Blick TV von Ringier soll spätestens im Februar 2020 starten.

Blick TV, Ringiers digitaler Sender in der Schweiz, soll spätestens im Februar 2020 auf Sendung gehen, schreibt die "NZZ am Sonntag". Blick TV setzt den Fokus auf die Videonutzung per Smartphone und kooperiert mit CNN. Die 48 Mitarbeiter sollen in spätestens drei Jahren profitabel arbeiten, kalkuliere Ringier.
nzz.ch (Paid), persoenlich.com, turi2.de (Background)

Großverlage und Presse-Grosso kippen Mindestumsatz-Regeln.

Grosso-Verband und die Verlags-Allianz von Springer, Burda, Gruner + Jahr, Bauer, Funke, Spiegel und Klambt streichen die Mindestumsatz-Regeln aus ihren Vertriebsverträgen. Die Großverlage hatten sich Anfang 2018 mit dem Grosso-Verband darauf geeinigt, dass die Grossisten eine höhere Marge für Titel erhalten, die einen gewissen Mindestumsatz nicht erfüllen. Kleinere Verlage sahen sich dadurch benachteiligt und klopften beim Bundeskartellamt an, das Bedenken äußerte. Nun läuft die Vereinbarung zum Jahresende aus.
horizont.net, dnv-online.net, turi2.de (Background)

“Spiegel” lässt bei Innovations-Prozess möglichst viele mitmachen.

Spiegel hat eine interne Innovationskultur geschaffen, sagt Entwickler Ole Reißmann im kress.de-Interview. Dafür bringe der Verlag die journalistisch publizistische und die geschäftliche Perspektive zueinander, sechs interdisziplinäre Teams kommen wöchentlich zusammen. Es gelte, möglichst früh viele Menschen einzubeziehen. Die Teams vereinbaren mit Hilfe der Management-Methode OKR quartalsweise Ziele.
kress.de

“Süddeutsche Zeitung” gratuliert Eberhard Ebner zum Geburtstag mit einem Porträt.

Verleger Eberhard Ebner könnte ohne Zeitung nicht leben, nicht nur ökonomisch, schreibt Kurt Kister in seinem Porträt der "Süddeutschen Zeitung" über den "Zeitungsmenschen". Ebner wird an diesem Donnerstag 90 Jahre. Als führender Gesellschafter der Südwestdeutsche Medienholding setzte er die Beteiligung am Süddeutschen Verlag mit durch - aus "Leidenschaft des lesenden Verlegers".
sueddeutsche.de

Studie: Deutsche Medienhäuser entfernen sich von ihrem Kerngeschäft.

Deutsche Medienhäuser fokussieren sich auf Konsumtrends und entfernen sich weiter von ihrem Kerngeschäft, sagt eine Studie von EY-Parthenon. Sie beteiligen sich demnach bei vielen kleinen Projekten, aber kaum bei "Leuchtturm-Deals", experimentieren mit Paid Services und dem Verkauf physischer Güter sowie neuen Mobilitätskonzepten. Strategisch setze Springer auf "Innovationsorientierung", ProSiebenSat.1 auf "Themen-Cluster", Ströer auf "Diversifikation und Digitalisierung rund um das eigene Produkt-Portfolio", Holtzbrinck auf "primäres Agieren als Finanzinvestor" und Burda auf einen "Kategorie-Fokus".
ey-parthenon.de

Deborah Gottlieb übernimmt als Chefredakteurin beim “Feinschmecker”.

Feinschmecker befördert Deborah Gottlieb, bislang Vize, zur Chefredakteurin. Sie folgt ab 15. Januar auf Madeleine Jakits, die seit 1988 in der Redaktion des "Feinschmeckers" ist. Jakits war 22 Jahre lang Chefredakteurin des Magazins und bleibt als Herausgeberin an Bord.
kress.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Madeleine Jakits führt kulinarisch um die Welt.

Lipinski: Foto-Chefin Michaela Herold verlässt den “Spiegel”.

Spiegel und Michaela Herold, Leiterin der Bild-Redaktion, gehen ab Juli 2020 getrennte Wege, schreibt Gregory Lipinski. Herolds Abgang könne an der Ernennung von Judith Mohr als Art Director liegen, mutmaßt Lipinski. Herold ist 2011 von Springer zum "Spiegel" gewechselt, sie gehe "auf eigenen Wunsch" und wolle sich "neuen beruflichen Herausforderungen" widmen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Glaubwürdigkeit ist der letzte Trumpf der Verlage, meint Roland Pimpl.

Verlage müssen bei der Kommerzialisierung von Medienmarken darauf achten, nach wie vor strikt zwischen Redaktions- und Werbeinhalten zu trennen und ihre Glaubwürdigkeit nicht als "bloße Vehikel für Vermarktungsprodukte", sondern Basis ihrer Zukunft verstehen, schreibt Roland Pimpl. Nur die Glaubwürdigkeit unterscheide sie noch von Agenturen und ermögliche ihnen, höhere Preise aufzurufen.
"Horizont" 48/2019, S. 2 (Paid)

Land Berlin will sein Hauptstadtportal ohne die Friedrichs betreiben.


Besser alleene: Berlin will die Hoheit über sein Stadtportal zurückerobern, momentan hält das Verlegerpaar Friedrich die Mehrheit an der Betreiberfirma. Holger Friedrich hatte in einem "NZZ"-Interview von seinen Ausbau-Plänen erzählt, er wollte Berlin.de u.a. für digitale Behördengänge nutzen. Die Stadtverwaltung lehnt das ab und will dem Berliner Verlag alle Anteile abkaufen.

Das Portal sei ein "Schaufenster der Stadt", über das Berlin die volle Kontrolle haben müsse, sagt Medienstaatssekretär Christian Gaebler. Aktuell hält der Berliner Verlag 74,8 % der Anteile an der Betreiberfirma, die Investitionsbank Berlin hält 25,2 %. Der Senat hat den Vertrag bereits 2018 zum Dezember 2021 gekündigt. Gaebler sagt, es gebe "einen Zielkonflikt, wenn eine Gesellschaft Support leistet für ein öffentliches Portal, gleichzeitig aber Geld einnimmt durch Vermarktung, Werbung und ähnliches".
spiegel.de, turi2.de (Background)

Spitzenkoch verklagt Michelin-Verlag wegen Irreführung des Publikums.

Gestirns-Streit: Der Michelin-Verlag hat Streit mit einem französischen Koch, der in der neuen Auflage des Hotelführers nur noch zwei statt drei Sterne bekommt. Der Koch verklagt den Verlag wegen intransparenter Bewertungskriterien und Irreführung des Publikums. Er hat einen Stern verloren, weil ein Testesser in seinem Soufflee Cheddar herausgeschmeckt haben will, der dort nicht hineingehöre. Der Koch hält das für Käse. Der Michelin-Verlag klagt zurück.
faz.net

Zitat: Zeitungen bleiben als Mittel gegen Blasenbildung wichtig, sagt Bernhard Pörksen.

"Idealerweise ist die Tageszeitung der Zukunft ein Medium des zweiten Gedankens. Sie macht Hintergründe auf entschleunigte Weise sichtbar."

Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen sagt im Interview mit dem "Reutlinger General-Anzeiger", Zeitungen seien ein von "Journalisten geschnürtes Materialbündel", mit Inhalten, die Lesern andere Perspektiven in ihre Blase liefern.
gea.de

Bremer Bürgermeister regt Presseförderung an, bei der Bürger über Verteilung abstimmen.

Zeitungsverlage sollten sich um Fördergelder bewerben, über die Verteilung könnten in einer Wahl die Bürger entscheiden, regt Bremens neuer SPD-Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Interview bei Radio Bremen an. Dabei geht es ihm nicht ausschließlich um eine Zustell-Förderung, wie sie der Bundestag plant. Der BDZV lehnt den Vorschlag ab, der DJV hält ihn für "unausgereift". Auch Bovenschultes grüner Koalitionspartner in der Bremer Bürgerschaft geht auf Abstand.
butenunbinnen.de (Interview Bovenschulte), meedia.de (Reaktionen), turi2.de (Background)

Holger Friedrich wollte Stasi-Vergangenheit erst nach Verlagskauf öffentlich machen.

Der Feind hört mit: Neu-Verleger Holger Friedrich befürchtete, "keine Chance" auf den Verlag-Zuschlag zu bekommen, hätte er seine Stasi-Vergangenheit vor dem Kauf öffentlich gemacht, gesteht er im gemeinsamen "FAS"-Interview mit Ehefrau Silke und dem "Berliner Zeitung"-Herausgeber Michael Maier. "Wir müssen uns jetzt dieser Lebensgeschichte stellen", sagt Silke Friedrich und warnt vor "verkürzten Wahrheiten und schnellen Urteilen". Es tue Holger Friedrich leid, "was damals passiert ist". Er sei immer offen mit seiner Stasi-Vergangenheit umgegangen, sobald er ein "Vertrauensverhältnis" aufgebaut hatte.

Holger Friedrich entschuldigt sich im "FAS"-Interview zudem für den umstrittenen Artikel über den Börsengang der Firma Centogene, an der Friedrich beteiligt ist. Die Berliner Verwaltung müsse "dringend elektrifiziert und automatisiert werden", fordert der Verleger mit Blick auf die Absage des geplanten Berliner Bürgerportals. Der Berliner Verlag biete "jede Menge Kompetenz" für die Digitalisierung der Verwaltung. Am Sammeln von Daten sei Friedrich nicht interessiert.
"FAS", S. 43 (Paid), turi2.de (Stasi-Akten)

“Spiegel”: Holger Friedrich bringt weitere Interessenkonflikte in die “Berliner Zeitung”.


Wer bin ich und wie viele? Der "Spiegel" legt nach und findet weitere Interessenskonflikte des Neuverlegers der "Berliner Zeitung", Holger Friedrich. So habe die Zeitung auf Vermittlung Friedrichs einen Gastbeitrag über bargeldloses Bezahlen gedruckt, ein Feld in dem sich eine Firma des Verlegers engagiere. Der Gastautor stamme aus einem Team, das zuvor bei einer Fachtagung von Firmen Friedrichs gesponsert worden sei. Der nächste Konflikt drohe um das Portal Berlin.de, an dem der Verlag Haupteigner sei. Hier könnten sich lukrative Optionen für Friedrich-Firmen öffnen. Derzeit berate der Berliner Senat, ebenfalls Anteilseigner, ob er seine Anteile verkauft oder das Portal wieder vollständig selbst kauft.

Vergangene Woche hatte der "Spiegel" bereits berichtet, dass die "Berliner Zeitung" positiv über die Rostocker Medizinfirma Centogene berichtet hatte, ohne zu erwähnen, dass Friedrich Aktionär sei und im Aufsichtsrat sitze. Den Aufsichtsratposten lässt Friedrich mittlerweile ruhen. Auch seine Stasi-Vergangenheit sorgt aktuell für Diskussionen.
"Spiegel", S. 62 (Paid), turi2.de (Centogene), turi2.de (Stasi)

Michael Maier will aus der “Berliner Zeitung” noch immer eine deutsche “Washington Post” machen.

Berliner Zeitung: Herausgeber Michael Maier will aus seinem Blatt noch immer eine deutsche "Washington Post" machen, sagt er im Interview mit dem "Standard". Dies sei mit Gruner + Jahr nicht möglich gewesen, die Neu-Verleger Silke und Holger Friedrich seien hingegen "totale Zeitungsfanatiker". So könne er "das damals unterbrochene Projekt heute fortsetzen".
derstandard.at

Holger Friedrich lässt seinen Aufsichtsratsposten bei Centogene ruhen.

Berliner Verlag: Neu-Eigentümer Holger Friedrich lässt seinen Aufsichtsratsposten bei der Firma Centogene vorerst ruhen. Er wolle abwarten, "bis die vollständigen Unterlagen der Stasi-Unterlagenbehörde vorliegen und von Experten ausgewertet wurden", sagte er der dpa. Die "Berliner Zeitung" hatte einen Bericht über das Unternehmen veröffentlicht, Friedrichs Beteiligung jedoch nicht erwähnt.
handelsblatt.com, turi2.de (Centogene), turi2.de (Stasi-Akten)

Urheberrecht: Französische Verlage reichen Beschwerde gegen Google ein.

Französische Verleger haben im Streit um das EU-Urheberrecht Beschwerde gegen Google eingereicht. Laut EU-Recht müssten Suchmaschinen für Verlags-Snipptes bezahlen. Google denkt nicht daran und will in Frankreich damit starten, auf Textauszüge ganz zu verzichten. Die Verleger argumentieren, Google nutze seine marktbeherrschende Stellung aus.
horizont.net

Lipinski: “Berliner Zeitung” plant ein Redaktionsstatut und einen Redaktionsbeirat.

Berliner Zeitung plant ein Redaktionsstatut und einen Redaktionsbeirat als Reaktion auf die Ereignisse um Neuverleger Holger Friedrich, berichtet Gregory Lipinski. Das Statut soll "Grundlinien für die Arbeit zwischen Redaktion und Verlag" enthalten. Eine Arbeitsgruppe aus 16 Redakteurinnen und Redakteuren soll das Statut entwickeln.
meedia.de, turi2.de (Centogene), turi2.de (Stasi-Akten)

Funke übernimmt Bettenvermittler Monteurzimmer.de und Pension.de.

Funke investiert in ruhigen Schlaf und kauft die Betreiberfirma hinter Monteurzimmer.de und Pension.de zu 100 %. Seit 2016 ist Funke an der Passion 4 Gästezimmer GmbH von Christoph Jost und Tim Keding beteiligt, die schon 2015 die Jobbörse Absolventa an Funke verkauft haben. Neue Geschäftsführerin wird Victoria Tschirch, die ebenfalls bereits bei Absolventa gearbeitet hat.
per Mail

Zitat: “NYT”-Verlagschef Mark Thompson sieht Plattformen in der Zahlungspflicht.

"Ich glaube, Plattformen sollten auf die eine oder andere Weise dazu beitragen, dass unser Geschäftsmodell funktioniert. Ein offensichtlicher Weg ist, dafür zu bezahlen, und daran ist nichts auszusetzen."

Mark Thompson, Chef des Verlags der "New York Times", sagt der indischen "Economic Times" bei seinem Mumbai-Besuch, dass er kein Problem mit Geld von Facebook und Co hat. Das Print-Geschäft der "NYT" sei hochprofitabel und werde es noch mindestens eine Jahrzehnt bleiben.
economictimes.indiatimes.com via talkingbiznews.com

Veit Dengler räumt bei Bauer tabulos auf.


Internet-Generalunternehmer: Veit Dengler, seit April Bauers neuer Operativ-Chef, will Erlösquellen abseits des Mediengeschäfts erschließen und den Familienverlag ohne Tabus "anpassen", wo es nötig ist. Tabus hätten "mit Religion zu tun, religiös sind wir nicht", sagt er in seinem ersten großen Interview im "Handelsblatt". Dengler kündigt an, er wolle "dazukaufen, wenn wir Chancen sehen", aber auch "verkaufen, wenn es nicht mehr anders geht". Im Internet sei Bauer "vielleicht spät dran", habe dadurch aber "auch viele Fehler vermieden". Wachstumschancen sieht Dengler in Online-Dienstleistungen für Mittelständler, "eine Art Generalunternehmer fürs Internet", der Webseiten baut, Suchwort-Marketing einrichtet und Social Media betreut. Hoffnung setzt er auch auf Vergleichsportale für Skandinavien, Spanien oder Osteuropa, jedoch nicht für Deutschland, weil der Markt hierzulande von Check24 und Verivox schon besetzt ist.

Kein gutes Haar lässt Dengler am deutschen Leistungsschutzrecht, das eine "Fehlinvestition von politischem Kapital" sei. "Es bringt uns Verlagen wirtschaftlich nur Peanuts, wenn überhaupt." Vielmehr wünsche er sich von der Politik "vernünftige Marktdefinitionen" und Regularien "auf der Höhe der Zeit". Den Digitalisierungsanteil in Medienunternehmen hält er als "Kennzahl für grundfalsch", die nur für den Kapitalmarkt erfunden sei und zeigen solle "wie cool ein Unternehmen ist, wie wenig es sich mit dem langweiligen Papiergeschäft beschäftigt". Bauer sei jedoch "immer beides - analog und digital". Im derzeitigen Podcast-Boom sieht Dengler kein Geschäftsfeld, mit dem sich Geld verdienen lasse. Podcasts seien "nicht mehr als eine zusätzliche Dienstleistung, die zunehmend auch kostengünstig automatisiert erstellt werden kann". (Foto: Hans Punz / Apa / Picture Alliance)
"Handelsblatt" S. 22/23 (Paid)

Berlin erteilt Plattform-Plänen der Friedrichs klare Absage.

Berlin erteilt dem Plan der Neu-Verleger Silke und Holger Friedrich, gemeinsam das Portal Berlin.de zu einer "zentralen Plattform" auch für Behördengänge auszubauen, eine klare Absage. Den Vertrag mit einer Tochter des Berliner Verlags habe die Stadt schon 2018 gekündigt. Laut Sabine Smentek, Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik, sei die Stadtverwaltung zudem "weit davon entfernt, einem privaten Unternehmen tiefere Einblicke in die sensiblen Daten der Berliner zu gewähren". Den kommerziellen Hintergedanken der Friedrichs, die Berlin.de als "eigentlichen Schatz unseres Deals" bezeichnet haben, lehnt sie ab.
meedia.de

Subventionstopf für Zustellung ist zu klein, sagt Horst Röper.

Zustellung: Die vom Bund geplanten Subventionen können nicht verhindern, dass Verlage immer mehr Redaktionen zusammenlegen, sagt Medienforscher Horst Röper im Medienpolitik.net-Interview. Der zeitlich befristete Fördertopf sei zu klein. Er fordert eine Einzelfallprüfung für jeden Verlag, weil die Zustellkosten je nach Besiedelung und Auflage schwanken.
medienpolitik.net, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “Berliner Zeitung”-Herausgeber Michael Maier warnt vor Vorverurteilungen.

Lese-Tipp: Michael Maier, Herausgeber der "Berliner Zeitung", warnt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" nach der Stasi-Enthüllung über Verleger Holger Friedrich vor einer Vorverurteilung. Es sei "verstörend, wie weit die Schatten der Vergangenheit in eine Gegenwart reichen".
"Süddeutsche Zeitung", S. 23 (Paid)

“Welt am Sonntag” druckt Auszüge aus der Stasi-Akte von Verleger Friedrich.

Berliner Verlag: Die "Welt am Sonntag" veröffentlicht ihre von Holger Friedrich gespoilerte Recherche zur Stasi-Vergangenheit des Neu-Verlegers und zeigt Auszüge aus der Akte. Friedrich habe Kameraden bei der NVA denunziert und damit für Bestrafung gesorgt. Die Akte erwähnt, dass Friedrich "nicht freiwillig" spioniert, zeigt aber auch, dass er als Spitzel kreativ ist bei der Vertuschung der Treffen mit seinen Führungsoffizieren.
"Welt am Sonntag", S. 36 (Paid), turi2.de (Background)

CNBC: Verlage sind enttäuscht von Apple News+.

Apple News+ löst nach sechs Monaten Laufzeit keine Jubelstürme bei Verlagen aus, berichtet CNBC. Über die Plattform erwirtschafte ein Medium monatlich zwischen 20.000 und 30.000 Dollar, zitiert CNBC einen Publisher. Die anfänglichen Prognosen seien bedeutend höher gewesen. Jedoch erschließe der Flatrate-Dienst eine neue Zielgruppe, die jünger und weiblicher ist.
cnbc.com via wuv.de

Holger Friedrich veröffentlicht “WamS”-Interview zu seiner Stasi-Vergangenheit vorab.

Berliner Verlag: Neu-Eigentümer Holger Friedrich veröffentlicht ein "Welt am Sonntag"-Interview zu seiner Akte des Ministeriums für Staatssicherheit vorab. Friedrich gibt zu, der Stasi geholfen zu haben, er habe aber in einer Notsituation gehandelt, bei Verweigerung hätte ihm "eine mehrjährige Haftstrafe im Militärgefängnis Schwedt" gedroht. Später habe er sich der weiteren Kooperation verweigert. Die "Berliner Zeitung" hat sich 1996 von allen Mitarbeitern mit einer Stasi-Akte getrennt, da "die Arbeit als Redakteur in einer den freiheitlichen Werten der Presse verpflichteten Zeitung" nicht mit der Tätigkeit als IM der Stasi vereinbar gewesen sei, schreibt Verleger Michael Maier.
berliner-zeitung.de, berliner-zeitung.de (Stellungnahme Maier)

Kai Weise übernimmt als Co-Moderator bei “Die richtigen Fragen”.

Die richtigen Fragen: Redaktionschef Kai Weise ersetzt Nikolaus Blome als Co-Moderator neben Anna von Bayern. Die Moderatorin hatte den "Bild"-Politiktalk nach Blomes Abgang vorerst allein moderiert. Weise wird am Montag das erste Mal vor der Kamera zu sehen sein.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Bild" relauncht "Die richtigen Fragen" – Kai Weise will mit Politiker-Talks "Nachrichten machen".

Springer schickt das Magazin “Reiselust” auf große Reise.

Springer veröffentlicht das Magazin "Reiselust". Das Heft liegt am 16. November einigen Regional-Ausgaben der "Bild", der "BamS am 17. November sowie der "B.Z." bei. Das Heft soll so eine verkaufte Auflage von über 1,5 Mio Exemplaren erreichen. Weitere Ausgaben sind für den 29. Februar und 1. März 2020 geplant. Die redaktionelle Verantwortung trägt Innovation-Lab-Chefin Ulrike Zeitlinger-Haake.
clap-club.de

Wolfgang Bohlsen übernimmt die Chefredaktion von “Mein schöner Garten” von Andrea Kögel.

Gartenarbeit: Andrea Kögel, Burdas Redaktionsdirektorin für Garten und Wohnen, übergibt die Chefredaktion des Titels "Mein schöner Garten" an ihren bisherigen Vize Wolfgang Bohlsen. Der gelernte Zierpflanzengärtner und Diplom-Agraringenieur übernimmt außerdem alle Line-Extensions von "Mein schöner Garten" sowie der Titel "Gartenspaß", "Lisa Blumen & Pflanzen" und "Garten Idee". Kögel verantwortet weiterhin "Wohnen & Garten", "Wohnenträume" und "Gartenträume".
burda.com


Aus dem Archiv von turi2.tv: Andrea Kögel wundert sich im Video-Interview für die turi2 edition #3, was Hobby-Pflanzer in heimischen Beeten alles nicht wissen.

Meedia: G+J will Foto- und Grafik-Abteilung der “Gala” umbauen.

Gruner + Jahr plant den Umbau von Foto- und Grafik-Abteilung der "Gala", schreibt Gregory Lipinski. Dort arbeiten aktuell 13 Mitarbeiter. Der Verlag überlege, ihre Aufgaben verlagsintern umzuverteilen, um die Kosten zu senken. Chefredakteurin Anne Meyer-Minnemann hat am Montag bekannt gegeben, dass sie "Gala" verlässt, um als Diversity-Beauftragte der Geschäftsführung von G+J zu arbeiten. Von den Umbauplänen soll sie nicht begeistert gewesen sein, hört Lipinski.
meedia.de, turi2.de (Meyer-Minnemann)

Lokal-Leser verstehen unter Qualität etwas anderes als Journalisten.

Lokaljournalismus: Joachim Dreykluft, Leiter des HHLab der NOZ Medien und mh:n Medien, hat Nutzer befragt, was sie unter digitalem Qualitätsjournalismus verstehen. Anders als die Journalisten selbst, die ihn als etwas definieren, das Mühe bereitet, ihnen Spaß sowie sie stolz macht, antworten die Leser: passend zu ihrer Lebenswirklichkeit, angemessen konsumierbar. Dreyklufts Daten sagen, dass Leser auch scheinbar banale Geschichten wertvoll finden und bereit sind, für sie zu bezahlen.
presseportal.de

Bastei Lübbe macht im ersten Halbjahr 43,2 Mio Euro Umsatz.

Bastei Lübbe veröffentlicht seinen Halbjahresbericht 2019 mit 43,2 Mio Euro Umsatz und 2,4 Mio Euro. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern verbessert sich auf 2,4 Mio Euro, im Vorjahreszeitraum lag es bei -0,2 Mio Euro. Obwohl das Buch-Segment weniger Umsatz bringt als bisher, steigert der Verlag die Gewinne um 0,7 Mio Euro. "Welt-Blockbuster" will Vorstand Klaus Kluge weniger fokussieren, sie seien "schwieriger einzuschätzen".
buchmarkt.de, luebbe.com (Bericht), turi2.de (Background)

“Zapp”: Bundesregierung plant Zustell-Förderung für Zeitungen schon 2020.

Zeitungsverlage können schon 2020 auf Subventionen für die Zustellung hoffen, berichtet Daniel Bouhs. Abgeordnete verschiedener Fraktionen rechnen auf "Zapp"-Nachfrage damit, dass die Bundesregierung in ihren Haushalts­beratungen ein Mio-Budget für die Förderung der Zeitungs­zustellung vorschlägt. Der medienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Martin Rabanus, stellt einen bis zu "dreistelligen Mio-Betrag" in Aussicht. Union und SPD hatten eine Förderung bereits im Koaltionsvertrag festgehalten. Ursprünglich war vorgesehen, die Verlage bei den Renten-Beiträgen für die Zusteller zu entlasten, was jedoch an rechtlichen Bedenken scheiterte.
ndr.de

Zitat: Journalisten können Karren nicht aus dem Dreck ziehen, sagt Wolfgang Messner.

"Nun sollen also die Journalisten der Blätter, die von den Verlegern inhaltlich ausgehöhlt, kaputtgespart und fusioniert werden, ihr 'Gesicht zeigen' und die Karre aus dem Dreck ziehen."

"Wirtschaftsjournalist"-Chefredakteur und ProRecherche-Gründer Wolfgang Messner findet, die Aktion "Journalismus zeigt Gesicht" zeige, "wie weit den Verlagen schon das Wasser zum Hals steht".
kontextwochenzeitung.de

Meinung: Burda wirbt mit Journalismus-Kampagne nur für sich selbst.

Burda wirbt mit seiner Kampagne für Printjournalismus nur "scheinbar für die gute Sache", urteilt Stefan Niggemeier. Der Verlag versuche, Print als Synonym für Qualitätsjournalismus zu etablieren. In die "billig produzierten Contenthalden der konzerneigenen Internetangebote" dürften sich die Nutzer zwar gern verirren, sie sollen aber dennoch Geld in die Hand nehmen für die Produkte, die "der Verlag noch auf Papier druckt".
uebermedien.de