“Spiegel”-Interview: “NYT”-Chef Joe Kahn empfiehlt Zurückhaltung bei Twitter.

Weniger ist mehr, findet Joe Kahn, neuer Chefredakteur der "New York Times", wenn es um Twitter geht. Er empfiehlt seinen Mitarbeitenden im "Spiegel"-Interview, sich nicht "in sinnlose Kämpfe mit Kritikern oder Trollen" zu verstricken. Dem Vorwurf, die Redaktion der "NYT" sei nicht divers genug, widerspricht er.
spiegel.de (Paid)

“Tagesspiegel” holt Sabine Schicketanz und Sidney Gennies in die erweiterte Chefredaktion.

Tagesspiegel holt Sabine Schicketanz, 45, und Sidney Gennies, 33, in die erweiterte Chefredaktion. Schicketanz ist Chefredakteurin der "Potsdamer Neuesten Nachrichten", die zum "Tagesspiegel" gehören; Gennies verantwortet seit 2019 das "Tagesspiegel"-Ressort "Story". Beide behalten ihre Posten und bekommen daher zusätzlich mehr Verantwortung.
tagesspiegel.de

“Hamburger Abendblatt” gönnt sich Redaktionsstandort auf Sylt.

Hamburger Abendblatt A150Report von den Reichen: Das zu Funke gehörende "Hamburger Abendblatt" gönnt sich einen Redaktions­standort auf Sylt, den Redakteurinnen der Zeitung abwechselnd nutzen und bespielen dürfen – um so von der "Lieblingsinsel der Hamburger" zu berichten. Geplant sind vier bis fünf Geschichten aus Sylt und der Region täglich, die online veröffentlicht werden sollen. Schlagen die Sylt-Stories ein, will das "Abendblatt" eventuell weitere Standorte "erschließen", z.B. die Schlei-Region.
funkemedien.de

Debatte: Claudia Roth hat sich als Kulturstaatsministerin disqualifiziert.

Ungebremst ins Unglück: Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat sich durch ihren Umgang mit dem umstrittenen, antisemitischen Werk auf der Documenta "disqualifiziert", schreibt Philipp Peyman Engel in der "Jüdischen Allgemeinen". Sie sei "allen voran" verantwortlich für den Antisemitismus-Skandal. Trotz Warnungen und Bitten vorab habe sie etwa den Zentralrat der Juden nicht in die Ausstellungsplanung eingebunden, um einen Eklat zu verhindern.
juedische-allgemeine.de via bild.de, turi2.de (Background)

Funke startet Klub-Programm für Abonnentinnen aus Thüringen.

Funke startet für Abonnentinnen seiner Thüringer Tageszeitungen das Vorteilsprogramm "Willkommen im Klub!", das Leserinnen u.a. Rabatte in den verlagseigenen Shops gewährt. Weiterer Partner wird die Thüringer Wald Card, die Funke-Freundinnen rund 200 Ausflugsangebote zum Sparpreis schmackhaft machen will. Regelmäßige Hinweise auf Events für Leserinnen runden das Angebot ab.
per Mail, tlz.de/klub

Zitat: Mathias Döpfner plädiert für mehr automatisierten Journalismus.

"Wir wollen keine Menschen durch Maschinen ersetzen, aber wir wollen Menschen durch Maschinen stärker machen."

Springer-Chef und Noch-BDZV-Präsident Mathias Döpfner plädiert auf dem Digitalkongress des Verbands für mehr Medienmut in Sachen Digitalisierung: Bot-Journalismus könne etwa in der Sportberichterstattung nützlich sein.
meedia.de

“Bild”-Journalistin Judith Sevinç Basad kündigt wegen Einknickens vor “woken Aktivisten”.


Zu weit links im Bild? Die Journalistin Judith Sevinç Basad macht ihre Kündigung bei "Bild" öffentlich. In einem "Offenen Brief" an Springer-Chef Mathias Döpfner begründet sie ihren Schritt mit dem "Einknicken" Springers vor "woken Aktivisten". Stein des Anstoßes ist für sie Döpfners Umgang mit einem "Welt"-Gastbeitrag, in dem fünf Forschende ARD und ZDF vorwerfen, das junge Publikum mit Falschinformationen zu Sexualität und Vielgeschlechtlichkeit zu indoktrinieren. Döpfner hatte den Gastbeitrag als "unterirdisch" und wissenschaftlich "bestenfalls grob einseitig" bezeichnet. Parallel wirft Basad "Bild" vor, einen ihrer Artikel mit Zitaten des umstrittenen Kinderpsychiaters Alexander Korte, einem Mitautor des Gastbeitrags, "verhindert" zu haben. Sie sei aufgefordert worden, den Wissenschaftler-Aufruf zu kritisieren, andernfalls würde ihr Text nicht erscheinen.

"Bild"-Chefredakteur Johannes Boie widerspricht Basad via Twitter: "Auf Deinen Artikelvorschlag hatte ich ja 'Do it!' geantwortet – schade, dass der Text nicht hielt, was Dein Vorschlag versprochen hatte." Boie leitet seinen Tweet mit einer ironischen Bemerkung ein: "Stimmt, Judith, wir sind jetzt links! Döpfner rief eben nochmal an und hat mir das befohlen." Basad wirft ihm daraufhin einen "herablassenden Ton" vor und schreibt, dass sie mit ihrer "aufrichtig gemeinten Kritik" auf "einen respektvolleren Umgang" gehofft habe.

Basad fragt sich in ihrem Text, ob es Döpfner darum gehe, "die woken US-Redaktionen des Unternehmens nicht zu verärgern". Sie berichtet aus einer Debatte mit dem Konzernchef. Darin hatte Döpfner die "moralische Pflicht einer Redaktion" betont, "nicht jede Behauptung in einer Zeitung abzubilden, nur weil sie den Eindruck von Wissenschaftlichkeit erweckt". Als Beispiel soll er "Studien von Holocaustleugnern" genannt haben. Basad urteilt: "Wer aber solche Vergleiche zu Holocaustleugnern zieht, ist nicht weit davon entfernt, den Holocaust selbst zu relativieren." (Foto: Westend Verlag / Springer)
judithsevincbasad.substack.com, twitter.de (Boie/Basad), turi2.de (Background Döpfner), turi2.de (Background Gastkommentar)

Stuttgarter Zeitung schließt bisherige Druckereien in Esslingen und Stuttgart.

Druckfrisch: Die "Stuttgarter Zeitung" druckt ab April 2023 in einer neuen Druckerei in Esslingen, in die die Medien­holding Süd GmbH rund 20 Mio Euro steckt. Die bisherigen Standorte in Esslingen und Stuttgart werden geschlossen, da die Maschinen "nicht mehr effizient zu betreiben" seien. Die Zeitungs­gruppe baut rund 250 Stellen ab, ca. 150 neue sollen entstehen.
stuttgarter-zeitung.de

Lese-Tipp: Satiriker beschimpft Wochenzeitung “Kontext” zum 11. Geburtstag.

Lese-Tipp: Zum 11. Geburtstag der Stuttgarter Wochenzeitung "Kontext" singt Satiriker Cornelius W. M. Oettle kein Loblied, sondern beschimpft das Blatt. "Solange ein solch stümper­haftes Blatt als ernsthafte journalistische Arbeit angesehen wird", müsse es um die restliche deutsche Presse­landschaft "äußerst schlecht bestellt sein". Die regelmäßige Lektüre nehmen einem "garantiert die Angst vor dem Zeitungs­sterben".
kontextwochenzeitung.de

Weltberühmter Kinderfotograf Achim Lippoth steht wegen Kindesmissbrauch vor Gericht.


Vertrauen missbraucht? Der Mode- und Kinderfotograf Achim Lippoth ist vor dem Landgericht Köln wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. Dabei geht es um zwölf Fälle von schwerem sexuellem Missbrauch, vier Fälle von sexuellem Missbrauch und einen Fall von Besitz von kinder­pornografischem Material, die zwischen 1999 und 2021 passiert sein sollen. Die sechs betroffenen Kinder sollen zuvor für den Fotografen als Models gearbeitet haben. Zu den Vorwürfen äußert er sich nicht. Auf eine Anfrage im Juli 2021, als die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen waren, hatte sein Anwalt sie bestritten. Lippoth sitzt seit neun Monaten in U-Haft, die Verhandlungen sollen in wenigen Tagen beginnen. Das "Zeit Magazin" hat zu dem Fall recherchiert und berichtet von "eklatanten Fehlern" bei den Ermittlungen.

Lippoth ist einer der bekanntesten Kinderfotografen der Gegenwart und hat unter anderem auch für die "Zeit" und das "Zeit Magazin" gearbeitet, für den "Spiegel", das "Süddeutsche Zeitung Magazin", die "New York Times" und die "Vogue". Auch ein eigenes Magazin für Kindermode, "Kids Wear", hat er gegründet. Für die Nichtregierungsorganisation Innocence in Danger hat er sogar eine Kampagne gegen sexuellen Missbrauch fotografiert. Der Slogan lautete: "Sexually abused children are betrayed by someone they trust." So soll es laut Anklageschrift auch im Fall Lippoth gewesen sein. Er habe die Kinder zunächst immer wieder fotografiert und im Laufe der Zeit für sie "die Rolle eines erwachsenen Freundes bzw. zum Teil auch eine Vaterrolle" eingenommen, heißt es darin. Mehrere Eltern hätten ihre Kinder teilweise für mehrere Wochen alleine mit Lippoth verreisen lassen, zudem soll er mit zwei Müttern über Jahre zusammen gewesen sein.

Das "Zeit Magazin" stößt bei Recherchen auf weitere mutmaßliche Opfer und sieht "eklatante Fehler in der Ermittlungsarbeit der Polizei". So sollen bereits drei Anzeigen gegen Lippoth eingegangen sein, bevor die Polizei bei der vierten umfangreiche Ermittlungen startete. Einige Betroffene seien überhaupt nicht befragt worden. (Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de)
zeit.de

turi2.de/termine: “Zeit” für Forschung, künstliche Intelligenz, Tax Advisors.

Termine: Die "Zeit" nimmt sich heute und morgen Zeit für Forschung. Auf dem Hybrid-Event dreht sich alles um globale Krisen und Lösungsmöglichkeiten. Der Verleger-Verband Wan-Ifra lädt um 15 Uhr zum Changemakers Webinar. Schwerpunkt sind künstliche Intelligenz und Journalismus. Ab 16 Uhr diskutiert das "Handelsblatt" über die Rolle von Future Tax Advisors in Unternehmen. Alle Events finden online statt und sind kostenlos.
Alle Termine, frei durchsuchbar unter turi2.de/termine

Nürnberger Presse macht Michael Husarek zum Chefredakteur für alle Medien.

Macht's allein: Der Verlag Nürnberger Presse macht Michael Husarek (Foto), bisher Chefredakteur der "Nürnberger Nachrichten", zum Oberboss über alle im Haus erscheinenden Medien und zum Leiter der Zentralredaktion. Armin Jelenik soll sich als sein Stellvertreter vor allem um die "Nürnberger Nachrichten" und deren Lokalausgaben kümmern, Barbara Zinecker übernimmt als Stellvertreterin die Digitalkanäle, u.a. nordbayern.de.
per Mail

“Medium Magazin”: Wolfgang Krach und Judith Wittwer nehmen Stellung zur Krise bei der “Süddeutschen Zeitung”.


Krise? Welche Krise? Das Chefredaktions-Duo der "Süddeutschen Zeitung", Wolfgang Krach und Judith Wittwer, tritt erstmals zum Doppel-Interview an. Im Gespräch mit Wolfgang Messner für das "Medium Magazin" wollen sie von einer Krise und schlechter Stimmung in ihrer Redaktion wenig wissen. Krach spielt etwa den Investigativ-Aderlass herunter. Zwar sei der Wechsel von Frederik Obermaier und Bastian Obermayer ein "Verlust", das Blatt habe aber auch früher schon ein starkes Investigativ-Ressort gehabt, zudem seien die "Obermay(i)ers" erst im Laufe der Jahre geworden, "was sie heute sind". Auch Wittwer sieht keine Probleme im Ringen um die besten Köpfe: "Fachkräftemangel und demografischen Wandel spüren wir in der 'SZ'-Redaktion glücklicherweise noch nicht".

Die offensichtlichen Fehler der Vergangenheit, etwa das Anmelden von Kurzarbeit in der Corona-Zeit und das harte Sparprogramm schiebt Krach auf die Geschäftsführung und auf die SWMH: "Der Stellenabbau ist nie und zu keiner Zeit von der Chefredaktion ausgegangen oder von ihr gutgeheißen worden", auch gegen die Kurzarbeit habe er sich "massiv gewehrt". Zur Stimmung in der Redaktion sagt Wittwer, "es ist hier und dort Erschöpfung zu spüren" und verweist auf die "verrückten" vergangenen Jahre mit außergewöhnlichen Nachrichtenlagen von der Pandemie bis zum Ukraine-Krieg. Immerhin seien die Gesellschafter zu der Einsicht gekommen, dass die "SZ" wieder eine größere Eigenständigkeit erhalten soll.

Grund dafür seien die sehr guten Geschäftszahlen der Zeitung: 2021 hat die "SZ" erstmals so viel Geld über Abos – Print und Digital – eingenommen, dass sie sich auch ohne Anzeigen hätte finanzieren können. Perspektivisch wollen Wittwer und Krach so viele Digital-Abos verkaufen, dass es auch Print nicht mehr zum Überleben braucht. Das solle "nicht heute, vielleicht aber morgen und übermorgen" der Fall sein, sagt Wittwer.
"Medium Magazin" 2/2022, S. 20-26 (Paid)

Ex-Media-Impact-Manager Harald Wahls wird Herausgeber beim “Berliner Abendblatt”.

Wahls Wahl: Ex-Media-Impact-Manager Harald Wahls heuert bei der Egro Mediengruppe aus Oberhausen an und wird u.a. Herausgeber des wöchentlich erscheinenden "Berliner Abendblatts". Zudem soll er sich um sämtliche "Hauptstadtaktivitäten" des Unternehmens kümmern. Wahls bringt die nötige Expertise mit: Vor seiner Zeit beim Springer-Funke-Vermarkter Media Impact war er u.a. Gesamt-Verlagsleiter von "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier".
kress.de

“Tagesspiegel” macht Anja Wehler-Schöck zur Ressortleiterin “Internationale Politik”.

International Relations: Der "Tagesspiegel" macht Anja Wehler-Schöck ab 1. August zur Leiterin des neu gegründeten Ressorts "Internationale Politik". Wehler-Schöck kommt vom IPG-Journal, wo sie seit 2021 Chefredakteurin ist. Zuvor arbeitete sie u.a. für die Deutsche Botschaft in Washington und die Friedrich-Ebert-Stiftung.
meedia.de

Gabor Steingart: “Die Zeitung ist die Höhlenmalerei des Mediengeschäfts.”


Pointen ohne Print: Gabor Steingart erreicht mit seiner Medienmarke The Pioneer jeden Morgen eine halbe Million Menschen, ganz ohne bedruckte Bäume. Im Interview mit turi2 teilt er gegen die “etablierten Qualitätsmedien” aus: Sie erreichen mit ihren digitalen Bezahl-Aktivitäten “nicht annähernd die betriebswirtschaftliche Relevanz oder die publizistische Reichweite der Print-Ära”. Besonders schwer treffe es den “Spiegel”, der massiv an Reputation verloren habe. Steingart glaubt, mit Newslettern, Podcasts und Videos “mittelfristig ein Potenzial oberhalb von ‘Handelsblatt’, ‘FAZ’ und ‘SZ'” erreichen zu können. Sein Interview erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag der Gattung Morgen-Newsletter. Weiterlesen >>>

Zahl des Tages: Sieben von zehn jungen Menschen informieren sich in Lokalzeitungen.

Persönlich punktet: Immerhin 70 % der unter 29-Jährigen nutzen Lokalzeitungen, um sich über politische Themen zu informieren. Das ergibt eine Statista-Umfrage. Damit liegen die Lokalblätter noch vor den regionalen Zeitungen (65 %) und Facebook (63 %). Am wichtigsten sind aber in allen Gruppen persönliche Gespräche: 95 % dienen sie als Informationsquelle.
"FAZ", S. 22 (Paid)

turi2 edition #17: Andrea Wasmuth über Limits und die Lust auf Veränderung.


Einmal auf Anfang: Andrea Wasmuth ist die erste weibliche CEO bei der Handelsblatt Media Group. Sie brennt für den FC St. Pauli und steigt regelmäßig in den Boxring. Allerdings nicht im Job. “Da bin ich Teamsportlerin”, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17. Als Chefin bemüht sie sich, Dinge bewusst zu verlernen – und hospitiert deshalb im eigenen Haus. Weiterlesen >>>

“Zeit Online” startet digitales Wochenendmagazin.

Wochenendlektüre: ZEIT am Wochenende heißt ein neues Magazin von "Zeit Online", das jeden Samstag um 8 Uhr digital erscheint. Die Ressortleitung übernimmt Maris Hubschmid. Das Magazin enthält 20 neue Rubriken und Formate: Die Reihe "Politisch motiviert" diskutiert zum Beispiel einen aktuellen Leitbegriff der gesellschaftlichen Debatte, die "Pflichtverteidigung" bricht eine Lanze für umstrittene Menschen und Dinge wie Karl Lauterbach oder den Kurzstreckenflug. Außerdem gibt es unter anderem Finanztipps, Streamingtipps und Übungen von einem Personal Trainer.
per Mail, zeit.de

Debatte: Stephan Scherzer sieht Papier als Bedingung für Presse als kritische Infrastruktur.

Papierkram: Zwar sind Papierhersteller nicht Teil der systemkritischen Infrastruktur, "Presse aber schon", sagt Stephan Scherzer. Der Hauptgeschäftsführer des Medienverbands der freien Presse, der aus dem VDZ hervorgegangen ist, warnt, dass die akute Papierkrise viele Zeitschriften in ihrer Existenz gefährdet. Er fordert Soforthilfen für den Fall, dass die Papierhersteller die Produktion einstellen oder zu wenig produzieren.
medienpolitik.net

“Bild” legt eine Sonderausgabe zum neuen “Wir”-Gefühl vor.

Bild veröffentlicht eine Sonderausgabe zum "neuen Wir-Gefühl". Putin habe nicht mit dem weltweiten Zusammenhalten "aufrechter Demokraten" gehalten, heißt es in der Verlagsmitteilung. Das Blatt erscheint als Beilage der "Bild" in Metropolregionen und wird als Sonderheft kostenlos an Hauhalte u.a. in Hamburg, Nürnberg und Berlin verteilt. Die Auflage liegt bei 3 Mio.
per Mail

“Welt am Sonntag” wird klimaneutral.

"Welt"-Verbesserer: Springer macht die "Welt am Sonntag" klimaneutral – nach eigenen Angaben als erste Sonntagszeitung überhaupt. Das Blatt arbeite daran, seine Prozesse effizienter zu gestalten und die Emissionen dauerhaft zu verringern, teilt der Verlag mit. Die verbliebenen Emissionen gleichen Klimaschutz­projekte aus, die dem Verified Carbon Standard entsprechen. Auch bei ihren Werbemitteln setzt die "WamS" auf nachwachsende Rohstoffe und Produkte wie Obstnetze oder Bienenwachstücher. "Klima­schutz ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit", sagt Geschäfts­führerin Merrit Kraus.
turi2 - eigene Infos

Deutscher Ethikrat kritisiert deutsches Corona-Management – und die Medienberichterstattung.


Doch nicht so doll: Der deutsche Ethikrat um Vorsitzende Alena Buyx (Foto) kritisiert in einer 161-seitigen Stellungnahme das deutsche Corona-Management. Insbesondere die junge Generation sei "nicht genug berücksichtigt und gesehen" sowie mit andauernden Maßnahmen "schwerer vulnerabel" geworden. Zudem bemängelt der Ethikrat auch die Arbeit der Medien in der Pandemie: "Der kritische Teil der Aufgabe" das "strittige Für und Wider von Maßnahmen" darzustellen, sei insbesondere zu Beginn der Corona-Krise "nicht im wünschenswerten Maß erfüllt" gewesen.

Insgesamt kommt der Ethikrat zu dem Schluss, dass wesentliche Maßnahmen "dezentral und lokal" verhängt werden sollten. Zudem sieht er "problematische Gewöhnungseffekte" bei "länger andauernden Freiheitsverlusten".
ethikrat.org, t-online.de, welt.de (Paid)

“Tagesspiegel” lehnt Anzeige für neue Martenstein-Kolumne ab.


Anzeige ist (nicht) raus: Der "Tagesspiegel" weigert sich, eine Anzeige der "Welt am Sonntag" zur neuen Kolumne von Harald Martenstein zu veröffentlichen. "Natürlich möchten wir sie trotzdem keinem vorenthalten", twittert "WamS"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld die mit "Sie vermissen Harald Martenstein in Ihrer Zeitung?" überschriebene Werbung. "Wenn Sie unangepasste Denker schätzen, dann kommen Sie zu uns", heißt es darin weiter.

"Harald Martenstein ist bekannt für seinen unangepassten Scharfsinn, an seinen Texten kann man sich reiben", freut sich Rosenfeld in einer Pressemitteilung auf den Neuzugang. Martensteins neue Kolumne "Neben der Spur" erscheint erstmals an diesem Wochenende. Martenstein hatte mit kurzer Unterbrechung seit 1988 für den "Tagesspiegel" geschrieben. Nachdem das Blatt seinen umstrittenen Text zum "Tragen von Judensternen" zurückgezogen hatte, kündigte er Mitte Februar seinen Abschied an.
twitter.com, berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)


Bauer verliert Verlagschef Rob Munro-Hall.

Bye Bye Bauer: Die Bauer Media Group und Rob Munro-Hall gehen ab sofort getrennte Wege.  Der Brite kam 2008 zu Bauer und machte beim Hamburger Medienhaus Karriere.  2016 hat ihn Bauer zum CEO des britischen und 2020 zum Chef des weltweiten Verlagsgeschäfts befördert. Die Stelle soll neu besetzt werden, ein Nachfolger ist bisher noch nicht gefunden. Zuletzt hatte sich Bauer aus vielen Ländern zurückgezogen und u.a. das USA-Geschäft verkauft.
new-business.de, bauermedia.com, turi2.de (Background)

Carsten Groß soll bei Funke die Digitalisierung voranbringen.

Es funkt digital: Der Vertriebs-Chef von Funke, Carsten Groß, soll zusätzlich als Chief Product Officer die Weiterentwicklung der digitalen Medien aller Tageszeitungsmarken voranbringen. Funke richtet damit die Organisation der Regionalmedien stärker entlang der Digitalisierungsstrategie aus. Auch Carsten Erdmann, der bisherige Chefredakteur Digital der Zentralredaktion, sowie Laura Himmelreich und Gunnar Lotz bekommen in diesem Rahmen neue Aufgaben dazu.
lifepr.de

In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir Carsten Groß einen falschen Job-Titel gegeben. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Die “Nowaja Gaseta” stellt den Betrieb bis Ende des Krieges ein.

Weitere Stimme verstummt: Die "Nowaja Gaseta" stellt ihren Betrieb vorerst ein. Die russische Tageszeitung unter der Leitung von Friedens­nobelpreis­träger Dmitri Muratov hatte sich immer wieder kritisch über Präsident Wladimir Putin und solidarisch mit der Ukraine geäußert. Die Medienaufsichts­behörde Roskomnadzor hat das Blatt deswegen nun schon zum zweiten Mal abgemahnt. Daraufhin setzen die Herausgeber die Veröffentlichung "auf der Website, in Netzwerken und auf Papier" aus, wie sie in einem Hinweis auf der Website schreiben – "bis zum Ende der 'Sonderoperation auf dem Territorium der Ukraine'".

Laut Roskomnadzor war der Grund für die erneute Abmahnung, dass die "Nowaja Gaseta" einen "Auslandsagenten" zitiert habe, ohne darauf explizit hinzuweisen. Bei solchen Wiederholungstaten können russische Medien ihre Lizenz verlieren. Zuvor hatte es schon Probleme bei der Auslieferung gegeben: Abonentinnen hatten die Zeitung teilweise nicht erhalten, laut der russischen Post sei "extremistisches Material" beschlagnahmt worden. Die "Nowaja Gaseta" ist eine der letzten unabhängigen Stimmen Russland, die des Betrieb aufgibt. "Ein düsteres Zeichen für die Meinungsfreiheit", kommentiert Peter Jungblut vom BR. (Foto: Valery Sharifulin / TASS / Picture Alliance)
br.de

“Tagesspiegel” bietet Arbeitsplatz und Honorar für Medienschaffende aus Russland und der Ukraine.

Tagesspiegel will geflüchteten Medienschaffenden aus Russland und der Ukraine helfen, von Deutschland aus weiter journalistisch tätig sein zu können. Die Zeitung bietet einen Arbeitsplatz in Berlin und ein monatliches Honorar an. Interessierte können sich mit Anschreiben, Lebenslauf und Arbeitsproben bewerben.
tagesspiegel.de

Debatte: Verzicht auf Lokaljournalismus bei “StZN” ist gefährlich, findet Steffen Grimberg.

Lokales Beben: Bei der Umstellung der "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" geht es mehr um die finanzielle als die journalistische Rendite, schreibt Medienjournalist Steffen Grimberg in der "taz". Die Auflösung klassischer Ressorts in "22 Themen-Teams" klinge "nach Privatfernsehen". In Zeiten von Desinformation und schwindendem Vertrauen in die Medien sei eine Einsparung lokaler Berichterstattung "nicht ungefährlich".
taz.de, turi2.de (Background)

Zitat: Präsidenten-Promis wie Döpfner sind nicht nötig, sagt MVFP-Präsident Rudolf Thiemann.

"Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, einen besonders prominenten Präsidenten zu haben. Aber es schadet auch nicht."

Rudolf Thiemann, Präsident des VDZ-Nachfolgevereins Medienverband der Freien Presse, sagt im "Horizont"-Interview, dass es prominente Präsidenten wie Mathias Döpfner vom BDZV nicht zwingend braucht.
ereader.horizont.net

Marie-Sophie von Bibra und Jan-Sebastian Blender leiten Readly in der DACH-Region

Readly ernennt als neues Führungsduo für die DACH-Region Marie-Sophie von Bibra, Head of Growth Operations, und Jan-Sebastian Blender, Head of Content. Beide arbeiten seit 6 Jahren für das Unternehmen. Gundel Henke wechselt von der japanischen E-Commerce Plattform Rakuten zu Readly und unterstützt das deutsche Team als Head of Growth.
news.cision.com

Debatte: Luxemburger Zeitung tut sich schwer mit dem Ukraine-Krieg, schreibt Jochen Zenthöfer.

Widersprüchlich: Die marxistische "Zeitung des Luxemburger Volkes" tut sich schwer mit dem Ukraine-Krieg, schreibt "FAZ"-Autor Jochen Zenthöfer. Sie schreibe von einem "russischen Angriffskrieg", Putin müsse einsehen, dass noch mehr Krieg "nicht zu einem für unsere Welt guten Ergebnis führen wird". Dennoch äußert die Zeitung Kritik an westlichen Medien, die vorwiegend Meldungen über "Angriffe auf Krankenhäuser" und "angeblichen Bombenhagel" verbreiten würden und fragt, ob die Ukraine-Solidarität „wirklich mit unserem Geld" bezahlt werden sollte.
faz.net (Paid)

Gehälter und die Arbeitszeit bei “Zeit Online” nähern sich der Printredaktion an.

Bessere Zeiten: Die Gewerkschaften DJV Berlin-JVBB und Verdi einigen sich mit Holtzbrinck darauf, Gehälter und Arbeitszeit der Beschäftigen von Zeit Online schrittweise denen in der Printredaktion anzugleichen. Das bedeutet eine Anhebung der Gehälter und eine Verkürzung der Arbeitszeit von 40-Wochenstunden auf 36-Wochenstunden für Redakteurinnen bzw. auf 35-Wochenstunden für Verlags-Angestellte.
meedia.de

Die “Rhein Main Zeitung” bekommt eine Übersichtsseite für die Region.

Total regional: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" verpasst ihrem Regionalblatt "Rhein Main Zeitung" eine zentrale Startseite für die Berichterstattung aus allen Städten und Gemeinden außerhalb Frankfurts. Die "Seite Drei" soll die Integration von Stadt und Land in der Region in der Zeitung abbilden. Außerdem sei die Internetredaktion für das Rhein-Main-Gebiet erheblich gewachsen.
faz.net

Zitat: “Mopo”-Verleger Arist von Harpe sieht sich vor allem als Geschäftsführer.

"Bei dem Wort Verleger denke ich immer an schwerreiche Personen wie Augstein oder Springer im Nachkriegsdeutschland."

"Mopo"-Verleger Arist von Harpe sagt im Meedia-Interview, dass er sich vielmehr als Geschäftsführer als ein Verleger fühlt: "Glücklicherweise ohne einen Shareholder, dem ich irgendwelche Zahlen berichten müsste."
meedia.de (Paid)

“Kampagnen auf den Krieg aufzubauen, ist falsch” – Uwe Vorkötter über Haltungsmarketing und Zeitungs-Zukunft.


Haltung zeigen: "Junge Medien­schaffende können besser und einfacher eine Reichweite aufbauen", sagt "Horizont"-Herausgeber Uwe Vorkötter im turi2 Clubraum. Im Live-Podcast mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow bescheinigt der langjährige Zeitungs-Chefredakteur jungen Journalistinnen ein besseres Gefühl für "zeitgeistige Themen", kritisiert aber, dass heute "Präzision in der Recherche" fehle. Eine gewisse "Tunnelblick-Recherche" bezeichnet Vorkötter als "einer der gravierendsten Fehlentwicklungen im Journalismus". Dass es vielen Zeitungen heute schlechter geht als noch vor 20 Jahren habe jedoch woanders seine Wurzeln. Wer heute noch eine Print­zeitung mache, müsse sie "nochmal ganz neu denken". Stattdessen werden die meisten Zeitungen noch genau so gemacht, "wie vor 20 Jahren".

Vorkötter kritisiert auch andere Entwicklungen in der Medien­branche, etwa die Abschaltung von Russia Today und Sputnik im Zuge des Kriegs in der Ukraine. Er habe für die Sperrung der russischen Propaganda "emotional" zwar Verständnis, finde es aber trotzdem "falsch und unnötig". Artikel 5 im Grundgesetz ist "nicht teilbar", sagt Vorkötter. "Da steht, eine Zensur findet nicht statt – das Verbot von Medien ist Zensur." Schwieriger findet er die Debatte zur deutschen Bericht­erstattung über den Krieg. Trantows These, Journalismus dürfe auch im Krieg "die Welt nicht in Gut und Böse teilen", stimmt Vorkötter nur bedingt zu. Zwar sei es sein Job als Journalist kritisch zu sein, in diesem Fall könne er aber keine "Schein­objektivität einnehmen, weil Gut und Böse so offensichtlich sind".

Stellung zu dem Angriffskrieg zu beziehen, findet der Journalist auch für große Unternehmen legitim. Haltungs­marketing ist nichts neues, sagt Vorkötter. Die "richtig großen Marken­geschichten" hatten etwas mit Politik oder wichtigen "Zeitgeist-Phänomenen" zu tun, etwa die Schockfoto-Kampagne von Benetton. Entscheidend sei, ob eine Marke eine Haltung hat und die für ihr Marketing nutzt oder umgekehrt. Klassische Kampagnen auf den Krieg aufzubauen, "ist jedoch der falsche Weg".

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Am kommenden Freitag ist Judith Barbolini, Geschäfts­führerin des Markt­forschungs­instituts Rheingold, zu Gast.
turi2.tv (49-Min-Podcast bei YouTube), turi2clubraum.podigee.io (Audio-Podcast), apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Julia Becker geht nicht in den BDZV-Vorstand, Funke tritt aus.


Schüssikowski: Die Funke Mediengruppe um Verlegerin Julia Becker macht ihre Drohung wahr und tritt Ende 2022 aus dem BDZV aus, berichtet u.a. die "FAZ". Damit schlägt Becker auch das Angebot aus, als Vizepräsidentin in den Verbands-Vorstand zu gehen. In einem Brief an die Vize-Präsidenten des Verbands von Funke-Geschäftsführer Christoph Rüth ist von einem Vertrauensverlust der Mediengruppe "in die Veränderungsbereitschaft des geschäftsführenden Präsidiums" die Rede.

Mit dem Austritt wolle Funke den "Spekulationen um das Machtgerangel im BDZV ein klares Signal entgegensetzen und das Augenmerk auf den Kern unserer Diskussion lenken", schreibt Rüth weiter. Funke hatte zuvor mehrmals öffentlich den Rücktritt von Mathias Döpfner als Vorsitzenden gefordert. Der BDZV bot Becker an, den frei gewordenen Vize-Posten von Madsack-Chef Thomas Düffert zu übernehmen. Dieses Angebot lehnt Becker "dankend ab", heißt es in dem Schreiben.

Funke strebt eine umfassende Modernisierung des Verbands an und spricht sich u.a. für ein Mitspracherecht für Lokalmedien und eine Konsolidierung der Landesverbände aus. Zuletzt hatte der BDZV eine Reformkommission mit zehn Verlags- und Verbands-Vertretern gebildet. Die Reformvorschläge sind jedoch insgesamt auf wenig Gegenliebe gestoßen.
faz.net, turi2.de (Background)
(Foto: Selina Pfrüner für turi2)

BDZV bietet Julia Becker Vize-Posten und setzt Reform-Kommission ein.


Vize fürs Verweilen: Der BDZV will im Streit um seinen Präsidenten Mathias Döpfner die Reihen schließen und macht Funke-Verlegerin Julia Becker ein Angebot, das sie vermutlich ablehnen wird: Geht es nach dem Verband, soll Becker den frei gewordenen Vize-Posten von Madsack-Chef Thomas Düffert übernehmen, um die Verbands-Arbeit aktiv mitgestalten zu können, berichtet Medieninsider. Unterschrieben ist der Brief von Christian DuMont Schütte, Aufsichtsrat von DuMont, Jan Dirk Elstermann, Verleger "NOZ" und Valdo Lehari, Verleger "Reutlinger General-Anzeiger", die gleichzeitig klarstellen, dass sie hinter Döpfner stehen. Die Unterschrift Döpfners fehlt. Auch deswegen ist es unwahrscheinlich, dass Becker sich nach ihrem Vorstoß gegen den Springer-CEO Ende Februar mit einem Posten beschwichtigen lässt. Funke schweigt bisher zu dem Vorschlag.

Derweil zeitigen die Reformvorschläge Beckers, die Ende Januar bekannt und Mitte Februar im Rahmen der Delegierten-Versammlung diskutiert wurden, Konsequenzen: Es gibt nun eine mit zehn Verlags- und Verbands-Vertretern besetzte Reformkommission, bestehend aus acht Männern und zwei Frauen. Für Springer sitzt der frühere Springer-Manager und Funke-Kenner Christian Nienhaus am Tisch, für Funke verhandelt Verlags-Sprecher Tobias Korenke. Außerdem reden u.a. Verleger Lambert Lensing-Wolff, Inken Boyens, Verlegerin der "Dithmarscher Landeszeitung", Lutz Schumacher von Schwäbisch Media und Matthias Ditzen-Blanke, Verleger der "Nordsee-Zeitung" mit. Für den BDZV ist Katrin Tischer, Geschäftsführerin Märkte, dabei.

Zur Delegierten-Versammlung im September soll es erste Ergebnisse geben. Funke fordert eine Reform des BDZV u.a. mit mehr Mitspracherecht für Lokalmedien, einer Konsolidierung der Landesverbände und einer Kooperation oder Verschmelzung des Zeitungsvermarkters ZMG mit dem Marktforscher GIK. (Fotos: Springer, Selina Pfrüner für turi2)
turi2 – eigene Infos, medieninsider.com (Vize-Angebot, Paid). turi2.de (Background)

“Zeit” kommt wegen Ukraine-Krieg diese Woche schon am Mittwoch heraus.

Zeit erscheint in dieser Woche schon am Mittwoch statt regulär am Donnerstag, um die Ereignisse in der Ukraine "möglichst zeitnah zu beleuchten". Chef­redakteur Giovanni di Lorenzo sagt: "Das sind wir dieser historischen Zäsur schuldig." Zuletzt hatte die "Zeit" ihren regulären Erst­verkaufs­tag anlässlich der Nuklear­katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 um einen Tag vorverlegt.
dwdl.de

Heute im Clubraum: Katja Berlin serviert die “Torten der Wahrheit”.


Torten-Schlacht: Die Torten-Grafiken von Katja Berlin sagen mehr als tausend Worte – mit ihrer Grafik-Kolumne in der "Zeit" bringt sie jede Woche das gesellschaftliche Geschehen auf den Punkt. Außerdem ist sie Autorin mehrerer Bücher, zählt auf Twitter mehr als 100.000 Follower und neuerdings podcastet sie auch. Im turi2 Clubraum spricht Berlin heute ab 12 Uhr mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow über ihre Projekte und die Themen der Woche. So geht es u.a. um die Schlappe, die Altkanzler Gerhard Schröder gegen seine Ex-Frau Doris Schröder-Köpf einstecken musste, das Trio diskutiert außerdem den Zoff im BDZV und den Ärger zwischen der ARD und Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Die Sendung läuft heute Mittag live bei Clubhouse und erscheint gegen 18 Uhr als Podcast.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren etwa der Social-Audio-Pionier Holger Kahnt, der Comedy-Autor Peter Wittkamp und die "Playboy"-Verlegerin Myriam Karsch zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (live ab 12 Uhr)

Diverser als ihr Ruf – Herausgeber Carsten Knop über die Arbeit der “FAZ”.


Frankfurter Allgemeine Zeitungsjobs: "Für mich war Journalismus immer ein Traumberuf", sagt Carsten Knop. Im neuen Podcast "turi2 Jobs – Arbeiten in der Kommunikation" verrät der Herausgeber der "FAZ", dass er schon im Alter von 17 Jahren Journalist werden wollte und das auch heute dem Nachwuchs nur empfehlen kann. Für ihn ist das der "abwechslungsreichste Beruf", ein tägliches "Studium generale". Im Gespräch mit Peter Turi sagt Knop auch, dass die "FAZ" längst diverser ist, als viele glauben. So sind 95 % der aktuellen Neueinstellungen der Zeitung Frauen, ein Teil mit Migrationsgeschichte. Schon heute hätten in vielen Ressorts Frauen das Sagen – die Frage, wann erstmals eine Frau einen der vier Herausgeber-Posten der "FAZ" übernimmt, werde sich daher mit der Zeit von allein beantworten.

Auf die Job-Situation von Journalistinnen schaut Knop positiv: Die "Dienstleistung" der Medienschaffenden, die Welt zu erklären und zu ordnen, werde weiter gebraucht. Die Jobs in den Redaktionen würden zudem vielfältiger. So brauche es heute u.a. auch Programmiererinnen und Audio-Spezialisten. An der Voraussetzung, nur Menschen mit abgeschlossenem Studium zu beschäftigen, will Knop allerdings nicht rütteln. "Die 'FAZ' gibt den Leserinnen und Lesern ein Qualitätsversprechen", sagt Knop. Das müsse die Redaktion bedienen, dafür brauche sie einen hohen Bildungsgrad in Breite und Tiefe.

Knop und Turi sprechen außerdem über die Konkurrenz-Situation mit ARD und ZDF: "Die Angebote tagesschau.de und hessenschau.de der Öffentlich-Rechtlichen sind eine Zumutung für privat finanzierten Journalismus", sagt der "FAZ"-Herausgeber. Er vergleicht die Zeitung mit einer Fabrik, die ein Produkt herstellt – und vor dem Fabrik-Tor steht ein Konkurrent, der dieses Produkt kostenlos anbietet. Dennoch gelinge es der Zeitung immer besser, Verluste im Print-Geschäft digital auszugleichen. So zähle die "FAZ" aktuell mehr als 200.000 Digital-Abonnentinnen, 80.000 von ihnen nutzten das Basis-Angebot F+. "Wir wachsen", freut sich Knop.

Carsten Knop ist eines von 100 Vorbildern in der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April und stellt die 100 wichtigsten Arbeitgeber aus Werbung, Marketing, PR und Medien vor. Die neue Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobplattform turi2.de/jobs. In der ersten Folge des Podcasts spricht Agentur-Inhaber Florian Haller über den Kultur-Wandel in der Agentur-Branche.
turi2.tv (48-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de


Lese-Tipp: Die “FAZ” sammelt Pressestimmen zum Ende der olympischen Spiele.

Lese-Tipp: Die "FAZ" sammelt internationale Pressestimmen zum Ende der Olympia 2022. "Le Figaro" etwa schreibt von "einzigartigen Olympischen Spielen", die in "Peking in die olympische Geschichte eingingen". Der österreichische "Kurier" verabschiedet mit den Spielen auch endgültig den "olympischen Geist" und "The Telegraph" sagt "Leb wohl" zu den "elendigsten Spielen von allen".
faz.net

Der “Freitag” gönnt sich das neue Ressort “Grünes Wissen”.

Der Freitag gründet das neue Ressort "Grünes Wissen", das ab sofort monatlich unter der Leitung von Pepe Egger in der Print-Ausgabe erscheint und vier Seiten umfasst. Das grüne Wissen brauche die Gesellschaft, "um aus unserer Welt eine ökologisch nachhaltige und sozial gerechte zu machen". Zum Auftakt gibt’s ein Interview mit Mai Thi Nguyen-Kim sowie einen Bericht über die Insel Helgoland zu lesen.
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