Basta: Ursula von der Leyen verwechselt EU-Institutionen.

Ver-Rat-en: Ausgerechnet am Tag vor ihrer geplanten Wahl zur EU-Kommissionspräsidentin verwechselt Ursula von der Leyen in ihrem Tagesbefehl an die Truppe den Europäischen Rat mit dem Rat der EU. Da bereits jetzt einige Parlamentsabgeordnete von der Leyen mangelnde Fachkenntnis vorwerfen, könnte der Fauxpas ihr bei der Wahl teuer zu stehen kommen. Aber: Guter Rat ist halt teuer.
spiegel.de

OVG Münster: Telekom muss StreamOn anpassen oder abschalten.

Telekom verstößt mit ihren Zero-Rating-Optionen der Marke StreamOn gegen die Netzneutralität, urteilt das Oberverwaltungsgericht Münster - und damit schon die zweite Instanz. Dem Urteil nach muss die Telekom nun ihre Optionen anpassen, vom Markt nehmen oder Strafen riskieren. Bei Nutzern der Optionen wird Datentransfer bestimmter Inhalteanbieter, etwa von Streamingdiensten, nicht gegen das Tarifvolumen gezählt, aber nur in Deutschland. Das ist laut BNetzA nicht mit den europäischen Roaming-Regeln vereinbar. Die Telekom will nun mit "erforderlichen Anpassungen" an StreamOn festhalten.
spiegel.de, infosat.de (Telekom-Statement)

Zitat: Markus Söder piesackt sozialmedial passivere Kollegen.

"Es würde schon mehr helfen, wenn alle diejenigen, die gerne über die digitale Welt philosophieren und dort Regeln einfordern, auch selbst aktiv sind."

CSU- und Bayern-Chef Markus Söder kann sich in seinem ZDF-Sommerinterview einen kleinen Seitenhieb auf seine CDU-Kollegin Annegret Kramp-Karrenbauer nicht verkneifen, die nach der Kritik durch YouTuber Rezo "Regeln" gefordert hatte.
heise.de, turi2.de (Background)

Berufe mit Zukunft von A-Z: Y wie YouTuber – Rayk Anders.


Politik mit Memes, Fakten mit Schnodderslang: Rayk Anders erklärt für junge Leute, die nicht jeden Tag auf den "Tagesschau"-Gong warten, Politik, schreibt Anne Fischer in ihrem Porträt über den YouTuber. Sein größter Erfolg: Wenn er es schafft, seine Zuschauer zu entradikalisieren. Dass er sich über seinen größten Misserfolg so ärgert, dass er am liebsten nicht darüber spricht, sagt Anders im Erfolgs-Videofragebogen. Das ganze Porträt aus der turi2 edition #8 lesen Sie hier als Online-Text und hier im kostenlosen E-Paper.

Meinung: Geldstrafe gegen Facebook setzt falsches Signal an Tech-Konzerne.

Facebook: Die Strafe der US-Verbraucherschutzbehörde FTC gegen Facebook zeigt, dass Konzerne sich aus Untersuchungen herauskaufen können, kommentiert "FAZ"-Autor Bastian Benrath. Facebook-Chef Zuckerberg sei offen für mehr Datenschutz wie bei der DSGVO. Der Konzern bliebe auch mit stärkerer Regulierung profitabel.
"FAZ", S. 15 (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: YouTube könnte politisch umstrittene Videoinhalte voreilig löschen.

YouTube: Die EU will Plattformen verpflichten, "Terrorpropaganda" innerhalb einer Stunde zu entfernen, schreibt Michael Moorstedt in der "Süddeutsche Zeitung". YouTube könnte künftig auch gesellschaftlich relevante Beweisvideos voreilig löschen. Bilder wie von Giftgasangriffen in Syrien oder der politischen Proteste in Hongkong, blieben damit der Öffentlichkeit verborgen.
sueddeutsche.de

Meinung: Facebooks Kryptowährung Libra läutet ökonomische Revolution ein.

Facebook-LogoLibra, Facebooks Kryptowährung, ist eine globale ökonomische Revolution, schreibt Sarah Spiekermann, Professorin an der Wirtschaftsuniversität Wien, in einem Gastbeitrag der "Süddeutschen Zeitung". Libra könnte "auf solideren Füßen" als das gegenwärtige Geldsystem stehen. Facebook sei ein Meister in Nutzerfreundlichkeit. Es bestehe die Gefahr einer Monopolstellung.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Medienanstalt findet Werbe-Einblendungen für Joyn im linearen Programm unproblematisch.

ProSiebenSat.1 darf im linearen Programm für den Streaming-Dienst Joyn werben, den es mit Discovery betreibt, zitiert DWDL eine Sprecherin der Bremer Landesmedienanstalt. Laut Werberichtlinien der Medienanstalten sei dies als Eigenwerbung zulässig, solange P7S1 "unmittelbar mit mindestens 25 %" beteiligt ist.
dwdl.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Joyn will mehr sein als nur eine deutsche Antwort auf Netflix, sagt Katja Hofem im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv (07/2019).

Adidas-Chef fordert von der Politik mehr Engagement bei der Digitalisierung.

Adidas: Die deutsche Politik verschläft die Digitalisierung, kritisiert Adidas-Chef Kasper Rorsted im "Welt"-Interview, das er im Trainingsanzug gibt. "Vielleicht haben sie es nicht für nötig gehalten", sagt Rorsted mit Blick auf die Politiker, die "wenig" im Netz aktiv seien. Beim Fußball wünscht sich der Adidas-Chef mehr Qualität statt Qualität. Irgendwann seien die Fans von der Anzahl der Spiele übersättigt.
welt.de (Paid)

Facebook einigt sich im Datenschutzskandal mit US-Handelsbehörde auf Vergleich.

Ins Netz gegangen: Facebook und die US-Handelsbehörde FTC einigen sich auf einen Vergleich, schreibt das Wall Street Journal. Die FTC hatte im Zuge des Cambridge-Analytica-Skandals vor über einem Jahr eine Ermittlung eingeleitet. Die fünf leitenden Vertreter der Kommission hätten mit drei zu zwei Stimmen für eine Zahlung von umgerechnet rund 4,4 Mrd Euro gestimmt.

Bisher äußern sich die FTC und Facebook nicht zur Einigung. Die Strafe entspricht weniger als ein Zehntel des Facebook-Gewinns von knapp 56 Mrd Dollar im vergangenen Jahr. Die Datenanalyse-Firma, die im US-Wahlkampf auch für den späteren Präsidenten Donald Trump arbeitete, hatte Daten von Facebook-Nutzern abgegriffen.
wsj.com, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Basta: Bei Tesla greift der Chef noch persönlich zum Telefonhörer.

Papier ist geduldig: Tesla-Chef Elon Musk hat beim Berliner und Hamburger Bürgermeister angerufen, um sich über die langsame Zulassung von Autos zu beschweren. Die deutschen Ämter tickten nicht so schnell wie die PS-starken Fahrzeuge. Musks Meckerei zeigt Wirkung: Die Bürgermeister versprechen mehr Personal - nicht nur für Tesla-Zulassungen.
welt.de

"Spiegel": Diekmann-Agentur Storymachine twittert für Ursula von der Leyen.

Storymachine twittert im Namen von Ursula von der Leyen, schreibt der "Spiegel". Die PR-Agentur von Kai Diekmann und Philipp Jessen soll die CDU-Politikerin bei ihrem Werben um den Posten der EU-Kommissionschefin unterstützen. Die Agentur habe von der Leyen bereits vor einiger Zeit ein Angebot gemacht, als Verteidigungsministerin habe sie jedoch noch abgelehnt. Der Auftrag ist erst nach ihrer Nominierung für den EU-Spitzenjob ergangen, so der "Spiegel". Storymachine schweigt gewöhnlich zu der Frage nach ihren Kunden.
"Spiegel" 29/2019, S. 30 (Paid), twitter.com/vonderleyen

Zitat: Politikpsychologe Thomas Kliche kritisiert die Berichte über Merkels Gesundheit.

"Im Grunde schicken wir doch Politik-Paparazzi los. Und die machen ein Thema aus einer Sache, die uns von den wirklich wichtigen Fragen ablenkt."

Der Politikpsychologe Thomas Kliche sagt im Deutschlandfunk, dass die Berichterstattung zu Angela Merkels Gesundheit nichts über ihre Handlungsfähigkeit vermittelt habe und dadurch nichts als Tratsch sei.
deutschlandfunk.de

Digitales-Versorgungs-Gesetz: Krankenkassen sollen Gesundheits-Apps zahlen.


An App a day keeps the doctor away? Apps mit "konkreten gesundheitlichen Nutzen" sollen künftig von der Krankenkasse bezahlt werden. Den Entwurf des entsprechenden "Digitale-Versorgungs-Gesetzes" hat Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch durch Kabinett gebracht. Im "Handelsblatt"-Interview erklärt er, dass Apps auf ihre Verschreibungswürdigkeit geprüft würden. Wie bei Medikamenten entscheide der Arzt darüber, wer eine App erhalte.

Die Programme sollten die Leistung des Arztes oder von Medikamenten allerdings nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen: "Das Prinzip lautet: nicht App statt Arzt, sondern Arzt und App."

Der Gesetzentwurf gibt Krankenkassen zudem neue Marketing-Möglichkeiten: Die Kassen könnten Daten ihrer Versicherten nach wirtschaftlichen Aspekten auswerten und anonymisiert an Dritte weitergeben, schreibt Netzpolitik.org. Damit würde Spahn den bisher recht strikten Gesundheitsdatenschutz aufweichen, schreibt das Blog.
handelsblatt.com (Apps), netzpolitik.org (Datenschutz), bundesgesundheitsministerium.de (Gesetzentwurf, 90-Seiten-PDF)

"SZ"-Autor Johannes Kuhn wechselt zum Deutschlandfunk.

Süddeutsche Zeitung: Johannes Kuhn, Autor und Ex-US-Korrespondent für Tech- und Wirtschaftsthemen, wechselt im August als Korrespondent in das Hauptstadtstudio von Deutschlandfunk, verkündigt der Journalist bei Twitter. Künftiger Schwerpunkt sei die Digitalpolitik. Kuhn arbeitete knapp zehn Jahre für die "Süddeutsche Zeitung".
twitter.com

EuGH: Online-Händler müssen keine Telefonnummer angeben.


Kein Anschluss unter dieser Nummer: Online-Händler müssen ihren Kunden nach EU-Recht nicht grundsätzlich eine Telefonnummer zur Kontaktaufnahme angeben, entscheidet der Europäische Gerichtshof. Es sei "unverhältnismäßig", sie extra zur Einrichtung einer solchen zu verpflichten. Die Richter betonen jedoch, dass der Händler Kommunikationsmittel bereit stellen müsse, über der die Kunden den Händler schnell und effizient erreichen können, zum Beispiel einen Online-Chat.

Geklagt hatte der Bundesverband der deutschen Verbraucherzentrale gegen Amazon. Auch die Vorinstanzen wollten Amazon nicht zu telefonischer Erreichbarkeit verdonnern. Der deutsche Bundesgerichtshof hatte die Klage zur endgültigen Klärung an den EuGH weitergeleitet.
heute.de, spiegel.de, curia.europa.eu

Deutschland kann bei Digitalisierung von Estland lernen.

Digitalisierung: Das Internet ist in Estland ein "soziales Grundrecht", schreibt die "FAZ". Die Bürger seien es gewohnt, Behördengänge online abzuwickeln. Das Individuum werde als Eigentümer der Daten verstanden. Ein Datensatz darf vom Staat nur einmal abgefragt werden. Will eine andere staatliche Stelle Daten, muss sie darlegen, warum ihr ein Zugriffsrecht zustehe.
"FAZ", S. 17 (Paid)

Einigung: Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel geht nicht zurück zum ZDF.

ZDF und Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel einigen sich außergerichtlich – Grindel verzichtet auf sein vermeintliches Rückkehrrecht. Grindel war von 1992 bis 2002 Journalist beim ZDF, bevor er für die CDU in den Bundestag ging. Nach seinem DFB-Rücktritt wollte er vom Abgeordnetengesetz Gebrauch machen und zum ZDF zurückkehren.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Urteil: Donald Trump darf Kritiker auf Twitter nicht sperren.


Alle Vögel sind schon da: Donald Trump darf auf Twitter niemanden blocken, entscheidet ein Bundesberufungsgericht. Der US-Präsident nutze seinen Account häufig für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und dürfe deshalb auch ihm unliebsame Kritiker nicht von seinem Feed aussperren. Damit verletze er den 1. Zusatzartikel der US-Verfassung.

Der 1. Zusatzartikel verhindert, dass die US-Regierung Ansichten blockiert oder ausschließt, die ihr unliebsam sind. Das Urteil bestätigt eine frühere Entscheidung eines Bundesrichters. 2017 hatte Donald Trump sieben Accounts blockiert, die seine Inhalte negativ kommentiert hatten.
washingtonpost.com, turi2.de (Background)

Zitat: Peter Altmaier beneidet die optimistischen Amerikaner im Silicon Valley.

"Doof ist nur, dass all die Optimisten im Silicon Valley sitzen und all die Bedenkenträger in Deutschland."

Wirtschaftsminister Peter Altmaier würde gern Tests für selbstfahrende Autos in Deutschland zulassen – es gebe jedoch zu viel, was dagegen spricht, sagt er auf seiner Reise durch das Silicon Valley.
faz.net (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Wirtschaftsminister Peter Altmaier macht sich für "Super-Mediathek" stark.

Allianz fordert eine gesonderte Erfassung von E-Roller-Unfällen.

Safety first: Rund einen Monat nach Start der E-Roller in Deutschland, fordert die Allianz als größter Versicherer Europas von der Polizei künftig eine gesonderte Erfassung von E-Roller-Unfällen. Für den Betrieb eines E-Rollers ist in Deutschland eine Kfz-Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Um die Prämie zu kalkulieren, fehlen den Versicherern bisher Daten. Die Unfallforscher der Allianz gehen von einem Anstieg der Unfallzahlen aus.

Sicherheitsexperten könnten mit mehr Daten "Fehlentwicklungen und typische Unfallmuster" erkennen und frühzeitig Gegenmaßnahmen empfehlen, argumentiert die Allianz. Sowohl Kollisionsunfälle als auch Alleinunfälle seien künftig mit E-Rollern vermehrt zu erwarten. Erste Statistiken vom Juni sollen im August vorliegen.
manager-magazin.de, "FAS", S. 18 (Paid)

Digitalisierung führt zu mehr wirtschaftlicher Ungleichheit.

Digitalisierung führt bei Tech-Konzernen wie Google, Facebook und Amazon zu wachsender Marktmacht, schreibt Ökonom Gunther Schnabl in einem "FAS"-Gastbeitrag. Daraus entstünden Monopolstellungen, die insgesamt zu wirtschaftlicher Ungleichheit führten. Die Zentralbanken hätten die Konzentrationsprozesse durch niedrige Zinsen begünstigt.
"FAS", S. 22 (Paid)