Meinung: So schlecht war Madonna nun auch wieder nicht.

Madonna erntet kübelweise Kritik für ihren Auftritt beim ESC – zu Unrecht, schreibt Carola Padtberg. Ein Chor verunsicherter Männer komme nicht damit klar, dass Madonna sich auch mit 70 noch erdreistet, auf Bühnen zu klettern. Tim Sohr findet den Auftritt zwar "ein bisschen peinlich", hält die Häme darüber aber für deutlich überzogen. Manche Journalisten trauten sich zuviel "Urteilsmacht und Expertise" zu.
spiegel.de (Padtberg), stern.de (Sohr)

Zahl des Tages: TikTok ist im 1. Quartal mit 33 Mio Downloads die meistgeladene App im App Store.

Zahl des Tages: Wohlklingende 33 Mio Downloads bescheren TikTok Platz 1 im App Store im 1. Quartal. Damit verweist die Karaoke-App YouTube, Instagram, WhatsApp und den Messenger auf die nachfolgenden Plätze. Bei Android-Geräten liegt WhatsApp mit nahezu 199 Mio Downloads vorn, gefolgt von Messenger, TikTok, Facebook und Instagram.
techcrunch.com

Spotify ist ein Medienunternehmen, doch das Radio erkennt es nicht, meint Christian Jakubetz.

Spotify ist kein Streamingdienst, sondern längst ein Medienunternehmen, das den Audiomarkt dominieren will, meint Christian Jakubetz. Spotify bündele immer mehr Inhalte und biete Machern jetzt auch Software. Die alte Radiowelt unterschätze den Konkurrenten und verteidige lieber eine Totgeburt wie den Übertragungsstandard DAB+.
lead-digital.de, turi2.de (Spotify-Software)

Zahl des Tages: Google zählt 15 Mio zahlende Musik-Nutzer.

Zahl des Tages: Auf zusammen 15 Mio zahlende Nutzer kommt Google mit seinen Musikdiensten YouTube Music und Google Play Music, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die 15 Mio enthalten auch Nutzer in der Testphase. Zum Vergleich: Spotify hat nach eigenen Angaben mehr als 100 Mio zahlende Nutzer, Apple zählt 50 Mio.
bloomberg.com via theverge.com

Musik-Streaming: EU-Kommission plant ein Kartellverfahren gegen Apple.

Apple muss sich kritische Blicke der EU-Kommission gefallen lassen. Die Wettbewerbshüter wollen untersuchen, ob der US-Konzern seine iOS-Marktmacht nutzt, um den eigenen Musikstreaming-Dienst zu bevorteilen. Auslöser ist eine Beschwerde von Konkurrent Spotify. Spotify kritisiert, dass Apple bis zu 30 % Provision einhält, wenn Abos über Apple-Geräte gebucht werden und Dienste, die Apples Bezahlsystem nicht anwenden, bei Updates benachteilige.
focus.de, turi2.de (Background)

MTV holt die Chartshow "Top 100" mit Hochkant-Moderationen zurück.

MTV reanimiert ab Samstag die Chartshow "MTV Top 100" mit Moderationen im Hochkant-Format, verrät Deutschland-Chef Giovanni Zamai bei DWDL. Angelehnt an das Stories-Format von Snapchat, Instagram und Co sollen die Mods zwischen den Musikvideos durch Beiträge von Zuschauern oder Grüße ergänzt werden. Der Sender will so außerdem einzelne Ausschnitte leichter in Social Media integrieren.
dwdl.de

Amazon plant Streamingdienst in CD-Qualität.

Amazon Music will künftig Musik in CD-Qualität streamen, schreibt Music Business Worldwide. Die meisten Streaminganbieter spielen Musik komprimiert ab. Amazon plane das unkomprimierte Streaming ab Ende 2019. Mit einem Monatspreis von 15 Dollar wolle Amazon Konkurrent Tidal preislich unterbieten. Tidal bietet auch höhere Abspielraten an.
musicbusinessworldwide.com, mactechnews.de

Basta: Dieter Bohlen sagt sein Album wieder ab.

Tonträger interruptus: Vor kurzem hat Dieter Bohlen ein neues Album für Anfang Juli angekündigt. Nun sagt er es auf Instagram wieder ab. Grund für den Sinneswandel: Dieter habe einfach nicht genug Zeit für die ganzen Meetings. Und wir dachten schon, ihm wäre keine neue Musik eingefallen - aber das war bei Modern Talking ja auch über Jahre kein Problem.
derwesten.de, instagram.com

Basta: Influencerin postet Fake-Bilder vom Coachella-Festival.

Schöner Schein: Influencerin Gabbie Hanna hat ihre 3,8 Mio Instagram-Follower mit bunten Bildern vom hippen Coachella-Festival bespaßt. Das tun viele andere auch, nur war sie gar nicht dort, sondern hat sich mit Photoshop in Festival-Bilder reinmontiert. Ihre Botschaft als Coachella: Es ist nicht alles Reality, was in Social Media glänzt.
stern.de, youtube.com (23-Min-Video)

Basta: Kanye West designt Kirchen-Strümpfe.

Kollekte(-ion): Kanye West, für Anhänger an Position 2 direkt nach Gott, sucht in letzter Zeit auffällig die Nähe des himmlischen Vaters, auf dem Coachella-Festival hält er einen Gottesdienst. Erklärung seiner neuen (Schein-)Heiligkeit: West hofft wohl auf himmlische Einnahmen, seine neue Klamotten-Kollektion kostet ab 50 Dollar aufwärts – dafür bekommen Gottesanbeter Socken mit der Aufschrift "Jesus walks".
noizz.de

Lese-Tipp: "Spiegel" besucht zum ersten Todestag das private Umfeld von DJ Avicii.

Lese-Tipp: "Spiegel"-Journalist Felix Hutt begibt sich ein Jahr nach dem Tod von Tim Bergling auf Spurensuche. Als DJ Avicii liebte der feinfühlige, talentierte Künstler seine Fans, doch das Rampenlicht scheute Bergling, poträtiert Hutt. Bei Berglings Tod schließen die Behörden ein Fremdverschulden aus. Bei der Frage nach dem Warum, verstumme sein familiäres Umfeld, "wie ein Fernseher, dem der Stecker gezogen wird".
spiegel.de (Paid)

Amazon startet werbefinanzierten Musikdienst für Echo-Nutzer.

Amazon tut es Google gleich und veröffentlicht für seine Alexa-Smartspeaker einen kostenlosen, werbefinanzierten Musikdienst. Der Dienst ist in den USA verfügbar und greift auf denselben Song-Katalog wie Prime Music zurück. Bislang konnten Echo-Nutzer ausschließlich über eine Prime-Mitgliedschaft oder externe Streamingdienste wie Spotify Musik hören.
techcrunch.com

YouTube Music kommt kostenlos auf Googles Assistant-Geräte.

Google macht YouTube Music auf allen smarten Lautsprechern mit Google Assistant kostenlos zugänglich. Das Angebot ist werbefinanziert und soll u.a. in Teilen Europas, den USA und Kanada verfügbar sein. Die kostenlose Version ermöglicht es lediglich Musik für eine Stimmung zu starten, Streaming on Demand ist nur mit einem Upgrade auf Premium möglich.
techcrunch.com

Zahl des Tages: Vivendi-Anteil an Universal Music ist 20 bis 40 Mrd Euro wert.

Zahl des Tages: Rund 20 bis 40 Mrd Euro ist der zum Verkauf stehende 50-%-Anteil an Universal Music wert, schätzen Analysten. Vivendi will ihn verkaufen, Interesse haben wohl US-Finanzinvestor KKR und der chinesische Musikstreamingdienst Tencent Music. Universal Music ist das größte Musik-Label weltweit und macht jährlich rund 6 Mrd Euro Umsatz.
handelsblatt.com (Paid)

Zitat: Dieter Bohlen hängt neun Stunden am Tag bei Instagram ab.

"Meine 'Bild'-Zeitung ist ja mein Instagram-Account. Da kann ich veröffentlichen, wie die Dinge wirklich sind."

Pop-Titan Dieter Bohlen sagt im OMR Podcast, dass er täglich neun Stunden mit seinem Instagram-Account beschäftigt ist und teilweise 3.500 Kommentare pro Tag beantwortet.
omr.com (89-Min-Audio)

Weitere Zitate:

"Alle Firmen, die DB als Initialen haben, mit denen mach ich gerne was. Deutsche Bank. Daimler Benz oder Deutsche Bahn. Das ist irgendwie gut. Das ist wie Familie."

Dieter Bohlen beteiligt sich lieber an soliden Konzernen als an Startups.

"Ich kriege jetzt pro Woche immer noch eine Cover-Anfrage auf die Modern Talking-Lieder. Ich könnte allein von ‘Cheri Cheri Lady’ sicherlich leben."

Seine alten Hits sind für Dieter Bohlen immer noch eine Cash Cow.

Meinung: Spotify unterzieht die Musikbranche einer weiteren Disruption.

Spotify verändert mit seinen Playlists und Algorithmen die Musikbranche auch außerhalb der Streamingplattform, schreibt Alexander Demling im "Handelsblatt". Automatische und von Redakteuren erstelle Playlists bestimmten immer stärker über den Erfolg von Künstlern, so dass diese zum Teil gar keine Alben mehr veröffentlichten. Statistische Daten von Spotify seien zudem zunehmend Entscheidungsgrundlage im Booking für Konzerte und Festivals. Sportify veranstalte sogar erste eigene Live-Events.
"Handelsblatt", S. 18 (Paid)

Basta: Elon Musk geht unter die Rapper.

Musiker Musk macht sich zum Affen: Der Tesla-Chef geht unter die Rapper und veröffentlicht bei Soundcloud den Titel "RIP Harambe". Der Gorilla Harambe wurde 2016 in einem US-Zoo erschossen. Die Twitter-Gemeinde rätselt, ob es sich tatsächlich um Musks Stimme oder doch einen vorgezogenen Aprilscherz handelt. Musikexperten sind sich dagegen einig: Sie wollen Musk Musikkünste lieber auf den Mond Mars schießen.
techcrunch.com, soundclound.com

Apple kontert der Spotify-Kritik zu Appstore-Bedingungen.

Apple kassiert von Spotify-Kunden mit Free-Accounts keine Gebühren im Appstore, kontert der Konzern die Kritik von Spotify. Auch für zahlende Kunden, die über Partnerschaften mit Handy-Providern kommen, erhalte Apple keine Gebühren. Spotify sieht sich durch die Regeln im Appstore benachteiligt – auch weil Apple nicht nur den Appstore betreibt, sondern selbst als Streamingdienst agiert.
apple.com, turi2.de (Background)

Spotify verpfeift Apple bei der EU-Kommission.


Spiel mir das Lied vom Appstore: Spotify, mit Sitz in Stockholm eine der wenigen Tech-Größen der EU, klingelt bei den Brüsseler Kartellis um Hilfe gegen Streaming-Konkurrent und Geräte-Goliath Apple. Die Regeln in Apples Appstore behinderten "die freie Auswahl und Innovationen". Spotify-Chef Daniel Ek fordert u.a. klare Regeln für Appstores und freie Auswahl des Bezahlsystems für App-Anbieter.

Außerdem soll die Kommission dafür sorgen, dass Apple nicht mehr die Kommunikation zwischen App-Anbietern und Nutzern beschränken kann. Der wichtigste Kartellaspekt: Apples Bezahlsystem mit seinen 30 % Provision benachteilige Spotify und andere Konkurrenten gegenüber dem hauseigenen Musikdienst Apple Music. Außerdem hindere Apple Spotify daran, Nutzer auf konzerneigener Hardware wie der Apple Watch und dem Lauschsprecher Homepod zu erreichen.
spiegel.de, heise.de, bloomberg.com, newsroom.spotify.com

Europäische Kreativ-Verbände appellieren an EU-Parlament, der Urheber­rechtsreform zuzustimmen.

EU-Urheberrechtsreform: Rund 230 europäische Kreativ-Verbände, darunter VDZ, BDZV, Gema und DJV, machen Lobbyarbeit in Brüssel. In einem gemeinsamen Brief appellieren sie an die Abgeordneten des EU-Parlaments, dem Gesetzesentwurf zuzustimmen. Es sei eine "historische Chance", ein Internet zu schaffen, das "fair und nachhaltig für alle" sei.
vdz.de, djv.de

Frontal 21: Die meisten Ticket-Verkäufer bei Viagogo sind Profi-Händler.

Ticket-Zweitmarkt: Die Online-Plattform Viagogo macht einen Großteil ihrer Geschäfte mit Profi-Händlern, die Konzertkarten nur kaufen, um damit Profit zu machen, berichtet Frontal 21. Einige der Händler seien gleichzeitig Inhaber von offiziellen Vorverkaufsstellen und hätten somit Zugriff auf Karten zu Original­preisen. Künstlern und Veranstaltern stinkt diese Praxis gewaltig, verboten ist der Handel jedoch nicht.
zdf.de

Norwegens Rundfunk verbannt für zwei Wochen die Songs von Michael Jackson.

Michael Jackson fliegt mit seinen Songs für mindestens zwei Wochen aus dem norwegischen Radio. Der staatliche Rundfunk will ab Freitag als Reaktion auf neue Missbrauchsvorwürfe gegen den toten Musiker auf dessen Musik verzichten. Die Anstalt zeigt am Sonntag die Dokumentation "Leaving Neverland", in der die Vorwürfe geäußert werden und will die Reaktionen des Publikums abwarten.
tagesspiegel.de