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ARD benennt “Börse vor Acht” in “Wirtschaft vor Acht” um.

Wirtschaftlich: Statt "Börse vor Acht" läuft vor der "Tagesschau" bald "Wirtschaft vor Acht" im Ersten. Der hessische Rundfunk produziert das Format weiterhin in der Frankfurter Börse, aber der Fokus liegt auf Wirtschaftsthemen des Alltags. Filme und Grafiken sollen dem Publikum Zusammenhänge erklären. Außerdem kommt das Thema Ökologie als Schwerpunkt dazu.
dwdl.de

ARD-Doku: 125 Beschäftigte der Katholische Kirchen outen sich als queer.

Regenbogen-Kirche: Das Erste zeigt am Abend die Doku Wie Gott uns schuf, in der sich 125 Beschäftigte der Katholischen Kirche als queer outen. Unter ihnen sind Priester, Ordensbrüder, Religionslehrer und Kindergärtnerinnen. Parallel veröffentlichen sie ein Manifest, in dem sie fordern, offen leben und arbeiten zu können, sowie den Zugang zu den Sakramenten. Queere Beschäftigte der Katholischen Kirche müssen bisher arbeitsrechtliche Konsequenzen fürchten.
tagesspiegel.de, daserste.de (Das Erste, 20.30 Uhr)

Update: Ursprünglich war die Ausstrahlung erst für 22.50 Uhr geplant.

Zitat: Durch die Mediathek löst sich der “Konflikt Erstes gegen Dritte” auf, sagt Jörg Schönenborn.

"Der Konflikt Erstes gegen Dritte löst sich über die Mediathek langsam auf."

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn sagt im DWDL-Interview, es sei "vor einigen Jahren" noch "unvorstellbar" gewesen, dass der WDR und andere Anstalten ihre eigenen Mediatheken zugunsten der gemeinsamen ARD-Mediathek aufgeben. Die Dritten seien zu "exzellenten Doku-Anbietern geworden, weil dafür im Ersten nicht viel Platz war".
dwdl.de

Debatte: Kritikerinnen der Öffentlich-Rechtlichen halten sich mit konkreter Kritik zurück.

Große Klappe, nichts dahinter? Jüngste Kritikerinnen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben keine Ahnung, wovon sie reden, schreibt "taz"-Redakteur Peter Weissenburger. Die CDU-Sachsen-Anhalt habe kein klares Konzept zur Reform des Ersten vorgelegt, "aber das mit dem Klimaschutz und der Gendersprache hat man zum Glück mal untergebracht". Politikerinnen würden nur vage Rundfunk-Kritik äußern, für den "Kleinkram der Bilanzen" interessiere sich bei "hiesigen und anderen populistischen Rundfunkdebatten" niemand: "Denn würde man konkret werden, hätte man ja wieder die Mehrheit gegen sich."
taz.de, turi2.de (Background)

turi2 edition #16: Carolin Kebekus über Glaube und Gleichberechtigung.


Schluss mit lustig: Carolin Kebekus ist Feministin, Katholikin und eine der erfolgreichsten deutschen Komikerinnen. Im Interview mit turi2 Vize-Chefredakteurin Elisabeth Neuhaus für die turi2 edition #16 spricht sie über alte weiße Menschen, Gott und den Wert von Witzen in schweren Zeiten. Und sie sagt, wann bei ihr Schluss mit lustig ist: “Wenn Provokation keinen Sinn mehr erkennen lässt und nach unten tritt.” Weiterlesen >>>

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #16 über Nachhaltigkeit. Hier geht’s zum kostenlosen E-Paper.

T-Online und Medieninsider: Julian Reichelt bandelt mit Milliardär und Senderbesitzer Frank Gotthardt an.

Reichelt in Rheinland-Pfalz: Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt bandelt laut Recherchen von T-Online und Medieninsider beruflich mit dem Milliardär und Fernsehsender-Besitzer Frank Gotthardt an. Gotthardt und Reichelt hätten gemeinsam zu Abend gegessen, beide wollen sich auf Anfrage nicht "zu privaten Treffen äußern". T-Online vermutet, Reichelt könne "der richtige Mann" sein, um Gotthardts TV-Ambitionen zu unterstützen. Gotthardt komme wiederum als Investor für Reichelts angekündigte eigene Plattform in Frage.
t-online.de, turi2.de (Background)

RTL will beim neuen Führungsteam in Sachen Diversity nachbessern.


Frauen-Flaute: Das neue RTL-Führungsteam stellt sich selbst per Mail an die Belegschaft die Diagnose, "nicht divers genug" zu sein. Erst vor wenigen Tagen war die neue Führungsriege um Matthias Dang und Stephan Schäfer bekannt gegeben worden – bestehend aus 18 Männern und nur vier Frauen. "Bissige Kommentare" von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Intranet sollen die Spitze laut "Wirtschaftswoche" "zur Selbstkritik" bewogen haben.

In den kommenden Wochen wolle sich RTL "ernsthaft mit dem Thema befassen" und bittet dabei um Unterstützung: Angestellte sollen Ideen und Vorschläge einreichen. "Mit Blick auf Diversität" habe die Besetzung des Führungsteams "eine lebendige Diskussion im Unternehmen ausgelöst", bestätigt RTL. Die Geschäftsführung werde zu dem Punkt "weiter intensiv arbeiten".
wiwo.de, turi2.de (Background)

“Bild”-Talk “Viertel nach Acht” kommt im TV erst um 23.15 Uhr.

Bild TV nimmt den Krawall-Talk Viertel nach Acht aus der Primetime und zeigt um 20.15 Uhr lieber Dokus und andere Formate. "Der Talk, der Schlagzeilen macht" ist ab kommender Woche um 20.15 Uhr nur noch live bei YouTube zu sehen, im linearen TV-Programm erst um 23.15 Uhr. Statt ursprünglich fünf gibt es nur noch drei Ausgaben pro Woche. Die TV-Einschaltquoten lagen zuletzt oft im nicht-messbaren Bereich. Bei YouTube kommen die bisher 76 Folgen immerhin auf insgesamt 40 Millionen Views.
clap-club.de, dwdl.de, wunschliste.de, youtube.com (1-Min-Trailer)

Debatte: Deutsche TV-Moderatoren sind meistens alt, beobachtet Aurelie von Blazekovic.

Rentner-Fernsehen: Im deutschen TV sind größtenteils alte Moderatoren zu sehen, schreibt Aurelie von Blazekovic. Für den "Lagerfeuereffekt", also um eine Gesellschaft zusammenzubringen, setzen die Sender auf "altbekannte Gesichter" wie Thomas Gottschalk oder Günther Jauch. Das offenbare ein "großes Versäumnis, nämlich fehlenden Mut und Vertrauen für junge Fernsehmacher".
sueddeutsche.de

Zitat: Florian Silbereisen will der Yellow-Press kein Futter geben.

"Ich würde mich gern mit den Fans mehr austauschen, aber jedes Wort, das ich auf Instagram oder sonstwo sage, schlachten ja dann hundert bunte Blätter aus. Ich muss bei jedem Halbsatz aufpassen."

Moderator und Entertainer Florian Silbereisen sagt im "stern"-Interview, dass er der Yellow-Press keine Legitimation für Berichte über sein Privatleben geben will. Letztlich sei er aber "auch zu faul dafür", in seiner Freizeit zu überlegen, was er posten könnte.
"stern" 4/2022, S. 33-37 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview

zum Leben unter Beobachtung:
"Ich stehe oft unter Beobachtung, und dass Paparazzi gegenüber im Wald ein Camp aufschlagen und gucken, wer bei mir ein und ausgeht, ist ein Preis, den ich leider zahlen muss. Ich suche mir dann einen Berg zum Wandern, der muss ein bisschen steiler sein, da kommen die dann eh nicht mit."

zu vernichtenden Kritiken:
"Was ein paar Kritiker sagen, beeinflusst mich nicht. Ich denke, ich bin manchmal näher am Geschmack der Zuschauer als manche Kritiker. Wenn die ganz stark draufhauen, weiß ich schon: Oh, das könnte erfolgreich werden!"

über unkritisches Management:
"Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass sich so viele Künstlerinnen und Künstler ein Umfeld schaffen, in dem alle immer nur Ja sagen und alles super finden. Sie bezahlen Menschen dafür, ihnen zu sagen, dass das, was sie machen, super ist? Das ist doch dumm! Wenn ich jemanden an meiner Seite habe, der mit mir eine Strategie verfolgt, brauche ich jemanden, der mir den Spiegel vorhält! Wenn man nur in seinem Tunnel rennt, merkt man nicht mehr, was links und rechts passiert."

über Authentizität:
"Ich bin kein Schlagersänger, der eigentlich lieber Popsänger wäre. Ich mag, was ich tue, und ich spiele keine Rollen dabei."

Debatte: Jochim Huber versteht nicht, warum das ZDF “Die Wannsee-Konferenz” am falschen Tag zeigt.

Falsches Datum: Der Journalist Joachim Huber fragt sich in einem Tagesspiegel-Artikel, warum das ZDF die Produktion "Die Wannsee-Konferenz" nicht am 20. Januar, dem 80. Jahrestag der Konferenz, im linearen Programm zeigt, sondern erst vier Tage später. Huber meint, den ZDF-Zuschauerinnen könne man den Tausch von "Bergdoktor" gegen "Wannsee-Konferenz" zu muten, allerdings erfordere dies auch, "dass der Sender über seinen Programmier-Fokus in die historische Weite springt".
tagesspiegel.de

Lese-Tipp: Wie es sich im Krimi-Hotspot Berchtesgaden lebt.

Lese-Tipp: Berchtesgaden ist ein beliebter Schauplatz von Krimi-Drehs, sei es für ZDF oder Netflix. Das sei gute Image-Werbung für die Region, andererseits "auch manchmal nervig" für die Anwohnerinnen, berichtet Bürgermeister Franz Rasp im DWDL-Interview. Mit TV-Klischees wie den "bockigen Bergbewohnern" und der "Sünd‘ auf der Alm" kommt er klar – mit Möchtegern-Influencern im Naturschutzgebiet nicht.
dwdl.de

Journalist Jörg Gehlen, 69, ist tot.

Jörg Gehlen, 69, ist tot. Der Journalist ist heute in Saarbrücken gestorben, teilt der SR mit. Gehlen begann seine Karriere beim SR-Hörfunk, wo er Ende der 1960er Jahre den damaligen "Aktuellen Dienst" mitgründete. Von 1981 bis 1991 war er Redakteur für die Abteilung "Aktuelles und Sport". Danach übernahm er die Leitung der Ab­teilung "Zeit­geschehen", bis er 2003 Bereichs­leiter für das Landes­programm wurde. Gehlen war außerdem Chef des "Aktuellen Berichts" und moderierte die Sendung. Er ging 2011 in den Ruhe­stand.
sr.de

Christian Scholz und Matthias Lange übernehmen Geschäftsführung der BurdaStudios.

Aus eins mach zwei: Eine Doppelspitze bestehend aus Christian Scholz (Foto) und Matthias Lange leitet künftig die BurdaStudios anstelle von Hans Fink, der das Unternehmen im Herbst verlassen hat, um sich selbstständig zu machen. Scholz und Lange haben zuletzt das operative Geschäft der Produktionsfirma verantwortet. Das Duo will u.a. den Unterhaltungsbereich ausbauen.
burda.com

Philipp Steffens und Julie Link gründen Produktionsfirma Glisk.

Und Action! Der ehemalige RTL-Fictionchef Philipp Steffens und Ex-Managing Director der Splendid Studios, Julie Link, haben eine neue Produktionsfirma gegründet. Glisk sitzt in Köln und läuft unter dem Dach der französischen Produktionsfirma Federation Entertainment. Geplant sind eigene Produktionen für den deutschen und internationalen Markt. Zudem will Glisk als Talentschmiede fungieren.
dwdl.de

Lese-Tipp: Wie RT DE an eine Sendeerlaubnis kommen will.

Lese-Tipp: Der russische Auslandssender RT ist bisher an seinem deutschsprachigen TV-Programm gescheitert – mangels Rundfunklizenz. Mittlerweile ist es ein "Ringen zwischen Russland und den Behörden geworden", schreibt Silvia Stöber. Auf tagesschau.de erklärt sie die Bemühungen des Kreml-nahen Nachrichten­kanals, um doch noch eine Sende-Erlaubnis zu bekommen.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Debatte: Wikimedia lehnt Lizenzen auf Kosten der Filmschaffenden ab, schreibt David Bernet.

Wikimedia setzt bei der Kommerzialisierung ihrer Inhalte auf "öffentlich-rechtliche Gratiswaren", schreibt Filmemacher und Ko-Vorsitzender der AG DOK David Bernet. Auf Kosten der Filmschaffenden lehne die Organisation hinter Wikipedia die Lizenzierung geschützter Werke ab, um vor allem Dokumentationen kostenfrei anzubieten. Das sei ein "gutes Geschäft" für Wikimedia, ein "katastrophales" für die Produktionslandschaft.
faz.net

Sebastian Pufpaff fällt wegen Corona bei “TV Total” aus, ProSieben verspricht Ersatz.

Virus Total: "TV Total"-Moderator Sebastian Pufpaff ist "an Corona erkrankt", teilt ProSieben mit und kündigt für die Sendung morgen "einen fantastischen Ersatz" an. Die Show solle auf jeden Fall stattfinden, klar ist nur: Stefan Raab wird nicht einspringen – "Er hat mittwochs immer Maniküre", scherzt der Sender bei Twitter.
dwdl.de, t-online.de

Nielsen: Werbeumsätze steigen um 6,6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Werbung: Insgesamt 37,9 Mrd Euro Brutto setzen deutsche Medien 2021 in Anzeigen um – ein Plus von 6,6 % im Vergleich zum Vorjahr, melden die Analysten von Nielsen. Den größten Zuwachs verzeichnet TV mit 12,7 %, gefolgt vom Kino mit 9 % Plus. Zeitschriften steigern ihrem Umsatz um 2,6 %. Ein Minus gibt es dagegen bei Radio (-0,7 %) und Prospekten (-9,3 %).
meedia.de

Sky kooperiert mit Vodafone und Leonine Studios.

Sky bietet seinen Entertainment-Sender Sky One künftig als Teil des Pay-TV-Pakets von Vodafone an. Teil der Kooperation sind auch gemeinsame Marketing-Aktivitäten und der Ausbau individueller Angebote für die Vodafone-Kundschaft. Gleichzeitig baut Sky seine Kooperation mit den Leonine Studios aus und sichert sich Pay-TV- und Streamingrechte an Leonine-Produktionen u.a. von Roland Emmerich und Guy Ritchie.
dwdl.de (Vodafone), digitalfernsehen.de (Leonine Studios)

Hör-Tipp: Wie “Sportstudio”-Moderator Dieter Kürten den heutigen Fußball sieht.

Hör-Tipp: Der langjährige Moderator des "Aktuellen Sportstudios" im ZDF, Dieter Kürten (Foto), plaudert im Podcast "Schröder trifft" von VRM-Chefredakteur Stefan Schröder über seinen Karriereweg, seinen katholischen Glauben und den frühen Verlust seiner Eltern. Viele seiner Gäste seien nur ins "Sportstudio" gekommen, weil sie wussten, dass sie nach der Sendung noch zusammen Trinken gehen würden, sagt Kürten. Dort habe er dann Geschichten erfahren, welche die Gäste vor der Kamera nicht erzählt hätten. Beim Fußball fehlen Kürten heute oft die Leichtigkeit und der Spaß am Spiel. Gewinnen wollen sei ok, "aber nicht um jeden Preis".
wiesbadener-kurier.de (60-Min-Audio)

“Langfristige Vision”: Sachsen-Anhalts CDU plädiert für eine Abschaltung des Ersten.

Letzte Runde fürs Erste? Die CDU in Sachsen-Anhalt liebäugelt mit dem Gedanken, Das Erste als eigenständigen Kanal langfristig abzuschaffen, berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung". Demnach habe sich die Landtagsfraktion hinter einen entsprechenden Vorschlag von Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra, ebenfalls aus der CDU, gestellt. Das ZDF und die Dritten sollen übrig bleiben, letztere sollen ein "Das Erste mit regionalen Schwerpunkten" werden. Die Abschaltung des Ersten sei eine "langfristige Vision", sagt Parlamentsgeschäftsführer Markus Kurze: "Wir wissen, dass wir das politisch derzeit nicht umsetzen können. Aber das ist unser Fernziel." In einer Pressemitteilung reagiert die Partei auf die Berichterstattung der "Mitteldeutschen Zeitung" und versucht, zu beschwichtigen: "Von einer jetzigen Abschaltung des Ersten war niemals die Rede und wurde auch nicht beschlossen", betont Kurze darin. Dabei war in dem Bericht von einer "jetzigen Abschaltung" überhaupt keine Rede.

Kurze wirft den öffentlich-rechtlichen Sendern vor, sich zu sehr von ihren Zuschauenden entfernt zu haben. Minderheitenmeinungen würden "stärker vorkommen als die Meinung der Mehrheit", zitiert die "Mitteldeutsche Zeitung" Kurze. "Zum Beispiel sollten die Sender nicht nur diejenigen zu Wort kommen lassen, die immer noch mehr und mehr Klimaschutz wollen, sondern auch diejenigen, die das bezahlen müssen." Kurze stört sich auch an der Gender-Sprache von öffentlich-rechtlichen Journalistinnen, die Sender sollten darauf verzichten und "ihre Kraft auf den Kernauftrag richten".
mz.de, presseportal.de, dwdl.de, cdufraktion.de

ARD-Gremien wollen an der Unterhaltung festhalten.

Unterhaltung soll bleiben: Die Vorsitzenden der gesetzlichen Aufsichtsorgane der ARD-Anstalten wollen an dem Unterhaltungs-Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen festhalten. "Jede Verengung, zum Beispiel auf einen elitären Unterhaltungsbegriff, ist abzulehnen", heißt es in einem Statement zu den Reformplänen der Länder. Auch eine "trennscharfe Abgrenzung unterschiedlicher Genres" sei weder "praktisch leistbar, noch rechtssicher durchführbar". Unterm Strich sehen die ARD-Gremien in dem Entwurf des Medienänderungsstaatsvertrags "die Chance auf eine grundlegende, zukunftsweisende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks".
presseportal.de, ard.de, dwdl.de

Spiegel TV verteidigt nachgestellte Demo-Szene.

Spiegel TV verteidigt seinen Plan, eine Demo-Szene für die ZDF-Sendung "Terra Xpress" mit Komparsen nachzustellen. In sozialen Netzwerken war der Vorwurf aufge­kommen, Spiegel TV würde Teilnehmerinnen echter Demos bezahlen. Dem wider­spricht Spiegel TV in einer Stellung­nahme und stellt klar, dass die Szene in der Sendung explizit als "nachgestellt" gekennzeichnet würde.
dwdl.de

Debatte: Vaunet sieht die duale Medienordnung in Gefahr.

Privatsache: Der Privatsender-Verband Vaunet kritisiert, dass die Vorschläge der Länder für eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks die Medienordnung zulasten der privaten Anbieter verschieben. Der Verband fordert ein vollständiges Verbot von Werbung bei ARD und ZDF und eine starke Begrenzung im Radio. Der Gesetzgeber müsse Radio und Audio separat berücksichtigen und die Präsenz von ARD und ZDF auf Drittplattformen generell überdenken.
presseportal.de (Medienordnung), presseportal.de (Radio/Audio)

“stern TV”-Redaktion grenzt sich von “stern TV” aus RTL-Produktion ab.

Krieg der TV-Sterne: Die Produktions­firma i&u TV, Produzent von "stern TV" am Mittwoch, distanziert sich von der gestrigen Sonntags­ausgabe mit Frauke Ludowig und Nikolaus Blome. "Die inhaltliche Ausgestaltung sowie die Auswahl der Themen und Gäste verantwortet die Redaktion von RTL", schreibt "stern TV" bei Twitter. Alexander Krei sieht darin einen "etwas verzweifelten Versuch" der Produktions­firma, "drohenden Schaden von sich und der eigenen Sendung abzuwenden", wenn durch zunehmende TV-Präsenz des "sterns" die Marke "stern TV" verwässert werde.
dwdl.de, twitter.com/sterntv

Zitat: Talkshows sind von neuer Vorsicht geprägt, sagt Günther Jauch.

"Heute sind Diskussionen sicher oft von der Vorsicht getragen, was man besser nicht sagt oder was nicht angesagt ist."

Moderator Günther Jauch spricht im "NZZ"-Interview über neuen Journalismus und den Wandel, den er für Talkshows mit sich bringt. Die Achtsamkeit innerhalb der Gespräche "präge viele politische Protagonisten", Sprache sei "immer glattgeschliffener".
nzz.ch

Julian Reichelt kündigt Comeback mit eigener Plattform an.


Servus, Zukunft! Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt kündigt bei seinem ersten TV-Auftritt nach dem Abgang bei Springer ein Comeback mit eigener Plattform an. In der Diskussionssendung "Links.Rechts.Mitte" beim österreichischen Sender Servus TV sagt Reichelt, er arbeite derzeit an "etwas Neuem" und spreche mit "spannenden, jungen Kollegen und Kolleginnen". Er erlebe, dass Journalismus, "der nach den Fakten sucht und sagt, was ist", eine Marktlücke geworden sei. Wie schon früher bei "Bild" und Bild TV zeigt sich Reichelt angriffslustig und übernimmt die Show – zumindest, was den Wortanteil angeht. Den Gerüchten, er würde bei Servus TV anheuern, widerspricht Reichelt und bezeichnet Investigativ-Journalist David Schraven, der einen potenziellen Wechsel nach Österreich auf Twitter thematisiert hatte, als jemanden der abends "bissel dösig" auf der Couch liege und etwas schreibe, das "frei erfunden" sei.

Seinen Rauswurf bei "Bild" findet Reichelt falsch, die Vorwürfe des Machtmissbrauchs gegenüber Frauen bezeichnet er als "perfide, erfundener Quatsch". Er habe während seiner Zeit bei "Bild" mit "absolut herausragenden Frauen" gearbeitet und dazu beigetragen, Frauen­karrieren zu ermöglichen, die vorher "leider und fälschlich" nicht möglich gewesen seien. Schuld an seinem Rauswurf sei viel mehr ein politisches Klima, "in dem man dankbar dafür ist, wenn kritische Stimmen verstummen". Er sieht sich als Opfer "besonders linker Argumentation", die Vorwürfe in einer Art und Weise verbreite, dass "man sich dagegen nicht mehr wehren kann". Dass das bei ihm funktioniert hat, sei zwar bedauerlich, in einer Zeit "voll mit Cancel Culture" aber nicht verwunderlich. (Bild: Screenshot Servus TV)
servustv.com (65-Min-Video), derstandard.at

Debatte: Zu wenige Frauen moderieren Unterhaltungs-Shows, findet Peer Schader.

Mehr Frauen, bitte: Moderatorinnen großer Unterhaltungs-Shows sind im deutschen Fernsehen noch immer "gesondert erwähnungsbedürftig", schreibt Peer Schader bei DWDL. Die Sender sollten Frauen wie Palina Rojinski oder Jeannine Michaelsen öfter auf die Bühne holen. Der Mangel an Frauen gelte vor allem für die öffentlich-rechtlichen Sender, obwohl es fernseh-historisch belegt sei, "dass Frauen genauso gut" und "bei manchem Format vielleicht sogar: besser" geeignet seien, um durch die Sendung zu führen.
dwdl.de

Hör-Tipp: “Die Medien-Woche” beschäftigt sich mit der neuen RTL-Führung.

Hör-Tipp: Meedia-Chefredakteur Stefan Winterbauer (Foto) und "Welt"-Medienredakteur Christian Meier analysieren in der aktuellen Folge "Die Medien-Woche" u.a. die neue, überwiegend aus Männern bestehende, Manager-Riege von RTL. Viele Gruner+Jahr-Leute, die von Fernsehen "vorher noch nicht so viel Ahnung hatten", hätten nun plötzlich das Sagen bei RTL. Vielleicht solle damit "der Beweis angetreten werden, dass man die gar nicht braucht", mutmaßt Meier. Winterbauer wundert sich zudem über den zunehmenden "Human-Interest-Journalismus" von RTL und Sat.1, den die Sender aus den 90er-Jahren in die heutige TV-Primetime rübergezogen hätten.
meedia.de (46-Min-Audio), turi2.de (Background)

TV-Tipp: “Der heiße Stuhl” kommt zurück bei “stern TV”.

TV-Tipp: In der neuen Sonntagsausgabe von "stern TV" (22.15 Uhr) wärmt RTL den Heißen Stuhl auf. Der Dresdner Querdenker Marcus Fuchs muss in der Sendung mit Frauke Ludowig und Nikolaus Blome seine Position gegenüber Andersdenkenden vertreten. 2016 hatte RTL mit "stern TV"-Stamm-Moderator Steffen Hallaschka bereits ein einmaliges Comeback der Sendung versucht. Von 1989 bis 1994 hat RTL auf den heißen Stuhl insgesamt 159 Menschen mit kontroverser Meinung gegrillt - darunter auch Angela Merkel.
dwdl.de, youtube.com (15-Min-Video, "Der heisse Stuhl" von 1992 mit Angela Merkel), turi2.de (Background)

Julian Reichelt tritt nach Rauswurf bei der “Bild” erstmals im Fernsehen auf.

Servus, Julian: Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt gibt am Sonntag sein TV-Comeback nach seinem Rauswurf beim Boulevard­blatt. Er wird beim österreichischen Sender Servus TV im Diskussions­format "Links.Rechts.Mitte" auftreten und dort mit weiteren Gästen über Corona, Impfpflicht und die Rolle der Medien in der Pandemie sprechen. In Deutschland läuft die Sendung um 22.15 Uhr.
servustv.com

turi2 edition #16: Wolfgang Link hebt bei Klimawandel und Pandemie die Stimme.


Applaus, Buhrufe und lange Gesichter: Schon im Kindergarten-Alter lebt Wolfgang Link fürs Publikum, seit fast 20 Jahren ist er Fernsehmann, 13 davon bei ProSiebenSat.1. An seinem Job liebt der CEO vor allem “die Unbeständigkeit in der Beständigkeit” und bringt Menschen gern zum Lachen, Weinen und Denken, erzählt er im Porträt von Anne-Nikolin Hagemann in der turi2 edition #16. Weiterlesen >>>

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #16 über Nachhaltigkeit. Hier geht’s zum kostenlosen E-Paper.

Bund und Länder verlängern Corona-Ausfallfonds für Film- und TV-Produktionen.

Sicherheit am Set: Bund, Länder und Sender haben sich auf die Fortführung des Corona-Ausfallfonds für Film- und TV-Produktionen geeinigt, berichtet die "FAZ". Außer Thüringen beteiligen sich alle Bundesländer an dem Fonds. Insgesamt stehen rund 150 Mio Euro für coronabedingte Drehausfälle bereit. In Bayern, NRW und Berlin können Anträge bereits wieder eingereicht werden, in den anderen beteiligten Bundesländer soll die Antragstellung in Kürze wieder möglich sein.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: ARD und ZDF sollten weniger abgehoben auftreten.

Weniger ist mehr: ARD und ZDF sollten weniger Tendenz wagen, fordert CDU-Mitglied Andreas Rödder in einem "FAZ"-Gastbeitrag. Der öffentlich-Rechtliche Rundfunk solle zu den "Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses zurückkehren, statt sich in Erhebungen der eigenen Glaubwürdigkeit zu gefallen". Auch Reformen zur Erhebung der Rundfunkgebühr, eine Diskussion über Gehälter und Sinn oder Unsinn, alles Wünschenswerte selbst zu finanzieren, sei Rodder zufolge durchaus angebracht.
faz.net (Paid)

turi2 edition #16: Sven Plöger über Klima und Katastrophen.


Meteo­rologen-Blick: “Wenn wir die Menschen erreichen wollen, ist Katastrophe das falsche Wording”, sagt Sven Plöger teilt im Interview mit Heike Turi. Auch wenn es um das Weltklima nicht gut steht, sieht er eine Chance für den Menschen, “gegen die Dinge, die wir ja selber verursachen, auch etwas zu tun”. In der turi2 edition #16 erklärt der Wetterfrosch aus der ARD, warum er den Begriff “Klimaleugner” unzutreffend findet und dass die Menschheit deutlich bessere Überlebenschancen hat als einst die Dinosaurier. Weiterlesen >>>

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