Verdi kritisiert SWMH-Sparmaßnahmen.

SWMH schließt wohl zuerst die Regional-Redaktionen in Esslingen, Böblingen, Waiblingen und Göppingen, schreibt Josef-Otto Freudenreich. "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" müssen laut Freudenreich außerdem jeweils drei ihrer zwölf Exklusiv-Autoren einsparen. Verdi nennt den SWMH-Plan einen "Personalabbau nach Gutsherrenart", weil der Betriebsrat vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei.
kontextwochenzeitung.de, turi2.de (Background)

Eine Untersuchung legt nahe, dass die “Sun” für mehr EU-Skepsis in Großbritannien sorgt.

The SunBoulevardmedien: Die "Sun" sorgt für eine EU-kritischere Einstellung ihrer Leser, wollen britische Forscher herausgefunden haben. Demnach sei die Abneigung gegenüber der EU in der Region um Liverpool geringer als in vergleichbaren Regionen des Landes. Dies sei interessant weil die Bewohner dort unabhängig von ihrer politischen Einstellung das Boulevardblatt meiden. Um Liverpool hat die "Sun" seit 1989 schwache Verkaufszahlen, seit sich der Titel mit falschen Behauptungen über eine Massenpanik bei einem Fußballspiel des FC Liverpool unbeliebt gemacht hat.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27 (Paid)

Medienholding Süd baut Stellen ab, gründet “Gemeinschafts-Redaktionen”.


Mantel für alle: Medienholding Süd, Herausgeberin von Tageszeitungen wie "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten" und "Schwarzwälder Bote", baut wegen sinkender Werbeerlöse und Printauflagen um und plant "neue Gemeinschaftsredaktionen". Dabei rechne der Verlag "mit einem Arbeitsplatzabbau in zweistelliger Höhe bis Ende 2021". Gleichzeitig will der Verlag in seiner Digital-Sparte MHS Digital neue Stellen schaffen.

Die Mantelredaktion in Stuttgart soll ab 2021 größtenteils die Mantelinhalte aller Regionalzeitungen produzieren. Die Unabhängigkeit der Redaktionen solle laut Pressemitteilung dennoch erhalten bleiben. Das Mutter-Unternehmen Südwestdeutsche Medienholding hat kürzlich ein Investitions- und Umbauprogramm für ihre Verlage angekündigt, mit Stellenabbau und 100 Mio Euro Investitionen.
horizont.net, turi2.de (Background)

Funke bringt Tyler Brûlés “Monocle – The Winter Weekly” nach Deutschland.

Funke adaptiert die saisonale Wochenzeitung "Monocle - The Winter Weekly" von Tyler Brûlé für den deutschen Markt. Die Inhalte entstehen bei Funke und bei "Monocle" in London. Die Zeitung erscheint mit 120.000 Auflage und liegt erstmals am 30. November "Hamburger Abendblatt", "Berliner Morgenpost" und "WAZ" bei, sowie für 5 Euro "im ausgewählten Zeitschriftenhandel".
wuv.de

SWMH will 100 Mio Euro investieren und Jobs streichen.


Spendierhosen und Rotstift: Die Südwestdeutsche Medienholding kündigt ein Investitions- und Umbauprogramm für ihre Verlage an, zu denen u.a. die "Süddeutsche Zeitung", "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten", Regionalzeitungs- und Fachverlage gehören. In den kommenden zwei Jahren sollen 100 Mio Euro in "digitale Angebote" und eine "wettbewerbsfähigere Aufstellung" des Geschäfts fließen. Gleichzeitig fallen Jobs dem Rotstift zum Opfer. So sind Abgänge in "jeweils zweistelliger Höhe" beim Süddeutschen Verlag, der Medienholding Süd und der SWMH selbst vorgesehen. Hans-Jürgen Jakobs schreibt im "Handelsblatt" von 150 Stellen. Im Digitalen sollen auch neue Jobs entstehen.

Online- und Print sollen künftig besser zusammenarbeiten, einzelne Redaktionseinheiten zusammengeführt werden. SWMH-Chef Christian Wegner gibt als Konzernziel den Verkauf von 500.000 Digitalabos bis 2022 aus. Heute zählt der Konzern 100.000 Digitalkunden, schreibt Jakobs. Ein Drittel des Umsatzes soll dann aus dem Digitalen kommen, heute sind es gerade einmal 7%. Mit dem Programm stemmt sich die Holding gegen wegbrechende Auflagen und Werbeumsätze. Bei Towhall-Meetings in München und Stuttgart hat Wegner die Pläne heute den Mitarbeitern verkündet.

Für die Krise in der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung" um Digital-Chefredakteurin Julia Bönisch will Wegner "noch im Oktober" eine Lösung präsentieren, schreibt Jakobs. Wegner werfe sich vor, zu spät als Schlichter eingeschritten zu sein. Am als amtsmüde geltenden Chefredakteur Kurt Kister wolle er festhalten. Zu Spekulationen über Kisters Nachfolge gebe es keinen Anlass.
sueddeutsche.de, handelsblatt.com (Jakobs, Paid)

“New Business”: Springer könnte Außenstandorte von Media Impact schließen.

Media Impact: Im Rahmen der Sparpläne bei Springer könnte der Außenstandort Hamburg geschlossen werden, erfährt "New Business" "aus unternehmensnahen Kreisen". Betroffen wären 80 bis 100 Mitarbeiter. Der Springer-Funke-Vermarkter betreibt auch Dependancen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, München und Stuttgart.
new-business.de

Meinung: “MOZ” ist für die ostdeutsche Medienlandschaft sehr wichtig.

Märkische Oderzeitung 150Märkische Oderzeitung macht journalistischen Spagat, um Rentner und Zugezogene zu adressieren, konkurriert dabei mit dem digitalen Lokalnachrichten-Angebot des RBB und will den Austausch mit Polen fördern, beobachtet Kevin Hanschke. Für die ostdeutsche Medienlandschaft sei die "MOZ", die eines der größten Verbreitungsgebiete Deutschlands abdeckt, wichtiger Bestandteil. Die schlechte Handynetz-Abdeckung erschwert der Redaktion die Digitalisierung,
"FAZ", S. 13 (Paid)

“Thüringer Allgemeine” druckt nach Interview-Absage von Höcke Weißraum.

Thüringer Allgemeine erscheint am Montag mit Weißraum, an der Stelle war ein Interview mit AfD-Politiker Björn Höcke geplant. Das vereinbarte Gespräch sei abgesagt worden. Chefredakteur Jan Hollitzer (Foto) möchte vor Thüringens Landtagswahl "sachlich, ausgewogen und fair" mit der gleichen Aufmerksamkeit über alle Parteien berichten - auch über Höcke.
Thüringer Allgemeine S. 2 (Paid)

“Zeit Magazin” startet Ausgaben für Stuttgart und Zürich.

Zeit Magazin bringt im kommenden Jahr zwei neue Regionalausgaben heraus, schreibt "New Business". Im Juni 2020 erscheint erstmals das "Zeit Magazin Zürich" mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren, im November 2020 folgt das "Zeit Magazin Stuttgart". Das Stuttgarter Heft liegt der "Zeit"-Aboauflage in Baden-Württemberg bei und kommt auf 72.000 Exemplare.
new-business.de

Video-Tipp: ORF-Show führt Boulevardpresse mit Fake-Video vor.

Video-Tipp: ORF-Satiriker Peter Klien erklärt in seiner Show Gute Nacht Österreich die Methoden der Boulevardpresse und lässt "Krone", Österreich" und "Heute" ins offene Messer laufen. Sein Team hat in ein Spielplatz-Video einen Skorpion montiert und mittels Fake-Accounts verbreitet. Den Boulevardblättern reichte das ohne weitere Recherche für Titelstorys. Die "Krone" wirft dem ORF nun vor, Fake News in die Welt gesetzt zu haben.
youtube.com (15-Min-Video) via derstandard.at, krone.at

dfv Mediengruppe gibt “Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung” neuen Anstrich.

dfv Mediengruppe relauncht die "Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung". Neben einer modernisierten Optik solle die Rolle als "Navigator" sowie der "Nutzwert" für die Leser redaktionell ausgebaut werden. Künftig berichtet die Wochenzeitung auch verstärkt über Themen aus der Gastronomie. Das Fachmagazin erreicht wöchentlich 60.000 Leser.
per E-Mail

Analyse: Frankreichs Leitmedien gehören fast alle branchenfremden Milliardären.

Französische Leitmedien sind inzwischen fast ausnahmslos im Besitz branchenfremder Milliardäre, analysiert Stefan Brändle und macht eine Nähe zum Elysée-Palast aus. Die Partnerin von "Le Monde"-Großaktionär Xavier Niel ist eine Freundin von First Lady Brigitte Macron und nebenbei die Tochter des Luxusgüter-Magnaten und Macron-Sympathisanten Bernard Arnault, der die Zeitungen "Les Echos" und "Le Parisien" besitzt. Der Privatsender TF1 gehört dem Baukonzern Bouygues, die Zeitung "Le Figaro" der Flugzeugbauer-Familie Dassault.
fr.de

Springer stellt “Welt Kompakt” und “Bilanz” ein und spart bei “B.Z.” und weiteren Titeln.


Springer spart: Springer stellt sein erwartetes Sparprogramm vor. Der Verlag stellt die Werktags-Ausgabe der "Welt kompakt" ein, ebenso den Hamburger Regionalteil der "Welt". Auch das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" verschwindet. Bei "Auto Bild" und "Computer Bild" soll es nur noch die Haupttitel sowie Spezialmagazine geben. In Berlin verteil Springer die Aufgaben seiner Boulevard-Titel: Die "B.Z." ist für die regionalen Inhalte zuständig, die sie auch der "Bild" liefert, andersherum steuert die "Bild"-Redaktion die überregionalen Geschichten für die "B.Z." bei. Wie bereits bekannt sollen zudem "Bild" und "Bild am Sonntag" zusammenwachsen. Insgesamt will Springer bei seinen deutschen Nachrichtenmedien 50 Mio Euro sparen.

Die Einsparungen gehen wie erwartet einher mit einem nicht genau bezifferten Personalabbau in Verlag, Redaktion sowie der Vermarktung. Neben Vorruhestandsregelungen will Springer freiwillige Abspringer durch Abfindungs-Angebote finden. Neben den Sparmaßnahmen gibt es auch Investitionen: In den kommenden drei Jahren will Springer insgesamt 100 Mio Euro investieren, insbesondere in Live-Videos.
axelspringer.com, turi2.de (Background)

Horizont.net: Reichelt fusioniert “Bild” und “Bild am Sonntag”, Horn geht wohl.


Bild Dir Deine "BamS": Springer beendet die Eigenständigkeit von "Bild" und "Bild am Sonntag". Die beiden Marken fusionieren unter der Führung von Gesamt-Chefredakteur Julian Reichelt (links), berichtet Ulrike Simon bei Horizont.net. Es liegt nahe, so Simon, dass "BamS"-Chefin Marion Horn geht. Bereits am Mittwoch twitterte sie "Heute vor sechs Jahren, am 25.9.2013, bin ich bei 'Bild am Sonntag' als Chefredakteurin gestartet. Danke für sechs Jahre harte Arbeit und sechs Jahre extrem viel Spaß". Simon sieht das nicht nur als Jubiläums-, sondern auch als Abschieds-Tweet. Horn verhandle dem Vernehmen nach bereits mit dem Vorstand über ihr Ausscheiden.

Am Montag will der Verlag umfangreiche Sparmaßnahmen verkünden, schreibt Horizont.net. Die Einschnitte bei "Bild" werden die gravierendsten sein. Springer wolle in Wachstum investieren, im schrumpfenden Print-Bereich aber Personal abbauen. Das betreffe auch die Strukturen bei "Bild" mit ihren zahlreichen Stellvertretern und Vize-Chefredakteuren. Die "BamS" solle zwar weiter unterscheidbar bleiben, wäre aber – ähnlich wie bei "Welt" und "WamS" – darauf angewiesen, was die "Bild"-Redaktion beisteuern könne.
horizont.net, twitter.com (Horn-Tweet), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Zwei regierungskritische Zeitungen in Nicaragua schließen.

Nicaragua: Die regierungskritische Tageszeitung El Nuevo Diario stellt nach fast 40 Jahren den Betrieb ein, ebenso das Gratis-Blatt "Metro". Grund seien die "widrigen wirtschaftlichen, technischen und logistischen Bedingungen". Kritiker werfen Präsident Daniel Ortega vor, die kritische Presse gezielt vom Import von Papier und Tinte abzuschneiden. Nicaragua steckt seit 2018 in einer tiefen Krise.
derstandard.at, elnuevodiario.com.ni (spanisch)

Renner: “Süddeutsche”-Digitalchefin Julia Bönisch ist auf dem Absprung.

Krach in der Kiste: Julia Bönisch, Digitalchefin von "Süddeutsche Zeitung", ist bereits seit acht Wochen nicht mehr in der Redaktion tätig, schreibt Kai-Hinrich Renner. Ihre Aufgaben seien auf andere Mitarbeiter verteilt worden. Eine Auflösung des Vertragsverhältnisses scheine trotz eines Vermittlungsversuchs von SWMH-Geschäftsführer Christian Wegner "nahezu unvermeidlich".

Anlass des Zerwürfnisses solle ein bereits im Mai im Fachblatt "Journalist" veröffentlichter Artikel sein. Darin fordert Bönisch der Digitalisierung angepasste Arbeitsabläufe in Redaktionen und schreibt u.a. über leitende Redakteure, dass diese ihre Beförderung "wuchtigen Texten" zu verdanken hätten. Co-Chefredakteur Wolfgang Krach spricht von einem "Vertrauensbruch". Das Verhältnis zwischen Print- und Online-Redakteuren ist bei der "Süddeutschen Zeitung" weiter schlecht, schreibt Renner.
morgenpost.de (Paid), journalist-magazin.de (Bönisch-Artikel)

Aus dem Archiv von turi2.tv: SZ.de-Chefin Julia Bönisch verabschiedet sich vom Reichweitenrennen (Archiv 05/2018).

“Mopo”-Führung bemüht sich angeblich um Management-Buy-Out.

Hamburger Morgenpost: Das Management um Geschäftsführerin Susan Molzow bemüht sich mit Partnern aus dem Hamburger Umfeld um ein Management-Buy-Out für den DuMont-Titel, schreibt Gregory Lipinski. DuMont lehne das Angebot aber bisher ab. Hauptstreitpunkt sei die 5%-Beteiligung der Zeitung an Radio Hamburg, die Einnahmen verspricht. DuMont will die Radiobeteiligung nicht mit verkaufen.
meedia.de, turi2.de (Background)

“Mannheimer Morgen” führt Rhein-Neckar-Fernsehen nicht weiter fort.

Rhein-Neckar-Fernsehen: Die Mediengruppe Dr. Haas ("Mannheimer Morgen") führt den regionalen TV-Sender nicht weiter fort. Ein Insolvenzverwalter prüft die weiteren Schritte. Der Verkauf von Werbezeiten habe sich entgegen den Erwartungen gegenüber 2018 nochmals deutlich verschlechtert. Die Mediengruppe hatte Rhein-Neckar-Fernsehen Ende 2018 nach dessen Insolvenz im April 2018 vollständig übernommen. Laut eigenen Angaben investierte der Verlag 1,2 Mio Euro in den Sender.
morgenweb.de, turi2.de (Background)

Die schwedische Zeitung “Dagens ETC” druckt keine Werbung für fossile Brennstoffe mehr.

Klimawandel: Dagens ETC, linksliberale Zeitung aus Schweden, nimmt keine Anzeigen von Kunden aus der Branche fossiler Brennstoffe mehr an. Chefredakteur Andreas Gustavsson sagt, die Entscheidung würde die Zeitung zwar finanziell treffen, sei aber dennoch von allen Entscheidungsträgern in Verlag und Redaktion gemeinsam getroffen worden. Langfristig werde sie sich auszahlen, da sie der Zeitung Unabhängigkeit in eine Frage zusichere, die jeden einzelnen von uns beeinflusse.
theguardian.com

“Le Monde”-Besitzer sagen Mitarbeitern Mitsprache bei neuen Mehrheitsaktionären zu.

Le Monde_150x150Le Monde: Die Mitarbeiter und Aktionär Matthieu Pigasse legen ihren Streit bei. Pigasse und Xavier Niel als weiterer Aktionär sichern den Mitarbeitern, wie von ihnen gefordert, ein Mitspracherecht ein, sollten sich die Mehrheitsverhältnisse an der Zeitung in Zukunft ändern. Der Streit hatte sich am tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky entzündet, der seit Oktober 2018 mit 49 % an der Holding von
Pigasse beteiligt ist, in der die "Le Monde"-Anteile liegen. Die Mitarbeiter fürchten um die Unabhängigkeit der Zeitung. Sie halten gemeinsam mit den Leser ein Viertel der Anteile.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Wir graturilieren: Jost Lübben wird 55.

Wir graturilieren: Jost Lübben, Chefredakteur der "Westfälischen Rundschau" und "Westfalenpost", feiert heute seinen 55. Geburtstag. Den Ehrentag verbringt er tagsüber bei der BDZV-Jahrestagung in Berlin - und den Abend mit seiner Frau. Das Nachhaltigkeitsprojekt "Bin eben kurz die Welt retten" gehört für Lübben zu den Highlights seines zurückliegenden Lebensjahres.

Dass Claudio Pizarro "noch eine allerletzte Saison" bei Werder Bremen dranhängt, macht den Fußballfan froh. "Qualität hat Bestand" - nicht nur im Sport. Für das kommende Jahr wünscht sich der Journalist, dass "unserer Branche die wachsende Sorge vor dem Abstieg durch die Freude an der Offensive abgelöst wird". Geburtstagsglückwünsche sind auf allen Wegen, beispielsweise via Twitter, willkommen, "am allerliebsten" aber persönlich.

“Westfalen-Blatt” streicht Mantel-Stellen und bezieht Inhalte von Aschendorff Medien.

Westfalen-Blatt aus Bielefeld spart sich ab Dezember einen Teil seiner Mantel-Redaktion und bezieht einzelne Seiten von Aschendorff Medien aus Münster, Herausgeber der "Münsterschen Zeitung". Dadurch gehen in der Redaktion des "Westfalen-Blatts" zehn Vollzeitstellen verloren. Beide Verlage hatten einen Teil ihrer Geschäfte Anfang des Jahres fusioniert.
djv-nrw.de, turi2 - eigene Infos

Diese Meldung wurde nach Veröffentlichung wegen eines Fehlers geändert. Wir bitten diesen zu entschuldigen.

Basta: Die Friedrichs kaufen die Katze im Sack.

Plötzlich Prinzessin Verleger: Silke und Holger Friedrich übernehmen die "Berliner Zeitung", kaufen sie aber seit 15 Jahren nicht mehr regelmäßig, erzählen sie dem "Spiegel". Trotzdem haben sie ein ziemlich realistisches Bild vom Berliner Zeitungsmarkt. Auf diesen angesprochen, antwortet Silke Friedrich: "Welcher Markt?"
spiegel.de, "Spiegel" 39/2019, S. 74 (Paid), turi2.de (Background)

Klaus Brinkbäumer schreibt “SpiegelStrich”-Kolumne beim “Tagesspiegel”.

Tagesspiegel gewinnt Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer als Kolumnisten. Der passende Titel für seinen wöchentlichen Auftritt lautet "SpiegelStrich" – Brinkbäumer will über Politik und ihre Sprache schreiben. Er arbeitet bereits als Autor für die "Zeit" im Holtzbrinck-Universum und fand zuletzt kritische Worte für sein Ausscheiden beim "Spiegel".
new-business.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “Berliner Zeitung” könnte sich mit den neuen Eigentümern verändern, aber gut funktionieren.

Lese-Tipp: Kai-Hinrich Renner erhofft sich von Silke und Holger Friedrich, den Neu-Eigentümern des Berliner Verlags, "einen frischen Blick auf das Zeitungsgeschäft". Sie als Branchenfremde könnten mit unkonventionellen Ideen aus der "Berliner Zeitung" "etwas anderes als bisher" machen, das am Ende aber gut funktioniert. Dies sei dem Paar bereits mit dem Berliner E-Werk gelungen, das nach der Sanierung inzwischen ein gut funktionierendes Veranstaltungszentrum ist.
abendblatt.de (Paid)

Berliner Verlegerpaar Friedrich will Medienverdrossenheit bekämpfen – auch mit Print.

Berliner Schnauze: Silke und Holger Friedrich, künftige Eigentümer des Berliner Verlages, wollen sich mit der Verlagsübernahme gegen die Politik- und Medienverdrossenheit stellen, sagt das Ehepaar im Antritts-Interview in ihrer "Berliner Zeitung". "Wir machen das nicht aus einem Mäzenatentum, sondern aus einem bürgerlichen Engagement heraus", sagt Holger Friedrich. Das Berliner Druckhaus solle künftig ausgelastet sein, "vielleicht nicht nur mit Produkten des Berliner Verlages".

"Wenn die Branche in einer Selbstfindungskrise ist, möchten wir zur Selbstfindung beitragen", sagt Silke Friedrich, die "nicht an den Abgesang des Journalismus" glaube. Die Gesellschaft brauche meinungsstarke, faktenorientierte Medien in einer "unfassbar komplexen Welt".
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Grosso-Chef Frank Nolte spricht jetzt für alle Pressegroßhändler.



Zum Neuanfang nur einmal Baden: Der Gesamtverband Pressegroßhandel hat seine operative Arbeit aufgenommen. Der neu gegründete Verband vertritt erstmals alle deutschen Pressegroßhändler, auch die Grossisten, an denen Verlage beteiligt sind. Als Zeichen des Neuanfangs hat der Verband seine Jahrestagung nach über 60 Jahren in Baden-Baden ins hessische Landeshauptstädtchen Wiesbaden verlegt. "Die Branche verändert sich wahnsinnig, es bleibt kein Stein auf dem anderen. Warum da alles beim Alten lassen und immer in Baden-Baden bleiben?", sagt Frank Nolte, Vorsitzender beim Bundesverband Presse-Grosso und Präsident des neuen Gesamtverbands, im Interview mit turi2.tv und horizont.net. "Wir können jetzt als Vertretung für die ganze Branche noch besser auftreten", gibt sich Nolte selbstbewusst.

Die Gespräche mit Verlagen im Rahmen der Gründung des Verbands hätten dazu geführt, "dass man sich noch besser versteht und gemeinsam an den Herausforderungen arbeitet". Nolte sieht nach zwei Jahren der Konsolidierung langsam ein Ende der Fusionen im Presse-Großhandel. In ein, zwei Jahren müssten die Grossisten Bilanz ziehen und schauen, ob weitere Fusionen noch zusätzliche Synergien brächten.
turi2.tv (7-Min-Video bei YouTube), presseportal.de

DuMont verkauft Berliner Verlag an Silke und Holger Friedrich.


Raus aus Berlin: DuMont findet einen Exit aus Berlin. Die Kölner verkaufen ihren Berliner Verlag mit "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" an die Holding der Berliner Geschäftsleute Silke und Holger Friedrich. Neu-Verleger Holger Friedrich hat 2003 seine Software-Firma an SAP verkauft und als Partner bei McKinsey gearbeitet. Seit 2009 ist der Gründer und Managing Director der Core SE, einem Technologie-Think-Tank. Friedrichs Ehefrau Silke leitet die private Berlin Metropolitan School und steht hinter der Veranstaltungs-Location E-Werk in Berlin.

"Wir möchten das Profil des Berliner Verlags stärken und mit einer versachlichten, faktenbasierten Berichterstattung den politischen und gesellschaftlichen Diskurs für Berlin und aus Berlin heraus bereichern", zitiert die DuMont-Pressemitteilung Holger Friedrich. "Wir freuen uns, den Verlag jetzt in die Hände von Berlinern zu übergeben", sagt DuMont-Aufsichtsratschef Christian DuMont Schütte. Zum Kaufpreis sagen die Beteiligten nichts, der Deal muss noch vom Kartellamt genehmigt werden.

DuMont sucht seit Jahresbeginn einen Exit aus dem Zeitungsgeschäft. In Berlin sind die Kölner nun fündig geworden, an anderen Standorten herrscht weiter Unsicherheit. In Hamburg etwa fürchtet der Betriebsrat der "Morgenpost" eine Einstellung der Print-Ausgabe, sollte DuMont keinen Käufer für das Boulevardblatt finden.
dumont.de, meedia.de (Hamburg), horizont.net

Journalisten von “Le Monde” ringen um Mitsprache bei Eigentümer-Verhältnissen.

Le Monde_150x150Frankreich: Die Journalisten der Tageszeitung "Le Monde" streiten mit Privatinvestor Matthieu Pigasse um die Aufnahme des tschechischen Aktionärs Daniel Kretinsky. Pigasse will eine Vereinbarung nicht unterzeichnen, die einer Vertretung von Journalisten, Mitarbeitern, Lesern und Minderheitsaktionären ein Veto bei Eigentümer-Veränderungen einräumen würde. Pigasse erklärt, er wolle seine Mehrheitsanteile behalten, die Journalisten fürchten, er habe Kretinsky ein Vorkaufsrecht eingeräumt.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zusammen streiten ist wichtig, sagt “taz”-Chefredakteur Georg Löwisch.

"Es ist wichtig, sich nicht so zu zerstreiten, dass gar nicht mehr geredet wird. Es ist wichtig, zusammen zu streiten."

"taz"-Chefredakteur Georg Löwisch sagt auf der Versammlung der "taz"-Genossenschaft, ein guter Streit schließe ein, "dass beide Seiten denken: Vielleicht irre ich mich ja doch".
blogs.taz.de

Aus dem Archiv von turi2.tv (09/2017): Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die "taz".

Nielsen: TV-Werbeausgaben in Deutschland auf 2018er Niveau.

Bruttowerbeausgaben: Das Fernsehen stagniert nach acht von zwölf Monaten des Jahres nun auf Vorjahreskurs mit 8,84 Mrd Euro Werbevolumen in Deutschland bzw. 46,2 % Marktanteil, fasst Jens Schröder bei Meedia zusammen. Im Gegensatz dazu wachsen die Onlinewerbung, 9,8 % auf 2,3 Mrd Euro, sowie die Außenwerbung, 8,5 % auf 1,47 Mrd Euro. Zeitungen verlieren 1,1 % auf 3 Mrd, Publikumszeitschriften 3 % auf 1,96 Mrd und Fachzeitschriften 4 % auf 238 Mio Euro.
meedia.de

Springer kündigt Sparkurs an und bekennt sich zur “Welt”.

Die Welt am Marterpfahl: Springer plant einen Stellenabbau bei "Bild" und "Welt" sowie bei den Druckereien und Zeitschriften, kündigen Friede Springer, Mathias Döpfner und KKR-Europachef Johannes Huth im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" an. "Wir werden eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen," sagt Döpfner, der Hierarchien verschlanken wolle. Für "digitales Wachstum" wolle Springer in der Summe Arbeitsplätze aufbauen. Die defizitäre "Welt" bleibe "ein essenzieller Teil" von Springer, verspricht Döpfner.

Springer wolle "ein journalistisches Haus" bleiben, "Welt" solle auch als gedruckte Ausgabe fortgeführt werden. "Allein das Rascheln des Papiers - wunderbar", sagt Friede Springer, die Großaktionärin beim Konzern bleibt. Die bisher getrennten Redaktionen von "Bild" und "Bild am Sonntag" sollen künftig "intensiver" zusammenarbeiten, die beiden Marken bleiben erhalten. KKR wolle Springer "langfristig begleiten" und schließt weitere Übernahmen nicht aus: "Wir werden uns nach Abschluss der Transaktion anschauen, was auf dem Markt ist", kündigt der KKR-Europachef an.
"Süddeutsche Zeitung", S. 20 (Paid)