Medienaufsicht NRW will Porno-Anbieter zur Altersbeschränkung zwingen.

Porno-Polizei: Tobias Schmid (Foto), Chef der Landesmedienanstalt NRW, will große Porno-Portale dazu zwingen, für ihre deutschsprachigen Angeboten eine "wirksame Altersbeschränkung" einzuführen. Ein Bescheid an den vermutlichen Marktführer mit Sitz in Zypern sei bereits verschickt. Versuche mancher Anbieter, eine .de-Domain mit Altersabfrage zu betreiben, während der meiste Traffic über die weiterhin freie .com-Seite läuft, nennt Schmid einen "Taschenspielertrick".
rnd.de

Robert-Koch-Institut stellt Corona-Datenspende-App vor.

Robert-Koch-Institut ruft die Bevölkerung zur freiwilligen Datenspende per App auf, um mehr Informationen über die Corona-Verbreitung zu sammeln. Die App Corona-Datenspende ist ab sofort für iOS und Android verfügbar. Verbunden mit einer Smartwatch oder einem Fitness-Armband zeichnet die App Vitaldaten wie Bewegungs-, Schlaf- und Pulsmuster auf. Damit will das RKI die Verbreitung von Symptomen erkennen, es handelt sich aber nicht um einen Nachweis von Infektionen. Die Daten werden pseudonymisiert erfasst, ohne persönliche Informationen wie Name oder Anschrift der Nutzer, jedoch mit Postleitzahl. Eine Online-Karten soll die regionale Verbreitung potenziell Infizierter bis auf Ebene der Postleitzahl darstellen.
rki.de, ruhrbarone.de, apps.apple.com (iOS-App), play.google.com (Android-App)

EU plant 540 Mrd Euro Corona-Hilfen für Mitgliedsstaaten.

EU: Die europäischen Finanzminister planen einen 540 Mrd Euro schweren Corona-Rettungsschirm. Er enthält 240 Mrd Euro für das Krisenmanagement schwacher Mitgliedstaaten, Bürgschaften der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 200 Mrd Euro und 100 Mrd Euro Darlehen der EU-Kommission für die Kosten des Kurzarbeitergeldes. Das Programm wird nicht mit Staatsanleihen finanziert. Eine Entscheidung zu den Corona-Bonds steht weiter aus.
handelsblatt.com, dw.com

Corona-App soll binnen Wochen kommen.

Corona-App: Für die Bundesregierung ist die Nutzung einer App zur Identifizierung von Personen, die mit anderen Kontakt hatten, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, ein "ganz zentraler Baustein" zur Senkung der Ansteckungsquote. Eine entsprechende App, die Bluetooth nutzt und keine Standortdaten speichern soll, soll bereits in den nächsten Wochen oder gar Tagen verfügbar sein. Das Bundeswirtschaftsministerium plant eine Werbekampagne für den Einsatz.
spiegel.de

Edeka Nord will Mieten ganz normal zahlen.

Edeka Nord betont, die Supermarkt-Kette werde keine Mietzahlungen unter Vorbehalt tätigen. In einer Stellungnahme heißt es: "Wir stehen in der aktuellen Situation fest an der Seite unserer Vermieter. Selbstverständlich hat die Edeka Nord alle Mieten für ihre Märkte bezahlt und wird diese auch in Zukunft zu 100 Prozent bezahlen." Damit widerspricht Edeka Nord einer Darstellung in der "Welt am Sonntag". In einem Schreiben von Edeka Nord sei "ein missverständlicher Eindruck entstanden".
per Mail, lebensmittelpraxis.de, turi2.de (Background)

Finanzminister Scholz will den Solidaritätszuschlag nicht für alle abschaffen.

Steuersenkung: Finanzminister Olaf Scholz hält es angesichts der hohen Kosten der Corona-Krise für "nicht plausibel", den Solidaritätszuschlag - wie von Bayerns Ministerpräsident Söder gefordert - für alle Steuerzahler*innen abzuschaffen, sagt er im ARD-Talk bei "Anne Will". Auch bei der Einkommenssteuer wolle er "sehr vermögende Leute" nicht generell entlasten.
twitter.com, ardmediathek.de

“Vorschläge von vorgestern”: Österreichs Finanzminister lehnt Corona-Bonds ab.

EU-Hilfen: Österreichs Finanzminister Gernot Blümel lehnt Corona-Bonds im "Handelsblatt"-Interview ab. "Die Krise sollte nicht dazu genutzt werden, Vorschläge von vorgestern unter dem Deckmantel der Corona-Krise umzusetzen", sagt Blümel. Das Anleihe-Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank könnte den besonders betroffenen Ländern helfen.
handelsblatt.com (Paid)

Zahl des Tages: Berlin gewährt 151.000 Selbstständigen bisher die Soforthilfe.

Zahl des Tages: Bisher 151.000 Anträge hat die Investitionsbank Berlin als Corona-Sofortmaßnahme für kleine Betriebe genehmigt, schreibt das "Handelsblatt". Die Summe der gezahlten 1,336 Mrd Euro scheint höher als vom Berliner Senat einkalkuliert: Die Landeszuschüsse werden eingestellt, Berliner Selbstständige erhalten künftig 5.000 Euro weniger.
handelsblatt.com (Paid)

FDP-Chef Lindner kritisiert den Katastrophenschutz und verteidigt die Globalisierung.

Globalisierung sollte nicht grundsätzlich infrage gestellt werden, sagt FDP-Chef Christian Lindner im "Welt am Sonntag"-Interview. Nicht die internationale Arbeitsteilung sei das Problem in der Corona-Krise, sondern Defizite beim Katastrophenschutz. Fehlende Schutzmasken und Medikamente könnten über eine Luftbrücke aus China transportiert werden.
"Welt am Sonntag", S. 4 (Paid)

Supermarktketten Hit und Edeka Nord zahlen ihre Miete nur noch unter Vorbehalt.

Adidas macht Schule: Die Supermarktkette Hit sowie Edeka Nord, Regionalgesellschaft einer der umsatzstärksten Supermarktketten Deutschlands, zahlen ihre Mieten künftig nur noch unter Vorbehalt einer Rückforderung, schreibt die "Welt am Sonntag" und zitiert aus entsprechenden Schreiben an die jeweiligen Vermieter. Komme es zu Geschäftsbehinderungen im Zuge der Corona-Krise, erwägen die Händler wegen "Mangelhaftigkeit der Mietsache" einen Teil der Zahlungen "zu einem späteren Zeitpunkt" zurückzufordern. Juristen zweifeln an der Rechtmäßigkeit einer solchen Forderung, schreibt die "Welt am Sonntag".

Der Schnäppchenmarkt Tedi sowie Bekleidungsketten wie Takko und Ernsting's Family wollen aufgrund der geschlossenen Geschäfte keine Mieten für den April überweisen, schreibt die "Welt am Sonntag". Die Baumarktkette Toom, Tochter der Rewe-Gruppe, erwägt die Kürzung der Miete in vier Bundesländern. Zuvor hatten Einzelhandelsketten wie Deichmann und H&M - sowie zeitweise auch Adidas - eine Stundung ihrer Mieten angekündigt.
"Welt am Sonntag", S. 1 (Paid), turi2.de (Adidas)

Konjunkturprogramm: Markus Söder fordert nach der Corona-Krise Steuersenkungen.

Bundesfinanzministerium sollte nach der Corona-Krise den Solidaritätszuschlag schneller und für alle abschaffen, fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im "Bild am Sonntag"-Interview. Auch die Einkommenssteuer sollte gesenkt werden, um den Konsum anzuregen. Der Kauf umweltfreundlicher Autos könnte subventioniert werden.
"Bild am Sonntag", S. 4-5 (Paid)

Sonntagsfrage: Die SPD liegt erstmals seit September 2018 vor den Grünen.

Sonntagsfrage: Erstmals seit September 2018 liegt die SPD mit 17 % in der Wählergunst vor den Grünen (16 %), sagt das Trendbarometer von RTL und n-tv. Auch die Union gewinnt in der Corona-Krise einen Prozentpunkt und liegt bei 37 %. Die Werte von AfD (9 %), Linke (8 %) und FDP (6 %) bleiben stabil. Die große Koalition hat demnach in der Sonntagsfrage eine Mehrheit.
handelsblatt.com

Basta: Das Umweltministerium verbraucht rechnerisch am meisten Klopapier.

Steuergeld stinkt nicht: Das Portal wettbasis.com befragte die Bundesministerien nach ihren Ausgaben für Klopapier - das Familienministerium in Bonn ist rechnerisch mit jährlich weniger als acht Rollen pro Kopf am sparsamsten. Den höchsten Bedarf hat ausgerechnet das Umweltministerium. Mit 85 Rollen pro Kopf und Jahr heißt es zumindest auf dem Lokus: (Klopapier-)Rolle rückwärts beim Umweltschutz.
bild.de (Paid)

“FAZ”: Lufthansa will Staatshilfe und zweifelt an Germanwings.

Lufthansa verhandelt über Staatshilfe und erwägt ein Betriebsende von Germanwings, schreibt die "FAZ". Laut Lufthansa könne die Kurzarbeiterregelung "von Germanwings angesichts der kritischen wirtschaftlichen Situation nicht dargestellt werden". Bisher fliegt Germanwings für Eurowings. Lufthansa plane, künftig womöglich nur noch eine Eurowings-Einheit zu betreiben.
"FAZ", S. 26 (Paid)

Die politische Debatte darf der Corona-Krise nicht zum Opfer fallen, warnt Kretschmann.

Kontaktsperre: Das "extraordinäre Tempo" für Corona-Maßnahmen darf nur im Ausnahmezustand angewendet wenden, "sonst verfestigt man autoritäre Haltungen", sagt Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Das Risiko, etwas zu leicht oder zu schwer gegen das andere abzuwägen, sei groß.
"Süddeutsche Zeitung", S. 6 (Paid)

Video-Tipp: Arbeitsminister Heil findet eine Lockerung der Kontaktsperre gefährlich.

Hubertus HeilVideo-Tipp: Arbeitsminister Hubertus Heil hält die Diskussion um eine Lockerung der Corona-Kontaktsperre für "brandgefährlich", sagt er in der "stern"-Diskuthek, dem Debattenformat des Magazins auf YouTube. Heil befürchtet zu frühe "Verhaltensänderungen" der Deutschen, Menschenleben seien "im Zweifelsfall wichtiger als wirtschaftliche Interessen".
youtube.com (46-Min-Video)

Finanzminister Scholz plant ein Konjunkturpaket für die Zeit nach Corona.

Wirtschaftshilfe: Finanzminister Scholz will nach der Corona-Krise ein Konjunkturpaket in Höhe von von rund 50 Mrd Euro schnüren, schreibt der "Spiegel". Scholz plant, staatliche Investitionen zu erhöhen und durch Investitionszulagen und Vergünstigungen bei Abschreibungen für Unternehmen die privaten Ausgaben zu erhöhen. Das Geld soll aus der bislang ungenutzten Asylrücklage des Bundes kommen.
"Spiegel" 15/2020, S. 66 (Paid)

Jens Schröder rät, die Zahl der Intensiv-Patienten statt die der Corona-Infizierten zu betrachten.

Corona-Berichterstattung: Medien und Politik sollten nicht allein die Zahl der Infizierten betrachten, solange die Dunkelziffer der unbekannten Infizierten nicht bekannt ist, rät Daten-Analyst Jens Schröder (Foto). Aussagekräftiger sei die Zahl der Intensiv-Patienten und die Auslastung der Kliniken. Ein Intensivregister veröffentlicht aktuelle Zahlen, werde von Medien bisher aber nur am Rande aufgegriffen.
jensschroeder.info

Zitat: Bestseller-Autor Frank Schätzing denkt in Szenarien.

"Wer aus der Krise heraus die Gesellschaft zu verbessern hilft, kann profitieren. Für die anderen wird die größte Herausforderung nach Corona sein, was sie mit dem ganzen Klopapier machen, das ihnen die Schränke verstopft."

Bestseller-Autor Frank Schätzing appelliert im "Spiegel"-Interview, statt auf Sicht auf Vision zu fahren und mehr in Szenarien zu denken, als sich auf die eine Prognose zu stützen.
spiegel.de (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Fiktionale Katastrophen dauern ein paar Lesestunden, und der Autor kennt das Ende. Die Realität ist ein Stresstest ungewisser Dauer mit ungewissem Ausgang."

"Uns muss klar sein, dass Kultur mehr ist als ein schöner Abend. Sie ist ein Eckpfeiler unserer Demokratie. Nimmt sie Schaden, nehmen wir alle Schaden."

"Tragik lässt sich durch nichts relativieren – aber wenn am Ende die Erkenntnis steht, wie sehr wir uns und unsere Welt vernachlässigt hatten, haben wir etwas erreicht. "

Zahl des Tages: Zahl der Corona-Infizierten überschreitet die Mio-Marke.

Zahl des Tages: Mehr als 1 Mio Menschen weltweit sind mit dem Corona-Virus infiziert, sagt eine Erhebung der Johns-Hopkins-Universität. Über 50.000 Menschen sind an der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 bereits gestorben. Die meisten Infizierten, mehr als 230.000, gibt es in den USA, danach folgen Italien und Spanien mit jeweils mehr als 110.000.
spiegel.de, bbc.com

Corona-Kabinett fordert Gutscheinlösung bei abgesagten Events.

Aufgeschoben statt aufgehoben: Veranstalter*innen sollen den Kaufpreis von Tickets für Konzerte oder Sportevents nicht wie bisher erstatten müssen, wenn sie wegen Corona ausfallen. Die Bundesregierung plant einen entsprechenden Gesetzesentwurf, berichtet tagesschau.de. Die Gutscheine sollen demnach bis Ende 2021 gültig sein. Wenn Kund*innen den Gutschein bis dahin nicht einlösen können, sollen sie ihr Geld erstattet bekommen. Wirksam sein soll die neue Regelung für alle Veranstaltungstickets mit Kaufdatum vor dem 8. März 2020.
tagesschau.de, tagesspiegel.de (Background)

Die Bundesregierung startet eine Danke-Anzeigenkampagne.

Bundesregierung steigert die Zahl der gerade geringen Anzeigen-Buchungen mit einer Danke-Kampagne. In den Motiven bedankt sich die Regierung unter anderem "für Rücksicht im Supermarkt", "mehr Anrufe bei Oma und Opa" und "fürs zu Hause bleiben". Angekündigt sind Printanzeigen in regionalen und überregionalen Titeln, sowie Spots im Radio und in digitalen Audiokanälen. Kreativ verantwortlich ist die Agentur Zum goldenen Hirschen, den Einkauf übernimmt Dentsu Aegis.
wuv.de

“Spiegel”: Berlins Etat für Corona-Finanzhilfen ist bereits ausgeschöpft.

Corona-Finanzhilfen in Berlin reichen nicht für alle Antragsteller, berichtet der "Spiegel". Die Soforthilfen für Selbstständige und Freiberufler, die noch keinen Antrag gestellt haben, werden deshalb vermutlich deutlich kleiner ausfallen. Bis zum 6. April wird die Annahme neuer Anträge zunächst unterbrochen. Bis Dienstagabend wurden bereits 900 Mio Euro an über 100.000 Antragsteller überwiesen.
spiegel.de

Markus Söder warnt vor verfrühten Corona-Exit-Diskussionen.

Kein Grund zur Entwarnung: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder trübt im "Handelsblatt" die Hoffnung auf eine vorzeitige Lockerung der Ausgangs­beschränkungen. Es sei zu früh, "eine Exit-Diskussion zu starten", sonst drohten "erhebliche Rückschläge". Auch der oft diskutierte 20. April sei "nicht in Stein gemeißelt". Für die Wirtschaft nach der Corona-Krise brauche es "einen Marshall-Plan für ganz Europa".
Handelsblatt", S. 6/7 (Paid)

Sachsen-Anhalt blockiert Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

Rundfunkbeitrag: Sachsen-Anhalt hat einer Erhöhung auf 18,36 Euro als einziges Bundesland bisher nicht zugestimmt. Staatskanzlei-Chef Rainer Robra (Foto) fürchtet eine weitere Erhöhung schon in einigen Jahren und versteht die Enthaltung als "eine Warnung", sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Von den Anstalten erwartet Robra "verbindliche Zusagen", alle Einsparpotenziale aufzugreifen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 15 (Paid)

Corona: Kontaktbeschränkungen in Deutschland bleiben mindestens bis zum 19. April.

Kontaktbeschränkungen bleiben bis mindestens zum 19. April bestehen, gibt die Bundesregierung bekannt. Damit sind die Bürger auch über die Ostertage angehalten, auf private Reisen und Familienbesuche zu verzichten. Am Dienstag nach Ostern will die Regierung erneut über die Maßnahmen beraten. Einzelne Bundesländer hatten zuvor bereits eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen beschlossen.
spiegel.de