Hör-Tipp: Christian Kallenberg spricht im “Pop Rocky”-Podcast mit Musikgrößen.

Hör-Tipp: Vergangenes Jahr hat Christian Kallenberg das Jugend­magazin "Pop Rocky" wieder­aufleben lassen. Jetzt startet er den dazugehörigen Podcast "Pop Rocky" mit Musik­größen von früher. In der ersten Folge ist Marian Gold, Sänger der Band Alphaville, zu Gast. Dessen Verhältnis zur "Bravo" war damals "gestört", weil die Redaktion nichts von seiner Hochzeit erfahren hatte – "Pop Rocky" aber schon. Aber: Die Ehe war nach sechs Wochen eh schon wieder so gut wie vorbei.
spotify.com (54-Min-Audio) via clap-club.de, turi2.de (Background)

Debatte: Nehmt statt Harry Styles die kritischen Stimmen aus der queeren Community ernst, fordert Isabella Caldart.

Zu oberflächlich? "Es ist Zeit, endlich die kritischen Stimmen aus der queeren Community ernst zu nehmen und aufzuhören, ausgerechnet Harry Styles zur LGBTQ-Ikone zu stilisieren", schreibt Isabella Caldart in der "taz". Immer mehr Stimmen werfen dem Sänger Queer­baiting vor – die vermeintliche Repräsentation von "Queerness", die aber so ober­flächlich bleibt, dass sie nicht abschreckt. Es gebe "coolere queere Celebrities, die es mehr verdient haben".
taz.de

Zahl des Tages: YouTube schüttet 6 Mrd Dollar an die Musik-Branche aus.

Zahl des Tages: Insgesamt 6 Mrd Dollar schüttet YouTube von Juli 2021 bis Ende Juni 2022 an die Musikindustrie aus, 2 Mrd mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Spotify hat im vergangenen Jahr 7 Mrd Dollar an die verschiedenen Song-Rechteinhaber gezahlt, ebenfalls ein Plus von 2 Mrd im Vergleich zu 2020. Bis 2025 will YouTube Spotify als größte Einnahmequelle für Musiker übertrumpfen.
faz.net

ZDF lädt “Layla”-Duo von Silvester-Show aus.

Unerwünscht: Das ZDF lädt das Duo DJ Robin und Schürze von seiner Silvester-Show "Willkommen 2023" aus, berichtet "Bild". Demnach hätten die Interpreten des umstrittenen Songs "Layla" um 0.30 Uhr am Brandenburger Tor auftreten sollen, auch die Gage sei bereits verhandelt worden. Das ZDF war in die Kritik geraten, weil die Musiker mit dem Song im ZDF-Fernseh­garten aufgetreten waren.
bild.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Judith Holofernes erzählt, wie ihr Patreon bei ihrer Arbeit als freie Künstlerin hilft.

Hör-Tipp: "Leute, denen Musik etwas in ihrem Leben bedeutet, wissen oft gar nicht mehr, wie sie diese Bedeutung übersetzen sollen", sagt die Musikerin und Podcasterin Judith Holofernes im WDR5-"Tischgespräch". Unter anderem hilft ihr die Plattform Patreon dabei, als freie Künstlerin arbeiten zu können. User können dort monatlich kleine Summen spenden. Geeignet sei das aber eher für Menschen, "die sich sehr eng damit verbunden fühlen, was man macht". Druck von außen, etwa durch Plattenfirmen, entfällt dadurch: Mit den Patreon-Einnahmen habe sie sich u.a. eine Assistentin anstelle eines Managements leisten können, was "für mich und meine Seelenruhe wahnsinnig wichtig war".
open.spotify.com (54-Min-Audio)

Basta: Die Ärzte spielen ihren Song “Elke” nicht mehr.

Ärzte ohne Ausgrenzen: Die Punkrock-Band Die Ärzte distanziert sich von ihrem Song Elke aus dem Jahr 1988, der eine fiktive Liebes­geschichte zwischen Sänger Farin Urlaub und einem über­gewichtigen Fan thematisiert. "'Elke' ist fatshaming und misogyn. So was spielen wir nicht mehr", entgegnet Urlaub dem Wunsch des Publikums bei einem Konzert in Berlin. Mit dem Ende des 9-Euro-Tickets wird wohl auch Westerland unspielbar.
bz-berlin.de

Basta: Die Ärzte müssen wegen eines Unwetters ein Konzert absagen.

Kein Lied für dich: Die Ärzte mussten ihr für Freitagabend geplantes Konzert auf dem Tempelhofer Feld in Berlin kurzfristig absagen. Es fiel wegen eines aufziehenden Unwetters buchstäblich ins Wasser – aus Sicherheitsgründen. An den Terminen am Samstag und Sonntag hält der Veranstalter vorerst fest. Sollte es dann auch nicht klappen, scheint bewiesen zu sein: Gewitter sind Schweine.
bild.de, bademeister.com

Basta: Janet Jackson bringt Festplatten zum Abstürzen.

Rhythm is a Danger: Der Song "Rhythm Nation" von Janet Jackson bringt die Festplatten verschiedener Laptops zum Abstürzen, stellen Programmierer fest. Der Breakdown erfolgt sogar, wenn das Lied nur in der Nähe eines anfälligen Notebooks abgespielt wird – Grund ist eine bestimmte Resonanzfrequenz, die den PC-Betrieb stört. Wer Janets Hit also hören will, tut das auf eigene Gefahr.
sueddeutsche.de, stern.de

Lese-Tipp: Über die Nachhaltigkeits-Bilanz von CDs und Musik-Streaming.

Lese-Tipp: Zum 40. Geburtstag der CD blickt die "Tagesschau" auf die schlechte Umweltbilanz des altgedienten Formats – und die Unterschiede zum Streaming, wo der hohe Stromverbrauch auf Servern ein Problem ist. Wenn man ein Lied in Dauerschleife hört, sei es mit Blick auf die Ressourcen "besser, wenn ich es herunterlade", erklärt Wolfgang Scheremet vom Umweltbundesamt.
tagesschau.de

“Bild” wittert Vetternwirtschaft bei NDR-Musikberater, der NDR widerspricht.

Melodien für Moneten: "Bild" wittert beim NDR den nächsten Fall von Vettern­wirtschaft in der ARD. Musik­berater Dieter Petereit, Lebens­gefährte der Hamburger Landes­funkhaus-Direktorin Sabine Rossbach, soll von NDR 1 Niedersachsen bis zu 50.000 Euro Honorar pro Jahr bekommen. Der NDR stellt klar: Die Beziehung war dem Sender bekannt, Rossbach habe den Auftrag jedoch nicht vermittelt, den Vertrag mit Petereit habe das Landes­funkhaus Nieder­sachsen geschlossen. Dennoch will der NDR Aufträge mit "persönlichen Beziehungen zu Mit­gliedern der Geschäfts­leitung" künftig "noch sensibler behandeln".
bild.de (Paid), ndr.de (Reaktion)

Zahl des Tages: Olivia Newton-John stürmt nach ihrem Tod die Charts.

Zahl des Tages: Um 614 % sind die Abrufe der Songs von Olivia Newton-John in der Woche ihres Todes gestiegen, errechnet der Marktforscher Luminate Data. Die Sängerin war am 8. August an ihrem Krebs­leiden gestorben, bis 11. August wuchs die Zahl der Audio- und Video-Streams ihrer Titel in den USA von 1,6 Mio in der Vorwoche auf rund 11,3 Mio. Die Zahl der Radio­einsätze bei US-Sendern stieg gar um 1.481 % auf mehr als 6 Mio Plays.
variety.com via teleschau.de, turi2.de (Background)

RTL Deutschland bringt Musik-Streaming-Angebot RTL+ Musik an den Start.

Lauscher auf: RTL Deutschland startet ab morgen das Angebot RTL+ Musik in Kooperation mit dem Musik-Streamer Deezer. Damit soll es Zugriff auf 90 Mio Songs und alle gängigen Kataloge geben. Das Musik-Angebot ist Teil des Pakets RTL+ Max, das auch die Video-Streaming-Inhalte des Unternehmens umfasst. Zum Start kostet es 9,99 Euro, nach 6 Monaten dann 12,99 Euro. Podcasts und Hörbücher sollen künftig auch verfügbar sein.
dwdl.de

SWR-Jugendradio Das Ding wird “durchhörbarer”.

SWR macht sein junges Radioprogramm Das Ding ab Montag tagsüber "durchhörbarer". Der Sender reagiert damit auf "veränderte Hör­gewohn­heiten" der Ziel­gruppe. "An Tagen, an denen wenig los ist, können sich unsere Moderator:innen auch mal etwas zurück­halten", sagt Programm­chefin Mira Seidel. Musikalische und inhaltliche "Kanten und Spitzen" sowie Newcomer bekommen dafür abends mehr Sende­zeit. Am Sonntag­abend um 21 Uhr ist im Radio­programm künftig Platz für Podcasts wie z.B. Njette Mädchen.
presseportal.de

Berliner Musiker wirft Robin Schulz Song-Klau vor.

Abgekupfert? Der Berliner Newcomer Southstar wirft dem Star-DJ Robin Schulz (Foto) Ideenklau vor. "Robin Schulz hat meinen Song 'Miss You', den ich vor über einem Monat gedroppt habe, geklaut", schreibt Southstar in einer mittlerweile gelöschten Instagram-Story. Das Musikmagazin "Diffus" vermutet eine missglückte Absprache der Labels von Schulz (Warner) und Southstar (Sony).
watson.de, diffusmag.de, youtube.com (Southstar, 3-Min-Clip), youtube.com (Robin Schulz, 3-Min-Clip)

Hör-Tipp: TikTok demokratisiert das Musik-Business, sagen Rebecca Rodrian und Benedikt Wiehle.

Hör-Tipp: Im "SWR3 Report" sprechen Rebecca Rodrian und Benedikt Wiehle über die "magischen 15 Sekunden", die ein Lied zu einem TikTok-Hit machen. Oft wird Musik mittlerweile so geschrieben, dass sie in der App funktioniert, und viele Musikerinnen werden durch die Kurzvideos überhaupt erst bekannt. Das sorgt dafür, "dass dieses ganze Musik-Business ein bisschen demokratisiert wird", sagt Wiehle.
ardaudiothek.de (31-Min-Audio)

Hör-Tipp: Markus Kavka erzählt, wie die Band Visage sein Leben verändert hat.

Hör-Tipp: "Ich war immer ein totales Kind des Radios. Das war mein Tor zur Welt", sagt Pop­kultur-Legende Markus Kavka im "Zeit"-Podcast "Und was machst du am Wochenende?". Durch das Medium habe sich nach und nach sein Musik­gemacht herausgebildet. Mit 14 habe der ehemalige MTV-Moderator mit dem Song Fade to Grey von Visage den "totalen Erweckungs­moment" gehabt. Als er dann noch das Video dazu sah, habe er gedacht: "Das ist Musik, die nur für mich gemacht ist und ich will auch genau so aussehen." Später sei die Musik dann "immer düsterer" geworden.
zeit.de (55-Min-Video)

Debatte: Igor Levit verteidigt Claudia Roth im Documenta-Streit.

Springt in die Bresche: Star-Pianist Igor Levit findet es "ekelhaft", dass Kultur­staats­ministerin Claudia Roth im Documenta-Streit unterstellt wird, sie sei im Kampf gegen Anti­semitismus nicht eindeutig. "Judenhass ist Menschen­hass. Was dieses Prinzip angeht, ist Claudia Roth die mensch­gewordene Eindeutigkeit", sagt er dem "Spiegel". Er vermutet, dass deshalb Roth angegriffen wird, weil sie "eine der letzten Vertreterinnen der Generation Multikulti" sei.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Universal Music kann Umsatz steigern, das Download­geschäft schrumpft.

Universal Music steigert seinen Umsatz im zweiten Quartal auf 2,5 Mrd Euro, das sind 17,3 % mehr als im Vorjahr. Die Erlöse aus Musikvermarktung, Abogebühren von Streamingdiensten und werbe­finanzierten Streaming steigen. Auch der Verkauf von physischen Tonträgern, besonders Schallplatten, wächst um 17,4 % auf 303 Mio Euro. Das Downloadgeschäft schrumpft um fast 13 % auf 69 Mio Euro.
faz.net

Zahl des Tages: Spotify macht 125 Mio Euro Verlust, gewinnt aber Kunden dazu.

SpotifyZahl des Tages: Rund 125 Mio Euro Verlust macht Spotify im 2. Quartal – nach einem Gewinn von 131 Mio Euro im Vorjahr. Grund dafür sind vor allem um 40 % gestiegene Marketing-Kosten von 391 Mio Euro. Bei den Hörer-Zahlen legt der Audio-Dienst zu: Im Vergleich zum Vorquartal wächst die Zahl der monatlich aktiven Usern von 422 auf 433 Mio, um 6 Mio auf 188 Mio steigt die Anzahl der zahlenden Kundschaft.
meedia.de

Basta: Mike Krüger wünscht sich mehr “Blödel-Musik”.

Hat ein Näschen für Musik: Als Reaktion auf die Layla-Debatte plädiert Mike Krüger in der "Bild" für mehr "Blödel-Musik". Wenn man das Radio einschalte, brauche es wieder den Moment, mit dem Auto eine Vollbremsung machen zu müssen, sagt Krüger: "Nicht, weil da einer sitzt, der festklebt, sondern weil Du Dir sonst in die Hose machst vor lauter Blödsinn." Dabei bietet das Formatradio mit Dudel-Musik, geheimnisvollen Geräuschen und der Seitenbacher-Werbung doch schon an sich genug Blödsinn.
bild.de

Facebook beteiligt Video-Creator an Musiklizenz-Einnahmen.

Moneten mit Musik: Facebook startet das neue Monetarisierungs-Feature "Music Revenue Sharing", mit dem Video-Ersteller künftig 20 % der Einnahmen aus Musiklizenzen erhalten. Voraussetzung ist, dass das Musikstück 60 Sekunden oder länger im Clip zum Einsatz kommt. Weitere, von Meta nicht näher definierte, Anteile gehen an die jeweiligen Musik-Rechteinhaber und den Konzern selbst.
about.fb.com, deraktionaer.de

Debatte: Die “Layla”-Debatte betrifft auch andere Musikgenres, schreibt Elena Witzeck.

Sexistischer Schlager? Die wochenlange Debatte um den Schlager "Layla" betrifft auch andere Genre, schreibt "FAZ"-Redakteurin Elena Witzeck. Das Argument, im Hip-Hop sei alles schlimmer, bewirke in der Diskussion nichts. Vielmehr sei "die Kenntnis von Text und Kontext" unerlässlich, um darüber zu entscheiden, was in der Musik "sexy und was verwerflich" ist.
faz.net

Debatte: Die Debatte um den Song “Layla” unterwandert das Grundgesetz, findet dessen Produzent.

Problematische "Puffmama": Die "Layla"-Debatte fühlt sich an wie ein Sommerlochthema, erweist sich aber auf den zweiten Blick als gefährlich, schreibt Matthias Distel aka Ikke Hüftgold, Produzent des umstrittenen Ballermannhits, in einem Gastbeitrag in der "Zeit". Das Verbot sei ein gefährlicher Versuch, das zu unterwandern, "was uns als plurale Gesellschaft ausmacht" und unterwandere auch das Grundgesetz. Als sexistisch sieht Distel sein Lied nicht: Die Frau sei ein wunderschönes Vorbild für wunderschöne Kunst, und: "Nicht alles, was Frauen besingt, ist Sexismus."
zeit.de

Debatte: Layla-Verbote sind “nachvollziehbar, aber sinnlos”.

Keine Disney-World: Eine Realität ohne Sexualität und Gewalt käme einer "Disneyfizierung" gleich, sagt Unterhaltungs-Wissenschaftler Sacha Szabo im "Süddeutsche"-Interview mit Blick auf die Debatte um den wegen Sexismus kritisierten Song Layla. Boykott-Maßnahmen seien "nachvollziehbar, aber sinnlos", da sich dadurch nichts ändern würde. Der Track sei letztlich "nichts anderes als der Versuch, mehrere Verstöße aneinanderzureihen, ein durchkalkulierter Skandal".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Die Verbannung bringt “Layla” kostenlose PR, sagt Christoph Coeln.

Einfach mal aushalten: Die Verbannung des Liedes Layla wegen seines sexistischen Texts ist "das Dümmste, was man machen kann", schreibt Christoph Cöln bei T-Online. Das musikalische "Killervirus" bekomme so kostenlose PR, außerdem "wird es dadurch kein Jota weniger Sexismus auf der Welt geben". Er schlägt Befürwortern des Banns vor, es mit Aristoteles zu halten: "Der beste Weg zur Läuterung ist die aktive Konfrontation mit dem Schrecklichen" – also einfach mal nüchtern auf eine Ballermann-Party gehen.
t-online.de

Basta: Malle-Hit “Layla” bekommt eine jugendfreie Version.

Doggystyle: Der wegen Sexismus kritisierte Song Layla von DJ Robin und Schürze soll eine jugendfreie Version bekommen, kündigt Produzent Ikke Hüfgold (Foto) bei RTL an. "Ich hab nen Wuff und die Hundemama, die heißt Layla", soll der Refrain der entschärften Version lauten – die dann auch tauglich für den "ZDF-Fernsehgarten" sein sollte, wo Ende Juli ein Auftritt geplant ist. Getreu dem Motto: "Dieser Text ist ein Langweiler, da hilft nicht mal ein Wunderheiler."
rtl.de, bild.de (Paid)

Basta: Münchner Wiesnwirte wollen “Layla” nicht im Festzelt hören.

Leider ohne Layla: Auch das Münchner Oktober­fest verbannt den wegen seines sexistischen Textes umstrittenen Partyhit Layla. Der Sprecher der Wiesn­wirte, Peter Inselkammer, sagt zu T-Online, die Kapellen in den Bier­zelten sind angehalten, auf das Lied zu verzichten. "Es gibt viele andere gute Lieder". Er meint womöglich textlich unver­fängliche Wiesn-Evergreens wie Skandal im Sperr­bezirk oder Joana, Du geile Sau.
t-online.de, turi2.de (Background)

RTL setzt “DSDS” nach der 20. Staffel 2023 ab.


Bohlens letzter Streich: RTL stellt seine Casting-Show Deutschland sucht den Superstar 2023 nach 20 Staffeln ein, teilt der Sender mit. Zum Abschied wird – wie bereits bekannt – DSDS-Urgestein Dieter Bohlen wieder dabei sein, der in dies­jährigen Staffel aus­setzen musste. Dass der Sender Bohlen erst vor einem Jahr während der laufenden Staffel heraus­geworfen hat, um ihn nun wieder ins Boot zu holen, "geht sehr gut zusammen", sagt RTL-Unterhaltungschef Markus Küttner im DWDL-Interview. Er wolle vor allem, "das Beste aus der letzten Staffel herausholen" und sei überzeugt davon, dass die Fans des Formats zum Abschied "gern noch einmal Dieter Bohlen sehen wollen".

Mit Florian Silbereisen, der 2022 Jury-Chef war, will RTL "neue eigen­ständige Programm­formate" entwickeln. Eine neue "Tonalität" in der Sendung durch den Schlager­sänger sei zurecht gelobt worden, sagt Küttner – aber "mit Dieter Bohlen wird mehr Tacheles reinkommen". Die 19. Staffel erreichte durchschnittlich nur 1,89 Mio Zuschauerinnen und erzielte damit die schlechtesten Ergebnisse aller DSDS-Staffeln. Beim Serien­start 2002 haben 9,84 Mio Menschen zugesehen.

RTL muss "endlich frische Ideen hinter den großen Ankündigungen liefern", schreibt Katrin Ansorge bei "Horizont". Die Abschieds­staffel könnte zwar beweisen, dass lineares Fernsehen noch funktioniert, doch "sinnvoll ist es nicht". "Süddeutsche"-Autor Harald Hordych bezweifelt, dass es wirklich die letzte Folge der Show wird, "wenn der Juror der ersten Stunde die Quoten in die Höhe schnellen lässt". Denn die Wahrheit sei: "DSDS ist Dieter Bohlen." (Foto: Frederic Kern / Geisler-Fotopress / Picture Alliance)
dwdl.de, dwdl.de (Interview Küttner) horizont.net (Paid), sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Justizminister Buschmann mischt sich in Debatte um Party-Hit ein.

Hört lieber weg: Für Justiz­minister Marco Buschmann ist das offizielle Verbannen von Liedern "eins zu viel". Er bezieht sich auf den umstrittenen Party­song Layla, aktuell Platz 1 der Charts, der beim Würzburger Kiliani-Volksfest auf Drängen der Stadt nicht gespielt werden darf. Man könne Texte "doof oder geschmacklos" finden, ohne sie behördlich zu verbieten, so Buschmann. Das Lied steht wegen Sexismus in der Kritik.
twitter.com, spiegel.de

Kraftklub und Tokio Hotel singen Song über deutsche Biederkeit.

Abrechnung: Die Bands Kraftklub und Tokio Hotel veröffentlichen einen gemeinsamen Song, in dem sie über deutsche Biederkeit singen. In Fahr mit mir (4x4) suchen sie nach einem Ort, in dem keine National­flaggen im Kleingarten stehen. Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz, der in den USA lebt, singt: "Es tut mir leid. Etwas mit Heimat­ministerium kann für mich keine Heimat sein."
rnd.de

Bild des Tages: BR-Symphoniker spielen für ein Dach über dem Kopf.


Musik liegt in der Luft: Unter freiem Himmel und mit Riesenrad im Hintergrund spielen das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und das Bayerische Landesjugendorchester im Münchner Werksviertel. Mit ihrem musikalischen Flashmob wollen die Musikerinnen ein Zeichen für den Bau eines Konzerthauses setzen, das hier entstehen soll. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte zuletzt angekündigt, die Pläne auf den Prüfstand zu stellen. (Foto: Astrid Ackermann / BR)
br.de

Missbrauchsprozess: R. Kelly muss für 30 Jahre in Haft.

Hinter Gitter: US-Musiker R. Kelly muss für 30 Jahre ins Gefängnis, urteilt ein Gericht in New York. Eine Jury hatte ihn schon im September vergangenen Jahres in allen neun Anklagepunkten schuldig gesprochen – auf der Liste stehen u.a. Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung. Kelly selbst weist die Vorwürfe zurück.
spiegel.de, hollywoodreporter.com, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie TikTok die Musikindustrie verändert hat.

Lese-Tipp: TikTok hat "die gesamte Musikindustrie verändert", schreibt Clara Suchy bei n-tv.de. Plattenfirmen verlassen sich mittlerweile auf "virale Momente" Kurzvideo-Plattform. Schätzungsweise 65 % der User, die einen Song-Schnipsel bei TikTok hören, spielen den Titel in voller Länge bei Spotify ab – was den Labels hohe Streaming-Zahlen beschert. TikTok habe Künstlerinnen wie Olivia Rodrigo, Lil Nas X oder Jvke groß gemacht.
n-tv.de

Hör-Tipp: Mastercard veröffentlicht Musikalbum.

Hör-Tipp: Der Kreditkarten-Anbieter Mastercard veröffentlicht u.a. mit Hip-Hop-Künstler Timbaland und Abba-Singer/Songwriter Björn Ulvaeus ein Musikalbum. Der am Rande des Cannes Lions Festival of Creativity veröffentliche Vorstoß in die Popmusik soll der Marke einen Klang geben und trägt den Namen des Kundenbonusprogramms Priceless.
spotify.com (42-Min-Audio) via adweek.com

Klick-Tipp: Friedrich Merz legt eine heiße Sohle aufs CDU-Parkett.

Klick-Tipp: Der verkannte "Let's Dance"-Star Friedrich Merz legt beim Sommerfest der CDU/CSU im Berliner Zollpackhof eine heiße Sohle aufs Parkett und schwoft zu Penny McLeans Lady Bump aus den 70ern. Twitter findet's toll: Der Clip bringt nicht nur Konservative zum Tanzen und (von der Kanzlerschaft) Träumen.
twitter.com (Tweet Paul Schäfer)

Lese-Tipp: Hartmut Welscher macht kritischen Journalismus über klassische Musik.

Lese-Tipp: Als Musikliebhaber und Fußballfan findet Hartmut Welscher im Sport etwas, was er bei klassischer Musik vermisst: "Journalismus, der sich mit der Subkultur beschäftigt, Strukturen und Machtverhältnisse befragt und sich gleichzeitig mit großem Ernst dem Gegenstand selbst widmet". Er gründet daraufhin das Magazin "Van" – ein Nischenmedium mit erstaunlicher Erfolgsstory. (Foto: Christine Fiedler)
faz.net

Zahl des Tages: 37 Jahre alter Song von Kate Bush auf Platz eins der UK-Charts.

Zahl des Tages: Rund 37 Jahre nach der Veröffentlichung schafft es Running Up That Hill von der britischen Sängerin Kate Bush auf Platz eins der UK-Charts – noch nie ist das einem Track nach so langer Zeit gelungen. Mit 63 Jahren ist Bush zudem die älteste Musikerin Großbritanniens, die je an der Spitze der Charts stand. Grund für den Hype ist der Soundtrack zur vierten Staffel der Netflix-Erfolgsserie Stranger Things.
n-tv.de, youtube.com (5-Min-Musikvideo)

Basta: Mick Jagger hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Spielt den Corona-Blues: In letzter Minute müssen die Rolling Stones ihr Konzert in Amsterdam absagen. Frontmann Mick Jagger habe Corona-Symptome entwickelt, teilt die Rock-Band mit. Offenbar hat sich Jagger in den letzten Tagen also nicht nur von guten München-Vibes anstecken lassen, sondern auch mit dem Coronavirus – frei nach dem Motto: You Can Always Get What You Don’t Want.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Basta: Musiker wirft Mariah Carey vor, Songtitel abgeschrieben zu haben.

All I want for Christmas is ... money: Songwriter Andy Stone wirft Popstar Mariah Carey vor, ihren Weih­nachts-Evergreen All I Want for Christmas is You von 1994 abge­schrieben zu haben und klagt auf 20 Mio Dollar. Seine Band "Vince Vance & The Valiants" hatte 1990 einen Song mit gleichem Titel, Text und Melodie sind komplett verschieden. Unklar, warum ihm die Ähnlichkeit erst nach 28 Jahren auffällt – und er nicht längst gegen alle Songs klagt, die die Worte "All", "want" oder "Christmas" im Namen enthalten.
sueddeutsche.de