Wladimir Klitschko bringt gemeinsam mit seiner Frau ein Kinderbuch heraus.

Zur Abwechslung was Schönes: Ex-Boxer Wladimir Klitschko und seine Frau Tatjana Kiel veröffentlichen gemeinsam ein Kinder­buch über Willens­stärke. Wil, der Wolkenstürmer, und der Traum vom Fliegen handelt von einem achtjährigen Jungen, der die Wolken von oben sehen möchte. Es erscheint im Hamburger Oetinger Verlag. Das Buch haben beide vor Beginn des Angriffs­kriegs auf die Ukraine begonnen und sich entschieden, es weiterzuführen.
rnd.de, oetinger.de

Debatte: Prechts und Welzers Medienkritik ist “weder neu noch arg falsch”, sagt Cornelius Pollmer.

Nichts Neues: Für die "Süd­deutsche Zeitung" hat Cornelius Pollmer das neue Medien­kritik-Buch "Die vierte Gewalt" von Richard David Precht und Harald Welzer vorab gelesen und findet: "Es nervt weniger, als man vorher erwartet hätte." Die Analysen "sind weder neu, noch arg falsch". Die Autoren lieferten leider keine Empfehlungen, um den Journalismus besser zu machen – und "könnten es vermutlich auch nicht".
sueddeutsche.de (€)

Kai Diekmann schreibt ein Buch über seine Zeit bei “Bild”.


Der Mann, der "Bild" war: Kai Diekmann, langjähriger Chefredakteur der "Bild", findet als PR-Unternehmer offenbar Gefallen an der Langform. Die Deutsche Verlags-Anstalt wird im Laufe des Tages ein Buch Diekmanns über seine 16 Jahre bei "Bild" ankündigen. Das Werk soll im Frühjahr 2023 erscheinen. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein ehemaliger "Bild"-Chef über seine Zeit bei Springers Boulevard-Blatt schreibt. Diekmann war von 2001 bis Anfang 2017 bei "Bild", bis Ende 2015 als Chefredakteur.

In dieser Zeit hat er zweifellos Pressegeschichte geschrieben, etwa mit der Schlagzeile "Wir sind Papst" zur Wahl von Joseph Ratzinger zum katholischen Kirchenoberhaupt. Durch eine Nachricht auf der Handy-Mailbox von Diekmann kam 2012 die Affäre um Christian Wulff ins Rollen. In der Folge musste Wulff als erster Bundespräsident sein Amt vorzeitig niederlegen. (Foto: Johannes Arlt für turi2)
turi2 – eigene Infos

Kosmos- und der Olympia-Verlag kooperieren bei weiteren Fußball-Titeln für Kinder.

Kickt gut: Die beiden Verlage Kosmos und Olympia wollen nach dem Launch von "Kicker Kids" weiter zusammenarbeiten. Entstehen sollen dabei "unterhaltsame und informative Kinderbuchbände", Hörspiele sowie Spiele. Mit "Fussball – Alles zu WM, EM, Spielern, Rekorden und Co." erscheint ein neues Sachbuch. "Wir glauben an das gedruckte Wort. Ein Buch ermöglicht Kindern einen ganz anderen Zugang und eine intensivere Beschäftigung mit ihren Lieblingsthemen", begründet "Kicker"-Chefredakteur Jörg Jakob die Partnerschaft.
per E-Mail

Zitat: Bärbel Bas ist ein Thriller-Fan.

"Warum soll ich so tun, als wäre ich eine andere Persönlichkeit, nur weil es sich auf der Homepage gut macht?"

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas antwortet im Interview mit der "Bild am Sonntag" auf die Frage, warum sie auf ihrer Website Thriller von Stieg Larsson und Stephen King zu ihren Lieblingsbüchern zählt statt Klassiker von Goethe oder Schiller: "Ich brauche blutige Bücher, damit kann ich mich am besten vom Alltag ablenken."
bild.de

Merkel-Memoiren erscheinen im Herbst 2024 bei Kiepenheuer & Witsch.

Merkels Memoiren: Der Verlag Kiepenheuer & Witsch sichert sich die Rechte an dem Buch, das Altkanzlerin Angela Merkel zusammen mit ihrer langjährigen Büro­leiterin Beate Baumann verfasst. Die Erinnerungen sollen im Herbst 2024 erscheinen. Merkel will darin "zentrale Entscheidungen und Situationen meiner politischen Arbeit reflektieren".
buchreport.de, spiegel.de, turi2.de (Backgrund)

Debatte: Elke Heidenreich ärgert sich über ihre Zuordnung in der “Spiegel”-Bestsellerliste.

List mit Liste: Autorin Elke Heidenreich ist sauer auf das Branchen­magazin "Buchreport", das die Best­seller­listen für den "Spiegel" zusammenstellt. Ihr neustes Werk "Ihr glücklichen Augen" landet nämlich "nur" in der Kategorie Sachbuch. "Süddeutsche"-Redakteur Felix Stephan hört darin "das Echo einer unter­schwelligen Misogynie", denn ähnliche Werke männlicher Autoren laufen unter Belletristik.
sueddeutsche.de (€)

Debatte: Winnetou-Diskussion ist “erfundener Shitstorm”, zeigt Mirko Lange.

Häuptling Hetze: Die Winnetou-Debatte ist ein "erfundener Shit­storm" von "findigen Journalisten und Populisten, die entweder medien­inkompetent sind oder aus politischem Interesse bzw. aus wirtschaftlichem Kalkül hetzen", sagt Content-Marketer Mirko Lange. Er hat die Debatte aufwendig rekonstruiert und sieht darin eine "Chronologie eines Medien­versagens". Medien, Politik und Bürgerinnen "haben sich instrumentalisieren lassen".
scompler.com via bildblog.de

Debatte: Karl-May-Organisationen sehen Autor als “Erzieher zu Toleranz und Welt­offenheit”.

Winnetou-Debatte: Die Werke von Karl May über den "Wilden Westen" unterscheiden sich von denen anderer Autorinnen darin, dass von Anfang an "die Sympathie des Erzählers der leidenden indigenen Bevölkerung" gilt, schreiben die Karl-May-Gesellschaft und die Karl-May-Stiftung in einem offenen Brief. May sei für seine großen­teils jugendliche Leser­schaft über Generationen hinweg "Erzieher zu Toleranz und Welt­offenheit" gewesen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Zitat: Uschi Glas hat kein Verständnis für Winnetou-Verbot.

"In den Filmen und den Romanen gibt es Gute und Böse. Sie haben weiße oder rote Haut. Es bildet das echte Leben ab."

Schauspielerin Uschi Glas kritisiert die Entscheidungs des Ravenburger-Verlags, mehrer Bücher der Reihe "Der junge Häuptling Winnetou" zurückzuziehen. Man solle aufhören "auf Biegen und Brechen einen Anlass zu finden, über etwas zu schimpfen".
t-online.de, turi2.de (Background)

Nach Rassismus-Kritik: Ravensburger zieht Winnetou-Bücher zurück.

Ravensburger zieht nach "vielen negativen Rückmeldungen" zwei Kinderbücher zum Film-Start von Der junge Häuptling Winnetou aus dem Verkehr. Zuvor hatten User in sozialen Medien dem Verlag Rassismus und kulturelle Aneignung vorgeworfen. Auf Instagram entschuldigt sich Ravensburger, man habe "die Gefühle anderer verletzt" und "ganz klar einen Fehler gemacht". Weiter heißt es: "Die Entscheidung, die Titel zu veröffentlichen, würden wir heute nicht mehr so treffen."
br.de, instagram.com




 










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Ein von @ravensburgerkinderbuecher geteilter Beitrag




Holtzbrinck und Bertelsmann verkaufen Skoobe-Anteile an Thalia.

Scoup gelandet: Die Holtzbrinck Publishing Group und die Bertelsmann-Tochter Penguin Random House verkaufen ihre Anteile an dem E-Book-Flatrate-Anbieter Skoobe rückwirkend per 1. Januar 2022 an die Thalia-Gruppe. Die Verlage haben bisher jeweils 25 % an dem Unternehmen gehalten. Thalia ist nun alleiniger Gesellschafter der Skoobe GmbH, die 2010 in München gegründet wurde.
new-business.de

Rushdie-Angreifer wegen versuchten Mordes angeklagt.

Angriff auf Rushdie: Die Staatsanwaltschaft klagt den 24-jährigen Mann, der am Freitag den Schriftsteller Salman Rushdie auf offener Bühne mit einem Messer attackiert hatte, wegen versuchten Mordes und Körperverletzung an. Noch am Abend sei der Verdächtige ohne Kaution in Untersuchungshaft genommen worden. Rushdie muss zurzeit künstlich beamtet werden, er könne nicht sprechen und werde wahrscheinlich ein Auge verlieren, lässt sein Manager Andrew Wylie wissen.
spiegel.de, tagesschau.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie frühere Bertelsmann-Kunden abgezockt werden.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" schildert den Fall eines älteren Ehepaars, das sich für über 300.000 Euro vermeintlich kostbare Bücher andrehen lässt, die sich als wertlos herausstellen. Dem Rechtsanwalt Wolfgang Schneider fällt auf: Nahezu alle Mandanten mit diesem Problem sind älteren Semesters und ehemalige Kunden des Bertelsmann-Buchclubs. Ermittler hegen den Verdacht, die Faksimiles-Unternehmer nutzen unerlaubt alte Bertelsmann-Kundendaten für ihre Masche.
spiegel.de (Paid)

Autor Salman Rushdie auf offener Bühne attackiert.


Autoren-Angriff: Der Schriftsteller Salman Rushdie, 75, ist bei einer Lesung im US-Bundesstaat New York von einem Mann mit einem Messer attackiert worden. Laut Polizei habe Rushdie eine Stichwunde am Hals erlitten, Rettungskräfte hätten ihn in ein Krankenhaus geflogen. Er sei am Leben und bekomme die Hilfe, die er benötige, sagt die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul. Der Tatverdächtige wurde festgenommen. "Es gab ein großes Versagen der Sicherheitskräfte", sagt ein Augenzeuge der "New York Times". Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Das Entsetzen über den Angriff ist groß: Kulturstaatsministerin Claudia Roth nennt die Attacke einen "Angriff auf die Freiheit der Literatur und die Freiheit des Denkens". Es klebe auch Blut an den Händen des "iranischen Regimes, das bis heute an der schrecklichen Fatwa gegen ihn festhält". Investigativ-Journalist Günter Wallraff, der Rushdie 1993 in seinem Haus Schutz geboten hatte, sagt: "Die Nachricht war natürlich ein Schlag für mich." Jetzt hoffe er, "dass die Verletzung nicht lebensgefährlich ist". Der US-Autorenverband PEN America schreibt in einem Statement: "Uns fällt kein vergleichbarer Fall eines öffentlichen gewaltsamen Angriffs auf einen Schriftsteller auf amerikanischem Boden ein."

1988 hatte Irans damaliger Führer Ayatollah Ruhollah Khomeini eine Fatwa gegen Rushdie ausgesprochen, also zur Tötung des Autors aufgerufen. International bekannt wurde Rushdie durch sein 1981 herausgekommenes Buch Mitternachtskinder.
tagesschau.de, bild.de, spiegel.de, nytimes.com
(Foto: Picture Alliance, zz/Dennis Van Tine/STAR MAX/IPx)

Die “Zeit” wirft Maja Göpel vor, den Ghostwriter ihrer Bücher verschwiegen zu haben.


Ghostwriterbuster: Stefan Willeke, Chef­reporter der Chef­redaktion der "Zeit", wirft der Transformations­forscherin Maja Göpel in der "Zeit" vor, ihren Bestseller Unsere Welt neu denken mit Hilfe des freien Autors Marcus Jauer geschrieben zu haben - und dies der Öffentlichkeit verschwiegen zu haben. Göpel widerspricht auf Twitter: "Wer mit mir über das Buch gesprochen hat, z.B. bei Veranstaltungen, weiß, dass ich regelmäßig erzählt habe, wie mir ein Journalist dabei geholfen hat, und warum das ein Gewinn bei diesem Sachbuch war." Willeke prangert das Ghostwriting als "zweifelhafte Gewohnheit der Buchbranche" an, sieht "Halbwahrheiten" und "eine Portion Verlogenheit" bei Göpel.

Ghostwriter Jauer, der zusammen mit seiner Ehefrau Alexa Hennig von Lange selbst Bestseller schreibt, springt der angegriffenen Göpel bei und versichert, "auf eigenen Wunsch" bei den Büchern auf die Namens-Nennung verzichtet zu haben. Göpel beteuert, erfolglos versucht zu haben, Jauer umzustimmen. Laut Willeke bekam Jauer 50 % der Honorarsumme, was bei den 270.000 Verkäufen von "Unsere Welt neu denken" rund 200.000 Euro macht. Karsten Kredel, Chef des herausgebenden Ullstein-Verlags, sagt, die "Nichtnennung" eines Co-Verfassers sei "durchaus üblich". Allerdings wird Jauer im neuen Buch von Göpel Wir können auch anders nunmehr als Co-Autor genannt.

Willeke stellt das Ghostwriting von Jauer in den Kontext von Göpels jüngsten Karriereschritten. Das New Institute in Hamburg, wo Göpel von Herbst 2020 bis Juli 2021 als wissenschaftliche Direktorin wirkte, habe seine Reputation als Denkfabrik in Gefahr gesehen, "falls Göpel der hemmungslose Umgang mit den Texten eines Geisterschreibers um die Ohren fliegen sollte", formuliert Willeke. Einen Zitatgeber vom New Institute kann er nicht benennen.

Für Göpel kommt die Debatte ungelegen: Sie soll beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Forschungszentrums-Leiterin werden, wogegen es Kritik von konservativer Seite gibt. Ein anonymes Mitglied des wissenschaftlichen Beirats hat laut "Handelsblatt" gesagt: "Das Letzte, was das DIW braucht, ist jemand, der nur in der Öffentlichkeit präsent ist, weil er mal zwei Bücher geschrieben hat."
zeit.de (Paid), twitter.com, turi2.de (Background)
(Foto: Johannes Arlt für turi2)

Mitarbeit: Peter Turi

Wachstum und Wuchern – Maja Göpel im großen Interview mit Nancy Riegel in der turi2 edition #18 | turi2.de (Online-Text)

Stephen King spricht sich vor Gericht gegen Bertelsmann-Übernahme aus.

Die (fast) Verurteilten: Bestseller­autor Stephen King hat sich vor Gericht gegen die von Bertelsmann angestrebte Über­nahme des US-Buchverlags Simon & Schuster ausgesprochen. "Konsolidierung ist schlecht für den Wettbewerb, je mehr Unternehmen es gibt, desto besser", sagt der Autor, der im Prozess in Washington als Zeuge geladen war. Das US-Justiz­ministerium will per Kartellklage verhindern, dass die Bertelsmann-Tochter Penguin Random House Simon & Schuster für knapp 2,2 Mrd Dollar übernimmt.
deutschlandfunkkultur.de, turi2.de (Background)

Zitat: Sophie Passmann hört nicht mehr auf die “Feuilleton-Boys”.

"Ich erlaube mir jetzt, den roten Teppich geil zu finden. Denn am Ende meines Lebens werde ich keinen Preis dafür bekommen, dass irgendwelche Feuilleton-Boys sagen: Sie ist real geblieben."

Sophie Passmann hat Oberflächlichkeit und Intellektualität lange im Widerspruch gesehen. Heute empfindet sie diese Denkweise als sexistisch, nach dem Motto: "Alles, was Schönheit ist, ist Weiblichkeit, und alles, was weiblich ist, kann nicht intellektuell sein."
annabelle.ch

Matthias Daniel und Stephan Weichert geben Buch über resilienten Journalismus heraus.

Resilienz-Reader: "Journalist"-Chefredakteur Matthias Daniel und Stephan Weichert, Direktor des Vocer Institut für Digitale Resilienz bringen gemeinsam das Buch "Resilienter Journalismus" heraus. 40 Autorinnen, darunter erfahrene Medienprofis, Nachwuchstalente, Wissenschaftlerinnen und Führungskräfte, diskutieren darin über Möglichkeiten, den Journalismus und sein Publikum widerstandsfähiger gegen die vielfältigen Krisen zu machen.
halem-verlag.de

Jacques Berndorf, 85, ist tot.

Jacques Berndorf, 85, ist tot. Der Bestseller-Krimiautor ist am Sonntag gestorben, teilt seine Frau Geli Gatzke-Preute der dpa mit. Berndorf ist vor allem für seine "Eifelkrimis" bekannt, von denen er seit 1989 über 20 geschrieben und laut dessen Verleger Ralf Kramp mehr als 6 Mio Exemplare verkauft hat. Berndorfs bürgerlicher Name war Michael Preute.
stern.de

Lese-Tipp: Frank Überall untersucht Journalisten-Klischees in der Literatur.

Lese-Tipp: DJV-Vorsitzender Frank Überall untersucht in einer Studie, wie Journalismus in der Literatur präsentiert wird. Ein zentrales Ergebnis: Der Vertrauensverlust in die Medien spiegelt sich auch in den Bestsellern wider. Oft werde zudem das Klischee bedient, Journalistinnen gehe es nur um die Sicherung der Auflagen und "große Storys", die sich gut verkaufen lassen müssen.
sueddeutsche.de

Video-Tipp: Brigitte Zypries will Kinderbuch-Klassiker nicht umschreiben.

Video-Tipp: SPD-Politikerin Brigitte Zypries würde Kinderbuch-Klassiker und althergebrachte Märchen nicht auf Diversität trimmen und umschreiben, sagt sie in der "stern"-Diskuthek. Auch Kinder- und Jugendpsychiater Alexander Korte spricht sich gegen retrospektive Cancel Culture aus. Vielfalt und queere Lebensrealitäten hätten aber in moderner Kinderliteratur durchaus einen berechtigten Platz.
stern.de

“Bunte” steigt ins Buchgeschäft ein.

In die Buchläden: Der Bunte Entertainment Verlag veröffentlicht in Kooperation mit der Edel Verlagsgruppe eine eigene Buchreihe. Der erste Titel "Das große Bunte Beauty Buch – Die Beauty-Geheimnisse von Prominenten, Experten und Insidern" mit TV-Moderatorin Jennifer Knäble erscheint am 15. Juni. Die beiden weiteren Bücher zu den Themen "Gastgeben" und "Royaler Nachwuchs" folgen im November.
burda.com

Lese-Tipp: #BookTok beeinflusst den Buchmarkt.

Lese-Tipp: Auf dem Buch­markt "kreiert TikTok Best­seller, reanimiert Klassiker und rettet vernach­lässigte Genres", schreibt Claire Armitstead im "Guardian". Die zu Beginn der Pandemie durch­startende #BookTok-Nische sei "fast and furious", Buchläden reagierten mit eigenen Ausstelltischen für trendende Bücher. Händler Peter erzählt, dass der größte Teil seiner Kundschaft heute aus Teenagern bestehe, und nicht wie zuvor aus Millenials.
theguardian.com

“Lustiges Taschenbuch” erscheint als Sonderausgabe zum Thronjubiläum.

Royal duck: Egmont Ehapa veröffentlicht zum 70. Thron­jubiläum der Queen eine Sonder­ausgabe des "Lustigen Taschen­buchs". Das "Best of Royal" vereint die acht besten Geschichten rund um die königliche Familie, die in früheren Taschen­büchern erschienen sind. Das Comic-Heft erscheint am 2. Juni zum Preis von 8,99 Euro. "Die königliche Contenance wird natürlich auch in Enten­hausen gewahrt", verspricht der Verlag.
presseportal.de, lustiges-taschenbuch.de

“FAZ”: Diana Kinnert hat bei ihren Büchern umfangreich abgeschrieben.


Abgekupfert: Die in der CDU als Nachwuchshoffnung geltende Diana Kinnert, 31, hat in zwei ihrer Büchern plagiiert, meldet die "FAZ" unter Berufung auf den Plagiatsjäger Stefan Weber. In dem 2021 mit Journalist Marc Bielefeld gemeinsam geschriebenen Buch Die neue Einsamkeit weist Weber 203 Plagiate nach. Trotz angegebener Quellen würden darin "viel größere Textauszüge entnommen als Zitate kenntlich gemacht". Der Verlag Hoffmann und Campe reagiert mit einem Verkaufsstopp, auch die Werbung auf der Website ist bereits verschwunden. Kinnert räumt auf "FAZ"-Anfrage ein, nicht sorgfältig gearbeitet zu haben – und versichert, das "nicht mutwillig" getan zu haben: "Bei der Recherche mag ich Textteile vermischt haben, Quellen in Entwurfsdateien kopiert haben, angenommen haben, dass ich schon korrekt paraphrasiert hatte."

Auch in Kinnerts Erstlingswerk, Für die Zukunft seh‘ ich schwarz von 2017, stellt Weber Plagiate fest. Dort habe sie sich "wortwörtlich und absatzweise" bei journalistischen Kommentaren von u.a. der "Welt", "FAS", "Süddeutschen Zeitung" bedient, ohne die Namen der Redakteurinnen zu nennen.  Kinnert entschuldigt sich auf "FAZ"-Nachfrage bei den Autorinnen, deren Werk sie damit nicht respektiert habe: "Ob Lebenskrise, Doppelbelastung oder strukturelles Problem – am Ende wäre es meine Aufgabe gewesen, in Überforderung kein Buch entstehen zu lassen. Das habe ich zu spät verstanden."
faz.net (Paid), plagiatsgutachten.com

Pen-Präsident Josef Haslinger fordert “Abrüstung der Worte”.

Spitze Feder: Pen-Präsident Josef Haslinger äußert sich zur Absetzung seines Vorgängers Deniz Yücel: "Die Rücktrittsaufforderung wegen der Flugverbotszone habe ich sehr bald als Fehler erkannt", sagt er dem "Freitag". Der Misstrauensantrag sei von einer anderen Gruppe gestellt worden. Darin sei es um Probleme wie "das zerrüttete Verhältnis zur Geschäftsstelle" gegangen. Für die Neuaufstellung des Verbandes fordert Haslinger eine "Abrüstung der Worte" und eine Besinnung auf die Pen-Charta, die von den Mitgliedern erwartet, "wahrheitswidrigen Veröffentlichungen, vorsätzlichen Fälschungen und Entstellungen von Tatsachen für politische und persönliche Ziele entgegenzuarbeiten".
freitag.de

Basta: Heinz Strunk schreibt ein Bilderbuch über Käse.

Käse-Liebhaber: Der Schriftsteller und Musiker Heinz Strunk schreibt ein Bilderbuch über ein Käse-Reich, in dem sich ein Edel-Parmesan in einen einfachen, industriell gefertigten Haushaltskäse verliebt. "Wie ich dahin gekommen bin, kann ich auch gar nicht mehr genau sagen", erzählt er der DPA. Womöglich ist er einfach über der Käseplatte eingenickt und hatte ziemlich wirre Träume.
welt.de

Lese-Tipp: dtv-Verlegerin Barbara Laugwitz lässt sich vom “Spiegel” porträtieren, um sich “zu disziplinieren”.

Lese-Tipp: dtv-Verlegerin Barbara Laugwitz, bisher vor allem erfolgreiche Buch-Strippenzieherin mit Hang zum Hintergrund, lässt sich vom "Spiegel" vier Tage lang für ein Porträt begleiten, um sich "zu disziplinieren": Bei ihrer Kündigung bei Rowohlt 2018 sei ihr aus ihrer Unauffälligkeit ein Strick gedreht worden. Heute teilt sie ihr Büro neben dem Münchner Schlachthof mit Labrador-Pudel-Mischling Hans, der sie vor "endloser Arbeit" bewahrt.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background Rohwolt)

Cristina Herrmann leitet Kommunikation von Hugendubel.

Hugendubel holt Cristina Herrmann als Leiterin der Unternehmens­kommunikation an Bord. Sie kommt vom BR, wo sie bisher die kommunikative Konzeption und Strategie der Themen­schwerpunkte von BR-Klassik verantwortet hat. Herrmann folgt bei der Buch­handels­kette auf Sophie von Klot, die seit 2015 für Hugendubel kommuniziert hat – zusätzlich zur Arbeit für ihre eigene Agentur.
boersenblatt.net

Debatte: Junge Gäste tun dem “Literarischen Quartett” gut, sagen Miryam Schellbach und Wolfgang Tischer.

Endlich mal was Neues: Die Spezial­ausgabe des "Literarischen Quartetts" mit Thea Dorn und drei Gästen unter 21 Jahren im ZDF war die "geistig beweglichste Ausgabe seit langer Zeit", schreibt Miryam Schellbach (Foto) in der "Süddeutschen". Auch Wolfgang Tischer, Gründer von literaturcafe.de, hielt es trotz des "bescheuerten Folgen­titels" für eine "bemerkenswert gute Sendung". Die jungen Expertinnen haben bewiesen, dass es über Bücher mehr zu sagen gibt, "als dass sie 'großartig' sind".
zdf.de (43-Min-Video), sueddeutsche.de, literaturcafe.de

Der “Spiegel” analysiert die Zerrüttung des PEN.

Schreiberwut: Der "Spiegel" analysiert die Zerrüttung der Schriftstellervereinigung PEN und die Querelen um den amtierenden Präsidenten Deniz Yücel. In der Debatte, ob Yücel zurücktreten solle, dominierten keine Inhalte, sondern die Frage "wer bestimmt, wo es langgeht". Selbst die Anschaffung einer neuen Software eskaliere zur Machtfrage.
"Spiegel" 16/2022, S. 111 - 113 (Paid), turi2.de (Background)

Basta: “Brand Eins” und Tre Torri veröffentlichen ein Nachhaltigkeits-Kochbuch.

Küchenwirtschaft: Der Wirtschafts­verlag Brand Eins und die "Genussbuch­manufaktur" Tre Torri bringen ein gemeinsames Kochbuch heraus. Auf 166 Seiten liefert das Werk für 40 Euro Geschichten über Nachhaltigkeit und stellt Fragen wie: "Beginnt Naturschutz in der Küche?". Damit finden Wirtschaft und Kulinarik zusammen – womöglich ist es mehr als Zufall, dass der Begriff "verbrannt" in beiden Welten bekannt ist.
per Mail

Ungarisches Kinderbuch “Märchenland” erscheint in zweiter Auflage.

Vater, Vater, Kind: Das umstrittene, ungarische Kinderbuch "Märchenland", das der "stern" nach Deutschland gebracht hat, geht in die zweite Auflage. Für jedes verkaufte Exemplar fließt ein Euro an Projekte, die sich für mehr Vielfalt in Ungarn einsetzen. Nachdem das Buch in Ungarn monatelang Gegenstand einer politischen Debatte war, entwickelt es sich hierzulande zum Bestseller.
buchmarkt.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Warum Christian Sprang Todesanzeigen sammelt.

Lese-Tipp: Die "FAZ" nimmt sich der Geschichte vom Todesanzeigen-Sammler Christian Sprang an. Der Justiziar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels dokumentiert und kommentiert in seinen Büchern unfreiwillig komische Abschiedsgrüße – Arbeitstitel von Band vier: "Eine tapfere Leber hat aufgehört zu arbeiten". Die Angehörigen nehmen das offenbar mit Humor, viele empfänden es als "Ritterschlag", wenn ihre Anzeige in einem der Bücher vorkommt.
faz.net (Paid)

Lese-Tipp: Kinderbuch von Carsten Maschmeyer wirkt “fantasiefaul und überenthusiastisch”.

Lese-Tipp: "Spiegel"-Autorin Anja Rützel nimmt das Kinderbuch von Unternehmer Carsten Maschmeyer, "Die Start-up Gang. Unser größtes Abenteuer – von der Idee zum Erfolg", auseinander. Rützel kann nicht fassen, "wie man heutzutage immer noch scheinbar schamfrei derart abgemuffte, fantasiefaule Klischees auspacken kann – und damit durchkommt". Insgesamt sei das Buch "fantasiefaul und überenthusiastisch zugleich".
spiegel.de (Paid)

Hör-Tipp: Martin Suter hat keine Helden.

Hör-Tipp: Autor Martin Suter (Foto) hat keine Helden – nicht einmal ein "schriftstellerisches Vorbild", erzählt er im Podcast "Der 8. Tag" mit Alev Doğan. Seine letzte "Heldengeschichte", die Suter über Fußballspieler Bastian Schweinsteiger geschrieben hat, zeichne sich auch durch eine gewisse Unbekümmertheit aus: Schweinsteiger habe sich nie Gedanken gemacht, wie er "am besten ankomme".
thepioneer.de (30-Min-Podcast), turi2.de (Background)

Porträt: Schlagfertigkeitstrainerin Nicole Staudinger.

Lässt sich nicht unterkriegen: Mit dem Planen hat Nicole Staudinger aufgehört. Ihren Beruf als Schlagfertigkeitstrainerin hat sie selbst erfunden. Um zu tun, was immer ihr Traum war: Auf der Bühne stehen und Menschen unterhalten. "Ich befinde mich ständig auf Umwegen", sagt sie, "und besteige die Berge dann, wenn sie da sind".

Einen gewaltigen Berg hat sie bereits erklimmen müssen: Die zweifache Mutter macht sich 2014 als Trainerin selbstständig – kurz darauf wird bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Noch während der Chemo beginnt sie mit dem Schreiben. "Brüste umständehalber abzugeben" wird ein Bestseller. Inzwischen sind sechs weitere Bücher von ihr erschienen. Staudinger hält Seminare und Vorträge über Schlagfertigkeit, Resilienz und Frauen in Führungspositionen. Sie spricht auch über ihre Erkrankung. Einen Unterschied zwischen Arbeit und Freizeit gibt es für sie nicht mehr: "Das ist für mich alles Lebenszeit."

Dass sie im Job für alles selbst verantwortlich ist, sei das Beste, aber auch das Schlimmste daran. Auch eine "Schlagfertigkeitsqueen" kennt Selbstkritik: Sie würde sich selbst gerne weniger wichtig nehmen. "Und meinen Drang zum Kurzeuphorischen gezielter einsetzen."

Nicole Staudinger
Geb. 1982 in Köln
2005: Als ausgebildete Verlagskauffrau Anzeigenleiterin für Magazin-Verlage
2014: Zertifizierte Trainerin, Firmengründung, Krebsdiagnose
2015: Erstes Buch: "Brüste umständehalber abzugeben"
2020: Gründung der "AKADEme" für Frauen, Podcast "Scheiter Heiter"
2022: Siebte Buchveröffentlichung: "Leicht gesagt"


(Foto: Stefan Neumann)

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper:

Porträt: Carl Achleitner, Trauerredner, Schauspieler und Autor.

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens: Mehr als 100 Filmproduktionen und über 3.000 Trauerreden – die Homepage von Carl Achleitner ist zweigeteilt. Links ist er Schauspieler, rechts Trauerredner. Das war nicht immer so. Achleitner wird streng katholisch erzogen, stottert und hat Schwierigkeiten in der Schule. Mit 15 Jahren geht er bei einem Linzer Theaterrestaurant als Koch und Kellner in die Lehre. Währenddessen packt ihn das Schauspielfieber. 1985 beginnt er seine Schauspielausbildung, zunächst in Zürich, später in New York.

Von Theater, Filmset und TV-Ruhm bis hin zu Monaten mit schlafraubenden Existenzängsten – Achleitner begegnet nicht nur den schönen Seiten der Branche. Der frischgebackene Vater zweifelt an "der nachhaltigen Sinnhaftigkeit seines Lebensentwurfes". Als seine Frau Ann-Birgit ihm den Beruf des Trauerredners vorschlägt, ist er zunächst mehr als skeptisch. "Kann ich das? Will ich das? Mich täglich mit dem Tod befassen, wo das Leben doch so schön ist?"

Trauer hat, wie die Schauspielerei, viele Gesichter: Leugnung, Verzweiflung, Wut, Unbeholfenheit, Dankbarkeit, Liebe – Carl Achleitner kennt sie alle. Er will Trauernden zur Seite stehen und ihnen mit Empathie begegnen. Dabei helfen auch Humor und Leichtigkeit. "Alles, was ich als Trauerredner für die Arbeit brauche, bin: Ich. Das aber ganz", lässt er wissen. Sein Beruf beanspruche die emotionale, mentale, intellektuelle und körperliche Ebene. Und gelegentlich auch die Nerven: "Ich habe gefühlte 2.000 Mal Andreas Gabaliers ‚Amoi sehn wir uns wieder‘ gehört. Das ist hart".

Achleitner will, dass sich die Trauernden nach seiner Rede ein wenig besser fühlen. Er möchte die Hinterbliebenen tröstend in ihr Leben zurückbegleiten und idealerweise "auch unsympathische Verstorbene oder Hinterbliebene zufriedenstellen". Damit habe er seine Berufung gefunden. Zwischen Filmset, Friedhof und Familie spielt in Carl Achleitners Leben die Liebe die Hauptrolle. Sie ist es schließlich, um die er die meisten seiner Reden aufbaut. "Ob das die Welt ein bisschen besser macht? Ich hoffe doch."

3 Karriere-Tipps von Carl Achleitner:
1. Cherish your fails. In Zeiten des Misserfolgs lernt man sich selbst und vor allem sein Umfeld kennen. Man weiß danach, wo seine Freunde sind.
2. Wünschen hilft. Sich Ziele zu setzen und diese mit aller Power anzustreben, ist sicher eine Option. Sich gelegentlich mal treiben zu lassen und zu schauen, was das Leben einem zufallen lässt, ist aber erfahrungsgemäß auch ein Weg.
3. Du musst keine Angst haben. Oder auf gut Wienerisch: Scheiß Dir nix, gönn Dir was.

Carl Achleitner
Geb. 1963 in Grieskirchen, Oberösterreich
1979: Ausbildung zum Koch und Kellner in einem Linzer Theaterrestaurant
1985: Schauspielausbildung, zunächst in Zürich, später in New York
2012: Beginn der Karriere als Trauerredner
2020: Buchveröffentlichung: "Das Geheimnis eines guten Lebens – Erkenntnisse eines Trauerredners


(Foto: Stefan Knittel)

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper: