Lese-Tipp: Aiwanger sorgt mit Eigenlob für Spott bei Twitter.

Lese-Tipp: Bayerns Wirtschafts­minister Hubert Aiwanger ist ein Politiker "mit Verstand und Pragmatik" und nicht wie "viele andere weltfremd im Wolken­kuckucksheim" – schreibt Aiwanger über sich selbst bei Twitter und ruft damit zahlreiche hämische Kommentare auf den Plan. Bauch­pinselt sich Aiwanger mit Zweit­accounts und hat vergessen, zwischen den Profilen umzuschalten? Der Minister rudert unbeholfen zurück.
sueddeutsche.de

“Spiegel”: Erdoğan verklagt Kubicki wegen Beleidigung und Verleumdung.

Der Schmähenfänger: FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki droht ein Strafverfahren, weil er den türkischen Präsidenten bei einem Wahlkampfauftritt in Hildesheim eine "kleine Kanalratte" genannt hat, berichtet der "Spiegel". Recep Tayyip Erdoğan erstattet Anzeige wegen Beleidigung und Verleumdung. 2016 hatte Erdoğan Satiriker Jan Böhmermann verklagt und ein Teilverbot seines Schmähgedichts erzielt.
spiegel.de (€), turi2.de (Background)

Zitat: Lars Haider glaubt, dass Markus Lanz und Karl Lauterbach voneinander profitiert haben.

"Lauterbach wäre ohne Lanz nicht Minister geworden. Und Lanz wäre ohne Lauterbach heute auch nicht da, wo er ist."

"Abendblatt"-Chef­redakteur Lars Haider hat ein Buch über Markus Lanz geschrieben. Im turi2-Interview sagt Haider, Lanz und Karl Lauterbach hätten "in dem jeweils anderen eine Chance erkannt und sie genutzt".
turi2.de

turi2.de/termine: Kreativitäts-Training, Ampel-Gesundheitspolitik.

Termine: Das "Manager Magazin" gibt im Webinar ab 14 Uhr Tipps, wie man Kreativität trainieren kann. +++ Der "Tagesspiegel" lädt ab 18 Uhr in seinen Debatten-Salon. Nach einem Jahr Ampel-Gesundheitspolitik ziehen u.a. Heike Baehrens von der SPD sowie CDU-Politiker Tino Sorge Bilanz. Die Events sind online und kostenlos.
Alle Termine, frei durchsuchbar unter turi2.de/termine

“Time Magazine” kürt Annalena Baerbock zur aufstrebenden Persönlichkeit.

Aufstrebende Annalena: Das "Time Magazine" setzt die deutsche Außen­ministerin Annalena Baerbock auf die Liste der 100 aufstrebenden Persönlichkeiten der Welt des Jahres 2022. US-Außen­minister Antony Blinken schreibt in seiner Begründung, ihn stimme optimistisch, dass Baerbock "nahtlos Prinzipien und Pragmatismus vermischt". Sie habe "nie den Glauben in die inhärente Stärke unserer Demokratien verloren".
tagesspiegel.de, time.com (Gesamtliste), time.com (Begründung Baerbock, €)

Fußball dominiert das Bild von Spanien in internationalen Medien.

Spanien-Bild in internationalen Medien ist geprägt vom Fußball – über kein anderes Thema gab es 2021 in ausländischen Medien mehr Berichte, sagt eine Studie des Thinktanks Real Instituto Elcano. Der Fußball vermittele "ein positives Bild von Spanien". Spanische Politik dagegen findet weniger Widerhall als in den Vorjahren, bei Berichten über die Wirtschaft des Landes dominieren der Tourismus und Mode-Konzern Zara.
faz.net

Beamtenbund Sachsen will Sitz im MDR-Rundfunkrat einklagen.

MDR-Rundfunkrat: Der Beamten­bund Sachsen klagt gegen die Zusammen­setzung des Gremiums und sieht sich zu Unrecht von einem Sitz im Rundfunk­rat fern­gehalten. Auf einen Widerspruch "vor über vier Monaten" habe es vom Rundfunkrat "keinerlei Reaktion" gegeben, weshalb der Beamtenbund beim Verwaltungs­gericht Leipzig eine Untätigkeits­klage eingereicht hat. Ziel sei u.a., feststellen zu lassen, dass der Gewerkschaft "kraft Gesetzes ein direktes Entsenderecht zusteht".
sbb.de via flurfunk-dresden.de

turi2.de/termine: Politikfrühstück, Google Tag Manager, Native Ads, Vier-Tage-Woche.

Termine: Der "Tagesspiegel" lädt ab 8 Uhr zum Politikfrühstück – es geht u.a. um Biotechnologie in der Landwirtschaft. Um 10 Uhr zeigt Digital-Experte Bjoern Sjut im OMR-Seminar, wie sich Marketing mit dem Google Tag Manager messen lässt. News Aktuell veranstaltet um 10:30 Uhr ein Webinar zum Thema Native Ads. Über die Vorteile einer Vier-Tage-Woche sprechen ab 15 Uhr u.a. Unternehmer Lasse Rheingans und Claire Daniels, CEO von Trio Media. Die Events sind kostenlos und finden online statt.
Alle Termine, frei durchsuchbar unter turi2.de/termine

“Bild”: Friedrich Merz könnte auf russische Propaganda hereingefallen sein.

Propaganda-Patzer? CDU-Chef Friedrich Merz könnte mit seiner umstrittenen "Sozialtourismus"-These auf russische Propaganda hereingefallen sein, berichtet "Bild". Die Zeitung nimmt Bezug auf einen Tweet des CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger, der "entsprechende Postings/Sprachnachrichten" erwähnt. Diese sollen russischen Ursprungs sein. Hinweise auf das von Merz beschriebene Phänomen liegen laut "Bild" weder dem Bundessozialministerium noch der Bundesarbeitsagentur vor, würden aber von russischen Medien verbreitet. Merz hatte sich im Nachhinein für seine Aussage entschuldigt.
bild.de, turi2.de (Background)

Zitat: Ex-Bundespräsident Christian Wulff kritisiert hochnäsigen Journalismus.

"Es gibt Journalismus, der leicht als hochnäsig erkennbar ist, wenn er auch vermeintlich investigativ daherkommt. Nur die Journalisten merken scheinbar nicht, dass sie ihre eigene Grube tiefer graben, wenn sie erwarten, dass Menschen den Kakao auch noch bezahlen, durch den sie gezogen werden."

Ex-Bundespräsident Christian Wulff sagt in einer Videobotschaft zum 70. Jubiläum des Berliner Presseclubs, bedeutende Journalistinnen wie Marion Gräfin Dönhoff ("Zeit"), Axel Springer (Springer-Verlag) oder Rudolf Augstein ("Spiegel") hätten womöglich "bei all ihren großen Differenzen letztlich für die Zerbrechlichkeit der Demokratie einen sensibleren Seismografen gehabt hätten als manche heutige Medienmacher".
tagesspiegel.de

Weiteres Zitat über den Erhalt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks:
"Die derzeitige Debatte um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und das öffentlich-rechtliche Fernsehen wirkt teilweise wie eine Götterdämmerung. Ich empfinde wirklich null Schadenfreude, sondern ehrliche Sorge, weil wir einen guten öffentlich-rechtlichen Rundfunk zwingend brauchen."
digitalfernsehen.de

Zitat: Friedrich Merz entschuldigt sich für “Sozialtourismus”-Aussage zu ukrainischen Geflüchteten.

"Ich bedaure die Verwendung des Wortes 'Sozial­tourismus'. Das war eine unzutreffende Beschreibung eines in Einzel­fällen zu beobachtenden Problems."

CDU-Chef Friedrich Merz legt nach Kritik an seinem "Sozialtourismus"-Vorwurf gegen ukrainische Geflüchtete den kommunikativen Rück­wärts­gang ein und sagt: "Mein Hinweis galt ausschließlich der mangelnden Registrierung der Flüchtlinge."
twitter.com

Deutscher Journalist verliert Lehrauftrag wegen Scheinreferenden.

Scheinreferenden: Weil er als "Wahlbeobachter" in den russisch besetzten Gebieten in der Ukraine unterwegs ist, distanziert sich die Hochschule HMKW von ihrem Referenten Patrik Baab. Schon seine Anwesenheit gebe Russland "ein willkommenes Feigenblatt". Baab, früher beim NDR, widerspricht: Er sei für ein Buchprojekt und ohne staatlichen Auftrag in der Region. Er war bei einer Pressekonferenz als "Beobachter" vorgestellt worden.
rnd.de, t-online.de

Zitat: Reiner Haseloff hält Erhöhung des Rundfunkbeitrags vorerst für “nicht vermittelbar”.

"Die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Systems steht und fällt nicht nur mit den Inhalten, sondern auch mit der Höhe des Rundfunkbeitrags."

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sagt im Interview mit der "FAZ", der zuletzt bekannt gewordene Umgang mit den Rundfunkbeiträgen habe die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Systems "sicher nicht gestärkt". Eine Beitragserhöhung sei auf absehbare Zeit "nicht vermittelbar".
"FAZ", S. 13

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich mit Corona infiziert.

Infiziert: Bundeskanzler Olaf Scholz ist positiv auf Corona getestet worden, teilt Regierungs­sprecher Steffen Hebestreit mit. Scholz habe milde Erkältungs­symptome und begebe sich in Isolation, an internen Terminen werde er virtuell teilnehmen. Scholz war zuletzt bei der UN-Voll­versammlung in New York und danach in den Golfstaaten. Ein PCR-Test am Sonntag sei noch negativ gewesen.
focus.de, spiegel.de

Wir graturilieren: Jörg-Andreas Krüger wird 54.


Wir graturilieren: Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger feiert seinen 54. Geburtstag. Er freut sich darauf, im kommenden Jahr weitere Fortschritte bei der Renovierung eines alten Hauses zu machen, an das er sich privat herangewagt hat – "ein kleines Abenteuer". Beruflich war sein Jahr geprägt vom Ukraine-Krieg, den Auswirkungen der Klimakrise, und den "Trippelschritten" der Politik. Dabei hat er gelernt, dass es wichtig ist, "auch ganz praktisch etwas zu tun". Dementsprechend voll war sein Terminkalender. Er hätte im nächsten Jahr gerne mehr Zeit für regelmäßiges Training, seine Hoffnung ist "da aber nicht allzu groß".

An seinem Geburtstag verbringt er dann aber doch auch mal einen gemütlichen Tag zuhause. Glückwünsche erreichen ihn am einfachsten per E-Mail, er freut sich aber auch "auf ein paar liebe Anrufe".

Die “New York Times” ist überrascht vom emotionalen Olaf Scholz.

Oh, Olaf: Olaf Scholz hat überraschend emotional auf einige Fragen reagiert, schreibt die "New York Times" über ein Interview mit dem Kanzler. Er habe die Journalistinnen "mehrmals" ausgeschimpft. Auf die Frage, warum Deutschland nicht wie angekündigt 2 % des BIPs für Militärausgaben aufwenden werde, antwortete er: "Diese Frage zu stellen ist nicht seriös, um ganz ehrlich zu sein."
nytimes.com (€) via bild.de

Basta: Ed Sheeran gibt Überraschungsauftritt auf dem Oktoberfest.

Musikalische Überraschung: Nach einem Konzert in Frankfurt gibt der britische Sänger Ed Sheeran unangekündigt ein Konzert auf dem Frankfurter Oktoberfest – stilecht mit Bierkrug in der Hand. Seine Ballade "Perfect" und der Backstreet-Boys-Hit "Everybody" bringen nicht nur etwas Abwechslung in die Layla-Dauerschleife – sie lösen auch mehr Begeisterung aus als so mancher Politiker, der das Oktoberfest auch gerne als Bühne nutzt.
faz.net

Kulturpolitiker fordern Berücksichtigung Kulturgut bewahrender Einrichtungen bei Gasnotlage.

Kulturkritik: Die Kulturministerkonferenz, Kulturstaatsministerin Claudia Roth und die Kommunen kritisieren in einem 15-seitigen Papier, dass Kultureinrichtungen im Falle einer Gasnotlage nicht zu den "geschützten Kunden" gehören würden. Da sie vergleichsweise wenig Energie verbrauchen, seien Theater oder Konzertsäle ebenso dazu zu zählen wie kleinere Unternehmen, fordern die Politikerinnen. Eine Reduzierung des Gasverbrauchs könne vor allem bei empfindlichen Kulturgütern zu irreversiblen Schäden führen.
sueddeutsche.de

“Welt”: FDP legt Reformvorschläge für öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor.


Billiger und bessser: Das FDP-Präsidium will in seiner Sitzung an diesem Montag fünf Forderungspakete für eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beschließen, berichtet die "Welt". Der ÖRR solle sich etwa auf seinen Bildungs- und Informationsauftrag konzentrieren, Unterhaltung und Sport einen nachgeordneten Platz im Programm einnehmen. Außerdem wollen die Liberalen die Erhöhung des Rundfunkbeitrags aussetzen, Verwaltungsstrukturen verschlanken und die Kontrolle durch unabhängige Dritte stärken. Sie regen zudem eine Selbstverpflichtung zur Gehaltsdeckelung für die Führungskräfte der Rundfunkanstalten an.
"Welt", S. 4

Trigema-Chef Wolfgang Grupp sieht Amerika als Gewinner im Ukraine-Krieg.

Die Amis sind schuld? Trigema-Chef Wolfgang Grupp vertritt in einem Interview mit BW24 fragwürdige Aussagen zum Ukraine-Krieg. Er könne sich nicht vorstellen, dass Putin jetzt für alle plötzlich der "Todfeind" ist. Der Unternehmer vermutet mehr dahinter: "Ich behaupte, dass der Amerikaner im Hinter­grund alles steuert, damit er alleine eine Welt­macht bleibt." Amerika sei auch "der einzige Gewinner" dieses Krieges. Er spricht sich im Interview vehement gegen Waffen­lieferungen an die Ukraine aus.
bw24.de

Wladimir Klitschko bringt gemeinsam mit seiner Frau ein Kinderbuch heraus.

Zur Abwechslung was Schönes: Ex-Boxer Wladimir Klitschko und seine Frau Tatjana Kiel veröffentlichen gemeinsam ein Kinder­buch über Willens­stärke. Wil, der Wolkenstürmer, und der Traum vom Fliegen handelt von einem achtjährigen Jungen, der die Wolken von oben sehen möchte. Es erscheint im Hamburger Oetinger Verlag. Das Buch haben beide vor Beginn des Angriffs­kriegs auf die Ukraine begonnen und sich entschieden, es weiterzuführen.
rnd.de, oetinger.de

Scholz spricht Mohammed bin Salman auf Khashoggi-Mord an.

Mörderische Diplomatie: Bundes­kanzler Olaf Scholz hat bei seinem Besuch in Saudi-Arabien Kronprinz Mohammed bin Salman auf den Mord am Journalisten Jamal Khashoggi angesprochen. "Das gehört sich so", so der Kanzler. Er habe auch das Thema Meinungs­freiheit angerissen, nannte aber keine weiteren Details. Der US-Geheimdienst macht den Kron­prinzen für den brutalen Mord an dem saudischen Regierungs­kritiker verantwortlich.
zeit.de

US-IT-Firmen sollen Internetzugang in Iran verbessern.

Überland-Leitung: Amerikanische IT-Firmen dürfen ihre Geschäfts­tätigkeit in Iran ausweiten, um den Menschen vor Ort besseren Zugang zum Internet und zu unabhängigen Nachrichten zu ermöglichen, teilt US-Außenminister Antony Blinken mit. US-Sanktionen hatten seit 2014 verhindert, dass IT-Firmen Soziale Medien, Video­konferenz-Software und Cloud-Dienste voll umfänglich anbieten können. Die iranische Regierung hat wegen der aktuellen Proteste den Zugang zum Internet massiv eingeschränkt.
spiegel.de

Gericht untersagt Antisemitismus-Beauftragtem mehrere kritische Aussagen über “Achse des Guten”.


Anzeigen-Tabula-rasa: Das Verwaltungs­gericht Stuttgart untersagt dem baden-württem­bergischen Antisemitismus-Beauftragten Michael Blume einige kritische Äußerungen über den rechts­konservativen Blog "Achse des Guten" von Publizist Henryk M. Broder. Blume hatte im Juni bei Twitter dem Auto­bauer Audi dafür gedankt, keine Anzeigen mehr auf dem Blog schalten zu wollen. Der Satz "Die Finanzierung von Verschwörungs­mythen durch die Wirtschaft muss dringend ein Ende haben" im Tweet ziele laut Gericht darauf ab, Werbe­kundinnen zu verschrecken, womit Blume "unter spezifischer Inanspruch­nahme der Autorität seines Amts" dem Blog schade. Auch die Aussage "Viele Autoren vertreten rassistische & demokratie­feindliche Positionen" hält das Gericht für rechtswidrig. Gegen den Anzeigen-Medienpartner Taboola hat "Achse des Guten" ebenfalls rechtliche Schritte eingeleitet, da dieser offenbar auf Drängen Audis sämtliche Anzeigen auf der Seite storniert hatte. (Foto: Stefan Puchner / dpa / Picture Alliance)
welt.de, twitter.com

Basta: Die CIA will sich per Podcast “entmystifizieren”.

Gangster-Anleitung: Die CIA startet mit "The Langley Files" einen Podcast, mit dem sich der US-Geheim­dienst ein wenig "entmystifizieren" möchte. Beamte und Expertinnen erzählen Geschichten aus 75 Jahre CIA und sollen damit vor allem potenzielle Bewerberinnen anlocken. Ganz nebenbei ist der Podcast auch interessant für den ein oder anderen Ganoven, der sicherlich auch etwas für seine "Arbeit" lernen kann.
spotify.com, mcclatchydc.com

Video-Tipp: Scholz, Baerbock und Lauterbach stellen sich Kinder-Fragen.

Video-Tipp: Eine Gruppe von Schülern stellt Spitzen-Politikern in Sat.1 die Frage: "Kannste regieren?" Auf die Frage, ob Olaf Scholz sich als guter Kanzler sieht, sagt er: "Ich bemühe mich und denke, dass das so ist." Am leichtesten im Umgang mit den Kindern habe sich Außenministerin Annalena Baerbock getan, schreibt das RND. Gesundheitsminister Karl Lauterbach sei es dagegen schwer gefallen, seinen "Lanz-Duktus" abzulegen.
joyn.de (91-Min-Video), rnd.de (Zusammenfassung)

“Wiesn-Talk”: Erste Folge nach Rassismus-Kritik gelöscht.

Premieren-Patzer: Die erste Folge des Hofbräu TV Wiesn-Talk ist offline, meldet die "Süddeutsche". Zuvor hatte es Kritik an rassistischen Aussagen von Günter Steinberg, dem Zelt-Wirt des Staatlichen Hofbräuhaus, gegeben. "Wir haben in unserer Küche ganz viele dunkelhäutige Menschen, ohne die könnten wir es ja gar nicht machen", soll Steinberg gesagt haben. Außerdem habe er erzählt, dass er "jeden Tag 100 Mohrenköpfe – ich sag jetzt bewusst Mohrenköpfe – verteile". Man wolle das Video nun schneiden und neu veröffentlichen. Auf Instagram entschuldigt sich Steinberg.
sueddeutsche.de, instagram.com (1-Min-Clip)

Rundfunkkommission fordert Öffentlich-Rechtliche zu einem Bericht auf.


Abliefern, bitte: Die Bundesländer fordern nach den jüngsten Vorwürfen über Vetternwirtschaft und politische Einflussnahme einen Bericht von den Öffentlich-Rechtlichen. Demnach sollen die Häuser "deutlich machen, wie sie ihr Verwaltungshandeln und ihre Transparenzvorschriften anpassen und einheitliche hohe Standards bezüglich Compliance schaffen und einhalten", sagt die Rundfunkkommissions-Koordinatorin Heike Raab der dpa. "Zeitnah" wolle man neue Maßgaben mit den Intendanten von ARD, ZDF und Deutschlandradio diskutieren. Zudem prüfe man, ob nicht auch "gesetzgeberischer Handlungsbedarf" bestehe.

"Polemik hilft nicht weiter", sagt Raab indes zum Vorschlag von Christian Lindner, die Rundfunkbeiträge einzufrieren. Die "große Vertrauenskrise im öffentlich-rechtlichen System" sei geeignet, "den gesamten Qualitätsjournalismus in ein schlechtes Licht zu stellen". Da helfe es nicht, "wenn man jetzt scheinbar populistische Vorschläge macht, die aber nichts zur Verbesserung der Situation beitragen".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: HateAid bekommt vom Bund einen Zuschuss von fast 500.000 Euro.

Zahl des Tages: Mit 497.000 Euro unterstützt der Bundestag 2023 die NGO HateAid, die Opfern von Hass und Hetze im Netz hilft. Im Haushalt 2022 sind dafür 350.000 Euro veranschlagt worden. Bisherige Förderer waren u.a. das Bundesministerium der Justiz und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
bundestag.de via spiegel.de

Netzpolitik.org: Google News zeigt auch Staatspropaganda an.

Google News listet auch "chinesische Staatspropaganda und für Falschmeldungen bekannte rechte Blogs", ergibt eine Analyse von rund 5.200 Suchergebnissen und 900 Quellen durch Netzpolitik.org. Damit halte sich der Suchmaschinen-Riese nicht an sein eigenes Versprechen, Nachrichten aus "vertrauenswürdigen und verlässlichen" Quellen zu liefern, schreibt Sebastian Meineck.
netzpolitik.org

Basta: Peta schneidet sich mit gefordertem Sex-Verbot für Männer ins eigene Fleisch.

Fleischeslust ade: Weil Männer durch ihren doppelt so hohen Fleischverzehr mehr Treibhausgase verursachen als Frauen, sollten sie sich in Sex-Verzicht üben und Frauen in den "Sexstreik" gehen, fordert Peta. Jedes "nicht geborene Kind" spare "58,6 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr". Damit schneidet sich die Tierrechtsorganisation jedoch ins eigene Fleisch: CSU-Politikerin Dorothee Bär etwa findet es "abstoßend", Kinder "mit schädlichem CO2 aufzurechnen".
rnd.de

Video-Tipp: “Zapp” beleuchtet die Netzwerke der Alternativmedien.

Video-Tipp: Alternative Medien tun sich mehr und mehr zusammen, recherchiert das NDR-Medien­magazin "Zapp". Der Versicherungs­kauf­mann Erich Hambach, einer der "strategischen Köpfe hinter den Alternativ­medien", plant offenbar mit Ken Jebsen "eine Art Facebook für Quer­denker" namens "FreeDoLine". Angedacht sei, dass die Firma in Irland verankert wird, sodass deutsche BehörDen für sie nicht zuständig wären
youtube.com (22-Min-Video)

Debatte: Die FDP profitiert von der ÖRR-Krise.

Krise als Chance: Bundesfinanzminister Christian Lindner liefert in der Diskussion um die Öffentlich-Rechtlichen "Argumente, die anschlussfähig sind, aber nichts Bedrohliches oder Umstürzlerisches an sich haben", schreibt "Zeit"-Autor Paul Middelhoff. Wie bei Corona könnten die Liberalen "auch dieser Debatte eine Bühne bereiten, auf der das rundfunkpolitische Pendant der Querdenker keinen Platz hat".
zeit.de, turi2.de (Background)

Zitat: Die Öffentlich-Rechtlichen verstehen die “Zeitenwende” nicht, schreibt Michael Hanfeld.

"Es wird für fast alle weniger, nicht mehr. Verzicht ist unumgänglich. Wenn die Öffentlich-Rechtlichen das nicht kapieren, ist ihnen nicht mehr zu helfen."

"FAZ"-Autor Michael Hanfeld wirft ARD und ZDF vor, nicht verstanden zu haben, was "Zeitenwende" bedeutet: In den Sendern sei stattdessen die Rede "vom Finanzbedarf, von Fixkosten und Inflationsausgleich". Christian Lindner habe mit seinen Forderungen, u.a. einem Gehaltsdeckel für die Spitze, recht.
faz.net

Christian Lindner schlägt Deckelung der Rundfunkgebühren vor.

Sparfuchs: Finanz­minister Christian Lindner schlägt angesichts steigender Preise eine Deckelung der Rundfunk­gebühren vor. Dass ARD, ZDF und Phoenix "live und parallel vom Begräbnis der Queen in London senden", zeige, dass es "erhebliches Einspar­potenzial gibt", sagt er der "NOZ". Phoenix widerspricht, es sei "kein personeller oder finanzieller Mehraufwand entstanden". Erst in der vergangenen Woche hatte Lindner einen Gehalts­deckel für Intendanten beim ÖRR gefordert.
spiegel.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

Basta: Australisches TV-Team erkennt britische Premier­ministerin nicht.

Who is that? Als die britische Premier­ministerin Liz Truss beim Begräbnis der Queen ankommt, rätselt ein australisches TV-Team, um wen es sich da handelt. Sie einigen sich auf "minor Royals" oder "lokale Würden­träger" bevor man sie auf den Fehler hinweist. Truss' Vorgänger mit Sturm­frisur wäre das sicher nicht passiert – vielleicht sollte auch sie sich von ihrer Haarbürste verabschieden.
digitalfernsehen.de

Zitat: NRW-Staatskanzleichef Nathanael Liminski sieht keine Absenkung des Rundfunkbeitrags.

"Von der üppigen Ausstattung einiger Führungskräfte würde ich noch nicht auf die Grundfinanzierung eines Medienkonzerns schließen."

NRW-Staatskanzleichef Nathanael Liminski hält es angesichts der hohen Inflationsrate "nicht für redlich", den Rundfunkbeitrag zu senken: Weniger Geld könnte zulasten des Programms gehen.
"FAZ", S. 13 (€)

Debatte: Ferda Ataman überspannt den Diskriminierungs-Begriff.

Zu viel des Schlechten: Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman überspannt den Diskriminierungs-Begriff, schreibt Jacques Schuster. Wenn Ausgrenzung derart umfassend sei, dass alle Bevölkerungsgruppen unter ihr litten, "dann gibt es in logischer Folge keine Diskriminierung mehr". Ataman fröne dem Zeitgeist, in dem es "so viele Rassismen gebe, wie es Lobbygruppen gibt".
welt.de, turi2.de (Background)

Basta: Berliner Jusos wollen Pornos von ARD und ZDF.

Porn­litik: Die Berliner Jusos fordern, dass ARD und ZDF Pornos ankaufen. Die Werke sollen einen Kontrast zu konventionellen Filmen bieten, die "häufig sexistische und rassistische Stereotype" zeigen. Die Idee ist wahrscheinlich selbst vom ZDF inspiriert: Vielleicht befasst sich das "ZDF Magazin Royale" in der nächsten Folge mit einem Skandal zu Politik-Plagiaten.
bild.de, turi2.de