Twitter schaltet Communities-Funktion in Deutschland frei.

Gemeinschaftsgezwitscher: Auch deutsche Nutzerinnen können jetzt bei Twitter Communities gründen oder ihnen beitreten. Dabei handelt es sich um moderierte Diskussionsgruppen, in denen sich die Mitglieder zu einem bestimmten Thema austauschen können, ähnlich wie bei Facebook-Gruppen. Twitter testet die Funktion seit September 2021 und schaltet sie jetzt für alle frei.
basicthinking.de, turi2.de (Background)

Debatte: Stewart Brand sieht keinen Wechsel zu einer “dystopischen Phase” des Internets.

Bleibt positiv: Trotz "Hass und Spaltung in der Welt sozialer Medien" sieht der Autor Stewart Brand in der "Vernetzung der Welt" eine "positive Kraft". Noch immer "verbindet Facebook Familien und Freunde miteinander", nach wie vor tauge Twitter als "fantastisches Recherche­werkzeug". Brand sieht keinen "Wechsel von einer utopischen zu einer dystopischen Phase" des Internets.
zeit.de

Debatte: Fynn Kliemanns öffentliche Demontage wird auf die ganze Influencer-Szene ausstrahlen.

Kliemannsland unter: Nach der Masken-Affäre um Fynn Kliemann rechnet Santiago Campillo-Lundbeck mit einem "neuen Zynismus" bei Influencer-Aktionen, "die für Haltungsthemen kämpfen". Kliemanns öffentliche Demontage werde auf die ganze Influencer-Szene ausstrahlen, denn: Wenn der explizit konsumkritische Kliemann zu solchen schmutzigen Deals in der Lage sei, wachse auch der Generalverdacht gegen Influencer mit einer deutlich sichtbaren Nähe zu kommerziellen Themen.
horizont.net (Paid)

Debatte: Influencerinnen sind nicht die netten Menschen von nebenan, sagt Birgit Kimmel.

Reiche Nachbarn: Influencerinnen haben zu unrecht das Image der netten Menschen von nebenan, sagt Birgit Kimmel von der EU-Initiative Klicksafe. Hinter den Social-Media-Stars "steckt ein ganzer Marketing-Apparat". Wenn sie Influencerinnen für Veranstaltungen bucht, stellen diese mittlerweile Kosten "in Höhe von bekannten Schauspielern" auf. "Das kann einfach nicht sein", findet Kimmel.
hr-inforadio.de (25-Min-Audio, Kimmel ab Min. 16)

Netzpolitik.org: OnlyFans verbietet viele Wörter aus der Alltagssprache.

Angst vor Blut? Die Erotik-Plattform OnlyFans zensiert nach Angaben von Netzpolitik.org mindestens 149 Wörter, darunter einige aus der Alltagssprache wie "Menstruation", "meet" und "Blut" oder ausgeschriebene englischen Zahlen. Die Gründe will OnyFans nicht offenlegen. Die Blockliste zeige, "mit welch plumpen Mitteln" OnlyFans Inhalte moderiere, die Verbote würden sich zudem "kinderleicht umgehen" lassen. Userinnen beklagen die Einschränkung ihrer Redefreiheit.
netzpolitik.org

Basta: Volker Wissing stellt Essens-Fotos in Frage.

Fragliche Futter-Fotos: Verkehrsminister Volker Wissing stellt beim Treffen der G7-Digitalminister die Frage, ob Fotos vom Essen in sozialen Netzwerken wirklich notwendig seien. Weltweit komme man dadurch auf einen "enormen Energieverbrauch". Es dauert nicht lange, bis Userinnen Foodies ihm diese Äußerung aufs Brot schmieren – und ihm z.B. Instagram-Screenshots seines "Waffeltags" Ende 2020 servieren.
welt.de, twitter.com


Die Reichweite von kreml-nahen Tweets sinkt deutlich.


Kampf gegen Propaganda: Die Twitter-Reichweite proukrainischer Inhalte ist inzwischen 25-mal höher als die von kreml-freundlichen Tweets, meldet die "FAZ" unter Berufung auf die NGO Disinformation Situation Center. Als Grund nennt die Initiative geänderte Twitter-Richtlinien und die EU-Sanktionen gegen russische Staatsmedien wie Sputnik oder Russia Today. Proukrainische Twitter-Kanäle erreichen demnach weltweit 12,6 Mio Followerinnen, prorussische 4 Mio Nutzerinnen – 3,5 Mio davon entfallen auf RT Spain. In Deutschland würden ungefähr die Hälfte der untersuchten Accounts auf der ukrainischen Seite stehen.

In Nicht-EU-Ländern ohne entsprechende Sanktionen würden proukrainische Inhalte immerhin noch dreimal häufiger als prorussische geklickt. In der Ukraine vereine der Kanal des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj fast die gesamte Zahl der Followerinnen ukrainischsprachiger Kanäle. Twitter geht vermehrt gegen russische Propaganda vor und versieht entsprechende Tweets mit Warnhinweisen, wodurch ihre Sichtbarkeit eingeschränkt wird.
zeitung.faz.net (Paid)

Debatte: Franziska Lauter empfindet fast schon Mitleid mit Fynn Kliemann.

Walk of shame: Fynn Kliemann könne einem fast "leidtun", sagt Franziska Lauter. "Er hat ja kein Heroin an kleine Kinder verkauft, sondern faktisch auch viel Gutes getan", so die Psychologin, die Influencerinnen hilft, im Social-Media-Geschäft klarzukommen. Sie sieht für Kliemann jetzt "Aufklärung, Reue, Transparenz" als einzigen Weg in Richtung Begnadigung.
sueddeutsche.de (Paid)

Dating-App Grindr will an die Börse.

Wallstreet-Match? Die Dating-App Grindr bereitet ihren Börsengang vor und hat sich dafür mit einer Akquisitionsgesellschaft zusammengetan. Der Zusammenschluss steht aber noch unter Vorbehalt der Behörden und wird vermutlich erst in der zweiten Jahreshälfte konkret. Grindr ist besonders bei queeren Personen populär, am Börsengang könnte das Unternehmen 384 Mio Dollar verdienen.
spiegel.de

Debatte: Fynn Kliemanns bisheriger Erfolg ist Schuld der “Aufmerksamkeitsökonomie”.

Alle Mann Achtung: Der bisherige Erfolg und die Bekanntheit von Masken-Mogler Fynn Kliemann sind Schuld der "Aufmerksamkeitsökonomie", schreibt Christian Jakubetz. Kliemann habe sich vor allem mit "snackable Content" auf Social Media profiliert, der ihn vom "Webdesigner aus der Vorstadt" in einen Influencer verwandelt habe. Bei "Horizont" kommentiert Santiago Campillo-Lundbeck, Kliemann sei über die eigene hohe Moral-Latte gestolpert – und habe dem Influencer-Marketing damit einen Bärendienst erwiesen.
blog-cj.de, horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Social Media suggeriert, die Erzählung wäre das vollständige Bild, schreibt Mareice Kaiser.

Kliemann-Krise: "Social Media suggeriert, die Erzählung wäre das vollständige Bild", schreibt Mareice Kaiser bei ze.tt. Influencerinnen erzählen die Geschichte, "die sie für ihr Leben halten, und glauben sie selbst"; im Fall Fynn Kliemann passe das Reichsein nicht ins eigene Narrativ. Die Followerinnen hätten Kliemanns "flauschige Geschichte" glauben wollen und dabei vergessen, dass es "letztlich immer ums Geldmachen geht".
zeit.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Marius Müller-Westernhagen will nicht von allen geliebt werden.

"Diese inflationäre Verwendung von Liebe in den sozialen Netzwerken und diese Anbiederung seinen Fans gegenüber, das widert mich an."

Marius Müller-Westernhagen sagt im "Spiegel"-Interview, er finde es "verdächtig", wenn Menschen nicht manchmal auch polarisieren. Er finde es gut, dass ihn Menschen immer schon entweder gefeiert oder gehasst haben. "Wenn dich alle toll und nett finden, bist du Helene Fischer", sagt er.
spiegel.de (Paid)

Debatte: Merz-Video aus dem Zug nach Kiew ist “völlig deplatziert”, sagt Johannes Hillje.

Fehl am Platz: Das Video, das CDU-Chef Friedrich Merz aus dem Zug nach Kiew zeigt, ist "völlig deplatziert", sagt Politik- und Kommunikationsberater Johannes Hillje dem RND. Es sei eine "falsche Tonlage, eine falsche Themen­setzung, ein falscher Fokus". Grundsätzlich sollte aus Solidarität "keine Selbst­darstellung werden", sagt Hillje mit Blick auf die Ukraine-Besuche verschiedener Politikerinnen.
rnd.de

Twitter testet “Circles”-Funktion zur Festlegung der Zielgruppe.

Selektives Zwitschern: Der Kurznachrichtendienst Twitter testet eine neue Funktion, mit der Nutzerinnen Tweets auch nur in einem kleineren Kreis teilen können. Einem solchen "Circle" soll bis zu 150 Account angehören können, die die darin veröffentlichten Tweets weder retweeten, noch teilen können. Twitter testet die Funktion zunächst mit einer kleinen Nutzergruppe.
handelsblatt.com (Paid)

Debatte: Twitter fehlen Moderatorinnen für Diskussionen, meint Justus Bender.

Digitale Aufpasser: Twitter fehlt, "was in der analogen Welt normal ist, nämlich Moderatoren", schreibt Justus Bender in der "FAS". Sonst würden sich unter dem neuen Eigentümer Elon Musk "Schmutz und Lügen" durchsetzen. Twitter brauche daher Aufpasser, die es auch in jeder Kneipe gebe, wenn mehrere Leute hitzig diskutieren: "Wenn einer es übertreibt, wird gesagt: Schluss jetzt. Und wer das ignoriert, fliegt raus." Musk sollte an technischen Lösungen arbeiten, "die analoge Diskurse nachahmen".
faz.net (Paid)

Hör-Tipp: Welche Bedeutung Medien für unsere Psyche haben.

Hör-Tipp: Im "HSS-Podcast" gehen der Psychotherapeut Wolfgang Pichler (Foto) und Moderator Christian Jakubetz der Frage nach, welche Bedeutung die Medien für die Psyche und das Glücklichsein haben – "mal ernsthaft, mal mit ironischem Unterton". Pichler appelliert vor allem an die Eigenverantwortung: Welche Inhalte der Algorithmus in Social Media liefert, die womöglich Unwohlsein fördern könnten, hänge schließlich u.a. von Likes ab. Derzeit werde auf den Plattformen "verantwortungslos losgekotzt und geshitstormt", die Menschen hätten sich in eine "Erregungskultur hineingesteigert".
open.spotify.com (33-Min-Audio)

“The Economist”: Die finanzielle Lage der Tech-Giganten ist fragil.


Big Tech, big money: Die finanzielle Lage von Alphabet, Amazon, Apple und Meta ist verwundbarer, "als es ihre vermeintliche Allmacht vermuten lässt", ergeben Recherchen von "The Economist". Das Nachrichten­magazin hat einen Blick auf Gerichts­dokumente, interne E-Mails, Analysen und durchgesickerte Dateien der Tech-Titanen geworfen und mehrere Schwächen in ihrem Geldfluss ausgemacht: hohe Gewinn­konzentration, schwindende Kunden­loyalität und schiere Summen, die durch Kartell­verfahren auf dem Spiel stehen.

Apples größter Profitmotor ist und bleibt laut Analyse das iPhone. Bei Amazon ist es das Cloud Computing, bei Alphabet und Meta ist es Online-Werbung – bei der Facebook-Mutter machen Werbegelder ganze 97 % der Einnahmen aus. Hier sorgen die oberen 5 bis 10 % der Werbetreibenden für mehr als 90 % der Einnahmen – eine "starke Abhängigkeit von einigen wenigen großen Gewinn­generatoren". Die größten Gewinnquellen von Apple und Alphabet sind ihre App-Stores, da die Firmen eine Provision auf alle In-App-Käufe bekommen.

Die Konzerne erzielen in Europa zusammen einen Umsatz von 267 Mrd US-Dollar, etwa ein Fünftel ihrer Gesamtsumme. Der Digital Markets Act, das EU-Regelwerk zur Eindämmung der Macht der Tech-Konzerne, könnte 40 % der europäischen Verkäufe der vier Unternehmen gefährden, berechnet "The Economist". Alphabet, die Google-Mutter, sei am stärksten durch das neue Gesetz gefährdet: "Fast 90 % der europäischen Einnahmen sind in Gefahr."

Da auch in den USA "Tech-Bashing-Bemühungen" anlaufen, stünden somit rund 330 Mrd Dollar an Einnahmen auf dem Spiel, etwa ein Viertel der Gesamtsumme von Alphabet, Amazon, Apple und Meta. Allerdings: "Es ist unwahrscheinlich, dass dieser katastrophale Fall für Big Tech eintritt", bilanziert das Magazin. Realistisch betrachtet werde nur "die Ernte verwässert".
economist.com (Paid), manager-magazin.de (Paid)

Video-Tipp: “Aspekte” beleuchtet die Macht der Tech-Riesen Meta & Co.

Video-Tipp: "Aspekte" geht der Frage nach, ob Plattformen wie Facebook und Twitter zerschlagen werden müssen, um den Hass im Netz zu beenden. Constanze Osei (Foto), bei Meta Leiterin des Bereichs Innovation und Gesellschaft, beteuert, "wir können natürlich keine Menschen steuern". Whistleblowerin Frances Haugen vermutet, Meta will sich in Zukunft mit dem Metaverse aus der Verantwortung ziehen, weil der Konzern nur die Infrastruktur zur Verfügung stellt und bei Problemen sagen kann: "Ich bin nicht verantwortlich".
zdf.de (43-Min-Video)

Hör-Tipp: Funk startet interaktiven Krimi-Podcast “Schreib mich ab”.

Hör-Tipp: Bei dem interaktiven Krimi-Podcast Schreib mich ab können die Zuhörerinnen über Instagram die weitere Handlung mitbestimmen können. Die Geschichte des Hörspiels ist fiktiv, basiert aber auf einer Recherche des Bayerischen Rundfunks, nach der eine deutschlandweit eingesetzte Lern-App große Sicherheitslücken aufgewiesen hatte. Produziert wird es vom öffentlich-rechtlichen COntent-Netzwerk Funk.
funk.net

Debatte: Joachim Huber glaubt nicht, dass ein öffentlich-rechtliches Twitter Erfolg hätte.

Trendet nicht: "Tagesspiegel"-Redakteur Joachim Huber hält nicht viel von dem Vorschlag, ein öffentlich-rechtliches Twitter aufzubauen. "Eine nicht kleine Zahl von Menschen" fühle sich von den Öffentlich-Rechtlichen gegängelt und sei deswegen zu den sozialen Medien abgewandert. Ein öffentlich-rechtliches Twitter wäre "purifiziert" und somit nicht interessant.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Umfrage: Fast 80 % der Deutschen haben schon Hasskommentare im Internet gelesen.

Verhasstes Netz: 78 % der deutschen Internet­nutzerinnen sind schon einmal Hass im Netz begegnet, sagt eine Forsa-Studie im Auftrag der Landes­anstalt für Medien NRW. Besonders häufig betroffen sind Politikerinnen in der Wahr­nehmung der Befragten. 67 % geben an, entsprechende Kommentare schon gelesen zu haben. Auch Menschen mit einer anderen politischen Einstellung (58 %) oder Menschen mit Migrations­hintergrund (50 %) werden als Opfer wahrgenommen.
medienanstalt-nrw.de

Lese-Tipp: n-tv.de erklärt die Twitter-Alternative Mastodon.

Lese-Tipp: n-tv.de erklärt, wie die Twitter-Alternative Mastodon funktioniert. Wichtigster Unterschied zu Twitter sei, dass die Plattform dezentral ist. Dass es keinen zentralen Serverbetreiber gibt, biete den Nutzerinnen ein "hohes Maß an Sicherheit". Es gehe nicht um Kommerz und gebe keine Priorisierungen in der Timeline, "die Nachrichten laufen streng chronologisch ein". Manipulation sei "grundsätzlich verpönt" unter den Tröterinnen.
n-tv.de

Meta: Umsatzwachstum im 1. Quartal so schwach wie seit 2012 nicht mehr.

Meta wächst im 1. Quartal so schwach wie seit dem Börsengang 2012 nicht mehr. Um nur 7 % auf 27,9 Mrd Dollar steigt der Umsatz. Als Grund nennt der Facebook-Konzern Apples neue Datenschutzregeln und schwächere Werbebudgets. Der Gewinn fällt wegen höherer Kosten um rund ein Fünftel auf 7,5 Mrd Dollar. Die Zahl der monatlich aktiven Userinnen steigt dagegen um 6 % auf 3,6 Mrd.
handelsblatt.com (Paid), faz.net

Hör-Tipp: Twitter ist “aus Versehen” darauf gekommen, dass sich mit Hass Geld machen lässt, sagt Sibylle Berg.

Hör-Tipp: Autorin Sibylle Berg glaubt nicht, dass es der ursprüngliche Plan von Twitter gewesen ist, mit Hass Geld zu machen, sagt sie bei "Hotel Matze". Durch die "gut gemeinte Schaffung von Community, Liebe und völkerverbindender Maßnahmen" habe sich das "aus Versehen" so entwickelt. Auf der Plattform hätten sich mit der Zeit immer mehr "kleine sich hassende Gruppen" gebildet. Berg kritisiert außerdem, dass "Hardcore-Twitterer" mit dem Posten von Content "unbezahlte Arbeit" für Twitter erledigen.
open.spotify.com (126-Min-Audio)

Debatte: Mediatheken von ARD und ZDF sollten “social” werden, meint Leonhard Dobusch.

Social ARDZDF: Es fehlt eine "öffentlich-rechtliche Ausweichroute zur Macht privater Plattformen", schreibt Leonhard Dobusch mit Blick auf den Twitter-Kauf von Elon Musk. In den Mediatheken von ARD und ZDF fehlten noch wichtige Aspekte wie die "Debatte der Nutzer" sowie nutzergenerierte Inhalte und Interaktionsmöglichkeiten. Um Kommentare zum "ZDF Magazin Royale" zu lesen, müsse man etwa absurderweise bei YouTube nach Clips suchen.
sueddeutsche.de (Paid)

Debatte: Nicole Diekmann echauffiert sich über Mager-Influencerinnen.

Mager-Mahnung: Statt wie früher in geschlossenen Foren wird "der hochbrisante Kult ums Magersein" im Netz heute öffentlich auf Social Media zelebriert, moniert Kolumnistin Nicole Diekmann. An die Stelle von "Germany's Next Topmodel" seien "viel krassere, manipulativere und riskantere Einflüsse" getreten. Plattformen wüssten um das Problem, es sei ihnen jedoch "egal". Sie wollten mit den Daten der Influencer-Fans "schmutziges Geld" kassieren.
t-online.de

Debatte: Elon Musk kann Twitter zu neuer Größe führen, glaubt Stephan Scheuer.

Freundliche Übernahme: Die Twitter-Übernahme durch Elon Musk ist eine gute Nachricht, schreibt Stephan Scheuer im "Handelsblatt". Twitter sei in den letzten 16 Jahren weit hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben und habe es nicht geschafft, ein Produkt für den Massenmarkt zu werden. Das Unternehmen habe keinen klaren Kurs. Wenn Musk das ändere, glaubt Scheuer, würde das auch "der Landschaft sozialer Netzwerke guttun".
handelsblatt.net

Debatte: Nicht Elon Musk ist verantwortlich für die Debattenkultur im Netz, findet Richard Gutjahr.

Unsere dunkle Seite: Die Lösung für ein gerechtes Internet wird Elon Musk nicht finden, ist Richard Gutjahr überzeugt. Wir sollten vielmehr bei unserer eigenen Psyche ansetzen. Denn: "Egal, ob wir nun aus Protest Twitter löschen und stattdessen dann auf Threema, Signal oder Mastodon ausweichen, am Ende begegnen wir auch dort dem gleichen Gegner: uns selbst."
uebermedien.de

Zitat: Diktatoren nutzen Soziale Medien für sich, sagt Marina Weisband.

"Plattformen sind schlecht darin, Diktatoren zu stürzen. Sie können einen ersten Moment der Ermutigung liefern, aber das haben die Diktatoren schnell verstanden."

Russland nutze soziale Medien, um mit Bot-Armeen den Diskurs über den Ukraine-Krieg in anderen Ländern zu beeinflussen, warnt die ukrainischstämmige Publizistin Marina Weisband im "FAZ"-Interview. Sie kritisiert, dass klassische Medien diese Diskussionen aus dem Netz aufgreifen.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Debatte: Politikerinnen auf TikTok können Vorbilder sein, findet Livia Gerster.

Generationenfrage: Junge Politikerinnen nutzen auch TikTok und Instagram, um ihre gleichaltrigen Wählerinnen zu erreichen. Dadurch können sie zu Vorbildern für ihre Followerinnen werden, findet Livia Gerster von der "FAZ". Sie zeigen damit: "Ihr könnt das auch." Auch wenn die schrillen Botschaften der Social-Media-Welt bei den Altgedienten nicht selten auf Unverständnis stoßen.
faz.net (Paid)

Zitat: Twitter von der Börse zu nehmen ist richtig, sagt Gründer Jack Dorsey.

"Die Idee und der Service sind alles, was für mich zählt, und ich werde alles tun, was nötig ist, um beides zu schützen."

Twitter-Gründer Jack Dorsey kommentiert die Übernahme des Kurznachrichtendienstes u.a. mit einem Song von der Band Radiohead: Everything in its right place. Twitter von der Börse zu nehmen, sei "der richtige erste Schritt".
twitter.com

Debatte: Twitter droht ein “Mitarbeiterexodus”, meint Alexander Demling.

Übernahme mit Hindernissen: Das "Meinungsfreiheits-Mantra für Twitter" könnte für Elon Musk zu einem wirtschaftlichen Problem werden, schreibt Alexander Demling im "Spiegel". Sollte er Corona-Leugnerinnen und Trollen freien Lauf lassen, könnten Werbekunden das Weite suchen. Zudem drohe Twitter nach der Übernahme ein "Mitarbeiterexodus".
spiegel.de (Paid)

Twitter startet Verhandlungen mit Elon Musk.

Gibt nach: Auf Druck der Aktionäre verhandelt Twitter mit Tesla-Chef Elon Musk über sein Übernahme-Angebot. Beide Parteien könnten diese Woche noch einen Kompromiss finden, berichtet Bloomberg. Zuvor hatte der Verwaltungsrat angekündigt, Musks Pläne mit einem Aktionärsrechteplan verhindern zu wollen. Musk bietet aktuell 54,20 Dollar pro Aktie.
Bloomberg.com (Paid), faz.net, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Jule und Sascha Lobo sehen Podcasts als soziale Medien.

Hör-Tipp: Für Jule und Sascha Lobo sind Podcasts "soziale Tonmedien", sagen sie im Newsfluence-Podcast. Dass jeder auch ohne teures Studio einen Podcast beginnen könne, sei "eine Demokratisierung des Mediums und ein wesentliches Merkmal von Social Media". Die Zahlen zeigten: Der Podcast sei das Newsmedium der Stunde und sein Peak noch nicht erreicht.
podcasts.google.com

Debatte: Markus Beckedahl sieht beim Digital Services Act Verbesserungsbedarf.

Luft nach oben: "Das ist noch kein richtiges Plattform­grundgesetz", sagt Markus Beckedahl über den Digital Services Act. Dass Webseiten Risiko­bewertungen vorlegen und die Auswirkung ihrer Dienste analysieren müssen, sei ein "Highlight dieses Gesetzes". Enttäuschend sei u.a., dass personalisierte Werbung nicht umfangreicher verboten wurde. Zwar gebe das neue Gesetz Verbesserungen her, das sei beim Status Quo "aber auch nicht so schwierig" gewesen.
netzpolitik.org, turi2.de (Background)

Twitter arbeitet offenbar an einem Status-Feature.

Twitter bastelt derzeit an einem Status-Feature namens "Vibe", berichtet die App-Forscherin Jane Manchun Wong. Screenshots zeigen fünf voreingestellte Aktivitäten, aus denen Nutzerinnen wählen können – wie etwa "Lernen für die Abschlussprüfung" oder "Einkaufen". Eine offizielle Bestätigung von Twitter steht noch aus.
twitter.com via theverge.com


“WSJ”: Meta-COO Sheryl Sandberg soll unliebsame Berichterstattung gegen Ex-Freund verhindert haben.

Nachrichtensperre: Meta-COO Sheryl Sandberg soll unliebsame Berichterstattung über ihren damaligen Freund Activision-Blizzard-CEO Bobby Kotick verhindert haben, berichtet das "Wall Street Journal". Demnach habe die mächtige Facebook-Managerin der britischen Boulevardzeitung "Daily Mail" gedroht, dass eine Story über eine einstweilige Verfügung von Koticks Ex-Freundin gegen ihn die Beziehungen zu Facebook schwer belasten würden. Kotick und Meta bestreiten die Darstellungen.
theverge.com, wsj.com (Paid)

Elon Musk stellt 46,5 Mrd Dollar für Twitter-Übernahme bereit.

Privates Netzwerk: Tesla-Chef Elon Musk will sein Übernahme-Angebot für den Kurznachrichtendienst Twitter offenbar aufstocken. Musk habe sich eine Finanzierung in Höhe von 46,5 Mrd Dollar gesichert und plane ein offizielles Übernahmeangebot, berichtet Reuters unter Berufung auf eine Pflichtmitteilung der US-Börsenaufsicht. 33,5 Mrd Dollar habe Musk selbst zusammengekratzt, 13 Mrd Dollar hätten Banken zugesagt.

Ein erstes Angebot in Höhe von 41,4 Mrd Dollar hatte bei den Twitter-Aktionären keine allzu große Begeisterung ausgelöst. Der Verwaltungsrat wehrt sich gegen die Übernahme durch Elon Musk und will mit einem Aktionärsrechteplan verhindern, dass Institution, Personen oder Gruppen per Aktienerwerb auf dem freien Markt die Kontrolle über den Konzern erhalten, ohne einen angemessenen Preis zu zahlen. Musk selbst hält aktuell neun Prozent und hat wohl verstanden, worum es den Aktionären geht - mehr Geld.
reuters.com, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Linked-in baut seine News-Redaktion aus.

Info-Offensive: Das Business-Netzwerk Linked-in will seine Redaktion von weltweit 100 auf knapp 200 Redakteurinnen verdoppeln. Im DACH-Raum schreibt das Unternehmen in einem ersten Schritt fünf neue Stellen aus. Die Redaktion bietet Linked-in-Mitgliedern unter anderem tägliche Nachrichtenüberblicke, kuratierte Diskussionen, Live-Interviews, Newsletter und Datenauswertungen, um am Arbeitsplatz mitreden zu können.
linkedin.com

Lese-Tipp: Dax-Vorstände halten sich mit Meinungen zum Krieg bei Linked-in zurück.

Lese-Tipp: Marketing-Expertin Anna-Karina Schmitz hat für eine Studie ausgewertet, wie die Vorstands­mitglieder der 40 Dax-Unternehmen bei Linked-in über den Ukraine-Krieg schreiben. 37 % der untersuchten Profile bewahren "gänzlich Distanz zu dem Thema". Die Top­managerinnen, die sich dazu äußern, benennen mehrheitlich die Situation klar als "Krieg", "Invasion" oder "Attacke". Allerdings: "Nur zehn Manager nennen Russland explizit als Aggressor".
faz.net (Paid)

Lese-Tipp: Bei der Twitter-Alternative Mastodon ist derzeit noch nicht viel los.

Lese-Tipp: Datenschützerinnen wollen deutsche Behörden zu Mastodon locken, einer datenschutzkonformen Twitter-Alternative, berichtet der "Spiegel". Zwar wirke Mastodon wie "eine Insel der Glückseligen", derzeit fehle aber noch "quasi der Turbo in der Kommunikation", erklärt der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Stefan Brink.
spiegel.de

Twitter will die Übernahme durch Elon Musk verhindern.


Elon unerwünscht: Twitter wehrt sich gegen das Vorhaben von Tesla-Gründer Elon Musk, das Tech-Unternehmen zu übernehmen. Der Verwaltungsrat will mit einem Aktionärsrechteplan verhindern, dass "irgendeine Institution, Person oder Gruppe" per Aktienerwerb auf dem freien Markt die Kontrolle über den Konzern erhält – ohne allen Anteilseignern eine "angemessene Prämie" zu zahlen. Außerdem sieht der Plan vor, dass alle Aktionäre zusätzliche Anteile besonders günstig kaufen können, falls ein Aufkäufer die Marke von 15 Prozent überschreitet. Musk hält derzeit etwa neun Prozent von Twitter.

Ein derartiger Schritt ist in der Wirtschaft auch als "Poison Pill" bekannt: Eine Strategie, um die Rentabilität einer von außen kommenden Akquise deutlich zu schmälern. Der Plan soll laut Twitter vorläufig für ein Jahr gelten.
prnewswire.com, theverge.com, zeit.de, turi2.de (Background)

“Bild”: 1Live macht Wahlwerbung für SPD-Politiker Thomas Kutschaty.

Distanzverlust: WDR-Hörfunksender 1Live sympathisiert im Vorfeld der NRW-Landtagswahl auffallend stark mit SPD-Politiker Thomas Kutschaty, beobachtet "Bild". Unter einem Instagram-Post verteilt das Social-Media-Team Applaus-Emojis an Menschen, die ankündigen, Kutschaty wählen zu wollen. Auf Twitter blende der Sender dagegen Kommentare aus, die sich kritisch äußern. Der WDR gibt zu, 1Live habe "nicht ausreichend Distanz" gewahrt, es gebe einen "intensiven Austausch" über die "unangemessenen Kommentare".
bild.de