Sandra Rothfeld ist neue Werbeleiterin bei Diogenes.

Neues Gesicht: Marketing-Expertin Sandra Rothfeld ist neue Werbeleiterin beim Diogenes Verlag und folgt auf Renata Sielemann. Rothfeld hat Buchhandel / Verlagswirtschaft in Leipzig studiert und war zuvor u.a. beim Rowohlt Verlag tätig. Zuletzt leitete Rothfeld die Marketing-Abteilung beim Hoffmann und Campe Verlag, den sie im März auf eigenen Wunsch verlassen hat.
buchmarkt.de, turi2.de (Background)

Wir graturilieren: Karl Hans Arnold wird 60.

Wir graturilieren: Mitglied im Gesellschafterausschuss und Aufsichtsrat der Funke Mediengruppe, Karl Hans Arnold, macht heute die 60 voll. Er startet sein neues Lebensjahrzehnt mit Tatendrang, Optimismus, aber auch mit Demut. Beruflich setzt Arnold sich zum Ziel, einen Beitrag zum unab­hängigen Journalismus zu leisten: "Eine notwendige und erfüllende Aufgabe." Wenn er sich etwas wünschen dürfte, wäre das die erhebliche finanzielle Ausstattung der Redaktionen. Aber "bitte nicht durch Subventionen", sagt Arnold.

Doch bevor die Verantwortung ruft, ist erstmal Entspannen angesagt: Seinen Ehrentag verbringt er mit seiner Familie an der ihm so vertrauten Côte d'Azur. Glückwünsche erreichen Arnold heute per E-Mail.

Gudrun Kreutner verlässt den Wort & Bild Verlag und macht sich selbstständig.

Ist so frei: Gudrun Kreutner, Leiterin der Unternehmens­kommunikation bei Wort & Bild, verlässt den Verlag und macht sich selbstständig. Sie habe sich zuletzt "intensiv mit New Work beschäftigt und was eigentlich gutes Arbeiten ausmacht", schreibt sie auf Linked-in. Sie werde für Wort & Bild weiter als Beraterin tätig sein. CEO Andreas Arntzen schreibt, er unterstützte ihren Schritt: "Ich glaube daran, dass wir neue Formen abseits der alten Arbeitsweisen brauchen."
kress.de, linkedin.com

Corint Media wirft Google Dumpingpreise beim Angebot für Verlage vor.


Super-Spar-Angebot: Die Verwertungs­gesellschaft Corint Media hält nicht viel von Googles neuem Angebot, Verlage für Nachrichten-Snippets zu bezahlen. Dabei handle es sich um eine "massenhafte und schnelle Einholung von Lizenzen zu Dumping-Preisen", sind die Geschäfts­führer Christoph Schwennicke (Foto links) und Markus Runde (Foto rechts) überzeugt. Die Vergütung für die Extended News Previews (ENP) sei sogar "erkennbar missbräuchlich", gleichzeitig würden Google umfassende Rechte eingeräumt.

Die Summe der Zahlungen im Rahmen der ENP-Verträge schätzt Corint Media auf rund 10 Mio Euro. Zum Vergleich: In Australien musste Google aufgrund schärferer Gesetze bis zu 100 Mio Euro an Verlage zahlen – obwohl der Markt dort nur rund ein Drittel so groß ist wie der deutsche. Corint warnt Presseverleger davor, "sich Rechte an ihren Inhalten, dem Herzstück ihres Geschäfts, für Glasperlen abkaufen zu lassen".

Auch die in der Vergangenheit abgeschlossenen Verträge für Google News Showcase seien nur "vermeintlich attraktiv", kritisieren die Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft. Die Zahlungen lägen hier deutlich unter dem Wert des Leistungs­schutz­rechtes. Hinzukomme, dass Google auch Nachrichten von den Verlagen anzeigen will, die keine ENP-Verträge abschließen. "Das ist, als würde ein Automobilhersteller mit Monopolstellung bestimmen wollen, dass er für Getriebe ab jetzt nur noch drei Euro zahlt. Und falls sich der Zulieferer weigert, werden die Getriebe dennoch ohne Zustimmung jede Nacht vom Hof des Getriebeherstellers geholt", vergleichen Schwennicke und Runde den Vorgang.
corint-media.com, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Wie Verleger Henri Nannen antisemitische Flugblätter produzierte.

Video-Tipp: Das Funk-Format STRG_F recherchiert die Verstrickungen des verstorbenen Verlegers Henri Nannen in den Nationalsozialismus. Offenbar war Nannen verantwortlich für die Herstellung antisemitischer Flugblätter des "Unternehmens Südstern", deren konkrete Darstellungen bis jetzt unbekannt waren. Nannen hatte im Rahmen seiner Entnazifizierung seine Tätigkeit bei "Südstern" verschwiegen.
youtube.com (21-Min-Video) via presseportal.de

Nürnberger Presse macht Michael Husarek zum Chefredakteur für alle Medien.

Macht's allein: Der Verlag Nürnberger Presse macht Michael Husarek (Foto), bisher Chefredakteur der "Nürnberger Nachrichten", zum Oberboss über alle im Haus erscheinenden Medien und zum Leiter der Zentralredaktion. Armin Jelenik soll sich als sein Stellvertreter vor allem um die "Nürnberger Nachrichten" und deren Lokalausgaben kümmern, Barbara Zinecker übernimmt als Stellvertreterin die Digitalkanäle, u.a. nordbayern.de.
per Mail

Fusion von RTL und Gruner + Jahr: RTL News stellt 14 Chefredakteurinnen vor.


14 gewinnt: RTL News stellt nach der Fusion von RTL und Gruner + Jahr das neue Chefredaktionsteam vor, das aus 14 Personen besteht. Gregor Peter Schmitz, bisher Chefredakteur der "Augsburger Allgemeinen", wird Vorsitzender der Chefredaktion des "stern". Florian Gless, bisher "stern"-Chef, verlässt das Magazin "auf eigenen Wunsch". Gless' Co-Chefin Anna-Beeke Gretemeier soll nach ihrer Elternzeit auf ihren Posten zurückkehren. Gregor Peter Schmitz wird zudem gemeinsam mit Stephanie McClain, Lotte Lang und Michael Wulf in die Chefredaktion "Reportage, Dokumentation & Investigativ" berufen.

Die Chefredaktion "Nachrichten & Gesellschaft" übernehmen Jutta Bielig-Wonka, Gerhard Kohlenbach und Wolf-Ulrich Schüler. Sonja Schwetje und Horst von Buttlar sind ab sofort Chefredakteure "n-tv, Wirtschaft & Wissen". Für "Leute und Leben" zeichnen Doris Brückner, Brigitte Huber und Martin Gradl verantwortlich; Christina Gath und Jan Spielhagen bekommen den Bereich "Wohnen & Genuss". RTL betont, bei den "Verantwortlichkeiten für die Printmarken" ändere sich durch die neue Organisation nichts – die Teams sollen sich vor allem um Organisation und Struktur ihrer Ressorts kümmern. Der DJV mahnt die tarifliche Bezahlung aller Beschäftigten an.
presseportal.de (Gesamt), presseportal.de (Gless), dwdl.de, djv.de

Hör-Tipp: Chefredaktion der “Süddeutschen Zeitung” sitzt der Stuttgarter SWMH “in der Westentasche”.

Hör-Tipp: Die Chefredakteure der "Süddeutschen Zeitung", Wolfgang Krach und Judith Wittwer, sitzen der Stuttgarter SWMH "in der Westentasche" – und hätten "überhaupt kein Standing, weder redaktionell noch machtpolitisch", sagt ein anonymer Redakteur des Blattes dem Deutschlandfunk. Prominente Abgänge in jüngster Zeit hätten im Haus "Misstrauen und Pessimismus" verbreitet. Krach und Wittwer wollen von einer Krise indessen nichts wissen.
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio) via bildblog.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: dtv-Verlegerin Barbara Laugwitz lässt sich vom “Spiegel” porträtieren, um sich “zu disziplinieren”.

Lese-Tipp: dtv-Verlegerin Barbara Laugwitz, bisher vor allem erfolgreiche Buch-Strippenzieherin mit Hang zum Hintergrund, lässt sich vom "Spiegel" vier Tage lang für ein Porträt begleiten, um sich "zu disziplinieren": Bei ihrer Kündigung bei Rowohlt 2018 sei ihr aus ihrer Unauffälligkeit ein Strick gedreht worden. Heute teilt sie ihr Büro neben dem Münchner Schlachthof mit Labrador-Pudel-Mischling Hans, der sie vor "endloser Arbeit" bewahrt.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background Rohwolt)

Ex-Media-Impact-Manager Harald Wahls wird Herausgeber beim “Berliner Abendblatt”.

Wahls Wahl: Ex-Media-Impact-Manager Harald Wahls heuert bei der Egro Mediengruppe aus Oberhausen an und wird u.a. Herausgeber des wöchentlich erscheinenden "Berliner Abendblatts". Zudem soll er sich um sämtliche "Hauptstadtaktivitäten" des Unternehmens kümmern. Wahls bringt die nötige Expertise mit: Vor seiner Zeit beim Springer-Funke-Vermarkter Media Impact war er u.a. Gesamt-Verlagsleiter von "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier".
kress.de

“Tagesspiegel” macht Anja Wehler-Schöck zur Ressortleiterin “Internationale Politik”.

International Relations: Der "Tagesspiegel" macht Anja Wehler-Schöck ab 1. August zur Leiterin des neu gegründeten Ressorts "Internationale Politik". Wehler-Schöck kommt vom IPG-Journal, wo sie seit 2021 Chefredakteurin ist. Zuvor arbeitete sie u.a. für die Deutsche Botschaft in Washington und die Friedrich-Ebert-Stiftung.
meedia.de

Jahreszeiten Verlag und Head of Sales Helma Spieker trennen sich.

(Jahres)Zeiten ändern sich: Der Jahreszeiten Verlag und Anzeigen­verkaufs­leiterin Helma Spieker gehen getrennte Wege. Grund seien "unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Aufstellung und Steuerung der Verkaufsbereiche", Spiekers Abschied erfolge dennoch "freundschaftlich und im allerbesten Einvernehmen". Ihren Aufgabenbereich übernimmt Arne Bergmann, Geschäftsführer Sales und Content Solutions.
new-business.de

Klaus Mehler verlässt die dfv Mediengruppe, Schnücke und Löffel übernehmen neue Aufgaben.

Neuordnung: Der bisherige Leiter der strategischen Verlagsentwicklung des dfv und Co-Geschäftsführer der Tochter dfv Conference Group, Klaus Mehler (Foto), verlässt das Unternehmen 2023. Arne Löffel tritt seine Nachfolge in der Geschäfts­führung an und Christian Schnücke, bisheriger Gesamtverlags-Leiter der Fleisch- und Backmedien, übernimmt ab Mai zusätzlich die Agrarmedien.
per Mail

Madsack übernimmt die Mehrheit am Verlag J. Hoffmann.

madsack_150Eingesackt: Die Mediengruppe Madsack erhöht ihre Anteile am Verlag J. Hoffmann, der die kleine Tageszeitung Die Harke im Mittelwesergebiet herausgibt, und übernimmt mit 51 % die Mehrheit. Bisher hat der Anteil bei 20 % gelegen. Künftig sollen neue Digital-Angebote entwickelt werden, sagt Christian Rumpeltin, Geschäftsführer von "Die Harke". Der "enge Schulterschluss" habe Projekte wie diese erst möglich gemacht.
madsack.de, bdzv.de

MVFP: 30 % der Zeitschriften sind in ihrer Existenz stark gefährdet.


Düstere Aussichten: Die wirtschaftliche Situation der Zeitschriftenverlage verschlechtert sich zunehmend, sagt eine MVFP-Analyse. Demnach seien 30 % der Zeitschriften bis 2024 in ihrer Existenz stark gefährdet, wenn sich an der aktuellen Situation nichts ändert. 86 % der Verlage halten Subventionen für notwendig. "Andernfalls droht ein massiver Schaden für die Pressevielfalt", sagt MVFP-Präsident Rudolf Thiemann. Burda-Vorstand Philipp Welte spricht sich ebenfalls für eine "diskriminierungsfreie, ordnungspolitisch unbedenkliche Förderung" von Zeitschriften und Zeitungen aus. Er plädiert für die deutsche Medienöffentlichkeit, die im Vergleich zu u.a. Süd- und Osteuropa von Verleger-Familien geprägt ist und nicht von Wirtschafts-Konzernen und deren Interessen gelenkt wird. "Eine gesunde Demokratie braucht gesunde Verlage."

MVFP-Bundesgeschäftsführer Stephan Scherzer sagt, die Redaktionen lassen sich "allein aus digitalen Geschäftsmodellen nicht nachhaltig finanzieren". Die "kriegsbedingten Kostenexplosionen" der Energie- und Papierpreise würden das Geschäft und die digitale Transformation der Medien zusätzlich gefährden. Dazu kommen noch gestiegene Portokosten. Scherzer mahnt, in diesen "extremen Zeiten" ist das Risiko "irreparabler Schäden" für die Pressefreiheit und -vielfalt "hoch".

Im Jahr 2021 steigt der Umsatz der Verlage um 3,2 % auf 19,4 Mrd Euro, liegt aber immer noch unter dem Vorkrisenniveau von 20,2 Mrd Euro. Das digitale Geschäft wächst, während Print weiter verliert.
horizont.net (Paid), kress.de, spiegel.de

C3 startet Online-Ratgeber für Menschen, die ukrainische Geflüchtete aufnehmen.

C3: Die Marketing-Agentur startet einen Online-Ratgeber für Menschen, die Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen. Hereinspaziert informiert Gastgeberinnen und Geflüchtete u.a. über den Aufenthalt und das Zusammenleben in einer Gast­familie. Da sich die Aufnahme-Regeln deutschlandweit unterscheiden, hat sich der Ratgeber auf die Städte mit C3-Standort spezialisiert: Berlin, Hamburg, München und Stuttgart.
burda.com

Tanja Fox wird stellvertretende Chefredakteurin von “Myself”.

Funke macht Tanja Fox, 36, zur stellvertretenden Chefredakteurin vom Lifestylemagazin "Myself". Fox war zuletzt im Bereich Corporate Publishing der Kosmetikmarke Weleda tätig, zuvor war sie u.a. Head of Editorial des Frauenmagazins "Glamour" bei Condé Nast. Alexandra Pasi, bisher Deputy Director Beauty bei "Myself", leitet künftig das Ressort "Leben".
funkemedien.de

“Der schönste Text, den ich jemals bearbeiten durfte” – Oliver Wurm über das Grundgesetz und Gedichte.


Druck von allen Seiten: Das Grundgesetz als Magazin herauszubringen, war definitiv die verrückteste Idee, die Independent-Verleger Oliver Wurm jemals hatte, erzählt er Pauline Stahl und Markus Trantow im turi2 Clubraum. "Diejenigen, die damals gesagt haben, 'das wird funktionieren', kann ich an einer Hand abzählen – und da bin ich selbst viermal dabei." Das Risiko, dafür einen sechsstelligen Kredit aufzunehmen, habe sich allein deshalb schon gelohnt, weil das Grundgesetz "der schönste Text ist, den ich jemals bearbeiten durfte" – und am Ende wartete auch noch das Bundesverdienstkreuz auf den Verleger. Ein "derzeit großer Flop" in seinem Sortiment ist hingegen die Bibel, die er als Neues Testament als Magazin an die Kioske gebracht hat.

Der Erfolg seiner Hefte sei eben oftmals abhängig von Krisen und Skandalen, erzählt Wurm im Podcast. Als die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona starb, war das zwar gut für die Verkaufszahlen des Biographie-Magazins, aber erschütternd für den Fußball-Fan. Mit dem Sammelbildchen-Anbieter Panini produziert er seit Jahren regionale Stickeralben. Das Geschäft mit den Sticker-Alben zur Fußball-EM in Deutschland haben die Italiener an Topps aus den USA verloren. Doch Wurm ist sich sicher: "Der Kult um Panini ist auch durch den Rechteverlust unkaputtbar". Dem können seine Gesprächspartner Pauline Stahl und Markus Trantow zustimmen – auch, wenn sie selber keine Fußball-Fans sind.

Zu einer seiner jüngsten Ideen, dem Magazin Dreizehn +13 Gedichte, wurde Wurm von Gerhard Schröder inspiriert – "auch, wenn es schlecht gealtert ist", dies zu erzählen. Dessen Frau Soyeon Schröder-Kim hatte im zweiten Lockdown ein Instagram-Video hochgeladen, in dem der Altkanzler Rainer Maria Rilkes Gedicht "Herbsttag" rezitiert. Es habe ihn "regelrecht angemacht", wie passend und aktuell dieses Gedicht auf die heutige Zeit passt, erzählt Wurm – und deshalb 13 klassische Werke und ebenso viele zeitgenössische Gedichte in ein Heft gepackt.

Wurm vereint mit seinen Magazinen viele Leidenschaften. "Ich arbeite zu viel, ich arbeite zu hart, und brauche dringend eine Pause, sonst frisst mich die Arbeit auf", wird ihm immer wieder bewusst. Ausgleich findet er im Meditieren, Wandern und in der Familien-Chat-Gruppe, die ihn immer mit dem besten Klatsch aus seinem Heimatdorf versorgt.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche macht der Podcast Oster-Pause, in zwei Wochen ist dann die Investigativjournalistin Isabell Beer zu Gast. Sie spricht über ihre Arbeit und die Themen der Woche mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow und seiner Co-Hostin Annkathrin Weis, die man aus dem "Journalist"-Podcast "Druckausgleich" kennt.
turi2.tv (49-Min-Podcast bei YouTube), turi2clubraum.podigee.io (Audio-Podcast), apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de


“Handelsblatt” und dfv kooperieren in Sachen Recht und Steuern.

Beigesteuert: Das "Handelsblatt" und die dfv Mediengruppe kooperieren in Sachen Recht und Steuern. Ab heute erscheint im "Handelsblatt" wöchentlich eine themenbezogene Seite, deren Inhalt von der dfv-Fachredaktion geliefert wird. "Handelsblatt"-Chefredakteur Sebastian Matthes verspricht sich davon einen "qualitativ hochwertigen Mehrwert".
dfv.de

Frank Pöpsel wird Geschäftsführender Chefredakteur beim Finanzen Verlag.

Bleibt beim Geld: Der langjährige Chefredakteur von "Focus Money", Frank Pöpsel, wechselt als Geschäfts­führender Chef­redakteur zum Finanzen Verlag. Der Finanz­journalist ist nach der Übernahme durch die Börsenmedien AG für die inhaltliche Ausrichtung der Publikationen verantwortlich, zu denen u.a. Börse Online, "Euro am Sonntag" und "Euro" gehören.
meedia.de

Bauer verliert Verlagschef Rob Munro-Hall.

Bye Bye Bauer: Die Bauer Media Group und Rob Munro-Hall gehen ab sofort getrennte Wege.  Der Brite kam 2008 zu Bauer und machte beim Hamburger Medienhaus Karriere.  2016 hat ihn Bauer zum CEO des britischen und 2020 zum Chef des weltweiten Verlagsgeschäfts befördert. Die Stelle soll neu besetzt werden, ein Nachfolger ist bisher noch nicht gefunden. Zuletzt hatte sich Bauer aus vielen Ländern zurückgezogen und u.a. das USA-Geschäft verkauft.
new-business.de, bauermedia.com, turi2.de (Background)

Bertelsmann fährt 2021 bestes operatives Ergebnis seiner Geschichte ein.

Bertelsmann verzeichnet 2021 das beste operative Ergebnis seiner Geschichte. Der Umsatz wächst um 11,4 % auf 18,7 Mrd Euro. Der Gewinn beläuft sich auf 2,3 Mrd Euro - ein Plus von 58 % im Vergleich zu 2020. Das operative EBITDA erreicht den Rekordwert von 3,2 Mrd Euro, 2020 waren es noch 3,1 Mrd Euro. Die Schulden sinken um 1,1 Mrd Euro und liegen nun unter 1 Mrd Euro.
bertelsmann.de

Medienholding Süd stellt Werbevermarkter neu auf.

Medienholding Süd benennt die Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung in Südwest Media Network um. Die Firma verantwortet wie zuvor die Vermarktung der Anzeigen­gemeinschaft von 28 Tages­zeitungen im Raum Stuttgart und schnappt sich im nationalen Markt zudem den "Schwarzwälder Boten" und die Zeitungsgruppe Hof-Coburg-Suhl-Bayreuth. Das neu ausgerichtete Unternehmen strebt einen Agentur-Ansatz und eine 360-Grad-Vermarktung an.
new-business.de

“Horizont”: Führung der Mitarbeiter-KG des “Spiegel” einigt sich auf Doppelspitze.

Wechselspiel: Die fünfköpfige Geschäftsführung der Mitarbeiter-KG des "Spiegel" macht Vize-Personalchef Carsten Türke und den Leiter des Wirtschaftsressorts Markus Brauck zu seinen Vorsitzenden, berichtet "Horizont". Die ersten anderthalb Jahre ist Türke Vorsitzender und Brauck sein Vize, in der zweiten Hälfte ihrer Amts­zeit wechseln sie die Rollen. Anfang März hatte die KG das neue Führungsgremium gewählt.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Axel Springer kooperiert mit Empfehlungsplattform Outbrain.

Axel Springer schließt eine Kooperation mit der Empfehlungsplattform Outbrain. Die Technologie spielt Nutzerinnen deutsche journalistische Digitalangebote der "Bild"- und "Welt"-Gruppe sowie der "BZ", "Rolling Stone", "Musikexpress" und "Metal Hammer" als Artikelempfehlungen aus. "Bild" und "Welt" starten ab 30. März, die anderen Marken folgen kurz darauf.
per Mail, horizont.net (Paid)

Zitat: Präsidenten-Promis wie Döpfner sind nicht nötig, sagt MVFP-Präsident Rudolf Thiemann.

"Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, einen besonders prominenten Präsidenten zu haben. Aber es schadet auch nicht."

Rudolf Thiemann, Präsident des VDZ-Nachfolgevereins Medienverband der Freien Presse, sagt im "Horizont"-Interview, dass es prominente Präsidenten wie Mathias Döpfner vom BDZV nicht zwingend braucht.
ereader.horizont.net

Porträt: Markus Dohle, Chef von Penguin Random House.

Bücherwurm: Er hat von hinten angefangen: erst Vertrieb, dann Produktion, dann "Bücher machen", seit 2008 in New York. Nach fast 30 Jahren ist Markus Dohle noch nicht buchstabensatt.

Er hat immer eine Leseempfehlung parat. Geht es ums Thema Entscheidungen, rät Dohle zu "Think again" von Adam Grant, erschienen natürlich bei Penguin Random House. Und dazu, sich möglichst spät zu entschließen, um so viele Perspektiven wie möglich zu sammeln. Bücher, daran glaubt er fest, können Menschen "ein bisschen näher zu ihrem besten Ich" führen. Für jemanden, der daran arbeitet, "gute Spuren in Menschen zu hinterlassen", kann es also nur minimale Enttäuschungen geben: Zum Beispiel, wenn "eine tolle Geschichte viel zu wenig Leser findet".

Abgesehen davon darf man Markus Dohle wohl als zufriedensten Manager der Verlagsbranche bezeichnen: Seinem jüngeren Ich gibt er den Rat: "Hab‘ wieder genauso viel Glück!" – mit der kleinen Einschränkung: "Mach’s beim zweiten Mal noch etwas besser." Im nächsten Leben, sagt Dohle, wird er Autor. Obwohl: "Vielleicht schaffe ich es ja noch im Diesseits."

Markus Dohle
Geb. 1968 in Arnsberg
1994: Diplom-Wirtschaftsingenieur, Einstieg bei Bertelsmann
2002: Vorsitzender der Geschäfts-führung bei Mohn Media
2008: Chef von Random House in New York
2012: Das bis heute erfolgreichste Buch des Verlags erscheint: "50 Shades of Grey"
2013: Fusion mit Penguin Books
2020: Übernahme Verlagsgruppe Simon & Schuster


Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper:

“Unterschiedliche Charaktere, um erfolgreich zu sein” – Andreas Arntzen über die Arbeit im Wort & Bild Verlag.


Verantwortung übernehmen: Der Wort & Bild Verlag in Baierbrunn baut um, um zu helfen. In pandemiebedingt leerstehenden Räumen sind in den vergangenen Tagen 25 ukrainische Geflüchtete eingezogen, Unterkünfte für 20 weitere Menschen entstehen gerade. Im Jobs-Podcast von turi2 spricht CEO Andreas Arntzen zum ersten Mal öffentlich über das Engagement des "Apotheken Umschau"-Verlags. Arntzen und Mitarbeitende hatten sich zuvor einem Konvoi angeschlossen, an der Grenze zur Ukraine Flüchtende aufgenommen und nach Deutschland gebracht. Mit ihrem Engagement wollen Arntzen und der Verlag ein Vorbild sein und auch andere Menschen "mobilisieren und motivieren, etwas zu machen". Es sei okay angesichts des Krieges und der Not, sprachlos zu sein, "das sollte aber nicht dazu führen, dass wir tatenlos sind".

Im Podcast turi2 Jobs spricht der Medien-Manager außerdem über das Arbeiten im Gesundheitsverlag Wort & Bild und seinen Führungsstil. Viele Eigenschaften, die für "Arntzi" schon als Hockey-Torwart in der Nationalmannschaft wichtig waren, prägen ihn noch heute. Im Teamsport und im Management gehe es etwa um "Vorbereitung, Disziplin, Motivation, den Biss". Damit sein Führungsstil nach dem "Trial and Error"-Prinzip auch in einem traditionsreichen Unternehmen funktioniert, sei es wichtig, "mit gewissen Traditionen auch mal zu brechen". Es brauche einen Ausgleich "zwischen alten Werten und der Moderne".

Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, Home Office und Teilzeit-Möglichkeiten auch in Führungs-Positionen. Bei Wort & Bild arbeiten mehr Frauen als Männer – in Führungspositionen ist das Verhältnis inzwischen ausgeglichen, berichtet Arntzen. "Ich glaube, dass es sehr viele Mütter gibt, die Top-Ausbildungen haben und extrem motiviert sind." Ihnen passende Angebote zu machen, ist Arntzen wichtig. Grundsätzlich sei für ihn weniger der Lebenslauf wichtig, als dass Bewerberinnen "Charakterstärke zeigen" und "wissen, was sie können und was sie nicht können".

Andreas Arntzen ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April. Die neue Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
turi2.tv (44-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de



Mitarbeit: Markus Trantow

Lese-Tipp: Alexandra Elbakyan macht Wissenschaft frei zugänglich.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" porträtiert die Kasachin Alexandra Elbakyan, die mit ihrem Portal Sci-Hub Bezahlschranken knackt und wissenschaftliche Publikationen frei zugänglich macht. Die Wissenschaftsverlage, die im Jahr mehr Umsatz machen als die gesamte globale Musikindustrie, gehen gerichtlich gegen sie vor, auch Geheimdienste ermitteln. Für Elbakyan geht es aber ums Prinzip: "Wenn es ein Gesetz gibt, das die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse verhindert, liegt das Problem bei diesem Gesetz", sagt sie.
sueddeutsche.de

VDZ stellt sich als Medienverband der freien Presse neu auf.

Neuer Name, alte Köpfe: Die Zeitschriftenverleger organisieren sich ab sofort im Medienverband der freien Presse (MVFP). Neuer, alter Präsident ist Rudolf Thiemann von der Liborius Verlagsgruppe, der u.a. mit Philipp Welte (Hubert Burda Media) das exekutive Führungsgremium des Nachfolgerverbandes des VDZ bildet und diesem schon seit 2017 vorstand. Der MVFP will die Interessen seiner Mitglieder mit einheitlichen Mitgliedsbeiträgen und fünf Landesvertretungen möglichst demokratisch abbilden.
wuv.de, new-business.de, turi2.de (Background)

dpa startet Themenwelt mit dateninformiertem Angebot.

dpa startet eine Themenwelt, die das Nutzungs­verhalten von Leserinnen bei journalistischen Angeboten auswertet. Gemeinsam mit mehr als 20 Verlagshäusern und der Unternehmens­beratung Schickler hat die Agentur Millionen von Datensätzen analysiert. Anhand der Ergebnisse können Verlage u.a. erkennen, welche digitalen Inhalte zu einem Abo-Abschluss führen.
presseportal.de

René Benkos Signa-Gruppe steigt bei Funkes “Ostthüringer Zeitung” ein.

Griaß di: Die Funke-Mitgesellschafterin Rheinisch-Westfälische Verlagsgesellschaft tritt ihre Anteile in Höhe von 40 % an der "Ost­thüringer Zeitung" an die öster­reichische Signa-Gruppe von René Benko ab. Signa und Funke übernehmen damit gemeinsam die Kontrolle über die Verlags­gesellschaften. Eine entsprechende Anfrage liege dem Bundeskartellamt vor. Signa-Medien-Geschäfts­führer ist demnach Christoph Keese (Foto), aktuell noch Geschäfts­führer von Springers Beratungs­tochter Hy. Die Signa Holding des Karstadt-Eigentümers Benko hält seit 2018 49 % des Österreich-Geschäfts von Funke.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Hendrik Groth verlässt Chefredaktion der “Schwäbischen Zeitung”.

Häusle umbaue: Bisheriger Chefredakteur der "Schwäbischen Zeitung" Hendrik Groth gibt sein Amt ab und ist ab April für das Event Bodensee Business Forum und für das humanitäre Engagement des Verlags zuständig. Seine Nachfolger sind Andreas Müller und Jürgen Mladek, der von der Tochter "Nordkurier" in Neubrandenburg kommt. Im Norden übernimmt für Mladek Gabriel Kords. Für die digitale Strategie des Verlags ist künftig Steffi Dobmeier zuständig.
kress.de

Porträt: Andreas Arntzen, CEO beim Wort & Bild Verlag.

Wort- und bildgewaltig: Dass er in 20 Jahren einen Medien-Riesen führen wird, ahnt Andreas Arntzen in den 90ern nicht. "Arntzi" hütet damals das Hockey-Tor der Nationalmannschaft. Beruflich folgt er dieser Passion: Er studiert BWL und gründet im Sport-Einzelhandel.

Heute macht Arntzen gesunde Geschäfte im beschaulichen Baierbrunn: Zwischen Zwiebel-Kirchturm und Isar-Lauf entsteht die "Apotheken Umschau", deren stabile Millionen-Auflage und Werbeeinnahmen von der Münchner Medien-Schickeria neidisch beäugt und teils imitiert werden. Der Ärger darüber ist verraucht, die Digitalisierung des Gesundheitswesens stresst stärker. Arntzen klagt, dass die Branche digital "einige Jahre hinterher" hinkt.

Eine Geduldsprobe für den Digital-Pionier. Er baut um die Jahrtausendwende ein Job-Portal für Holtzbrinck, gründet die Partnerbörse Parship und tritt als Investor auf. Die Vita des fast zwei Meter großen Managers ist gefüllt: "Wenn ich das Gefühl hatte, dass es langweilig wird, habe ich mich umorientiert."

Beim Wort & Bild Verlag ist das offenbar nicht der Fall. Arntzen führt ihn seit 2016 – am liebsten "durch Lob, Fragen und Ideen". Und mit Optimismus: "Der Glaube kann Berge versetzen", sagt Arntzen.

Andreas Arntzen
Geb. 1967 in Hamburg
1989: Hockey-Karriere und BWL-Studium in Hamburg
2000: Gründung Parship
2002: CEO des Zeitverlags
2004: CEO der Handelsblatt-Gruppe
2006: COO bei Madsack
2014: NZZ-Geschäftsführung
2016: CEO des Wort & Bild Verlags


(Foto: Sonja Herpich / Wort & Bild)

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper:

Porträt: Siv Bublitz, Verlagsleiterin bei S. Fischer.

Mit offenen Augen durch die Welt: Die 250 Titel, die jährlich bei S. Fischer erscheinen, sollen Vielfalt spiegeln. Das ist Siv Bublitz wichtig: "Die Entscheidung, wofür wir uns engagieren wollen und wofür eben auch nicht, prägt unser Verlagsprogramm." Literatur müsse "Widersprüche nicht auflösen, sondern kann sie gestalten". Enthusiasmus ist für Bublitz die "natürliche Grundhaltung" des Verlags.

Durch ihre Adern fließt die Sprache. Schon als Kind liebt Siv Bublitz das Lesen. Während der Promotion testet sie verschiedene Berufsfelder. Schule, Buchhandlung, Redaktion – nach drei Tagen im Verlag weiß sie, dass sie "nie wieder etwas anderes machen will". Berufsanfängerinnen rät sie, sich auszuprobieren: "Viel umschauen, sich nicht zu schnell festlegen."

Von der Schreibmaschine zum digitalen Manuskript, vom Männer-Club in der Geschäftsführung zu mehr Gleichberechtigung – Bublitz erlebt viele Veränderungen der Branche. Auch ihren Verlag will sie modifizieren und bei Neueinstellungen bewusst auf Diversität achten. Ihre Liebe zur Literatur ist dafür beständig: "Bücher bieten Erkenntnis, Kritik und Inspiration, manchmal auch Vergnügen, Trost oder Glück und nicht selten Schönheit."

Siv Bublitz
Geb. 1960 in Hamburg
1980: Studium Literaturwissenschaft, Linguistik und Philosophie in Hamburg
1990: Lektorin, später Verlagsleiterin bei Rowohlt
1994: Promotion über Theorien sprachlicher Bedeutung
2004: Programmleiterin, später Geschäftsführerin bei Ullstein
2017: Geschäftsführerin Programm und Strategie beim S. Fischer Verlag, später Verlagschefin


(Foto: Kai Bublitz)

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper: