Deutsche Verlage fordern Ausschüttungen für Drittverwertung.

Hundert deutsche Verlage, darunter der Aufbau Verlag, C. H. Beck, dtv, Rowohlt, Suhrkamp und Kiepenheuer & Witsch, fordern in einem Brief ans Bundesjustizministerium Ausschüttungen für die Drittverwertung ihrer Inhalte. 2015 hatten EUGH und BGH das System gekippt, bei dem sowohl Autor*innen als auch Verlage Ausschüttungen bekamen. Der Bund wollte aber "zeitnah" eine Regelung schaffen, die das Teilen des Ausgleich zwischen Urheber*innen und Verlagen wieder ermöglicht.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Hello Kitty kehrt zu Egmont Ehapa zurück.

Cat Content: Hello Kitty wohnt künftig wieder in der Nachbarschaft von Donald Duck. Egmont Ehapa, Herausgeber u.a. des "Lustigen Taschenbuchs", sichert sich erneut die Magazin- und Buch-Rechte für die japanische Mädchen-Marke, Mitte 2021 sollen die ersten Produkte erscheinen. Egmont besaß bereits früher Rechte für den deutschen Markt, hatte den Vertrag zuletzt aber auslaufen lassen. (Bild: © Sanario Co, LTD)
egmont.de

US-Gericht: Enthüllungs-Buch von Trump-Nichte darf erscheinen.

USA: Der Streit um das Enthüllungs-Buch Zu viel und nie genug von Mary Trump, Nichte, und Robert Trump, Bruder des US-Präsidenten, ist gerichtlich entschieden. Das oberste Gericht im US-Bundesstaat New York lässt die Veröffentlichung zu. Der Richter sagt u.a. dass schon so viel über das Buch berichtet worden sei, dass es falsch und zwecklos wäre, die Veröffentlichung zu stoppen.
faz.net

Frankfurter Buchmesse bekommt 4 Mio Euro aus Konjunktur-Fördertopf.

Frankfurter Buchmesse bekommt 4 Mio Euro Unterstützung aus dem Konjunkturprogramm "Neustart Kultur" von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Das Geld dient u.a. zur Reduzierung der Standgebühren sowie zur Einrichtung von Digital-Plattformen zur Präsentation, zum Rechte- und Lizenzhandel. Nach derzeitiger Planung soll die Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober auch als Präsenz-Veranstaltung über die Bühne gehen.
boersenblatt.net

Hör-Tipp: Für Autor Tom Hillenbrand ist Schreiben eine Form des Eskapismus.

Hör-Tipp: Journalist und Science-Fiction-Autor Tom Hillenbrand erzählt im Podcast Digital Life Talk von Jan Möllendorf, dass das Schreiben für ihn eine Form des Eskapismus ist. Das Erzählen einer Geschichte sei wie Jazz: Man fängt an zu spielen und weiß nicht genau wo man hinkommt. Außerdem sprechen beide über die Veränderungen der Selbstvermarktung als Autor durch Social Media und E-Books und diskutieren, warum sich in Deutschland gerade die Bildungselite gegen die Digitalisierung sperrt.
digitallifetalk.podigee.io (71-Min-Audio), youtube.com (Talk als Video)

Zitat: MairDumont-Chefin Stephanie Mair-Huydts sieht Corona als Chance für Reiseführer.

"Wir glauben, dass wir in Zukunft bewusster reisen werden. Das betrifft die Wahl des Reiseziels, den Inhalt und die Ausrichtung der Reise aber auch das Thema Nachhaltigkeit."

Stephanie Mair-Huydts, Geschäftsführerin von MairDumont, sagt im Interview mit buchmarkt.de, dass der Wert von Reiseführern in der Zeit nach Corona eher steigern wird, auch weil bei vielen Kund*innen das Geld knapper ist.
buchmarkt.de

Stephanie Mair-Huydts und MairDumont im Verlagsporträt der turi2 edition #7 - Unterwegs:

Donald Trumps Nichte darf über ihre Familie schreiben.

Buch ohne sieben Siegel: Mary Trump, Nichte des US-Präsidenten, darf über ihre Familie schreiben, entscheidet ein Gericht. Trumps Bruder Robert hat dagegen geklagt, Mary Trump verstoße gegen eine Verschwiegenheitsklausel. Die Psychologin beschreibt in dem Buch, wie ihr Onkel Donald "der Mann wurde, der die Gesundheit der Welt, die wirtschaftliche Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedroht". Es soll Ende Juli erscheinen.
rnd.de, nzz.ch

Hoffmann & Campe kopiert “Katapult”-Buch.

Katapult-Klau: Benjamin Fredrich, Gründer des Infografiken-Magazins Katapult, arbeitet sich am Verlag Hoffmann & Campe und der "dreisten Selbstherrlichkeit eines Verlegers" ab. 2019 hat er mit Hoca ein Karten-Buch herausgebracht. An einem zweiten Band hatte der Verlag Interesse, war beim Autoren-Anteil aber nicht verhandlungsbereit. Katapult kooperiert nun mit Suhrkamp, Hoca beauftragt zwei "Zeit"-Autoren, die das "Katapult"-Buch inhaltlich wie optisch klonen. Für Friedrich "das traurigste Plagiat, das ich je gesehen habe".
katapult-magazin.de

Gericht lehnt einstweilige Verfügung gegen Trump-Buch ab.

Trump-Buch des früheren US-Sicherheits­beraters John Bolton darf am Dienstag erscheinen. Ein Bundesgericht in Washington hat den Antrag der Trump-Regierung auf eine einstweilige Verfügung abgelehnt, u.a. weil bereits 200.000 Exemplare an Buchläden ausgeliefert wurden. Auch News-Redaktion in aller Welt hätten das Buch bereits vorliegen. Auf 600 Seiten kritisiert Bolton seinen früheren Chef Donald Trump scharf und wirft ihm u.a. ein "Muster fundamental inakzeptablen Verhaltens" vor.
tagesschau.de, bild.de, edition.cnn.com

Verleger Jörg Schröder, 81, ist tot.

Jörg Schröder, Gründer und Ex-Verleger des März-Verlags, ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren. Schröder machte sich bereits in den 1960er Jahren einen Namen als Verleger des Melzer-Verlags, den er mit dem sadomasochistischen Roman "Die Geschichte der O" rettete. Auch bei März finanzierte er sich über erotische Literatur mit hohen Auflagen, verlegte aber auch Samuel Beckett, Henry Miller oder Vladimir Nabokov. Zuletzt schrieb er im "taz"-Blog Schröder & Kalender.
spiegel.de

Barbara Laugwitz holt Eckart von Hirschhausen als Autor zu dtv .

dtv-Verlag verlegt im Herbst das neue Buch von Eckart von Hirschhausen, schreibt der "Spiegel". Zuvor sind seine Bücher bei Rowohlt erschienen. Damit fällt der Wechsel des Autors mit dem von Barbara Laugwitz zusammen, die von Hirschhausen zuvor lange bei Rowohlt betreut hat.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Eckart von Hirschhausen über "stern Gesund Leben" und das "digitale Gift fürs Gehirn". (11/2017)

Verlegerin Barbara Laugwitz verlässt Ullstein.

Ullstein-Abgang: Barbara Laugwitz verlässt laut buchmarkt.de den Ullstein Verlag in Berlin. Sie tritt am 1. August bei dtv in München die Nachfolge von Claudia Baumhöver an, die im März ihren Rückzug bekannt gegeben hatte. Laugwitz war 2018 zu Ullstein gekommen, zunächst als Verlagsdirektorin. Im Mai 2019 stieg sie bei Ullstein zur Verlegerin auf.

Davor hatte Laugwitz als verlegerische Geschäftsführerin für Rowohlt gearbeitet. Ihr Abgang bei Rowohlt 2018 verlief ruppig: Laugwitz behauptete, Rowohlt habe sie "loswerden" wollen; 22 Autoren des Verlags beschwerten sich in einem offenen Brief über ihre Entlassung.
buchmarkt.de, boersenblatt.net, turi2.de (Background Baumhöver), turi2.de (Background Rowohlt), turi2.de (Background Offener Brief)

Italien: Buchhandlungen verkaufen im Vergleich zum Vorjahr acht Mio Bücher weniger.

Buchhandel: In Italien verkaufen Buchgeschäfte in den ersten vier Monaten des Jahres acht Mio Bücher weniger, analysieren der italienische Verlegerverband AIE und Nielsen. Der Umsatz bricht im Vergleich zum Vorjahr um 90,3 Mio Euro netto ein. Am stärksten betroffen sind die Sparten Sachbuch (minus 23,4 %) und Belletristik (minus 22,9 %); am glimpflichsten kommen Kinderbücher davon (minus 16,2 %).
boersenblatt.net

Zitat: NDR-Intendant Joachim Knuth verteidigt das Aus des “Bücherjournals”.

"Ich stehe seit vielen Jahren dafür, dass Kultur und Literatur einen wichtigen, festen und wahrnehmbaren Platz im NDR einnehmen. Daran wird sich künftig nichts ändern."

Joachim Knuth, Intendant des NDR, reagiert auf die Kritik zur sparbedingten Einstellung der Sendung Bücherjournal. Das "Bücherjournal" startete bereits 1965 und galt als eine der ältesten Literatursendungen im deutschen Fernsehen.
dwdl.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Verleger kritisieren die Einstellung des NDR-“Bücherjournals”.

NDR bekommt für die Ankündigung, als Sparmaßnahme das "Bücherjournal" zu streichen, den Unmut von Verlegern zu spüren. Florian Illies von Rowohlt hält es für "naiv zu glauben, man könne ausgerechnet bei der Kultur unbemerkt und schadensfrei" sparen. Thomas Rathnow, CEO der Verlagsgruppe Random House, kritisiert, Kultursendungen seien sicher nicht teuer und das NDR-Programm habe schon aktuell "kein Übermaß an kulturellen Sendungen". Das NDR-"Bücherjournal", gestartet 1965, ist eine der ältesten deutschen Literatursendungen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Friedemann Bartu erzählt die jüngere “NZZ”-Geschichte aus der Innen-Perspektive.

Lese-Tipp: Friedemann Bartu, ehemaliger Korrespondent und Redakteur der "NZZ", schreibt in seinem Sachbuch Umbruch über die frühere Abhängigkeit der "Neuen Zürcher Zeitung" von der Freisinnig-Demokratischen Partei, das angespannte Verhältnis zwischen Print- und Online-Redaktion und einen "Herrenklub" mit Weißwein-Affinität. Bartu erzählt die jüngere Geschichte der "NZZ" mit Sympathie, aber auch viel Kritik an falschen Entscheidungen, rezensiert Peter Hoeres in der "FAZ".
faz.net

Lese-Tipp: “Zeit” verehrt Systemsprengerin Pippi Langstrumpf.

Lese-Tipp: Die "Zeit" widmet sich in mehreren Beiträgen der anarchischen Kinderbuch-Heldin Pippi Langstrumpf, die in diesem Jahr 75 Jahre alt wird und die es nach einem Diebstahl der Manuskripte um ein Haar nicht gegeben hätte. Pippi habe Generationen von Menschen stark gemacht hat und sei auch heute noch ein systemsprengendes Vorbild, an dem die Erben von Astrid Lindgren immer noch gut verdienen.
"Zeit" 19/2020, S. 40 (Diebstahl, Paid), S. 52 (Vorbild, Paid), S. 53/54 (Erben, Paid)

Raimund Fellinger, Cheflektor von Suhrkamp, ist tot.

Suhrkamp: Raimund Fellinger, seit 2006 Cheflektor des Verlags, ist tot. Er starb bereits am Samstag im Alter von 68 Jahren in Frankfurt am Main. Fellinger, in dessen Elternhaus es laut "SZ Magazin" nur drei Bücher gab, war seit 1979 für Suhrkamp tätig. 1980 übernahm er die Verantwortung für die "edition Suhrkamp", seit 2010 war er außerdem Cheflektor des Insel Verlags.
buchmarkt.de, spiegel.de, sz-magazin.sueddeutsche.de (Interview von 2016)

Sportbuzzer veröffentlicht das neue Buch von Udo Röbel als Fortsetzungsroman.

Madsack veröffentlicht auf seinem Sportbuzzer ab Montag das neue Buch "Abpfiff" von Udo Röbel. Jeden Tag erscheint ein Kapitel des Krimis des ehemaligen "Bild"-Chefredakteurs, insgesamt gibt es 29. Der Fortsetzungsroman soll dem Sportportal von Madsack in der Corona-bedingt sportarmen Zeit Traffic bescheren. Röbel ist aktuell auch Berater von Madsack.
horizont.net

Zitat: Bestseller-Autor Frank Schätzing denkt in Szenarien.

"Wer aus der Krise heraus die Gesellschaft zu verbessern hilft, kann profitieren. Für die anderen wird die größte Herausforderung nach Corona sein, was sie mit dem ganzen Klopapier machen, das ihnen die Schränke verstopft."

Bestseller-Autor Frank Schätzing appelliert im "Spiegel"-Interview, statt auf Sicht auf Vision zu fahren und mehr in Szenarien zu denken, als sich auf die eine Prognose zu stützen.
spiegel.de (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Fiktionale Katastrophen dauern ein paar Lesestunden, und der Autor kennt das Ende. Die Realität ist ein Stresstest ungewisser Dauer mit ungewissem Ausgang."

"Uns muss klar sein, dass Kultur mehr ist als ein schöner Abend. Sie ist ein Eckpfeiler unserer Demokratie. Nimmt sie Schaden, nehmen wir alle Schaden."

"Tragik lässt sich durch nichts relativieren – aber wenn am Ende die Erkenntnis steht, wie sehr wir uns und unsere Welt vernachlässigt hatten, haben wir etwas erreicht. "

Buch-Tipp: Sex-Podcast der “Zeit” erscheint als gleichnamiges Buch.

Buch-Tipp: Die Macher des Sex-Podcasts Ist das normal? von der "Zeit" haben ein gleichnamiges Buch veröffentlicht. Sexualtherapeutin und Ärztin Melanie Büttner (Foto) will gemeinsam mit Wissenschaftsjournalistin Alina Schadwinkel und Sven Stockrahm, Vize-Ressortchef Wissen und Digital bei Zeit Online, den Weg für die "individuelle Sexualität" ebnen.
zeit.de

Hör-Tipp: Axel Hacke und Ursula Mauder podcasten aus der Quarantäne.

Hör-Tipp: Das Autoren-Paar Axel Hacke und Ursula Mauder geht in der Quarantäne unter die Podcaster. In "Unter einer Decke", das als Standbildvideo bei YouTube erscheint, berichten sie von ihrem Ehepaar-Leben in der Isolation. In der ersten Folge sprechen sie über Hysterie, Scheidungen und Scham vor dem Mundschutz. Für Konzept und Produktion zeichnet die Looping Group verantwortlich.
youtube.com (36-Min-Audio mit Standbild), looping.group

Claudia Baumhöver verlässt den dtv.

Deutscher Taschenbuch Verlag und Claudia Baumhöver, die seit 2015 den Verlag führt, gehen getrennte Wege, schreibt buchmarkt.de. Demnach habe es "Differenzen in der Geschäftsleitung" sowie "unterschiedliche Gesellschafterinteressen" gegeben. Stephan Joß, langjähriger Geschäftsführer des zum dtv-Gesellschafterkreis gehörenden Carl Hanser Verlags, übernimmt als Interims-Geschäftsführer.
buchmarkt.de

Die Leipziger Bahnhofsbuchhandlung Ludwig darf wieder öffnen.

Wieder auf: Die Bahnhofsbuchhandlung Ludwig in Leipzig darf seit heute Mittag wieder Zeitungen und Zeitschriften verkaufen, muss jedoch ihren Buchbereich geschlossen lassen. Darauf haben sich das Geschäft und das Ordnungsamt geeinigt. Gestern hatte das Ordnungsamt den Laden wegen der Corona-Regeln geschlossen und war zunächst auch nicht bereit, auf den Vorschlag einzugehen, nur den Buchverkauf zu stoppen.
buchreport.de, turi2.de (Background)

Bertelsmann schickt hunderte Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Bertelsmann führt für hunderte Mitarbeiter Kurzarbeit ein, sagt Chef Thomas Rabe in der Bilanz-Telefonkonferenz. Betroffen sei derzeit allen voran die Dienstleistungstochter Arvato. Der Konzern prüft aber auch Kurzarbeit bei Gruner + Jahr und weiteren Töchtern. In seiner Bilanz hatte Bertelsmann noch betont, der Konzern sei für die Corona-Krise gut gerüstet.
meedia.de, turi2.de (Background)

Bertelsmann steigert Umsatz und Gewinn und ist erstmals überwiegend digital.


Gerüstet für Corona: Bertelsmann hat 2019 erstmals mehr als die Hälfte seiner Umsätze im Digitalgeschäft erwirtschaftet. 51 % entfielen auf digitale Aktivitäten, 2011 waren es noch nur 30 %. Insgesamt steigt der Umsatz um 300 Mio Euro auf 18 Mrd Euro. Dazu trug insbesondere der Verlag Penguin Random House, aber auch das organische Wachstum konzernweit bei. Der Gewinn vor Steuern liegt auf dem Rekordwert von 2,9 Mrd Euro und steigt damit ebenfalls um 300 Mio Euro. Das Konzernergebnis liegt unverändert bei 1,1 Mrd Euro.

Mit den Kennzahlen sieht sich Bertelsmann gut gerüstet für die gerade angebrochene Corona-Krise: "Wir sind ertragsstark, verfügen über eine hohe Liquidität, eine komfortable Eigenkapitalquote", sagt Bertelsmann-Chef Thomas Rabe. Und weiter: "Mit der breiten Aufstellung unserer Geschäfte sind wir weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen und können weiter in unsere Zukunft investieren, ohne an die Substanz zu gehen."
presseportal.de