Marc Rath wird Chefredakteur der “Mitteldeutschen Zeitung”.

Mitteldeutsche Zeitung macht Marc Rath zum Chef­redakteur, teilt er bei Twitter mit. Rath war zuletzt Chef der "Landes­zeitung für die Lüneburger Heide" und folgt in Halle auf Hartmut Augustin, der die "Mittel­deutsche Zeitung" nach zwölf Jahren an der Spitze "im besten beider­seitigen Ein­vernehmen" verlässt. Sachsen-Anhalt ist für Rath kein Neuland: Von 2011 bis 2017 war er Koordinator für Lokales der Magdeburger "Volksstimme", die wie die "Mittel­deutsche Zeitung" zu Bauer gehört.
kress.de, twitter.com/RathMarc

Lese-Tipp: Zwei Ungeimpfte sprechen über die Gründe für die Anzeigen-Aktion in den Lokal-Zeitungen.

Lese-Tipp: "Süddeutsche"-Redakteurin Anna Ernst nimmt einige Zeitungsinserate der Ungeimpften unter die Lupe und bekommt zwei vermeintlich Arbeitssuchende ans Telefon. Eine "Krankenschwester mit Herz und verschiedenen Qualifikationen" erzählt z.B., die Annonce sei eine "Protestnote" für sie. Über 300 Mitglieder hätten die Stellenanzeigen-Aktion in einer geschlossenen Telegram-Gruppe abgesprochen – offene Briefe an das Landesratsamt hätten zuvor nichts gebracht. "Das mit den ausgedachten Nummern, das war aber ein Fehler", gibt die Frau zu. Ein Mann namens "Sven Wolf" traue weder den Impfungen noch den Medien und spricht von einem Berufsverbot.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

IVW: Die größten 110 Regionalzeitungen verlieren alle.

IVW: Die größten 110 deutschen Regionalzeitungen verlieren im 4. Quartal allesamt an Auflage. Der "Tagesspiegel" schreibt das geringste Minus, da er schwindende Print-Käufe mit Digitalabos kompensiert. In Hamburg verliert die "Morgenpost" satte 9,7 %, in Bayern schwächelt vor allem die zu Ippen gehörende "tz". Die Funke-Zeitungen aus Thüringen melden sogar ein Minus von fast 10 %, die Daten sind aber aufgrund eines Hacker-Angriffs aus dem vergangenen Jahr nur bedingt belastbar.
meedia.de

Der “Fränkische Tag” vermutet ebenfalls Fake-Stellengesuche.

Auffällige Anzeigen: Auch in der Tageszeitung "Fränkischer Tag" haben offenbar Impfgegnerinnen Fake-Anzeigen platziert. Die Zeitung berichtet, Gegnerinnen der Corona-Maßnahmen hätten ungeimpfte Pflegekräfte in einer Bamberger Chatgruppe dazu aufgefordert, das Blatt mit Stellenanzeigen zu "fluten". Die Häufung von sich ähnelnden Inseraten sei "ungewöhnlich" und wirke "auf den ersten Blick fast wie abgesprochen". Allein innerhalb eines Tages seien mehr als 50 mögliche Falsch-Annoncen eingetrudelt.
br.de, turi2.de (Background)

Zeitschriften-Verleger fordern schnelle Staatshilfen für Pressehäuser.

Hilferuf: Die Zeitschriften-Verleger fordern rasche staatliche Hilfen für Printmedien. "Wenn jetzt noch lange gewartet wird, dann haben wir in Deutschland eine andere, ärmere Presselandschaft, weil viele redaktionelle Angebote es nicht schaffen werden", warnt VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer im Gespräch mit der dpa. Scherzer verweist u.a. auf bis zu 100 % teurere Papier-Preise und gestiegene Zustellkosten in ländlichen Gebieten. Zudem würden Leserinnen wegen der Corona-Pandemie "nicht mehr in hoher Frequenz zum Einkaufen gehen", was die Absätze schrumpfen lasse.

In der vergangenen Legislaturperiode hatte die Große Koalition mehrere Optionen geprüft, wie sie der Presselandschaft mit möglichen Millionenhilfen unter die Arme greifen könnte – das Vorhaben dann aber zu den Akten gelegt. Im Ampel-Koalitionsvertrag heißt es, man wolle "die flächendeckende Versorgung mit periodischen Presseerzeugnissen gewährleisten und prüfen, welche Fördermöglichkeiten dazu geeignet sind". "Wir bekommen Signale aus der Politik, dass daran gearbeitet wird, aber die Förderung ist gerade jetzt eine Frage der Umsetzungsgeschwindigkeit", sagt Scherzer und hofft auf eine Diskussion und sofortige Umsetzung noch im ersten Quartal.

Scherzer wirbt für "neutrale und objektive" Fördermaßstäbe: "Sie dürfen sich nicht von redaktionellen Inhalten ableiten, es muss alle betreffen – von Zeitschriften, konfessionellen, Fach- und Publikumstiteln bis Tageszeitungen." Scherzer prognostiziert "zahlreiche" Titeleinstellungen, sollte sich die Situation für die Verlage nicht ändern: "Wir reden nicht nur über Einstellungen der gedruckten Zeitschrift, sondern der gesamten Marke."
spiegel.de, deutschlandfunk.de

RBB: Ein Bautzener Anzeigenblatt druckt offenbar über 100 gefakte Stellengesuche.


Ausgedachte Anzeigen? RBB-Journalist Andreas Rausch spürt im Bautzener Anzeigenteil des Oberlausitzer Kuriers 126 Stellengesuche von angeblich Ungeimpften aus dem Gesundheitswesen auf. Unter den vermeintlich verzweifelten Suchenden seien Krankenschwestern, Altenpflegerinnen und Physiotherapeutinnen. 18 willkürlich ausgesuchte Annoncen habe Rausch durchtelefoniert – allerdings meist ohne Durchkommen. Rausch vermutet einen "merkwürdigen Zusammenhang" mit dem Aufmacher des Regionalblatts: In dem Bericht "In der Sorge vereint" geht es um die jüngste Bautzener Demonstration, bei der u.a. "zahlreiche" Beschäftigte der Gesundheits- und Pflege-Branche "friedlich gegen staatliche Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie" demonstriert hätten. Nach Autorenmeinung hätte dabei "ein Hauch von '89" in der Luft gelegen.

Es sei ein "merkwürdiger Zusammenhang, wenn man nach Umschlagen der Titelseite vor der Wand von Inseraten steht", resümiert Rausch: "Ich kann mir schon vorstellen, dass dies den Leser in der Oberlausitz verunsichert und besorgt macht." Erst vor wenigen Wochen hatte "Spiegel"-Journalist Oliver Das Gupta im "Traunsteiner Tagblatt" eine ähnliche Entdeckung über auffallend viele Kleinanzeigen von arbeitssuchendem Medizin-Personal gemacht – und über eine "konzentrierte Aktion" gemutmaßt. In einem Twitter-Thread sammelt Journalist Johannes Grunert weitere Sichtungen dieser Art, u.a. im "Donaukurier", der "Sächsischen Zeitung" und in den "Dresdner Neuesten Nachrichten".
rbb24.de, twitter.com, alles-lausitz.de (E-Paper "Oberlausitzer Kurier") turi2.de (Background), Foto: RBB


Hör-Tipp: Bei “Stuttgarter Zeitung” und “Stuttgarter Nachrichten” geht die Angst um.

Stuttgarter-Zeitung-Stuttgarter-NachrichtenHör-Tipp: In den Redaktionen von "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" geht die Angst um, berichtet Thomas Wagner bei "Medias Res". Viele Angestellte glauben dem Versprechen der SWMH nicht, die Verschlankung der Redaktionen solle ohne Kündigungen vonstattengehen. In einem anderen Abfindungsprogramm seien bereits zuvor über 100 Stellen abgebaut worden.
deutschlandfunk.de (6-Min-Audio), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “Katapult MV” hält nichts von todernster Berichterstattung.

Lese-Tipp: Lokal­journalismus lässt sich durch "bedeutsame Unterhaltung" retten, sagt "Katapult"-Gründer Benjamin Fredrich im "Journalist"-Interview. Bei der neugegründeten Lokalzeitung "Katapult MV" rücke die Redaktion vom "Grundton allgemeiner Krisen­bericht­erstattung" der Konkurrenz ab – und die Zahl der Abos wächst "stark". Wichtig sei es auch zu akzeptieren, dass Print ausgedient hat und Nachrichten dort zu verbreiten, wo die Leserinnen sind, zum Beispiel bei TikTok – "egal, wie scheiße man ein Medium findet".
journalist.de

SWMH spart Stellen bei “Stuttgarter Zeitung” und “Stuttgarter Nachrichten” ein.

Stuttgarter-Zeitung-Stuttgarter-NachrichtenSWMH will bis zum Jahresende etwa 50 Stellen bei "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" abbauen, das entspricht rund 20 % der Redaktion. Die bisherigen Ressorts werden zu Thementeams geformt, die Printausgaben sollen mit vier statt fünf Büchern auskommen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant.
spiegel.de, meedia.de

Hör-Tipp: Westdeutsche Großverlage haben den Osten übernommen.

Hör-Tipp: Medienforscherin Mandy Tröger erklärt im Postcast Wohlstand für alle, wie westdeutsche Großverlage nach der Wieder­vereinigung ihre Monopol­stellung im Osten ausgebaut haben - obwohl dort damals auch 120 neue Zeitungen und Zeitschriften entstanden waren, die Partizipation durchsetzen wollten. "Es war ein zutiefst demokratischer Moment", sagt Tröger. Dennoch gehören heute alle größeren Zeitungen und Zeitschriften westdeutschen Verlagen. Solche "Entfremdungs- und Enttäuschungs­erfahrungen" seien ein Ansatz, um Schlag­wörter wie "Lügenpresse" zu erklären.
wohlstandfueralle.podigee.io (40-Min-Audio)

Clap: “Express – Die Woche” wird neues Anzeigenblatt von DuMont.

DuMont ersetzt sein Anzeigenblatt "Kölner Wochenspiegel" durch den neuen Gratis-Titel "Express - Die Woche", berichtet Clap. DuMont will damit die Marke "Express" stärken und dessen Reichweite mit der des bisherigen "Kölner Wochenspiegels" bündeln. Die neue Redaktion arbeitet aber weitgehend unabhängig von der weiterhin erscheinenden Tageszeitung. Die Chefredaktion ist noch unbesetzt.
clap-club.de

“Handelsblatt” erscheint künftig einmal pro Quartal mit Beilage “Monsieur”.

Mehr Luxus wagen: Die Looping Group von Dominik Wichmann kooperiert mit dem "Handelsblatt" und legt ihr Männer-Luxus-Magazin "Monsieur" künftig vier Mal pro Jahr der Wirtschaftszeitung bei. "Eine perfekte Ergänzung zu den Wirtschafts- und Finanzthemen des 'Handelsblattes'", findet Petra Winter, Editorial Director von "Monsieur" und dem Schwester-Magazin "Madame". Die gedruckte Auflage verdoppelt sich damit fast auf 125.000 Exemplare.
per Mail

turi2 edition #16: Yasmine M’Barek über Alter und Atomstrom.


Weiblich, jung, migrantisch: Yasmine M’Barek ist mit 22 Jahren eine der einflussreichsten jungen Journalistinnen des Landes. Als typische Vertreterin ihrer Generation will die “Zeit”-Redakteurin sich nicht bewundern oder labeln lassen. Stattdessen plädiert sie im Interview mit Nancy Riegel in der turi2 edition #16 für mehr Atomstrom und einen besseren Kleidungsstil der Regierung. Weiterlesen >>>

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #16 über Nachhaltigkeit, die am 12. Januar 2022 erscheint. Hier kostenloses E-Paper bestellen!

Video-Tipp: Der Neujahrsempfang des “Hamburger Abendblatts”.

Video-Tipp: Das "Hamburger Abendblatt" feierte am 5. Januar seinen 34. Neujahrsempfang – wegen Corona erneut als Online-Veranstaltung. Durch die Show führen Chefredakteur Lars Haider (Foto) und Redakteurin Vanessa Seifert. Gäste sind u.a. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher, der Minister­präsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, und Sänger Sasha.
abendblatt.de (61-Min-Video)

Debatte: Mathias Döpfner fordert Finanzhilfen für Zeitungszustellung.

Teurer Gang zum Briefkasten: BDZV-Präsident und Springer-Chef Mathias Döpfner fordert von der Regierung Förder­mittel für die Zeitungs­zustellung. Das Thema benötige nach Jahren der "spürbaren Lethargie" eine "kraftvolle politische Gestaltung". Döpfner sei nach ersten Gesprächen mit Regierungs­vertreterinnen "optimistischer denn je", dass die Verlage künftig dafür finanzielle Mittel erhalten.
presseportal.de

Michael Greuel steigt in “KStA”-Chefredaktion auf.

Kölner Karriere: DuMont holt Michael Greuel, 40 (Foto), zum 1. Januar 2022 in die Chefredaktion des "Kölner Stadt-Anzeigers". Der Journalist soll die Lokalredaktionen im Verbreitungsgebiet weiterentwickeln. Die Personalie soll "die Region stärken und die digitale Transformation" vorantreiben", sagt KStA-Chefredakteur Carsten Fiedler. Noch leitet Greuel als Vize den Zusammenschluss der Lokalredaktionen von "KStA" und "Kölnischer Rundschau".
meedia.de, dumont.de

“Stuttgarter Nachrichten” beliefern “Heilbronner Stimme” mit Hauptstadt-Inhalten.

Stuttgarter-Zeitung-Stuttgarter-NachrichtenBawü-Connection: Die "Heil­bronner Stimme" bekommt ab 1. Januar 2022 Hauptstadt-Beiträge von der Berliner Redaktion der "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung". Damit wächst die verkaufte Auf­lage der so bedienten Blätter bundesweit auf mehr als 1 Mio. Den Mantel produziere man weiter selbst, sagt "HSt"-Chef­redakteur Uwe Heer. Die HSt erscheint in der Stimme-Medien­gruppe, StN und StZ gehören der SWMH an.
new-business.de, handelsblatt.com

Holger Friedrich verteidigt seine redaktionelle Mitsprache.


Hält nichts von alter Schule: Im Interview mit der "Süd­deutschen" verteidigt Verleger Holger Friedrich seine redaktionelle Mitarbeit bei der "Berliner Zeitung". Der Begriff der Unabhängigkeit im Journalismus sollte "neu verhandelt werden". Aus Sicht von Interviewerin Verena Mayer stellt er damit die Trennung von Verlag und Redaktion in Frage, einer "grundlegenden Säule der Publizistik". Friedrich habe aber kein Problem damit, "ergänzende Perspektiven" zu formulieren, da er sich sowieso mehr als "Unternehmer" denn als Verleger sieht. Der Chefredakteur der Wochenend-Ausgabe der "Berliner Zeitung", Tomasz Kurianowicz, springt ihm zur Seite und betont: "Alle publizistischen Entscheidungen trifft die Redaktion". Trotzdem habe sein Verleger das Recht darauf, "seinem Verlag die Tendenz vorzugeben".

Friedrich hatte die "Berliner Zeitung" 2019 gemeinsam mit seiner Frau Silke gekauft. Diese habe sich mittlerweile zurückgezogen, weil die Medien sie in einer "unsachlichen und unfairen Weise" attackiert hätten, sie habe sogar "Morddrohungen" erhalten. Ihn stören "die an Hysterie grenzenden Reaktionen anderer Medien" auf ihn, die ihn als ostdeutschen Unternehmer ohne Plan von der Medienwelt wahrnehmen. Er habe mittlerweile "eine ordentliche journalistische Ausbildung absolviert", zunächst gemeinsam mit den Volontärinnen im eigenen Haus, später an der Leipzig School of Media einen Abschluss gemacht – "mit Urkunde und Stempel". Trotzdem "befremdet" ihn die "hierarchie­fixierte Arbeitskultur" in Zeitungs­redaktionen, weil er in der Vergangenheit durch "hierarchiearmes Arbeiten bessere Ergebnisse" erzielt habe.

Ein vorrangiges Ziel von Friedrich sei noch immer, "vielleicht irgendwann Gewinn" zu machen. Eine mögliche Abschaffung der gedruckten Zeitung unter der Woche will er nicht mit einem Datum festlegen. Einen Verkauf der "Berliner Zeitung" schließt er zum jetzigen Zeitpunkt aus. "Die mitunter eintreffenden Angebote" lege er "weiterhin beiseite".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Basta: Der bilderlose Kampfjet-Bericht der Tamedia-Zeitungen.

Passt nicht ins Bild: Ein Bericht über den Kampfjet F-35 muss bei den Tamedia-Zeitungen ohne Bilder auskommen, stattdessen gibt’s nur einen großen Kasten mit Text-Hinweis zu sehen. Alessandro della Valle, Fotograf der Schweizer Newsagentur Keystone-SDA, hat seine beim Pressetermin gemachten Bilder bisher nicht vom Rüstungskonzern Lockheed Martin autorisiert bekommen – die US-Regierung wolle sich nicht in die Karten schauen lassen. Blöd nur, dass dies erst recht kein gutes Bild abgibt.
persoenlich.com


Screenshot: "Tagesanzeiger"

Presserat prüft “Lockdown-Macher”-Text der “Bild”.

Der Beschwerden-Sammler: Der deutsche Presse­rat prüft, ob der Anfang Dezember erschienene "Bild"-Artikel "Die Lockdown-Macher" das Wahrhaftigkeits­gebot und die Sorgfalts­pflicht des Presse­kodex verletzt. Grund dafür sind fast 100 Beschwerden gegen den Artikel. Der Presserat entscheidet über den Fall in seiner nächsten Sitzung am 22. März 2022.
meedia.de, turi2.de (Background), turi2.de (Background)

Termin des Tages: Gerhard Schröder und Jörg Quoos stellen Olaf-Scholz-Buch vor.

termine2-logoTermin des Tages: Heute erscheint das Buch "Der Weg zur Macht", in dem Lars Haider, Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts", beschreibt, wie Olaf Scholz Bundeskanzler wurde. Ab 11 Uhr stellt der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder das Buch im Gespräch mit Jörg Quoos, Chefredakteur der Funke-Zentralredaktion, vor. Der Talk ist live auf dem YouTube-Kanal der "Berliner Morgenpost" zu sehen.
Die wichtigsten Termine der Branche: turi2.de/termine

Am Freitag im turi2 Clubraum: Lars Haider erklärt den Aufstieg von Olaf Scholz.


Lese- und Rede-Stoff: Lars Haider ist der Gottschalk unter den Chefredakteuren – nie um einen Witz verlegen und im Herzen ein Entertainer. Nun hat sich der Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts", dem ein Rhetorik-Trainer einst riet "Versuchen Sie nicht, intellektuell zu wirken" auf das Feld der politischen Literatur gewagt und ein Buch über Olaf Scholz und dessen Weg zur Macht geschrieben. Im turi2 Clubraum am Freitag wollen Tess Kadiri und Markus Trantow gemeinsam mit ihrem Gast neue Seiten am künftigen Kanzler entdecken. Außerdem verhandelt das Trio die wichtigsten Themen der Woche. Die Sendung läuft live bei Clubhouse und am Abend auch als Podcast.

Im neuen turi2 Clubraum spricht Moderatorin Tess Kadiri jeden Freitagmittag mit einem prominenten Gast und einem Kopf aus der turi2-Redaktion. Bisher zu Gast waren der Sport- und Politik-Werber Raphael Brinkert, der Journalist und Gründer Gabor Steingart sowie die Medien-Kritikerin Samira El Ouassil. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (Kalender-Link)

Hör-Tipp: Holger Friedrich schreibt teils unter Pseudonym, weil sein Name von Inhalten ablenke.

Hör-Tipp: "Ich kann gar nichts veröffentlichen", sagt Holger Friedrich, Verleger der "Berliner Zeitung", im Radioeins-Medienmagazin zum Vorwurf, er würde sich ins Redaktionelle einmischen. Außer einem E-Mail-Account habe er keinen technischen Zugang, schreibe jedoch, wenn er eingeladen werde, etwas abzuliefern. Er "habe nie irgendeinen Text verhindert", sage nur "hinterher, was ich dazu denke". In einer Glosse der "Berliner Zeitung am Wochenende" schreibe er teils als Mitautor unter Pseudonym – "weil mitunter mein Name vom Inhalt ablenkt". Friedrichs Medien­anwalt Christian Schertz beobachtet, dass "bestimmte westdeutsche Verleger-Eliten" offensichtlich ein Problem hätten, dass Friedrich die Zeitung gekauft habe und "immer wieder gerne mal falsch und zu Unrecht kritisch berichten".
wwwagner.tv (88-Min-Audio mit Hintergründen), inforadio.de (15-Min-Audio, Kurzfassung)

Chefredakteur Gregor Peter Schmitz verlässt die “Augsburger Allgemeine”.

Augsburger Allgemeine und Chefredakteur Gregor Peter Schmitz gehen getrennte Wege. Er verlässt die Mediengruppe Pressedruck im Februar 2022 "auf eigenen Wunsch" für "eine neue berufliche Aufgabe". Andrea Kümpfbeck und Yannick Dillinger, beide bisher Vize, übernehmen kommissarisch. Schmitz kam 2018 aus dem "Wiwo"-Hauptstadtbüro nach Augsburg.
augsburger-allgemeine.de via new-business.de, turi2.de (Background)

Rebranding fürs “Morning Briefing”, 100 Mio Euro Investment – so lief der turi2 Clubraum mit Gabor Steingart.


Kleckert nicht: "Fünf Menschen und ein Laptop machen noch keinen nachhaltigen Journalismus", sagt Gabor Steingart im turi2 Clubraum. Im neuen Live-Podcast mit Tess Kadiri und Peter Turi spricht der Media Pioneer über Investitions-Pläne, sein Verhältnis zum Investor Springer und liefert eine kleine Pioneer-Leistungsschau. Steingart berichtet, dass sein Unternehmen in einem "Zeitraum X", den er noch überblicken kann, bis zu 100 Mio Euro investieren wird. Aktuell stehe auf der Ausgaben-Seite pro Jahr ein zweistelliger Mio-Betrag. Sein Ziel sei es, die Marke "The Pioneer" zu etablieren. Dafür verschwinde in "absehbarer Zeit" sogar der "Steingart" aus dem Titel seines Morning Briefings und werde durch die Kern-Marke ersetzt.

"Wir sind in vielerlei Hinsicht und für manche Menschen das Leitmedium am frühen Morgen", sagt Steingart gewohnt selbstbewusst und zählt pro Tag "mindestens 500.000 Leser" seines Morning Briefings. Den kostenlosen Morning-Briefing-Podcast rufen demnach bis zu 200.000 Menschen täglich ab. Die Mehrheit des lesenden und hörenden Publikums zahle zwar keine Abo-Gebühren, "wir zählen sie aber zu unserem Kosmos mit dazu". Die Zahl der bezahlten Abos soll bis Jahresende bei 15.000 liegen, prognostiziert der Gründer – "unsere Abos wachsen jeden Tag". 2022 will er diese Zahl verdoppeln, 2023 soll das Medienschiff "stand jetzt" über die Gewinnschwelle schippern.

Auf die Frage, ob es ein Fehler war – angesichts der Reichelt-Affäre und der Äußerungen von Mathias Döpfner –, ausgerechnet auf Springer als Investor zu setzen, antwortet Steingart ausweichend: "Wir hätten das alleine nicht stemmen können", sagt er und betont, dass er sich bewusst für ein Medienhaus als "Anker-Investor" entschieden habe. Er lobt die juristische Bewaffnung des Konzerns und die "gute Finanzstruktur", die dem Startup ein "kluges, strategisches Controlling" und zinsgünstige Kredite sichere. Klingt eher nach Zweck-Bündnis als nach Liebesheirat – auch wenn Steingart die "Binnen-Pluralität" bei Springer und Döpfner als deren Verkörperung lobt.

Im turi2 Clubraum diskutiert Moderatorin Tess Kadiri jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2 Redaktion über die Themen der Woche und über Leben und Werk des Gastes. In der kommenden Woche ist Medien-Kritikerin Samira El Ouassil zu Gast. Über Fragen freuen wir uns als Text- oder Sprachnachricht an clubraum@turi2.de.
turi2.tv (51-Min-Podcast bei YouTube), apple.com, deezer.com, turi2clubraum.podigee.io

Nielsen: Publikumszeitschriften setzen auch 2021 weniger Anzeigen um.

Publikums­zeit­schriften setzen von Januar bis Oktober 2,3 Mrd Euro um, ein Minus von 0,1 % im Vergleich zum Vorjahr, errechnet Jens Schröder aus Nielsen-Zahlen. Den größten Umsatz macht die TV-Beilage "Prisma", die sich um 19,4 % auf 119,6 Mio Euro steigert. Das größte Plus macht "Der Aktionär" mit satten 61,3 % mehr. Ebenfalls großen Gewinn machen "Myself" (28,7 %) und "Capital" (20 %). Größter Verlierer ist der "stern" mit einem Minus von 10,9 %.
meedia.de (Paid)

Früherer Score-Media-Chef Heiko Genzlinger muss vor Gericht.

Score Media: Der frühere Chef des Zeitungsvermarkters, Heiko Genzlinger, muss in München vor Gericht, berichtet "Horizont". Die Anklageschrift sei verschickt, zitiert das Blatt einen Gerichtssprecher. Genzlinger werden gewerbsmäßige Untreue in 345 Fällen und in fünf Fällen auch Urkundenfälschung vorgeworfen. Er musste 2018 bei Score Media wegen "Unregelmäßigkeiten in den Büchern" gehen.
"Horizont" 47-48/2021, S. 8, turi2.de (Background)

Kroatien setzt “Tagesspiegel”-Journalist 24 Stunden lang fest.

Tagesspiegel: Kroatien hat den Journalisten Sebastian Leber 24 Stunden lang festgesetzt. Die Polizei hatte ihm Menschenschmuggel und illegalen Grenzübertritt vorgeworfen. Ein Gericht verurteilte ihn im Schnellverfahren wegen des Grenzübertritts zu umgerechnet 500 Euro Strafe. Leber recherchiert über die Situation der Flüchtlinge im Grenzgebiet. Am Montag will er nach Deutschland zurückkehren.
tagesspiegel.de

Peter Turi: Mathias Döpfner sollte sich für Corona-Kurs der “Bild” entschuldigen.


Richtungs-Wechsel: turi2-Gründer Peter Turi wirft Springers "Bild" im Podcast turi2 Clubraum ein "Totalversagen" in der Corona-Berichterstattung vor und fordert von Springer-Chef Mathias Döpfner eine öffentliche Entschuldigung. Turi ist ganz bei Stefan Niggemeier, der "Bild" bei Übermedien Bigotterie vorwirft, weil das Blatt erst gegen Maskenpflicht, Tests und Beschränkungen polemisierte und der Politik nun vorwirft, auf die explodierenden Corona-Zahlen nicht vorbereitet zu sein.

"Meiner Meinung nach ist die Corona-Berichterstattung der 'Bild' schädlich für jeden einzelnen Leser, gefährlich für das Gemeinwesen und schändlich für die Verantwortlichen beim Springer Verlag", sagt Turi. Er fordert von Mathias Döpfner eine Entschuldigung für den Corona-Kurs unter Julian Reichelt – am besten "auf Seite 1 von 'Welt' und 'Bild'". Der Springer-Chef sollte "öffentlich allen Verschwörungstheorien und DDR-Vergleichen entsagen und seinen Ex-Assistenten Johannes Boie anweisen, bei 'Bild' einen Kurs der Vernunft zu fahren".

Im neuen Live-Podcast turi2 Clubraum diskutiert Moderatorin Tess Kadiri jeden Freitag um 12 Uhr die Themen der Woche mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2-Redaktion. Bei der Premiere am 19. November waren der Werber Raphael Brinkert und Peter Turi zu Gast. Ihre Themen waren neben der Diskussion über Springer und die "Bild" die Belastung der jungen Generation durch Corona-Beschränkungen und die verfehlte Impf-Kommunikation des Gesundheitsministeriums unter Jens Spahn.
turi2.tv (33-Min-Podcast, ab Min 9:45), apple.com, turi2clubraum.podigee.io, deezer.com

Die “Zeit” widerspricht Vorwürfen der “Berliner Zeitung”, unsauber gearbeitet zu haben.

Berliner Zeitung: Die "Zeit" widerspricht dem Vorwurf, in ihrer Berichterstattung über die Situation bei der Hauptstadt-Zeitung journalistisch unsauber gearbeitet zu haben. Autorin Hannah Knuth habe Fragen an die Geschäftsführung der "Berliner Zeitung" geschickt und um Beantwortung binnen 24 Stunden gebeten. Antworten habe sie nicht erhalten, dafür – mehrere Stunden nach Ablauf der Frist – ein Interview-Angebot mit Tomasz Kurianowicz, Chefredakteur der "Berliner Zeitung am Wochenende". Knuth habe zugestimmt und um Termin-Vorschläge gebeten.

Kurianowicz schickt eine "Präzisierung" seines Statements von Mittwochabend: "Es stimmt. Frau Knuth hat mein Interview-Angebot angenommen, aber mir den Hinweis gegeben, dass ein Gespräch für die aktuelle Produktion des Textes zu spät komme." Seiner Erfahrung als früherer "Zeit"-Mitarbeiter nach sei ein Eingriff in den Text noch möglich gewesen. Auf einen entsprechenden Hinweis habe die "Zeit" nicht geantwortet, daher bleibe er bei seinem Vorwurf.
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background)

“Zeit” berichtet über schwierige Lage und Unzufriedenheit bei der “Berliner Zeitung”.

Stimmungstief? Die "Zeit" nimmt sich die Situation des Berliner Verlags von Holger Friedrich vor und zeichnet ein verstörendes Bild über die Stimmung in der Redaktion der "Berliner Zeitung". Tomasz Kurianowicz, Chefredakteur der Wochenend-Ausgabe der Hauptstadt-Zeitung, wirft der "Zeit" gegenüber turi2 fehlende journalistische Sorgfalt vor. Der Text von Hannah Knuth ist voller anonymer Stimmen von früheren und aktuellen Beschäftigten. Eine Redakteurin sieht, wie das Blatt "richtig gegen die Wand klatscht", eine andere Mitarbeiterin wirft Friedrich vor, keine Geduld zu haben und sich nicht beraten zu lassen. Der Verleger setze stark auf die neue Wochenend-Ausgabe, behandle die Tageszeitung "stiefmütterlich" und forciere die Trennung von Tageszeitungs- und Wochenend-Redaktion. Zudem habe Friedrich nach "Zeit"-Informationen als anonymer Autor zwei Beiträge in der Zeitung platziert.

Der Betriebsrat habe in einer E-Mail vor einem "Klima der Angst" gewarnt, schreibt Knuth, weil die Geschäftsleitung vermehrt Personal-Gespräche führe. Mehrere Beschäftigte seinen zuletzt aufgefordert worden, das Haus zu verlassen – u.a. wegen der finanziellen Lage der Zeitung. Geschäftszahlen nennt der "Zeit"-Artikel nicht, zitiert aber ehemalige Beschäftigte, die glauben, dass die Zeitung in die Insolvenz geht, wenn Friedrich aufhöre, sie aus seinem Privatvermögen zu finanzieren. Am Mittwoch war Friedrich selbst in die Offensive gegangen und hatte verkündet, dass der Verlag erstmals seit dem Besitzer-Wechsel vor zwei Jahren ein "ausge­glichenes Betriebs­ergebnis" erwartet.

Tomasz Kurianowicz, Chefredakteur der "Berliner Zeitung am Wochenende", äußert sich am späten Abend gegenüber turi2 "empört und enttäuscht" über den Beitrag der "Zeit". Er habe der Autorin Hannah Knuth ein Interview-Angebot gemacht, "damit sie eine andere Perspektive auf die Entwicklungen im Berliner Verlag gewinnen" könne. Knuth habe mit "Verweis auf den voranschreitenden Redaktionsschluss" abgelehnt. Kurianowicz nennt die Berichterstattung "tendenziös", "einseitig" und "unfair".

Update 18.11., 11 Uhr
Die "Zeit" widerspricht der Darstellung von Kurianowicz. Knuth habe das Interview-Angebot angenommen und um Termin-Vorschläge gebeten. Zuvor habe die "Zeit" einen Katalog mit vier Fragen an die Geschäftsführung der "Berliner Zeitung" geschickt und um Beantwortung binnen 24 Stunden gebeten. Die Rückmeldung des Berliner Verlags sei Stunden nach der Frist eingegangen und ohne sich zu den Fragen zu äußern.
zeit.de (Paid), turi2.de (Verlags-Prognose), turi2 – eigene Infos

Zu dieser Meldung gibt es eine Weiterentwicklung: turi2.de

Mitarbeit: Tim Gieselmann

Berliner Verlag erwartet 2021 erstmals ein “ausgeglichenen Betriebs­ergebnis”.

Berliner Verlag rechnet rund zwei Jahre nach dem Eigentümer­wechsel erstmals mit einem "ausge­glichenen Betriebs­ergebnis". Für das 4. Quartal erwartet der Verlag einen Umsatz von 11,7 Mio Euro. Das Unternehmer­paar Silke und Holger Friedrich (Foto) hatte den Verlag im Herbst 2019 von DuMont übernommen und sieht sich in seiner Strategie bestätigt, vor allem auf "ertrags­stärkere Geschäfts­felder" zu setzen.
horizont.net

Termin des Tages: “Zeit” blickt hinter Podcast-Kulisse von “Zeit Verbrechen”.

termine2-logoTermin des Tages: Wie eine Folge des Podcast "Zeit Verbrechen" entsteht, erklären "Zeit"-Vize Sabine Rückert und Andreas Sentker, Leiter des Ressorts Wissen, im Online-Gespräch. Diskutiert wird auch, wie Ermittlungsbehörden und Rechtsmediziner arbeiten. Zuschauen und Fragen stellen ist ab 19.00 Uhr kostenfrei auf verlag.zeit.de/freunde möglich.
Die wichtigsten Termine der Branche: turi2.de/termine

Deutscher Werbemarkt wächst 2021 um rund 5 %.

The ads are back in town: Der deutsche Werbemarkt wächst 2021 um rund 5 % auf 47 Mrd Euro, prognostiziert der ZAW – ein Plus von 2 Mrd Euro gegenüber dem Krisenjahr 2020. TV- und Außenreklame legen wieder zu, während Print-Anzeigen weiterhin schwächeln. Digitale Werbung wächst zweistellig, das größte Plus geht aber an die Big Player Google, Facebook, Amazon und Apple.
handelsblatt.com, horizont.net (Paid)

Zitat: Horst Röper macht sich für gemeinnützigen Journalismus stark.

"Es ist ungesund, wenn in der Innenstadt nur noch eine Person über die Lokalpolitik, über das gesamte Geschehen in der Stadt berichtet. Da wird der einzelne Journalist zu mächtig, ist aber sicherlich auch überfordert."

Zeitungsforscher Horst Röper macht sich im Interview mit "Kontext" für gemeinnützigen Journalismus stark: Nur er könne die Vielfalt der Berichterstattung erhalten.
kontextwochenzeitung.de

Studie: Medien kennzeichnen unsichere Corona-Prognosen nicht deutlich genug.

Virale News: Eine breit angelegte Studie von Forschern der Uni Mainz und der LMU München bescheinigt deutschen Medien "ein hohes Maß an Unsicherheit in der Berichterstattung" vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie, schreibt Christian Meier in der "Welt". Die Wissenschaftler haben rund 5.200 Beiträge aus elf Leitmedien wie "Spiegel", "Süddeutsche", "Bild" und "Tagesschau" zwischen Januar 2020 und April 2021 ausgewertet. Unsichere Prognosen zur Entwicklung der Infektionszahlen wurden "in der Regel nicht ausreichend transparent gemacht" und später kritisch darüber berichtet, dass die Prognosen nicht eingetreten sind, lautet eine Erkenntnis der Untersuchung.

In den untersuchten Medien dominiert die sachliche Berichterstattung über die emotionale, bis hin zu dem Punkt, an dem sich Corona medial "von einer Katastrophe mit menschlichem Leid zu einer eher sachlich abgehandelten Zahlenschlacht" entwickelt hat. Die gesundheitlichen Folge einer Infektion sind immer ein Thema gewesen, wohingegen die "sozialen Folgen und die Folgen für die Bildung von Schülern und Studenten" zu kurz gekommen sind. Den Vorwurf, Medien hätten zu unkritisch über Maßnahmen und Akteure berichtet, "entkräften die Medienwissenschaftler": Rund 26 % der codierten Meinungsbeiträge kritisieren die Corona-Regeln.

Ansprechpartner für die Medien sind zu 47 % Politikerinnen gewesen, Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen zu 19 %. „Dramatisch niedriger“ fällt der Wort-Anteil von Corona-Infizierten in den untersuchten Zeitungen und Sendungen aus: Er liegt bei nur bei 1,2 %. Die "Corona-Skeptiker" kommen auf 1,6 %. (Foto: Jens Kalaene / dpa / Picture Alliance)
welt.de (Paid)

“FAZ” pflanzt sich einen Wald, um Zeitungsproduktion zu kompensieren.


Holz vor der Verlagshütte: Die "FAZ" steigt in die Forstwirtschaft ein und pflanzt bis 2023 mindestens 16.000 Bäume, kündigt die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe an, die sich schwerpunktmäßig Frankfurt und der Rhein-Main-Region widmet. Damit will der Verlag ein Stück weit den Ressourcen­verbrauch ausgleichen, den der Zeitungs­druck verschlingt. Zwar steige der Anteil von Recycling-Papier 2021 nach eigener Aussage von 63 auf 68 %, für den Rest brauche es aber weiterhin Holz-Frischfasern. Insgesamt 6.000 Bäume werden benötigt, die die "FAZ" nun "symbolisch der Natur zurück­geben" will. Wie viel sich der Verlag die Aufforstung kosten lässt, bleibt das Schweigen im Walde.

In Kooperation mit dem Landesbetrieb HessenForst sollen die ersten 6.000 Bäume noch im November auf einer dreieinhalb Hektar großen, bisher kahlen Fläche nordwestlich von Frankfurt am Main gepflanzt werden. Dem Verdacht des Greenwashings erteilt ARD-Wettermann Sven Plöger eine Absage: "Greenwashing bedeutet ja, man behauptet, dass man sich nachhaltiger verhält und sich um die Umwelt kümmert – und dann ist es gar nicht so." Allenfalls könnte man daran zweifeln, "ob es ausreichend ist, was getan wird", sagt Plöger. Darüber hinaus will der Verlag, wo es möglich ist, auf 100 % Recyclingpapier drucken, etwa die Inhaltsseiten des regionalen Wirtschaftsmagazins FAZ Metropol. Ab 2022 sollen die Druckereien mit Ökostrom produzieren.
(Symbolbilder: Boris Roessler / dpa, Serghei Platonov/ Zoonar / Picture Alliance; Montage: turi2)
"FAZ", S. 7 (Paid), "FAZ", S. 41 (Plöger, Paid), faz.net

Klick-Tipp: Die Deutsche Digitale Bibliothek zeigt historische Zeitungen online.

Klick-Tipp: Die Deutsche Digitale Bibliothek öffnet in ihrem neuen Projekt "Deutsches Zeitungsportal” historische Zeitungsausgaben aus den Jahren 1671 bis 1950 und macht sie online für die Öffentlichkeit zugänglich. Neun Bibliotheken sind zum Start dabei. Sie präsentieren rund 600.000 Ausgaben von 247 verschiedenen Zeitungstiteln, darunter das "Düsseldorfer Volksblatt" und die "Jüdische Revue".
deutsche-digitale-bibliothek.de via dwdl.de

Zitat: Stefan Winterbauer rät Verlagen, aus der täglichen Print-Produktion auszusteigen.

"Die Tageszeitung aus Papier ist ein Anachronismus der Vor-Internet-Zeit. Sie ist irrsinng teuer, kompliziert zu vertreiben und bei Auslieferung schon veraltet."

Angesichts des Papier-Mangels wird es Zeit, sich von der gedruckten täglichen Zeitung zu verabschieden, schreibt "Meedia"-Chefredakteur Stefan Winterbauer. Die Kundinnen seien mit den Digitalausgaben "weitaus besser und billiger bedient".
meedia.de