Mein Podcast-Tipp: Ursula Ott über “Zweidrittel FM”.


Licht am Horizont: Chrismon-Chefredakteurin Ursula Ott hört gerne Zweidrittel FM – den Podcast aus dem Berliner Jugendknast. Aufgenommen aus einem kleinen Raum in der Knastschule, erfährt Ott etwa, wie es in einer Zelle aussieht und was Freundschaft im Gefängnis bedeutet. Zwischendrin gibt es Musik, “meist extrem coolen Rap”. Ott podcastet selbst mit der Reihe Sprachstunde, in der sie mit Gästen über Wörter und deren Wirkung spricht. Ihre Hör-Empfehlung erscheint in der neuen Reihe Mein Podcast-Tipp, in der Meinungs­macherinnen der turi2-Community ihre Lieblings-Podcasts vorstellen. Weiterlesen >>>

Hör-Tipp: Bei Tempolimit und Rundfunkbeitrag stimmen die Deutschen besonders gerne ab, sagt Doreen Sacker.

Hör-Tipp: Besonders meinungs­stark stimmen die Menschen bei "klassisch sehr deutschen" Themen wie Tempo­limit und Rundfunk­beitrag ab, sagt Doreen Sacker im Media-Podcast von OMR. Sie ist Data Scientist bei Opinary, das Umfragen in passenden Online-Artikeln platziert. Einen starken Einfluss auf die Teilnahme habe u.a. der Ort der Ausspielung: "Gala hat eine ganz andere Beteiligungsrate als eine Politik-Zeitung". Da höchste Engagement findet bei E-Mail-Providern wie gmx.de und web.de statt, sagt Sacker.
omrmedia.podigee.io (26-Min-Audio)

“Nicht zwischen analog und digital entscheiden” – Thorsten Schabelon über Krankenhaus und Kommunikation.


Bleibt flexibel: "Wir sind eine Art Übersetzer, ein bisschen wie die Sendung mit der Maus", sagt Thorsten Schabelon im turi2 Jobs-Podcast. Der Kommunikations-Leiter des Uniklinikums Essen sagt, dass die Medizin komplex ist und die Sprache daher "sehr präzise" sein muss. Im Gespräch mit Björn Czieslik und Pauline Stahl von turi2 erklärt er, dass es u.a. die Aufgabe seines Teams ist, diese komplexen Themen für die Medien zu "übersetzen und aufzubereiten". Das habe sich seit der Pandemie extrem verstärkt: "Corona war kommunikativ und medial ein unglaublicher Beschleuniger." Hatte das Uniklinikum 2015 noch 2.000 Medienartikel, waren es 2021 schon 17.000. Auch überregional habe es etwa von "Focus", "Bild" oder T-Online plötzlich viel mehr Medienanfragen gegeben. Verstärkt kommen seitdem auch TV-Teams in das Krankenhaus. Kürzlich hat etwa Eckart von Hirschhausen für die ARD eine Doku über Long- und Postcovid in der Neurologie gedreht, erzählt Schabelon.

Sein journalistischer Hintergrund hilft Schabelon dabei, mit all diesen Medienanfragen umzugehen. Das Erkennen eines Themas zum Beispiel "lernt man nirgendwo so gut wie im Journalismus". Außerdem kenne der langjährige "WAZ"-Redakteur die redaktionellen und zeitlichen Abläufe und wisse, welche Themen für welches Medium geeignet sind. Ein Muss ist eine journalistische Ausbildung für seinen Job allerdings genauso wenig wie ein medizinischer Hintergrund. Zu Schabelons Team gehört eine ausgebildete Pflegekraft, zwei Kolleginnen kommen aus der Kommunikation und eine habe ein klassisches Zeitungsvolontariat gemacht. Wichtiger sei es es, gut kommunizieren zu können: "Man sollte keine Angst haben, ans Telefon zu gehen und mit Menschen zu sprechen", sagt Schabelon. Schließlich "kommen da die Geschichten her". Auch Neugier und ein gutes Netzwerk hält er für wichtig.

Grundsätzlich ist in Schabelons Team niemand nur für einen bestimmten Bereich zuständig. Sie kümmern sich um die interne und externe Kommunikation, bereiten Veranstaltungen vor, gestalten neue Beschilderungen und bespielen Social Media – "das ist schon relativ bunt". Für ihn zähle daher, "dass Leute flexibel einsetzbar sind". Dazu gehört auch die Vielfalt der Kanäle, die Schabelon zur Kommunikation nutzt. Immer mehr laufe über Social Media und einen wöchentlichen Newsletter oder E-Mails. Gleichzeitig arbeite sein Team aber auch noch ganz Analog mit Plakaten. "Man muss halt flexibel und beweglich bleiben", meint Schabelon. "Wir sollten nicht zwischen digital und analog entscheiden, sondern überlegen, wie wir möglichst viele Leute erreichen."
turi2.tv (40-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Lese-Tipp: Nils Bokelberg sieht in Fiction-Podcasts eine Chance für auditives Erzählen.

Lese-Tipp: Podcasts sind im fiktiven Audio-Bereich im Moment das "etwas aufregendere, vielleicht sogar etwas mutigere Medium", sagt Podcaster Nilz Bokelberg im Interview mit radiowoche.de. Er hat als Regisseur im Rahmen einer Kooperation von Spotify, Warner Bros. und DC den Podcast-Thriller Batman Unburied ins Deutsche übertragen. Darin sieht er eine "Riesenchance", mehr Leute für Audio-Geschichten zu begeistern. Man sei freier , was die Erwartungshaltung der Hörerinnen anbelange. "Podcast fühlt sich deshalb mehr nach Netflix an, als sich ein Hörspiel nach Netflix anfühlt", sagt Bokelberg.
radiowoche.de

Hör-Tipp: Einen unpolitischen ESC gibt es nicht, sagt Lukas Heinser.

Hör-Tipp: "Ich finde die Legende vom unpolitischen ESC ist völliger Quatsch", sagt ESC-Experte Lukas Heinser im Podcast Holger ruft an. Natürlich werde es in diesem Jahr ein "großes Sympathie-Voting" vom Publikum für die Ukraine geben. Soweit er wisse, fahren die ukrainischen Teilnehmer am Sonntag wieder zurück "und warten auf ihre Einberufung, weil das alles Männer im wehrfähigen Alter sind".
uebermedien.de

Mein Podcast-Tipp: Marcus Schuler über “The Daily”.


Nachrichten-Vorbild: Marcus Schuler, ARD-Korrespondent im Silicon Valley, hört am liebsten The Daily von der “New York Times” – für ihn “einer der besten Nachrichten-Podcasts der Welt”. Die aufwendig produzierte Sendung hilft ihm, die US-Amerikaner besser zu verstehen und zeigt, dass guter Journalismus Geld kostet. Schuler berichtet seit 2017 für die ARD aus dem Silicon Valley und produziert gemeinsam mit Björn Staschen den wöchentlichen TechTalk für Tagesschau24. Seine Hör-Empfehlung erscheint in der neuen Reihe Mein Podcast-Tipp, in der Meinungs­macherinnen der turi2-Community ihre Lieblings-Podcasts vorstellen. Weiterlesen >>>

Springer-Portal Travelbook startet einen täglichen Reise-Podcast.

Audio-Reise: Springers Reise-Website Travelbook startet am 16. Mai den täglichen Podcast "In fünf Minuten um die Welt". Darin geben Expertinnen persönliche Tipps und die wichtigsten Informationen für ein ausgewähltes Reiseziel, in der ersten Woche u.a. für Namibia, Bologna und München. Für die Produktion zeichnen die Agentur Wake Word und die Axel Springer Audio GmbH verantwortlich.
travelbook.de via clap-club.de

Hör-Tipp: Clueso hat seine Kundinnen früher zum Weinen gebracht.

Hör-Tipp: Als Clueso während seiner Lehre im Frisörsalon gearbeitet hat, sind manche Kundinnen "halbheulend rausgerannt", weil er ihnen seinen Style aufgedrückt hat, erzählt der Sänger im "Zeit"-Podcast "Und was machst du am Wochenende". Er habe sich eben schon damals eher als Künstler betrachtet denn als Handwerker. Im Gespräch mit Ilona Hartmann und Christoph Amend erzählt er außerdem, dass er ziemlich oft vor der Polizei wegrennen musste.
zeit.de (56-Min-Podcast)

Hör-Tipp: Thomas Knüwer zweifelt am Metaverse.

Hör-Tipp: Digitalberater und Blogger Thomas Knüwer (Foto) zweifelt nach wie vor am Metaverse, sagt er im "D25"-Podcast mit Christian Jakubetz. Es gebe zwar "sehr spannende Bereiche", sie lägen aber fast alle "im Spielerischen". Das Metaverse widerspreche zudem der menschlichen Natur: Personen träfen sich lieber persönlich als vor Bildschirmen.
open.spotify.com (22-Min-Podcast)

Zitat: Katrin Bauerfeind rätselt darüber, warum Frauen in der Podcasts-Branche “eher hinten rüber fallen”.

"Viele Männer haben schon drei Podcasts an die Wand gefahren, bevor die erste Frau angefangen hat, weil's natürlich auch immer schief gehen könnte."

Katrin Bauerfeind, seit neustem Podcasterin, ist es ein Rätsel, warum Frauen in der Podcast-Szene, "wie in vielen anderen Bereichen, unterrepräsentiert sind oder eher hinten rüber fallen", sagt sie im Watson-Interview. Ihre These: Männer würden sich tendenziell nicht so sehr wie Frauen hinterfragen.
watson.de, turi2.de (Background)

“Ein gepflegtes Profil auf Linked-in kann nicht schaden” – Christoph Hartlieb über die Suche nach guten Führungskräften.


Auf der Jagd: "Ein Chef­redakteur, der sich nicht mit Digital­themen auseinandersetzt, wird es schwer haben", sagt Christoph Hartlieb im turi2 Jobs-Podcast. Der Headhunter für Führungs­kräfte in der Medien- und Digital­branche spricht mit turi2-Autor Roland Karle darüber, wie sich Job­anforderungen in der Branche in den vergangenen Jahren verändert haben. Seit der Gründung 2008 habe sein Unternehmen Hartlieb Partner Executive Search etwa 900 Positionen besetzt. Angefangen im Medien­bereich, sei die Beratung "schnell in digitale Themen" übergegangen. Das liege u.a. daran, dass sich "viele Positionen in den An­forderungen sehr stark digitalisieren". Dadurch haben es auch Kandidatinnen schwer, "wenn sie digital gar nicht stattfinden". Ein "gut gepflegtes Linked-in Profil" und "ein bisschen in der Öffentlichkeit stattzufinden", kann laut Hartlieb nicht schaden. Andererseits sollten Job-Anwärterinnen nicht ihr "ganzes Privat­leben auf Social Media offenlegen".

Auch er als Head­hunter nutzt Plattformen wie Xing und Linked-in, um mit interessanten Menschen Kontakt aufzunehmen. Dann gehe es darum "sie in den Prozess zu holen und zu begeistern". Hartlieb persönlich mache es am meisten Spaß, wenn jemand am Anfang gar nicht interessiert ist. "98 % der Kandidatinnen suchen ja gar keinen Job", sagt er. Häufig rufen die Kandidatinnen dann nach drei Monaten im neuen Job an und "bedanken sich, weil es genau das richtige war". Um das zu erreichen, hilft es laut dem ehemaligen CEO, eigene Management-Erfahrung zu haben, "weil man Strukturen und Positionen versteht". Außerdem brauchen Headhunter ein "gutes Gefühl für Menschen" und sollten in der Lage sein, ein "nachhaltiges Netzwerk" aufzubauen.

Er müsse immer "sauber arbeiten" – auch gut begründete Absagen gehören zum Alltag. Das Headhunter-Geschäft ist diskret, sagt Hartlieb. Auch deshalb, weil er Angestellte aktiv aus Firmen heraushole. "Das nicht ganz transparent werden zu lassen, ist Usus in dem Markt." Lorbeeren für neu besetzte Stellen kann er also nicht ernten. Trotzdem muss Hartlieb schmunzeln und ist stolz, wenn er "turi2 liest und weiß, hinter wie vielen der neuen Personalien man steckt".

Christoph Hartlieb ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
turi2.tv (43-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Text: Pauline Stahl

Mein Podcast-Tipp: Ina Tenz über “Broken Record”.


Musikerinnen-Geständnisse: Ina Tenz verantwortet als Geschäftsleiterin Audio, Strategie und Content bei ABC Communications. Aktuell produziert sie mit Karsten Feige von der Tierärztlichen Hochschule Hannover den Podcast Pferdemedizin heute. Beim Autofahren hört sie Broken Record und ist überrascht, wie viel die Musikschaffenden in den Interviews über sich preisgeben. Ihre Hör-Empfehlung erscheint in der neuen Reihe Mein Podcast-Tipp, in der Meinungs­macherinnen der turi2-Community ihre Lieblings-Podcasts vorstellen. Weiterlesen >>>>

“Wir müssen transparenter kommunizieren” – Angelika Gifford über Meta und Meinungsfreiheit.



IT-Angie: Soziale Medien sind "ein Spiegel der Gesellschaft und da passieren nicht immer nur gute Sachen", sagt Angelika Gifford im turi2 Clubraum. Die Vize-Präsidentin für EMEA bei der Facebook-Mutter Meta sagt im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow, dass Meinungsfreiheit für den US-Konzern "ein hohes Gut" ist. Menschen eine Stimme zu geben, sei "nicht bloß ein Poster", sondern ein "Wert, den wir Tag für Tag leben". Dabei gelte es stets, den Spagat zwischen Redefreiheit und Hate-Speech oder Fake-News zu schaffen. Zu beachten sei dabei auch der kulturelle Hintergrund: Was in Holland als schlechter Witz durchgehe, könne in Deutschland als Hassrede wahrgenommen werden. Um damit in Zukunft noch besser umzugehen, müsse Meta vor allem "transparenter kommunizieren, was wir eigentlich tun".

Gifford, die zuvor Führungspositionen u.a. bei Microsoft und HP innehatte, erzählt, dass sie 2020 vor allem wegen der "gesellschaftlichen Relevanz" des Unternehmens zu Meta gegangen ist. Auch gefalle ihr, was ihr Arbeitgeber in Sachen Metaverse und KI auf den Weg bringe: "Ich liebe Innovation". Eine der erfolgreichsten deutschen Managerinnen zu sein, habe sie nie geplant. "Ich hatte aber nie Angst, in zu große Schuhe zu schlüpfen", sagt Gifford. Anderen Frauen möchte sie damit gern als Vorbild dienen. In den 30 Jahren, die sie in der Tech-Branche unterwegs ist, "sind immer viel zu wenige Frauen im Raum". Da sei es schon mal vorgekommen, "dass ich zur Sekretärin degradiert wurde".

Für Aufmerksamkeit sorgt in Meetings häufig auch Giffords Herkunft aus Deutschland, das Kolleginnen gerne als "Fax-Republik" abstempeln. Das halte sie zwar für "nicht richtig", dennoch "müssen wir mutiger, schneller und geländegängier im Denken sein". Ein "Herzensprojekt" ist daher das Buch Die Digitale Dekade – Wie wir unsere Wirtschaft transformieren können, das Gifford im April herausgebracht hat. Auf 232 Seiten schreiben Autorinnen wie Sigrid Nikutta, Florian Haller, Achim Berg oder Brigitte Zypries ihre Ideen und Wünsche zur Digitalisierung auf. Gifford lernt daraus u.a., dass die "transformative Kraft" der Technologie auch für Nachhaltigkeit – ihr "zweites Herzensthema" – nutzbar ist.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist der Chefredakteur von T-Online, Florian Harms, zu Gast.
turi2.tv (45-Min-Podcast bei YouTube), turi2clubraum.podigee.io (Audio-Podcast), apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Hör-Tipp: Diversität in den Medien lässt zu wünschen übrig, sagt Ferda Ataman.

Hör-Tipp: Wenn es um kulturelle Vielfalt geht, haben die meisten Medien das Gefühl, "sie stehen schon ganz gut da", sagt Journalistin Ferda Ataman im quoted-Podcast. In der Realität seien aber "nicht ansatzweise" so viele "migrantisch wahrgenommene Menschen" in den Redaktionen angestellt, dass es der gesell­schaftlichen Realität nahekomme. Diversität bedeute, einen "kompletten Kulturwandel" durchzumachen, "anders zu arbeiten und andere Themen auszusuchen".
quoted-medienpodcast.podigee.io (26-Min-Audio)

ARD-Vorsitzende und RBB-Intendantin Patricia Schlesinger startet einen Podcast.

Chefinnen-Visite: ARD-Vorsitzende und RBB-Intendantin Patricia Schlesinger spricht ab heute in einem monatlichen Podcast über den Medienwandel und die Transformation der ARD. In Aus dem Besteckkasten sollen Gäste innerhalb und außerhalb der ARD zu Wort kommen. Die erste Folge dreht sich um das Thema Information. Gäste sind Juliane Leopold, Chefredakteurin Digitales von ARD-aktuell, und Vassili Golod, WDR-Reporter für "Tagesschau" und "Tagesthemen" und Host des Podcasts "Macchiavelli".
ardaudiothek.de

“Ein multimediales Technik-Wunder” – Michael Bröcker über Newsletter, Podcast und Video als medialen Dreiklang.


Digital-Pioneer: Viele Tages­zeitungen haben das Problem, "dass sie zu viel Kapazitäten, Gehirn­schmalz und Technik immer noch in Strukturen geben, die nicht zeitgemäß sind", sagt Michael Bröcker im turi2 Jobs-Podcast. Der ehemalige Chefredakteur der "Rheinischen Post" steuert nun als Chef­redakteur von The Pioneer das Redaktions­schiff "PioneerOne" von Gabor Steingart. Im Gespräch mit Peter Turi kündigt er einen Vorstoß in digitalen Lokal-Journalismus an. Er sagt, dass "ein guter Newsletter" für eine Stadt als "digitale Tageszeitung" dienen kann und Print nicht mehr nötig sei. Außerdem verrät er, dass Bewegtbild bald eine größere Rolle auf dem Schiff spielt, etwa in Form eines politischen Formats in Kooperation mit Netflix oder verschiedenen TV-Sendern. Für Entlastung soll dann ein zweites Pioneer-Medienschiff dienen, das zurzeit gebaut wird. Die "PioneerTwo", laut Bröcker ein "multimediales Technik-Wunder", soll ab 2024 europäische Wasser­straßen befahren.

Mit verschiedenen Live-Events will Media Pioneer seinen Abonnentinnen einen "Mehrwert" bieten. Es gehe nicht mehr nur darum, "Sender von Information, Kommentaren und Analysen" zu sein. "Journalismus muss Community-building sein", sagt Bröcker. Das wichtigste seien jedoch nach wie vor die Inhalte: "Am Ende jeden journalistischen Models muss es guter Content sein". Für eine gedruckte Tages­zeitung sieht Bröcker keine Zukunft, dennoch sei Print nicht grund­sätzlich tot. Es gebe "viele tolle Magazine und Bücher". Trotzdem ist der Journalist sicher, dass die Zukunft des Journalismus "konsequent digital, live und mobil" ist. Medienunternehmen, die Geld in Technologie, daten­informierten Journalismus, Newsletter und Podcasts stecken, seien "zukunfts­fester aufgestellt".

Durch all die verschiedenen Formate können Journalistinnen heutzutage eine Vielfalt erleben, "die hat es in meinem Volontariat nie gegeben", meint Bröcker. Gerade jetzt könne er jungen Journalistinnen den Einstieg in die Medien­welt besonders empfehlen. Sie sollten dabei allerdings beachten, dass es nicht mehr genüge, einen sehr guten Text zu schreiben: "Du musst in der Lage sein, den Content an den Mann und an die Frau zu bringen." Eine "kleine graue Maus" werde es im Journalismus der Zukunft daher schwer haben.

Der Podcast erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag der Gattung Morgen-Newsletter.
turi2.tv (45-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

“Hierarchie-Stufen sind mir ziemlich schnuppe” – Katherina Reiche über die Führung eines Energiekonzerns.


Tough Cookie: In Zeiten, in denen "die Politik der Wirtschaft misstraut" und umgekehrt, ist es umso wichtiger, "dass man in einem stetigen Austausch ist", sagt Katherina Reiche im turi2 Jobs-Podcast. Deswegen ist die Chefin der E.on-Tochter Westenergie und ehemalige CDU-Politikerin froh, beide Seiten zu kennen. Im Gespräch mit Peter Turi sagt sie, es sei nicht gut, wenn sich jeder in "Filter­blasen" zurückzieht, "wie wir das auch in der Gesellschaft sehen". Einigung sieht sie hingegen in Sachen Klima­schutz. Obwohl Reiche die Bilder aus der Ukraine "tief treffen", beschleunige der Krieg zumindest eins: "Die Überzeugung, dass wir die Energie­wende und den Klima­schutz vorantreiben müssen". Auch die bisherigen Sanktionen gegen Russland im Zuge des Kriegs unterstütze Reiche: "Das schrittweise Vorgehen der Regierung ist gut und klug". Es müsse bedacht werden, dass Gas in Deutschland nicht nur zum Beheizen von Wohnungen und Kranken­häusern genutzt werde, "sondern für deutlich mehr als ein Drittel der Industrie­prozesse". Der Schaden eines unmittelbaren Wegfalls von Gas­lieferungen wäre daher "sehr groß".

Nicht nur in Krisen­zeiten ist es für Reiche wichtig, zu kommunizieren – sowohl intern als auch nach außen. "Kommunikation ist ein absolut wichtiger Baustein, ein Unternehmen erfolgreich zu führen", sagt sie. Eine gute Mitarbeiter­bindung sei nur möglich, "indem man spricht, sich austauscht, zuhört und wertschätzend argumentiert". Auch Fehler sollten diskutiert werden – "nicht, um jemanden bloß­zustellen, sondern um besser zu werden". Um all das gewähr­leisten zu können, braucht es laut Reiche Leidenschaft für Themen, Disziplin, Organisation und "eine gewisse Stress­resilienz". Die 48-Jährige kommuniziere sehr offen und direkt, "Hierarchie-Stufen sind mir ziemlich schnuppe". Ihre Mit­arbeitenden würden sie wahrscheinlich als "tough cookie" bezeichnen. Ihr sei vor allem ein "menschliches Unternehmen" wichtig, "wo man gerne arbeitet".

Als weibliche Führung eines technischen Unternehmens betont Reiche, dass auch Bewerberinnen gerne gesehen sind. "Wir sind ein Unternehmen, wo du als Mädel gut aufgehoben bist." Reiche, selbst Mutter von drei Kindern, möchte Kolleginnen die Chance geben, "Familie und Beruf zu vereinbaren".

Katherina Reiche ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
turi2.tv (42-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de



Text: Pauline Stahl

Mein Podcast-Tipp: Norbert Grundei über “Pivot”.


Wirtschaftstainment: Norbert Grundei verantwortet als Leiter des Programm- und Portfolio­management beim NDR die Audio-, Video- und Digital­angebote des Senders. Er war 2020 Initiator des Erfolgs­podcasts Das Coronavirus Update mit Virologe Christian Drosten. Beim Joggen am Wochenende hört Grundei den Podcast Pivot mit Tech-Journalistin Kara Swisher und Marketing-Guru Scott Galloway, die ihm beweisen, “wie unterhaltsam Tech- und Wirtschafts­journalismus sein kann”. Weiterlesen >>>>

“Stück für Stück das Baby entwickeln” – Peter Schwierz über Neid und Newsletter.


Elektrisierend: "Konzentriere dich auf dein Produkt", empfiehlt Peter Schwierz jeder Gründerin. Unter anderem mit dieser simplen Formel hat der ehemalige turi2-Mitarbeiter aus einem Morgen-Newsletter für E-Mobilität einen Digitalverlag mit 20 Beschäftigten und Millionen-Umsatz geschaffen. Im turi2 Clubraum bespricht der Gründer des E-Auto-Branchendienstes Electrive mit Moderatorin Aline von Drateln die Themen der Woche und schwelgt mit turi2-Verleger Peter Turi anlässlich des 15-jährigen Newsletter-Jubiläums in Erinnerungen. Schwierz war nämlich als einer der ersten Mitarbeiter dabei, als der turi2-Newsletter noch in den Kinderschuhen steckte. Damit, dass es das Format 15 Jahre später noch immer geben wird, habe keiner von beiden gerechnet. "Wir hatten viel Angst, dass der Newsletter auf Dauer nicht funktioniert", erinnert sich Turi. Mittlerweile sind sich Turi und Schwierz einig, dass sie nicht wissen, was den Newsletter ablösen sollte. Schließlich sei das der "direkte Kanal zu jeder Leserin und jedem Leser", meint Schwierz.

Trotz anfänglicher Zweifel beschließt er, sein eigenes Ding zu machen und versendet einen Newsletter für E-Mobilität. Dabei sei nicht einmal klar gewesen, "ob überhaupt das technologische Thema der Elektromobilität kommt". Während er weiterhin bei turi2 arbeitet, investiert Schwierz "mit allem, was rein kam", baut Personal auf und lässt sein Geschäft wachsen. Sein Tipp: "Mit Beharrlichkeit anfangen und Stück für Stück das Baby entwickeln." Sobald "gutes Personal" und ein "funktionierendes Team" da waren, habe er Loslassen müssen. "Da habe ich eine Weile für gebraucht", gibt Schwierz zu. Doch nur so könne er sich wieder mehr auf das Produkt und "Dinge rechts und links davon" kümmern.

Dazu gehört zum Beispiel die Entwicklung weiterer Formate, etwa eine monatliche Online-Konferenz zu bestimmten Themen der E-Mobilität. Von einem eigenen Podcast kann Turi ihn allerdings nicht überzeugen – ein Medium, mit dem Schwierz bisher "nicht warm geworden" ist. Mit einem Print-Produkt liebäugelt er hingegen schon und gibt zu, etwas "neidisch" auf die "schönen Print-Editionen" von Peter Turi zu sein.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche kommt Angelika Gifford, die Europa-Chefin bei Facebook und seit 2021 EMEA-Vizepräsidentin von Meta ist.
turi2.tv (49-Min-Podcast auf YouTube), turi2clubraum.podigee.io, apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Hör-Tipp: Funk startet interaktiven Krimi-Podcast “Schreib mich ab”.

Hör-Tipp: Bei dem interaktiven Krimi-Podcast Schreib mich ab können die Zuhörerinnen über Instagram die weitere Handlung mitbestimmen können. Die Geschichte des Hörspiels ist fiktiv, basiert aber auf einer Recherche des Bayerischen Rundfunks, nach der eine deutschlandweit eingesetzte Lern-App große Sicherheitslücken aufgewiesen hatte. Produziert wird es vom öffentlich-rechtlichen COntent-Netzwerk Funk.
funk.net

Patrizia Schlosser arbeitet in Investigativ-Podcast das Olympia-Attentat auf.

50 Jahre danach: Im BR-Podcast "Himmel­fahrts­kommando" beleuchtet die Journalistin Patrizia Schlosser ab dem 19. Mai das Olympia-Attentat 1972 in München. Sie spricht in acht Folgen mit Geheim­dienstlern, Angehörigen von Opfern, Polizei und Politik. Schlosser moderiert den Podcast gemeinsam mit ihrem Vater, der damals als Polizist in Fürsten­feldbruck eingesetzt war.
per Mail

Podcast “Hoaxilla” kommt als Kurzfilm ins Fernsehen.

Hoaxilla, der skeptische Podcast von Alexa und Alexander Waschkau, kommt als 20-minütiger animierter Kurzfilm ins Fernsehen. "Hoaxilla: Nazis in Neuschwabenland?" läuft am 31. Juli auf The History Channel und YouTube. Macher des Films ist die Produktions­­firma Gary Glotz, die auch schon die Animationsserie des Podcasts produziert.
youtube.com (Trailer, 30-Sek-Video), turi2.de (Background)

“Wer gut schreiben kann, hat einen riesigen Fundus” – Andreas Fischer-Appelt über die Suche nach Talenten.


Unternehmer-Herz: "Ich wollte nie konservativ sein", sagt Andreas Fischer-Appelt im turi2 Jobs-Podcast. Im Gespräch mit turi2-Verleger Peter Turi verrät der Gründer und Vorstand der Agentur­gruppe FischerAppelt, dass er es in manchen Situationen dennoch ist. Grund­sätzlich versuche er, "für das neue zu sein" und "etwas auszuprobieren". Allerdings gebe es auch Dinge, "die muss man sein lassen, weil man die Lebens­erfahrung hat, dass man damit nicht arbeiten kann". Progressivität wollen er und sein Bruder und Mitgründer Bernhard Fischer-Appelt auch bei der Mitarbeiterinnen-Suche zeigen. Ihnen gehe es eher darum, "Top-Talente zu kriegen" und diese an passenden Stellen einzusetzen, als sich auf strikte Stellen­beschreibungen zu versteifen. Dabei muss der Unternehmer mittlerweile "echt dafür werben und etwas bieten", um passende Mitarbeitende zu finden.

Wer in der Kommunikation arbeiten will, sollte sich die Branche anschauen, Kontakt aufnehmen und "herausfinden, was für eine Kultur in der Firma herrscht", rät Fischer-Appelt. Job-Portale allein reichen seiner Meinung nach nicht aus. Wichtiger sei es, mit bestehenden Mitarbeitenden zu sprechen. Großen Respekt habe er vor jungen Bewerberinnen, die schon wissen, was sie können und wollen: "Darauf kannst du aufbauen". Auch "sprachliche Kompetenz" spielt für Fischer-Appelt eine große Rolle. "Wer gut schreiben und erzählen kann, hat einen riesigen Fundus." Das könne sowohl als Journalistin als auch in der Kommunikations-Branche eingesetzt werden.

Einsatz­möglichkeiten gebe es in der Agentur viele: "Wir haben inzwischen bestimmt 50 Berufs­bezeichnungen in der Firma". Fischer-Appelt, der selbst schon als Kind vom Handel fasziniert war, will genau das auch bei seinen Mitarbeitenden sehen. "Die Inspiration unternehmerisch zu denken, Bereiche auszubauen und soziales Engagement zu bringen, wird gefördert." Im Vordergrund stehe bei Fischer-Appelt immer, "moderne PR zu machen, Menschen direkt zu erreichen und Verhaltens­veränderungen durchzuführen".

Andreas Fischer-Appelt ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
turi2.tv (48-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Text: Pauline Stahl

RBB vertont Wagners “Ring des Nibelungen” als Fantasy-Hörspiel in 3D.

Old but Gold: Der RBB bereitet Richard Wagners "Ring des Nibelungen" als 16-teiliges Fantasy-Hörspiel auf. Regisseurin Regine Ahrem hat dazu die Kunstsprache Wagners ins Hochdeutsche übersetzt und neu interpretiert. Der Soundtrack zum Podcast ist ein Mix aus orchestralen Wagner-Original-Passagen und Neukompositionen des Komponisten Felix Raffel. Besonders ist die Aufnahmetechnik mithilfe eines künstlichen Kopfes, die ein dreidimensionales Hörerlebnis ermöglicht.
presseportal.de

Newsletter-Promi-Tipp von Frank Behrendt.

Newsletter-Promi-Tipp: Frank Behrendt gilt als begnadeter Selbstvermarkter. Er ist freier Senior Advisor bei Serviceplan, schreibt Bücher und Kolumnen.

Meine Lieblings-Morgen-Newsletter?
Meine Top2: Steingarts Morning Briefing & turi2

Was schätze ich daran?
Den schnellen & kompakten Überblick über Politik bzw. Medienbranche zu meinem heiligen ersten Espresso am frühen Morgen.

Mein Newsletter-Geheimtipp?
Ich als Hörspiel-Junkie & "Die drei ???"-Freak brauche neben harten News aus Politik, Business & Medien auch was, was mich in die Kindheit zurückbringt. Daher: www.play-europa.de

Sind Morning-Podcast der Tod der Morgen-Newsletter?
Nein, ein weiteres nettes News-Familienmitglied. Ich z.B. checke erst die Morning-Newsletter und höre dann auf der Hunderunde zwecks Vertiefung/Ergänzung Heute wichtig mit Michel Abdollahi und Apokalypse & Filterkaffee mit Micky Beisenherz. Dann startet der Tag in Summe mit bestem Infotainment.

Das wünsche ich turi2 zum 15. Geburtstag:
Dass sich die Redaktion die spitze Feder bewahrt. Oft lache ich zum ersten Mal am Morgen über ein gelungenes Wortspiel bei turi2.

Die Promi-Tipps erscheinen im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

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www.Gary-Glotz.de

Katrin Bauerfeind und Sarah Kuttner starten einen gemeinsamen Laber-Podcasts.

Laberinnen-Podcast: Die beiden Moderatorinnen Katrin Bauerfeind und Sarah Kuttner starten am Donnerstag einen "Frauen-Podcast, in dem es sich um mehr als Sex, Kinder und Menstruation dreht", berichtet DWDL. In "Bauerfeind + Kuttner" werde "schonungslos gelabert". Damit wollen sie "die klaffende Lücke" auf dem deutschen Podcast-Markt schließen, dessen Laber-Podcasts meist männlich besetzt sind. Die Vermarktung übernimmt Seven.One Audio von ProSiebenSat.1.
dwdl.de

Hör-Tipp: Jule und Sascha Lobo sehen Podcasts als soziale Medien.

Hör-Tipp: Für Jule und Sascha Lobo sind Podcasts "soziale Tonmedien", sagen sie im Newsfluence-Podcast. Dass jeder auch ohne teures Studio einen Podcast beginnen könne, sei "eine Demokratisierung des Mediums und ein wesentliches Merkmal von Social Media". Die Zahlen zeigten: Der Podcast sei das Newsmedium der Stunde und sein Peak noch nicht erreicht.
podcasts.google.com

Hör-Tipp: Hirnforscher Stefan Kölsch erklärt, wie Musik gesund und glücklich machen kann.

Hör-Tipp: Er glaubt nicht, "dass es so etwas wie unmusikalische Menschen gibt", sagt Hirn­forscher und Musik­psychologe Stefan Kölsch im "Spiegel"-Podcast "Smarter Leben". Musik schaffe nicht nur Gemeinschaft, sondern könne auch motivieren. Dabei helfe die Musik, "die der Stimmung entspricht, in die wir kommen möchten".
spiegel.de (34-Min-Audio)

Hör-Tipp: PR-Urgestein Klaus Kocks arbeitet als Sonderbeauftragter und Hausmeister.

Hör-Tipp: "'Papa, du bist peinlich' habe ich über Jahrzehnte gehört" – die Kinder von PR-Urgestein Klaus Kocks haben laut dessen Aussage seinen Beruf "miterlebt und miterlitten" – was sie aber nicht daran gehindert hat, in die selbe Branche zu gehen. Kocks, der seine Kommunikationsberatung Cato mittlerweile an den Nachwuchs übergeben hat, arbeitet seitdem als "Sonderbeauftragter für schwierige Kunden und Hausmeister".
soundcloud.com via pr-journal.de (27-Min-Podcast)

Michelle und Barack Obama brechen mit Spotify.

Ausgelauscht: Polit-Podcaster Michelle und Barack Obama verlängern ihren Exklusivertrag mit Spotify ab Oktober nicht, meldet Bloomberg. Die Produktionsfirma der Obamas, Higher Ground Productions, bestätigt das Aus. Grund sind Unstimmigkeiten über Vertragskonditionen. Der Ex-US-Präsident und seine Frau wollen künftig mit neuen Partnern zusammenarbeiten.
bloomberg.com via spiegel.de, turi2.de (Background)

“Tagesschau” startet Auslandspodcast “Ideenimport”.

Tagesschau startet den Podcast "Ideenimport" über Lösungen und Vorbilder aus der ganzen Welt. Input liefern die ARD-Auslandskorrespondentinnen, die Moderation übernehmen im Wechsel Selina Rust (Foto), Nasir Mahmood, Jenny Barke und Jessica Brautzsch. Die erste Folge erscheint am Freitag und fragt, was Deutschland von der Flüchtlingspolitik anderer Länder lernen kann.
presseportal.de

Tipp-Tipp: Die “Süddeutsche” empfiehlt Podcasts über die Pornoindustrie und intime Gespräche.

Tipp-Tipp: Fünf Redakteurinnen der "Süddeutschen Zeitung" empfehlen fünf Podcasts, in denen über Sex und Erotik gesprochen wird. Zum Beispiel liest in My Dad Wrote A Porno der Moderator die erotische Novelle seines Vaters und in der neusten Folge vom Poppcast spricht die Moderatorin mit ihren Freundinnen über die Geschichten hinter ihren Sextoys.
sueddeutsche.de

Hör-Tipp: Wieso Rechtsextremismus und Esoterik oft Hand in Hand gehen.

Hör-Tipp: Auf "Querdenken"-Demos gehen Rechte und Natur­romantiker Hand in Hand. Beide Gruppen glauben, "unsere Natur ist gut, die Heidi braucht keine Schulmedizin", sagt Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit im "Spiegel"-Podcast "Im Verhör". Er spricht darüber mit "Spiegel TV"-Reporterin Marie Groß (Foto), die auf den Demos erkannt hat, dass die Esoteriker "weit entfernt sind von der Wirklichkeit".
spiegel.de (51-Min-Audio)

Mein Podcast-Tipp: Peter Turi über “Geschichten aus der Geschichte”.


Mein kleiner Zeit-Urlaub: Peter Turi ist Gründer und Geschäftsführer des Fachverlags turi2 und kam erst mit dem Hype um die Audio-App Clubhouse Anfang 2021 zum Podcast-Hören. Sein Liebling ist der Historiker-Podcast Geschichten aus der Geschichte, mit denen er von den Aufgeregtheiten des Tagesnews-Geschäfts abschaltet. Turis Podcast-Tipp ist der Auftakt der neuen Reihe Mein Podcast-Tipp, in der Meinungs­macherinnen der turi2-Community ihre Lieblings-Podcasts vorstellen. Weiterlesen >>>

“Eine Karriere ist ein Marathonlauf” – Christof Ehrhart über die Entscheidung zwischen Journalismus und PR.


Blick auf die Zielgerade: Junge Menschen in der Kommunikations­branche sollten frühzeitig ihr "Ambitionsniveau" festlegen, rät Christof Ehrhart, Chefkommunikator von Bosch im turi2 Jobs-Podcast. Er fragt den Nachwuchs immer: "Wo sehen Sie sich im Scheitelpunkt Ihrer Karriere?" – und ist überrascht, "wie selten jemand eine Vision hat", erzählt er turi2-Gründer Peter Turi. Ehrhart betrachtet seine eigene Karriere als Marathonlauf. Ihm sei früh bewusst gewesen, was er erreichen will und was er bereit ist, dafür zu tun. Und: "Ich muss auch für die hinteren Kilometer noch Energie übrig haben."

Ehrhart, ein "klassisches Lower-middle-class-Kid“, studiert Politikwissenschaft und arbeitet als TV-Journalist, bevor er sich in die raue Welt von Tabak und Arzneimitteln begibt, um auch Kommunikation im Gegenwind zu beherrschen. Seit 2019 ist er Leiter der Unternehmens­kommunikation beim Technik-Konzern Bosch. Peter Turi will von ihm, der beide Seiten kennt, wissen, wer denn im Journalismus, wer in der PR besser aufgehoben ist. "Wenn jemand Lust hat, die Welt mit guter Kommunikation zu einem besseren Ort zu machen, dann muss er nicht unbedingt Journalist werden", ist Ehrhart überzeugt. Er kann in seinem Job an vielen Stellen darauf verweisen, welche Folgen eine wirtschaftliche oder politische Entscheidung hat.

In der Unternehmens­kommunikation könne er zudem etwas "mit aufbauen". In dieser Rolle fühle er sich wohler als in der des Beobachters, die er als Journalist hatte. So oder so: Jede Erfahrung sei wertvoll gewesen für seine Karriere. "Alte Zirkuspferde erschrecken nicht so schnell, wenn es knallt und blitzt", sagt er. Auf Trends springe er nicht hastig auf, was aber nicht bedeutet, dass er die PR bei Bosch nicht weiterentwickeln will. Das bloße Fokussieren auf Zielgruppen habe ausgedient, "Beziehungs­management" sei nun gefragt: Nicht nur große Kampagnen, auch direkte Gespräche zählen.

Das funktioniere besonders gut in einer Firma, die auch intern auf Augenhöhe kommuniziert. Sein neuer Chef Stefan Hartung sei der erste, den er von Anfang an duze. Und: "Bei Bosch habe ich die Krawatte für immer ausgezogen." Was nicht bedeute, dass sich Ehrhart nicht gerne schick anziehe, betont er. Während des Studiums habe er immerhin in einer Herrenmoden­abteilung gejobbt. "Wenn man Fragen wie 'Steht mir das?' beantworten kann, kann man auch die Kommunikation eines Weltkonzerns leiten", witzelt er.

Christof Ehrhart ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
turi2.tv (45-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Text: Nancy Riegel


“Der schönste Text, den ich jemals bearbeiten durfte” – Oliver Wurm über das Grundgesetz und Gedichte.


Druck von allen Seiten: Das Grundgesetz als Magazin herauszubringen, war definitiv die verrückteste Idee, die Independent-Verleger Oliver Wurm jemals hatte, erzählt er Pauline Stahl und Markus Trantow im turi2 Clubraum. "Diejenigen, die damals gesagt haben, 'das wird funktionieren', kann ich an einer Hand abzählen – und da bin ich selbst viermal dabei." Das Risiko, dafür einen sechsstelligen Kredit aufzunehmen, habe sich allein deshalb schon gelohnt, weil das Grundgesetz "der schönste Text ist, den ich jemals bearbeiten durfte" – und am Ende wartete auch noch das Bundesverdienstkreuz auf den Verleger. Ein "derzeit großer Flop" in seinem Sortiment ist hingegen die Bibel, die er als Neues Testament als Magazin an die Kioske gebracht hat.

Der Erfolg seiner Hefte sei eben oftmals abhängig von Krisen und Skandalen, erzählt Wurm im Podcast. Als die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona starb, war das zwar gut für die Verkaufszahlen des Biographie-Magazins, aber erschütternd für den Fußball-Fan. Mit dem Sammelbildchen-Anbieter Panini produziert er seit Jahren regionale Stickeralben. Das Geschäft mit den Sticker-Alben zur Fußball-EM in Deutschland haben die Italiener an Topps aus den USA verloren. Doch Wurm ist sich sicher: "Der Kult um Panini ist auch durch den Rechteverlust unkaputtbar". Dem können seine Gesprächspartner Pauline Stahl und Markus Trantow zustimmen – auch, wenn sie selber keine Fußball-Fans sind.

Zu einer seiner jüngsten Ideen, dem Magazin Dreizehn +13 Gedichte, wurde Wurm von Gerhard Schröder inspiriert – "auch, wenn es schlecht gealtert ist", dies zu erzählen. Dessen Frau Soyeon Schröder-Kim hatte im zweiten Lockdown ein Instagram-Video hochgeladen, in dem der Altkanzler Rainer Maria Rilkes Gedicht "Herbsttag" rezitiert. Es habe ihn "regelrecht angemacht", wie passend und aktuell dieses Gedicht auf die heutige Zeit passt, erzählt Wurm – und deshalb 13 klassische Werke und ebenso viele zeitgenössische Gedichte in ein Heft gepackt.

Wurm vereint mit seinen Magazinen viele Leidenschaften. "Ich arbeite zu viel, ich arbeite zu hart, und brauche dringend eine Pause, sonst frisst mich die Arbeit auf", wird ihm immer wieder bewusst. Ausgleich findet er im Meditieren, Wandern und in der Familien-Chat-Gruppe, die ihn immer mit dem besten Klatsch aus seinem Heimatdorf versorgt.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche macht der Podcast Oster-Pause, in zwei Wochen ist dann die Investigativjournalistin Isabell Beer zu Gast. Sie spricht über ihre Arbeit und die Themen der Woche mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow und seiner Co-Hostin Annkathrin Weis, die man aus dem "Journalist"-Podcast "Druckausgleich" kennt.
turi2.tv (49-Min-Podcast bei YouTube), turi2clubraum.podigee.io (Audio-Podcast), apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de


“SZ Magazin” lanciert ersten Exklusiv-Podcast über Amolauf in Erfurt.

Mitten­drin: Das "SZ Magazin" startet die Podcast-Serie "71 Schüsse" zum Amok­lauf in Erfurt, der sich Ende April zum 20. Mal jährt. Redakteur Marcel Laskus war damals selbst Sechst­klässler am betroffenen Gymnasium und führt als Host durch die wöchentlich erscheinenden sieben Episoden. "71 Schüsse ist der erste "SZ"-Podcast hinter der Bezahl­schranke.
sueddeutsche.de

“Hater kann ich unter ‘Spinner’ ablegen” – Awet Tesfaiesus über ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete.


Meilenstein-Setzerin: Awet Tesfaiesus hat öfter mit dem Gedanken gespielt, Deutschland zu verlassen, sagt die Bundestags-Abgeordnete im turi2 Jobs-Podcast. Als Abiturientin habe sie das erste Mal gedacht: "Ich habe keine Chance in diesem Land, in dem Asylbewerber-Heime angezündet werden und Menschen drumherum applaudieren." Mit Aline von Drateln spricht die gebürtige Eritreerin über die Einsicht, die sie letztendlich hatte: "Vor Rassismus kann man nicht weglaufen." Also beschließt Tesfaiesus "daran mitzuwirken, etwas zu verändern". Ihrer politischen Karriere helfe es, dass sie Juristin ist. Die Arbeit mit den Gesetzen sei ihr bekannt, "ich kann mich damit schnell anfreunden". Ansonsten brauche sie vor allem die persönliche Erfahrung als schwarze Frau, "um zu erkennen, wo Veränderung nötig ist".

Seit September sitzt Tesfaiesus für die Grünen als erste schwarze Frau im deutschen Bundestag. Sie habe nicht jahrelang auf das Mandat hingearbeitet: "Das war eine kurzfristige Entscheidung." Grundsätzlich sei sie aus "recht unpolitischen" Gründen in der Partei gelandet und habe sich aus Zeitmangel anfangs wenig eingebracht. Erst 2016, mit dem Einzug der AfD ins Kasseler Stadtparlament, wird Tesfaiesus aktiver. Als schwarze Frau möchte sie der AfD gegenübersitzen und "den Gegenpart bilden". Der Anschlag in Hanau 2020 rüttelt Tesfaiesus schließlich wach. "Das hat mich emotional so getroffen, dass ich das System verändern wollte."

Den Hass im Netz, den sie in ihrer Position als schwarze Politikerin erfährt, blendet Tesfaiesus aus. "Hater kann ich unter 'Spinner' ablegen." Worüber sie sich wirklich ärgere, sei der Rassismus im Alltag. Menschen, "die meinen, es sei nicht so schlimm", oder die "selbst nicht erkennen, wenn etwas rassistisch ist" – das präge ihren Alltag und "erniedrigt unsere Chancen".

Awet Tesfaiesus ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17 – das kostenlose E-Paper gibt es hier. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
turi2.tv (35-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Text: Pauline Stahl