Facebook will Accounts von Bundestagswahl-Kandidatinnen vor Hackern schützen.

Facebook will die Accounts von Kandidatinnen für die Bundestagswahl sowie ihre Wahlkampfteams besser schützen. Mit dem Programm "Facebook Protect" will der Konzern Politikerinnen u.a. dabei helfen, Zwei-Faktor-Authentifizierung bei ihren Facebook- und Instagram-Accounts einzurichten. Außerdem werde "im Rahmen eines Monitorings" nach potentiellen Bedrohungen wie Hacker-Angriffen Ausschau gehalten, teilt Facebook mit. Mögliche Programmteilnehmerinnen kontaktiert Facebook direkt. "Facebook Protect" soll ab 2022 weltweit zur Verfügung stehen.
zeit.de, heise.de

Studie: Klassische Medien sind für Wahlentscheidung wichtiger als Facebook, Google & Co.


Verlässliche Quellen: Soziale Medien spielen als Informations-Quelle für die Wahlentscheidung nur "eine untergeordnete Rolle", sagt die neuste Auflage der Studie "Wie wir wirklich leben" von Philip Morris und dem Rheingold Institut, mit der der Tabak-Konzern und der Marktforscher seit 2020 die politische Stimmung im Land abbilden. In allen Altersgruppen geben mehr als 50 % der Befragten an, sich mithilfe medialer Berichterstattung zu informieren. Bei den Bis-34-Jährigen sind es 51 %, bei den Über-55-Jährigen 56 %, die Altersgruppe dazwischen setzt zu 53 % auf klassische Medien. Je jünger die Wählerinnen, desto wichtiger ist Social Media, wichtigste Info-Quellen sind hier aber für alle Wählerinnen die Wahlprogramme.

Die Studie legt zudem nahe, dass es sich für die Parteien lohnt, um die Stimmen Unentschlossener und von Nichtwählerinnen zu kämpfen. In dieser Gruppe ist Sahra Wagenknecht von der Linken zwar die beliebteste Politikerin, die Mehrheit der Befragten tendiert aber am ehesten zu SPD und Union, außerdem eint sie mehrheitlich eine Ablehnung der AfD.

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen dagegen polarisieren die Befragten der "Wie wir wirklich leben"-Studie weniger stark als von den Demoskopinnen erwartet. Allerdings politisiert die Krise die Menschen. So schrumpft die Gruppe der "Desinteressiert-Zurückgezogenen", die 2020 noch 12 % der Befragten ausmachte, in diesem Jahr auf 8 %. Philip Morris sieht die Studie als Beitrag für "eine freiheitlich-demokratische Grundordnung und Gesellschaft". Claudia Oeking, in der Geschäftsführung für External Affairs zuständig, sagt, der Tabak-Konzern wolle "dazu beitragen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Vertrauen in demokratische Institutionen und Akteure durch unternehmensinterne wie -externe Debatten zu stärken". (Foto: dpa)
wiewirwirklichleben.de (Studie)

Studie: WhatsApp ist das wichtigste Social-Media-Netzwerk zur Verbreitung von Desinformation.

Desinformation: Laut einer Untersuchung zum Thema "Desinformation in Deutschland" nennen 92 % der Befragten WhatsApp als Plattform, auf der Userinnen die meisten Falschmeldungen teilen. Befragt wurden u.a. Faktencheckerinnen, Forschende und Fachjournalistinnen. Auf Platz zwei landet Facebook (89 %) vor YouTube (88 %). 74 % der Befragten schätzen vor allem ältere Menschen als anfällig für Fehlinformationen ein.
spiegel.de

Zitat: n-tv-Chefredakteurin sorgt sich um die Vielfalt der Meinungen.

"Wenn Menschen nur noch Nachrichten lesen, die, geprägt von einem bestimmten Algorithmus, ihr Mindset bestätigen, hat das nichts mehr mit Pluralität zu tun und ist im Zweifel äußerst gefährlich, wie die zahlreichen Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten zeigen."

Sonja Schwetje, Chefredakteurin von n-tv, sagt im DWDL.de-Interview, dass sie "keine Freundin des Polarisierens" ist. Die Aufgabe des Nachrichten­senders sieht sie darin, die Vielfalt der Meinungen abzubilden.
dwdl.de

Nach Clubhouse-Leak werden wohl 3,8 Mrd Telefonnummern im Darknet angeboten.

Club compromised: Ein Angreifer behauptet, die Telefon­nummern und Kontakte aller 10 Mio Clubhouse-Konten abgegriffen zu haben. Insgesamt bietet er nun 3,8 Mrd Nummern im Darknet an. Clubhouse sammelt nicht nur die Nummern der Nutzerinnen, sondern auch diejenigen aller ihrer Kontakte. Das Talk-Netzwerk sagt in einem Statement, dass es keinen Datenleak gegeben habe.
golem.de, twitter.com

Laut “Manager Magazin” dominiert Kai Diekmann die “Show-Ökonomie der Dax-Bosse”.

Kai is King of Content: Das "Manager Magazin" widmet sich kritisch den CEO-Aktivitäten auf Linked-in und identifiziert en passant Ex-"Bild"-Chef Kai Diekmann und seine Agentur Storymachine als mächtigsten Drahtzieher in der "Show-Ökonomie der Dax-Bosse". Laut der Autorin Angela Maier wirkte Diekmanns Truppe relativ erfolgreich bei VW-Chef Herbert Diess und bei Douglas-Chefin Tina Müller mit, liefert bei Allianz-Chef Oliver Bäte derzeit aber ein "abschreckendes Beispiel": Die 50.000 Follower seien "zum größten Teil Mitarbeiter, Vertreter und Geschäftspartner", der Account sei "im Verhältnis zum Aufwand wenig erfolgreich".

Viele Bosse würden in den sozialen Medien eine "Ego-Show" veranstalten, "die die Zielgruppe eher abschreckt". Bei Siemens habe CEO Roland Busch als Nachfolger von Chef-Twitterer Joe Kaeser die Kommunikationschefin Clarissa Haller "geschasst" und den "Riesenapparat" mit eigenen Leuten und Agenturen "teilweise abgewickelt".
manager-magazin.de (Paid) turi2.de/edition14 (Interview mit Kai Diekmann)


Dorothee Bär lobt die heimlichen Twitter-Skills der Kanzlerin.

Big Mother: CSU-Digitalistin Dorothee Bär sagt beim "Spiegel"-Spaziergang durchs Berliner Regierungsviertel, dass Angela Merkel ihre Augen überall hat. "Sie spricht einen auf alle möglichen Presseartikel sofort an. Hammer. Quasi in Echtzeit. Man muss wissen, egal was man tut: Sie sieht es." Wenn Bär etwas auf Twitter "gut begleitet" habe, lobe Merkel sie schon mal dafür. Eigenwerbung verpacke sie, Bär, etwa auf Instagram übrigens gerne subtil.
spiegel.de (Paid)

Aus dem Archiv: Dorothee Bär in der turi2 edition #14 über Inszenierung und ICQ:

Die Berliner Datenschutzbehörde untersucht TikTok.

Nicht appgesichert: Die Berliner Datenschutzbehörde prüft TikTok. TikTok-Angestellte sorgen sich um ihre Daten, schreibt der "Spiegel". Mitarbeiterinnen im Home-Office seien dazu angehalten worden, Firmen-Apps mit weitreichenden Zugriffsrechten auf ihre privaten Smartphones zu laden. Die Berliner Datenschützer prüft jetzt, ob der Vorgang eine internationale Ausmaße hat.
spiegel.de (Paid)

“Spiegel”: Grüne sind im Netz am meisten Hass ausgesetzt.

Brauner Hass gegen Grüne: Die Grünen und ihre Kanzler­kandidatin Annalena Baerbock ernten im Parteien-Vergleich am meisten Hass und Desinformations­attacken im Netz, ermittelt der "Spiegel". Aus 341 extrem rechten und verschwörungs­ideologischen Facebook-Gruppen hat das Magazin knapp 1 Mio Kommentare ausgewertet, von denen 50.000 potenziell strafbaren Hass beinhalten. Davon beziehen sich 174 auf die SPD, 265 auf die CDU und 1.535 auf die Grünen.
"Spiegel" 30/2021, Seite 30 (Paid)

TikTok wird Content-Partner der IAA 2021.

TikTok wird Content-Partner der Internationalen Automobilausstellung IAA. Schwerpunkt der Partnerschaft sind Inhalte und Formate für die App, die sowohl Besucherinnen als auch Marken wie BMW direkt auf der Messe gestalten können. Auch bekannte Tiktokerinnen sollen mit Promis aus der Automobilbranche "lehrreiche und kreative Inhalte" schaffen, um eine jüngere Zielgruppe anzulocken.
wuv.de

Salesforce schließt die Übernahme von Slack ab.

Haben den Chat betreten: Cloud-Software-Anbieter Salesforce schließt seine Übernahme der Kommunikationsplattform Slack ab. Salesforce hatte im Dezember angekündigt, Slack für 27,7 Mrd Dollar zu übernehmen. Beide sollen an einer gemeinsamen Plattform für Unternehmen arbeiten. Wie die konkreten Projekte aussehen, will Salesforce am 17. August bekannt geben.
t3n.de, heise.de. turi2.de (Background)

Zitat: Dunja Hayali vermisst in sozialen Medien die Grautöne.

"In den sozialen Medien herrscht ein doch sehr ausgiebiges Schwarz-Weiß-Denken. Dafür oder dagegen und nichts dazwischen. Keine Grautöne, keine Kompromisse, kein Sowohl-als-Auch."

Moderatorin Dunja Hayali plädiert im RND-Interview dafür, andere Meinungen anzuhören, auch wenn man das Gehörte nicht für sich übernehmen muss. Einen Beitrag dazu soll die Polit-Talkshow Für & Wider liefern, die heute erstmals im ZDF läuft.
rnd.de

Twitter testet Upvotes und Downvotes von Antworten.

Spreu und Weizen: Twitter testet Upvotes und Downvotes für Tweet-Antworten. Dafür bekommt zunächst eine kleine Gruppe Apple-Nutzerinnen Zugang zu den neuen Tweet-Reaktionen, die sich wiederum unterhalb der Accounts stilistisch voneinander unterscheiden können. Ziel des Experiments sei es, die Antworten auszumachen, die Nutzerinnen relevant finden und ihnen mehr davon zu zeigen.
theverge.com, mashable.com

Video-Tipp: Der Iran will per staatlichem Tinder Singles zum Heiraten bewegen.

Video-Tipp: Der Iran hat Nachwuchssorgen und will mit einem staatlichen Tinder Singles zu Heirat und Familiengründung bewegen. Die App Hamdan ist im Gegensatz zu westlichen Dating-Portalen offiziell genehmigt, Nutzerinnen können sich aber nur nach einer Identitätsprüfung anmelden. Frauen sollen zudem ihr Gewicht angeben, was einzelne Userinnen als "Beleidigung" werten.
stern.de (2-Min-Video)

Joe Biden nimmt Kritik an Facebook zurück.

Kein Mörder: US-Präsident Joe Biden widerruft seine Aussage von vergangener Woche, dass Facebook Menschen töte. Nicht die Plattform selbst, sondern einige Dutzend Nutzerinnen würden Falsch­informationen über Corona verbreiten und damit anderen schaden, sagt Biden. Er hofft, dass Facebook dagegen vorgeht, "anstatt es persönlich zu nehmen, dass ich irgendwie sage, dass Facebook Menschen tötet".
heise.de, zeit.de (1-Min-Video)

60 % der Deutschen halten Armin Laschet nicht für einen guten Krisenmanager.

Im Katastrophenfall: Rund 60 % der Deutschen denken nicht, dass Kanzlerkandidat Armin Laschet ein guter Krisenmanager ist, sagt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den "Spiegel". Lediglich 26 % finden, dass Laschet Krisenkompetenz im Falle von Naturkatastrophen aufweist. Annalena Baerbock attestieren nur 24 % gute Fähigkeiten im Krisenmanagement, Olaf Scholz schneidet mit 41 % am besten ab.
spiegel.de

Philipp Amthor distanziert sich von Foto mit mutmaßlichen Neonazis.

Reitet sich rein: CDU-Politiker Philipp Amthor distanziert sich von einem Foto vom Wochenende, das ihn auf einem Pferdefestival mit zwei mutmaßlichen Neonazis zeigt. Einer der Männer trägt ein T-Shirt, das zu Solidarität mit der inhaftierten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aufruft. Amthor gibt an, die Männer nicht zu kennen. Hätte er die Aufschrift des T-Shirts bemerkt, hätte er kein Foto gemacht, schreibt er auf Instagram. Gegenüber der "Bild" bestätigt Amthor die Echtheit des Bildes.
twitter.com, spiegel.de, bild.de, instagram.com (Statement Amthor)

Basta: StudiVZ überlebt auch sein Comeback nicht.

Ausgegruschelt: StudiVZ, das zuletzt VZ.net hieß, überlebt auch sein Comeback nicht und schließt 15 Monate nach Start der Beta-Testversion endgültig die digitalen Tore. Ähnlich wie die meisten seiner potentiellen Mitglieder kämpft das Portal gegen die Pleite. Nur die Geeks sind glücklich: Sie können ab Anfang 2022 unbehelligt von sozialer Interaktion auf SpieleVZ.net zocken.
businessinsider.de, blog.vz.net

Lese-Tipp: Den Lebenslauf beschönigen ist in Ordnung, Angaben fälschen hingegen nicht.

Lese-Tipp: Die Zahl von gefälschten Bewerbungen hat aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten in den vergangenen 20 Jahren zugenommen, sagt Manfred Schnapp, Vize-Leiter der Fachgruppe "Recruiting" beim Bundesverband der Personalmanager der "Wirtschaftswoche". Er setze mit seinem Unternehmen auf "ausgiebige Gesprächsrunden", um Bewerberinnen auf Angaben wie z.B. Fremdsprachenkenntnisse zu prüfen. Beschönigung im Lebenslauf sei für ihn vertretbar, wenn etwa Erfahrungen als interessanter beschrieben sind, als sie wirklich waren.
wiwo.de (Paid)

Spionage-Software “Pegasus” späht offenbar Journalistinnen und Aktivistinnen aus.

Horch & Guck fürs Handy: Hunderte Journalistinnen, Aktivistinnen und Politikerinnen sind offenbar Opfer der Spionagesoftware "Pegasus", die von der israelischen NSO Group entwickelt und weltweit verkauft wird. Das legt eine internationale Recherche nahe, an der u.a. die "Süddeutsche", die "Zeit", NDR und WDR beteiligt sind. Gemeinsam mit der Organisation Forbidden Stories und Amnesty International haben die Reporterinnen einen Datensatz mit mehr als 50.000 Telefonnummern aus rund 50 Ländern ausgewertet. Tausende Nummern konnten konkreten Personen zugeordnet werden. Die Telefone der Betroffenen können mit dem Trojaner komplett ausgespäht werden – vom Anruf über E-Mails bis zum heimlichen Einschalten von Kamera und Mikrofon.

NSO verkauft das Programm nach eigenen Angaben nur an Regierungen und staatliche Einrichtungen. Vorgabe sei, die Software nur im Kampf gegen Terrorismus und schwere Kriminalität einzusetzen. Die aktuellen Recherchen legen aber nahe, dass sich gerade autoritäre Staaten an diese Regeln nicht halten und die Software auch bei politischen Gegnerinnen einsetzen.

Die NSO Group schaltet in ihrer Krisen-PR in den Rechtfertigungs-Modus: Ein US-Anwalt behauptet in Namen der Firma, dass die Telefone nicht zwangsläufig abgehört worden seien und dass es auch legitime Gründe für die Auflistung der Nummern geben könne. Die Firma schreibt sich zudem auf die Fahnen, dass ihre Software Terror-Angriffe verhindere und helfe, Drogen- und Menschenhändlern das Handwerk zu legen.
projekte.sueddeutsche.de, sueddeutsche.de (12-Min-Audio zu den Recherchehintergründen), zeit.de, tagesschau.de (6-Min-Video)

Armin Laschet entschuldigt sich für Lachen bei Steinmeier-Rede zur Flut-Katastrophe.


Entschuldijung, liebe Trauernde: Armin Laschet irritiert mit einem Auftritt am Rande eines Pressetermins im Flutkatastrophen-Gebiet. Während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu den Medien spricht, albert der CDU-Kanzlerkandidat im Hintergrund herum. Auch als Laschet später spricht, sieht man Steinmeier im Hintergrund lachen. Bei Twitter gibt es einen kleinen Sturm der Entrüstung, u.a. kritisiert Pianist Igor Levit Laschet für "würdeloses Verhalten", SPD-Vize Kevin Kühnert nennt den Auftritt "eine Frage des Charakters".

Laschet entschuldigt sich später per Tweet für den Auftritt. Er bedauere den Eindruck, der "durch eine Gesprächssituation entstanden" sei. Er sagt, er habe nicht gehört, was Steinmeier gesagt hat. Grund für die Heiterkeit im Hintergrund war offenbar ein Journalist, der – unsichtbar für die Kameras – einen ungewöhnlichen Anblick bot, weil er auf dem Boden lag und Notizen machte, schreibt "Bild".
bild.de, twitter.com (Tweet Laschet), twitter.com (Tweet Kühnert), twitter.com (Tweet Levit) spiegel.de

Twitter legt bei Audio-Tweets nach – und fügt Untertitel hinzu.

Besser als nie, aber spät: Twitter verpasst seinen Audio-Tweets mehr als ein Jahr nach deren Einführung Untertitel. Das Feature war bereits kurz nach dem Start für seine mangelnde Barrierefreiheit kritisiert worden. Jetzt erstellt Twitter die Untertitel automatisch in bisher elf Sprachen, schreibt The Verge, darunter Englisch, Spanisch und Japanisch – Deutsch ist noch nicht dabei. Audio-Tweets lassen sich bisher nur per iOS-App erstellen.
theverge.com, twitter.com (11-Sek-Video), turi2.de (Background)

Studie: Nur 4 % der Influencerinnen leben von ihren Accounts.

Einfluss ohne Geldfluss? Nur 4 % der Influencerinnen weltweit können ihr Leben über ihre Accounts finanzieren, sagt eine Studie der Analyseplattform Hype Auditor. Knapp die Hälfte der Befragten verdient Geld mit ihrem Account: Micro-Influencerinnen mit 1.000 bis 10.000 Abos heimsen im Schnitt 1.420 Dollar ein, Accounts mit über 1 Mio Followerinnen 15.356 Dollar. Seit Pandemie-Beginn steigt der Verdienst bei 47 % der Befragten.
onlinemarketing.de, horizont.net (Paid)

Zitat: Norbert Lammert sieht einen Qualitätsverlust bei der journalistischen Berichterstattung.

"Das schleicht sich zunehmend auch bei den konventionellen Medien ein: Der Trend zur verknappten statt zur ausführlichen Information, zur Zuspitzung statt zur Ausbalancierung nimmt ständig zu."

Der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert bemängelt im Podcast von Gabor Steingart, dass Beiträge, die "besonders laut, besonders falsch, besonders beleidigend" sind, in den sozialen Medien die meiste Aufmerksamkeit bekommen.
thepioneer.de (21-Min-Audio)

Clubhouse startet Text-Message-Funktion offiziell.

Clubhouse startet in seiner App offiziell eine vorab geleakte Text-Chat-Funktion namens Backchannel. Bisher konnten Nutzerinnen ausschließlich miteinander sprechen, jetzt können sie in Audio-Räumen und außerhalb miteinander schreiben, etwa zur Orga­nisation eines Raums oder um Fragen aus dem Publi­kum entgegen zu nehmen. Der Chat ist auf 15 Teil­nehmerinnen begrenzt. Fotos und Videos lassen sich darin noch nicht verschicken.
mashable.com, joinclubhouse.com (1-Min-Video), turi2.de (Background)

Twitter begräbt die Fleets nach knapp sieben Monaten wieder.

Ausgezwitschert: Twitter macht Schluss mit seinen Fleets. Der Kurznachrichtendienst hatte die Funktion, die den Instagram-Stories ähnelt und Clips nach 24 Stunden wieder verschwinden lässt, erst vor rund sieben Monaten eingeführt. Grund seien die geringen Nutzungszahlen. Twitter will seinen Fokus künftig auf seinen Clubhouse-Konkurrenten Twitter Spaces legen.
twitter.com, t3n.de, turi2.de (Background)

Sheera Frenkel und Cecilia Kang veröffentlichen Enthüllungsbuch über Facebook.

Gesichtsbuch: Sheera Frenkel (Foto) und Cecilia Kang veröffentlichen das Buch Inside Facebook, um über die Schattenseiten des Konzerns aufzuklären. Dafür haben die Autorinnen, die auch Reporterinnen für die "New York Times" sind, Gespräche mit mehr als 400 Facebook-Angestellten geführt. Frenkel und Kang würden trotzdem nicht erwarten, dass Userinnen aufgrund der Vorkommnisse wie Datenskandalen ihr Profil löschen, sagen sie im T-Online-Interview mit Jan Mölleken.
t-online.de

Twitter-Nutzerinnen können künftig auch nach Senden des Tweets bestimmen, wer antwortet.

Antwort, nein danke: Twitter erlaubt seinen Userinnen mit seinen neuen weltweiten Update, künftig auch nach Senden eines Tweets festzulegen, wer darauf antworten darf. Der Kurznachrichtendienst will damit die Sicherheit erhöhen, sollte es wegen eines Tweets unerwartet hohe Aufmerksamkeit und unerwünschte Reaktionen geben. Nutzerinnen wählen dann zwischen Antworten von allen, nur Nutzerinnen, denen man folgt oder Accounts, die man erwähnt.
cnet.com

MDR startet TikTok-Kanal “Wahrscheinlich peinlich”.

Aufklärung in 60 Sekunden: MDR Wissen macht auf Dr. Sommer und startet auf TikTok den Aufklärungs-Kanal Wahrscheinlich Peinlich. Thema ist alles rund um Liebe und Sex – von Flirt-Tipps bis zur ersten Periode. Hinter dem Kanal stehen zehn Volontärinnen des Senders, aktuell gibt es Kurz-Videos von Viktoria Schackow und Philipp Dubbert zu sehen.
tiktok.com (Kanal "Wahrscheinlich peinlich"), dwdl.de

Meinung: Entschuldigungen vom Beirat “Junge Digitale Wirtschaft” sind ein erster Schritt, aber keine Lösung.

Junge digitale Entschuldigungen: Der Beirat "Junge Digitale Wirtschaft" sollte einsehen, dass sich niemand für seine Expertise interessiert, urteilt Anton Rainer (Foto) im "Spiegel". Deren Aufforderungen im Positionspapier zu "horrenden Lizenzgebühren" oder einer Klarnamenpflicht für Bloggerinnen seien Passagen, die Viktor Orbán und Donald Trump nicht besser hätten formulieren können. Die darauf folgenden Entschuldigungen, u.a. von Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, seien zwar eine "gute Krisen-PR", hätten aber mit den "Realitäten der Gründerszene" nicht viel gemein.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Der Postillon nimmt Influencerinnen aufs Korn.

Video-Tipp: Die Satire-Seite "Postillon" erzählt die wirklich wahre Geschichte des Influencer-Booms. Vor der Kamera berichtet ein "Influencer Designer", wie er Bibi, Sami Slimani und Mario Götze erfunden und programmiert hat. Später sei er faul geworden und habe selbstlernende Influencer-Bots eingesetzt, doch die hätten sich von der Zielgruppe entfernt und "outfluenzt".
der-postillon.com (7-Min-Video)

“Wenn der Hype vorbei ist, wird es spannend.” Wie geht’s weiter mit Clubhouse?


Ernüchterung und Euphorie: "Die Clubhouse-Macher haben keine Idee, wie sie Social Audio aufs nächste Level heben können", resümiert Mark Heywinkel von Zeit Online die Probleme der einstiegen Hype-App. Der Frankfurter PresseClub hat am Montagabend über die Zukunft von Clubhouse diskutiert – turi2 veröffentlicht die Runde mit Heywinkel, Alina Fichter von der Deutschen Welle, Felix Kovac von Antenne Bayern und turi2-Gründer Peter Turi als Podcast. Radio-Mann Kovac erinnert sich gerne an die ersten Wochen mit der Audio-App und kann sich nicht erklären, warum die Clubhouse-Macher es zugelassen haben, dass der Hype so schnell wieder abflaut. Wenn es nach ihm geht, müsste ein Teil der "vielen Milliarden", die die App Wert ist, in guten Content fließen. Als Beispiel dienen ihm Netzwerke die Linked-in, die ganze Redaktionen betreiben.

Alina Fichter von der Deutschen Welle ist sich nicht sicher, ob der Clubhouse-Hype hierzulande über die Medienbranche hinaus gereicht hat. Wer nicht zur Journalisten-Blase gehört, habe von der App vielleicht mal in der Zeitung gelesen. Sie will den Blick über Clubhouse hinaus weiten und glaubt, dass Social Audio in etablierteren sozialen Netzwerken mehr Menschen erreichen kann. Mit Blick auf den Wahlkampf und die Berichterstattung spielt Clubhouse kaum eine Rolle: Mark Heywinkel hat mit der Morgenkonferenz von Zeit Online wochenlang jeden Tag den Clubhouse-Nutzerinnen den Puls gefühlt. Inzwischen ermittelt die "Zeit" die Stimmung im Land durch das repräsentativ zusammengestellte Panel Die 49.

Auch Peter Turi kann die Enttäuschung über Clubhouse verstehen: Er ist der Meinung, dass wer bei Clubhouse erfolgreich sein will, seine eigene Community mitbringen muss. Für ein Fachpublikum gehe das, bei einem Massenmedium werde das schwierig. Turi beobachtet aber auch, dass die Gesprächs-Räume von Twitter Spaces nicht voller sind, als beim Original.

Bei der Anschluss-Diskussion auf Clubhouse melden sich vor allem diejenigen zu Wort, die Clubhouse auch heute noch intensiv nutzen. Radioszene-Chef Ulrich Koering etwa genießt die Runden mit wenigen Zuhörerinnen, weil die Gespräche dann intensiver sind und sogar Freundschaften entstehen. Auch Schauspielerin Alexandra Kamp lobt den Netzwerkeffekt der kleinen Runden und die Kontakte, die sich daraus ergeben. Sängerin und TV-Produzentin Tine Wittler sagt, dass alle Künstlerinnen das Sommerloch kennen. Sie hofft darauf, dass die Clubhouse-Nutzung im Herbst wieder anzieht.
turi2.tv (92-Min-Video), turi2.de/podcast (92-Min-Podcast), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Text: Markus Trantow

Clubhouse schließt Partnerschaft mit TED.

Clubhouse investiert in Content und partnert mit der Innovationskonferenz TED. Jeden Montag sollen neue TED-Talks auf Clubhouse stattfinden. TED kann die Vorträge eigenständig vermarkten, auch mit Werbung, ohne, dass Clubhouse einen Anteil bekommt. Auch eine Veröffentlichung der Talks außerhalb der App als Podcasts ist wohl möglich.
theverge.com, t3n.de, onlinemarketing.de, clubhouse.com (Profil TED auf Clubhouse)

Klick-Tipp: “Tagesspiegel”-Dashboard zeigt Social-Media-Wahlkampf in Echtzeit.

Klick-Tipp: Der "Tagesspiegel" veröffentlicht gemeinsam mit Democracy Reporting International ein Social-Media-Dashboard zur Bundestagswahl. Die Seite zeigt in Echtzeit, wie die Parteien in sozialen Medien für sich werben, welche Plattformen sie bespielen, wie viel Resonanz und welche Reaktionen sie damit hervorrufen. Sozial-medial am aktivsten ist SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, die meiste Resonanz bekommt bei Facebook AfD-Frau Alice Weidel, Armin Lachet kommt bei Instagram auf die meisten Kommentare.
interaktiv.tagesspiegel.de (Dashboard), tagesspiegel.de (Projektbeschreibung)

TikTok-Konkurrent YouTube Shorts kommt nach Deutschland.

YouTube bringt das Kurzvideo-Angebot YouTube Shorts nach Deutschland, das es mit TikTok und Instagram Reels aufnehmen soll. Zu den bisher 26 Betatest-Ländern kommen bis Mittwoch 100 weitere dazu. Die Länge der Videos ist auf 60 Sekunden begrenzt, Nutzerinnen können ihre Clips mit Texten, Filtern und Musik anreichern. Dafür stehen "Millionen von Songs" von mehr als 250 Labeln zur Verfügung.
heise.de, meedia.de, blog.youtube

Klick-Tipp: FDP-Politiker Wolfgang Heubisch, der heimliche TikTok-Star.

Klick-Tipp: FDP-Politiker Wolfgang Heubisch, 74, hat TikTok für sich entdeckt. Mehr als 60.000 Menschen folgendem dem Vizepräsident des Bayerischen Landtags dort bereits. Seine Tanzvideos und Comedy-Spitzen – insbesondere gegen die AfD – dienen vordergründig dazu, junge Wählerinnen zu gewinnen. Das macht er z.B. mit seinem Team, das er seinen Zuschauerinnen im Stile einer 90er Jahre-Sitcom vorstellt.
tiktok.com (Profil Heubisch), rnd.de

@wolfgang.heubisch

Rezepte mit Lauch bitte in die Kommentare 😜 👉 ##lauch ##politik ##selbstironie ##funny ##gemüse ##fail ##neinzurafd ##noafd ##personaltrainergesucht 💪

♬ Rasputin - Groove Connection

Zitat: Jürgen Vogel braucht Instagram nicht zur Selbstdarstellung.

"Je älter du wirst, desto weniger spielen der Coolness-Faktor und Perfektion eine Rolle. Man lacht eigentlich mehr über das Scheitern und findet es gut, Leuten zu zeigen, dass man Schwächen hat."

Schauspieler und Werbegesicht Jürgen Vogel sagt im Interview mit "Business Punk", dass er keinen Instagram-Account hat. Diese "Art der Selbstdarstellung" sei für ihn "nicht mehr interessant".
business-punk.com

Zitat: Auf Social Media stehen Vergleiche mit anderen auf der Tagesordnung.

"Wenn ich als junger Mensch allein vor dem Bildschirm sitze, im permanenten Digitalisierungskonsum, nackt und defizitär mit meinen Fehlern und Makeln, merke ich, dass ich da eigentlich nicht mithalten kann, dass ich scheinbar nicht genüge."

Politikerin und Autorin Diana Kinnert erklärt im "taz"-Interview, dass die digitale Welt samt ihrer "Dauererreichbarkeit und Inszenierung" viele Menschen überfordert.
taz.de

NetzDG-Bilanz: Nur 1.550 Beschwerden in vier Jahren.

Social Media: Das Netz­werk­durch­setzungs­gesetz führt zu weniger Beschwerden gegen Facebook & Co als erwartet, berichtet das "Handelsblatt". Das Bundesamt für Justiz zählt in den vier Jahren seit Inkraft­treten gerade mal 1.550 Beschwerden, erwartet hatte die Behörde 25.000. Die meisten Meldungen betreffen das Beschwerde-Management der sozialen Netzwerke.
handelsblatt.com

Facebook leitet deutsche Holocaust-Suchanfragen auf Info-Website.

Facebook zeigt Nutzerinnen, die auf Deutsch nach Begriffen rund um den Holocaust suchen, künftig die Website AboutHolocaust.org an. Die Unesco und der Jüdische Weltkongress haben die Seite gemeinsam entwickelt, schon seit Ende Januar leitet Facebook englischsprachige Suchanfragen dorthin um. Zwölf weitere Sprachen sollen folgen, u.a. Arabisch und Russisch.
faz.net

Donald Trump verklagt Twitter, Facebook und Google.

Blockiert: Ex-US-Präsident Donald Trump hat eine Sammelklage gegen Twitter, Facebook und Google angekündigt. Er will gegen die Sperrungen seiner Nutzerprofile vorgehen und wirft den Firmenchefs Mark Zuckerberg, Jack Dorsey und Sundar Pichai eine Verletzung der Redefreiheit vor. Trump will eine Sammelklage einreichen, bei der sich alle Menschen beteiligen können, die nach dem 1. Juni 2018 von den Plattformen "zensiert" worden seien. Facebook, Twitter und YouTube hatten Trumps Profile Ende Januar nach dem Sturm auf das Kapitol gesperrt.
spiegel.de, zeit.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Subify fischt bei Influencerinnen, die YouTube für Werbung sperrt.

Lese-Tipp: Die Plattform Subify entwickelt sich unter dem Radar zu einem weiteren Player, mit dem Social-Media-Stars ihre Inhalte zu Geld machen können, schreibt Roland Eisenbrand. Nutzerinnen zahlen einen monatlichen Betrag und bekommen dafür exklusive Inhalte ihrer Stars. Die Plattform richte sich offenbar gezielt an Creator, die aufgrund ihres umstrittenen Contents von YouTube für Werbung gesperrt sind oder waren.
omr.com

Basta: Schlafende Streamerinnen kassieren auf Twitch.

Geld schläft nicht: Streamerinnen, die sich auf der Gaming-Plattform Twitch beim Schlafen filmen, können pro Video durchschnittlich 1105 Euro durch Spenden ihrer Community verdienen. Zuschauerinnen versuchen währenddessen, die Schlafmütze mit verschiedenen Interaktionen wie Lärm oder gruseligen Sprachnachrichten aufzuwecken. Bisheriger Rekord: Streamer Asian Andy, der in sieben Stunden rund 13.500 Euro einsammelt – und mit dem Geld hoffentlich keine Schlaftherapie machen muss.
bild.de (Paid)

Zitat: Angelika Gifford über den Werbe-Boykott großer Firmen auf Facebook.

"Ich sage ganz offen: Mir hat das sehr, sehr wehgetan, als ich gesehen habe, dass wir boykottiert werden. Ja, die Marken haben ein großes Werbebudget – aber wichtiger war für mich der Imageverlust."

Angelika Gifford, Facebook-Europachefin, fand es schmerzhaft, dass viele großen Marken 2020 aufgrund von Facebooks laschen Umgangs mit Hassbotschaften keine Werbung auf der Plattform geschaltet haben, sagt sie der "FAZ".
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Business Insider: Trump-Netzwerk Gettr ist gehackt worden.

Pannen-Start: Gettr, der Twitter-Klon von Donald Trump und seinem Ex-Berater Jason Miller ist zum offiziellen Start am Unabhängigkeitstag gehackt worden, berichtet Business Insider. Betroffen gewesen sind überwiegend Accounts von Trump-Verbündeten, darunter auch der von Gettr-CEO Miller (Foto). Dort war zwischenzeitlich "Free Palestine" zu lesen. Inzwischen seien die Probleme laut Miller behoben, mehr als eine halbe Mio Nutzerinnen soll Gettr bereits haben. Trump selbst ist jedoch immer noch nicht an Bord.
businessinsider.com, turi2.de (Background)