Facebook will die Wahlbeteiligung in den USA steigern.


Wahlfänger: Facebook will sich als neutraler Demokratie-Botschafter positionieren und ruft ab morgen alle US-Nutzer*innen im Wahlalter auf, sich zur Stimmabgabe für die Präsidentschaftswahl zu registrieren. Dafür blendet das Netzwerk am Kopf seiner App und Website eine Box mit Informationen ein, wie man sich im jeweiligen Bundesstaat registrieren kann. Wo verfügbar, verlinkt Facebook direkt die entsprechende Website des Bundesstaates. Ein Counter zählt zudem die Nutzer*innen, die sich laut eigener Angebe bereits eingetragen haben. Sie können das zudem ihren Kontakten mitteilen und sie so animieren, es ihnen gleich zu tun. Insgesamt will Facebook 4 Mio US-Bürger*innen zusätzlich zur Wahlurne bringen. Wer keine Wahlwerbung erhalten will, kann diese im "Voting Information Center" deaktivieren.

Mit seiner Positionierung als Demokratie-Botschafter versucht Facebook auch sein zuletzt erneut angekratztes Image aufzubessern. Zahlreiche Werbekunden verzichten derzeit auf Anzeigen bei Facebook, um gegen dessen Umgang mit Hassrede zu protestieren. Facebook-Chef Mark Zuckerberg zeigt sich vom Protest bisher unbeeindruckt und sagt, dass er davon ausgeht, dass die Werbekunden schon bald wieder zurückkehren werden.
theverge.com, businessinsider.de, turi2.de (Background)

Facebook zieht bei seinem TikTok-Klon Lasso den Stecker.

Facebook-LogoFacebook stampft seinen TikTok-Konkurrenten Lasso ein. Die Karaoke-App ging Ende 2018 ans Netz, muss nun aber für Instagram Reels Platz machen. Mit dem in der Instagram-App integrierten Reels will Facebook endlich an den Erfolg von TikTok anknüpfen.
techcrunch.com, turi2.de (Lasso), turi2.de (Reels)

Zitat: Facebooks Chef-Lobbyist sieht keinen Anreiz, Hass-Posts nicht zu löschen.

"Facebook profitiert nicht von Hassrede. Es gibt für uns keinen Anreiz, etwas anderes zu tun, als solche Inhalte zu entfernen."

Facebooks Chef-Lobbyist Nick Clegg versucht in einem Gastbeitrag in der "FAZ", das Image seines Arbeitgebers zu retten. Immer mehr Konzerne streichen Facebook aus Protest gegen Hass-Posts die Anzeigen.
"FAZ", S. 26 (Paid)

Türkischer Präsident kündigt strengere Kontrolle sozialer Netzwerke an.

Türkei: Präsident Erdoğan will soziale Netzwerke strenger kontrollieren und kündigt rechtliche und finanzielle Sanktionen an, wenn sie Beleidigungen und unliebsame Inhalte nicht schnell genug entfernen. Die Tech-Konzerne will er dazu verpflichten, Ansprech­partner in der Türkei zu benennen. Anlass ist ein Tweet seines Schwiegersohn zur Geburt dessen vierten Kindes, auf den neben Glückwünschen auch Beschimpfungen folgten.
spiegel.de

Lese-Tipp: Social Media begünstigt “parasoziale Beziehungen”.

Lese-Tipp: Claudia Wegener, Expertin für Mediensozialisation, erklärt, warum der Tod einer Influencerin Follower, die sie nur aus dem Internet kennen, so trifft – wegen der "parasozialen Beziehung". Sie entsteht, wenn Medien-Personen auch im Alltag der Nutzer*innen eine Rolle spielen. Social Media verstärkt sie, weil Influencer*innen verlässlich und oft täglich "so eine große, intime Nähe herstellen". Gegen die Trauer helfe wiederum das Internet als gemeinsamer Ort, um den Tod zu verarbeiten.
sueddeutsche.de (Paid)

Auch Volkswagen schließt sich Facebook-Boykott an.

Volkswagen will zumindest im Juli seine Werbeaktivitäten auf Facebook aussetzen. Damit schließt sich der Autokonzern einer ganzen Reihe an Firmen an, die mit ihrem Boykott gegen Missstände bei Facebook im Hinblick auf Hasspostings protestieren. Aus Deutschland beteiligen sich u.a. bereits Henkel, Puma und SAP an der Aktion.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Reddit sperrt Gruppe von Trump-Anhängern, Twitch legt Trumps Kanal lahm.

Social Media vs. Trump: Reddit macht die Gruppe "The_Donald" dicht, in der sich mehr als 800.000 Anhänger Trumps - teils rassistisch - austauschen. Die Gruppe habe gegen die Regeln des Forums verstoßen, Moderatoren "einfachste Erwartungen" nicht erfüllt. Die Video-Plattform Twitch legt zeitgleich Trumps eigenen Kanal lahm: Aufgrund beleidigender Kommentare in einem Stream ist der Präsidenten-Account zeitweise suspendiert.
spiegel.de

Indien verbietet TikTok und 58 weitere chinesische Apps.

Indien verbietet TikTok sowie 58 weitere chinesische Apps. Wie das Verbot genau aussehen soll und wie Anbieter wie Google und Apple damit umgehen wollen, ist derzeit aber noch unklar. Betroffen von der Sperre wäre rund ein Drittel der indischen Smartphone-User. Grund für das TikTok-Verbot sind Spannungen zwischen beiden Ländern wegen militärischen Konflikten in der gemeinsamen Grenzregion.
techcrunch.com, adweek.com, heise.de

Basta: Kalter Hass.

Frieren und fluchen: Twitter-User*innen senden mehr wütende Tweets, wenn es draußen kalt ist, ermittelt eine australische Studie. Die Forscher*innen analysieren fast 75 Mio englischsprachige Tweets von 2015 bis 2017 und kommen zu dem Schluss: Bei kaltem Wetter herrscht kalter Hass. Die ausgewerteten Temperaturen könnten zumindest miese Twitter-Stimmung in Deutschland erklären: Besonders wütende Posts entstehen bei 15 Grad - Deutschlands Durchschnittstemperatur liegt meist um die 11.
deutschlandfunknova.de

Basta: Neue Medienspezies entdeckt – die Alarmglucken.

Im Social-Media-Zeitalter entwickeln sich neue Spezies schneller denn je: Erst am Freitag missrieten dem turi2-Redakteur Andreas Grieß die Alarmglocken, die Ernst & Young bei Wirecard zu läuten versäumte, per Vertipper zu Alarmglucken. Ein Exemplar davon konnte Frank Behrendt, der Guru der Gelassenheit und Meister des beiläufigen Twitterns, auf verwinkelten Wegen dingfest machen und fotografieren (Foto links). Darwinismus auf Speed quasi.
twitter.com, turi2.de (erste Sichtung)

Attila Hildmann soll Journalisten bei Corona-Demonstration bedroht haben.

Pressefreiheit: Bei einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen hat der Kochbuchautor Attila Hildmann Journalisten bedroht, schreibt der "Tagesspiegel". Die Polizei habe erst später eingegriffen. Hildmann, der zuletzt mit Aussagen über Verschwörungstheorien Schlagzeilen machte, sagte: "Ihr seid Faschisten und wir werden eure Namen finden und dann gucken wir mal weiter." Ein Demonstrationsteilnehmer habe zudem gegen die Kamera eines Pressevertreters geschlagen.
tagesspiegel.de

Zitat: Twitter verändert die Diskussionskultur, findet Sandra Maischberger.

"Die Wellen der Entrüstung, bei denen es zu Twitter schnell kommen kann, führen dazu, dass manch ein Gast vorsichtiger geworden ist, wenn er sich öffentlich äußert."

ARD-Talkmasterin Sandra Maischberger beklagt bei Quotenmeter, dass Talkgäste immer häufiger schon vor der Sendung pauschal kritisiert werden.
quotenmeter.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Online-Konzert bringt beim Corona-Spendenmarathon knapp 16 Mrd Euro.

Video-Tipp: Bei einem Online-Konzert sammeln Stars wie Schauspieler Dwayne Johnson sowie Sängerinnen wie Miley Cyrus und Shakira (Foto) knapp 16 Mrd Euro an Spenden. "Das Corona-Virus brachte uns Schmerz und Unsicherheit. Wir können diese Krise nur gemeinsam bekämpfen", sagt Johnson. Zuvor hatten Staatschefs bereits Spenden gesammelt, u.a. für Impfstoffe.
rnd.de, youtube.com (2-Std-Video)


Winfried Kretschmanns Facebook-Seite geht zeitweise offline.

Facebook: Die Pressestelle des Staatsministeriums in Baden-Württemberg hat die Facebook-Seite von Winfried Kretschmann "schweren Herzens" vorübergehend geschlossen. Innerhalb von 20 Stunden seien über 4.000 Kommentare mit Verschwörungstheorien zu Corona sowie Beleidigungen und Drohungen eingegangen. Ein Betrieb der Seite sei damit nicht mehr möglich.
faz.net

Basta: Bremens Wirtschafts-Senatorin jubelt im Stadion – trotz Bundesliga-Veto.

Ausgewechselt: Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt veröffentlicht bei Twitter ein Foto aus dem Weser-Stadion, wo sich Werder Bremen in die Relegation rettet. Dabei hatte sich der Bremer Senat in der Debatte um den Bundesliga-Neustart zuvor gegen den Wiederanpfiff ausgesprochen - wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen Bällen werfen.
bild.de, twitter.com

Coca-Cola stoppt Werbung auf allen sozialen Medien für 30 Tage.

Coca-Cola pausiert seine Werbung auf sämtlichen sozialen Medien ab dem 1. Juli für 30 Tage. Damit geht der Limo-Hersteller weiter als viele andere Firmen, die lediglich auf Werbung bei der Facebook-Gruppe verzichten. Der Konzern wolle sich die Zeit nehmen, um die eigenen Werberichtlinien abzuklopfen und zu überprüfen, ob Änderungen nötig sind. "Wir erwarten auch mehr Verantwortung und Transparenz von unseren Social-Media-Partnern", mahnt Coca-Cola-CEO James Quincey.
theverge.com, coca-colacompany.com

Facebook will regelwidrige Polit-Posts mit Label abstrafen – aber nicht löschen.


Ein bisschen Frieden? Facebook will etwas entschiedener gegen Hate Speech vorgehen und Beiträge von Politiker*innen, die gegen die Regeln des Netzwerks verstoßen, aber von gesellschaftlichem Interesse sind, entsprechend kennzeichnen, statt sie zu löschen. Andere Nutzer*innen sollen sie trotz des Hinweises weiter teilen können. Posts, die zu Gewalt anstiften oder Wahlen beeinträchtigen, sind von der Regel aber ausgenommen, sagt Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Kritiker werfen Facebook vor, nicht ausreichend gegen Falschinformationen, verbreitet auch von US-Präsident Trump, vorzugehen. Twitter hatte einen Trump-Tweet mit nachweislich falschen Informationen zu Briefwahlen bereits Ende Mai per Faktencheck als Falschaussage markiert. Facebook ist mit seiner Ankündigung also vergleichsweise spät dran. Da sie außerdem relativ vage ausfällt und die Bedingungen für eine Kennzeichnung nur schwammig formuliert sind, ist fraglich, ob sie wirklich den Erfolg bringt, den Facebook verspricht. Auch weil solche Fälle – regelwidrig, aber mit "Nachrichtenwert" – laut Zuckerberg "nur eine Handvoll Mal pro Jahr" vorkommen.

Für die anstehende US-Präsidentschaftswahl kündigt Facebook ebenfalls Neuerungen an. Beiträge, in denen es um politische Wahlen geht, will der Konzern mit einem Link zum hauseigenen "Elections Information Center" versehen, einer Plattform, auf der verbindliche Informationen etwa zu Wahlterminen, Registrierung und Briefwahlen abrufbar sein sollen. Dieselben Info-Verweise soll es auch bei Instagram geben. Erst 72 Stunden vor der Wahl im November will das Netzwerk dazu übergehen, fehlerhafte Inhalte komplett zu löschen. Und: Werbeanzeigen, in denen etwa bestimmte Ethnien, Religionen oder Geschlechter als Bedrohung dargestellt werden, will Facebook künftig verbieten.

Mit den neuen Richtlinien reagieren Marc Zuckerberg und sein Team auf die steigende Zahl an Werbepartnern, die Facebook wegen seines laschen Umgangs mit Hassbotschaften als Werbeumfeld boykottieren. Ihre Anzeigen zurückgezogen haben bisher u.a. Unilever, Verizon und The North Face.
theverge.com, faz.net, mashable.com (Kritik), nytimes.com (Liste der Werbe-Protestler) facebook.com (Ankündigung Zuckerberg), turi2.de (Background)

Unilever stoppt seine Werbung auf Facebook und Twitter.

Unilever schließt sich dem Werbe-Boykott gegen Facebook an und schaltet in den USA mindestens bis Ende 2020 keine Werbung mehr auf der Plattform. Dieselbe Abfuhr erteilt der Konzern Twitter. Als Begründung gibt Unilever an, dass beide Unternehmen nicht ausreichend gegen Hate Speech vorgehen. An dem Werbe-Protest nehmen u.a. auch Verizon und The North Face teil.
businessinsider.com, cnbc.com, turi2.de (Background)

TikTok startet seine Werbeplattform für Unternehmen.

TikTok macht einen Schritt in Richtung Monetarisierung und aktiviert seine Plattform TikTok für Unternehmen. Hier können Marken direkt Kampagnen für die chinesische Plattform erstellen und u.a. auf Musik und zahlreiche Effekte zugreifen. In einigen Regionen startet TikTok zudem einen Creator Marketplace auf dem Werbende direkt Influencer für Kampagnen anfragen können.
horizont.net

BGH: Facebook muss Datensammeln einschränken.

BGH entscheidet im Eilverfahren, dass Facebook ab sofort das Datensammeln via Drittquellen einschränken muss. Damit entspricht das Gericht der Forderung des Bundeskartellamts, das strengere Regeln für das Sammeln und Auswerten von Nutzerdaten und deren Zusammenführung mit Facebook-eigenen Konten fordert. Der Streit ist trotzdem noch nicht vorbei: Das Oberlandesgericht Düsseldorf muss im Hauptverfahren entscheiden, ob es bei den Beschränkungen bleibt.
faz.net, turi2.de (Background)

BR, NDR und WDR finden Tausende Hass-Posts in geschlossenen Facebook-Gruppen.

Facebook-LogoFacebook geht nicht konsequent genug gegen rechte Hetze auf seiner Plattform vor, berichten BR, NDR und WDR. Reporter*innen der Sender haben 2,6 Mio Posts und Kommentare aus 138 meist geschlossenen rechten Facebook-Gruppen erfasst und analysiert. In den Daten fanden sie mehr als 10.000 schwere Beleidigungen, viele davon rassistischer Art, und weit mehr als Tausend mutmaßlich rechtswidrige Inhalte, darunter Aufrufe zur Vergewaltigung, SS-Runen oder antisemitische Hass-Propaganda.
tagesschau.de

Zitat: Natascha Ochsenknecht warnt davor, Kinderfotos ins Netz zu stellen.

"Einer Influencer-Mutter habe ich geschrieben, was nützt es, wenn du deiner Tochter Herzen auf die Augen setzt? Die Augen kann man austauschen. Dass da auch Triebtäter mitschauen, ist denen egal."

Autorin Natascha Ochsenknecht spricht mit der "Süddeutschen" über ihre Petition, die härtere Strafen bei Kindesmissbrauch fordert. Sie kritisiert "Influencer-Familien", die "ihre Kinder im Bikini oder morgens beim Aufwachen im Bett filmen, um damit Geld zu verdienen".
sueddeutsche.de (Paid)

Stuttgarter Polizeipräsident: Soziale Medien sind auch Grund für die Ausschreitungen.

Stuttgart: Die Randale in der Nacht zum Sonntag sind auch eskaliert, weil für einen Teil der Beteiligten Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber der Polizei zur Selbstinszenierung in den sozialen Medien gehört, sagt Polizeipräsident Franz Lutz. In Videos von den Taten sei zu erkennen, dass viele junge Männer die Ereignisse filmten und die Gewalttätigen teilweise anfeuerten. Laut Polizei war ein Treffpunkt von Jugendlichen Ausgangspunkt der Gewalt, an dem sich in den vergangenen Wochen wegen coronabedingt geschlossener Clubs immer mehr Personen getroffen haben.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

“Bild”-Redakteur Morten Wenzek: “Snapchat ist definitiv nicht tot.”


Gelber Geist für die Gen Z: Im Video-Interview mit turi2.tv erklärt Morten Wenzek, Verantwortlicher Redakteur für Neue Plattformen und Social Media, was "Bild" auf dem vielfach totgesagten Videodienst Snapchat hält: Werbeeinnahmen und eine für die Medienmarke ansonsten nahezu ungekannte Zielgruppe. Erst kürzlich hätten sein Team und er eine Snapchat-Show über Corona auch für andere Inhalte geöffnet. Jetzt versuchten sie, die hinzugewonnenen jungen Leser*innen nicht mit "Promi- oder Sport-Content zu verschrecken". Obwohl der Kanal für die Boulevard-Zeitung "wertvoll" sei, um 13- bis 24-Jährige zu erreichen, mahnt Wenzek zu kritischer Distanz. Übrigens: Auf der chinesischen Kurzvideo-Plattform TikTok produziert "Bild" aus dem traditionell China-kritischen Springer-Haus – anders als etwa die "Tagesschau" – erst gar keine Beiträge.

Im Video schlägt Wenzek außerdem vor, wie Redaktionen die neue 140-sekündige Sprachnachrichten-Funktion von Twitter für ihre Berichterstattung einsetzen könnten – und äußert sich zu Rezos Presse-Schelte. Weder Politik noch Journalismus dürften "junge Perspektiven" links liegen lassen und "aus ihrem Elfenbeinturm herab den gleichen Film abfahren, den sie schon immer machen", findet Wenzek. Auch wenn Journalist*innen stets hinterfragen sollten, was etwa Fridays for Future und andere junge Organisationen forderten: "Ich finde, Rezo hat einen guten Punkt."

Zum Streit zwischen "Bild" und dem Virologen Christian Drosten will Wenzek nichts sagen. Die Auseinandersetzung hatte sich auch auf Twitter abgespielt.
turi2.tv (11-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Twitter-Sprachnachrichten), turi2.de (Bild vs. Drosten)

TikTok wird zum Medium der Protestierenden in den USA.

TikTok wird im Rahmen der "Black lives matter"-Proteste in den USA zum politischen Medium der Stunde, beobachtet Caroline Jebens. Zahlreiche Clips würden zum Beispiel Polizei-Willkür hinterlegt mit dem Song "This is America" zeigen. Schon vorher habe es bei TikTok auch politische Inhalte gegeben, die aus China stammende App habe sich aber stets bemüht, eher durch seichte Unterhaltung aufzufallen und hat die Proteste in Hongkong – anders als die in den USA – wohl zensiert.
"FAS", S. 47 (Paid)

Bundestag verschärft Gesetz gegen Online-Hass.

Hass im Netz: Der Bundestag hat mit den Stimmen der Großen Koalition ein Gesetzespaket beschlossen, das härtere Strafen für digitale Hetze vorsieht. Bereits die Androhung von Körper­verletzungen und sexuellen Übergriffen gilt künftig als Straftat, bisher war das nur bei Mord­drohungen der Fall. Soziale Netzwerke müssen bestimmte Posts künftig nicht nur löschen, sondern sofort dem BKA melden und auch die IP-Adressen der Verfasser*innen weitergeben. Derweil ordnet in Frankreich der Verfassungsrat Nachbesserungen beim französischen Gesetz gegen Online-Hass an. Die Lösch-Frist von 24 Stunden ermutige Plattformen, gemeldet Inhalte voreilig zu löschen, egal, ob sie rechtswidrig sind oder nicht.
zeit.de, tagesschau.de (Bundestag), rfi.fr (Frankreich)

Storyclash: ProSieben legt auf Social Media im Mai deutlich zu.

ProSieben baut seine Social-Media-Interaktionen im Mai um 25 % aus, ermittelt Storyclash für horizont.net. Damit verbessert sich der Sender im Ranking von Platz sieben auf Platz vier, zu verdanken hat er seinen Höhenflug v.a. der jüngsten Staffel von "Germany's Next Topmodel". Das Social-Media-Siegertreppchen bleibt unverändert: Die meisten Interaktionen holt die ARD-"Tagesschau", Platz zwei geht an das ZDF, Platz drei an "Bild".
horizont.net

Gericht: Facebook darf “Hass-Organisationen” sperren.

Soziale Netzwerke dürfen Vereine von der Nutzung ausschließen, die sie als "Hass-Organisationen" einstufen, urteilt das OLG Dresden. Der als rechtsradikal geltende Verein "Ein Prozent" hatte gegen Facebook geklagt, weil der Konzern die Facebook- und Instagram-Konten des Vereins gesperrt hatte. Das Urteil ist rechtskräftig und kann nicht angefochten werden.
zeit.de, justiz.sachsen.de

Studie: Junge Erwachsene konsumieren Nachrichten vermehrt via Social Media.

Soziale Netzwerke sind für 30 % der 18- bis 24-Jährigen die wichtigste Nachrichtenquelle, erforscht das Reuters Institute. 2019 waren es noch 22 %. 9 % der Befragten dieser Altersgruppe konsumieren Nachrichten ausschließlich via Social Media (2019: 5 %). Auch die Zahlungsbereitschaft steigt: 16 % der Befragten haben innerhalb der vergangenen zwölf Monate für Online-Journalismus gezahlt (+5 %).
wuv.de

Lese-Tipp: Mark Zuckerberg ruiniert mit Trumps Fake News sein eigenes Lebenswerk.

Lese-Tipp: Mark Zuckerberg schließt mit US-Präsident Trump einen "Pakt mit dem Teufel", schreibt Corinna Baier im "Focus". Zuckerberg hätte nach dem Datenskandal 2018 in der Corona-Krise das Image der Plattform aufpolieren können. Doch Trump nutze "den einflussreichsten Tech-Konzern des neuen Jahrtausends" für Fake News, was Zuckerberg - anders als Twitter-Chef Jack Dorsey - zulässt. "Der einstige Rockstar ruiniert sein Lebenswerk", schreibt Baier.
"Focus" 25/2020, S. 22-25 (Paid)

Twitter fragt Nutzer*innnen, ob sie einen Artikel lesen, bevor sie ihn teilen.

Mahnender Blick über die Lesebrille: Twitter testet eine Funktion, die Nutzer*innen davon abhalten soll, blindlings Schlagzeilen zu verbreiten und Artikel zu teilen, die sie nicht gelesen haben. Twitter mahnt dafür "Schlagzeilen erzählen nicht die ganze Geschichte" und fragt "Vor dem Retweet lesen?", wenn Nutzer*innen Artikel vorm Retweeten nicht auf Twitter geöffnet haben.
buzzfeednews.com, mashable.com

EU will monatliche Berichte von Facebook und Co zu Corona-Fake-News.

EU-Kommission fordert von Facebook, Google, Twitter und weiteren Plattformen, die den freiwilligen Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Fake News unterzeichnet haben, monatliche Berichte. Darin sollen sie darlegen, wie sie die Achtsamkeit der Nutzer*innen gegenüber Falschinformationen verbessern und Corona-Desinformation einschränken. Die Kommission drängt die Plattformen, die Zusammenarbeit mit Faktenprüfer*innen auszubauen.
cnet.com

Facebook rollt Facebook News in den USA aus.


Newsworthy: Facebook rollt sein Ende 2019 angekündigtes Feature Facebook News ab sofort in den USA aus. Die Nutzer*innen bekommen eine neue Spalte angezeigt, in der ausschließlich Beiträge von journalistischen Medien enthalten sind. Sie können Reaktionen auf die Beiträge hinterlassen und sie teilen, nicht jedoch innerhalb der News-Rubrik kommentieren. Facebook bestückt den Feed sowohl mithilfe von Algorithmen als auch durch Redakteur*innen. Anders als beim Test mit einer kleinen Gruppe 2019 kommt die nun gestartete Version von Facebook News auch mit einer Rubrik für Lokalnachrichten und einer für nachrichtliche Videos.

Mit der neuen Funktion reagiert Facebook auf die Kritik von Medien, dass ihre Inhalte zugunsten von persönlichen Beiträgen an Reichweite eingebüßt haben. Außerdem will Facebook sein Image aufpolieren, das unter den Debatten zu Fake News und Filterblasen gelitten hat. Ob Facebook News auch nach Deutschland kommt, ist bislang unbekannt.
techcrunch.com, turi2.de (Background)

Studie: Politische Werbung im Netz wird kaum reguliert.

Online-Werbung: Politische Parteien agieren im digitalen Wahlkampf oft in einem rechtsfreien Raum, zitiert die "FAZ" aus einer Studie des Digitalpolitik-Instituts Stiftung Neue Verantwortung. Die Regularien seien für Radio-, Print- und Fernsehwerbung geschaffen. Dies führe zu "weitgehender Intransparenz" und könne missbraucht werden, "um die Gesellschaft zu polarisieren".
faz.net, stiftung-nv.de (Studie)

“Black Lives Matter”: Jeff Bezos veröffentlicht eine rassistische Hassmail.

Amazon: Jeff Bezos veröffentlicht auf Instagram eine rassistische Hassmail eines Kunden, die der Amazon-Chef erhalten hat. "Dave, Du bist die Art von Kunde, die ich gerne verliere", schreibt Bezos dazu. Der Amazon-Chef hatte zuvor seine Sympathie für die Protestbewegung "Black Lives Matter" öffentlich gemacht, worauf er auch eine Vielzahl an fremdenfeindlichen Nachrichten erhielt.
instagram.com


EU-Kommission: Soziale Medien sollen Auskunft über Corona-Falschinformationen geben.

EU-Kommission fordert Soziale Medien auf, einen monatlichen Bericht über kursierende Falsch-Meldungen zur Corona-Krise abzugeben. Facebook, Twitter und Co. sollen detailliert darlegen, wie viele irreführende Posts und falsche Nutzerkonten sie identifiziert haben und wie groß deren Reichweite war. Die Kommission erhofft sich so u.a. ein besseres Bild über die versuchte Einflussnahme anderer Staaten: China und Russland etwa hätten die Corona-Krise für Kampagnen genutzt, die "die demokratische Debatte untergraben".
handelsblatt.com

Facebook überprüft eigene Richtlinien.

Facebook-LogoFacebook überprüft seine eigenen Richtlinien in drei Bereichen: Die Plattform nimmt ihren Umgang mit staatlichen Institutionen und mit Desinformationen unter die Lupe; außerdem sollen die Regeln bezüglich politischer Großereignisse gecheckt werden. Zu Änderungen verpflichten will sich Facebook aber nicht. Das Unternehmen war in die Kritik geraten, nachdem Gründer Mark Zuckerberg entschieden hatte, nicht gegen umstrittene Äußerungen von US-Präsident Trump vorzugehen.
onlinemarketing.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: News-WG vom BR arbeitet ohne Hierarchien und setzt kein Vorwissen voraus.

Hör-Tipp: Helene Reiner, Teil der BR-News-WG bei Instagram, erzählt im "New Work"-Podcast von Michael Trautmann und Christoph Magnussen, wie sie das Format nach der Devise "Ausprobieren, machen, testen" mitentwickelt hat. Auch die Struktur der Arbeitsteilung im Team hat sich erst mit der Zeit gefunden, Hierarchien haben sie abgeschafft. Bei ihrer Zielgruppe setzt die News-WG kein Vorwissen voraus. Der Gedanke dahinter: "Was soll ich mit der News anfangen, wenn ich überhaupt nicht verstehe, worum es eigentlich geht."
newwork.podigee.io (55-Min-Audio)

Hör-Tipp: TikTok-Star Younes Zarou über seine Social-Media-Strategie.

Hör-Tipp: Younes Zarou, 22, erzählt im Podcast Nie gehört, wie er mit kreativen Videos und Kameratricks innerhalb von rund neun Monaten sechs Mio TikTok-Follower sammelte. Die meisten interessieren sich besonders für seine MakingOf-Clips. Social Media ist für ihn ein Nebenjob, er arbeitet im Hauptberuf als Berater – das meiste Geld verdient er mit seinen rund 75.000 Followern auf Instagram.
niegehoert.podigee.io (47 Min)

VW-Vorstand soll Konsequenzen aus rassistischem Werbespot ziehen.

Volkswagen will, dass der gesamte Vorstand den rassistischen Instagram-Spot für den Golf 8 aufarbeitet und Konsequenzen zieht. Wie er entstanden ist, hat der Konzern zwei Wochen lang geprüft. In einem offenen Brief schreiben Werks-Leiter*innen dem Vorstand, der Clip zerstöre das "über Jahrzehnte gewachsene Kundenvertrauen" und gefährde Arbeitsplätze.
spiegel.de, ndr.de, turi2.de (Background)