Befragung: Deutsche TV-Zuschauerinnen fordern mehr Kultur bei ARD und ZDF.

Mediennutzung: Deutsche Fernseh-Zuschauerinnen wollen bei den Öffentlich-Rechtlichen weniger "leichte Unterhaltung und mehr Kultur im Unterhaltungsbereich" sehen, ergibt ein Zwischenergebnis des Befragungsprojekts #meinfernsehen21 vom Grimme-Institut. Außerdem wünschen sich die Befragten "mehr hochwertige Dokumentationen zu attraktiveren Sendezeiten". Zudem sei bei der Befragung herausgekommen, dass die Teilnehmenden "nur unzureichend" über das Finanzierungsmodell und die Funktion der Aufsichtsgremien von ARD und ZDF informiert sind.
sueddeutsche.de

Vertikalisierung der Hollywood-Studios zwingt Sender zum Umdenken, schreibt Torsten Zarges.

Selbst sind die Sender: Die langjährigen Welt-TV-Versorger konzentrieren sich verstärkt auf direkte Kundenbeziehungen mit eigenen Streaming-Diensten, analysiert Torsten Zarges bei DWDL. Free- und Pay-TV-Sender müssten daher künftig auf "Selbstversorgung statt Einkauf" setzen. Europäische TV-Anstalten hätten ihr Produktionsvolumen für Streaming-Formate zuletzt zwar hochgefahren, können mit US-Streamern aber nicht mithalten. Laut Ampere Analysis sind z.B. bei RTL 15 Projekte in Produktion oder Entwicklung, bei der ARD sieben. Netflix, Amazon, Disney+ und Co. haben unterm Strich 821 Eigenproduktionen in der Pipeline.
dwdl.de

RTL zeigt Trauerfeier für Prinz Philip.

RTL überträgt am kommenden Samstag die Beisetzung von Prinz Philip. Ab 15 Uhr ordnen Frauke Ludowig und Adelsexperte Michael Begasse die Geschehnisse ein und schalten live zu Korrespondentinnen in London und Windsor. Bereits am Freitag hatte der TV-Sender sein Mittagsmagazin Punkt 12 kurzfristig um knapp zwei Stunden verlängert, um über den Tod des Duke of Edinburgh zu berichten.
kommunikation.mediengruppe-rtl.de, turi2.de (Background)

RTL ersetzt Günther Jauch durch acht Promi-Frauen.

8 für Jauch: RTL ersetzt den an Corona erkrankten Günther Jauch in der Spielshow Denn sie wissen nicht, was passiert durch acht prominenten Frauen, darunter Frauke Ludowig und Laura Wontorra. Während der Sendung schaltet sich Jauch live ins Programm und sagt, er habe an Kopf- und Gliederschmerzen gelitten, aktuell gehe es ihm "gut". (Foto: TV Now)
bild.de, rtl.de, turi2.de (Background)

Mai Thi Nguyen-Kim hat eine ambivalente Beziehung zu Talkshows.

Gemischte Gefühle: ZDF-Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim empfindet eine Hassliebe zu TV-Talkshows, weil konstruktives Streiten dort kaum möglich ist, schreibt Senta Krasser bei DWDL. Dennoch geht Nguyen-Kim gelegentlich zu Talkshows, weil sie sich denkt: "Im Zweifelsfall sitze lieber ich dort als jemand anderes, der die große Reichweite für irgendeinen Unsinn ausnutzt."
dwdl.de

“BamS”: Sonja Zietlow heuert erstmals beim ZDF an.

ZDF verpflichtet Sonja Zietlow für eine deutsche Adaption der britischen Tier-Doku Dog House, meldet die "Bild am Sonntag". Die Aufzeichnungen dazu finden ab Mai im Tierheim Berlin statt. In der Sendung sollen abgegebene Hunde ein neues Zuhause finden. Zietlow ist vor allem für ihre Dschungelcamp-Moderationen bei RTL bekannt, hat beim Kölner Sender aber keinen Exklusivvertrag.
"Bild am Sonntag", S. 38 (Paid)

Meinung: Linda Zervakis kann mehr als Nachrichten sprechen, schreibt Lars Haider.

Schlummernde Talente: Die Kündigung von Linda Zervakis bei der "Tagesschau" war "keine Entscheidung gegen die Nachrichtensendung, sondern für all das, was noch in ihr steckt und was raus muss", schreibt Lars Haider im "Hamburger Abendblatt". Zervakis brauche etwas "jenseits trockener Nachrichten, in dem sie sich ausleben und ausprobieren kann". Offenbar steht die Moderatorin deswegen vor einem Wechsel zu ProSieben.
abendblatt.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Maren Kroymann fordert mehr Mut bei der Darstellung von Homosexualität.

"Ich glaube sogar, dass im deutschen Fernsehen Schwule oft mit heterosexuellen Schauspielern besetzt werden, um den Ekel zu neutralisieren. Nach dem beruhigenden Motto: Wenigstens ist der Darsteller nicht homosexuell!"

Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann sagt im Interview mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", dass bei der Darstellung von gleichgeschlechtlicher Liebe in Kino und Fernsehen derzeit "eher ein Pseudo-Realismus" regiert, den man als "geschönte Realität" darstellt.
waz.de (Paid) via bild.de

Vaunet-Vorständin Annette Kümmel fordert strengere Regeln für die Öffentlich-Rechtlichen.


Dualer Donnerschlag: Annette Kümmel, Vorstandsvorsitzende des Verbands Privater Medien Vaunet, fordert in einem "FAZ"-Gastbeitrag strengere Regeln für die Öffentlich-Rechtlichen, die im Zuge der Reform von ARD, ZDF und Deutschlandradio umgesetzt werden müssten. Kümmel warnt die Anstalten etwa davor, Bildungs-, Kultur- und Informationsinhalte ins Internet auszulagern: "Der Verweis der Rund­funk­an­stal­ten auf verän­der­te Nutzungs­ge­wohn­hei­ten sollte nicht als Blan­ko­scheck dienen, nach Belie­ben Program­me und Ange­bots­tei­le hin und her zu schie­ben." Die Öffentlich-Rechtlichen müssten diese "Kernelemente" über alle Verbreitungswege verfügbar machen. Mit Besorgnis nimmt Kümmel das Verschwinden bzw. Auslagern einzelner Kulturinhalte wahr: "Das Eintre­ten für Kultur­ver­ständ­nis wird online only nicht erfolg­reich sein."

Zudem fordert Kümmel, der "unge­brems­ten Expan­si­on der Anstal­ten vor allem im Online-Bereich" Grenzen zu setzen. Im Zuge der Modernisierung sollte dabei auch "ein Mehr an Ange­bo­ten und Kosten ausge­schlos­sen" werden. Kümmel übt auch Kritik an Filmen und Serien, die öffentlich-rechtliche Anstalten für amerikanische Streamingdienste produzieren: Vaunet halte "eine Entkom­mer­zia­li­sie­rung und Über­prü­fung der wach­sen­den Präsenz des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks auf solchen Platt­for­men für gebo­ten." Beide Seiten des dualen Systems – also öffentlich-rechtlicher sowie privater Rundfunk – sollten Kümmels Vorstellung zufolge am besten eine "Task­force" gründen, um gemeinsam über die Zukunft deutscher TV- und Radioanstalten zu beraten.
"FAZ", S. 14 (Paid)

Günther Jauch ist coronainfiziert und fällt bei RTL-Show mit Gottschalk und Schöneberger aus.

Denn sie wissen nicht, wer infiziert: Moderator Günther Jauch hat sich mit dem Corona-Virus infiziert, teilt RTL mit. Daher fällt Jauch am Samstag bei der Show Denn sie wissen nicht, was passiert aus – sein erster krankheits­bedingter Ausfall seit 31 Jahren. Wer stattdessen in der Show mit Thomas Gottschalk und Barbara Schöneberger auftritt, will RTL erst in der Live-Show am Samstag bekanntgeben. Jauch werde sich zuschalten lassen, heißt es vom Sender.
dwdl.de, bild.de, rtl.de

Schauspielerin Senta Berger spricht in der “Zeit” über sexuellen Missbrauch am Set.

Metoo: Schauspielerin Senta Berger sagt in der "Zeit", der Fall Harvey Weinstein habe sie nicht erstaunt. Berger berichtet, dass sie nach einem Vergewaltigungs­versuch durch O. W. Fischer weitergedreht habe. Sie meint, sie hätte eigentlich sagen müssen: "Ich kann morgen nicht mit Ihnen drehen und diesen Film nicht mit Ihnen machen." Fischer habe aber gewusst, dass sie das nicht sagen würde. Metoo habe die Machtverhätlnisse verschoben. Berger meint aber auch: "Meiner Ansicht nach wird zu viel über die Sprache und Gendersternchen diskutiert und zu wenig über die realen Verhältnisse". Auch spreche die Gesellschaft zu oft über Schauspielerinnen" und zu wenig über Putzfrauen oder Busfahrerinnen.
"Zeit" 15/2021, S. 47 (Paid), spiegel.de

Thomas Bellut lehnt Fusion von ARD und ZDF ab.

Keine Kernfusion: ZDF-Intendant Thomas Bellut spricht sich im Interview mit den Zeitungen der VRM-Gruppe gegen eine Fusion von ARD und ZDF aus. Er sagt, sie mache "keinen markt- oder betriebswirt­schaftlichen Sinn." Bellut hebt hervor, dass das ZDF einen nationalen Auftrag habe, die ARD hingegen als Arbeitsgemeinschaft regionaler Sender konzipiert sei. Er sagt zudem: "Ich bin ein klarer Befürworter eines Qualitätswettbewerbs der Hauptprogramme von ZDF und ARD".
giessener-anzeiger.de (Paid), spiegel.de

Global Digital Women veröffentlicht Amazon-Prime-Doku “Yes She Can”.

Frauenfernsehen: Global Digital Women veröffentlicht die Doku "Yes She Can – Frauen verändern die Welt". Das einstündige Format zum Thema Gender Diversity ist ab Mai auf Amazon Prime zu sehen. Protagonistinnen sind u.a. GDL-Gründerin Tijen Onaran, die bayerische Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach und Journalistin Laura Lewandowski.
per Mail, youtube.com (1-Min-Trailer)

Oliver Schenk will mehr Freiheiten und Kooperation bei ARD, ZDF und Dritten.

Mehr Flexibilität: Oliver Schenk, stellvertretender Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder, spricht sich in der "FAZ" dafür aus, im Medienstaats­vertrag nur noch ARD und ZDF direkt zu beauftragen. Senderverantwortliche könnten schneller auf sich wandelnde Bedürfnisse des Publikums reagieren. Dritte Programme hält er dazu an, stärker zusammenzuarbeiten. Er warnt vor einer "Wagenburg-Mentalität, Denken in Besitzständen" sowie "Angst vor Veränderung".
faz.net (Paid)

Wolff Fuss moderiert die Bundesliga bei Sat.1.

Doppelpacker: Sat.1 engagiert Sportkommentator Wolff Fuss für die Übertragung seiner Bundesliga-Spiele, berichtet Sportbuzzer. Der Privatsender hat die Rechte an neun Live-Partien erworben. Fuss bleibt seinem bisherigen Arbeitgeber Sky weiterhin als Kommentator erhalten. Ab 2009 hat er schon einmal drei Jahre lang in Diensten von Sat.1 gestanden. Die offizielle Vorstellung ist für Mittwoch geplant.
sportbuzzer.de via dwdl.de

Harry und Meghan produzieren Doku über “Invictus Games”.

Königliche Doku: Prinz Harry und Herzogin Meghan produzieren für Netflix eine Serie über die Invictus Games, einen paralympischen Sportwettkampf für kriegsversehrte Soldatinnen. Regie führt das oscarprämierte Duo Orlando von Einsiedel und Joanna Natasegara. Der Film erzählt aus dem Leben und Trainingsalltag internationaler Teilnehmerinnen der Spiele. Harry ist Gründer der Invictus Games, die 2014 erstmals stattgefunden haben. Das Paar hat die Schirmherrschaft der Invictus Games Foundation inne.
spiegel.de

Meinung: Unter Thomas Bellut ist das ZDF zum “Zentrum des Fortschritts” geworden.

ZDF hat sich unter Intendant Thomas Bellut (Foto) zum "Zentrum des Fortschritts" entwickelt, analysiert Alexander Krei. Mit fast 15 % Marktanteil liegt das Zweite "meilenweit vor der Konkurrenz". Jan Böhmermann, Markus Lanz und das "heute-journal" locken beim einst als "Senioren-Fernsehen" verschrienen Sender zunehmend junges Publikum vor den Bildschirm oder die Mediathek. Bei der Verpflichtung von Sabine Heinrich und Mai Thi Nguyen-Kim war das ZDF "wohl nicht nur flinker und mutiger als die öffentlich-rechtliche Konkurrenz, sondern auch attraktiver".
dwdl.de

Zitat: Schauspieler Bruno Alexander will den Boris Becker hinter den Schlagzeilen zeigen.

"Ich will mit meiner Darstellung diejenigen begeistern, die mit Boris Becker groß geworden sind, und diejenigen, die ihn hauptsächlich aus den Schlagzeilen kennen, einladen, den Menschen dahinter zu entdecken."

Schauspieler Bruno Alexander, 22, verkörpert im RTL-Film "Der Spieler" den jungen Boris Becker. Als das Angebot kam, musste er erstmal genauer recherchieren – und Tennis-Training nehmen.
stern.de, kommunikation.mediengruppe-rtl.de

YouTuberin Lisa Licentia berichtet von den Konsequenzen ihres politischen Seitenwechsels.

Erst rechts, dann links: YouTuberin Lisa Licentia berichtet in der "Welt" von ihrem politischen Seitenwechsel, der ihr u.a. Morddrohungen und ein eingeschlagenes Autofenster bescherte. Sie hatte in der TV-Doku Rechts. Deutsch. Radikal Ex-AfD-Sprecher Christian Lüth zur Aussage gebracht, man könne Migrantinnen "erschießen oder vergasen". Licentia, die früher selbst stramm rechte Positionen propagierte, "hat ihr Denken gegen linken Aktivismus eingetauscht" – gilt bei vielen Linken aber als unglaubwürdig.
welt.de (Paid), turi2.de (Background Lüth)

Die Lachkonserve hat eine lange Geschichte.

Konserven-Comeback: Matthias Schwarzer gräbt im Redaktionsnetzwerk Deutschland die Geschichte der Lacher vom Band aus. Die erste professionelle "Lachbox" war eine umgebaute Schreibmaschine in den 50er-Jahren. Deren Erfinder Charles Douglass "spielte die Maschine wie ein Starpianist sein Klavier". Nach einem Jahr Pandemie sei die Einbindung der künstlichen Reaktionen heute so perfekt, dass die Abwesenheit des Publikums kaum auffalle. ZDF-Sprecher Stefan Unglaube erzählt, dass der Sender vor allem bei Talkshows prüfe, weiterhin ohne Zuschauerinnen aufzunehmen.
rnd.de

Sabine Heinrich mischt die männerdominierte Quizshow-Welt auf.

Gipfelsteigerin: Sabine Heinrich erklimmt "als erste Frau nach Ulla Kock am Brink den männerheiligen Quiz-Olymp", schreibt Senta Krasser bei DWDL. Heinrich selbst sagt, sie "will eine Show moderieren und keine Politik betreiben", würde sich aber gleichwohl freuen zu einer diverseren Moderatorinnenlandschaft beizutragen. 2010 hat sie Eurovision Song Contest und die Echo-Verleihung moderiert, aber nicht an ihr Live-Talent geglaubt. Heute sagt die 44-Jährige mit deutlich mehr Erfahrung im Gepäck: "Ich kann Show." Heinrich moderiert im Juni zur Primetime ein Quiz-Format im ZDF.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Basta: Bitte recht ruhig.

Schweigefuchs: Virologin Melanie Brinkmann will bei Markus Lanz von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wissen, warum die Politik nicht besser auf Covid-Mutanten reagiert – und wird von den Herren der Schöpfung ständig unterbrochen. Als Multitasking-Profi schafft sie es zwischen wissenschaftlichen Argumenten noch, Kretschmer an seinen Job zu erinnern und Lanz' Dauerschleife abzuwatschen.
spiegel.de

BR nutzt Blackfacing in Satiresendung “SchleichFernsehen”.

Bayerischer Rundfunk sendet in der Satireshow "SchleichFernsehen" eine fragwürdige Parodie: Satiriker Helmut Schleich mimt mit schwarz angemaltem Gesicht einen afrikanischen Diktator, der Deutschland Tipps im Umgang mit der Pandemie gibt. Blackfacing ist rassistisch – eine Sprecherin des BR teilt mit, die "damit verbundene Problematik" seien der Redaktion bewusst gewesen und im Vorfeld intensiv mit Schleich diskutiert worden. In einem Satireformat müsse dem Künstler "Freiraum für satirische Überhöhungen zugebilligt werden".
spiegel.de, faz.net, sueddeutsche.de

Meinung: ProSieben-Pflegereportage ist wichtig, aber nicht repräsentativ.

Pflege-Doku: Die ProSieben-Reportage, mit der Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf auf den Pflegemissstand in Deutschland aufmerksam machen, zeigt "keine hundertprozentig repräsentative Schicht", sagt Pfleger Alexander Jorde, der selbst Teil der Sendung war. Es habe keinen Notfall oder desorientierte Patientinnen gegeben, der Personalschlüssel war "gut im Vergleich zu vielen anderen Kliniken". Insgesamt habe die Sendung den Pflege-Alltag und die "riesige Verantwortung" aber gut dargestellt. Über die Medien auf die Interessen aufmerksam zu machen, sei elementar, denn "wir können nur bestimmte Bereiche bestreiken".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Meinung: Steffen Grimberg stellt Thomas Bellut ein gutes Zeugnis aus.

Noch-ZDF-Intendant Thomas Bellut hat dem Sender gutgetan, schreibt Steffen Grimberg in der "taz". Bellut habe die "öffentlich-rechtliche Angstlogik" überwunden – und u.a. in der Böhmermann-Affäre 2016 "höchst dialektisch" Position bezogen: "Ein Kurzschluss à la 'auf jeden Fall die Sendung raus aus der Mediathek', wie ihn die ARD pflegt, passiert ihm nicht."
taz.de, turi2.de (Background)

BGH verweist Prozess um “Das Boot”-Kameramann Jost Vacano zurück ans OLG.

Na denn man tau: Der Prozess um die Nach­vergütung von "Das Boot"-Kameramann Jost Vacano, 87, geht in die nächste Runde. Der BGH hat das Urteil des OLG München aufgehoben – der Prozess gegen Bavaria, WDR und einen Video­verwerter muss neu verhandelt werden. Es habe systematische Fehler bei der Berechnung der Nach­vergütung gegeben. Ähnlich entschied der BGH Anfang 2020 im Verfahren, das Vacano gegen die restlichen ARD-Anstalten führt.
dwdl.de, spiegel.de, bundesgerichtshof.de (Urteil), turi2.de (Background)

Thomas Wagner sagt klassischer TV-Werbung eine gute Zukunft voraus.

TV-Werbung: Lineares Fernsehen bleibt noch lange das "Brot- und Butter-Geschäft", sagt SevenOne-Media-Chef Thomas Wagner im gemeinsamen "Horizont"-Interview mit seinem neuen Co-Chef Andreas Kösling. Dafür sprächen starke Umsatzzuwächse Ende letzten Jahres. Es sei "kein Zufall, dass Unternehmen wie Apple, Facebook oder Google massiv bei uns werben".
horizont.net (Paid)

Joko und Klaas schenken ihre Sendezeit dem Arbeitsalltag deutscher Pflegekräfte.


Prime Time gekapert: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf nutzen ihre von ProSieben erspielte Sendezeit, um das TV-Publikum in den Arbeitsalltag einer Intensivpflegerin zu entführen. Die Sendung besteht aus einer ungeschnittenen Bodycam-Aufnahme der Krankenpflegerin Meike Ista, während sie ihrem Job im Knochenmarktransplantationszentrum des Universitätsklinikums Münster nachgeht. Statt der üblichen 15 Minuten, die die Moderatoren in ihrer Show gewinnen können, stellt ProSieben am Mittwochabend für die Echtzeit-Aufnahmen aus dem Klinikum sieben Stunden Sendezeit zur Verfügung. Diese kommen dank eines Sponsorings von der Telekom und Cosmos Direkt ohne Werbeunterbrechungen aus.

Die Aktion findet bei der TV-Konkurrenz viel Zustimmung. So ordnet Arte die ProSieben-Sendung auf Twitter als "ein Stück deutsche TV-Geschichte" ein. Auch RTL zollt Respekt und spricht von einem "beeindruckenden Zeichen für die Pflege". ProSieben selbst twittert süffisant, während der Abend voranschreitet, welche Sendungen "aus Gründen" entfallen. Während der Ausstrahlung blendet ProSieben Live-Reaktionen von Posts mit dem Hashtag #nichtselbstverständlich ein.
rnd.de, stern.de, dwdl.de, prosieben.de (33-Min-Video)

Dieter Bohlens Abgang könnte der Beginn einer gemäßigteren TV-Ära sein.

Abgesang: Dieter Bohlen wurde "geschätzt von einer Gemeinde, in der sich das Rüpelhafte zur trumpistischen Leitkultur steigerte", schreibt Gerhard Matzig in der "Süddeutschen Zeitung". Der Pop-Titan habe "nie ein geachteter, sondern nur ein verächtlich machender Herr sein" wollen. Er hofft, dass Bohlens Abgang "das Ende der analen Phase in der deutschen Unterhaltungsbranche andeutet".
sueddeutsche.de

Meinung: Joachim Huber stört sich am medialen Bashing gegen Politikerinnen.

Schluss mit dem Draufhauen: Das mediale Bashing von Politikerinnen muss aufhören, fordert Joachim Huber (Foto) im "Tagesspiegel". Er beobachtet eine "auch von großen Teilen der Medien betriebene Tendenz, auf Politiker und Politikerinnen einzuschlagen und ihnen kriminelle Absichten zu unterstellen". Was bei den Corona-Leugnern Methode sei, schleiche sich nun in die Mitte der Gesellschaft. Zudem müsse die "Bereitschaft der TV-Macher, mit der Politik ins Gespräch zu kommen" verteidigt werden, schreibt Huber in Bezug auf einen Tweet vom früheren BR-Chefredakteur Sigmund Gottlieb.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

“Klima vor acht”: RTL plant tägliche Klima-Berichterstattung.

RTL entwickelt ein tägliches Klima-Format, das im Umfeld der Vorabend-Nachrichten RTL aktuell ausgestrahlt werden soll. Im Fokus soll eine "fundierte und zugleich verständliche Klimaberichterstattung" stehen. Der Sender steht dafür im Austausch mit der Initiative Klima vor acht, die sich zuvor für eine entsprechende Sendung im Ersten eingesetzt hatte. Die ARD erteilte der Idee aber eine Absage.
kommunikation.mediengruppe-rtl.de via rnd.de, dwdl.de (Background ARD)

Lückerath: RTL definiert für sich eine neue werberelevante Zielgruppe.

Erwachsen geworden: RTL attackiert mit seinem neuen Personal wie Hape Kerkeling und Jan Hofer ARD und ZDF und versucht, älteres Publikum anzusprechen, schreibt Thomas Lückerath. Zur Strategie passe auch der Abschied von Dieter Bohlen. Die Überlegung hinter der Abkehr vom "Jugendwahn" dürfte im Werbe­markt liegen: Die lange als werberelevant geltende Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen wandert zunehmend zu On-demand-Diensten. Geld mit linearem Programm ist eher bei älteren Bevölkerungsschichten zu holen.
dwdl.de

ARD startet Klassik-Angebot in der Mediathek.

ARD ARD-Klassik heißt ein neues Angebot rund um klassische Musik in der Mediathek der ARD. Dieses bündelt ab Karfreitag erstmals alle Landesrund­funkanstalten sowie deren Orchester und Chöre auf einer Plattform. SWR-Intendant Kai Gniffke geht von "enormen Zugriffen" auf die Inhalte aus, bei denen es sich gleichermaßen um neue Musik als auch Archivstücke handelt.
presseportal.de, ard-klassik.de (verfügbar ab 2. April)

Astra-TV-Monitor: 12 % der Haushalte haben keinen HD-Empfang.

HD ganz doll lieb: 12 % der deutschen TV-Haushalte empfangen ihr Programm nur in SD-Qualität. Das geht aus dem jährlichen TV-Monitor von Astra hervor, in der gut 6.000 Haushalte befragt wurden. Die "HD-Lücke" beträgt damit 4,4 Millionen Haushalte, die sich fast ausschließlich auf Kabel und Satellit verteilen. Satellit ist laut Studie mit 17,12 Mio TV-Haushalten weiterhin führender Verbreitungsweg.
dwdl.de, infosat.de

Willkommen im Club: Maya Götz.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Medien­wissenschaftlerin Maya Götz setzt sich für gutes Kinder- und Jugendfernsehen ein – beim BR und der Stiftung Prix Jeunesse. Götz ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Thomas Lückerath, Klaus Dahm und Franziska Giffey.
turi2.de/koepfe (Profil Götz)

Ufa-Chef Nico Hofmann setzt künftig stärker auf Dokus.

DokUfa: Nico Hofmann, Ufa-Chef, sagt dem "Handelsblatt", dass er den Dokumentarbereich stärker ausbauen will. Es handele sich um "einen großen Markt, der in den nächsten Jahren noch weiterwachsen wird". Die Ufa komme gut durch die Krise, produziere mittlerweile wieder über 90 % ihrer Projekte und profitiere von der gestiegenen Fernsehnutzung. Sie habe sich schon früh mit der DFL über Hygiene-Konzepte beraten: "Was bei Christian Seifert die Trainerbank ist, sind bei uns die Filmteams."
handelsblatt.com

NDR arbeitet “Lovemobil”-Kontroverse in “Zapp”-Sondersendung auf.

Aufarbeitung on Air: Das Medienmagazin "Zapp" bespricht am Mittwoch um 22.00 Uhr in einer Sondersendung den Fälschungsskandal um den Dokumentarfilm Lovemobil. Dort spricht "Zapp"-Redaktionsleiterin Annette Leiterer mit NDR-Doku-Chefin Anja Reschke, der AG-Dok-Vorsitzenden Susanne Binninger und dem Produzenten Stephan Lamby über mögliche Lehren aus dem Fall.
presseportal.de

WDR bringt neue Late-Night-Show mit Daniel Donskoy.

WDR startet am 23. April die Late-Night-Show "Freitagnacht Jews" mit Daniel Donskoy. Der 31-Jährige führt freitags um 23.30 Uhr durch die acht Folgen Sendung, die er "thematisch zwischen Antisemitismus und Hühnersuppe" verortet. Das Format gehört zum WDR-Themenschwerpunkt "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". Zu Gast sind u.a. Sascha Chaimowicz, Max Czollek und Susan Sideropoulos. Die Show ist auch über die Mediathek sowie den YouTube-Kanal des WDR abrufbar.
dwdl.de