Basta: Der Apfel fällt zu weit vom Stamm.

Äpfel-Birnen-Vergleich: Apple bekämpft als gäriger Goliath zum wiederholten Mal ein Startup, das es wagt, für sein Logo ebenfalls in den Obstkorb zu greifen. Im konkreten Fall: Das fünfköpfige US-Startup Prepear, Rezepte-App für Kinder, das des Wortspiels wegen eine grüne Birne als Logo führt. Apple fürchtet Fruchtsalat "Verwischungseffekte" – und macht sich so zum Fallobst.
t-online.de

Analyse: Corona beendet die Erfolgssträhne von Adidas.

Adidas: Konzernchef Kasper Rorsted ist durch die Corona-Pandemie "vom Über­flieger zum Überlebens­kämpfer" geworden, schreibt Joachim Hofer. Dem Halbjahres-Gewinn von 1,1 Mrd Euro 2019 stehen im ersten Halbjahr 2020 insgesamt 286 Mio Euro Verlust gegenüber. Rorsted habe aber vorgesorgt, "um auch eine längere Flaute zu überstehen". Er spare, wo immer es geht, u.a. knapp 200 Mio Euro beim Marketing. Wegen coronabedingten Laden-Schließungen sitzt Adidas auf unverkauften Waren im Wert von 5,2 Mrd Euro. Ein Großteil davon geht mit Rabatten in eigene Factory Outlets.
handelsblatt.com (Paid)

Marken-Hersteller: Corona verschiebt Kräfteverhältnisse im Lebensmittelhandel.

Lebensmittel-Preis­verhandlungen zwischen Lieferanten und Handels­ketten werden im Corona-Jahr 2020 mit besonders harten Bandagen geführt, schreibt Michael Gassmann. Beobachter erwarten viele Auslistungen von Marken­produkten und leere Regale. Für Edeka, Rewe, Aldi und Lidl entscheiden die Einkaufs­preise über ihre Konkurrenz­fähigkeit, keine der Ketten will Marktanteile verlieren. Auch den Wiederanstieg der Mehrwertsteuer müssten die Händler einkalkulieren.
edition.welt.de (Paid)

“Spiegel”: Bundesregierung ist über zögerliche Lufthansa-Erstattung verärgert.


Ärger im Anflug: Die Lufthansa verärgert die Bundesregierung mit ihrer Praxis, Tickets gestrichener Flüge nur sehr zögerlich zu erstatten, berichtet der "Spiegel". Das Wirtschafts­ministerium sei "irritiert", dass die Airline mehr als 1 Mio Kund*innen trotz des Hilfspakets von rund 9 Mrd Euro weiterhin hinhalte. Das Ministerium habe der Lufthansa deswegen "teils geharnischte E-Mails" geschrieben. Es sei "nicht nachvollziehbar", dass die Lufthansa ihren gesetzlichen Verpflichtungen bisher nicht nachkommt, sagt Wirtschafts-Staatssekretär Ulrich Nußbaum und mahnt, es gehe um eine "Frage des Vertrauens".

Laut "Spiegel" hat das Luftfahrt­bundesamt bereits ein Ordnungs­widrigkeits­verfahren gegen den Kranich eingeleitet. Die zögerliche Bearbeitung der Rückerstattungen könnte eine Geldstrafe zwischen einer halben und einer Mio Euro zur Folge haben. Angesicht der insgesamt 3 Mrd Euro, die die Lufthansa ihren Passagier*innen zurückerstatten muss, wohl keine so große Drohgebärde.
spiegel.de

Lufthansa verbucht im 2. Quartal einen Verlust von 1,5 Mrd Euro.


Im Tiefflug: Die Lufthansa verbucht im 2. Quartal einen Rekord­verlust von 1,5 Mrd Euro, im Vergleich zu 226 Mio Euro Gewinn im Vorjahr. Der Umsatz bricht um 80 % auf 1,9 Mrd Euro ein, die Zahl der Fluggäste liegt bei nur noch 4 % im Vergleich zu 2019. Expert*innen hatten einen Betriebsverlust von fast 2 Mrd Euro vorausgesagt, die Frachttochter Lufthansa Cargo konnte das durch den stark gestiegenen Online-Handel jedoch etwas abfedern. Für den bereits angekündigten Abbau von 22.000 Vollzeitstellen hält die Lufthansa mittlerweile betriebsbedingte Kündigungen für wahrscheinlich. Sie durch ein Entgegenkommen der Arbeitnehmer*innen zu vermeiden, sei nicht mehr realistisch.

Die Gewerkschaften kritisieren das. Von der Vereinigung Cockpit heißt es: "Die Verhandlungen laufen noch. Sich jetzt festzulegen darauf, auf betriebsbedingte Kündigungen nicht zu verzichten, ist konträr." UFO-Geschäftsführer Nicoley Baublies sagt: "Jetzt mit Kündigungen zu drohen, ist unnötig und in der Kabine sogar vertragswidrig". Vorstandschef Carsten Spohr hält dagegen, dass die Krise noch lange andauern werde. Der mittlerweile teilverstaatlichte Konzern rechne nicht vor 2024 "mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau." Das gelte insbesondere für Langstreckenverbindungen.
manager-magazin.de, tagesschau.de

MediaMarktSaturn will 4.000 Jobs streichen und unrentable Filialen schließen.

MediaMarktSaturn plant den Abbau von bis zu 4.000 Vollzeitstellen, berichtet der "Spiegel". Der Handels­konzern wolle Management-Teams und Landes­gesellschaften stärker zentralisieren, dadurch sollen 3.500 Jobs wegfallen. Weitere 500 Stellen betreffen die Schließung unrentabler Filialen, in einem ersten Zug sollen rund 20 Läden dicht machen. Am 12. August entscheidet der Aufsichtsrat der Mutter-Holding Ceconomy über die Pläne.
spiegel.de

Marketingchef Phil Schiller verlässt den Apple-Vorstand.

The Next Big Thing Exit: Apples Marketingchef Phil Schiller gibt seinen Posten im Vorstand auf. Künftig will er sich als "Apple Fellow" um die Events des Tech-Konzerns sowie um den App-Store kümmern. Nachfolger wird Greg Joswiak, der bisherige Vize. Schiller ist die vierte Top-Personalie, die Apple innerhalb der letzten 18 Monate verlässt.

Zuletzt kehrten Design-Chef Jony Ive, PR-Chef Steve Dowling sowie Einzelhandelschefin Angela Ahrendts Apple den Rücken.Schiller gehörte zu den Vertrauten von Apple-Gründer Steve Jobs und arbeitet seit 1987 für das Unternehmen. Seit 1997 gehört er zum Führungsteam und tritt u.a. bei Produktpräsentationen von Apple auf.
manager-magazin.de, apple.com

Hör-Tipp: Die Pandemie ist für den “Vier Jahreszeiten”-Hotelier wie ein Film.

Hör-Tipp: Die Pandemie fühlt sich für Ingo Peters, langjähriger Direktor des renommierten Hamburger Luxushotels "Vier Jahreszeiten", wie ein Film an, sagt er im Podcast "Die Stunde Null". Das Hotel blickt auf eine über 100-jährige Tradition zurück und hielt sogar während der zwei Weltkriege den Betrieb aufrecht – doch dann kam Corona. Mit einer Auslastung von rund 40 % kann das Hotel langfristig nicht überleben, sagt Peters.
audionow.de (30-Min-Audio)

Nach Shitstorm: Audi entschuldigt sich für Werbung mit kleinem Mädchen.

Vorsprung durch Aufsehen: Audi entschuldigt sich für ein Werbemotiv mit einem Kind, das am Wochenende zu einem Shitstorm bei Twitter geführt hat. Das Foto zeigt ein kleines Mädchen mit einer Sonnenbrille, das eine Banane vor einem Kühlergrill eines Autos isst. Autor Micky Beisenherz kommentiert, "dass dieses Bild im Sinne des Zeitgeistes nicht ganz glücklich gewählt war". Andere Twitter-Nutzer*innen beklagen bei dem Kind eine "Lolita-Optik". Auf dem offiziellen Audi-Account folgt am Montag die Gefahrenbremsung: Audi habe "verschiedene Familienmitglieder mit dem Auto fotografiert" und die Sicherheit in den Fokus rücken wollen. "Das war ein Fehler", bittet der Autokonzern um Entschuldigung und will das Foto künftig nicht mehr verwenden.

Angesichts zahlreicher Verkehrstote – insbesondere Kinder, die im Fahrzeug kaum sichtbar sind – kritisieren am Wochenende einige Twitter-Nutzer*innen das Motiv als geschmacklos. Audi wolle prüfen, welche "Kontrollmechanismen" im Unternehmen versagt hätten, heißt es nun. Zuvor war Konzernmutter Volkswagen wegen einen rassistischen Werbeclips in die Schlagzeilen geraten.
(Foto: Twitter-Screenshot Audi)
welt.de, twitter.com (Entschuldigung), twitter.com (Micky Beisenherz)

Zahl des Tages: Vier weitere Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof sind gerettet.

Zahl des Tages: Weitere 4 Filialen der angeschlagenen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sind gerettet, teilen der Mutterkonzern Signa und der Berliner Senat mit. Die Filialen in Berlin-Wedding, in Tempelhof, in Charlottenburg sowie in Lichtenberg bleiben erhalten - mit ihnen hunderte Arbeitsplätze.
tagesschau.de, morgenpost.de, turi2.de (Background)

“W&V” lädt zum nächsten Corona-Webinar für Agenturen und Marken.

Termin-Tipp: In einem kostenlosen Webinar will "W&V" am Dienstag von 16 bis 18 Uhr klären, was Corona für die Markenwelt bedeutet. Einer der Speaker ist GWA-Präsident und Ressourcenmangel-Chef Benjamin Minack, der eine "Corona-Zwischenbilanz der Agenturszene" zieht. Verena Gründel (Foto) aus der "W&V"-Chefredaktion moderiert.
communication.wuv.de, turi2.de (Background)

Ehemalige ProSiebenSat.1-Mitarbeiterinnen gründen Agentur für Branded Content.

Branded Content und Product Placement hat sich die neu gegründete Agentur Particibrand auf die Fahnen geschrieben. Hinter der Firma stehen die früheren ProSiebenSat.1-Mitarbeiterinnen Kerstin Bensch (links) und Jeannine-Denise Stuiber. Mit ihrer Expertise wollen sie Marken dabei helfen, "mediale Erlebnisse zu schaffen, die berühren". Bensch war zuletzt bei der SevenOne AdFactory für Product Placement und Brand Integration verantwortlich, Stuiber war als Operating Officer Sales die Schnittstelle zwischen der Vermarktung und den Sendern bzw. Plattformen.
dwdl.de, horizont.net, wuv.de

“Spiegel”: Bei deutschen Marken bröckelt die Motivation zum Facebook-Werbeboykott.

Facebook-LogoFacebook-Boykott: Mehrere deutsche Unternehmen, darunter Beiersdorf und Puma, wollen wieder Werbung bei Facebook schalten, berichtet der "Spiegel". Laut Puma habe der bisherige Boykott "zu einem direkten Austausch und positiven Gesprächen mit Facebook geführt". Auch VW, Adidas, Bayer, Siemens und Henkel denken "laut Spiegel" über ein Ende des Boykotts nach. Vaude, Fritz-Kola, Fresenius und SAP hingegen ziehen ihn weiter durch. Laut SAP seien die von Facebook skizzierten Maßnahmen "nicht ausreichend, um eine wirklich kategorische Ablehnung von Online-Hass und Rassismus zu erreichen".
"Spiegel" 32/2020, S. 60, turi2.de (Background)

Volkswagen stellt vermeintlichen Spion frei.

Volkswagen hat offenbar den Maulwurf gefunden, der Mitschnitte interner Sitzungen über den Zulieferer Prevent gemacht haben soll, berichten Business Insider und "Handelsblatt". Die Konzernsicherheit habe einen verdächtigen VW-Mitarbeiter mit den Spionage-Vorwürfen konfrontiert. Dem Vernehmen nach wurde der Manager anschließend freigestellt. Am Mittwoch hatte Volkswagen Strafanzeige gestellt.
businessinsider.de, handelsblatt.com (Paid)

Zahl des Tages: Huawei überholt Samsung als Smartphone-Marktführer.

Zahl des Tages: Mit weltweit 55,8 Mio verkauften Smartphones ist Huawei im 2. Quartal trotz US-Sanktionen erstmals die Nummer 1, berechnet der Marktforscher Canalys. Huawei profitiert von der Schwäche des bisherigen Marktführers Samsung, dessen Absatz weltweit um 30 % auf 53,7 Mio Geräte einbricht. Außerhalb Chinas verkauft zwar auch Huawei 27 % weniger Smartphones, im Heimatmarkt dafür 8 % mehr.
t-online.de, digitalfernsehen.de, canalys.com

Drogeriemarkt dm setzt auf “klimaneutralisierte” Produkte.

Drogeriemarkt dm will ab Frühjahr 2021 klima­neutralisierte Produkte anbieten. Dafür hat das Unternehmen gemeinsam mit der TU Berlin Ökobilanzierungen durchgeführt. Die künftigen Produktalternativen für dm-Eigenmarken wie Alverde und Denkmit sind nicht emissionsfrei hergestellt, sollen durch Kompensationen wie die Aufwertung ökologisch belasteter Flächen aber klimaneutral sein.
wuv.de

Coca-Cola startet Kampagne “Offen wie nie zuvor”.

Coca-Cola startet in mehr als 50 Ländern gleichzeitig eine Werbe-Offensive und die erste Großkampagne seit Beginn der Krise: Unter dem Motto "Offen wie nie zuvor" thematisieren der Brausebrauer soziale und kulturelle Veränderungen durch Corona. In Deutschland schaltet Coca-Cola einen TV-Spot und eine Out-of-Home-Kampagne und plant kundenspezifische Influencerkampagnen und Plakate für die Gastronomie. Die Agentur 72andSunny aus Amsterdam hat die Kampagne entwickelt.
wuv.de, youtube.com (Werbefilm)

“Handelsblatt”: Telekom überdenkt Abschluss-Prüfung durch EY.

Deutsche Telekom überdenkt ihren Plan, den Wirtschafts­prüfer EY mit der Abschlussprüfung ihrer Bilanz zu betrauen, berichtet das "Handelsblatt". Bisher prüft PWC die Abschlüsse der Telekom, gesetzliche Auflagen erfordern jedoch einen Wechsel. Die Telekom prüfe nun die Rolle von EY im Fall Wirecard, so das "Handelsblatt". Offiziell stehe der Konzern zu EY.
handelsblatt.com

Zitat: Motel-One-Gründer Dieter Müller spart nur da, wo es nicht auffällt.

"Ich bin nicht geizig, sondern effizient! Knausert man in einem Unternehmen, in dem der Gast alles anfassen kann, merkt der Gast das sofort."

Motel-One-Gründer Dieter Müller erklärt im "Zeit"-Interview, warum er in seinen Hotels auf Restaurants, Pools und Minibars verzichtet, bei Handtüchern und Fliesen aber nicht spart.
"Zeit" 32/2020, S. 19 (Paid)

Weitere Zitate:

Über die Auswirkungen der Krise für die Beschäftigten:

"Diese Krise wird das soziale Ungleichgewicht leider noch verstärken. Viele Beschäftigte der Hotellerie und Gastronomie werden in Kurzarbeit bleiben und noch lange Zeit erhebliche Einbußen haben. Sie bekommen ja ohnehin keine Wahnsinnsgehälter, nun aber auch keine Sonn- und Feiertagszuschläge mehr, kein Trinkgeld."

Über die Rückkehr zur Normalität:

"Solange es keinen Impfstoff gibt, wird jeder das Reisen möglichst vermeiden. Ich gehe davon aus, dass auch 2021 noch ein volles Krisenjahr sein wird und dass wir frühestens Ende 2023 wieder das Niveau von 2019 erreichen."

Über den Preisverfall bei Luxus-Hotels:

"Bei Vier- oder Fünf-Sterne-Häusern richten sich die Zimmerpreise oft nach der Nachfrage, da gibt es viel mehr Ausschläge nach oben und unten. Das regeln heute oft Computer. Ich hoffe, jemand stoppt die Algorithmen, damit die Preise nicht zu sehr verfallen."

Über den geplatzten Plan eines Motel Ones in New York:

"Ich bin froh, dass es mit dem Motel One in Manhattan nicht geklappt hat – so stark, wie die Epidemie die Hotellerie dort getroffen hat. Jetzt gäbe es vermutlich viele Chancen, in New York Fuß zu fassen. Aber wir konzentrieren uns erst mal auf Europa."

Boeing stellt die Produktion der 747 ein.

Offizielles Jumbo-Jet-Aus: Boeing stellt ab 2022 die Produktion seiner legendären 747 ein, die seit 1968 auf dem Markt ist. Auch die Herstellung anderer Langstrecken-Jets wird zurückgeschraubt. Grund sind vor allem die hohen Verluste, die der Flugzeugbauer schreibt. Zudem wackelt die Zukunft von Großraumflugzeugen: Kleinere Flugzeuge gelten als flexibler und umweltfreundlicher.
n-tv.de, manager-magazin.de, flugrevue.de

Delivery Hero boomt dank Corona, bleibt trotzdem defizitär.

Delivery Hero schafft es im 2. Quartal, seine Bestellungen und den Umsatz fast zu verdoppeln: Dank Corona klettert der Umsatz um 96 % auf 612 Mio Euro, die Bestellungen auf 281 Mio Euro. Das Unternehmen hebt daher die Jahresprognose auf 2,6 bis 2,8 Mrd Euro Umsatz an. Verlust macht es trotzdem: Im ersten Halbjahr stieg das bereinigte Ebitda auf minus 319,5 Mio Euro - im Vorjahreszeitraum lag das Minus noch bei knapp der Hälfte (171,1 Mio).
tagesschau.de

BMW-Vorstandsgehälter sollen sich auch an Klimazielen orientieren.

BMW will einen Teil der Gehälter für den Vorstand um Ilka Horstmeier, Oliver Zipse und Co sowie für andere Top-Manager davon abhängig machen, ob das Unternehmen seine selbst gesteckten Klimaziele erfüllt. Dazu gehört laut BMW, den CO2-Ausstoß der Autos bis 2030 um ein Drittel zu reduzieren. Wie der umgebaute Gehaltsplan konkret aussieht, ist bisher nicht bekannt.
handelsblatt.com, spiegel.de

Territory setzt BMW-Mini auf Papier in Szene.

Territory von Gruner + Jahr produziert für die BMW-Kleinwagen-Marke Mini erstmals den Magalog "Mini Insider". Das Heft erscheint mit 100.000 Auflage in 20 Sprachen auf Naturpapier aus Schweden. Im Mittelpunkt steht der Elektrowagen Mini Cooper SE, den das Fotografen-Paar Nuria Val und Coke Bartrina in Lissabon in Szene setzt.
presseportal.de

Deutsche Post will die Briefzustellung mit einem Foto per E-Mail ankündigen.

Sie haben Post: Die Deutsche Post will Briefumschläge scannen und diese künftig als E-Mail mit einem Vorschaubild vorab an die Adressaten verschicken, schreibt die "FAZ". Der Service ist nach einer kostenlosen Anmeldung zunächst nur für Empfänger*innen mit E-Mail-Konten von Web.de und Gmx.de verfügbar - beispielsweise für Urlauber oder Zweitwohnsitze. 2021 will die Post vorab auch PDF-Dokumente mit dem Briefinhalt verschicken, sofern es sich um kooperierende Geschäftskunden handelt und die Empfänger*innen zustimmen. Web.de und Gmx.de sprachen erstmals im März von den Plänen - der Start soll im "Sommer 2020" sein.

Die Briefzentren der Post scannen für die automatische Sortierung bereits alle Briefsendungen. Die Daten werden bisher nach der Zustellung aus Datenschutzgründen gelöscht. Das Briefvolumen in Deutschland sinkt jährlich um 2 bis 3 % - ist im Vergleich zu anderen Ländern mit jährlich 12,1 Mrd verschickten Briefen aber weiterhin recht hoch. Die Deutschen vertrauen auf die Rechtssicherheit des physischen Briefes im Gegensatz zu digitalen Kommunikationsformen, erklärt die Post die Liebe zum analogen Briefeschreiben.
"FAZ", S. 19 (Paid)

Basta: Analoge Athletik bringt Garmin aus der Puste.

Es lebe der Sport: Garmin liefert allen Sportmuffeln unfreiwillig eine Ausrede, die Joggingrunde ausfallen zu lassen: Läufer*innen können die Daten ihrer Fitness-Armbänder nicht mehr online einsehen, um sich mit anderen Athlet*innen zu vergleichen. Der Server wurde offenbar gehackt - Garmin schweigt bisher. Der Systemausfall scheint den Tech-Konzern aus der Puste zu bringen.
handelsblatt.com

Strategie-Meetings von Volkswagen wurden heimlich aufgezeichnet.

Der Feind hört mit? Interne Strategie-Meetings von Volkswagen, die sich mit dem bosnischen Zulieferer Prevent beschäftigen, wurde heimlich abgehört, schreibt Business Insider. Auf den Aufnahmen soll u.a. der Vorschlag zu hören sein, Volkswagen könnte die Kreml-Kontakte von Altkanzler Gerhard Schröder nutzen, "um Prevent den Geldhahn in Russland abzudrehen". Das Land Niedersachsen hält ein Fünftel der Volkswagen-Anteile.

Wie die rund 50-stündigen Audio-Aufnahmen entstanden sind und wie diese genutzt wurden, ist unbekannt. Auf Anfrage von Business Insider habe die Prevent-Gruppe keine Kenntnis von den Ton-Aufnahmen. Auch Ralf Brandstätter, mittlerweile Chef der PKW-Kernmarke, habe an aufgezeichneten Sitzungen teilgenommen.
businessinsider.de

Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel sieht beim DFB einen Maulwurf.

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein: Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel ist bei der Annahme des umstrittenen Luxusuhr-Geschenks "nicht auf den Gedanken gekommen, etwas Verbotenes zu tun", beteuert er im Interview mit der "Bild am Sonntag". Er habe sich über die "Wertschätzung" zum Geburtstag gefreut, was seine Entscheidungen als DFB-Präsident nie beeinflusst habe. "Leider hat es Personen gegeben, die diesen Fehler bemerkt und an die Presse durchgestochen haben, statt mich darauf anzusprechen", sagt Grindel. Dies habe ihn "menschlich schon sehr beschäftigt".

Der ukrainische Oligarche Grigori Surkis hatte ihm eine Luxusuhr im Wert von rund 11.000 Euro geschenkt - im April 2019 trat Grindel zurück. Das Amt des DFB-Präsidenten sei "gut zu führen, wenn es an der Spitze Loyalität und Teamgeist gibt" - Dies habe Grindel "jedenfalls nicht von jedem Einzelnen" erfahren.
"Bild am Sonntag", Sport-Teil, S. 4-6 (Paid), sport1.de (Zusammenfassung), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: QVC macht die Moderationscrew zur Vertrauensperson.

Lese-Tipp: Homeshopping-Sender QVC passt sich für den Erfolg "vorbehaltlos" der Kundschaft an, schreibt das "Manager Magazin". Kaum ein Einzelhandelsunternehmen sei so geschickt darin, einen Bedarf nach einem Produkt zu wecken. Digitale Angebote könnten dem TV-Sender künftig immer mehr Konkurrenz machen. Doch Influencer*innen agierten "sehr viel schamloser" als die QVC-Moderator*innen, die für das TV-Publikum als "Vertrauensperson" fungierten.
"Manager Magazin" 8/2020, S. 63-66 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Tele-Seller Sascha Heyna beantwortet für die turi2 edition #9, in der er über die Geisterstunde im TV spricht, den turi2.tv-Fragebogen (November 2019).

Basta: True Fruits verpackt Smoothie im Coca-Cola-Design.

Cola-teralschaden: Der Smoothie-Hersteller True Fruits ärgert Coca-Cola mit einer Sommer-Edition seines Pina-Colada-Fruchtschlucks. Provokant ist nicht die Rezeptur, sondern die Verpackung im Coca-Cola-Design inkl. Marken-Schriftart. Rechtlich kritisch wäre dagegen wohl eine quadratische Flasche.
horizont.net, instagram.com

BGH: Nur Ritter darf quadratische Schokolade verkaufen.


Die Quadratur der Tafel: Nur Ritter darf quadratische Schokolade verkaufen, entscheidet der Bundesgerichtshof. Er hat abschließend entschieden und damit eine Klage des Milka-Herstellers Mondelez abgewiesen. Das Gericht begründet, der Käufer sehe die quadratische Form als Hinweis darauf, dass es sich um das Produkt eines bestimmten Herstellers handle. Die Form verleihe dem Produkt aber keinen klaren funktionalen Wert, was gegen einen Markenschutz gesprochen hätte. Der dies suggerierende Werbeslogan spielt dabei keine Rolle.

Die Alfred Ritter GmbH hat sich die Verpackung in den 90er-Jahren markenrechtlich schützen lassen. Seit etwa zehn Jahren versucht Mondelez die Löschung der Marke zu erreichen. Bereits 2017 urteilte der BGH zu Gunsten von Ritter, 2018 auch das Bundespatentgericht. Gegen dieses Urteil wollte Milka nun vorgehen - vergeblich.

Matthias Berger schreibt bei "Horizont", das Urteil hat Signalwirkung für Markenartikler. Nun sei klar, dass sie dreidimensionale Formmarken eintragen lassen können. Die sind anders als der Schutz von Designs oder Geschmacksmustern zeitlich unbegrenzt.
spiegel.de, horizont.net

Tesla meldet wieder Quartalsgewinn – trotz Corona.

Schwarz statt rot: E-Autobauer Tesla fährt erstmals zum vierten Mal in Folge einen Quartalsgewinn ein. Für den Zeitraum von April bis Juni meldet das Unternehmen einen Gewinn von 104 Mio Dollar und knapp 100.000 verkaufte Fahrzeuge. Firmenchef Elon Musk hat außerdem den Bau einer neuen Fabrik in Austin im US-Bundesstaat Texas angekündigt. Dort soll unter anderem das Panzer-Auto Cybertruck vom Band laufen.
handelsblatt.com, theverge.com

Audi-Boss Markus Duesmann ist “dankbar, dass es Tesla gibt”.

Audi-Boss Markus Duesmann freut sich im "Handelsblatt" über Teslas Image-Arbeit im Elektrogeschäft. Dass sein eigenes Unternehmen die E-Mobilität verschlafen habe, glaubt er nicht. Es tue "schon weh, das immer wieder zu hören". Ziel sei es, mit der neu geschaffenen Elektro-Einheit "Artemis" 2024 ein "hocheffizientes" Elektroauto zu präsentieren.
handelsblatt.com

Die Corona-Krise trifft Tui mit voller Wucht.

Tui erlebt seine "bisher schwerste Krise", schreiben Lea Hampel und Angelika Slavik. Kritik gebe es einerseits von Reisebüros, denen der Konzern Provisions-Rückzahlungen in voller Höhe vorenthalten habe. Andererseits ärgerten sich Kund*innen, die noch immer auf ihr Geld warteten. Auch Tui-intern könne die Stimmung besser sein: Der Konzern will 8.000 Stellen abbauen.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Ryanair schließt Standort in Frankfurt-Hahn.

Ryanair, corona-gebeutelter Billigflieger, schließt zum 1. November seine Basis in Hahn nahe Frankfurt. Die in Hahn stationierten Pilot*innen sollen noch in dieser Woche ihre Kündigungen erhalten. Auch den Ryanair-Stützpunkte in Berlin-Tegel und Düsseldorf droht das Aus "noch vor dem Winter", bis zu 170 Stellen könnten von den Kündigungen betroffen sein. Hintergrund sind gescheiterte Gespräche mit der Pilotengewerkschaft Cockpit über Gehaltskürzungen.
zeit.de, bild.de

Ebay verkauft Kleinanzeigen-Sparte für 9 Mrd Dollar nach Norwegen.


3,2,1 - meins: Ebay verkauft seine Kleinanzeigen-Sparte laut einem Insider für 9 Mrd Dollar nach Norwegen. Das Bieterrennen sei zugunsten der Online-Handelsplattform Adevinta entschieden worden, die zum Medienkonzern Schibsted gehört. Ebay soll weiterhin einen Minderheitsanteil halten, beide Konzerne haben den Deal bisher weder bestätigt noch dementiert. Mit dem Zukauf würde Marktplatzbetreiber Adevinta seine Größe nahezu verdoppeln.

In Adevinta bündelt Schipsted seine nicht-skandinavischen Online-Geschäfte. Im Gespräch als mögliche Kleinanzeigen-Käufer waren u.a. auch Prosus, Tochter des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers sowie Axel Springer. Springer stieg allerdings Ende Mai aus dem Bieterrennen aus.
manager-magazin.de, turi2.de (Background Springer)