BR strukturiert um.

BR unterscheidet ab Mitte 2020 nicht mehr in Hörfunk- und Fernsehdirektion. Der Sender will sich nach Inhalten organisieren, unter den Programmdirektionen Kultur und Information. In der Intendanz soll eine Stabsstelle Hörfunk Radioverantwortliche vernetzen. Der Sender hat 2018 rund 13,5 Mio Euro weniger aus Rücklagen benötigt als geplant und 25,6 Mio Euro Gewinn gemacht.
per Mail

Meinung: Der Eurosport-Dazn-Deal gefährdet Joyn, schreibt Kai-Hinrich Renner.

Joyn, Streaming-Joint-Venture von ProSiebenSat.1 und Discovery, droht durch den Rechtedeal zwischen Eurosport und Dazn ins Hintertreffen zu geraten, schreibt Kai-Hinrich Renner. Ursprünglich sollte der Eurosport-Player als Teil von Joyn zahlende Nutzer mit der Bundesliga anlocken, nun fehle das Zugpferd. Joyn betone zwar, Eurosport-Mutter Discovery wolle weiter in Joyn investieren, bei Discovery scheine nun aber Dazn als Partner bedeutender zu sein.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

EU-Kommission: Vodafone darf Unitymedia übernehmen.

Vodafone darf den Kabelnetz-Konkurrenten Unitymedia übernehmen, entscheidet die EU-Kommission. Der britische Konzern zahlt 18,4 Mrd Euro an die Unity-Mutter Liberty. Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter warb 2018 für die Übernahme, in dem er ein "vereintes Gigabit-Netz für Deutschland" und Investitionen von 12 Mrd Euro in den Ausbau versprach. Damals hatte Vodafone in Deutschland 14,2 Mio Verträge und Unitymedia 13 Mio. Der Deal umfasst auch Liberty-Töchter in Tschechien, Ungarn und Rumänien.
sueddeutsche.de, handelsblatt.com, heise.de

Zitat: Thomas Laufersweiler erlebt auf Netflix eine personalisierte Zombie-Apokalypse.

"Ich habe bei Netflix in den ersten Wochen Walking Dead geguckt – und bin dann im Kern meines Profils wohl als Zombie-Fan eingeordnet worden. Bis heute bin ich aus der Zombie-Ecke nicht rausgekommen. Ich kriege auf Netflix eigentlich nur Untote angezeigt."

ARD.de-Redaktionsleiter Thomas Laufersweiler findet Personalisierung manchmal tückisch – und will Nutzern der ARD-Mediathek ermöglichen, ihr Profil auf Null zu setzen.
podcast.shelfd.com (57-Min-Audio)

Dazn sichert sich auch Olympia-Übertragungen und macht das Abo teurer.


Sky is no limit: Dazn mausert sich mit neuen Rechte-Deals zum sportlichen Schwergewicht – und zum Angstgegner für Sky. Die Vereinbarung mit Eurosport bringt nicht nur Bundesliga-Livespiele zum Streaming-Portal, sondern auch die Olympischen Spiele. Dazn bindet Eurosport-Sender ein und zeigt deshalb zudem große Tennis-Turniere, Tour de France und Ski. Zur Feier des Tages verteuert Dazn das Monatsabo von 9,99 Euro auf 11,99 Euro.

Dazn kündigt 8.000 Live-Übertragungen pro Jahr an. Der Angreifer nennt sich – ebenfalls zum Leidwesen von Sky – nun selbstbewusst der "größte Livesport-Broadcaster im deutschsprachigen Raum". Im bunten Bauchladen gibt es auch internationale Fußball-Ligen und die Champions League, US-Sport wie Basketball und Eishockey sowie Boxen. Hinter Dazn steht die britische Perform Group, die mehrheitlich der US-Beteiligungsgesellschaft Access Industries von Milliardär Len Blavatnik gehört. (Foto: Ina Fassbender / dpa / Picture Alliance)
presseportal.de, bild.de, turi2.de (Background)

Netflix verliert im 2. Quartal in den USA erstmals bei den Netto-Abozahlen.

Netflix gewinnt im 2. Quartal weltweit 2,7 Mio Abonnenten hinzu. Eigentlich lag die Zahl bei 2,83 Mio, jedoch hat der Streaminganbieter in den USA netto 183.000 Abonnenten verloren. Netflix habe die Abo-Ziele besonders in den Regionen verfehlt, in denen der Preis angehoben wurde. In Indien will Netflix nun mit einem Angebot für Nutzer, die ausschließlich über Mobilgeräte streamen, gegensteuern.
techcrunch.com, theverge.com

Zitat: Marcus Bornheim macht wenig Hoffnung auf Jan Hofer im Hoodie.

"Die 'Tagesschau' ist recht strikt in ihrem Format, die kann man nicht künstlich jünger machen – auch nicht mit Berichten über Miley Cyrus oder Justin Bieber oder wenn Jan Hofer mit Hoodie und Sneakers moderiert."

Marcus Bornheim, neuer "Tagesschau"-Chef, macht sich keine falsche Hoffnung auf junge TV-Zuschauer – und will sie lieber online, etwa auf Instagram, erreichen.
haz.de

Meinung: Streaming-Kooperation von BBC und ITV ist kein Selbstläufer.

BBC-Logo-150x150BritBox, gemeinsamer Streaming-Dienst von BBC und ITV, könnte ein Vorbild für Deutschland sein, schreibt die "taz". Die Zusammenarbeit werde aber kein Selbstläufer, warnt der britische Journalist David Pidgeon: Die Kooperation sei vergleichbar mit "einem Investmentbanker und einem alten Sozialisten", die gemeinsam eine Eisdiele betrieben.
taz.de, turi2.de (Background)

Medienanstalt findet Werbe-Einblendungen für Joyn im linearen Programm unproblematisch.

ProSiebenSat.1 darf im linearen Programm für den Streaming-Dienst Joyn werben, den es mit Discovery betreibt, zitiert DWDL eine Sprecherin der Bremer Landesmedienanstalt. Laut Werberichtlinien der Medienanstalten sei dies als Eigenwerbung zulässig, solange P7S1 "unmittelbar mit mindestens 25 %" beteiligt ist.
dwdl.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Joyn will mehr sein als nur eine deutsche Antwort auf Netflix, sagt Katja Hofem im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv (07/2019).

Dänemark nutzt Einsparungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern für Digitalisierung.

Dänemark: Ab 2020 wird es nur noch drei öffentlich-rechtliche Fernsehsender geben, schreibt der "Tagesspiegel". Drei Radiosender werden aus Kostengründen abgeschaltet. Danmarks Radio, Dänemarks öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, wolle die von der Regierung beschlossenen Kosteneinsparungen nutzen, um das Rundfunksystem zu reformieren: Die Programme für Kinder und junge Erwachsene werden digital fortgeführt.
tagesspiegel.de

Warner Brothers legen "Familie Feuerstein" als animierte Erwachsenen-Serie neu auf.

Familie Feuerstein kommt zurück ins Fernsehen. Warner Brother geben der Trickfilmserie aus den 1960er Jahren eine Neuauflage – als Animationsserie für Erwachsene. Hinter der Produktion steht die Firma der Schauspielerin Elizabeth Banks. Auf welchem Sender die Serie laufen wird, ist noch unklar. Die Originalserie war ein großer TV-Hit und die erste Trickfilmserie im US-Abendprogramm.
variety.com via spiegel.de

Sat.1 holt Claudia von Brauchitsch als "Akte"-Moderatorin.

Sat.1 legt "Akte" in Frauenhände. Ab August moderiert Claudia von Brauchitsch, 44, das Magazin. Sie kommt von Sky und übernimmt die künftig von Sat.1 selbst produzierte Sendung von Claus Strunz. Im Vorfeld der Wahl des CDU-Vorsitzenden moderierte von Brauchitsch die Regionalkonferenzen der Partei, bei denen sich die Kandidaten den Parteimitgliedern vorgestellt haben.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Mitarbeiter-Brief: Döpfner und Caspar bekennen sich zur "Welt" – auch der gedruckten.

"Welt"-Lage: Springer Chef Mathias Döpfner und Vorständin Stephanie Caspar bekennen sich in einem Schreiben an die Mitarbeiter zur Medienmarke "Welt", auch der gedruckten. Der Brief war nötig geworden, weil die "FAZ" eine Klausel in den Angebotsunterlagen von KKR als fehlendes Bekenntnis zu der Zeitung gewertet hatte. In den Verhandlungen mit dem Finanzinvestor sei ein "Ergebniskorridor definiert" worden, der sehr "großzügig" sei und "faktisch einer Bestandsgarantie" gleichkomme, schreiben Döpfner und Caspar. Aus rechtlichen Gründen stehe in den Angebotsunterlagen eine Formulierung, die "von außen missverständlich" interpretiert werden könne. KKR soll Springer helfen, den Konzern von der Börse zu nehmen.
horizont.net, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Stefan Winterbauer trifft Ulrich Wilhelm zum "Sommerinterview".

Meedia schickt Stefan Winterbauer zum Video-"Sommerinterview" mit ARD-Chef Ulrich Wilhelm (Foto). In knapp 30 Minuten fragt er Wilhelms Positionen zu aktuellen Themen und Kritik ab. Wilhelm lehnt eine Verengung des Auftrags von ARD und ZDF auf Kultur, Bildung und Information ab, bekräftigt seine Forderung nach einem an die Teuerungsrate angepassten Rundfunkbeitrag und kontert Kritik, dass die ARD vor allem Ältere erreiche.

Den Vorwurf politisch unausgewogener Berichterstattung sieht Wilhelm gelassen, weil es ihn schon in vordigitaler Zeit gab, will die Kritiker aber ernst nehmen. "Wir sind nie divers genug", sagt Wilhelm zur Frauenquote in Führungspositionen und sozialer Durchmischung der Redaktionen. Öffentliche Debatten sollten ARD-Journalisten - auch bei Twitter - eher abbilden, als selbst zum Akteur zu werden, sagt Wilhelm über twitternde Mitarbeiter. Selbst will der BR-Intendant nicht auf Twitter aktiv werden.
youtube.com (30-Min-Video), meedia.de

Steingart-Podcast: Maaßen beklagt "Inzucht in den Redaktionsstuben".

Gabor Steingart lässt den geschassten Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen (Foto) zur Schelte auf öffentlich-rechtliche Medien antreten. Das Mitglied des erzkonservativen Unionsflügels Werteunion sieht in deutschen Redaktionen eine links-grüne Mehrheit und beklagt "Inzucht" – "bestimmte Netzwerke fördern ihre Leute, die sie dann nach oben bringen". Tendenziöse Berichterstattung gesteht der "politisch interessierte Bürger" privaten Tageszeitungen zu, von ARD und ZDF verlangt er Objektivität. Maaßen findet, dass über den "Skandal" um das Framing Manual der ARD nicht ausreichend diskutiert wurde. Er selbst informiere sich bei Gabor Steingart, in der Schweizer "NZZ", österreichischen und englischsprachigen Zeitungen.
gaborsteingart.com (24-Min-Audio, ab Min 7)

WarnerMedia nennt sein Streaming-Angebot HBO Max.

WarnerMedia nennt erste Details zu seinem angekündigten Streaming-Dienst. Der Zusammenschluss von HBO, Turner und Warner Bros. setzt auf den Klang der "Game of Thrones"-Mutter HBO und nennt das Angebot HBO Max. Starten soll HBO Max in den USA Anfang 2020 und damit nach Disney+. Neben eigens produzierten Inhalten setzt der Dienst vor allem auf Klassiker wie "Friends". Die Serie lief bislang bei Netflix. Preise gab WarnerMedia noch nicht bekannt.
dwdl.de, turi2.de (Background)

"Ich bin happy" – Katja Hofem zieht Bilanz des Marktstarts von Joyn.


Streaming made in Germany: Joyn, die Streaming-Plattform von ProSieben und Discovery, will mehr sein als nur eine deutsche Antwort auf Netflix, sagt Katja Hofem im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv. Die App vereint schon heute Live-Streams, TV-Sendungen auf Abruf und Previews. Im Winter sollen neue, kostenpflichtige Inhalte – Joyn Originals genannt – dazukommen und aus einer Hand alles bieten, was sich die Nutzer hierzulande wünschen. "Ich bin happy", sagt die Geschäftsführerin und frühere ProSieben-Chefin über den Start der Plattform am Rande der Screenforce Days und freut sich über positives Feedback von Usern und Konkurrenten auf dem TV-Klassentreffen.

Für die Zukunft im sich inzwischen schnell wandelnden TV- und Videomarkt sieht Hofem eine Konsolidierung der Angebote kommen. Am Ende werde neben den internationalen Playern eine große lokale Marke überleben "und da wird natürlich Joyn drauf stehen", sagt die Managerin optimistisch. Der positive Marktstart lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Mehr als 4 Mio Visits zählt die Plattform im Juni – deutlich mehr als der Vorgänger 7TV.
youtube.com (5-Min-Video)

Einigung: Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel geht nicht zurück zum ZDF.

ZDF und Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel einigen sich außergerichtlich – Grindel verzichtet auf sein vermeintliches Rückkehrrecht. Grindel war von 1992 bis 2002 Journalist beim ZDF, bevor er für die CDU in den Bundestag ging. Nach seinem DFB-Rücktritt wollte er vom Abgeordnetengesetz Gebrauch machen und zum ZDF zurückkehren.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Reckitt Benckiser setzt im Marketing-Mix lieber auf VoD als Facebook und Co.


Video-Tipp: Das Unternehmen Reckitt Benckiser mit Marken wie Calgon, Clearasil und Durex-Kondomen setzt im Media-Mix verstärkt auf VoD-Kanäle, um seine Zielgruppen zu erreichen, erklären die Media-Manager Thorsten Müller und Marina Biersack. Im Interview von "Horizont" und turi2.tv auf den Screenforce Days bemängeln sie den "Verlust von Netto-Reichweiten im TV - insbesondere wenn auf Tagesbasis ausgewertet wird". Bewegtbild sei dennoch ein zentraler Punkt in der Konsumgüter-Werbung – diese verschiebe sich jedoch immer mehr in die digitalen Kanäle.
youtube.com (5-Min-Video), horizont.net

Berufe mit Zukunft von A-Z: W wie Welterklärerin – Mai Thi Nguyen-Kim.


Die Chemie von YouTube: Mai Thi Nguyen-Kim hat das Labor gegen das Studio getauscht. Die promovierte Chemikerin funkt bei YouTube, im WDR und beim ZDF – gegen Fake News und für einen gemeinsamen gesellschaftlichen Wahrheits-Nenner. Anne-Nikolin Hagemann porträtiert die Wissenschafts-Journalistin im Berufe-Alphabet der turi2 edition #8 als W wie Welterklärerin. Das ganze Porträt lesen Sie hier als Online-Text und hier im kostenlosen E-Paper.

ARD realisiert "Siegfried und Roy"-Kinofilm mit Ufa und Michael "Bully" Herbig.

Magische Rettung: Die ARD Degeto realisiert die Verfilmung der Lebensgeschichte von "Siegfried und Roy" als Kinofilm, schreibt "Bild". Das Projekt war zunächst als Serie geplant, wurde aber im Juni vom WDR aus Kostengründen gestoppt. Michael "Bully" Herbig, der sich zuvor selbst um die Verfilmung bemüht hatte, steige neben der ARD Degeto und der Ufa mit ein.

In der ARD wird das Werk anschließend als Zweiteiler ausgestrahlt, schreibt "Bild". Die Dreharbeiten sollen Anfang 2020 beginnen, Kinostart sei 2021. Seit rund drei Jahren arbeiten der WDR, die ARD Degeto und Produzent Nico Hofmann an dem Stoff und setzten sich im Kampf um die Filmrechte gegen mehrere Konkurrenten durch.
"Bild", S. 4 (Paid), turi2.de (Background)

Talkshow-Auftritt von VW-Chef Diess könnte juristisches Nachspiel haben.

Volkswagen: Der ZDF-Auftritt von VW-Chef Herbert Diess bei der Talkshow "Markus Lanz" könnte juristische Folgen haben, schreibt das "Handelsblatt". Diess sprach im Interview von "Betrug". Das Landgericht Oldenburg und Anwälte von Geschädigten prüften, ob dies als Schuldeingeständnis zu werten sei. VW kontert, die Aussagen seien nicht im "rechtstechnischen Sinne" zu verstehen.
handelsblatt.com

IVW: Joyn steigt im Juni stärker ein, als Vorgänger 7TV jemals war.

Joyn, neue Streaming-Plattform von ProSiebenSat.1, übertrifft laut Juni-Zahlen der IVW bereits zum Start seinen Vorgänger 7TV. Beide Plattformen kommen zusammen auf 4,03 Mio Visits, ein Plus von 57,5 % gegenüber dem Mai. Auf den ersten drei Plätzen des IVW-Rankings geht es für alle ein paar Prozentpunkte nach unten: Ebay Kleinanzeigen und Bild.de verlieren je 8,1 %, T-Online.de 5,9 % im Vergleich zum Mai.
meedia.de