BuzzFeed: "Tagesspiegel" stellt Mitarbeiter nach Vorwürfen sexueller Belästigung frei.

Tagesspiegel stellt einen Mitarbeiter nach Vorwürfen sexueller Belästigung bis zur abschließenden Klärung frei. Eine Kollegin wirft ihn vor, sie bei einer Taxifahrt an die Brust gefasst zu haben. Der Mitarbeiter bestreitet die Vorwürfe – es handele sich um eine Rufmordkampagne. Wie BuzzFeed berichtet, wurde die Chefredaktion erstmals 2012 über das "grenzüberschreitende Verhalten" des Redakteurs informiert. Chefredakteur Lorenz Maroldt seien inzwischen drei weitere Kollegen genannt worden, denen unangemessenes Verhalten vorgeworfen wird – "von verbaler Übergriffigkeit bis hin zu sexueller Belästigung". Für die Aufarbeitung der Vorkommnisse setzt der "Tagesspiegel" nun eine Ombudsfrau ein. Sie soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch künftig als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen.
buzzfeed.com, tagesspiegel.de

TV-Tipp: Arte begleitet drei Reporter der "Sächsischen Zeitung" auf den rechten Spuren Sachsens.

TV-Tipp: Arte, Donnerstag, 19.40 Uhr: Arte begleitet die drei Journalisten Andreas Weller, Ulrich Wolf und Tobias Wolf von der "Sächsischen Zeitung" in der Reportage "Re: Dem Rechtsruck auf der Spur – Eine Zeitung sucht Antworten". Im Vorfeld der bald anstehenden Wahlen begeben sich dir Reporter auf die Spuren rechter Umtriebe in Sachsen.
arte.tv (31-Min-Video)

Zitat: Alfred Steffen findet Kreativität im "Sagen Sie jetzt nichts"-Interview meist unerwartet.

"Kreativ sind oft die, von denen man es am wenigsten erwartet, Politiker, Anzugträger, Leute aus der Wirtschaft."

Alfred Steffen, Fotograf des "Sagen Sie jetzt nichts"-Interviews im "SZ-Magazin", hat es mit Schauspielern nicht immer leicht. Ursula von der Leyen sei z.B. "schnell, mutig, schlagfertig" gewesen.
sz-magazin.sueddeutsche.de

Hör-Tipp: Deutschlandfunk über die Entstehung von Pippi Langstrumpf.

Hör-Tipp: Pippi Langstrumpf feiert heute 75. Geburtstag, Deutschlandfunk Kultur erzählt deshalb die Entstehungsgeschichte des Kinderbuchs: Pippi und die damalige Pädagogik passten nicht zusammen, die Verleger schickten das Manuskript stets zurück, letztendlich verdiente u.a. der Oetinger Verlag in Deutschland aber viel Geld mit Pippi.
deutschlandfunkkultur.de (6-Min-Audio)

Lese-Tipp: "Spiegel"-Entwicklungsteam gibt Einblick in seine Methoden.

Lese-Tipp: Das Entwicklungsteam des "Spiegel" schreibt darüber, mit welchen Methoden es bei der Produktentwicklung zusammenarbeitet. Es nutzt u.a. die Strategie-Priorisierungsmethode OKR für das Großprojekt Relaunch. Die "Spiegel"-Produkte hat das Team in sechs "Entwicklungsstränge" unterteilt, an denen jeweils Produktmanager, Entwicklungsredakteure, Techniker und ein Mitarbeiter aus Anzeigenabteilung oder dem Vertrieb arbeiten.
medium.com

Kai-Hinrich Renner: G+J hat die "FTD"-Texte von Claas Relotius bislang nicht geprüft.


Causa Relotius: Gruner + Jahr hat die "FTD"-Texte von Claas Relotius bisher nicht überprüft, schreibt Kai-Hinrich Renner. Herausgefunden haben das Studierende des Studiengangs Journalistik der Universität Hamburg. Zwischen 2010 und 2012 habe Relotius der "Financial Times Deutschland" insgesamt zehn Artikel geliefert. Zu dieser Zeit war der heutige "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann Chefredakteur der inzwischen eingestellten "FTD".

Die genauen Ergebnisse der Studie der Uni Hamburg wollen die Forscher am Freitag bei Message Online zur Verfügung stellen. Sicher sei jedoch, dass die "FTD"-Geschichten von Relotius "mehr als nur Ungereimtheiten" enthalten, so Professor Volker Lilienthal. Bei einigen Texten gebe es "Indizien für Zudichtungen".

Ein Sprecher von Gruner + Jahr erklärt, dass die Texte bis zur Klärung nun im Archiv gesperrt wurden. Laut Renner sei die Reportage "Beat über Bethlehem" aber noch immer in der Datenbank Genios für 3,21 Euro verfügbar.
abendblatt.de (Paid)

Update, 17.05. um 11:30 Uhr: Bei Message Online ist die Relotius-Untersuchung erschienen.
message-online.com

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal (Archiv 12/2018).

Bernhard Bahners wird Digital- und RND-Chef bei Madsack.

Madsack macht Bernhard Bahners, 42, zum Digitalchef und Geschäftsführer der Zentralredaktion RND. Bahners bleibt Chef der Hamburger Madsack-Tochter radio.de, deren Aggregator radio.net international wachsen soll – er gehörte 2006 zum Gründungsteam. Bahners soll sich künftig für gesamt Madsack um digitale Vermarktung der Medienmarken und journalistische Bezahlangebote kümmern.
presseportal.de

"Da ist viel von Guido drin" – Guido Maria Kretschmer & Brigitte Huber über das "Guido"-Magazin und Beauty-Trends.


Print Queen: Publikumsliebling und Modedesigner Guido Maria Kretschmer bezeichnet sich selbst als "Morgenbummler" – sein Tag startet mit einer Art Bestandsaufnahme: "Nach dem Duschen fasse ich einmal alles an, was mir gehört." Seine Beauty-Vorlieben verrät er im Gespräch mit "Horizont" und turi2.tv am Rande des Innovation Day Beauty von Gruner + Jahr im Doppelinterview mit "Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber, die auch "Guido" verantwortet.

Huber schwärmt von Kretschmer: Viele Frauen würden ihm genauso vertrauen wie der besten Freundin: "Der Mann hat Geschmack, der meint es total gut mit mir." Für Kretschmer ist die "Guido" "großes Vergnügen und großes Glück". Seine Print-Expansion nennt er "die logische Konsequenz aus meiner Sehnsucht, Menschen nahe zu sein". In Zeiten, in denen Print totgesagt wird, mache es Sinn, den Menschen zu zeigen, dass es schön ist, auch mal zurückzublättern – elektronisch sei das nicht so leicht möglich.
turi2.tv (8-Min-Video bei YouTube)

"Hamburger Abendblatt" geht mit dem Magazin "Fridays for future" auf die Straße.

Hamburger Abendblatt bringt die Schulstreiks um "Fridays for future" als eigenes Magazin für 7 Euro an den Kiosk. Das 100-seitige Magazin widmet sich dem Klimawandel und der Bewegung um Greta Thunberg. Das Magazin kommt mit einer Auflage von 70.000 Exemplaren auf 100 % recyceltem Papier. Mit dem Heft startet Funke eine unregelmäßige Reihe von journalistischen Produkten, die gesellschaftlich relevante Themen beleuchten.
funkemedien.de

Belgisch-Niederländischer Zeitungskonzern kauft Irlands Auflagenprimus.

Mediahuis, belgischer Verlagsgruppe hinter u.a. "De Standaard" und dem niederländischen "NRC Handelsblad", kauft den irischen Zeitungsverlag INM für 145,6 Mio Euro. INM verlegt mit "Irish Independent" und "Sunday Independent" die wichtigste Tages- und Sonntagszeitung Irlands. Mediahuis sieht Potenzial im Onlinegeschäft des irischen Zukaufs, der seinerseits in den letzten zwei Jahrzehnten sein internationales Geschäft verkaufen musste. Die Kartellis müssen noch zustimmen.
reuters.com, rte.ie

Pons darf mit Langenscheidt fusionieren.

Klett darf über seine Tochter Pons Konkurrent Langenscheidt übernehmen, entscheidet das Kartellamt. Klett hatte eine entsprechende Prüfung im März beantragt. Das Kartellamt erklärt, dass beide Wörterbuch-Marken zusammen zwar teilweise Marktanteile von über 40 % erreichen würden, es sich aber um Bagatellmärkte handle, da der Umsatz insgesamt nicht hoch sei. Außerdem stünden die Verlage in Konkurrenz mit digitalen Angeboten anderer Unternehmen.
faz.net, turi2.de (Background)

Springer: Döpfner, Bayer, Wiele und Deutz bekommen neues Bonus-Programm.


Darf's etwas mehr sein? Die Springer-Vorstände Mathias Döpfner, Jan Bayer, Andreas Wiele und Julian Deutz bekommen zusammen eine sukzessive Bonuszahlung von gut 74 Mio Euro, schreibt Kai-Hinrich Renner. Allerdings nur, wenn sie es schaffen, den Börsenwert des Konzerns innerhalb von drei bis fünf Jahren um 40 % zu steigern. 2019 ist das nicht der Fall, der Stichtag ist jährlich der 1. Mai.

Den Bonus müssen die vier in Springer-Aktien investieren, die sie noch ein bis zwei Jahre halten. Stephanie Caspar ist nicht Teil des Programms, es gilt nur für seit 2016 amtierende Vorstände.
morgenpost.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Mathias Döpfner und sein Zehn-Jahres-Plan für Springer.

Springer: Felix Lander wird Chief Revenue Officer bei "Business Insider".

Springer: Felix Lander soll als Chief Revenue Officer die Erlöse von "Business Insider" ausbauen und neue Geschäftsfelder entwickeln. Er kommt von der "Bild", dort verantwortete er zuletzt die Social-Media-Aktivitäten. Beim Wirtschaftsmagazin arbeitet er eng mit Media Impact zusammen und berichtet an die Executive Publisher Romanus Otte und Jakob Wais
horizont.net, turi2.de (Background)

Lipinski: DuMont sammelt Kaufangebote für Printtitel, Maik Koltermann verlässt die "Hamburger Morgenpost".


Druckfrisch: Bei DuMont ist offenbar das Angebot eines "deutschen Großverlags" eingegangen, der sich für das gesamte Zeitungsgeschäft der Kölner interessiert, schreibt Gregory Lipinski bei Meedia. Der interessierte Verlag biete für die Printtitel 150 Mio Euro. Zum DuMont-Portfolio gehören "Kölner Stadt-Anzeiger", "Express", "Berliner Zeitung", "Berliner Kurier", "Mitteldeutsche Zeitung" und "Hamburger Morgenpost" sowie Anzeigenblätter.

Weitere Angebote sollen für einzelne Zeitungstitel eingetrudelt sein – sowohl von externen Investoren als auch von der Belegschaft. Demnach interessiere sich Martin Stedler, Chef des "Mopo"-Vermarkters Hamburg First, für die "Hamburger Morgenpost", der den Titel über einen Management Buyout übernehmen wolle. Stedler äußert sich nicht zu der Thematik.

Der Verkauf der "Hamburger Morgenpost" wird jedoch in jedem Fall ohne Maik Koltermann über die Bühne gehen. Der Vize-Chefredakteur und Lokalchef verabschiedet sich "Mitte des Jahres" nach 19 Jahren aus dem Unternehmen, bestätigt eine Konzern-Sprecherin. Für eine Nachfolge gebe es noch keine Regelung. Grund für Koltermanns Abgang sollen heftige Streitereien mit dem zweiten stellvertretenden Chefredakteur Alexander Krug sowie Geschäftsführerin Susann Molzow sein, heißt es aus Unternehmenskreisen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Ralph Büchi beginnt mit Arbeit als Springer-Aufsichtsratschef.

Springer: Ralph Büchi (Foto) hat planmäßig den Posten des Aufsichtratschefs von Guiseppe Vita angetreten, schreibt "Bild am Sonntag". Vita ist nach 18 Jahren bei Springer künftig Ehrenvorsitzender. Auch Ulrich Plett beginnt mit der Arbeit im Aufsichtsrat für den scheidenden Lothar Lenz.
"Bild am Sonntag", S. 3 (Paid), turi2.de (Background)

"Weser-Kurier" dampft Digitalprojekt Mein Werder ein.

Weser-Kurier: Die ausgelagerte Fußball-Redaktion Mein Werder entlässt 6 von 13 Journalisten, 2 gehen freiwillig, berichtet "Medium Magazin". Die Paid-Angebote rund um den Fußballclub Werder Bremen sind nicht so erfolgreich wie erhofft. Werder-Fans zahlen um die 5 Euro pro Monat, kriegen viele Infos in der Deichstube der Kreiszeitung Syke aber gratis.
"Medium Magazin" 02/2019, S. 6-7 via presseportal.de

Besetzung der Schlichtungsstelle von ARD, ZDF und Verlagen steht fest.

Schlichtungsstelle von Öffentlich-Rechtlichen und Verlagen kann ab 1. Mai angerufen werden. Das Gremium soll laut Epd nur anlassbezogen zusammentreten. Die ARD entsendet ihren Vorsitzenden Ulrich Wilhelm, Stellvertreterin Karola Wille und den Intendanten der jeweiligen Anstalt. Beim ZDF werden Intendant Thomas Bellut, Justitiar Peter Weber und Eckart Gaddum, Leiter der Hauptredaktion Neue Medien, im Gremium sitzen. Der BDZV schickt Präsident Mathias Döpfner und einen seiner vier Stellvertreter sowie ein Vertreter des Verlags, von dem die Beschwerde ausging.
"FAZ", S. 15 (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Mathias Döpfner spricht sich gegen Upload-Filter aus.

"Wir als Journalisten-Haus sind per se gegen den Einsatz von Upload-Filtern, weil sie theoretisch zur Inhaltskontrolle missbraucht werden können."

Springer-Chef Mathias Döpfner, vorab eifriger Befürworter der EU-Urheberrechtsreform, erklärt bei der Springer-Hauptversammlung und nach der finalen Abstimmung in Brüssel, dass er Upload-Filter im Journalismus ablehnt.
per Mail

Springer will sich vom Bereich Marketing Media trennen.

Springer plant, sich "mittel- bis langfristig" vom Geschäftsbereich Marketing Media zu trennen, kündigt Vorstandschef Mathias Döpfner bei der Hauptversammlung an. Zum Bereich zählt etwa das Preis- und Produktvergleich-Portal Idealo. Ein Sprecher erläutert, Trennung bedeute nicht Verkauf – einzelne Töchter könnten beispielsweise anderen Bereichen zugeordnet werden. Ein Verkauf von Idealo sei nicht geplant. Springer will sich laut Döpfner auf die beiden anderen Säulen digitaler Journalismus und digitale Rubriken konzentrieren und darin nichts weniger werden als "Weltmarktführer". In das Rubrikengeschäft mit Job-, Immobilien- und Autoportalen will Springer dieses Jahr einen "mittleren zweistelligen Mio-Euro-Betrag" investieren.
de.reuters.com

Hinweis: In einer früheren Version war von einem Verkauf des Bereichs Marketing Media die Rede. Laut Springer solle der Bereich jedoch nicht verkauft, sondern aufgelöst und die enthaltenden Unternehmen z.B. neu zugeordnet werden.

Axel Springer verpasst sich einen neuen Markenauftritt.


Vorsicht, frisch gestrichen: Springer überarbeitet sein Corporate Design – und stellt den im Digitalen oft präsenten Unterstrich ins Zentrum. Das bislang statische Logo wird ab Mai durch eine animierte Version ersetzt. Springer schreibt sich weiter klein, allerdings in neuer Schriftart. Neuer Claim des Unternehmens wird "We empower free decisions". Die charakteristischen, farbigen Quadrate verschwinden nach 16 Jahren. Einzug halten grelle Farben mit dezenter Augenkrebs-Gefahr, die auch die weiterhin analogen Visitenkarten der Mitarbeiter schmücken werden.

Das neue Design soll den "rasanten Wandel hin zu einem durch und durch digitalen Medien- und Technologieunternehmen" ausdrücken, sagt Vorstandschef Mathias Döpfner. Der neue Marken-Claim soll den Auftrag des Unternehmens verdeutlichen, "Menschen mit unabhängig recherchierten Informationen zu ermöglichen, freie Entscheidungen für ihr Leben zu treffen". Den neuen Auftritt hat die Springer-Kommunikation mit der Agentur Superunion entwickelt, das Soundlogo stammt von der Agentur Why Do Birds.
axelspringer.com


EU-Mitgliedsstaaten winken Reform des Urheberrechts durch.

Urheberrecht: Auch der EU-Ministerrat stimmt der Reform zu, Deutschland votiert trotz heftigen Widerstands mit Ja. Damit wird das Leistungsschutzrecht nun auch EU-weit Gesetz. Für Plattformen gelten künftig strengere Regeln, sodass Upload-Filter drohen. Die Verlage werden künftig wieder an Ausschüttungen der VG Wort beteiligt, Journalisten erhalten dadurch weniger Geld. Das EU-Recht muss nun in den kommenden zwei Jahren von Mitgliedsstaaten in nationales Recht übertragen werden.
sueddeutsche.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Wir graturilieren: Matthias Roth wird 56.


Wir graturilieren: Matthias Roth, Chefredakteur bei "rtv", feiert heute seinen 56. Geburtstag mit seiner Frau auf dem Wasser. Im zurückliegenden Jahr freute ihn besonders, dass er mit der rtv media group mittlerweile auch "stern" und "Bild" mit TV-Supplements bestückt.

Für sein neues Lebensjahr wünscht sich Roth weitere Kooperationen mit "tollen Medienmarken" und scheint sich damit selbst das erste Geburtstagsgeschenk des Tages zu machen: "Der Wunsch könnte zeitnah in Erfüllung gehen," deutet Roth optimistisch an. Geburtstagsgrüße erreichen ihn u.a. bei LinkedIn. Mit Blick auf die ankommenden Glückwünsche scherzt Roth: "Welche Gratulation sollte nicht willkommen sein?"

Aus dem Archiv von turi2.tv: Matthias Roth über die bewusste Entscheidung der "rtv", ein bisschen bieder zu sein (7/2017).