Keine Kurzarbeit: Klambt will am Heftumfang sparen.

Klambt plant "zurzeit" keine Kurzarbeit, aber dünnere Hefte, sagt Verleger Lars Joachim Rose bei "Horizont". Betroffen seien u.a. die Titel "Grazia", "Für Sie", "Petra" und "Jolie". Die Programmies, darunter "Funkuhr", sowie Frauenzeitschriften, darunter "Welt der Frau", seien von den Sparmaßnahmen weniger betroffen, da die Buchungen der Pharma-Industrie "zurzeit relativ stabil" seien.
horizont.net

Hör-Tipp: Benjamin Piel vom “Mindener Tageblatt” verteidigt Bezahlschranken.

Hör-Tipp: Benjamin Piel (Foto), Chefredakteur vom "Mindener Tageblatt", ärgert sich im Gespräch mit Daniel Bouhs über öffentliche Kritik, Zeitungen stellten ihre Corona-Recherchen unzumutbar hinter Bezahlschranken. "Da kommt mir manchmal auch ein bisschen die Galle hoch", sagt Piel, dessen Arbeitgeber Kurzarbeit beantragt hat. Niemand habe etwas zu verschenken, "so schlimm diese Krise auch sein mag".
facebook.com (10-Min-Audio)

Die “taz” produziert erstmals komplett aus dem Home Office.

taz ist am Donnerstag erstmals in der Verlagsgeschichte komplett außerhalb des Verlagshauses produziert worden, schreibt "taz"-Chefredakteur Georg Löwisch im Blog der Zeitung. Redaktion, Layout und Korrektur arbeiten aus dem Home Office, nur ein kleines Kernteam ist im Verlagsneubau in der Berliner Friedrichstraße verblieben.
blogs.taz.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die "taz" (09/2017).

Die Johns-Hopkins-Universität holt sich Corona-Zahlen von deutschen Medien.

Corona-Zahlen: Die Johns-Hopkins-Universität hat sich für ihre Werte zu Deutschland lange Zeit bei der "Berliner Morgenpost" bedient, berichtet "Zapp". Teilweise wurden auch die Daten von Zeit Online und dem "Tagesspiegel" verwendet. Die Medien seien jedoch nie durch die Universität kontaktiert worden. Die weltweit für ihre Daten zitierte Universität sammelt die Informationen nicht selbst, sondern beauftragt Dienstleister.
ndr.de

“Financial Times” talkt online über Wirtschaftsfolgen durch Corona.

Financial Times startet eine Webinar-Reihe über die Wirtschaft in Zeiten der Corona-Krise. "FT"-Wirtschaftsredakteur Chris Giles spricht mit Analysten, Strategen und Führungskräften. Der erste Talk findet an diesem Mittwoch um 17 Uhr statt und steht im Anschluss zum Abruf bereit. Die Teilnahme ist nach Registrierung kostenlos.
talkingbiznews.com, live.ft.com (Registrierung)

Mehr TV und mehr Digitalmedien: Corona verändert Mediennutzung massiv.


Lagerfeuer in Viruszeiten: Mediennutzung hat sich in Deutschland durch die Corona-Krise massiv verschoben, erkennt Deloitte aus einer Befragung von jeweils 2.000 Nutzern im Februar und Ende März. 44 % der Deutschen schauen mehr TV als zuvor. Insgesamt schalten nun 76 % täglich den Fernseher ein, zuletzt waren es 67 %. Gleichzeitig wächst auch Video-on-Demand - jedoch vor allem bei Bestandsnutzern. Bei Nutzern über 55 Jahren können Netflix und Co. kaum zulegen. Der Anteil der Mediatheken-Nutzer sei hingegen um 55 % gestiegen.

Digitale Zeitungsausgaben gewinnen 31 % an Nutzern, Paid Content von Nachrichtenseiten insgesamt 25 %. Der Konsum von gedruckten Zeitungen geht laut Deloitte minimal zurück, was überwiegend daran liege, dass weniger Verkaufsstellen geöffnet seien, oder Leser den Gang zum Kiosk scheuten. Radio wird wie VoD intensiver aber nicht zwingend von mehr Menschen genutzt.
presseportal.de

Zitat: Scheidende “FR”-Chefredakteurin Bascha Mika warnt vor Profilierungssucht.

"In einer Branche, in der ein gerüttelt Maß an Eitelkeit dazugehört, wenn man gut sein will, muss man auch immer darauf achten, dass es nicht in Profilierungssucht und Konkurrenzgehabe kippt."

Bascha Mika hat heute ihren letzten Arbeitstag als Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau". Mit ihrem früheren Co-Chefredakteur Arnd Festerling war sie oft anderer Meinung, richtig gestritten haben beide aber nie, sagt Mika im "FAZ"-Abschiedsinterview.
"FAZ", S. 13 (Paid), turi2.de (Background)


Weitere Zitate aus dem Interview:

... über Kurzatmigkeit in Politik und Medien:

"Als Journalistin, die vor allem in der politischen Berichterstattung zu Hause ist, beobachte ich auf beiden Seiten, bei Medienvertretern wie Politikern, einen zunehmenden Zwang zur Inszenierung, der niemandem guttut. Am allerwenigsten dem Leser."

... über den Aktualitätsdruck:

"Wir dürfen vermeintlich kalte Themen nicht gleich wieder aus dem Blick verlieren. Wir treiben ständig neue Säue durchs Dorf. Manchmal ist diese Jagd ja auch nötig. Aber wir sollten eben nicht vergessen, dass die Säue, nur weil sie das Dorf verlassen haben, noch nicht aus der Welt sind. Wir müssen weiter beobachten, was sie treiben."

... über journalistischen Ethos:

"Ich verstehe uns als Heldinnen und Helden der Aufklärung. Wir sind der Wahrheit, der Demokratie und den Menschenrechten verpflichtet. Es geht um Haltung, aber auch darum, sie transparent zu machen. Jeder von uns hat eine Haltung. Damit wäre dann allerdings auch die Illusion von Objektivität als solche entlarvt."

... über journalistische Trends:

"Ich bin eine Gegnerin der zunehmenden Ich-Geschichten, in denen sich der Kosmos nur um den Autor dreht. In solchen Texten geht subjektives Empfinden vor Abwägen objektiver Kriterien."

Rheinland-Geschäftsführer Philipp Magnus Froben verlässt DuMont.

DuMont Rheinland und Geschäftsführer Philipp Magnus Froben gehen getrennte Wege, berichtet Ulrike Simon. Froben, verantwortlich für den "Kölner Stadt-Anzeiger" und den "Express", verlasse DuMont im Streit. Offiziell ist er im Urlaub. Wunsch­nachfolger Tilo Schelsky, bisher Geschäftsführer bei DuMonts "Mitteldeutscher Zeitung", die ab morgen Bauer gehört, habe abgelehnt.
horizont.net

“Nordsee Zeitung” veröffentlicht in 13 Sprachen einen Corona-Ratgeber.

Nordsee Zeitung veröffentlicht auf sechs Sonderseiten die wichtigsten Fakten, Tipps und Hilfen zur Corona-Pandemie. Das Virus macht vor Sprachgrenzen nicht Halt - der Ratgeber ist entsprechend in 13 Sprachen übersetzt, u.a. mit Tipps zum richtigen Händewaschen.
twitter.com, turi2.de (Background), #thinkpositive #actpositive

Meinung: Medien profitieren nur scheinbar von der Corona-Krise.

Medien gehören aufgrund des erhöhten Nachrichtenkonsums der Menschen nur auf den ersten Blick zu den Profiteuren der Corona-Krise, beobachtet Daniel Bouhs in einem Radio-Essay. Zwar erreichten die Zeitungen wieder mehr Leser*innen, müssten zugleich aber mit deutlichen Einbußen bei Anzeigen klarkommen. Bouhs fordert deshalb die Nutzer*innen auf, Zeitungen möglichst zu kaufen und damit zu unterstützen.
ndr.de (10-Min-Audio)

Pressegrosso: Die Anzahl der Presseverkaufsstellen sinkt in der Corona-Krise.

Pressegrosso: Rund 8 % der Verkaufsstellen, die von der Grosso-Union Nord beliefert werden, haben aufgrund der Corona-Krise bereits schließen müssen, schreibt dnv-online.net. Vertriebsleiterin Annemarie Honemann rechnet damit, dass weitere rund 70 Saison-Einzelhändler gar nicht erst aus der Winterpause zurückkehren. Die geschlossenen Presseverkaufsstellen bei der Süddeutschen Zeitungszentrale liegen bei rund 5,5 %.
dnv-online.net

“Tagesspiegel” startet Gutschein-Portal für geschlossene Läden in Berlin.

Tagesspiegel gibt unter dem Motto "Zu Hause mit dem 'Tagesspiegel'" digital und in Print Tipps und Empfehlungen für den neuen Alltag. Das Projekt Tagesspiegel Kiezhelfer, ein Gutscheinportal, soll außerdem Berliner Geschäften, Cafés, Restaurants und Co helfen, die durch die Corona-Krise in Not geraten.
tagesspiegel.de, #thinkpositive #actpositive

Corona-Krise: Der “Weser-Kurier” erwägt Kurzarbeit.

Weser-Kurier erwägt im April "möglichst viele Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit zu schicken", zitiert butenunbinnen.de aus einem internen Verlagsschreiben. Aufgrund der Corona-Krise rechnet Verlagschef David Koopmann mit "bis zu 80 %" weniger Umsatz im Anzeigengeschäft, mögliche Pläne über Kurzarbeit kommentiert er dem Magazin nicht. Der "Weser Kurier" soll auch künftig "in gewohntem Umfang" erscheinen.
butenunbinnen.de

Zahl des Tages: 46 Mio Nutzer lesen Zeitungen im Netz, twittert BDZV.

Zahl des Tages: Rund 46 Mio Unique User haben in der vergangenen Woche in Deutschland Infos der Zeitungen im Netz genutzt, twittert der BDZV. Gegenüber der letzten Januar-Woche sei das ein Zuwachs um fast 12 Mio Nutzer. Journalist*innen gelten inzwischen neben NRW auch in Berlin als systemrelevant in der Corona-Krise.
twitter.com, #thinkpositive #actpositive

Die Leipziger Bahnhofsbuchhandlung Ludwig darf wieder öffnen.

Wieder auf: Die Bahnhofsbuchhandlung Ludwig in Leipzig darf seit heute Mittag wieder Zeitungen und Zeitschriften verkaufen, muss jedoch ihren Buchbereich geschlossen lassen. Darauf haben sich das Geschäft und das Ordnungsamt geeinigt. Gestern hatte das Ordnungsamt den Laden wegen der Corona-Regeln geschlossen und war zunächst auch nicht bereit, auf den Vorschlag einzugehen, nur den Buchverkauf zu stoppen.
buchreport.de, turi2.de (Background)

Springer kassiert Prognose für 2020 und verschiebt Hauptversammlung.

Springer kippt wegen der Corona-Krise seine Prognose für 2020. Eigentlich hatte Springer einen Umsatz auf dem Niveau von 2019 und einen rückläufigen Gewinn wegen Investitionen und Abschreibungen erwartet. Nun sei eine "belastbare konkrete neue Prognose" nicht möglich. Die Aktionäre sollen für 2019 dennoch wie geplant 1,16 Euro Dividende erhalten. Die Hauptversammlung verschiebt Springer von 22. April auf Ende Juni.
boerse.ard.de

Das Ordnungsamt schließt die Bahnhofsbuchhandlung Ludwig in Leipzig.


Geschlossen wegen Buch-Führung: Die Bahnhofsbuchhandlung Ludwig in Leipzig muss bis auf weiteres schließen. Das Ordnungsamt hat heute in der Mittagszeit die Schließung veranlasst. Grund sind die aktuellen Corona-Regeln. Den Verordnungen zufolge dürfen zwar Zeitungsverkaufsstellen geöffnet bleiben, Buchhandlungen müssen jedoch zunächst schließen. Laut Ludwig ist erstmals in Deutschland eine große Bahnhofsbuchhandlung geschlossen worden.

Die Bahnhofsbuchhandlung hatte argumentiert, eine Zeitungsverkaufsstelle zu sein und laut eigenen Angaben auch angeboten, das Buchangebot für die Kundschaft zu sperren. Dennoch bestand das Ordnungsamt auf eine vollständige Schließung. Die Leipziger erhalten nun bis auf weiteres, so die Bahnhofsbuchhandlung, nirgendwo in der Stadt internationale Zeitungen und Zeitschriften.
presseportal.de

Werbekunden stornieren massenhaft bei Anzeigenblättern und Tageszeitungen.

Anzeigenblätter kassieren Corona-bedingt Massenstornierungen, erfährt Gregory Lipinski. Weil Restaurants und Läden geschlossen haben und Veranstaltungen abgesagt sind, stornieren laut Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter 70 bis 90 % der Werbekunden ihre Buchungen. Für Tageszeitungen rechnet der BDZV mit bis zu 80 % Anzeigeneinbruch. Lebensmittelhändler würden kaum noch werben, da sie ihre Regale derzeit auch ohne Angebote leer verkaufen können.
meedia.de

Presserat erteilt 2019 mehr Rügen, die meisten Beschwerden betreffen Regionalzeitungen.

Deutscher Presserat hat 2019 insgesamt 2.175 Beschwerden erhalten, 137 mehr als 2018. Rund ein Drittel davon bezieht sich auf Berichte in Lokal- und Regionalzeitungen. Mit 34 Rügen erteilte das Gremium sechs mehr als im Vorjahr, die meisten wegen mangelnder Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten, gefolgt von der Verletzung von Persönlichkeitsrechten.
rnd.de, presserat.de (Details)

Die Corona-Krise bringt britische Gratiszeitungen in Finanzprobleme.

Gratiszeitungen in Großbritannien geraten durch die Corona-Pandemie heftig in Schieflage, schreibt Franz Scheele. Das Wirtschaftsblatt "City AM", sonst an Londoner U-Bahn-Stationen verteilt, verzichtet vorübergehend auf eine Print-Ausgabe und kürzt seinen Mitarbeitern das Gehalt um die Hälfte. Der "Evening Standard" hat seine Auflage von im Februar 787.000 Exemplare bereits auf eine halbe Mio gekürzt und klagt über deutliche Rückgänge bei den Anzeigen. Auch "Metro" will seine Auflage anpassen.
wuv.de

#WirBleibenZuhause appellieren die Zeitungen am Samstag bundesweit.

#WirBleibenZuhause appellieren am Samstag zahlreiche Tageszeitungen und drucken ein Aktionsplakat, das Leser*innen sich "gut sichtbar in ein Fenster" hängen sollen, so dass man es "von der Straße aus sehen kann". Damit wollen die Blätter von "Bild" über "FAZ" bis zum "Mindener Tageblatt" zur Eindämmung des Corona-Virus beitragen.
presseportal.de, mt.de (Plakat als PDF), mt.de (Paid)

Krautreporter und Sharemagazines machen Medien zugänglich.

Lesen gegen Langeweile: Die Krautreporter machen ihre Corona-Artikel frei zugänglich. Der digitale Lesezirkel Sharemagazines gibt Bewohnern im bundesweit am stärksten von Corona betroffenen Kreis Heinsberg kostenfreien App-Zugriff auf mehr als 300 Zeitschriften und Zeitungen. Kinderbuch-Autor*innen wie Kirsten Boie und Cornelia Funke lesen aus ihren privaten Wohnzimmern vor, der NDR und SWR streamen dabei live.
per Mail, sharemagazines.de (Heinsberg), presseportal.de (Kinderbuch-Lesungen), #thinkpositive #actpositive

Gruner + Jahr verkauft in der Corona-Krise mehr Zeitschriften im Supermarkt.

Gruner + Jahr verzeichnet in der Corona-Krise steigende Abo- und Verkaufszahlen. Im Lebensmittel-Handel sei der Print-Absatz seit Beginn der Krise um 10 % gestiegen. "Geo Wissen Gesundheit" legt sogar um rund 30 % zu. Auch die Abschlüsse bei telefonischer Abo-Werbung steigen, bei "Brigitte" um 90 %, beim "stern" um 120 %. Anders sieht es an Bahnhöfen und Flughäfen aus, wo der Presse-Umsatz laut "DNV" um bis zu 50 % zurückgeht.
guj.de, horizont.net (Paid), dnv-online.net (Background Bahnhof)

“Hamburger Morgenpost” startet täglichen Corona-Podcast.

Hamburger Morgenpost produziert zusammen mit der Gute Leude Fabrik den täglichen Podcast "Leben mit Corona". Agentur-Chef Lars Meier spricht mit Menschen, die beruflich oder persönlich betroffen sind. 917XFM sendet den Podcast im Radio, Rock Antenne Hamburg in Auszügen. Das Konzentrat gibt es tags darauf in der gedruckten "Mopo" zu lesen.
mopo.de, #thinkpositive #actpositive

“Tagesspiegel” verschickt seinen Checkpoint ab sofort auch auf Englisch.

Tagesspiegel verschickt seinen Newsletter Checkpoint von Montag bis Samstag nun auch auf Englisch. Der Verlag will so in der Corona-Krise auch die englischsprachigen Bewohner Berlins erreichen. Seit dieser Woche bietet der "Tagesspiegel" Corona-News außerdem auf Englisch, Türkisch und Arabisch an.
per Mail, #thinkpositive #actpositive

“Süddeutsche Zeitung” druckt jetzt eine tägliche Kinder-Seite.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung startet mit der heutigen Ausgabe eine tägliche Kinder-Seite mit dem Titel "Alles zu, Zeitung auf". Diese soll den Nachwuchs-Leser*innen während der Corona-Zwangsferien mit Witzen, Rätseln, Video-und Bastel-Tipps Ablenkung und Unterhaltung bieten. Platz dafür ist in der Zeitung nun deshalb, weil mangels Events auch die Veranstaltungstipps entfallen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 1 und 15 (Paid)

Klick-Tipp: Christian Lindner listet Corona-Arbeit der Lokal-Medien.

Viraler Lokaljournalismus: Christian Lindner, bis 2017 Chefredakteur der "Rhein-Zeitung", will zeigen, was Lokaljournalismus – "durch Sparmaßnahmen und Krankheit oft doppelt geschwächt" – in der Corona-Krise leistet. Er sammelt die beispielhafte Arbeit der Kolleg*innen in einer wachsenden Liste. Zum Start sind u.a. Arbeiten von "NOZ", "Nürnberger Nachrichten" und DuMont dabei.
christian-lindner-consulting.de

China wirft US-Journalisten von “NYT”, “Washington Post” und “WSJ” raus.


Bye-bye, Beijing: Die chinesische Regierung entzieht US-Journalisten von "New York Times", "Washington Post" und "Wall Street Journal" die Arbeitserlaubnis in China und verweist sie des Landes. US-Bürger*innen, die für die drei Zeitungen arbeiten, müssen sich innerhalb von vier Tagen beim Informationsamt des chinesischen Außenministeriums melden. Innerhalb von zehn Tagen müssen sie ihre Pressekarte abgeben. Das chinesische Regime erwartet von den drei Medienhäusern sowie vom "Time Magazine" und dem Auslandsrundfunk Voice of America zudem detaillierte Angaben über ihr Personal, ihre Finanzen, Aktivitäten und Immobilien in China.

Die Anordnung ist Chinas Reaktion auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Zahl der Mitarbeiter*innen aus China bei chinesischen Staatsmedien in den USA auf insgesamt 100 zu begrenzen. Schon Mitte Februar hatte China drei Reporter des "Wall Street Journals" wegen eines Kommentars im Blatt des Landes verwiesen.
derstandard.at, nytimes.com, techcrunch.com, fmprc.gov.cn

Kurt Kister verlässt die “Süddeutsche Zeitung” – Judith Wittwer wird neue Co-Chefredakteurin.


Friedensmaßnahme? Die "Süddeutsche Zeitung" und Chefredakteur Kurt Kister gehen getrennte Wege, meldet Kress.de. Kister gehe "auf eigenen Wunsch", wie der Verlag mitteilt. Er war seit 1983 bei der "SZ" in unterschiedlichen Rollen, seit zehn Jahren als Chefredakteur, gemeinsam mit Wolfgang Krach. Kister soll noch als Autor bleiben. Für ihn übernimmt Judith Wittwer, die vom Schweizer "Tages-Anzeiger" zur "Süddeutschen" wechselt. Bei dem Tamedia-Blatt wirkt Wittwer mit Unterbrechungen seit 2002, seit 2018 ist sie Chefredakteurin. Gemeinsam mit dem bisherigen Co-Chefredakteur Krach soll sie Online- und Print-Redaktion "integriert" führen. Die Zusammenarbeit von Print und Online war in den vergangenen Jahren die große Sollbruchstelle in der Redaktion. Zuletzt hatte Online-Chefin Julia Bönisch das Blatt im Streit verlassen.
kress.de, meedia.de

Aus dem Archiv von turi2.tv (05/2018): SZ.de-Chefin Julia Bönisch verabschiedet sich vom Reichweitenrennen.

Bascha Mika verlässt die “Frankfurter Rundschau” “altersbedingt”.


Virtueller Abschied: Bascha Mika, 66, seit sechs Jahren Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau", verlässt das Ippen-Blatt "altersbedingt", berichtet Ulrike Simon bei Horizont.net. Mika hat ihrem Team den Abschied am Dienstag in einer Video-Schaltkonferenz mitgeteilt – Corona-bedingt. Sie war 2014 in schweren Zeiten zu der Zeitung gekommen, die von der Frankfurter Societät gerade vor der Insolvenz gerettet worden war. Mika hat das Layout der Zeitung umgebaut und viele beachtete Serien ins Blatt gehoben und das Wochenend-Magazin "FR7" gestartet. Geführt hat sie die "FR" immer in Doppelspitze, erst mit Arnd Festerling, seit einem Jahr gemeinsam mit Thomas Kaspar, der nun alleiniger Chefredakteur wird.

Mikas Position wird direkt nicht nachbesetzt. An Kaspars Seite wirken künftig zwei Vize-Chefs: Michael Bayer, bisher Mitglied der Chefredaktion, und Karin Dalka, Leiterin des Politikressorts, steigen auf. Bascha Mika soll dem Blatt als Autorin erhalten bleiben.
horizont.net

Aus dem Archiv von turi2.tv: Bascha Mika im Porträt von Silke Burmester. (12/2015)

Gastro-Fachmagazin “AHGZ” schaltet Artikel im Plus-Bereich frei.

Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung, Gastro-Fachmagazin der dfv Mediengruppe, stellt wegen der Corona-Pandemie seinen Plus-Bereich kostenfrei zur Verfügung. Die Inhalte sollen bis zum 19. April nach einmaliger Registrierung frei zugänglich sein. Objektive und sachliche Informationen seien jetzt wichtiger denn je und müssten für alle zugänglich sein, sagt Chefredakteur Rolf Westermann.
ahgz.de

“Horizont”: Holtzbrinck beendet den Exklusiv-Vertrag mit Sigmar Gabriel.

Holtzbrinck löst seinen Exklusiv-Vertrag mit Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel auf, schreibt Ulrike Simon bei Horizont.net. Grund ist wohl, dass Gabriel zu viel in anderen Medien auftrat, deutet Simon an. Offiziell teilt Holtzbrinck-Finanzchef Oliver Finsterwalder mit, dass der Verlag und der Ex-Politiker ihre Zusammenarbeit "vor dem Hintergrund seiner zusätzlichen neuen Aufgaben" reduzieren. Für ein Honorar zwischen 15.001 und 30.000 Euro pro Monat hatte Gabriel in den vergangenen zwei Jahren für "Handelsblatt", "Zeit" und "Tagesspiegel" geschrieben.
horizont.net (Paid), gaborsteingart.com (Gabriel im Steingart-Podcast)

Madsack lässt nach Corona-Verdachtsfall Mitarbeiter in Hannover mobil arbeiten.

madsack_150Madsack hat einen noch nicht bestätigten Corona-Verdachtsfall im Pressehaus in Hannover und lässt am Freitag alle Mitarbeiter von Zuhause arbeiten, deren Tätigkeit das erlaubt. Die Heimarbeit ist verpflichtend, bis das Ergebnis des Tests bekannt ist.
uebermedien.de

Korrektur 16 Uhr: In einer früheren Meldung hatten wir berichtet, dass Madsack "alle Mitarbeiter ins Home Office" schickt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

“NZZ” macht Eric Gujers Polit-Newsletter frei zugänglich.

NZZ will mehr deutsche Leser*innen gewinnen und macht den Polit-Newsletter Der andere Blick kostenlos verfügbar. Bislang war das freitägliche Briefing von Chefredakteur Eric Gujer nur für Digital-Abonnent*innen erhältlich. Seit dem 4. März gibt es zudem das Morgen- und Abendbriefing in einer Version für deutsche Leser*innen. Auch neue Deutschland-Korrespondent*innen will die "NZZ" verpflichten.
meedia.de

Lese-Tipp: “Tagesspiegel” arbeitet nach einem Corona-Virus-Fall in Notbesetzung.

Lese-Tipp: Ein Infizierter mit dem neuartigen Corona-Virus beim "Tagesspiegel" stellt den Redaktionsalltag auf die Probe, berichtet Maris Hubschmid über die Ausnahmesituation bei der Berliner Tageszeitung. Die Flure im Verlag sind leer, die Kantine ist geschlossen - doch auch das Berliner Gesundheitsamt ist für die Redaktion kaum zu erreichen.
tagesspiegel.de

Corona: Springer schickt seine Mitarbeiter*innen ins Home Office.

Springer schickt seine Mitarbeiter*innen ins Home Office. Im Haus sei der erste bestätigte Fall aufgetreten, informiert der Vorstand die Mitarbeiter*innen in einer Rundmail. Ab sofort empfiehlt der Konzern das Home Office, ab Montag ist es verpflichtend – "sofern Ihre Tätigkeit dies erlaubt". Auch der "Tagesspiegel" hat seinen ersten bestätigten Corona-Fall. Der Mitarbeiter und alle Kolleg*innen, die mit ihm in Kontakt standen, befinden sich in Quarantäne.
uebermedien.de, rbb.de

Springer steigert 2019 Digital-Anteil, verliert aber bei Umsatz und Gewinn.

Springer: Vorstandschef Mathias Döpfner rechnet beim Stellenabbau bei "Bild" und "Welt" nicht mit betriebsbedingten Kündigungen, will sie aber auch nicht ausschließen, sagt er bei der Vorlage der Jahresbilanz 2019. Er setze auf Angebote zum freiwilligen Ausscheiden. Investitionen und Restrukturierung schmälern die Bilanz: 2019 erwirtschaftet Springer 3,112 Mrd Euro Umsatz, rund 2,2 % weniger als 2018. Der Anteil der Digital-Erlöse am Konzernumsatz steigt von 70,6 auf 73,3 %. Der Konzernüberschuss sinkt um 35,4 % auf knapp 135 Mio Euro. Das Segment News Media, zu dem u.a. "Bild" und "Welt" gehören, steigert den Anteil der Digital-Umsätze von 38,5 auf 42,8 %. U.a. durch Rückgänge im Printgeschäft sinkt der Segment-Umsatz um 4,4 % auf rund 1,4 Mrd Euro. Das Classifieds-Geschäft bleibt stabil bei 1,2 Mrd Euro Umsatz
meedia.de (Abbau), axelspringer.com (Bilanz), axelspringer.com (ausführlicher Geschäftsbericht), dwdl.de

“Zapp”: Hamburger Landgericht weist Schadensersatzklage gegen “Zeit” ab.

Zeit muss Schauspielerin Jany Tempel keine 30.000 Euro Schadenersatz zahlen, entscheidet das Landgericht Hamburg. Im Zuge der MeToo-Berichterstattung über Dieter Wedel warf sie ihm sexuelle Belästigung vor. Weil die Tat nicht verjährt war – was die "Zeit" fälschlicherweise angenommen hatte – musste Tempel als Zeugin vor Gericht gegen Wedel aussagen. Die Kosten für den juristischen Beistand wollte ihr Anwalt der Zeitung in Rechnung stellen, weil sie Tempel einen Opferanwalt zugesagt habe. Die "Zeit" bestreitet das, sie habe nur zugesichert, Kosten aus möglichen zivilrechtlichen oder medienrechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit der Berichterstattung zu übernehmen. Das Gericht folgt dieser Darstellung.
ndr.de

Corona-Virus hat Auswirkungen auf das Werbegeschäft, schreibt Roland Pimpl.

Corona-Virus hat auch die Werbekunden im Griff, schreibt Roland Pimpl. Viele Anzeigen würden storniert oder verschoben. Unternehmen seien durch die Verunsicherung kostensensibel. Insgesamt bleibe die Branche aber optimistisch. Bisher "keine gravierenden Auswirkungen" gebe es beim "Zeit"-Verlag. Die nächsten Wochen seien entscheidend, so die "FAZ". Laut Burda bringt der Corona-Informationsbedarf mehr Traffic.
horizont.net (Paid)

Presse-Grosso, Großverlage und AMV einigen sich auf Ersatzregelung beim Zeitschriftenvertrieb.

Presse-Grosso hat gemeinsam mit der Verlags-Allianz von Springer, Burda, Gruner + Jahr, Bauer, Funke, Spiegel und Klambt sowie dem Arbeitskreis Mittelständischer Verlage eine Lösung für den Zeitschriftenvertrieb gefunden. Der AMV reichte 2019 beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen die Mindestumsatz-Regel ein, die daraufhin gekippt wurde. Die jetzige Vereinbarung regelt die Rabatt-Zuschläge und bestimmt, dass die Klassengrenzen der Absatz- und Jahresumsatzbonus-Tabellen 2020 nicht angepasst werden.
dnv-online.de, turi2.de (Background)

Fazit-Stiftung meldet für 2018 knapp 20 Mio Euro Verlust.

Fazit-Stiftung, u.a. Eigentümerin der "FAZ", schreibt 2018 rote Zahlen und macht 19,96 Mio Euro Miese, u.a. wegen des Verkaufs der "Frankfurter Rundschau" und der "Frankfurter Neuen Presse" an die Zeitungsholding Hessen, und sinkender Werbeeinnahmen, schreibt Gregory Lipinski. Der Umsatz sinkt von 395 Mio Euro auf rund 326 Mio Euro. Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet die Fazit-Stiftung mit einem Verlust in mittlerer einstelliger Mio-Höhe.
meedia.de