UK-Premier Boris Johnson sagt TV-Interview mit Channel 4 News nach Kritik ab.


Britain-Trump: Boris Johnson hat ein während des G7-Treffens in Frankreich geplantes TV-Interview mit dem britischen Sender Channel 4 News abgesagt. Laut Channel 4 reagiert der britische Premierminister damit auf eine Rede von Dorothy Byrne, der Nachrichtenchefin von Channel 4. Die hat vor wenigen Tagen auf dem Edinburgh Television Festival Johnson einen "Lügner" genannt und gewarnt, dass britische Politiker zunehmend Taktiken von US-Präsident Trump übernähmen. Die Absage des Interviews erreichte die Reporter erst vor Ort. Mit der BBC und ITV führte Johnson derweil wie geplant Interviews.

In ihrer Rede forderte Byrne ihre Kollegen in anderen Sendern auf, Politiker Lügner zu nennen, wenn sie lügen und sich nicht hinter falscher Freundlichkeit zu verstecken. In einem Interview mit Sky News bekräftigte Sie ihre Aussagen wenig später. Zuschauer bräuchten diese klaren Aussagen und Factchecking, um bewerten zu können, ob Aussagen wahr oder gelogen seien. Mit diesem Interview habe Byrne laut Personen im Umkreis des Premierministers in Johnsons Augen die Grenze zur Parteilichkeit überschritten.
theguardian.com, youtube.com (Sky-News-Interview mit Dorothy Byrne)

Basta: Russia Today verlegt Südkorea und Japan nach Ozeanien.

Falsche Welt: Dass der russische Propagandasender RT bisweilen ein etwas anderes Weltbild hat, ist für Kritiker nichts Neues. Eine Panne vor wenigen Tagen, die nun die Runde macht, zeigt nicht nur ideologisch eine andere Weltordnung. In einer Sendung, in der den Zuschauern erklärt werden sollte, wo die USA nach Raketenstützpunkten suchen, bekamen Papua-Neuguinea und Neuseeland einen prominenten Auftritt - als Südkorea und Japan.
spiegel.de, theguardian.com

“manager magazin”: Red Bulls Medienimperium ist mehr Schein als Sein.


Medienkonzern hat bisher keine Flügel verliehen bekommen: Red Bull hat über die vergangenen Jahren ein Medienimperium aufgebaut, das wirtschaftlich jedoch arg angeschlagen ist, schreibt Martin Mehringer im "manager magazin". Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz will den Medienkonzern in den weltweiten Top 10 sehen, tatsächlich sei der Umsatz 2017 aber zuletzt um 11 % auf 483 Mio Euro gesunken. Einnahmen erziele die Firma fast ausschließlich durch Werbung und Aufträge ihrer Konzernmutter. Den Einstieg in den E-Sport habe Red Bull verschlafen.

Auch seien viele Mitarbeiter vom Management genervt, so Martin Mehringer. Von der engen Machtelite aus Mateschitz-Vertrauten seien nur wenige von Fach. Mateschitz selbst kontrolliere die meisten Entscheidungen, lasse dabei jedoch ein klares Konzept vermissen und agiere oft sprunghaft. Angesichts seines Alters von 75 Jahren stelle sich zudem die Frage, ob die thailändischen Mehrheitseigner am Medien-Abenteuer festhalten, sollte Mateschitz sich zurückziehen.
"manager magazin" 9/2019, S. 74 (Paid)

Sat.1 will per Talk wieder ins Gespräch kommen.

Sat.1 exhumiert auf der Suche nach Zuschauern die gute alte tägliche Talkshow. Erstmals am 2. September läuft "Ungelogen" aus dem Hause Ufa Show & Factual, die vor einem runden Jahr angekündigt wurde. Ab 17.30 Uhr schätzen Experten, u.a. ein "Face Reader", ob die Menschen, die vor laufender Kamera ihren Partnern, Verwandten, Freunden oder Kollegen etwas zu sagen haben, möglicherweise lügen.
per Mail

Sky zeigt Fußball-Spiele auf Pay-per-View-Basis bei Onefootball.


Teambuilding: Sky und Onefootball schließen sich für die Verbreitung von Fußball-Inhalten zusammen. Bei Onefootball können Zuschauer künftig die Spiele der 2. Fußball-Bundesliga und des DFB-Pokals live via Per-pay-View sehen. Das Einzelabruf-Vergnügen in der Onefootball-App kostet pro Spiel 3,99 Euro und kann bei iTunes oder im Google-Play-Store bezahlt werden. Hinzu kommen auch Highlights der englischen Premier League, deren Rechte ebenso Sky innehat. Die Zusammenschnitte stehen dann ab dem Folgetag einer Partie ab 01:00 Uhr bei Onefootball zur Verfügung.

Eine ähnliche Partnerschaft zwischen Onefootball und dem TV-Anbieter Eleven Sports besteht bereits seit April 2019 – Onefootball zeigt in Großbritannien Spiele aus Spaniens La Liga im Einzelabruf für 2,99 Pfund, in Italien Spiele aus der 3. Liga.
horizont.net, presseportal.de, turi2.de (Großbritannien)

Zitat: Die Kandidaten bei “Wer wird Millionär?” wandeln sich, sagt Günther Jauch.

"Heute wird die Sendung oft als alternative Geldbeschaffung gesehen, um beispielsweise den Wintergarten zu finanzieren. Der Kostenvoranschlag ist bereits eingeholt und der Kandidat weiß, dass man da mit 16.000 Euro hinkommt. Also werden Joker bis dahin gleichmäßig verballert, um nur ja kein Risiko einzugehen."

Günther Jauch sagt im DWDL-Interview, die Faszination der Mio-Summe bei "Wer wird Millionär?" habe im Verlauf der vergangenen 20 Jahre nachgelassen.
dwdl.de

Lese-Tipp: Gelächter-Ingenieur Charles Douglass veränderte Comedy-Shows.

Lese-Tipp: Charles Douglass, der Erfinder der Lach-Konserve, kam 1953 auf die Idee, mit Gelächter Geld zu machen, schreibt Danny Kringiel. Der Ingenieur entwickelte dafür aus einer Schreib- eine "Lachmaschine" mit 320 verschiedenen Lachern, vom "frühen Kichern des Blitzmerkers" bis zum "dröhnenden Wiehern des Spätzünders". Seine Arbeit hielt er geheim, einerseits um ein Lach-Monopol zu halten, andererseits, weil sie für Filmstudios unverzichtbar wurde, sie es aber nicht zugeben wollten. Die Lacher vom Band "veränderten die Spielregeln von Comedy-Shows".
spiegel.de

Meinung: Luke Mockridge hat im “Fernsehgarten” nur sich selbst vorgeführt.

Fernsehgarten-Auftritt von Luke Mockridge ist dessen Versuch, "Anerkennung von den großen Jungs" Jan Böhmermann, Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf zu bekommen, vermutet Paul Schwenn. Mockridge habe genau den TV-Prank geschaffen, "zu dem er intellektuell in der Lage ist" – weder doppelbödig noch mit echter Botschaft. Das Niveau bewege sich auf Viertklässler-Level.
vice.com, turi2.de (Background)

Disney startet seinen Streamingdienst in Europa zuerst in den Niederlanden.

Disney Logo 150Disney startet seinen Streamingdienst Disney+ am 12. November in den USA und in Kanada, das erste europäische Land sind die Niederlande – wohl, weil die Inhalte dort nicht synchronisiert werden müssen. Eine Woche später folgen Australien und Neuseeland. Das Datum für den Deutschlandstart ist nicht bekannt, Disney will aber zwei Jahre nach dem Start in allen großen Märkten verfügbar sein.
dwdl.de

Analyse: Der US-Medienmarkt ist auf Konsolidierungskurs.

USA: Medien-Fusionen sind auch nach dem Zusammenschluss von CBS und Viacom großes Thema auf dem US-Markt, analysiert Katharina Kort im "Handelsblatt". Als Kandidaten nennt sie u.a. Discovery, Sony und Lions Gate und beruft sich auf Analysten. Auch ViacomCBS könnte mit seinen knapp. 30 Mrd Dollar Börsenwert zum Übernahmekandidat werden – Netflix ist 130 Mrd schwer.
handelsblatt.com

Zahl des Tages: Amazon Prime Video legt mit Sprit für 30 Cent den Verkehr lahm.

Zahl des Tages: Mit wunderbaren 30 Cent pro Gallone Sprit legt Amazon Prime Video den Verkehr an einigen Tankstellen in Santa Monica lahm. Mit der Promo-Aktion für die Serie "The Marvelous Mrs. Maisel" beschert Amazon zum "Maisel Day" Preise wie aus dem Jahr 1959, in dem die Serie spielt. Auch die Preise von Hotelzimmern, Kinotickets oder Milchshakes wurden auf eine Zeitreise geschickt.
theverge.com

ARD holt Thomas Broich und Christoph Metzelder als Fußball-Experten.

ARD engagiert die Ex-Fußballspieler Thomas Broich (Foto) und Christoph Metzelder als Experten. Sie treten abwechselnd bei Live-Übertragungen von Fußballspielen auf, sowohl als Gesprächsgast beim Moderator vor Ort, als auch als Co-Kommentator. Broich analysiert seit 2018 für DAZN die Taktik bei Fußballspielen und war für die ARD bereits bei der U21-EM und beim DFB-Pokalauftakt im Einsatz. Metzelder hat Experten-Erfahrung aus mehreren Jahren bei Sky.
presseportal.de, dwdl.de

Sandra Maischberger will am neuen Konzept ihrer Talkshow festhalten.

Talkshow: Sandra Maischberger will das vor der Sommerpause getestete, veränderte Konzept ihrer Talkshow gerne beibehalten, sagt sie DWDL. Statt einer großen Runde zu einem Thema setz die ARD-Moderatorin derzeit auf ein Gespräch mit mehreren Publizisten zu verschiedenen Themen der Woche sowie ein Einzelgespräch und ein Duell. Nach den vor der Sommerpause ausgestrahlten, ersten beiden Ausgaben mit dem Setup folgen nun vier weitere Ausgaben. Dannach will die ARD über die Fortsetzung des Konzepts entscheiden.
dwdl.de, turi2.de (Background)

“Bild”: ZDF-intern gibt es Kritik an der Verpflichtung von Judith Williams.

ZDF muss sich interne Kritik an der Verpflichtung von Judith Williams als Moderatorin für die Show "Mein Lied für dich" gefallen lassen, berichtet die "Bild". Mitarbeiter kritisierten, die "Die Höhle des Löwen"-Jurorin werde zu sehr mit ihren eigenen Marken und Teleshopping-Aktivitäten verbunden. Sie befürchten Schleichwerbung.
"Bild", S. 4 (Paid)

Fritz von Thurn und Taxis kommentiert das Bundesliga-Eröffnungsspiel bei Dazn.

Dazn holt Reporterlegende Fritz von Thurn und Taxis für das Bundesliga-Eröffnungsspiel aus dem Ruhestand zurück ans Mikro. Am Freitag ist er als Co-Kommentator neben Uli Hebel beim Spiel zwischen Bayern München und Hertha BSC zu hören. Die beiden kommentieren auf einer eigenen Tonspur, durchs Spiel führen regulär Kommentator Jan Platte und Experte Ralph Gunesch.
bild.de, dwdl.de

Sky schickt Jörg “Wontorra On Tour”.

Sky findet ein neues Format für Fußball-Talker Jörg Wontorra, 70: Mit dem Start der neuen Bundesliga-Saison besucht der Moderator jede Woche einen Fußball-Promi, um über den Sport und Privates zu sprechen. Premieren-Gast ist BVB-Chef Hans-Joachim Watzke am 19. August. Der Talk läuft immer montags zum Ende des Spieltags. Wontorras Fußball-Talk am Sonntag hatte Sky im Frühjahr nach zwei Jahren abgesetzt.
bild.de, turi2.de (Background)

Zitat: Peter Boudgoust wünscht sich selbstbestimmte Staatsbürger, keine reinen Konsumenten.

"Wir dürfen Menschen nicht primär als Konsumenten betrachten, auch nicht als schlaue Konsumenten, sondern als Staatsbürger, die selbstbestimmt darüber entscheiden können, wie sie leben wollen."

Menschen dürfen durch Journalismus nicht bevormundet, aber auch nicht "mit irgendwelchen Unwägbarkeiten allein gelassen werden", sagt der scheidende SWR-Intendant Peter Boudgoust im Interview mit der "Kontext Wochenzeitung". Journalismus müsse den Menschen helfen, sich ein eigenes "fundiertes Urteil zu bilden".
kontextwochenzeitung.de

Studie: Junge Zielgruppe schaut täglich 78 Minuten Streaming-Videos.

Streaming übertrifft bei jungen Nutzern die Sehdauer vom klassischen TV. Die Zielgruppe bis 29 Jahre tummelt sich 1 Stunde und 18 Minuten pro Tag bei Netflix, Amazon Prime und Co, aber weniger als eine Stunde im linearen Programm, ermittelt die GfK für Burda. Zuschauer nehmen die Portale als umfassende Angebote wahr, obwohl Nachrichten und Sport fehlen.
burda.com

DFL steigt bei Startup zur Überwachung von Content-Piraterie ein.


Ball Ahoi! Die Deutsche Fußball Liga hisst die Kriegsflagge im Kampf gegen Piraterie. Gemeinsam mit der Kölner Contentschutz-Firma Athletia gründet der Ligaverband das Startup Ryghts, das illegal verbreitete Bundesliga-Inhalte und Spielübertragungen finden und unterbinden soll. Die DFL hält 15 % an dem Joint-Venture und garantiert für sechs Spielzeiten einen jährlichen Auftrag in Höhe von rund einer Mio Euro.

Bereits seit 2015 spürt Athletia im Auftrag der DFL bei YouTube und Facebook unrechtmäßig verbreitete Bundesliga-Videos auf und lässt sie löschen. Die Erfolgsquote liegt laut "Handelsblatt" bei 90 %. Die Dienstleister, die für die DFL bisher illegale Livestreams im Web-TV überwachen, hätten eine schlechtere Trefferquote. Ab sofort übernimmt Ryghts daher die gesamte internationale Piraterie-Überwachung der Bundesliga. (Foto: nordphoto / Straubmeier / Picture Alliance; Montage: turi2)
dfl.de, handelsblatt.com

Zitat: Für Sat.1-Chef Kaspar Pflüger ist Verlässlichkeit ein Problem der Privaten.

"Vielleicht hat diese Routine von uns Fernsehmachern irgendwann auch dazu geführt, dass die Suche nach Verlässlichkeit über das sich so rasant ändernde Zuschauerverhalten gestellt wurde."

Sat.1-Chef Kaspar Pflüger sieht Privatfernsehen in einem Spannungsfeld: Werbekunden wollen Planbarkeit – Zuschauer stellen aber immer seltener ihre Uhr nach dem Programmschema.
dwdl.de