umsetzbar sind.
youtube.com (11-Min-Video), ndr.de

Debatte: Deutsche TV-Moderatoren sind meistens alt, beobachtet Aurelie von Blazekovic.

Rentner-Fernsehen: Im deutschen TV sind größtenteils alte Moderatoren zu sehen, schreibt Aurelie von Blazekovic. Für den "Lagerfeuereffekt", also um eine Gesellschaft zusammenzubringen, setzen die Sender auf "altbekannte Gesichter" wie Thomas Gottschalk oder Günther Jauch. Das offenbare ein "großes Versäumnis, nämlich fehlenden Mut und Vertrauen für junge Fernsehmacher".
sueddeutsche.de

Zitat: Florian Silbereisen will der Yellow-Press kein Futter geben.

"Ich würde mich gern mit den Fans mehr austauschen, aber jedes Wort, das ich auf Instagram oder sonstwo sage, schlachten ja dann hundert bunte Blätter aus. Ich muss bei jedem Halbsatz aufpassen."

Moderator und Entertainer Florian Silbereisen sagt im "stern"-Interview, dass er der Yellow-Press keine Legitimation für Berichte über sein Privatleben geben will. Letztlich sei er aber "auch zu faul dafür", in seiner Freizeit zu überlegen, was er posten könnte.
"stern" 4/2022, S. 33-37 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview

zum Leben unter Beobachtung:
"Ich stehe oft unter Beobachtung, und dass Paparazzi gegenüber im Wald ein Camp aufschlagen und gucken, wer bei mir ein und ausgeht, ist ein Preis, den ich leider zahlen muss. Ich suche mir dann einen Berg zum Wandern, der muss ein bisschen steiler sein, da kommen die dann eh nicht mit."

zu vernichtenden Kritiken:
"Was ein paar Kritiker sagen, beeinflusst mich nicht. Ich denke, ich bin manchmal näher am Geschmack der Zuschauer als manche Kritiker. Wenn die ganz stark draufhauen, weiß ich schon: Oh, das könnte erfolgreich werden!"

über unkritisches Management:
"Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass sich so viele Künstlerinnen und Künstler ein Umfeld schaffen, in dem alle immer nur Ja sagen und alles super finden. Sie bezahlen Menschen dafür, ihnen zu sagen, dass das, was sie machen, super ist? Das ist doch dumm! Wenn ich jemanden an meiner Seite habe, der mit mir eine Strategie verfolgt, brauche ich jemanden, der mir den Spiegel vorhält! Wenn man nur in seinem Tunnel rennt, merkt man nicht mehr, was links und rechts passiert."

über Authentizität:
"Ich bin kein Schlagersänger, der eigentlich lieber Popsänger wäre. Ich mag, was ich tue, und ich spiele keine Rollen dabei."

Innenministerin Nancy Faeser will Telegram verbannen.

Verbannt: Innenministerin Nancy Faeser will Telegram aus den App-Stores verbannen. In einer Pressekonferenz appelliert sie an Google und Apple und erinnert an ihre "gesellschaftliche Verantwortung". Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius sagt, der Messenger sei ein "Brandbeschleuniger" für "Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker und Rechtsextremisten" geworden.
t-online.de

“Spiegel”: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bundesvorstand der Grünen.

Nicht ganz grün: Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen den Bundesvorstand der Grünen eingeleitet, berichtet der "Spiegel". Robert Habeck (Foto), Annalena Baerbock, Ricarda Lang, Jamila Schaefer, Michael Kellner und Marc Urbatsch sollen sich 2020 selbst einen Corona-Bonus in Höhe von 1.500 Euro bewilligt haben, welcher "nicht von den parteiinternen Regeln gedeckt" sei.
spiegel.de (Paid)

Philipp Westermeyer erzählt die “Jung von Matt Story”.


Klappe, die zweite: Philipp Westermeyer und seine OMR legen in Sachen Bewegtbild nach. Genau 14 Monate nach "Middelhoff – der krasse Fall eines Managers" veröffentlicht das Marketing- und Medienhaus heute Abend um 20.15 Uhr die zweite große Dokumentation – über die Geschichte der Werbeagentur Jung von Matt. Mit deren legendären Gründern Holger Jung und Jean-Remy von Matt beginnt der Film. Sie treffen sich auf dem Schiff "Elizabeth", das nach der gemeinsamen Ex-Frau der beiden Werber benannt ist. Die Doku feiert ikonische Kampagnen der Agentur – von Sixt über die BVG bis zu "Geiz ist geil" – und sie lässt prominente Werbe-Gesichter und -kunden zu Wort kommen, darunter Tina Müller, Erich Sixt und Wladimir Klitschko. Der Film lässt aber auch Kritik, Tiefpunkte und den andauernden Umbruch der Werbeagentur nicht aus und versucht eine Annäherung an den neuen Kurs und CEO Peter Figge.

So muss der Agenturchef die Kritik einer oder eines verärgerten Ex-Beschäftigen vorlesen, mit Vorwürfen wie Überarbeitung, schlechte Bezahlung und schlechtes Betriebsklima. "Wenn wir immer so wären, dann würde es uns nicht mehr geben", sagt Figge, entschuldigt sich und ergänzt: "Wir leben von nichts anderem als von ganz besonderen Menschen, die in einem guten Klima zusammenarbeiten müssen". Figge leitet die Agentur seit 2010 – unter seiner Führung macht die Firma so viel Umsatz wie nie, durchlebt aber auch ihre größte Krise durch den Abgang des Kunden Mercedes. Von Matt beschreibt die Situation 2014/15 als "Blick in den Abgrund", Holger Jung sagt, er habe bestimmt eine Woche lang nicht geschlafen. Auch Figge nimmt die Situation als "existenzgefährdend" wahr. Hinterher habe die Mannschaft aber gewusst, "dass man mit mir durch schwere See segeln kann".

OMR zeigt auch, wie sich die Arbeit der Agentur durch die Digitalisierung und durch Corona verändert: Wir sehen Peter Figge im Ugly-Christmas-Sweater, wie er vor Weihnachten digital Bilanz zieht, die Geschäftszahlen lobt, aber die Kreation kritisiert. Die Beschäftigen schauen vom Home Office aus zu. Der Film zeigt auch das deutsche Durchschnitts-Wohzimmer, das viele Jahre Dreh- und Angelpunkt der Agentur-Arbeit war, und führt das Bubble-Versum vor, das das Wohnzimmer inzwischen ersetzt hat. In dem futuristischen Medienraum können die Kreativen in einer überlebensgroßen Blase die Medien-Filterblasen unterschiedlicher Zielgruppen aufrufen.

"Wir haben definitiv noch nicht genug Frauen in Führungspositionen", sagt Figge und gibt zu: "Das liegt durchaus auch an uns" – und wirbt um Bewerberinnen. Am Ende des Films und mit Blick in die Zukunft sagt Douglas-Chefin Tina Müller: "Jung von Matt steht für diese traditionelle Art Werbung zu konzipieren und zu kreieren und ich hoffe, dass das nicht ausstirbt." Der Abspann zeigt Outtakes vom Dreh, untermalt von Jean-Remy von Matt, der auf der Flöte "Vom Himmel hoch, da komm ich her" intoniert. Das ausführliche Gespräch mit der Werbe-Ikone koppelt OMR vorab auch als Podcast aus. (Foto: OMR)
ac-page.com (83-Min-Doku ab 20.15 Uhr), podigee.io (68-Min-Podcast)

dpa übernimmt die Kuratierung von Facebook News.

Facebook-Updayte: Die Deutsche Presse-Agentur kuratiert ab 1. April die Inhalte für Facebook News. Wie Meta mitteilt, ist dies das Ergebnis eines Auswahlverfahrens, nachdem der bisherige Kurator, Springers Upday, seinen Rückzug angekündigt hatte. Die Nachrichtenagentur sei durch ihre Unabhängigkeit “prädestiniert” für Facebook News, sagt Geschäftsführer Peter Kropsch. Die Leitung des neuen dpa-Teams übernimmt Christian Röwekamp (Foto), der bisher noch Leiter der Themendienst-Redaktion ist. Er und seine Kolleginnen werden Inhalte von deutschen Medienhäusern veröffentlichen, die nach journalistischen Kriterien ausgewählt werden. Da sie gleichzeitig den Facebook-Richtlinien entsprechen müssen, stellt Meta ihnen ein Team zur Seite.

Seit dem Deutschland-Start im Mai 2021 lag die Themen-Auswahl bei Upday. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hatte seinen Präsidenten und Springer-Chef Mathias Döpfner dafür kritisiert. Der Verband befürchtete, dass Upday hauseigene Titel wie "Bild" und "Welt" bevorzugen würde. Im September 2021 zog Döpfner das Mandat von Upday zurück und erklärte, er wolle mit dem Schritt "weitere Irritationen" vermeiden.

Facebook News bietet persönlich zugeschnittene Inhalte aus aktuellen Nachrichten und Vorschlägen, die auf dem Verhalten der Nutzerinnen basieren. Bereits seit Ende März 2019 arbeitet die dpa mit Facebook zusammen, um gegen Fake News auf der Plattform vorzugehen. (Foto: dpa / Dominic Lipinski / PA Wire / Picture Alliance, Montage: turi2)
presseportal.de, about.fb.com, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Im Amateurfußball fließen bis zu 500 Mio Euro Schwarzgeld.

Video-Tipp: Im deutschen Amateurfußball fließen nach Recherchen von ARD und Correctiv jährlich womöglich bis zu 500 Mio Euro Schwarzgeld. Laut Befragung bekommen vor allem männliche Spieler unter der Hand Geld für ihren Auftritt in einem Amateurverein. Das Erste zeigt "Milliardenspiel Amateurfußball" heute um 23:30 Uhr, schon jetzt ist die Doku in der Mediathek abrufbar.
ardmediathek.de (41-Min-Video), correctiv.org, sportschau.de

Debatte: Jochim Huber versteht nicht, warum das ZDF “Die Wannsee-Konferenz” am falschen Tag zeigt.

Falsches Datum: Der Journalist Joachim Huber fragt sich in einem Tagesspiegel-Artikel, warum das ZDF die Produktion "Die Wannsee-Konferenz" nicht am 20. Januar, dem 80. Jahrestag der Konferenz, im linearen Programm zeigt, sondern erst vier Tage später. Huber meint, den ZDF-Zuschauerinnen könne man den Tausch von "Bergdoktor" gegen "Wannsee-Konferenz" zu muten, allerdings erfordere dies auch, "dass der Sender über seinen Programmier-Fokus in die historische Weite springt".
tagesspiegel.de

Lese-Tipp: Wie es sich im Krimi-Hotspot Berchtesgaden lebt.

Lese-Tipp: Berchtesgaden ist ein beliebter Schauplatz von Krimi-Drehs, sei es für ZDF oder Netflix. Das sei gute Image-Werbung für die Region, andererseits "auch manchmal nervig" für die Anwohnerinnen, berichtet Bürgermeister Franz Rasp im DWDL-Interview. Mit TV-Klischees wie den "bockigen Bergbewohnern" und der "Sünd‘ auf der Alm" kommt er klar – mit Möchtegern-Influencern im Naturschutzgebiet nicht.
dwdl.de