Russland verbreitet gefälschte Cover von “Titanic” und “Charlie Hebdo”.

Propaganda-Posse: Russland verbreitet laut einem EU-Bericht gefälschte Titel­blätter von renommierten europäischen Satire-Magazinen wie "Titanic" oder "Charlie Hebdo". Ein gefälschtes "Titanic"-Cover etwa zeigt Wolodymyr Selenskyj, in dessen Mund Kriegs­geräte und Geld fliegen, dazu die Schlag­zeile "Ewiger Appetit". Die Original-Ausgabe zeigte im Oktober 2022 König Charles vor einer zerbombten Stadt. Dem Bericht zufolge verbreitet Russland Fake News bei Social Media auch über Konten von diplomatischen Diensten wie Botschaften.
tagesschau.de, spiegel.de, web.archive.org (Fake-"Titanic"-Cover)

Mathematikerin Claudia Plattner wird neue BSI-Chefin.

Eine mit Ahnung: Das BSI bekommt mit Claudia Plattner erstmals eine Chefin, hören Medien aus Regierungs­kreisen. Plattner war zuletzt für Informations­systeme bei der EZB zuständig, davor bei der Deutsche Bahn-Tochter DB Systel für die IT. Plattner ist studierte Mathe­matikerin. Nach einer Recherche von Jan Böhmermann zu Kontakten nach Russland musste Plattners Vorgänger Arne Schönbohm die Behörde 2022 verlassen.
sueddeutsche.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Experten-Gremium: Bei Documenta fehlten “Verantwortungsstrukturen”

Documenta-Skandal: Das Experten-Gremium zur Aufklärung des Anti­semitismus-Eklats attestiert der Documenta-Leitung fehlende "Ver­antwortungs­strukturen" sowie "Ignoranz, Verharm­losung und Abwehr". Als Konsequenz aus dem Skandal sollten der Bund seine Aufsichts­rats-Sitze wieder wahr­nehmen, der Aufsichts­rat professionalisiert und Beschwerde-Verfahren institutionalisiert werden.
spiegel.de

turi2.de/termine: Europe-Konferenz, datengestützte Netzwerkarbeit.

Termine: "Zeit", "Handels­blatt", "Tages­spiegel" und "Wirtschafts­woche" starten um 10 Uhr die zwei­tägige Europe-Konferenz. Dort diskutieren u.a. Innen­ministerin Nancy Faeser und Verkehrs­minister Volker Wissing zu Europas Zukunft. +++ Um 15 Uhr lädt das PR-Management­system Convento zum Vortrag über daten­gestützte Netz­werk­arbeit von Stefan Keil, Account Manager der Agentur Mais­berger. +++ Die Events sind kostenlos und online.
Die wichtigsten Termine der Branche – bequem sortierbar nach deinen Interessen: turi2.de/termine

Basta: Leipziger Stadtrat fordert Nickerchen für Rathaus-Beschäftigte.

Ruhendes Rathaus: Der Leipziger Stadtrat Thomas Kumbernuß von Die Partei fordert einen verbindlichen Mittags­schlaf für alle 9.000 Beschäftigten der Stadt, wenn sie länger als sechs Stunden am Tag arbeiten. Die Links­fraktion im Rathaus unter­stützt seinen Antrag. Fürs Nickerchen soll die Stadt Ruhe­räume, Liegen oder Hänge­matten bereit­stellen. Sollte es zur Umsetzung kommen, bekämen Klagen über schnarchige Bürokratie eine ganz neue Bedeutung.
bild.de

Zitat: Claudia Tieschky plädiert für mehr Zentralismus in der ARD.

"Die föderale Struktur der ARD ist auf der Ebene der Benutzeroberfläche längst einem mächtigen – und sinnvollen – Zentralismus gewichen. Föderal ist die ARD in der digitalen Welt nur noch auf dem Papier."

Medien­redakteurin Claudia Tieschky appelliert in der "Süddeutschen" an die Politik, die Strukturen der ARD den zentralen Strukturen anzupassen, "die die ARD selber im Digitalen aufbaut". Der öffentlich-rechtliche Rundfunk brauche "jetzt mehr als nur ein bisschen Reform".
sueddeutsche.de (€)

Zahl des Tages: Influencer Ron Bielecki soll 480.000 Euro Strafe wegen illegaler Glücksspiel-Werbung zahlen.

Zahl des Tages: Eine Strafe von 480.000 Euro soll Influencer Ron Bielecki wegen der Teilnahme an und der Werbung für illegale Online-Glücks­spiele zahlen, entscheidet das Berliner Amts­gericht Tiergarten. Laut "Wirtschaftswoche" hat er in mindestens 37 Fällen über seine Kanäle Werbung für ein Online-Casino aus Curacao gemacht, das in Deutschland keine Genehmigung besitzt. Bielecki hat Einspruch gegen den Bescheid eingelegt.
wiwo.de

Mobilfunk-Repeater in Fernzügen bekommen vorerst kein 5G-Upgrade.

Kein 5G im ICE: Die Fernzüge der Deutschen Bahn fahren auf absehbare Zeit weiter ohne den neuen, schnelleren Mobilfunk­standard 5G durchs Land, berichtet die "Rheinische Post". Mit den Mobil­funk­netz-Betreibern sei vereinbart worden, "aktuell keine 5G-Ertüchtigung der Repeater voran­zutreiben", beantwortet das Verkehrs­ministerium von Volker Wissing eine kleine Anfrage der Unions­fraktion im Bundes­tag.
rp-online.de

Radio Dreyeckland legt Beschwerde gegen Durchsuchung ein.

Radio Dreyeckland legt beim Landgericht Karlsruhe Beschwerde gegen die Durchsuchung der Wohnungen zweiter Mitarbeiter Mitte Januar ein. Notfalls will der links­alternative Sender bis vor das Bundes­verfassungs­gericht ziehen. Die Staats­anwalt­schaft hat beschlagnahmte Computer, Telefone und USB-Sticks zwar zurück­gegeben, die Inhalte zu Auswertung jedoch gespiegelt. Geschäfts­führer Michael Menzel glaubt, die Auswertung diene "nur noch der Ausforschung und Einschüchterung". Anlass für die Razzia war ein Link auf ein Archiv der verbotenen linken Webseite linksunten.indymedia.org.
taz.de, nd-aktuell.de, turi2.de (Background)

EU-Kommissar Breton droht Twitter und TikTok mit Geldstrafen und Verbot.

Vorzeitige Warnung: EU-Kommissar Thierry Breton droht Twitter und TikTok im "Spiegel"-Interview mit Verbot, wenn sie sich künftig nicht an den den Digital Services Act halten. Ab September müssen die Betreiber u.a. mehr Content-Moderatorinnen beschäftigen und sicherstellen, dass ihre Algorithmen keine Fake News fördern. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 6 % des globalen Jahres­umsatzes. Tritt dann immer noch keine Besserung ein, droht den Platt­formen die Abschaltung in der EU.
spiegel.de (€)

Hör-Tipp: Die Kriegs-Debatte ist wichtig, auch wenn manche “Stuss reden”, sagt Carlo Masala.

Hör-Tipp: Militär­experte Carlo Masala hat seit Beginn des Angriffs­kriegs in der Ukraine Arbeits­tage "von 5 Uhr morgens bis Mitternacht – oder länger", erzählt er im Berufe-Podcast der "FAZ". Er findet es gut, dass der Krieg eine breite Debatte ausgelöst hat, auch wenn manche bei dem Thema "Stuss reden". Er findet es aber problematisch, dass mittlerweile "zu viele X-Y-Parlamentarierer" in die Ukraine fahren, "um ihre Bilder zu machen".
faz.net (56-Min-Audio)

Für Raphael Brinkert war die sofortige Trennung von Christoph Metzelder eine “betriebs­wirtschaftliche Notwendigkeit”.


Notwendige Trennung: Werber Raphael Brinkert spricht im OMR-Podcast über die Trennung von seinem früheren Geschäfts­partner, Ex-Fußball­profi Christoph Metzelder. Einen Tag nach der Entscheidung, wieder Sport­marketing zu machen, wurden Vorwürfe publik, Metzelder habe kinder­porno­grafische Bilder verschickt. "Ich war natürlich schockiert", erinnert sich Brinkert im Gespräch mit Philipp Westermeyer. Die Partner­schaft mit Metzelder unmittelbar zu beenden, sei eine "betriebs­wirtschaftliche Notwendigkeit" gewesen. "Es hätte keinen Sinn gemacht, einen Prozess abzuwarten, der neun oder zwölf Monate dauert und die Agentur komplett lähmt." In solchen Fällen sei der mediale Schaden oft größer als die juristische Bestrafung. "Meine Hoffnung wäre gewesen, er hätte sofort klaren Tisch gemacht", sagt Brinkert und wünscht Metzelder, "dass er eine zweite Chance in der Gesellschaft bekommt".

Zum Vorwurf, seine Agentur BrinkertLück habe den Zuschlag für Corona-Kampagnen nur wegen seiner Nähe zur SPD bekommen, sagt Brinkert lediglich: "Das ist auch sehr viel Oppositionsarbeit." Im Podcast räumt er mit Gerüchten auf, er habe Innen­ministerin Nancy Faeser bei der WM in Katar zum Tragen der One-Love-Armbinde geraten und stecke hinter der Mund-Zu-Geste der National­elf. Aus der Tatsache, dass Faeser und er gleich­zeitig im Stadion waren, zu schluss­folgern, er hätte ihr gesagt, was sie tun soll, "ist sehr viel Grimms Märchen und sehr wenig Verstand von Journalisten", sagt Brinkert. "Mit Frau Faeser habe ich bis heute kein einziges Mal gesprochen." Mit dem DFB gab es zwar Ideen für eine Kampagne, die jedoch verworfen wurden. Mit der Mund-zu-Geste habe Brinkert nichts zu tun gehabt: "Ich habe sie in der Sekunde gesehen, wo sie die Welt gesehen hat." (Archivfoto: Axel Heimken / dpa / Picture Alliance)
omr.com (78-Min-Audio), bild.de (zu Metzelder)

Zitat: Für Nancy Faeser ändert sich durch den Krieg auch der Wahlkampf.

"Es ist nicht an der Zeit, sich an Infostände zu stellen und um die eigene Partei zu werben."

Innenministerin Nancy Faeser sagt im Sonntags­talk bei Radio FFH, dass sich durch den Krieg in Europa auch der Wahlkampf verändert. In den nächsten Monaten habe das Innenministerium "absoluten Vorrang". Ihre Kandidatur als hessische Minister­präsidentin gehe auf Kosten ihrer Freizeit.
ffh.de (Zitate), ffh.de (45-Min-Audio)

Zahl des Tages: Externe Anwaltskosten des Bundes­verfassungs­gerichts steigen.

Zahl des Tages: Insgesamt 95.808 Euro hat das Bundes­verfassungs­gericht 2022 für externe Anwälte ausgegeben, berichtet "Bild" und beobachtet einen Anstieg seit dem Amts­antritt von Präsident Stephan Harbarth. 2020 lagen die Kosten bei nur 31.228 Euro, 2021 waren es bereits 55.140 Euro. Das Gericht begründet die gestiegenen Ausgaben u.a. mit fehlender interner Expertise beim Presserecht. Externe Beratung erhielt Harbarth etwa bei Rechts­streitig­keiten mit "Bild" und dem "Tagesspiegel".
bild.de

Hans-Georg Maaßen lässt Frist zum freiwilligen CDU-Austritt verstreichen.

Immer noch da: Der umstrittene Ex-Verfassungs­schutz­präsident Hans-Georg Maaßen hat die Frist der CDU verstreichen lassen, freiwillig aus der Partei auszu­treten, sagt ein CDU-Sprecher. Das Partei-Präsidium habe daher beim Bundes­vorstand beantragt, gegen Maaßen ein Partei­ausschluss­verfahren einzu­leiten und ihm mit sofortiger Wirkung die Mitglieds­rechte zu entziehen. Vier Minuten vor Ablauf der Frist am Sonntag­mittag schreibt Maaßen bei Twitter von einer "Schmutzkampagne" gegen ihn.
tagesschau.de, bild.de

Zitat: Andrea Nahles irritieren manche Forderungen jüngerer Arbeits­kräfte.

"Wir sind die Agentur für Arbeit, nicht für Freizeit. Manche Forderungen irritieren mich, auch weil ich anders erzogen worden bin."

Andrea Nahles, Chefin der Bundes­agentur für Arbeit, erzählt der "FAZ", dass auch kritische Stimmen zur Belastung in der digitalen Arbeits­welt wie Sara Weber letztlich die Themen beackern, "mit denen ich mich seit 30 Jahren befasse". Nahles selbst sei "wirklich ein Arbeitsmensch".
zeitung.faz.net (€)

Letzte Generation stellt versehentlich tausende persönliche Daten ins Netz.


Klima- statt Daten­schutz? Die Klima-Protest­gruppe Letzte Generation hat persönliche Daten von Mitgliedern versehentlich öffentlich im Netz gespeichert, berichtet die "Welt am Sonntag". Angaben zu mehr als 2.200 Menschen – darunter auch deren Bereitschaft, bei Protesten ins Gefängnis zu gehen – seien in Excel-Listen über Google-Drive einsehbar gewesen. Auch Informationen zur Lebens­situation, zum geistigen Zustand sowie Ausschnitte aus E-Mails seien dort gespeichert gewesen. Die Informationen entstammen offenbar Rekrutierungs­veranstaltungen. Nach einer "WamS"-Anfrage wurde die Daten­einsicht eingeschränkt. Eine Sprecherin der Gruppierung betont, der fragliche Ordner sei veraltet.
welt.de (€), spiegel.de, edition.welt.de (€, ganze Recherche)

Basta: Gerhard Schröder präsentiert Ergebnis “freiwilliger Ernährungsumstellung”.

a.D. – auf Diät: Gerhard Schröder ist mit Soyeon Schröder-Kim auf einem Gesundheits-Trip. Ein von seiner Gattin gepostetes Foto soll den Alt­kanzler vor und nach seiner "frei­willigen Ernährungs­umstellung" zeigen und lässt einen Gewichts­verlust erahnen. Könnte Schröder doch Kumpel Putin so leicht entsagen wie Kumpel Currywurst.
instagram.com via t-online.de

Lese-Tipp: Die fragwürdigen Klima-Zertifikate der UN.

Lese-Tipp: Die Vereinten Nationen vermitteln eben­falls haufen­weise unwirksame Klima-Zertifikate und haben "aus einer guten Idee ein kaputtes System gemacht", recherchiert Benedikt Dietsch für Flip und die "Wirtschafts­woche". Er hat seine Emissionen per UN-Onlineshop in einem brasilianischen Stau­damm-Projekt für läppische zwei Euro pro Tonne kompensiert und möchte nun prüfen, ob das Geld seinen Zweck erfüllt. Nach Querelen mit der UN, dem Tüv und dem Verkäufer des Staudamm­projekts reist er schließlich nach Brasilien und findet die ernüchternde Wahrheit im Gespräch vor Ort.
wiwo.de, letsflip.de (€), turi2.de (Background)

Innenministerin Nancy Faeser will als Ministerpräsidentin von Hessen kandidieren.

Berlin ist nicht genug: Bundesinnenministerin Nancy Faeser kündigt an, als Ministerpräsidentin für ihr Heimatbundesland Hessen kandidieren zu wollen. Ihr derzeitiges Amt wolle sie auf jeden Fall "zunächst" behalten – und selbstverständlich auch im Falle einer hessischen Niederlage. Die Medien reagieren auf diesen Entschluss nicht unbedingt begeistert: Nikolaus Blome wirft Faeser Eitelkeit vor, Hugo Müller-Vogg nennt die Kandidatur "egoistisch".
tagesschau.de, bild.de, n-tv.de (Blome), focus.de (Müller-Vogg)

EU-Parlament will Regeln für politische Online-Werbung verschärfen.

Bitte keine Werbung: Das EU-Parlament will die Regeln für politische Online-Kampagnen verschärfen, um so u.a. Desinformation aus dem Ausland vorzubeugen. Auftraggeber aus Drittstaaten sollen in der EU keine politischen Werbedienste mehr nutzen dürfen, auch das Micro-Targeting soll beschränkt werden. Eine zentrale, von der EU-Kommission verwaltete Datenbank soll Auskunft über Details politischer Web-Werbung geben.
tagesschau.de

DW muss Produktion in Bagdad auf Druck der irakischen Regierung abbrechen.

Deutsche Welle bricht die Produktion der in der arabischen Welt populären Talkshow "JaafarTalk" in Bagdad kurzfristig ab. Grund sind "eindeutige Drohungen" von Behörden gegen Moderator Jaafar Abdul Karim und sein Team. So sei Abdul Karim mitgeteilt worden, dass die Regierung keine Garantien für die Sicherheit der DW-Beschäftigten mehr übernehme. Geplant war eine Sendung zu den Themen Jugendarbeitslosigkeit und Frauenrechte. Die DW legt bei der irakischen Botschaft in Berlin Protest gegen den Umgang mit ihren Mitarbeitenden ein.
dw.com

RBB: Business Insider sieht Verstrickung von früherer Berliner Senatorin in Schlesinger-Affäre – Senatorin widerspricht.

Weitere Kreise? Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger soll den früheren Berliner Senats­sprecher Bernhard Schodrowski 2017 als Berater engagiert haben, um sie in die Berliner Gesellschaft einzuführen, berichtet Business Insider. Vermittelt habe den Kontakt der damalige RBB-Verwaltungs­rats­chef Wolf-Dieter Wolf. Pikant dabei: Schodrowskis Lebens­gefährtin, die damalige Berliner Wirtschafts­senatorin Ramona Pop, hatte Wolf wenige Wochen zuvor als Auf­sichts­rats­chef der Messe Berlin vorgeschlagen. Pop sagt, sie habe von dem Berater-Deal nichts gewusst und ihre Position "zu keinem Zeit­punkt ausgenutzt".
businessinsider.de (€)

Falsche Wahlplakate: Grüne in Niedersachsen erstatten Anzeige.

Greenwerbing: Die Grünen in Nieder­sachsen stellen Straf­anzeige wegen gefälschter Wahl­plakate in Hannover, Osnabrück, Göttingen und Lüneburg. Auch eine Fake-Website des Landes­verbands und eine falsche Presse­mit­teilung sind aufgetaucht. Die Seite sei auf den Namen Jan Böhmermann angemeldet, so ein Sprecher der Partei. Dafür sei die Aktion aber wohl "ein paar Nummern zu klein". Eines der Plakate zeigt Robert Habeck, der Volker Wissing mangelndes Engagement beim Klima­schutz vorwirft. Wer hinter der Aktion steht, ist bisher nicht klar. Ströer gibt an, die Werbe­flächen seien nicht offiziell gebucht worden.
t-online.de, faz.net, landeszeitung.de (€)

Basta: Masken-Millionärin Andrea Tandler bekam Corona-Hilfe.

Da geht noch was: PR-Frau Andrea Tandler hat nicht nur 48 Mio Euro Provision für die fragwürdige Vermittlung von Mund-Nasen-Schutz kassiert, sondern auch 9.000 Euro Corona-Hilfe beantragt und erhalten – und das, nachdem sie bereits Masken-Millionärin war. Die Summe habe sie im Mai 2021 zwar "unaufgefordert" zurückgezahlt, die Staatsanwaltschaft ermittelt nun aber trotzdem wegen Subventionsbetrug. Tandler hielt es beim Geld wohl ähnlich wie manche Mitbürger mit der Maske: Doppelt hält besser.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Christian Lindner findet den Berufs­weg seiner Frau Franca Lehfeldt “zukunfts­weisend”.

"Wer meine Frau kennt, der weiß, dass die Vorstellung geradezu absurd ist, dass man ihr morgens politische Botschaften einflüstert, die sie dann unkritisch verbreitet."

Finanz­minister Christian Lindner äußert sich im Bunte-Interview zur Kritik an seiner Ehe mit der Journalistin Franca Lehfeldt. Die Zeit, in der sich die Frau unter­ordnet, sei hoffentlich endgültig vorbei: "Ich glaube, der Weg, den meine Frau gewählt hat, ist zukunfts­weisend."
t-online.de, turi2.de (Background)

“Bild”: Will-Nachfolge entscheidet sich im Frühsommer.

Wer will, wer darf? Die ARD will im Früh­jahr über die Nach­folge von Polit-Talkerin Anne Will entscheiden, berichtet "Bild". Demnach sind die "Tages­themen"-Anchor Ingo Zamperoni und Caren Miosga die heißesten Kandidatinnen für den Talk-Platz nach dem "Tatort" am Sonntag. ARD-Talkerin Sandra Maischberger sei nicht im Rennen, dennoch wolle der Sender ihren Vertrag verlängern und ihr einen weiteren Sende­platz unter der Woche geben. Sie sendet bereits am Dienstag- und am Mittwoch­abend.
bild.de (€)

Zitat: WDR-Intendant Tom Buhrow verteidigt Louis Klamroth.

"Uns interessiert nicht, mit wem unsere Programm-Protagonisten Tisch und Bett teilen."

Der WDR-Intendant Tom Buhrow verteidigt die Beziehung zwischen "Hart aber fair"-Moderator Louis Klamroth und Klima­aktivistin Luisa Neubauer und verweist auf die Trennung von Privat­leben und Job. Klamroth habe am Montag­abend gezeigt, dass er seinem "professionellen Anspruch voll gerecht" werde.
abendblatt.de

Hans-Georg Maaßen weiß von Austritts­forderung nur aus den Medien.

Weiß von nichts: Der Ex-Verfassungs­schutz-Präsident Hans-Georg Maaßen hat von der Austritts­forderung der CDU nur aus den Medien gehört, sagt er dem Deutschlandfunk. Er habe "gar nix von der CDU bislang bekommen" und möchte nun "erstmal die Schriftsätze" der Partei sehen. Das CDU-Präsidium hat Maaßen bis spätestens Sonntag zum Austritt aufgefordert.
faz.net, turi2.de (Background)

“Handelsblatt”: RKI-Chef Lothar Wieler wechselt zum Hasso-Plattner-Institut.

Daten statt Viren: Der bisherige RKI-Chef Lothar Wieler heuert zum 1. April beim Hasso-Plattner-Institut an, berichtet das "Handelsblatt". Dort will er an der Schnitt­stelle von Gesundheits­wesen und Digitalisierung forschen. Wieler, der eine zentrale Figur der deutschen Corona-Politik war, hatte Mitte Januar angekündigt, sein Amt als Präsident des Robert-Koch-Instituts nieder­zulegen.
handelsblatt.com (€), turi2.de (Background)

Gruner + Jahr: Medien-Senator Carsten Brosda appelliert an die Verantwortung von Familie Mohn.

Politische Schützenhilfe: Der vor der Zerschlagung stehende Verlagsarm von RTL, das ehemalige Gruner + Jahr, bekommt via "Hamburger Abendblatt" Unterstützung von Medien-Senator Carsten Brosda. Der SPD-Politiker vergleicht im Interview die Bedeutung des Verlags für Hamburg mit der Bedeutung von Hapag-Lloyd für den Hafen, sagt aber, dass die Politik das Medienhaus, anders als 2012 den Logistiker, nicht retten könne. Er appelliert an die Eigner-Familie Mohn: "Ich hoffe sehr, dass Bertelsmann auch weiterhin den Anspruch hat, als ganzes Unternehmen und nicht nur mit der eigenen Stiftung seiner gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden."
abendblatt.de (€)

Hör-Tipp: Tom Schimmeck erzählt vom Getümmel hinter dem DLF-“Politikpodcast”.

Hör-Tipp: In der 300. Folge öffnet der "Politik­podcast" vom Deutschlandfunk die Türen für Feature-Autor Tom Schimmeck, der eigentlich "kein Fan des real existierenden Berliner Haupt­stadt-Journalismus" ist. Trotzdem begleitet und kommentiert er ausgeruht über mehrere Tage hinweg die Produktion. "Viel Stoff für DLF-Freaks, aber vielleicht auch ein Portrait über Öffis im Jahr 2023", preist Redakteur Moritz Metz die Folge an.
deutschlandfunk.de (71-Min-Podcast)

DJV: Journalistische Jobwechsler brauchen keine “Abkühlungs­phase”

Kühl genug: Der DJV hält eine "Abkühlungs­phase" für Journalistinnen, die in die Presse- und Öffentlichkeits­arbeit wechseln für "wirklichkeits­fremd und nicht realisierbar". Sie könnten sich eine mehrmonatige Auszeit nicht leisten, zudem müssten PR-Abteilungen von Ministerien "meist sehr kurz­fristig besetzt werden". Der DJV reagiert mit dem Statement auf die Forderung des Linken-Chefs Martin Schirdewan, der im "Spiegel", eine solche Auszeit für Journalistinnen gefordert hatte, die PR-Posten in der Regierung übernehmen.
djv.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Anja Reschke erklärt, wie sie mit “Reschke Fernsehen” ein andere Zielgruppe erreichen will.

Lese-Tipp: Mit ihrer neuen ARD-Sendung "Reschke Fernsehen" möchte Anja Reschke "noch mal andere Zielgruppen erreichen" als andere Polit­magazine. Im Teleschau-Interview sagt die Journalistin, dass sie seit dem Beginn ihrer "Panorama"-Moderation vor fast 20 Jahren überlegt, "wie man Recherche noch auf andere Art" an die Zuschauer vermitteln könnte. Die Unterscheidung von Information und Unterhaltung sei "ohnehin oft Quatsch".
showcase.teleschau.de, turi2.de (Background)

CDU-Chef Friedrich Merz will Hans-Georg Maaßen aus der Partei werfen.

Maaß ist übervoll: CDU-Chef Friedrich Merz spricht sich im "BamS"-Interview für den Partei-Ausschluss von Ex-Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen aus. Dessen Sprache und Gedankengut hätten in der CDU keinen Platz: "Das Maß ist voll. Wir haben Herrn Maaßen aufgefordert, die Partei zu verlassen." Schon vergangene Woche war bekannt geworden, dass die CDU seinen Rauswurf prüft. Seit Samstag ist Maaßen neuer Vorsitzender der rechtskonservativen Werteunion.
bild.de (€), turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Zahl der Messer-Attacken in Zügen und auf Bahnhöfen verdoppelt sich auf 336.

Zahl des Tages: Genau 336 Messer-Attacken in Zügen und auf Bahnhöfen zählt die Bundespolizei 2022 laut "Bild am Sonntag", das sind doppelt so viele wie 2021. Insgesamt hat die Behörde 398.848 Straftaten in diesem Bereich registriert, 12 % mehr als vor zwei Jahren. In der vergangene Woche kamen bei einem Messer-Angriff in einem Regionalzug bei Brokstedt zwei Menschen ums Leben, fünf weitere wurden verletzt.
tagesschau.de, bild.de

Zahl des Tages: Der Staat kommt für 253 Entschädigungen nach der Corona-Impfung auf.

Zahl des Tages: Bisher 253 Anträge auf Entschädigung wegen seltenen, schweren Nebenwirkungen der Corona-Impfung haben die Bundesländer bewilligt, meldet die "WamS". Die meisten Anträge, 61, winken die Versorgungsämter in Bayern durch. Bundesweit sind 1.808 Anträge abgelehnt worden. Je nach Schweregrad der Schädigung zahlt der Staat eine Grundrente zwischen 164 und 854 Euro.
welt.de (€), n-tv.de

Die Compliance-Prüfung beim RBB zieht sich noch weiter in die Länge.

RBB-Krise: Die Compliance-Prüfung der vom Sender beauftragten Anwaltskanzlei Lutz/Abel dauert noch mindestens drei weitere Monate, kündigt die Vorsitzende des Verwaltungsrats, Dorette König, bei der Sondersitzung des Rundfunkrats an. Einige Mitglieder des Kontrollgremiums fordern angesichts hoher Kosten den vorzeitigen Abbruch der Prüfung. Ursprünglich sollte der Abschlussbericht Ende 2022 fertig sein. Zudem widerspricht die Kanzlei Medienberichten und teilt mit, einen reduzierten Stundensatz von 300 Euro statt von bis zu 500 Euro vereinbart zu haben. Auch dass Anwälte Leistungen für die General­staats­­anwaltschaft erbringen würden, bestreitet die Kanzlei. Bis Ende November habe man dem RBB rund 980.000 Euro in Rechnung gestellt.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

“Bild”: Auch die Bundestag-Website ist Opfer eines Cyberangriffs geworden.

Digitaler Krieg: Cyberkriminelle wollten mit einer DDoS-Attacke auch den Internet-Auftritt des Bundestags lahmlegen, berichtet "Bild". Durch den IT-Abwehrschirm des Bundestages sei die Website aber durchgängig abrufbar gewesen. In einer internen Mail verweist die Unterabteilung IT auf die "pro-russisch verortete Hackergruppe Killnet", die zuvor größere Angriffe auf deutsche Behörden angekündigt hatte.
bild.de, turi2.de (Background)

“taz”: Olaf Scholz soll bei Republica Linda Zervakis als Interviewerin ausgesucht haben.

Wahl ohne Qual: Für seinen Auftritt bei der Digital­messe Republica im Juni 2022 soll Kanzler Olaf Scholz Moderatorin Linda Zervakis als Interviewerin "ausgesucht und engagiert" haben, schreibt die "taz". Das Kanzler­amt habe dies dem Veranstalter zur Bedingung gemacht. Zervakis lässt über ihr Management mitteilen, sie habe für den Auftritt kein Honorar erhalten. Das Podiums­gespräch wurde im Nachhinein u.a. von der "Wirtschafts­woche" als "inhaltsleer" beschrieben.
taz.de, spiegel.de

Linken-Chef fordert “Abkühlungs­phase” für Medien­schaffende, die in die Polit-PR wechseln.

Mindestabstand: Linken-Chef Martin Schirdewan fordert im "Spiegel" eine "Abkühlungs­phase" für Journalistinnen, die PR-Posten in der Regierung über­nehmen. Hinter­grund ist der Wechsel von ARD-Reporter Michael Stempfle in die Kommunikations­abteilung des Verteidigungs­ministeriums. Er hatte kurz zuvor noch in einem Beitrag ein Loblied auf den neuen Verteidungs­minister Boris Pistorius gesungen. Das hat "mehr als ein Geschmäckle", findet Schirdewan. Stempfle sagt, die Gespräche über seinen Wechsel hätten erst nach Erscheinen des Artikels statt­gefunden.
spiegel.de, turi2.de

Basta: CSU-Gemeinderat zieht sich für Kurort-Werbung aus.

Feucht fröhlich: Um das Image des bayerischen Kurorts Bad Wies­see aufzupeppen, lanciert Gemeinde-Chef Hilmar Danzinger eine Werbe-Kampagne. Testimonial wird die "öffentlich­keits­wirk­samste Person des Tegernseer Tals": Lebemann, Unternehmer und CSU-Gemeinde­rat Christoph von Preysing. Der posiert dafür halbnackt vor einer Flasche Champagner in der Wanne. Zwecks musikalischer Untermalung eines möglichen Werbeclips müssen die Bayern nur bei Markus Söder anklopfen.
t-online.de, merkur.de, instagram.com (Motiv), turi2.de (Background)

Deutsche Bahn plant autonome Shuttle-Dienste als Ergänzung zum ländlichen ÖPNV.

Verkehr auf Zuruf: Die Deutsche Bahn setzt auf dem Land als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr künftig verstärkt auf autonom fahrende Shuttle-Dienste. Der Plan sei es, bis 2030 rund 200 Mio Fahrgäste jährlich im Bedarfsverkehr zu befördern, kündigt die für den Regionalverkehr verantwortliche Konzernvorständin Evelyn Palla an. Bundesweit gibt es unter dem Namen Clevershuttle 18 Angebote mit Kleinbussen, die virtuelle Haltestellen auf Zuruf per App anfahren. Bisher steuern Menschen die Busse, bald sollen sie ohne Fahrer unterwegs sein.
faz.net

Telegram gibt kaum Nutzerdaten an Behörden weiter.

Anonymer Raum: Polizei und Justiz beklagen, dass Telegram kaum Daten zur Ermittlung von Tatverdächtigen rausrückt. Laut WDR und "Süddeutsche Zeitung" habe das BKA bei 230 Anfragen nur in 60 Fällen überhaupt eine Antwort erhalten. In gerade Mal 25 Fällen seien Daten übermittelt worden. "Wir kommen an Telegram nicht ran", kritisiert Christoph Hebbecker von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) der Kölner Staatsanwaltschaft. Immerhin die Löschanfragen deutscher Behörden werden inzwischen umgesetzt. Von 445 gemeldeten Fällen seien 419 strafbare Inhalte gelöscht worden.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Bund gibt 13,1 Mrd Euro für Impfdosen aus.

Zahl des Tages: Corona-Impfdosen im Wert von 13,1 Mrd Euro hat der Bund bisher geordert, geht aus einem Bericht von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hervor. Insgesamt seien über 672 Mio Impfdosen von unterschiedlichen Herstellern beschafft worden, deren Preise sich zum Teil erheblich unterscheiden. Auffällig sind die Preis­steigerungen mitten in der Pandemie von bis zu 50 %  von Moderna und Biontech/Pfizer.
tagesschau.de