Meistgeklickte Frau aus dem Journalismus war Anne Will.

Meistgeklickte Frau aus dem Journalismus gestern war TV-Talkerin Anne Will. Auf dem zweiten Platz liegt Journalistin und Sex-Kolumnistin Mirna Funk, die erst am Freitag im turi2 Clubraum zu Gast war. Autorin Samira El Ouassil ist auf Platz drei. Bei den männlichen Journalisten führt weiterhin Günter Wallraff das Ranking an, gefolgt von Julian Reichelt und Beat Balzli.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe aus dem Journalismus vom 25.6.2022)

Hör-Tipp: Menschen schauen weniger Nachrichten, um sich nicht schlecht zu fühlen.

Hör-Tipp: Menschen schränken ihren Nachrichtenkonsum ein, um nicht zu viele schlechte Nachrichten konsumieren zu müssen, fasst Lina Timm, Geschäftsführerin des Media Lab Bayern, ein zentrales Ergebnis einer neuen Mediennutzungs-Studie bei Deutschlandfunk Kultur zusammen. "Sie sagen dann: Ich schaue lieber gar keine Nachrichten an, bevor es mir danach so schlecht geht." Abhilfe könnte eine "lösungsorientierte Berichterstattung" schaffen; das heißt, Journalistinnen sprechen mögliche Lösungen zu Krisen-Themen an oder stellen bisherige Learnings heraus.
deutschlandfunkkultur.de (11-Min-Audio)

Rainer Robra sieht im Medienstaatsvertrag die “Weichen” richtig gestellt.

Politische Lese-Hilfe: Der neue Medienstaatsvertrag entlastet die Beitragszahlenden zwar nicht, stellt die Weichen aber in die richtige Richtung, urteilt Rainer Robra. Der Staatskanzlei-Chef von Sachsen-Anhalt und Kritiker von ARD und ZDF hebt in einem Gast-Text in der "FAZ" u.a. hervor, das Kultur-Programm nun höher bewertet werde als früher.
faz.net (Paid)

Wir graturilieren: Heike Hempel wird 57.


Wir graturilieren: Die ZDF-Fiction-Leiterin Heike Hempel feiert heute ihren 57. Geburtstag auf einer schattigen Wiese, "gegebenenfalls im Planschbecken". Die Auszeit hat sie sich verdient, denn sie könne gar nicht aufzählen, was in letzter Zeit alles schiefgelaufen ist. Ihr berufliches Highlight wird die Mini-Serie "Gestern waren wir noch Kinder", die Anfang 2023 ausgestrahlt wird. Hempel wirkte an mehreren großen Filmen und Serien mit, u.a. am preisgekröntem Drama "Unsere Mütter, unsere Väter" und an der "Ku'damm"-Reihe.

"Never waste a good crisis", einem Zitat von Hillary Clinton, konnte sie in der letzten Zeit viel abgewinnen. Dennoch hat Hempel sich bei all den Krisen vorgenommen, den Humor nicht zu verlieren. Gratulationen erreichen sie heute über alle Wege, u.a. per E-Mail. (Foto: ZDF/Tim Thiel)

Eine Studie der Naumann Stiftung beschreibt, wie Putin das Internet gleichschaltet.


Die Putin-Show: Die exilrussischen Geheimdienst-Experten Andrei Soldatov und Irina Borogan untersuchen in einer aktuellen Studie mit dem Titel "Youtube und globale Plattformen- eine neue Kampfzone für russische Journalisten und Blogger", wie Wladimir Putin nach der Gleichschaltung der traditionellen Medien auch die digitalen Medien unter seine Kontrolle bringen will. Sie beschreiben, wie die russische Regierung seit Jahren das Projekt "souveränes Internet" vorantreibt - z.B. durch die Ausstattung der Internetprovider mit Geräten zur Unterdrückung des Datenverkehrs.

Sondergesetze schreiben die Vor-Installation russischer Apps vor und sogar Influencer werden angeheuert, um für die zahlreichen russischen Alternativen für WhatsApp oder YouTube zu werben. Gleichzeitig versuchen die Russen, Google & Co mit gezielten Repressionen und Strafen zum Rückzug zu zwingen. Spätestens nach Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine ziehen sich westliche Internetkonzerne zunehmend aus dem Land zurück. Dabei müsste der Westen den Informationsfluss stärker denn je nach Osten befördern. Die Studienautoren appellieren an den Westen, die Einreise von Regimekritikern aus Russland zu vereinfachen, damit kritische Stimmen in Russland nicht verhallen.
sueddeutsche.de

UN-Bericht macht israelische Armee für Tod von Journalistin Shireen Abu Akleh verantwortlich.

Die UN macht die israelische Armee für den Tod der palästinensischen Journalistin Shireen Abu Akleh verantwortlich. Eine UN-Untersuchung hat ergeben, dass die Journalistin von Al Jazeera durch die Kugel eines israelischen Soldaten getötet wurde. Der Bericht bestätigt die Ermittlungen palästinensischer Behörden. Abu Akleh war vor einigen Wochen während eines israelischen Militäreinsatzes im Westjordanland ums Leben gekommen. Ihr Tod hatte weltweit für Bestürzung gesorgt und Unruhen ausgelöst.
welt.de

Debatte: Die Gräben zwischen Redaktionen und Wissen-Ressorts werden tiefer, findet Kathrin Zinkant.

Wissenslücke: Die Gräben zwischen Evidenz und Meinung werden tiefer, die Konflikte zwischen vielen Redaktionen und ihren Wissen-Ressorts nehmen zu, beobachtet Wissenschaftsjournalistin Kathrin Zinkant. Interviews mit Pseudoexperten, alternative Fakten oder Impfzweifel schürten "künstliche Kontroversen", die für Wissenschaftsjournalisten schwer auszuhalten seien und sich wie kürzlich bei der "Welt" in Kündigungswellen bemerkbar machten. Der Wissenschaftsjournalismus könnte in eine neue Nische gedrängt werden, in der Erklärungen nur noch Meinungen sind, befürchtet Zinkant.
taz.de

Lese-Tipp: Wirtschaftsjournalisten sind Mangelware, beobachtet Anne Hünninghaus.

Lese-Tipp: Der Fachkräftemangel hat längst auch die Medienbranche erreicht, beobachtet Anne Hünninghaus (Foto). Besonders Wirtschaftsjournalisten seien Mangelware. Wo sich früher Bewerbungen stapelten, machten Verlage heute mit Headhuntern Jagd auf Talente. Headhunterin Jessica Bunjes rät Verlagen lieber Abstriche beim journalistischen Handwerk als bei der fachlichen Expertise zu machen und in die Ausbildung zu investieren.
journalist.de

“Die Realität in die Arbeitswelt tragen” – Mirna Funk über Feminismus und faire Bezahlung.


It's all about money: "Frauen müssen begreifen, dass sie Gleich­berechtigung nicht bekommen, solange sie finanziell nicht unabhängig sind", sagt Mirna Funk im turi2 Clubraum. Die Journalistin und Autorin hat im Mai 2022 ihr Sachbuch Who Cares! Von der Freiheit, Frau zu sein veröffentlicht, in dem sie u.a. Frauen kritisiert, die sich finanziell auf ihren Partner verlassen und nicht selbst arbeiten gehen. Funk ist selbst allein­erziehende Mutter einer Tochter, erzählt sie im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chef­redakteur Markus Trantow. Vor allem Frauen in West­deutschland säßen einem "national­sozialistisch geprägten Muttermythos" auf. Um Gleich­berechtigung zu erreichen, plädiert Funk dafür, nicht nur auf die Politik zu warten. Auch das Individuum müsse "die Realität in die Arbeitswelt" tragen. Funk hätte sich vor drei Jahren noch der "Woke-Bubble" zugeordnet, habe inzwischen aber eine "180-Grad-Wendung" hingelegt.

Der "Cluster-Fuck der Documenta" diese Woche hat Funk, die selbst Jüdin ist, eher amüsiert. Dass die Kunstausstellung ein anti­semitisches Werk gezeigt hat, habe niemanden in der jüdischen Community überrascht. Was auf der Documenta passiert ist, sei in der Kunstwelt seit vielen Jahren "Normalität". Ihre Erwartungen an die Macherinnen der Documenta sind "ganz begrenzt". Selbst­reflexion erwarte sie nicht, denn "die hat im Vorfeld schon gefehlt". Es müsse politische Konsequenzen geben, von Boykott oder "Cancelation" halte sie aber nichts. Auch nicht davon, jetzt "im Rahmen der Empörung" zu handeln und etwa Kultur­staatsministerin Claudia Roth ihres Amtes zu entheben.

Geärgert hat Funk, dass sie "schon wieder" ihre Wohnung in Berlin vermieten muss, um sich einen Urlaub leisten zu können. Kunstschaffende und Intellektuelle würden in Deutschland "unglaublich schlecht bezahlt". Grund dafür sei, eine "absurde Vorstellung", dass diese Tätigkeiten ohne ein markt­wirtschaftliches System funktionieren müssten. Aber: "Niemand kann sich vom Denken ein Brot kaufen", kritisiert Funk.

Nächste Woche ist Silicon-Valley-Korrespondent Marcus Schuler im turi2 Clubraum zu Gast. Aufgrund der Zeitverschiebung beginnt der Live-Podcast bereits am Donnerstag um 17 Uhr.
turi2.tv (44-Min-Podcast auf YouTube), turi2clubraum.podigee.io, apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Wir graturilieren: “Bild” wird 70.


Wir graturilieren: Springers "Bild" feiert heute ihren 70. Geburtstag – u.a. mit einer 20-seitigen Sonderausgabe am Kiosk. Chefredakteur Johannes Boie, seit sieben Monaten im Amt, blickt zwar auf einen bewegten Start beim Boulevard-Blatt, findet aber "nichts Ärgerliches, dass es wert wäre, am 70. Geburtstag zu erwähnen". Mit Blick auf die lange Geschichte der Marke findet Boie, dass die "Bild" "ziemlich oft und bei allen kritischen Seiten ihrer Vergangenheit auf der richtigen Seite stand". Als Beispiele nennt er u.a. das Festhalten an der deutschen Einheit und ein starkes Westbündnis Deutschlands.

Nach seinem Wechsel von "Welt am Sonntag" zur "Bild" hat Boie gemerkt, wie viel Spaß Boulevard macht, sagt er. Kritikerinnen legt er zum Geburtstag nahe, sich ein eigenes Bild von "Bild" zu machen und nicht nur Vorurteile zu pflegen.

Debatte: Dem “Stern” fehlt es an Archiv-Material, um die NS-Vergangenheit von Henri Nannen aufzuarbeiten.

Nannen-Historie: Dem "Stern" "fehlt es an Archivalien und systematisch gesammelten Quellen aus der Frühzeit" der Zeitung und zum Gründer Henri Nannen, sagt Medienhistoriker Tim Tolsdorff im Übermedien-Podcast "Holger ruft an". Deshalb habe der "Stern" Nannens NS-Vergangenheit nicht richtig aufgearbeitet. Allgemein sei es „ein großer Makel der deutschen Elitepublizistik", die eigene Vergangenheiten nicht aus eigenem Antrieb aufzuarbeiten.
uebermedien.de

“Bild” veröffentlicht zum 70-jährigen Jubiläum eine 20-seitige Spezialausgabe.

Geburtstagsgeschenk: "Bild" veröffentlicht zum 70-jährigen Jubiläum eine 20-seitige Spezial­ausgabe mit "einzig­artigen Geschichten über Politik, Promis und die Schlagzeilen von 'Bild'". Zudem gibt es "eine kleine Zeitreise zu unseren 'Bild'-Girls'. Die Geburtstags­­zeitung erscheint am Kiosk – anders als frühere Sonder­­ausgaben, die "Bild" auch schon mal massen­haft gratis verteilt hat. Die erste Ausgabe der Zeitung ist am 24. Juni 1952 in einer Start­auflage von 455.000 Exemplaren erschienen – heute sind es rund 1,2 Mio Exemplare.
bild.de, youtube.com (3-Min-Video mit Promi-Gratulationen)

The Pioneer startet Mittelstands-Podcast “Silicon Germany”.

The Pioneer startet den neuen Podcast "Silicon Germany" zur digitalen Transformation. Christoph Keese und Lena Waltle präsentieren jede zweite Woche Erfolgsgeschichten und Lösungsansätze aus dem Mittelstand. In der ersten Folge ist Max Viessmann zu Gast, Chef des Heiz- und Kühlgeräteherstellers Viessmann. Er spricht über die Fehlerkultur in seinem Familienunternehmen.
thepioneer.de

Debatte: “Welt” druckt Döpfner-Replik des umstrittenen Gastbeitrag-Autors Alexander Korte.

Back at it: Anders als Mathias Döpfner in seiner Distanzierung impliziert, seien die Autorinnen des umstrittenen Gastbeitrag zu angeblicher "Transgender-Ideologie" bei ARD und ZDF sehr wohl an Meinungs­vielfalt interessiert, schreibt der umstrittene Kinder­psychiater Alexander Korte. Der Co-Autor des Erstlings bedauert es in einem neuerlichen Gastbeitrag im Springer-Blatt, sollten durch die "journalistische Verkürzung" Missverständnisse entstanden sein.
edition.welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Mit der AfD-Flaute gerät der Osten in Vergessenheit, sagt Sabine Rennefanz.

Auf dem östlichen Auge blind: Mit der Krise der AfD schimmert bei den Medien eine gewisse Erleichterung durch, sich bald "vielleicht auch nicht mehr mit dem Osten befassen" zu müssen, beobachtet "Spiegel"-Kolumnistin Sabine Rennefanz. Die Partei sei aber kein "vorübergehendes historisches Phänomen" und werde ebenso wenig "auf magische Weise verschwinden" wie die Probleme des Ostens.
spiegel.de

Debatte: Tabus treiben positiven Wandel voran, sagt Tanjev Schultz.

Wie der Schnabel wächst: Dass sprachliche Tabus die "angeblich tyrannisierte Mehrheit" verstummen lassen, hält Kommunikations­wissenschaftler Tanjev Schultz für Quatsch. Bestes Beispiel sei das Gendern: "Die meisten Menschen reden fröhlich weiter, wie es ihnen passt." Tabus wie Homophobie oder Rassismus können stattdessen "zum Motor" eines positiven Wandels werden.
sueddeutsche.de (Paid)

“Manager Magazin” verordnet sich Rebrush.

Die Layout-Leiter hoch: Das "Manager Magazin" modernisiert sein Erscheinungsbild "behutsam" mit einem Rebrush, verkündet die Spiegel-Gruppe. Auch inhaltlich gibt es Veränderungen: Das Unternehmens-Ressort heißt nun Unternehmen & Management und schluckt die Inhalte des Ressorts Trends. Im Portfolio-Ressort soll es vor allem um private Finanzthemen gehen. Ziel der Änderungen sei es, mehr Nutzwert zu generieren.
gruppe.spiegel.de

“Tagesspiegel” holt Sabine Schicketanz und Sidney Gennies in die erweiterte Chefredaktion.

Tagesspiegel holt Sabine Schicketanz, 45, und Sidney Gennies, 33, in die erweiterte Chefredaktion. Schicketanz ist Chefredakteurin der "Potsdamer Neuesten Nachrichten", die zum "Tagesspiegel" gehören; Gennies verantwortet seit 2019 das "Tagesspiegel"-Ressort "Story". Beide behalten ihre Posten und bekommen daher zusätzlich mehr Verantwortung.
tagesspiegel.de

“Hamburger Abendblatt” gönnt sich Redaktionsstandort auf Sylt.

Hamburger Abendblatt A150Report von den Reichen: Das zu Funke gehörende "Hamburger Abendblatt" gönnt sich einen Redaktions­standort auf Sylt, den Redakteurinnen der Zeitung abwechselnd nutzen und bespielen dürfen – um so von der "Lieblingsinsel der Hamburger" zu berichten. Geplant sind vier bis fünf Geschichten aus Sylt und der Region täglich, die online veröffentlicht werden sollen. Schlagen die Sylt-Stories ein, will das "Abendblatt" eventuell weitere Standorte "erschließen", z.B. die Schlei-Region.
funkemedien.de

Julian Reichelt beschwert sich per Brief über die Vergabe des “stern”-Preises.


Preis-Schelte: Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt hat sich im Vorfeld der Vergabe des "stern"-Preises (ehemals Henri-Nannen-Preis) bei der Jury über die Auszeichnung der "Spiegel"-Story "Warum Julian Reichelt gehen musste" beschwert. Sie war gestern als "Geschichte des Jahres" gewürdigt worden. Reichelt schreibt, der Text bestehe "aus Verleumdungen und Erfindungen, die sowohl persönlich als auch politisch motiviert" waren. Den beteiligten Journalistinnen schreibt er "brutalen Aktivismus" zu, sie wollten "Menschen vernichten". Die Autorinnen hätten Methoden verwendet, die "gegen alle journalistischen Standards verstoßen". Auch auf Twitter stellt sich Reichelt gegen die Berichterstattung des "Spiegel" und betont, das Zitat "Vögeln, fördern, feuern", das das Magazin in einem ersten Text zur Causa verwendet hatte, sei eine "freie Erfindung".

Zudem schreibt Reichelt, er habe "lange Zeit nicht die Kraft gefunden", sich "gegen die Wucht dieses Vernichtungsschlags zu wehren". Mut gegeben habe ihm u.a. das jüngste Urteil im Prozess Johnny Depp versus Amber Heard. In seinem Brief zieht er zusätzlich Journalistenpreise in Zweifel, die "zu allererst durch die unsäglichen Relotius-Methoden des 'Spiegel' in Verruf geraten" seien: Sie sollten nicht an "skrupellose Aktivisten" vergeben werden, die "Zitate erfinden" und "bereit sind, ihre Quellen zu verraten". (Foto: Tobias Steinmaurer / APA / Picture Alliance)
kress.de, twitter.com (Thread Reichelt), turi2.de (Background)

Zitat: Romanus Otte will nach seinem Chefposten-Verzicht öfter schweigen.

"Ich werde lernen müssen, öfter mal die Klappe zu halten."

Romanus Otte, bisher Co-Chefredakteur und Co-Geschäftsführer bei Business Insider Deutschland, begründet seinen Stellenwechsel zum Redakteur in einem Linked-in-Post und skizziert mögliche Herausforderungen: Seinen Platz und seine Rolle im Team werde er "erst finden müssen".
linkedin.com, turi2.de (Background)

KNSK Bissinger+ schnappt sich Jan Henne von Geo Digital.

Seitenwechsel: KNSK Bissinger+ schnappt sich Journalist Jan Henne als Creative Director Content. Henne kommt zum 1. Juli, bisher ist er Redaktionsleiter von Geo Digital. In seiner neuen Position soll er u.a. die Leitung des Agentur-Redaktionsteams übernehmen sowie Plattformen und Formate entwickeln. Henne folgt auf Stefanie Wille, die nach vier Jahren "neue berufliche Herausforderungen" sucht.
new-business.de

The Pioneer legt Sponsoren-Liste des Seeheimer Kreises der SPD vor.

Pack die Badehose ein: The Pioneer veröffentlicht die Sponsoren-Liste für die Spargelfahrt des konservativen Seeheimer Kreises der SPD auf dem Berliner Wannsee. Demnach gaben dieses Jahr u.a. Rheinmetall, der Bundesverband der Zigarrenindustrie und die Deutsche Automatenwirtschaft Geld, auch Google, Bayer und Veltins waren mit Logo an Bord. Lobbycontrol und Transparency International kritisieren das Parteien-Sponsoring.
thepioneer.de (Paid)

Ausgezeichnete beim Stern-Preis bekommen Trophäe nachgeschickt.

Verleihung ohne Preis: Beim kurzfristig von Nannen-Preis in Stern-Preis umbenannten Journalisten-Preis von Gruner + Jahr müssen die Ausgezeichneten am Abend ohne Trophäe nach Hause gehen. Grund: Es gibt noch keine neue. Die Auszeichnung wird den Gewinnerinnen nachgeschickt, kündigt "stern"-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz an. Den Egon-Erwin-Kisch-Preis erhalten Özlem Gezer und Timofey Neshitov für Die Hanau Protokolle im "Spiegel", der Preis für die beste Geschichte geht an die "Spiegel"-Story über Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt.
zeit.de, stern.de (alle Ausgezeichneten), turi2.de (Backgeround)

Video-Tipp: “Zapp” über das Betriebsklima bei Springer.

Video-Tipp: "Zapp" beschäftigt sich mit Blick auf die Reichelt-Causa u.a. mit dem Arbeitsklima bei Springer. Caroline Rosales (Foto) berichtet von "sehr vielen Red Flags und No-Gos", die sie während ihrer Zeit als Reporterin der "B.Z." erlebt habe. Täglich würden "wahnsinnig professionelle Hochleistungs-Journalisten an die Wand geschrien". "Bild"-Reporterin Nena Schink nennt den Beitrag "absurd" und kritisiert, dass keine einzige "Bild"-Journalistin zu Wort komme.
youtube.com (13-Min-Video), twitter.com

Debatte: “Anti-Woke”-Artikel von Judith Sevinç Basad waren “anti-faktisch”.

Schamlos: "Ohne Judith Sevinç Basad muss man sich bei 'Bild' etwas weniger schämen", schreibt Stefan Niggemeier mit Blick auf ihren "türenknallenden Abgang" wegen angeblichen "Einknickens vor woken Aktivisten". Basads Markenzeichen sei es gewesen, "Fakten zu verdrehen und Gegenpositionen zu verschweigen". Überall habe sie den Totalitarismus ihrer Lieblingsgegner, allen voran Funk, gesehen – selbst "dort, wo er nicht vorhanden war".
uebermedien.de (Paid), turi2.de (Background)

“Bild”-Team um Paul Ronzheimer wird in der Ukraine beschossen.


Gefährliche Front: Ein "Bild"-Team um Journalist Paul Ronzheimer ist heute Mittag im ukrainischen Lyssytschansk von russischen Truppen beschossen worden, als es den fast eingekesselten Ort verlassen wollte. Alle drei Reporter blieben unverletzt, die Scheibe ihres Fahrzeugs wurde durch eine Druckwelle zerstört. Die "Bild" berichtet von "mehreren Explosionen", die vermutlich durch Mörser-Beschuss zustande kamen.

Ob die Journalisten gezielt attackiert wurden, ist unklar – die von ihnen benutzte Straße wird auch vom ukrainischen Militär und Zivilistinnen befahren. Sie war bereits in den vergangenen zwei Wochen wiederholt Ziel von russischen Angriffen. Vor 14 Tagen kam u.a. ein französischer Reporter bei Lyssytschansk ums Leben.
bild.de

Lese-Tipp: Russischer Journalist erzählt von schwierigem Neustart in Deutschland.

Lese-Tipp: Viele russische Medienschaffende wollten zu Beginn des Ukraine-Kriegs nach Deutschland gehen, erzählt Ruslan Dergalow dem BR. "Aber damit wird es jetzt wahrscheinlich nichts", sagt der Russland-Korrespondent für das russischsprachige, in Berlin ansässige OstWest-TV. Es sei schwer, eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. Er selbst habe nach einer nervenaufreibenden Reise Glück gehabt.
br.de

Gruner + Jahr und RTL Deutschland stellen Führung der Publishing-Geschäfte neu auf.

Gruner + Jahr und RTL Deutschland stellen für den Publishing-Bereich ein neues Führungs­team auf. Bianca Wannemacher (Foto) und Julian Kösters verantworten "News, Wissen & Wissenschaft", Iliane Weiß und Thorsten Heger leiten "Leben & Leute", um den Bereich "Living & Food" kümmern sich Christine Nieland und Matthias Frei und für "Kids" ist Mina Manoussi verantwortlich.
new-business.de

Zitat: Die russische Journalistin Marina Owsjannikowa erwägt, dauerhaft in Deutschland zu bleiben.

"In Deutschland fühle ich mich ziemlich sicher. Aber ich bin ständig Mobbing und Hass in sozialen Netzwerken ausgesetzt."

Die russische Journalistin Marina Owsjannikowa sagt am Rande des Women's Forum for the Economy & Society in Berlin, sie könne nicht nach Russland zurückkehren, denn "soweit ich weiß, werde ich sofort inhaftiert werden".
n-tv.de, turi2.de (Background)

Top-Job: Tactile.news sucht Salesmanager:in Audience Revolution.


Top-Job: Das Journalismus-Innovationslabor Tactile.news sucht eine:n Salesmanager:in Audience Revolution. Zu den Aufgaben gehören die Entwicklung neuer Vertriebsstrategien und Verhandlungen mit Partnerinnen. Diesen und weitere Top-Jobs findest du unter turi2.de/jobs/index. +++ Hast du eine offene Stelle, die für die turi2-Community spannend ist? Dann bewirb sie kostenlos und trage sie ein unter turi2.de/join. Fragen gern an: join@turi2.de.

Wir graturilieren: Google News wird 20.


Wir graturilieren: Google News wird 20 Jahre alt und erscheint zum Jahrestag in einem neuen Look mit individuell gestaltbarer Oberfläche auf dem Desktop. Der Nachrichten-Aggregator ist in über 125 Ländern und mehr als 40 Sprachen verfügbar – ab heute dank des neuen europäischen Urheber­rechts­gesetzes auch wieder in Spanien. Das war aufgrund der Gesetzes­lage in den vergangenen acht Jahren nicht möglich. Zum Jubiläum veröffentlicht Google interessante News-Momente der vergangenen 20 Jahren in einer Timeline und einem Video.

Auch in den kommenden 20 Jahren will Google News "den Zugang zu lokalen Nachrichten verbessern und eine Vielzahl verschiedener Quellen und Perspektiven verfügbar machen", sagt Google-Sprecher Ralf Bremer und betont: "Schließlich steht der Kampf gegen Desinformation hoch auf unserer Agenda." Dazu setzt der Tech-Riese auch den Global News Equity Fund auf. Das Förder­programm in Höhe von mehreren Mio Dollar soll dazu beitragen, "mehr Vielfalt in die Nachrichten­branche zu bringen". Unabhängige Journalistinnen sowie kleine und mittlere Nachrichten­organisationen, die journalistische Inhalte für unter­repräsentierte Gruppen produzieren, können bis zum 21. Juli Förder­mittel beantragen.
googlenews20.withgoogle.com

turi2 edition #18: Ist das Streben nach Geld und Erfolg gesund, Eckart von Hirschhausen?


Genug ist genug: Wir könnten es so schön auf der Erde haben, würden wir nur auf unsere echten Bedürfnisse hören, ist Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen überzeugt. Denn noch nicht mal Privatversicherte können sich eine eigene Außentemperatur kaufen, schreibt er im Gastbeitrag für die turi2 edition #18. Er sieht die Verantwortung auch bei den Medien. Weiterlesen >>>

Lese-Tipp: Hartmut Welscher macht kritischen Journalismus über klassische Musik.

Lese-Tipp: Als Musikliebhaber und Fußballfan findet Hartmut Welscher im Sport etwas, was er bei klassischer Musik vermisst: "Journalismus, der sich mit der Subkultur beschäftigt, Strukturen und Machtverhältnisse befragt und sich gleichzeitig mit großem Ernst dem Gegenstand selbst widmet". Er gründet daraufhin das Magazin "Van" – ein Nischenmedium mit erstaunlicher Erfolgsstory. (Foto: Christine Fiedler)
faz.net

Hör-Tipp: Andryj Melnyk bereut manchmal seine Aussagen.

Hör-Tipp: Ohne mediale Präsenz kann man die Öffentlichkeit nicht überzeugen, der Ukraine zu helfen, sagt der ukrainische Botschafter Andryj Melnyk im "Podcast für Deutschland" der "FAZ". Manchmal bereue er aber seine Aussagen, gibt er zu – sogar "ziemlich oft". "Je mehr man unternimmt, desto mehr Fehler begeht man auch", sagt Melnyk. Insbesondere entschuldigt er sich bei den Deutschen für die Äußerung, die ukrainischen Flüchtlinge fühlten sich nicht wohl in Deutschland.
faz.net (26-Min-Audio)

Zitat: Digitalminister Volker Wissing sieht die Digitalisierung als ein Projekt der Vielen.

"Digitalisierung ist keine Bringschuld des Staates. Sie lebt von der Kreativität der Vielen."

Digitalminister Volker Wissing sagt bei der Digital­konferenz des BDZV im Gespräch mit Mathias Döpfner, er freut sich über den Optimismus der Verleger und Digitalpublisher. Nicht der Staat wird Geschäftsmodelle entwickeln, sagt er: "Das muss die Gesellschaft machen."
bdvz.de