Bürgerinitiative klagt gegen "Einkauf Aktuell" von der Deutschen Post.


Unbestellt, aber abgeholt: Die Deutsche Post bekommt bürgerlichen Gegenwind wegen der in Plastik eingeschweißten, wöchentlich 20 Mio Mal verschickten Werbepost "Einkauf Aktuell". Eine Bürgerinitiative bereitet in mehreren Bundesländern Klagen vor, weil viele Bürger den Packen in der Post haben, obwohl sie einen digitalen Aufruf unterschrieben haben, um sich von der Empfängerliste der Post für "Einkauf Aktuell" streichen zu lassen – besonders aus Umweltschutzgründen.

Die Deutsche Post erkennt die Liste nicht an, der Einwurf sei ein Massengeschäft, einzelne Empfänger seien nicht ausnehmbar. Sieben Unterzeichner wollen dagegen stellvertretend für alle klagen. Sie stellen sich auf einen mehrjährigen Rechtsstreit durch die Instanzen ein. 2011 hat ein Anwalt gegen den Einwurf der Werbung geklagt und Recht bekommen. Die Post wertet das Urteil als Einzelfallentscheid.
"Welt am Sonntag" (Paid)

Bosch und Yamaha sollen E-Generalstecker verhindert haben.

Bosch soll geheime Absprachen mit Yamaha getroffen haben, um einen Generalstecker für Elektromobilität zu verhindern, schreibt die "Bild am Sonntag". Die EU beauftragte einen Normungsprozess für ein einheitliches System, in dessen Verlauf sich die Hersteller abgestimmt haben sollen. Bosch weist die Vorwürfe zurück und vermutet hinter der Anzeige bei der Wettbewerbsbehörde einen Konkurrent "der durch Patentlizenzen von der Norm profitieren würde".
"Bild am Sonntag", S. 10 (Paid)

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Laut aktuellen IVW-Zahlen sind BILD (Montag bis Samstag) und BILD am SONNTAG (Sonntag) die Marktführer im Segment der Tages- und Sonntagszeitungen.
* IVW Q2/2019, Tages- und Sonntagszeitungen, Verkauf gesamt: BILD Gesamt (inkl. B.Z.): 1.491.516 Ex. Und BILD am SONNTAG: 752.615 Ex.

Zitat: Erfolg sieht nur von hinten leicht aus, sagt N26-Gründer Valentin Stalf.

"Wir haben angefangen mit einem Eltern-Kind-Produkt, einer Taschengeldkarte. Dann sagten uns viele Kunden, dass ihr Konto schlechter aussieht als unsere Kinderkreditkarte. Also haben wir uns auf das größere Produkt konzentriert."

N26-Mitgründer Valentin Stalf sagt im Podcast Handelsblatt Disrupt, die 180-Grad-Wendung zu einem völlig anderen, heute extrem erfolgreichen Produkten sieht nur im Rückblick einfach aus und habe ihm schlaflose Nächte bereitet.
app.handelsblatt.com

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TV-Tipp von TV Spielfilm: In der sensationellen Verfilmung des ergreifenden Jugendbuchs von Patrick Ness und und Siobhan Dowd braucht der 13-jährige Connor (überwältigend: Lewis MacDougall) die Hilfe eines Monsters, um sich der Wahrheit und dem Schmerz über den drohenden Verlust seiner Mutter zu stellen.
"Sieben Minuten nach Mitternacht", Sat.1, 20.15 Uhr
Unser Tipp: direkt und immer aktuell die neuesten Empfehlungen für Ihr persönliches TV-Programm abholen: tvspielfilm.de

Ufa findet weiter keinen deutschen Partner für seine Hitler-Serie.

Ufa arbeitet sehr mehr als fünf Jahren an einer Serie über den jungen Adolf Hitler, für die Chef Nico Hofmann aber keinen deutschen Partner findet. Kritiker fürchten, die Serie könne Hitler glorifizieren. Hofmann entgegnet, die Drehbücher von Niki Stein und Hark Bohm seien historisch genau und von hoher Qualität. Er hält an dem Projekt fest, das zuerst RTL mitmachen wollte, dann aber auf Eis legte. RTL kündigte zuletzt die Serie "Faking Hitler" zu den gefälschten Tagebüchern an, mit der Ufa als Produktionsfirma.
dwdl.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Nico Hofmann über Netflix: "Wir merken erste Talent-Abwerbungen".

Bahlsen: Verena Bahlsen soll das Unternehmen nicht übernehmen.

Bahlsen: Der Keks-Konzern teilt mit, dass Firmen-Erbin Verena Bahlsen nicht die Führung des Unternehmens übernehmen soll und widerspricht damit einem Artikel des "manager magazins". Kommunikations-Chef Christian Bahlmann schreibt: "Bahlsen wird durch das Management Board (Daniela Mündler, Scott Brankin und Jörg Hönemann) geführt. Es gibt keine Pläne, daran etwas zu ändern. Die Behauptung, Verena Bahlsen solle das Unternehmen übernehmen, ist falsch."

Das "manager magazin" berichtet in seinem aktuellen Heft, dass Patriarch Werner Bahlsen seine Tochter als Nachfolgerin in Stellung bringe, obwohl ihr jede Führungserfahrung fehle.
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Freigeist Benjamin Otto soll das Familien-Unternehmen digitalisieren.

Lese-Tipp: Benjamin Otto, 44, ist der Hoffnungsträger seiner Händler-Familie und soll das Lebenswerk seines Vaters im Digitalzeitalter verteidigen, schreibt Martin Mehringer. Er porträtiert Otto als nachdenklichen Unternehmer, dem die Handelsphilosophien von Amazon und Alibaba zuwider sind. Zu seinem Vater hat er ein freundschaftliches Verhältnis, früher verdingte er sich als DJ und brachte sich selbst programmieren bei. Im Konzern halten ihn manche für "schwer zu lesen" und zu sanftmütig, um die Firma zu führen. Otto selbst engagiert sich die Hälfte seiner Zeit sozial, will z.B. Schulen nach neuem Modell starten. Privat plant er seine Zukunft auf einem Biobauernhof, wo er Pferde züchten will.

Nach Studium und Selbstfindung gründete Otto zunächst selbst mehrere Unternehmen, z.B. einen Medientechnik-Verleih und eine Planungsgesellschaft. 2012 verkaufte er sie und übernahm im Familienkonzern neben Tarek Müller die Aufgabe, mit About You eine Otto-Antwort auf Zalando zu finden. Das operative Geschäft liegt ihm aber nicht, er will nicht in die Konzernführung und sitzt stattdessen nun im Rat der Michael Otto Stiftung und ist Mitglied des Gesellschafter- und Aufsichtsrats. Er kümmert sich um den Kulturwandel, die Marken, Marketing und Digitalisierung und hat viele weitere Ideen, z.B. eine Google-Alternative für ethischen Konsum.
"manager magazin", S. 40 (Paid)

Lese-Tipp: "manager magazin" spricht Verena Bahlsen Führungskompetenz ab.

Keks-Krümel: Die Lage im Keks-Konzern Bahlsen ist dramatischer, als bisher bekannt, analysiert das "manager magazin". Patriarch Werner Michael Bahlsen gebe kaum unternehmerische Impulse, Fluktuation und Machtkämpfe regieren auf der Management-Ebene. Nun drohen Umsätze und Gewinne weiter zu zerbröseln.

Dass Bahlen mit Tochter Verena die richtige Nachfolgerin gewählt hat, versieht das "manager magazin" mit einem dicken Fragezeichen. In der Öffentlichkeit – zuletzt mit ihren Äußerungen zur Nazi-Vergangenheit – und auch im Unternehmen sorge die Mittzwanzigerin für Kopfschütteln. Verena benehme sich wie ein "vorlautes Kind", zitiert das Magazin eine Führungskraft und spricht ihr unternehmerische Kompetenz ab.
"manager magazin", S. 48-51 (Paid)

Update 12 Uhr: Bahlsen reagiert mit einem Widerspruch auf die Meldung des "manager magazin". Das ausführliche Statement gibt es hier.

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie Verena Bahlsen das Keks-Business umkrempelt (Dezember 2018).

Meinung: E-Sport ist ein schwieriger Förder-Kandidat.

E-Sport: mit öffentlichen Mitteln zu fördern, ist selbst in der Gaming-Szene umstritten, beobachtet Michael Fröhlingsdorf. Experten warnen vor suchtfördernden Elementen und fürchten, Dauerzocken werde legitimiert. Die Spiele sind in der Hand weniger Firmen, die Branche sei damit abhängig, auch beim Regelwerk. Kritiker finden, dass Baller-Spiele nicht zu sportlichen Werten passen und öffentliche Gelder in Schulen und Co fließen sollen.
"Spiegel", 30/2019, S. 42 – 44 (Paid)

Frankreich belässt es beim Pressegesetz von 1881.

Frankreich bleibt bei seinem Pressegesetz und sieht von Neuerungen ab, die Hass im Internet bekämpfen sollten. Justizministerin Nicole Bellouet hatte vorgeschlagen, Klagen wegen Beleidigung und Verleumdung auszugliedern. Journalisten empfanden die Idee als bedrohlich, weil sie auch rein strafrechtliche Prozesse gegen sie vereinfacht hätte.
"FAZ", S. 14 (Paid)

Zitat: Krimis verkommen zu Touri-Lockstoff, sagt Publizist Thomas Wörtche.

"Was bei uns als Regio-Krimi vermarktet wird, ist halt – das ganze Production-Design zeigt das meistens schon – Tourismus. Man schaut sich die Landkarte an und die Touristenströme und schaut, wo wird noch nicht gemordet."

Thomas Wörtche, Herausgeber im Suhrkamp-Verlag und Kriminalliteratur-Historiker, sagt im "Welt"-Interview über Krimis, die Franzosen seien "ziemlich stinkig" über ortsfremde Autoren, die ihre Bretagne romantisieren.
"Welt", S. 10 (Paid)

"Öko-Test": Verantwortliche sollen 1,2 Mio Euro in China veruntreut haben.

Öko-Test: Laut interner Dokumente sind bei der Tochter der SPD-Medienholding 1,2 Mio Euro in Asien verschwunden, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die Verantwortlichen hätten sie bei gescheiterten China-Geschäften veruntreut. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, Das Amtsgericht Frankfurt hat eine Durchsuchung angeordnet.
"Süddeutsche Zeitung", S. 12 (Paid)

BR strukturiert um.

BR unterscheidet ab Mitte 2020 nicht mehr in Hörfunk- und Fernsehdirektion. Der Sender will sich nach Inhalten organisieren, unter den Programmdirektionen Kultur und Information. In der Intendanz soll eine Stabsstelle Hörfunk Radioverantwortliche vernetzen. Der Sender hat 2018 rund 13,5 Mio Euro weniger aus Rücklagen benötigt als geplant und 25,6 Mio Euro Gewinn gemacht.
per Mail

Bild des Tages: Angela und Greta.


Bitte recht freundlich: Fotografen und Kameraleute nehmen Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Fokus (Foto links). Die Regierungschefin gibt am Mittag ihre jährliche Sommerpressekonferenz und schickt einen Gruß nur wenige Hundert Meter weiter Richtung Bundeswirtschaftsministerium. Dort (Foto rechts) fordern zeitgleich etwa 1.000 Schülerinnen und Schüler – angeführt von Greta Thunberg – ein entschiedeneres Vorgehen gegen den Klimawandel. (Foto links: Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance, Foto rechts: Emmanuele Contini/NurPhoto/picture alliance)

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TV-Tipp von TV Spielfilm: Nichts für Dialektophobe: Die in urigem Kärtnerisch eingespielte Komödie um einen abgerutschten Ex-Eishockeystar lebt von den köstlichen Dialogen – hier zur Sicherheit untertitelt. Jürgen Maurer gibt das große, laute Kind Harri mit unwiderstehlicher Spiellust.
"Harri Pinter, Drecksau", Arte, 20.15 Uhr
Unser Tipp: direkt und immer aktuell die neuesten Empfehlungen für Ihr persönliches TV-Programm abholen: tvspielfilm.de

Facebook wehrt sich gegen Mio-Bußgeld in Deutschland.

Facebook legt Widerspruch gegen den 2 Mio Euro schweren Bußgeldbescheid des Bundesjustizamtes ein. Das Netzwerk will den Einspruch zurückziehen, sobald es eine Einigung mit dem Amt gibt. Das Bundesjustizamt wirft Facebook vor, das Meldeformular für Verstöße gegen das NetzDG zu versteckt und der halbjährlich fällige Beschwerde-Bericht unvollständig sei.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Anna von Münchhausen spricht über #MeToo und Working Mums im Journalismus.

Mutter und Tochter: Pia Frey trifft ihre Mutter Anna von Münchhausen (Foto), zuletzt Textchefin der "Zeit", nun im Ruhestand, zum Podcast-Gespräch. Pia drängt Anna zu mehr Engagement für #MeToo, Anna will ihre Erfahrungen für sich behalten – und geht immer noch ungern allein in Restaurants, weil sie abwertende Blicke fürchtet. Ihren Plan, Chefredakteurin zu werden, hat sie zugunsten der Familie aufgegeben und es nie bereut. Sie freut sich, dass Kind und Karriere heute kein Gegensatz mehr sind.
omrmedia.podigee.io (36-Min-Audio)

VDZ macht Antje Jungmann zur Kommunikations-Oberbefehlshaberin.

Alles hört auf ihr Kommando: Antje Jungmann dient sich hoch und leitet künftig die Kommunikation des VDZ, bisher war sie Vize-Chefin. Vorgängerin Sandra Pabst verlässt die Verlegerlobby nach drei Monaten wieder – "wegen unterschiedlicher Auffassungen". Jungmann hat ihre Karriere als eine der ersten Offiziersanwärterinnen der Bundeswehr begonnen und bis 2013 als Presseoffizierin der Deutsch-Französischen Brigade gedient.
per Mail, turi2.de (Background)

Nach Werbe-Manipulation: DFB prüft Trennung von Infront, muss 20 Mio Euro Steuern nachzahlen.


Diese eine Sekunde: Der DFB stellt die Verträge mit dem Schweizer Sport-Vermarkter Infront auf den Prüfstand, schreibt der "Spiegel". Grund sind Manipulationen bei der Ausspielung von Bandenwerbung u.a. bei Länderspielen und im DFB-Pokal, die von Infront vermarktet werden. Ein Ex-Mitarbeiter hatte die Werbung statt 30 Sekunden nur 29 Sekunden ausgespielt und sich an der Differenz bereichert. Die Verträge laufen noch bis 2022.

Gleichzeitig steht der Verband vor einer 20 Mio Euro schweren Steuernachzahlung. Die Einnahmen aus der Verpachtung der Banden an Infront hat der DFB falsch verbucht und damit die Mehrheit der Einnahmen nicht richtig versteuert. Laut "Spiegel" hat der Fußball-Verband schon 2013 von dem Fehler gewusst, aber darauf gesetzt, dass "die nächsten Prüfer sich mit dem Thema nicht beschäftigen" werden.
"Spiegel", 30/2019, S. 90 (Vorabmeldung)

ADAC: "Motorwelt"-Chef Martin Kunz übernimmt vorerst Marketing und Kommunikation.

ADAC legt seine Kommunikation einstweilen in die Hände von "Motorwelt"-Chefredakteur Martin Kunz, berichtet "Clap". Er übernimmt für Christian Garrels, der den Autofahrer-Verein verlässt. Kunz koordiniert als Chefredakteur künftig die Arbeit der externem "Motorwelt"-Redaktion bei Burda, bzw. dem Dienstleister Storyboard.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Motorwelt"-Mann Martin Kunz liest auf der Überholspur gern Gedrucktes.


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