Buchmesse: Jasmina Kuhnke sagt Teilnahme ab – wegen Nähe zu rechtsextremem Verlag.

Richtungs-Entscheidung: Autorin Jasmina Kuhnke, bei Twitter bekannt als Quattromilf, sagt ihre Teilnahme bei der Buchmesse in Frankfurt ab. Sie sollte als Überraschungsgast der ARD ihr Buch "Schwarzes Herz" vorstellen. Bei Twitter teilt sie mit, dass sie wegen der räumlichen Nähe der Bühne zu einem rechtsextremen Verlag absagt. Anders als die Veranstalter der Buchmesse sieht sie die Präsenz des Verlags nicht als Teil der Meinungsfreiheit. Es sei für sie "absehbar", dass neben dem Verlag und dessen Autorinnen auch "weitere Rechtsextreme die Messe besuchen werden, was die Gefahr für mich persönlich unübersehbar gegenwärtig macht".
twitter.com

Papier-Knappheit bereitet Verlagen Produktionssorgen vor Weihnachten.

Wert-Papier: Die Buch-Branche fürchtet um ihr Weihnachtsgeschäft wegen wachsender Papier-Knappheit. Grund ist der Preisanstieg für Zellstoff von bis zu 100 % und der Mangel an Altpapier – in der Krise wurden, auch wegen sinkender Anzeigen-Buchungen, weniger Zeitungen gedruckt. "Wenn der jetzige Bestand verkauft sein wird, kommt erst nächstes Jahr Nachschub", sagt Jonathan Beck, Verlagschef von C.H. Beck, dem "Handelsblatt".
spiegel.de, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Dirk Roßmann hebelt mit sehr viel Geld den Buchmarkt aus.

Lese-Tipp: Der Erfolg des Romans "Der neunte Arm des Oktopus" von Dirk Roßmann ist zum großen Teil auf den Wettbewerbs­vorteil des Drogerie­unternehmers zurückzuführen, analysiert die "Wirtschafts­woche". Er habe nicht nur eine "ganze Fußball­mannschaft" an Autorinnen engagiert, sondern auch den Umstand der geschlossenen Buchläden während der Pandemie nutzen können.
wiwo.de

150 Schriftstellerinnen wehren sich gegen E-Book-Verleih “nahe am Nulltarif”.

Zeilen-Inflation: Rund 150 Schriftstellerinnen, darunter Thea Dorn (Foto), Juli Zeh und Frank Schätzing, sprechen sich in einem gemeinsamen Appell gegen die Praxis aus, mit der öffentliche Bibliotheken in Deutschland E-Books verleihen. "Fair lesen" schaltet am Wochenende in "FAZ" und "Süddeutscher Zeitung" doppelseitige Anzeigen, die auf das "wirtschaftliche Desaster für alle, die vom Kulturgut Buch leben", aufmerksam machen sollen. Laut Verlagen leihen bis zu 50 % aller E-Book-Leserinnen die Werke gegen geringe Gebühren über öffentliche Bibliotheken. Autorin Zeh warnt vor einem "Flatrate-Denken".
"Spiegel" 46/2021, S. 127 (Paid)

Sebastian Fitzek wird “Riverboat”-Moderator.

RBB-Thriller: Bestseller-Autor Sebastian Fitzek heuert als Moderator der TV-Show Riverboat an, berichtet der "Tagesspiegel". Konkret soll Fitzek gemeinsam mit der bisherigen Moderatorin Kim Fisher den Ableger "Riverboat Berlin" präsentieren, der vom RBB produziert und am 15. Oktober zum ersten Mal ausgestrahlt wird. Bei den vom MDR produzierten Sendungen aus Leipzig bleibt es beim Moderations-Duo Fisher und Jörg Kachelmann.
tagesspiegel.de, rnd.de, turi2.de (Background)

Oliver Wurm bringt ein Gedicht-Magazin an den Kiosk.

Lyrischer Lesestoff: Selfmade-Verleger Oliver Wurm bringt morgen das Magazin Dreizehn +13 Gedichte heraus, das auf 148 Seiten 13 klassische Werke und ebenso viele zeitgenössische Gedichte enthält. Autorin und Schauspielerin Katharina Pütter hat zu jedem der Klassiker einen essayistischen Kommentar geschrieben und die Gedichte eingelesen. Die Inspiration für das Projekt habe Wurm von Altkanzler Gerhard Schröder bekommen, der bei Instagram Rilke vorgetragen hat. Das Magazin mit 20.000 Auflage für 10 Euro soll zweimal im Jahr erscheinen. Wurm hat bereits erfolgreich das Neue Testament und das Grundgesetz in Magazin-Form gegossen.
kress.de, fussballgold.myshopify.com (Heft-Bestellung)

Übermedien wirft Bertelsmann Verfälschung der Firmengeschichte vor.

Bertelsmann: Übermedien wirft dem Medienkonzern vor, die Rolle von Reinhard Mohn bei der Aufklärung der Nazi-Vergangenheit des Unternehmens zu verfälschen. Die Biografie "Reinhard Mohn. Ein Jahrhundertunternehmer" stilisiere den verstorbenen Patriarchen zum "Oberaufklärer", der die Aufdeckung der Legende vom "Widerstandsverlag" 1998 mit vorangetrieben habe, dabei sei das Gegenteil der Fall gewesen. Autor Thomas Schuler zitiert u.a. den damaligen CEO Thomas Middelhoff, der für sich in Anspruch nimmt, die Aufarbeitung gegen den Widerstand von Mohn durchgesetzt zu haben. Der Historiker Joachim Scholtyseck, Autor der neuen Mohn-Biografie, widerspricht dem Vorwurf.
uebermedien.de (Paid)

Zitat: Cornelia Funke nutzt das Geld aus schlechten Verfilmungen für gute Projekte.

"Wenn ich Filmrechte verkaufe, habe ich meist wenig Hoffnung, dass das Ergebnis mir gefallen wird. 'Drachenreiter' war das bislang schlimmste Beispiel.

Kinderbuch-Autorin Cornelia Funke sagt im "stern"-Interview, dass sie das Geld für Filmrechte ihrer Bücher nutzt, "um viele Projekte zu unterstützen, die viel wichtiger sind als eine schlechte Verfilmung".
"stern" 34/2021, S. 52-56 (Paid)

“Spiegel” findet im Laschet-Buch weitere ungekennzeichnete Textübernahmen.

Lasche Quellenangabe: Der "Spiegel" findet im Buch "Die Aufsteigerrepublik" von Armin Laschet vier weitere Passagen, die Laschet ohne korrekte Kenn­zeichnung aus anderen Quellen übernommen hat. Problematisch sind zwei Sätze aus einem "FAZ"-Beitrag von Salomon Korn, ehemals Vize­präsident des Zentral­rats der Juden, ein Satz des früheren EU-Innen­kommissars Franco Frattini sowie Text­fragmente aus zwei Wikipedia-Artikeln.
spiegel.de (Paid)

Plagiatsjäger Weber kann Laschet doch nicht entlasten.

Doch kein Freispruch: Plagiatsjäger Stefan Weber gibt Armin Laschet für sein Buch "Die Aufsteigerrepublik" doch kein grünes Licht. Webers Einschätzung habe sich nach einem Leserfund "beträchtlich" geändert. Im entsprechenden Textabschnitt habe Laschet eine halbe Seite vom früheren bayerischen Kultusminister Hans Maier ohne Kennzeichnung übernommen.
welt.de, t-online.de, turi2.de (Background)

Plagiatsjäger Weber spricht Laschet frei.


Erteilt Absolution: Baerbock-Buch-Filettierer Stefan Weber bescheinigt Armin Laschet für sein Buch "Die Aufsteigerrepublik" im Eiltempo eine weiße Weste. Seine Durchsuchung des Werks von 2009 mit einer Software habe "keine weiteren Plagiate" offenbart. Laschet hatte am Freitag einen Fehler im Buch eingeräumt und um Verzeihung gebeten.

Weber meint, die Stelle sei "der Debatte (noch) nicht wert", sie verwässere "eher das Problem". Er habe "ähnliche minimale Stellen" in Robert Habecks Buch gefunden, das ebenfalls keine Plagiate enthalte. Annalena Baerbocks Werk stelle "quantitativ und qualitativ hingegen ein völlig anderes Gewicht" dar. Weber hatte seine Baerbock-Funde stückweise veröffentlicht.
plagiatsgutachten.com via spiegel.de, turi2.de (Background)

Meinung: Ein Wahlkampf voller Entschuldigungen.

Sorry, Leute: Annalena Baerbock und Armin Laschet üben sich im Wahlkampf im Entschuldigen, beobachtet Jean Mikhail in der "Welt". Während Baerbock regelmäßig reflektiert und bei Plagiatsvorwürfen und den Gebrauch des N-Wortes um Verzeihung bittet, rundert Laschet nur nach seinem Lachen während der Hochwasser-Gedenkstunde zurück. Lediglich Olaf Scholz bleibt im Wahlkampf noch außen vor: Seine letzte öffentliche Entschuldigung lieferte er 2017 ab.
welt.de, turi2.de (Entschuldigung Baerbock) turi2.de (Entschuldigung Laschet)

Basta: Barack Obama und Bruce Springsteen veröffentlichen ihren Podcast als Buch.

Ausgedruckter Podcast: Ex-US-Präsident Barack Obama und Sänger Bruce Springsteen bringen das gemeinsame Buch "Renegades" raus, das auf ihrem gleichnamigen Spotify-Podcast basiert. Das Buch erscheint im Oktober und thematisiert die USA, Arbeit und Familie. Vermutlich zieht die deutsche Podcast-Szene bald nach und bringt die zukünftigen Klassiker "Fest und Lesig" oder "Gedrucktes Hack" in die Läden.
boersenblatt.net, spiegel.de, turi2.de (Background)

Debatte: Dennis Scheck erntet Kritik für literarische Verriss-Reihe.

Anti-Kanon: SWR-Literaturkritiker Dennis Scheck (Foto) verreißt in einer Video-Reihe die in seinen Augen "schlechtesten Bücher der Weltgeschichte". Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs wirft ihm "Effekthascherei auf schwachem Niveau" vor und fragt sich, wie es passieren konnte, dass der SWR ein solches Format absegnet. In der Kritik steht u.a. ein Blitz, der die Bücher ins Jenseits befördert und Assoziationen zur Bücherverbrennung hervorruft. SWR-Literatur­chef Frank Hertweck argumentiert, es gehe um "verschiedene Kriterien des Misslungenen", wobei sich "leider die alte Weisheit" bestätige, dass "Ironie und Fernsehen" nicht zusammen funktionieren.
boersenblatt.net (Schmidt-Friderichs), boersenblatt.net (Hertweck)

Prinz Harry kündigt “intime” Memoiren an.

Royaler Report: Prinz Harry will seine Memoiren mit "intimen und herzlichen" Details aus seinem Leben veröffentlichen, kündigt Bertelsmann Buch-Verlag Penguin Random House an. Der Herzog von Sussex schreibe "nicht als der Prinz, als der ich geboren wurde, sondern als der Mann, der ich geworden bin", zitiert ihn der Verlag. Das Werk soll Ende 2022 erscheinen. Laut des US-Magazins Page Six soll er 20 Mio Dollar Vorschuss bekommen haben.
focus.de, bild.de, pagesix.com

Nachspiel: Bischöfe entscheiden nicht mehr beim Kinder- und Jugendbuchpreis mit.

Bye, Bischof: Der Katholische Kinder- und Jugend­buch­preis ist künftig nicht mehr auf die Zustimmung der Bischofs­konferenz angewiesen. Das Veto der Kirchen­vertreter bei der Vergabe des letzten Preises an das Buch Papierklavier, in dem u.a. Transsexualität eine Rolle spielt, hatte hohe Wellen geschlagen. Nach einem Beschluss der Konferenz ist nun nur noch die Jury für die Auszeichnung zuständig.
sueddeutsche.de via spiegel.de, turi2.de (Background)

Sheera Frenkel und Cecilia Kang veröffentlichen Enthüllungsbuch über Facebook.

Gesichtsbuch: Sheera Frenkel (Foto) und Cecilia Kang veröffentlichen das Buch Inside Facebook, um über die Schattenseiten des Konzerns aufzuklären. Dafür haben die Autorinnen, die auch Reporterinnen für die "New York Times" sind, Gespräche mit mehr als 400 Facebook-Angestellten geführt. Frenkel und Kang würden trotzdem nicht erwarten, dass Userinnen aufgrund der Vorkommnisse wie Datenskandalen ihr Profil löschen, sagen sie im T-Online-Interview mit Jan Mölleken.
t-online.de

Co-Autor von Baerbocks Buch weist die Plagiatsvorwürfe zurück.


Zieht sich aus der Affäre: Die Plagiatsvorwürfe gegen das Buch von Annalena Baerbock sind "scheinheilig", schreibt Co-Autor Michael Ebmeyer bei Facebook. Das Buch sei kein Fachbuch, sondern "eine Darlegung der Agenda, mit der die Kandidatin antritt" und einen Überblick über ihre politischen Vorhaben schafft. Er widerspricht der Darstellung, dass es ein Zerwürfnis zwischen ihm und Baerbock gegeben habe, sagt aber auch: "An der Endfassung war ich nicht beteiligt." Ebmeyer definiert seine Rolle als die eines "Geburtshelfers".

Zuvor hatte bereits der Ullsteinverlag, bei dem das Baerbock-Buch erschienen ist, ein Statement zur Entstehung abgegeben. Demnach hat Ebmeyer im vergangenen Winter ausführliche Interviews mit Baerbock geführt, auf deren Textgrundlage Baerbock das Buch geschrieben hat.
facebook.com (Statement Ebmeyer), tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Miriam Meckel liest “zum Teil manisch”, aber keine Management-Bücher.

Hör-Tipp: "Wenn es mich interessiert, dann lese ich zum Teil manisch", erzählt Miriam Meckel (Foto) im Podcast "Team A" von Antonia Götsch und Astrid Maier. Klassische Management-Bücher lese sie in der Regel nicht als Buch, sondern eher in der Zusammen­fassung. Die "Ada"-Gründerin plaudert auch über ihre Lesetipps für den Sommer – z.B. Kazuo Ishiguros Klara und die Sonne.
manager-magazin.de (37-Min-Audio)

Meinung: Politikerinnen schreiben Bücher, um endlich mal auszureden.

Politische Literaten: Politikerinnen schreiben deshalb gerne Bücher, weil sie "endlich einmal ausreden" können und sich nicht kurz fassen müssen, schreibt Friederike Haupt über die Beweggründe. "Niemand unterbricht sie, niemand schreibt seine eigene Meinung darunter wie unter ein Facebook-Posting." Auch für Verlage sei das Politiker-Buch lukrativ: Die Autorinnen verlangen keine hohen Vorschüsse, bringen aber eine große Öffentlichkeit mit. Die Produktion sei günstig, eine Übersetzung nicht nötig.
faz.net (Paid)

WDR zieht Buchtipps von Christine Westermann im TV den Stecker.


Ausge-Bucht: Der WDR streicht die Buchtipps von Moderatorin Christine Westermann aus dem Programm, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Einmal im Monat hatte Westermann in der Fünf-Minuten-Rubrik innerhalb des Magazins Frau TV bisher jeweils zwei Bücher vorgestellt. Damit geht es nach der Sommerpause nicht weiter, bestätigt der Sender. Eine Zuschauer­befragung habe ergeben, dass die Mehrheit der Teilnehmenden kein Interesse an Büchern habe, sagt Westermann, genaue Ergebnisse kenne sie jedoch nicht. Trotz der überschaubaren Sendezeit haben Westermanns Worte Gewicht: Ihre Empfehlungen schaffen es regelmäßig in die Bestseller-Listen.

Für kleine Verlage und Autorinnen unter dem Radar der klassischen Literaturkritik kann eine Erwähnung von Westermann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Kerstin Gleba, Verlegerin von Kiepenheuer & Witsch, wo auch Westermanns Bücher erscheinen, nennt die Einstellung der TV-Rubrik eine "sehr schlechte Nachricht". Der "Süddeutschen" sagt sie: "Eine so wichtige Botschafterin des Buches jetzt vom Spielfeld des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zu nehmen, finde ich skandalös." Im Radio bleibt Westermann bei WDR2 und WDR3 aktiv und kündigt an, ihre Buchtipps künftig "eben woanders" zu machen. Zuletzt hatte im Dezember der NDR unter Protesten sein Bücherjournal im TV eingestellt. (Archivfoto: WDR/Linda Meiers)
sueddeutsche.de, dwdl.de

Think Tank erteilt Annalena Baerbock Abschreibe-Erlaubnis.

Abschreiben erwünscht: Die Umwelt-Denkfabrik Agora Energiewende gibt Annalena Baerbock Schützen­hilfe – und freut sich, dass die grüne Kanzler­kandidatin in ihrem Buch Passagen aus einer Studie wörtlich übernommen hat. Derweil legt "Bild" mit Plagiats­vorwürfen nach: Sogar selbst erlebte Reisen und Besuche habe Baerbock bei anderen Quellen abgekupfert.
handelsblatt.com, agora-energiewende.de, bild.de

“Bild”: Annalena Baerbock hat auch bei Joschka Fischer abgeschrieben.

Nächste Runde in der Plagiatsaffäre: Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat auch Stellen von einem "NZZ"-Interview mit Ex-Außenminister Joschka Fischer übernommen, schreiben Filipp Piatov und Sebastian Geisler in der "Bild". Darin geht es um die Gaspipeline Nord Stream 2 und Deutschlands Rolle in Europa. Auch aus der Zeitschrift Internationale Politik habe Baerbock Passagen übernommen. Den Funke-Zeitungen und dem französischen Blatt "Ouest-France" sagte Baerbock, sie habe sehr bewusst auf "Fakten aus öffentlichen Quellen" zurückgegriffen: "Niemand schreibt ein Buch allein. Es sind nicht nur viele Ideen eingeflossen, ich habe dankenswerterweise auch Unterstützung bekommen."
bild.de, morgenpost.de (Baerbock-Interview, Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Rainer Dresen sieht sich die Plagiatsvorwürfe gegen Baerbock genauer an.

Lese-Tipp: Rechtsanwalt und Autor Rainer Dresen wertet in seiner Urheberrechts-Kolumne die Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock aus. Er stellt klar, dass "niemand ein Copyright auf Fakten hat", merkt aber an, dass es darauf ankommen könne, welche Formulierung beim Erläutern der Fakten verwendet werde. Dass der Plagiatsjägers Weber dem Ullstein-Verlag jetzt u.a. "Schlamperei" vorwerfe, dürfte "der Komplexität der Situation" nicht gerecht werden, schreibt Dresen.
buchmarkt.de, turi2.de (Background)

T-Online: Plagiatsjäger wurden auf Baerbock angesetzt.


Politthriller: Die Plagiatsjäger, die derzeit das Buch "Jetzt" von Annalena Baerbock auseinandernehmen, wurden offenbar gezielt auf die Grünen-Kanzlerkandidatin angesetzt, recherchieren Lars Wienand und Jonas Mueller-Töwe bei T-Online. Auch VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder (Foto rechts) sei in Sachen Baerbock angefragt worden, habe den Job aber abgelehnt. Heidingsfelder sagt, er wurde von einem "früheren Sozialdemokraten" kontaktiert, die "kleine Gruppe" auf Jägersuche kommt nach seiner Einschätzung "eher aus dem rechten Lager", sei aber "parteiunabhängig". Plagiatsjäger Stefan Weber hatte betont, er recherchiere "aus Eigeninteresse". Er werkelt indes auch spätnachts noch weiter und wirft Baerbock nun vor u.a. bei Jürgen Trittin abgeschrieben zu haben.

Baerbock absolvierte unterdessen am Donnerstagabend einen eher kuscheligen "Brigitte Live"-Talk in einem Berliner Kino, bei dem sie den Plagiatsvorwürfen widersprach: Sie habe im Buch "deutlich gemacht", dass "ganz viele Ideen von anderen mit eingeflossen" seien. Zudem habe sie "kein Sachbuch oder so geschrieben." Interviewerin Brigitte Huber, Chefredakteurin der "Brigitte", wollte aufgrund der Plagiatsdebatte wissen, ob Baerbock "das Gefühl habe, als Frau stärker angegangen zu werden" – laut "Bild" eine "Steilvorlage" für Baerbock, um zu jammern, laut "Spiegel" ein "Ball, der auf die Torlinie gelegt" wurde.
t-online.de, turi2.de (Background Weber), twitter.com (Weber zu Baerbock/Trittin) bild.de, brigitte.de (Talk), spiegel.de

Lese-Tipp: Gott und Teufel streiten im “Freitag” über “Bild”-Buch.

Lese-Tipp: Michael Angele inszeniert seine Buchkritik über das "Bild"-Buch "Ohne Rücksicht auf Verluste" im "Freitag" als Streitgespräch zwischen Gott und dem Teufel. Der Himmels-Herrscher solidarisiert sich größtenteils mit den Buchinhalten, der Chef des Schattenreichs versucht sich als moderater "Bild"-Apologet und härterer Buch-Kritiker: Er merkt etwa an, dass die Autoren die Null-Toleranz-Haltung der "Bild" beim Thema Antisemitismus meiden.
freitag.de

Autor Dave Eggers will die Hardcover-Ausgabe seines neuen Buches nicht an Amazon liefern.

Amazon-Boykott: Dave Eggers, Autor des Bestsellers The Circle, will die Hardcover-Ausgabe seines neuen Romans "The Every" nur über den unabhängigen Buchhandel verkaufen, nicht über Amazon. "Ich mag keine Tyrannen", begründet Eggers seine Entscheidung. Amazon zu umgehen, sei aber "sehr, sehr schwer". Taschenbuch, E-Book und Hörbuch erscheinen sechs Wochen später - dann auch bei Amazon.
boersenblatt.net, nytimes.com

ARD und ZDF begleiten Leipziger Buchmesse mit Live-Übertragungen.

Leipziger Buchmesse: ARD und ZDF begleiten die weitgehend digitale Bücher-Schau online vom 27. bis 30. Mai mit Lesungen und Talk-Runden. Im Ersten lesen 50 Autorinnen im Livestream, darunter Sophie Passmann (Foto), Mithu Sanyal und Literaturkritiker Denis Scheck. Das ZDF lädt noch einmal fast genauso viele Schreiberinnen zum Gespräch auf's blaue Sofa, wie Thea Dorn und Wolfgang Schäuble. Einige Lesungen in Leipzig können mit Publikum unter freiem Himmel stattfinden.
mdr.de , presseportal.de (ARD), zdf.de

Autorinnen protestieren gegen Nicht-Vergabe des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises.


Ausgegrenzt? 222 Autorinnen und Illustratorinnen von Kinder- und Jugendliteratur kritisieren in einen offenen Brief die abgesagte Vergabe des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte moniert, dass der vorgeschlagene Roman Papierklavier "nicht den Kriterien" entspreche. Im Freundeskreis der Hauptfigur gibt es ein Transgender-Kind. Das sei laut einem Pressesprecher der Bischofskonferenz jedoch nicht der Grund für die Entscheidung. Die Unterzeichnerinnen schreiben, dass sie die "intentionale Ausgrenzung nicht schweigend hinnehmen wollen" und die Begründung der Ablehnung nicht nachvollziehen können.

Zudem zeigen sie sich verärgert darüber, dass Buch ganz von der Empfehlungsliste verschwunden ist. Diesen Umstand kritisieren auch Ralf Schweikart, Vorsitzender des AKJ und Renate Reichstein vom AVJ in einer gemeinsamen Erklärung vom Montag. Sie sprechen von einem "Akt der Bevormundung" und hoffen, dass sich die Katholische Kirche "nicht immer weiter von den Realitäten der Kinder und Jugendlichen entfernt". Die Verbände unterstützen "jede Form von Toleranz und Diversität".
boersenblatt.net (Offener Brief), sueddeutsche.de, boersenblatt.net (Erklärung Verbände), turi2.de (Background)

Berliner Justiz sucht nach Maulwurf im Fall Attila Hildmann.

Attilas Abgang: Die Berliner Justiz sucht einen Maulwurf im Fall Attila Hildmann, recherchieren WDR und "Süddeutsche Zeitung". Der vegane Verschwörungstheoretiker wurde offenbar gewarnt, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt und setzte sich deshalb in die Türkei ab. Während die Justiz eine undichte Stelle in den eigenen Reihen vermutet, behauptet Hildmann, die Polizei habe sich bei seiner Mutter verplappert.
tagesschau.de

Basta: Zu viel Transgender für die katholische Kirche?

Kein Thema für die Katholiken: Die Deutsche Bischofskonferenz setzt die Vergabe ihres Jugendbuchpreises aus – offiziell, weil sie keinen passenden Preisträger findet. Nun wird bekannt: Der Preisvorschlag der Jury hat "nicht den Kriterien" des Buchpreisen entsprochen. Dass es im Buch Papierklavier um ein Transgender-Kind geht, spielt laut dem PR-Arbeiter im Weinberg der Kirchenfürsten überhaupt keine Rolle.
ksta.de, boersenblatt.net (Dementi)

“Bild”-Buch: Wer Julian Reichelt widerspricht, hat es schwer.

Bild: "Man muss parieren – oder unter Julian Reichelt wird das Leben schwer", schreiben die Bildblog-Betreiber Mats Schönauer und Moritz Tschermak in ihrem neuen "Bild"-Buch, aus dem ein erster Text in der "FAS" zu lesen ist. "Dieses Gefallenmüssen oder Gefallenwollen" sei eine der Quellen für "verzerrte Berichterstattung", wird ein Mitglied der Redaktion zitiert. In einem Fall sei ein kompletter Kommentar von der Chefredaktion vorgegeben worden sein, "anschließend sei nach einem Mitarbeiter gesucht worden, der seinen Kopf hinhalten müsse".
"FAS", S. 43 (Paid), turi2.de (Background)

Basta: PR-Philosoph mit Entschuldigungssymptom.

Reuig mit Eigenlob: Philosophenfürst Jürgen Habermas verzichtet nach einem kritischen "Spiegel"-Artikel auf den Sheikh Zayed Book Award aus Abu Dhabi, dessen Schirmherr der mächtige Kronprinz ist. Die enge Verbindung mit dem politischen System habe er sich "nicht hinreichend klar gemacht". Dem Fazit von "Spiegel"-Autor Dietmar Pieper "Gewöhnlich gewinnt, wenn Geist und Macht aufeinander treffen, die Macht" widerspricht Habermas: Er glaube an die aufklärende Macht des kritischen Wortes, die "meine dankenswerterweise ins Arabische übersetzten Bücher" verbreiten.
boersenblatt.net

Annalena Baerbock veröffentlicht ihre Zukunftsvision als Buch bei Ullstein.

Grüne Schrift: Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock veröffentlicht am 14. Juni bei Ullstein ein Buch mit dem Titel "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern". Darin erklärt Baerbock, wie sie Deutschland regieren würde und was das Land ihrer Meinung nach für eine gute Zukunft braucht. Sie will laut Verlag "Mut machen und Vertrauen schaffen in unsere Fähigkeiten als Gesellschaft".
boersenblatt.net