Facebook ändert Umgang mit Gewaltandrohungen und kennzeichnet Medien wie Russia Today.

Facebook-LogoFacebook: Mark Zuckerberg ändert nach heftiger Kritik den Kurs beim Umgang mit staatlichen Gewaltandrohungen und Inhalten, die Wahlen beeinflussen könnten. Wie Twitter will Facebook sie nun auch kennzeichnen sowie Alternativen zum bisherigen Vorgehen finden, Posts entweder komplett zu löschen oder stehenzulassen. Außerdem will das Netzwerk Posts von Medien wie Russia Today, die unter Einfluss ihrer jeweiligen Regierung stehen, kennzeichnen und Anzeigen dieser Medien in den USA blockieren.
theverge.com, sueddeutsche.de, adweek.com (staatlich kontrollierte Medien), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Christian Vollmann über Aufbau und Erfolg von Nebenan.de.

Hör-Tipp: Nebenan.de-Chef Christian Vollmann spricht im t3n-Podcast über sein Nachbarschaftsnetzwerk. Er hat es als Social Impact Business aufgebaut, das dennoch Geld erwirtschaften soll und inzwischen u.a. den Markteintritt des US-Goliath Nextdoor im deutschen Markt abgewehrt. Investoren wie Burda und Lakestar müssten sich aber mit weniger Rendite als sonst bei Startups üblich zufrieden geben. Corona habe der Plattform einen riesigen Ansturm beschert und ihren Sinn bewiesen.
soundcloud.com (33 Min)

“WSJ”: Trump will 9.500 der in Deutschland stationierten US-Soldaten abziehen.

Abzug: Donald Trump will bis September 9.500 der aktuell 34.500 in Deutschland stationierten Soldat*innen abziehen und die Bundesregierung damit unter Druck setzen, ihren Wehretat zu erhöhen, berichtet das "Wall Street Journal". Ein Teil soll in die USA zurückkehren, andere nach Polen und in andere Staaten von Verbündeten verlegt werden.
wsj.com (Paid), t-online.de, br.de

Basta: Verbockt.

Schweigen wär' Gold: In Österreich beleidigt Vize-Regierungschef Josef Geisler eine Umweltschützerin öffentlich als "widerwärtiges Luder". Weil er weiß, wie der Hase läuft und einen Shitstorm am Horizont aufziehen sieht, entschuldigt er sich halbgar. Doch seine PR-Abteilung schlägt einen Haken und lässt ausrichten, der Begriff "Luder" sei "nicht zwingend negativ", stamme er doch aus der Jägersprache und bezeichne "einen Köder zum Anlocken von Raubtieren" – in diesem Fall aber nur für einen Kommunikations-Bock.
sueddeutsche.de

Richter müssen bei Unterlassungserklärungen beide Seiten anhören.

Eilig, aber fair: Bei Eilverfahren, bei denen Kläger Unterlassungserklärungen gegen Medien durchsetzen wollen, muss "der Grundsatz der Waffengleichheit" gelten, das entsprechende Medium also Gelegenheit zur Verteidigung haben, beschließt das Bundesverfassungsgericht. Im konkreten Fall stritten die Deutsche Polizeigewerkschaft und die Gewerkschaft der Polizei.
sueddeutsche.de (Paid), bundesverfassungsgericht.de (Beschluss)

Zitat: Die Krise ist immerhin eine gute Homeoffice-Übung, sagt Hannes Ametsreiter.

"Es gab einen Crashkurs, den hat jeder durchlaufen, nun geht es in die Optimierung."

Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland, sagt im Hy-Podcast, die Pandemie habe einen Digitalisierungs-Ruck ausgelöst, auch beim Homeoffice. Vodafone strebe künftig 70 bis 80 % Homeoffice an.
soundcloud.com

weitere Zitate:
"Zu lang, zu teuer, wieder mal nichts gelernt." (über die 5G-Auktion)

"Der Erfolg der Vergangenheit ist der größte Anker, der uns runterzieht und einen künftigen Erfolg schwieriger macht." (über Technologie-Ausbau)

Hardliner-Gastbeitrag in der “NYT” bringt Redakteur*innen und Leser*innen auf die Barrikaden.

New York Times ringt um ihr Selbstverständnis: Leser*innen und Mitarbeiter*innen protestieren gegen einen Gastbeitrag des republikanischen Senators und Hardliners Tom Cotton, in dem er fordert, das Militär gegen Randalierer einzusetzen. Der Beitrag erschien auf der Op-Ed-Seite der Zeitung, die vielfältige Meinungen abbilden soll, die nicht von der Redaktion stammen. Mitarbeiter*innen dürfen eigentlich nicht öffentlich Partei für oder gegen "NYT"-Artikel ergreifen. Die Zeitung erklärt die Veröffentlichung mit einem "überhasteten redaktionellen Prozess".
sueddeutsche.de, tagesspiegel.de

Tim Davie wird BBC-Generaldirektor.

BBC befördert Tim Davie zum Generaldirektor. Er ist bisher Chef der Programm-Tochter BBC Studios. Davies wichtigste Aufgabe ab September ist nicht vergnügungssteuerpflichtig: Er muss mit der britischen Regierung die künftige Finanzierung der BBC klären. Boris Johnson stellt die Gebühren in Frage. Tony Hall, Davies Vorgänger, ist nach Johnsons Amtsantritt vorzeitig zurückgetreten, damit sein Nachfolger mehr Zeit für die Vorbereitung der anstehenden Verhandlungen hat.
derstandard.de, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Bauer lässt “Wohnidee” extern produzieren und stellt “Laura Wohnen Kreativ” ein.

Weniger wohnlich: Bauer wendet das Prinzip Marie Kondo auf seine Wohn-Sparte an und sortiert aus – die monatliche Zeitschrift "Laura Wohnen Kreativ" stellt der Verlag ein, die "Wohnidee" lässt er künftig extern produzieren. 30 Mitarbeiter sind betroffen, rund die Hälfte soll die verbleibenden Wohn-Inhalte erstellen.
dnv-online.net,new-business.de

Bafin zeigt Wirecard wegen Verdachts auf Marktmanipulation an, Staatsanwaltschaft startet Razzia.

Wirecard kassiert eine Anzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation von der deutschen Finanzaufsicht Bafin. Der Verdacht beruhe darauf, dass Wirecard-Verantwortliche "irreführende Signale für den Börsenpreis der Aktien" gegeben haben könnten. Die Staatsanwaltschaft München leitet ein Verfahren gegen den gesamten Vorstand ein und hat Freitagmorgen eine Razzia am Firmensitz in Aschheim gestartet. Wirecard wollte den Jahresabschluss am 8. April veröffentlichen, hat den Termin aber inzwischen zum dritten Mal verschoben.
handelsblatt.com, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

turi2.tv – die Top 10 des Branchenfernsehens im Mai 2020.


Einblicke ins Home Office gewährt das Branchenfernsehen turi2.tv auch im Mai: In Skype-Interviews berichtet die turi2-Community, was die Branche und Entscheider*innen bewegt. An der Spitze mit fast 2.500 Video-Views bei YouTube, Facebook, Twitter und Linked-in steht im Mai Moderatorin Laura Karasek. Im turi2.tv-Interview spricht sie u.a. über Emanzipation in Zeiten von Corona. Auf Platz 2 im Mai rangiert Parship-Single-Coach Eric Hegmann, der im Video-Interview mit über 1.000 Views sagt, dass Corona-Dates tiefgründiger sind. Facebook-Mann Guido Bülow erklärt im Skype-Gespräch, wie Facebook mit mehr Fact-Checkern Corona-Fakenews begegnet.
die ganze Top 10 anschauen, turi2.tv (die Top 10 in einer Playlist)

Zitat: US-Korrespondent Steffen Schwarzkopf beklagt einseitige Berichterstattung zu Donald Trump.

"Ich habe das Gefühl, dass in manchen Heimatredaktionen in Deutschland ebenfalls der Trend dahin geht, bei Donald Trump grundsätzlich erstmal 'doof' zu rufen, bevor man genauer hinblickt."

Steffen Schwarzkopf, US-Korrespondent beim TV-Sender Welt, sagt im DWDL-Interview, dass Sender wie CNN und MSNBC Donald Trump mit oftmals einseitiger Berichterstattung Munition liefern, aber auch deutsche Medien oft voreingenommen sind.
dwdl.de

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Wer ist der Mörder? Wer seine "Miss Marple"- und "Hercule Poirot"-Krimis bereits durchgearbeitet hat, der kann seit Montag die Neuverfilmung von Agatha Christies Buch "Das fahle Pferd" auf TV NOW sehen. Eine dreiteilige Miniserie mit Rufus Sewell. Mehr Infos zum Krimi-Mehrteiler lesen Sie hier.

“Clap”: Springer will um Bundesliga-Rechte mitbieten.

Bundesliga-Rechte: Springer und ProSiebenSat.1 wollen um Bewegtbild-Pakete mitbieten, schreibt "Clap". Springer interessiere sich für das Paket K, das zum Beispiel Bild TV erlauben würde, sonntagsmorgens Szenen aus den Spielen der 1. und 2. Bundesliga vom Freitag und Samstag zu zeigen. ProSiebenSat.1 interessiere sich für ein Paket, das der Gruppe Rechte ab Montag einbringen würde - bisher von RTL-Sender Nitro genutzt.
clap-club.de

“Clap”: VDZ wünscht sich längere Mehrwertsteuersenkung für Presseprodukte.

Mehrwertsteuersenkung verursacht bei Verlagen hohe Kosten für die Umstellung, dem VDZ sind sechs Monate daher nicht genug, schreibt "Clap". In einem Schreiben an die Mitglieder stellt VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer die "Sinnhaftigkeit" infrage und fordert indirekt eine Verlängerung. Daniel Häuser erwartet, dass sich an Abo- und Copypreisen ohnehin nichts ändert, weil sonst krumme Verkaufspreise heraus kämen. Auch die Buchbranche fürchtet einen "immensen Aufwand", vor allem wegen der Preisbindung.
clap-club.de (VDZ), buchreport.de (Buchbranche)

Bayern schnürt Hilfspaket von 1,25 Mio Euro für Lokalsender.

Bayern hilft lokalen Radio- und TV-Sendern in der Corona-Krise mit 1,25 Mio Euro zusätzlicher Förderung. Der Betrag teilt sich auf in 500.000 Euro mehr Fördergeld für die terrestrische Verbreitung lokaler Hör­funksender sowie 500.000 Euro für zusätzliche Produktions­kosten im Lokal­fernsehen. Das Geld verteilt die BLM, die Sender müssen ihre Notlage nachweisen. Zudem erhöht die BLM ihren Anteil an der Funkanalyse Bayern um 225.000 Euro auf insgesamt 450.000 Euro.
presseportal.de

Die deutsche Corona-Warn-App braucht eine Telefon-Hotline für Meldungen.

Corona-WarnApp: Zum Start müssen positiv-getestete Nutzer*innen sich bei einer Hotline telefonisch melden, um die Warnung an Kontakte zu aktivieren, berichtet der "Spiegel". Am Telefon werden ihnen von psychologisch geschulte Mitarbeiter*innen Testfragen gestellt, um Missbrauch zu vermeiden. Das Verfahren ist nötig, weil viele Labore nicht über eine sichere digitale Anbindung verfügen, um wie geplant einen QR-Code auszustellen, mit dem die Warnfunktionen in der App aktiviert werden. Datenschützer*innen äußern Bedenken, das Ersatzverfahren könnte die Anonymität der Infizierten gefährden, Missbrauch ermöglichen und so die Akzeptanz der App gefährden.
"Spiegel" 24/2020, S. 70 (Paid)

Mediaset-Finanzchef Marco Giordani kritisiert das Management von ProSiebenSat.1.

Verbalklatsche aus Italien: Marco Giordani, Finanzchef bei Mediaset, äußert im "Spiegel" harsche Kritik an der Führung von ProSiebenSat.1. Das Unternehmen habe "in den letzten Jahren versucht zu überleben, ohne eine Strategie für sein Mediengeschäft zu haben", so Giordani. Er kritisiert vor allem den Versuch, sowohl eine TV-Sparte zu betreiben, als auch Portale wie Verivox oder Parship. Eine Übernahme von ProSiebenSat.1 schließt Giordani gegenwärtig jedoch aus. Mit 24,2 % ist Mediaset der derzeit größte Einzelaktionär von ProSiebenSat.1.
"Spiegel" 24/2020, S. 80 (Paid), horizont.net

Amazon setzt künftig auf Slack.

Slack gewinnt in Amazon einen neuen Großkunden. Die rund 840.000 Amazon-Mitarbeiter*innen sollen künftig über Slack kommunizieren, gleichzeitig verpflichtet sich Slack, bevorzugt Amazons Cloud-Dienste zu nutzen. Als Partner positionieren sie sich damit auch gegen Microsoft, dass mit seinem Konkurrenzprodukt Teams auf Firmenkunden zielt. Bisher war IBM mit rund 350.000 Angestellten größter Slack-Nutzer.
theverge.com via wuv.de

Meinung: “Bild” erzeugt mit irreführender Headline zahlreiche Social-Media-Interaktionen.

Bild erzeugt in den sozialen Medien ein großes Echo mit einer irreführenden Überschrift, kritisiert Jens Schröder. Der Beitrag Laut Autopsie-Bericht – George Floyd (†46) hatte Coronavirus suggeriert einen direkten Zusammenhang mit seinem Tod. Die Infektion lag jedoch bereits mehrere Wochen zurück.
meedia.de

Basta: Mann scheucht den australischen Premierminister von seinem Rasen.

Wenn ein Politiker einen Fußabdruck hinterlässt: Der australische Premierminister Scott Morrison gibt gerade ein TV-Statement, als von außen plötzlich ein Bürger das Geschehen mit lauten Rufen unterbricht. Im Vergleich zu den "Volksverräter"-Rufen, die Politiker anderswo hören müssen, ist der Ärger des Mannes jedoch schnell zu beruhigen: Das Kamerateam steht auf dem frisch gesäten Rasen seines Grundstücks.
twitter.com

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Helmut Schmidt Journalistenpreis
Der mit insgesamt 30.000 € dotierte Preis wird für besondere Leistungen im Wirtschafts- und Finanzjournalismus vergeben. Für Journalisten bis 30 Jahre gibt es drei zusätzliche Förderpreise in Höhe von insgesamt 30.000 €. Stifter ist die ING. Infos und Bewerbung: www.hsjp.de

Mathias Döpfner nimmt Julian Reichelt im Podcast ins Gebet und nennt Ein-Stunden-Frist für Drosten einen “dummen Fehler”.


Im Verhör: Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner knöpft sich in Springers Inside.Pod-Podcast "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt (Foto) vor. Die Ein-Stunden-Frist für Virologe Christian Drosten zur Beantwortung von Fragen nennt Döpfner einen "dummen Fehler". Reichelt räumt ein, "Bild" habe sich dadurch "angreifbar" gemacht, glaubt aber: "Die Fragen hätte Drosten in der Zeit, in der er getwittert hat, beantworten können." Vom "Unantastbarkeitsprinzip" gegenüber "Heilsbringern" hält Reichelt nichts und wünscht sich, "dass die Menschen mit mir so energisch und aggressiv diskutieren wie ich auch diskutiere".

Sein "exzessives Twittern" habe er vor zweieinhalb Jahren aufgegeben und sieht es im Nachhinein als Fehler, sich in jede Debatte zu stürzen: "In einer Blase zu argumentieren, ist vollkommen hoffnungslos. Man geht immer als Verlierer heraus." "Bild" überlege gar, ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken einzuschränken, sagt Reichelt: "Wir füllen die Kassen von amerikanischen Plattformen dadurch, dass wir uns gegenseitig zerfleischen und schaden. Twitter lebt davon, dass Menschen sich gegenseitig schaden."

Auch mit "Bild" will Reichelt nicht "Ärgermacher aus Prinzip" sein: "Wir sollten 'Bild' nicht instrumentalisieren, um unsere eigenen Ansichten zu befeuern. Schon gar nicht sollten wir 'Bild' nutzen, um uns über andere Menschen zu erheben." (Foto: picture alliance/Norbert Schmidt)
soundcloud.com (53-Min-Audio)



Weitere Zitate aus dem Podcast:

Julian Reichelt über Wissenschaftler, die sich von der "Bild"-Berichterstattung distanzieren:
"Wissenschaft kann sich nicht aussuchen, wo sie abgebildet wird."

... über "Duelle":
"Ich möchte keine Duelle. Ich weiß, wozu Duelle führen und wie Menschen nach einem Duell aussehen. Und ich bin froh, dass es sowas bei uns nicht gibt."

... über den Unterschied von Wahrheit und Fakten:
"Ich glaube nicht an Wahrheit, aber an die bestmögliche Version der Fakten, die wir vor Deadline recherchieren können."

... über seinen Ruf, einen militärischen Führungsstil zu pflegen:
"Nichts schafft eine größere Abneigung zum Militärischen und zum Krieg als zehn Jahre im Krieg verbracht zu haben. Ich mag keine Waffen, ich finde Waffen nicht faszinierend."

"Wenn der Führungsstil militärisch wäre, gäbe es deutlich weniger Debatten bei uns."

... über Diskussionen in Blasen:
"Wir leben in einer Zeit, in der Öffentlichkeit aus verschiedenen Blasen besteht, die nahezu keine Überschneidungspunkte mehr haben."

... über "Bild" als Ventil:
"'Bild' gibt Menschen, die radikalismusgefährdet sind, eine Stimme, bevor sie sich radikalisieren."

... über Twitter-Krawall:
"Twitter als Krone der Social-Media-Niedertracht lebt davon, dass Menschen aufeinander losgehen, sich gegenseitig schaden und sich selbst schaden. Sich durch eine dumme Äußerung selber vernichten, ist das, was auf Twitter am besten funktioniert."

"Es kann nicht sein, dass wir diejenigen, die das Konzept Free Media am meisten untergraben, nämlich Social Media, dass wir denen die Kassen mit unserem Streit füllen. Das ist inzwischen meine Überzeugung."

... über "Bild"-Kritiker:
"Die wissenschaftliche Disziplin 'Bild -Kritik' besteht in allererster Linie daraus, 'Bild' nicht zu lesen. Das ist die einzige wissenschaftliche Disziplin der Welt, in der man sich ausdrücklich und stolz nicht mit dem Forschungsobjekt beschäftigt, sondern zu seinen Einschätzungen kommt, ohne sich damit zu beschäftigen."

Mathias Döpfer über "Bild"-Kritiker:
"Ich freue mich über jeden, der 'Bild' kritisiert. Das ist gut und wichtig. Aber eines ist Voraussetzung: Ich muss es schon lesen. Wass ich immer häufiger höre ist: 'Ich kann es nicht mehr lesen, ich lese es nicht mehr, aber ich weiß trotzdem, was drinsteht.' Das ist einfach nicht mehr akzeptabel: Haut drauf, aber bitte nach Lektüre."

... über das Rezo-Video zur "Zerstörung der Presse".
"Da sollte man ganz gelassen reagieren. Nicht alles, was uns nicht gefällt, ist deswegen kein Journalismus. Natürlich ist das hervorragender Journalismus, auch wenn er in der These und der Beweisführung meines Erachtens sehr brüchig ist."

Unsicherheit über Huawei-Technik erschwert den 5G-Ausbau.

5G-Ausbau: Knapp ein Jahr nach der Frequenz-Auktion haben die Mobilfunkprovider etliche Sendemasten für 5G vorbereitet und u.a. mit Glasfaser-Leitungen angebunden, berichtet dpa-Tech-Reporter Christoph Dernbach. Den Ausbau erschwert die Unsicherheit, ob Provider Technik des chinesischen Ausrüsters Huawei nutzen dürfen. Vorreiter beim Ausbau sind Firmen, Unis und Organisationen, die auf ihrem Campus lokale 5G-Netze einrichten. Für Privatnutzer*innen bauen die Anbieter Showcase-Netze etwa an Tankstellen oder Fußballstadien auf.
horizont.net, turi2.de (Background 5G-Premiere im Stadion)

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Digitales Barcamp über die Zukunft der Audiobranche
Das Journalismus Lab lädt am 19.-20. Juni 2020 ein zum Audiocamp online. Bereits zugesagt haben u.a. Akteure von Radio NRW, RTL, Deutschlandfunk, Deutsche Welle, Gema, RP Online, Podcaststudio.NRW, OMS uvm. Die Teilnahme ist kostenlos.
Zur Anmeldung.

Lese-Tipp: Die Zukunft von VW-Chef Diess entscheidet sich womöglich im Sommer.

Lese-Tipp: Die Rückendeckung des VW-Chefs Herbert Diess (Foto) bröckelt, schreibt das "Handelsblatt". Sollte das E-Auto ID.3 im Sommer zu keinem Erfolg führen, "gibt es keine Garantie" für den Konzernchef. Betriebsratschef Bernd Osterloh könne wie Diess "nur schwer mit Kritik umgehen" und gilt als sein schärfster Kritiker. Der Vertrag von Diess läuft bis 2023.
handelsblatt.com

Große Koalition will Fahrdienstmarkt stärker öffnen und Taxi-Tarife aufweichen.

Taxi nach Berlin: Die große Koalition plant eine Novelle des Personenbeförderungsgesetzes, um neue Anbieter im Taxi- und Fahrdienstmarkt zu stärken, schreibt der "Focus". Sogenannte Pooling-Angebote von Fahrdiensten, bei denen sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, sollen künftig dauerhaft erlaubt werden. Die starren Tarife im Taxigewerbe werden laut einem dreiseitigen Reformpapier gekippt: Künftig soll es einen "Tarifkorridor mit Höchst- und Mindestpreisen" oder einen "Tarif ohne Zeitfaktor" geben. Die bestehende Rückkehrpflicht für taxiähnliche Angebote wie Uber bleibt bestehen.

Anbieter wie Uber und Moia fahren bisher mit befristeten Ausnahmeregelungen und erhalten mit der Gesetzesänderung künftig Rechtssicherheit. Das Bundesverkehrsministerium soll für die neuen Taxi-Tarife einen entsprechenden "Formulierungsvorschlag" erstellen. Mit der Reform des Personenbeförderungsgesetzes wollen Union und SPD auch die Verkehrsanbindung im ländlichen Raum stärken, schreibt der "Focus".
focus.de

Elon Musk fordert die Zerschlagung von Amazon.

Amazon soll zerschlagen werden, fordert Elon Musk bei Twitter. "Monopole sind falsch", schreibt er unter einen Tweet des Ex-"New York Times"-Reporters Alex Berenson. Dieser gilt als Kritiker der Covid-19-Maßnahmen und veröffentlichte ein umstrittenes Buch über "verheimlichte Wahrheiten". Amazon listet dieses nicht, was Musk scharf kritisiert.
handelsblatt.com, twitter.com

Basta: Ilse Aigner sieht beim ProSiebenSat.1-Programm die Menschenwürde in Gefahr.

Kein zweites Date: Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner beschwert sich beim Vorstandssprecher von ProSieben über die Joyn-Datingshow "M.O.M. – Milf oder Missy", schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Der Werbeslogan "Was Altes? Was Junges? Was Neues!" verletzte die "Menschenwürde". Zuvor kritisierte Aigner bereits die Sat.1-Reality-Show "Big Brother". Für die bayerische Sendergruppe dürfte es damit von Aigner wohl keine Rose Foto geben.
sueddeutsche.de

Zitat: Überstunden beim Theater sind unsichtbar, sagt Caroline Peters.

"Wenn jetzt so genau über Stunden nachgedacht wird, dann möchte ich gerne die Überstunden der letzten 25 Jahre nachbezahlt bekommen. Viel Spaß, liebes Theater."

Schauspielerin Caroline Peters sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", dass erst mit der Kurzarbeit beim Theater die tatsächliche Arbeitszeit von Schauspieler*innen sichtbar wird.
"Süddeutsche Zeitung", S. 24 (Paid)

Lufthansa fliegt aus dem Dax, Immobilienkonzern Deutsche Wohnen steigt auf.

Lufthansa fliegt aus dem Dax, teilt die Deutsche Börse mit. Deutschlands größte Fluggesellschaft steigt zum 22. Juni in den MDax der mittelgroßen Werte ab. Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen steigt in den Kreis der 30 Dax-Konzerne auf. Das Handelsvolumen und die Marktkapitalisierung entscheiden maßgeblich über die Dax-Zugehörigkeit von Unternehmen.
n-tv.de

Finanzminister Scholz will die Mehrwertsteuer nicht länger als sechs Monate senken.

Mehrwertsteuer: Die Senkung soll nicht länger als sechs Monate gelten, sagt Finanzminister Scholz im "Handelsblatt"-Interview. Bayerns Ministerpräsident Söder hält die Maßnahme auch für einen längeren Zeitpunkt vorstellbar. "Wir haben uns alle in die Hand versprochen, dass wir das nicht tun werden", sagt Scholz. Die Senkung sei "effektiv, weil wir sie befristen. Sonst hat das keinen ökonomischen Effekt".
handelsblatt.com

130-Mrd sind für Merkel “in normalen Zeiten” eine unvorstellbare Summe.

Konjunkturpaket soll auch ein Zukunftspaket sein und "Millionen mehr Arbeitslose" verhindern, sagt Bundeskanzlerin Merkel im ARD-Interview. 130 Mrd Euro sind eine unvorstellbare Summe, sagt ARD-Chefredakteur Rainald Becker, worauf Merkel spontan reagiert: "für mich auch - in normalen Zeiten". Eine weitere Amtszeit schließt Merkel im Interview aus.
br.de, turi2.de (Background)

Ex-SPD-Landespolitiker Martin Gorholt wird Vorsitzender des MABB-Medienrats.

MABB-Medienrat wird die nächsten fünf Jahre von Martin Gorholt geleitet, schreibt Medienkorrespondenz. Nach dem brandenburgischen Landtag, stimmt auch das Berliner Abgeordnetenhaus mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit für den Ex-SPD-Landespolitiker. Die MABB ist die Aufsichtsbehörde für den privaten Rundfunk in Berlin und Brandenburg.
medienkorrespondenz.de

Leistungsschutz: Deutsche Verlage ziehen Klage gegen Google zurück.

Einstweilige Fügung: Die deutschen Verlage, darunter Springer, ziehen im Streit um die Bezahlung von Snippets ihre Klage gegen Google vor dem Landgericht Berlin zurück. Als Grund nennt die Verwertungsgesellschaft VG Media, welche die Interessen der Verlage vertritt, die Einschätzung des Gerichts, dass das deutsche Presseleistungsschutzrecht nicht anwendbar sei. Der Europäische Gerichtshof hatte 2019 geurteilt, dass die Bundesregierung das umstrittene Gesetz vor Inkrafttreten der EU-Kommission hätte vorlegen müssen.

Aufgeben will die VG Media aber nicht: "Das Klageverfahren vor dem Landgericht betrifft allein die Vergangenheit". Die Verwertungsgesellschaft hofft nun auf auf das europäische Presseleistungsschutzrecht, desse Umsetzung noch aussteht.
handelsblatt.com, derstandard.at, turi2.de (Background)