Motor Presse gibt ab 2020 das “ADAC Reisemagazin” heraus.

Motor Presse Stuttgart gewinnt in einem Pitch den Zuschlag für das "ADAC Reisemagazin". Der Verlag will das Konzept des Hefts "optimieren". Das Heft kommt sechsmal im Jahr mit 148 Seiten für 8,95 Euro und wird am Kiosk, im Buchhandel, im Shop der Motor Presse Stuttgart und in den ADAC-Geschäftsstellen verkauft. Markus Gries ist für das Magazin verantwortlich.
new-business.de

Verdi kritisiert SWMH-Sparmaßnahmen.

SWMH schließt wohl zuerst die Regional-Redaktionen in Esslingen, Böblingen, Waiblingen und Göppingen, schreibt Josef-Otto Freudenreich. "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" müssen laut Freudenreich außerdem jeweils drei ihrer zwölf Exklusiv-Autoren einsparen. Verdi nennt den SWMH-Plan einen "Personalabbau nach Gutsherrenart", weil der Betriebsrat vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei.
kontextwochenzeitung.de, turi2.de (Background)

Bento-Redaktion produziert Print-Beileger “Bento Start” für “Spiegel”.


Adieu, Adoleszenz: Bento soll erwachsener werden und wendet sich von Quizartikeln und Listen ab. Ab 2020 legt die Redaktion dem "Spiegel" viermal jährlich "Bento Start" bei. Das Heft kommt mit 200.000 Auflage, richtet sich an Studierende und ersetzt den "UniSpiegel". Die Redaktion verwertet dafür Beiträge von der Website und recherchiert zusätzliche. Bento-Teamleiterin Katharina Hölter verantwortet das Heft redaktionell. Im Netz will Bento künftig längere, tiefer recherchierte Artikel aus "konsequent junger Perspektive" bieten. Inhaltlich und optisch soll der Jugendableger näher an den "Spiegel" rücken, aber eigenständig bleiben.
horizont.net, bento.de

Buchhandel geht es besser als vermutet, sagt Thalia-Chef Michael Busch.

Buchhandel hat die Wende geschafft, sagt Thalia-Chef Michael Busch im "FAZ"-Interview. Bei Thalia steige der Umsatz off- und online, die Filialabholung online bestellter Bücher sei "die ökologischste Form des Online-Handels". Thalia testet aktuell eine Kooperation mit dem Hamburger Thalia-Theater und will junge Leser mit Non-Book-Artikeln in die Läden locken. Außerdem baut das Unternehmen eine Plattform, die es dem gesamten Markt zur Verfügung stellen will.
faz.net (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): Buchhändler Michael Busch erklärt seine Anti-Amazon-Strategie.

Meedia: Beat Balzli baut die “WiWo” um.


Digital first: Die "WiWo" bekommt ab 2020 eine neue Struktur mit Fachressorts, die Themenpakete für Digital und Print recherchieren, schreibt Gregory Lipinski. Chefredakteur Beat Balzli baue die Redaktion in kleinen Schritten um und wolle möglichst viele Digitalabos generieren. Die "WiWo" soll "auch ein Wirtschafts-Online-Magazin werden", so Balzli. Das Freemium-Modell bleibt, die "Premium-Stücke" der Fachressorts verschwinden aber hinter die Paywall. Die Kiosk-Auflage senkt der Verlag um 1.000 Hefte und verringert den Auslandsvertrieb. Auch bei der Schwester "Handelsblatt" steht seit einiger Zeit die Digital- vor der Printproduktion.
meedia.de, turi2.de ("Handelsblatt")

Ex-Rowohlt-Verlegerin Barbara Laugwitz spricht im “Spiegel” über “würdelose Kündigung”.


Ro(h)wohlt? Barbara Laugwitz rechnet im "Spiegel" mit dem Rowohlt-Verlag ab. Sie musste 2018 überraschend gehen, was für Unmut unter den Autoren gesorgt hatte. Sie habe wegen der Mio-Gewinne, die sie dem Verlag jedes Jahr beschert habe, selbst nicht damit gerechnet. Laugwitz glaubt, Rowohlt habe sie loswerden wollen, um ihren Nachfolger Florian Illies schnell an die Verlagsspitze setzen zu können.

Ihr sei im Nachhinein bewusst geworden, dass man ihr über Monate Steine in den Weg gelegt und versucht habe, ihre Erfolge zu verhindern. Die Kündigung sei "sehr, sehr deprimierend und würdelos" gewesen. Laugwitz wechselte 2018 als Verlagsdirektorin zu Ullstein und ist seit Mai 2019 Verlegerin.
"Spiegel" 42/2019, S. 124 (Paid), turi2.de (Background)

Jalag startet Personality-Magazin mit TV-Köchin Cornelia Poletto.

Jalag legt im April 2020 das Personality-Magazin "Poletto" an den Kiosk, das Gesicht dahinter ist TV-Köchin Cornelia Poletto. Das Heft kommt zunächst quartalsweise für 5 Euro und mit mindestens 125.000 Auflage, schreibt "Horizont". Jalag nutze dafür Synergien innerhalb der Ganske-Gruppe, zeitgleich erscheint u.a. ein Buch mit Poletto. Die Heftproduktion übernimmt die Corporate-Publishing-Agentur Torner Brand Media.
"Horizont" 42/2019, S. 8 (Paid), presseportal.de

“Zeit Magazin” startet Ausgaben für Stuttgart und Zürich.

Zeit Magazin bringt im kommenden Jahr zwei neue Regionalausgaben heraus, schreibt "New Business". Im Juni 2020 erscheint erstmals das "Zeit Magazin Zürich" mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren, im November 2020 folgt das "Zeit Magazin Stuttgart". Das Stuttgarter Heft liegt der "Zeit"-Aboauflage in Baden-Württemberg bei und kommt auf 72.000 Exemplare.
new-business.de

Britisches Königshaus verklagt “The Sun” und “Mirror”.

Plötzlich Prinzessin Angeklagter: Der britische Prinz Harry verklagt die Betreiber der UK-Boulevardzeitungen "Sun" und "Mirror", berichtet die Londoner Enthüllungs-Plattform Byline Investigates. Die Zeitungen hätten Voice-Mail-Nachrichten illegal abgehört, um an private Informationen über den Prinzen zu gelangen. Das britische Königshaus hat die Anklage bestätigt, meldet die dpa.

Die Vorwürfe richten sich gegen den Verlag News Group Newspapers, zu dem die "Sun" gehört, sowie gegen Reach, Herausgeber vom "Mirror". Die Zeitungen gehören zu den auflagenstärksten Blättern in Großbritannien. Der Prozess soll frühestens 2021 starten und sich auch auf die Aktivitäten von Privatdetektiven beziehen, welche von "The Sun", den "Mirror"-Titeln sowie der inzwischen eingestellten "News of the World" beauftragt wurden, meldet Byline Investigates.
bylineinvestigates.com, faz.net, gala.de

dfv Mediengruppe gibt “Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung” neuen Anstrich.

dfv Mediengruppe relauncht die "Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung". Neben einer modernisierten Optik solle die Rolle als "Navigator" sowie der "Nutzwert" für die Leser redaktionell ausgebaut werden. Künftig berichtet die Wochenzeitung auch verstärkt über Themen aus der Gastronomie. Das Fachmagazin erreicht wöchentlich 60.000 Leser.
per E-Mail

Renner: “Bild” entzieht vier Vize-Chefredakteuren ihre Titel.

bildlogoSpringer will mindestens vier Vize-Chefredakteuren der "Bild" ihre Titel aberkennen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Am Gehalt und den Kompetenzen solle nicht gerüttelt werden, zwei der Betroffenen hätten Anwälte eingeschaltet. Die "Bild"-Chefredaktion besteht laut Impressum aus 14 Mitgliedern, zusätzlich zählten einige Ressortleiter zur Führungsriege.
morgenpost.de (Paid), turi2.de (Background)

Blick TV präsentiert Schweizer Moderatorenteam.

Blick TV, Ringiers digitaler Sender in der Schweiz, engagiert als Moderatoren den Ex-SRF-Moderator Reto Scherrer, die Ex-Telebasel-Moderatorin Lena Wilczek (Foto), den Ex-Radiomoderator Damian Betschart, den Ex-TeleZüri-Moderator Nico Nabholz, Marketing-Agentur-Inhaberin Sylwina Spiess sowie Simone Stern, zuletzt u.a. wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Schweizer Armee. Blick TV geht im 1. Quartal 2020 on-air.
ringier.ch

“stern” besetzt die Ressortleitungen von Politik und Wirtschaft, Gesellschaft und Ausland neu.

stern befördert Lena Steeg (Foto) zur Leiterin des Gesellschaftsressorts neben Dagmar Gassen. Steeg war zuvor u.a. Vize-Chefin von "Neon". Das Ressort Politik und Wirtschaft leitet künftig Helen Bömelburg, Ex-Redaktionsleiterin von "Nido", zusammen mit Stefan Schmitz. Im Auslandsressort steigt Dominik Stawski auf, der mit Cornelia Fuchs ebenfalls eine Doppelspitze bildet.
new-business.de

Meinung: Verleger sollten europäische Alternative zu Google schaffen.

Google News: Verlage sollten eine europäische Plattform als Gegenpol zu Google schaffen, kommentiert "FAZ"-Redakteur Michael Hanfeld (Foto). Die Digitalkonzerne seien der Überzeugung, sie stünden über dem Gesetz. In Frankreich verzichtet Google auf Presse-Snippets, um Abgaben aufgrund des Leistungsschutzrechts zu umgehen.
faz.net

Renner: “Süddeutsche”-Digitalchefin Julia Bönisch ist auf dem Absprung.

Krach in der Kiste: Julia Bönisch, Digitalchefin von "Süddeutsche Zeitung", ist bereits seit acht Wochen nicht mehr in der Redaktion tätig, schreibt Kai-Hinrich Renner. Ihre Aufgaben seien auf andere Mitarbeiter verteilt worden. Eine Auflösung des Vertragsverhältnisses scheine trotz eines Vermittlungsversuchs von SWMH-Geschäftsführer Christian Wegner "nahezu unvermeidlich".

Anlass des Zerwürfnisses solle ein bereits im Mai im Fachblatt "Journalist" veröffentlichter Artikel sein. Darin fordert Bönisch der Digitalisierung angepasste Arbeitsabläufe in Redaktionen und schreibt u.a. über leitende Redakteure, dass diese ihre Beförderung "wuchtigen Texten" zu verdanken hätten. Co-Chefredakteur Wolfgang Krach spricht von einem "Vertrauensbruch". Das Verhältnis zwischen Print- und Online-Redakteuren ist bei der "Süddeutschen Zeitung" weiter schlecht, schreibt Renner.
morgenpost.de (Paid), journalist-magazin.de (Bönisch-Artikel)

Aus dem Archiv von turi2.tv: SZ.de-Chefin Julia Bönisch verabschiedet sich vom Reichweitenrennen (Archiv 05/2018).

Wort & Bild plant neues Magazin “Digital Ratgeber”.

Wort & Bild legt im Kampf um Apotheken und Leser mit einem neuen Magazin nach. 2020 bringt der Verlag die erste Ausgabe des "Digital Ratgeber" in Apotheken. Auf 140 Seiten will der Verlag Themen wie das eRezept oder Wearables behandeln. Zudem plant Wort & Bild eine Website, Newsletter und einen Podcast. Der Verlag testet sein Konzept intern und stellt es einzelnen Apotheken vor.
wortundbildverlag.de

Vox Media übernimmt das “New York Magazine”.

Vox Media, US-Digitalverlag, kauft das "New York Magazine" für einen nicht genannten Betrag in Aktien. Bei dem Deal soll es nicht um Kürzungen gehen – die Partner wollen sich nun gegenseitig ergänzen, vor allem bei der Reichweiten-Vermarktung. Zu den Vox-Digitalmarken wie The Verge kommt nun das zweiwöchentlichen Print-Magazin nebst Onlinemarken wie "Vulture" und "The Cut", der gemeinsame Verlag betreibt diverse Podcasts und hat mehrere Verträge mit Videostreamern.
nytimes.com

Mathias Döpfner kritisiert philanthrophische Verleger.

Verlegertum und Journalismus sollten ein Geschäftsmodell bleiben, mahnt BDZV-Präsident und Springer-Chef Mathias Döpfner in seiner Rede auf der BDZV-Mitgliederversammlung. Mit einem Seitenhieb auf das Ehepaar Silke und Holger Friedrich, das den Berliner Verlag gekauft hat und dies auch mit zivilgesellschaftliches Engagement begründet, sagt Döpfner: "Mir wäre lieber, sie sagten: Wir wollen Geld verdienen." Gleichzeitig wirbt Döpfner dafür, die Trennlinien zwischen klassischen Journalisten und Verlegern einerseits und Bloggern und YouTubern andererseits aufzugeben: Jeder Blogger könne der Großverleger der Zukunft sein.
horizont.net, turi2.de (Background)

Meinung: Ein Netflix-System für Verlage kann nicht funktionieren.

Flatrate-Angebote für Verlagsangebote würden nicht funktionieren, kommentiert Olaf Peters-Kim, Geschäftsführer des AdTech-Unternehmens Welect, bei "Horizont". Verlage würden die direkte Kundenbeziehung verlieren und die Möglichkeit, deren Daten zu analysieren. Sie würden zudem die Preishoheit aus der Hand geben, mit der sie auch Qualität markieren könnten. Außerdem sei weder eine faire Vergütungsmethode noch eine sinnvolle Art und Weise, Artikel zu empfehlen, in Sicht.
horizont.net

Zahl des Tages: Verleger befürchten 6,9 % höhere Paketpreise.

Zahl des Tages: Um 6,9 % könnten die Paketpreise für Geschäftskunden 2020 steigen, befürchtet der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger. Die Deutsche Post lässt bisher offen, wie hoch die Preissteigerung tatsächlich ausfällt. Die "Preisspirale" gefährde "die Existenz der Zeitschriftenpresse", wetttern die Verleger.
"FAZ", S. 13 (Paid)

“Kress”: “GQ”-Chefredakteur Tom Junkersdorf geht bei Condé Nast von Bord.

Mann des Jahres war gestern: "GQ"-Chefredakteur Tom Junkersdorf und Condé Nast gehen getrennte Wege, schreibt "Kress". Dies habe ein Verlagssprecher auf "Kress"-Anfrage bestätigt. Condé Nast Germany wolle sich neu aufstellen, "dies beinhaltet auch Personalmaßnahmen". Junkersdorf hatte die "GQ"-Chefredaktion 2017 übernommen und war zuvor für Bauer tätig.

"Kress" hört in der Münchner Gerüchteküche, dass der Männertitel künftig "möglicherweise von einem Markenverantwortlichen und gar nicht mehr von einem Chefredakteur" geführt werde. Junkersdorf war bis Ende 2016 Gründungs-Chefredakteur von "People" in Deutschland. Zuvor war der Journalist ebenfalls Gründungs-Chefredakteur von "Closer" sowie zwischen 2005 und 2010 "Bravo"-Chefredakteur.
kress.de

Klambt gibt “Für Sie” neue Optik und mehr Heftumfang.

Klambt: Chefredakteurin Sabine Bartels unterzieht "Für Sie" einem Rebrush. Das optische und inhaltliche Update solle dem Frauenmagazin "mehr Tiefgang" verleihen. Der Heftumfang steigt um zwölf Seiten, u.a. für längere Hintergrundberichte und meinungsstärkere Kolumnen. Im September 2018 hat Klambt "Für Sie" vom Jahreszeiten Verlag übernommen.
per E-Mail, turi2.de (Background)

Springer schraubt an Strukturen der Holding.

Springer streicht auch ganz oben Jobs: Die Holding soll mithilfe externer Berater neu strukturiert werden. Einzelne Funktionen könnten die operativen Bereiche übernehmen, liest Gregory Lipinski aus einem internen Schreiben von Finanzvorstand Julian Deutz. Im Konzern soll es vier Bereiche geben: News Media National, News Media International, die Aviv-Gruppe für Kleinanzeigen sowie StepStone für Job-Portale.
meedia.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “Berliner Zeitung” könnte sich mit den neuen Eigentümern verändern, aber gut funktionieren.

Lese-Tipp: Kai-Hinrich Renner erhofft sich von Silke und Holger Friedrich, den Neu-Eigentümern des Berliner Verlags, "einen frischen Blick auf das Zeitungsgeschäft". Sie als Branchenfremde könnten mit unkonventionellen Ideen aus der "Berliner Zeitung" "etwas anderes als bisher" machen, das am Ende aber gut funktioniert. Dies sei dem Paar bereits mit dem Berliner E-Werk gelungen, das nach der Sanierung inzwischen ein gut funktionierendes Veranstaltungszentrum ist.
abendblatt.de (Paid)

Zitat: Journalisten sind für Inhalte-Monetarisierung mitverantwortlich, sagt RND-Chefredakteur Marco Fenske.

"Journalisten sollten nicht so arrogant sein zu glauben, sie hätten mit der Monetarisierung ihrer Inhalte nichts zu tun."

Chefredakteure haben eine Verantwortung dafür, welche Reichweiten sie generieren, sagt RND-Chefredakteur Marco Fenske im "Meedia"-Interview. Für die Reichweite von RND.de sei Clickbaiting "überhaupt keine Option".
meedia.de

Wort & Bild Verlag gründet eine Beteiligungsgesellschaft.

Wort & Bild Verlag, Mutter der "Apotheken Umschau", gründet die Beteiligungsgesellschaft Isartal Ventures. Florian Bongers leitet das Unternehmen. Zu den bisherigen Beteiligungen gehören die Apotheken-Bestellplattform Curacado, das Infoportal PTA Channel und die Initiative Pro AvO.
presseportal.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Andreas Arntzen trimmt die "Apotheken Umschau" auf digital.

Grosso-Chef Frank Nolte spricht jetzt für alle Pressegroßhändler.



Zum Neuanfang nur einmal Baden: Der Gesamtverband Pressegroßhandel hat seine operative Arbeit aufgenommen. Der neu gegründete Verband vertritt erstmals alle deutschen Pressegroßhändler, auch die Grossisten, an denen Verlage beteiligt sind. Als Zeichen des Neuanfangs hat der Verband seine Jahrestagung nach über 60 Jahren in Baden-Baden ins hessische Landeshauptstädtchen Wiesbaden verlegt. "Die Branche verändert sich wahnsinnig, es bleibt kein Stein auf dem anderen. Warum da alles beim Alten lassen und immer in Baden-Baden bleiben?", sagt Frank Nolte, Vorsitzender beim Bundesverband Presse-Grosso und Präsident des neuen Gesamtverbands, im Interview mit turi2.tv und horizont.net. "Wir können jetzt als Vertretung für die ganze Branche noch besser auftreten", gibt sich Nolte selbstbewusst.

Die Gespräche mit Verlagen im Rahmen der Gründung des Verbands hätten dazu geführt, "dass man sich noch besser versteht und gemeinsam an den Herausforderungen arbeitet". Nolte sieht nach zwei Jahren der Konsolidierung langsam ein Ende der Fusionen im Presse-Großhandel. In ein, zwei Jahren müssten die Grossisten Bilanz ziehen und schauen, ob weitere Fusionen noch zusätzliche Synergien brächten.
turi2.tv (7-Min-Video bei YouTube), presseportal.de

Lipinski: Springer plant, die Verzinsung der Altersvorsorge von 6 % auf 3 % zu senken.

Springer will ab Januar 2020 die Verzinsung der Beträge, die die Beschäftigten in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen, von 6 % auf 3 % senken, berichtet Gregory Lipinski. Der Verlag verhandle "seit längerer Zeit" mit dem Betriebsrat. Die Änderung bei der sogenannten VarioRente solle die Vorsorge "an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen" anpassen, begründe der Vorstand.
meedia.de

“Mopo” schenkt sich zum 70. Geburtstag eine Sonderausgabe.

Hamburger Morgenpost feiert ihren 70. Geburtstag am 16. September mit einer Sonderausgabe. Die 56-seitige Sonderbeilage erscheint im Großformat wie zur Gründungszeit. DuMont hebt die Einzelverkaufsauflage zum Jubiläum um 15 % und senkt den Abo-Preis fürs E-Paper auf 3,59 Euro im Monat. Die Sonderbeilage enthält Gratulationen und ein Geständnis von Mathias Döpfner, der sich als ehemaliger Chefredakteur selbst "eine Fehlbesetzung" auf dieser Position bezeichnet.
per Mail

Renner: Bundesregierung wusste, dass sie Leistungsschutzrecht der EU hätte vorlegen müssen.

Leistungsschutzrecht: Die Bundesregierung hätte 2013 wissen können, dass sie ihr Gesetz der EU-Kommission hätte vorlegen müssen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Er erinnert an ein internes Schreiben eines Referenten des damalige Kultur-Staatsminister Bernd Neumann, das "auf die Gefahr einer späteren Blamage" hinweist. Das Gesetz entstand 2013 unter Zeitdruck, da die Regierung es noch vor der Bundestagswahl durchbringen wollte.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

Urteil: EuGH verbietet deutsches Leistungsschutzrecht.


EuGH erbringt Rechtsstutzleistung: Der Europäische Gerichtshof beurteilt das deutsche Leistungsschutzrecht als nicht anwendbar. Da es sich um eine "technische Vorschrift" handele, hätte die Bundesregierung die EU vorab informieren müssen. BDZV, VDZ und VDL, die deutschen Lobbyverbände der Zeitungen, Zeitschriften und Lokalzeitungen, fordern nun eine schnelle Umsetzung in deutsches Recht des europäischen Leistungsschutzrechts, auch bekannt als Artikel 11 der EU-Urheberrechtsreform.

Die VG Media verlangt basierend auf der Regelung zum deutschen Leistungsschutzrecht von Google rückwirkend von August 2013 bis Ende 2018 1,24 Mrd Euro - die nun wohl hinfällig sind. Die IT-Lobby Bitkom jubiliert über die Abfuhr für den "Bremsklotz für den freien Informationsfluss und die Medienvielfalt im Internet". Der VG Media, dem Verwerter der Verlage für das Leistungsschutzrecht, drohen nun Prozesskosten in Höhe von rund 10 Mio Euro.
tagesspiegel.de, wuv.de

G+J-Digitalchef Arne Wolter regt gemeinsamen Digital-Kiosk der Verlage an.


Kiosk-Kooperative: Arne Wolter, Digitalchef von Gruner + Jahr, denkt laut über eine gemeinsame Online-Verlagsplattform nach, eine Art Spotify für Presse-Inhalte, schreibt "Horizont". "Vielleicht kommt noch die Zeit für eine Allianz im digitalen Vertrieb", sagt Wolter und schließt auch abgestufte Flatrate-Modelle so ähnlich wie bei Sky-Paketen nicht aus. "Ich denke, das Potenzial für jedes einzelne Angebot alleine ist begrenzt", sagt Wolter.

Roland Pimpl vermutet, das Projekt sei "wohl schon weiter, als es Wolters offizielle Worte ausdrücken", denkt aber mehr an einen Vorstoß als an einen fertigen Plan. Als Vorbild sieht Pimpl die verlagsübergreifende Kooperation bei Podcasts: So verbreiten etwa auch die "FAZ" oder Burda ihre Podcasts über die Bertelsmann-Plattform Audionow. Auf Pimpls Nachfrage betonen die Verlage aber, dass sie sich bei ihren Bezahl-Angeboten auf ihre eigenen Kanäle konzentrieren wollen, ein verlagsübergreifender Onlinekiosk habe keine Priorität.
"Horizont" 37/2019, S. 19 (Paid)

Früherer “Spiegel”-Mann Torsten Beeck wechselt zu Facebook.

Facebook gewinnt Torsten Beeck, den früheren Social-Media-Chef des "Spiegel". Beeck wird bei Facebook für Partnerschaften mit Medienhäusern zuständig sein – der frühere "Spiegel"-Verlagsleiter Jesper Doub ist Facebooks Partnerschaften-Chef für Europa. Facebook hat zuletzt mehrere redaktionelle Videoformate angekündigt, die bei Springer, Burda und Gruner + Jahr entstehen.
twitter.com, turi2.de (Background)