
Überraschende Wende: Die Rundfunkbeitrags-Kommission KEF plant überraschend eine Reduzierung ihrer empfohlenen Beitragserhöhung, berichten "Medieninsider" und "DWDL". Statt der ursprünglich vorgeschlagenen 18,94 Euro soll der Rundfunkbeitrag zum 1. Januar 2027 lediglich um 28 Cent auf 18,64 Euro steigen. Dies gehe aus dem Entwurf des 25. KEF-Berichts hervor, der im Februar 2026 erscheinen soll. Als Grund nenne das Gremium unerwartete Mehrerträge durch eine gestiegene Zahl an Beitragszahlern sowie höhere Zinsgewinne.
medieninsider.com (€), dwdl.de, digitalfernsehen.de

Zugangsklage: Die "New York Times" zieht gegen das US-Verteidigungsministerium vor Gericht. Sie sieht in den neuen Zugangsregeln für Medienschaffende einen Verstoß gegen die Redefreiheit. Das Pentagon hatte die Vorgaben im Oktober massiv verschärft. Journalisten müssen auffällige Markierungen tragen, dürfen sich im Gebäude nur mit Begleitung bewegen und keine Fragen stellen, die auf geheime Informationen abzielen. Fast alle großen US-Medien haben die Zustimmung verweigert und ihre Akkreditierung verloren. An den Briefings nehmen derzeit folglich vorwiegend Trump-freundliche Medien teil.
derstandard.at, persoenlich.com

Nicht-Entscheidung: Israel kann 2026 am Eurovision Song Contest teilnehmen. Spanien, die Niederlande, Irland und Slowenien sagen daraufhin ihre Teilnahme ab, weitere Länder erwägen einen Boykott. Die Sender begründen ihre Haltung mit Israels Vorgehen im Gaza-Krieg, weshalb Forderungen nach einem Ausschluss laut wurden. Über Israels Teilnahme am ESC haben die EBU-Mitglieder tatsächlich gar nicht abgestimmt, sondern über ein Maßnahmenpaket mit neuen Regeln – und darüber, dass ein Votum über einen Ausschluss einzelner Länder nicht nötig sei.
tagesschau.de, dwdl.de, sueddeutsche.de, bild.de

Weimarer Wächter: Die Geschäftsstelle des neuen Medienrats, der laut Reformstaatsvertrag künftig die Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks überwachen soll, wird an der Bauhaus-Universität in Weimar angesiedelt. Das haben die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag bei ihrer Sitzung in Berlin entschieden. Als erste Mitglieder entsendet die Politik die Leipziger Kommunikationswissenschaftlerin Anne Bartsch (links) sowie den Politikwissenschaftler Boris Alexander Kühnle (rechts), der Rektor der Hochschule der Medien in Stuttgart ist. Zwei weitere Mitglieder benennt die ARD-Gremienvertreterkonferenz, jeweils ein Mitglied wird vom ZDF-Fernsehrat und dem Deutschlandradio-Hörfunkrat berufen. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt sieht die Ansiedlung der Geschäftsstelle in Weimar als "klares Signal" zur Stärkung des Medienstandorts Thüringen. Medienminister Stefan Gruhner glaubt, "gerade die Perspektive aus Ostdeutschland" könne "wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geben und dazu beitragen, dessen Akzeptanz in der gesamten Gesellschaft zu stärken". Die Kosten des Medienrats und seiner Geschäftsstelle sollen aus dem Rundfunkbeitrag gedeckt werden.
stern.de, evangelische-zeitung.de via medien.epd.de (€), thueringen.de
(Fotos: Peter Komarowski / Uni Leipzig, Lovis Pangratz / HdM Stuttgart; Montage: turi2)

Triff den Kanzler: Das Erste räumt die Primetime der kommenden beiden Montage für gesellschaftlichen Dialog frei. In der Sendung "Arena" stellt sich Kanzler Friedrich Merz am 8. Dezember um 20.15 Uhr den Fragen des Publikums. Jessy Wellmer und Louis Klamroth moderieren. Im Anschluss diskutiert die Debattenshow "Die 100" unter der Leitung von Ingo Zamperoni über die Regierungsarbeit. Begleitend bietet der RBB auf Twitch die Watchparty "Politik & wir". Am 15. Dezember folgt zur Primetime die Reportage "Wie zerrissen ist Deutschland?" von Jessy Wellmer, gefolgt von einer weiteren Ausgabe "Die 100".
presseportal.de
(Foto: IMAGO / Bernd Elmenthaler)

"Das ist unfair – wir kämpfen mit ungleichen Waffen."
BDZV-Vorstand Matthias Ditzen-Blanke kritisiert im turi2-Interview das geltende Kartellrecht, das Allianzen von Verlagen erschwere, während Plattformen wie Google eine enorme Marktmacht ausüben würden.
turi2.de
(Foto: BDZV/Semmerling)

KI-Kontrolle: Die EU-Kommission leitet ein Wettbewerbsverfahren gegen Facebook-Mutter Meta ein. Sie geht dem Verdacht nach, dass Meta den Zugang für externe KI-Anbieter auf WhatsApp rechtswidrig beschränkt. Meta hatte im Oktober angekündigt, KI-Dienste als primäres Angebot für die Kundenkommunikation zu untersagen. Lediglich als Unterstützung im Kundenservice erlaubt die neue Richtlinie entsprechende Tools. In Brüssel laufen gegen Meta bereits Verfahren wegen mangelnder Datentransparenz und Jugendschutz-Mängeln.
horizont.net (€), persoenlich.com

Namhafte Nahost-Korrespondenten und Journalisten, die regelmäßig über die Region berichten, solidarisieren sich in einer gemeinsamen Erklärung mit der ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann, berichtet der "KNA-Mediendienst". Von der Tann, die heute mit dem "Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis" für ihre Arbeit ausgezeichnet wird, sei Opfer einer "Diffamierungskampagne, deren Anschuldigungen längst über sie als Person hinausgehen", heißt es in der Erklärung, die dazu aufruft, die Medienfreiheit zu respektieren.
Die 72 Unterzeichner schreiben: "Viele von uns berichten seit langem aus Israel, den palästinensischen Gebieten und der Region. Es ist normal, dass wir als Journalisten von allen Seiten mit Kritik an unserer Arbeit konfrontiert werden." Sachlicher Kritik stelle man sich täglich. Die derzeitigen Angriffe haben nach Meinung der Unterzeichner jedoch jedes Maß verloren: "Sie zielen offenbar darauf ab, das Ansehen unserer Kollegin zu zerstören sowie kritischen Journalismus zu delegitimieren."
Die Kritik an von der Tann kommt unter anderen vom bayerischen Antisemitismusbeauftragten Ludwig Spaenle, dem israelischen Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, und jüdischen Verbänden. So bedauere etwa der Verband Jüdischer Journalistinnen und Journalisten die Auszeichnung von der Tanns, da diese wiederkehrende Erzählmuster verbreite, "die sich darauf beschränken, Israel als Aggressor darzustellen".
Die Unterzeichner positionieren sich in ihrer Erklärung auch zu dem Vorwurf, von der Tann habe in einem Hintergrundgespräch geäußert, der Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 habe eine Vorgeschichte. Dies hatte unter anderem der israelische Botschafter in Deutschland scharf kritisiert. "Diesem Satz können wir als langjährige Nahostberichterstatter nur zustimmen. Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern reicht viele Jahrzehnte zurück", heißt es in der Erklärung. Die Vorgeschichte im Blick zu haben, sei keine "Relativierung des 7. Oktober". In der Berichterstattung seien die "Barbarei des Terrorangriffs und die verheerende Kriegsführung in der Folge" gleichermaßen Thema wie das "Leid auf beiden Seiten".
Die Korrespondenten kritisieren auch, dass palästinensische Quellen von Israel grundsätzlich infrage gestellt würden. Die Regierung in Tel Aviv blockiere aber gleichzeitig trotz der seit dem 10. Oktober geltenden Waffenruhe und der Rückkehr aller noch lebenden Geiseln weiter den Zugang für ausländische Journalisten nach Gaza. Daher sei auch weiterhin keine unabhängige Prüfung der Angaben möglich.
"Versuche, unsere Arbeit zu diskreditieren, gehören leider längst zu unserem Alltag", heißt es in der Erklärung weiter. Die Angriffe von israelischen Amtsträgern auf von der Tann überstiegen jetzt aber jedes Maß und seien "geeignet, die Kollegin verächtlich zu machen". Solche Angriffe bedrohten den Kern des Journalismus und die demokratische Meinungsbildung, so die Unterzeichner.
Zu den 72 Unterzeichnern gehören Medienschaffende vieler großer deutscher Medien, darunter u.a. Wolfgang Bauer und Andrea Böhm von der "Zeit", Markus Bickel von "Table.Briefings", Journalist Stefan Detjen, Steffen Gassel und Fabian Huber vom "stern", Produzentin Tita von Hardenberg, Julia Held vom ZDF sowie Journalisten vom "Handelsblatt", dem "Spiegel", der "Welt" und der ARD.
reporter-ohne-grenzen.de (Erklärung und Unterschriftenliste)
Eine Meldung auf Basis der Berichterstattung des "KNA-Mediendienstes".

Hör-Tipp: Boris Lauterbach, bekannt als "König Boris" der Band "Fettes Brot", erzählt im Podcast "Deutschland3000" von Eva Schulz, dass seine Band Werbeangebote häufig abgelehnt und "nicht jeden Scheiß mitgemacht" habe: "Wir haben auch mal den ein oder anderen Koffer Geld am Straßenrand stehen lassen." Der Aufstieg der Band habe ihn zeitweise überfordert: "Es ist so hochtaktig, dass man mit dem Realisieren gar nicht hinterherkommt." Neben der Musik ist seine Leidenschaft der FC St. Pauli, über den er kürzlich ein Buch veröffentlicht hat. Das Stadion sei Spiegel der Gesellschaft, wo man nicht sagen könne, "hier spielt Politik jetzt keine Rolle".
ardaudiothek.de (63-Min-Audio), presseportal.de
(Bild: NDR/Paula Winkler/Finn Waldherr)

Und Action: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verspricht der deutschen Filmindustrie massive Investitionen. Er verkündet im neuen ARD-Format "ttt Talk" verbindliche Zusagen großer Streaming-Konzerne. Die Unternehmen stecken laut Weimer in den kommenden fünf Jahren Summen in Milliardenhöhe in den Standort Deutschland. Der Bund schieße zusätzlich 250 Mio Euro an Steuergeldern zu. Weimer stellt sich im Gespräch mit Moderatorin Siham El-Maimouni auch Kritik zu seiner Doppelfunktion als Verleger und Politiker. Das Erste strahlt das Interview am 7. Dezember um 23.35 Uhr gekürzt aus. Das komplette Gespräch steht ab 6. Dezember in der ARD-Mediathek.
presseportal.de
(Foto: MDR/Hagen Wolf)

Lese-Tipp: Die Arbeit von ARD-Nahost-Korrespondentin Sophie von der Tann (Foto) ist erneut "politischer Spielball" geworden, kommentiert Ann-Kathrin Leclere in der "taz". Auslöser ist die geplante Verleihung des "Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises" an sie und der Vorwurf, der ÖRR würde im Israel-Gaza-Krieg zu einseitig und zu Israel-kritisch berichten. "In der Logik der Polarisierung kann eine Journalistin nicht gleichzeitig integer, menschenrechtsbewusst und ausgewogen sein. Jede Nuance wirkt wie Parteinahme", schreibt Leclere. Autorin Esther Schapira wirft dem ÖRR in der "FAZ" vor, dass "die Grenzen zwischen Aktivismus und Journalismus verschwommen" seien. Das Misstrauen gegenüber Israel sei "offenkundig deutlich größer als gegenüber den Angaben der Terrororganisation", gemeint ist die Hamas. "Süddeutsche"-Korrespondentin Kristiana Ludwig sieht in persönlichen Angriffen auf Journalisten eine "beunruhigende Entwicklung im Nahost-Journalismus".
taz.de (Leclere), faz.net (€, Schapira), sueddeutsche.de (€, Ludwig)
(Foto: BR/Markus Konvalin)

Sendeschluss: Auch Googles Video-Tochter YouTube muss das neue australische Gesetz umsetzen, das die Konten von Nutzern unter 16 Jahren sperrt. Der Dienst kündigt in einem Blogbeitrag die Einhaltung der Altersbeschränkungen an, kritisiert aber seine Einstufung als Social-Media-Dienst. Betroffene Jugendliche werden automatisch abgemeldet und können nichts mehr abonnieren oder kommentieren. Der reine Konsum von Videos bleibt möglich. Das Social-Media-Verbot trifft auch TikTok, Facebook, Instagram, Snapchat, X, Reddit und Twitch.
spiegel.de

"Regulierung findet längst statt, nur nicht durch uns: Sie passiert de facto über die großen Plattformen, die entscheiden, was gesehen und gelesen wird."
BDZV-Vorstand Stefan Hilscher kann den Ruf nach weniger Regulierung bezogen auf Big Tech nicht verstehen. Europa müsse "seine Gesetze unabhängig von amerikanischen Vorstellungen gestalten", fordert er im Interview mit turi2.
turi2.de
(Foto: BDZV/Semmerling)

Journalismus-WG: Die Deutsche Welle und ihr französisches Pendant France Médias Monde beziehen in der rumänischen Hauptstadt Bukarest einen gemeinsamen Co-Working-Space. Die Partner wollen ihre rumänischsprachigen Angebote stärken und gezielter Desinformation in der Region bekämpfen. DW-Korrespondenten nutzen künftig die Infrastruktur des bestehenden "Central and Eastern Hub" der französischen Kollegen. "Damit wollen wir zur Versachlichung in einer polarisierten und von gezielter Desinformation verunsicherten Gesellschaft beitragen", sagt DW-Intendantin Barbara Massing.
Beide Sender arbeiten bereits seit zehn Jahren bei Projekten wie "ENTR" und "InfoMigrants" zusammen. Der Schulterschluss erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass die US-Regierung die Mittel für Radio Free Europe/Radio Liberty drastisch kürzen will. DW Rumänisch erreicht über die Website, YouTube, Facebook und TikTok nach Sender-Angaben monatlich mehr als 2 Mio Views. Dazu kommen Hunderttausende, die die Redaktion über rumänische und moldauische Sender erreicht.
per Mail

Seltener Schulterschluss: Das "Bündnis Zukunft Presse" der Verlegerverbände BDZV und MVFP ruft zusammen mit der ARD zum Schutz unabhängiger Medien auf. In einer gemeinsamen Erklärung warnt die Allianz vor der Macht globaler Tech-Monopole und den Manipulationsrisiken durch intransparente Algorithmen. Von der Politik fordern sie einen "modernen Ordnungsrahmen", der die Sichtbarkeit journalistischer Inhalte und den Schutz vor KI-Missbrauch sichert. Die Botschaft: Unabhängige Medien seien für eine informierte Gesellschaft unverzichtbar.
presseportal.de

Globaler Wachhund: Die dpa ruft gemeinsam mit vier internationalen Nachrichtenagenturen den Informationsdienst Democracy News Alliance ins Leben. Das Bündnis, zu dem auch AFP, die italienische Ansa, The Canadian Press und die britische PA Media gehören, beobachtet und analysiert systematisch demokratische Entwicklungen und politische Veränderungen in aller Welt. Zum Start gibt es einen englischsprachigen Nachrichtendienst sowie einen Newsletter für NGOs, Regierungen und Unternehmen. dpa-Chef Peter Kropsch will mit dem Angebot eine Lücke zwischen schneller Tagesaktualität und langfristigen wissenschaftlichen Studien schließen. Zusätzlich vermittelt eine eigene Akademie Wissen über Desinformation und journalistisches Arbeiten in autokratischen Systemen.
presseportal.de, democracy-news.org
(Bild: Democracy News Alliance/dpa)

Presse-Pranger: Die US-Regierung rechtfertigt eine neue Webseite, auf der sie Medien und Journalisten namentlich an den Pranger stellt. Unter dem Titel "Media Offender of the Week" listet die Seite Reporter auf, die angeblich falsch über Donald Trump berichten. Regierungssprecherin Karoline Leavitt sieht darin kein Problem und bezeichnet das Vorgehen als Einlösung des Versprechens der Republikaner, Medien "zur Rechenschaft zu ziehen". Sie kritisiert insbesondere Berichte auf Basis anonymer Quellen und unterstellt Journalisten fehlende Nachfragen im Weißen Haus.
zeit.de, whitehouse.gov (Pranger-Seite)
(Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire / Mehmet Eser)

Morgen-Visite: Springers Politico Deutschland verschickt ab dem 10. März den Morgen-Newsletter "Politico Pro Gesundheit". Das kostenpflichtige Briefing nimmt Themen wie Pflege-Reformen, Digitalisierung und Pharma-Regulierung in den Fokus. Für das Angebot wächst das Team: Andrea Thomas kommt von "Dow Jones Newswires" und wird Editorin. Louis Westendarp wirkt als Senior Reporter – er arbeitete zuletzt für CDU-Mann Tilman Kuban. Das Reporter-Team komplettieren Marie Zahout, die vom "Tagesspiegel" kommt, und Patrick Pehl vom dfv. "Politico Pro Gesundheit" ist der dritte Pro-Newsletter für den deutschen Markt – nach "Energie & Klima" und "Industrie & Handel".
axelspringer.com
Zahl des Tages: Nur 32 statt der angepeilten 33 Mitglieder werden bis 2029 im Rundfunkrat über den RBB wachen, teilt die Pressestelle des Berliner Abgeordnetenhauses dem "epd" mit. Ein Zusatzsitz bleibt unbesetzt, weil keine der sieben Bewerbungen die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament erhalten konnte. Laut dessen Verwaltung ist eine Neuausschreibung unzulässig. Der neu eingeführte Zusatzsitz soll eigentlich stets einer bisher nicht repräsentierten Gruppe in das Gremium verhelfen.
medien.epd.de (€)

"Politik muss sich fragen, ob sie das Gemeinwohl noch ernst nimmt."
BDZV-Vorstand Matthias Ditzen-Blanke fordert im turi2-Interview von der Politik mehr Konsequenz bei der Regulierung von US-Plattformen, auch wenn dies zu transatlantischen Spannungen führen könnte.
turi2.de
Umschifft: Die Deutsche Welle stellt die App DW Access vor, die Betroffenen beim Umgehen der Zensur von DW-Inhalten helfen will. Sie kommt mit einer VPN-Funktion, Offline-Nutzungsmöglichkeit sowie einem Datensparmodus daher und will persönliche Daten schützen. Sie ist "derzeit" nur für Android verfügbar, was in von Zensur betroffenen Regionen weit verbreitet sei. Statt auf Googles App-Store setzt der Sender u.a. auf seine Seite access-unlocked.org. So will die DW "unabhängig von großen Tech-Unternehmen" agieren und staatliche Einschränkungen erschweren.
corporate.dw.com

Reporter ohne Anja: Die Organisation Reporter ohne Grenzen und Co-Geschäftsführerin Anja Osterhaus gehen zum Jahresende getrennte Wege. Sie verlässt den Journalisten-Verein wegen "unterschiedlicher Vorstellungen zur zukünftigen Ausrichtung". Als Geschäftsführerin für Politik und Strategie leitet sie die Organisation seit April 2024 gemeinsam mit Maik Thieme (rechts). Vorstandssprecher Martin Kaul hebt hervor, dass der Verein heute wieder auf finanziell stabilen Füßen steht. In ihre Amtszeit fielen zudem zwei Beschwerden beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zum Schutz vor Überwachung. Osterhaus will der Mission von Reporter ohne Grenzen trotz der Trennung eng verbunden bleiben.
reporter-ohne-grenzen.de via "KNA-Mediendienst"
(Foto: Anke Phoebe Peters / Reporter ohne Grenzen)
"Wir sind keine Bittsteller. Wir haben den Anspruch, Möglichmacher zu sein, ein Thinktank für Demokratie und Medienzukunft."
BDZV-Vorstand Stefan Hilscher verspricht im Interview mit turi2 Lösungen für die drängenden medienpolitischen Probleme: "Wenn Politik stockt, gehen wir selbst voran."
turi2.de
(Foto: BDZV/Semmerling)
“Wir sind keine Bittsteller” – Wie die Vorstände Matthias Ditzen-Blanke und Stefan Hilscher den BDZV jetzt aufstellen.

Wer Mitte September den Kongress der Zeitungsverleger und Digital-Publisher in Berlin besucht hat, konnte Aufbruchstimmung und Geschlossenheit erleben. Selbst der Dauerstreit mit dem ÖRR um Presseähnlichkeit scheint vor der Mammut-Aufgabe der Plattformregulierung in den Hintergrund zu rücken. Gesucht wird der Schulterschluss: mit der heimischen Konkurrenz, anderen Verbänden – und mit den Zeitungsverlagen, die aktuell nicht aktiv unter dem Dach der Verleger-Lobby Platz nehmen. Im Interview mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow zeigen sich die BDZV-Vorstände Stefan Hilscher und Matthias Ditzen-Blanke selbstbewusst und kampfbereit in Sachen Plattform-Soli, Mehrwertsteuer-Befreiung und dem Ringen um Geschlossenheit gegen die medialen Mächte aus Übersee.
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Fast wie früher: Auf dem Gründungstreffen der neuen AfD-Jugend ist ein Kandidat namens Alexander Eichwald aufgetreten, der eine Rede über menschliche "Rassen" und "Fremdeinflüsse" auf Deutschland hielt – im typischen Hitler-Stil mit bösem Blick und rollendem R. Aktuell ist unklar, ob es sich bei der Rede um einen Versuch handelte, die Partei hereinzulegen oder vorzuführen. Bei 12,28 % der Delegierten haben Ton und Inhalt offenbar verfangen: So viele Stimmen erhielt Kandidat Eichwald.
sueddeutsche.de, t-online.de (93-Sek-Video)

Make Germany great again: Die Deutsche Welle startet den englischsprachigen Podcast "Delayland" über Deutschland als eine Nation am Scheideweg. Die Journalisten Andreas Becker und Nicolas Martin untersuchen, warum Deutschland Tempo verloren. Themen sind u.a. marode Infrastruktur, Bürokratie und langwierige Digitalisierungsprojekte. In Indien, Frankreich, der Schweiz und Dänemark suchen sie nach konkreten Beispielen, wie Deutschland seine Spitzenposition zurückgewinnen kann.
dw.com
(Bild: Deutsche Welle)

Fly with Style: US-Verkehrsminister Sean Duffy appelliert an Flugreisende, im Flugzeug auf Schlafanzüge und Hausschuhe zu verzichten. Er beobachtet auf Flugreisen einen "Verfall der Höflichkeit" und führt dies auch darauf zurück, dass Kleidung beeinflusse, wie Menschen sich verhalten. Unklar ist, ob sich das Verhalten von Duffys Chef allein damit erklären lässt, dass dieser in der Airforce One mutmaßlich im Pyjama rumläuft.
travelbook.de, foxnews.com
(Foto: IMAGO / UPI Photo)

Grünes Hakenkreuz? Die Thüringer Landesregierung will mit dem Slogan "Das Grüne Herz Deutschlands" für den Freistaat werden. Die Idee gibt es schon länger, nun soll eine Kampagne ausgeschrieben werden, berichtet der "Spiegel". Das Heikle dabei: Der Werbespruch fand bereits unter den Nationalsozialisten breite Verwendung. Historiker führen den Claim auf einen völkischen Heimatschriftsteller zurück. Laut einer Befragung der Landesregierung erkennen 17 % der Befragten einen NS-Bezug, dennoch will Ministerpräsident Mario Voigt (Foto Mitte) an dem Plan festhalten. Werbeexperte Matthias Spaetgens, CCO von Scholz & Friends, rät Agenturen, die Beteiligung an einer derartigen Kampagne "sehr genau" zu prüfen. "Manchmal muss man auch sagen: Gefälliger Claim, aber den gab es schon mal. Pech gehabt", sagt Spaetgens dem "Spiegel".
spiegel.de (€)
(Foto: IMAGO / Jacob Schröter)

Video-Tipp: "Correctiv"-Chefredakteur Justus von Daniels diskutiert mit Michel Friedman darüber, was einen gelungenen Streit ausmacht. Der Publizist und Jurist gilt als einer der bekanntesten und leidenschaftlichsten Streiter Deutschlands. Es geht um die Frage, wie und ob man mit Extremisten streiten sollte, welche Diskussionen selbst Friedman abbricht und warum mit Donald Trump und seiner MAGA-Bewegung ein produktives Gespräch häufig nicht möglich ist. Auch die Streitkultur in den Medien ist ein Thema. Friedman ist überzeugt: Nur wenn hart und ernsthaft in der Sache gestritten wird, könne am Ende ein guter Kompromiss stehen, der breite Akzeptanz findet.
youtube.com (66-Min-Video)
(Bild: Correctiv)
Hass-Wachstum: 34 % der deutschen Internet-User hat im 1. Quartal 2025 laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes Hassrede im Netz beobachtet. Das sind 6 % mehr als 2023. Um ebenso viele Punkte steigt die Wahrnehmung von Desinformation auf nun 54 %. 16 bis 44-Jährige sehen hasserfüllte Inhalte mit 43 % demnach häufiger als ältere. Am häufigsten behandeln Hasskommentare politische oder gesellschaftliche Ansichten.
horizont.net
Kindersicher: Das EU-Parlament drängt mit breiter Mehrheit in einer Resolution auf einen besseren Schutz von Minderjährigen im Netz. Zu den Forderungen gehört ein Mindestalter von 16 Jahren für Social Media, ab 13 Jahren sollen Jugendliche die Plattformen mit Zustimmung ihrer Eltern nutzen können. Die Abgeordneten sprechen sich auch gegen süchtig machende und den Dauerkonsum fördernde Funktionen wie Belohnungssysteme oder Endlos-Scrollen aus. Des Weiteren schlagen sie vor, Führungskräfte persönlich haftbar zu machen, wenn ihre Unternehmen wiederholt und deutlich gegen EU-Digitalgesetze verstoßen. Das Parlament regt außerdem Maßnahmen gegen Deepfakes und manipulative Chatbots an.
medien-epd.de (€)
(Foto: IMAGO / Silas Stein)

Video-Tipp: Daniel Bröckerhoff thematisiert in einem "Zapp"-Video den offenen Angriff von US-Präsident Donald Trump auf die ABC-Korrespondentin Mary Bruce und ihren Sender. Sie hatte Trump beim Besuch des saudischen Kronprinzen eine kritische Frage zum 2018 ermordeten "Washington-Post"-Journalisten Jamal Khashoggi gestellt, woraufhin Trump sie beschimpfte und ABC News mit Lizenzentzug droht. Dabei hatte Trump den Mord in seiner ersten Amtszeit noch verurteilt und harte Strafen gefordert. Bröckerhoffs Fazit: Wer in den USA kritischen Journalismus mache, brauche "verdammt viel Mut und starke Nerven", da Trumps Umgang mit Medien zunehmend autokratische Züge annehme.
youtube.com (7-Min-Video) via bildblog.de
(Bild: Screenshot "Zapp" bei YouTube)
Kurz & KNAckig: Warum ein langjähriger Springer-Manager im Verwaltungsrat “beim ZDF niemanden mehr groß in Wallung bringen” dürfte.

Wird Christian Nienhaus, lange hochrangiger Springer-Manager, bald Mitglied im Verwaltungsrat des ZDF? Wenn man einer Meldung von “Medieninsider” glauben mag, ist das nicht ganz unwahrscheinlich. Entsprechend groß ist die Aufregung, u.a. beim DJV, der vor einer Auflösung der Trennung von Privatmedien und ÖRR warnt. Steffen Grimberg mag in die Warnungen nicht recht einstimmen, auch weil die künftigen Konfliktlinien wohl nicht zwischen heimischen Medien, sondern zwischen Medien und internationalen Plattformen verlaufen. Der noch immer weitreichende Einfluss der Politik auf das Zweite ist für den Leiter des “KNA-Mediendienstes” die größere Baustelle.
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Synths statt Saxofon: Das Berliner Jazzradio verliert seine UKW-Frequenz zum Jahreswechsel endgültig an den Elektrosender Pure FM. Das OVG Berlin-Brandenburg bestätigt einen entsprechenden erstinstanzlichen Rechtsspruch. Das Jazzradio hatte zuvor gegen die Vergabeentscheidung der MABB geklagt und im Eilverfahren verloren. Der OVG-Beschluss ist unanfechtbar, das Hauptsacheverfahren läuft weiter.
radioszene.de, turi2.de (Background)
FSK-I: Die Bundesländer erkennen mit "CLEARD" erstmals ein KI-gestütztes Bewertungssystem für Filme und Serien an. Das von BBFC Technology mit der FSK entwickelte Tool startet 2026 in eine Pilotphase und will Streamern ermöglichen, Alters-Kennzeichnungen für ihre Inhalte zu generieren. Grundlage seien die "Expertise und Spruchpraxis aus den unabhängigen FSK-Prüfverfahren", sagt die rheinland-pfälzische Jugendministerin Katharina Binz. Die FSK sieht darin eine Stärkung des Jugendmedienschutzes und das Schaffen von rechtlicher Sicherheit.
presseportal.de
(Foto: MFFKI)
Stimmt ein: Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer von der SPD hat eine stärkere Regulierung digitaler Plattformen gefordert. In einer Diskussion bei der Content Convention 2025 in Mainz am Mittwoch betonte er, Plattformen seien "längst keine neutralen Vermittler mehr". Ihre Algorithmen bestimmten zunehmend, welche Inhalte sichtbar werden. Unternehmen, die damit Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung nähmen, müssten Verantwortung übernehmen. "Wenn sie jedoch nicht selbst ihrer Verantwortung gerecht werden, müssen wir die Privilegien abschaffen", so Schweitzer. Er betonte zudem, dass sich in Europa tätige digitale Akteure an geltendes Recht halten müssten. In der demokratischen Kommunikationsordnung gehe es um den Schutz sowohl eines jeden Einzelnen als auch der Demokratie. Verstöße müssten konsequenter verfolgt werden. Mit dem Digitale-Medien-Staatsvertrag hätten die Länder bereits klare Vorgaben für ein verantwortungsvolles Miteinander im digitalen Raum geschaffen. Ziel sei, unabhängigen Journalismus zu stärken und faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber globalen Plattformen sicherzustellen.
Bei dem Panel diskutierte Schweitzer gemeinsam mit Tobias Schmid von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, Sabine Frank von Google Deutschland, Österreich und Schweiz sowie dem ZDF-Intendanten Norbert Himmler über die wachsende Macht großer Plattformen. Google-Managerin Frank äußerte Zweifel an einer zunehmenden Zahl an Regulierungsvorhaben. Deutschland sei ein zentraler Markt für Google; doch oft sei unklar, "was man womit regulieren will". Allein Google werde von "über 270 Behörden" beaufsichtigt. "Ganz viel Regulierung führt zu ganz viel administrativem Aufwand. Ist das etwas, womit wir unsere Zeit verbringen wollen?", fragte sie. ZDF-Intendant Himmler betonte, man könne nicht allein auf neue Regulierungen setzen. "Wir müssen auch Angebote machen", so der ZDF-Intendant. Öffentlich-rechtliche Medien beispielsweise müssten aktiv Räume schaffen, die einen konstruktiven und demokratischen Austausch ermöglichen. (mit Material des KNA-Mediendienstes)
kna.de (€)

Nicht mit uns! Die Drogeriekette Rossmann beendet ihre Mitgliedschaft im Verband Die Familienunternehmer, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Rossmann reagiert damit auf die öffentliche Haltung der Verbandsführung, Gespräche mit der AfD nicht länger auszuschließen. "Wir unterstützen die Haltung des Verbands nicht", teilt das Unternehmen mit. Auch der Kaffeeröster Melitta distanziert sich von dem Beschluss des Verbands und behalte sich ebenfalls einen Austritt vor.
lebensmittelzeitung.net (€) via horizont.net (€)
(Foto: Rossmann)

Papier-Protest: Das Europäische Parlament hat entschieden, fertige Druckerzeugnisse wie Zeitungen, Zeitschriften und Bücher vom Anwendungsbereich der EU-Entwaldungsverordnung auszunehmen. Die Verlegerverbände MVFP, BDZV und BVDA begrüßen die Entscheidung und appellieren an EU-Kommission und Rat, sie zu bestätigen. Die Ausnahme verhindere "für Druckerzeugnisse gravierende Fehlwirkungen", die Verlage mit "erheblichen, teils unlösbaren bürokratischen Anforderungen" konfrontieren würden, so die Lobby-Verbände. Das Parlament habe anerkannt, dass fertige Printprodukte keine "Treiber von Entwaldung" seien.
presseportal.de
(Foto: IMAGO / Fotoarena / Dirceu Portugal)
Names are news: Ein in Deutschland lebender Chinese ist mit Unterlassungsansprüchen zu einem Bericht über Chinas Diasporapolitik vor dem OLG Frankfurt gescheitert. "An einer möglichen Einflussnahme der chinesischen Regierung auf das Bild Chinas in Deutschland besteht ein hohes politisches Interesse der Öffentlichkeit", sagt das Gericht zu dem Bericht einer Stiftung. Dieser hatte den Kläger namentlich genannt und ihn laut Gericht etwa korrekt als "Mitglied" der politischen Konsultationskonferenz des chinesischen Volkes bezeichnet. Mit einem Eilantrag war der Mann zuvor schon beim Landgericht Frankfurt am Main gescheitert.
medien.epd.de (€), rsw.beck.de, stern.de
(Foto: IMAGO / Herrmann Agenturfotografie)
Mobilisiert: Beschäftigte der Deutschen Welle kündigen eine Protestaktion gegen die geplante Budgetkürzung um 10 Mio auf 395 Mio Euro beim Auslandssender an. Von Mittwoch bis zum kommenden Freitag, an dem der Haushalt 2026 verabschiedet werden soll, wollen sie morgens an der Marschallbrücke in Berlin die Abgeordneten um eine Anpassung der Pläne ersuchen. Der für Medien zuständige Verdi-Bundesvorstand Christoph Schmitz-Dethlefsen sagt: "Ich fordere den Staatsminister auf, einzulenken und die Deutsche Welle nicht durch Programmabbau und Kürzungen beim Personal zu gefährden."
mmm.verdi.de, dwdl.de

Sparkultur: Auch der Deutsche Kulturrat stimmt in die Kritik über Etat-Kürzungen bei der Deutschen Welle ein. Die vom Haushaltsausschuss beschlossene Kürzung berühre den "Kernauftrag" des Senders. Angesichts der politischen Weltlage sei die "internationale Arbeit der Deutschen Welle wichtiger denn je", sagt Präsident Christian Höppner, der auch Mitglied des Rundfunkrats ist. Der Deutsche Kulturrat fordert Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, "für eine auskömmliche Finanzierung der Deutschen Welle zu sorgen".
medien.epd.de (€), evangelische-zeitung.de, kulturrat.de, turi2.de (Background)

"Bei den Amerikanern können wir die radikale Offenheit für Innovationen lernen."
Springer-Aufsichtsratschef Jan Bayer schildert im Podcast-Gespräch mit Gabor Steingart seinen Blick aus Washington DC auf Deutschland und die USA. Die Amerikaner würden die Zukunft umarmen, könnten von Deutschland aber einiges lernen in Sachen Präzision, Umsetzungsstärke, Effizienz, Zahlenorientierung und Zuverlässigkeit.
thepioneer.de
(Foto: Axel Springer)

Grünzeug: Die Agentur Core BLN begleitet die Berliner Grünen in den Wahlkampf ums Abgeordnetenhaus. Der Auftaktfilm kehrt Vorurteile und Hasskommentare über die Partei und das neue Spitzen-Duo Bettina Jarasch und Werner Grafins ins Positive um. So heißt es z.B: "Die Grünen wollen wieder alles verbieten - den Müll, die schlechte Luft, den Schimmel an den Schulen, unfaire Mieten." Der Film endet mit dem Motto: "Machen wir aus Gegenwind Energie". Nächste Aufgabe für die Agentur ist dann wohl, mit dem Gegenwind auch noch Windräder anzutreiben.
campaigngermany.de (frei nach Anmeldung), horizont.net (€), youtube.com (82-Sek-Video)

"Leni Riefenstahl verdrehte die Wahrheit in einem Sinne und wiederholte dieses Narrativ stets, wie es heute wieder sehr populär ist. Man findet bereits das komplette Instrumentarium der Fake News in ihrer Art der Kommunikation."
Sandra Maischberger sieht in Leni Riefenstahl "so etwas wie den ersten Instagram-Star". Im "Teleschau"-Interview berichtet Maischberger über die Arbeit an ihrer Doku über die Nazi-Filmemacherin und ein Interview, bei dem sie ihr "einfach ins Gesicht gelogen" habe. Für ihre Doku hatte Maischberger deshalb so viel Material von Riefenstahl, "weil sie sich immer selbst in den Mittelpunkt der Betrachtung stellte".
teleschau.de, ardmediathek.de (99-Min-Doku)
(Foto: WDR/Peter Rigaud)

"Wer das Wort 'Zwangsgebühr' wählt, will provozieren. Das ist legitim, ich weiß nur nicht, ob es zur Rolle eines Kulturstaatsministers passt."
ProSieben-Journalistin Linda Zervakis, selbst lange in Diensten der ARD, empfindet den Begriff "Zwangsgebühr", den auch Wolfram Weimer nutzt, für den Rundfunkbeitrag als abwertend. Im Gespräch mit der "NOZ" begrüßt sie Diskussionen über die Finanzierung des ÖRR, "aber bitte auf der Grundlage von Fakten, nicht mit Reizvokabeln".
presseportal.de

Straßen-Dialog: Der History Channel schickt sein Talk-Format "Change My Mind" der Agentur Happygang in Serie. Die Pilotfolge hat sich mit höheren Abrufzahlen und mehr positiven Kommentaren gegen das Konkurrenz-Format Clash der Generationen durchgesetzt. Moderatorin Miriam Cissé diskutiert darin mit Passanten verschiedene Thesen zum gesellschaftlichen Wandel, z.B. über Migration, KI und Demokratie. Ziel sei ein "respektvoller Austausch verschiedener Meinungen". Die sechs 10- bis 15-minütigen Folgen laufen kostenfrei bei YouTube, jedoch nicht im linearen Programm des Pay-TV-Senders.
dwdl.de, hearstnetworks.de, youtube.com (14-Min-Video, Pilotfolge)
(Foto: HAPPYGANG / Paul Luc Baumer)

Ruhe in Frieden: Das einstige Prestige-Projekt Doge von Donald Trump, mit dem Elon Musk Milliarden US-Dollar einsparen sollte, ist Geschichte. Laut Medienrecherchen haben die Aktionen der Behörde nur 12,4 Mrd Dollar eingespart, selbst aber Kosten in Milliarden-Höhe verursacht. Sich selbst einzusparen, ist vermutlich die größte Leistung von Doge.
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Strategisch kreativ: Die Koalition Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland, k3d, fordert eine "nationale Gesamtstrategie" für ihre Branche. Dadurch solle die internationale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Zentrale Forderung eines Positionspapiers ist eine bessere Verzahnung von Bund, Ländern und EU. Das Bündnis veröffentlicht das Papier anlässlich des Kongresses "Zukunft unternehmen" in Berlin. Daniela Beaujean, Geschäftsführerin der Privat-Medien-Lobby Vaunet, fordert, die "Marktmacht digitaler Gatekeeper-Plattformen" aufzubrechen.
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Liebesgrüße aus Moskau: Die russische Generalstaatsanwaltschaft erklärt das gemeinnützige Medienhaus Correctiv zur "unerwünschten ausländischen Organisation". Mit der Einstufung, die bereits am 10. Oktober erfolgte, stelle der russische Staat die Arbeit von Correctiv pauschal unter Strafandrohung. Russische Staatsbürger können für jede Form der Zusammenarbeit mit Correctiv verfolgt werden. Das Medienhaus recherchiert u.a. zu russischen Desinformationskampagnen und Kriegsverbrechen. Es baut zudem die russischsprachige Exilredaktion Radio Sacharow auf. "Wir bewerten den Schutz potenzieller Quellen und Gesprächspartner aus Russland neu. Wir werden unsere Sicherheitsmaßnahmen verstärken. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern", sagt David Schraven, Publisher von Correctiv.
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Dem Himmel zu nah? Die EU-Kommission erwägt, erstmals das neue Europäische Medienfreiheitsgesetz, kurz EMFA, auf einen internationalen Mediendeal anzuwenden, berichtet das "Handelsblatt" im Rahmen der Geschichte "Trumps globaler Medienkrieg". Die Kommission prüft demnach ein Eingreifen in die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Skydance Paramount. Die Zeitung beruft sich auf Gespräche mit mehr als einem Dutzend Spitzenbeamten, Diplomaten und Brancheninsidern. In Brüssel wachse die Sorge vor einer "politisch motivierten Medienkonzentration" rund um Skydance-Paramount-Besitzer Larry Ellison, der als enger politischer Verbündeter von Donald Trump gelte.
Ellison hat seinen medialen Einfluss durch die Verschmelzung von Skydance und Paramount zuletzt massiv ausgebaut. Er könnte auch das US-Geschäft der chinesischen Video-App TikTok übernehmen. Mit einem Kauf von WBD würden auch CNN International und der polnische Sender TVN an Ellison fallen. Die Sorge um eine übermäßige Medienkonzentration sei auch am Mittwoch bei Gesprächen zwischen Gerhard Zeiler, Präsident des internationalen Geschäfts von Warner Bros., mit EU-Vizekommissionspräsidentin Hena Virkkunen Thema gewesen.
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