
Viele Nullen vor dem Komma: Agenturgruppe Dentsu prognostiziert für 2026 erstmals globale Werbe-Ausgaben von mehr als 1 Billion Dollar. Laut "Global Ad Spend Forecast" ist das ein Wachstum von 5,1 %. Als Treiber wirken Sport und Politik, etwa die Olympischen Winterspiele, die Fußball-WM und die Zwischenwahlen in den USA. Der deutsche Werbemarkt wächst laut der Vorhersage moderat um 2,7 % auf ein Volumen von 37,7 Mrd US-Dollar. Damit liegt Deutschland auf Rang 4 hinter Großbritannien, Italien und Frankreich. Dentsu-Deutschland-Chefin Katja Brandt wertet die Zahlen als "ein deutliches Signal für Stabilität und neue Chancen in herausfordernden Zeiten".
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(Foto: Dentsu)

Brüderschaft: Der neue Vermarkter El Cartel Brothers von RTL Zwei und Warner Bros. Discovery will die "starke dritte Kraft im Markt" und eine "echte Alternative zu den privaten Duopolisten" werden, kündigen die beiden Geschäftsführer Claudia Ziemer und Stephan Karrer im "Horizont"-Interview an. Indem El Cartel Brothers Kunden "maximale Flexibilität" biete, wie und wo sie ihre Werbung ausspielen, wolle man als "einer der wenigen Vermarkter" wachsen. Zwar sei es das Ziel, "unseren Konkurrenten hierzulande möglichst viele Euros wegzuschnappen", dennoch sieht Ziemer bei "übergreifenden Themen" eine "große Einigkeit im Markt".
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(Foto: El Cartel Brothers)

Next Level: Marktforscher Nielsen befördert Michael Murrins zum Managing Director JICs, Broadcasters & Publishers in der EMEA-Region. Der Nielsen-Manager soll die Beziehungen zu Medienhäusern, Vermarktern und Messgremien ausbauen. Murrins blickt auf mehr als 15 Jahre Erfahrung in Sales, Produktstrategie und Audience Measurement. Zuletzt gestaltete er als International Product Lead Streaming die internationale Streaming-Messstrategie von Nielsen mit.
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(Foto: Nielsen)

Wer stiehlt mir die Quote? "Wer stiehlt mir die Show" auf ProSieben geht mit einem Tiefstwert zu Ende. Am Abend schauten nur 0,82 Mio Menschen linear zu. Es ist erst das zweite Mal, dass die TV-Werte der Sendung unter 1 Mio liegen, dennoch sieht Uwe Mantel bei "DWDL" "Abnutzungserscheinungen" des Formats von Joko Winterscheidt. Die gesamte 10. Staffel erreicht beim jungen Publikum im Schnitt 15,2 % Marktanteil. Das sind über 2,5 % weniger als bei Staffel 9.
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(IMAGO / Funke Foto Services)

Klick-Tipp: "Bild", "T-Online" und ntv führen weiterhin das Ranking der Onlinemedien mit den meisten Visits in Deutschland an. Die Analyse von Similarweb-Daten durch "Meedia"-Chefredakteur Jens Schröder zeigt im Oktober eine weitgehend stabile Entwicklung bei den Top 10. Über das Jahr gesehen verlieren "T-Online", "Web.de" und "GMX" jeweils über 10 % an Visits. Deutliche Zuwachsraten verzeichnen Medien mit Schwerpunkt Wirtschaft und Finanzen.
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Eigenwerbung: ProSieben macht die Sendergesichter Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf auch zu Testimonials der neuen Joyn-Kampagne. Den Anfang haben in den vergangenen Wochen bereits zwölf Reaktion-Videos, in denen die Entertainer auf der Couch sitzen und den Streamer schauen, gebildet. Die Werbung kommt von Florida Reklame, der Werbe-Unit der Florida Entertainment, und wird u.a. in "Ein sehr gutes Quiz" und "Joko & Klaas gegen ProSieben" integriert. Sie ist bis Jahresende außerdem in Print, Online und OOH zu sehen.
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(Foto: Joyn)

Werbe-Pause: Die Brutto-Werbeausgaben in Deutschland sinken auch im Oktober deutlich, meldet Nielsen. Setzt sich der Trend fort, könnte der vom Marktforscher erfasste Werbemarkt auch das Gesamtjahr mit einem Minus abschließen. Im Oktober sind 3,5 Mrd Euro in Werbung geflossen, das sind 100 Mio oder 2,7 % weniger als im Vorjahr. Das Minus in der Jahresbilanz verdoppelt sich dadurch auf 0,6 %. TV-Werbung verliert im Oktober 4,5 % und in der Jahresbilanz 4,2 %. Außenwerbung schrumpft nach starkem Wachstum um knapp 5 %. Nur zwei Gattungen können zulegen: Zeitungen profitieren von Angebotswerbung und wachsen im Oktober um 4,6 %. Radiowerbung erreicht ein Plus von 0,7 % im Oktober und blickt im bisherigen 2025 sogar auf 1,2 % Plus. Nielsen erfasst in seiner Statistik Fernsehen, Print, Online, OOH, Radio und Kino. Nicht enthalten sind Werbeausgaben bei Search, Social Media und YouTube.
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Geht von Bord: Frank-Peter Lortz, seit 2019 CEO von Publicis in Deutschland, Österreich und der Schweiz, scheidet zum Jahresende aus. Der 60-Jährige beendet seine Tätigkeit bei dem französischen Network "auf eigenen Wunsch". Er arbeitet seit 1994 für die Agenturgruppe und startete im Mediageschäft. Ab 2016 leitete er Publicis Media in der DACH-Region, bevor er 2019 das Gesamtgeschäft übernahm. Die Holding besetzt die CEO-Position nicht neu. Stattdessen berichtet das Management-Team direkt an Europachefin Demet Ikiler.
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Jubel-Quoten: Durchschnittlich 9,68 Mio Menschen haben am Montagabend das WM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und der Slowakei gesehen. Die deutsche Nationalmannschaft unter Trainer Julian Nagelsmann gewann die Partie mit 6:0 und sichert sich damit das WM-Ticket. Das ZDF erzielte mit der Übertragung herausragende 38 % Marktanteil beim Gesamtpublikum. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schauten sogar 45,9 % zu. Das "heute journal" erreichte in der Halbzeitpause 8,36 Mio Menschen.
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(Foto: IMAGO / Maximilian Koch)

Hartes Umfeld: Die RTL Group korrigiert ihre Jahresprognose für Umsatz und Gewinn nach unten. Grund ist die anhaltende Schwäche des Werbemarktes. Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten 2025 um 2,2 % auf 4,1 Mrd Euro. Das Wachstum im Digitalen konnte das Minus bei der klassischen TV-Werbung und der Produktionstochter Fremantle nicht ausgleichen. Der TV-Konzern erwartet nun einen Umsatz von bis zu 6,1 Mrd Euro, statt der ursprünglich angepeilten 6,45 Mrd. Das bereinigte Betriebsergebnis soll rund 650 Mio Euro betragen. Positiv entwickelt sich das Streaming-Geschäft bis Ende September, dessen Umsatz um 26,6 % auf 351 Mio Euro stieg – 2026 will man hier profitabel werden. 7,59 Mio Abonnenten zahlen für den Streamer RTL+.
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Neue Initiative: Die Serviceplan-Tochter Mediaplus Hamburg holt Chris Schneider, 40, als Managing Director an die Agenturspitze. Er folgt auf Stefan Uhl, der die Agentur im September verlassen hatte. Schneider war zuletzt Vice President Business Development beim AdTech-Startup True Relevance, bis Ende 2024 wirkte er Chief Strategy Officer bei Initiative Media, davor als Managing Director der Pilot Group. Bei Mediaplus Hamburg verantwortet Schneider das Neugeschäft und den Ausbau der strategischen Beratungskompetenz. Zudem soll er die Verbindung zwischen den Standorten Hamburg, Berlin und Köln stärken.
meedia.de, horizont.net (€), house-of-communication.com
(Foto: Mediaplus Hamburg)

Nebengeschäft: Autohändler Autohero inszeniert sich in einer neuen Kampagne als Autoshop, bei dem der Kauf nebenbei funktioniert. Testimonial ist Komiker Ralf Schmitz, der den Autokauf beim Bergsteigen, Fallschirmspringen und Ponyreiten absolviert. Die Spots kommen von Thjnk und sollen im TV, online, in Social Media und am Point of Sale laufen.
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(Foto: Autohero)

Daten-Sharing: Audiovermarkter RMS und der Regionalzeitungsvermarkter Score Media Group werden neue Lizenznehmer der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK). Beide Unternehmen nutzen für ihre Werbevermarktung künftig die Daten der Markt-Media-Studie "best for planning" (b4p). Score Media nutzt die Daten bisher über die Zeitungsmarktforschungs-Gesellschaft ZMG, die sich zum Jahresende auflöst. RMS hatte bisher die eigene Studie "VuMA Touchpoint" herausgegeben, die eingestellt wird. GIK-Sprecher Michael Hallemann sieht im Beitritt beider Partner eine Bestätigung für die Relevanz der "b4p" als gemeinsame Datengrundlage.
meedia.de, gik.media, horizont.net (€, VuMa-Studie)

Landung im Hochland: Der Allgäuer Käsehersteller Hochland vergibt seinen Media-Etat erneut an die Agenturgruppe Pilot. Die Agentur hielt den Etat bereits von 2010 bis 2022, seitdem betreut Havas Media Hochland. Ab Januar verantwortet Pilot wieder Mediastrategie, -planung und -einkauf für die Käse-Marken Almette, Simply V, Gervais, Grünländer, Patros und Hochland sowie für alle Medienkanäle des Unternehmens.
meedia.de, horizont.net (€), presseportal.de

Xmas-Action: Einzelhändler Edeka besinnt sich zu Weihnachten auf Jung von Matt, setzt aber sonst auf wenig besinnliche Töne. Die Kampagne "Edek-A-Team" inszeniert Edeka-Beschäftigte als Spezialisten-Team mit dem Plan für ein gelungenes Weihnachtsfest – inklusive Fallschirm-Landung und Action-Film-Moves. Edeka hatte bereits 2024 mit einer Kampagne von Wynken Blynken & Nod und dem Filialleiter aus der Serie "Die Discounter" auf Humor statt Besinnlichkeit gesetzt. Der Spot läuft im TV, Kino, Streaming, OOH und in den Filialen.
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(Foto: Screenshot, YouTube, Edeka)

Finanz-Planer: Die Plan.Net Group von Serviceplan beruft Philipp Brunner zum Chief Financial Officer. Er war zuletzt COO, Geschäftsführer und CFO bei BurdaForward. Bei Plan.Net folgt er auf Ingo Stein, der künftig strategische Transformationsprojekte auf Gruppenebene übernehmen wird. Brunner hat seinen neuen Job zum Monatsbeginn bereits angetreten, bis zum Jahresende arbeiten beide parallel. Brunner verantwortet künftig das gesamte Finanzmanagement der Agentur und berichtet an Fabian Prüschenk, der bei der Serviceplan Group Holding Finanzen und Operations leitet.
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(Foto: Plan.Net Group)

In einer Hand: Die Agentur-Gruppe Dentsu Germany ernennt Andrea Biebl zur President der Agentur-Töchter iProspect und Dentsu X in Deutschland – zusätzlich zu ihrer Rolle in der Geschäftsführung der crossmedialen Healthcare-Agentur MWO. Sie ist seit 25 Jahren bei Dentsu und gilt als "Transformations-Expertin". Gleichzeitig übernimmt Christoph Mauerer (rechts) als Geschäftsführer die operative Gesamtleitung von iProspect Deutschland. Carsten Kollmus bleibt Geschäftsführer von Dentsu X. Die drei Agentur-Marken bleiben eigenständig, sollen unter gemeinsamer Führung aber enger zusammenarbeiten.
meedia.de, horizont.net (€)
(Fotos: Dentsu / Patrick Liste, Montage: turi2)
Vermarktungsriese: Der Bayerische Rundfunk befördert Marketingleiter Markus Riese zum Geschäftsführer seines Vermarkters BRmedia. Er folgt im Januar auf Ludger Lausberg, der in den Ruhestand geht. Riese ist seit 25 Jahren beim BR. Intendantin Katja Wildermuth nennt ihn einen "erfahrenen Marketingexperten", der mit den Marketingthemen des BR und der ARD "bestens vertraut ist". In seiner neuen Rolle verantwortet Riese die "zielgerichtete Weiterentwicklung" von BRmedia und vertritt die bayerischen Interessen bei der ARD-Werbung.
dwdl.de, br.de
(Foto: BR / Markus Konvalin)

Die Chemie stimmt: Die ehemaligen Netflix- und Warner-Manager Joe Pawlas (rechts) und Matthias Wass von Czege (links), gründen das MarTech-Startup Alchemist Media Labs. Das Hamburger Unternehmen entwickelt eine KI-Plattform, um Bewegtbildwerbung auf allen Kanälen effektiver zu machen. Das eigens entwickelte "Media Operating System" verteilt Budgets mittels KI und bewertet die Qualität von Platzierungen. Joe Pawlas war zuvor CMO und Vice President DACH bei Netflix und begleitete den Start von Netflix Ads. Matthias Wass von Czege bringt Erfahrung u.a. von Google und Warner Bros. Entertainment mit.
onlinemarketing.de
(Foto: Alchemist Media Labs)

Quoten-Limbo: RTL kann mit der "Stefan Raab Show" und ProSieben mit der "Chris du mich berühmt"-Show von Chris Tall nicht gegen den DFB-Pokal im Ersten mithalten. Raab, der sich nach einem ordentlichen Neustart seiner Show tendenziell im Quoten-Keller einrichtet, lockt nur 0,56 Mio Menschen, ein Marktanteil von 2,4 %, für Chris Tall geht es mit nur 0,29 Mio und 1,3 % noch weiter runter. In der Prime-Time am Mittwochabend kommt kein Privatsender über die Marke von 1 Mio Zuschauenden.
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Korrektur: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir die Show von Chris Tall fälschlicherweise RTL zugeordnet. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
(Foto: RTL / Raab Entertainment / Julia Feldhagen)

Auf die Größe kommt es an: Werberiese Ströer installiert im Hamburger Hauptbahnhof den größten digitalen Out-of-Home-Screen Deutschlands. Die neue Werbefläche trägt den Namen "The Whale" und findet sich an der Nordseite der Wandelhalle, oberhalb der Brücke zu den Gleisen. Der Screen misst 38 Meter Breite und 9 Meter Höhe – mit 342 Quadratmetern Gesamtfläche gilt er als das größte Digital-Out-of-Home-Format in Deutschland. Ab 2026 sollen hier Bewegtbild-Inhalte laufen. Hamburg ist mit etwa einer halben Mio Besuchern täglich der meistfrequentierte Bahnhof in Deutschland.
horizont.net, meedia.de
(Foto: Ströer)

Oben auf: turi2-Schwestermarke "Meedia" veröffentlicht künftig einmal pro Monat eine Übersicht der 100 erfolgreichsten Online-Medien – mit Daten des Marktforschers Similarweb. Damit reagiert "Meedia"-Chefredakteur Jens Schröder auf die zunehmend fehlende Vergleichbarkeit von Online-Angeboten, u.a. durch die Austrittswelle bei der Online-IVW. Schröder erklärt, dass die Daten nicht auf reiner Messung, sondern auf unterschiedlichen Rohdaten und Hochrechnungen basieren. Über die Genauigkeit der Daten werde diskutiert, seit es Similarweb gibt, schreibt Schröder. Die Debatte relativiere sich allerdings, weil Tools wie Google Analytics aus Datenschutzgründen "keinerlei realistische Traffic-Daten mehr ausspucken". Similarweb-Daten würden ein Gefühl für Erfolg oder Messerfolg von Websites liefern.
Im September-Ranking, das soeben erschienen ist, führt Bild.de mit 166,71 Mio Visits vor "T-Online" (131,96 Mio) und n-tv.de (116,19 Mio). Tagesschau.de ist mit 60,01 Mio Visits auf Platz 10 das erste ÖRR-Angebot. Spiegel.de folgt mit 56,87 Mio erst auf Rang 12. Besonders spannend ist ein 12-Monats-Vergleich, der ein Indikator dafür sein kann, welchen Einfluss die KI-Zusammenfassungen bei Google inzwischen auf den Traffic haben. Laut Schröder haben im Vergleich mit 2024 vor allem Angebote verloren, die stark auf SEO-Maßnahmen setzen, darunter Medien von Ippen und Burda.
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Dufte messen: Parfümerie-Riese Douglas geht eine Partnerschaft mit AudienceProject ein. Ziel ist eine effizientere Mediastrategie im DACH-Raum. Douglas verspricht sich einen ganzheitlichen Überblick über die Performance seiner Kampagnen. Die Messung erfolgt kanalübergreifend über Open Web, Social Media, Online-Video, CTV und lineares TV. Douglas nutzt die Plattform AudienceReport von AudienceProject, um die Netto-Reichweite über Kanäle hinweg zu analysieren.
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Weltweite Prime-iere: Die AGF, in Deutschland verantwortlich für die Erhebung der TV-Quoten, integriert Streaming-Riese Amazon Prime Video in ihre standardisierte und aktive Messung. Der Schritt gilt als Meilenstein, da erstmals ein Joint Industry Committee einen globalen Streaming-Anbieter über eine Server-to-Server-Schnittstelle anbindet. Bisher hat die AGF die Streamingdaten nur hoch aggregiert über den Traffic ihrer Messrouter erfassen können. Künftig werden die Reichweiten des werbefinanzierten Video-on-Demand-Angebots neutral und vergleichbar ausgewiesen. Die neue serverbasierte Messung ermöglicht auch die Ausweisung inhaltsspezifischer Daten auf Titel- und Formatebene.
Branchenvertreter sind voll des Lobes: Klaus-Peter Schulz, Geschäftsführer des Vereins Die Mediaagenturen, sieht die Zusammenarbeit als "entscheidenden Schritt in Richtung des seit Jahren geforderten Crossmedia-Standards". Kristina Bulle, CMO von Procter & Gamble und OWM-Vorständin sagt: "Nur mit unabhängig erhobenen, vergleichbaren Messgrößen können wir die Effektivität von Kampagnen über alle Kanäle hinweg übergreifend bewerten und unser Marketing effizient steuern. Dass internationale Anbieter diesen Weg mitgehen, stärkt den gesamten Werbemarkt." AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf freut sich über den "Meilenstein" und sagt: "Die Zusammenarbeit zeigt, dass auch große globale Player die lokalen Marktbedingungen respektieren und bereit sind, sich in ein gemeinsames Messsystem einzubringen."
"Horizont"-Journalistin Katrin Ansorge sieht nun vor allem YouTube unter "Zugzwang": "Wenn selbst ein globaler Player wie Amazon bereit ist, sich in das gemeinsame System einzubringen, wird es für Googles Videoplattform allmählich schwer, sich weiterhin auf eigene Metriken zu berufen". YouTube-Deutschlandchef Andreas Briese hatte erst gestern via "DWDL" gegen die Quotenmessung der AGF gekantet.
horizont.net (€), meedia.de, presseportal.de, turi2.de (Biese)

MFE greift durch: Nach der ProSiebenSat.1-Übernahme durch MFE bekommt auch der Vermarkter Seven-One Media eine neue Spitze. Als Chef übernimmt Nicola Lussana, bisher Chef des MFE-Vermarkters Publitalia '80. Die bisherigen Co-CEOs Markus Messerer und Lennart Harendza bleiben im Management, wechseln aber die Rollen. Messerer wird Chief Operating Officer, Harendza wird Chief Revenue Officer.
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(Foto: ProSiebenSat.1 Media SE)

Schießt die Quote ab: Die Reportage "Linda Zervakis. Under attack" holt für ProSieben am Montag nur enttäuschende Quoten. 470.000 Menschen sehen zu, wie die Journalistin erstmals eine Schusswaffe nutzt. Beim jungen Publikum erreicht die Sendung lediglich 5,2 % Marktanteil. Profitieren kann u.a. Vox, wo "Lege kommt auf den Geschmack" mit 10 % einen Rekord-Marktanteil beim jungen Publikum holt. Den Prime-Time- und Tagessieg sichert sich das ZDF mit seinem "Bodensee"-Krimi und 6,6 Mio Zuschauenden.
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(Foto: ProSieben)

Mit RTL in die Welt: Der österreichische ORF lässt seine Programme künftig durch die AdAlliance von RTL vermarkten. Die ORF-Enterprise vermarktet die ORF-Programme weiterhin im Inland. Das Angebot richtet sich primär an große Agenturen und Werbekunden, die europaweite Kampagnen schalten. Zum Portfolio gehören die TV-Sender ORF 1 und ORF 2, Radiosender und orf.at.
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Gönnt sich: Der Jahreszeiten Verlag bringt seine Magazine "AW Architektur & Wohnen", "Merian" und "Robb Report" künftig öfter an den Kiosk. "AW Architektur & Wohnen" erscheint zehnmal statt sechsmal pro Jahr, der redaktionelle Umfang wächst um 16 Seiten. Zudem arbeitet die Redaktion mit einem vergrößerten Team am 70. Geburtstag der Zeitschrift 2027. Das Reisemagazin "Merian" wechselt von fünf auf sechs Ausgaben jährlich. Auch das Luxus-Magazin "Robb Report" erscheint ab 2026 sechsmal. Die erhöhten Frequenzen macht die Magazine für Marken und Agenturen kampagnenfähiger, betont Geschäftsführer Arne Bergmann.
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Strateginnen-Wechsel: Stefanie Jäckel, aktuell noch Chief Strategy Officer der Ad Alliance, verlässt das Unternehmen nach über zwei Jahrzehnten in Führungsjobs "auf eigenen Wunsch", berichtet Katrin Ansorge bei "Horizont". Sie beschreibt Jäckel als prägende Figur für die Vermarktungslogik der Ad Alliance. Ihre Nachfolgerin wird Lincy Vellaramkalayil, die seit 2019 im Unternehmen ist und zuletzt Director Strategy & Development war. Sie wird General Director und soll eng mit der Geschäftsleitung zusammenarbeiten.
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(Foto: AdAlliance / Stefan Gregorowius)

Auf und (Ra)ab: RTL holt mit der "Stefan Raab Show" am Mittwochabend einen neuen Tiefstwert. Die Prime-Time-Show des Entertainers lockt nur 0,64 Mio Menschen, was 2,9 % Marktanteil entspricht. Damit unterbietet Raab seinen Tiefstwert von Anfang Oktober noch einmal. Auch kein anderer Privatsender holt in der Prime-Time ein Mio-Publikum – knapp daran vorbei schrammt "The Taste" bei Sat.1 mit 0,99 Mio Zuschauenden. Den Sieg erringt Das Erste mit "Die Verteidigerin".
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(Foto: RTL / Raab Entertainment / Julia Feldhagen)

Rück-Spiegel: Die Auflage des "Spiegel" kann von der Vorverlegung des Erscheinungstags von Samstag auf Freitag nicht profitieren, liest "Horizont" aus den neusten IVW-Zahlen. Das Nachrichten-Magazin fällt am Kiosk um 9,6 % auf 88.401 Verkäufe pro Ausgabe. Auch mit der Gesamtauflage geht es nach unten: 641.113 Verkäufe entsprechen einem Rückgang von 4,6 %. Der Abstand zur "Zeit" schrumpft auf nur noch gut 25.000 Exemplare. Die Wochenzeitung kann ihre Auflage um 1,9 % auf jetzt 615.964 steigern. Das Minus beim "stern" liegt bei 9 %, ordentlich gebremst durch ein Plus der Digital-Auflage um fast 18 %. Insgesamt steht eine Auflage von 270.355. Der "Focus" verkauft sich 224.477 Mal pro Woche – ein Minus von 6,7 %.
Insgesamt sind die IVW-Zahlen für das 3. Quartal dominiert von rückläufigen Zahlen. Es gibt aber auch einige Lichtblicke: Springers Welt kommt auf 91.091 Verkäufe pro Ausgabe, ein Zuwachs von 1,2 %. Auch beim Schwester-Titel "Bild am Sonntag" gibt es nach hohen Verlusten seit 2023 mal wieder positive Nachrichten: Die Auflage steigt auf 470.283, ein Plus von 1,85 %. Die linksalternative "taz" wächst im letzten Quartal als Zeitung mit täglicher Print-Ausgabe um 2,7 % auf nun 45.529 Exemplare.
Neu in der Auswertung ist das vierteljährlich erscheinende Magazin "Business Punk", das mit 41.076 Heften in die IVW einsteigt.
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Vaunet-Prognose: Streaming treibt Wachstum audiovisueller Medien, TV-Werbung kann nicht profitieren.

Werbegeld-Verschiebung: Die Erlöse der Audiovisuellen Medien in Deutschland steigen laut Prognose des Lobby-Verbandes Vaunet in diesem Jahr um 3,3 % auf 16,2 Mrd Euro. Dieses Wachstum stammt allerdings fast ausschließlich aus dem Streamingbereich. Die Werbeerlöse der klassischen TV-Sender gehen um 7 % auf 3,3 Mrd Euro zurück. Im Gegensatz dazu wächst die Streaming-Videowerbung um 15 % auf 1,9 Mrd Euro. Bei den Bezahlinhalten überholen die Erlöse aus Paid-Video-on-Demand mit 3,7 Mrd Euro erstmals die TV-Werbeerlöse. Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg sieht eine zunehmende Marktmacht globaler Big-Tech-Unternehmen. Der Verband fordert daher dringend faire Wettbewerbsbedingungen für nationale Anbieter.
horizont.net (€), meedia.de, vau.net

Vermarkterbeben: Roland Pimpl sucht nach Parallelen der zufällig fast zeitgleichen Abschiede von Tobias Conrad bei BCN und Julia Schleunung bei IQ Media Marketing. Der BCN-Chefsessel gelte "als einer der unbequemsten in den Reihen der hiesigen Vermarkter", schreibt Pimpl. Schwierig sei, die "teils unterschiedlichen Gesellschaftererwartungen parallel zu erfüllen". Bei IQM sieht Pimpl die "spezielle Marktlage in Verbindung mit unternehmensstrukturellen Gründen" als Ursache für Schleunungs Abschied. Von Nachfolgerin Anja Visscher werde erwartet, dass sie "noch mal anders und experimenteller an die Print-Vermarktung rangeht". Bei beiden Vermarktern stehe im Fokus, erfolgreiche Mechanismen aus der Programmatic-Welt soweit möglich auf Print zu übertragen.
horizont.net (€), turi2.de (Conrad), turi2.de (Schleunung)

Ersatz-Jackpot: Accenture Song setzt sich im Pitch um den Etat der Lotterie Eurojackpot durch. Zusammen mit Unbound Media betreut sie künftig die Kampagne, die die Spielvariante in Deutschland populärer machen soll. Accenture Song übernimmt Kommunikation, Social Media und strategische Beratung. Unbound Media verantwortet die Mediastrategie. Die Kampagne soll im Januar starten. Zuletzt hatte Accenture Song das langjährige Mandat für die Soziallotterie Aktion Mensch an Serviceplan verloren.
campaigngermany.de (nach Anmeldung frei), turi2.de (Aktion Mensch)

Otto wirbt sich gut: Online-Händler Otto weitet sein Werbegeschäft aus und startet eine eigene Demand Side Platform, die es Werbekunden und Agenturen ermöglicht, programmatische Kampagnen in Echtzeit zu buchen. Das Angebot richtet sich auch an Kunden, die nicht über Otto verkaufen. Über die DSP können sie nicht nur Werbung auf Otto.de, sondern auch auf Seiten wie Spiegel.de oder Web.de schalten. Der Konzern verspricht hochpräzises Targeting auf Basis der First-Party-Daten aus über 31 Mio aktiven Nutzerkonten.
horizont.net (€)
Konsumgüterriese Procter & Gamble ist auch im Jahr 2025 der größte Werbekunde in Deutschland. Laut Statista hat der Konzern allein im August dieses Jahres hierzulande fast 138 Mio Euro in Werbung investiert. Das sind über 100 Mio mehr als der zweitplatzierte Werbekunde. Im Video-Interview von turi2 am Rande des AGF Forums Anfang September spricht P&G-CMO Kristina Bulle über die Schwierigkeiten, das junge Publikum mit ihren Markenbotschaften zu erreichen. Die jungen Menschen verbringen viel Zeit auf Social Media, entsprechend kurz sei ihre Aufmerksamkeitsspanne. In den ersten drei Sekunden entscheide sich, ob die jungen Leute dran bleiben oder weiterswipen – in so einem Umfeld Markenbotschaften zu vermitteln, sei sehr schwierig. Ein Rezept dafür, junge Menschen auf Social Media sicher zu erreichen, habe sie noch nicht entdeckt. Deshalb setzt Bulle u.a. auf "Long Video", also längere Spots, die sie etwa bei Streamern platziert, aber auch im Connected TV oder in Form von 20-Sekunden-Spots im Radio.
Im Gespräch mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow betont Bulle auch die Verantwortung von Werbung. Sie spricht etwa über Vielfalt in den Inventaren und die Demokratisierung des Open Web und sagt, dass Marken sichere, kuratierte Umfelder brauchen. Gleichzeitig fordert sie Transparenz und Messbarkeit der Werbewirkung. Ein Stück weit könne man bei der Verteilung von Werbegeld damit argumentieren, dass damit heimische Medien unterstützt würden – am Ende müsse sich aber das Wirkungsversprechen der Inventare bewahrheiten.
turi2.de/tv (7-Min-Video auf YouTube)

Auf der Startbahn: Dubai-Fluglinie Emirates hebt in Sachen Media künftig mit Havas ab. Im Pitch setzt sich das Agentur-Netzwerk zuletzt gegen IPG Mediabrands und WPP Media durch. Zuvor hatten die Franzosen bereits Publicis Media, die Omnicom Media Group und Dentsu ausgestochen. Der bisherige Betreuer war die IPG-Agentur Universal McCann. Das geschätzte Volumen der globalen Media-Spendings von Emirates liegt bei 175 Mio Dollar. Für den deutschen Markt geht es laut Nielsen um bis zu 15 Mio Euro pro Jahr.
meedia.de

Königskohle: Die Serviceplan-Agentur Mediaplus setzt sich in einem mehrstufigen Pitch um den Media-Etat von Burger King Deutschland durch. Das Mandat umfasst Mediastrategie, Planung und Einkauf. Das Nachsehen hat Dentsu, die als langjährige europäische Leadagentur von Burger King zuletzt auch für den deutschen Markt verantwortlich war.
meedia.de, campaigngermany.de (frei nach Anmeldung), horizont.net (€), house-of-communication.com
(Bild: Burger King)

trantow2: Johanna Trantow kehrt nach rund anderthalb Jahren Pause ins Sales-Team des Medienfachverlags Oberauer zurück. Sie übernimmt die Vermarktung der Medien "Campaign Germany" und turi2 – zu letzterer hat sie bereits familiäre Verbindungen: Sie ist die Schwester von turi2-Chefredakteur Markus Trantow. Sie kommt vom Zeitungskonzern Madsack, wo sie zuletzt im Sales-Team der "Lübecker Nachrichten" tätig war.
turi2 – in eigener Sache

ZMG-Erbe: Der Dienstleister Mediaservice Wasmuth übernimmt zum Jahreswechsel die weitverbreiteten Planungs- und Buchungstools der ZMG. Konkret geht es um das Planungs- und Kalkulationsprogramm ZIS, das kostenpflichtig werden soll, und den ZMG-Zeitungsatlas. Zudem erhält Wasmuth die Nutzungsrechte am Buchungsportal OBS der Medienverbände BDZV und MVFP. Die Zukunft der Tools war ungewiss geworden, nachdem der BDZV aus Kostengründen die Abwicklung seines Marktforschers ZMG verkündet hat. Wasmuth liefert künftig auch Marktdaten für Studien der Joint-Industry-Committees IVW und Agma zu.
meedia.de, horizont.net (€), turi2.de (ZMG-Abwicklung)

Raabsturz: Die zweite reguläre Ausgabe der "Stefan Raab Show" bei RTL fällt am Mittwochabend "meilenweit" unter das Normalniveau von RTL, analysiert "Meedia"-Chefredakteur Jens Schröder. Die Show erreicht in der Prime-Time nur noch 0,66 Mio Menschen, was einem Marktanteil von "blamablen" 3 % entspricht. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen sieht es nicht viel besser aus, hier schalten 6,8 % ein. Die 15-minütige Premiere des neuen Formats hatte Mitte September noch 1,71 Mio Zuschauende angelockt und 7,8 % beim Gesamtpublikum geholt.
meedia.de, dwdl.de
(Foto: RTL / Raab Entertainment / Bene Müller)

Messflix: Dienstleister AudienceProject aus Dänemark integriert nun auch Messdaten von Netflix. Werbekunden in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien können den Erfolg ihrer Kampagnen entweder für den Streamer oder kombiniert mit anderen Ausspielwegen analysieren. Eine ähnliche Zusammenarbeit gibt es bereits mit Disney+.
audienceproject.com, turi2.de (Disney)

Zurück zum Fernsehen: Die Ad Alliance von RTL verpflichtet Christian Bachert als General Director Sales Broadcast. Er kommt von Amazon, wo er zuletzt als Senior Agency Development Manager tätig war. Beim RTL-Vermarkter soll er "die Transformation des linearen Fernsehens hin zu einer konvergenten Bewegtbild-Zukunft maßgeblich mitgestalten" und u.a. das neue TKP-basierte Abrechnungsmodell etablieren. Bachert arbeitet seit mehr als 15 Jahren in der Branche und war u.a. Account Manager bei SevenOne Entertainment.
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(Foto: RTL / Ad Alliance)

Entscheidungsdaten: Die Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung, GIK, hat ihre crossmediale Markt-Media-Studie "best for planning" weiterentwickelt und um neue Detailmerkmale versehen. Die 13. Ausgabe liefert "noch tiefere Insights", etwa erweiterte Kategorien zu TV-Sendungen, Podcast-Themen, Social-Media-Marken und der Mediennutzung. Im Konsumbereich gibt es neue Daten etwa zu Einkaufsstätten, Ernährungsformen oder Geldanlagen. Der Studiensatellit "b4p extra" untersucht, wie Menschen Fake News wahrnehmen und wie es um das Vertrauen in die Medien steht.
gik.media
(Bild: gik)
“Masse und Klasse” – Wie Carsten Dorn mit Score Media Alternativen zu Big-Tech-Werbung schaffen will.

Agenturen und Werbekunden sind nicht “zwangsverheiratet” mit den Big-Tech-Konzernen, sagt Carsten Dorn, Chef des nationalen Zeitungsvermarkters Score Media Group. Im Interview mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow erklärt er, wie Score Media der Übermacht von Google, Meta und Co etwas entgegensetzen will. Bald sind etwa die Digital-Inventare von über 200 News-Seiten bequem in einem Zug buchbar. Zudem stellt Dorn spannende, neue Werbeformen vor und spricht über die Verantwortung der Werbekunden für den Erhalt medialer Vielfalt. Mit diesem Interview beginnt unsere Themenwoche Zeitungen.
weiterlesen >>>, turi2.de (alle Beiträge der Themenwoche)
"Content is King, Reach is Queen" – mit diesem Motto ist AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf in der vergangenen Woche beim AGF Forum angetreten. Am Rande des Branchen-Events erklärt sie im Video-Interview mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow die Schach-Metapher: König Content sei extrem wichtig, aber auf dem Schachbrett nicht sehr beweglich. Er brauche Königin Reichweite, damit er seine Zielgruppe erreichen und Wirkung entfalten könne. Wie wichtig Reichweite ist – und wie wichtig es ist, sie neutral, nachvollziehbar und transparent zu erheben, hätten inzwischen auch die Streaming-Plattformen verstanden, sagt Niederauer-Kopf. Weil der Shift ins Digitale keine Randerscheinung mehr sei, würden auch die Werbekunden immer häufiger einen neutralen Leistungsnachweis fordern. Dass die AGF, die in Deutschland traditionell die TV-Quoten erfasst, diesen Nachweis auch für die Streamer erbringt, sei das Ziel. Und das ist wohl in greifbarer Nähe. Niederauer-Kopf sieht ein "sehr positives Momentum".
Außerdem spricht Niederauer-Kopf über die Bemühungen der AGF, die Bewegtbildmessung europaweit anzugleichen. Als Mitglied der Audience Measurement Coalition gehe es darum, auf medienpolitischer Ebene gemeinsame Definitionen von Nettoreichweite und Empfehlungen für verweildauerbasierte Messungen anzustreben. Ziel sei es, internationalen Werbetreibenden und Agenturen die Bewertung von Kampagnenergebnissen über Landesgrenzen hinweg zu erleichtern, indem vergleichbare KPIs geschaffen werden.
Niederauer-Kopf steht nun seit über sieben Jahren an der Spitze der AGF Videoforschung. Sie erhofft sich für die kommenden sieben Jahre, dass die heute angestoßenen Initiativen zu einem umfassenden, ganzheitlichen und crossmedialen Kampagnenstandard führen – am besten über alle Bewegtbild-Gattungen hinweg.
turi2.de/tv (10-Min-Interview auf YouTube)

All die Werbegelder: Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd machen Publicis zu ihrer globalen Mediaagentur. Bisher hatte PHD der Omnicom Media Group das Mandat für den deutschen Markt, währen WPP andere Märkte in Europa betreut hat. In Großbritannien, Irland, den USA und Australien waren auch bisher schon Publicis-Agenturen am Zug. Ab Januar 2026 soll Publicis eine "integrierte Medienstrategie" für die gesamte Gruppe umsetzen und "eine einheitliche Markenpräsenz" in allen internationalen Märkten sicherstellen. "Campaign UK" geht davon aus, dass Publicis Aldi mit einem maßgeschneiderten Agentur-Modell überzeugt habe.
campaigngermany.de (frei nach Anmeldung), meedia.de

Demokratienitiative: Die Initiative18, ein Zusammenschluss von Media- und Werbeagenturen, startet ihre erste große Kampagne zum "Schutz der Medienvielfalt und der Demokratie". Unter dem Motto "Freiheit braucht das ganze Bild" zeigt die Kampagne bekannte Fotografien historischer Ereignisse, bei denen das zentrale Element jeweils fehlt, weil es in Form eines Puzzlestücks herausgenommen wurde. Mit der Kampagne will die Initiative18 verdeutlichen, "dass Medienvielfalt keine Selbstverständlichkeit ist, sondern aktiv geschützt werden muss".
dwdl.de, schoesslers.com, initiative18.org (Kampagnen-Motive)
(Bild: Initiative 18)

Essenzielle Planung: Die Mediaagentur EssenceMediacom von WPP Media gewinnt den Media-Etat von RTL Deutschland inklusive RTL+. Das Mandat umfasse Beratung, Einkauf und Optimierung insbesondere im Digitalbereich und soll "weit" über klassische Mediaplanung hinausgehen. EssenceMediacom werde RTL auch "infrastrukturell beraten" und dabei helfen, aus der Fülle der verfügbaren Daten "den maximalen Nutzen für die Planung und spätere Umsetzung zu ziehen".
meedia.de

Kurzer Auftritt: Nach nur gut einem Jahr verlässt Lennart Harendza seinen CEO-Posten bei Magna Global Mediaplus, dem Einkaufsverbund von IPG Mediabrands und Mediaplus, schon wieder – wie es heißt nach "erfolgreicher Transformationsphase". Nachfolger wird mit Thorsten Schulz (Foto) ein alter Bekannter: Er war bereits für IPG tätig, u.a. als Managing Director bei MGMP und bei IPG Mediabrands DACH.
meedia.de
(Foto: IPG)