Nordkorea gibt sich im Internet modern.

Charme-Offensive: Nordkorea gibt sich im Internet als normales Land und adaptiert auf staatsbetriebenen Youtube-Kanälen den Stil moderner Videoblogs. Da das Land stark abhängig vom Tourismus aus China ist, will es für Besucher*innen attraktiv wirken. Außerdem passt das Regime seinen medialen Output zunehmend an, um bei der eigenen Bevölkerung mit ins Land geschmuggelten Inhalten aus dem Ausland zu konkurrieren.
spiegel.de (Paid)

Lese-Tipp: Der Aufstieg des größten TikTok-Stars Charli D’Amelio.

Lese-Tipp: Charli D'Amelio hat sich zur größten Influencerin von TikTok mit aktuell 101,5 Mio Followern hochgetanzt. Angefangen hat die 16-Jährige vor anderthalb Jahren mit einigen viralen Videos, mittlerweile vertritt United Talent Agency sie, eine mächtige Hollywood-Agentur. Ihre Schwester Dixie hat 44 Mio. TikTok-Follower, die Eltern der beiden kümmern sich um die Social-Media-Strategie der Familie.
spiegel.de

Neuer Social-Media-Publisher “Dasa Media” betritt den Markt.

Dasa Media heißt ein neuer Social-Media-Publisher, der mehr als 20 Accounts mit 15 Mio Abonnent*innen unter seinem Dach vereint. Die Düsseldorfer Firma will Accounts wie Lovefakten oder DeinBeichtstuhl für Werbekunden öffnen. Außerdem bietet Dasa Media diverse Dienstleistungen an, darunter auch den Aufbau von themenbezogenen Accounts. Die Vermarktung übernimmt We Are Consulting.
horizont.net (Paid)

Zahl des Tages: 16-Jährige erreicht als Erste mehr 100 Mio Follower bei TikTok.

Zahl des Tages: Mehr als 100 Mio Follower bei TikTok erreicht als erste Nutzerin weltweit die 16-jährige Charli D'Amelio aus Connecticut. Sie ist seit anderthalb Jahren auf der Kurzvideo-Plattform aktiv und teilt tiktoktypisch vor allem Tanz­videos. Im April war sie die Erste bei TikTok mit mehr 50 Mio Followern.
bbc.com, t-online.de, stern.de (1-Min-Video)

Hör-Tipp: Kai Pflaume zieht kreatives Arbeiten der Unternehmer-Rolle vor, sagt er im OMR-Podcast.

Hör-Tipp: TV-Moderator Kai Pflaume war einer der ersten zehn Menschen in Deutschland mit eigener Facebook-Seite - nachdem sein privates Profil schnell an die 5.000-Freunde-Grenze stieß, erzählt er im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer. Der Name Pflaume prädestiniere ihn für Unterhaltung, sein Berufsleben sei gekennzeichnet von Beständigkeit. Am liebsten mache er "schönes Fernsehen", bei dem niemand vorgeführt wird. Pflaume hat sich bewusst dagegen entschieden, seine Sendungen mit eigener Firma zu produzieren, weil er lieber inhaltlich und kreativ arbeiten will, sagt er. Seine Sendungen wie Wer weiß denn sowas haben Gesprächswert und werden auch in sozialen Medien geteilt, wodurch junge Zuschauer*innen im TV einschalten und feststellten: "Das kann man ja gucken".
omr.podigee.io (76-Min-Audio)

Die Onlineplattform OnlyFans wird zum kostenpflichtigen Erotik-Instagram.

OnlyFans ist der neue Star in der Social-Media-Welt, berichtet Dennis Kogel. Das Netzwerk erinnert zunächst an Facebook oder Instagram. Unterschied: Die Nutzer*innen können Geld dafür verlangen, dass andere ihnen folgen können oder Nachrichten schicken. Meist nehmen sie dafür 10 bis 30 Dollar. Rund 4.000 Menschen bieten in Deutschland derzeit Inhalte über OnlyFans an, weltweit sind 30 Mio Accounts registriert, die meisten suchen nach Erotik-Inhalten. Einige Nutzer*innen generieren im Monat fünfstellige Einnahmen, auch Influencer anderer Netzwerke fühlen sich hier zum Teil sicher genug, mehr Haut zu zeigen.
deutschlandfunkkultur.de (inkl. 13-Min-Video)

Zitat: Dieter Nuhr kritisiert Angriffe auf seine künstlerische Existenz.

"Da wird ja gezielt versucht, durch Diffamierung meine künstlerische Existenz zu vernichten. Das kann ich nicht einfach hinnehmen."

Kabarettist Dieter Nuhr beklagt im "Focus"-Interview, dass in sozialen Netzwerken jeder meine, mitentscheiden zu dürfen, wer mitreden darf. Sich selbst sieht er eher als harmoniebedürftig, den Krawall würden die Medien erzeugen.
"Focus" 48/2020, S. 84 (Paid)

Social Media: Huawei gibt Jung von Matt noch mehr zu tun.

Jung von Matt hat den Social-Media-Pitch des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei gewonnen. Unter der Verantwortung von Thomas Giang und Edwin Okyere ist die Agenturgruppe damit u.a. für eine neue Strategie, das Community Management und die Entwicklung neuer Content-Formate zuständig. Seit 2018 ist Jung von Matt die digitale Leadagentur von Huawei.
horizont.net, new-business.de

Bundesliga: Twitter mutiert laut eigener Studie zum Stadion-Ersatz.

Zwitschern statt Grölen: Mehr als jeder zweite Fußball-Fan auf Twitter empfindet die Plattform in Zeiten von Geisterspielen als Stadionersatz, sagt eine von Twitter selbst beauftragte Studie. Auch der Second Screen wird demnach immer wichtiger: 41 % nutzen Twitter öfter als vor der Pandemie, wenn sie die Bundesliga verfolgen. Insgesamt 1.200 deutsche Twitter-Nutzer*innen wurden befragt.
horizont.net (Paid)

Gesetzentwurf: Produktnennung ohne Gegenleistung ist keine Werbung.

Influencer-Marketing: Das Verbraucher­schutz­ministerium hat einen Gesetzentwurf erarbeitet, der regeln soll, wie Influencer*innen Beiträge kennzeichnen müssen, in denen sie Produkte taggen oder besprechen. Demnach müssen Posts nicht als Werbung markiert werden, wenn "kein unmittelbarer Zusammen­hang zur Absatz­förderung besteht", die Ersteller*innen also kein Entgelt oder eine ähnliche Gegenleistung bekommen.
wuv.de, horizont.net (Paid), bmjv.de (Gesetzentwurf)

Facebook sperrt Steve Bannon nicht, der “Enthauptung” von Anthony Fauci fordert.

Facebook löscht die Podcastfolge, in der Ex-Trump-Berater Steve Bannon (Foto) die "Enthauptung" von US-Immunologe Anthony Fauci und FBI-Direktor Christopher Wray fordert, Bannons Konto allerdings bleibt. Laut Facebooks Richtlinien dürfte es das nicht. In einer virtuellen Senatsanhörung sagt Mark Zuckerberg dazu, das Löschen des Kontos entspräche nicht "dem üblichen Vorgehen". Twitter hingegen sperrte Bannons Account.
businessinsider.com

Twitter sucht die Balance zwischen Spontanität und Vernunft, beobachtet Imre Grimm.

Twitter wirkt auf Neueinsteiger*innen "so einladend wie sechs Wochen Bootcamp mit Schlammrobben und Liegestütz unter der Aufsicht von Drill Instructor Donald", schreibt Imre Grimm. Das neue Format Fleets soll deshalb zögernde Anfänger*innen ermutigen, auch private Infos zu teilen. Das "Impulsmedium Twitter" versuche verstärkt, eine Balance zwischen Spontanität und Vernunft zu finden. Das grundsätzliche Problem bleibt aber, kritisiert Grimm: Dass die Tech-Riesen selbst bestimmen, was auf ihren Plattformen zulässig ist.
rnd.de, turi2.de (Background)

Twitter setzt weltweit nun auch auf ein Story-Format.


Story-Flut: Twitter ändert weltweit radikal sein Erscheinungsbild und setzt künftig zusätzlich zur normalen Tweet-Timeline auf eine Story-Funktion in seinen mobilen Apps. Die Fleets genannten Beiträge sind nur 24 Stunden lang verfügbar und erscheinen nicht in der regulären Timeline. Wie bei anderen Netzwerken auch können Nutzer*innen hier Text, Fotos oder kurze Videos teilen und zum Beispiel mit Emojis versehen. Die Kommunikation dazu findet über private Direktnachrichten statt. Fleets würden dazu beitragen, "dass die Menschen leichter in Gespräche einsteigen", gibt Twitter bekannt. Nutzer*innen würden sich mit Fleets "wohler dabei fühlen, persönliche und beiläufige Gedanken, Meinungen und Gefühle auszutauschen."

Twitter hatte die neue Funktion zuvor seit März in Brasilien getestet, später auch in Italien, Indien und Südkorea. Der Kurznachrichten-Dienst setzt damit als eines der letzten großen Netzwerke auf Stories. Das Format wurde erstmals bei Snapchat bekannt und später von Instagram kopiert und ist dort mittlerweile oft wichtiger als die ursprüngliche Timeline. Auch Facebook, WhatsApp und mittlerweile sogar Linked-in haben entsprechende Funktionen.
wuv.de, mashable.com, turi2.de (Background)

Xing lässt Expert*innen die Arbeitswelt von Morgen beschreiben.

Xing startet das neue redaktionelle Angebot "Zukunft machen". Unter dem Titel veröffentlicht die Redaktion der Karriereplattform ab sofort Lösungsansätze von Influencern*innen und Menschen aus der Wissenschaft, wie eine gute Zukunft angesichts des technologischen und gesellschaftlichen Wandels aussehen kann. Astrid Maier, Chefredakteurin von Xing-News sagt, das Angebot soll die Diskussion um die Zukunftsfähigkeit der Wirtschafts- und Arbeitswelt in die Mitte der Gesellschaft tragen: "Das darf keine Eliten-Debatte mehr bleiben." Zum Start kommen unter anderem Digital-Staatsministerin Dorothee Bär und Fußball-Profi Julian Draxler zu Wort.
meedia.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie geht’s der Arbeitswelt, Astrid Maier? (04/2020)

Corona-Clips der Bundesregierung werden für Humor beklatscht, für Lebensferne kritisiert.

Corona-Clips der Bundesregierung, die sich satirisch an junge Menschen richten und auffordern, als besondere Helden "mit dem Arsch auf der Couch" zu bleiben, bekommen gemischtes Echo: Jan Böhmermann etwa beklatscht die "offizielle Ankunft von Humor in staatlicher Kommunikation", Kritiker*innen bemängeln die Idee, Nichtstun zu feiern und die angeblich fehlende Lebensrealität der beiden Videos. Teresa Bücker etwa schreibt "vielleicht taugt der Heldenbegriff auch einfach für nichts als Kitsch, der mit der Realität nichts zu tun hat".
tagesspiegel.de, twitter.com (Böhmermann), twitter.com (Bücker), turi2.de (Background)

Facebook lässt gemeldete Beiträge nun von der KI vorsortieren.

Facebook-LogoFacebook setzt bei der Moderation von Inhalten ab sofort noch stärker auf künstliche Intelligenz. Künftig sortiert die KI alle automatisch gefilterten und alle gemeldeten Beiträge in eine Reihenfolge, bevor sie den Moderationsteams angezeigt werden. Dadurch soll zum Beispiel Terror-Propaganda schneller gefiltert werden. Bisher lief die Moderation weitestgehend chronologisch ab. Welche Kriterien genau für die Sortierung herangezogen werden, verrät Facebook nicht.
theverge.com

Linked-in hat 418.000 Werbepartnern falsche Abrechnungen gestellt.


Ge-linked: Das Business-Netzwerk Linked-in gibt bekannt, dass es wegen eines Messfehlers bei Anzeigen in den vergangenen zwei Jahren bei über 418.000 Werbenden falsche und überhöhte Abrechnungen vollzogen hat. Dem Netzwerk zufolge liegt der finanzielle Schaden bei über 90 % der Betroffenen bei unter 25 Dollar. Linked-in verspricht, alle Schäden zu erstatten. Mithilfe von Drittanbietern will das Netzwerk das Vertrauen in künftige Abrechnungen wieder herstellen.

Ein entscheidender Fehler entstand offenbar auf iOS-Geräten, bei denen Linked-in Videoansichten doppelt gezählt hat, wenn Nutzer*innen ihr Gerät während der Ansicht gedreht haben. Den Fehler hat das Software-Team von Linked-in bereits im August entdeckt und laut eigenen Angaben behoben, an die Öffentlichkeit tritt Linked-in mit dem Problem jedoch erst jetzt. (Foto: Valentin Wolf / Imago Images)
linkedin.com, onlinemarketing.de, meedia.de

Bravo und Instagram lassen Influencer*innen über Social-Gefahren sprechen.

Bravo: Bauers Jugendmagazin startet zusammen mit Instagram und der Cybermobbing-Beratung Juuuport eine Kampagne gegen zu viel Perfektionsdruck auf Social Media. Dazu sprechen Influencer*innen wie Diana zur Löwen im Heft und auf Instagram über ihre Erfahrungen. Ein 66-seitiger Report behandelt Online-Freundschaften und die Balance zwischen Online- und Offline-Welt – auch in Quiz-Form.
horizont.net, turi2.de (Background)

US-Handelsministerium will TikTok-Bann vorerst nicht umsetzen.

TikTok bekommt weiteren Aufschub in den USA: Das US-Handelsministerium teilt mit, es werde eine Anordnung zum Aus der Video-App in den USA nicht umsetzen, bis ein Gerichtsverfahren abgeschlossen ist. Geklagt hatten drei TikTok-Cretor. Eigentlich wäre die Frist, bis zu der ByteDance das amerikanische Geschäft von TikTok unter US-Flagge hätte stellen müssen, am Donnerstag abgelaufen.
handelsblatt.com, mashable.com

Facebook führt bei Messenger und Instagram einen Verschwinde-Modus ein.

Selbstzerstörend: Facebook führt bei seinem Messenger sowie bei Instagram einen Vanish-Mode ein, bei dem Nachrichten nach einmaligem Lesen aus dem Chat-Verlauf verschwinden. Macht jemand einen Screenshot der Mitteilung, bekommt der andere einen Hinweis. Das neue Feature ist - wie schon häufiger bei Facebook - der Klon einer der Kernfunktionen von Snapchat.
mashable.com, techcrunch.com, messengernews.fb.com

Musikverlage nehmen Twitch wegen Copyright-Verletzungen ins Visier.

Twitch sieht sich wöchentlich mit zahlreichen Meldungen zu Copyright-Verletzungen konfrontiert. Seit Mai machen offenbar Musikverlage gegen die Streaming-Plattform mobil. Twitch schreibt in einem Statement, dass es den durch jüngste Lösch-Aktionen entstandenen Ärger bei Nutzer*innen versteht. "Dinge können uns sollten besser sein", gibt die Plattform ihren Nutzer*innen zu verstehen und verspricht künftig mehr Transparenz.
meedia.de (Paid), twitch.tv

Konservativer Twitter-Klon Parler boomt nach der US-Wahl.

Parler ein konservativer Twitter-Klon, verzeichnet im Nachgang der US-Wahl einen massiven Zugewinn an Nutzer*innen. Anders als Twitter und Facebook, die zunehmend gegen Hetze vorgehen, moderiert die von Trump-Fan John Matze geführte Plattform ihre Inhalte nicht. Konservative US-Medienfiguren, etwa Trump-Sohn Eric, wenden sich zunehmend Parler zu. Damit wird das Netzwerk ein Lagerfeuer für Ultrarechte. Auch international sind Figuren wie Jair Bolsonaro oder die rechtsextreme Identitäre Bewegung vertreten.
taz.de, heute.at

Zitat: Carsten Könneker wirbt für gute Wissenschafts­kommunikation.

"Wir müssen den Wissenschaftsjournalismus als kritischen Beobachter der Wissenschaft stärken, denn eine Welt nur mit emsig kommunizierenden Wissenschaftlern wäre defizitär."

Carsten Könneker, Ex-Chef von "Spektrum der Wissenschaft" und Geschäftsführer der Klaus Tschira Stiftung, wirbt im "RNZ"-Interview um Wertschätzung für gute Wissenschafts­kommunikation. Dennoch sei es gut, dass sich wissenschaftliche Reputation nicht an Follower-Zahlen orientiert.
rnz.de

Mathias Richter wechselt von ProSiebenSat.1 als Social-Media-Chef zu “Bild”.

Bild holt Mathias Richter (Foto), 32, als neuen Head of Social Media Business und Editorial an Bord. Er kommt von der ProSiebenSat.1-Tochter Studio 71, wo er zuletzt Head of Branded Entertainment war. Auf dem neu geschaffenen Posten verantwortet er die Social Media-Auftritte von "Bild" redaktionell und kaufmännisch. Sein Vize fürs Redaktionelle wird - wie berichtet - Morten Wenzek. Anne-Kathrin Liebknecht, 28, verantwortet die Business- und Marketing-Aktivitäten.
new-business.de, turi2.de (Background Wenzek)

Basta: Twitter findet bei “Loser” zuerst Donald Tump.

Loser Kontakt: Donald Trump ist nicht nur Verlierer der US-Wahl, sondern auch bei seinem Lieblings-Sprachrohr Twitter. Wer in der Personensuche Loser eingibt, bekommt ganz oben das Profil von @realDonaldTrump angezeigt. Bestimmt nur ein Miss­verständnis, weil Trump ein verantwortungs-, haltungs- und stil-loser Mensch ist. Und demnächst Arbeits-loser.
businessinsider.com

Video-Tipp: Rezo erklärt Ranga Yogeshwar die Welt der Influenzer.

Video-Tipp: Computergenerierte Gesichter sind nicht mehr von realen Menschen zu unterscheiden, computergenerierte Musik nicht von welcher, die Menschen komponiert haben. Das stellen Rezo und Ranga Yogeshwar in einem Livestream über die Welt der Influenzer im Rahmen der Berlin Science Week 2020 fest. Das rund 80-minütige Gespräch, in dem beide viel über Fälschungen und die Auswirkungen auf die Gesellschaft und Demokratie sprechen, ist auch im Nachgang abrufbar.
youtube.com (83-Min-Video)

Corona holt Telegram aus der Nische.

Telegram drängt insbesondere seit der Corona-Pandemie aus der Nische, schreibt Sebastian Schellschmidt im "Focus". Im April registrierten sich laut Betreibern weltweit täglich 1,5 Mio Nutzer*innen. Mittlerweile hat der Dienst 400 Mio Accounts. Dass in dem Dienst Massenkommunikation und private Chats verschmelzen, macht es den Sicherheitsbehörden und der Politik schwer, Antworten auf illegale Aktivitäten und Hassbotschaften zu finden.
"Focus" 46/2020, S. 23 (Paid)

Morten Wenzek steigt zum redaktionellen Leiter des Social-Media-Teams bei “Bild” auf.

Bild macht Morten Wenzek zum neuen redaktionellen Leiter des Teams Social Media/New Platforms, wie er auf Twitter verkündete. Er beerbt Marc Biskup, der "Bild" zum Jahresende verlässt. Bisher ist Wenzek verantwortlicher Social-Media-Redakteur in der Abteilung.
twitter.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Morten Wenzek hält den vielfach totgesagten Videodienst Snapchat für quicklebendig. (06/2020)

Analyse: Soziale Netzwerke schlagen sich besser im Kampf gegen Falschinformationen während der US-Wahl.

Soziale Netzwerke geben nach der US-Wahl eine bessere Figur ab als 2016, analysiert Meike Laaff. Damals hatten sie sich gegen signifikante Eingriffe gewehrt. Heute sind u.a. irreführende Beiträge von Donald Trump und seinen Mitarbeiter*innen mit Warnhinweisen versehen, andere Posts zum Teil gelöscht. Forscher*innen der Election Integrity Partnership stellen fest, dass der unklare Wahlausgang die Verbreitung von Desinformation begünstigt.
zeit.de

Türkei verhängt Strafen gegen Facebook, Twitter & Co.

Türkei verhängt Geldstrafen von je 10 Mio Lira (ca. 1 Mio Euro) gegen Plattformen wie Facebook, YouTube und TikTok. Die Unternehmen haben nach Aussagen des zuständigen Ministeriums versäumt, einen örtlichen Vertreter für die Türkei zu benennen. Ein neues Gesetzes zur Regulierung sozialer Medien verpflichtet die Seiten dazu. Bei Verstößen kann der Staat die Plattformen auch blockieren.
t-online.de

Zitat: Dunja Hayali warnt davor, im Internet wegzusehen.

"Diese Trennung ist schon fast schon fahrlässig, naiv, gefährlich. Da stecken nicht nur Bots und Algorithmen dahinter, da sind schon auch echte Menschen am Werk."

Moderatorin Dunja Hayali sagt im Fairsprochen-Podcast, dass es keine Alternative ist, Verschwörungsideolog*innen im Internet nicht zu widersprechen, da ihr Wirken ins echte Leben überschwappe.
fairsprochen.podigee.io (64-Min-Audio)

Jan Böhmermann rührt mit Wendler-Parodie die PR-Trommel fürs “ZDF Magazin Royale”.

Böhmerwendler: TV-Moderator Jan Böhmermann bettelt um Aufmerksamkeit für seine neue Show ZDF Magazin Royale, die am Freitag startet. In einem rund 3-minütigen Video beim Messenger-Dienst Telegram zeigt sich Böhmernann mit nacktem Oberkörper und parodiert den Abschied von Schlager­sänger Michael Wendler in die Welt der Verschwörungs­theoretiker. "Sie wollen mich zum Schweigen bringen", sagt Böhmermann ironisch. Seine erste Sendung könne seine letzte sein.
youtube.com (3-Min-Video), horizont.net

Instagram schränkt vor den US-Wahlen die Hashtag-Suchfunktion ein.

Nix zu suchen: Instagram entfernt für US-Nutzer*innen vorübergehend den Tab, der sonst die aktuellsten Beiträge zeigt, wenn man nach Hashtags sucht. So will das Netzwerk die Verbreitung "potenziell schädlicher Inhalte reduzieren, die rund um die Wahl auftauchen könnten". Auch Facebook ergreift ähnliche Maßnahmen und nimmt eine Woche vor der Wahl u.a. keine politischen Werbeanzeigen mehr an.
cnet.com

turi2 edition #12, 50 Vorbilder: Sarah Kübler schreibt über Phil Laude.


Mutige Offenheit: Als gackernder YouTube-Pionier wird Phil Laude zur Teenie-Ikone. Dann erleidet der Komiker einen privaten Schicksalsschlag und teilt seine Trauer ganz offen mit der Welt. Von so viel Menschlichkeit zeigt sich Influencer-Vermarkterin Sarah Kübler in der turi2 edition #12 tief beeindruckt. Lesen Sie jetzt den ganzen Beitrag kostenlos online oder im E-Paper. Hier können Sie das gedruckte Buch bestellen.

Studie: Unternehmen investieren wieder mehr in Social-Media-Werbung.

Facebook-LogoOnline-Marketing: Die Ausgaben für Werbung in sozialen Netzwerken sind im 3. Quartal um mehr als 56 % gestiegen und somit wieder auf Vor-Corona-Niveau. Laut der internationalen Studie von Socialbakers liegt das vor allem an mehr Werbeschaltungen im E-Commerce-Bereich. Besonders gut funktioniert haben demnach u.a. Facebook Live sowie Karussell-Posts bei Instagram.
horizont.net (Paid), meedia.de

Freibrief für Digital-Plattformen wird in den USA zum Politikum.

Netz-Zensur: Die Chefs von Facebook, Google und Twitter verteidigen vor dem US-Senat die als Section 230 bekannte Regelung, die ihre Plattformen von der Verantwortung für Inhalte ihrer Nutzer*innen freispricht. Facebook-Boss Mark Zuckerberg argumentiert, ohne diesen Freibrief würden sie wohl mehr zensieren, gibt sich aber offen für eine Reform. Die US-Demokraten fordern härteres Vorgehen gegen Hass und Lügen, die Republikaner wünschen sich eine Verpflichtung zur "Neutralität".
sueddeutsche.de, stern.de, futurezone.at, handelsblatt.com

Ranking: Börsenkonzerne im internationalen Social-Media-Vergleich.

Social-Media-Ranking: US-Konzerne aus dem Dow Jones vereinen bei Linked-In, Twitter, Facebook und Instagram im Durchschnitt rund 25 Mio Follower, ermittelt die Marketing-Plattform Sendinblue. Die Unternehmen aus dem deutschen Leitindex belegt Platz 2 mit 6,7 Mio Followern. Frankreich und Großbritannien folgen mit 5 bzw. 2,4 Mio. Bei der Schlagzahl können die Briten mit durchschnittlich 87.000 Beiträgen den 1. Platz für sich verbuchen. Danach folgen die USA (70.000), Frankreich (13.000) und Deutschland (10.000).
de.sendinblue.com

Video-Tipp: Philip Papendieck will Marken die Angst vor TikTok nehmen.

Video-Tipp: Philip Papendieck, Chef der Influencer-Marketing-Agentur Intermate, rät Marken im Interview mit Horizont und turi2.tv dazu, möglichst früh einen TikTok-Kanal zu starten. Die Plattform verzeihe "extrem viel", erfolglose Videos und Viral-Hits lägen oft dicht beieinander. Intermate selbst betreibt den Entertainment-Kanal Daily Pie, dem mehr als 630.000 Accounts folgen.
youtube.com (5-Min-Video)

Vor US-Wahl: Twitter pinnt Hinweistafeln gegen Falschinformationen an Feeds.


Hilfe zur Selbsthilfe: Twitter versieht das obere Ende der News Feeds seiner Nutzer*innen in den USA ab jetzt mit zwei großen Hinweisen zur Präsidentschaftswahl in einer Woche. Die Tafeln sollen Falschinformationen präventiv entlarven – und auch ausgespielt werden, wenn Menschen nach Begriffen oder Hashtags mit Wahlbezug suchen. Einer der Hinweise warnt vor "irreführenden Informationen" über die Briefwahl, der andere weist darauf hin, dass mit finalen Ergebnissen der Wahl aufgrund des hohen Briefwahl-Aufkommens voraussichtlich mit Verzögerungen und dem 3. November zu rechnen ist. In beiden Fällen verlinkt Twitter auf weiterführende Informationssammlungen mit Inhalten aus verlässlichen Quellen, u.a. von Journalist*innen.

Die Maßnahme des Kurznachrichtendienstes ist eine von vielen, die dazu beitragen soll, Wahl-Manipulation im Social-Media-Umfeld auf den letzten Metern einzudämmen und ein Image-Debakel wie bei der letzten Wahl 2016 noch rechtzeitig abzuwenden. Andere prominente Netzwerk-Anbieter, allen voran Facebook oder YouTube, versuchen ebenfalls, mit neuen Regeln und Info-Paketen gegen Fake News und Wahl-Manipulation auf ihren Plattformen vorzugehen.
nytimes.com, techcrunch.com, theverge.com, mashable.com

Hör-Tipp: Bernhard Pörksen beobachtet “Quellen­verdunkelung” bei Fake-News.

Hör-Tipp: In der digitalen Öffentlichkeit schwindet das Bewusstsein für die Qualität einer Quelle, sagt Medien­wissen­schaftler Bernhard Pörksen in einem Vortrag für SWR2. Im Falle von Fake-News beobachtet er einen Prozess der "allmählichen Quellen­verdunkelung", weil durch Kopieren, Zitieren und Verlinken zunehmend unklar wird, aus welch "seltsamen Kanälen und zweifelhaften Quellen" die Ur-Botschaft eigentlich stammt.
swr.de (30-Min-Audio), swr.de (Manuskript, PDF)

Video-Tipp: Lukas Heining über TikTok als neue Adresse für Digitalmarketer.

Lukas HeiningVideo-Tipp: Lukas Heining, Mitgründer der Digital-Agentur Vibrand Media, erklärt im Interview mit unserem TV-Kooperationspartner "Horizont" den richtigen Umgang mit TikTok für Werbekund*innen. Er lobt das "sehr aktive Kundenmanagement". TikTok komme immer mehr im Mainstream an, auch die Zielgruppe werde älter. Heining sagt, die Kurzvideo-Plattform sollte u.a. wegen ihrer gesellschaftlichen Relevanz in keinem Media-Mix fehlen.
horizont.net (19-Min-Video)

Linked-in wird zur Selbstbeweihräucherungs-Maschine, meint Lisa Hegemann.

Linked-in entwickelt sich in der Krise zum freundlichen, aber nervtötenden "Business-Instagram" für Selbstdarsteller*innen, meint Lisa Hegemann. Ein Beitrag beginne "klassischerweise mit einer Alltagsbanalität oder einem Ghandi-Zitat" und ende mit einem Learning und einer Frage an die Follower*innen. Weil bei Linked-in "jeder irgendwas verkaufen will", und sei es nur sich selbst, sei die Plattform inzwischen abtörnend.
zeit.de