Hör-Tipp: Der “Ada”-Podcast zeigt Alternativen zu Werbe-Cookies auf.

Hör-Tipp: Der "Ada"-Podcast beschäftigt sich mit dem nahenden Ende der umstrittenen Werbe-Cookies. Sogenannte Third-Party-Cookies waren zuletzt in Verruf geraten, weil sie stark in die Privatsphäre eingreifen, erklären Milena Merten und Finn Blug. Als künftige Alternative sehen sie u.a. kontextbezogene Werbung, die lediglich das unmittelbare Umfeld einer Website berücksichtigt statt das konkrete Nutzungsverhalten der Userinnen.
open.spotify.com (31-Min-Audio)

Debatte: Barbara Vorsamer hat Vorher-Nachher-Vergleiche in Werbe-Posts auf sozialen Netzwerken satt.

Schlechter Vergleich: "Süddeutsche"-Journalistin Barbara Vorsamer hat Vorher-Nachher-Vergleiche in Werbe-Posts auf sozialen Netzwerken satt. Sie kritisiert, dass unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit bekannte Produkte wie z.B. Waschlappen als Mehrweg-Reinigungspads neu vermarktet werden. Zwischen den "old me - new me"-"Selbstverbesserungs­botschaften" würden zudem sinnvolle Tipps untergehen.
sueddeutsche.de

Zitat: Agenturinterne Änderungen sorgen für frischen Wind beim Kunden, sagt Achtung-Gründer Mirko Kaminski.

"Ein Grund für die kundenübergreifende Stabilität ist, dass wir uns immer selbst sehr fordern und verändern, so dass wir etwa alle zwei Jahre als neue Agentur daherkommen."

Achtung-Gründer Mirko Kaminski spricht im "Kom"-Doppel-Interview mit Maike Fuest, Senior Director Communications & Brand Marketing bei Ebay, über die Vorteile der langjährigen Zusammenarbeit. Agenturinterne Veränderungen würden für frischen Wind in der Agentur-Kunden-Beziehung sorgen.
"Kom" 2/2022, S. 32-37 (Paid)

Adam & Eve wird Werbeagentur der Deutschen Telekom.

Kein Sündenfall: Adam & Eve wird neue Leadagentur der Deutschen Telekom und bekommt dafür extra ein Berliner Büro. Zuständig für die Kreation ist Jens Pfau, bisher Geschäftsführer von JvM/Next Alster; als Strategiechef kehrt Philipp Schwartz (Foto) aus der Selbstständigkeit zurück. Welche Aufgaben die neue Agentur konkret übernehmen soll, ist noch unbekannt.
instagram.com via horizont.net (Paid)

Ex-Media-Impact-Manager Harald Wahls wird Herausgeber beim “Berliner Abendblatt”.

Wahls Wahl: Ex-Media-Impact-Manager Harald Wahls heuert bei der Egro Mediengruppe aus Oberhausen an und wird u.a. Herausgeber des wöchentlich erscheinenden "Berliner Abendblatts". Zudem soll er sich um sämtliche "Hauptstadtaktivitäten" des Unternehmens kümmern. Wahls bringt die nötige Expertise mit: Vor seiner Zeit beim Springer-Funke-Vermarkter Media Impact war er u.a. Gesamt-Verlagsleiter von "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier".
kress.de

JCDecaux steigert Umsatz im 1. Quartal deutlich.

Draußen läuft's: Außen­werber JCDecaux steigert seinen Umsatz im 1. Quartal um 50,3 % auf 683 Mio Euro. Mit 103,1 % wächst Digital-out-of-Home besonders stark und macht nun 29 % des Umsatzes der Gruppe aus. Im 1. Quartal 2021 während des Corona-Lockdowns lag der Anteil noch bei 21,5 %. Der Anstieg um 54,9 % auf 234,9 Mio Euro bei den Transportmedien ist Folge der sich erholenden Mobilitäts­branche.
presseportal.de

RBB setzt Werbemaßnahmen der “Jungen Welt” ab.


Werbung Ende: Die "Junge Welt" ärgert sich über die Absetzung von Werbespots bei Radio eins. Der Sender verweist dabei auf die Klage der "Jungen Welt" gegen die Bundesrepublik Deutschland. Die marxistisch orientierte Zeitung wehrt sich juristisch gegen ihre Erwähnung im Verfassungsschutzbericht. Die Absetzung des Spots bei Radio eins nennt Geschäftsführer Dietmar Koschmieder "geschäftsschädigend" und sieht darin "einen klaren Vertragsbruch und Angriff auf die Pressefreiheit".

Die "Junge Welt" wollte 2021 per Eileintrag erreichen, dass die Einträge im Verfassungsschutzbericht unterlassen werden. Im März 2022 hat ein Gericht den Antrag abgewiesen. Der jährliche Verfassungsschutzbericht erwähnt die "Junge Welt" seit 1998.
jungewelt.de, turi2.de (background)

Debatte: Werbeeinschränkungen sind “extrem gefährlich”, sagt Claus Grewenig.

Werbale Unterstützung: Werbeeinschränkungen bei Lebensmitteln und Energie sind "extrem gefährlich", sagt Vaunet-Vorstandschef Claus Grewenig im Interview mit der "Welt". Wer für Werbeverbote plädiert, legt eine "Axt an die Refinanzierung freier Medien" und "verhindert Wettbewerb und Vielfalt", urteilt Grewenig mit Blick auf die Sicherung der Finanzierungsgrundlagen privater Medien.
welt.de, turi2.de (Background)

Newsletter-Promi-Tipp von Marie von den Benken.

Newsletter-Promi-Tipp: Marie von den Benken, Model, Autorin und Influencerin, kommt vom Morgen-Newsletter von "The Pioneer" nicht mehr los, seit sie dort einmal zu Gast war und gesungen hat. Sie schätzt Informationen ohne Agenda und glaubt, dass Morgen-Podcasts den Morgen-Newsletter erst ablösen, "wenn das Internet die Vorbereitungen auf den Tod von Print abgeschlossen hat".

Meine Lieblings-Morgen-Newsletter?
Michael Bröcker hat mich mal in sein Morning Briefing eingeladen und ich habe sogar gesungen. Insofern ist hier die Antwort natürlich klar. Außerdem hat der einzige Medienmann, der noch besser aussieht als die bei The Pioneer, Philipp Jessen, ja keinen eigenen Morgen-Newsletter.

Was schätze ich daran?
Schnelle, aktuelle Informationen über die wichtigsten Themen, mit durchaus unterschiedlichen Meinungen. Ich mag es insgesamt, wenn man weniger Agenda-driven publiziert und nicht täglich händeringend versucht, ausnahmslos immer wieder die selbe, einseitige Meinung in möglichst unterschiedlichen Facetten anzubieten. Darum schätze ich das Morning Briefing. Übrigens wurde es mir von Kai Diekmann empfohlen. Das erwähne ich, weil Name-Dropping in der Branche ja wichtig ist.

Mein Newsletter-Geheimtipp?
Der von PETA. Die sind oft auch mit streitbaren Thesen unterwegs, aber man lernt auf jeden Fall sehr viel über Themen, die häufig nicht so im Fokus des öffentlichen Dialogs stehen, aber trotzdem unter anderem für das Klima von immenser Wichtigkeit sind.

Sind Morning-Podcast der Tod der Morgen-Newsletter?
Auf jeden Fall. Spätestens dann, wenn das Internet die Vorbereitungen auf den Tod von Print abgeschlossen hat.

Das wünsche ich turi2 zum 15. Geburtstag:
Weitere 15 Jahre als Pflichtlektüre der Schönen und Reichen mit Meinungsrelevanz. Und natürlich die schon lange überfällige eigene TV-Talkshow.

Die Promi-Tipps erscheinen im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Debatte: Verlage stehen kommendem Cookie-Aus apathisch gegenüber.

Warten aufs Verderben: Den Verlagen fehlen Monetarisierungs-Strategien für die Zeit nach der personalisierten Werbung, warnt Torsten Kleinz bei Übermedien. Sie vertrauten wie Werbe­kunden darauf, dass "die Werbe­wirtschaft schon ein neues System bereit­stellen wird". Zudem würden immer mehr auch große Medien auf Provisionen zu Produkt­links von Amazon setzen. Klassische Ressorts könnten im Umbau zu "Themen-Teams" auf das Bereiten eines guten Werbe­umfeldes reduziert werden, befürchtet Kleinz.
uebermedien.de (Paid)

“Der Freitag” startet die Anzeigen-Kampagne “Wir wollen bloß die Welt verändern”.

Nur noch kurz die Welt verändern: "Der Freitag" startet die neue Anzeigen-Kampagne "Wir wollen bloß die Welt verändern", mit der die Zeitung ihre "mutigen und kritischen Leser:innen" in den Fokus rücken will. "Freitag lesen ist: Das große Ganze sehen, statt die große Masse" ist beispielsweise auf einem der Motive zu lesen. Die Idee zum Titel kommt vom Markenberater Christian Frick, die Berliner Designagentur studio nunc zeichnet für die Gestaltung verantwortlich.
freitag.de

Zitat: Katrin Kolossa wünscht sich weniger “Bullshit” bei Influencer-Werbung.

"Ich will niemandem zu nahetreten, aber es reicht vielleicht nicht mehr zu sagen, diese Zahnpasta ist super. Vielleicht muss man erzählen, wie ein Zahn aufgebaut ist, wie der auf Zucker reagiert, und so weiter."

Katrin Kolossa, Chefin der Content-Marketing-Agentur Sapera Studios, wünscht sich "less Bullshit" bei Influencer-Werbung, sagt sie im Meedia-Interview. Es gebe den Bedarf nach einer "tieferen und intensiveren Kommunikation an Stelle von bloßem Blabla".
meedia.de (Paid)

Video-Tipp: Joko Winterscheidt und Thomas Müller werben für vegane Produkte.

Video-Tipp: Moderator Joko Winterscheidt und Fußballer Thomas Müller werben für vegane Produkte von Greenforce. Dabei treten die beiden in einen Konkurrenzkampf und versuchen zunächst den anderen mit einem eigenen Video auszustechen. Im dritten Clip raufen sie sich dann zusammen und treten gemeinsam vor die Kamera.
lifepr.de, youtube.com (1-Min-Video, Winterscheidt), youtube.com (2-Min-Video, Müller), youtube.com (2-Min-Video, Winterscheidt/Müller)

Unilever will keine Werbung mehr an Kinder unter 16 Jahren richten.

Unumworben: Unilever will keine Werbung mehr an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren richten, teilt der Konzern mit. Zudem sollen keine Influencerinnen mehr eingesetzt werden, die vor allem diese Zielgruppe bedienen oder selbst unter 16 Jahre alt sind. 2020 hatte Unilever bereits seine Werbung für Kinder unter 13 Jahren eingestellt.
markenartikel-magazin.de, meedia.de

Wir graturilieren: Lars-Eric Mann wird 51.


Wir graturilieren: Der General Director des Ad+Concept Studios der Ad Alliance, Lars-Eric Mann, feiert heute seinen 51. Geburtstag - und zwar auf seiner Lieblingsinsel Mallorca. Bei leckerem Essen und gutem Wein kann er dann gleich einmal das üben, was er sich fürs kommende Lebensjahr vorgenommen hat: achtsamer zu sein und mehr auf seinen Körper zu hören. "Manchmal geht das bei aller Leidenschaft, mit der ich Themen angehe, leider unter", sagt der Werbeexperte. Leidenschaft hegt er auch für musikalische Größen, weshalb er dieses Jahr den "Eurovision Song Contest" in Turin besuchen wird und sich Lady Gaga und die "Abba Voyage"-Show in London anschauen wird.

Auf Gratulationen kann Mann heute eigentlich verzichten. "Ich habe ja nichts dafür getan, dass ich Geburtstag habe, vielleicht sollte man eher meiner Mutter gratulieren", sagt er. Aber deren Handynummer "darf ich nicht rausgeben". Wer sich ihm widersetzen möchte, kann ihm bei Linked-in schreiben.

Schweizer Agenturen gründen Allianz für klimaneutrale Werbung.

Greenvertising: Mehrere führende Agenturen gründen in der Schweiz eine Klimaallianz, um klimaneutrale Werbung als neuen Standard zu etablieren. Die Werbefirmen, darunter Dentsu Aegis, Group M oder Mediaplus verpflichten sich dazu, ihre eigenen betrieblichen Emissionen ab 2022 zu reduzieren und komplett zu kompensieren. Werbekunden können die durch ihre Werbekampagnen entstandenen Emissionen ebenfalls berechnen und kompensieren.
persoenlich.com

Seven.One Entertainment startet Programmatic TV.

Seven.One Entertainment startet Programmatic TV, also die Ausspielung von TV-Spots in Echtzeit im linearen Werbeblock. Das Unternehmen will damit vor allem Kunden gewinnen, die bisher eher digital geworben haben. Die Prime Time ist noch nicht für PTV geöffnet, P7S1-Vermarktungschef Thomas Wagner spricht bei "Horizont" von einem "Zusatzgeschäft".
horizont.net (Paid)

The Pioneer: SPD erweitert Zusammenarbeit mit Agentur BrinkertLück.

Lücke geschlossen: Die SPD baut die Zusammenarbeit mit der Werbeagentur BrinkertLück aus, meldet The Pioneer. Gründer Raphael Brinkert (Foto) und General­sekretär Kevin Kühnert hätten sich darauf verständigt. Das Mandat umfasse Strategie­beratung, digitale Kampagnen und neue Social-Media-Formate. Die Agentur hatte die erfolgreiche Kampagne zur Bundestags­wahl mitentworfen. Brinkert selbst hatte bereits im November im turi2 Clubraum angedeutet, gern weiter mit der SPD arbeiten zu wollen.
thepioneer.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Freenet-Chef Christoph Vilanek verteidigt die Bohlen-Kampagne.

Hör-Tipp: Trotz vernichtender Kommentare im Netz bereut Freenet-CEO Christoph Vilanek (Foto) die Werbekampagne mit Dieter Bohlen nicht, erzählt er im "Chefgespräch" mit Beat Balzli. Auch intern hätte es teilweise skeptische Stimmen zur Zusammenarbeit gegeben: Zum Beispiel hätten manche Mitarbeitende gefragt, warum man jemanden nehmen müsse, "der abgehalftert aus dem Fernsehen weggescheucht wird". Zwar nehme Vilanek negative Meinungen "nicht auf die leichte Schulter", am Ende zähle jedoch der messbare Erfolg. Bohlen sei zudem jemand, der im Gegensatz zu anderen Werbegesichtern "Bock darauf hat, jede Schandtat mitzumachen", wie etwa die Aufnahme von Warteschleifen-Ansagen.
wiwo.de (65-Min-Audio)

turi2 edition #17: Christine Scheffler über Talente, die “Zug zum Tor haben”.


Machen statt quatschen: Christine Scheffler sucht als Personalvorständin bei ProSiebenSat.1 Media nach Mitarbeitenden, die Haltung und Werte mitbringen. Alles andere “kann man trainieren”, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17. Die Bewerberinnen fordern zugleich Flexibilität und Nachhaltigkeit. Weiterlesen >>>

Zitat: Thomas Koch plädiert für eine Rückkehr zur Mediaplanung.

"Es verspürt doch niemand einen Wirkungsverlust seiner Kampagne, wenn Anzeigen nicht mehr auf einer Website wie Breitbart.com erscheint."

Thomas Koch plädiert im "W&V"-Interview für eine Rückkehr zur Mediaplanung, um Werbung auf Fake-News-Plattformen zu vermeiden. Statt auf Automatisierung zu setzen, sollten Unternehmen lieber in "hochwertige Seiten" in Deutschland investieren.
wuv.de (Paid)

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Das Vertrauen in die sozialen Medien ist so gering, dass es irgendwann an der "Brand Safety" von Marken nagt, die auf den Plattformen werben. Das ist die These von Verena Gründel, der Chefredakteurin des Branchenmagazins "Werben & Verkaufen", im turi2 Clubraum. Darüber und über weitere Themen diskutiert sie mit Aline von Drateln und Markus Trantow.
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“Ich bin ein Marketing-Opfer” – Verena Gründel über Gummibärchen und gelb-blaue Logos.


Werben & Vertrauen: Unternehmen werden künftig wieder weniger Geld in Social-Media-Werbung stecken, weil sich das geringe Vertrauen in die Plattformen negativ auf ihre "Brand Safety" auswirkt, sagt Verena Gründel im turi2 Clubraum. Die Chefredakteurin des Branchenmagazins "Werben & Verkaufen" erläutert im Gespräch mit Aline von Drateln und Markus Trantow, dass für Marken "Effektivität" ein wichtiger Key-Performance-Indicator ist – und der sei umso geringer, je schlechter das Image des Werbeumfelds ist. Deswegen würden Marketing-Abteilungen langfristig wieder mehr Budget für klassische Medien aufbringen. Trantow würde Gründel gerne zustimmen, befürchtet aber, dass am Ende nur "die Zahlen zählen".

Aline von Drateln, die im Podcast ihre Vergangenheit als Philadelphia-Engel enthüllt, will von Gründel wissen, wie sich die Branche in den vergangenen Jahren verändert hat. "Werbung ist immer demokratischer geworden", so die "W&V"-Chefredakteurin. "Die Kunden können mit ihrem Feedback direkt Einfluss nehmen." Marken können mit Haltung punkten, indem sie "die Rolle des Identitätsgebers" übernehmen in einer immer komplexer werdenden Welt. Anders als die Konkurrenz hat sich "W&V" aber aktuell bewusst dagegen entschieden, das Logo in den Farben der Ukraine einzufärben. "Wenn wir unser Logo gelb-blau anstreichen, machen wir die Welt nicht besser."

"Grenzwertig" findet Gründel Werbung, die sich direkt an Kinder richtet, sagt sie im Clubraum. Trotzdem zählt eine Werbung des Gummibärchen-Herstellers Haribo zu ihren Lieblingsspots. Sie sei eben auch nur ein "kleines Marketing-Opfer".

Das Trio spricht im Podcast auch über Fridays For Future, die diese Woche die Musikerin Ronja Maltzahn von einer Veranstaltung in Hannover ausgeladen haben, weil sie als weiße Sängerin Dreadlocks trägt. turi2-Chefredakteur Markus Trantow begrüßt zwar den sensiblen Umgang mit anderen Kulturen, vor allem solchen, die von Unterdrückung betroffen sind. Er würde aber eine Linie zwischen "kulturellem Austausch" und kultureller Aneignung ziehen. Aline von Drateln weist daraufhin, dass die Runde als Nicht-Betroffene keine Bewertung vornehmen sollte. Werbeexpertin Gründel kann aber aus Marketing-Sicht resümieren: "Die Marke Fridays For Future hat sich mit dieser Diskussion keinen Gefallen getan."

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Philipp_Jessen zu Gast, Co-Gründer und Geschäftsführer der PR-Agentur Storymachine.
turi2.tv (38-Min-Podcast bei YouTube), turi2clubraum.podigee.io (Audio-Podcast), apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Heute im turi2-Clubraum: “W&V”-Chefredakteurin Verena Gründel über Werbung und Wandel.


Werben & Verändern: Verena Gründel ist Chefredakteurin des Werbe-Fachblatts "Werben & Verkaufen" – im turi2 Clubraum spricht sie heute darüber, wohin die Branche steuert, auch angesichts von Corona und Krieg. Im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow geht es außerdem um den Relaunch von "Werben & Verkaufen", das sich unter dem Dach der neuen Eigentümerin Ebner Media Group neu aufstellt – und um die Themen der Woche. Das Trio spricht etwa über Werbung und Vertrauen, die Dreadlocks-Absage von Fridays for Future und sportliche Großereignisse in Schurkenstaaten.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren etwa Marktforscherin Judith Barbolini, Journalist und "Horizont"-Herausgeber Uwe Vorkötter und Jens Schröder, der Graf Zahl der Medienbranche, zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (live ab 12 Uhr), turi2clubraum.podigee.io (Podcast ab 18 Uhr)

Hör-Tipp: Ferda Ataman bemängelt unkritisch übernommenen PR-Sprech im Journalismus.

Hör-Tipp: "Großes Autowerk klingt nicht halb so cool wie Giga-Factory" sagt Ferda Ataman und bemängelt Journalistinnen, die etwa den PR-Sprech von Tesla unkritisch übernehmen. Reporterinnen sollten klarstellen, wann sie in ihren Texten "dieses Werbe-Bla-Bla zitieren". Im Fall von Tesla würden sich etliche Medien darüber hinaus nicht einmal bemühen, den Standort Grünheide korrekterweise in Brandenburg zu lokalisieren.
radioeins.de (5-Min-Audio)

“Playboy” startet Kreativwettbewerb zum 50. Geburtstag.

Bunny-Parade: Der deutsche "Playboy" feiert dieses Jahr 50. Geburtstag und ruft Agenturen zum Kreativ­wettbewerb auf. Gefragt sind Anzeigen für einen Echtkunden, die sich auf spielerische Art und Weise mit der Marke Playboy und dem Logo auseinandersetzen. "Wir freuen uns über jede Einreichung", sagt Verlegerin Myriam Karsch. Der Wettbewerb findet 2022 zum dritten Mal statt.
playboy.de

Pepsi wird Sponsor von Eintracht Frankfurt.

Cola-Kohle: Der Getränkekonzern Pepsico wird ab der kommenden Saison Sponsor und Premium­partner des Bundes­ligisten Eintracht Frankfurt. Im Fokus der Werbe-Aktionen soll die Marke Pepsi Max stehen, im Stadion gibt künftig Getränke von Pepsi – statt wie bisher von Coca-Cola. Die Höhe des Engagement bliebt ungenannt, es ist nach eigener Aussage jedoch der größte Sport-Sponsoring-Deal für Pepsico in Deutschland seit Unternehmensbeginn. wuv.de, about-drinks.com, getraenke-news.de

Debatte: Thomas Koch stoppt Kampagne #StopFundingHateNow.

Werbung um jeden Preis: Medien­experte Thomas Koch beendet zähne­knirschend die Kampagne #StopFundingHateNow, mit der er auf fehlgeleitete Werbung auf Fake-News- und Hass-Plattformen aufmerksam machen wollte. Von den 1.500 Unternehmen in Deutschland, die er angeschrieben habe, hätten 84 % die Hinweise ignoriert und ihre Kampagnen auf den Seiten fortgesetzt. "Ich schäme mich zutiefst für meine Branche", sagt Koch. Hinzu kämen Anwalts­kosten und Schaden­ersatz­forderungen "in fünf- bis sechsstelliger Größenordnung".
linkedin.com via meedia.de

Studie: Kinowerbung löst die meisten Emotionen aus.

Großes Kino: Werbung auf der Kino­leinwand spricht das Publikum emotional intensiver an als im TV oder Online, zeigt eine Studie im Auftrag von Weischer.Cinema. Dafür wurden bei 40 Menschen während einer Vorstellung etwa Herzschlag und Mimik aufgezeichnet, anschließend Interviews geführt und die Werte mit generischen Referenz­werten für TV und Online abgeglichen.
horizont.net (Paid)

Bundeskabinett kippt Werbe­verbot für Schwanger­schafts­abbrüche.

Abbruchs-Annoncen: Das Bundeskabinett einigt sich auf eine Abschaffung des umstrittenen Paragraphen 219a StGB, der Werbung für Schwanger­schafts­abbrüche unter Strafe stellt. Die Änderung muss noch durch den Bundestag und Bundesrrat. Justizminister Marco Buschmann betont jedoch, es werde auch künftig keine Werbung für Schwangerschaftsabbrüche "wie für Schokoriegel oder Reisen" geben. Erst seit 2019 dürfen Praxen auf ihrer Website überhaupt darüber informieren, dass sie den Eingriff anbieten, weiter­gehende Sach­informationen sind ihnen bisher verboten.
n-tv.de, tagesschau.de

Facebook lässt keine russischen Werbeanzeigen mehr zu.

Facebook: Nach der Sperre durch Russland schließt das soziale Netzwerk das Land von seinem weltweiten Werbesystem aus. Sowohl im eigenen Land als auch international können russische Werbekunden somit keine Anzeigen mehr auf der Plattform schalten. Am Freitag hatte die Medienbehörde Roskomnadsor Facebook gesperrt.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Debatte: Baumarkt-Werbung vor der “Tagesschau” verunsichert, meint Marie Schmidt.

Muss gut werden: Dass die Baumarkt-Kette Bauhaus kurz vor der "Tagesschau" Werbung mit dem Slogan "Wenn’s gut werden muss" sendet, treibt "Süddeutsche"-Autorin Marie Schmidt einen "Schauer über den Rücken" – "jetzt, da man eigentlich auf die Nachricht wartet, ob ein Atomkrieg zu verhindern sein wird". Der Baumarkt-Claim habe einen schon immer in "tiefe Verunsicherung" stürzen können.
sueddeutsche.de (Paid)

Tumblr führt werbefreies Bezahlabo ein.

Werbebann: Die Blog-Plattform Tumblr führt ein werbefreies Abo ein. Für 4,99 Dollar im Monat können die verbliebenen Nutzerinnen die Werbeflut auf der Plattform blocken. Tumblr gehört zu Wordpress-Betreiber Automattic und hat in Folge eines Pornografie-Verbots viele User vergrault. Ein großes, selbstgeschaffenes Problem ist Werbespam.
theverge.com, turi2.de (Background)