“Standard”: Hanna Kordik soll Chefredaktion der “Presse” übernehmen.

Kommt Kordik? Die Wirtschafts-Ressortleiterin der "Presse", Hanna Kordik, soll neue Chefredakteurin der österreichischen Tageszeitung werden, meldet "Der Standard". Als Vize-Chefs sollen Florian Asamer und Christian Ultsch fungieren. Der bisherige Chefredakteur Rainer Nowak war im November wegen zu großer Regierungsnähe zurückgetreten, Asamer ist seitdem interimistischer Chefredakteur.
standard.at, turi2.de (Background)

“taz”: Olaf Scholz soll bei Republica Linda Zervakis als Interviewerin ausgesucht haben.

Wahl ohne Qual: Für seinen Auftritt bei der Digital­messe Republica im Juni 2022 soll Kanzler Olaf Scholz Moderatorin Linda Zervakis als Interviewerin "ausgesucht und engagiert" haben, schreibt die "taz". Das Kanzler­amt habe dies dem Veranstalter zur Bedingung gemacht. Zervakis lässt über ihr Management mitteilen, sie habe für den Auftritt kein Honorar erhalten. Das Podiums­gespräch wurde im Nachhinein u.a. von der "Wirtschafts­woche" als "inhaltsleer" beschrieben.
taz.de, spiegel.de

Dunja Hayali moderiert ab 20. Februar beim “heute-journal”.

Kann auch abends: Dunja Hayali moderiert ab 20. Februar das "heute-journal" im ZDF, teilt der Sender mit. Sie werde künftig rund 40 Mal im Jahr für das Magazin vor der Kamera stehen. Haupt-Moderatorinnen bleiben Marietta Slomka und Christian Sievers. Hayali war von 2007 bis 2010 schon einmal beim "heute-journal". Sie moderiert zudem das "Morgenmagazin" und das "Aktuelle Sportstudio".
presseportal.de, dwdl.de

epd: ARD und ZDF legen TV-Programmanalyse auf Eis.

Altlast? ARD und ZDF pausieren ihre Programm­analyse 2023, erfährt epd. Demnach wollen beide beraten, ob sie die seit 1985 erhobene Beobachtung, die Inhalte und journalistische Angebote öffentlich-rechtlicher und privater TV-Sender vergleicht, 2024 fortführen. Das ZDF begründet den Schritt damit, im Non-Linearen stärker forschen zu wollen. Mit der ARD sei u.a. ein Forschungs­projekt zu den Angebots­strukturen von Media­theken und Streaming-Diensten in Auftrag gegeben worden.
"epd medien aktuell" vom 27.01.2023 (€)

Streik beim RBB führt zu Einschränkungen im Programm.

Sparflamme: Der Streik wegen fest­gefahrener Tarif-Verhandlungen beim RBB macht sich im Programm bemerkbar. NDR Info sendet seit 10 Uhr auf der Frequenz von RBB24 Info­radio. Das vom RBB produzierte ARD-Mittags­magazin ist ausgefallen. Intendantin Katrin Vernau äußert "Verständnis für die Forderungen der Gewerkschaften", man könne "in den laufenden Tarifverhandlungen aber nicht nur einfach Geld verteilen". Stattdessen wolle man etwa "strukturelle Ungleichbehandlungen" von Festen und Freien beseitigen. Der Streik soll noch bis 22.30 Uhr andauern.
digitalfernsehen.de, t-online.de, dwdl.de, dwdl.de (Vernau), turi2.de (Background)

Hinweis: Dieser Beitrag wurde aktualisiert.

Russland erklärt unabhängiges Online-Medium Medusa für “unerwünscht”.

Russland erklärt das unabhängige kremlkritische Online-Magazin Medusa, das von Lettland aus arbeitet, für "unerwünscht". Neben den Betreiberinnen können damit in Russland auch Journalistinnen der Seite strafrechtlich verfolgt werden. Auch das Teilen von Medusa-Inhalten ist nun verboten – selbst wenn dies schon Jahre zurückliegt. Die Redaktion kündigt an, trotz Angst weiterzumachen.
standard.at, faz.net, meduza.io (FAQ zum Verbot), meduza.io (Reaktion)

Linken-Chef fordert “Abkühlungs­phase” für Medien­schaffende, die in die Polit-PR wechseln.

Mindestabstand: Linken-Chef Martin Schirdewan fordert im "Spiegel" eine "Abkühlungs­phase" für Journalistinnen, die PR-Posten in der Regierung über­nehmen. Hinter­grund ist der Wechsel von ARD-Reporter Michael Stempfle in die Kommunikations­abteilung des Verteidigungs­ministeriums. Er hatte kurz zuvor noch in einem Beitrag ein Loblied auf den neuen Verteidungs­minister Boris Pistorius gesungen. Das hat "mehr als ein Geschmäckle", findet Schirdewan. Stempfle sagt, die Gespräche über seinen Wechsel hätten erst nach Erscheinen des Artikels statt­gefunden.
spiegel.de, turi2.de

“Spiegel”: FischerAppelt berät Kai Gniffke.


Fishing for Compliments: ARD-Chef Kai Gniffke lässt sich in PR-Dingen noch bis Ende März von der Agentur Fischer­Appelt beraten, meldet der "Spiegel". Der SWR begründet das mit einem "umfang­reichen Reform­prozess" im Verbund, zudem sei der ARD-Vorsitz "deutlich früher als vor­gesehen" an Gniffke gegangen. Kosten nennt der Sender nicht. Die Autoren Alexander Kühn und Anton Rainer erinnern an eine Aussage Gniffkes aus dem Doppel-Interview mit Tom Buhrow Ende 2022. Darin hatte der Journalist prognostiziert, dass von der ARD-Reform Betroffene "jaulen und quieken" würden. Verdi hatte diese Wort­wahl kritisiert. Bei Fischer­Appelt arbeitet inzwischen u.a. Ex-ARD-Sprecher Birand Bingül.
"Spiegel" 05/23, S. 57, turi2.de (Doppel-Interview), turi2.de (Kritik an Gniffke)

Foto: Picture Alliance / dpa / Bernd Weißbrod

Hör-Tipp: Wie ein KZ-Überlebender 1978 auf die “Bestie von Sobibor” traf.

Hör-Tipp: Zum Holocaust-Gedenktag hört Victoria Michalczak von NDR-Journalist Antonius Kempmann  im "11KM"-Podcast der "Tagesschau" die Geschichte des KZ-Überlebenden Stanislaw "Shlomo" Szmajzner. Kempmann rekonstruiert eine Begegnung zwischen Opfer und Täter, Jahrzehnte nach Kriegsende: 1978 trifft Szmajzner auf einer Polizeistation in São Paulo die "Bestie von Sobibór", Oberscharführer Gustav Wagner, wieder. Wagner – weiter überzeugter Nazi – wird für seine Taten nie verurteilt. Mit 69 liegt er tot in seinem Badezimmer.
ardaudiothek.de (23-Min-Audio), audiothek.de (Podcast-Reihe über Shlomo), ardmediathek.de (Film)

“Cicero”-Redakteur wirft NDR-Journalistin Interessenskonflikt vor.

Zu wenig Distanz? "Cicero"-Redakteur Ulrich Thiele wirft dem NDR vor, einen Interessenskonflikt der Journalistin Anette van Koeverden nicht transparent zu machen. Die landespolitische Berichterstatterin bei NDR 90,3 im Funkhaus Hamburg ist mit SPD-Politiker Andreas Rieckhof liiert, der als enger Vertrauter von Bundeskanzler Olaf Scholz gilt. Dennoch habe Van Koeverden im Wahljahr 2021 Scholz porträtiert und offenbar auch Anfragen zum Warburg-Skandal gestellt. Zudem habe sie die wirtschaftliche Lage des Hamburger Hafens kommentiert, "während ihr Lebensgefährte im Aufsichtsrat des Hafenbetreibers sitzt". Der NDR teilt mit, Van Koeverden habe den Sender Ende 2017 über ihre Beziehung zu Rieckhof informiert. Daraufhin habe man vereinbart, dass sie keine Zuständigkeit für die SPD Hamburg sowie die Ressorts Wirtschaft und Verkehrspolitik übernimmt.
cicero.de

Gewerkschaften rufen zum Warnstreik beim RBB auf.

RBB: Die Gewerkschaften DJV und Verdi rufen alle festen und freie Beschäftigten heute seit 4.30 und noch bis 22.30 Uhr zum Warnstreik auf. Um 13 Uhr ist eine Kundgebung vor den RBB-Fernsehzentrum in Berlin geplant. Grund sind festgefahrene Tarifverhandlungen: Die Verhandlungs­kommission des RBB habe zudem mitgeteilt, dass sie derzeit kein Verhandlungs­mandat habe, da sich Intendantin Katrin Vernau noch ein Bild von der Lage des Senders machen müsse.
rbb24.de, t-online.de, bild.de

“Welt”-Belegschaft äußert in offenem Brief Unmut über Kommunikation von Mathias Döpfner.

Wissen von nichts: Die "Welt"-Belegschaft äußert ihren Unmut über die Kommunikation von Mathias Döpfner in einem internen offenen Brief, der der "FAZ" vorliegt. Demnach heißt es in dem an den Springer-Boss gerichteten Schreiben, dass die "meisten Angestellten seit Jahren Real­lohn­verluste hinnehmen" müssten. Döpfner hatte in einem dpa-Interview von einem "außergewöhnlich erfolgreichen Jahr" für Springer gesprochen. Zudem haben seien Andeutungen einer "Digital only"-Zukunft und die "mögliche Trennung von Mitarbeitern" für Verunsicherung gesorgt. Auch die Geschäfts­führung sei davon "augen­scheinlich überrascht" gewesen. In einer E-Mail antwortet Döpfner, es bestehe ein Unterschied zwischen dem Unternehmens­wachstum des Springer-Konzerns und den Erträgen der "Welt". Den Vorwurf, intern nicht ausreichend kommuniziert zu haben, wehrt er ab.
faz.net

Hör-Tipp: Hadija Haruna-Oelker findet, der Kontext ist wichtiger als “die richtigen Wörter”.

Hör-Tipp: Die Buch­autorin, Journalistin und Moderatorin Hadija Haruna-Oelker hat "viele Sprachen, mit denen ich spreche", sagt sie im "Zeit"-Podcast "Alles gesagt?". Sie störe in Rassismus- oder Sexismus-Debatten der Gedanke: "Wenn man die richtigen Wörter sagt, dann macht man alles richtig." Es gehe eher darum, "den Kontext zu verstehen" sowie eine entsprechende Haltung zu haben "und dann justiert sich die Sprache".
zeit.de (565-Min-Audio)

“Reporter ohne Grenzen” und “Gesellschaft für Freiheits­rechte” reichen Beschwerde gegen BND-Gesetz ein.

Lässt zu wünschen übrig: Reporter ohne Grenzen und die Gesellschaft für Freiheits­rechte kritisieren, dass Journalistinnen nicht ausreichend vor der Überwachung des Bundes­nachrichten­dienstes geschützt seien. Zum zweiten Mal reichen sie eine Verfassungs­beschwerde gegen ein BND-Gesetz ein. 2020 wurden weite Teile der Auslands­überwachung bereits als rechts­widrig erklärt, die neue Version würde jedoch noch immer nicht den Anforderungen der Organisationen entsprechen.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Basta: Fische kaufen mit Kreditkarte des Besitzers ein.

Fischen im Trüben: Mithilfe einer Bewegungs­sensor-Software haben die Fische des japanischen YouTubers Mutekimaru online Pokémon Scarlet gespielt, als das Spiel abstürzte. Weil das System weiterhin die Bewegungen der Tiere registriert, kaufen sie mit der Kreditkarte des Besitzers im Nintendo-Shop ein. Den Betrag von 3,50 Euro bekommt Mutekimaru erstattet – scheinbar zählt die Ausrede, "Mein Fisch hat es gekauft", mehr als "Mein Hund hat es gefressen".
t-online.de

Zeitschriften der Verlage Klambt und Condé Nast erscheinen seltener.

Machen sich dünne: Einige Zeitschriften der Verlage Klambt und Condé Nast erscheinen künftig seltener, berichtet Roland Pimpl bei "Horizont". Im Dezember war bekannt geworden, dass der Klambt-Titel "Grazia" satt wöchentlich nur noch alle zwei Wochen erscheint. Nun kommt auch das Gesundheits­magazin "Vital" nur noch zweimonatlich. Das geht aus der Print-MA 2023 hervor. Klambt äußert sich dazu bisher nicht. Die "Glamour" von Condé Nast wird 2023 nur noch quartals­weise statt zwei­monatlich veröffentlicht.
horizont.net (€), turi2.de (Background)

Landgericht Oldenburg: Energieversorger Ewe muss “taz” Fragen beantworten.

Spendet Aufklärung: Der nieder­sächsische Energie­versorger Ewe muss der "taz" Auskunft über seine Spenden- und Sponsoring-Aktivitäten seit 2014 geben, urteilt das Land­gericht Olden­burg. "taz"-Redakteur Felix Zimmermann hatte geklagt, weil das Unter­nehmen die Beantwortung eines Fragen­katalogs dazu verweigert hatte. Es sah sich als nicht auskunfts­pflichtig. Dieser Ein­schätzung widerspricht das Gericht, Ewe sei eine Behörde im Sinne des Nieder­sächsischen Presse­gesetzes. Zudem bestehe an der Recherche ein öffentliches Interesse. "Mit dem Urteil hat das Gericht auch die Auskunfts­rechte von Journalisten gestärkt", schreibt die "taz" in ihrem Hausblog. Unter Ex-Ewe-Vorstands­chef Werner Brinker sollen u.a. Spenden­gelder versickert sein, sein Nachfolger Matthias Brückmann wurde 2022 wegen Untreue zu einer Haftstrafe verurteilt. (Foto: Soeren Stache / dpa / Picture Alliance)
blogs.taz.de

Tom Drechsler verlässt Springer nach mehr als 30 Jahren, Robin Hornig übernimmt.

Fährt ab: Der bisherige Chef­redakteur Auto der "Bild"-Gruppe, Tom Drechsler, verlässt nach mehr als 30 Jahren den Spinger-Konzern "im gegenseitigen Einvernehmen". Seine Rolle übernimmt ab März Robin Hornig. Er ist seit 2016 stell­vertretender Chef­redakteur bei Auto Bild Digital und hat ab 2020 stellvertretend "Auto Bild" geleitet.
meedia.de

Hör-Tipp: Eine gute Kommunikation hilft nicht nur im Job, sondern auch beim Dating, sagt Florian Heyer.

Hör-Tipp: Die gekonnte Kommunikation ist eine Fähigkeit, die in allen Lebens­bereichen vorteilhaft ist, sagt Kommunikations-Trainer Florian Heyer im Podcast "How to Hack". Wer etwa sein Gehalt gut verhandeln könne, verdiene mehr Geld. Doch auch im Privatleben spielen Körper­sprache, ein breiter Wort­schatz und Smalltalk-Skills eine große Rolle: "Menschen, die kommunikativ gut sind, sind im Dating erfolgreicher."
podcast.apple.com (44-Min-Audio)

46 % der Deutschen halten Medien für zuverlässige Informations­quelle.

Gespalten: 46 % der Deutschen halten Medien für eine zuverlässige und vertrauens­würdige Informations­quelle, sagt das aktuelle Edelman Trust Barometer. 40 % finden hingegen, dass sie die Quelle falscher oder irre­führender Infos sind. Besonders vertrauens­würdig sind demnach mit 60 % traditionelle Medien, gefolgt von Such­maschinen. Nur 26 % halten Social Media für zuverlässig. Journalistinnen erhalten mit 47 % am meisten Vertrauen, gefolgt von CEOs mit 39 %. Nur 37 % der Befragten finden Regierungsvertreterinnen vertrauenswürdig.
kom.de

Zitat: Daniel Drepper fordert mehr Zeit und Geld für Investigativ-Recherchen.

"Von den acht Milliarden Euro, die jedes Jahr in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk fließen, geht nur ein Bruchteil in die Recherche. Das muss sich ändern."

Daniel Drepper, Leiter der Recherche­kooperation von NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung", schreibt im "journalist", dass ARD und ZDF zwar etwa die Hälfte der Investigativ-Teams in Deutschland stellen, dennoch sei häufig "nicht genug Zeit da, ein Thema bis zum Ende auszurecherchieren".
journalist.de

Chefredakteur Ulf Poschardt ist nicht mehr Geschäftsführer der Welt-Gruppe.

Posch-Back: Ulf Poschardt ist nur noch Chef­redakteur und nicht mehr Geschäfts­führer der Welt-Gruppe, entdeckt Medieninsider im Handels­register. Durch das Aus­scheiden von News-Vorständin Ulrike Handel und die Auflösung des Ressorts News Media National sei Poschardts zusätzlicher Posten obsolet geworden. Er soll sich nun auf die publizistische Entwicklung fokussieren.
medieninsider.com, turi2.de (Background)

turi2.de/Termine: Infoabend zum Masterstudiengang Digitaler Journalismus.

Termine: Die Hamburg Media School lädt ab 18.30 Uhr zum Online-Infoabend über den Masterstudiengang Digitaler Journalismus ein. Interessierte können sich u.a. über die Studieninhalte, den Bewerbungs­prozess sowie über die verschiedenen Finanzierungs­möglichkeiten informieren. Der Termin ist kostenlos.
Termine für Journalistinnen – bequem vorsortiert unter turi2.de/termine

Redakteursausschüsse fordern Mitspracherecht bei ÖRR-Reform.

Stimmen von innen: Die in der Arbeits­gemein­schaft der öffentlich-rechtlichen Redakteurs­aus­schüsse (Agra) vertretenen Journalistinnen von ARD, ZDF, Deutschland­radio und Deutscher Welle fordern ein Mit­sprache­recht bei der Reform der Öffentlich-Rechtlichen. In einem Brief an die Rund­funk­kommission der Länder schreiben sie, dass der vorgeschlagene "Zukunftsrat" nicht über ihre Köpfe hinweg diskutieren sollte.
epd.de (€)

Vaunet: Illegale TV-Streams bringen Privatsender um 1,1 Mrd Euro im Jahr.

Gratis­mentalität: 5,9 Mio Menschen in Deutschland sollen vergangenes Jahr regelmäßig illegale lineare TV-Streams genutzt haben, geht aus einer Untersuchung von Goldmedia in Auftrag des Privatsender-Verbands Vaunet hervor. Den Sendern entgingen dadurch jährliche Einnahmen von 1,1 Mrd Euro. Der Umsatz­schaden soll sogar bei 1,8 Mrd Euro liegen.
digitalfernsehen.de

Staatsrechtler prüft Staatsferne des Fachmediums Libra.

Juristen unter sich: Das Bundes­justiz­ministerium von Marco Buschmann beauftragt den Berliner Staats­rechtler Christoph Möllers damit, das juristische Fach­medium Libra – Das Rechtsbriefing auf das Gebot der Staats­ferne zu prüfen. Das Gutachten soll bis Ende Februar vorliegen. Der BDZV sieht in dem Angebot, das mehrheitlich zur in Staats­hand befindlichen Juris GmbH gehört, einen "eklatanten Verfassungs­verstoß", die "FAZ" bezeichnet es als "Verkündungs­organ" des Justiz­ministers.
lto.de, turi2.de (Background)

Business Insider: RBB-Spitze um Schlesinger erhielt ungewöhnlichen ARD-Bonus.


Bonus-Paradies: Die RBB-Spitze um Ex-Intendantin Patricia Schlesinger hat neben Gehalt und Bonus­zahlungen noch eine Zulage für den ARD-Vorsitz kassiert, die es in anderen Sendern zuvor nicht gegeben hat, berichtet Business Insider. Die Sender-Chefin, die damaligen vier Direktoren, die mittlerweile freigestellte Leiterin der Intendanz und der RBB-Presse­sprecher haben demnach mindestens 1.700 Euro pro Monat zusätzlich erhalten. Produktions­direktor Christoph Augenstein beispielsweise habe den Zuschlag zwischen 1. Juli 2021 und 30. Juni 2024 zugesichert bekommen und damit bereits sechs Monate, bevor der RBB den ARD-Vorsitz übernommen hat. Der Sender bestätigt, dass der Verwaltungs­rat die Zahlung nicht genehmigt habe. Ex-Verwaltungs­rats­chef Wolf-Dieter Wolf habe aber davon gewusst. RBB-Intendantin Katrin Vernau sagt zu BI, hier seien "Maß und Mitte völlig verloren gegangen". Der Sender lässt den Vorgang juristisch prüfen.
businessinsider.de

RBB lehnt Vergleich mit gefeuerter Juristin Susann Lange ab.

Uneinig: Eine Güte­verhandlung vor dem Berliner Arbeits­gericht zwischen dem RBB und der gefeuerten Chefjuristin Susann Lange ist am Mittwoch gescheitert. Lange klagt gegen ihre außer­ordentliche Kündigung vom 2. Dezember 2022. Laut "B.Z." stehen ihr 1,8 Mio Euro Ruhegeld zu, die der Sender aber nicht zahlen will. Auch einen Vergleich lehnt der RBB ab. Die Verhandlung geht am 7. Juni in die nächste Runde.
tagesspiegel.de, bz-berlin.de, turi2.de (Background)

Basta: Die Periode ist wie Fahrradfahren.

I want to ride my Binde: Die US-Ski­renn­läuferin Mikaela Shiffrin spricht vor laufender Kamera von ihrem monatlichen Zyklus. Der ORF-Übersetzer interpretiert das Ganze aber als Fahrrad-Sport­programm. Zu seiner Verteidigung: Die Periode ist auch ein wenig wie Fahrrad­fahren. Selbst wenn man den Dreh raus hat, bleibt es anstrengend – und Unfälle können jederzeit passieren.
twitter.com

Zitat: Ein Twitter-Account birgt ein ähnliches Dilemma wie ein Swingerclub, sagt Sophie Passmann.

"Auf Twitter aktiv zu sein löst dasselbe Dilemma in einem aus, in dem man sich befindet, wenn man einen Promi im Swinger­club trifft. Wie kann man die in den eigenen Augen absolut erzählens­würdige Anekdote verbreiten, wenn man gleichzeitig zugeben müsste, dass man auch im Swinger­club war?"

Sophie Passmann schreibt in der "Zeit", man könne sich nicht über die Enthemmtheit der Menschen auf Twitter echauffieren, wenn man selbst Teil davon ist. Sie hat ihren Account gelöscht.
zeit.de (€)

Video-Tipp: Mirko Drotschmann blickt hinter den YouTube-Algorithmus.

Video-Tipp: In der Reihe Medien­Wissen2go wirft Mirko Drotschmann einen Blick hinter den YouTube-Algorithmus. Die Video-Plattform schlage besonders gerne Inhalte vor, die "spaltend, sensationell oder verschwörerisch sind", zeige ein Experiment eines früheren Mitarbeiters. Den Algorithmus könne man aber beeinflussen, in dem man sich zum Beispiel öfter mal ausloggt.
youtube.com (11-Min-Video)

Ehemaliger “Trend”- und “Profil”-Chefredakteur Jens Tschebull, 92, ist tot.

Jens Tschebull, 92, ist tot. 1969 wurde der Österreicher Chef­redakteur des Magazins "Trend" sowie parallel 1970 für ein Jahr der erste Chef­redakteur des Nachrichten­magazins "Profil". 1975 ging er in die Selbst­ständigkeit, wurde 1995 aber noch einmal Heraus­geber des "Wirtschafts­blattes". Zudem war er Gast­geber der ORF-Sendung "Club 2".
derstandard.at

Zitat: Journalistinnen ohne Job wechseln nicht massenweise in Agenturen, sagt Birand Bingül.

"Sicherlich bemerken wir Kündigungswellen in Verlagen. Journalist:innen stehen aber auch nicht Schlange. Man muss diesen Wechsel auch wollen."

Birand Bingül, gelernter Journalist und Geschäftsführer bei FischerAppelt Advisors, schreibt in der turi2 edition #20, dass die Annahme, die PR profitiere personell von Schrumpfkuren in Redaktionen, "nicht so ganz richtig" sei.
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

Nicole Diekmann und Stephan Anpalagan starten Streit-Podcast.

Streit­willig: Nicole Diekmann und Publizist Stephan Anpalagan starten am 30. Januar den Podcast "Gegen jede Überzeugung" von SWR Kultur. Alle zwei Wochen verteidigen sie darin im Wechsel eine provokante These, von der sie selbst nicht überzeugt sind. Ziel ist es, eigene Überzeugungen in Frage zu stellen und zu zeigen, "dass Streit über die Lager hinweg möglich ist".
presseportal.de

Print-MA: “Prisma” liegt vorne, “Bild am Sonntag” und “Sport Bild” werfen Fragen auf.

Reichweiten-Roulette? Das TV-Supplement "Prisma" hat mit insgesamt 6,85 Mio Lesern pro Ausgabe die größte Reich­weite der deutschen Zeit­schriften und Wochen­zeitungen, sagt das MA-Ranking. Auf Platz 2 folgt die "ADAC Motor­welt" mit insgesamt 6,63 Mio Lesern. Platz 3 belegt die "Bild am Sonntag" mit 6,2 Mio – das würde bei einer Auflage von rund 600.000 mehr als zehn "BamS"-Leser pro Ausgabe bedeuten. Auch die 3,2 Mio Leser der "Sport Bild" mit nur 160.000 verkaufter Auflage scheint Zahlen-Zar Jens Schröder von Meedia.de unrealistisch.
meedia.de

Olaf Scholz spricht in ZDF-Interview über Panzer-Lieferungen.

Öffentlichkeits-Offensive? Bundes­kanzler Olaf Scholz gibt heute Abend um 19.25 Uhr ein halb­stündiges Interview im ZDF. Im "Was nun?"-Gespräch mit Chef­redakteurin Bettina Schausten und Nachrichten­chefin Anne Gellinek soll es um die nach langem Zögern beschlossene Lieferung von Kampf­panzern sowie weitere Entscheidungen und Fragen zum Krieg in der Ukraine gehen. Im Anschluss läuft ein "ZDF Spezial" mit Moderator Matthias Fornoff.
presseportal.de

Murdoch sagt Fusion zwischen Fox und News Corp ab.

Kein Murdoch-Merger: Medien-Mogul Rupert Murdoch beerdigt seine Pläne zur Fusion von Fox News und News Corp. Grund sind Widerstände bei Investoren. Im Oktober hatte Murdoch dafür geworben, seine bei Fox News gebündelten TV-Sender und sein Zeitungsreich u.a. mit dem "WSJ" nach fast zehn Jahren Trennung wieder zu vereinen.
spiegel.de, mediapost.com, turi2.de (Background)

turi2 edition #20: Profitiert die PR von der Krise des Journalismus, Birand Bingül?


Gegenspieler? Wenn Zeitungen sterben und Journalistinnen keine Zeit mehr zum Telefonieren haben, ist das schlecht für die PR, schreibt Birand Bingül in der turi2 edition #20. Der gelernte Journalist und ehemalige Leiter der ARD-Kommunikation führt inzwischen die Markenberatung FischerAppelt Advisors. In seinem Gastbeitrag beschreibt Bingül, dass nie nur eine Seite des Schreibtisches betroffen ist, wenn es kriselt – und hofft auf eine Stabilisierung der Medienwelt.
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Zitat: Özden Terli ärgert sich über die Klima-Ignoranz “bestimmter Medien”.

"Bestimmte Medien werden ihrer Verantwortung nicht gerecht. Sie verzerren, skandalisieren und glauben auch noch, im Recht zu sein. Nein, das seid ihr nicht, und es ist der Versuch, für Klickzahlen und Schlagzeilen die Leser für dumm zu verkaufen."

Meteorologe und ZDF-Moderator Özden Terli fordert andere Journalist­innen in der turi2 edition #20 dazu auf, die menschen­gemachte Klima­krise "endlich" zu "durch­dringen" und ent­sprechend zu berichten. Verharmlosung sei nicht angebracht und "unsäglich naiv und infantil".
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

Top-Job: GEP sucht Volontäre (m/w/d) für eine multimediale Ausbildung.

Top-Job des Tages: Das Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik sucht zum 1. Oktober 2023 Volontäre (m/w/d) für eine multimediale Ausbildung bei "Chrismon", "epd", dem Hessischen Rundfunk und externen Medien. Die Ausbildung findet in 5 Blöcken an der Katholischen Journalistenschule ifp in München statt. +++ Alle Top-Jobs unter turi2.de/jobs. Trag deine offene Stelle kostenlos unter turi2.de/join ein.

turi2.de/termine: Der Interessenkonflikt im Indopazifik.

Termine: Um 10.30 Uhr veranstaltet Table Media ein kosten­loses Webinar zum Interessen­konflikt im Indo­pazifik. Redakteurin Nana Brink nimmt die deutsche Perpektive auf das Geschehen ein, Rachel Tausend­freund vom German Marshall Fund und Redakteur Finn Mayer-Kuckuk vermitteln die US- sowie die chinesische Sicht.
Die wichtigsten Termine der Branche – bequem sortierbar nach deinen Interessen: turi2.de/termine

CDU-Mitglieder im WDR-Rundfunkrat schreiben Brandbrief an Tom Buhrow.


Wut auf den WDR: Die CDU-Mitglieder im WDR-Rund­funk­rat wenden sich wegen eines freien Mitarbeiters in einem Brand­brief an Intendant Tom Buhrow. Sie kritisieren darin, dass der Sender die "anti­demokratischen Hassbotschaften" des Satirikers Jean-Philipp Kindler dulde. Er hatte der CDU in einem Video auf seinem privaten Instagram-Profil nach den Silvester-Krawallen in Berlin u.a. Rassismus vorgeworfen und die Partei zum Feind erklärt. NRW-Vize­fraktions­chef Gregor Golland, die Landtags-Abgeordneten Florian Braun und Jan Heinisch sowie die Ex-Abgeordneten Kirstin Korte und Eva Vogt fordern Buhrow auf, "die Handlungs­fähigkeit der WDR-Spitze gegenüber derartigen Vorkommnissen und Personen" anzutreten. Auch bemängeln sie die Pädophilen-Witze im vom WDR übertragenen Programm von Moritz Neumeier und die Bericht­erstattung des Senders bei vergangenen Hochwasser-Ereignissen. (Foto: Henning Kaiser / dpa / Picture Alliance)
focus.de, instagram.com (Video Kindler), turi2.de (Background Neumeier)

Politico plant Expansion nach Deutschland.

Familien­besuch: Die Nachrichten­marke Politico will ins Heimat­land ihrer Mutter Springer expandieren, sagt Chefin Goli Sheikholeslami in einem internen Podcast. Politico sei sehr präsent in Washington und Brüssel, wolle nun nach Kalifornien, Großbritannien sowie "schließlich auch nach Frankreich und Deutschland" gehen. Springer-Chef Mathias Döpfner hatte zuletzt ebenfalls davon gesprochen, dass Politico neue Märkte erobern solle.
meedia.de (€), turi2.de (Background)