Zahl des Tages: “Ostsee-Zeitung” berichtet auffällig oft unkritisch über Aida.

Zahl des Tages: Satte 26 Mal hat Madsacks "Ostsee-Zeitung" im Juni über die Rostocker Kreuzfahrt-Reederei Aida berichtet, zählt "Katapult MV". Alle Beiträge sind positiv und unkritisch, als Werbung gekennzeichnet ist keiner. "Katapult"-Gründer Benjamin Fredrich wirft der Zeitung vor, "zur Aida-Werbe­maschine geworden" zu sein.
katapult-mv.de

Lese-Tipp: Der “Spiegel” blickt auf die Impfwerbung in aller Welt.

Lese-Tipp: Nicht nur Deutschland nutzt die "emotional motivierende Kraft von Musik", um für die Corona-Impfung zu werben, beobachtet der "Spiegel". Frankreich setzt dabei aber lieber auf Pharrell Williams als auf Howard Carpendale. Singapur lässt dagegen einen Comedy-Cast trällern, der in quietschbunter Optik mit Impfvorurteilen aufräumen will.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Video-Tipp: Regierung trommelt mit “Hello again” für Corona-Impfung.

Video-Tipp: Ein Cover von Howard Carpendales Schlager-Hit Hello again dient als Hintergrundmusik für den neuen Corona-Impfspot vom Gesundheitsministerium. Der Clip zeigt Menschen, die nach der Impfung wieder in Cafés sitzen oder Geburtstage feiern. Die Botschaft: "Holen wir uns das volle Leben zurück, jede Impfung zählt." Ab Freitag läuft der Spot im TV und auf Streaming-Diensten. Erneut haben Scholz & Friends die Werbekampagne umgesetzt.
youtube.com (1-Min-Video) via wuv.de, turi2.de (Background)

Score Media zu Tageszeitungen: Regional schlägt national.

Regionalliebe: Leserinnen halten regionale Tageszeitungen für die kompetentesten und glaubwürdigsten Medien, ermittelt Score Media in seiner Studie Zeitungsfacetten. 45 % der Befragten lesen ihre regionale Tageszeitung mittlerweile digital, 43 % greifen lieber zur Printausgabe. Auch Werbung wird in regionalen Blättern besonders positiv beurteilt: Immerhin 20 % der Leserinnen sehen sich Anzeigen bewusst an, 59% halten Inserate für nützlich im Hinblick auf Angebote. Beilagen und Prospekte ziehen sogar 68 % zur Einkaufsplanung heran.
score-media.de (Studie zum Download), horizont.net (Paid)

Video-Tipp: Stephen Colbert nimmt Desinformations­kampagnen aufs Korn.

Video-Tipp: Die Late Show with Stephen Colbert imaginiert eine Vergangenheit, in der Desinformations­kampagnen die Polio-Impfung begleitet haben. Eine satirische Kino-Werbung im Stil der 40er Jahre stellt dafür einen Haufen Verschwörungs­theorien vor. U.a. seien die dafür verwendeten Spritzen so dünn, dass sie womöglich aus Stalins Schnauzbart stammen könnten.
youtube.com (96-Sek-Video) via adage.com

Qatar Airways bestreitet Verhandlungen mit dem DFB.

Alles nur heiße Luft? Katar dementiert Verhandlungen der staatlichen Airline Qatar Airways mit dem DFB, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Es habe keine Gespräche über "Sponsoring oder sonstige Förderungen gegeben", teilt der katarische Botschafter mit. "Derzeit" ziehe man auch "nicht in Betracht, entsprechende Verhandlungen aufzunehmen". Die Fluggesellschaft sei jedoch vom deutschen Verband "mit einem derartigen Begehren kontaktiert" worden, das sie unbeantwortet gelassen habe.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte in der vergangenen Woche über eine anbahnende Kooperation berichtet – ein konkretes Dementi des DFB blieb aus: Der Verband gebe keinen Kommentar zu Gesprächen mit Partnern ab. Verbandsinterne Quellen belegen dagegen laut "Süddeutscher", dass schon "vor Monaten auf Geschäftsführer-Ebene der DFB-Dienste" zu diesem Thema berichtet wurde. Eine Werbepartnerschaft wäre brisant: Das WM-Gastgeberland 2022 steht für seine menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und wegen der Missachtung von Menschenrechten in der Kritik.
sueddeutsche.de, wuv.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: WDR-Werbesprechstunde diskutiert Rolle der Radiowerbung aus neuem Studio.

Video-Tipp: Zum "Restart" der Werbesprechstunde der WDR Media Group grüßt Marketing- und Vertriebschef Tobias Lammert aus einem neuen Studio. Er diskutiert am Beispiel der Tourismus-Branche, wie Radiowerbung ihren Beitrag zum Aufschwung leisten kann. Dafür spricht er mit vier Gästen, u.a. Jörg Brandt von Omnicom und Diana Berger-Blatt vom Niederländischen Tourismus-Büro.
presseportal.de, youtube.com (27-Min-Video)

Grüne werben mit bekanntem Muster und ohne Experimente.

Im grünen Bereich: Die Grünen stellen ihren Wahlkampf unter das Motto "Bereit, weil ihr es seid" und umwerben mit grünen Themen auf grünem Hintergrund gezielt Briefwählerinnen. Claudia Bayer vermisst in der Kampagne den "Mut zu wirklich Neuem". Mehrdad Amirkhizi fällt auf, dass die Kampagne in den ersten beiden Flights nirgendwo erwähnt, dass Spitzenkandidatin Annalena Baerbock Kanzlerin werden will – womöglich, um sie nach Fehlern aus der Schusslinie zu nehmen. Der Politische Geschäftsführer Michael Kellner sagt, es sei normale Strategie, eine Kampagne erst zum Ende hin stärker zu personalisieren.
meedia.de (Bayer), horizont.net (Amirkhizi), gruene.de (Kampagne)

Zitat: Marina Weisband wettert gegen Orbán-Anzeige in der “Bild”.

"Wenn Zeitungen sich als bloße Plakatwände für die Propagandaposter autoritärer Staaten missbrauchen lassen, läuft etwas schief."

Ex-Piratin und DLF-Autorin Marina Weisband ärgert sich über die Orbán-Anzeige in der "Bild"-Zeitung. Mit genügend Geld ließen sich "die gesamten Kontrollinstanzen von journalistischem Ethos, Handwerk, Objektivität einfach über Bord werfen".
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

ARD verwarnt Bastian Schweinsteiger wegen Schleichwerbung.

Gelbe Karte: Die ARD klärt den Schleichwerbe-Vorwurf gegen den Ex-Fußballer Bastian Schweinsteiger mit einer Verwarnung. Der Sender habe dem TV-Experten und seinem Management "sehr deutlich gemacht, dass die ARD gemäß ihrer Richtlinien keine Form von Schleichwerbung und nicht kenntlich gemachter Produktplatzierung ihrer Protagonisten duldet", sagt eine WDR-Sprecherin. Am Abend tritt Schweinsteiger wie geplant wieder als TV-Experte an der Seite von Jessy Wellmer auf. Bei seinem letzten TV-Auftritt hatte der frühere Bayern-Star eine auffällige Uhr getragen und in der Halbzeit-Pause mit einem Tweet dafür geworben.
t-online.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

CDU stellt Wahlkampagne “Deutschland gemeinsam machen” vor.


Familiensache: Die CDU rekrutiert für ihre Wahlkampf-Kampagne die eigenen Mitarbeiterinnen als Plakat-Models. So kümmert sich etwa Sprecherin Isabell Fischer auf einem Bild um einen Rentner, ihr Mann und Sohn werben auf einem anderen mit Mörtel und Spachtel für bezahlbares Wohnen. Die Vize-Chefin der Online-Kampagne Clara von Nathusius gibt eine Polizistin. Die "Bild" hört aus der Parteizentrale, dass die Zeit für einen Casting-Prozess wegen der späten Entscheidungen beim Programm und der Spitzenkandidatur nicht gereicht habe. General­sekretär Paul Ziemiak erklärt hingegen, der Partei sei es um den Infektionsschutz gegangen. Zudem habe man echte Pflege- und Polizeikräfte nicht behelligen wollen.

Der Claim der am Dienstag vorgestellten Kampagne lautet "Deutschland gemeinsam machen". Als zentrales Design-Element fungiert der sogenannte "Union-Kreis", erklärt Ziemiak bei seiner Präsentation. Der Wahlkampf werde die Partei mit etwa 20 Mio Euro ähnlich viel kosten wie bei vergangenen Wahlen. (Foto: CDU)
bild.de, focus.de, t-online.de, sueddeutsche.de, cdu.de (40-Min-Video der Präsentation)

ARD prüft Schleichwerbung-Vorwurf gegen Schweinsteiger.

Zeit für Ärger: Die ARD prüft Schleichwerbe-Vorwürfe gegen EM-Experten Bastian Schweinsteiger. Der hatte in der Halbzeit des Viertelfinales am Samstag zwischen England und Ukraine ein Bild seiner Uhr getwittert. Mit Hersteller Garmin steht er in geschäftlichen Beziehungen. Die ARD erklärt der "Bild", dass der Post ohne ihre Kenntnis geschehen sei.
bild.de, twitter.com (Post Schweinsteiger)

Burdas BCN vermarktet Nachbarschafts­netzwerk nebenan.de.

Werbung von nebenan: Der Burda-Vermarkter BCN startet die Vermarktung des Nachbarschafts­netzwerks nebenan.de, an dem Burda beteiligt ist. Werbekunden können ihre Inhalte durch native Einbettung hyperlokal bis auf Straßenebene genau platzieren. Nebenan.de hat nach eigenen Angaben 1,9 Mio Nutzerinnen.
burda.com, horizont.net (Paid), turi2.de (nebenan.de in der turi2 edition #6)

E-Zigaretten­hersteller Juul verpflichtet sich, Jugendliche nicht mehr zu umwerben.

Dicke Luft: Der kalifornische E-Zigaretten­hersteller Juul zahlt in einem Vergleich 40 Mio Dollar an den US-Bundesstaat North Carolina. Damit entgeht die Firma einem Prozess zum Vorwurf, ihre Produkte gezielt an Jugendliche vermarktet zu haben. Gleichzeitig verpflichtet sich Juul, nicht mehr in Social Media, über Influencer-Marketing oder in der Nähe von Schulen zu werben und seine E-Zigaretten nur noch an Erwachsene zu verkaufen.
heise.de

Gesundheitsministerium leistet sich Werbe-Fauxpas um Günther Jauch.


Nicht mitgedacht: Das Gesundheitsministerium twittert für seine #ÄrmelHoch-Kampagne, dass sich Günther Jauch impfen lassen hat. Das Problem: Nach seiner Corona-Infektion im April darf er frühestens im Oktober tatsächlich geimpft werden. Das dazugehörige Kampagnen-Foto mit Jauch und einem Pflaster auf dem Oberarm war noch im März entstanden. Das Gesundheitsministerium spricht auf "Bild"-Anfrage von einem "redaktionellen Fehler".

Der Account von Gesundheitsminister Jens Spahn hat den Post auch retweetet. Auf der Website der Kampagne Zusammen gegen Corona ist der Sachverhalt hingegen klar dargestellt. Jauch werde "sobald es ihm möglich ist, einen Impftermin vereinbaren". Vice-Chefredakteur Felix Dachsel gehört zu denjenigen, die auf Twitter den Fauxpas des Ministeriums offengelegt haben. (Foto: Bundesministerium für Gesundheit)
bild.de, twitter.com, zusammengegencorona.de

“Spiegel” berichtet über massive Probleme des Wettanbieters Tipico.

Unsauberes Geschäft: Der Sportwettenanbieter Tipico nimmt es mit Geldwäsche-Kontrollen nicht sehr genau, berichtet der "Spiegel". Demnach würden zahlreiche Wetten mit hohen Summen von anonymen Kunden getätigt. Filialen sind verpflichtet, auffällige Wetten zu melden, doch das geschehe kaum. Auch bei Franchisepartnern wird offenbar nicht genau hingeschaut, wo das Geld für den Betrieb herkommt, liest der "Spiegel" aus internen Tipico-Dokumenten.

Das Unternehmen prangere intern selbst grobe Verstöße gegen Geldwäscheregeln in den eigenen Reihen an. Verdeckte Testbesuche, bei denen 20 % der Wettbüros beanstandet wurden, hätten "den katastrophalen Zustand in den Filialen" deutlich gemacht, schreibt der "Spiegel". Tipico-Gründer Dieter Pawlik verdiene an der Sache sogar noch: Er betreibe eine Firma, welche die Filialen zur Einhaltung von Geldwäschevorgaben berät.
spiegel.de (Paid)

Google stellt Werbe-Tracking erst 2023 ein.

Doch noch nicht unfollow: Google verschiebt die Einstellung seines Werbe-Trackings um ein Jahr auf Ende 2023, schreibt Google-Manager Vinay Goel in einem Blogpost. Bis dahin will das Unternehmen eine Alternative für Cookies entwickeln, welche die Privatsphäre schützt und zugleich Unternehmen zufriedenstellt. Die Testphase für das neue Programm soll Ende 2022 beginnen.
blog.google (Blogpost), handelsblatt.com

Debatte: Corona hat das Sponsoring in der Bundesliga stark verändert.

Neue Aufstellung: Die erste Bundesliga-Saison fast komplett ohne Fans habe das Sponsoring verändert, so Tim Theobald. Spieltageerlöse in den Stadien mussten durch digitale Alternativlösungen wie Branded-Content-Posts auf Social Media ersetzt werden. Zudem sei das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung u.a. im Bereich der Nachhaltigkeit im vergangenen Jahr wichtiger geworden.
horizont.net (Paid)

“Die Sehnsucht, sich persönlich zu treffen, ist da.” Bahn-Sprecher Jens-Oliver Voß über 30 Jahre ICE.


Geburtstagskind auf Schienen: Die Deutsche Bahn feiert in diesem Monat 30 Jahre InterCity Express und macht dafür ein siebenstelliges Media-Budget locker. Im Video- und Podcast-Interview erklärt Jens-Oliver Voß, Leiter Kommunikation Eisenbahn in Deutschland, dass der Konzern in seiner Kampagne die Menschen in den Mittelpunkt stellt, die den ICE am Laufen halten, und zeigt viele Fotos und Videos aus 30 Jahren Hochgeschwindigkeits-Verkehr. Außerdem teilt Voß eigene Bahn-Erinnerungen, etwa dass er in den 1990er Jahren aus dem ICE Faxe verschicken und in einer Telefonzelle im Zug telefonieren konnte – schon bevor es Handys gab.

Und Voß blickt in die Zukunft: Er ist überzeugt, dass die Reiselust der Menschen nach Corona wieder wächst. Aktuell wirbt die Bahn mit dem Zug als Verkehrsmittel für die Urlaubsreise innerhalb Deutschlands. Auch die Geschäftsreisen und die Zahl der Job-Pendler werden wieder zunehmen, glaubt Voß, denn "die Sehnsucht sich persönlich zu treffen, ist nach wie vor da". Schon jetzt sieht er: "Die Buchungszahlen klettern jeden Tag wieder ein Stückchen nach oben."

Ein weiteres großes Ziel sind Ausbau und Modernisierung des Schienen-Netzes: Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen 170 Mrd Euro ins Netz fließen. "Viele Jobs in der Bau-Industrie hängen hier bei uns", sagt Voß und kündigt an, dass auch die ICE-Flotte weiter wachsen soll – von jetzt 330 Züge auf fast 600.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube), turi2.de/podcast (18-Min-Audio), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de


Debatte: Für manche Firmen ist Pride nur eine Marketing-Strategie.

Pinkwashing: Im Pride Month Juni schmücken sich viele Unternehmen mit Regenbogenfarben. LGBTIQ*-Verbände vermuten bei manchen Firmen statt ehrlichem Engagement jedoch eher eine Marketing-Strategie, um neue Zielgruppen zu erreichen, schreibt Julia Rupprich. Influencer Riccardo Simonetti wünscht sich, dass Marken "nicht nur einmal im Jahr mit LGBTQIA* Creatorn arbeiten". Julian Wenzel vom BR-Podcast Willkommen im Club sagt dennoch: "Auch wenn nur auf Instagram das Profilbild ausgetauscht wird: Am Ende schafft es trotzdem mehr Sichtbarkeit."
br.de, br.de (48-Min-Audio)

Spendenaffäre: Weitere AfD-Politiker hatten Kontakt zur Goal AG, meldet der “Spiegel”.

AfD: Offenbar sind auch die heutigen Europaabgeordneten Nicolaus Fest und Maximilian Krah (Foto) bei der Schweizer PR-Firma Goal zu Gast gewesen, um über Wahlkampfunterstützung zu sprechen. Entsprechende Vorwürfe macht Ex-Parteichefin Frauke Petry in ihrem neuen Buch, meldet der "Spiegel". Krah beteuert, es sei nur um ein "von der Partei unabhängiges Zeitungsprojekt" gegangen. Die Agentur hatte bereits fünstellige Beträge für die Wahlkämpfe von Jörg Meuthen und Guido Riel gezahlt.
"Spiegel" 25/2021, S. 11 (Paid), spiegel.de (Background Meuthen, Riel), tagesschau.de (Background Swiss Connection)

Willkommen im Club: Elke Schneiderbanger.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Als Journalistin hat Elke Schneiderbanger es zur Kanzler-Interviewerin sowie Geschäftsführerin und Programmdirektorin von Radio NRW gebracht. Heute ist die Chefin von ARD Sales & Services eine der wichtigsten Werbe-Managerinnen des Landes. Schneiderbanger ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Schneiderbanger)

Presserat prüft Verfahren gegen “Süddeutsche Zeitung” wegen Baerbock-Anzeige.

Gebot gebrochen? Wegen der Moses-Anzeige der INSM zu Annalena Baerbock prüft der Presserat ein Verfahren gegen die "Süddeutsche Zeitung". Drei Beschwerden monieren die "massive Platzierung der Anzeige und deren direkte Kombination mit dem redaktionellen Inhalt". Dadurch könnte ein Verstoß gegen Ziffer 7 des Pressekodex vorliegen. Es geht zudem darum, ob die Anzeige ausreichend gekennzeichnet gewesen ist.
meedia.de via dwdl.de

Top-Werbungtreibende steigern Mai-Ausgaben im Jahresvergleich.

Blühen auf: Deutschlands größte Werbung­treibende geben im Mai deutlich mehr Geld aus als 2020, meldet Nielsen. Top-Spender ist Procter & Gamble mit knapp 168 Mio Euro und einem Plus von 68,4 %. Der zweit­platzierte Ferrero mit knapp 54 Mio Euro und das viertplatzierte Amazon mit 43 Mio Euro steigern sich jeweils um etwa 360 %. Während der Pandemie hatten viele Unternehmen ihre Werbemaßnahmen massiv zurückgefahren. Von Januar bis Mai 2021 liegen die Brutto-Werbeausgaben nun 0,2 % über Vorjahr.
horizont.net (Paid)

Meinung: Die “wichtigste Werbe-Zielgruppe 14 bis 49” ist erfunden.

Wer hat's erfunden? Die angeblich wichtigste Werbe-Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ist frei erfunden, schreiben Dirk Metz und Hans-Jürgen Heck in der "FAZ". Stattdessen entbehre die Einteilung jeder Grundlage und sei diskriminierend: 44 % der Deutschen seien über 50 Jahre alt und sowohl fit als auch konsumfreudig. Schuld an der Etablierung der Altersgruppe sei der ehemalige RTL-Chef Helmut Thoma (Foto), der die Altersgrenze willkürlich zog.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Zitat: Sascha Lobo betont die Vorzüge des Fernsehens als Werbeumfeld.

"Die großen Plattformen interessieren sich nicht die Bohne dafür, welche Inhalte in welchem Umfeld erscheinen. Deshalb hat es eine enorme Relevanz, wo die Gelder hinfließen."

Sascha Lobo sagt zur Eröffnung der Screenforce Days, dass Fernsehen wegen des "journalistischen Anspruchs bei der Ausspielung seiner Inhalte" in der Werbung Vorzüge gegenüber Internetplattformen biete.
horizont.net (Paid)

WhatsApp startet Werbe-Kampagne für Verschlüsselung.

Gibt Contra: WhatsApp startet am Montag eine Anzeigenkampagne in Deutschland und Großbritannien, um die Sicherheit seiner Chats zu betonen. In kurzen Werbevideos soll deutlich werden, dass durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nur die beteiligten Nutzerinnen Chat-Inhalte lesen können. Nach der Änderung seiner Nutzungsbedingungen hatte WhatsApp zuletzt einen Image-Verlust erlitten. Chef Will Cathcart sagt, die Werbe-Kampagne sei zwar schon geplant gewesen, habe aber nun einen weiteren Anlass bekommen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Magna prognostiziert für den deutschen Werbemarkt 2021 ein Plus von 11 %.

Positiver Ausblick: Der deutsche Werbemarkt wächst 2021 um 11 % auf 26 Mrd Euro, prognostiziert der neue Ad-Forecast von Magna. Der Motor dieses Trends sind insbesondere die Digitalausgaben mit einer Steigerung um 19 % auf 14,9 Mrd Euro. Die Wachstumsraten in klassischen Medien gestalten sich hingegen moderat, im Print-Bereich rechnet Magna sogar mit einem Minus von 2 %. 2020 hat der Gesamtmarkt noch ein Minus von 3,7 % verbucht.
horizont.net (Paid)

Die “Süddeutsche Zeitung” nimmt die Pharma-Deals verschiedener Zeitschriften auseinander.


Sorgt für Kopfweh: Die "Süddeutsche Zeitung" nimmt die Pharma-Deals verschiedener Zeitschriften auseinander und zitiert u.a. einen Insider, der angibt, dass die Leserschaft "seit vielen Jahren kontinuierlich verarscht werde". Direkt neben redaktionellen Ratschlägen, wie man sein Herz stärken oder abnehmen könne, finden sich Anzeigen für passende Pillen und Präparate. Als Negativbeispiele dienen "SZ"-Autor Uwe Ritzer u.a. "tina" und "Woche Heute" von Bauer sowie "Womens Health" der Motor Presse Stuttgart. Auch Funke-Publikationen wie "Hörzu" kassieren teils Rügen des Presserats, weil sie Werbung und Redaktionelles nicht klar genug trennen. Der zitierte Insider berichtet allerdings, redaktionelle Schleichwerbung sei nur die Spitze des Eisbergs.

Pharmaunternehmen würden mittlerweile sechs- bis siebenstellige Beträge für "Kooperationen" an Verlage zahlen, damit Magazine ein bestimmtes Thema wie beispielsweise Diabetes aufgreifen. Die Texte würden nicht mehr von Zeitschriften-Redakteurinnen geschrieben, sondern von PR-Dienstleistern der Pharmakonzerne zugeliefert. Mit den Unternehmen verbundene Apothekerinnen und Ärztinnen würden als "neutrale Expertinnen" präsentiert. Zudem gebe es in den Magazinen immer häufiger Querverweise auf Websites, die Leserinnen in die "Communities" der Arzneimittel-Hersteller lotsen.
sueddeutsche.de (Paid)

Ungarn will positive Werbung zu Homosexualität verbieten.

Magyaren im Mittelalter: Ungarn will den öffentlichen Umgang mit Homosexualität weiter beschränken und Werbung von Unternehmen verbieten, die sich mit Homosexuellen solidarisch erklären. Auch Bildungsprogramme und Aufklärungsbücher zum Thema sollen nicht mehr erlaubt sein. Bereits im Dezember hatte das Land beschlossen, dass Homosexuelle keine Kinder adoptieren dürfen.
zeit.de

Basta: Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft macht Annalena Baerbock zum Moses.

Biblische Bebilderung: Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft macht Grünen-Kanzlerinnenkandidatin Annalena Baerbock zum Moses und kleidet sie nicht nur standesgemäß ein, sondern drückt ihr auch zwei Steintafeln mit Verboten in die Hand. Die Anzeige, die u.a. im Politikteil der "Süddeutschen Zeitung" und der "FAZ" prangt, dürfte zumindest bei einer deutschen Magazinredaktion für Aufregung sorgen: 4. Regel – "Du darfst nicht schöner wohnen."
insm.de, "Süddeutsche Zeitung", S. 7 (Paid), "FAZ", S. 5 (Paid)

Zitat: Thomas Koch warnt vor der Gefahr der Werbemacht von Google, Facebook und Amazon.

"Es gleicht einer Revolution, bei der die Fallbeile von Google & Co diejenigen köpfen, an deren Erhalt wir alle in unserer Gesellschaft ein existenzielles Interesse haben."

Werber und Mediaberater Thomas Koch warnt deutsche Medien in einem "FAZ"-Gastbeitrag vor Mrd-Einbußen, sollten Google, Facebook und Amazon in wenigen Jahren die 50 %-Schwelle des deutschen Werbemarktes knacken.
"FAZ", S. 13 (Paid)

“Bild”: Steffen Seibert wirbt versehentlich mit Hamas-Anhänger für Impfung.


Mieses Casting: Regierungssprecher Steffen Seibert löscht ein von ihm gepostetes Werbevideo für die deutsche Impfkampagne, berichtet "Bild". Hintergrund: Der darin vorkommende Berliner Arzt Najeeb Al-Saidi fordert auf Facebook u.a. die Vertreibung von Juden und teilt Hamas-Propaganda. Mit dem auf Arabisch gedrehten Clip hat die Regierung versucht, speziell die arabischsprachige Bevölkerung zu informieren und zur Impfung zu bewegen.

Nach einer Anfrage an das Bundespresseamt und Seibert wegen des Online-Verhaltens von Al-Saidi verschwindet zunächst das Video, schreibt die "Bild". Eine Sprecherin des Bundespresseamtes räumt danach gegenüber dem Blatt ein, die Äußerungen Al-Saidis bei Veröffentlichung des Videos nicht gekannt zu haben. Der Clip werde nun nicht weiter verbreitet.
bild.de

Basta: David Hasselhoff macht Impfwerbung für das Gesundheitsministerium.

Gesucht, gefunden: David Hasselhoff ist neues Gesicht der Impfkampagne des Gesundheitsministeriums. Der notorische Freiheitssucher hat das Objekt seiner Begierde dank des Vakzins gefunden, erklärt er in einem Clip. Der Legende zufolge hat der Amerikaner die Mauer nach unten gesungen, ob er die Impfquote nach oben influencet, wird sich zeigen.
twitter.com via horizont.net (Paid)

EU-Kommission untersucht Verdacht auf Wettbewerbsverstöße bei Facebook.

Unfairer Vorteil: Facebook könnte die durch Anzeigen von Unternehmen gewonnen Informationen für den hauseigenen Marketplace ausgenutzt haben. Ob ein rechtswidriger Wettbewerbsvorteil vorliegt, möchte die EU-Kommission nun gemeinsam mit der britischen Marktaufsicht CMA prüfen. “Wir werden weiter voll kooperieren, um zu zeigen, dass die Untersuchung grundlos ist”, äußert sich das US-Unternehmen zu den Vorwürfen.
zeit.de, turi2.de (Background)