Zitat: Julian Reichelt sieht eine “wundervolle”, “unbegreifliche” Marktlücke für “Bild Live”.

"Wir sind live, wenn es passiert. Bei uns läuft nicht wie im rbb 'Kochen in Malaysia', wenn in Berlin Zehntausende demonstrieren und einige versuchen, den Reichstag zu stürmen. Das ist eine wundervolle Marktlücke. Dass es die in Deutschland gibt, ist mir allerdings unbegreiflich."

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt sieht seine Truppe von "Bild Live" als "disruptive Kraft" und will einen "hübschen Anteil" des 4,5-Mrd-Werbekuchens für TV erhaschen. "Wo wir Wachstum sehen, investieren wir aggressiver als jeder andere, weil wir bedingungslos an die Marke 'Bild' und ihren Impact glauben", sagt Reichelt im Interview mit "kresspro".
kresspro, Nr. 7/2020 (Paid)

Zitat: Motoröl-Chef Ernst Prost würde in einem Konzern untergehen, glaubt er.

"In einem Konzern mit Managern, Dividenden und Boni würde man über mich wohl sagen: Hau den Typen weg! Aber wir sind Mittelständler. Wir sind, wie wir sind."

Schmiermittel-Hersteller Ernst Prost erklärt wuv.de, wie er Liqui Moly führt. In einer Krise sei der Gewinn die "einzig opferbare Größe" – Menschen, Investitionen und Budgets müssten unangetastet bleiben.
wuv.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Sandra Maischberger hält Podcasts für das bessere Radio.

"Das Radio ist in den vergangenen Jahren unglaublich fade geworden. Als dann die Podcasts kamen, habe ich gejubelt. Die brachten genau das zurück, was ich im Radio vermisst hatte."

Neu-Podcasterin Sandra Maischberger lobt im "Handelsblatt" den Podcast mit Christian Drosten und sagt, dass sie vor Podcasts dazu übergegangen sei, nur noch "Deutschlandfunk und Hörbücher" zu hören.
"Handelsblatt", S. 24

Zitat: Parlamentarier führen sich wie Machos auf, sagt Claudia Roth.

"Wenn eine Abgeordnete redet, egal aus welcher Fraktion, drehen sich viele Männer um, quatschen, hören nicht mehr zu, der Lärmpegel steigt."

Claudia Roth, Grüne und Vize-Bundestagspräsidentin, schreibt in der "Zeit", der Umgang mit Frauen im Parlament habe sich "in vielerlei Hinsicht zum Schlechten gewandelt". Hass-Mails an Politikerinnen sei anderer Hass als der, dem Politiker ausgesetzt sind.
"Zeit" 39/2020, S. 8 (Paid)

Zitat: Event-Lobbyist Jan Kalbfleisch fehlen bei virtuellen Events Emotionalität und Networking.

"Ich selbst schwanke zwischen der apokalyptischen Haltung, dass es nie wieder so sein wird wie vorher und der Hoffnung, dass Live-Kommunikation nach diesen harten Monaten wichtiger werden wird denn je."

Jan Kalbfleisch, Geschäftsführer des Veranstalter-Branchenverbands Famab, sagt im "Horizont"-Interview, virtuellen Events fehlen Emotionalität und Networking. Dennoch seien Livestreams bei Veranstaltungen künftig wohl "das Minimum".
horizont.net (Paid)

Zitat: Kim Kardashian ruft zum Boykott von Instagram und Facebook auf – für einen Tag.

"Ich kann nicht zusehen und still bleiben, während diese Plattformen es weiterhin erlauben, Hass, Propaganda und Falschinformationen zu verbreiten."

Reality-Star Kim Kardashian boykottiert für einen Tag Instagram und Facebook. Sie schließt sich damit dem Aufruf der Aktion #StopHateForProfit an, dem u.a. auch Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence folgen.
instagram.com via spiegel.de, zeit.de

Zitat: Der Herbst mit Corona wird schwierig, prophezeit Bill Gates.

"Diese Kombination aus Pandemie und digitalen Medien, die eine Welle von Verschwörungsdiskussionen losgetreten hat - das ist eine neue Sache."

Bill Gates sagt im "Handelsblatt"-Interview, die positiven Effekte einer Impfung ließen sich nicht so gut erzählen "wie die Angst, die sie erweckt". Er hoffe, dass "Wissenschaft und Fakten" gegen krude Theorien helfen und erwarte einen "schwierigen Herbst".
handelsblatt.com

Zitat: Google und Facebook sind Sklaven ihrer Geschäftsmodelle, sagt Tech-Kritiker Tristan Harris.

"Sie sind wie Geiseln in einem Video von Geiselnehmern, reden sinnloses Zeug. Denn außerhalb der Kamera steht jemand mit einer Waffe und zielt auf ihren Kopf. Die Waffe ist das Geschäftsmodell."

Tristan Harris, Ex-Designethiker bei Google, dann Mitbegründer des Center for Humane Technology, sagt im Interview mit der "Süddeutschen", Google- und Facebook-Manager*innen sähen Plattformen "ausschließlich unter Effizienz-Gesichtspunkten".
sueddeutsche.de

weitere Zitate:
"Unser Vertrauen in Informationen kollabiert. Das ist viel wichtiger als die Frage nach Farben und Benachrichtigungen auf unseren Handys."

"Wenn Sie nicht für das Produkt bezahlen, sind Sie selbst das Produkt. 'Gratis' ist das teuerste Geschäftsmodell."

"Facebook ist eine Maschine, die die Demokratie tötet. Und dagegen tut der Konzern nichts, es ist ja sein Geschäftsmodell. Er müsste den Nachrichten-Feed oder die Werbung für längere Zeit abschalten, zumindest während Wahlkämpfen."

Zitat: Thomas Vašek erklärt den neuen Anspruch des Magazins “Hohe Luft”.

"Für die akademische Welt und die Feuilletons muss die Philosophie immer etwas Erhabenes sein – schwierig, nicht für jedermann verständlich, eine exklusive Veranstaltung."

"Hohe Luft"-Chefredakteur Thomas Vašek erklärt im gemeinsamen "Horizont"-Interview mit Vize Rebekka Reinhard und Verlegerin Katarzyna Mol-Wolf den neuen Anspruch des Philosophie-Magazins. "Hohe Luft" soll nach dem Relanuch keine Zeitschrift auf "akademischem Top-Level" sein, "sehr wohl aber ein Heft, das klug ist".
horizont.net, turi2.de (Relaunch)

Zitat: WDR-Chef Tom Buhrow sieht “Haltung” in Redaktionen skeptisch.

"Ich habe das als gelernter Nachrichtenmann immer ein wenig als Feigenblatt empfunden – als Mittel, die Meinung durch die Hintertür in die Berichterstattung zu führen."

WDR-Chef Tom Buhrow reagiert empfindlich auf den Begriff "Haltung", sagt er der "FAZ". Meinung sei im Journalismus zwar erlaubt und wichtig, müsse aber deutlich als solche gekennzeichnet sein.
"FAZ" S. 15 (Paid)

Zitat: Metro-Chef Olaf Koch hält nichts von Kursschwenks wegen Corona.

"Gastronomie und Tourismus haben in den vergangenen Monaten extrem gelitten. Das ändert aber wenig am langfristigen Trend: Die Menschen werden sich auch in Zukunft weiter in Bars und Restaurants treffen, der Außer-Haus-Konsum wächst."

Der scheidende Metro-Chef Olaf Koch sagt der "Wirtschaftswoche", Unternehmen wie das seine sollten in der in der Coronakrise "nicht hektisch umsteuern", sondern den mit ihnen verbundenen Branchen helfen.
wiwo.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: “SZ”-Geschäftsführer Stefan Hilscher schielt nicht nur auf Reichweite.

"Sie werden auf der Website täglich Geschichten finden, die interessant, aber keine Reichweiten-Könige sind. Und das muss so sein. Wenn man zu sehr nur auf Reichweite zielt, geht auf längere Sicht das Gespür für Qualität verloren."

Stefan Hilscher, Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags, sagt im "Horizont"-Interview, dass es auf die richtige Themen-Mischung ankommt, über die nicht er, sondern die Redaktion entscheidet.
"Horizont" 37/2020, S. 12 (Paid)

Zitat: Miriam Meckel sagt, wir müssen uns auf dauerhafte Veränderung einstellen.

"Wir müssen uns darauf einstellen, dass es das Normale nicht gibt. Es gibt auch nicht das neue Normale, sondern es gibt nur die dauerhafte Veränderung."

Miriam Meckel sagt im Podcast von Gabor Steingart, dass die Digitalisierung und Corona gezeigt haben, dass unsere Gesellschaft die Fähigkeit entwickeln muss, sich permanent auf Neues einzustellen.
thepioneer.de (32-Min-Audio)

Zitat: DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta will Güterverkehr auf der Schiene vereinfachen.

"Früher brauchte man viele Kunden und Waren, bis ein Zug zusammengestellt und gefahren wurde. Heute drehe ich den Prozess um. Wir fahren immer – auch mal mit weniger Wagen."

Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sagt im Interview mit der "Wirtschaftswoche", Güterverkehr auf der Schiene muss einfach sein, um Marktanteile gegenüber dem Lkw zu gewinnen.
wiwo.de (Paid)

Zitat: Laut EU-Kommissarin Margrethe Vestager arbeitet ihre Behörde mit “Lichtgeschwindigkeit”.

"Wir brauchen derzeit im Mittel 13 Tage von der Anmeldung bis zur Genehmigung – das ist Lichtgeschwindigkeit für die Beihilfenkontrolle."

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagt im "Handelsblatt"-Interview, die EU verzögere keine Corona-Hilfsprogramme. Allgemeine Maßnahmen wie Kurzarbeit oder die Mehrwertsteuer-Senkung seien gar kein Fall für die Wettbewerbshüter.
handelsblatt.com

Zitat: Julian Reichelt über die “Bild”-Entscheidung im Fall Solingen.

"Auch die Ermittlungsbehörden waren der Meinung, dass es der Erhellung dieses Falls und im öffentlichen Interesse angemessen ist, daraus zu zitieren."

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt rechtfertigt die Berichterstattung seiner Zeitung im Mordfall Solingen damit, die Redaktion sei "zu einer ähnlichen Einschätzung wie die Ermittlungsbehörden gekommen" - deren Verantwortung der des Pressekodex "ähnelt und ähneln sollte".
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Zitat: Marina Weisband hält Web-Teaser für ein eigenes Genre – und ein Problem.

"Ich kann nicht 200 Euro im Jahr für jede einzelne Zeitung ausgeben, aus der ich hin und wieder einen Online-Artikel lese."

Ex-Piratin und DLF-Autorin Marina Weisband ärgert sich über reißerische Vorspänne in Online-Medien. Wegen der Paywalls würden vielfach nur Teaser gelesen. Sind die zum Beispiel rassistisch, kann das auch ein differenzierter Artikel nicht entschuldigen, findet Weisband.
deutschlandfunk.de

Zitat: Christian Drosten kann sich notfalls eine kürzere Quarantänezeit vorstellen.

"Das ist schon, sagen wir mal, eine steile These, dass man sagt, nach fünf Tagen ist eigentlich die Infektiosität vorbei."

Virologe Christian Drosten erwägt im "Coronavirus-Update"-Podcast von NDR Info notfalls die Verkürzung der Quarantänezeit auf fünf Tage - die "Schmerzgrenze der Epidemiologie".
tagesspiegel.de (Zusammenfassung), ndr.de (105-Min-Audio)

Zitat: Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens fühlt sich wie ein Kriegsreporter.

"Ich habe mal angefangen, weil ich erzählen wollte, wie schön die Welt ist. Und inzwischen fühle ich mich wie ein Kriegsberichterstatter."

Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens sagt im "journalist-Interview, es sei frustrierend, dass es seitens der Politik auf die "Ökokrise" überhaupt "keine angemessenen Reaktionen" gibt. Klimaleugnern sollten Medien kein Forum geben, fordert er.
journalist.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Dirk Steffens im TV-Fragebogen.

Zitat: Influencer*innen bleiben als Quelle im Kopf, sagt Michalis Pantelouris.

"Die Verbindung von einem Medium zu einer Information ist nah an nicht existent, die von einer – ich nehme an: verehrten – Person zu einer Information ist unauslöschbar."

Journalist Michalis Pantelouris wundert sich über die Fähigkeit seiner beiden Töchter, sich Quellen vorwiegend dann merken zu können, wenn die Informationen von Influencer*innen kommen.
uebermedien.de (Paid)

Zitat: “Mopo”-Chefredakteur Maik Koltermann hat nur bei Bier Schaum vorm Mund.

"Schaum vorm Mund habe ich höchstens mal nach einem Feierabend-Bier. Davor ist es mein Ziel, pointiert und meinungsstark zu formulieren."

Maik Koltermann, Chefredakteur der "Hamburger Morgenpost", sagt im "Horizont"-Interview, dass wer sich klar positioniert, auch mal anderen auf den Schlips tritt. Den Begriff "Boulevard" hält er für "vorbelastet".
horizont.net (Paid)

Zitat: NDR-Hörfunkchefin Katja Marx bevorzugt Fragen, bei denen die Antwort unbekannt ist.

"Interviewer könnten aus dem Podcast lernen, wie wichtig es ist, Fragen zu stellen, deren Antworten man nicht schon vorher kennt. Experten können daraus lernen, auch mal zuzugeben, dass man nicht alle Antworten weiß."

NDR-Hörfunkdirektorin Katja Marx sagt im "taz"-Interview, dass das Coronavirus-Update deshalb so erfolgreich ist, weil der Podcast jemanden auf der Suche nach Antworten begleitet, der noch dabei ist, sich die Fakten zu erschließen.
taz.de

Zitat: Steffen Hallaschka will nicht jede Krawall-Geschichte bringen.

"Man darf nicht jede Geschichte erzählen, nur weil sie Krawall und Effekt verspricht."

"stern TV"-Moderator Steffen Hallaschka sagt im Teleschau-Interview, dass seine Redaktion "feine Antennen" dafür hat, "was Menschenwürde bedeutet". Die verspätete Jubiläumssendung am 2. September moderiert er zusammen mit Günther Jauch vor Publikum, das zuvor auf Corona getestet wird.
showcase.teleschau.de

Zitat: Journalist und Schriftsteller Birk Meinhardt über die Kunst des Redigierens.

"Natürlich, jeder, der ein bisschen Wert auf seine Texte legt, ist eigen. Aber eine Zumutung wird es, wenn Redigieren in Zensieren umschlägt."

Journalist und Schriftsteller Birk Meinhardt spricht im "Zeit"-Interview über seine Arbeit bei der "Süddeutschen Zeitung", die aus seiner Sicht nicht immer glücklich verlief - nicht nur aufgrund des Redigiert-Werdens.
zeit.de (Paid)

Zitat: Nerds sind die Opernbesucher des Gamesmarkts, sagt Kulturrat Olaf Zimmermann.

"Es gibt in jedem Bereich eine Hochkultur. Bei Games sind das die Nerds, die sich jedes neue Spiel in einem persönlichen Wettkampf erobern. Das sind die Opernbesucher des Gamesmarkts."

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, sagt im "Tagesspiegel"-Interview, dass Games zur Konsumkultur inzwischen dazugehören wie das Kino.
tagesspiegel.de

Zitat: Leslie Malton kritisiert genderneutrale Preise der Berlinale.

"Die Berlinale versucht mit ihrer Entscheidung politisch korrekter zu sein als korrekt und erweist den wichtigen Zielen zur Erreichung von Gender- und Diversitätsgerechtigkeit im wahrsten Sinne des Wortes einen Bärendienst."

Leslie Malton, Schauspielerin und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Schauspiel, ist nicht glücklich über die Pläne der Berlinale, genderneutrale Preise einzuführen. Auch Pro Quote übt Kritik: Sinnvoller sei ein Preis für "gendersensible Darstellung".
dwdl.de, turi2.de (Background)

Zitat: Matthias Schweighöfer kann nur Unterhaltung, Schule ist nicht sein Ding.

"Corona war gruselig für unsere Unterhaltungs­branche. Ich bin nicht gut in handwerklichen Tätigkeiten oder so etwas, ich kann nur Unterhaltung und die Branche war über Wochen tot."

Schauspieler und Produzent Matthias Schweighöfer sagt im "Emotion"-Interview, dass er seinen Kindern auch beim Homeschooling keine große Hilfe ist und Elternabenden lieber fern bleibt.
"Emotion" 9-10/2020 (Vorabmeldung)