Zitat: Georg Streiter findet, Julian Reichelt habe den Boulevard nie verstanden.

"Die richtige Mischung aus Fakten, Fiktionen, Tatsachen und Träumereien ist für den Erfolg auf dem Boulevard so wichtig wie das geheime Leberwurst- oder Cola-Rezept. Julian Reichelt hat dieses Rezept nie verstanden, und allein das wäre ein guter Grund gewesen, ihn zu feuern."

Ex-"Bild"-Journalist und -Regierungssprecher Georg Streiter erinnert sich an bessere Zeiten der Zeitung, als es "viel zu lachen" gab. Dank Reichelt und Mathias Döpfner seien diese vorbei gewesen.
sueddeutsche.de (Paid)

IVW: “Zeit” und “Spiegel” gewinnen, TV-Zeitschriften sacken ab.

Papierflaute: Laut IVW-Erhebung gehen bei vielen Zeitungen und Zeitschriften im dritten Quartal 2021 die Verkaufs- und Abozahlen weiter bergab. "Bild" (-8,5 %) und "Neues Deutschland" (-10 %) verzeichnen das größte Minus unter den überregionalen Zeitungen, "Süddeutsche" und "FAZ" verlieren 3 bzw. 4 %. "Handelsblatt" und "taz" bleiben hingegen stabil. Bei den Zeitschriften vermelden zwei Drittel der Titel Verluste. Zu den Gewinnern gehören "Zeit" und "Spiegel", die rund 10 bzw. 6 % an Auflage zulegen – hauptsächlich durch Digitalabos. Die größten Verlierer sind Programmzeitschriften wie "TV 14" und "TV Digital" und die "Bild der Frau".
meedia.de (Zeitschriften), meedia.de (Zeitungen), dwdl.de

Der “Spiegel” seziert “irrlichternde” Mathias-Döpfner-Aussagen.


Döpfner-Exegese: "Spiegel"-Journalist Stefan Kuzmany begibt sich anlässlich des geleakten DDR-Vergleichs von Mathias Döpfner in den Text-Nahkampf mit den öffentlichen Aussagen des Springer- und BDZV-Chefs. Zitate zur Bundesrepublik als "Obrigkeitsstaat" findet er nicht, wirft ihm aber eine "kaum verhohlene Islamophobie" vor. So forderte Döpfner nach den Anschlägen von Paris 2015 eine "Radikalisierung der gesellschaftlichen Mitte" und "starke Führung". Auch bei einer BDZV-Rede 2017 sei es erstaunlich viel um die "islamistische Gefahr" gegangen. Kuzmany bilanziert: "Für den Springer-Chef steht unsere Gesellschaft am Abgrund, und da steht sie schon seit Jahren."

Mit einem weiteren "Welt"-Text, den Döpfner nach dem rechtsradikalen Anschlag in Halle verfasst hatte, habe er sich "vollends ins geistig-moralische Abseits" begeben, da der Artikel "lupenrein rechtspopulistisches Geschwurbel" enthalte. Döpfner sehe "sich selbst, Springer und das ganze Land in einem großen Abwehrkampf". Der geschasste Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt sei "sein Soldat im Schützengraben" gewesen – und Döpfners "treues Geschöpf", urteilt Kuzmany.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Studie: Schließungen von Lokalzeitungen sind gefährlich.

Kontrollinstanz contra Crime: Schließungen von Lokalzeitungen führen zu einem Anstieg von Betrug, Finanzvergehen und Wasser- und Luftverschmutzung, ermittelt eine Studie aus den USA, aus der die "Süddeutsche" zitiert. Wenn keine Lokalzeitung mehr über Recht und Ordnung wacht, sehe die örtliche Wirtschaft das als "Freifahrtschein für Regelverletzungen". Aussagekräftig sind u.a. Bußgelder von Behörden: In Kreisen ohne Lokalzeitung stiegen sie um 36 %.
sueddeutsche.de

Reichelt-Recherche zerbröselt Ippen unter den Fingern.

Causa Reichelt: Ippen zerbröselt die Recherche seines Investigativteams unter den Fingern, schreibt die "Süddeutsche". Obwohl der Verlag nun doch eine Veröffentlichung prüft, hätten sich in der "Dynamik des Geschehens Betroffene und Informanten zurückgezogen", so ein Sprecher. Es sei unklar, welche Ergebnisse überhaupt noch veröffentlicht werden könnten. Ein Teil der Recherche war im "Spiegel" erschienen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Mathias Döpfner sieht alle Probleme, nur nicht seine eigenen, sagt Nils Minkmar.

"Döpfner ist ein Meister darin, Gefahren zu erfinden, um dann vor ihnen zu warnen."

Springer-Chef Mathias Döpfner stellt sich gerne als "Vordenker" dar, urteilt Nils Minkmar in der "Süddeutschen". Die Nachricht, in der er Medienschaffende "Propaganda Assistenten" nennt, verfestigte eher den Eindruck "von den zwei Gesichtern Döpfners".
sueddeutsche.de (Paid)

Reader’s Digest bringt Sonderheft mit Gesundheits-Themen an den Kiosk.

Reader's Digest veröffentlicht ab sofort jährlich das Sonderheft "Gesundheit". Chefredakteur Michael Kallinger verspricht "von Fachjournalisten recherchierte und verifizierte Informationen zu Forschung, Therapie und Vorbeugung" statt des "Häppchenjournalismus" der Konkurrenz. Die erste Ausgabe mit 128 Seiten erscheint am 25. Oktober zum Preis von 6,90 Euro. Themen sind u.a. Covid-19, Digital Health und Männergesundheit.
per Mail

Video-Tipp: Axel Springer kehrt von den Toten zurück und bleibt von den “Bild”-Problemen verschont.

Video-Tipp: Springer lässt für ein aufwendiges Image-Video den Verleger Axel Springer mit dem Schauspieler Herbert Knaup wieder auferstehen. "Auf der Suche nach der verlorenen Auflage" ist angesichts der aktuellen Umstände schlecht gealtert: Für die Diversitäts­beauftragte im Film sind "Männer-Domänen" ein Problem der Vergangenheit.
youtube.com (31-Min-Video) via twitter.com/LevinKubeth

Papier-Knappheit bereitet Verlagen Produktionssorgen vor Weihnachten.

Wert-Papier: Die Buch-Branche fürchtet um ihr Weihnachtsgeschäft wegen wachsender Papier-Knappheit. Grund ist der Preisanstieg für Zellstoff von bis zu 100 % und der Mangel an Altpapier – in der Krise wurden, auch wegen sinkender Anzeigen-Buchungen, weniger Zeitungen gedruckt. "Wenn der jetzige Bestand verkauft sein wird, kommt erst nächstes Jahr Nachschub", sagt Jonathan Beck, Verlagschef von C.H. Beck, dem "Handelsblatt".
spiegel.de, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Claudia Limmer verlässt Penguin Random House “auf eigenen Wunsch”.

Penguin Random House und Claudia Limmer, Gesamtleiterin Marketing und Kommunikation sowie Mitglied der Geschäftsführung, gehen getrennte Wege. Bereits zum 15. Oktober hat Limmer den Verlag "auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen" verlassen. Interimsweise übernehmen CEO Thomas Rathnow und weitere Mitglieder der Geschäftsleitung die bisherigen Aufgaben von Limmer.
kom.de

150 Schriftstellerinnen wehren sich gegen E-Book-Verleih “nahe am Nulltarif”.

Zeilen-Inflation: Rund 150 Schriftstellerinnen, darunter Thea Dorn (Foto), Juli Zeh und Frank Schätzing, sprechen sich in einem gemeinsamen Appell gegen die Praxis aus, mit der öffentliche Bibliotheken in Deutschland E-Books verleihen. "Fair lesen" schaltet am Wochenende in "FAZ" und "Süddeutscher Zeitung" doppelseitige Anzeigen, die auf das "wirtschaftliche Desaster für alle, die vom Kulturgut Buch leben", aufmerksam machen sollen. Laut Verlagen leihen bis zu 50 % aller E-Book-Leserinnen die Werke gegen geringe Gebühren über öffentliche Bibliotheken. Autorin Zeh warnt vor einem "Flatrate-Denken".
"Spiegel" 46/2021, S. 127 (Paid)

Corint Media fordert 420 Mio Euro Lizenzgebühren von Google.

Zahlen, bitte: Die Verwertungsgesellschaft Corint Media fordert im Rahmen des Leistungschutzrechts 420 Mio Euro von Google für das Jahr 2022. Google würde demnach 11 % seiner geschätzt 9 Mrd Euro Einnahmen aus dem Betrieb der Suchmaschine in Deutschland als Nutzungsgebühr an die Verlage zahlen. Die Verhandlungen über den Lizenzvertrag mit Google gingen nun in die "entscheidende Phase", sagen die Geschäftsführer Markus Runde und Christoph Schwennicke (Foto). Google weist die Forderung zurück: "Wir halten uns an das Gesetz und orientieren uns an Fakten, nicht an haltlosen Forderungen." Der Konzern wirft Corint vor, zu ignorieren, "dass Google erheblichen Mehrwert für Verlage schafft und keine nennenswerten Einnahmen mit Nachrichteninhalten erzielt".
kress.de, turi2.de (Background)

Hape Kerkeling kehrt bei Vox am 21. November zurück auf den Bildschirm.

Er ist dann mal da: Die im Sommer angekündigte, siebenteilige Reise-Doku "Hape und die 7 Zwerg­staaten" mit Hape Kerkeling startet auf Vox am 21. November und läuft jeweils sonntags um 19:10 Uhr, teilt RTL mit. "Geo Saison" von Gruner + Jahr begleitet die Trips in zwei Ausgaben. Das Format, das zugleich Kerkelings TV-Comeback markiert, wird von i&u TV produziert. In der ersten Folge geht es nach Malta.
kommunikation.mediengruppe-rtl.de, turi2.de (Background)

Meedia: Gruner + Jahr verabschiedet sich mit dem Verkauf an RTL vom VDZ.

Gruner + Jahr scheidet mit der Übernahme durch RTL endgültig aus dem Verleger-Verband VDZ aus, berichtet Meedia und zitiert aus einem internen Schreiben. Was das für die Tarif-Bindung des Verlagsgeschäfts bedeutet, ist noch nicht klar. Der Verlag war bereits vor fünf Jahren aus dem Fachverband Publikumszeitschriften ausgeschieden, aber über den Landesverband im VDZ geblieben.
meedia.de (Paid)

Update: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir unter Berufung auf Meedia berichtet, dass 708 G+J-Beschäftigte künftig für RTL arbeiten. Diese Zahl ist offenbar falsch. Es handelt sich insgesamt um 1.800 Mitarbeiterinnen. Die 708 wechselnden Beschäftigten sind Teil der bisherigen G+J GmbH, zu der auch die Abteilungen gehören, die bei Bertelsmann verbleiben und nicht zu RTL wechseln.

Burdas BCN kooperiert mit Display-Werber Cittadino.

Neu auf dem Schirm: Der Burda-Vermarkter BCN arbeitet künftig mit dem Düsseldorfer Display-Werber Cittadino zusammen. Der Verlag erhofft sich dadurch "zusätzliche Reichweite in attraktiven Zielgruppen". Cittadino kommt eigenen Angaben zufolge mit seinen 7.000 Werbeflächen an Flughäfen, Autobahnen und Shopping-Centern auf 400 Mio. Werbemittelkontakte pro Monat.
per Mail

Debatte: Die Umstellung von Sonntags- auf Samstagszeitungen soll vor allem Kosten sparen.

Kommt günstiger: Verlage, die ihre traditionellen Sonntagszeitungen auf Samstagsausgaben umstellen, tun dies vor allem aus Kostengründen, schreibt Aurelie von Blazekovic. Werde die Zeitung am Wochenende produziert, würden Zuschläge in Redaktion und Druckerei fällig – mit der Herstellung am Freitag fallen Mehrkosten weg. Leserinnen, die doch erst am Sonntag in die so befüllten Zeitungen schauen, mangele es an Aktualität.
sueddeutsche.de (Paid)

Bertelsmann kauft die Rote Liste Service GmbH.

Gesundes Investment: Bertelsmann kauft die Rote Liste Service GmbH, die das auflagenstärkste Arzneimittelverzeichnis Deutschlands herausgibt. Die Gütersloher haben die Anteile des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie und des Verbands Forschende Arzneimittelhersteller bereits zum 1. Oktober übernommen. Über die Details haben alle Seiten Stillschweigen vereinbart, Bertelsmann möchte die Rote Liste künftig digital ausbauen.
bertelsmann.de

Burda und Seven.One Entertainment testen gemeinsames Quiz-Magazin.

Versuchen ihr Glück: Burda und die ProSiebenSat.1-Tochter Seven.One Entertainment bringen ein gemeinsames Magazin heraus. Die "Gewinnarena" erscheint am 13. Oktober für 2,95 Euro als Pilot-Blatt mit Rätselformaten und Stories zu Shows wie "The Voice of Germany". Die Auflage liegt bei 250.000. Chefredakteur als Burda-Mann fürs Gelbe ist Kai Winckler. Online-Vorbild ist die Seven.One-Website Gewinnarena.de.
burda.com

Debatte: Das Sparprogramm bei Condé Nast ist eine Chance für kleinere Magazine.

Glattgespart: Die Krise von Condé Nast und seinen Mode­magazinen "Vogue" und "GQ" ebnet den Weg für unbekanntere Hefte wie "032c" oder "Achtung Mode", schreibt Alfons Kaiser im "FAZ Magazin". Durch das Sparprogramm wirken die großen Player "konfektioniert" und "beliebig", wohingegen die kleinen Hefte mit Foto­strecken punkten, die "nicht drapiert, arrangiert, retuschiert" sind.
faz.net

Burda: Paul-Bernhard Kallen hört als CEO auf – Martin Weiss übernimmt.


Generationswechsel: Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen, 64, gibt das Tagesgeschäft des Medienkonzerns aus München und Offenburg ab. Er stand zwölf Jahre lang an der Spitze des Familenunternehmens von Hubert Burda. Künftig konzentriert sich Kallen auf die Führung des Verwaltungsrats und wirkt somit weiter als oberster Vermögensverwalter des Konzerns. Als CEO übernimmt Martin Weiss, 54. Er ist seit 2015 bei Burda, seit 2017 wirkt er im Vorstand mit Verantwortung für das internationale Geschäft und den Wagniskapital-Bereich BurdaPrincipal Investments. Bei der Burda-Beteiligung New Work SE mit dem Business-Netzwerk Xing ist er Aufsichtsratschef.

Hans-Jürgen Jakobs, Medien-Experte des "Handelsblatts", urteilt mit "Generationswechsel - ein bisschen jedenfalls". Weiss wirkt auf ihn wie "eine jüngere Ausgabe" von Kallen, u.a. da beide beim Beratungsunternehmen McKinsey gearbeitet haben. Kallen kam 1996 zu Burda, 2010 übernahm er den Chefposten von Verleger Hubert Burda. Weiss hatte erstmals vor 20 Jahren als Berater beim IPO von Tomorrow Focus, heute Holiday Check, mit Burda zu tun. Vor seiner Zeit bei Burda, war er beim internationalen Internet- und Kabel-Provider Millicom tätig. Bis 2013 war er Gründer und Partner der Strategie-Beratung Solon.

Im Zuge von Kallens Ausstieg aus dem Tagesgeschäft gibt auch Andreas Rittstieg, 65, bisher verantwortlich für Recht und Compliance, seinen Vorstands-Posten auf, bleibt aber im Verwaltungsrat. Die bisherige Personaldirektorin Katharina Herrmann, 46, steigt dafür in den Vorstand auf und betreut das neu zugeschnittene Ressort Personal und Compliance.
kress.de, handelsblatt.com (Jakobs, Paid), burda.com (Pressemitteilung), burda.com (Vita Weiss)

Hans Fink wechselt von Burda in die Selbstständigkeit.

Weggang mit Wiedersehen: BurdaStudios-Chef Hans Fink tritt ab, um sich selbstständig zu machen. Er ist seit 2014 im Verlag und soll diesem als externer Berater weiter verbunden bleiben. Seine Aufgaben in der Burda-Geschäftsführung übernimmt Manuela Kampp-Wirtz. Vorstand Philipp Welte würdigt Fink als "exzellenten Strategen" bei der "Digitalisierung der Verlagsgeschäfte".
burda.com, dwdl.de

Im Streit um das Münchner Stadtportal fällt das nächste Urteil.

Zwei zu null: Im Streit zwischen Zeitungsverlagen und der Stadt München bestätigt das Oberlandesgericht München das Urteil, das Stadtportal muenchen.de stelle eine Konkurrenz zur lokalen Presse dar. Das Landgericht München hatte den Verstoß gegen das Gebot der Staatsferne der Presse bereits im November 2020 festgestellt. Die Stadt wollte sich gegen das Urteil wehren und ging in Berufung. Die Verlage können nun rechtlich gegen das Portal vorgehen oder ein BGH-Urteil abwarten.
arte.tv, turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Malgorzata Pottmann.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Malgorzata Pottmann macht seit 2011 Marketing für Burda, seit 2021 ist sie dort Head of New Business. Im Videofragebogen erzählt sie von ihrer Vorliebe für das Fahrrad, Kamtschatka will sie aber lieber zu Fuß erkunden. Pottmann ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Pottmann)

Kartellamt: Funke darf “Ostthüringer Zeitung” nicht übernehmen.

Erloschen: Funke scheitert mit der angestrebten Komplett-Akquise der "Ostthüringer Zeitung" am Kartell­amt. Dessen Präsident Andreas Mundt (Foto) sagt, die Übernahme "hätte den letzten Wettbewerb zwischen regionalen Tageszeitungen in den Gebieten Jena und Gera ausgeschaltet". Trotz schon bestehender Kooperation müsse die redaktionelle Vielfalt geschützt werden. Funke hält schon 60 % an der "Ostthüringer Zeitung". Minderheits­gesellschafterin Rheinisch-West­fälische Verlags­gesellschaft hat allerdings ein vertragliches Recht auf Mitkontrolle.
new-business.de, turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Michaela Hammel.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Michaela Hammel ist Verlegerin und geschäftsführende Gesellschafterin des Magazins "Alps" für alpine Lebensart. Entsprechend gern ist sie zu Fuß unterwegs. Im Videofragebogen berichtet sie auch davon, wie ihr VW-Käfer zu seinem Namen "Jakob" kam. Hammel ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Hammel)

Aachener Verlagsgesellschaft steht vor dem Verkauf.

Belgische Übernahme? Die Aachener Verlagsgesellschaft steht vor dem Verkauf an den belgischen Konzern Mediahuis, beide Parteien verhandeln bereits und sind kurz vor dem Abschluss der Gespräche. Mediahuis würde durch den Deal Mehrheitseigner der Medienhaus Aachen GmbH werden, die u.a. die "Aachener Zeitung" herausbringt. Die Belgier erhoffen sich von dem Zukauf eine stärkere Position in der deutsch-niederländischen Grenzregion.
new-business.de

Dänischer Verlag Watch Media übernimmt Mehrheit der Digitalzeitung Versicherungsmonitor.

Nordische Übernahme: Der dänische Verlag Watch Media verleibt sich 70 % der Anteile an der digitalen Fachzeitung Versicherungsmonitor ein. Gründer Herbert Fromme, zudem Verischerungs­korrespondent der "Süddeutschen Zeitung", wird Minderheits­gesellschafter, bleibt aber CEO und Herausgeber. Die Kaufsumme für das seit 2013 bestehende Medium ist nicht bekannt.
versicherungsmonitor.de

Walther Steinhuber wird neuer Digital-Geschäftsführer der “Süddeutschen Zeitung”.

Süddeutsche Zeitung macht Walther Steinhuber (Foto) ab 1. Oktober zum neuen Digital-Geschäftsführer. Er folgt auf Jens Kessler, der die Stelle vor zwei Jahren angetreten ist. Steinhuber kommt von RTL Interactive, wo er die Entwicklung der Digital-Produkte verantwortete. Er wird die Digitalgeschäfte der "SZ" gemeinsam mit Johannes Hauner führen. Kessler verlässt die SWMH zum Ende des Jahres.
meedia.de, new-business.de

turi2 edition #15: Michaela Hammels Tour an die “Alps”-Verlagsspitze.


Bergab, bergauf: Die Karriere von “Alps”-Verlegerin Michaela Hammel beginnt weitab von Graten und Gämsen. Bevor die Alpen in ihr Berufsleben kommen, ist sie u.a. Anzeigenleiterin der Frauenzeitschrift “Madame”. Heute hofft sie, den Leserinnen mit ihrem eigenen Magazin “einen Traum mit nach Hause” geben zu können – und führt es trittsicher durch alle Höhen und Tiefen. Weiterlesen…

Liborius Verlag startet katholisches Magazin “Cattolica”.

Glaubensfrage: Der katholische Liborius Verlag bringt ein neues Magazin auf den Markt. "Cattolica" erscheint monatlich als gedruckte Ausgabe, ist nur per Abo erhältlich und kostet 2,40 Euro inklusive Versandkosten. Das Magazin behandelt Themen rund um den Glauben. Auf jeder Seite sollen Leserinnen per QR-Code zusätzliche Inhalte wie Videos oder Bilder abrufen können.
cattolica.de

“Horizont”: Philipp Welte teilt scharf gegen deutsche Politik und US-Riesen aus.


Einer gegen alle: Burda-Vorstand Philipp Welte schießt im Interview mit "Horizont" schärfer denn je gegen die US-Tech-Riesen, gegen die deutsche Politik und fordert von der Verlagsbranche ein "neues Denken". "Wir sind nur noch ein kleiner Teil des Werbemarktes, aber wir sind unverzichtbar für das Funktionieren unserer Demokratie", sagt Welte im Gespräch mit Jürgen Scharrer. Diese Rolle könne die Branche nur wahrnehmen, wenn "wir unsere Inhalte auch in Zukunft weiter unabhängig finanzieren können". Der Politik wirft Welte vor, mit den sozialen Netzwerken zu flirten – etwa wenn Angela Merkel ihre Botschaften lieber selbst bei YouTube verbreitet, statt sich kritischen Interviews zu stellen. Welte beklagt bei der Politik fehlendes Verständnis für die wirtschaftlichen Bedingungen, die die Verlagsbranche braucht – als Beispiel gilt ihm die gescheiterte Förderung der Zeitungs- und Zeitschriften-Zustellung.

Welte nimmt auch Stellung zum Umbau bei Gruner + Jahr unter dem Dach von RTL: "Gruner + Jahr war für Burda immer der Nummer-1-Wettbewerber, an dem wir uns gemessen haben." Er hofft, dass der Konkurrent aus Hamburg der Verlagsbranche und "unserem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger" erhalten bleibt und plädiert für mehr organisatorische Zusammenarbeit bei gleichzeitigem "publizistischen Wettbewerb". Als möglichen neuen Kooperations-Partner bringt Welte den Zeitungs-Vermarkter Score Media ins Spiel. Er kann sich eine Zusammenarbeit in der Werbewirkungsforschung und die Entwicklung gemeinsamer Reichweiten-Produkte vorstellen.
"Horizont" 37/2021, S. 8-9

Meedia: Gruner + Jahr will aus Tarifbindung aussteigen.

Gruner + Jahr will im Zuge der Fusion mit RTL aus der Tarifbindung aussteigen, berichtet Meedia. Demnach verteilt die Gewerkschaft Verdi entsprechende Flugblätter vor dem Redaktionsgebäude und kritisiert, ein solcher Sparkurs passe nicht zum Plan des Unternehmens ein "nationaler Medien-Champion" werden zu wollen. Die Digital-Redaktion von G+J kämpfe seit Jahren für eine Anpassung ihrer Verträge an den Tarif.
meedia.de (Paid)

Hör-Tipp: Was Facebook News für Verlage und die Pressefreiheit bedeutet.

Hör-Tipp: Zeit-Online-Geschäftsführer Enrique Tarragona ist die "kleine Zensur" bei Facebook News "ein Dorn im Auge", sagt er im Podcast "Das Facebook Briefing" mit Blick auf die Regeln der Plattform zu anstößigen Inhalten und deren Auswirkung auf die Pressefreiheit. Gar keine Form der Zensur wäre aber im Endeffekt schädlicher. Verlage, die gegen die Regeln verstoßen, müssen damit rechnen, blockiert zu werden, sagt Guido Bülow, Head of News Partnerships Central Europe bei Facebook.
open.spotify.com (45-Min-Audio)

Heribert Bertram verlässt Bauer.


Bye, bye Bauer: Vertriebs-Chef Heribert Bertram verlässt Bauer Ende Oktober. Sein künftiges Ziel ist öffentlich noch nicht bekannt, auch ein Nachfolger ist laut Verlag noch nicht gefunden. Bertram arbeitet seit mehr als 13 Jahren für den Verlag in Hamburg. Er kam 2007 als Bereichsleiter Handel. 2009 machte Verlegerin Yvonne Bauer ihn zum Vertriebs-Chef.

Von Anfang an verschärft er Ton und Tempo, um die Renditen hoch zu halten. "Ich sehe mich als Verkäufer, nicht als Manager – und da bin ich stolz drauf", sagt er 2018 im Gespräch mit turi2. Der Rheinländer sorgt dafür, dass die Magazine im Verkauf bestmöglich präsentiert werden. Von der Gleichbehandlung aller Titel am Kiosk hält er nicht viel – "das ist Kommunismus, das funktioniert nicht".

Bauer sieht Bertrams größte Verdienste bei der Weiterentwicklung des Abo-Geschäfts und der Gründung der Tochterfirma curablu, dem Versender für Pflegehilfsmittel. Vor allem aber sei ihm der Vertriebs-Zusammenschluss mit Gruner + Jahr zu verdanken. (Foto: Johannes Arlt)
new-business.de, dnv-online.net (Paid), kress.de, turi2.de (Profil Bertram), turi2.de (Porträt Bertram in der turi2 edition #6)

“Horizont” analysiert den Streit im Zeitschriftenverband VDZ.

Zoff um Strukturreform: "Horizont" zitiert aus einem Schreiben an VDZ-Mitgliedsverlage, wonach der VDZ Berlin-Brandenburg offenbar eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge befürchtet. Zudem moniert der Landesverband, dass die Abstimmung zur Reform Einstimmigkeit erfordere, da sich der Vereinszweck durch die Reform ändere. Der VDZ widerspricht dem. Gregory Lipinski zitiert bei Meedia Sprecher von Burda und Funke, die jeweils die Neuausrichtung des Verbands begrüßen.
horizont.net (Paid), meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

“Handelsblatt”: Verlage klagen über Papiermangel.

Papierlos wider Willen: Der Verlagsbranche droht eine Papier-Unterversorgung, warnt der BDZV im "Handelsblatt". Die für die Produktion benötigten Rohstoffe Altpapier und Zellstoff sind aktuell Mangelware. Viele Papierhersteller haben zudem in den vergangenen Jahren auf die Produktion von Paketpappen für den Onlinehandel umgesattelt oder Werke dicht gemacht. Nun zieht die Nachfrage nach graphischem Papier nach den Lockdowns wieder an und treibt den Papierpreis in die Höhe.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Der Theaterverlag findet neue Heimat bei DFV Mediengruppe und Torsten Kutschke.

Dramatische Veränderung: Der Theaterverlag, u.a. Heimat von "Theater heute" und "Opernwelt", wird rückwirkend zum Jahresbeginn von Torsten Kutschke (Foto) sowie der DFV Mediengruppe als Haupt­gesellschafter übernommen. Kutschke, parallel Gesamt­verlags­leiter der juristischen Medien und der Technischen Fachzeitschriften des DFV, teilt sich die Geschäftsführung mit DFV-Kollege Sönke Reimers.
dfv.de

Burda startet neues Premium-Wohnmagazin “Villa”.

Burda bringt am 20. Oktober sein neues Premium-Wohnmagazin "Villa" auf den Markt. Chefredakteur ist Klaus Dahm, der im Heft "cooles Wohnen und Naturerlebnis" verbinden will. Er übernimm den Posten zusätzlich zu seiner Tätigkeit des Co-Chefredakteurs beim Apothekenheft "My Life". "Villa" soll ab 2022 quartalsweise erscheinen und kostet 6,90 Euro. Das Heft startet mit 100.000 Auflage.
burda.com, clap-club.de

“Horizont”: Funke will 50 Stellen in der Anzeigenabwicklung streichen.

Funke will die Vermarktungsabteilung ihrer Regionalzeitungen umbauen, schreibt "Horizont". Demnach soll der Verlag bis Ende 2021 rund 50 Stellen streichen. Betroffen seien u.a. das "Hamburger Abendblatt" und die "Berliner Morgenpost". Grund für die Streichungen seien Auftrags- und Umsatzrückgänge, die 2021 ein Minus von gut 40 % im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 einfahren.
horizont.net (Paid)