Hör-Tipp: Frank Otto sieht sich selbst als Aktivisten.

Hör-Tipp: Medienunternehmer Frank Otto bezeichnet sich selbst im Podcast "Entscheider treffen Haider" mit "Abendblatt"-Chef Lars Haider als Aktivisten, der vor allem auf Klimaschutz und die Meere aufmerksam machen will. Dass der Spross der Otto-Familie in der Öffentlichkeit meist eher mit Boulevard-Themen und seinen Beziehungen im Fokus steht, nimmt er gelassen. "Ich nehm das eben so hin", sagt Otto und betont: "Es geht nicht immer um die Wahrheit". Otto spricht mit Haider zudem über seine Investitionen ins Privat-Radio und warum er sich mit OK Radio entgegen aller Studien dafür entschieden hat, auf ein junges Publikum abzuzielen.
abendblatt.de (65-Min-Audio)

Wegen Thrombosen: US-Behörden wollen Impfungen mit Johnson & Johnson aussetzen.

Corona-Impfung: In den USA raten die Arzneimittel­behörde FDA und das Seuchenzentrum CDC, die Corona-Impfungen mit dem Mittel von Johnson & Johnson zunächst auszusetzen. Bei sechs Frauen zwischen 18 und 48 Jahren sei es in der Folge zu seltenen Thrombosen gekommen, eine Frau ist gestorben. Ein Zusammenhang mit der Impfung ist bislang nicht belegt. In der EU will der Hersteller die eigentlich unmittelbar bevorstehende Auslieferung des Impfstoff daher zunächst "proaktiv" verzögern. In den USA wurden bereits 6,8 Mio Dosen verabreicht. Die Thrombose-Fälle erinnern an Vorkommnisse mit dem ähnlich aufgebauten Impfstoff von AstraZeneca.
spiegel.de, zdf.de

Früherer “Spiegel”-Chef Wolfgang Büchner heuert bei der Kommunikations­agentur MSL an.

Seitenwechsel: Die PR- und Kommunikationsagentur MSL verpflichtet Wolfgang Büchner als Senior Advisor. Der ehemalige Chefredakteur von "Spiegel", dpa und RND soll Kunden mit Fokus auf Corporate Communications und Krisen­kommunikation beraten. Sein Beratungs­mandat für die FDP führt Büchner unabhängig von seiner Arbeit bei MSL fort.
pressesprecher.com

Basta: Markus Söder sticht in der TV-Präsenz Armin Laschet aus.

Shrek lass nach: Die Union will bei der Frage der Kanzlerkandidatur nicht nur auf Umfragewerte schauen. Markus Söder kann mit Blick auf die TV-Präsenz ein weiteres Argument für sich ins Spiel bringen. Vergangene Woche füllte er gut 16 Minuten länger die TV-Bildschirme der Republik als sein Konkurrent. Wenn es für die Nachfolge von Angela Merkel nicht reicht, kann sich Söder so vielleicht wenigstens noch für die Nachfolge von Dieter Bohlen ins Gespräch bringen.
meedia.de

Bundesregierung verabschiedet Entwurf für neues Infektionsschutzgesetz.

Bundes-Lockdown rückt näher: Das Kabinett hat sich auf einen Entwurf für ein neues Infektionsschutzgesetz geeinigt. Der Entwurf sieht vor, dass künftig auch die Bundesregierung bei Inzidenzen über 100 Rechtsverordnungen erlassen kann, um Gebote oder Verbote zu erlassen. Diesen müssten jedoch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Ab einer Inzidenz von 100 sind zudem verbindlich Ausgangssperren und strenge Kontaktbeschränkungen vorgesehen, die erst wieder ausgesetzt werden, sobald die Inzidenz an fünf Tagen in Folge zweistellig ist. Zu Schulschließungen soll es ab einer Inzidenz von 200 kommen.
welt.de (Paid), zdf.de

Meinung: Luca profitiert vor allem von geschickter PR.

Luca: Die Kontaktnachverfolgungs-App ist vor allem aufgrund geschickter PR erfolgreich, schreibt Benedikt Fuest. So sei es vor allem darum gegangen, schnell Reichweite aufzubauen. Dabei haben Smudo und Co. die App als kostenlos für Nutzerinnen und Veranstalterinnen beworben, um mit den so gewonnenen Nutzerinnen im Nachgang Lizenzen mit den Bundesländern abzuschließen – und auf diese Weise ohne öffentliche Ausschreibungen rund 20 Mio von den Bundesländern eingesammelt.
welt.de, turi2.de (Background)

Unternehmen sollen Coronatests selbst bezahlen.

Corona-Testpflicht: Unternehmen sollen keine Ausgleichszahlungen für die verpflichtenden Coronatests erhalten, sagt Finanzminister Olaf Scholz. Der SPD-Politiker spricht von einer nationalen Kraftanstrengung: "Da müssen alle mitmachen". Die Bundesregierung plant, dass Firmen künftig allen Mitarbeiterinnen, die nicht im Home-Office arbeiten, mindestens einmal pro Woche einen Corona-Schnelltest anbieten müssen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Uschi Glas berichtet von Anfeindungen nach Corona-Impf-Spot.

Video-Tipp: Schauspielerin Uschi Glas berichtet im Interview mit dem "DUB Unternehmer-Magazin", sie sei einer Welle von Hassmails ausgesetzt, seitdem ihr Corona-Impf-Spot veröffentlicht wurde. "Dass es so heftig ist, hätte ich nicht gedacht", sagt sie – und bilanziert: "Man muss einen starken Magen haben". Glas will sich beraten lassen, wie sie auf die Situation reagieren soll.
dub-magazin.de (26-Min-Video), turi2.de (Background)

Zitat: Armin Laschet drückt in der K-Frage aufs Tempo, Söder fordert Geduld.

"Eines war heute in unseren Gremien erkennbar, alle wollen eine schnelle Entscheidung."

Armin Laschet sagt, nachdem sich das CDU-Präsidium für ihn als Kanzlerkandidaten ausgesprochen hat, dass nun eine schnelle Entscheidung fallen soll.
spiegel.de


"Wir werden in dieser Woche ein Ergebnis haben, aber die brauchen wir noch."

Markus Söder drückt, nachdem das CSU-Präsidium ihm für die Kanzlerkandidatur den Rücken gestärkt hat, auf die Bremse und will keine Entscheidung im "Hau-Ruck-Verfahren".
welt.de

Bundesregierung plant Corona-Testpflicht für Unternehmen.

Corona-Testpflicht kommt doch noch, berichtet die dpa. Die neue Arbeitsschutzverordnung soll zusammen mit dem neuen Infektionsschutzgesetz kommen. Den Plänen folgend soll es für Mitarbeiterinnen ohne Kundenkontakt, die nicht im Home-Office arbeiten, jedoch nur einen Test pro Woche geben, der auch nicht verpflichtend ist, sondern den Mitarbeiterinnen lediglich vom Betrieb angeboten werden muss. Mitarbeiterinnen, die direkt mit Kundinnen oder Lebensmitteln arbeiten, sollen Anspruch auf zwei Tests pro Woche erhalten.
faz.net

ProSieben zeigt das erste TV-Interview mit Annalena Baerbock oder Robert Habeck nach Klärung der K-Frage.

Kanzler-TV: ProSieben mischt im Bundestagswahl­kampf mit. Am Montag, 19. April, zeigt der Sender zur Prime-Time exklusive das erste längere TV-Interview mit Annalena Baerbock oder Robert Habeck, nachdem die Grünen bekannt gegeben haben, mit wem von beiden sie als Kanzlerkandidatin in den Bundestags­wahlkampf ziehen. Die Entscheidung will die Partei am selben Tag öffentlich machen. Das Interview führen Katrin Bauerfeind und Thilo Mischke.
presseportal.de

Studie: Mehr als die Hälfte der Deutschen vertraut Medien bei “wichtigen” Themen.

Zeitungsstapel neutral 150Medienvertrauen: 56 % der Deutschen halten Medien bei "wirklich wichtigen" Themen wie Umwelt­problemen, Gesund­heits­gefahren und politischen Skandalen für vertrauens­würdig, sagt eine Langzeitstudie der Unis Mainz und Düsseldorf. 2019 waren es nur 43 %. Rund 16 % der Befragten gaben bei der Umfrage im November und Dezember 2020 an, sie würden den Medien "eher nicht" oder "überhaupt nicht" vertrauen. 11 % fühlen sich "systematisch belogen", dem Vorwurf der "Lügenpresse" widersprechen dagegen 66 %.
faz.net, ard-werbung.de (Studie im Detail)

RTL zeigt Trauerfeier für Prinz Philip.

RTL überträgt am kommenden Samstag die Beisetzung von Prinz Philip. Ab 15 Uhr ordnen Frauke Ludowig und Adelsexperte Michael Begasse die Geschehnisse ein und schalten live zu Korrespondentinnen in London und Windsor. Bereits am Freitag hatte der TV-Sender sein Mittagsmagazin Punkt 12 kurzfristig um knapp zwei Stunden verlängert, um über den Tod des Duke of Edinburgh zu berichten.
kommunikation.mediengruppe-rtl.de, turi2.de (Background)

Donald Trump bietet sich als Wahlhelfer an.

Neue Hilfskraft: Ex-Präsident Donald Trump will die Republikaner dabei unterstützen, Abgeordneten- und Senatorenposten bei der Kongresswahl im November 2022 "zurückzuerobern". Das verkündete er bei einem Spenden-Dinner für die Partei in seinem Luxusanwesen Mar-a-Lago. Über seine eigenen politischen Pläne will Trump erst nach der Abstimmung reden. Theoretisch könnte er 2024 ein weiteres Mal bei der Präsidentschaftswahl antreten.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Markus Söder und Armin Laschet zu Kanzlerkandidatur bereit.

K-Frage: CSU-Chef Markus Söder hat sich erstmals öffentlich dazu bereit erklärt, als Kanzlerkandidat der Union zur Verfügung zu stehen – wenn die Schwesterpartei CDU ihn dabei unterstützt. "Wenn die CDU es nicht will, bleibt ohne Groll eine gute Zusammenarbeit", sagte Söder in der Klausurtagung der Fraktionsspitze am Sonntag. Auch CDU-Vorsitzender Armin Laschet hat seine Bereitschaft erklärt. Die finale Entscheidung über die Kandidatenfrage steht noch aus.
tagesschau.de, spiegel.de

Basta: App soll Nachwuchs-Kriminellen auf die Sprünge helfen.

Voll einleuchtend: Das Justizministerium veröffentlicht mit der App Voll erwischt einen "kleinen Helfer" für 14- bis 20-jährige Jugendliche im Strafverfahren. Die Zielgruppe will man "möglichst niedrigschwellig" erreichen. Heraus gekommen sind u.a. bahnbrechende Tipps Selbstverständlichkeiten wie: "Handy ausschalten im Prozess, Mütze abnehmen, keine kurze Hose."
bild.de

Nach Hackerangriff: CDU-Abgeordneter Joachim Pfeiffer tritt zurück.

CDU: Der Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer legt sein Amt als energie- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion nieder und kandidiert kein weiteres Mal bei der Bundestagswahl, meldet die "Welt am Sonntag". Grund sei ein "gezielter Hackerangriff", bei dem vertrauliche Steuerdaten von Pfeiffer veröffentlicht worden seien, die im Zusammenhang mit dessen Unternehmensbeteiligungen stehen. Erst kürzlich ist der Politiker wegen möglicher Interessenkonflikte in die Kritik geraten. Mit der Masken-Affäre soll der Rückzug nichts zu tun haben.
welt.de, swr.de (Background)

Fall Nawalny: Deutsche Abgeordnete prangern “gezielte Folter” an.

Solidaritäts-Schreiben: Außenpolitikerinnen von Union, SPD, FDP und Grünen werten die Haftbedingungen vom russischen Oppositionellen Alexej Nawalny als "gezielte Folter" und fordern eine Untersuchung durch den Europarat. In einem gemeinsamen Brief sprechen die Abgeordneten dem Kreml-Kritiker ihre "volle Solidarität" aus. Unterzeichnerinnen sind u.a. Bärbel Kofler, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, sowie Jürgen Trittin und Manuel Sarrazin. Nawalny ist seit Ende März im Hungerstreik.
spiegel.de, tagesschau.de, turi2.de (Background)

Alibaba muss 2,3 Mrd Euro Kartellstrafe in China zahlen.

Alibaba Group 150Zur Kasse, bitte: China brummt dem Online-Händler Alibaba eine Rekordstrafe von 2,3 Mrd Euro auf. Grund sind Kartell-Verstöße. Alibaba habe Händlerinnen dafür bestraft, dass sie ihre Waren auch bei der Konkurrenz angeboten haben. Seit Konzern-Gründer Jack Ma im vergangenen Oktober Chinas Finanzaufsicht öffentlich kritisiert hat, steht Alibaba zunehmend unter Druck.
n-tv.de, nytimes.com

Lese-Tipp: Manifeste und offene Briefe nehmen überhand.

Lese-Tipp: Offene Briefe und Unterschriftenlisten nehmen überhand, kritisiert Joachim Käppner in der "Süddeutschen Zeitung". Durch "Buchhändler und Brauer", die ständig "um Aufmerksamkeit buhlen", werde es schwierig, "das Richtige und Wichtige vom Wichtigtuerischen zu unterscheiden". "Ein Blick über den Tellerrand", etwa in demokratieferne Länder, könne "vielen Manifest-Schreibern mehr Bescheidenheit vermitteln".
sueddeutsche.de (Paid)

“Spiegel”: Hacker-Gruppen wollen den Bundestagswahlkampf manipulieren.


Unter Manipulationsverdacht: Deutschland droht im Wahljahr zum Ziel verschiedener Gruppen zu werden, die mit Hackerangriffen und Fake News Wahlentscheidungen beeinflussen wollen, berichtet der "Spiegel". Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Rasmussen sagt mit Blick auf den Abgang von Angela Merkel und die Corona-Pandemie: "Deutschland ist gefährdeter denn je, was Desinformation angeht". Unter anderem das Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz befassen sich mit Bedrohungsszenarien. Auch die Parteien sind in Sorge: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sagt: "Wir müssen wachsam sein. Seit mehreren Jahren erleben wir einen Anstieg an Falschinformationen und Cyberattacken." Sein SPD-Kollege Lars Klingbeil meint: "Wir richten uns darauf ein, dass alle demokratischen Parteien zur Zielscheibe werden bei den Bundestagswahlen."

Die Expertinnen befürchten vor allem Manipulationsversuche durch Russland nahestehende Hackergruppen sowie inländische rechte Bewegungen, die zum Teil Hilfe aus dem Ausland erhalten. Sie rechnen u.a. mit manipulierten Videos. Mit Botnetzwerken würde zudem versucht, Stimmung zu machen. Auch Fake-Profile vermeintlich linksgerichteter Personen kommen zum Einsatz. Zudem würden Amtsträgerinnen Ziel von Phishing-Attacken. In Polen haben im Januar vermutlich Russland nahestehende Hacker den Twitter-Account des Vize-Fraktionschefs der regierenden PiS-Partei übernommen und Dessous-Bilder einer Lokalpolitikerin veröffentlicht. Im Baltikum hat die Hacker-Gruppe Falschnachrichten über die Nato auf Nachrichtenseiten veröffentlicht.
"Spiegel" 15/2021, S. 22 (Paid)

Britischer Prinz Philip, 99, ist tot.

Prinz Philip, 99, ist tot: Der Duke of Edinburgh und Ehemann von Queen Elizabeth II. ist am Freitagmorgen auf Windsor Castle gestorben, teilt der Buckingham Palace mit. Das royale Paar war seit 1947 verheiratet. "Bild"-Adelskenner Alexander von Schönburg würdigt Prinz Philip als "große Stütze" der Queen, "Chef der Familie" und das "Rückgrat des ganzen Systems Buckingham Palace".
bild.de, gala.de, bild.de (Schönburg)

“Spiegel”: Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft von Andreas Scheuer kommt nicht voran.

Kein Empfang: Der Kampf gegen Funklöcher in Deutschland geht nicht wie geplant voran, berichtet der "Spiegel". Die von Verkehrsminister Andreas Scheuer angeschobene Mobilfunk­infrastruktur­gesellschaft, die ihre Arbeit 2020 beginnen sollte, habe bislang nur "die vorbereitenden Tätigkeiten für die Personal­suche nahezu abgeschlossen". Auch die großen Mobilfunk­betreiber seien ihrer Verpflichtung noch nicht nachgekommen, an den Haupt­verkehrs­adern vollständigen Empfang zu gewährleisten.
"Spiegel" 15/2021, S. 20 (Paid)

Die für Montag geplante Ministerpräsidentenkonferenz ist abgesagt.

Ohne Worte: Bund und Länder beraten kommenden Montag nicht über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie berichten die ARD und Reuters. Laut Reuters sollen die bestehenden Beschlüsse weiter gelten und die Länder ihre Zuständigkeit behalten. Gleichzeitig will die Bundesregierung in der kommenden Woche das Infektionsschutzgesetz ändern, um bundeseinheitliche Regeln zu schaffen.
tagesschau.de

Datenleck ermöglicht Zugriff auf tausende Corona-Testergebnisse.

Datenleck: Die Corona-Testergebnisse sowie persönliche Daten mehrerer Tausend getesteter Menschen standen zeitweise ungeschützt im Internet, berichten NDR, MDR und RBB. Grund war eine Sicherheits­lücke auf der Website des Anbieters Eventus Media International, der neun Test-Center u.a. in Berlin, Hamburg und Leipzig betreibt. Betroffen seien bis zu 7.000 Datensätze. Inzwischen ist die Lücke geschlossen.
tagesschau.de

Jasmina Kuhnke berichtet über Internet-Hass.

Hass im Netz: Als Unbekannte ihre Adresse im Internet veröffentlichen, bekommt Comedy-Autorin und Twitter-Profi Jasmina Kuhnke nicht nur unerwünschte Bestellungen, sondern auch rassistische Drohungen. Kuhnke, die sich für Antifaschismus engagiert, ruft die Polizei, die nur mäßig tätig wird. Am Ende zieht sie mit ihrer Familie um, die Angreiferinnen aus dem "Sifftwitter" kommen ungestraft davon.
spiegel.de (Paid)

Business Insider: Google knickt im Streit um das Bundes-Gesundheitsportal ein.


Rückzug: Google zieht im Rechtsstreit um das Gesundheitsportal gesund.bund.de seinen Einspruch zurück, berichtet "Business Insider". Gerichtsurteile hatten im Februar bestätigt, dass die Kooperation des Internet-Giganten mit der Bundesregierung einem Kartellverstoß entspreche und gaben somit einer Klage des Burda-Verlags statt. Google wollte das ursprünglich nicht auf sich sitzen lassen.

Jetzt knickt Google laut Business Insider doch ein und macht einen "überraschenden" juristischen Rückzieher. Der Tech-Konzern wird auch die Kosten des Verfahrens tragen. Bei der Kooperation ging es darum, dass Google Gesundheitsinformationen des staatlichen Portals bei Suchanfragen bevorzugt anzeigt. Sowohl Burdas Portal Netdoktor.de als auch der Wort & Bild Verlag sehen sich dadurch benachteiligt.
businessinsider.de, turi2.de (Background)

Corona-Testzentren stellen aus Geldmangel teilweise die Terminvergabe ein.


Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt? Private Betreiberinnen von Corona-Testzentren stoppen teilweise die Terminvergabe, weil Bund und Länder sich beim Bezahlen zu viel Zeit lassen, berichtet die "Welt". Konkret geht es um das Unternehmen Covimedical, das deutschlandweit rund 60 Testzentren mit über 1.100 Angestellten unterhält. Geschäftsführer Christoph Neumeier ist laut eigenen Angaben bereits mit 4 Mio Euro in "Vorleistung" gegangen: "Wir sind mit der Liquidität für die Tests am Ende und können kein weiteres Material vorfinanzieren."

Neumaier schließt nicht aus, dass mehrere Testzentren bald schließen müssen – obwohl ein Stopp der Tests "nicht im Interesse der Länder und Kommunen sei". In einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn, die Kassenärztliche Vereinigung Hessen und das hessische Sozialministerium appelliert Neumeier, das Finanzierungs-Problem zu lösen. Von den Behörden heißt es, die Erstattung der Tests sei "klar geregelt", die Einschätzung eines vielerorts drohenden Teststopps werde "nicht geteilt".
edition.welt.de (Paid)

ARD gerät mit Slowenien aneinander.

Saure Slowenen: Die ARD zieht sich mit einem Bericht über die slowenische Pressefreiheit den Unmut von Ministerpräsident Janez Janša (Foto) zu. Korrespondent Nikolaus Neumaier hatte für einen Tagesthemen-Beitrag mit slowenischen Kollegen gesprochen, die sich von Janša via Twitter attackiert fühlen. Dessen Reaktion: Der Bericht sei eine "Schande für die ARD", Neumaier betreibe "Lügen für den Broterwerb".
tagesschau.de, tagesschau.de (2-Min-Beitrag Neumaier)

Smudo weist die Kritik an der Luca-App zurück und sieht “Kränkung” als Grund.


Gebt uns ruhig die Schuld: Rapper Smudo geht im "Handelsblatt" hart mit den Kritikerinnen an der von ihm mitfinanzierten App Luca ins Gericht: "Mich nimmt persönlich mit, dass die Kritik oft unter die Gürtellinie zielt", sagt er. Einen Grund für die Kritik von Netzaktivisten wittert er darin, dass die auf Anraten von Datenschützern komplett anonyme Corona-Warn-App keinen durchschlagenden Erfolg hat: "Ich führe die Schärfe der Angriffe gegen uns auch auf eine Kränkung der Szene zurück, die aus der mangelnden Pflege der Corona-Warn-App resultiert", so der Rapper, der in seiner Anwendung nun einen Sündenbock sieht: "Es ist absurd, was für eine Fantasie aufgebracht wird, was wir alles im Schilde führen könnten."

In den vergangenen Tagen geriet Luca wiederholt in die Kritik. So soll der Programmcode zum Teil geklaut sein. Jan Böhmermann warnte, es sei leicht, falsche Angaben zu machen. Smudo werfen Kritikerinnen vor, mit seiner Prominenz die Politik unter Druck zu setzen, sodass mehrere Bundesländer Millionen für Lizenzgebühren zahlen.
handelsblatt.com, turi2.de (Böhmermann), turi2.de (Quellcode)

Chinas Regierung will Kultur und Medien weltweit steuern.

Volle Kontrolle: "Die weltweite Steuerung von Medien und Kultur hat für China heute höchste politische Priorität", analysiert Lena Deuber in der "Süddeutschen Zeitung". Besonders stark sei die Filmbranche betroffen, weil Chinas Marktmacht dort die Einflussnahme leicht mache. Die Regierung investiere zudem Milliardenbeträge in die Kooperation mit Medien. Das führe nicht nur zu positiver Berichterstattung, sondern setze auch Themen, die der Führung wichtig sind, auf die Agenda.
sueddeutsche.de (Paid)

Dorothee Bär macht sich für ein Zukunftsministerium stark.


Sci-Fi-Politik: Digitalstaatsministerin Dorothee Bär schlägt in einem "FAZ"-Gastbeitrag gemeinsam mit Ökonom Jörg Müller-Lietzkow die Bildung eines Zukunftsministeriums vor. Das neue Haus solle sich mit "großen zukunftsweisenden Technologiefeldern, und dem sich daraus ergebenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Wandel holistisch auseinandersetzen". Sie beschreiben das Konzept auch als Alternative zu einem Digitalministerium, dessen Fokus auf die "Digitalisierung" womöglich zu kurz greife.

Ein Zukunftsministerium könne Themen noch vor anderen Ministerien aufgreifen, bearbeiten und "bei einem gewissen Reifegrad in die Fachministerien überführen". Dafür müsse das neue Haus "breiter sowie zugleich flexibler und schneller auf tiefgreifende Veränderungen reagieren". Entsprechend sei eine sehr diverse Belegschaft vonnöten. Ein besonderer Schwerpunkt müsse zudem auf der Kommunikation mit der Bevölkerung liegen, um "die Chancen des Fortschritts" zu vermitteln. Das Zukunftsministerium müsste zudem Scouts in die Technologiezentren der Welt entsenden.
faz.net (Paid)

AfD-Politiker teilt irreführende Söder-Collage.

Irreführend: Der AFD-Bundestagsabgeordnete Jörn König hat auf Facebook einen "Netzfund" geteilt, der Markus Söder (Foto) bei sechs verschiedenen Impfterminen zeigt. In der Grafik steht der Satz: "Man fragt sich, wie oft Markus Söder eigentlich schon gegen Corona geimpft wurde?" Mehrere Faktenchecks belegen, dass die teils jahrealten Bilder andere Impftermine zeigen, etwa gegen Grippe. Dennoch steht der Post bisher ohne Warnhinweis auf Facebook.
tagesschau.de, facebook.com

Betreiber der Luca App wehren sich gegen Kritik von Jan Böhmermann.

Luca App vs. Böhmermann: Die Betreiber der Contact-Tracing-App Luca wehren sich gegen die Kritik von Jan Böhmermann, die App verhindere keine Falschangaben. Der Moderator hatte seine Followerinnen via Tweet aufgefordert, einen QR-Code des Zoos Osnabrück zu scannen und unter falschen Namen dort "einzuchecken". Das Startup Nexenio, das hinter der Luca App steht, weist die Anschuldigungen zurück: Niemand habe "echte Fehler beim Datenschutz gezeigt".
handelsblatt.com, twitter.com (Tweet Böhmermann)

Die Krautreporter gehen rechtlich gegen die geplante Presseförderung vor.


Wehrhaft gegen Wettbewerbs-Verzerrung: Die Krautreporter gehen rechtlich gegen die 220 Mio Euro schwere Presseförderung der Bundesregierung vor. Sie ist laut Ansicht des Online-Magazins verfassungswidrig, weil nur Druckverlage berücksichtigt werden. Zudem verletze sie die Pressefreiheit. Über den Anwalt und Verfassungsrechtler Wolfgang Spoerr haben die Krautreporter Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier per Brief aufgefordert, keine Fördergelder zu bewilligen und auszuzahlen. Sollte Altmaier nicht bis zum 20. April bestätigen, dass er die Presseförderung in der geplanten Form unterlässt, will Krautreporter vor Gericht gehen.

Zur Begründung heißt es in einem "In eigener Sache"-Artikel: "Wenn der Staat einige Medien fördert und andere nicht, dann greift er in den freien, geistigen und wirtschaftlichen Wettbewerb von Presseunternehmen ein." Man werde nicht zusehen, "wie die ohnehin privilegierten Druckverlage zusätzlich mit hunderten Millionen von Steuergeldern bedacht werden."
twitter.com (Thread Krautreporter), krautreporter.de, drive.google.com (Brief an Altmaier), turi2.de (Background)