"Spiegel" und "SZ" wissen seit Monaten vom #Strachevideo.

#Strachevideo: Der "Spiegel" weiß seit mehreren Monaten von dem auf Ibiza entstandenen Video, die "Süddeutsche" arbeitet schon länger an der Enthüllung, sagt Martin Knobbe (Foto) vom "Spiegel" bei "Anne Will". Vor einer Woche haben die Medien das Video erhalten und nach einem Verifikations-Prozess veröffentlicht. Bei der Frage nach dem Überbringer des Videos beruft Knobbe sich auf den Quellenschutz.
ndr.de (60-min-Video)

Nach "Spiegel"- und "SZ"-Enthüllungen: Österreichs Kanzler Kurz ruft Neuwahlen aus.


Kein kurzer Prozess: Die Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" sorgen für ein politisches Erdbeben in Österreich. Bundeskanzler Kurz ruft am Abend für "den nächst möglichen Zeitpunkt" Neuwahlen in der Alpenrepublik aus. Zuvor war am Mittag Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von allen Regierungs- und Parteiämtern zurückgetreten. In einem heimlich aufgenommenen Video von 2017 hatte Strache einer vermeintlichen russischen Oligarchin gegen Wahlkampfunterstützung öffentliche Aufträge versprochen. Außerdem macht Strache seine Verachtung für die freie Presse deutlich und hetzt und lästert über Bundeskanzler Kurz. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten das Video am Samstagabend veröffentlicht.

Der ÖVP-Politiker Kurz sagte in seinem Statement, er habe in den vergangenen anderthalb Jahren mit dem Koalitionspartner viel ausgehalten. Die Methoden, unter denen das Enthüllungsvideo entstanden ist, findet Kurz "verachtenswert", zum Inhalt sagt er dennoch "Genug ist genug". "Schwerwiegend" und "problematisch" nennt er die "Ideen zum Machtmissbrauch" und Straches Ansichten "gegenüber der Medienlandschaft".
spiegel.de, turi2.de (Background)

"Spiegel"- und "SZ"-Enthüllungen bringen Österreichs Vize-Kanzler Strache zu Fall.


Video killed the Right-wing Star: Österreichs Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache nimmt nach den Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" seinen Hut. Der Politiker der rechtspopulistischen FPÖ tritt auch als Parteivorsitzender zurück. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten einen Video-Mitschnitt veröffentlicht, in dem Strache einer vermeintlichen reichen Russin öffentliche Aufträge gegen Wahlkampfhilfe anbietet und empfiehlt, die kritische "Kronen-Zeitung" zu übernehmen - offenbar eine Falle. Wer hinter dem Video steckt, ist unbekannt.

Auf einer Pressekonferenz in Wien bezeichnet Strache den Mitschnitt als rechtswidrig. Er erhebt die Anschuldigung einer Schmutzkampagne und nennt dabei auch einen Namen: Jan Böhmermann. Dennoch entschuldigt sich Strache bei der Veranstaltung für sein Verhalten. Er schiebt den lockeren Ton auf seine zunehmende Alkoholisierung. Unklar ist, ob durch das Video auch die Mitte-Rechts-Koalition in Österreich platzt. Bundeskanzler Kurz hat die Möglichkeit, die Koalition mit Strache-Nachfolger Norbert Hofer fortzusetzen. Kurz kann aber auch Neuwahlen ausrufen.
spiegel.de, welt.de, turi2.de (Background)

Update 12.55 Uhr: Auch FPÖ-Fraktionschef Johann Gudenus, der ebenfalls in dem Video zu sehen ist, tritt zurück. Vor dem Bundeskanzleramt in Wien wollen am Mittag tausende Regierungskritiker demonstrieren. Meldungen zufolge will Bundeskanzler Kurz um 14 Uhr vor die Presse treten.
kleinezeitung.at

Update 16.27 Uhr: Das österreichische Bundeskanzleramt kündigt eine Pressekonferenz von Bundeskanzler Kurz für 19.45 Uhr an.

Correctiv forscht nun auch in kleineren Städten nach Eigentumsverhältnissen.

Correctiv Ausrufezeichen ohne Schriftzug-150Correctiv forscht mit Lüneburg, Heidenheim und Minden nun auch in kleineren Städten nach den Eigentumsverhältnissen von Grund und Boden. Das Recherche-Büro will damit Bewegung in die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum bringen. Die Aktion startet am Samstag in Kooperation mit der "Landeszeitung Lüneburg" mit einem achtseitigen Spezial. Bisher hat Correctiv die Aktion in Hamburg, Berlin und Düsseldorf durchgeführt.
per Mail

Video-Tipp: Michael Sandvoss im Erfolgs-Fragebogen.


Erfolgsarchitekt: Michael Sandvoss, bei Media Impact verantwortlich fürs Luxus-Marketing, feiert erste Erfolge im Kinderzimmer als Lego-Architekt. Später im Berufsleben agiert er nicht immer erfolgreich – vielleicht hätte er Immobilien kaufen sollen, statt einen Verlag zu gründen, sagt er im Erfolgs-Fragebogen von turi2 am Rande der Launchparty zur turi2 edition #8. Trotzdem ist er rückblickend zufrieden: "Heute habe ich ein ganz gutes Gefühl dafür, was funktioniert und wie man es vermarktet", auch wegen der Risiken, die er früher eingegangen ist.
turi2.tv (3-Min-Video)

"Kress": Rabe und Döpfner sind die bestbezahlten Medien-Manager.

Manager-Gehälter: "Kress"-Chefredakteur Markus Wiegand wühlt sich durch die Bilanzen der Medienkonzerne und kürt Thomas Rabe und Mathias Döpfner mit geschätzten Bezügen im unteren zweistelligen Mio-Bereich zu den bestbezahlten Medien-Managern. ProSiebenSat.1-Chef Max Conze bekommt laut Bilanz 5,5 Mio Euro, Ströer-CEO Udo Müller 3,57 Mio und Constantin-Chef Olaf Schröder 633.000 Euro.
kress.de

Zitat: Friedrich Nowottny hat angesichts der Print-Krise Angst um die Meinungsfreiheit.

"Wenn ich mir die Printmedien anschaue, dann laufen mir Schauer über den Rücken. Das, was sich da zusammenschrumpft, ist erschreckend und mit Sicherheit keine Zukunftssicherung der Meinungsfreiheit."

Friedrich Nowottny, Urgestein des "Bericht aus Bonn", analysiert zu seinem 90. Geburtstag im Gespräch mit Gabor Steingart die Medienlandschaft: Er findet die junge Generation in "ihrer Ausdrucksweise unglaublich besser" als seine Generation.
gaborsteingart.com, gaborsteingart.com (Audio-Interview ab 3.47 Min)

Bild beschert seinen Kunden mit dem Volks-Produkt satte Umsatzsteigerungen.

bildlogoBild hat mit dem Volks-Produkt ein erfolgreiches Vermarktungskonzept kreiert, das eigentlich nur zufällig entstanden ist, schreibt Santiago Campillo-Lundbeck. Seit dem Start im Jahr 2002 wurden mehr als 60 Mio Volks-Produkte verkauft. Die Kampagnen sorgten für mehr als 40 Mrd Kontakte bei die 80 Kunden. Die zu erwartenden Umsätze können mit dem Volks-Produkt laut Media Impact im Vergleich zu normalen Kampagnen um 43 bis 100 % gesteigert werden.
"Horizont" 20/2019, S. 17 (Paid)

Die künftig digitalere "Hamburger Morgenpost" bekommt ein Print-Reporter-Team.

Hamburger Morgenpost bekommt ab Juli ein Reporter-Team, das gut geklickte Online-Geschichten speziell für die Zeitung aufbereitet, berichtet Gregory Lipinski. Die Truppe um Chefreporter Olaf Wunder soll den freien Fall der Auflage stoppen. Die "Mopo" arbeitet ab Jahresmitte "Digital First". Das gilt auch für Veranstaltungs-Termine: Die wöchentliche Beilage "Plan 7" geht in einer Online-Datenbank auf.
meedia.de

Funke schenkt dem Grundgesetz zum 70. Geburtstag ein Panini-Heft.

Funke und Oliver Wurm und Alexander Böker von Juststickit veröffentlichen zum 70. Geburtstag des Grundgesetztes ein Panini-Sammelheft mit 333 Motiven. Die Aktion startet am 11. Mai mit je sechs Sammelbildchen in den rund 700.000 Zeitungen der Mediengruppe. Das Heft bildet Motive aus der Gegenwart sowie aus der Geschichte der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR ab.
funkemedien.de

"Salt Lake Tribune" will gemeinnützig werden.

Journalismus: Die US-Tageszeitung "Salt Lake Tribune" will sich in eine gemeinnützige Nachrichtenorganisation umwandeln und so neue Finanzierungsmöglichkeiten ausloten. Die Behörden müssen zustimmen, erst dann kann die Zeitung an Geschäftsmodell und Abos schrauben. In den vergangenen Jahren ist die Printauflage sehr stark zurückgegangen und rund ein Drittel der Mitarbeiter wurden entlassen.
niemanlab.org

Ulrike Simon: Mittelsmann könnte DuMont beim Verkauf seiner Zeitungen helfen.

DuMont: Ein Berliner Mittelständler könnte dem Verlag helfen, sein Zeitungsgeschäft als Ganzes loszuwerden, schreibt Ulrike Simon. Nur Madsack und Funke bieten auf das Gesamtpaket, zwischen 150 und 170 Mio Euro, doch Interesse haben eigentlich beide nicht. Besagter Unternehmer "mit verlegerischer Erfahrung, gut vernetzt in der Politik," könnte dem Käufer für einen "symbolischen Preis" die ungewünschten Blätter abnehmen.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Staatsanwaltschaft ermittelt gegem Heiko Genzlinger, der Ex-Geschäftsführer von Score Media.

Score Media: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem Anfangsverdacht gegen Heiko Genzlinger, den geschassten Geschäftsführer des Regional-Zeitungsvermarkters, berichtet Ulrike Simon. Es geht um Betrug und die Veruntreuung von Firmengeldern. Die "Abendzeitung" hatte schon im Dezember u.a. von einem Porsche als Dienstwagen und einer 6.000-Euro-Wohnung auf Firmenkosten berichtet. Score Media schweigt dazu.
horizont.net, abendzeitung-muenchen.de, turi2.de (Background)

Zitat: Einmal gedruckt, sind die Entscheidungen gefallen, sagt Mathias Müller von Blumencron.

"Der Unterschied zu Online ist: Irgendwann musst du dich entscheiden, und wenn es gedruckt ist, lässt es sich nicht mehr ändern."

Mathias Müller von Blumencron, Blattmacher beim "Tagesspiegel", spricht im "Horizont"-Interview über den Unterschied zwischen Print- und Digital-Arbeitsalltag.
"Horizont" 18/2019, S. 10 (Paid), turi2.de (Background)

"Tagesspiegel": Ab Mai kostet der Checkpoint, Bezahlsystem für Tagesspiegel.de soll folgen.


Cashpoint: Der Tagesspiegel hebt die Bezahlschranke und macht den Newsletter Checkpoint ab Mitte Mai kostenpflichtig, sagt Lorenz Maroldt im "Horizont"-Interview. Der Newsletter kommt künftig in zwei Fassungen: Eine abgespeckte Version bleibt kostenlos verfügbar, das längere Original enthält Exklusiv-Infos, einen täglichen Comic, Verlosungen und Vorteilsangebote.

Abonnenten zahlen 6,99 Euro im Monat, das Jahresabo kostet 5 Euro monatlich. Der Checkpoint wird in diesem Zuge erweitert und erscheint an sechs Tagen in der Woche, also auch am Wochenende. Später sollen zudem App und Website überarbeitet werden und ein Bezahlsystem für Tagesspiegel.de folgen.
"Horizont" 18/2019, S. 10 (Paid)

Belgisch-Niederländischer Zeitungskonzern kauft Irlands Auflagenprimus.

Mediahuis, belgischer Verlagsgruppe hinter u.a. "De Standaard" und dem niederländischen "NRC Handelsblad", kauft den irischen Zeitungsverlag INM für 145,6 Mio Euro. INM verlegt mit "Irish Independent" und "Sunday Independent" die wichtigste Tages- und Sonntagszeitung Irlands. Mediahuis sieht Potenzial im Onlinegeschäft des irischen Zukaufs, der seinerseits in den letzten zwei Jahrzehnten sein internationales Geschäft verkaufen musste. Die Kartellis müssen noch zustimmen.
reuters.com, rte.ie

Chefredakteur Michael Bröcker verlässt die "Rheinische Post".

Rheinische Post und Chefredakteur Michael Bröcker gehen Ende September nach 15 Jahren getrennte Wege. In einer internen Mitteilung schreibt Bröcker, dass er künftig "an verantwortlicher Stelle mit starken Partnern ein neues digitales Angebot im Journalismus" aufbauen werde. Worum es sich genau handelt, verrät er nicht. Michael Bröcker ist seit Anfang 2014 Chefredakteur der "Rheinischen Post". Informationen zur Nachfolge gibt es noch nicht.
per Mail, horizont.net

"New York Times" entschuldigt sich für antisemitische Netanyahu-Karikatur.

New York Times entschuldigt sich bei Twitter für eine Karikatur, die Israels Ministerpräsident Netanyahu zeigt. Die Zeichnung parodiert Netanyahu als Blindenhund mit Davidstern am Halsband, der einen blinden US-Präsidenten Trump mit Kippa führt. Die Karikatur ist am Donnerstag in der internationalen Printausgabe erschienen.
twitter.com, spiegel.de

Spanische rechtspopulistische Partei ignoriert kritische Presseanfragen.

Pressefreiheit: Die rechtspopulistische spanische Partei Vox ignoriert Anfragen von kritischen Medien, schreibt Reiner Wandler. Wahlprognosen trauen der Partei ein zweistelliges Ergebnis bei den anstehenden Parlamentswahlen zu. Autoren der größten spanischen Tageszeitung "El País" würden als "Manipulatoren" beschimpft, die Fake News verbreiteten.
taz.de

Lipinski: DuMont sammelt Kaufangebote für Printtitel, Maik Koltermann verlässt die "Hamburger Morgenpost".


Druckfrisch: Bei DuMont ist offenbar das Angebot eines "deutschen Großverlags" eingegangen, der sich für das gesamte Zeitungsgeschäft der Kölner interessiert, schreibt Gregory Lipinski bei Meedia. Der interessierte Verlag biete für die Printtitel 150 Mio Euro. Zum DuMont-Portfolio gehören "Kölner Stadt-Anzeiger", "Express", "Berliner Zeitung", "Berliner Kurier", "Mitteldeutsche Zeitung" und "Hamburger Morgenpost" sowie Anzeigenblätter.

Weitere Angebote sollen für einzelne Zeitungstitel eingetrudelt sein – sowohl von externen Investoren als auch von der Belegschaft. Demnach interessiere sich Martin Stedler, Chef des "Mopo"-Vermarkters Hamburg First, für die "Hamburger Morgenpost", der den Titel über einen Management Buyout übernehmen wolle. Stedler äußert sich nicht zu der Thematik.

Der Verkauf der "Hamburger Morgenpost" wird jedoch in jedem Fall ohne Maik Koltermann über die Bühne gehen. Der Vize-Chefredakteur und Lokalchef verabschiedet sich "Mitte des Jahres" nach 19 Jahren aus dem Unternehmen, bestätigt eine Konzern-Sprecherin. Für eine Nachfolge gebe es noch keine Regelung. Grund für Koltermanns Abgang sollen heftige Streitereien mit dem zweiten stellvertretenden Chefredakteur Alexander Krug sowie Geschäftsführerin Susann Molzow sein, heißt es aus Unternehmenskreisen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Österreich: Streit um Führung der "Kronen-Zeitung" geht weiter.

Kronen-Zeitung: Rene Benko will Christoph Dichand, den Herausgeber und Chefredakteur der österreichischen Zeitung, absetzen, schreibt Hans-Peter Siebenhaar. Es ist bereits der zweite Versuch. Diesmal geht es um einen umstrittenen Gesellschaftervertrag und die dort festgelegten Stimmrechte. Wenn Benko und Funke Recht bekommen, verlöre die Dichand-Familie zwei ihrer bisherigen Stimmen.
handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Studie: 20 Mio Konsumenten kaufen Lektüre im Internet.

E-Commerce: Rund 20 Mio Menschen in Deutschland kaufen laut dem Statistischen Bundesamt im Internet analogen oder digitalen Lesestoff. Laut der Studie zur privaten IT-Nutzung in Deutschland 2018 waren von den Käufern 2 Mio unter 24 Jahre alt, 13 Mio zwischen 24 und 55 Jahre alt sowie 5 Mio über 55 Jahre alt.
destatis.de (Pressemitteilung), destatis.de (Studie, PDF)