Zahl des Tages: Bund übernimmt Ausfallkosten für TV- und Filmproduktionen.

Zahl des Tages: Mit bis zu 50 Mio Euro will der Bund die krisengeplagte Filmbranche unterstützen und übernimmt "pandemiebedingte Ausfallkosten" für Kino-Produktionen und "hochwertige Serien", kündigt Kulturstaatsministerin Monika Grütters in "Bild" an. An Länder und Sender appelliert sie, bereist gezahlte Fördermittel bei Dreh-Abbruch wegen Corona nicht zurückzufordern.
"Bild", S. 1 (Paid)

Belästigungsvorwürfe: Harvey Weinstein einigt sich mit Klägerinnen auf eine Vergleichszahlung.

Sexualverbrechen: Filmproduzent Harvey Weinstein einigt sich mit zahlreichen mutmaßlichen Opfern sexueller Belästigungen auf eine Vergleichszahlung von insgesamt rund 18,8 Mio Dollar. Zwei Gerichte müssen die Vereinbarung noch bestätigen, dann würde jede der Frauen zwischen 7.500 Dollar und 750.000 Dollar erhalten.
zeit.de, turi2.de (Background)

HBO Max holt “Vom Winde verweht” mit Disclaimer-Clip zurück ins Programm.

Zurückgeweht: HBO Max holt den Film "Vom Winde verweht" wieder in sein Streaming-Programm. Ein rund vierminütiger Clip soll die Geschehnisse kritisch einordnen und den historischen Kontext präsentieren. Dazu kommt die Aufnahme einer Panel-Diskussion über das "komplizierte Erbe" des umstrittenen Klassikers. Vor rund zwei Wochen hatte HBO den Film wegen seines rassistischen Grundtons in den Giftschrank gestellt.
variety.com, nytimes.com, turi2.de (Background)

Meinung: Ü50-Schauspielerinnen leiden besonders unter der Pandemie.

Film und Fernsehen: Schauspielerinnen jenseits der 50 bekommen selten gute Rollen. Seit der Pandemie haben viele gar keine Aufträge mehr, weil sie altersbedingt als Risikogruppe gelten, schreibt Elise Landschek (Foto). Wer zwischen 20 und 30 keine Karriere mache, könne sie danach vergessen – in dieser Zeit Familie zu gründen, bedeute den sicheren Karriereknick. Schauspielerinnen ohne zweitem Standbein droht oft Altersarmut. Durch Corona flamme zwar der Kampfgeist gegen den Missstand auf, das Thema sei aber seit Jahrzehnten bekannt, ohne dass sich etwas ändere.
zeit.de

Hollywoodproduzent Steve Bing, 55, ist tot.

Hollywood: Produzent Steve Bing, 55, ist tot. Laut Angaben der Website tmz.com nahm sich Bing aufgrund von Depressionen das Leben. Bekannt wurde Bing vor allem mit seiner 80 Mio Dollar schweren Investition in den Animationsfilm "Der Polarexpress", zudem produzierte er Filme für Martin Scorsese und Warren Beatty. Bing galt außerdem als Freund von Ex-US-Präsident Bill Clinton.
spiegel.de

Haben Sie düstere Gedanken oder fühlen sich in einer vermeintlich ausweglosen Situation? Hier finden Sie Hilfe.

Zahl des Tages: Rund 36 % schauen Netflix und Co, sagt die AGF.

Zahl des Tages: Rund 36 % der Personen ab 14 in Deutschland streamen über kostenpflichtige Dienste wie Netflix oder Amazon Prime, zeigt eine AGF-Studie. Bei der letzten Befragung im Herbst 2019 waren es noch rund 32 %. Unter den Top 5 der Bezahl-Anbieter sind außerdem Dazn, Sky Ticket und Disney Plus. Die Zahlen belegten, "dass sich der Markt für Video-Streaming weiterhin entwickelt“, sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf.
horizont.net, agf.de (PM Studie)

Aus dem Archiv: Quoten-Expertin Kerstin Niederauer-Kopf erzählt, wie oft sie netflixt (10/2019)

Schauspieler Sir Ian Holm, 88, ist tot.

Sir Ian Holm, 88, ist tot. Der britische Schauspieler, der u.a. durch seine Rolle des Bilbo Beutlin in der "Herr der Ringe"-Trilogie und durch den Film "Alien" bekannt wurde, ist am Freitagmorgen in London gestorben, wie sein Agent dem "Guardian" bestätigt hat. Holm sei an Parkinson erkrankt gewesen. Für eine Nebenrolle im Film Die Stunde des Siegers ("Chariots of Fire") war Holm 1982 für einen Oscar nominiert.
t-online.de, theguardian.com

Zitat: Stephan Schäfer will der Werbeindustrie das Fernsehen schmackhaft machen.

"Unsere Aufgabe besteht darin, der Werbeindustrie zu zeigen, welche Stärken klassische Medien und große journalistische Marken wie die Fernsehsender in diesem Land haben."

RTL-Inhalte-Chef Stephan Schäfer sagt im "FAZ"-Doppelinterview mit Ex-Ufa-Chef Wolf Bauer, dass aus gestiegen TV-Reichweiten nun Geld werden soll.
"FAZ", S. 15 (Paid)


"Ich bin der festen Überzeugung, dass hier in den nächsten Tagen eine Entscheidung getroffen werden muss, damit die Branche wieder in Lohn und Brot kommt. Sonst wird es Arbeitslosigkeit, Firmensterben und einen Engpass im Programm geben."

Wolf Bauer, bis 2017 Chef der Ufa, beklagt im "FAZ"-Interview, dass die Versicherungswirtschaft die Film-Branche ausbremst, weil sie das Corona-Risiko nicht versichern will.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Weltbild startet Online-Videothek mit Pantaflix.

weltbild_150Weltbild, inzwischen konfessionsloser Buchhändler, startet in Zusammenarbeit mit dem Münchner Streaming-Dienst Pantaflix eine Online-Videothek. Nutzer*innen können darüber ohne Abo kostenpflichtig Filme abrufen. Eine Registrierung ist allerdings notwendig – wie beim Filme-Leihen über Amazon. Mehr als 1.000 Filme sind laut Weltbild bisher im Programm. Technisch und inhaltlich basiert der Dienst auf der Pantaflix-Plattform.
wuv.de, heise.de, weltbild-online-videothek.de (Plattform)

Oscar-Akademie verschiebt Verleihung und verlängert Frist für teilnahmeberechtigte Filme.

And the Oscar goes to...April: Die Oskar-Akademie verschiebt ihre Preisverleihung um acht Wochen auf den 25. April 2021 - geplant war bisher der 27. Februar 2021. Zudem wird die Frist für teilnahmeberechtigte Filme verlängert: Ursprünglich hätten diese bis zum 31. Dezember 2020 Premiere feiern müssen; jetzt gilt der 28. Februar 2021 als Stichdatum. Bereits zuvor hatte die Akademie angekündigt, erstmals Filme zuzulassen, die aufgrund von Corona nicht im Kino, sondern nur bei Streaming-Diensten laufen.

Die Akademie begründet ihre Entscheidung damit, Filmemacher*innen könnten so ihre Filme fertigstellen und in die Kinos bringen. Aufgrund von Corona sind seit März die meisten Produktionen gestoppt worden. In der Geschichte der Oscars wurde die Verleihung erst zweimal verschoben: 1968 aufgrund der Ermordung Martin Luther Kings und 1981 nach einem Attentat auf US-Präsident Ronald Reagan.
mashable.com, faz.net, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Oscar-Akademie kündigt Maßnahmen für mehr Diversität an.


And the Oscar goes to... Diversity: Die Oscar-Akademie will diverser werden und auch bei der Verleihung der Filmpreise auf Gleichstellung und Vielfalt achten. Ein neu geschaffenes Gremium soll Regeln für die Oscar-Nominierungen aufstellen, die Diversität und Inklusion berücksichtigen. Die Regeln sollen bereits bei der Verleihung im kommenden Jahr wirksam werden. Die Akademie will zudem mehr Frauen aufnehmen, auch die Herkunfts-Diversität soll wachsen mit mehr Mitgliedern, die Wurzeln in Afrika, Lateinamerika und Asien haben.

In der Kategorie "Bester Film" sind künftig zehn Filme nominiert, zuletzt waren es wegen des Stimmverfahrens zwischen fünf und zehn Werke. Bisher sind die Academy-Mitglieder, die jedes Jahr die Oscar-Preisträger*innen wählen, mehrheitlich männlich und weiß. Die fehlende Vielfalt führte zuletzt zu Kritik.
rnd.de, nytimes.com

Europol schaltet illegale Streaming-Seiten ab.

Aus die Maus: Europol-Ermittler schalten europaweit ein illegales Streaming-Netzwerk mit rund 50 Webseiten und Apps ab. Kriminelle haben dort Filme, TV-Sendungen und Sportübertragungen u.a. von Netflix, Sky, HBO und Amazon angeboten, zwei Mio Kunden streamten über die Seiten. Die Polizei hat elf Personen festgenommen, 16 weitere verhört und Immobilien, Luxusautos, Bar- und Kryptogeld beschlagnahmt.
heise.de, spiegel.de

HBO Max streicht “Vom Winde verweht” wegen rassistischer Darstellungen aus Streaming-Programm.

HBO Max will den Film "Vom Winde verweht" nicht mehr zeigen. Der Film beschreibe rassistische Vorurteile, begründet der Streaming-Dienst den Schritt. In Begleitung einer kritischen Diskussion und historischen Einordnung werde der Film in Zukunft aber wieder in der Originalfassung auf der Plattform bereit stehen, so ein Sprecher. "Vom Winde verweht" spielt in den von Sklaverei geprägten US-Südstaaten des 19. Jahrhunderts.
spiegel.de, faz.net

Hollywood darf unter Auflagen wieder hochfahren.

Hollywood fährt ab Mitte Juni seinen Film- und Fernsehbetrieb rund drei Monate nach dem Corona-Drehstopp wieder hoch. Vertreter von Filmstudios und Gewerkschaften haben einen Entwurf für die Rückkehr an die Sets vorgelegt, der maßnahmentechnisch der deutschen Branche ähnelt: strenge Abstandsregeln, abgepackte Lebensmittel, Kontrollbeamte am Set, häufige Tests, möglichst virtuelles Vorsprechen für Rollen.
tagesschau.de

Zitat: Überstunden beim Theater sind unsichtbar, sagt Caroline Peters.

"Wenn jetzt so genau über Stunden nachgedacht wird, dann möchte ich gerne die Überstunden der letzten 25 Jahre nachbezahlt bekommen. Viel Spaß, liebes Theater."

Schauspielerin Caroline Peters sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", dass erst mit der Kurzarbeit beim Theater die tatsächliche Arbeitszeit von Schauspieler*innen sichtbar wird.
"Süddeutsche Zeitung", S. 24 (Paid)

Basta: Die Na’vi müssen Angst vor Corona haben.

Aufbruch nach Quarantäne: "Avatar"-Produzent James Cameron arbeitet gerade am zweiten Teil der Filmreihe. Da der Film in Neuseeland gedreht wird und dort wegen Corona eigentlich ein Einreiseverbot besteht, kann er sich in seiner zweiwöchigen Quarantäne nun noch besser in die Handlung seines Filmes hineinversetzten. Wie die Na’vi finden es die Neuseeländer*innen nämlich nicht besonders witzig, wenn jemand ungefragt bei ihnen aufkreuzt, für den nicht die gleichen Regeln gelten wie für alle anderen.
spiegel.de

Zitat: Constantin-Film-Chef Martin Moszkowic erwartet ein volles Kinojahr 2021.

"Krisen beschleunigen oft Entwicklungen, die es sowieso gibt. In Deutschland hat es schon in den letzten Jahren zu viele Filmstarts in den Kinos gegeben."

Martin Moszkowic, Chef von Constantin Film, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", dass 2021 ein "sehr, sehr volles Kinojahr" wird - trotz möglicher Kinopleiten.
"Süddeutsche Zeitung", S. 17 (Paid)

Schauspielerin Irm Hermann, 77, ist tot.

Irm Hermann, Schauspielerin und Mitgründerin des Antiteaters, ist tot. Sie starb bereits am Dienstag im Alter von 77 Jahren. Hermann galt als eine der vielseitigsten deutschen Schauspielerinnen und war Vertraute Rainer Werner Fassbinders, der ihr ihre erste Rolle anbot. Später spielte Hermann u.a. auch im "Tatort", der ZDF-Serie "Ein starkes Team" sowie in Kultfilmen wie Loriots "Pappa ante portas".
tagesspiegel.de, spiegel.de

Cinemaxx-Chef Tim Richards sieht in einem halben Jahr das Vor-Krisen-Niveau erreicht.

Kino: Tim Richards, Chef von Cinemaxx und Cinestar, sieht die Umsätze "in drei bis sechs Monaten wieder auf Vor-Krisen-Niveau", sagt er im "FAZ"-Interview. Dennoch komme es zu einer Konsolidierung - "wie in jeder Branche". Auch vor dem Start von Streamingdiensten hätten Videotheken dem "Erlebnis eines Kinobesuchs" Konkurrenz gemacht, sagt Richards. "Ich mache mir wegen Netflix überhaupt keine Sorgen. Wir kommen einander nicht in die Quere".
faz.net (Paid)

Verbandschefin: Der Kino-Branche drohen erste Insolvenzen.

Kino: Die bundesweit uneinheitlichen Regeln zur Wiedereröffnung gefährden die Existenzen vieler Betriebe, zitiert Catrin Bialek die Vorstands­vor­sitzende des Verbands HDF Kino, Christine Berg. Hintergrund ist, dass große Verleiher ihre Filme nicht herausgeben, wenn sie diese nur punktuell vermarkten können. Ersten Häusern drohe schon bald die Insolvenz, wenn sie wie in einigen Bundesländern weiter geschlossen bleiben müssen, so Berg.
handelsblatt.com

“New York Times” wirft Weinstein-Enthüller Ungenauigkeit vor.

USA: Die "New York Times" wirft dem "New Yorker"-Journalisten Ronan Farrow vor, im Fall Harvey Weinstein lückenhaft recherchiert zu haben. Farrows Recherchen über die Missbrauchs­vorwürfe haben den Hollywood-Produzenten maßgeblich zum Fall gebracht. Der Medienjournalist Ben Smith beanstandet, Farrow habe Ungenauigkeiten in vage Darstellungen verpackt, ohne Belege zu liefern. Er habe über Macht und ihren Missbrauch das erzählt, was die Leser glauben wollten. Farrow und der "New Yorker" widersprechen den Vorwürfen.
spiegel.de, nytimes.com

Disney leiht sich 11 Mrd Dollar.

Disney Logo 150Disney rüstet sich mit frischem Geld für die Corona-Krise und hat seit Beginn der Pandemie Anleihen im Wert von 17 Mrd Dollar aufgenommen. Am Dienstag hat der Konzern der Börsenaufsicht die Aufnahme von 11 Mrd Dollar aufgeteilt auf sechs Anleihen gemeldet. Die mit der längsten Laufzeit wird erst im Mai 2060 fällig. Disney sagt, das Geld sei für "allgemeine Geschäftszwecke" gedacht.
meedia.de, variety.com

“Tatort” leidet unter Corona und Sparmaßnahmen.

Tatort wird wohl spätestens 2021 seltener in Deutschlands TV-Zimmern flimmern, schreibt Aurelie von Blazekovic. Zwar gebe es aktuell noch genug frische Fälle, für die Zukunft kämen aber zwei Faktoren zusammen: derzeit stockende Produktionen ob der Corona-Pandemie und Sparmaßnahmen bei den Sendeanstalten. Die könnten sogar noch größer ausfallen, wenn die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags verschoben wird.
sueddeutsche.de

Filmemacher*innen rufen nach einem Rettungsschirm.

Kino: 109 Regisseu*innen und Autor*innen appellieren in einem offenen Brief an die Bundesregierung, den deutschen Kinofilm vor dem Untergang zu retten. Zwar gäbe es für einen Nothilfefonds für abgebrochene Projekte, für bevorstehende Filme gäbe es aber keine Versicherung. Der Produzentenallianz schwebt ein breites Bündnis aus Politik, KfW und Sendern vor, die einen Rettungsschirm spannen, bzw. absichern.
faz.net

Disneys Gewinn bricht im 1. Quartal um 90 % ein.

Disney Logo 150Disney erleidet durch die Corona-Pandemie im 1. Quartal einen Gewinneinbruch um 90 % auf 460 Mio Dollar. Die Umsätze steigen dank TV- und Streaming-Angeboten zwar um 21 % auf 18 Mrd Dollar. Doch der Inhalte-Nachschub verursacht hohe Kosten, das Minus der Sparte verdoppelt sich auf 812 Mio Dollar. Disneys lukratives Geschäft mit Freizeitparks und Kreuzfahrtschiffen liegt derzeit komplett brach.
horizont.net