“Spiegel”: Robert Lewandowski soll Geld aus Werbefirma veruntreut haben.


Rechtlich im Abseits: Der ehemalige Berater von Robert Lewandowski, der Pole Cezary Kucharski, hat vor einem Warschauer Gericht Klage gegen den Profifußballer eingereicht, berichtet der "Spiegel". Kucharski wirft Lewandowski und dessen Frau Anna vor, über Jahre mehrere Millionen Euro aus der Vermarktungsfirma RL Management abgezweigt und sich dadurch an den Finanzämtern in Polen und Deutschland vorbei privat bereichert zu haben. Mit dem Geld bezahlte das Ehepaar demnach etwa teure Möbel oder Luxusreisen. Kucharski will umgerechnet rund 9 Mio Euro Schadenersatz von Lewandowski. Die Klageschrift des Ex-Beraters lese sich, "als wäre die Vermarktungsfirma Lewandowskis ein Selbstbedienungsladen für den Fußballstar und seine Frau gewesen", schreibt der "Spiegel".

RL Management soll auch einer unter dem Namen von Anna Lewandowski laufenden Firma namens "Blue Oyster" ein Darlehen über umgerechnet circa 2,5 Mio Euro ausgestellt, dieses Geld nach der Liquidation des Unternehmens aber nie wieder gesehen haben. Robert Lewandowski bestreitet alle Vorwürfe und fühlt sich schikaniert. Er habe in seinen Steuererklärungen sowohl in Polen als auch in Deutschland alle Zahlungen der RL Management "detailliert aufgeführt", sagt eine Sprecherin Lewandowskis dem "Spiegel".
"Spiegel" 39/20, S. 92-96 (Paid)

Video-Tipp: Corona hat die Wertschätzung von Agenturen verbessert, glaubt Andreas Liehr.

Video-Tipp: Corona biete für das Agentur- und Werbegeschäft die Gelegenheit zu zeigen, was es wirklich kann, sagt Huth+Wenzel-Chef Andreas Liehr im Gespräch mit unserem TV-Kooperationspartner "Horizont". Man habe beweisen können, dass man digital denke und flexibel sei. Das habe die Wertschätzung von Agenturen verbessert, glaubt Liehr.
horizont.net (13-Min-Video)

Basta: Matthias Schweighöfer macht den Möbelmann.

XXXMatz: Matthias Schweighöfer wirbt künftig für die Möbel-Kette XXXLutz. Seine Kleidergröße spielte bei der Entscheidung für den Schauspieler offen­bar eine geringere Rolle als dessen Wandelbarkeit: 2016 hielt Schweighöfer sein Gesicht noch für Veggie-Wurst her – jetzt für ein Möbelhaus, das Schnitzel für 2,50 Euro serviert.
wuv.de, turi2.de (Background)

Dörte Spengler-Ahrens will erste ADC-Präsidentin werden.

JvM-Kreativchefin Dörte Spengler-Ahrens kandidiert als Präsidentin für den Art-Direktoren-Berufsverband ADC. Gewählt wird am 1. Oktober, Spengler-Ahrens wäre die erste Frau auf dem Posten. Noch-Präsident Heinrich Paravicini gab im Juli bekannt, aus dem Präsidium ausscheiden zu wollen. Die Clubstruktur müsse jünger und diverser werden, sagte er damals.
horizont.net, turi2.de (Background)

Deutscher Werbemarkt schrumpft durch Corona, Online legt zu.


Werbeausgaben in Deutschland stehen seit Anfang 2020 im Vergleich zum Vorjahr großflächig im Minus, zieht Ingo Rentz aus der Nielsen-Auswertung. Größte Verlierer sind neben Kino (-58,4 %) Einwurf-Werbung (-12,8 %) und Publikumszeitschriften (-10,5 %). Ausgaben für Online-Werbung sind dagegen mit 3,4 % im Plus. Auffällig ist, dass Corona fast allen Werbegattungen insbesondere die Zeit zwischen April und Juni verhagelt hat. Dann scheint es Nachholbedarf gegeben zu haben: Die Lage verbesserte sich wieder zusehends. Zeitungen verzeichnen jedoch auch noch im August ein Werbeausgaben-Minus von 13,9 %, Radio nach einem starken Juli (+13,7 %) einen im Vergleich zu 2019 schwächeren August (8,4 %). Insgesamt ist der Werbemarkt seit Januar um -7,3 % auf knapp 20 Mrd Euro geschrumpft.
horizont.net (Paid)

Zenith: Deutscher Werbemarkt fährt 12,3 % Minus ein.

Weniger Werbung: Die deutschen Werbeausgaben sinken um 12,3 %, prognostiziert eine Studie der Mediaagentur Zenith. Besonders stark betroffen ist das Kino (-55 %), aber auch Radio (-18 %) und Außenwerbung (-17 %) leiden unter den Pandemie-Folgen. Vergleichsweise glimpflich kommen Fernsehen (-10 %) und Digital-Märkte (-7 %) davon. Ohne weiteren Lockdown rechnet Zenith-CEO Jennifer Andree (Foto) mit einer Stabilisierung des Werbemarktes.
horizont.net

Bafin stoppt Werbeaktion von Check24 zu Kreditausfall-Versicherung.

Bafin pfeift Check24 zurück: Das Vergleichsportal darf Kredit-Abschließer*innen nicht versprechen, ihre Raten zu übernehmen, wenn sie arbeitslos werden. Die Bafin stuft den "Kreditairbag" als Versicherungsgeschäft ein – Check24 fehlt dafür die Lizenz. Das Verbot wird das Portal kaum schmerzen, könnte aber Versicherer beruhigen, die fürchten, dass große Internet-Konzerne wie Amazon und Co selbst als Versicherer in den Markt drängen. Check24 ist bei der Vermittlung von KFZ-Policen Marktführer.
tagesschau.de, spiegel.de

Serviceplan-Agentur Mediaplus will im internationalen Pitch-Game mitspielen.


Werbe-Brüller: Mediaplus, die Media-Agentur von Serviceplan, will auch im internationalen Markt eine bedeutende Rolle spielen. "Wir sind dabei, ein deutsches Gegenmodell zu den großen angloamerikanischen und französischen Networks zu etablieren", sagt Geschäftsführer Matthias Brüll in seinem ersten großen Interview in "Horizont". Im Mai 2019 kam er von Group M zu Mediaplus und verantwortet das internationale Geschäft. Mit Kunden wie De'Longhi, der Drogerie-Kette Müller, der Alibaba-Gruppe und Siemens Healthineers hat Mediaplus international nach eigenen Angaben bereits ein Buying-Volumen von zusammen 100 Mio Euro gewonnen. "Was uns von den WPPs, Omnicoms und Publicis dieser Welt unterscheidet, ist, in jedem Markt echte Unternehmer zu haben, die nicht nach zwei Jahren wieder weg sind", sagt Brüll. Es mache einen Unterschied, als inhabergeführtes Unternehmen "nicht ständig auf den nächsten Quartalsbericht schauen" zu müssen.

Zwar hätten die internationalen Agentur-Netzwerke "einen hohen Standard" etabliert, zugleich gebe es aber Probleme bei der "Transparenz dieser Systeme" und der Gewinnung guten Personals, sagt Brüll. "Der finanzielle Druck bei den Networks ist inzwischen so brutal, dass es mit den nötigen Investments ins Personal immer schwieriger wird." Das führe dazu, dass die Teams "oft zu juniorig" sind. Die eingesetzten Tools "hören sich zwar klasse an, sind dann aber meist doch nicht so gut, wie es zunächst den Anschein hat". Lernen kann Mediaplus von den Networks dagegen, eigene Lösungen zu skalieren, räumt Brüll ein: "Wenn es darum geht, tolle Lösungen in modifizierter Form auch bei anderen Kunden einzusetzen, können wir durchaus noch besser und effizienter werden."
"Horizont" 37/2020, S. 8/9 (Paid)

Influencerin Pamela Reif unterliegt vor Gericht.

Schleichwerbung: Influencerin Pamela Reif muss auch Instagram-Beiträge als Werbung kennzeichnen, für die sie kein Geld erhält, entscheidet das Oberlandesgericht Karlsruhe. Das Urteil betrifft alls Posts mit Tags von Markenherstellern. Per Revision kann der Fall vor den Bundesgerichtshof gehen, der ein Grundsatzurteil fällen könnte. Anders als Reif bekam Cathy Hummels in einem ähnlichen Prozess im Juni vom OLG München Recht.
wuv.de, turi2.de (Background)

Lidl bringt Mode-Kollektion im Discounter-Design heraus.

Lidl verkauft in seinen Filialen ab kommenden Montag eine eigene Mode-Kollektion. Der wöchentliche Angebots-Flyer listet sieben Produkte im Lidl-Design in mehreren Variationen, von Sportsocken über T-Shirts bis hin zum Lidl-Sneaker - ursprünglich ein Aprilscherz - für 19,39 Euro. Einige der Produkte hat Lidl zuvor bereits über seinen Online-Shop verkauft.
turi2 - eigene Beobachtung, lidl-flyer.com

Klick-Tipp: Instagram-Account zu historischer Werbung.

Klick-Tipp: Der Instagram-Account @die_reklame sammelt historische Werbe-Anzeigen - laut Ansicht von Betreiber Moritz Hoffmann die beste Form des geschichtlichen "Überrestes". Werbung altere schnell, weil sie sich auf das fokussiert, was "jetzt" in ist - und komme uns dementsprechend schnell "vorsintflutlich" vor. 698 Insta-Posts preisen Jägermeister ebenso wie Knorr Fix.
ze.tt, instagram.com

Aus dem Archiv von turi2: Noch mehr historische Werbe-Anzeigen in der turi2 edition #2 - Werbung.

Die Grünen gründen eine Projekt-Agentur für das Wahljahr 2020.

Grüne formieren unter dem Namen "Neues Tor 1" eine Projekt-Agentur, die im Wahljahr 2021 die Kampagne auf Bundesebene verantworten soll. Die "dramaturgische Leitung" der Kampagne Matthias Riegel von der Berliner Agentur Wigwam inne, der den Grünen-Bundesvorstand auch strategisch beraten soll. Die Kreation verantwortet Kurt Georg Dieckert, Chef der Berliner Agentur Dieckert Schmidt.
horizont.net

Burda Forward stellt cookiefreie Werbe-Technologie “Sugarless” vor.

Burda Forward bereitet sich auf eine Werbewelt ohne Cookies vor: Die sebst­entwickelte Technologie "Sugarless" soll "kontext- und contentbasiert" funktionieren sowie "zustimmungsfrei und daten­schutz­konform" sein. Das System kann laut Burda Forward Inhalte analysieren, Bedeutungs­zusammen­hänge herstellen und mit Werbebotschaften verknüpfen.
wuv.de, lifepr.de

Gericht: Unternehmen, die mit Deutschland werben, müssen auch dort produzieren.

Werbung: Solarzellen, die mit "Made in Germany" und deutscher Flagge beworben werden, müssen überwiegend in Deutschland produziert werden, entscheidet das Oberlandesgericht Frankfurt. Ein Solarunternehmen fand das nicht selbstverständlich und produzierte im inner- und außereuropäischen Ausland, ein Wettbewerber hatte dagegen geklagt. Das Gericht legt fest, das es bei einem Industrieprodukt besonders auf die Verarbeitungsvorgänge ankomme, Planung und Konzeption seien weniger prägend.
handelsblatt.com

ARD bewirbt Regional-Geschichten in den “Tagesthemen”.

ARD startet eine Kampagne für die verlängerten "Tagesthemen", die sich in der Rubrik #mittendrin künftig stärker regionalen Themen widmen. In kurzen Spots im TV, im Radio und Online kommen Menschen zu Wort, "deren Handeln für das gesamte Land bedeutsam ist" und aus deren Geschichten Nachrichten wurden. Die "Public-Value-Aktion" soll die Regional-Kompetenz der ARD-Anstalten hervorheben.
dwdl.de, presseportal.de

“Horizont”: “Spiegel” hadert mit Bertelsmanns Ad Alliance.

Wacklige Werbe-Allianz: Der "Spiegel" hadert mit Bertelsmanns Vermarkter Ad Alliance, dem er seit 2018 angehört, schreibt Roland Pimpl in "Horizont". Es herrschten "unterschiedliche Sitten" bei der Kennzeichnung von Anzeigen-Sonderformaten; das Nachrichtenmagazin müsse teils auf Buchungen verzichten, wenn die Anzeigenkennzeichnung nicht den hauseigenen Standards entspreche. Zudem kümmere sich die Ad Alliance nur stiefmütterlich um "Spiegel"-Ableger wie "Dein Spiegel" oder "Start" (ehemals Bento).

In diese Lücke soll die "Spiegel"-eigene, crossmediale Konzeptvermarktung "Manufact" stoßen, was wiederum zu Kompetenzgerangel führen könnte. Verlassen wolle der "Spiegel" die Ad Alliance aber nicht, wird ein Sprecher zitiert. Das liegt laut Pimpl aber auch am derzeitigen "Mangel an Bündnisalternativen".
"Horizont" 35/2020, S. 7 (Paid)

Pepsi sponsert Uefa-Frauenfußball bis 2025.

Pepsico wird Hauptsponsor des Uefa-Frauenfußballs: Der Food-Konzern engagiert sich mit seinen Getränke-Marken Pepsi und Gatorade sowie der Chips-Marke Lays zunächst bis Sommer 2025 u.a. bei der Frauen-Champions-League und der Frauen-EM sowie den U17- und U19-Meisterschaften. Seit 2015 ist Pepsi bereits einer der Hauptsponsoren der Männer-Champions-League.
wuv.de, presseportal.de

TV-Beilagen-Produzent rtv wird Mitglied der Ad Alliance von Bertelsmann.

rtv Media Group, Nürnberger Bertelsmann-Tochter für TV-Beilagen, wird zum Jahreswechsel Teil der Bertelsmann Ad Alliance. Bereits ab September ist das Bündnis als Vermarkter für rtv aktiv. Mit dem gleichnamigen Magazin sowie TV-Beilagen u.a. für die "Süddeutsche", den "stern" und "Bild" erreicht rtv nach eigenen Angaben eine wöchentliche Auflage von mehr als 6 Mio.
horizont.net, presseportal.de

Ann Kathrin Hasenjäger wechselt von Springer zum “Tagesspiegel”.

Tagesspiegel verpflichtet Ann Kathrin Hasenjäger, 39, als Head of Brand­management. In dieser Funktion verantwortet sie die nationalen Vermarktungs­aktivitäten. Hasenjäger kommt von Springer, wo sie zuletzt in der Regional­vermarktung tätig war. Zuvor hat sie als Brand Managerin bei IQ Media Marketing bereits die nationale Vermarktung des "Tagesspiegels" mitgestaltet.
tagesspiegel.de

RKI geht gegen Falschwerbung der Crowdfunding-Plattform Zinsbaustein.de vor.

Robert-Koch-Institut wehrt sich gegen Werbung der Crowdinvesting-Plattform Zinsbaustein.de, die mit dem Namen der Behörde um Investorengelder wirbt, schreibt das "manager magazin". Konkret geht es um Werbung für einen Hospizbetreiber aus Mecklenburg-Vorpommern, über dem der Pleitegeier segelt und der binnen weniger Wochen 1,2 Mio Euro bei Privatanleger*innen eingesammelt hat. Auf der Plattform heißt es, das Hospiz sei wegen der Krise "u.a. vom Robert Koch-Institut dringend aufgefordert", das Gebäude auszubauen.
manager-magazin.de

Kühne vergibt seinen Digital-Etat an die Hamburger Agentur Boom.

Gurkentruppe: Kühne vergibt seinen Digital-Etat ab September an die Hamburger Agentur Boom und will mit deren Strategie seine Zielgruppe weiter verjüngen. Das Boom-Team überzeugte im Pitch vor allem mit einer Kreation rund um die "Warengruppe Gurke". Die Lead-Agentur von Kühne bleibt Philipp & Keuntje.
meedia.de, turi2.de (Background Verjüngungs-Strategie)

Corona sorgt für weniger Beschwerden beim Deutschen Werberat.

Calm down dank Corona: Der Deutsche Werberat registriert im ersten Halbjahr einen Rückgang der Einzelbeschwerden um 41 %. Grund sei die eingeschränkte Mobilität der Menschen durch die Pandemie: Sie seien daher weniger mit Werbung in Berührung gekommen. Insgesamt erreichten den Werberat im ersten Halbjahr 906 Beschwerden, die meisten davon - wie üblich - zu sexistischen Inhalten. Im Vorjahreszeitraum lag die Anzahl der Beschwerden noch bei 1524.
horizont.net

Teekanne vergibt Media-Etat an OMD

Frischer Aufguss: Teekanne heuert die Media-Agentur OMD ab sofort für ihre Media-Aktivitäten an. Das Budget im mittleren einstelligen Millionenbereich umfasst sämtliche Werbeaktivitäten um TV, Print und alle Digitalmaßnahmen. Der Düsseldorfer OMD-Standort konnte sich im Pitch durchsetzen und löst damit Mediacom ab. Erste Früchte soll die Zusammenarbeit ab Oktober 2020 tragen.
horizont.net

Jung von Matt schraubt an Haribos Media-Strategie.

Weniger Fernsehen: Haribo will an der jungen Zielgruppe dranbleiben und schraubt mit seiner neuen Lead-Agentur Jung von Matt am Media-Mix, berichtet "Horizont". Der Goldbären-Konzern investiert erstmals massiv in Kanäle außerhalb des klassischen Fernsehens und adaptiert seinen neuen Spot für Facebook und Instagram. Außerdem gibt es AR-Filter und Giphy-Sticker.
horizont.net, youtube.com (30-Sek-Spot)

RTL Group und Ströer melden deutlich gesunkene Werbeumsätze.


Zahltag: Die Corona-Krise trifft die Medien-Branche mit voller Wucht - wie hart, zeigen die heute veröffentlichten Quartalszahlen des Außenwerber Ströer und der Bertelsmann-Tochter RTL Group. Ströer rechnet für das 2. Quartal einen Verlust von rund 43 Mio Euro vor – 2019 lag der Gewinn noch bei fast 31 Mio Euro. Durch Corona schrumpft der Umsatz im 2. Quartal vor allem wegen des eingebrochenen Out-of-Home-Werbemarktes gegenüber 2019 um ein Drittel auf 264 Mio Euro. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sinkt: um 56 % auf 61,8 Mio Euro. "Content-basierte Geschäftsfelder" wie T-Online und Statista haben das Unternehmen vor Schlimmerem bewahrt, schreibt Ströer. Laut Statista haben sich die Werbeausgaben in Deutschland 2020 nur bei Suchmaschinen- und Social-Media-Werbung im Vergleich zu 2019 verbessert, insbesondere Print, TV- und Video- sowie Audio-Werbung rutschten demnach stark ins Minus.

Wie schwer Corona die Werbeindustrie getroffen hat, zeigen auch die Zahlen der RTL Group. Sie büßt im 2. Quartal rund 28 % Umsatz ein und erlöst nur noch knapp 1,2 Mrd Euro. Die Werbe-Umsätze der TV-Sender, sonst Cashcow des Konzerns, gehen in der Corona-Krise um rund 40 % zurück. Das bereinigte Ergebnis sinkt im 1. Halbjahr um 52 % auf 258 Mio Euro. Immerhin befinden sich die Streaming-Dienste TVNow und Videoland im Aufwind: Die Zahl zahlender Abonnent*innen steigt verglichen mit dem Vorjahr um gut 45 % auf 1,77 Mio.
wuv.de (Ströer), ir.stroeer.com (Ströer-Zahlen), dwdl.de (RTL Group), rtlgroup.com (RTL-Zahlen), statista.com (Infografik Werbeausgaben)

Außenwerber Ströer macht durch Corona 43 Mio Euro Quartalsverlust.

Ströer meldet für das 2. Quartal einen Verlust von rund 43 Mio Euro – 2019 lag der Gewinn noch bei fast 31 Mio Euro. Durch Corona schrumpft der Umsatz im 2. Quartal vor allem wegen des eingebrochenen Out-of-Home-Werbemarktes gegenüber 2019 um ein Drittel auf 264 Mio Euro. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sinkt: um 56 % auf 61,8 Mio Euro.
wuv.de, turi2.de (Ströer-Zahlen 2019)

Joe Biden investiert 280 Mio Dollar in seine Wahlkampagne.

USA: Joe Biden investiert bei seiner 280 Mio Dollar teuren Wahlwerbung 60 Mio in Digitales und Connected TV, schreibt Adweek.com. Der Demokrat habe eine interne Agentur aufgebaut. Durch die Krise würden die US-Amerikaner*innen weniger linear fernsehen und ihre Kabel-Abos kündigen, deshalb setzt Biden auf Streaming und wirbt auf Hulu, YouTube und Gaming-Plattformen. Der größte Teil der bevorstehenden Werbeausgaben entfällt mit 220 Mio Dollar dennoch auf lineares TV.
adweek.com

Werber und Ex-Ogilvy-Chef Lothar S. Leonhard, 78, ist tot.

Lothar S. Leonhard, 78, ist tot. Der Werber und langjährige Chairman der deutschen Ogilvy-Gruppe starb bereits am Montag an den Folgen eines Schlaganfalls, den er im September 2016 erlitten hatte, schreibt Mehrdad Amirkhizi. Er beschreibt den geborenen Dresdner in seinem Nachruf als geschätzten Gesprächspartner, mit dem man auch abseits der Werbung "tiefschürfend über Themen reden" konnte. Leonhard sei alles andere als das "Klischee- und Abziehbild des coolen, intellektuell aber eher leichtgewichtigen Werbefritzen" gewesen.
horizont.net

Christine Lüders berät Scholz & Friends bei Aufarbeitung von Sexismus-Vorwürfen.

Scholz & Friends: Bei der Werbe-Agentur soll es in den vergangenen Jahren "eine Reihe von Vorfällen" gegeben haben, bei denen sich Führungskräfte herabwürdigend gegenüber Mitarbeiterinnen und Frauen im Allgemeinen geäußert haben oder durch anderes Fehlverhalten aufgefallen sind, berichtet die "Zeit". Ein leitender Kreativer soll bei einer Weihnachtsfeier 2017 sein Geschlechtsteil ausgepackt haben. S&F-CEO Frank-Michael Schmidt sagt, in einigen Fällen hätte "früher und härter reagiert werden müssen". Christine Lüders (Foto), ehemalige Leiterin der Anti­diskriminierungs­stelle des Bundes, soll die Agentur bei der Aufarbeitung der Fälle beraten.
"Zeit" 33/2020 (Paid), new-business.de, turi2.de (Background)

Nach Shitstorm: Audi entschuldigt sich für Werbung mit kleinem Mädchen.

Vorsprung durch Aufsehen: Audi entschuldigt sich für ein Werbemotiv mit einem Kind, das am Wochenende zu einem Shitstorm bei Twitter geführt hat. Das Foto zeigt ein kleines Mädchen mit einer Sonnenbrille, das eine Banane vor einem Kühlergrill eines Autos isst. Autor Micky Beisenherz kommentiert, "dass dieses Bild im Sinne des Zeitgeistes nicht ganz glücklich gewählt war". Andere Twitter-Nutzer*innen beklagen bei dem Kind eine "Lolita-Optik". Auf dem offiziellen Audi-Account folgt am Montag die Gefahrenbremsung: Audi habe "verschiedene Familienmitglieder mit dem Auto fotografiert" und die Sicherheit in den Fokus rücken wollen. "Das war ein Fehler", bittet der Autokonzern um Entschuldigung und will das Foto künftig nicht mehr verwenden.

Angesichts zahlreicher Verkehrstote – insbesondere Kinder, die im Fahrzeug kaum sichtbar sind – kritisieren am Wochenende einige Twitter-Nutzer*innen das Motiv als geschmacklos. Audi wolle prüfen, welche "Kontrollmechanismen" im Unternehmen versagt hätten, heißt es nun. Zuvor war Konzernmutter Volkswagen wegen einen rassistischen Werbeclips in die Schlagzeilen geraten.
(Foto: Twitter-Screenshot Audi)
welt.de, twitter.com (Entschuldigung), twitter.com (Micky Beisenherz)

Anzeige: Die Top 10 der Anzeigen bei turi2 im Juli 2020.

Anzeige

Klickkönig*innen: Sex sells – im heißen Sommermonat Juli sogar im Fachdienst turi2. Der Playboy schafft 456 Klicks mit Stella Stegmann auf dem Titel und ist damit die meistgeklickte Anzeigen auf turi2.de im Juli. Media Control landet mit einer genretypisch trashigen Anzeige zur “Bitch Bibel” auf Platz 2. Immerhin 299 Meinungsmacher*innen finden das Termin-Tool der Deutschen Presse-Agentur sexy und klicken die entsprechende Anzeige. Weit vorne unter den meistgeklickten Anzeigen liegen auch der neue Podcast von XPLR und die Top 20 der meistverkauften Zeitschriften laut Media Control. Unter die zehn meistgeklickten Anzeigen bei turi2 im Juli schaffen es auch vier Regeln zum Newsletter-Erfolg, die aktuelle Ausgabe des Medium Magazins, die Kampagne #AufbruchZukunft von Burda, die Werbewirkungsstudie von Screenforce und das Programmvolontariat beim WDR.
Zu den Klickkönig*innen im Juli geht’s hier entlang. >>>

“W&V” lädt zum nächsten Corona-Webinar für Agenturen und Marken.

Termin-Tipp: In einem kostenlosen Webinar will "W&V" am Dienstag von 16 bis 18 Uhr klären, was Corona für die Markenwelt bedeutet. Einer der Speaker ist GWA-Präsident und Ressourcenmangel-Chef Benjamin Minack, der eine "Corona-Zwischenbilanz der Agenturszene" zieht. Verena Gründel (Foto) aus der "W&V"-Chefredaktion moderiert.
communication.wuv.de, turi2.de (Background)

Werbe-Boykott ist eher ein Warnschuss als ein Problem für Facebook.

Facebook-Logo#StopHateForProfit: Der Boykott von über 1.000 Werbenden trifft Facebook eher in der Reputation, als finanziell, schreiben Tiffany Hsu und Eleanor Lutz. Zwar seien die Werbeeinnahmen durch die Top-Spender zurückgegangen, viele Unternehmen planen aber eine Rückkehr. Zudem wachsen Facebook Werbeeinnahmen insgesamt weiter. Die Protestaktion könnte Facebook aber dennoch gefährden, weil sie das Image des Konzerns verschlechtert.
nytimes.com, turi2.de (Background)

“Spiegel”: Bei deutschen Marken bröckelt die Motivation zum Facebook-Werbeboykott.

Facebook-LogoFacebook-Boykott: Mehrere deutsche Unternehmen, darunter Beiersdorf und Puma, wollen wieder Werbung bei Facebook schalten, berichtet der "Spiegel". Laut Puma habe der bisherige Boykott "zu einem direkten Austausch und positiven Gesprächen mit Facebook geführt". Auch VW, Adidas, Bayer, Siemens und Henkel denken "laut Spiegel" über ein Ende des Boykotts nach. Vaude, Fritz-Kola, Fresenius und SAP hingegen ziehen ihn weiter durch. Laut SAP seien die von Facebook skizzierten Maßnahmen "nicht ausreichend, um eine wirklich kategorische Ablehnung von Online-Hass und Rassismus zu erreichen".
"Spiegel" 32/2020, S. 60, turi2.de (Background)

Coca-Cola startet Kampagne “Offen wie nie zuvor”.

Coca-Cola startet in mehr als 50 Ländern gleichzeitig eine Werbe-Offensive und die erste Großkampagne seit Beginn der Krise: Unter dem Motto "Offen wie nie zuvor" thematisieren der Brausebrauer soziale und kulturelle Veränderungen durch Corona. In Deutschland schaltet Coca-Cola einen TV-Spot und eine Out-of-Home-Kampagne und plant kundenspezifische Influencerkampagnen und Plakate für die Gastronomie. Die Agentur 72andSunny aus Amsterdam hat die Kampagne entwickelt.
wuv.de, youtube.com (Werbefilm)

ADC-Präsident Heinrich Paravicini gibt sein Amt ab, will auch aus dem Präsidium ausscheiden.

ADC verliert seinen Präsidenten Heinrich Paravicini nach zwei Jahren. Zudem will er aus dem ADC-Präsidium ausscheiden, dem er seit acht Jahren angehört - um sich stärker seiner Designagentur Mutabor zu widmen. Paravicini betont, er wolle den "Weg für neue Köpfe frei machen"; die Clubstruktur müsse jünger und diverser werden.
horizont.net, turi2.de (Background)

Omnicom macht im 2. Quartal 24,2 Mio Dollar Verlust.

Omnicom meldet für das 2. Quartal einen Nettoverlust von 24,2 Mio Dollar - zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum verzeichnete die Agenturgruppe noch einen Gewinn von 371 Mio Dollar. Schuld an den roten Zahlen ist nicht nur Corona, sondern auch die Neuausrichtung des Konzerns, bei der Teilbereiche mit Verlust abgestoßen wurden. In Europa ist das Geschäft organisch um fast 30 % geschrumpft.
wuv.de

Kartellamt genehmigt Anzeigen-Joint-Venture von “FAZ” und “SZ”.

Frankfurter Allgemeine Zeitung und "Süddeutsche Zeitung" bekommen den Segen des Bundeskartellamts für die Gründung ihres Joint Ventures in Sachen Anzeigenvermarktung. Grund für den positiven Bescheid ist u.a., dass beide Häuser auch in Zukunft "keine überragende Marktstellung erlangen werden und es bei den Rubrikenanzeigen – wie Stellen- und Immobilienanzeigen – starken Wettbewerbsdruck durch entsprechende Onlineangebote gibt". Mit der Vermarktung starten dürfen "FAZ" und "SZ" aber noch nicht - hier dauert die kartellrechtliche Prüfung noch an.
horizont.net

Territory setzt BMW-Mini auf Papier in Szene.

Territory von Gruner + Jahr produziert für die BMW-Kleinwagen-Marke Mini erstmals den Magalog "Mini Insider". Das Heft erscheint mit 100.000 Auflage in 20 Sprachen auf Naturpapier aus Schweden. Im Mittelpunkt steht der Elektrowagen Mini Cooper SE, den das Fotografen-Paar Nuria Val und Coke Bartrina in Lissabon in Szene setzt.
presseportal.de