Die Obamas vermarkten ihre Prominenz geschickt und Mio-schwer, meint Thomas Klemm.

Barack und Michelle Obama "versilbern ihre Prominenz wie kein anderes Paar", beobachtet Thomas Klemm. Ihre emsige Autoren-Tätigkeit fülle nicht nur die Familienkasse der Obamas mit Mio, sondern sei auch ein Gewinn für den "darbenden Buchhandel, der dringend neue Bestseller braucht". Klemm schätzt, dass Barack Ombama für A Promised Land, den ersten Teil seiner Memoiren, von Penguin Random House mindestens einen mittleren zweistelligen Mio-Betrag bekommt – beide Obamas hätten mit dem Verlag mehr Geld ausgehandelt als je zuvor für eine Politiker-Biografie gezahlt wurde.
"FAS", S. 24 (Paid)

Basta: der weiße, lesefaule Mann.

Lese-Empfehlung: Comedian Dieter Nuhr kritisiert in seiner ARD-Sendung das Buch von Journalistin Alice Hasters, mit dem sie über Rassismus aufklärt, als rassistisch für Weiße. Ihr Buch sei "in den USA ein Renner" und begünstige Trumps Erfolg. Da es dort nicht erschienen ist, erweist sich der Titel als selbsterfüllende Prophezeiung: Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten.
t-online.de, stern.de, dirkvongehlen.de

Haufe verkauft seinen Geschäftsbereich Discovery an die A. Stein’sche Mediengruppe.

Haufe trennt sich von der Tochtergesellschaft Haufe Discovery. Die A. Stein’sche Mediengruppe übernimmt den Dienstleister und seine 45 Arbeitsplätze. "Es ist erkennbar, dass wir unsere hoch gesteckten Ziele mit unserem Engagement bei Haufe Discovery nicht erreichen konnten. Unsere strategischen Investitionen müssen einen nachhaltigen Beitrag für die gesamte Haufe Group leisten", begründet Haufe-Geschäftsführer Joachim Rotzinger den Verkauf. Haufe Discovery wurde 1991 als Literatur Service Leipzig und organisiert die Fachmedienbeschaffung für Unternehmen und Universitäten.
haufegroup.com

Meinung: Reisebuch-Verlage müssen auf Kooperationen und Digitales setzen.

Reisebuch-Verlage müssen wegen Corona noch schneller den digitalen Wandel schaffen, sagt Andreas Schulz von Vista Point. Er prognostiziert, dass Reisende sich künftig "sehr stark auf Sicherheitsaspekte und nach ständiger aktueller Information während der Reise" umschauen, was mit analogen Medien nicht zu schaffen sei. Durch die Krise kämen die Verlage, die auf Kooperationen, verlagsübergreifende Konzepte und digitale Ideen setzen.
buchmarkt.de

99. “Lucky Luke”-Band hat erstmals eine schwarze Hauptfigur.

Lucky Luke kämpft gegen Rassismus: Der 99. Band der Comic-Reihe ist der erste mit einer schwarzen Hauptfigur. Fackeln im Baumwollfeld behandelt die Geschichte der Sklaven in den Südstaaten der USA. An der Seite des Comic-Cowboys steht der schwarze Marshall Bass Reeves, den es wirklich gab. Bei den Zeichnungen haben die Autoren penibel darauf geachtet, keine rassistischen Sterotype zu bedienen.
tagesschau.de, sueddeutsche.de (Paid)

Iris Bode wechselt in die Geschäftsführung von Haufe.

Haufe holt Iris Bode in die Geschäftsführung. Ab November ist sie Geschäftsbereichsleiterin und kümmert sich insbesondre um den Vetrieb Buchhandel und das Publishing. Sie folgt auf Sandra Dittert, die zu Bastei Lübbe gewechselt ist. Bode war zuletzt selbstständig. Zuvor wirkte sie unter anderem bereits beim "Handelsblatt", der "Welt" und der "FAZ".
buchreport.de

Aus dem Arciv von turi2.tv: Iris Bode macht das “Handelsblatt” zur Marke für jede Lebenslage. (05/2017)

Das “Börsenblatt” startet eine Social-Media-Lounge für Buchhandlungen.

Internet-Futter: Das "Börsenblatt" startet in Zusammenarbeit mit der Agentur Medialike eine Social-Media-Lounge. In ihr können Buchhandlungen kostenfreies Bildmaterial zu aktuellen Titeln finden, das sie kostenfrei und rechtssicher in sozialen Medien nutzen können. Das "Börsenblatt" verspricht "kein Werbematerial, sondern authentisches Bildmaterial".
boersenblatt.net

Thalia-Chef nennt Berichterstattung über umstrittene China-Regale “einseitig”.

Thalia-Chef Michael Busch bezeichnet die Berichterstattung über die umstrittene Kooperation seiner Buchhandelskette mit einem chinesischen Staatsunternehmen im "Spiegel" als "einseitig". Thalia wolle "ein breites Spektrum von Meinungen abbilden", sodass sich Leser*innen selbst ein Bild machen könnten. Allerdings sei es ein "Fehler" gewesen, die betroffenen Regale nicht von Anfang an zu kennzeichnen. Die Kooperation werde sicher noch eineinhalb Jahre weiterlaufen, schätzt Busch.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Michael Busch erklärt seine Anti-Amazon-Strategie (November 2018).

Zitat: Markus Dohle über Literatur in Pandemie-Zeiten.

"Die Menschen wollen lesen, lernen, unterhalten werden - und sie wollen flüchten in die Welt der Geschichten, gerade in Krisenzeiten. Aufgrund der Pandemie haben sie auch mehr Zeit zum Lesen."

Markus Dohle, Chef von Penguin Random House, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", seine Branche steuere mit Rekordwerten durch die Corona-Krise.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (turi2-Interview Dohle 2019)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Markus Dohle 2019 im Erfolgs-Fragebogen zur turi2 edition #8:


Thomas Middelhoff und Cornelius Boersch rechnen mit deutscher Digitalisierung ab.

Digital-Reformer: Ex-Manager Thomas Middelhoff und Investor Cornelius Boersch attestieren Deutschland in ihrem Buch Zukunft verpasst?, die Digitalisierung verschlafen zu haben. Als größte Versager machen sie deutsche Manager aus, die gefangen seien im Kontroll­wahn und Angst vor Macht­verlust hätten, weshalb sie Startups und Risikokapitalgeber nicht verstehen. In einem 10-Punkte-Plan zeigen Middelhoff und Boersch, wie Deutschland trotz aller Versäumnisse bis 2030 doch noch zu einer der führenden digitalen Wissensnationen werden kann.
manager-magazin.de (Paid), handelsblatt.com (Paid) adeo-verlag.de (Buch), youtube.com (Buchvorstellung)

Edward Snowden muss den USA 5,2 Mio Dollar Honorare abtreten.

Memoiren-Money: Whistleblower Edward Snowden muss den USA 5,2 Mio Dollar seiner Honorare abtreten, entscheidet ein Gericht. Konkret geht es um 4,2 Mio Dollar, die Snowden mit dem Verkauf seines Buchs Permanent Record verdient hat. On top kommen rund eine Mio Dollar, die er mit 56 Auftritten erlöste. Grund der Entscheidung ist, dass Snowden seine Biografie veröffentlicht hatte, ohne sie vorab der CIA und der NSA vorzulegen. Er hatte einst Vertraulichkeitserklärungen unterzeichnet.

Das US-Justizministerium will laut eigener Aussage sicherstellen, dass Snowden "aus dem Vertrauensbruch keine monetären Vorteile" zieht. Snowdens Memoiren waren bereits 2019 erschienen, kurz darauf erhob die US-Regierung per Klage Anspruch auf dessen Erlöse am Buch.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Zeichner und Cartoonist Joaquin Salvador Lavado ist tot.

Joaquin Salvador Lavado, 88, ist tot. Der argentinische Künstler, besser bekannt unter seinem Pseudonym Quino, erfand die Cartoon-Figur Mafalda. Ihre Geschichten erschienen ab 1973 in eigenständigen Comic-Heften und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Quino wurde für seine Arbeit u.a. mit dem Max-und-Moritz-Preis sowie mit dem Prinz-von-Asturien-Preis ausgezeichnet.
sueddeutsche.de, de.euronews.com

Bertelsmann erwägt den Kauf des Buchverlags Simon & Schuster.

Bertelsmann erwägt den Kauf des Buchverlags Simon & Schuster, sagt Vorstandschef Thomas Rabe der "FAZ". Die US-Mediengruppe Viacom CBS, zu der Simon & Schuster gehört, will ihre Buchsparte schon länger abstoßen. Rabe betont, Bertelsmann sei ein "guter Hafen für Buchverlage", das Verlegen von Büchern sei ein "Inhaltsgeschäft erster Güte".
"FAZ", S. 24 (Paid)

Verlage setzen in der Pandemie auf Sachbücher und historische Viren-Texte.

Corona-Literatur: Verlegen ist eigentlich "ein langsames Geschäft", nun zwingt die Pandemie Verlage zu Reaktionen auf "die neue Ungewissheit", beobachtet Oskar Piegsa. Hoffmann und Campe hat in Windeseile Wuhan Diary aus dem Chinesischen übersetzen lassen und einen Klassiker aus dem Programm neu aufgelegt: Heinrich Heines Reportage über den Cholera-Ausbruch 1832. Der Carlsen-Verlag hat fünf Corona-Titel veröffentlicht, etwa ein Pixibuch über die Aha-Regel und ein Sachbuch über Viren. Andere Verleger*innen glauben, gute Sachbücher über Corona brauchen noch Zeit.
"Zeit" 40/2020, S. 17 (Paid, Hamburg-Ausgabe)

Thalia: Chinesische Propaganda-Bücher sollen “anderen Blickwinkel” zeigen.


Was zwischen den Zeilen steht: Thalia verteidigt den Verkauf chinesischer Bücher, die Staatspropaganda verbreiten, auf "Spiegel"-Anfrage als "anderen Blickwinkel". Die Buchhandelskette wolle thematisieren, "dass man Sachverhalte und Personen auch aus anderen Perspektiven sehen kann". Thalia bietet in drei Filialen in Hamburg, Berlin und Wien Werke chinesischer Staatsverlage an. Darunter sind zum Beispiel Propagandaschriften des chinesischen Präsidenten Xi Jingping. Thalia nennt "wachsendes Interesse einer an China interessierten Community in Deutschland" als Grund für die Kooperation. Das Projekt sei ein Test, über dessen Erfolg die Kund*innen entscheiden würden. Wie viel Geld Thalia für die Kooperation bekommt, verschweigt das Unternehmen – die Regale machen sie inzwischen aber immerhin transparent.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Nach BGH-Urteil: Kohl-Ghostwriter will vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

Streit um Kohl-Tonbänder: Journalist und Ghostwriter Heribert Schwan will Verfassungs­beschwerde gegen das BGH-Urteil zugunsten von Maike Kohl-Richter (Foto) einreichen. Die Witwe des verstorbenen Ex-Bundeskanzlers Helmut Kohl fordert die Herausgabe sämtlicher Kopien und Abschriften der Tonbänder, die Schwan für dessen Memoiren aufgezeichnet hatte. Der BGH gab ihr Anfang September recht.
faz.net, turi2.de (Background)

Basta: Galileos Ganoven-Groupies.

Bücher-Banditen: In Rumänien verhaften Europol-Ermittler*innen Diebe, die in Großbritannien historische Bücher im Wert von 2,5 Mio Pfund gestohlen haben, genauer: Erstausgaben von Galileo Galilei und Isaac Newton. Die Begeisterung für apparatebauende Wissenschaftler leben Galileos Ganoven-Groupies auch bei der Tat aus – die mehr als 200 Bücher hatten sie mit Hilfe eines Flaschenzugs aus einem Lagerhaus gekurbelt.
deutschlandfunkkultur.de

Chinesisches Staatsunternehmen bestückt Bücher-Regale von Thalia.

Thalia bewirbt chinesische Bücher, die Staatspropaganda verbreiten, berichtet das ZDF. Neben Sprachführern chinesischer Autor*innen listet die Buchhandelskette auch Werke chinesischer Staatsverlage. Diese publizieren u.a., "dass der Marxismus funktioniert". Thalia spricht von einem "Service für die wachsende chinesische Community in Deutschland".
zdf.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Thalia-Chef Michael Busch erklärt im November 2018 seine Anti-Amazon-Strategie.

Video-Tipp: Martin Andree und Timo Thomsen sprechen über ihr Buch “Atlas der digitalen Welt”.

Video-Tipp: Selbst KI-Spezialisten können mit den vielen Daten, die mittlerweile erhoben werden, häufig nicht viel anfangen, sagen der ehemalige Henkel-Manager Martin Andree und GfK-Mann Timo Thomsen im Interview mit Volker Schütz, dem Chefredakteur unseres TV-Kooperationspartners "Horizont". Andree und Thomsen haben sich zusammengeschlossen, um mit ihrem Buch "Atlas der digitalen Welt" vergleichbare Daten zur Lage im Netz zu verdeutlichen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse laut Andree: Die Marktmacht der "Big Four" ist deutlicher als erwartet.
horizont.net (21-Min-Video)

Musik-Streamingdienst Deezer bringt eine Hörbuch-App heraus.

Deezer startet eine eigene App für Hörbücher und Hörspiele. Audiobooks by Deezer ist zunächst nur in Deutschland verfügbar und bietet u.a. redaktionell aufbereitete Hörbuch-Empfehlungen sowie eine Download-Funktion. Zahlende Kund*innen des Musik-Streamingdienstes Deezer können die Hörbuch-App ohne Aufpreis nutzen.
heise.de, youtube.com (40-Sek-Video)

Jan Böhmermann greift “FAZ”-Herausgeber Jürgen Kaube wegen geplatztem Interview an.


From Janni with love: Jan Böhmermann, gerade auf großer PR-Tour für sein Buch mit gesammelten Twitter-Werken, ärgert sich über ein "FAS"-Interview, das auf den letzten Metern vor der Veröffentlichung geplatzt ist – durch den Widerstand von "FAZ"-Feuilleton-Herausgeber Jürgen Kaube. Böhmermann reagiert mit einem offenen Brief bei Twitter – auf eine nicht öffentliche Kontaktaufnahme habe Kaube nicht geantwortet. In dem Schreiben fragt Böhmermann, warum Kaube "in die redaktionelle Gestaltungshoheit der 'FAS'" eingegriffen habe. Mögliche Antworten liefert er in weiteren Tweets mit Auszügen aus dem Interview. "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt bietet derweil an, das Interview in seinem Medium zu veröffentlichen.

Böhmermann wirft in dem Gespräch etwa dem WDR "lausige Krisenkommunikation" in der Causa Umweltsau vor. Tom Buhrow habe kein argumentatives Problem gehabt, "sondern bloß Angst". Er kritisiert außerdem das "schlecht geschauspielerte Gejammer über das Phantom Cancel Culture". In anderen Tweets ärgert er sich über die Zeit, die er für das Interview und den Foto-Termin investiert hat.
twitter.com (Offener Brief), twitter.com (weitere Tweets), twitter.com (Interview-Auszug)

Mitarbeit: Markus Trantow

Übersetzerin Gudrun Penndorf hat “Asterix” Goethe-Zitate untergejubelt.

Interpretarine: Romanistin Gudrun Penndorf hat die ersten 29 Asterix-Bände ins Deutsche übersetzt, dafür bekommt sie heute das Bundes­verdienst­kreuz. Von ihr stammen Namen wie Denkdirnix, Grautvornix oder Verleihnix. Im Interview mit der "Süddeutschen" erzählt Penndorf, wie sie Asterix manches Goethe-Zitat unterjubeln konnte und mit der Schreibmaschine die Sprechblasen mit deutschem Text befüllt hat, der immer länger war als das französische Original.
"Süddeutsche Zeitung", S. 8 (Paid)

Frankfurter Buchmesse findet ohne Aussteller*innen statt.


Buch ohne Messe: Die Frankfurter Buchmesse verabschiedet sich von der Idee eines reduzierten Messebetriebs Mitte Oktober. Die Messe findet dieses Jahr ganz ohne Aussteller*innen statt. Auch Besucher*innen, die durch die Messehallen streifen, wird es in diesem Jahr nicht geben. Auf dem Pandemie-Programm stehen aber Live-Veranstaltungen in der Festhalle – hierfür können Besucher*innen Eintrittskarten kaufen. Für die kostenlosen Lesungen des Bookfest City ist vorab eine Online-Registrierung notwendig. Die Verleihungen des Deutschen Buchpreises und des Friedenspreises sollen live übertragen werden. Das diesjährige Gastland Kanada verschiebt seinen Auftritt auf 2021.

Die Buchmesse plant außerdem ein umfangreiches digitales Ersatz-Programm. Ziel sei es, "Buchbegeisterung sowohl live vor Ort als auch digital und jederzeit abrufbar erlebbar" zu machen, sagt Karin Schmidt-Friderichs, Chefin des Börsenvereins. So sind digitale Lesungen, Autor*innengespräche und Diskussionen geplant. Für 16 Uhr kündigt Messe-Chef Juergen Boos, weitere Details zum Digitalprogramm an.
faz.net, boersenblatt.net

BGH: Ghostwriter muss Kohl-Witwe Auskunft über Tonband-Kopien und Abschriften geben.

Kohl-Tonbänder: Journalist Heribert Schwan, Ghostwriter des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl, muss Kohls Witwe Maike Kohl-Richter (Foto) sagen, welche Inhalte er aus seinen langen Gesprächen mit Kohl noch in seinem Besitz hat, entscheidet der BGH. Die Herausgabe der Original-Tonbänder hatte Kohl noch zu Lebzeiten erstritten, Kohl-Richter will auch Kopien und Abschriften haben. Die Rückgabe von Akten und Dokumenten sei dagegen verjährt.
faz.net, spiegel.de, bundesgerichtshof.de

Leipziger Buchmesse verschiebt Termin 2021 wegen Corona von März auf Mai.

Leipziger Buchmesse verschiebt ihren Termin 2021 von Mitte März auf Ende Mai. Die Veranstalter erhoffen sich dadurch "mehr Flexibilität bei der Durchführung", u.a. durch die Nutzung des Außengeländes. Kultur­staats­ministerin Monika Grütters unterstützt die Buchmesse mit 1 Mio aus dem Konjunktur­programm Neustart Kultur. Für 2022 ist die Rückkehr zum März-Termin geplant.
boersenblatt.net, leipziger-buchmesse.de

Lese-Tipp: Für Stefan Niggemeier ist Gabor Steingart ein “schmieriger Metaphern-Händler”.

Lese-Tipp: Stefan Niggemeier nimmt das Buch Die unbequeme Wahrheit von Gabor Steingart in einem 20.000-Zeichen-Totalverriss auseinander. In seiner "Rede zu Lage der Nation" klinge der "große Zukunfts- und Untergangs-Prophet" letztlich wie ein "kleiner schmieriger Metaphern-Händler". Steingart liefere "mit der intellektuellen Schlichtheit von Büttenreden" eine "extrem düstere Beschreibung einer Bundesrepublik, die ihre Zukunft verspielt". Dabei sind seine Thesen und Analysen "inhaltlich nicht besonders außergewöhnlich oder interessant", schreibt Niggemeier. Hauptsache "es lodert und glüht und knallt und pufft und stinkt".
uebermedien.de (Paid, als kostenloses Probeabo frei lesbar)

Meinung: Die Biografie von Reinhold Würth gleicht einer “Heiligenlegende”.

Meinung: Geschöntes Lebenswerk: Die Biografie von Schrauben-Milliardär Reinhold Würth (Foto) ähnelt einer "Heiligenlegende", schreibt Volker Weidermann. Würth hat für das Werk den links-alternativen Schriftsteller Helge Timmerberg beauftragt, der in seinen Texten stets das "Gute in den Menschen" suche. Dem Buch hätte "ein kleiner Abgrund nicht geschadet", urteilt Weidermann.
spiegel.de (Paid)

Hör-Tipp: Gabor Steingart veröffentlicht seine “Lage der Nation” auch als Hörbuch.

Hör-Tipp: Buch-Bekanntmachung: Gabor Steingart rührt cross­medial die Werbetrommel für sein Buch Die unbequeme Wahrheit. Rede zur Lage unserer Nation. In einer Podcast-Extra-Ausgabe liest Steingart 20 Minuten aus seinem Werk, in dem er u.a. mehr Investitionen in die Digitalisierung fordert. "Bild" veröffentlicht vorab Auszüge aus dem Buch - offenbar kommt hier die "strategische Partner­schaft" zum Zuge, die Springer mit der Beteiligung an Steingarts Firma Media Pioneer eingegangen ist.
dasmorningbriefing.podigee.io (22-Min-Audio)

“Spiegel” startet wöchentlichen Live-Polittalk und Bücher-Sendung.

Politik und Literatur: Der "Spiegel" baut sein Videoangebot aus und startet einen wöchentlichen Live-Polittalk namens "Spitzengespräch". Dienstags um 14.30 Uhr empfängt Redakteur Markus Feldenkirchen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, zum Start Kevin Kühnert. Dazu kommt eine wöchentliche Live-Sendung über Literatur: Volker Weidermann präsentiert donnerstags um 14.30 Uhr "Spitzentitel" in einer Mischung aus Talk und Magazin. Die Sendungen, je rund 45 Minuten lang, sind kostenlos auf Spiegel.de, YouTube und Facebook zu sehen.
new-business.de

Bild des Tages: SPD schasst Thilo Sarrazin.


Kalt gestellt: Mit Mund- und Nasenmaske wartet Thilo Sarrazin im Atrium des Willy-Brandt-Haus neben der Statue von Willy Brandt auf die Entscheidung der Bundesschiedskommission der SPD. Sie hat heute über den Parteiausschluss Sarrazins verhandelt – und diesen erlaubt. Die SPD-Spitze wirft Sarrazin Rassismus und Islamfeindlichkeit vor. Er hat angekündigt, sich wieder in die Partei einzuklagen. (Foto: Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance)