Nielsen: Musik-Streaming knackt 2019 in den USA erstmals die Billion-Grenze.


Auf die Ohren: Musik-Streaming ist 2019 in den USA um 30 % gewachsen und knackt damit erstmals die Marke von einer Billion Streams, errechnet Nielsen. Streaming-Dienste decken 82 % des gesamten Musikkonsums in den USA ab, 2018 lag die Zahl noch bei 77 %. Physische Albumverkäufe sinken um 19 % auf nur noch 9 % des Gesamtvolumens. Treiber des Booms seien u.a. Veröffentlichungen der Künstler Taylor Swift, Billie Eilish und Post Malone gewesen.

Derweil machen Streamingdienste große Verluste durch Passwortpiraterie und unter Freunden geteilten Accounts. Im Jahr 2019 gingen Streamingdiensten dadurch rund 9,1 Mrd Dollar flöten. Bis 2024 soll die Zahl auf 12,5 Mrd Dollar steigen, prognostiziert das Forschungsunternehmens Parks Associates.
9to5mac.com, hollywoodreporter.com

WDR-Satire: Chorleiter weist Vorwurf der Instrumentalisierung zurück.


Fromme Chorknaben? Zeljo Davutovic, Gesamtleiter des WDR-Kinderchors, entschuldigt sich in einem Statement nach dem umstrittenen Satire-Song. Den Kindern sei erklärt worden, dass "mit Überspitzung und Humor" der Generationenkonflikt "aufs Korn" genommen werden sollte. Kinder und Eltern hätten freiwillig an dem Projekt teilgenommen. In dem Satire-Song gehe es nicht um die Oma, "sondern um uns alle. Hier schließe ich mich persönlich ein", erklärt Davutovic. Einige Familien haben sich entschieden, nicht mitzuwirken, sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Das Thema sei während dieser Abfrage "überhaupt nicht hochgekocht".

Die Idee der jahresrückblickenden WDR-Satire sei auf Kinderstimmen konzipiert, "Fridays for Future" sei ebenfalls von Kindern und Jugendlichen organisiert, weshalb Chorleiter Davutovic auch das Projekt der WDR2-Redaktion zugesagt habe. Als Musiker wolle er sich "bei allen entschuldigen, die sich trotz der Einordnung als Satire von uns persönlich angegriffen fühlen." Der Chor habe "in den vergangenen Jahren immer allergrößten Respekt vor Seniorinnen und Senioren gezeigt", beispielsweise bei Auftritten in Seniorenheimen.
(Foto: Screenshot WDR Fernsehen)
welt.de, sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Basta: Künstliche Intelligenz soll Beethovens 10. Sinfonie vollenden.

Ist das Kunst oder kann das weg? Künstliche Intelligenz soll Beethovens 10. Sinfonie fertig komponieren. Vor seinem Tod hinterließ er zu fehlenden Teilen nur handschriftliche Notizen. Ein internationales Team will das Werk mit einem Algorithmus vollenden, der "unberechenbar" sei. Genie und Wahnsinn liegt eben nicht nur bei Künstlern nahe beieinander.
faz.net (Paid)

“FAZ” analysiert den kommerziellen Erfolg von “Last Christmas”.

Last Christmas ist "ein absoluter Goldesel", beobachtet die "FAZ". Allein Antenne Bayern und der SWR3 zahlten 2018 rund 35.000 Euro Tantiemen. Der Weihnachtsklassiker wurde in Deutschland an Heiligabend 2,5 Mio Mal bei Spotify gestreamt, wovon nicht nur die Plattenfirma Sony verdient. George Michael habe den Song im Alleingang geschrieben, gesungen, eingespielt und produziert. Die Rechte gingen nach seinem Tod an seine Erben.
faz.net

Niederländischer Staat fördert den ESC 2020 mit 12 Mio Euro.

ESC: Der niederländische Staat unterstützt die Ausrichtung des Eurovision Song Contests im Mai 2020 in Rotterdam mit 12,4 Mio Euro. Damit seien die vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen NPO veranschlagten Kosten von insgesamt 26,5 Mio Euro für die größte Musikshow der Welt gedeckt. 9,6 Mio Euro davon sollen von der EBU und aus Ticketverkäufen kommen.
derstandard.at

Meinung: Die Jahrescharts von Spotify sind nicht repräsentativ.

Spotify: Rapper Capital Bra ist 2019 der meistgestreamte Künstler in Deutschland, aber damit nicht zwangsläufig der meistgehörte Künstler des Landes, kritisiert Jan Kedves in der "Süddeutschen Zeitung". Die Jahrescharts des weltweit größten Streamingdienstes sind nicht repräsentativ. Die Anzahl der tatsächlichen Nutzer verschweigt Spotify "hartnäckig".
"Süddeutsche Zeitung", S. 10 (Paid)

BR-Stardirigent Mariss Jansons, 76, ist tot.

Mariss Jansons, 76, ist tot: Der Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und Leiter des BR-Chors starb in der Nacht zum Sonntag im russischen St. Petersburg. Jansons hatte beide Klangkörper 2003 übernommen. In den vergangenen Jahren musste er mehrfach Konzerttermine krankheitsbedingt absagen.
br.de, spiegel.de, twitter.com/BRSO (2-Min-Video)

Basta: “Geld oder Liebe” ist für Schlagerstar Stefan Mross kein Gegensatz.

Nur die Liebe zählt: Die ARD reaktiviert beim "Adventsfest der 100.000 Lichter" die "Traumhochzeit". Schlagerstar Stefan Mross trompetet seiner Anna-Carina Woitschack (Foto) live im Fernsehen einen Heiratsantrag. Statt Linda de Mol steht standesgemäß Florian Silbereisen als Trauzeuge bereit. In der heilen Schlagerwelt scheint "Geld oder Liebe" kein Gegensatz.
bild.de

Hör-Tipp: Lena spricht im “Alles gesagt”-Podcast über politische Äußerungen als Popstar.

Hör-Tipp: Sängerin Lena Meyer-Landrut erzählt im fast sechsstündigen Zeit-Online-Podcast Alles gesagt, wie sie den Wirbel um ihre Person überlebt hat und dass sie viel zu lange am Handy hantiert. Sie spricht über die Mechanismen der Unterhaltungsindustrie und was es für sie bedeutet, sich politisch zu äußern.
zeit.de (Audio, 5 Std 56 Min)

ITV Studio Germany bringen französische Show “The Secret Song” nach Deutschland.

ITV Studios Germany sichern sich für den deutschen Markt die Rechte am französischen Format The Secret Song. Die Musik-Show überrascht Promis mit Songs, die ihnen viel bedeuten, dargeboten von anderen Künstlern, Familie oder Freunden. In Frankreich läuft "La chanson secrète" bei TF1, für welchen deutschen Sender ITV die Show produziert, ist noch unklar.
dwdl.de

turi2 edition #9: Tele-Seller Sascha Heyna und die Geisterstunde im TV.


Good Vibes zur Geisterstunde Sascha Heyna verkauft Bratpfannen im TV, singt Schlager und betreibt einen Pflegedienst. Sein Publikum ist weder jung noch stylish – für die turi2 edition #9 erzählt er Björn Czieslik von seinen drei Standbeinen und warum seine Empathie für alte Menschen und der Spaß an Unterhaltung sie alle vereint. Lesen Sie jetzt das ganze Porträt über Sascha Heyna kostenlos hier als Online-Text oder im neuen, komfortablen E-Paper der “turi2 edition #9”.

Amazon macht werbefinanzierten Gratis-Musikdienst für alle verfügbar.

Amazon entkoppelt seinen werbefinanzierten Musik-Streamingdienst von seinen Echo-Lausschsprechern. In den USA, Großbritannien und Deutschland können Nutzer Amazon Music nun gratis über die App für iOS, Android und FireTV sowie über die Amazon-Music-Website nutzen. Eine Prime-Mitgliedschaft ist nicht nötig, dafür läuft zwischen den Songs Werbung.
techcrunch.com, mediapost.com

Einigung: Taylor Swift darf ihre alten Songs spielen.

Musikrechte: Sängerin Taylor Swift darf bei den American Music Awards auch ihre alten Songs aufführen. Vergangene Woche hatte sie ihre Fans aufgerufen, ihr früheres Label Big Machine zu kontaktieren, das ihr einen Auftritt verbiete und ihre Songs für eine Netflix-Doku nicht freigebe. Nun teilt die Firma mit, es gebe eine Einigung, für eine TV-Show hätte Swift eh nicht fragen müssen.
faz.net, variety.com

ARD schließt einen neuen TV-Deal mit Florian Silbereisen.

ARD schließt einen vierjährigen Vertrag mit Florian Silbereisen, schreibt die "Bild am Sonntag". Allein für 2020 seien fünf Samstagabend-Shows plus mindestens zehn weitere Shows im MDR geplant. Experten schätzen die Kosten einer Primetime-Show auf 2,5 Mio Euro, "weit weniger als 10 %" erhalte Silbereisen. Neben dem ZDF sollen auch ProSieben und Sat.1 um Silbereisen gebuhlt haben. Bei der ZDF-Verhandlungen sei sogar eine Neuauflage von "Wetten, dass...?" Gesprächsthema gewesen.
"Bild am Sonntag", S. 38 (Paid)

Spotify startet eine App für Kinder ab 3 Jahren.

Spotify startet eine eigenständige App für Kinder ab 3 Jahren und will so mehr Familien-Abos vertreiben. Die Kinder-App sortiert anstößige Inhalte vorab aus. Eltern können die Altersgruppe ihres Kindes wählen, das dann altersgerechte Angebote und eine entsprechende Aufmachung der App erhält. Spotify will zudem mehr Inhalte für Kinder, etwa Hörspiele, auf für die Plattform bringen.
techcrunch.com

Spotify testet bezahlte Musikempfehlungen.

Spotify will Google, Facebook und Co. einen Teil der Werbeausgaben von Musik-Labels abknöpfen, berichtet Tim Ingham. Labels können künftig Anzeigen beim Streaming-Dienst buchen, die gezielt Nutzer auf neue Musik hinweisen. Premium-Nutzer können diese bezahlten Empfehlungen ausschalten. Die Anzeigen erscheinen auch innerhalb der empfohlenen Neuerscheinungen, die Spotify bisher rein basierend auf dem Hörverhalten erstellt. Das Anzeigeformat will Spotify zunächst in den USA testen.
musicbusinessworldwide.com

WDR-Intendant Tom Buhrow intoniert Songs von Bob Dylan.

Jetzt singt er auch noch: Der Oldie-Sender WDR 4 serviert am Sonntagabend eine Stunde lang Klassiker der US-Musikgeschichte, gesungen von Tom Buhrow (Foto). Der Intendant intoniert Songs von Frank Sinatra und Bob Dylan, begleitet vom WDR-Funkhausorchester und dem WDR-Rundfunkchor. Hans Hoff hat's schon gehört und findet's "durchweg ein bisschen zu clean und untrainiert".
sueddeutsche.de, wdr.de (Ankündigung)

Unterlassungsklage: Herbert Grönemeyer gewinnt gegen Björn Höcke.

Grönemeyer vs. Höcke: Herbert Grönemeyer setzt sich vor Gericht gegen Björn Höcke durch. Der AfD-Mann darf den inzwischen gelöschten Tweet "Herbert Grönemeyer flüchtete aus dem 'bunten' Bochum und vor dem Finanzamt" nicht wiederholen und muss ihn richtigstellen. Grönemeyer habe zwar eine Zeitlang in London gelebt, seine Steuern aber weiter in Berlin gezahlt.
tag24.de

Bild des Tages: Dorfbewohner trauern um Karel Gott.


Die goldene Stimme aus Prag verstummt: Blumen liegen vor einem gerahmten Schwarz-Weiß-Bild des Schlagersängers Karel Gott. Nahe der Kirche im tschechischen Dorf Doubice haben Menschen auch Kerzen aufgestellt. Karel Gott hatte in dem Ort ein Landhaus. Am Dienstagabend starb er im Alter von 80 Jahren in Prag, er litt an akuter Leukämie. (Foto: Ondrej Hajek/CTK/dpa / Picture Alliance)

Zitat: YouTube-Musikchef Lyor Cohen will nicht jeden Influencer singen hören.

"Kul­tur lebt vom Ge­schich­ten­er­zäh­len. In­so­fern wollen wir je­dem, der sei­ne Kunst ma­chen möch­te, die Ge­le­gen­hei­ten dazu ge­ben. Mu­si­ker zu sein ist aber et­was Be­son­de­res. Wir wollen aber nicht, dass je­der Mu­sik macht, nur weil er oder sie glaubt, das müs­se nun sein."

YouTubes Musikchef Lyor Cohen lässt im "Spiegel"-Interview durchklingen, dass lieber nicht jeder Influencer auch unbedingt singen sollte.
"Spiegel" 40/2019, S. 128/129 (Paid)

Basta: Girlgroup Tic Tac Toe plant ein neues Comeback.

Warum? Die 90er-Jahre-Girlgroup Tic Tac Toe plant offenbar ein erneutes Comeback. Der Tour-Veranstalter MPM Music kündigt "wenige freie Termine für 2020" an. Noch unklar sei die Besetzung, evt. komme ein neues Bandmitglied hinzu. Es könnte ratsam sein, gleich mehrere zu casten, sollten Songs wie Verpiss Dich oder Ich find Dich Scheiße missverständlich wieder zur Trennung auf offener Bühne führen.
gala.de, spiegel.de