Zitat: Lieber Fehler machen als wegducken, sagt Berater Alexander Geiser.

"Führungskräfte, die aktuell zaghaft agieren oder in Deckung gehen, werden mittelfristig einen höheren Schaden anrichten als diejenigen, die auch mal mutig einen Schritt wagen."

Alexander Geiser, Vorstandsberater von Hering Schuppener, sagt im Interview mit dem "manager magazin", Adidas-Chef Kasper Rorsted habe zwar einen Shitstorm kassiert, aber der Kommunikations-Spagat zwischen betriebswirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich akzeptabel sei auch ein schwieriger.
manager-magazin.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Ingo Zamperoni vermisst Diskussion von Angesicht zu Angesicht.

"Wir sind eine Redaktion, die unheimlich viel diskutiert – auch unabhängig der Konferenzen. Dieser direkte Austausch von Angesicht zu Angesicht fällt gerade komplett weg."

"Tagesthemen"-Moderator Ingo Zamperoni spricht im DWDL-Interview über seine Arbeit in Zeiten von Social Distancing. Er selbst sitzt fast den ganzen Tag isoliert in seinem Büro, die Regie begrüßt er im Studio nur noch durch die Scheibe.
dwdl.de

Zitat: Christian Mihr von Reporter ohne Grenzen sieht Pressefreiheit durch Corona in Gefahr.

"Wir haben mehrere Fälle gehört, wo Journalisten vorher gebeten wurden, Fragen einzureichen. Da muss man sagen: Daran dürfen wir uns nicht gewöhnen – nicht während Corona und erst recht nicht danach."

Der Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, spricht in einem Interview mit dem Medienjournalisten Levin Kubeth darüber, wie sich das Coronavirus auf die Pressefreiheit in Deutschland und weltweit auswirkt.
anchor.fm (98-Min-Audio)

Zitat: Bestseller-Autor Frank Schätzing denkt in Szenarien.

"Wer aus der Krise heraus die Gesellschaft zu verbessern hilft, kann profitieren. Für die anderen wird die größte Herausforderung nach Corona sein, was sie mit dem ganzen Klopapier machen, das ihnen die Schränke verstopft."

Bestseller-Autor Frank Schätzing appelliert im "Spiegel"-Interview, statt auf Sicht auf Vision zu fahren und mehr in Szenarien zu denken, als sich auf die eine Prognose zu stützen.
spiegel.de (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Fiktionale Katastrophen dauern ein paar Lesestunden, und der Autor kennt das Ende. Die Realität ist ein Stresstest ungewisser Dauer mit ungewissem Ausgang."

"Uns muss klar sein, dass Kultur mehr ist als ein schöner Abend. Sie ist ein Eckpfeiler unserer Demokratie. Nimmt sie Schaden, nehmen wir alle Schaden."

"Tragik lässt sich durch nichts relativieren – aber wenn am Ende die Erkenntnis steht, wie sehr wir uns und unsere Welt vernachlässigt hatten, haben wir etwas erreicht. "

Zitat: Giovanni di Lorenzo sieht nackte Haut in der Redaktionskonferenz.

"Wir haben schon einen Kollegen gesehen, der recht elegant aussah, würdevoll dasaß und dann vergessen hat, dass man ihn sieht. Er ist aufgestanden und man sah ihn in Boxershorts."

"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo gibt im "Hinter der Geschichte"-Podcast der "Freunde der Zeit" Einblicke in den Redaktionsalltag. Darin spricht er auch über seine Erfahrungen mit Videokonferenzen in Zeiten von Corona.
verlag.zeit.de (25-Min-Audio), turi2.de (Background)

Zitat: Ex-Telekom-Markenchef Hans-Christian Schwingen will von eigener Wichtigkeit ablassen.

"Es gibt ja so etwas wie die Sucht nach Anerkennung. Es ist schon interessant, herauszufinden, ob man nach so vielen Jahren als Manager dieser Sucht erlegen ist oder man es schafft, von der eigenen vermeintlichen Wichtigkeit abzulassen."

Hans-Christian Schwingen, frischer Ex-Markenchef der Deutschen Telekom, sagt im "Horizont"-Abschiedsinterview, dass sein Plan ist, für seine berufliche Zukunft derzeit "keinen Plan zu haben".
"Horizont" 14/2020, S. 6/7 (Paid), turi2.de (Porträt in der turi2 edition #8)

Zitat: Springer-Chef Mathias Döpfner will Inhalte auch in der Corona-Krise nicht verschenken.

"Solange Medizin und Nahrung nicht kostenlos sind, darf Recherche und Information das auch nicht sein. Sonst wird sie sehr bald keiner mehr betreiben."

Springer-Chef Mathias Döpfner will auch in der Corona-Krise keine journalistischen Produkte verschenken. Bei "Horizont" kritisiert er zumindest indirekt u.a. die E-Paper-Aktion von Gruner + Jahr.
horizont.net, turi2.de (Background)

Zitat: Tino Krause glaubt an eine Renaissance des echten Büros nach der Krise.

"Das echte Büro ist unersetzlich, es steht durch die Home-Office-Phase in keiner Weise zur Disposition."

Tino Krause, Deutschland-Chef von Facebook, glaubt im Wintergarten-Home-Office an eine Renaissance des echten Büros nach der Krise, sagt er im "Horizont"-Interview. Viele würden erst jetzt verstehen, "wie wichtig der menschliche Kontakt ist".
horizont.net

Zitat: RTL-Geschäftsführer Jörg Graf will weiter Sonne, Strand und Palmen zeigen.

"Mich konnte noch niemand schlüssig davon überzeugen, dass unsere Gesellschaft nun ausgerechnet an Formaten wie dem 'Bachelor' oder 'Temptation Island' zerbricht."

RTL-Geschäftsführer Jörg Graf sagt im Interview mit medienpolitik.net, dass sich die Menschen in der Corona-Krise neben Informationen auch Normalität und Ablenkung wünschen.
medienpolitik.net

Zitat: Scheidende “FR”-Chefredakteurin Bascha Mika warnt vor Profilierungssucht.

"In einer Branche, in der ein gerüttelt Maß an Eitelkeit dazugehört, wenn man gut sein will, muss man auch immer darauf achten, dass es nicht in Profilierungssucht und Konkurrenzgehabe kippt."

Bascha Mika hat heute ihren letzten Arbeitstag als Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau". Mit ihrem früheren Co-Chefredakteur Arnd Festerling war sie oft anderer Meinung, richtig gestritten haben beide aber nie, sagt Mika im "FAZ"-Abschiedsinterview.
"FAZ", S. 13 (Paid), turi2.de (Background)


Weitere Zitate aus dem Interview:

... über Kurzatmigkeit in Politik und Medien:

"Als Journalistin, die vor allem in der politischen Berichterstattung zu Hause ist, beobachte ich auf beiden Seiten, bei Medienvertretern wie Politikern, einen zunehmenden Zwang zur Inszenierung, der niemandem guttut. Am allerwenigsten dem Leser."

... über den Aktualitätsdruck:

"Wir dürfen vermeintlich kalte Themen nicht gleich wieder aus dem Blick verlieren. Wir treiben ständig neue Säue durchs Dorf. Manchmal ist diese Jagd ja auch nötig. Aber wir sollten eben nicht vergessen, dass die Säue, nur weil sie das Dorf verlassen haben, noch nicht aus der Welt sind. Wir müssen weiter beobachten, was sie treiben."

... über journalistischen Ethos:

"Ich verstehe uns als Heldinnen und Helden der Aufklärung. Wir sind der Wahrheit, der Demokratie und den Menschenrechten verpflichtet. Es geht um Haltung, aber auch darum, sie transparent zu machen. Jeder von uns hat eine Haltung. Damit wäre dann allerdings auch die Illusion von Objektivität als solche entlarvt."

... über journalistische Trends:

"Ich bin eine Gegnerin der zunehmenden Ich-Geschichten, in denen sich der Kosmos nur um den Autor dreht. In solchen Texten geht subjektives Empfinden vor Abwägen objektiver Kriterien."

Zitat: Für Welt-Senderchef Torsten Rossmann verschmelzen bei Corona Privates und Berufliches.

"Zum allerersten Mal müssen wir nicht nur über eine Krise oder Katastrophe berichten, sondern wir sind auch selbst davon voll erfasst. Nicht nur im Job, sondern auch in der Privatsphäre."

Torsten Rossmann, Chef von Springer News-Sender Welt, sagt im DWDL-Interview, dass in der Corona-Krise Privates und Berufliches kaum trennbar sind.
dwdl.de

Zitat: Nach Corona wird die Globalisierung zurückgedreht, glaubt Carsten Spohr.

"Ich glaube, dass die Weltwirtschaft nach dieser Krise nicht nur insgesamt kleiner sein wird, sondern auch die Globalisierung ein Stück zurückgedreht wird."

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagt im "Spiegel", wenn die EU jetzt nicht klug handele, werde Europa im globalen Wettbewerb mit China und den USA zurückfallen.
"Spiegel" 14/2020, S. 70 (Vorab)

Zitat: Zukunftsforscher Matthias Horx erwartet bleibende Kulturveränderung durch die Corona-Krise.

"Wir haben uns zugeschüttet mit Scheinkommunikation und Scheinkontakten."

Zukunftsforscher Matthias Horx prognostiziert im "Welt"-Interview, dass die Corona-Krise der Anfang einer Kulturveränderung ist und sich unser Kommunikationsverhalten wieder mehr vermenschlicht.
welt.de (Paid), turi2.de (5-Min-Video)

Aktuell bei turi2.tv: Wie sieht die Welt nach Corona aus, Matthias Horx?

Zitat: Tanit Koch sieht Parallelen zwischen Medien und Nudelherstellern.

"Wir erkennen bislang keine Sättigung der Nachfrage. Das eint uns wohl mit Nudelherstellern."

Tanit Koch, Chefredakteurin des zentralen Newsrooms der Mediengruppe RTL, will weiterhin so viel Information wie möglich senden. Die Zuschauer blieben aktuell auch dran, wenn das Programm "nicht in der gewohnten TV-Qualität mit perfekten Kameraeinstellungen läuft".
horizont.net

Aus dem turi2.tv-Archiv: Tanit Koch beantwortet den TV-Fragebogen live auf der Launchparty-Bühne (Archiv 10/2019).

Zitat: Autovermieter Erich Sixt sieht nach Corona-Krise einen Aufschwung.

"Der Bewegungsdrang der Deutschen ist groß, der ist im Moment nur eingeschränkt. Videotelefonie kann menschliche Begegnung nicht ersetzen."

Mietwagen-Mogul Erich Sixt rechnet wegen der Corona-Krise zwar mit einem "deutlichen Umsatz­einbruch" in den kommenden Monaten und kündigt Kurzarbeit an. 2021 erwartet er aber wieder einen kräftigen Aufschwung.
handelsblatt.com, rp-online.de

Zitat: Das Fernsehen ist ein wichtiges Fenster zur Welt, sagt Thomas Lückerath.

"In der aktuell angespannten Lage braucht es die Ventile, um den Druck aus dem Kessel zu lassen - die Zerstreuung und den Eskapismus."

Medienjournalist Thomas Lückerath kommentiert bei DWDL, dass die vergangene Woche auch eine "Belastungsprobe" für die wirtschaftlich betroffene, aber in Corona-Krisenzeiten umso wichtigere Fernsehbranche war.
dwdl.de

Zitat: Dietmar Hopp wünscht sich mehr Demut im Profi-Fußball.

"Alle, die sich in dieser Branche bewegen, sollten wissen, woher sie kommen und dass sie eine Verpflichtung gegenüber diesem einfachen, wunderbaren Spiel und dessen Fans haben."

Dietmar Hopp fordert im "FAS"-Interview mehr Demut im Profi-Fußball und macht als Investor beim biopharmazeutisches Unternehmen Cu­re­vac Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff im Herbst - "wenn al­les op­ti­mal läuft".
"FAS". S, 30 (Paid)

Zitat: Mark Rutte sorgt sich nicht um fehlendes Klopapier.

"Wir haben so viel, wir können zehn Jahre kacken."

Mark Rutte, niederländischer Ministerpräsident, beantwortet in einem Supermarkt in Den Haag die Frage einer Kundin, ob er selbst noch genug Klopapier habe.
twitter.com, spiegel.de

Zitat: Intendant Joachim Knuth sieht den NDR auch als Schul-Ersatz.

"In diesen besonderen Zeiten können wir ein wichtiger Stabilitätsfaktor sein, der die Menschen informiert und sie dabei unterstützt, dass zu Hause weiter gelernt und auch mal gelacht werden kann."

Joachim Knuth, Intendant des NDR, hebt die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Bildung hervor. Mehrere Bildungsministerien verweisen angesichts der Schulschließungen auch auf Lernsendungen im TV.
presseportal.de, #thinkpositive #actpositive