Rui Pinto soll Material der Luanda Leaks an Whistleblower-Plattform gegeben haben.

Oops, he did it again: Rui Pinto, 31, Whistleblower hinter den Football Leaks, soll auch für die Luanda Leaks verantwortlich sein. Er sitzt zur Zeit in Portugal in U-Haft. Die Luanda Leaks geben Hinweise auf Vetternwirtschaft. Die Whistleblower-Plattform PPLAAF, an die Pinto das Material gegeben hat, teilte es zur Prüfung mit dem International Consortium of Investigative Journalists.
sueddeutsche.de

Amazon-Mitarbeiter pochen weiter auf mehr Klimaschutz.


Betriebsklimaerwärmung: Amazon-Mitarbeiter kritisieren weiter Jeff Bezos und die Führung von Amazon. Die Angestellten fordern vom Versandriesen ein ehrgeizigeres Vorgehen im Klimaschutz. In einem Blogpost kritisieren 357 Angestellte die Vorgehensweise des Unternehmens. Kernforderung ist, dass Amazon bereits 2030 CO2-neutral wirtschaften soll und nicht wie von der Führung angepeilt 2040. Der öffentliche Protest ist besonders bemerkenswert, da Amazon bereits im Januar gedroht hat, Mitarbeitern zu kündigen, die öffentlich auf mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel drängen.

Die Debatte um einen stärkeren Einsatz für Klimaschutz verfolgt Amazon bereits länger. Im April 2019 unterzeichneten mehr als 3.500 Amazon-Angestellte einen offenen Brief, in dem mehr Anstrengungen für die CO2-Reduktion gefordert wurden. Auch einige Aktionäre haben entsprechende Initiativen gestartet, konnten aber keine Mehrheit für die Ziele finden.
spiegel.de, medium.com (Blogpost der Amazon-Mitarbeiter), turi2.de (Kündigungs-Drohung), turi2.de (Offener Brief), turi2.de (Aktionärsinitiative)

Siemensstadt-Industriecampus erhält Fördermittel für künftige Forschungsprojekte.

Berlin: Der geplante Industriecampus auf dem Gelände der künftigen Siemensstadt 2.0 in Spandau erhält vom Bund und Senat bis 2029 insgesamt 7,5 Mio Euro. Die Fördermittel sollen Universitäten, Startups und wirtschaftsnahe Einrichtungen u.a. bei der Forschung rund um die Digitalisierung unterstützen.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Tesla will deutsche Staatshilfe für Batteriezellfertigung.

Tesla beantragt Subventionen des Bundes für die Batteriezellfertigung und -forschung in Deutschland, erfährt das "Handelsblatt" aus Regierungskreisen. Tesla und das Bundeswirtschaftsministerium kommentieren die Information auf "Handelsblatt"-Anfrage nicht. Das Wirtschaftsministerium arbeitet bereits mit "mehr als 55 Unternehmen" an einem anderen europäischen Großprojekt zur Batteriezellfertigung.
handelsblatt.com

“FAS”: Siemens-Chef Kaeser wollte Luisa Neubauer nur im Aufsichtsgremium.

Siemens hat Klima-Aktivistin Luisa Neubauer einen "Sitz in einem Aufsichtsgremium für Umweltfragen" angeboten, kein Aufsichtsratsmandat, relativiert Joe Kaeser in der "FAS" vorige Aussagen. "Das war überhaupt kein PR-Gag". Die umstrittene Kohle-Geschäftsbeziehung in Australien verteidigt Kaeser mit einem "rechtsgültigen Vertrag". Da helfe es auch nicht, "wenn uns Klima-Aktivisten drohen".
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Nachrichtenagentur AP wehrt sich gegen Rassismusvorwürfe.

Nachrichtenagentur AP rechtfertigt sich im "Guardian" gegen Rassismusvorwürfe. Die Agentur hatte die Afrikanerin Vanessa Nakate von einem Foto mit Klima-Aktivistinnen in Davos rausgeschnitten, was im Netz auf Kritik stößt. Das ursprüngliche Foto sei aus Gründen der Bildkomposition beschnitten worden, die Agentur hatte beide Versionen den Medien angeboten.
theguardian.com, welt.de (Paid), twitter.com

Tom Buhrow gesteht zum Teil falsche Wortwahl bei “Umweltsau”-Debatte.

WDR: Tom Buhrow hat in der "Umweltsau"-Debatte "nicht immer die richtigen Worte gefunden", schreibt der WDR-Intendant in einem Gastbeitrag in der "Welt am Sonntag". Die öffentliche Meinung sei heute "fast spiegelverkehrt", außerhalb der Medienwelt sei der Tenor "so was geht nicht. Gut, dass Sie das klargestellt haben". Buhrow verteidigt zudem einen höheren Rundfunkbeitrag und kritisiert die ARD als "ein ziemlich westdeutscher Laden".
"Welt am Sonntag", S. 11 (Paid)

Agenda-Talk 2020: Wie die Generation Greta Medien und Kommunikation verändert.


Talk im Museum: Zum Start der turi2 edition #10 hat turi2 am Dienstagabend zum Agendasetting-Treffen ins Museum für Kommunikation in Berlin eingeladen. Auf dem Podium diskutierten Gwendolyn Rautenberg von Fridays for Future, Marieke Reimann von Ze.tt, Monika Schaller von der Deutschen Post DHL Group, Florian Haller von Serviceplan und Philipp Welte von Burda über die Frage, wie die Generation Greta Medien und Kommunikation verändert. Im turi2.tv-Video sehen Sie die komplette Diskussionsrunde unter der Leitung von Peter Turi.

Darin befürwortet Post-Kommunikatorin Monika Schaller die Klima-Proteste, solange sie gewaltfrei ablaufen, und ist überzeugt, dass Fridays for Future mitgeholfen hat, die Klimadebatte auf die Agenda zu heben. Ze.tt-Chefredakteurin Marieke Reimann glaubt nicht, dass es eine "Generation Greta" überhaupt gibt, auch weil die Klimakrise aus ihrer Sicht kein Generationenproblem ist, denn sie betreffe alle Generationen.

Burda-Vorstand Philipp Welte sieht vor allem in der Meinungsmacht großer Internet-Konzerne wie Facebook und Google eine Gefahr für die Demokratie, weil sich Lügen und Fake News hier viel leichter verbreiten. Er fordert, dass sich die US-Konzerne auf einen ähnlichen Kodex verpflichten wie die Journalist*innen in Deutschland mit dem Pressekodex. Florian Haller, Inhaber der Agenturgruppe Serviceplan, widerspricht zum Teil: Die Demokratie war in analogen Zeiten nicht nur in Gefahr, sondern teilweise abgeschafft. Er erinnert an den Nationalsozialismus und auf der anderen Seite an den Arabischen Frühling, der ohne Social Media kaum möglich gewesen wäre.

Auch Gwendolyn Rautenberg weiß, dass Soziale Medien bei der Mobilisierung von Anhängern und der Organisation von Protesten helfen. Die Organisatoren von Fridays for Future setzen vor allem auf die Facebook-Tochter WhatsApp, arbeiten aber auch an eigenen Alternativen. E-Mails würden in ihrer Generation dagegen kaum mehr gelesen.

Video-Kapitel:

00:03 Peter Turi begrüßt das Talk-Publikum im Museum für Kommunikation, Berlin

01:46 Gwendolyn Rautenberg von Fridays for Future: "Niemand ist eine Umweltsau."

09:11 Marieke Reimann, Chefredakteurin von Ze.tt: "Die Klimakrise ist kein Generationen-Problem."

17:47 Monika Schaller, Leiterin Konzernkommunikation Deutsche Post DHL Group, findet die FFF-Proteste gut, solange sie gewaltfrei bleiben.

25:12 Florian Haller, Inhaber Serviceplan, sagt, dass Greenwashing heute nicht mehr funktioniert.

32:19 Philipp Welte, Burda-Vorstand: "Facebook ist der Atomschlag gegen die Informationsfreiheit."

41:11 Florian Haller widerspricht Philipp Welte: Angriffe auf die Informationsfreiheit hat es auch schon lange vor den Sozialen Medien gegeben.

42:12 Marieke Reimann sieht Journalist*innen vor Drohungen und Angriffen im Netz schlecht geschützt.

46:14 Gwendolyn Rautenberg betrachtet alle internationalen Großkonzerne als Gefahr für die Demokratie.

48:55 Wie die Generation Greta die Medien nutzt.

53:08 Philipp Welte über die fehlende digitale Infrastruktur in Europa.

58:23 Gwendolyn Rautenberg und Monika Schaller über ihre unterschiedlichen Auffassungen über journalistische Einordnung.

62:56 Marieke Reimann über die Rolle der Journalist*innen in einem Medium für die junge Zielgruppe.

64:20 Schlussrunde: Was steht auf Eurer Agenda 2020?

Mehr von der Launchparty und dem Agendasetting-Talk:


Unser Mood-Video: Der Launch-Abend in 60 Sekunden

Die Lauchparty als Foto-Strecke >>>

Nico Rosberg fordert von den Autokonzernen eine stärkere Zusammenarbeit.


Gemeinsam zur Pole Position: Nico Rosberg ermutigt die deutschen Autobauer bei der E-Mobilität zu mehr Kooperationen, um weltweit führend zu bleiben, sagt der künftige "Höhle der Löwen"-Juror im "Welt"-Interview. Tesla-Chef Musk gehe "voll ins Risiko, der ist eine Maschine", aber zum Unternehmertun gehöre auch Verantwortung. Schon beim Umstieg von der Kutsche aufs Auto habe es Zeit gebraucht. Neben einer "anständigen Infrastruktur" müsse eine "Faszination für das E-Auto" geschaffen werden.

Die "geräuschlose Geschwindigkeit" sei ein künftiger Vorteil, aber "ich bin jetzt auch nicht der Ökopapst", bremst Rosberg die moralische Erwartungshaltung. Mit dem Startup Blinkist wolle er künftig expandieren. Der kostenpflichtige Dienst fasst Inhalte von Sachbüchern in Essays zusammen. Damit kommen "Weisheiten aus den Büchern raus, sodass wir sie schneller und leichter konsumieren können."
"Welt", S. 10 (Paid)

Datenschutzbehörde leitet ein Bußgeldverfahren gegen H&M ein.

H&M: Die Datenschutzbehörde leitet ein Bußgeldverfahren gegen den Modehändler ein, schreibt die "FAZ". Vorgesetzte von H&M hatten in einem Callcenter in Nürnberg sensible Mitarbeiterdaten über Krankheiten und anderen persönliche Umstände illegal gespeichert. Die Aufsichtsbehörde kann Geldbußen von bis zu 4 % des Jahresumsatzes verhängen.
faz.net, turi2.de (Background)

Neue Gesichtserkennungs-App aus den USA will künftig jeden Menschen identifizieren.

Datenschutz: Die US-Firma Clearview entwickelte eine Gesichtserkennungs-App, die künftig jeden Menschen identifizieren kann, sofern sie mit genug Daten gefüttert wird, schreibt der "Focus". Die App habe nach Entwicklerangaben eine Trefferquote von rund 75 %, agiert aber in einer rechtlichen Grauzone. Bei einem Konzert von Taylor Swift wurde das Publikum heimlich nach Stalkern durchsucht.
"Focus" 5/2020, S. 54-57 (Paid)

Facebook löscht hunderte Fake-Profile, die Politiker und Journalisten ausspähen sollten.

Facebook-LogoFacebook löscht nach einer Recherche des "Spiegel" und des Digital Forensic Research Lab ein seit mindestens 2011 in über 30 Ländern aktives Netzwerk von mehreren Hundert Fake-Profilen. Die Profile täuschten vor, Personen aus der Tourismus-, Luftfahrt- oder Modeindustrie zu sein und knüpften Kontakte zu zehntausenden echten Akteuren aus Politik, Militär, Polizei und den Medien. Ziele des Netzwerkes, dessen Spuren nach Chile führen, waren offenbar die Verbreitung von Fake-News und das Ausspionieren der geknüpften Kontakte.
"Spiegel“ 05/2020", S. 26 (Paid)

Bitkom: Rechenzentren sind in Deutschland teurer als im restlichen Europa.

Rechenzentren sind in Deutschland wegen der Stromkosten im Betrieb teurer als im übrigen Europa, schreibt der Digitalverband Bitkom. In Deutschland koste eine Megawattstunde 113,11 Euro - in Frankreich seien es nur 29,31 Euro, in Schweden 17,70 Euro und in den Niederlanden 17,08 Euro. Grund für die Unterschiede seien Steuern und Abgaben, in Deutschland insbesondere die EEG-Umlage, von der Rechenzentren anders als andere energieintensive Branchen nicht befreit sind.
bitkom.org

Studie des Arbeitsministeriums zweifelt an der staatlichen Presseförderung.

Zustellförderung: Die staatliche Presseförderung verhindert weder das Printsterben noch verhilft sie zu mehr Pressevielfalt, zitiert Ulrike Simon im "Horizont" eine Studie des Arbeitsministeriums, das am Sinn der Subvention zweifle. Eine "kritische Form des Journalismus" sei eine "öffentliche Aufgabe", der Staat müsse dafür lediglich "eine Ordnung herstellen".
"Horizont", S. 6 (Paid)

Meinung: Das deutsche Medienkonzentrationsrecht ist nicht mehr zeitgemäß.

Kek: Das deutsche Medienkonzentrationsrecht ist veraltet, kommentiert Helmut Hartung, Chefredakteur des Blogs medienpolitik.net, in einem "FAZ"-Gastbeitrag. Bisher kennen die Regularien nur Sender, aber keine Netzkonzerne, was die Länder ändern wollen. Künftig sollte "am Kriterium der vorherrschenden Meinungsmacht festgehalten werden".
"FAZ", S. 19 (Paid)

Facebooks Chefkommunikator Nick Clegg fordert mehr Regularien beim Datenschutz.

Social Media: Nutzer sollten künftig ihre Daten zu einem "konkurrierenden Dienst" mitzunehmen können, fordert Facebooks Chefkommunikator Nick Clegg in der "Süddeutschen Zeitung". Probleme wie Hasspostings oder die Einmischung in Wahlen würden nicht gelöst, wenn Facebook zerschlagen werde. Clegg will "neue Verkehrsregeln beim Datenschutz, bei Wahlen, bei Inhalten und echten Wettbewerb".
sueddeutsche.de

Apple weicht die Verschlüsselungspläne für iPhone-Backups auf.

Apple begräbt die Pläne, Backups von iPhones künftig so stark zu verschlüsseln, dass selbst Apple selbst nicht mehr darauf zugreifen kann, meldet Reuters. Apple reagiere damit auf Beschwerden des FBI, das im Zweifel für Ermittlungszwecke auf Daten zugreifen wolle. Zuvor kritisierte US-Präsident Trump, Apple helfe dem FBI nicht ausreichend bei der Aufklärung des Angriffs eines saudischen Offiziers auf einen US-Marinestützpunkt.
spiegel.de, reuters.com

Roger McNamee fordert Algorithmen-Verbot für Facebook.

Facebook-LogoFacebook-Regulierung: Roger McNamee, früher Investor von Zuckerbergs Netzwerk, sagt auf dem DLD, die einzige Lösung sei, bestimmte Algorithmen zu verbieten, die Wahl-Manipulation und Hass gegen Minderheiten möglich machen. Damit werde auch das Geschäftsmodell von Facebook getroffen. McNamee appelliert an Zuckerberg, drei Monate vor den US-Wahlen auf Microtargeting und die Amplifizierung von Nachrichten zu verzichten.
heise.de

BBC-Chef Tony Hall tritt zurück.

BBC: Generaldirektor Tony Hall, 68, kündigt an, im Sommer nach sieben Jahren an der Spitze abzutreten. Einen Nachfolger gibt es noch nicht, BBC-Vorstandschef David Clementi soll die Suche in den kommenden Wochen beginnen. Hinter Halls Abtritt stecken vermutlich strategische Erwägungen. 2022 überprüfen die Briten ihren Rundfunkstaatsvertrag, 2027 handeln sie einen neuen aus. Hall wünscht, dass die BBC zu beiden Terminen dieselbe Leitung hat, um eine bessere Verhandlungsposition zu besitzen.
spiegel.de

“Handelsblatt”: Bundesdatenschützer kritisiert die Pläne des Justizministeriums zur Hasskriminalität.


"Erhebliche Zweifel": Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hält die Pläne des Justizministeriums zu Hass im Netz für sehr bedenklich, zitiert das "Handelsblatt" aus seiner Stellungnahme. Das Ministerium will Online-Dienste zur Herausgabe von Passwörtern an Behörden verpflichten. Der Gesetzesentwurf enthalte "gravierende Eingriffe in Grundrechte". Besonders Zugriff auf Plattform-Passwörter sei damit nicht vereinbar, denn eigentlich müssen Facebook und Co Passwörter kryptographisch verschlüsselt speichern und können sie deshalb gar nicht weitergeben.

Kelber hegt außerdem "erhebliche Zweifel", ob das Ministerium mit den geplanten Maßnahmen Hass im Netz bekämpfen kann. Der Datenschützer schlägt vor, empirisch zu untersuchen, wie die zuständigen Einrichtungen und Behörden aufgestellt sind, "denn neue gesetzliche Vorschriften helfen nicht bei bestehenden Vollzugsdefiziten."
handelsblatt.com

VW-Markenchef Thomas Ulbrich: Energie- und Autobranche müssen kooperieren.

Ladesäulen für E-Autos sind für die Energie-Branche aktuell ein Verlustgeschäft, sagt BDEW-Chefin Kerstin Andreae im "Handelsblatt". Von wirtschaftlich interessanter Auslastung sei man in Deutschland "noch deutlich entfernt". VW-Markenvorstand Thomas Ulbrich sagt, Auto- und Energiewirtschaft müssten stärker zusammenarbeiten. Eine längerfristige Subventionierung für E-Autos hält er für unnötig, es gehe darum, "die Startphase des Wechsels zur E-Mobilität zu fördern".
handelsblatt.com

Huawei versucht, deutsche Entwickler auf seine App-Plattform zu locken.

Huawei investiert in Deutschland 20 Mio Euro, um Entwickler auf seine Plattform zu lotsen und ein von Google unabhängiges Ökosystem aufzubauen, schreibt Andreas Floemer. Entwickler sollen ihre Apps einfacher monetarisieren können, im ersten Jahr verlangt Huawei nur bei Gaming-Apps Anteile. Wegen der US-Sanktionen kann Huawei Dienste wie Facebook und Instagram nicht auf seine Plattform holen, auf die kaum ein Nutzer verzichten will. Eine Lösung könnte ein europäisches Ökosystems sein, bei dem Huawei nicht Betreiber, sondern Kunde ist, so Floemer.
t3n.de

Buchversand wird bei ungeordnetem Brexit sehr zeitaufwendig, schreibt Dan Conway.

Deutsche Verleger haben vom Brexit während der elfmonatigen "Übergangszeit" bis Dezember 2020 wenig zu fürchten, analysiert Dan Conway von der Publishers Association. Wenn die EU und Großbritannien kein Freihandelsabkommen zustande bekommen, würde der Versand von Büchern über den Kanal allerdings "sehr zeitaufwendig", UK-Distributor wären dann Importeure und die Bereitstellung persönlicher Daten würde "deutlich komplizierter".
boersenblatt.net

“Die Simpsons”: Hank Azaria tritt als Sprecher der Figur Apu zurück.

Die Simpsons: Synchron-Sprecher Hank Azaria wird der indischen Comic-Figur Apu Nahasapeemapetilon nicht mehr seine Stimme geben, meldet das US-Branchenmagazin SlashFilm. Grund sind Rassismus-Vorwürfe, wegen des übertrieben indischen Dialekts der Figur. Ob Azaria die Zeichentrickserie komplett verlässt, ist unklar. Der Schauspieler gibt auch anderen Figuren in der Serie seine Stimme.
slashfilm.com


In einer früheren Meldung hatte turi2.de geschrieben, Azaria verlasse die Serie komplett. Das gitb die Medlung von SlashFilm nicht her.

Leistungsschutzrecht: Google könnte die Suche künftig drastisch einschränken.

Leistungsschutzrecht: Google wird künftig womöglich bei Suchanfragen nur noch die Überschrift und ein briefmarkengroßes Foto anzeigen, schreibt die "Zeit". Damit vermeidet die Suchmaschine anfallende Lizenzgebühren für Verleger. Laut Entwurf des Leistungsschutzrecht für Presseverleger dürfen Onlinedienste nur Bilder in einer Größe von 128x128 Pixel darstellen, Videos dürfen nicht länger als drei Sekunden sein.
zeit.de

Basta: Gehörloser Mann verklagt eine US-Pornoseite aufgrund fehlender Untertitel.

Schweigsamer Höhepunkt: Ein gehörloser Amerikaner verklagt eine Pornoseite, weil die meisten Clips keine Untertitel haben. Er könne den Handlungen von Titeln wie "Sexy Cop bringt Zeugen zum Reden" nicht richtig folgen und fühlt sich diskriminiert, was gesetzlich verboten ist. Ob es angesichts der komplexen Drehbücher zum Happy End kommt, bleibt ungehört.
stern.de

“Bild”: Der Staat will Sportwetten und die TV-Werbung für sie einschränken.


Wegquote: Der Staat plant, Sportwetten stärker zu kontrollieren, schreibt "Bild". Die Zeitung bezieht sich auf den Entwurf für einen neuen Glücksspiel-Staatsvertrag, über den die Bundesländer beraten und dessen endgültige Fassung Mitte 2021 in Kraft treten soll. Der Entwurf enthält ein weitreichendes Werbeverbot für Sportwetten im Internet und im TV zwischen 6 Uhr und 23 Uhr. Im Umfeld von TV-Livespielen soll es gar keine Werbung für Wettspiele mehr geben. Aktuell sind Wettanbieter der größte Werbekunde im Umfeld von Fußball-Spielen und zudem auch Sponsor der Liga und mehrerer Profiteams.

Der Entwurf sieht zudem vor, Sportwetten selbst stärker zu regulieren. So soll der Staat eine Kontrollbehörde einrichten, der Anbieter die persönlichen Daten der Wettspieler und die Daten ihrer Wetten übermitteln müssen. Die staatliche Instanz soll ermöglichen, dass Spieler künftig monatlich anbieterübergreifend nur noch maximal 1.000 Euro einsetzen dürfen. Ferner sollen Live-Wetten stark eingeschränkt werden.
"Bild", S. 9 (Paid)

Zitat: Dorothee Bär glaubt, Digitalisierung sei noch nicht in den Köpfen angekommen.

"Seitdem ich apokalyptische Zuschriften bekomme, die mich dazu auffordern, den 5G-Aufbau aufgrund angeblicher Verstrahlung zu stoppen, bin ich mit Schuldzuweisungen vorsichtig."

Digitalstaatsministerin Dorothee Bär sagt im "Focus"-Interview, dass die Hürden für Digitalisierung insbesondere in den Köpfen der Menschen lägen.
"Focus" 04/2020, S. 61 (Paid)

Die EU erwägt ein zeitweiliges Verbot automatischer Gesichtserkennung.

Gesichtswahrend: Die EU-Kommission erwägt, für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren Gesichtserkennungssysteme im öffentlichen Raum zu verbieten, um in dieser Zeit eine fundierte Entscheidung für die Zukunft treffen zu können. Das geht aus einem internen Dokument hervor. Ausnahmen könnten für Forschung und Sicherheit gelten. Bundesinnenminister Horst Seehofer plant derzeit, flächendeckend Gesichtserkennung an Bahnhöfen und Flughäfen einzusetzen.
t3n.de

Microsoft startet weltweite Klima-Initiative.

Microsoft will bis spätestens 2030 der Atmosphäre mehr Kohlendioxid entziehen als der Konzern produziert, kündigt Chef Satya Nadella an. Bis 2050 will Microsoft alle CO2-Emissionen aus der Umwelt entfernen, die es seit Gründung 1975 direkt oder durch den Stromverbrauch verursacht hat. Weil es dazu noch kein Verfahren gibt, startet Microsoft einen Fonds mit 900 Mio Euro, der die nötige Technologie fördern soll. Auch Partner und Zulieferer sollen sich an der Klima-Initiative beteiligen.
horizont.net

Microsoft will eine positive Klimabilanz erreichen.

Microsoft will bis 2030 "CO2-negativ" werden. Der Ausstoß soll um mehr als die Hälfte gesenkt werden, zusätzliche Ausgleichsprogramme sollen eine noch größere Menge aus der Atmosphäre entfernen. Auch Tech-Konzerne wie Facebook, Apple oder Amazon wollen klimanegativ werden, sind es bisher aber nicht. Google ist nach eigenen Angaben seit 2007 klimaneutral. Mit ihren Rechenzentren verursacht die Digitalbranche rund 4 % der weltweiten CO2-Emissionen.
handelsblatt.com

Hör-Tipp: Sophie Passmann spricht im 1Live-Podcast mit Philipp Amthor.

Hör-Tipp: Sophie Passmann spricht im 1Live-Podcast mit dem CDU-Abgeordneten Philipp Amthor. Er erklärt u.a., wie er Patrioten von Nationalisten abgrenzt (und selbst gern ersteres ist) und warum er den Mindestlohn inzwischen für sinnvoll hält. Seine Medienpräsenz ist für ihn ein "Spannungsfeld", obwohl die Spottwelle um ihn abflache. Alter hält er für eine "langweilige Kategorie", will die Aufmerksamkeit der Leute aber "für Inhalte nutzen".
wdr.de (55 Min)

turi2 edition #10: Gwendolyn Rautenberg über Fridays for Future.


Gesicht zeigen: Gwendolyn Rautenberg ist 18 Jahre alt und geht mit Fridays for Future auf die Straße – für eine Zukunft, vor der sie keine Angst haben muss. Mit Anne-Nikolin Hagemann spricht sie für die turi2 edition #10 über Vernetzung und das Gefühl, etwas bewirken zu können, übers Unbequemsein und die Welt 2030. Lesen Sie jetzt das ganze Porträt kostenlos hier als Online-Text oder im komfortablen E-Paper der “turi2 edition #10”. (Fotos: Holger Talinski)

turi2 edition #10: Philipp Welte fürchtet um die digitale Souveränität Europas.


Digitale Souveränität: Philipp Welte, Vorstand der Hubert Burda Media, fordert von der Politik ein härteres Vorgehen gegen das “hegemoniale Streben gigantischer Plattformen”. Mit Peter Turi spricht er für die turi2 edition #10 über Verlagsjournalismus als Gegenentwurf zu Lügen in sozialen Netzwerken, den Markt für Medienhäuser in den kommenden zehn Jahren und die Zukunft von Burda. Lesen Sie jetzt das ganze Porträt kostenlos hier als Online-Text oder im komfortablen E-Paper der “turi2 edition #10”.

Angela Merkel berät mit Unionspolitikern über einheitliche Huawei-Linie.

Huawei: Angela Merkel macht den Zugang der Chinesen zum deutschen 5G-Netz zur Chefsache. Laut "Handelsblatt" trifft sich die Kanzlerin heute mit führenden Bundestags­abgeordneten der Union. Die CDU/CSU-Fraktion ist in der Frage gespalten: Teile sind wie die SPD für einen Ausschluss Huaweis, Merkel lehnt den Ausschluss einzelner Unternehmen ab.
"Handelsblatt", S. 8

Leyendecker: Auch “Spiegel”-Chefredakteur Kilz hat mit Bad-Kleinen-Quelle gesprochen.


Mitwisser: Investigativ-Journalist Hans Leyendecker (Foto) sagt im "Zeit"-Interview erstmals, dass auch der damalige "Spiegel"-Chefredakteur Hans Werner Kilz mit seiner Quelle im Fall Bad Kleinen telefoniert hat, deren Existenz bezweifelt wird. Leyendecker hatte 1993 unter Berufung auf einen Informanten "aus Beamtenkreisen" berichtet, ein GSG9-Mitglied habe den RAF-Terroristen Wolfgang Grams erschossen. Den Ermittlungen zufolge hat sich Grams aber selbst getötet. In der "Zeit" sagt Leyendecker nun, Kilz habe vorgeschlagen, selbst mit der Quelle zu sprechen, um sich einen eigenen Eindruck von dessen Glaubwürdigkeit zu verschaffen und eine eidesstattliche Versicherung für seine Schilderung zu erhalten. Diese habe der Zeuge aus persönlichen Gründen jedoch nicht abgeben wollen.

Am selben Tag habe sich ein anderer Mann bei Leyendecker gemeldet, der sich nicht namentlich, aber als als Grenzschutzbeamter vorstellte und im Wesentlich die Schilderung des Zeugen bestätigt. "Der Anonymus war aus meiner Sicht kein Informant. Aber er befreite mich endgültig von einem Problem, nämlich der ursprünglichen Forderung meiner Quelle, niemandem gegenüber von deren Existenz zu berichten", sagt Leyendecker.

Kein Verständnis zeigt Leyendecker dafür, dass der "Spiegel" den Fall nun von der Relotius-Kommission neu untersuchen lässt: "Bei Relotius geht es um Betrug, Fälschung, Vorsatz. Bei mir ist es weder Betrug noch Fälschung, noch Vorsatz. Die beiden Fälle gleichzusetzen ist eine Unverschämtheit." Bei manchen Ex-Kollegen seien "viele Bösartigkeiten im Spiel, manchem geht es auch um späte Rache", glaubt Leyendecker. Die Namen seinen Quellen werde er mit ins Grab nehmen.
"Zeit" 4/2020, S. 8/9 (Paid), turi2.de (Background)