Verlagsgruppe Tagesspiegel gründet Geschäftsleitung.

Verlagsgruppe Tagesspiegel sortiert sich obenrum neu und beruft eine fünfköpfige Geschäftsleitung unter Vorsitz der bisherigen Geschäftsführer Ulrike Teschke und Farhad Khalil. Mitglieder werden CTO Robin Müller, CSO Philipp Nadler, COO Stefan Janßen sowie ab 1. August Marcus Paul, der zeitgleich kaufmännischer Leiter der Verlagsgruppe wird. Zudem stößt Christian Tretbar aus der Chefredaktion zur Geschäftsleitung, um als "Schnittstelle" zu agieren. Die neue Geschäftsleitung soll "Strategie, Geschäftsausbau und weitere zentrale Prozesse" weiterentwickeln.
tagesspiegel.de

Aschendorff befördert Dennis Hagen und Marc Zahlmann zu Operativ-Chefs.

Aschendorff bekommt ein neues Führungsduo. Dennis Hagen (Foto) und Marc Zahlmann rücken an die operative Spitze und übernehmen für die Verleger Benedikt Hüffer und Eduard Hüffer, die allerdings gesamtverantwortlich bleiben. Dennis Hagen war bisher kaufmännischer Leiter, Marc Zahlmann Verlagsleiter Lesermarkt und Digital-Chefredakteur.
kress.de

“Kicker” startet Out-of-Home-Kampagne zum 100-jährigen Jubiläum.

Kicker gönnt sich zum 100. Geburtstag eine Out-of-Home-Kampagne in 18 deutschen Städten. Video-Screens zeigen legendäre Fußballer-Zitate, die thematisch auf den jeweiligen Ort zugeschnitten sind. Für den 8. Dezember ist zudem ein "100 Jahre Kicker"-Sonderheft angekündigt, das gesamte "Kicker"-Jubiläum geht aufgrund von Corona in die Verlängerung - groß gefeiert wird im Sommer 2021. Zudem sendet der "Kicker"-Channel historische Momente und Fußball-Anekdoten.
per Mail

Aus der turi2 edition #11 - Fußball: 100 Jahre Kicker.

“New York Times” verlässt Apple News.

New York Times beendet ihre Kooperation mit Apple News, der Nachrichten-App des Tech-Giganten. Laut Meredith Kopit Levien, COO der "NYT", wolle man Nutzer*innen wieder zurück ins "eigene Umfeld holen", in dem der Verlag seine News-Präsentation selbst kontrollieren könne. Für Apple News ist es der größte Verlust seit dem App-Exit des "Guardian" 2017; auch das Bezahl-Angebot Apple News Plus schwächelt.
theverge.com, turi2.de (Background)

Zitat: Alleingang beim Leistungsschutzrecht 2013 war ein “Desaster”, findet Tabea Rößner.

"Bis heute wurde das Leistungsschutzrecht nicht evaluiert. Vermutlich war den Verantwortlichen klar, was sie für ein Desaster produziert haben."

Die grüne Netzpolitikerin Tabea Rößner kritisiert in der "Süddeutschen" das 2013 eingeführte und 2019 vom EuGH kassierte deutsche Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Sie sehe "keinen Grund, warum es beim zweiten Versuch klappen sollte".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Renner: Funke verlässt die VG Media.


Funke nicht übergesprungen: Die Funke Mediengruppe verlässt die Verwertungsgesellschaft VG Media, schreibt Kai-Hinrich Renner. Streitigkeiten über das Leistungsschutzrecht habe es nicht gegeben, Funke will das Ziel "künftig aber auf anderem Weg verfolgen", sagt eine Unternehmenssprecherin. Mit Springer und Madsack bleiben so nur noch zwei Großverlage übrig und das Leistungsschutzrecht für Presseverlage rückt weiter in die Ferne.

Auch Burda hat die Gesellschaft schon verlassen. Die VG Media will sich auf ein "neues europaweites Recht" konzentrieren, musste aber zuletzt die Klagen gegen Google zurückziehen. Sie kosteten bisher einen Betrag in zweistelliger Mio-Höhe.
berliner-zeitung.de

Weimer Media Group will weitere Medien übernehmen.


Aufschwung-Vision: Die Weimer Media Group lässt wissen, dass sie trotz Corona-Krise in Kauflaune ist. Das Verlegerpaar Wolfram Weimer und Christiane Goetz-Weimer teilt mit, dass es "in Qualitätsjournalismus und Elite-Netzwerke investieren" will und sowohl an Startups als auch an Traditionsmarken interessiert ist. Auch Genre-Grenzen gebe es nicht: Als Kandidaten kommen Buch-, Print- oder Online-Projekte infrage, aber auch Events mit Medienbezug. Die Weimers hoffen, dass sich interessierte Verlage oder Einzelunternehmen bei ihnen melden.

Auf Corona-Schnäppchen sei der Verlag des früheren "Welt"- und "Focus"-Chefredakteurs Wolfram Weimer nicht aus, heißt es. Schon vor der Krise sei das Unternehmen auf Expansionskurs gewesen. Zuletzt haben die Weimers etwa das kulturpolitische Magazin Gazette gekauft. Wie groß der Investitions-Etat ist, sagt Weimer nicht. Der Verlag verweist in seiner Mitteilung auf Rekordwerte bei Reichweite, Umsatz und Gewinn im Jahr 2019 – allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen. Bei Weimer erscheinen u.a. The European und Börse am Sonntag. Die Gruppe veranstaltet Events wie den Ludwig-Erhard-Gipfel und vergibt den Mittelstandspreis der Medien.
per Mail, plus turi2-Infos

Condé Nast setzt Anti-Rassismus-Beratungsausschuss auf redaktionelle Inhalte an.

Conde Nast 150Condé Nast versucht, das Image des Medienunternehmens, das weiße Privilegien zementiert, loszuwerden und will eine Plattform für "neue Stimmen und vielfältige Inhalte" schaffen. Chef Roger Lynch kündigt außerdem einen externen Anti-Rassismus-Beratungsausschuss an, der an der Seite des Redaktionsteams arbeiten soll.
adage.com, turi2.de (Background)

Zeitverlag macht sein Jugendangebot ze.tt zum Zeit-Online-Ressort.


Zusammengeschnürtes Ze.tt: Der Zeitverlag macht nicht auf "Spiegel" und deshalb sein Jugendangebot dicht, degradiert sein bisher eigenständiges, junges Portal ze.tt aber ab Herbst 2020 zum Ressort bei Zeit Online. Der Schritt soll ze.tt "langfristig auf eine wirtschaftlich zukunftsfähige Basis zu stellen". Durch die Corona-Krise haben sich laut Angaben des Verlags die wirtschaftlichen Ausfälle verschärft, nur durch die Integration in Zeit Online sei ze.tt als "Aushängeschild der 'Zeit' für diverse Berichterstattung zu erhalten".

Die Marke ze.tt soll bei Zeit Online "weiterentwickelt" werden, ze.tt-Chefredakteurin Marieke Reimann begleitet die Übergangsphase. Ob sie danach bleibt, ist unsicher: Zu ihren weiteren Aufgaben innerhalb der Verlagsgruppe befinde man sich "im Gespräch".
zeit-verlagsgruppe.de, turi2.de (Background Bento)

Aus dem turi2.tv-Archiv: ze.tt-Chefredakteurin Marieke Reimann zur Situation der Millennials während Corona. (04/2020)

“Cicero” bittet Gerhard Schröder “auf eine Currywurst”.

Cicero reanimiert die "Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt"-Idee und bittet Altkanzler Gerhard Schröder daher ab kommenden Donnerstag monatlich "auf eine Currywurst". In der gleichnamigen Kolumne befragt "Cicero"-Chefredakteur Christoph Schwennicke Schröder zum Lauf der Welt, in der ersten Folge geht es um "das Siechtum der SPD". Für Schröder ist die Kolumne Teil einer neuen Medienoffensive - zusätzlich zum eigenen Podcast und den Instagram-Posts seiner Ehefrau.
meedia.de, turi2.de (Background Podcast), turi2.de (Background Instagram)

Torsten Rossmann verlässt Springers WeltN24 GmbH, Ex-RTL-Chef Frank Hoffmann wird Nachfolger.

WeltN24 und Geschäftsführer Torsten Rossmann, 56, gehen "spätestens Ende des Jahres" getrennte Wege. Nachfolger als TV-Chef wird ab 1. September Frank Hoffmann, der von 2013 bis 2019 Chef von RTL Deutschland war. Rossmann, der seit über 20 Jahren für N24 und Welt arbeitet, bleibt Springer als "TV- und Bewegtbildstratege" erhalten.
axelspringer.com, horizont.net

“New York Times” lässt Mitarbeiter*innen bis Januar 2021 im Homeoffice.

New York Times lässt ihre Mitarbeiter*innen bis Januar 2021 im Homeoffice, auch danach ist die Rückkehr ins Verlagsgebäude für Angestellte nicht verpflichtend. Ausgenommen von der Regelung sind nur Mitarbeiter*innen, deren Anwesenheit für die Produktion des Printprodukts unverzichtbar ist sowie Personen, die für Gebäudetechnik und -sicherheit zuständig sind. Ursprünglich wollte die "NYT" bereits im September den normalen Bürobetrieb wieder aufnehmen.
wuv.de

US-Verleger wehren sich mit Bericht gegen Googles Marktdominanz.

US-Verlegerverband News Media Alliance stellt einen 33-seitigen Bericht vor, demzufolge Google Medien zu ungünstigen Inhalte-Deals zwingt. Schuld sei Googles Marktmonopol; der Bericht soll auch bei aktuellen Ermittlungen des Justizministeriums gegen Google helfen. Außerdem erhofft sich die NMA von dem Bericht Einfluss in Washington, wo darüber entschieden wird, ob Nachrichtenproduzenten bessere Bedingungen mit Tech-Plattformen aushandeln können.
pressgazette.co.uk, newsmediaalliance.org (Bericht)

Meinung: Dirk Ippen fährt mit Kaufmann-Genen als Verleger gut.

Verleger Dirk Ippen fährt dank Kaufmann-Genen auch im Zeitungsgeschäft gut, analysiert Brigitte Baetz für den Deutschlandfunk. Vor allem Ippens radikale Fokussierung aufs Lokale sichere ihm und seinen Produkten treue Leser - obwohl in Ippens Redaktionen bis heute "wenig Edelfedern zu finden sind". Ippen, inzwischen 79, sieht die Zeitung in Zukunft eher als Nischenmarkt: Wer zu klein sei, werde geschluckt.
deutschlandfunk.de

“Spiegel” löst sein Snapchat-Team auf.

Spiegel löst nach der Einstellung seiner Jugendmarke Bento auch sein Snapchat-Team auf. Die 2017 gestartete Kooperation zwischen Snapchat und dem Verlag wird nicht verlängert, sechs Stellen sind von dem Aus betroffen. Der Betriebsrat kritisiert sowohl das Ende von Bento als auch das des Snapchat-Teams.
meedia.de (Paid), turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background Bento), turi2.de (Background Snapchat)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Zu Besuch bei Frauke Böger, Chef-Snapperin des "Spiegel": (Juli 2017)

Zitat: Model Nadine Leopold über in der “Madame” veröffentlichte Brustfotos.

"Ich weiß nicht, was ich noch mehr hätte tun können, als 100-mal Nein zu sagen."

Model Nadine Leopold bekräftigt ihre Kritik an Bauers "Madame", die Fotos von Leopolds nackten Brüsten anscheinend gegen ihren Willen veröffentlicht hat. Leopold klagt, "Madame"-Chefredakteurin Petra Winter sagt, das Model habe beim Shooting nicht klar widersprochen.
taz.de, turi2.de (Background)

Stadtmagazin “Zitty” gibt auf.

Zitty, Berliner Stadt- und Schwestermagazin von Tip Berlin des Go City Media Verlags, wird ab sofort nicht mehr erscheinen. Das Aus treffe nicht die festangestellte Redaktion, aber Freie und Pauschalist*innen, melden "Tagesspiegel" und Berliner Journalistenverband. Zitty, 1977 gegründet, sei das "erste Opfer von Corona in der Berliner Medienlandschaft", sagt der Berliner DJV-Vorsitzende Christian Walther.
tagesspiegel.de

Burda expandiert in Frankreich.

Burda expandiert in Frankreich und will dort sowohl neue Magazine an den Kiosk bringen als auch ins Digitalgeschäft investieren. Noch im Juni sollen drei neue Zeitschriften zu den Themenfeldern Crime und Kochen auf den französischen Markt kommen. Burda bezeichnet Frankreich als "wichtigen Wachstumsmarkt", im Vergleich zu anderen Ländern ist der Medienkonzern dort bisher eher bescheiden aufgestellt.
handelsblatt.com

“Tagesspiegel” und Google kooperieren bei der Vermarktung von Digital-Abos.

Tagesspiegel und Google kooperieren künftig bei der Vermarktung von Digital-Abos. Die Vereinbarung umfasst eine Zusammenarbeit im Online-Marketing und der Software-Entwicklung und läuft zunächst bis Ende 2021. Schon seit 2019 lässt der "Tagesspiegel" Nutzer seinen Checkpoint via Google-Account bezahlen; dieses Verfahren soll jetzt auf weitere Produkte ausgeweitet werden.
new-business.de, turi2.de (Background)

Oliver Wurm legt Fußball-Heft über WM-Halbfinale 1970 an den Kiosk.

Das Runde im Eckigen: Verleger Oliver Wurm legt mit "Mehr als ein Spiel" am Mittwoch ein weiteres Fußball-Heft an den Kiosk. Startauflage sind 20.000 Stück. Es geht um das WM-Halbfinale Deutschland gegen Italien im Jahr 1970. Die zwei nächsten Ausgaben in diesem Jahr sollen ebenfalls jeweils ein einziges Spiel behandeln. Wurm möchte ihnen mit den Titeln ein "Print-Denkmal" setzen.
youtube.com (1-Min-Trailer), fußballgold.de

“Horizont”: Funke holt Christoph Rüth als Nachfolger von Ove Saffe.

Funke holt Christoph Rüth als Nachfolger des scheidenden Geschäftsführers Ove Saffe, meldet horizont.net. Rüth kommt von Madsack, wo er bisher als COO wirkte. Ab 2021 soll er sich bei Funke um das Zeitungsgeschäft kümmern. Die Trennung von Funke und Ove Saffe war bereits im September 2019 öffentlich geworden.
horizont.net, turi2.de (Background)

Das “Mindener Tageblatt” will ein “Amazon für den lokalen Handel” aufbauen.

Lokalpresse: Das "Mindener Tageblatt" hat in der Corona-Krise eine Verkaufsplattform mitinitiiert, über die der Einzelhandel vor Ort Produkte anbieten und von den Fahrer*innen des dahinterstehenden Verlags ausliefern lassen kann. Von der Plattform versprechen sich Zeitung und Geschäfte ein "kleines digitales Extrageschäft". Bundesweit setzen andere Verlage auf ähnliche Modelle, sagt der BDZV.
deutschlandfunk.de, kauflokal-minden.de (Plattform)

Verlegerin Barbara Laugwitz verlässt Ullstein.

Ullstein-Abgang: Barbara Laugwitz verlässt laut buchmarkt.de den Ullstein Verlag in Berlin. Sie tritt am 1. August bei dtv in München die Nachfolge von Claudia Baumhöver an, die im März ihren Rückzug bekannt gegeben hatte. Laugwitz war 2018 zu Ullstein gekommen, zunächst als Verlagsdirektorin. Im Mai 2019 stieg sie bei Ullstein zur Verlegerin auf.

Davor hatte Laugwitz als verlegerische Geschäftsführerin für Rowohlt gearbeitet. Ihr Abgang bei Rowohlt 2018 verlief ruppig: Laugwitz behauptete, Rowohlt habe sie "loswerden" wollen; 22 Autoren des Verlags beschwerten sich in einem offenen Brief über ihre Entlassung.
buchmarkt.de, boersenblatt.net, turi2.de (Background Baumhöver), turi2.de (Background Rowohlt), turi2.de (Background Offener Brief)

“Süddeutsche Zeitung” vergibt Kommunikationsetat an David + Martin.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung vergibt ihren Kommunikationsetat an die Münchner Agentur David + Martin. Die Kreativen sollen bis zum Sommer eine Kampagne entwickeln, die Außen- und Printwerbung sowie digitale Maßnahmen umfasst. David + Martin arbeitet bisher bereits für Marken wie MAN, Red Bull und Jägermeister.
horizont.net

Meinung: Ulrike Simon sieht Corona als Konzentrationsfaktor im Medienmarkt.

Medienkonzentration nimmt durch die Corona-Krise zu, glaubt Ulrike Simon. Im Gespräch mit Giuseppe Rondinella sagt sie: "Einige schlecht gemanagte Zeitungen werden Corona nicht überleben." Auch Verkäufe sieht Simon skeptisch: Es werde schwer, potente Interessenten für Verlage zu finden - "viele werden verkaufen wollen, aber keinen Abnehmer finden."
linkedin.com

Zitat: Moritz von Laffert bedauert Marken-Beerdigungen ohne Verkaufsversuch.

"Leider gibt es immer noch Verleger und Manager, die lieber etwas beerdigen, als es einem anderen Haus zu verkaufen. Es könnte ja passieren, dass der neue Eigentümer mehr Erfolg damit hat!"

Moritz von Laffert, ehemaliger Deutschlandchef von Condé Nast und nun Berater für Zukäufe und Zusammen­schlüsse bei Proventis, sagt im "Horizont"-Interview, ihm tue es "in der Seele weh", wenn Marken verschwinden, die in anderer Konstellation eine Chance gehabt hätten.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Studie: Zeitungszustellung ab 2025 nicht mehr wirtschaftlich.

Zustellung als Zuschussgeschäft: Ab 2025 wird die Zeitungszustellung in 40 % aller deutschen Gemeinden für Verlage nicht mehr wirtschaftlich sein, errechnet Schickler im Auftrag des BDZV. Die Zustellung einer Tageszeitung kostet im Schnitt 45 Cent, 2025 werden die Verlage rund 1,77 Mrd Euro für die Auslieferung zahlen müssen. BDZV-Geschäftsführer Dietmar Wolff sieht auch die Politik in der Pflicht und plädiert für höhere Förderungen: Die Zeitung sei "systemrelevante Infrastruktur" und sollte "nicht weniger förderwürdig sein als die Computerspiele- oder Filmindustrie".

Der Bundeshaushalt sieht zwar bereits eine Förderung vor, diese beläuft sich allerdings auf weniger als 1 Cent pro ausgelieferter Tageszeitung. Diese Summe steht laut BDZV "in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Problem". Auch der Umstieg auf die Digitalangebote der Verlage hilft wenig: Laut Wolff sind viele ältere Leser dazu nicht in der Lage, zudem gebe es nicht überall die notwendige Netzabdeckung.
presseportal.de, bdzv.de (Studie), bdzv.de (Kurzpräsentation Studie)

Bauer lässt “Wohnidee” extern produzieren und stellt “Laura Wohnen Kreativ” ein.

Weniger wohnlich: Bauer wendet das Prinzip Marie Kondo auf seine Wohn-Sparte an und sortiert aus – die monatliche Zeitschrift "Laura Wohnen Kreativ" stellt der Verlag ein, die "Wohnidee" lässt er künftig extern produzieren. 30 Mitarbeiter sind betroffen, rund die Hälfte soll die verbleibenden Wohn-Inhalte erstellen.
dnv-online.net,new-business.de

Leistungsschutz: Deutsche Verlage ziehen Klage gegen Google zurück.

Einstweilige Fügung: Die deutschen Verlage, darunter Springer, ziehen im Streit um die Bezahlung von Snippets ihre Klage gegen Google vor dem Landgericht Berlin zurück. Als Grund nennt die Verwertungsgesellschaft VG Media, welche die Interessen der Verlage vertritt, die Einschätzung des Gerichts, dass das deutsche Presseleistungsschutzrecht nicht anwendbar sei. Der Europäische Gerichtshof hatte 2019 geurteilt, dass die Bundesregierung das umstrittene Gesetz vor Inkrafttreten der EU-Kommission hätte vorlegen müssen.

Aufgeben will die VG Media aber nicht: "Das Klageverfahren vor dem Landgericht betrifft allein die Vergangenheit". Die Verwertungsgesellschaft hofft nun auf auf das europäische Presseleistungsschutzrecht, desse Umsetzung noch aussteht.
handelsblatt.com, derstandard.at, turi2.de (Background)

Meinung: Medien stecken bei Rezos Kritik in einem Dilemma, findet Daniel Bouhs.

Rezo-Video ist "ein Stück Medienkompetenz, wie sie in dieser Zeit mehr denn je nottut", kommentiert Daniel Bouhs beim RBB. Seriöse Medien steckten "in einem Dilemma", da sie Exklusivmeldungen aus Politik oder Wirtschaft, die auch von Boulevardtiteln wie der "Bild" stammen, ihrem Publikum nicht verschweigen könnten. Auch die Klatschpresse werde ihr Vorgehen angesichts der Auflagen wohl nicht ändern.
rbb24.de, turi2.de (Background)

“manager magazin”: Gabor Steingarts Media Pioneer wirbt mit Abopaketen für bis zu 100.000 Euro.


Luxus-Yacht: Media Pioneer, Medien-Startup von Gabor Steingart, hat ein vielschichtigeres Abo-Modell als bisher bekannt, berichtet das "manager magazin". Als Pioneer-Supporter, Pioneer-Founder oder Lifetime-Pioneer haben Fans die Chance, bedeutend mehr Geld loszuwerden, als bei den bisher bekannten Abo-Modellen mit Gebühren bis zu 833 Euro. Das "manager magazin" zitiert aus einem Angebotsschreiben, nachdem der Titel Pioneer-Supporter für 10.000 Euro zu haben ist. Das Paket enthält ein Vollabo bis Ende 2021 sowie ein "Stück Schiffsstahl mit Gravur".

Für 50.000 Euro (Pioneer-Founder) kommt eine Art Redaktions-Praktikum hinzu – Käufer*innen dürfen alle Veranstaltungen der Redaktion besuchen. Premium-Kund*innen dürfen sich für schlappe 100.000 Euro mit dem Titel Lifetime-Pioneer schmücken und u.a. ein Abo "auf Lebenszeit" genießen sowie Steingarts Redaktionsschiff Pioneer One für eine private Party nutzen. Zu den Unterstützen, die bereits an Bord sind, zählt laut "mm" Ex-BDI-Präsident Heinrich Weiss.
manager-magazin.de (Paid)

Funke will Großteil der Hamburger Programmie-Redaktion entlassen.

Kein Funke Hoffnung für Programmies: Funke trennt sich am Standort Hamburg von einem Großteil des Personals der zentralen Programmredaktion der Programmies und lagert die Produktion an Fremdfirmen aus, schreibt DWDL. Demnach blieben "kaum mehr als eine Handvoll Mitarbeiter übrig", die sich künftig um die zugelieferten Inhalte von externen Dienstleistern kümmern sollen. Der Schritt sei laut Funke nötig, um "auch mittelfristig wettbewerbsfähig zu bleiben".

Am Mittwoch wolle Funke die Beschäftigen informieren, dass "fast drei Viertel" der Belegschaft gehen müsse, schreibt DWDL. Der Standort in Ismaning, der u.a. Artikel zu Themen wie Gesundheit und Reise zuliefert, sei von der Sparrunde nicht betroffen. Funke veröffentlicht u.a. die einst von Springer übernommenen Titel "TV Digital" und "Hörzu", sowie "Gong", "Bild+Funk" sowie zahlreiche Billig-Titel wie "TV Direkt".
dwdl.de

Nach Übernahme: Susan Molzow hat die Hamburger Morgenpost verlassen.

Hamburger Morgenpost: Susan Molzow hat den Verlag verlassen, zitiert Roland Pimpl aus einer internen Mail von Neu-Verleger Arist von Harpe. Molzow war seit 2010 Geschäftsführerin der Boulevard-Zeitung. Von Harpe hatte das Blatt im Februar von DuMont gekauft und baut es seitdem um. Laut Impressum ist er jetzt alleiniger Geschäftsführer.
horizont.net, turi2.de (Background)

Springer ernennt Chefin für Diversität und Inklusion.

Springer hat ab 1. Juli eine unternehmensweite Ansprechpartnerin für Diversität und Inklusion. Sandra Subel (Foto), soll in dieser Position "den Ausbau der Vielfalt und die Stärkung der Kultur der Zugehörigkeit und Innovation" im Konzern fördern, schreibt Springer in einer Mitteilung. Subel ist seit Herbst 2019 bei Springer und arbeitet dort noch im Change Management.
axelspringer.com

Lese-Tipp: Funke will neben Digitalabos die Reichweiten-Portale skalieren.

Lese-Tipp: Funke verfolgt im Netz eine Doppelstrategie, analysiert Meedia. Mit Online-Auftritten von Tageszeitungen, darunter "WAZ" und "Hamburger Abendblatt", sollen mittels Paywalls möglichst viele Digitalabos verkauft werden. Daneben generieren sogenannte Reichweiten-Portale, die ausschließlich werbefinanziert sind, möglichst hohe Klickzahlen mit einer jungen Zielgruppe. Ähnlich agiert die Ippen Gruppe, die auf lokale Inhalte setzt.
meedia.de

Sinja Schütte ist die neue “Landlust”-Chefin, Frank Gloystein neuer Publisher.


Deutsche Medien-Manufaktur gräbt um: Beim Grund- und Garten-Magazin "Landlust" übernimmt Sinja Schütte zum 1. Juni die Heckenschere das Zepter von Vorgängerin Ute Frieling-Huchzermeyer und wird neue Chefredakteurin. Deutsche Medien-Manufaktur, Joint-Venture des Landwirtschaftsverlags Münster und Gruner + Jahr, übergibt Schütte den kompletten Bereich "Land und Leben". Schütte ist bereits Chefredakteurin des Heim-Blattes "Living at Home" sowie der Kuschel-Titel "Flow" und "Hygge", die der Unternehmensbereich beherbergt. Zusätzlich in ihre Verantwortung gehen mit dem neuen Job neben "Landlust" dann "Landlust Zuhaus" und "Holly". Mehr Aufgaben gibt es zeitgleich für Frank Gloystein, bisher Key Account Manager für "Landlust" und seit 2006 in der Vermarktung der Landwirtschaftstitel unterwegs. Gloystein tritt als Publisher an Schüttes Seite.

Die neue Doppelspitze wird laut Verlagsgruppe in Münster und Hamburg arbeiten. Anfang Mai gab DMM bekannt, dass Ute Frieling-Huchzermeyer "Landlust" nach 15 Jahren als Chefredakteurin verlässt. Sie bleibe aber Herausgeberin und "publizistische Beraterin", so das Unternehmen. DMM verlegt u.a. auch das Food-Magazin "Essen & Trinken" und "Land & Berge".
presseportal.de, turi2.de (Ute Frieling-Huchzermeyer)