Schauspieler Wilfried Dziallas, 77, ist tot.

Wilfried Dziallas, 77, ist tot. Der Schauspieler und Regisseur starb bereits am vergangenen Samstag in Hamburg an den Folgen einer Corona-Infektion. Dziallas spielte u.a. an der Seite von Evelyn Hamann in "Adelheid und ihre Mörder". Besonders bekannt war seine Rolle als "Revierleiter Bernd Voss" in der Serie "Großstadtrevier", die er von 2004 bis 2007 verkörperte.
ohnsorg.de, n-tv.de, spiegel.de

Sebastian Fitzek wird “Riverboat”-Moderator.

RBB-Thriller: Bestseller-Autor Sebastian Fitzek heuert als Moderator der TV-Show Riverboat an, berichtet der "Tagesspiegel". Konkret soll Fitzek gemeinsam mit der bisherigen Moderatorin Kim Fisher den Ableger "Riverboat Berlin" präsentieren, der vom RBB produziert und am 15. Oktober zum ersten Mal ausgestrahlt wird. Bei den vom MDR produzierten Sendungen aus Leipzig bleibt es beim Moderations-Duo Fisher und Jörg Kachelmann.
tagesspiegel.de, rnd.de, turi2.de (Background)

BBC engagiert ersten TV-Moderator mit Down-Syndrom.

Hi, I'm George: Die BBC holt mit dem 20-jährigen George Webster (Foto) erstmals einen Moderator mit Down-Syndrom vor die Kamera. Der Schauspieler präsentiert Sendungen auf dem Kinderkanal CBeebies. Webster ist Botschafter des Hilfsvereins Mencap und hatte zuvor in der BBC über Mythen rund um das Down-Syndrom gesprochen. Die Organisation bezeichnet ihn als "ein brillantes Vorbild".

"Ich bin so stolz und freue mich so auf den Start", sagt Webster in einem Video des Senders. Vor allem das Kochen vor der Kamera werde ihm viel Freude bereiten. Das Engagement des Moderators ruft viele positive Reaktionen in den sozialen Medien hervor. Die Schauspielerin Sally Phillips, die selbst einen Sohn mit Down-Syndrom hat, schreibt bei Twitter: "Oh CBeebies, ich könnte dich nicht mehr lieben. Das bedeutet uns so viel und ist George nicht großartig!!" Der Kinderkanal sagt, der 20-Jährige wird schon bald im britischen Fernsehen zu sehen sein.
derstandard.at, theguardian.com, twitter.com/CBeebiesHQ (2-Min-Video), twitter.com (Tweet Philipps)

Meinung: Das dritte Triell war das erträglichste.

Triell-Kritik: Journalist Holger Gertz vergleicht die TV-Trielle mit einem "über mehrere Runden sich erstreckenden Sportturnier". Das Publikum lerne die Bewerberinnen kennen, "nicht wirklich in den Tiefen ihrer Persönlichkeit, aber in ihrem Wettkampfverhalten". Weil tatsächlich halbwegs ein Gespräch zustande gekommen sei, "war ausgerechnet dieses dritte Triell in den Tiefen des Privatfernsehens das erträglichste".
sueddeutsche.de (Paid)

Borussia Dortmund und Sky Deutschland kooperieren.

Mehr Rundes im Eckigen: Borussia Dortmund und Sky Deutschland starten eine vierjährige Zusammenarbeit. Sky wird künftig Inhalte aus dem BVB-eigenen Sender BVB-TV ausstrahlen. Zudem startet der Sender "BVB 09 - Stories who we are", eine zehnteilige, saison­begleitende Serie. Außerdem soll es spezielle Angebote für Sky-Kundinnen geben, wie Ticketverlosungen für BVB-Heimspiele und einen Zugang zu BVB-TV.
presseportal.de

Meinung: ARD und ZDF agieren als linke Wahlkampfhelfer.

Abgerutscht: Die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland rücken im Wahlkampf zu sehr nach links, schreibt Alexander Kissler, Berlin-Korrespondent der "NZZ". "Kaum eine Gelegenheit lässt man verstreichen, dem linken Parteienspektrum zu Hilfe zu eilen." Als ein Beispiel führt er die ARD-"Wahlarena" an, in der geschulte Aktivistinnen Fragen gestellt hatten. Eine solche Verschiebung "rüttelt" am Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen, das gesamte Meinungsspektrum abzubilden.
nzz.ch, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie Reality-TV-Stars in Wirklichkeit ticken.

Lese-Tipp: "FAZ"-Autorin Anna Prizkau versucht zu ergründen, wie Reality-TV-Protagonisten in Wirklichkeit ticken. Dabei trifft sie u.a. auf den ehemaligen Bachelorette-Teilnehmer Rafi Rachek (Foto), der im echten Leben ruhiger und weniger streitsüchtig wirkt, als im Fernsehen: "Sie filmen dich 24/7 und zeigen oft nicht die schönen, ruhigen Szenen", sagt er. Bachelor-Kandidat Oliver Sanne nennt Reality-TV eine "Scheinwelt", auf die er finanziell eigentlich nicht angewiesen sei: "Ich habe meine Ausbildung und meine Arbeit."
faz.net

Streit-Themen und Gemeinsamkeiten, gute Moderatorinnen: Das Medienecho zum finalen TV-Triell von ProSiebenSat.1.

Finale: Erneut haben sich die Kanzlerkandidatinnen einen Schlagabtausch geliefert und über große Themen gestritten, so der Tenor der Presse zum dritten und letzten TV-Triell vor der Wahl auf ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins. Allerdings seien die "giftigen persönlichen Angriffe" von Armin Laschet auf Olaf Scholz diesmal ausgeblieben, meint etwa Anna Sauerbrey, stellvertretende Chefredakteurin vom "Tagesspiegel". Die Kandidatinnen hätten stattdessen "auf seriös geschaltet". "Tagesspiegel"-Medienredakteur Kurt Sagatz findet, dass die Sendung "nach starkem Start mit lebensnahen Themen" ein wenig den Fokus verloren habe. Die "Bild" titelt groß: "Scholz und Baerbock verbünden sich gegen Laschet." Baerbock und Scholz seien sich sich politisch "so nah wie selten zuvor" gewesen, z.B. bei den Themen Mindestlohn, Hartz IV und Klima. Laschet habe dafür beim Thema Innere Sicherheit Akzente setzen können. Auch die "Tagesschau" konstatiert: "Oft gab es zwei klare Lager." SPD und Grüne seien sich u.a. bei der Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro einig gewesen.

"FAZ"-Politik-Korrespondent Peter Carstens lobt die Moderatorinnen Linda Zervakis und Claudia von Brauchitsch – sie hätten anders als ihre Kolleginnen von ARD und ZDF bewiesen, dass "gute Vorbereitung einem zähen Politikabend Fließgeschwindigkeit verleihen" könne. Auch ZDF-Satiriker Jan Böhmermann war von den beiden angetan und bezeichnet das Duo als "beste Triell-Moderation". Zervakis habe für den "schönsten Moment des Abends" gesorgt, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Sie hatte ein Micky-Maus-Heft von 1993 hervorgezaubert und Laschet gefragt, ob Micky Maus die Dringlichkeit des Klimawandels früher verstanden habe als die CDU. Auch die Rubrik "Politiker fragen Politiker" sei eine "nette Idee" gewesen. Trotzdem gibt es auch Kritik, was die Themenauswahl angeht: Der "Spiegel" findet es beispielsweise bemerkenswert, dass Europa- und Außenpolitik in keinem Triell zur Sprache gekommen ist. Für ARD und ZDF sei es es "nicht die allerbeste Nachricht", dass sowohl RTL als auch ProSiebenSat.1 "keine schlechteren Sendungen auf die Beine gestellt haben als sie", bilanzieren  Johannes Bebermeier und Tim Kummert bei T-Online.

Laut einer Forsa-Umfrage hat Olaf Scholz das Triell gewonnen – mal wieder: 42 % der Befragten votierten für ihn, Armin Laschet kommt auf 27 % und Annalena Baerbock landet mit 25 % auf dem letzten Platz. 6 % nannten keine Gewinnerin.
presseportal.de, Foto: Kay Nietfeld/dpa

Debatte: Öffentlich-Rechtliche müssen ihre Prioritäten neu setzen.

Falsche Prioritäten? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss seine Prioritätensetzung überdenken, schreibt Peer Schader bei DWDL. Schader kritisiert, dass das ZDF die Klinik-Doku Herz & Viren zunächst in der Mediathek versteckt und später nur im Nachtprogramm versendet hat. Zur Primetime habe der Sender stattdessen zuletzt lieber einen "Ikea-Check" oder "großen Brot-Report" gezeigt. ProSieben sei hier zuletzt vorbildlicher gewesen, etwa mit der stundenlangen Übertragung von #Nichtselbstverständlich.
dwdl.de

Basta: Hai-Alarm auf ProSieben.

Hai-Light: ProSieben präsentiert die erste neue Maske der kommenden Staffel The Masked Singer. Der Hammer-Hai soll eine "hammermäßige Show" abziehen – und kommt mit einem gigantischen Schädel von drei Metern Umfang daher. Man rätselt schon, wer darunter stecken könnte: Ob Hai-Experte Ralf Moeller diesmal selbst in die Rolle des Meeresräubers schlüpfen will? Das bleibt vorerst noch ein gut behütetes Gehaimnis.
presseportal.de, prosieben.de

Polizei zieht Beiträge zur TV-Now-Doku über einen Patientenmörder zurück.

TV Now steht in der Kritik für seine ab Montag verfügbare Doku-Serie Der Todespfleger, weil darin der Patientenmörder Niels Högel selbst zu Wort kommt.  Weil das Interview gegen einen Vertrag verstößt, zieht die Polizei ihre Beiträge zum Format zurück, TV Now muss sie nun herausschneiden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert RTL unterdessen dazu auf, die Werbung für die Doku zu stoppen.
presseportal.de, tagesspiegel.de

“WamS”: Causa El-Hassan bringt Öffentlich-Rechtliche in eine Zwickmühle.


Politisch heikel: Die Causa Nemi El-Hassan bringt die Öffentlich-Rechtlichen in eine Zwickmühle, beobachtet die "Welt am Sonntag". Die Journalistin, deren Moderationsstart beim WDR-Magazin "Quarks" aufgrund ihrer Teilnahme an einer israelfeindlichen Demo auf Eis liegt, sei "nicht die einzige aus ihrem Milieu, die bei den Öffentlich-Rechtlichen für eine Karriere vorgesehen ist". El Hassan gehöre zu einer Gruppe, "in der Karriere gemacht wird, weniger trotz einer wenig demokratiekompatiblen Einstellung, sondern mit oder sogar wegen dieser Einstellung", schreibt "WamS"-Chefredakteur Johannes Boie.

Außer El-Hassan hätten u.a. auch BR-Reporter Malcolm Ohanwe sowie Funk-Journalistin Alena Jabarine ihren Auftraggebern Kritik eingehandelt – vor allem wegen Kontroversen zu Israel. Die "aktuelle Situation" sei "nicht ausschließlich" El-Hassans Schuld, schreibt Boie weiter. Er kritisiert "alle, die bei ihrer bisherigen Karriere beide Augen zugedrückt haben".
welt.de (Text Boie), edition.welt.de (ausführlicher Text, Paid), turi2.de (Background)

“Bild”: Sky plant Reality-Show mit den Ochsenknechts.

Keeping up with the Ochsenknechts: Bezahlsender Sky plant eine Reality-Show um die deutsche Promi-Familie, berichtet "Bild". Das Format mit dem Titel "Diese Ochsenknechts" wird bereits gedreht und soll Anfang 2022 starten. Mit dabei sind Natascha Ochsenknecht (Foto) sowie ihre erwachsenen Kinder Wilson Gonzalez, Jimi Blue und Cheyenne. Ex-Mann Uwe Ochsenknecht fehlt.
bild.de (Paid)

Debatte: TV-Triell-Gucker gehen mit höherer Wahrscheinlichkeit wählen.

Von der Glotze an die Urne: Zuschauerinnen der TV-Trielle nehmen mit höherer Wahrscheinlichkeit an der Wahl teil, erklärt Politikwissenschaftler Thorsten Faas (Foto) im "Tagesspiegel". Die Fernsehauftritte der Kanzlerkandidatinnen würden die Menschen mobilisieren, massive Wählerwanderungen von Partei A nach Partei B seien nach Triellen aber nicht zu erwarten. Dafür könnten sich eher Unentschlossene dank TV-Debatten auf eine Partei festlegen.
tagesspiegel.de

CuriosityStream steigt bei Spiegel TV Geschichte und Wissen ein.

American History: Der Streaming-Anbieter CuriosityStream steigt bei Spiegel TV Geschichte und Wissen ein. Das amerikanische Unternehmen übernimmt 32 % der Anteile, die bisherigen Eigner Spiegel TV und Autentic GmbH behalten je 34 %. Der Sender Spiegel TV Wissen soll im Zuge der veränderten Gesellschafterstruktur unter der Marke Curiosity neu positioniert werden.
new-business.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Frank Elstner hat noch immer Ideen für TV-Shows auf Lager.

Lese-Tipp: Trotz seiner Erkrankung an Parkinson verspürt Frank Elstner noch immer Lust aufs Moderieren, verrät der Show-Master dem "Spiegel". Nur Shows will er nicht mehr präsentieren: "Aus dem Alter bin ich raus." Zudem habe er noch "Konzepte in der Schublade" für TV-Sendungen: "Drei davon sind sehr konkret, eines ist eine Bombe, 20 weitere bislang nur Spielereien."
spiegel.de (Paid)

Video-Tipp: Jan Böhmermann singt ein Lied über aufhörende Fahrradwege.

Video-Tipp: Jan Böhmermann macht seinem Ärger über aufhörende Fahrradwege mit einem Pop-Song Luft. In dem Musikvideo arbeitet er sich an allerlei Auto-Themen ab, ein PKW muss sogar im wahrsten Sinne des Wortes Schläge einstecken. Böhmermann fragt singend u.a., weshalb "Papi weinen muss, wenn man ihm den VW-Bus klaut" und warum "auf Radwegen Bäumen stehen, aber auf Autobahnen nicht": Unsere Herzen seien asphaltiert, "automobil radikalisiert".
youtube.com (4-Min-Clip)

ARD-“Wahlarena”: Aktivistin kann nicht ausgiebig trainiert haben, erklärt Moderator Andreas Cichowicz.

Gezielt ausgesucht: Die angeblich von einer linksextremen Agentur in die ARD-Wahlarena mit Armin Laschet eingeschleuste Aktivistin kann nicht ausgiebig für das Format trainiert haben, sagt Moderator Andreas Cichowicz im "Spiegel". Die Publikums-Auswahl treffe einzig die Redaktion, erst "vor wenigen Tagen" habe man die junge Frau ausgesucht.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Peter Kloeppel erklärt, warum die TV-Duelle noch immer von so vielen Menschen gesehen werden.

"Das ist ein bisschen so wie in die Kirche gehen: Auch dort harrt man aus, bleibt bis zum Schluss und hört sich den Segen an, statt nach der Hälfte zu gehen."

RTL-Anchorman Peter Kloeppel sagt im "Spiegel"-Interview, "Millionen von Menschen" bleiben bei den TV-Duellen seit 2002 am Ball, weil sie das als ihre "staatsbürgerliche Pflicht" sehen. Zuschauerinnen fänden die "direkte Konfrontation" der Kanzlerkandidatinnen "spannend".
spiegel.de (Paid)

AfD-Berichterstattung: “Tagesschau” unterzeichnet Unterlassungserklärung.


Es ist kompliziert: Im Streit um die Berichterstattung über das Abstimmungs-Verhalten der AfD zum Fluthilfe-Fonds gibt die "Tagesschau" nach – der zuständige NDR erklärt Unterlassung. Der Sender ändert die Aufzeichnung in der Mediathek und versieht sie mit einem Hinweis, ein Faktenfinder-Beitrag ist bis zur Überarbeitung offline. Die rechtspopulistische Partei hatte sich juristisch gegen zwei Sätze in der 20-Uhr-"Tagesschau" vom 17. September gewehrt. Darin hieß es: "Außerdem hat der Bundestag den Wiederaufbaufonds für die Flutgebiete beschlossen. Alle Fraktionen bis auf die AfD stimmten dafür." Tatsächlich hatte die AfD in zweiter Lesung für den Fonds gestimmt, sich bei der Schlussabstimmung aber enthalten, weil die Regierung die Abstimmung mit einer Zustimmung zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes verknüpft hatte.

Die rechtspopulistische Partei jubelt in einer Pressemitteilung über den juristischen Erfolg gegen das Nachrichten-Flaggschiff der ARD: "Das ist ein wichtiger Erfolg für die AfD-Fraktion, der zeigt, dass es sich lohnt, für korrekte und wahrheitsgemäße Berichterstattung in den Medien zu streiten. Es ist jedoch bedauerlich, dass wir hierfür erst den Rechtsweg beschreiten mussten", erklären Alice Weidel und Alexander Gauland.
dwdl.de, rnd.de, presseportal.de (AfD-Mitteilung), turi2.de (Background)

Meinung: Jan Böhmermanns Satire-Niveau ist auf dem Level eines Vierjährigen.

Pipi-Kacka-Humor: Berufs-Provokateur Jan Böhmermann wirke wie "ein Sozialkundelehrer mit Tourette", schreibt Alexander Neubacher in seiner "Spiegel"-Kolumne. Über die vielen Kraftausdrücke im "ZDF Magazin Royale" könnten höchstens Vierjährige lachen. Böhmermanns Vorwurf an Kollege Markus Lanz, er würde "menschenfeindliche" Gäste einladen, sei bei solchen Ausdrücken und Beleidigungen umso grotesker.
"Spiegel" 38/2021, S. 21

Zitat: Sibel Kekilli ist genervt vom Fernsehprogramm.

"Es gibt doch fast nur noch Krimis, schlichte Komödien, Arztserien und Quizshows. Als Zuschauerin bin ich da schon etwas beleidigt, dass man mich so unterfordert."

Schauspielerin Sibel Kekilli ärgert sich im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" über fehlenden Mut in der deutschen Film- und TV-Branche. Kekilli fordert mehr Raum für "Abenteuer und Experimente", weniger Fokus aufs alte Publikum – und bessere Sendeplätze für innovative Inhalte. Als Vorbild nennt sie Dänemark.
noz.de (Paid)

Zitat: Markus Lanz stichelt gegen RTL.

"Einer unserer langjährigen Mitarbeiter sitzt angeblich mit Jan Hofer in einem Büro. Falls das so ist, dann schick uns gerne mal ein Beweisfoto – als Abschreckung für die anderen, was ihnen so blüht, wenn sie wechseln."

ZDF-Talker Markus Lanz sagt in seiner Dankesrede beim Deutschen Fernsehpreis, sein Team sei so gut, dass viele von der Konkurrenz abgeworben würden. Dabei schießt er gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber RTL, fügt aber sicherheitshalber an: "Spaß beiseite".
dwdl.de

Meinung: Debatte um WDR und Nemi El-Hassan ist scheinheilig.

Antisemitismus-Vorwürfe: Die Diskussion um den WDR und Nemi El-Hassan ist scheinheilig, schreibt Hanno Hauenstein in der "Berliner Zeitung". Sie sei "Ausdruck einer inzwischen normalisierten deutschen Sehnsucht, die Deutungshoheit über Antisemitismus gegen Minderheiten in Anschlag zu bringen". Dabei spiele es keine Rolle mehr, "ob diese jüdisch, muslimisch oder links sind". Dem WDR wirft Hauenstein vor, der "Druckwelle von rechts" nachzugeben. Springer würde "unter dem Deckmantel eines Engagements gegen Antisemitismus eine Rhetorik der Spaltung" kaschieren.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Piers Morgan moderiert künftig bei Fox News.

Back to the roots: Der umstrittene britische TV-Moderator Piers Morgan wechselt von ITV zu Fox News – und kehrt damit zurück zu seinen Wurzeln bei Rupert Murdochs News Corp. Der Vertrag umfasst eine neue TV-Sendung Anfang 2022, Kolumnen in den Boulevard-Blättern "The Sun" und der "New York Post" sowie eine Buch-Veröffentlichung. Morgans Karriere begann Ende der 80er bei der "Sun", 1994 wurde er mit nur 29 Jahren Chefredakteur von "News of the World". Morgan war im März durch kritische Aussagen über Meghan Markles Depressionen aufgefallen – mitten in der ITV-Morningshow stürmte er wütend aus dem Studio, kurze Zeit darauf hat er das Format verlassen.
foxnews.com, deadline.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

Debatte: Warum das ZDF Gender-Sprache nutzt.

ZDF mit *: "Zeit Streit"-Ressortleiterin Charlotte Parnack begibt sich beim ZDF auf die Spur der Gender-Sprache, die hier sogar in den Nachrichten genutzt wird. "Der Stern wird von außen wichtig gemacht", sagt etwa Chefredakteur Peter Frey, "innerhalb des Senders ist das kein großes Thema". Bemerkenswert: Gerade jüngere Mitarbeiterinnen wie die Funk-Redakteurin Kris­tin Blum warnen: "Wir müs­sen sehr auf­pas­sen, uns nicht von je­nen zu ent­frem­den, für die wir ar­bei­ten."
"Zeit" 38/2021, S. 21 (Paid)

Trainierte Aktivistinnen dürfen in der ARD-“Wahlarena” Fragen stellen.

Eingeschleust: In der "Wahlarena" der ARD durften offenbar nicht nur normale Bürgerinnen CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet befragen, sondern auch von Linken geschulte Aktivistinnen, entdeckt "FAZ"-Mann Philipp Plickert auf Twitter. Drei Kandidatinnen seien von einer Aktivistinnen-Agentur namens "hartaberlinks" auf ihren Showauftritt hin trainiert worden. Eine der Fragestellerinnen wollte Armin Laschet mit unangenehmen Fragen live "fertig machen". Kopf der Agentur soll eine Linksextremistin sein.
twitter.com, bild.de

Ausverkaufte Werbeblöcke: ZDF-Vermarkter Hans-Joachim Strauch greift Mediaagenturen an.

TV-Werbung: Hans-Joachim Strauch, Chef des ZDF Werbefernsehens, wirft Mediaagenturen vor, Werbekunden bewusst auf Kanäle zu lenken, an denen die Agenturen kräftig verdienen, etwa Online-Video, Digital, Out-of-Home. Bei den Vermarktern stünde "die Schatulle sehr weit offen". Mittelständlern werde eingeredet, in diese Kanäle statt in TV zu investieren. Dabei seien die Werbeblöcke im TV weder ausverkauft noch teurer geworden. Grund für die Abkehr der Mediaagenturen sei, dass das ZDF Werbefernsehen als einziger Vermarkter nicht bereit sei, für Kickbacks zu zahlen.
"Horizont" 37/2021, S. 31

“Late Night Berlin”: Wahl-Teams kritisieren “Kinder fragen Kanzler*innen”.

Ferngesteuerte Kids? Die Wahlkampf-Teams von Armin Laschet und Olaf Scholz kritisieren das Format "Kinder fragen Kanzler*innen" von "Late Night Berlin", berichtet der "Tagesspiegel". Die Kinder haben ihre Fragen offenbar per Knopf im Ohr eingeflüstert bekommen, die Kandidaten berichten von langen Gesprächspausen in der Produktion. Die Fragen waren ungewöhnlich für Kinder: Laschet wurde u.a. gefragt, ob er gegen die Ehe für alle sei. Scholz musste die Frage beantworten, ob Putin ein Mörder ist. ProSieben sagt, die Kinder seien bei der Vorbereitung unterstützt worden, "wie andere Moderator:innen und Journalist:innen im TV, haben sie während des Interviews einen Knopf im Ohr".
tagesspiegel.de, youtube.com (10-Min-Interview, Laschet), youtube.com (10-Min-Interview, Scholz)




Übermedien: ARD und ZDF blendeten beim Triell falsche Redeanteile ein.

Rechenschwäche: ARD und ZDF haben sich bei den Triell-Redezeiten der Kanzlerkandidatinnen verrechnet, zählt Stefan Niggemeier nach. So habe Olaf Scholz (Foto) statt 24:39 Min, die als Gesamt-Redezeit eingeblendet wurden, 25:30 Min gesprochen, Annalena Baerbock statt 24:25 Min nur 21:37 Min. Auch Armin Laschet hatte mit 24:14 Min weniger Redezeit als die angegebenen 26:25 Min. So habe Scholz knapp 20 % mehr gesprochen als Baerbock. Die Sender verweisen auf einen Software-Fehler bei der Zeiterfassung.
uebermedien.de

Leonie Koch moderiert neben “Explosiv” bei RTL bald auch “Hallo Hessen” im HR.

Hello again, HR: Ab 20. September moderiert Leonie Koch die HR-Sendung "Hallo Hessen". Koch war erst 2020 als Moderatorin beim RTL-Boulevard-Magazin "Explosiv" gestartet, diesen Job wird sie weiterhin machen. Für Koch ist es ein berufliches Wiedersehen mit der Hessen-Anstalt: Von 2015 bis 2018 stand die gelernte Radio-Journalistin schon für die "Morningshow" der Jugend-Sparte You FM vorm Mikrofon.
hr.de, dwdl.de

Wir graturilieren: Sascha Schwingel wird 50.

Wir graturilieren: Vox-Geschäftsführer Sascha Schwingel wird heute 50 Jahre alt. Im vergangenen Jahr haben den gebürtigen Saarländer vor allem die vielen Menschen beeindruckt, die anderen geholfen haben – "ob spontan bei der Flutkatastrophe vor wenigen Wochen oder in Ehrenämtern das ganze Jahr über". Ihm hat vor allem die Technik dabei geholfen, mit seinen Kolleginnen in Kontakt zu bleiben, die er in den letzten zwölf Monaten nicht persönlich treffen konnte. Im kommenden Jahr steckt er seine Energie in neue Projekte bei Vox. "Wir haben einiges vor." Privat will er versuchen, seine Ungeduld etwas zu zügeln und Glücksmomente ganz bewusst zu genießen.

Gefeiert wird heute mit "lauter tollen Frauen" wie Ehefrau, Mutter, Schwester und Töchtern. Ein paar Männer dürfen aber auch dabei sein. Wer Sascha Schwingel gratulieren möchte, kann es gerne per Brieftaube versuchen – per Instagram ist auch okay.

Meinung: Satire-Show “Spitting Image” setzt gleich zu Beginn einen provokanten Ton.

Puppen tanzen: Die Satire-Puppen-Show "Spitting Image" von Sky setzt zur Premiere am Donnerstag einen provokanten Ton, urteilt "Bild", die die Sendung vorab sehen konnte. Angela Merkel und Annalena Baerbock (Foto) treten als Dominas auf, Olaf Scholz als Schlumpf. Die Puppe von Alice Weidel vergnügt sich mit Adolf Hitler – die AfD-Chefin droht laut "Bild" mit rechtlichen Schritten gegen die Sendung.
bild.de (Paid)

Lese-Tipp: Wie Kinderreporter Alexander AfD-Mann Chrupalla aus dem Konzept brachte.

Kindermund: Die "Süddeutsche Zeitung" porträtiert den ZDF-Kinderreporter Alexander (Foto). Der 13-Jährige hatte in einem "Logo"-Interview Tino Chrupalla nach seinem deutschen Lieblingsgedicht gefragt, nachdem der AfD-Mann gefordert hatte, dass in der Schule mehr deutsches Kulturgut gelehrt wird. Chrupalla wusste keine Antwort. Das Video ging viral. Alexander sagt, dass er Chrupalla unabsichtlich aufs Glatteis geführt hat: "Ich habe echt nicht erwartet, dass er das nicht beantworten kann." (Foto: ZDF/Screenshot)
sueddeutsche.de, youtube.com (4-Min-Interview)

Polizei nimmt Diebe von NDR-Ausrüstung fest.

NDR: Die Polizei hat Käufer und Verkäufer gestohlener Film-Objektive in Hamburg festgenommen. Die beiden Verkäufer stammen aus Berlin und kommen offenbar aus dem Clan-Millieu. Im April waren dem NDR Kamera-Objektive im Wert von 400.000 Euro gestohlen worden, weitere Diebstähle gab es in Mainz und München. Bei Durchsuchungen in Berlin ist weiteres Diebesgut sichergestellt worden. Offenbar hat sich ein ganzes Täter-Netzwerk auf Diebstahl und Verkauf mit Profi-Film-Equipment spezialisiert.
abendblatt.de (Paid)

Arabella Kiesbauer kehrt mit True Crime ins Fernsehen zurück.

Krimi-Comeback: Die frühere Talkshow-Moderatorin Arabella Kiesbauer bekommt zwei eigene True-Crime-Serien auf TLC. "Arabellas Crime Time – Verbrechen im Visier" läuft ab dem 22. September immer mittwochs, "Arabellas Crime Time – Chaos vor Gericht" wird im Dezember ausgestrahlt. Kiesbauer wurde mit ihrer Talkshow "Arabella" bekannt, die von 1994 bis 2004 auf ProSieben lief.
presse.discovery.de

Basta: Ralf Dümmels abergläubische Rituale.

Höhle der Abergläubigen: Investor Ralf Dümmel hat abergläubische Rituale, die er Woche für Woche bei Dreharbeiten zur Höhle der Löwen wiederholt, deckt die "Bild" auf. Dazu gehört etwa, dass der Unternehmer seinen linken Schuh immer zuerst anzieht und dass er rote Anzüge seit einem verlorenen Deal nicht mehr anfasst. Ein Glück für Dümmel, dass die TV-Quote der Gründerinnen-Show zuletzt deutlich über 13 % lag.
bild.de (Paid)

Meinung: “Zervakis & Opdenhövel Live” überzeugt trotz Längen.

Zervakis & Opdenhövel kommen zwischen Bier-Verkostung mit James Blunt und Empathie für Frauen aus Afghanistan gut aus den Startlöchern. Trotz einiger Längen findet Alexander Krei, das Duo harmoniere "auf Anhieb deutlich besser als Maybrit Illner und Oliver Köhr" beim TV-Triell. Marlene Knobloch nennt die Show, die informieren und unterhalten will, "mutig" trotz "irrer inhaltlicher Schluchten". Christian Buß lobt das "richtige Mischverhältnis" zwischen Pop und Politik.
dwdl.de (Krei), sueddeutsche.de (Knobloch), spiegel.de (Buß), joyn.de (92-Min-Video)

Lese-Tipp: Ex-“SZ”-Chefredakteur Kurt Kister schreibt eine Theaterkritik zum Triell.

Lese-Tipp: Die am weitesten verbreiteten Theaterstücke sind noch immer Talkshows, schreibt Ex-"Süddeutsche"-Chefredakteur Kurt Kister – und arbeitet sich in Form einer Theaterkritik am zweiten TV-Triell ab. Armin Laschet habe eine Rolle gespielt, "die ihm nicht lag, nämlich den aggressiven Durchgreifer". Annalena Baerbock erinnere an "die Physiklehrerin damals, die auch gerne erstens, zweitens, drittens sagte". Olaf Scholz hatte die "eher angenehme Aufgabe", sich selbst zu spielen.
sueddeutsche.de (Paid)

Jörg Thadeusz moderiert bis zur Wahl nicht mehr beim WDR und RBB.

Selbstverordnete Sendepause: Bis zur Bundestagswahl moderiert Jörg Thadeusz keine weiteren Folgen mehr seiner Radio-Sendung bei WDR 2, auch die eigentlich noch für den 21. September geplante Ausgabe seiner RBB-Talkshow Thadeusz und die Beobachter entfällt. Der Moderator ist laut eigenen Angaben selbst auf die Sender zugegangen und hat den Verantwortlichen die Pause angeboten. "Ich möchte nicht, dass die Kolleginnen und Kollegen sich wegen meines Fehlers Zweifel an ihrer journalistischen Integrität ausgesetzt sehen", twittert er. Grund ist eine im Juni von Thadeusz veröffentlichte Kolumne im Wahlkampf-Magazin des Berliner FDP-Landesverbands. Mitarbeitende des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dürfen sich "nicht aktiv im Wahlkampf betätigen", lässt etwa der WDR wissen.

Die bei WDR 2 geplanten Gespräche mit den Politikerinnen Sahra Wagenknecht, Norbert Röttgen und Bernd Baumann übernimmt stattdessen Thomas Bug. Beim RBB hätte seine Talkshow noch mit einer Ausgabe vor der Wahl im Programm bleiben sollen, dort hätte er allerdings eine Stellungnahme abgeben sollen. "Diese Lösung hätte Transparenz hergestellt, zumal in der Sendung ausschließlich Journalisten und Journalistinnen und keine Politikerinnen und Politiker zu Gast gewesen wären", sagt RBB-Chefredakteur David Biesinger. Man wolle trotzdem "am Vorhaben, aus verschiedenen Perspektiven und ohne parteipolitische Beteiligung auf den Wahlkampf zu schauen" festhalten und will daher kurzfristig ein Ersatzprogramm auf die Beine stellen.
twitter.com, wdr.de, presseportal.de, turi2.de (Background), Foto: RBB/Oliver Ziebe

Wir graturilieren: Michalis Pantelouris wird 47.


Wir graturilieren: Journalist, Autor und Olivenöl-Fachmann Michalis Pantelouris wird heute 47 Jahre alt. Seinen Geburtstag feiert der Ex-"GQ"-Mann sogleich im neuen Job als Kreativer Berater der ProSieben-Sendung Zervakis & Opdenhövel Live, die heute zum ersten Mal läuft. Die Korken knallen dementsprechend im Studio nach der ersten überstandenen Sendung. Hier kommt Pantelouris der Kamera ausnahmsweise ohne seinen Kater "Willy Brandt" (Foto) nahe, der sich im vergangenen Jahr bei sämtlichen Zoom-Konferenzen zuverlässig vorm Bildschirm in Pose geworfen hat. Kater Willy hat übrigens 34 Fans bei Instagram, Pantelouris etwa 2.000 mehr.

Die schwierigste Aufgabe für Pantelouris war es im vergangenen Jahr, über Video­konferenzen kreativ zu bleiben. Letzten Endes habe das aber trotzdem oft "überragend" geklappt: "Manchmal vielleicht sogar besser als sonst, man wächst ja mit den Herausforderungen." Ebenfalls in guter Erinnerung bleibt ihn, wie die Teams bei "GQ" und der "Vogue" aus dem Home Office heraus "so viele Veränderungen angetrieben und auch weggesteckt haben". Weil er heute an seinem Geburtstag schwer beschäftigt ist ("Live! Sendung!"), freut er sich über alle Glückwünsche, auf die er nicht sofort antworten muss – zum Beispiel via Twitter, Linked-in oder Instagram.

Mitarbeit: Daniel Sallhoff

Basta: Dieter Bohlen bestreitet Rauswurf bei RTL.

Show must go on: Dieter Bohlen und RTL haben sich nur für die beiden Shows "Das Supertalent" und "DSDS" getrennt, lässt der Pop-Titan seine Fans bei Instagram wissen. Nach 16 Jahren habe man unterschiedliche Meinungen zu den Formaten gehabt. Ansonsten gehe der Vertrag mit dem Sender noch "weit über das Jahr hinaus". Verschwörungstheoretikerinnen sind enttäuscht: Bohlens RTL-Abschied hat wohl doch nichts mit dem Abtritt von Angela Merkel zu tun, der ebenfalls nach 16 Jahren erfolgt.
bild.de, instagram.com

Hitzige Debatte, chaotische Moderation: Das Medienecho zum TV-Triell bei ARD und ZDF.

Zweite Runde: Beim zweiten TV-Triell am Sonntagabend bei ARD und ZDF haben sich die Kanzler­kandidatinnen Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz einen lebhaften Schlagabtausch geliefert. Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf, so der Tenor der Presse. Insbesondere bei Laschet und Scholz sei der Ton "angriffslustig" gewesen, schreibt z.B. die Tagesschau. Ein großer Streitpunkt war etwa die Razzia in Scholz' Finanzministerium. Laschet habe Scholz "bei fast jedem Thema" attackiert und damit "ungewöhnlich deutliche Reaktionen" bei ihm ausgelöst, schreibt der Spiegel. Baerbock habe sich dagegen weitgehend aus dem Wortgefecht der Männer rausgehalten und stattdessen mit eigenen Botschaften gepunktet. "Tagesspiegel"-Autor Christian Tretbar bezeichnet die Grünen-Politikerin als "lachende Dritte". Sie habe "unverkrampft" agiert, "vielleicht auch, weil sie aktuell nur noch wenige Chancen auf das Kanzleramt hat".

Teils scharfe Kritik gibt es im Netz an der Moderation des Triells, ZDF-Talkerin Maybrit Illner und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr: "Das Ausmaß, in dem die Moderatoren die Möglichkeit verschenken, Millionen Menschen anzusprechen, die sich nur alle vier Jahre intensiv mit Politik beschäftigen, finde ich ernsthaft bestürzend", twittert Medienjournalist Stefan Niggemeier. "Zeit"-Journalistin Yasmine M'Barek empfindet die Moderation als "unnormal suggestiv". "Bild"-Vize Paul Ronzheimer hätte gerne gehört, wie die Kanzlerkandidaten "die Situation in Afghanistan bewerten und Deutschlands Rolle in der Welt". Es sei "Wahnsinn, dass das ARD und ZDF offenbar nicht interessiert". "Handelsblatt"-Chefredakteur Sebastian Matthes beschreibt die Sendung als Chaos: "Moderatoren reden durcheinander, Kandidaten interviewen sich gegenseitig, im Hintergrund fällt irgendwas um, thematisch wird wild gesprungen". DWDL-Chefredakteur Thomas Lückerath bilanziert: "Ein Triell und fünf Verlierer."

Während des Triells hat ein lautes Geräusch im Studio für Verwunderung gesorgt: "So wie es rumpelt im Studio, so spannend wird die Bundestagswahl", reagiert Baerbock spontan dazu. Offenbar ist im Gang hinter dem Studio ein Gegenstand umgefallen, teilt das ZDF auf dpa-Nachfrage mit. Im weiteren Verlauf der Sendung fällt Baerbock dann noch ein technischer Defekt der Redezeit-Uhr auf: "Wenn ich das der Fairness halber sagen darf: Die Uhr von Herrn Scholz läuft aber weiter." Schon wenig später hatten ARD und ZDF das Problem in den Griff bekommen.
ardmediathek.de (96-Min-Video), t-online.de, Foto: Michael Kappeler/dpa

Zitat: Menschen schätzen ARD und ZDF mehr, als es einige Diskussionen vermuten lassen, sagt Tom Buhrow.

"Wenn wir zum Beispiel im Sommer den 'Tatort' wiederholen, gibt es lauthals Proteste. Ich nehme das aber als Anerkennung für unsere Produkte."

ARD-Vorsitzender Tom Buhrow sagt im "Tagesspiegel"-Interview, die Menschen würden die Öffentlich-Rechtlichen "viel mehr schätzen, als einige öffentliche Diskussionen glauben machen wollen".
tagesspiegel.de

DWDL: Best-Ager-Sender RTLplus wird zu RTL Up.

Alter Wein in neuen Schläuchen: RTLplus, Retrosender für die ältere Zielgruppe der sogenannten Best-Ager, wird bald RTL Up heißen, berichtet DWDL. Der neue Sendername orientiert sich an dem Vox-Ableger Vox Up, der genaue Zeitpunkt für die Umbenennung steht noch nicht fest. Der neue Name ist nötig geworden, weil RTL seinen Streaming-Dienst TV Now künftig RTL+ nennen will.
dwdl.de, turi2.de (Background)

“Bild am Sonntag”: DFB will WM im Zwei-Jahres-Rhythmus klar widersprechen.


Rote Karte für die Fifa: Der DFB wird sich bei seiner Präsidiums­sitzung am kommenden Freitag wohl klar gegen eine Fußball-Weltmeisterschaft im Zwei-Jahres-Rhythmus aussprechen, berichtet "Bild am Sonntag". Damit würde sich der deutsche Verband auf die Seite von Uefa-Chef Aleksander Ceferin schlagen, der entschieden gegen den Plan von Fifa-Boss Gianni Infantino (im Bild beim WM-Finale 2018 in Russland) ist. Offiziell hält sich der DFB im Streit der beiden Verbände bisher bedeckt. Der DFB befürchtet laut "BamS" die sportliche Abwertung der Europa­meisterschaft zu einem "besseren WM-Qualifikations­turnier", was auch negative, finanzielle Folgen hätte: Brachte der WM-Titel 2014 dem DFB einen Überschuss von 5 Mio Euro, bleibe dieser Betrag bei einer EM schon ab dem Viertelfinale hängen.

Ein Überangebot an Männer-Fußball könnte zudem das Interesse von TV-Sendern, Fans und Sponsoren an internationalen Frauen-Turnieren schmälern. Die Uefa Nations League stünde womöglich auf der Kippe. Uefa-Chef Ceferin hat der Fifa bereits mit europäischen Boykott gedroht, sollte die WM alle zwei Jahre stattfinden. Auch der südamerikanische Fußball-Verband Conmebol hat dem Fifa-Plan eine Absage erteilt, um seinen Copa América zu schützen. Bei DFB vermute man, so "BamS", Infantino wolle vor allem seine Verhandlungs­position gegenüber der Uefa verbessern, was die Klub-WM für Vereine betrifft. (Archivbild: Picture Alliance / SvenSimon / Frank Hoermann)
bild.de