Zitat: Imre Grimm beklagt unkritischen Sportjournalismus und lobt Esther Sedlaczek.

"Kaum jemand im öffentlichen Leben reagiert so dünnhäutig, so empfindlich auf kritische Nachfragen wie Fußball­profis und Sport­funktionäre."

RND-Journalist Imre Grimm kritisiert, dass "strenger Sport­journalismus" in der öffentlich-rechtlichen Live-Bericht­erstattung selten geworden ist. Lob hat er für ARD-Moderatorin Esther Sedlaczek, die als WM-Reporterin "auf alte Tugenden des Journalismus zurückgreift".
rnd.de

Zitat: Die Nutzung des Video-Textes steigt durch den Krieg, beobachtet Stephan Grünewald.

"Die Leute schauen weniger 'Tagesschau' und 'heute'. Viele nutzen stattdessen den kurzen Videotext, weil er nicht mit erschütternden Kriegsbildern konfrontiert.
"

Marktforscher Stephan Grünewald beobachtet schon seit dem Mai eine Art kollektive Kriegs-Verdrängung. Im Interview in den turi2 Agenda-Wochen analysiert er unseren Umgang mit dauernder Alarmstimmung im Alltag.
turi2.de, turi2.de/agenda2023 (alle Agenda-Beiträge)

Zitat: Redaktionen müssen junge Menschen auch ohne Studium abholen, sagt Isabell Beer.

"Man traut jungen Menschen nicht zu, nach der Schule ohne Studium Journalist zu werden – und wundert sich dann, dass man junge Menschen nicht mehr erreicht."

Investigativ-Journalistin Isabell Beer fordert im turi2-Interview, dass Redaktionen sich stärker öffnen. Dafür reiche es nicht, Nicht-Akademikerinnen einzustellen, "sondern Redaktionen müssen auch ein Umfeld schaffen, in dem man sich wohl fühlt".
turi2.de

Zitat: Evelyn Palla will Bahn-Kundschaft besser informieren.

"Wir haben nicht nur einen Tarif­dschungel, sondern auch einen App-Dschungel."

DB-Regio-Chefin Evelyn Palla sagt im Interview mit der "FAZ", es sei für sie eine "Herzens­angelegenheit", ihre Kunden besser zu informieren. Ein Problem sei aber die komplizierten Strukturen im Regional­verkehr: "Es gibt unzählige Apps, die im Nahverkehr eigene Lösungen bieten und Tickets für den eigenen Verbund­raum anbieten."
faz.net (€)

Zitat: “Titanic”-Chefredakteurin Julia Mateus hält Satire meistens für folgenlos.

"Was mit den sozialen Medien stärker geworden ist, dass Leute die Deutungs­hoheit darüber haben wollen, was als Humor gelesen wird."

Die neue "Titanic"-Chef­redakteurin Julia Mateus zeigt sich unbeeindruckt von der Internet-Bubble, die sich über die Texte des Satire-Magazins aufregt. Sie glaube sowieso nicht, dass Satire "wirklich etwas verändern kann".
sueddeutsche.de (€)

Zitat: Hubertus Heil vermisst Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen zu Sozialwahlen.

"Mich stört, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland sich in Teilen weigert, darüber zu berichten oder auch Werbung für Sozialwahlen auszustrahlen. Das ist auch jenseits jeglicher Vernunft, denn es ist ein Stück konstitutiver Demokratie."

Arbeitsminister Hubertus Heil wirft bei einer Veranstaltung der Deutschen Rentenversicherung ARD und ZDF vor, die anstehenden Sozialwahlen nicht ausreichend zu thematisieren. Er werde versuchen, "das denen einmal beizubiegen". "Ich bin ein großer Fan des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, aber bei dem, was die gerade so für Debatten haben, sollten sie sich vielleicht einmal auf das Wesentliche konzentrieren", sagt er.
welt.de

Zitat: Io Görz kritisiert Lokalredaktionen als zu “cis, weiß, hetero”.

"Gerade der Lokal­journalismus rühmt sich gerne, ganz nah dran zu sein am Menschen, aber da lügen wir uns in den Redaktionen schon teilweise etwas in die Taschen. Dort gibt sich die Mehrheits­gesellschaft die Klinke in die Hand – cis, weiß, hetero."

Redaktionen müssen offener werden für Lebens­läufe, "die nicht geradlinig sind", schreibt Io Görz, Chefredakteur*in von infranken.de, im Gastbeitrag für die turi2 Agenda-Wochen. Der Weg zu mehr Vielfalt im Lokal-Journalismus sei noch weit und holprig, aber zumindest gehen ihn viele Medien, meint Görz.
turi2.de, turi2.de/agenda2023

Zitat: Samira El Ouassil wundert sich über “seltsame Ramschangst” bei Einbürgerungs-Debatte.

"Wer vor der Verramschung der deutschen Staatsbürgerschaft warnt, hält die Nationalität offenbar für ein exklusives Konsumerlebnis – und fürchtet, dieses würde ihm weggenommen."

Samira El Ouassil wundert sich in ihrer "Spiegel"-Kolumne zur Diskussion um die Einbürgerung über eine "seltsame Ramschangst derjenigen, die sich selbst als nationale Türsteher inszenieren und fordert "mehr Ramsch für alle".
spiegel.de

Zitat: Dirk Steffens würde sich nicht an einer Straße festkleben.

"Ich habe nicht vor, mich demnächst auf irgendeiner Straße festzukleben. Das ist nicht mehrheitsfähig. Und deshalb auch nicht zielführend."

Naturfilmer Dirk Steffens plädiert im turi2-Interview im Rahmen er Agenda-Wochen für eine seriöse, sachliche und unideologische Klima-Berichterstattung. Er findet es aber auch in Ordnung, wenn Medienschaffende ihrem Gewissen folgen und "mal auf einer Demo mitlaufen, sich in einer NGO engagieren".
turi2.de, turi2.de/agenda2023

Zitat: Medien werden sich weiter tiktokisieren, sagt Johanna Rüdiger.

"Kurze, personalisierte News-Formate im TikTok-Story­telling werden wir künftig überall sehen. Creators haben es vorgemacht, viele Medien­häuser werden folgen."

Die Standort­initiative Next Media Hamburg fragt Expertinnen nach den Medien­trends für 2023. Die Social-Media-Koordinatorin der Deutschen Welle, Johanna Rüdiger, glaubt an den Vormarsch der kurzen Videos auch in klassischen Medien.
nextmedia-hamburg.de

Zitat: Alexander Bilgeri will Diskussion über BMW in Social Media nicht anderen überlassen.

"Wenn wir Teil des Diskurses sein wollen, dürfen wir die Räume, in denen über uns gesprochen wird, nicht unkommentiert anderen überlassen."

BMW-Kommunikator Alexander Bilgeri gefällt die Möglichkeit, über Social Media "unsere Positionen ungefiltert an die Menschen" zu bringen, sagt er im "Horizont"-Interview. Dafür nimmt in Kauf, dass die eigene Position auch mal "nicht wertgeschätzt wird und uns der Wind ins Gesicht bläst".
"Horizont" 48-49/2022, S. 26 (€), turi2.de (Background)

Zitat: Influencer brauchen einen Kodex, glaubt Louisa Dellert.

"Ein Kodex wäre eine Hilfe, aber momentan scheitert die Branche schon daran, einen einheitlichen Verband zu gründen."

Influencerin Louisa Dellert spricht sich im Interview mit Business Insider für ein Presse­kodex-Äquivalent für Content Creators aus. Sie fordert zudem mehr Medien­bildung an Schulen, weil dies "am Ende des Tages auch für unser Demokratie­verständnis essenziell sein wird".
businessinsider.de (€)

Zitat: Sebastian Kurz beklagt fehlende Unschuldsvermutung in seinem Fall.

"Natürlich ist es eine Kampagne gegen mich, weil man mich in Wahlen nicht schlagen konnte. Die Unschuldsvermutung steht in der Verfassung, aber Realität ist sie nicht."

Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz nimmt im "stern"-Interview die Opfer­rolle ein. Aussagen seines Ex-Vertrauten Thomas Schmid als Kronzeuge blicke er "gelassen" entgegen, weil er sich nichts Straf­rechtliches zu Schulden habe kommen lassen.
presseportal.de, stern.de (€)

Zitat: Henning Beck beobachtet eine “Gegen­bewegung zur Wissenschaft”.

"Ich habe den Eindruck, wir erleben momentan eine Gegen­bewegung zur Wissenschaft."

Henning Beck, Neuro­wissenschaftler, Autor und Science-Slammer, sagt im turi2 Wissen-Podcast, dass immer häufiger Menschen "offensichtliche wissenschaftliche Erkenntnisse ablehnen".
turi2.de, turi2.tv (direkt zur Gegenbewegung), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Zitat: Helmut Hartung trauert der Medienseite des “Tagesspiegels” nach.

"Es ist nahezu sträflich, wenn sich eine Zeitung, die auch über­regional wahr­genommen wird, von einer seiner Kern­kompetenzen verabschiedet."

Medienpolitik.net-Chefredakteur Helmut Hartung bedauert das Verschwinden der Medien­seite im "Tagesspiegel". Die Zeitung wider­spricht: Das bisherige Team recherchiere weiter in bewährter Weise, "tägliche Medienseiten und Medienberichte" würden in anderen Ressorts veröffentlicht. Das neue Tabloid-Format der Zeitung startet morgen.
medienpolitik.net, turi2.de (Background)

Zitat: Tom Buhrow hat sich “entschlossen hinter den fahrenden Zug geworfen”, sagt Lutz Hachmeister.

"Das alles wirkt wie ein Stück aus Schlumpfhausen."

Medienforscher Lutz Hachmeister sagt im "Handelsblatt"-Interview, der kommissarische ARD-Vorsitzende Tom Buhrow habe sich mit seiner Reform-Rede als Privatmann "entschlossen hinter den fahrenden Zug geworfen". Es wirke "auch etwas komisch, wenn jemand sehr spät entdeckt, dass er selbstständig denken kann".
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Zitat: Alice Schwarzer fühlt sich zu unrecht missverstanden.

"Ich finde es bemerkenswert, dass man mich so gerne missversteht, weil ich ja alles aufschreibe. Und man es nachlesen kann. "

Alice Schwarzer erzählt im Interview mit dem "SZ-Magazin", dass sie sich oft diskreditiert fühle, die Klischees über Feministinnen "zum Kotzen" finde und sich als Journalistin mit ihrem "feministischen Engagement oft verbrannt" habe.
"SZ-Magazin" 47/2022 S. 18 (€)

Zitat: Alice Schwarzer sieht eine Diskrepanz zwischen der Gleichberechtigung auf dem Papier und in den Köpfen.

"Eine Frau kann zwar Kanzlerin werden, gleichzeitig hängen die jungen Mädchen aber an Influencerinnen, die ihnen weismachen: Dein Körper muss perfekt sein!"

Alice Schwarzer sagt im "Teleschau"-Interview, dass bei der Gleich­berechtigung "der äußerliche Fortschritt manchmal schneller gewesen ist als der innerliche". Sie mache auch Zugeständnisse an Normen der Weiblichkeit, wenn sie sich vor einem Interview um ihr Aussehen kümmere.
teleschau.de

Zitat: Christian Drosten hat sich von Twitter verabschiedet.

"Das digitale Leben interessiert mich nicht mehr."

Virologe Christian Drosten, zu Pandemie-Hochzeiten ein Twitter-Intensiv-Nutzer, sagt im "Zeit"-Interview, dass er beim Kurz­nachrichten­dienst schon "seit Monaten gar nicht mehr rein­geguckt" hat. Er habe statt­dessen digital drei Zeitungen abonniert und genieße "diesen journalistischen Filter sehr".
zeit.de (€)

Zitat: Wolfgang Kubicki vermisst WM-Konsequenz bei ARD und ZDF.

"Wenn die Öffentlich-Rechtlichen dauernd erklären, die Menschen sollten sich nicht die Fußball­spiele anschauen – warum über­tragen sie sie dann noch?"

FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagt im Interview bei Welt-TV, er fände es ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Katar, wenn ARD und ZDF den Bildschirm schwarz ließen.
welt.de (6-Min-Video, WM-Aussage ab 4:46 Min)

Zitat: Micky Beisenherz wünscht sich ein “Restgewissen” von Elon Musk.

"Der Twittervogel befindet sich mittlerweile in einem problematischeren Umfeld als die Meisen in Gerhard Schröders Garten."

Entertainer Micky Beisenherz spottet in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen" über das Twitter-Chaos seit der Übernahme durch Elon Musk. "Weniger lustig ist all dies aber, wenn man sich vor Augen führt, von welch immenser Bedeutung der digitale Vertriebsweg Twitter für die Belange der Ukraine oder den Support der iranischen Revolution ist", gibt er aber auch zu bedenken. Er selbst wird wohl weiter auf der Plattform bleiben.
sueddeutsche.de

Zitat: Die “Zeit” veröffentlicht einen Auszug aus den Memoiren Theo Sommers.

"Journalismus ist Dienst an der Öffentlichkeit. Wohl tragen wir Warzen im Gesicht und Narben am Körper. Wir schwanken zuweilen zwischen Anpassung und Anmaßung. Manche unter uns neigen zur Skrupel­losigkeit. Alles in allem brauchen wir uns des Dienstes indes nicht zu schämen, den wir der Gesellschaft, dem Gemein­wesen leisten."

Diese Sätze stammen aus den Memoiren des verstorbenen Ex-"Zeit"-Heraus­gebers Theo Sommer, die am 24. November erscheinen. Die "Zeit" veröffentlicht vorab einen Auszug.
zeit.de (€), turi2.de (Background)

Zitat: Luisa Neubauer braucht bei Klimaschutz keine Gegenposition in den Medien.

"Wir haben keine einzige Markus-Lanz-Sendung mehr Zeit, uns in Klima­illusionen, Märchen, Verherrlichung und Populismus zu verstricken."

Luisa Neubauer kritisiert im RND-Podcast "Geyer & Niesmann", dass Journalisten wie Markus Lanz in Interviews mit Klima­schützerinnen bewusst eine Gegen­position einnehmen. So würde die Wahrheit "Aktivistinnen und Aktivisten als radikale Einzelmeinung ausgelegt".
rnd.de

Zitat: DJV-Chef Frank Überall spricht sich für einen “runden Tisch”, aber gegen “Zerstörungs­phantasien” aus.

"Ein 'runder Tisch'“ kann nur erfolgreich sein, wenn er sich nicht fundamentalen Zerstörungs­phantasien hingibt oder die Angebote der Sender in mediale Nischen abschieben will."

DJV-Chef Frank Überall kritisiert in seinem "FAZ"-Gast­beitrag den "Privatmann Tom Buhrow". ARD und ZDF müssten sich "immer wieder neu erfinden", doch dürften in der Diskussion "markt­geile Fundamentalisten und populistische Vielfalts-Gegner nicht die Oberhand gewinnen".
faz.net (€)

Zitat: Für Künstler-Agentin Heike-Melba Fendel ist unsere Gegenwart derzeit “hollywoodesker als Hollywood”.

"Wenn vor fünf Jahren ein Autor oder eine Regisseurin gesagt hätte, ich erzähl mal eine Geschichte über eine Pandemie bei gleichzeitigem Krieg und Weltuntergang durch Klimakatastrophe, hätte jeder Produzent gesagt, nee, lass mal stecken. Das ist mindestens eins zu viel."

Künstler-Agentin Heike-Melba Fendel sagt im "Manager Magazin", dass unsere Gegenwart derzeit "hollywoodesker als Hollywood" ist. Die filmische Wirklichkeit hechele wegen langer Produktionszeiten der Realität hinterher.
manager-magazin.de (€)

Zitat: Kommunikation muss bei wichtigen Entscheidungen mit am Tisch sitzen, findet Monika Schaller.

"Damit Kommunikation ihren Beitrag leisten kann, muss sie am Tisch sitzen, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden. Sonst holt sie am Schluss nur die Kartoffeln aus dem Feuer. Das führt zu Frust auf allen Seiten."

Monika Schaller, Kommunkationschefin der Deutsche Post DHL Group, sagt im turi2-Interview, dass gute Kommunikation langfristige Strategie mit kurzfristiger Flexibilität verknüpft. Passiert etwas Unvorhergesehenes – wie Corona oder der Ukraine-Krieg – müsse man schnell neu priorisieren.
turi2.de

Zitat: Matthias Brüll beobachtet eine “irrationale Preis­aggressivität” bei Pitches.

"Es gab auch früher schon eine irrationale Preis­aggressivität bei Pitches, aber was wir heute sehen, hat eine neue Dimension. Da wird mit aller Gewalt versucht, ein altes Geschäfts­modell zu befeuern, das eigentlich nicht mehr zeitgemäß ist."

Mediaplus-Chef Matthias Brüll kritisiert bei "Horizont" den "irren Preiskampf" bei Pitches sehr großer Klassik- und insbesondere TV-Etats.
horizont.net (€)

Zitat: “Cui Bono”-Macher Khesrau Behroz wünscht sich, dass Podcasting Wild-West-Attitüde behält.

"Im Kern wird Podcasting immer auch ein bisschen Wilder Westen sein, weil das die Genese dieses Mediums ist. Das müssen wir uns bewahren, weil daraus seine Innovationskraft entsteht."

Journalist Khesrau Behroz hat eine zweite Staffel des "Cui Bono"-Podcasts produziert, die sich mit dem YouTuber Drachenlord befasst und ab heute erscheint. Im Interview mit der "Süddeutschen" begrüßt er es, dass sich die Podcast-Szene mehr und mehr professionalisiert.
"Süddeutsche Zeitung", S. 19 (€)

Zitat: Leon Goretzka will Bewusstsein für “west­europäischen Blick auf Katar” herstellen.

"Unser Blick auf Katar ist ein west­europäischer Blick – wir dürfen nicht selbst­verständlich davon ausgehen, dass uns da alle Welt folgt."

Fußball-National­spieler Leon Goretzka sagt im "stern"-Interview, dass es richtig sei, die WM nicht zu boykottieren, sondern in Katar "für unsere Werte einzutreten". Wenn freiheitlich-demokratische Länder fern­blieben, überließen sie anderen Staaten die Bühne.
stern.de (€), presseportal.de

Zitat: Daniel Rosemann fordert Verschlankung von ARD und ZDF.

"Mich ärgert, dass ZDFneo uns US-Primetime-Videos wegkauft, die dann in der late night versendet werden."

ProSiebenSat.1-Senderchef Daniel Rosemann fordert bei einer Diskussionsveranstaltung zur Zukunft von ARD und ZDF eine Verschlankung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und fragt BR-Intendantin Katja Wildermuth: "Wo steht denn, dass öffentlich-rechtlich immer wachsen muss?".
faz.net

Zitat: Charlotte Maihoff warnt vor “Quatsch-Diskussionen” als Strategie.

"Es ist auch eine Strategie, den Gegner ständig mit Quatsch-Diskussionen zu beschäftigen und künstlich in Erregung zu halten. Wir sollten darauf nicht reinfallen."

RTL-Moderatorin Charlotte Maihoff sagt im "W&V"-Interview, dass es angesichts von Fake-News-Kampagnen im Netz gilt, "die Balance zu halten zwischen Blocken, Gegen­halten mit Fakten und auch einfach mal stoisch Ignorieren".
wuv.de

Zitat: Warum Eckart von Hirschhausen sich von der Bühne verabschieden möchte.

"Ich bin nicht mehr der Gleiche wie vor zehn Jahren und die Welt ist auch nicht mehr die Gleiche wie vor zehn Jahren."

Moderator und Kabarettist Eckart von Hirschhausen kündigt im Gespräch mit der dpa sein Karriere-Ende auf der Bühne an. Er wolle nun "den relevantesten Beitrag leisten zur Gesunderhaltung von Mensch und Erde" und dafür mit seiner Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen mehr Zeit haben.
t-online.de

Zitat: Waslat Hasrat-Nazimi kritisiert “Schubladendenken” in der Afghanistan-Berichterstattung.

"In der westlichen Presse herrschte Schubladen­denken: Afghanische Männer waren die unzivilisierten Bösen und afghanische Frauen die armen Opfer."

Die afghanisch­stämmige DW-Journalistin Waslat Hasrat-Nazimi gibt dem westlichen Journalismus eine Mit­schuld an der Macht­übernahme der Taliban in Afghanistan. Es sei nur eine sehr gebildete Minderheit der Bevölkerung zu Wort gekommen angesichts eines "Unvermögens, mit Menschen zu sprechen, die für etwas anderes stehen als wir hier in Deutschland".
sueddeutsche.de

Zitat: Unternehmens­kommunikation ist politischer geworden, beobachtet Monika Schaller.

"Unternehmens­kommunikation ist deutlich politischer geworden. Gleichzeitig müssen wir als globales Unternehmen berücksichtigen, dass es zu manchen Themen verschiedene Sichtweisen auf der Welt gibt."

Monika Schaller, Kommunikationschefin der Deutschen Post DHL Group, sagt im turi2-Interview, dass es seit dem Ukraine-Krieg wichtiger geworden ist, Haltung zu zeigen und den "richtigen Ton zu treffen". Dabei könnten sich Vertreter des Unternehmens klarer äußern, als der Konzern im Ganzen.
turi2.de

Zitat: Die Debatte um “Die vierte Gewalt” ist für Bernhard Pörksen “auf erschütternde Weise lehrreich”.

"Meine Befürchtung ist jedenfalls, dass der Journalismus, je massiver und mächtiger die populistische Medienkritik in der gesellschaftlichen Mitte wird, in Gefahr gerät, auf die Konsens-Skandalisierung und die Einseitigkeitsvorwürfe von Leuten hereinzufallen, die ihre eigene Agenda haben."

Bernhard Pörksen findet die Medienkritik von Richard David Precht und Harald Welzer in Die vierte Gewalt falsch, die Debatte über ihr Buch sei aber "auf erschütternde Weise lehrreich", schreibt er im "Spiegel".
spiegel.de (€)

Zitat: Für Yuval Noah Harari sind Unternehmen mächtige Erzählungen.

"Die größten Geschichten­erzähler der Welt sind nicht die, die den Nobelpreis für Literatur gewinnen, sondern die Leute, die große Unternehmen betreiben."

Universal­historiker Yuval Noah Harari sagt im "Geo"-Interview mit Dirk Steffens, dass große Unternehmen wie Google im Grunde nur mächtige juristische Fiktionen seien. "Google ist nirgends, und man kann es auch nicht sehen. Es gibt nur diese Google-Geschichte in unseren Köpfen", sagt er.
geo.de (€)

Zitat: Patrick Beuth rät dazu, sich schnell noch bei Twitter anzumelden.

"Heute ist der beste aller Tage, um sich bei Twitter anzumelden. Wann sonst hat man die Gelegenheit, eine derart epische Abriss­party mitzufeiern?"

Für Spiegel-Redakteur Patrick Beuth ist das, was bei Twitter abgeht, ein "spektakulärer Zirkus" – aber auch ein "historischer Moment, der viel über die Social-Media-Welt und ihre Mechanismen offenbart".
spiegel.de

Zitat: Filmproduzent Günther Rohrbach empfiehlt ARD & Co die Rückbesinnung auf Qualität.

"Niemand wird einer uninteressanten Sendung, die er glücklicherweise versäumt hat, auf der Mediathek nachspüren wollen."

Filmproduzent Günther Rohrbach empfiehlt den Öffentlich-Rechtlichen, sich auf "die Qualitäten zu besinnen, die sie groß gemacht haben" und weniger Imitation privater Programminhalte. Üppige Pensionen hält Rohrbach für das "Bleigewicht der Sender", die Kriterien zur Berufung von Intendanten für reformbedürftig.
welt.de

Zitat: Thomas Gottschalk bräuchte keine zwei öffentlich-rechtlichen TV-Sender.

"Das ZDF versucht, die Konkurrenz mit Krimis zu vernichten, und die ARD rettet sich mit 'Schlager­shows', wenn den Programm­verantwortlichen nichts Besseres einfällt. Der Gebühren­zahler ist dabei der Dumme!"

Für Thomas Gottschalk ist die zeit­gleiche Ausstrahlung von "Wetten, dass...?" im ZDF und der neuen Schlager­show von Florian Silbereisen im Ersten "nur ein weiterer Beweis dafür, dass wir keine zwei öffentlich-rechtlichen TV-Sender brauchen", sagt er der "Hörzu".
presseportal.de (Vorabmeldung)

Zitat: Schwester der verstorbenen Radfahrerin appelliert an Klimaaktivisten.

"Ich stehe weiterhin hinter den Aktivisten, nur ihre Methodik stelle ich manchmal infrage."

Anja Umann, die Zwillings­schwester der verstorbenen Fahrrad­fahrerin, plädiert im "Spiegel"-Interview an die Klima­aktivisten-Gruppe Letzte Generation: Sie sollten "überdenken, ob es nicht vielleicht doch einen anderen Weg gibt, für das Überleben unseres Planeten zu kämpfen, ohne dass andere Menschen möglicherweise zu Schaden kommen.
spiegel.de (€), turi2.de (Background)

Zitat: Julia Jäkel weist auf die Gefahren der Twitter-Übernahme durch Musk hin.

"Gemeinhin gehören die Dorfplätze (auch im Sauerland) der Gemeinschaft und nicht einem Multi-Milliardär, der sich niemals von uns hat wählen lassen müssen."

Julia Jäkel, Ex-CEO von Gruner + Jahr, kritisiert in ihrem "Süddeutsche"-Gastbeitrag "Stoppt Elon Musk", dass Twitter jetzt "einer Person zur Gänze" gehört. Musk selbst sehe sich "als Wächter über einen digitalen Dorfplatz".
sueddeutsche.de (€)

Zitat: Der ehemalige ARD-Vorsitzende Jobst Plog kritisiert die Reform-Rede von Tom Buhrow.

"Der Inhalt hat mich überrascht, weil man während seiner gesamten Amtszeit als ARD-Vorsitzender überhaupt nicht erkennen konnte, dass an einem Konzept gearbeitet wurde für die ARD."

Der ehemalige ARD-Vorsitzende Jobst Plog kritisiert im "Medienmagazin" die Reform-Rede von Tom Buhrow. Plog schlägt vor, dass der Bundes­präsident "eine hochrangige Kommission einsetzt", um ARD und ZDF zu erneuern.
ardaudiothek.de (84-Min-Audio, Plog ab 24:10)

Zitat: Daryna Schewtschenko über kritischen Ukraine-Journalismus in Kriegs-Zeiten.

"Das Recht auf Kritik im Krieg – das unterscheidet uns, wie so vieles andere, von einer Diktatur wie Russland."

Daryna Schewtschenko, Chefin des Kyiv-Independent, sagt im "Süddeutsche"-Interview, dass "auch unter Kriegsrecht kritischer Journalismus" betrieben werden müsse. Schließlich gebe es nach wie vor Korruption im Land: "Die Ukraine ist eine junge, um ihr Überleben kämpfende Demokratie, das ist Work in Progress."
sueddeutsche.de

Zitat: Das Ende der Krawattenpflicht bei der “Tagesschau” passt in die Zeit, sagt André Schünke.

"Vor fünf Jahren hätte ich die Krawatte auch noch gar nicht infrage gestellt. Aber jetzt passt es in die Zeit, dass sich auch auf dem Bild­schirm etwas verändert."

"Tagesschau"-Sprecher André Schünke hat viele positive Reaktionen auf das Ende der Krawattenpflicht bekommen. Es sei zwar nur ein "buntes Kleidungs­stück", aber eben doch "eines mit Symbol­kraft".
faz.net, turi2.de (Background)

Zitat: Kristian Costa-Zahn will mit ARD Kultur alle Kultur­interessen abdecken.

"Wir werten nicht zwischen HipHop, Klassik, Oper, Theater, Literatur, Kunst und digitaler Kultur. Da findet sich jeder wieder."

Kristian Costa-Zahn, Co-Programm­geschäftsführer von ARD Kultur, will mit der neuen Plattform alle Kultur­interessen abdecken, sagt er im Interview mit turi2. Einen Bereich "Schlager" gibt es zum Start aber noch nicht, obwohl der in dem Bereich sehr erfolgreiche MDR die Federführung der Plattform übernommen hat.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube, direkt zu den Kulturbereichen), turi2.de (Text­zusammen­fassung)

Zitat: DJV-Sprecher Hendrik Zörner widerspricht Medienkritik der “Letzten Generation”.

"Sorry, wir Journalisten sind nicht dafür verantwortlich, wenn einem wütenden Autofahrer der Kragen platzt und er sich nach Lektüre des Berichts über den Tod der Fahrrad­fahrerin in einem sozialen Netzwerk Luft macht."

DJV-Sprecher Hendrik Zörner widerspricht der Kritik der Klimaaktivisten-Gruppe Letzte Generation an der "Medien­landschaft". Sie sollte "differenzieren zwischen Bericht und Kommentar" und "unterscheiden können zwischen journalistischer Berichterstattung in Medien und Hass­kommentaren von Social-Media-Nutzern".
djv.de