Zitat: “Der Journalismus leidet nicht, wenn die Intendanten weniger Geld bekommen”, sagt Matti Karstedt.

"Als würde der Journalismus leiden, wenn Fußball-Weltmeisterschaften in Russland und Katar nicht mehr mit 432 Millionen Euro aus Beitragsgeldern finanziert würden. Oder die Intendanten nicht besser bezahlt würden als Bundeskanzler und Bundespräsident."

FDP-Medienpolitiker Matti Karstedt will beobachtet haben, dass Stimmen, die eine Reform der Öffentlich-Rechtlichen anmahnen, "reflexartig als populistisch abgetan werden". In seinem "Welt"-Gastbeitrag schreibt er: "Wer es wagt, die heiligen Kühe ARD und ZDF anzutasten, gilt als Totengräber der Demokratie."
welt.de

Zitat: Eva Menasse kritisiert mangelnden Schutz von Kulturschaffenden.

"Wir haben Vereinigungen wie den PEN International und die nationalen PEN-Zentren, um immer wieder auf solche Bedrohungen hinzuweisen – und es würde uns nicht unbedingt brauchen, wenn die staatlichen Institutionen das für uns erledigen würden."

Die Co-Sprecherin des PEN Berlin, Eva Menasse, kritisiert, dass viele Regierungen zu wenig Druck auf Staaten wie den Iran ausübt, um die Freiheit von Kultur­schaffenden wie Salman Rushdie zu verteidigen.
deutschlandfunkkultur.de, turi2.de (Background)

Zitat: Keiner kann nach einem “RTL-Deutsch-Test” besser schreiben, glaubt Kathrin Kunkel-Razum.

"Vielleicht verhakt sich ein Wort im Gedächtnis, von dem man nun endlich weiß, wie es geschrieben wird, eben weil einer der Prominenten es gerade falsch gemacht hat."

Duden-Chefredakteurin Kathrin Kunkel-Razum glaubt nicht daran, "dass irgendjemand" nach der RTL-Quizshow Der große Deutsch-Test besser schreiben kann. Die Sendung könne dazu beitragen, die Aufmerksamkeit auf den "Stellenwert von Rechtschreibung und Sprachbeherrschung" zu richten.
boersenblatt.net

Zitat: Warum Gespräche mit Verlagen über die Edition F oft erfolglos blieben.

"Am Ende war es häufig so, dass große Verlage zu wenig progressiv dachten und sich nicht vorstellen konnten, uns an sich zu binden. Und in Momenten, in denen es uns wirtschaftlich sehr gut ging, haben wir auch gehofft, es allein und unabhängig zu schaffen."

Edition F-Gründerin Nora-Vanessa Wohlert (Foto) erklärt im "Spiegel"-Interview, weshalb Partnerschaften mit Verlagshäusern für die inzwischen insolvente Online-Frauen-Plattform nicht zustande gekommen sind. Die Verlage hätten "unseren Wertekodex" nicht ganz mittgeragen, ergänzt Mitgründerin Susann Hoffmann.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Ricarda Lang interessiert das Gender-Thema nicht “übermäßig”.

"Als frauenpolitische Sprecherin habe ich keine Interviews zum Thema Gendern gegeben. Es ist kein Thema, das mich übermäßig interessiert."

Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang nimmt sich selbst nicht als Identitätspolitikerin wahr. Im Gespräch mit dem "Spiegel" betont sie, dass sie sich u.a. für bessere Löhne in der Pflege und die gerechtere Aufteilung von Hausarbeit zwischen Männern und Frauen eingesetzt habe.
spiegel.de (Paid), welt.de

Zitat: Christian Maertin reagiert “Dialog-orientiert” auf Kritik am Chemie- und Pharmaunternehmen Bayer.

"Wir als Unternehmen werden immer wieder kritisiert. Manchmal sachlich und zurecht, aber in vielen Fällen extrem polemisch, extrem unsachlich."

Christian Maertin, Kommunikations­leiter beim Pharma- und Chemie­riesen Bayer, sagt im turi2 Clubraum, er reagiere "Dialog-orientiert" auf Kritik. In manchen Fällen müsse er jedoch "die rote Linie aufzeigen" und sagen: "Bis hierhin und nicht weiter."
turi2.de, youtube.com (56-Min-Podcast)

Zitat: Metereologe Özden Terli “nervt” Skandalisierung durch rechts­konservative “Blättchen”.

"Man kann gar nicht mehr diskutieren, ohne dass irgendein Blättchen, vor allem aus dem rechts­konservativen Milieu, einen Skandal daraus macht. Natürlich auch, um das öffentlich-rechtliche Fernsehen anzugreifen. Das nervt."

ZDF-Wetter-Moderator Özden Terli stört sich im epd-Interview an der Diskussions­kultur in Teilen der Öffentlichkeit. Medien müssten Klima­wandel-Folgen "häufiger und drastischer darstellen und gleichzeitig die Lösungen aufzeigen".
epd.de (Paid)

Zitat: Kayhan Özgenç glaubt, dass Patricia Schlesinger kein Einzelfall ist.

"Ich glaube schon, dass da noch einige Personen aus der Führung des RBB ihren Job räumen müssen."

Kayhan Özgenç, Chef­redakteur vom "Business Insider" in Deutschland, glaubt, dass hinter der Compliance-Affäre um Patricia Schlesinger "ein System" steckt, sagt er im Interview bei Radio eins. Die Recherchen seines Magazins will er nicht als "Generalangriff" auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verstanden wissen.
radioeins.de (7-Min-Audio)

Zitat: Mira Seidel macht sich keine Sorgen um die Zukunft des Radios.

"Wenn ich meine Spotify-Playlist höre, sagt mir niemand, dass draußen die Sonne scheint."

Mira Seidel, Programm­chefin der Jugend­welle Das Ding, macht sich keine Sorgen um die Zukunft des Radios. Im DWDL-Interview sagt sie, das Medium könne im Gegenteil zu Streaming-Diensten "Emotionen und Befindlichkeiten" transportieren.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Zitat: Telekom-Chef Tim Höttges will die Büroflächen in Deutschland halbieren.

"Sowohl am Standort Darmstadt als auch in Bonn werden 50 Prozent der Bürofläche mittelfristig verschwinden."

Telekom-Chef Tim Höttges kündigt an, die Büroflächen des Konzerns in Deutschland deutlich zu schrumpfen: Man sei in der Vergangenheit "überdimensioniert" gewesen; Mitarbeiterinnen sollten künftig verstärkt hybrid arbeiten.
spiegel.de

Zitat: Patricia Schlesinger sollte fristlos gekündigt werden, findet CDU-Politiker Jan Redmann.

"Wenn eine Kassiererin für einen unterschlagenen Pfandbon gekündigt wird, muss das erst recht für eine herausgehobene öffentliche Repräsentantin gelten."

Jan Redmann (Foto), Chef der mitregierenden CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag, fordert eine fristlose Kündigung von Patricia Schlesinger. Der brandenburgische SPD-Fraktionschef Daniel Keller spricht sich zudem gegen eine Abfindung aus, dies wäre ein "fatales Zeichen gegenüber den Mitarbeitenden des RBB und der Öffentlichkeit".
spiegel.de, turi2.de (Background)

Zitat: Claudia Roth wäre gern “lauter und deutlicher” vor der Documenta-Eröffnung gewesen.

"Mir ist bewusst, dass es nicht reicht, wenn ich sage: Ich konnte nicht mehr tun. Auch wenn es objektiv stimmt."

Kultur­staats­ministerin Claudia Roth reflektiert im "stern"-Interview ihr persönliche Linie zum Anti­semitismus-Skandal bei der Documenta. Roth glaubt, dass sie "im Vorfeld der Eröffnung lauter und deutlicher hätte sein sollen, sein müssen".
presseportal.de

Zitat: Tech-Anwalt Boris Feldman findet DSGVO “sinnlos”.

"Die Datenschutz-Grundverordnung der EU wurde als Armageddon gesehen. Und letztendlich ist ihr bedeutendster Effekt, dass ich länger brauche, um auf Internetseiten zu kommen. Ich muss mich durch einen Haufen Kram klicken, den ich nicht lese und den Sie nicht lesen."

Tech- und Medien­rechts­anwalt Boris Feldman nennt die DSGVO im "FAZ"-Interview eine "sinnlose Sache" und fürchtet, dass zu viele Vorschriften bei kleineren Unternehmen Innovationen ersticken.
zeitung.faz.net (Paid)

Zitat: Verdi-Mann Manfred Kloiber hält Causa Schlesinger für “eine Katastrophe”.

"Alles, wofür die festen und freien Mitarbeitenden im öffentlich-rechtlichen Rundfunk engagiert arbeiten – nämlich für ein gutes Programm und glaubwürdigen Journalismus – wird mit einem Schlag in Frage gestellt."

Manfred Kloiber, Bundes­vorsitzender der Fach­gruppe Medien bei Verdi, nennt die Vorgänge um Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger "eine Katastrophe". Dadurch werde der öffentlich-rechtliche Rundfunk "von außen und von innen demontiert".
mmm.verdi.de

Zitat: Parteien schließen immer öfter “im Namen der Moral” aus.

"Die Parteien bemerken nicht, dass sie genau das tun, was sie den Populisten vorwerfen: Im Namen der Moral schließen sie aus."

"Welt"-Chefkommentator Jacques Schuster kritisiert mit Blick auf die Debatte um einen SPD-Ausschluss von Gerhard Schröder, dass Parteien immer öfter dazu neigen, "Tabubrecher in den eigenen Reihen" auszugrenzen.
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Frank Überall geht von weiteren RBB-Vorwürfen aus.

"Wir haben über das Wochenende erlebt, dass immer neue Vorwürfe kommen und das ist nach meinen Informationen auch noch nicht das Ende der Fahnenstange."

DJV-Chef Frank Überall sagt im rbb24-Inforadio, der Rücktritt von Patricia Schlesinger sei richtig gewesen – er gehe aber davon aus, dass weitere Details rund um die Intendanz-Krise ans Licht kommen.
inforadio.de (6-Min-Audio), presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: Stefanie Dörre ärgert sich über das “Expertinnenkarussell”.

"Ärztevertreter, Lehrer, Virologen – sie alle äußern ihre Bedenken und wissen es irgendwie besser."

Stefanie Dörre, Chefredakteurin des Berliner Stadtmagazins tip, ärgert sich im "Tagesspiegel" über das erneut heiß gelaufene "Expert:innenkarussell", nachdem Karl Lauterbach die Corona-Maßnahmen für den Herbst verkündet hatte. Sie habe den Eindruck, es gehe den Expertinnen "nicht vor allem um die Sache, sondern um die Devise: 'Ich rede mit, also bin ich.'"
tagesspiegel.de

Zitat: Martina Voss-Tecklenburg hält nichts von Equal Pay.

"Wir haben gesagt, wir wollen erst mal 'Equal Play' haben."

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg widerspricht im Bayern-1-Interview dem Vorschlag von Olaf Scholz, Equal Pay im Fußball einzuführen. Ihr gehe es vielmehr um "Talent-Gerechtigkeit", also dass alle Mädchen Fußball spielen können: "Mein erster Ansatz wäre, dass wir alle Bundesligaspielerinnen zu Profis machen können, heißt Grundgehälter in der Liga."
br.de

Zitat: Im Social Media werden Meinungen diskreditiert, findet Steffen Baumgart.

"Da wird im Netz verfälscht, anonym beleidigt und gepöbelt. Dann sollte man sich aber auch nicht darüber wundern, wenn die viel beschworenen Typen immer leiser werden und keine Lust mehr haben, sich solchen Attacken auszusetzen."

Steffen Baumgart, Trainer des 1. FC Köln, macht im RND-Interview für die Debatten um angeblich fehlende Typen im Fußball vor allem sozialen Medien verantwortlich. Es gehe nur noch darum, Meinungen zu diskreditieren.
rnd.de (Paid), sueddeutsche.de

Zitat: Tatjana Ohm würde versuchen, Gerhard Schröder zu interviewen.

"Die Gelegenheit, Gerhard Schröder zu interviewen, würde ich mir nicht entgehen lassen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass das Interview dann ziemlich schnell abbricht."

Welt TV-Chefmoderatorin Tatjana Ohm ärgert sich im turi2-Clubraum über die fehlende Empathie in den Aussagen von Altkanzler Gerhard Schröder über den Krieg in der Ukraine. Sie selbst ist gerade erst von ihrem Einsatz als Kriegsreporterin zurückgekehrt.
turi2.de, turi2.tv (45-Min-Audio)

Zitat: ARD-Vorsitzender Tom Buhrow sieht Umbau als “Gemeinschaftsaufgabe”.

"Die ARD hat bei ihrem Umbau keine Zeit zu verlieren und es ist und bleibt eine Gemeinschafts­aufgabe."

Nach dem Rücktritt von Patricia Schlesinger verspricht Tom Buhrow, als ARD-Vorsitzender bis Jahresende die "strategischen und strukturellen Aufgaben" voranzutreiben und den Vorsitz "gut" zu übergeben. Dieser soll 2023 an den SWR gehen.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: In der Politik “wimmelt es von Wichtigtuern”, sagt Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

"Gerade in der Politik wimmelt es von Wichtigtuern, die sich in ihrer Rolle verlieren. Dabei ist alles nur geliehene Macht."

FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann erzählt im "Zeit"-Interview u.a. von ihrer Schlagfertigkeit. Ihre Eltern hätten ihr beigebracht, "dass man sich nicht so wichtig nehmen sollte". Das sei insbesondere in der Politik "ein großer Wert".
zeit.de (Paid)

Zitat: Annalena Baerbock warnt vor chinesischer Aggression gegen Taiwan.

"Wir haben schmerzhaft in den letzten Monaten seit dem 24. Februar gelernt, dass aggressive Rhetorik zu gefährlichem Handeln führen kann."

Außenministerin Annalena Baerbock richtet bei einer Rede in New York warnende Worte an die chinesische Führung. Deren Äußerungen mit Blick auf Taiwan hätten "ernsthafte Fragen aufgeworfen". China hatte aufgrund des Besuchs der US-Demokratin Nancy Pelosi in Taiwan mit militärischen Operationen gedroht.
t-online.de

Zitat: Für Klaus Brinkbäumer ist Haltung journalistische Unabhängigkeit.

"Haltung ist der Mut, Dinge wirklich zu recherchieren, dann zu analysieren, sich am Ende auch – nach der Recherche, nicht vorher – ein Urteil zuzutrauen und das auch zu vertreten."

Der MDR-Programmdirektor und ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer sagt im Medientage-Mitteldeutschland-Podcast, dass Haltung für ihn Unabhängigkeit bedeutet. Politische Positionierung störe dagegen eher.
feeds.podcastproduzenten.de

Zitat: Wir können alle zusammen lachen, sagt Teddy Teclebrhan.

"Für mich war es immer schlimm, dass die einzelnen Gruppen in der Gesellschaft so wenige Überschneidungen haben, weil ich denke, dass wir uns gar nicht so fremd sind. Wir können zusammen lachen – und Lachen ist Loslassen."

Comedian Teddy Teclebrhan sagt im "Süddeutsche"-Interview, er wolle mit seinen Kunstfiguren zeigen, dass es "verschiedene Welten gibt und bestimmte Sachen, die in einer Welt gesagt werden können, in der anderen dagegen tabu sind". Doch er sieht auch Gemeinsamkeiten: "Wir alle sind komisch und seltsam."
sueddeutsche.de

Zitat: Öffentlich-Rechtliche nehmen “es sehr genau bei allen Prozessen”.

"Der ÖRR nimmt es sehr genau bei allen Prozessen. Da ist sicher Luft für Vereinfachung."

Birand Bingül, ehemaliger Leiter der ARD-Kommunikation und heutiger Director Strategy bei FischerAppelt, räumt im "journalist"-Interview mit dem Klischee auf, dass bei den Öffentlich-Rechtlichen "alles von Verwaltungsdenken beherrscht wird". Dennoch ginge manches "natürlich noch besser".
journalist.de

Zitat: Katharina Wolff will in “Strive” niemanden ausgrenzen.

"Wir sind ein Heft, dass sich in erster Linie an Frauen richtet, doch wir bekommen immer mehr positives Feedback von Männern, die 'Strive' lesen."

"Strive"-Verlegerin Katharina Wolff will "nicht den gleichen Fehler wie andere Zeitschriften" machen und Menschen ausgrenzen. Deshalb gibt es in ihrem Wirtschaftsmagazin u.a. geschlechts­unabhängige Themen und "mindestens 40 Prozent Männer".
meedia.de (Paid)

Zitat: Manche Twitter-User sehen Twitter als Kampagnen- statt Diskussionsplattform, sagt Peter Altmaier.

"Der Diskussionscharakter hat sich bei manchen Teilnehmern in einen Kampagnencharakter gewandelt: Deshalb ist es kaum noch möglich, Missverständnisse oder falsche Behauptungen aufzuklären."

Peter Altmaier spricht im Basecamp-Interview über seine Twitter-Aktivität. Er wolle auf die Plattform als "Mittel der Informationsbeschaffung" nicht mehr verzichten.
basecamp.digital

Weitere Zitate:
"Als Umweltminister habe ich vorrangig zur Energiewende getwittert und als Kanzleramtsminister eigentlich so gut wie gar nicht, weil mir die Gefahr von Missverständnissen zu groß schien."

"Ich warne übrigens davor, Social Media generell mit der öffentlichen Meinung zu verwechseln: Die Twitter-Bubble ist zwar inzwischen recht groß, aber dennoch ist es nur eine kleine Minderheit, die dort unterwegs ist. Aber indirekt ist der Einfluss groß, denn viele Redakteure der klassischen Medien bedienen sich ihrerseits auf Twitter, und so kommen die unterschiedlichen Welten immer wieder zusammen."

"Wenn man als Politiker einen Tweet löscht, muss man damit rechnen dass andere User den gelöschten Tweet wieder ins Netz stellen und so erst recht die Aufmerksamkeit darauf richten. Ich plädiere dafür, Irrtümer offen einzugestehen und auch mal zu sagen, dass man zu schnell war oder von anderen einen Besseren belehrt wurde."

"Tweets, die nur Parteisprech ablassen, haben in aller Regel keine große Reichweite."

Zitat: Arbeit als Kriegsreporterin ließ Düzen Tekkal ein Schattenleben führen.

"Ich hatte damals das Gefühl, eine Art Schatten­leben zu führen. Während unsere Arbeit und unser Wirken immer erfolg­reicher und sicht­barer wurden und ins Licht gingen, wurde bei mir alles immer dunkler. Andere ließen sich für ihre Arbeit auf die Schulter klopfen, während ich im Dunkeln saß und die Bilder toter Menschen zusammen­schneiden musste."

Journalistin und Menschen­rechts­aktivistin Düzen Tekkal erzählt im "stern"-Doppel­interview mit ihrer Schwester Tülin, wie ihre Arbeit als Kriegs­reporterin sie komplett vereinnahmt und traumatisiert hat.
"stern" 31/2022, S. 60-64 (Paid), presseportal.de (Zusammenfassung)

Zitat: Frank Vogel nimmt die Stimmung bei G+J nach der RTL-Fusion positiv wahr.

"Bei einem so tiefgreifenden Change-Prozess, wie wir ihn gerade durchlaufen, ist es das Normalste der Welt, dass alle bis in die Haarspitzen gespannt sind und sich fragen, was das alles für sie persönlich bedeutet."

Frank Vogel, Geschäftsführer der Ad Alliance, nimmt die Stimmung bei Gruner + Jahr nach der Fusion mit RTL "anders und sehr viel positiver wahr", als in der Presse zu lesen ist, sagt er im "Horizont"-Interview. Mitarbeitende könnten sehen, "dass von einer RTL-Dominanz nicht die Rede sein kann".
"Horizont" Nr. 30-31, S. 10 (Paid)

Krisen-Werbung und Retro-Trend: Frank Vogel über die Vermarktung von RTL. (6/2022)

Zitat: Journalismus kommt in Romanen oft schlecht weg, sagt Frank Überall.

"Das von den Autoren vermittelte Bild des Journalismus ist überwiegend negativ. Wohl auch aus dramaturgischen Gründen stehen unseriöse und sensationalistische Recherchemethoden besonders im Mittelpunkt."

DJV-Vorsitzender Frank Überall hat die jeweils ersten Plätze der "Spiegel"-Bestseller Belletristik von 2019 bis 2021 nach ihrem Journalismus-Bild ausgewertet. Dass Medienschaffende in fast allen der Bücher vorkommen, zeige aber auch ihre Relevanz.
"Journalist", 7/8 2022, S. 30 (Paid)

Zitat: Einschaltquoten werden überbewertet, meint Eckart von Hirschhausen.

"Vielleicht wollen Menschen am Nachmittag nur Fiktives und Antikes sehen, aber ich traue Zuschauern mehr zu."

Eckart von Hirschhausen findet, dass Einschaltquoten "als Gradmesser für Relevanz und unseren gesellschaftlichen Auftrag überschätzt" würden. Er sei "selbst neugierig", wie seine neue Nachmittags-Sendung Team Hirschhausen im Ersten ankommt, sagt er im Teleschau-Interview.
showcase.teleschau.de

Zitat: Christoph Schwennicke sieht eine “grüne Gewogenheit” bei Medienschaffenden.

"Ich würde behaupten, dass es bei unseren Kolleginnen und Kollegen eine grüne Gewogenheit gibt. Ich meine zu bemerken, dass etwa im Deutschlandfunk, grüne Gäste nicht so hart rangenommen werden wie Gäste von der AfD."

Christoph Schwennicke, Co-Geschäftsführer von Corint Media, bemängelt im The-Pioneer-Podcast fehlende Kritikbereitschaft der Medien beim Umgang mit grünen Politikern.
thepioneer.de (26-Min-Audio, Schwennicke-Interview ab 04:04)

Zitat: Kuratoren sollten nicht zu “irgendwelchen Maßnahmen” verpflichtet werden, sagt Alexander Farenholtz.

"Man kann die Werke misslungen finden, einseitig, parteiisch. Das ist kein Grund, die Kuratoren zu irgendwelchen Maßnahmen zu verpflichten."

Der neue Documenta-Chef Alexander Farenholtz sagt im "Süddeutsche"-Interview, dass die Kontextualisierung von künstlerischen Werken die Aufgabe der Kuratoren sei, "und wenn die das ablehnen, ist das hinzunehmen". Die Documenta stand in diesem Jahr wegen der Ausstellung eines antisemitischen Werks in der Kritik.
sueddeutsche.de (Paid)

Zitat: Meta und Google kopieren “die schlimmsten Praktiken von TikTok”.

"Genauso gut könnte man auch Crack in Kitas und auf dem Pausenhof verteilen."

Digitalexperte Richard Gutjahr kritisiert auf seinem Blog, dass u.a. Meta neuerdings "die schlimmsten Praktiken von TikTok" kopiert und auf Dauerschleifen-Videos auf der Startseite setzt: Das sei "extrem suchtgefährdend, vor allem bei psychisch labilen Menschen und bei Jugendlichen".
gutjahr.biz, turi2.de (Background)

Zitat: Auch Medien behandeln den Ukraine-Krieg nicht mehr als Hauptnachricht, sagt Markus Söder.

"Mein Eindruck ist, dass auch die Medien nicht mehr das unmittelbare Kriegsgeschehen in der Ukraine als Hauptnachricht behandeln. Der 'Spiegel' selbst hat es in den letzten zehn Wochen nur noch einmal auf dem Titel gehabt."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kontert im "Spiegel"-Interview auf die Aussage, er spreche kaum mehr über die Situation in der Ukraine, sondern sei "sofort bei der Frage, was das alles für Deutschland und insbesondere Bayern bedeutet".
spiegel.de (Paid)

Zitat: Für Klaus Brinkbäumer ist der “Spiegel” inzwischen “ganz weit weg”.

"Ich habe die 'Spiegel'-App irgendwann vom Schirm genommen, weil ich sie wirklich nicht mehr genutzt habe."

MDR-Programmdirektor und Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer sagt im turi2 Clubraum, dass er mit anderen Medien "voll informiert und ausgelastet" ist. Die Trennung vom "Spiegel" habe "geschmerzt", sei aber inzwischen lange her.
turi2.de

Zitat: Psychische Belastungen sind verheerend für den Journalismus, sagt Tina Groll.

"Gute Arbeitsbedingungen für Journalistinnen und Journalisten sind grundlegend für ein funktionierendes Mediensystem."

Die DJU-Vorsitzende Tina Groll findet es verheerend, wenn Medienschaffende ihren Job unter großer psychischer Belastung ausüben. In Bezug auf die aktuelle Journalismus-Studie der Otto-Brenner-Stiftung plädiert sie dafür, Gesundheitsschutz von Arbeitgebern einzufordern.
mmm.verdi.de, turi2.de (Background)

Zitat: Christian Lindner sieht “auch ökonomisch eine Zeitenwende”.

"Wer glaubt, im Bundeshaushalt gebe es noch irgendwo eine versteckte Schatzkiste, der irrt sich. Jede zusätzliche Milliarde prüfe ich mit allergrößter Sorgfalt."

Bundesfinanzminister Christian Lindner sagt im Interview mit n-tv.de, dass Deutschland "auch ökonomisch eine Zeitenwende" erlebt. Zu Forderungen nach weiteren Entlastungen sagt er: "Wer noch in diesem Jahr mehr Geld ausgeben will, muss auch zugleich sagen, woher das Geld kommen soll."
n-tv.de