Debatte um ZDF-Fernsehfilm – Wie Identitätspolitik die Freiheit der Kunst angreift.


Recht & Regie: Im März kritisierten mehrere Frauen­verbände den ZDF-Fernseh­film Sie sagt. Er sagt, der einen Gerichts­prozess über eine Vergewaltigung thematisiert. In einer Stellung­nahme schrieben sie, der Film von Ferdinand von Schirach und Matti Geschonneck sei “von einer fast reinen Cis-Männer­riege” gemacht worden. Es sei ärgerlich, wenn Filme­macher Themen “inhaltlich besetzen, von denen sie keine Ahnung haben”. Ein gemischt­geschlechtliches Team hätte zu einem besseren Ergebnis geführt, so die Frauen­verbände. Barbara Sichtermann kritisiert diese Argumentation bei epd Medien als “kunst­feindlich”. Sie plädiert dafür, dass alle “alles spielen oder inszenieren” können. Frauen bräuchten faire Chancen, aber Boni oder Sonder­rechte dürfe es nicht geben. turi2 veröffentlicht diesen Text in der Reihe Das Beste von epd Medien bei turi2.
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Wegen Ähnlichkeit mit Scarlett Johansson: OpenAI pausiert ChatGPT-Stimme “Sky”.

Stimm-Zwilling: Die KI-Firma OpenAI pausiert die ChatGPT-Stimme namens "Sky". Grund: Sie ähnelt zu sehr der Stimme von Schau­spielerin Scarlett Johansson (Foto) im Film "Her" aus dem Jahr 2013, in dem sie einen futuristischen Sprach­roboter spricht. Die Stimme von "Sky" soll keine Imitation von Johansson sein, sondern gehört einer anderen professionellen Schau­spielerin, sagt OpenAI.
spiegel.de, openai.com

Zahl des Tages: Mehr als die Hälfte der Filmförderungsanstalts-Beihilfe soll künftig an Produzenten fließen.

Zahl des Tages: Satte 53,5 % der Filmföderungsanstalts-Beihilfe sollen künftig an die Produzenten von Kinofilmen fließen, berichtet die "FAZ". So steht es im Entwurf des Filmfördergesetzes, über den das Bundeskabinett am Mittwoch beschließen soll. Kritiker sehen Kinos und Filmverleih benachteiligt.
faz.net (€)

Video-Tipp: Trailer zeigt erste Szenen aus “Hallo Spencer”-Film von Jan Böhmermann.

Video-Tipp: Jan Böhmermann wiederbelebt die Figuren der NDR-Kinder­serie Hallo Spencer. In einem Film fürs ZDF, der am 2. Juli beim Filmfest München Premiere feiert, zeigen Spencer, Elvis, Lulu & Co, dass sie noch leben. Der Film soll noch 2024 im TV und der ZDF Mediathek zu sehen sein. Böhmermann agiert als Drehbuch-Autor und Produzent und spielt auch selbst eine Rolle.
youtube.com (Trailer, 2-Min-Video) via dwdl.de

Zitat: Anke Engelke versteckt sich gerne hinter ihren Figuren.

"Ich glaube nicht, dass man etwas sein muss, das man spielt und darin Erfahrung haben muss. Deswegen ist es Schauspielerei und nicht Leben, sonst wäre ich vielleicht Influencerin, wenn ich daran interessiert wäre, mich als Privatperson zu präsentieren."

Schauspielerin und Moderatorin Anke Engelke sagt im T-Online-Interview, dass sie sich gerne "hinter den Figuren versteckt", die sie synchronisiert oder spielt. Wie man sich nach außen gibt, müsse "nicht unbedingt immer der Wahrheit entsprechen".
t-online.de

Andere Ansprüche – Wie die Produktionsbranche für Fachkräfte attraktiver werden will.


Film ab: Beim Fernsehen oder beim Film zu arbeiten, war früher für viele ein Traum. Derzeit hat die Produktions­branche zwar noch keine Nachwuchs­sorgen, aber die Arbeits­bedingungen – vor allem an langen Drehtagen – wirken gerade für junge Menschen abschreckend. Tilmann Gangloff, freier Fernseh­kritiker und Autor, hat für epd Medien nach­gefragt, was die Branche tut, um für Arbeits­kräfte interessant zu bleiben – und warum sich das Problem der Work-Life-Balance nur schwer lösen lässt. turi2 veröffentlicht diesen Text in der Reihe Das Beste von epd Medien bei turi2.
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Streit um Verkaufspläne – Paramount wechselt Chef aus.

Filmreif: Die Pläne für den Verkauf des Film­­studios Paramount an die Produktions­firma Skydance führen laut Medien­berichten zu Streit zwischen Investoren und der wichtigsten Aktionärin. Paramount-Chef Bob Bakish muss gehen, ein Führungs­trio bestehend aus CBS-Chef George Cheeks, Film­studio-Boss Brian Robbins sowie Chris McCarthy, Chef der Sender Showtime und MTV, über­nimmt.
cnn.com, welt.de, turi2.de (Background)

Mediawan übernimmt Leonine komplett.

Produzenten-Allianz: Mediawan und Leonine Studios schließen sich endgültig zusammen, wofür Mediawan die noch ausstehenden 75% der Anteile an Leonine übernimmt. Die beiden Unternehmen unterhalten bereits seit 2020 eine Partnerschaft, das Kartellamt muss der neuen Fusion noch zustimmen. Fred Kogel führt weiterhin die Geschäfte für den deutschsprachigen Raum, Pierre-Antoine Capton bleibt CEO von Mediawan.
dwdl.de

“Manta Manta”-Autor erhält 35.000 Euro Nachzahlung von Constantin Film.

Manta Manta – letzter Teil: Dreh­buch­autor Stefan Cantz und Constantin Film einigen sich im Streit um Tantiemen für den zweiten Teil des Films auf eine Zahlung von 35.000 Euro. Cantz hatte zuvor auf mehr als 100.000 geklagt. Der Autor störte sich daran, dass der zweite Teil ohne seine Beteiligung und ohne ihn zu fragen, ent­standen war. Constantin-Chef Gero Worstbrock ent­schuldigt sich vor Gericht bei Cantz.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Staatsschutz ermittelt gegen Schauspielerin Katrin Sass.

Müggelsee-Krimi: Der Staatsschutz ermittelt gegen Schauspielerin Katrin Sass, berichtet die "Bild". Die 67-Jährige, bekannt aus Filmen wie "Good Bye Lenin" oder der TV-Serie "Weißensee", soll vier Picknicker am Müggelsee fremdenfeindlich beleidigt und angegriffen haben. Bei einer Anfrage zu dem Vorfall verwies Sass die "Bild" an ihren Anwalt Christian Schertz.
bild.de (€)

“Tatort”-Schauspieler Peter Sodann, 87, ist tot.

Peter Sodann, 87, ist tot. Der Schauspieler starb bereits am Freitag in Halle an der Saale. Sodann war v.a. für seine Rolle als "Tatort"-Kommissar Bruno Ehrlicher bekannt, die er von 1992 bis 2007 spielte. Auftritte hatte er außerdem in TV-Serien wie "Verbotene Liebe" oder "Dahoam is dahoam"; zudem gründete Sodann das "neue theater" in Halle, das er bis 2005 als Intendant führte.
t-online.de, n-tv.de, mz.de

Schauspielerin und Regisseurin Vera Tschechowa, 83, ist tot.

Vera Tschechowa, 83, ist tot. Die Schauspielerin und Regisseurin ist am Mittwoch nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben, teilt ihre Künstler­agentur mit. Ihre Filmkarriere begann 1956 in Witwer mit fünf Töchtern mit Heinz Erhardt. Bis in die 1990er Jahre spielte sie in Film und TV fast 100 Rollen, danach wechselte sie hinter die Kamera. 1959 soll Tschechowa eine Affäre mit Elvis Presley gehabt haben, der damals als Soldat in Deutschland stationiert war.
tagesschau.de, bild.de

Bloomberg: National Amusements verkauft Paramount an Skydance.

Hollywood­reif: Das Film­studio Paramount geht wohl an Skydance, berichtet Bloom­berg. Dem­nach hat die Produktions­firma in "exklusiven Gesprächen" eine vor­läufige Einigung über die Über­nahme mit National Amusements erzielt. Die Firma hält 77 % der stimm­berechtigten Aktien an Paramount.
bloomberg.com (€), mediapost.com

Martin Scorsese arbeitet an Doku-Serie über Heilige.

Ach Du heiliger Martin: Oscar-Preisträger Martin Scorsese plante ein acht­teiliges Doku-Drama über Heilige. Für den US-Streaming­dienst Fox Nation produziert und präsentiert er die Serie mit dem Titel "Martin Scorsese Presents: The Saints". Jede Folge widmet sich Männern und Frauen, die selig gesprochen wurden, darunter Jeanne d'Arc, Franz von Assisi und Maria Magdalena. Die erste vier Episoden sollen im November zu sehen sein.
spiegel.de, variety.com

Schauspieler Fritz Wepper, 82, ist tot.

Fritz Wepper, 82, ist tot. Der Schauspieler ist am Montag­morgen in einem Hospiz in Oberbayern gestorben. Bekannt wurde Wepper vor allem durch zwei Rollen: Als Kommissars-Assistent Harry Klein in der ZDF-Krimiserie "Derrick" sowie als intriganter Bürger­meister Wolfgang Wöller in der ARD-Serie "Um Himmels Willen". Ende Oktober 2023 war bereits sein Bruder Elmar Wepper gestorben. Um 23.05 Uhr zeigt Das Erste heute den Film Mord in bester Gesellschaft: Winters letzter Fall mit Fritz Wepper als als Psychiater Wendelin Winter in der Hauptrolle.
bild.de, sueddeutsche.de, dwdl.de (Sonderprogramm)

Basta: Deutsches Museum ersteigert “Baywatch”-Badehose von David Hasselhoff.

In den Schritt gucken: Das deutsches Bikini Art Museum in Bad Rappenau hat die originale "Baywatch"-Badehose von David Hasselhoff für 3.000 Dollar ersteigert. Fans können sich das rote Stück Stoff ab Juli im Rahmen einer Sonderausstellung zur Rettungsschwimmer-Serie ansehen. Mit dem ebenfalls ausgestellten Badeanzug von Pamela Anderson kann die abgetragene Lebensretter-Buchse von Hasselhoff aber nicht Schritt halten. Die ließ sich das Museum nämlich das zehnfache kosten.
t-online.de

ARD Degeto sucht Geschichten von Frauen über 50.

Ü50-Ideen: Die ARD-Produktions­tochter Degeto hört den Ruf der Initiative Let's Change The Picture und schreibt ihren Nachwuchs­preis zum Thema "Women Empowerment 50+" aus. Gesucht sind Geschichten von Frauen über 50, die auf dem Bildschirm sonst nur selten vorkommen. Jungen Film­schaffenden winkt ein Treatment-Auftrag im Wert von 7.500 Euro sowie die Chance, den Stoff bis zum finalen Drehbuch zu entwickeln.
dwdl.de

Produktionsfirma Dynamic Ally Pictures wird Teil von Banijay Germany.

Banijay Germany steigt bei der jungen Produktions­firma Dynamic Ally Pictures von Veronica Priefer und Johannes Kunkel ein. Beide haben für Sky Deutschland an der Endzeit-Serie "Helgoland 513" gearbeitet und für RTL+ "Der König von Palma" produziert. Banijay-Chef Marcus Wolter beeindruckt das Gespür der beiden "für Geschichten nah am Zeitgeist".
dwdl.de, presseportal.de

Claudia Roth beruft Berlinale-Leitung nach antisemitischen Vorfällen zu Sondersitzung ein.

Rothe Linie überschritten: Kulturstaatsministerin Claudia Roth bestellt die Berlinale-Leitung zu einer Sondersitzung ein und will am 11. März die antisemitischen Vorgänge bei den diesjährigen Filmfestspielen aufarbeiten. Künstler hatten u.a. von Genozid und Apartheid im Gazastreifen gesprochen und damit massive Kritik ausgelöst. Der Bund und das Land Berlin finanzieren die Berlinale.
rnd.de, turi2.de (Background)

Zitat: Uschi Glas wünscht sich mehr Sichtbarkeit für ältere Frauen.

"Männer werden mit grauen Schläfen sexy, über Frauen heißt es: 'Die ist aber ganz schön alt geworden.'"

Schauspielerin Uschi Glas, die am Samstag 80 wird, sagt im "Zeit Magazin"-Interview, dass sie sich mehr Geschichten älterer Frauen wünschen würde, damit ältere Schauspielerinnen "viel sichtbarer werden". Ab 50 werde es "für viele in unserer Branche schon schwierig".
zeit.de (€)

Zahl des Tages: Frauenanteil in Hollywood-Filmen sinkt 2023 auf Wert von 2010.

Zahl des Tages: Nur 30 der 100 erfolgreichsten Hollywood-Filme des Jahres 2023 hatten eine weibliche Haupt­figur oder Co-Haupt­figur, sagt eine Unter­suchung der Uni von Süd­kalifornien. Einen so niedrigen Wert gab es zuletzt 2010. 2022 waren es noch 44 Filme mit weiblichen Haupt­rollen. In nur drei Produktionen von 2023 waren die Protagonistinnen 45 Jahre oder älter.
spiegel.de, annenberg.usc.edu

Nastassja Kinski will ihre “Tatort”-Nacktszenen von 1977 verbieten lassen.

Nackte Tatortsache: Schauspielerin Nastassja Kinski (links), 63, will dem NDR verbieten lassen, weiterhin Nackt­szenen mit ihr aus der "Tatort"-Folge Reifezeugnis von 1977 zu zeigen, berichtet der "Spiegel". Als damals 15-Jährige hat sie eine 17-Jährige gespielt, die eine Affäre mit ihrem Lehrer hat (Szenenbild rechts). Dabei war Kinski "damals faktisch ohne Begleitung am Set, als die Szenen gedreht wurden", sagt ihr Anwalt Christian Schertz. Eine rechts­wirksame Einwilligung als Minderjährige sei damit "denklogisch ausgeschlossen" gewesen. In ihrem Namen widerruft Schertz Kinskis Einwilligung. Der RBB hat den Film zuletzt Anfang Januar gezeigt. Der NDR teilt mit, weitere Aus­strahlungen seien derzeit nicht geplant.
spiegel.de (€), derstandard.at

(Fotos: Nicole Kubelka / Geisler-Fotopress; dpa / NDR / Picture Alliance)

Zitat: Nico Hofmann will ein Gespür dafür bekommen, wie die junge Generation tickt.

"Wichtig für uns ist, ein Gespür dafür zu haben, wie die jetzige junge Generation tickt, was und warum sie es anschaut."

Produzent Nico Hofmann, 65, verlässt die Ufa und will zusammen mit Beta-Film-Chef Jan Mojto noch einmal durch­starten. Im "FAZ"-Interview von Michael Hanfeld erklären beide, dass sie Projekte mit gesell­schaftlicher "Relevanz" angehen wollen.
faz.net, turi2.de (Background)

Schauspielerin Margot Robbie und Warner Bros vereinbaren “First-Look-Deal”.

Vorfahrt für Warner: Schau­spielerin Margot Robbie und ihre Produktions­firma Lucky­Chap ver­ein­baren mit dem Holly­wood-Studio Warner Bros einen "First-Look-Deal". Der "Barbie"-Star stellt neue Projekte damit zu­erst Warner vor. Robbies Ziel sei es, mehr Filme zu machen, die einen ähnlichen Effekt wie "Barbie" haben.
t-online.de, variety.com

Basta: Ryan Gosling hat sich mit der “Bachelorette” auf seine Rolle als Ken eingestimmt.

Gepflegtes Nichtstun: Schauspieler Ryan Gosling hat sich auf seine Rolle als Ken im "Barbie"-Film vorbereitet, indem er die Dating­show "Bachelorette" angeschaut hat, verrät er im "Variety"-Interview. Wie bei Barbie seien die Männer auch dort allein von der Auf­merk­samkeit der Frau abhängig und würden auf einzelne Merk­male reduziert, etwa der Brillen­träger oder der mit dem Ohr­ring. Das mag charakterlich schmerzen – reicht aber oft schon als Qualifikation für die nächste Reality-Show.
abendblatt.de, variety.com

Zitat: Filmcrews müssen bei Außenaufnahmen umdenken, sagt Green Consultant Tina Siglreithmayr.

"Natürlich hat es einen gewissen Reiz, wenn ich als Schau­spieler:in oder Film­crew nach Süd­afrika oder auf die Malediven fliegen kann, um da tolle Strand­aufnahmen zu machen. Nur in dieser Welt leben wir halt nicht mehr. Wir alle müssen umdenken und es ist wichtig, dass jeder auch für sich darüber nachdenkt."

Tina Siglreithmayr, Green Consultant beim Produktions­dienst­leister Plazamedia, berät Produktions­firmen dabei, wie sie Film-, TV- und Werbeaufnahmen im Studio vor einer LED-Wand nachhaltiger produzieren können als vor Ort. Im turi2-Interview zur Themenwoche Nachhaltigkeit erzählt sie, dass "noch einiges an Aufklärungs­arbeit nötig" sei.
turi2.de (Interview), turi2.de (alle Beiträge der Themenwoche)

Zitat: Studio-Produktionen vor LED-Wand sind effizienter und nachhaltiger als Außendrehs vor Ort, sagt Elfi Kerscher.

"Ohne Cast und Crew irgendwo hinzu­transportieren, können wir eine Szene auf einer Dach­terrasse machen, danach eine am Strand, abends am Lager­feuer und in der nächsten Szene sind wir auf dem Mond."

Elfi Kerscher, Senior Product Manager Virtual Production beim Produktions­dienst­leister Plazamedia, erzählt im turi2-Interview zur Themenwoche Nachhaltigkeit, wie Studio­produktionen mit Setwechsel auf Knopfdruck Außendrehs ersetzen können. Die Aufnahmen vor einer LED-Wand im Studio sind effizienter und nach­haltiger als Produktionen "on Location".
turi2.de (Interview), turi2.de (alle Beiträge der Themenwoche)

Warum in der Ferne filmen? Elfi Kerscher und Tina Siglreithmayr über nachhaltige “Außendrehs” im LED-Studio.


Großes Kino in Parismaning: “Natürlich hat es einen gewissen Reiz, nach Süd­afrika oder auf die Malediven zu fliegen, um da tolle Strand­aufnahmen zu machen. Nur in dieser Welt leben wir halt nicht mehr. Wir alle müssen umdenken”, sagt Tina Siglreithmayr (rechts), Green Consultant bei Plazamedia. Sie berät Produktions­firmen und Sender, wie sie Film-, TV- und Werbe­aufnahmen nachhaltiger produzieren können. Seit knapp einem Jahr betreibt Plazamedia im Münchner Vorort Ismaning dazu das Brixwork-Studio, das auf einer 120 Quadratmeter großen, L-förmigen LED-Wand jeden beliebigen Ort als 3D-Welt ins Studio holen kann. Der “Außendreh” im Studio spart CO2 und macht Produktionen planbarer: “Ich habe hier im Studio die volle Kontrolle über Licht oder Wetter”, erklärt Elfi Kerscher (links), Senior Product Manager Virtual Production. Im Interview mit turi2-Redakteur Björn Czieslik erzählen beide, wie sie Produktionen grüner machen wollen und warum echte Außen­drehs trotzdem bleiben werden.
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Michael “Bully” Herbig setzt Western-Satire “Schuh des Manitu” fort.

Fortsetzung folgt: Regisseur und Schau­spieler Michael "Bully" Herbig gibt seinem Kino­hit "Schuh des Manitu" fast ein Viertel­jahr­hundert nach der Premiere eine Fort­setzung. Herbig führt Regie, am Drehbuch arbeiten außer­dem Christian Tramitz und Rick Kavanian. Die Western-Satire von 2001 verkaufte fast 12 Mio Kino-Tickets. Die Fort­setzung soll 2025 in die Kinos kommen. Constantin Film produziert, RTL ist als Partner an Bord.
spiegel.de

TV-Tipp: “ZDF Magazin Royale” zeigt Animationsfilm zur Entstehung des Grundgesetzes.

TV-Tipp: Das ZDF zeigt morgen um 19.00 Uhr einen Animationsfilm von Jan Böhmermann und Miguel Robitzky zur Entstehungsgeschichte des Grundgesetzes. "Das Grundgesetz der Tiere" erzählt, dass eigentlich Tiere die heimlichen Verfasser des Textes sind, der heute die Grundlage unserer demokratischen Ordnung ist. Prominente wie Bastian Pastewka, Olli Dittrich, Uschi Glas, El Hotzo und Frank Elstner geben den animierten Figuren ihre Stimmen.
presseportal.de, zdf.de (Trailer)

Zitat: Schauspielerin Michaela May kritisiert das Frauenbild im Fernsehen als “unterirdisch”.

"Das Frauenbild im Fernsehen ist unterirdisch, das können doch nicht die einzigen Rollen für eine Frau sein – erst Mutter, dann Oma oder dement."

Schauspielerin Michaela May kritisiert im "SZ Magazin", Sender, Redakteure und Produzenten konzentrierten sich zu Unrecht auf Geschichten junger Menschen. Die einzigen Älteren, die prominent im Fernsehen vorkommen dürften, seien Männer.
sz-magazin.sueddeutsche.de (€)

Lese-Tipp: “Spiegel” liefert Funfacts zu “Kevin allein zu Haus”.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" liefert Funfacts zum Filmklassiker Kevin allein zu Haus. So müssten die McCallisters Hochrechnungen der "New York Times" zufolge heute über ein Jahreseinkommen von ungefähr 665.000 Dollar verfügen, um sich die herrschaftliche Villa im teuersten Vorort Chicagos leisten zu können. Und der Playboy, den der achtjährige Kevin im Film liest, war zwar echt aber zensiert.
spiegel.de

Sänger und Moderator Gunther Emmerlich, 79, ist tot.

Gunther Emmerlich, 79, ist tot. Der Opern­sänger und Moderator starb über­raschend am Diens­tag. Noch wenige Tage zuvor stand er auf der Bühne und war zu Gast beim MDR-"River­boat". Emmerlich gehörte viele Jahre der Dresdner Semperoper an, in den 80ern wurde er im DDR-Fernsehen bekannt. Auch nach der Wende blieb er im TV präsent, moderierte etwa bei ARD und ZDF, und erhielt das Bundes­verdienst­kreuz. Der MDR widmet Emmerlich ab 20:15 Uhr den Mittwoch­abend. MDR-Intendant Ralf Ludwig sagt über den Enter­tainer, er habe "Rund­funk­geschichte mit­geschrieben und geprägt".
presseportal.de, spiegel.de, mdr.de ("Riverboat" vom 15. Dezember, 2-h-Video)

Spanische Journalistin Ruth Baza wirft Schauspieler Gerard Depardieu Vergewaltigung vor.

Neue Vorwürfe: Die spanische Journalistin Ruth Baza wirft dem französischen Schauspieler Gerard Depardieu vor, sie 1995 in Paris vergewaltigt zu haben. Die heute 51-Jährige schildert der Nachrichtenagentur AFP, der Vorfall habe sich auf dem Gelände einer Produktionsfirma ereignet, als sie ihn für das Magazin "Cinemanía" interviewt habe. Gegen den Schauspieler laufen bereits Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigungsvorwürfen.
faz.net, lemonde.fr

Zitat: In Zeiten von TikTok wäre Milli Vanilli kein Skandal mehr, glaubt Matthias Schweighöfer.

"Heute gibt es bei TikTok Leute, die lippen­synchron etwas nachmachen und damit auf einen Schlag mehrere Millionen Menschen erreichen. Deshalb ist es einem 15-Jährigen vermutlich kaum noch zu vermitteln, warum das damals ein Skandal gewesen sein soll."

Schauspieler Matthias Schweighöfer verkörpert im Kinofilm Girl you know it's true den Musikproduzenten Frank Farian (Foto in der Rolle), dessen Erfolgs-Duo Milli Vanilli nie selbst gesungen hat. Der "Süddeutschen" sagt Schweighöfer, ihn fasziniert Farians "fast schon unheimliches Gespür dafür, was die Leute für Platten wollen".
sueddeutsche.de (€), youtube.com (3-Min-Trailer)

US-Schauspieler André Braugher, 61, ist tot.

André Braugher, 61, ist tot. Der US-Schau­spieler starb nach kurzer Krankheit, wie seine Sprecherin mit­teilt. Braugher wurde u.a. durch seine Rolle des Captain Raymond Holt in der TV-Serie "Brooklyn 99" über ein Polizei-Revier in New York City bekannt, in den 90ern spielte er in der Serie "Homicide: Life on the Street" eine Haupt­rolle. Braugher gewann zwei Emmys, 1998 und 2006.
spiegel.de, variety.com

Netflix macht Sehdauer für 18.000 Filme und Serien öffentlich.


Offene Schatztruhe: Der Streaming-Gigant Netflix will transparenter werden und veröffentlicht erstmals detaillierte Nutzungsdaten für fast sein gesamtes Angebot. Zweimal im Jahr will Netflix künftig die Sehdauer für alle Filme und Serien offenlegen, die innerhalb von sechs Monaten weltweit auf mindestens 50.000 Streaming-Stunden kommen. Die Liste für das 1. Halbjahr 2023 umfasst mehr als 18.000 Titel. "Das sind die Daten, auf deren Basis wir unser Geschäft betreiben", sagt Co-CEO Ted Sarandos bei einer Telefon­konferenz. Zugleich relativiert Netflix, dass die Sehdauer in Stunden nicht alleiniger Erfolgs­faktor sei. An der Spitze aller Netflix-Titel stehen die erste Staffel der Actionserie The Night Agent, die zweite Staffel der Dramedy Ginny & Georgia sowie die erste Staffel der koreanischen Drama-Serie The Glory. Laut Netflix entfallen 30 % der Nutzung inzwischen auf nicht-englischsprachige Produktionen, nur 55 % auf Netflix-Eigenproduktionen. Die meistgesehenen deutschsprachigen Produktionen sind die österreichisch-deutsche TV-Serie Totenfrau sowie der Netflix-Film Im Westen nichts Neues. Schon seit 2021 veröffentlicht Netflix wöchentliche Top-10-Listen, jedoch ohne detaillierte Zahlen.
dwdl.de, faz.net, theverge.com, netflix.com

Foto: La Nacion / Zumapress / Picture Alliance

Video-Tipp: HBO-Doku rekonstruiert Y2K-Panik.

Video-Tipp: Die HBO-Doku "Time Bomb Y2K" erzählt von der Angst, dass vier­stellige Jahres­zahlen beim Jahreswechsel von '99 auf 2000 Computersysteme weltweit zum Absturz bringen und die Welt ins Chaos stürzen könnten. Passiert ist das erwiesenermaßen nicht. Ein Trailer gibt erste Einblicke in den Film, der in den USA ab 30. Dezember beim Streamingdienst Max zu sehen ist. In Deutschland laufen HBO-Produktionen meist bei Sky.
youtube.com (2-Min-Video), mashable.com, broadwayworld.com


Kreativ-Verbände fordern mehr Mitsprache bei Reform von ARD und ZDF.

Im falschen Film: Der Bundes­verband Regie und der Deutsche Drehbuch­verband fordern in einem gemeinsamen "Manifest" tief­greifende Reformen bei ARD und ZDF, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". In dem Papier, das im Rahmen der "Televisionale" am Freitag in Baden-Baden vorgestellt werden soll, heißt es: "Obwohl die Zeichen auf Sturm stehen, bewegt sich in den Sendern wenig." Die Kreativen beklagen u.a., dass im "Zukunftsrat" für ARD und ZDF keine Regisseure und Autorinnen vertreten sind und die Sender Kultur­schaffende "in enge, bevormundende Korsette" stecken würden. Die Verbände fordern die Schaffung eines quoten­freien Abends, der "keinerlei Quoten­druck unterliegt" und dem "anspruchs­vollen Fernsehen" gehöre sowie die Rückgabe der Programm­verantwortung an die einzelnen Landes­rundfunk­anstalten. Die Zentralisierung der fiktionalen Produktionen auf die privatwirtschaftlich organisierte Tochterfirma Degeto widerspreche "dem föderalen Grundsatz der bundes­deutschen Medien­ordnung". Daneben wünschen sich die Kreativen von den Sendern eigentlich selbst­verständlich geglaubte Dinge wie "klare Vorgaben" für die Abwicklung von Projekten sowie "verbindliche Termine für Projekt­einreichungen und -entscheidungen".
sueddeutsche.de (€)

Martin Moszkowicz übergibt Constantin-Vorstand an Oliver Berben und will wieder als Produzent arbeiten.

Berben wird erben: Der Vorstands­chef von Constantin Film, Martin Moszkowicz (links), 65, tritt ab. Er lässt seinen Vertrag auf eigenen Wunsch Ende Februar 2024 auslaufen und übergibt die Leitung der Münchner Filmfirma an seinen bisherigen Vize Oliver Berben, 52. Der Sohn von Schau­spielerin Iris Berben ist seit 2017 im Vorstand von Constantin, als Produzent hat er an mehr als 200 Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt. Nach dem plötzlichen Tod von Produzent Bernd Eichinger 2011 hatte Moszkowicz bei Constantin die Chefrolle übernommen. Er ist seit mehr als drei Jahrzehnten im Unternehmen. "Wir haben es lange geplant - jetzt ist die Zeit gekommen für Jüngere", kommentiert er seinen Abschied. Moszkowicz wird ab März 2024 wieder als Produzent für Constantin Film arbeiten, was er in seiner Führungs­rolle vermisst habe: "Ich sehe mich als Coach von Künstlern. Ich habe mich immer mit der Frage beschäftigt, wie Kreativität entsteht und wie man ihr einen Rahmen gibt", sagt er im "FAZ"-Interview. Zu den Vorfällen beim Dreh des Til-Schweiger-Films "Manta Manta – Zwoter Teil" sagt Moszkowicz: "Auch wenn es nur einige wenige sind, die sich bei einer Produktion unwohl fühlen, muss man das ernst nehmen." Constantin Film arbeite an einer neuen Feedback-Kultur, um die Arbeits­bedingungen bei Produktionen zu verbessern. Die früher "sehr hierarchische Aufstellung" in der Film- und Fernsehwelt gehe "ihrem Ende entgegen".
presseportal.de, dwdl.de, sueddeutsche.de, faz.net (Interview mit Moszkowicz, €)

Foto: Mathias Bothor / Constantin Film; Montage: turi2

ARD löscht palästinensischen Film “Wajib” und stößt damit auf Unverständnis.


Übervorsichtig? Die ARD streicht den preisgekrönten palästinensischen Film "Wajib" aus dem Programm und der "Spiegel"-Autor Arno Frank versteht nicht wieso. Auch unter dem Mikroskop sei der Film "alles andere als ein Aufruf zur Gewalt" und keine "palästinensische Propaganda", so Frank. Die ARD teilt mit, "vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Nahost" sei der Film aktuell "nicht richtig im Programm platziert, da er aufgrund seiner Erzählperspektive missverstanden werden könnte".

Christian Granderath, der als Leiter der NDR-Abteilung für Fernsehfilm, Spielfilm und Theater den Film mitfinanziert hat, hält die Löschung des Films "auch im Hinblick auf die Freiheit der Kunst für falsch und nicht gerechtfertigt".
spiegel.de (€)

Foto: picture alliance/Amazon

Zahl des Tages: Bambi-Promis laufen über 300 Meter Roten Teppich.

Zahl des Tages: Stolze 300 Meter lang ist der Rote Teppich bei der Neuauflage der Bambi-Verleihung am Donnerstag­abend, berichtet "Clap" und zeigt Bilder vom Aufbau. Insgesamt wurden im Außen- und Innen­bereich 4.160 Quadratmeter Teppich verlegt. Nach mehr­jähriger Pause geht der Burda-Preis zum 75. Mal über die Bühne – aus der Wolfgang-Petersen-Halle der Bavaria Studios und erstmals bei Sat.1.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Zitat: “Kino ist mehr als Filmeschauen”, meint Grünen-Politikerin Angela Dorn.

"Man erlebt zusammen die großen Gefühle, lacht miteinander, Tränen fließen, man hält den Atem an und, ja, ärgert sich auch mal über den käsigen Duft der Nachos vom Nachbarn. Kino ist mehr als Filmeschauen."

Angela Dorn, grüne Ministerin für Wissenschaft und Kunst in Hessen, antwortet in einem Gastbeitrag für die turi2 edition #22 auf die Frage, was Kino besser kann als ein Film oder eine Serie aus dem Stream. Auf dieselbe Frage reagieren auch Vermarkter Stefan Kuhlow, Journalistin Sabine Horst und Leonine-CEO Fred Kogel.
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen)

Alle Geschichten der turi2 edition #22 – direkt hier im Browser als E-Paper:
 

Zitat: “Es gibt eine Erotik des Close-ups”, sagt Journalistin Sabine Horst.

"Es gibt eine Erotik des Close-ups – schließlich erscheint uns der Mensch auf der Leinwand Wimper für Wimper und Pore für Pore so nah wie eine geliebte Person, in der Umarmung, im Bett. Mobile Screens verzwergen nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Gefühle."

Journalistin Sabine Horst, Leitende Redakteurin von epd Film, antwortet in einem Gastbeitrag für die turi2 edition #22 auf die Frage, was Kino besser kann als ein Film oder eine Serie aus dem Stream. Auf dieselbe Frage reagieren auch Vermarkter Stefan Kuhlow, Politikerin Angela Dorn und Leonine-CEO Fred Kogel.
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen)

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Produktionsfirma von Robert De Niro muss ehemaliger Mitarbeiterin 1,2 Mio Dollar zahlen.

Kein Hero: Die Produktions­firma von Robert De Niro muss der Ex-Assistentin des Holly­wood-Super­stars 1,2 Mio Dollar Schaden­ersatz zahlen, ent­scheidet eine Jury in New York. Graham Chase Robinson warf ihrem ehe­maligen Chef in dem Verfahren vor, sie wegen ihres Geschlechts in dem Job benachteiligt sowie un­angemessen bezahlt und beschimpft zu haben. Zuerst hatte De Niro Robinson verklagt, u.a. wegen angeblich gestohlener Flug­meilen.
tagesschau.de

Basta: Schottische Bahn umwirbt Azubis mit Hogwarts-Express-Strecke.

Nächster Halt, Hogwarts: Der schottische Bahn­betreiber ScotRail lockt Lokführer-Azubis mit einer besonders pittoresken Strecke. Zum Schienennetz gehört das Glenfinnan-Viadukt, über das in den "Harry Potter"-Filmen der Hogwarts-Express rollt. Auch die echten Züge fahren mit Dampfantrieb. Offenbar hofft die schottische Bahn darauf, mit Harry-Potter-Fans im Trieb­fahrzeug den Fachkräfte­mangel einfach wegzaubern zu können.
faz.net

DWDL: Disney-DACH-Chefin Eun-Ky Park verteidigt Streaming mit Werbefinanzierung.

Werbe World: Eun-Ky Park, DACH-Chefin bei Disney, spricht im DWDL-Inter­view mit Thomas Lückerath über das neue werbe­finanzierte Abo bei Disney+. Zum Start habe man "knapp 50 Werbe­kunden" an Bord und sei damit bis Jahres­ende aus­gebucht. Dabei seien u.a. Lego, Mattel, L'Oréal und BMW. Die Akzeptanz von Werbung im Streaming schätz Park in Deutsch­land als hoch ein, "weil wir ein aus­geprägter FreeTV-Markt sind". Sie verkauft es so: "In wirt­schaftlich schwierigen Zeiten geben wir eine neue Option, die Geld spart."
dwdl.de