Debatte: Armin Wolff fordert eine Flut an gutem Journalismus auf Social Media.

Gezeiten-Wende: "Wir Medienmenschen sollten Social Media mit gutem Journalismus fluten", schreibt ORF-Anchor Armin Wolf im "Profil". Er könne sich "kaum vorstellen, wie tagesaktueller Journalismus heute noch funktionieren kann ohne Twitter als Nachrichten­agentur". Besonders öffentlich-rechtliche Medien stünden dabei in der Pflicht. Medien­schaffende müssten nicht persönlich präsent sein und diskutieren, aber ihre Arbeitgeber sollten dies schon.
profil.at

“Ich genieße es manchmal, wenn jemand anderes die Programmplanung macht” – Norman Wagner über TikTok und TV.


Bleibt flexibel: Nach dem ersten Streaming-Boom und Binge-Watching von Serien sieht Norman Wagner mittlerweile wieder "differenzierter" fern, sagt er im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande des AGF-Forums in Frankfurt. Der Mediachef bei der Deutschen Telekom und Vorstand der Organisation Werbungtreibender im Markenverband erzählt im Gespräch mit turi2-Verlegerin Heike Turi, dass er immer öfter wieder lineares TV einschaltet, weil er keine Lust hat, "20 Trailer anzugucken". Als "Flexiviewer" schaut er das, wonach ihm gerade ist: "Es kommt auch vor, dass ich abends zwei Stunden TikTok schaue, weil ich auf gar nichts Lust habe, was Bigscreen ist", sagt er und lobt den Algorithmus des Kurzvideo-Dienstes. Wagner genieße es manchmal, wenn "jemand anderes die Programm­planung macht".

Die größte Herausforderung in der digitalen Media­planung sieht Wagner heutzutage darin, dass sie "in Silos" funktioniere. TV sei ein großes Silo, "wo ich einen großen Daten­bestand über einzelne Sender habe". Gehe es darüber hinaus "wird's schon wieder schwieriger". Digital-Werbung ist gut darin, für vorhandene Bedürfnisse Angebote zu machen, analysiert Wagner. Eine "absolute Katastrophe" sei das digitale Ökosyste, wenn es darum gehe Bedürfnisse zu wecken. Anders als für TV gebe es im Digitalen kaum Reich­weiten-Forschung. "Deswegen brauchen wir crossmediale Planungs- und Reporting-Instrumente", sagt Wagner.
turi2.tv (10-Min-Video)

Zahl des Tages: Rund 91 % der Deutschen wollen Influencern kein Geld geben.

Zahl des Tages: Knausrige 91,4 % der Deutschen schließen es grundsätzlich aus, Influencer für ihre Inhalte finanziell zu supporten, sagt eine Studie von nextMedia.Hamburg und Civey. Nur 1,5 % könnten sich vorstellen, zu spenden – aber auch nur bis zu zwei Euro. 83,5 % der Befragten finden Produktempfehlungen und Kauf-Tipps durch Influencer zudem nicht glaubwürdiger als klassische Werbung.
per E-Mail

Lese-Tipp: Wer fordert aus welchen Gründen ein TikTok-Verbot?

Lese-Tipp: Kritiker wie Mathias Döpfner sehen in TikTok eine "generelle Gefahr für die Demokratie", schreibt Florian Rinke (Foto) bei OMR und bezieht sich auf eine Rede bei der Code-Conference in Beverly Hills, in der der Springer-Chef ein Verbot forderte. Zwar seien "Welt" und "Bild" nicht in dem sozialen Netzwerk vertreten, das Springer-Portal Business Insider jedoch veröffentliche regelmäßig Beiträge.
omr.com

Hör-Tipp: Warum es Mai Thi Nguyen-Kim schwerer fällt, Social Media zu nutzen.

Hör-Tipp: "Ich werde immer vorsichtiger, je größer die Reichweite ist", sagt Mai Thi Nguyen-Kim bei "Hotel Matze". Früher habe sie Social Media daher mit mehr Leichtigkeit benutzt. Inzwischen denke sie noch mehr darüber nach, was sie von sich gibt: "Das Schlimmste, was mir passieren kann, ist, dass ich groben Unfug erzähle." Auch vor jedem Video-Upload würde sie sich mit ihrem Team inzwischen "sehr viel mehr Gedanken" machen: "Es wäre schön, wenn jeder so mit Reichweite umgehen würde."
open.spotify.com (131-Min-Audio)

Debatte: “Jemanden zu canceln widerstrebt meinem Menschenbild”, sagt Judith Holofernes.

No cancelling: Es ist "schräg, dass auch diejenigen, die sich eigentlich so viel Mühe geben, so Angst haben müssen, danebenzuhauen", äußert sich Judith Holofernes im "Zeit"-Interview zum Shitstorm, den ihre Freundin Sarah Kuttner erlebt hat. "Diese Freude am Bestrafen, das erscheint mir nicht nur grausam, sondern auch kontraproduktiv". Die Musikerin und Podcasterin sei online dazu aufgefordert worden, sich von Kuttner zu distanzieren: "Jemanden zu canceln widerstrebt meinem Menschenbild."
zeit.de (€)

“FAZ”: Die ARD plant eine Richtlinie für problematische Nutzer-Kommentare.


Kommentar-Kompass: Die ARD will künftig einheitlich regeln, wie sie auf justiziable Kommentare in den sozialen Netzwerken der Sender reagiert, meldet die "FAZ" unter Berufung auf den RBB. Demnach soll eine Richtlinie festlegen, warum und wie lange User von ARD-Accounts ausgeschlossen werden können, u.a. bei Twitter. Auch über die Modalitäten einer späteren Entsperrung werde "von Digitalexperten aus der ganzen ARD" nachgedacht.

Konkret ausgearbeitet scheint die Richtlinie also noch nicht zu sein; der "FAZ" liegen allerdings Informationen vor, wie der verantwortliche RBB derzeit mit heiklen Fällen umgeht. Demnach sperrt der RBB derzeit Nutzer, die mehrfach gegen die Netiquette verstoßen und hebt die Sperre "nach einiger Zeit" wieder auf. Die Dauer der Sperrung beträgt aktuell zwischen einem Monat und einem halben Jahr. Die Zahl der Geblockten liegt innerhalb der letzten drei Jahre "vermutlich etwa im dreistelligen Bereich", lässt der RBB wissen.
faz.net (€)

Twitter: Mehrheit der Aktionäre stimmt für eine Übernahme durch Elon Musk.

Ok, Elon: Die Mehrheit der Aktionäre von Twitter gibt grünes Licht für die Annahme des Kaufangebots von Elon Musk in Höhe von 54,20 Dollar je Aktie. Zuletzt lagen die Anteile bei deutlich niedrigeren 41,7 Dollar. Musk weigert sich jedoch nach wie vor, den 44 Mrd Dollar schweren Deal durchzuziehen. Derweil kritisiert der Ex-Sicherheitschef Peiter Zatko bei einer Senatsanhörung in Washington erneut Sicherheitsmängel, Twitter sei eine "tickende Bombe an Sicherheitsschwachstellen".
zeit.de

Debatte: Kevin Kühnert hat sich die miese Diskussionskultur bei Twitter selbst ins Haus geholt.

Selbst schuld: Die Blasen und schlechten Diskussionskulturen, die SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert bei Twitter beklagt, hat er selbst geschaffen, meint "FAZ"-Autor Claudius Seidl. Jeder entscheide schließlich für sich, wem er folge. Dadurch habe jeder "sein eigenes Twitter" und sei für "den Geist und die Kultur, denen er sich dort ausgesetzt sieht", selbst verantwortlich: "Wer von diesem Strukturwandel der Öffentlichkeit überfordert ist, sollte nicht unbedingt in der Politik etwas werden wollen."
faz.net, turi2.de (Background)

Basta: Xing benennt Recruiting-Plattform in Onlyfy um.

Schlüpfriger Namens­vetter: Das Karriere-Netzwerk Xing benennt sein Recruiting-Segment von Xing-E-Recruiting in Onlyfy um. Die Ähnlichkeit des Namens zur App OnlyFans sei dabei gar nicht so unbeabsichtigt, man erhoffe sich einen "PR-Effekt". Weiterer Effekt: Wer über Onlyfy keinen Job findet, kann sich durch wenige Buchstaben-Dreher eine Alternativ-Karriere aufbauen.
horizont.net (€), new-work.se

Hör-Tipp: Community-Manager sind “Mikro-Pressesprecher”, sagt Tom Klein.

Hör-Tipp: Viele Journalistinnen haben immer noch eine "extrem ausgeprägte Sende­mentalität" ohne Interesse an Austausch mit dem Publikum, was "extrem gefährlich" sei, sagt Tom Klein, Koordinator für Community-Management beim HR, im Podcast "Newsfluence". Community-Manager seien eine Art "Mikro-Presse­sprecher". Klein kann es deshalb nicht verstehen, dass die Arbeit mit Social Media immer noch als "Hiwi-Job" angesehen wird.
newsfluence.podigee.io (36-Min-Audio)

Twitter-Kauf: Elon Musk stört sich an einer Abfindung an einen Whistleblower.

Musk meckert: Tesla-Gründer Elon Musk findet eine weitere Rechtfertigung dafür, den Twitter-Deal nicht durchzuziehen. Demnach habe Twitter dem Ex-Sicherheitschef Peiter Zatko eine Abfindung von 7 Mio Dollar gezahlt, ohne Musk vorher gefragt zu haben. Damit habe die Plattform gegen die Übernahme-Bedingungen verstoßen, die derartige Zahlungen beschränke. Zatko hatte Twitter "katastrophale Zustände" vorgeworfen.
zeit.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie TikTok die Welt verändert.

Lese-Tipp: TikTok verändert die Welt – sogar für alle, die nichts mit der App am Hut zu haben, schreibt Corinna Baier im "Focus". Auf TikTok brauche man keinen digitalen Freundeskreis, um mit einem Video Mio Menschen zu erreichen; der Algorithmus analysiere Mikrosignale, um passgenaue Inhalte für jeden auszuspielen. 40 % aller Jugendlichen nutzen TikTok wie eine Suchmaschine; die App bestimme zudem massiv, wer in der Musikindustrie Erfolg hat.
"Focus" 37/2022, S. 24 (€)

Strg+F: Telegram leitet Nutzerdaten nun doch an deutsche Sicherheitsbehörden weiter.

Rücken raus: Telegram hat in 25 Fällen Bestandsdaten, z.B. IP-Adressen, an das BKA übermittelt, recherchiert das Funk-Format Strg+F unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. Dabei sei es um Kindesmissbrauch und islamistischem Terrorismus gegangen. Zudem sei der Messenger-Dienst rund 400 Löschbitten der Behörde nachgekommen. Telegram hatte bisher damit geworben, keine Daten an Regierungen weiterzugeben.
presseportal.de, youtube.com (32-Min-Video)

Gericht verweigert eine Verschiebung des Twitter-Verfahrens.

Aufschub abgelehnt: Tech-Milliardär Elon Musk scheitert mit seinem Antrag auf eine Verschiebung des Gerichtverfahrens rund um die geplatzte Twitter-Übernahme. Die Richterin sei davon überzeugt, dass "auch vier Wochen Verzögerung weitere Schäden bei Twitter verursachen könnten". Die Anwälte von Musk hatten damit argumentiert, Informationen von Twitter zur Sicherheit der Daten prüfen zu wollen. Der Prozess beginnt somit wie geplant am 17. Oktober.
handelsblatt.com (€), theverge.com, turi2.de (Background)

Irland verhängt Geldstrafe über 405 Mio Euro gegen Instagram.

Rekord-Strafe: Die irische Datenschutzbehörde verdonnert Instagram zu einer Geldstrafe von rund 405 Mio Euro, meldet Reuters. Die Meta-Plattform habe Datenschutzregeln für Minderjährige missachtet und Mail-Adressen sowie Telefonnummern öffentlich gemacht. Der Facebook-Konzern will offenbar Berufung gegen die Strafe einlegen.
reuters.com, heise.de

Innenministerium “erstaunt” über Nutzer-Umfrage bei Telegram.

1, 2 oder 3: Das Bundes­innen­ministerium ist "erstaunt" über eine Umfrage, die Telegram diese Woche unter allen deutschen Nutzerinnen gestartet hat. Darin fragt die Platt­form unter dem "Anschein von Basis­demokratie", ob sie Behörden künftig mehr oder weniger Daten zur Verfügung stellen soll. Der Messenger hat sich bis vor Kurzem komplett gegen eine solche Zusammen­arbeit gesträubt und nur wenige Daten über Verdächtige aus den Bereichen Kindes­­missbrauch und Terrorismus ans BKA weiter­gegeben.
zeit.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Nutzer haben letztes Jahr 4,8 Mrd Dollar bei OnlyFans gelassen.

Zahl des Tages: Ganze 4,8 Mrd Dollar haben OnlyFans-Nutzer vergangenes Jahr auf der Platt­form ausgegeben – hauptsächlich für pornografische Inhalte. OnlyFans ist damit eines der erfolgreichsten britischen Tech-Startups der letzten Jahre. Seiten-Eigentümer Leonid Radvinsky konnte sich monatlich bis zu 45 Mio Dollar an Dividenden in die eigene Tasche stecken.
theguardian.com

Twitter testet Editier-Funktion für Tweets.

Bearbeiten erlaubt: Twitter startet einen Test­lauf für die Editier-Funktion von Beiträgen. Zunächst dürfen nur Twitter-Angestellte Tweets nachträglich bearbeiten, später dann Twitter-Blue-Abonnentinnen. Der Editier-Zeitraum ist während des Pilot­projekts auf die ersten 30 Minuten nach Absetzen eines Tweets begrenzt, Veränderungen werden optisch kenntlich gemacht.
twitter.com, sueddeutsche.de

Studie: Viele Jugendliche vertrauen Medien nicht.

Skeptischer Nachwuchs: Eine Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland hat kein Vertrauen in die Medien, sagt eine Studie der Uni Bielefeld im Auftrag der Bepanthen-Kinder­förderung des Pharma­konzerns Bayer. Demnach misstrauen 75,8 % der Jugendlichen Zeitungen und 71,6 % Medien­schaffenden. 37,6 % derjenigen, die ihre Informationen bevorzugt aus den sozialen Medien beziehen, zeigen eine starke Verschwörungs­neigung.
derstandard.at

Twitter-Whistleblower sagt “unfreiwillig” im Musk-Prozess aus.

Wenn's sein muss: Die Anwälte von Elon Musk haben den Ex-Sicherheits­chef des Kurz­nachrichten­dienstes Peiter Zatko vorgeladen, um im Prozess Musk vs. Twitter auszusagen. Der Twitter-Whistleblower, der massive Sicherheits­­probleme auf der Plattform beklagt, komme der Aufforderung "unfreiwillig" nach. Zatko wolle Musk bei dem Prozess eigentlich nicht unterstützen. Musk nutzt derweil die Enthüllungen, um das Kaufangebot für Twitter abermals als ungültig einzustufen.
orf.at, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Facebook erzielt vorläufige Einigung im Datenmissbrauchs-Prozess.

Facebook will den Rechtsstreit im Cambridge-Analytica-Skandal mit einer "Grundsatzeinigung" beilegen. Bei einem Gericht in San Francisco habe der Meta-Konzern einen solchen Entwurf sowie einen Antrag auf die Aussetzung des Verfahrens für 60 Tage eingereicht, um die Vereinbarung schriftlich auszuarbeiten. Aus den Unterlagen geht keine Entschädigungssumme hervor. 2018 hatten User Facebook wegen der Weitergabe von 87 Mio Nutzerdaten verklagt.
spiegel.de

Hör-Tipp: Bekannter Name schadet nicht fürs Geschäft, sagt Mode-Influencer Joe Laschet.

Hör-Tipp: Mode-Influencer Joe Laschet ist durch die Arbeit seines Vaters Armin Laschet seit der Kindheit von öffentlicher Kritik umgeben, der Bundes­tags­wahl­kampf habe aber nochmal "eine ganz andere Qualität" gehabt, sagt er im Podcast Be your Brand: "Das war teil­weise wirklich brutal, wenn du so einem Shitstorm ausge­liefert bist". Fürs Geschäft sei es dennoch "gar nicht verkehrt, wenn man einen bekannten Namen hat". Im Gespräch mit Verena Bender erzählt Laschet, wie er, inspiriert er von James Bond und Indiana Jones, zu seinem "Gentleman-Style" gefunden hat, und sagt: "Ich verkleide mich nicht auf meinen Instagram-Posts. So ziehe ich mich auch in Wirklichkeit an."
prleben.de (62-Min-Audio)

Klick-Tipp: KI schreibt Linked-in-Posts zum Fremdschämen.

Klick-Tipp: Der Viral Post Generator bastelt innerhalb von Sekunden einen Linked-in-Post, der in der Business-Bubble garantiert durch die Decke geht. Einfach auf Englisch eingeben, was man heute schon Tolles erreicht hat, eine inspirierende Phrase dazu und das "Cringe-Level" einstellen – und schon regnet es erfolgs­geschwängerte Sätze zum Teilen und Fremdschämen.
viralpostgenerator.com via businessinsider.de

“Je kleiner der Medienbruch, desto besser.” – Ruben Schulze-Fröhlich gibt Tipps, um Podcasts bekannt und sichtbar zu machen.


Starthilfe: Mehr als 75.000 deutsch­sprachige Podcasts buhlen um Hörerschaft – als Podcast aufzufallen und Hörerinnen zu finden, muss aber nicht dem Zufall überlassen bleiben. “Bezahlte Werbung spielt eine immer größere Rolle”, sagt Ruben Schulze-Fröhlich, COO und Co-Gründer der Münchner Podcast- und Audio­marketing-Agentur Wakeword, im Interview im Rahmen der turi2 Podcast-Wochen. Das können bezahlte Audio-Empfehlungen in anderen Podcasts sein, Werbe-Flächen in Podcast-Apps, aber auch Radio- oder sogar Print-Werbung. Wichtige Stell­schrauben seien auch optimierte Beschreibungen und Cover, Transkripte, Shownotes und Kapitel­marken sowie “ein möglichst hohes Engagement”. Um auf Podcast-Portalen auf die Startseite zu kommen, helfen nicht zuletzt auch “gute Kontakte zu den Redaktionen”. Weiterlesen >>>

Tijen Onaran und Kristina Faßler gründen Kommunikations­beratung für weibliche Spitzenkräfte.

Diversity-Doppel: Tijen Onaran und Kristina Faßler, ehemals Sender­­sprecherin bei WeltN24, gründen eine Kommunikations- und Positionierungs­beratung für Frauen in der Wirtschaft. Ein besonderer Fokus soll dabei auf dem Karriere-Netzwerk Linked-in liegen. Ziel sei es, Vorständinnen, Aufsichtsrätinnen und weibliche CEOs sichtbarer zu machen.
handelsblatt.com (€), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie der Frauenhasser Andrew Tate zum “schlimmsten Influencer der Welt” wurde.

Lese-Tipp: Am Wochenende haben Instagram und Facebook die Konten von Andrew Tate gelöscht, dem "schlimmsten Influencer der Welt". Matthias Schwarzer zeigt, wie der "Internet­guru" mit einem "rückwärts­gewandten Bild von Männlichkeit und abgrund­tiefem Frauen­hass" zur meist gegoogelten Person der Welt wurde – und nebenbei auch noch zum Multi­millionär.
rnd.de

Ehemaliger Twitter-Sicherheitschef spricht über “katastrophale Zustände” bei dem Kurznachrichtendienst.


Twitter-Leak: Der ehemalige Twitter-Sicherheits­chef Peiter Zatko spricht in einem Enthüllungs­bericht über massive Sicherheits­probleme bei dem Kurz­nachrichten­dienst, berichten CNN und "Washington Post". Demnach stelle die Plattform eine "Bedrohung für die persönlichen Daten seiner Nutzer, für die Aktionäre des Unternehmens, für die nationale Sicherheit und für die Demokratie" dar. Zatko hatte bereits im Juli eine entsprechende Beschwerde bei der US-Börsen­aufsicht SEC eingereicht. Darin schreibe er auch von einem "chaotischen und rücksichts­losen Umfeld in einem schlecht geführten Unternehmen". Zu viele Mitarbeitende hätten unbeaufsichtigt Zugang zu "zentralen Kontrollen" und "sensiblen Informationen". Zudem gebe es mindestens einen Mitarbeiter, "der möglicher­weise für einen ausländischen Geheimdienst" arbeite. Weitere Vorwürfe des Whistle­blowers betreffen die Unternehmens-Spitze, die den Vorstand und staatliche Aufsichts­behörden über Sicherheits­lücken getäuscht habe.

Zatko äußert sich auch bezüglich des aktuellen Streits zwischen Twitter und Tesla-Chef Elon Musk. Seinen Angaben nach verfüge Twitter über keine verlässliche Methode, um die Anzahl an Fake-Accounts auf der Plattform zu ermitteln. Das Thema der gefälschten Profile und Bot-Accounts ist eines der Haupt­argumente Musks, den 44-Mrd-Deal platzen zu lassen.

Der als Hacker bekannt gewordene Zatko war im Januar von dem Unternehmen gefeuert worden, weil er laut Twitter schlechte Leistungen erbracht habe. Die aktuellen Vorwürfe weist der Konzern zurück und wirft dem Whistle­blower vor, seinem ehemaligem Arbeit­geber schaden zu wollen. Eine Sprecherin sagt der "Washington Post" und CNN, Twitter habe keinen Zugang zu detaillierten Vorwürfen von Zatko, nach derzeitigen Erkenntnissen weisen diese jedoch "Ungenauigkeiten" auf. (Foto: Screenshot CNN)
edition.cnn.com, t-online.de, handelsblatt.com

Hör-Tipp: Shaiden Rogue spricht im “OMR Podcast” übers Geldverdienen mit Pornos.

Hör-Tipp: Erotik-Darstellerin Shaiden Rogue verdient auf OnlyFans "unfassbar frech" viel Geld, erzählt sie Philipp Westermeyer im "OMR Podcast". Auch auf anderen Porno-Platt­formen sei sie ganz vorn mit dabei gewesen, weil sie "den Algorithmus verstanden hat." Sie wollte nie Profi-Produktionen machen, auch, weil sie im Gesicht mancher Darstellerinnen sehe könne, dass diese nicht mit allem einverstanden sind.
spotify.com (68-Min-Audio)

Hör-Tipp: Samira El Ouassil erklärt die Kriegsmüdigkeit in Sozialen Medien.

Hör-Tipp: "Der Nachrichtenwert 'Neuigkeit' verschwindet nach einem halben Jahr Berichterstattung" erklärt Samira El Ouassil die Kriegsmüdigkeit der Deutschen auf Social Media. Nutzerinnen sprechen in sozialen Netzwerken mittlerweile weniger über den Krieg in der Ukraine, da sie "mitgefühlsmüde" seien. Kriegsbilder in Serie ließen die Menschen zudem abstumpfen.
deutschlandfunkkultur.de (16-Min-Audio)

Lese-Tipp: Die Kulturtechnik der Promi-Statement-Videos.

Lese-Tipp: "Zeit"-Autorin Berit Dießelkämper analysiert die "neue Kulturtechnik" der Statement-Videos von Promis. Luke Mockridge etwa inszeniere sich vor einer "unschuldig weißen Wand". Das "hektische Umherlaufen" von Fynn Kliemann suggeriere: "Nichts hält mich auf; es und ich muss weiter gehen." Dießelkämper hält Statement-Videos für eine "hübsche Überschätzung aller Beteiligten und ihrer Bedeutung".
zeit.de

TikTok-Stories lassen sich künftig auf Facebook und Instagram teilen.

Sharing is caring: Die Kurzvideo-App TikTok rollt eine Funktion aus, mit der sich die Stories u.a. auf den Konkurrenz-Plattformen von Meta teilen lassen, berichtet TechCrunch. Facebook und Instagram hatten ihren Algorithmus erst kürzlich dahingehend angepasst, dass User wiederveröffentlichte TikTok-Clips weniger angezeigt bekommen. Stattdessen setzt der Konzern verstärkt auf sein eigenes Kurzvideo-Feature Reels.
techcrunch.com

Zahl des Tages: Saudi-Arabien verurteilt Studentin wegen Retweets zu 34 Jahren Haft.

Zahl des Tages: Zu 34 Jahren Haft verurteilt ein Gericht in Saudi-Arabien die Studentin Salma al-Shehab, weil sie auf ihrem Twitter-Konto Beiträge von Frauenrechts-Aktivisten geteilt hat. Damit destabilisiere sie "die gesellschaftliche und staatliche Sicherheit". Die Frau setzt sich vor allem gegen die männliche Vormundschaft ein, bei Twitter folgen ihr nur etwas mehr als 2.500 Menschen.
deutschlandfunk.de, stern.de

Debatte: Fußballer brauchen die Medien nicht mehr, sagt Sport1-Chefredakteur Pit Gottschalk.

Machen ihr eigenes Ding: "Fußball-Spieler brauchen die Medien gar nicht mehr", sagt Sport1-Chefredakteur Pit Gottschalk im "Tomorrow"-Podcast. Heutzutage würden die Fußballer Instagram nutzen, um etwas in eigener Sache zu veröffentlichen, "und wir Medien übernehmen das". Kritischen Fragen würden sich "nur noch ganz wenige" Fußball-Stars aussetzen; das mache "alles ein bisschen unjournalistischer" und die Medien zu einer Art "Wiedergabeverstärker".
open.spotify.com (80-Min-Audio)

Lese-Tipp: Internet-Trolle nutzen ein “Handbuch des Hasses”.

Lese-Tipp: "Wir machen die Arbeit der Polizei und Staatsanwaltschaften", sagt die im Netz bedrohte Ärztin Anke Staffeldt in der "Süddeutschen". Zusammen mit anderen Freiwilligen kämpft sie seit Jahren gegen Hate-Speech an. Bei ihren Recherchen stoßen sie auf ein "Handbuch des Hasses" – ein neunseitiges PDF, das detailliert beschreibt, wie Trolle gegen ihre Gegner vorgehen sollen. Bei Beleidigungen solle "jedes Register" gezogen werden, heißt es darin: "Lass nichts aus. Schwacher Punkt ist oftmals die Familie."
sueddeutsche.de (Paid)

Twitter-User bedroht die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling.

Nach Rushdie-Angriff: Die britische Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling ist auf Twitter bedroht worden. Sie hatte kurz nach dem Messer-Angriff auf den Schriftsteller Salman Rushdie getwittert: "Ich hoffe, er ist okay." Darauf antwortete ein User: "Keine Sorge, du bist die nächste." Zunächst hatte Rowling den Twitter-Support um Unterstützung gebeten, inzwischen sei die Polizei eingeschaltet – auch wegen anderer Drohungen.
rnd.de, twitter.com, turi2.de (Background)


Basta: Köln-Trainer Steffen Baumgart entdeckt die Jugendsprache für sich.

Wilde Aktion: Der Trainer des 1. FC Köln, Steffen Baumgart, will bei einer Fake-Pressekonferenz so viele hippe Jugendwörter wie nur möglich unterbringen. Seinen kommenden Gegner RB Leipzig schätze er als "slay", also selbstbewusst, ein. Auf die Frage, ob der Kölner Verein in diesem Jahr den FC Bayern jage, antwortet er: "Digga, bodenlose Frage!" Der Clip wird in den sozialen Medien tausendfach geteilt. Läuft bei ihm.
instagram.com (1-Min-Clip) via sueddeutsche.de




 










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Ein Beitrag geteilt von 1. FC Köln | Bundesliga (@fckoeln)




Debatte: Sascha Lobo hofft auf eine westliche TikTok-Kopie.

TikTokisierung: "Spiegel"-Kolumnist Sascha Lobo wünscht sich, dass es Facebook, YouTube und Co gelingt, wie TikTok zu werden. Die Kurzvideo-App passe ihre Inhalte "weltweit den Maßstäben der chinesischen Diktatur" an, im Zweifel werde die chinesische Regierung ihre "mittelbare TikTok-Macht radikal missbrauchen". In liberalen Demokratien seien die Probleme der sozialen Netzwerke dagegen "mittelfristig bewältigbar".
spiegel.de

Twitters Editierfunktion kommt nur für zahlende Userinnen.

Twitter will seine Editierfunktion nur für zahlende Userinnen im Rahmen von Twitter Blue verfügbar machen. Twitter Blue ist bisher nur in den USA, Kanada, Neuseeland und Australien verfügbar, deutsche Nutzerinnen können ihre Tweets daher zunächst nicht bearbeiten. Wie lange die Korrektur von Tweets nach dem Zwitschern möglich ist, ist noch unklar.
onlinemarketing.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Social-Media-App BeReal verknappt Nutzung auf zwei Minute am Tag.

Lese-Tipp: Die App BeReal hat es in kürzester Zeit an die Spitze der App-Charts geschafft. OMR-Redakteur Torben Lux erklärt den Hype um die App, die es nur einmal am Tag erlaubt, für zwei Minuten etwas zu posten. Dabei sind Front- und Rückkamera gleich­zeitig aktiv. Überrascht vom Aufruf, ein Foto zu machen, teilten die Nutzerinnen oft unerwartete oder verrückte Momente. Das auffällige Foto-in-Foto-Layout mache die Bilder auch auf Plattformen wieder­erkennbar. Was der App bisher fehlt, ist ein Geschäfts­modell.
omr.com