Pressefreiheit ist ein so hohes Gut, dass sich selbst Autokraten gerne damit brüsten. lexikon2.de

Lese-Tipp: Die Ermittlungen zum Mord an Daphne Caruana Galizia.

Lese-Tipp: Hannes Munzinger schreibt über die Ermittlungen zum Mord an Journalistin Daphne Caruana Galizia und die Recherche internationaler Journalisten im "Daphne-Projekt". Der Fall habe auf Malta zu einem "politischen Beben" geführt und ist auch deshalb so brisant, weil dem Zoll durch Zufall der Mittelsmann zwischen den mutmaßlichen Drahtziehern und den Auftragsmördern in die Arme gelaufen ist.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Boris Becker erwirkt eine einstweilige Verfügung gegen Oliver Pocher.

Gag im Aus: Boris Becker erwirkt vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen Oliver Pocher, schreibt "Bild am Sonntag". Bei RTL sprach der Comedian von "Insolvenzverschleppung" und "kriminellen Sachen", was Pocher per Gerichtsbeschluss künftig nicht mehr verbreiten darf. Gegen die Entscheidung des Gerichts kann Pocher Widerspruch eingelegen.
"Bild am Sonntag", S. 46 (Paid)

Maltas Regierungschef tritt im Mordskandal um Journalistin zurück.

Malta: Regierungschef Joseph Muscat will im Skandal um den Mord an der Enthüllungsjournalistin Daphne Galizia zurücktreten, schreibt die "Times of Malta". Am 18. Januar wolle er sein Amt niederlegen, sobald seine Partei einen neuen Vorsitzenden gewählt hat. Galizias Familie wirft Muscat vor, die Auftraggeber des Mordanschlags zu decken.
faz.net, timesofmalta.com, turi2.de (Background)

Meinung: China missbraucht TikTok für Überwachungszwecke.

TikTok: Die EU muss gegen Chinas Datenmissbrauch vorgehen, fordert "Welt"-Gastkolumnistin Glacier Kwong. Die Aktivistin aus Hongkong kämpft in ihrer Heimat gegen den Einfluss Chinas, Kwongs Smartphone wurde gehackt. China nutze Apps wie TikTok für Überwachungszwecke, um Gesichter in Fotos oder Standortdaten auszuspionieren.
welt.de

Hör-Tipp: Warum TikTok auch ohne Order aus Peking zensiert.

Hör-Tipp: TikTok wird zwar nicht aus Peking gelenkt, sagt "Handelsblatt"-Redakteur und China-Kenner Stephan Scheuer im DLF. Vorauseilender Gehorsam könnte bei China-kritischen Themen aber zu strengerer Moderation führen, als erforderlich wäre. Peking habe einen anderen Blick darauf, was Journalisten tun sollen: nicht kritisch berichten, sondern für Harmonie sorgen.
deutschlandfunk.de (6-Min-Audio)

Basta: TikTok-Nutzerin umgeht Zensur mit Makeup-Video.

Hübsch gelinkt: TikTok-Nutzerin Feroza Aziz überlistet die Zensur der chinesischen Plattform mit einen Makeup-Tutorial. Die Wimpernzange noch in der Hand wechselt sie das Thema und spricht über die Situation der Uiguren in China. Als das Video viral geht, sperrt TikTok ihren Account. NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" recherchieren wahrscheinlich schon, welche politischen Botschaften eigentlich Bibi in ihren Videos versteckt.
t3n.de, bbc.com, twitter.com (40-Sek-Video)

Pressefreiheit: 7.000 Demonstranten stellen sich NPD-Aufmarsch entgegen.

Pressefreiheit: Rund 7.000 Menschen demonstrierten am Samstag in Hannover gegen Bedrohungen von Journalisten durch Rechtsextremisten. Anlass ist die Kundgebung der NPD, an der sich laut Angaben der Polizei rund 110 Teilnehmer beteiligen. Zuvor hatte die Polizei die Demo zunächst wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit untersagt.
n-tv.de, turi2.de (Background)

Meinung: Live-Streams der Proteste in Hongkong mobilisieren die Nutzer.

Social Media: Dutzende Live-Streams übertragen die politischen Proteste in Hongkong, beobachtet Katharin Tai in "Zeit Campus". Berichte in Social Media seien nicht neu, doch die Macht der Live-Bilder emotionalisierten auch Menschen aus der Ferne und trieben immer mehr auf die Straßen. Zugleich bestehe die Gefahr, dass die Menschen durch die Live-Streams abstumpften.
zeit.de

“Spiegel”: Holger Friedrich bringt weitere Interessenkonflikte in die “Berliner Zeitung”.


Wer bin ich und wie viele? Der "Spiegel" legt nach und findet weitere Interessenskonflikte des Neuverlegers der "Berliner Zeitung", Holger Friedrich. So habe die Zeitung auf Vermittlung Friedrichs einen Gastbeitrag über bargeldloses Bezahlen gedruckt, ein Feld in dem sich eine Firma des Verlegers engagiere. Der Gastautor stamme aus einem Team, das zuvor bei einer Fachtagung von Firmen Friedrichs gesponsert worden sei. Der nächste Konflikt drohe um das Portal Berlin.de, an dem der Verlag Haupteigner sei. Hier könnten sich lukrative Optionen für Friedrich-Firmen öffnen. Derzeit berate der Berliner Senat, ebenfalls Anteilseigner, ob er seine Anteile verkauft oder das Portal wieder vollständig selbst kauft.

Vergangene Woche hatte der "Spiegel" bereits berichtet, dass die "Berliner Zeitung" positiv über die Rostocker Medizinfirma Centogene berichtet hatte, ohne zu erwähnen, dass Friedrich Aktionär sei und im Aufsichtsrat sitze. Den Aufsichtsratposten lässt Friedrich mittlerweile ruhen. Auch seine Stasi-Vergangenheit sorgt aktuell für Diskussionen.
"Spiegel", S. 62 (Paid), turi2.de (Centogene), turi2.de (Stasi)

Gericht kippt Verbot für NPD-Demo in Hannover.

Neonazis demonstrieren im April 2014 in Berlin. (Archivbild: dpa)Journalisten-Einschüchterung: Die in Hannover für Samstag geplante NPD-Demo gegen kritische Journalisten wird wohl doch stattfinden. Das Verwaltungsgericht Hannover sehe keine "unmittelbare Gefährdung der Pressefreiheit" und gibt so einem Eilantrag der NPD statt. Die Polizei hatte die Demo zunächst wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verboten.
dwdl.de. turi2.de (Background)

Polizei verbietet NPD-Demo gegen Journalisten in Hannover.

Neonazis demonstrieren. (Archivbild: dpa)Journalisten-Einschüchterung: Die Polizei in Hannover hat eine für Samstag geplante NPD-Demo verboten, die sich gezielt gegen kritische Journalisten richten sollte. Im Visier der Rechten stehen u.a. Fotograf André Aden und NDR-Reporter Julian Feldmann. Die Polizei begründet die Absage mit neuen Erkenntnissen zur Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.
ndr.de, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Gericht: Entzug der G20-Akkreditierung von zwei Journalisten war rechtswidrig.

G20: Der Entzug der Presseakkreditierungen von zwei Journalisten durch das Bundespresseamt zum G20-Gipfel in Hamburg war rechtswidrig, urteil das Berliner Verwaltungsgericht. Neben den beiden klagenden Journalisten hatten die Behörden 2017 während des Gipfels insgesamt 32 Journalisten die Akkreditierung entzogen. Die Sicherheitsbedenken ergaben sich offenbar aus der bisherigen Tätigkeit der Journalisten, etwa dem Kontakt mit Linksextremen aus Recherchegründen.
ndr.de, turi2.de (Background)

TikTok filtert politische Inhalte aus China offenbar auch in Deutschland.

TikTok hält offenbar politische Themen aus China auch von deutschen Jugendlichen fern, beobachtet "Welt am Sonntag" in einem Test mit mehreren Konten. Die Suche nach vermeintlich brisanten Stichworten wie "Tiananmensquare" lieferte keine oder nur sehr wenige Beiträge. Mutterkonzern Bytedance erklärt sich die wenigen Treffer mit dem Konzept der "unterhaltsamen Videos".
welt.de

Iran: Internet und Mobilfunknetze sind nur extrem eingeschränkt nutzbar.

Iran: Nach den Protesten aufgrund drastisch erhöhter Benzinpreise sind Internet und Mobilfunknetze nur extrem eingeschränkt nutzbar, meldet die Organisation Netblocks, die den weltweiten Internetverkehr beobachtet. Das staatliche Fernsehen kritisiert "feindliche Medien", die Fake-News und falsche Videos in den sozialen Medien verbreitet hätten.
sueddeutsche.de, netblocks.org

DJV unterzeichnet einen Aufruf gegen rechte Einschüchterungsversuche.

djv-LogoDJV gehört zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs "Schützt die Pressefreiheit". Der Appell, der von freien Journalisten ins Leben gerufen wurde, richtet sich gegen eine Demonstration der NPD am 23. November in Hannover. Rechtsextremisten wollen versuchen, kritische Berichterstatter einzuschüchtern. Zuvor haben u.a. auch die dju, Reporter ohne Grenzen sowie 17 Redaktionen und 450 Journalisten den Appell unterzeichnet.
djv.de (Pressemittelung), djv.de (Appell im Wortlaut)

Türkische Autorin macht schlechten Journalismus für Hasswelle mitverantworlich.

Türkei: Die Autorin Asli Erdogan macht "schlechten Journalismus" mitverantwortlich für eine Hasskampagne gegen sie in der Türkei. In einem "FAZ"-Interview sagt die Schriftstellerin, dass ein Interview mit der italienischen "La Repubblica" in der Übersetzung der belgischen "Le Soir" stark verfälscht wurde. U.a. wurde der im deutschen Exil lebenden Asli Erdogan unterstellt, die Mehrheit des türkischen Parlaments als Terroristen bezeichnet zu haben. "Le Soir" hat sich inzwischen bei ihr entschuldigt.
"FAS", S. 13 (Paid)

Bauern schüchtern immer häufiger Journalisten ein.

Pressefreiheit: Einige Landwirte gehen immer aggressiver gegen Journalisten vor, schreibt die "taz". Bauern sollen einen Zeitungsreporter und eine Kommunalpolitikerin in Niedersachsen mit Protesten vor deren Privathäusern bedrängt haben. Zudem forderten Landwirte in einer Petition, eine der Landwirtschaft kritisch eingestellten Journalistin vom BR freizustellen.
taz.de

Linke Wochenzeitung bekommt eine Absage vom Weltwirtschaftsforum.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: Die linke Wochenzeitung WOZ erhält keinen Zutritt zum Weltwirtschaftsforum 2020 in Davos. Als Grund werde der abgelaufene Akkreditierungsschluss genannt, obwohl die Zeitung nach eigener Aussage die Anfrage rechtzeitig eingereicht habe. Das Weltwirtschaftsforum bevorzuge laut Absage Medien, mit denen es "zusammenarbeite".
woz.ch, persoenlich.com

AfD-Mitarbeiter zieht Wochenzeitung “Kontext” erneut vor Gericht.

Kontext: Ein rechtsradikalen Mitarbeiters zweier AfD-Abgeordneter im Stuttgarter Landtag klagt erneut gegen die Wochenzeitung "Kontext". Das Blatt hatte aus Facebook-Chats zitiert, in denen der Mann sich mit anderen Rechten austauscht, "angereichert mit Hitlergruß-Emojis". Das OLG Karlsruhe hat ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit bestätigt. Nun fordert der AfD-Mitarbeiter vor dem Landgericht Frankfurt 60.000 Euro Schadenersatz.
kontextwochenzeitung.de

Meinung: Der VDZ sollte bei seiner Jahrestagung mehr über Zeitschriften reden.

VDZ: Der Zeitschriftenverleger-Verband sollte bei seiner Jahreskonferenz nicht nur Meinungs- und Pressefreiheit diskutieren, schreibt Ulrike Simon. Die meisten Mitglieder seien mit Frauen-, Wohn-, Lifestyle- oder Fernsehschriften am Markt und nicht mit politischen Kommentaren oder Auslandsberichten. Die Tagung hätte mehr Relevanz, wenn sie die brennenden Themen der Mehrzahl der Zeitschriften-Verleger in den Fokus rücke. Dabei müsste sich der Verband nicht minderwertig fühlen, da gerade diese Blätter Milieus erreichten, die von Medien wie "Spiegel" oder "Tagesschau" nicht erreicht würden.
horizont.net

Video-Tipp: China testet Journalisten per Gesinnungs-App auf Loyalität.

Video-Tipp: China prüft Journalisten per App auf ihre Loyalität. Die Medienmacher müssen die Gedankenwelt von Präsident Xi studieren und via App eine Prüfung absolvieren. Wer durchfällt, verliert seinen Job. Mit dem Test will die Partei ihre Macht demonstrieren und Angst verbreiten, berichtet ZDF-Korrespondent Ulf Röller.
twitter.com/ZDFheute (2-Min-Video), zdf.de (Textfassung)

BBC News startet Tor-Mirror für Nutzer in Überwachungsstaaten.

BBC startet eine Kopie ihres Portals BBC News im Dark Web, konkreter im Tor-Netzwerk. Dadurch sollen Besucher aus Ländern wie China, Iran und Vietnam überhaupt an die Inhalte kommen. Nutzer aus repressiven Ländern, in denen BBC News zwar zugänglich ist, aber die Internetnutzung überwacht wird, können damit verschleiern, ob und welche Inhalte sie auf dem Portal aufrufen.
bbc.com

AfD geht nach einem “Welt”-Interview juristisch gegen den SPD-Politiker Michael Roth vor.

Politik: Michael Roth (Foto), Bewerber um den SPD-Parteivorsitz, erhält eine Abmahnung der Kanzlei Höcker, schreibt der Politiker bei Twitter. In einem "Welt"-Interview hatte Roth die AfD als "politischen Arm des Rechtsterrorismus" bezeichnet. Die AfD-Bundestagsfraktion fordert eine Unterlassungserklärung von Roth, die er "ganz sicher nicht" abgeben werde.
twitter.com (Abmahnung), twitter.com, welt.de (Roth-Interview)

Zitat: Deniz Yücel spricht in der “Zeit” über seine Zeit im türkischen Knast.

"Es hat mich im Knast weniger gestört, dass ich nicht raus konnte. Schlimmer war es, dass jederzeit jemand zu mir rein konnte."

Deniz Yücel erklärt im Interview mit der "Zeit", dass er seine Foltervorwürfe gegen die Türkei erst nach den Wahlen erhoben hat, damit Erdogan mit den "erwartbaren Reaktionen aus Deutschland" keinen Wahlkampf machen konnte.
zeit.de

Buch-Tipp: Deniz Yücel berichtet über Gefangenschaft in der Türkei.

Buch-Tipp: Reporter Deniz Yücel veröffentlicht am Donnerstag das Buch Agentterrorist, worin der "Welt"-Korrespondent über seine türkische Gefangenschaft berichtet. "Welt am Sonntag" druckt vorab eine gekürzte Fassung eines Kapitels, in dem er u.a. über seinen Aufenthalt in der Istanbuler Residenz berichtet, in der er sieben Wochen lebte.
"Welt am Sonntag", S. 8 (Paid), turi2.de (Background)

Saudischer Kronprinz übernimmt Verantwortung für Khashoggi-Mord, will aber nichts gewusst haben.

Khashoggi-Mord: Der saudische Kronprinz Muhammad bin Salman übernimmt im Interview mit CBS News die "volle Verantwortung" für den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi. Er will den Mord aber weder beauftragt noch davon gewusst haben. Die Uno-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard sagt im Deutschlandfunk: "Es ist ein staatlich ausgeführter Mord."
sueddeutsche.de, deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Kameraleute werden bei Leichtathletik-WM in der Berichterstattung behindert.

Pressefreiheit: Kameraleute sind bei der Leichtathletik-WM in Katar bedrängt worden, schreibt "Spiegel" über Beobachtungen von Deutschlandfunk und ARD. Die Berichterstatter wollten die in der Hitze kollabierenden Athletinnen filmen. Beim Wettbewerb in Doha herrschte über 32 Grad, nur 40 der 68 Starterinnen kamen ins Ziel.
spiegel.de, twitter.com

Lese-Tipp: Khashoggi-Verlobte will Mord nicht vergessen lassen.

Lese-Tipp: Vor knapp einem Jahr wurde der Journalist Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Alexandra Rojkov porträtiert Khashoggis Verlobte Hatice Cengiz, die für Gerechtigkeit kämpft und gerne ein neues Leben beginnen würde, aber auch sagt: "Wenn ich auf­hö­re, über Ja­mal zu spre­chen, wird sein Tod von der Agen­da ver­schwin­den." Georg Mascolo und Ronen Steinke vermissen in der "Süddeutschen" international den Willen, den Fall ernsthaft aufzuklären.
"Spiegel" 40/2019, S. 99/100 (Paid), sueddeutsche.de

Zwei regierungskritische Zeitungen in Nicaragua schließen.

Nicaragua: Die regierungskritische Tageszeitung El Nuevo Diario stellt nach fast 40 Jahren den Betrieb ein, ebenso das Gratis-Blatt "Metro". Grund seien die "widrigen wirtschaftlichen, technischen und logistischen Bedingungen". Kritiker werfen Präsident Daniel Ortega vor, die kritische Presse gezielt vom Import von Papier und Tinte abzuschneiden. Nicaragua steckt seit 2018 in einer tiefen Krise.
derstandard.at, elnuevodiario.com.ni (spanisch)

ÖVP wehrt sich gegen Berichterstattung der Wochenzeitung “Falter”.

Österreich: Die Wochenzeitung "Falter" kassiert eine Unterlassungsklage von der ÖVP. "Falter" berichtete, die ÖVP sei "hochverschuldet" und habe Großspenden verschleiert. Die Partei von Ex-Kanzler Kurz (Foto) zweifelt an der Echtzeit der Quellen. Viele Medien berichteten nicht über die Enthüllungen - aus Angst vor wegbrechenden Anzeigen öffentlicher Stellen, sagt Reporter ohne Grenzen.
deutschlandfunk.de

“taz” darf Ex-Gauland-Mitarbeiter wieder namentlich nennen.

taz darf den Namen eines früheren Mitarbeiters von AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland wieder nennen. Das OLG Düsseldorf kündigt an, eine Klage des Mannes abzulehnen. Er war in seiner Jugend Mitglied der rechtsradikalen Vereinigung Heimattreue Deutsche Jugend und ging anwaltlich gegen alle Medien vor, die namentlich über seine Tätigkeit für Gauland berichtet hatten. Alle spurten, außer die "taz".
blogs.taz.de

WDR und SWR beenden ihren gemeinsamen Klima-Podcast.

Podcast: WDR und SWR beenden den gemeinsamen Klima-Podcast "Klimazone" mit Werner Eckert vom SWR und ARD-Energie-Experte Jürgen Döschner (Foto) vom WDR, schreibt "taz". Die Kooperation könne laut SWR "WDR-seitig nicht realisiert werden". Der WDR plane keine "dauerhafte Beteiligung". Döschners Berichterstattung stieß u.a. bei RWE auf Kritik.
taz.de

Facebook will Werber daran hindern, Schlagzeilen in Anzeigen umzuschreiben.


Wahrhaftig oder werbisch? Facebook, zuletzt im geflissentlichen Gewand des Fake-News-Bekämpfers unterwegs, will Verlegern künftig die Kontrolle über Schlagzeilen journalistischer Artikel zurückgeben. Wenn Werbetreibende sie für Anzeigen nutzen, können sie die Überschriften bisher beliebig umtexten. In Großbritannien hat die konservative Partei den Titel eines BBC-Artikels über das Bildungswesen zu ihren Gunsten umgedichtet. Die Faktenchecker von Full Fact bemängelte die Überschrift als irreführend. Facebook ermögliche so Desinformation u.a. in Wahlkämpfen und das Ausnutzen der Glaubwürdigkeit von Medienmarken.
welt.de, cbc.ca

TikTok enthält verdächtig wenig Videos zu den Protesten in Hongkong.

TikTok enthält, anders als Social Networks westlichen Ursprungs, eher wenige Beiträge zu den Protesten in Hongkong, beobachten Drew Harwell und Tony Romm. Der Suchterm "Hong Kong Protest" zeigt unverfängliche Inhalte, erst unter Hashtags wie #hongkongprotest und #freehongkong findet sich eine Handvoll Videos von den Demonstrationen. Unklar bleibt, ob die Plattform des chinesischen Techkonzerns ByteDance aktiv zensiert oder ob sich die Hongkonger Protestierenden in Selbstzensur üben, um den chinesischen Sicherheitsbehörden nicht aufzufallen.
washingtonpost.com

Björn Höcke bricht ZDF-Interview ab und droht mit “massiven Konsequenzen”.

ZDF: Thüringens AfD-Chef Björn Höcke bricht ein Interview mit der ZDF-Sendung "Berlin direkt" ab und droht dem Reporter mit "massiven Konsequenzen". Er hatte Höcke über seine Sprache und genutzte NS-Begriffe befragt. Sein Sprecher, Ex-"Welt"-Mann Günther Lachmann, beklagt, die Fragen hätten Höcke "stark emotionalisiert".
welt.de, zdf.de (17-Min-Video)

Twitter sperrt Nutzer aus Kuba, u.a. Parteichef Raúl Castro.

Twitter sperrt mehr als ein Dutzend Accounts kubanischer Nutzer, darunter die von Parteichef Raúl Castro, seiner Tochter Mariela Castro und zahlreicher Staatsmedien. Die Sperrung erfolgte ohne Vorwarnung, angeblich wegen "Verletzung der Twitter-Regeln", und pünktlich zu einer TV-Ansprache von Präsident Miguel Díaz-Canel über die Folgen von US-Sanktionen.
theguardian.com, radiorebelde.cu (Staatssender)

Chinesische Botschaft sperrt “Bild” aus.

Bild erhält keinen Zutritt zu einer Pressekonferenz der chinesischen Botschaft in Berlin. Die Zeitung hatte zuvor den Hongkonger Aktivisten Joshua Wong eingeladen. Vor dem absehbaren Ausschluss hatte Chefredakteur Julian Reichelt nach einem Ersatz-Reporter gesucht – und ihn nebenan bei "Welt" gefunden, die rein durften.
bild.de

Russische Medienaufsicht rügt Facebook und Google wegen Wahlwerbung.

Russisch Roulette für Meinungsfreiheit: Die russische Medienaufsicht rügt Facebook und Google, die am Sonntag bei lokalen Wahlen u.a. in Moskau entgegen der Verbote politische Werbung zugelassen haben. Die Behörde sieht darin einen Eingriff in die "souveränen Rechte Russlands", was als "Behinderung demokratischer Wahlen" gesehen werde.

Eine Kommission im Parlament wolle prüfen, ob ausländische Kräfte versuchten, die Wahl zu beeinflussen. In der russischen Hauptstadt hat es in der Vergangenheit regierungskritische Demonstrationen gegeben, die sich gegen den Ausschluss oppositioneller Kandidaten richteten.
handelsblatt.com, onvista.de

China schließt Korrespondenten von Merkel-PK aus.

China verweigert Korrespondenten den Zugang zur Pressekonferenz von Kanzlerin Angela Merkel und Premier Li Keqiang. Nur die aus Deutschland mitgereisten Journalisten durften dabei sein - angeblich, weil die Große Halle des Volkes zu klein sei. Nach Protesten erhielten vier deutsche Korrespondenten Zugang, internationale Journalisten mussten draußen bleiben.
rnd.de, derstandard.at

China verbannt einen Journalisten des “Wall Street Journal”.

China verlängert die Akkreditierung des "Wall Street Journal"-Journalisten Chun Han Wong nicht. Der Reporter mit Staatsbürgerschaft aus Singapur hatte vor einem Monat einen Bericht über Glücksspiel- und Finanzgeschäfte eines Cousins von Chinas Staatschef Xi Jinping veröffentlicht. Chinesische Offizielle hatten die Zeitung im Vorfeld gewarnt, dass der Artikel Folgen haben würde.
washingtonpost.com

UK-Premier Boris Johnson sagt TV-Interview mit Channel 4 News nach Kritik ab.


Britain-Trump: Boris Johnson hat ein während des G7-Treffens in Frankreich geplantes TV-Interview mit dem britischen Sender Channel 4 News abgesagt. Laut Channel 4 reagiert der britische Premierminister damit auf eine Rede von Dorothy Byrne, der Nachrichtenchefin von Channel 4. Die hat vor wenigen Tagen auf dem Edinburgh Television Festival Johnson einen "Lügner" genannt und gewarnt, dass britische Politiker zunehmend Taktiken von US-Präsident Trump übernähmen. Die Absage des Interviews erreichte die Reporter erst vor Ort. Mit der BBC und ITV führte Johnson derweil wie geplant Interviews.

In ihrer Rede forderte Byrne ihre Kollegen in anderen Sendern auf, Politiker Lügner zu nennen, wenn sie lügen und sich nicht hinter falscher Freundlichkeit zu verstecken. In einem Interview mit Sky News bekräftigte Sie ihre Aussagen wenig später. Zuschauer bräuchten diese klaren Aussagen und Factchecking, um bewerten zu können, ob Aussagen wahr oder gelogen seien. Mit diesem Interview habe Byrne laut Personen im Umkreis des Premierministers in Johnsons Augen die Grenze zur Parteilichkeit überschritten.
theguardian.com, youtube.com (Sky-News-Interview mit Dorothy Byrne)