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Synthetische Stimmen, echte Geschichten: Der Podcast-Plan der “Badischen Zeitung”.

22. März 2024

Lokales Lauschen: Ein kurzer morgendlicher Überblick über Neuigkeiten aus der Umgebung, aktuelle Themen aufbereitet mit Bezug zur eigenen Heimat und nah am Menschen – das sind die Stärken einer guten Regionalzeitung, ob gedruckt oder online. Aber: Warum sollte man die eigentlich nur lesen und nicht hören können? Während ein eigener Podcast für viele Medienmarken fast schon selbstverständliches Prestige-Produkt ist, sind regionale Medienhäuser oft noch zögerlich. Die “Badische Zeitung” zeigt in einem Studio-Einblick für die Themenwoche Audio bei turi2, wie Angebote fürs Ohr im Regionalen funktionieren, wie KI dabei helfen kann – und warum es trotzdem immer auch Menschen für menschliche Nähe braucht.
 

 
Von Anne-Nikolin Hagemann
 
KI fürs Neue: “200 Sekunden Baden”.

Seit Oktober 2022 sind im “BZ”-Podcast “200 Sekunden Baden” werktags am Morgen aktuelle News aus der Region zu hören – gesprochen von zwei KI-Stimmen. “Einen kurzen, knackigen, regionalen Nachrichtenüberblick zum Hören” habe man bieten wollen, erinnert sich Lisa Böttinger, verantwortliche Audio-Redakteurin bei BZ online. “Und: Wir wollten testen, wie viel Aufwand ein tägliches Format für die Redaktion bedeutet.”

Der ist, auch mit KI-Unterstützung, nicht ohne: Der Spätdienst am Newsdesk sucht die fünf relevantesten News des Abends aus, darunter manchmal auch Texte, die erst am nächsten Morgen online gehen. Ab 22 Uhr übernehmen fünf freie Mitarbeitende, für jeden Wochentag eine Person. Sie ziehen die News-Abschnitte aus den Texten, kürzen, formulieren um für Audio. Die fünf fertigen Nachrichten werden in das Tool Storyflash eingespielt, von zwei verschiedenen KI-Stimmen vertont, zwischen In- und Outro (gesprochen von einer echten Kollegin) eingebettet und als Podcast hochgeladen. Um 6.30 ist die nächste Folge online.

Gespart wird also die Zeit, die jemand frühmorgens im Studio stehen und einsprechen müsste. Weitere Arbeitsschritte habe man ebenfalls mit KI getestet, sagt Böttinger, war aber damit “sehr unzufrieden”: “Die ur-journalistische Aufgabe des News-Aussuchens und Umformulierens, manchmal auch aus einer Reportage eine News herauskristallisieren, können und möchten wir noch nicht komplett in KI-Hände geben.”

Ein drittes wichtiges Ziel des Podcasts hat man also auch erreicht: mit und über KI zu lernen. “Es gibt Wochen, da gibt es gefühlt ständig etwas zu verbessern”, sagt Böttinger, “und solche, in denen alles geräuschlos ineinandergreift.” Auch die KI-Stimmen sind nicht perfekt: Aussprachefehler bei Eigennamen, großen Zahlen oder Fremdwörtern passieren; “wenn man es perfekt haben will” müsse man auch die KI-generierte Datei noch einmal durchhören vor Veröffentlichung.

Um die 15.000 Plays pro Monat erzielt das News-Format – aber es gibt Ausnahmen: Die Folge, die den Tod von Wolfgang Schäuble vermeldet, hat allein bei YouTube mehr als 32.000 Abrufe. Das Publikums-Potential will man ausbauen: Investiert werden soll in Schulungen der Mitarbeitenden, die das Audio formulieren, und die KI-Stimmen – das Aussprache-Problem könnten zum Beispiel multilinguale Stimmen lindern.
open.spotify.com (“200 Sekunden Baden”-Podcast”)

Menschen fürs Menschliche: “BZ am Ohr”.

Was KI nie können wird, ist für Lisa Böttinger klar: “Zwischentöne verstehen, schweigen, wenn es angebracht ist und aufeinander eingehen.” Das soll das “Herzblut-Format” der “Badischen Zeitung” übernehmen: “BZ am Ohr”, ein rund halbstündiger Gesprächs-Podcast, der einmal pro Woche erscheint und “200 Sekunden Baden” kontrastiert, wie Böttinger sagt: “Hier ein schneller, kurzer News-Überblick – dort alles, was wir an lokaler und regionaler Expertise zu bieten haben”. Man habe vor dem Start im April 2023 verschiedene monothematische, regional aufgezogene Formate diskutiert – von Crime über Kochen bis Regionalgeschichte – sich dann aber für das Konzept “ein Thema, das Südbaden bewegt” entschieden. So lautet auch der Claim des Podcast. “Mit zwei Schritten Abstand diskutiert”, ergänzt Böttinger. Sie moderiert das Format selbst, im Wechsel mit Kollege Florian Kech, der das Team aber zum April 2024 verlässt. Da erzählt ein Landwirt aus der Region zur Zeit der Bauernproteste, was er Robert Habeck sagen würde, eine Freiburger Trauerbegleiterin spricht zu Allerheiligen über ihre Selbsthilfegruppe für trauernde Jugendliche oder die Bildungspolitik-Redakteurin erläutert im Kollegen-Gespräch, was die Wiedereinführung von G9 für die Gymnasien in Baden-Württemberg bedeutet. “Wir sind extrem breit aufgestellt”, sagt Böttinger – eben wie eine gute Regionalzeitung auch.

Eine Folge hat im Schnitt 1.500 Plays, eine gut geklickte auch schon mal 3.500. Das Format gewinnt direkt im Gründungsjahr den European Newspaper Award und habe sich “mittlerweile als Standard etabliert”. Und: Mittlerweile hört mehr als die Hälfte des Publikums nicht mehr über den Webplayer auf der Homepage der Badischen Zeitung, sondern über Spotify und Co. – ein Erfolg für Böttinger, die mit dem Podcast auch neue Zielgruppen ansprechen will, die sonst nicht mit ihrer Heimatzeitung in Berührung kommen würden: “Wir glauben, dass uns das ein Stück weit gelingt: Leute dort auf uns aufmerksam zu machen, wo wir vorher nicht sichtbar waren.”
open.spotify.com (“BZ am Ohr”-Podcast)

So geht’s weiter: “Boomtown” und Zukunftspläne.

Mittlerweile hat die “Badische Zeitung” mit der Podcast-Serie “Boomtown” noch ein drittes Podcast-Projekt realisiert: In vier Teilen beschäftigt sich das Storytelling-Format, gehostet von der Schülerin der Deutschen Journalistenschule Marlen Klaws im Rahmen eines Regional-Fellowships, mit dem Thema Wohnen und Bauen in Freiburg. Solche Formate, sagt Böttinger, seien in Zukunft auch hinter der Paywall denkbar – die Podcasts sind bei der “Badischen Zeitung” aktuell noch Teil des Kostenlos-Contents, die Frage nach der Monetarisierung, etwa durch Sponsoring, ist noch offen. Geplant sei aber in jedem Fall, weitere, junge Kolleginnen und Kollegen am Mikro zu schulen und fortzubilden. Was das Thema KI und Audio angeht, sieht Lisa Böttinger die Vorteile und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung in Zukunft – aber auch die Grenzen: “Wenn ich höre, tue ich das eigentlich, um einen Menschen auch ein wenig zu fühlen. Nicht umsonst spricht Audio eben einen Sinneskanal mehr an als das reine Lesen.”
open.spotify.com (“Boomtow”-Podcast, 8 Folgen)


Podcast für Regionalmedien: Drei Praxis-Tipps von Audio-Redakteurin Lisa Böttinger.

1. Einfach machen: Es muss nicht gleich alles perfekt sein. Überlegt, was euch einzigartig macht – bei uns ist es der Fokus auf die Region und der Blick für spannende, interessante Menschen, von nebenan oder von “ganz oben”, da machen wir keinen Unterschied.

2. Bild- und Videosprache mitdenken: Und dabei viel Augenmerk auf Social legen, also: Welches Reel kann ich zu einer Folge produzieren? Aber auch: Mit welchem Bild kann ich dazu in der Zeitung punkten? Wir veröffentlichen manche Folgen auch dort als gekürzte Interviews.

3. Herausfinden, welches Format sich lohnt: Was das schnelle Generieren von Followern angeht, ist ein monothematischer Podcast sicher besser geeignet. Für “BZ am Ohr” als “Multithemenpodcast” ist das schwieriger – dafür sammeln wir sehr breite Erfahrungen, welche Themen zum Hören gut funktionieren und welche weniger. Das gibt uns wertvolle Infos darüber, in welchem Bereich sich eine Serie oder ein monothematisches Format überhaupt lohnt.
 
Dieser Text ist Teil der Themenwoche Audio.
 
Fotos: “Badische Zeitung” / Thomas Kunz (Studio) / Christian Hanner (Porträt) / Alexandra Ianasel (Grafiken)

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