Video-Tipp: Chinesische Landwirte verkaufen Produkte per Livestream.

Video-Tipp: In China vermarkten Landwirte ihre Waren per Livestream und treiben ihren Absatz damit in die Höhe, berichtet Tamara Anthony im "ARD-Weltspiegel". In Schulungen geben TikTok, Alibaba und der E-Commerce-Gigant JD Nachhilfe in Sachen Direkt-Vertrieb, Influencer*innen helfen bei der Präsentation. Für eine Provision von 1 % des Umsatzes übernehmen die Plattformen auch Logistik und Transport.
daserste.de (6-Min-Video), daserste.de (Textfassung)

US-Bezirksrichterin kippt das von Trump verordnete WeChat-Verbot.

WeChat darf in den USA in den Appstores von Apple und Google bleiben, die kalifornische Richterin Laurel Beeler hat Trumps Verbot per einstweiliger Verfügung ausgesetzt. Die beschränkte Redefreiheit, die das Verbot mit sich bringe, sei schwerwiegender als die Sorge der Regierung um die nationalen Sicherheit. Laut Reuters hat Beeler gegen den Willen des US-Justizministeriums gehandelt.
spiegel.de, t3n.de, reuters.com, turi2.de (Background)

Facebook verpasst Gruppen strengere Regeln.


Gruppenhaft: Facebook zieht die digitalen Daumenschrauben im Kampf gegen Hassbotschaften etwas enger. Künftig gelten für Gruppen und deren Mitglieder strengere Regeln. Löscht Facebook eine Gruppe, dürfen künftig nicht nur die Admins, sondern auch die Moderator*innen für 30 Tage keine neue Gruppe gründen. Versuchen sie im Anschluss eine andere Gruppe zu gründen, die gegen Regeln verstößt, verlängert sich diese Frist erneut um 30 Tage. Gruppenmitglieder, die in einer Gruppe gegen die Richtlinien verstoßen haben, müssen für 30 Tage alle ihre Posts von Moderator*innen freischalten lassen. Genehmigen diese verletzende Postings, wird die Gruppe ganz gelöscht.

Facebook will zudem Gruppen ohne aktive Administratoren ausfindig machen. Hier sucht das Netzwerk proaktiv nach Mitgliedern, die diese Rolle ausfüllen können. Bleibt die Suche ergebnislos, wandert die Gruppe ins Archiv. Gruppen zu Gesundheitsthemen schlägt Facebook seinen Nutzer*innen künftig nicht mehr vor, über die Suche sind sie aber weiter auffindbar.

Facebook versucht mit den neuen Maßnahmen Herr über Verschwörungstheorien, Fake News und Hassbotschaften zu werden, für die das Netzwerk wiederholt in die Kritik geraten ist. Ob die Maßnahmen dafür ausreichen, bleibt jedoch fraglich. Erst Mitte August hat Facebook rund 900 Gruppen und Seiten der QAnon-Bewegung verbannt.
techcrunch.com, turi2.de (Background)

Zitat: Kim Kardashian ruft zum Boykott von Instagram und Facebook auf – für einen Tag.

"Ich kann nicht zusehen und still bleiben, während diese Plattformen es weiterhin erlauben, Hass, Propaganda und Falschinformationen zu verbreiten."

Reality-Star Kim Kardashian boykottiert für einen Tag Instagram und Facebook. Sie schließt sich damit dem Aufruf der Aktion #StopHateForProfit an, dem u.a. auch Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence folgen.
instagram.com via spiegel.de, zeit.de

Hass im Netz trifft besonders Frauen und Minderheiten.

Hass im Netz: Kommunikationswissenschaftlerin Anna Sophie Kümpel, 31, erforscht, ob ein direkter Zusammenhang zwischen Hass im Netz und physischer Gewalt besteht – bislang fehlt der wissenschaftliche Beweis, mehrere Studien weisen aber darauf hin. Frauen und Angehörige von Minderheiten seien besonders von Hass im Netz betroffen und zögen sich oft komplett aus der Debatte zurück. Kümpel sagt, wichtiger als Lösch- und Filter-Mechanismen sei Prävention, sie sieht Schulen in der Pflicht.
"Süddeutsche Zeitung", S. 19 (Paid)

Gründer André Mörker verlässt Influencer-Agentur Media-Part.

Media-Part: Gründer und Geschäftsführer André Mörker verlässt die Influencer-Agentur. Seine Anteile übergibt er komplett an die Social Chain Group von Georg Kofler, die bereits zwei Drittel des Unternehmens besitzt. Mörker baut eine neue Firma auf, die sich im Sport- und Musikmarketing betätigen soll.
horizont.net, linkedin.com (Abschiedspost), turi2.de (Background)

Facebook reagiert auf Vorwürfe, Manipulationen ignoriert zu haben.

Facebook-LogoFacebook reagiert mit Floskeln auf die Vorwürfe von Ex-Mitarbeiterin Sophie Zhang, Manipulationsversuche ignoriert und verschwiegen zu haben. Ein Sprecher verweist auf Facebook-Teams, die Fake-Accounts und einen Missbrauch der Plattform bekämpfen: "Wir untersuchen jede Angelegenheit gewissenhaft, einschließlich der von Frau Zhang genannten, bevor wir aktiv werden oder als Unternehmen an die Öffentlichkeit gehen." Ein geleaktes internes Memo von Zhang hatte Facebook in Erklärungsnot gebracht.
Quelle: Stellungnahme per Mail, turi2.de (Background)

Statement im Wortlaut:

"We’ve built specialized teams, working with leading experts, to stop bad actors from abusing our systems, resulting in the removal of more than 100 networks for coordinated inauthentic behavior. It’s highly involved work that these teams do as their full-time remit. Working against coordinated inauthentic behavior is our priority, but we’re also addressing the problems of spam and fake engagement. We investigate each issue carefully, including those that Ms. Zhang raises, before we take action or go out and make claims publicly as a company."

Auch Aldi Nord bringt eine eigene Fashion-Kollektion heraus.

Aldi Nord macht es Lidl nach und bringt eine eigene Streetwear-Kollektion heraus. Das Design der Hoddies, Trainingsanzüge, T-Shirts und Socken erinnern an die blau-weiß-gestreiften Plastiktüten des Discounters. Anders als Lidl verkauft Aldi Nord die Klamotten nicht in seinen Filialen, sondern verlost sie über Social Media.
wuv.de, instagram.com, turi2.de (Background Lidl)



Video-Tipp: Rechte Parteien bedrohen die freie Meinungsäußerung.

Video-Tipp: Das ARD-Kulturmagazin "ttt" spricht mit Umwelt-Aktivistin Luisa Neubauer (Foto) und den Politikerinnen Sawsan Chebli und Janine Wissler über Hasskommentare im Netz. Die digitalen Beschimpfungen seien ein gesellschaftliches Problem, das vor allem politisch aktive Frauen treffe. Wenn rechte Parteien stärker werden, schwäche dies die Gleichberechtigung und die freie Meinungsäußerung.
daserste.de (7-Min-Video)

Irische Datenschützer wollen Facebook Daten­austausch zwischen EU und USA verbieten.

Facebook-LogoFacebook muss womöglich seinen Umgang mit den Daten europäischer Nutzer*innen überarbeiten. Die irische Daten­schutz­behörde ordnet in einem vorläufigen Erlass an, dass Facebook Nutzer-Daten aus der EU künftig nicht mehr in die USA übertragen darf. Eine finale Entscheidung soll Ende 2020 fallen. Facebook warnt vor weitreichenden Auswirkungen für trans­atlantische Geschäfte.
politico.eu, wsj.com (Paid), reuters.com, nytimes.com, fb.com

Hör-Tipp: Jan Böhmermann spricht über das Verhältnis zwischen Twitter und Realität.

Hör-Tipp: Jan Böhmermann erklärt im hr-info-Podcast "Das Interview" das Blockieren von Twitter-User*innen: "Das Erstellen von Bubbles, die auch in der Wirklichkeit existieren, ist essentiell, um nicht verrückt zu werden." In den letzten Jahren habe er zunehmend das Bedürfnis verspürt, sich auch ernsthaft politisch zu positionieren. Für die Kabarettistin Lisa Eckhart, die kürzlich wegen antisemitischer Anspielungen in die Kritik geraten war, zeigt er wenig Mitleid.
hr-inforadio.de (28-Min-Audio)

Influencerin Pamela Reif unterliegt vor Gericht.

Schleichwerbung: Influencerin Pamela Reif muss auch Instagram-Beiträge als Werbung kennzeichnen, für die sie kein Geld erhält, entscheidet das Oberlandesgericht Karlsruhe. Das Urteil betrifft alls Posts mit Tags von Markenherstellern. Per Revision kann der Fall vor den Bundesgerichtshof gehen, der ein Grundsatzurteil fällen könnte. Anders als Reif bekam Cathy Hummels in einem ähnlichen Prozess im Juni vom OLG München Recht.
wuv.de, turi2.de (Background)

Die “Tagesschau” will die Livestreams in den sozialen Netzwerken ausbauen.

Live is live: Die "Tagesschau" will die Livestreams in den sozialen Netzwerken bis "spätestens Ende des Jahres" ausbauen und live von Pressekonferenzen oder Demos berichten, kündigt Marcus Bornheim, Chefredakteur von ARD-aktuell, im "radioeins-Medienmagazin" an. Die Umbenennung der Kommentare als "Meinung" diene der Verständlichkeit, verteidigt Bornheim die Änderung.
wwwagner.tv (9-Min-Audio)

Die Polizei in Sachsen entschuldigt sich für einen Retweet über “linkes Pack”.

Polizei-Pardon: Die Polizei in Sachsen entschuldigt sich für einen Retweet, der im Zusammenhang mit den Leipziger Krawallnächten von "linkem Pack" spricht. Die Polizei löschte den Tweet nach öffentlicher Kritik vom offiziellen Account, es sei eine "unbeabsichtigte Handlung" gewesen und nicht "unsere Sichtweise". Vermummte hatten in Leipzig randaliert und auch die Polizei angegriffen.
faz.net, twitter.com (Entschuldigung)

Video-Tipp: Immer mehr Ägypterinnen werden nach TikTok-Postings angeklagt.

Video-Tipp: Immer mehr Ägypterinnen werden nach TikTok-Postings aufgrund vermeintlicher Verstöße gegen die öffentliche Moral angeklagt, berichtet ARD-Reporter Alexander Stenzel im "Weltspiegel". Ein Video, in denen eine junge Frau in einem bauchfreien T-Shirt tanzt, richte laut Justiz "großen Schaden in der ägyptischen Gesellschaft" an. Jurist*innen beklagen Willkür und Sexismus.
tagesschau.de (6-Min-Video)

Instagram bekommt mit dem kostenpflichtigen OnlyFans freizügige Konkurrenz.

Porno-Instagram: Die Plattform OnlyFans entwickelt sich zu einer Influencer-Plattform für nackte Tatsachen. Zuschauen darf nur, wer per View oder im Abo zahlt. Nach eigenen Angaben gibt es 25 Mio Nutzer*innen, davon 4.000 in Deutschland. Weltweit stellen bisher 500.000 Intimfluencer die Bezahl-Inhalte ein, für die User mindestens 3 Dollar pro verfolgten Account bezahlen.
mopo.de, welt.de, , youtube.com (17-Min-Video "Puls Reportage")

Wer Twitters Macht ignoriert, kapituliert vor der Realität, sagt Jan Böhmermann.

Twitter Royale: Der Kurznachrichtendienst hat eine Macht, "sich dem zu verschließen, ist Kapitulation vor der Realität", sagt Jan Böhmermann im "SZ"-Interview. Wenn er mit seinen rund 2,2 Mio Followern etwas twittert, reden die Menschen darüber. "Das ist mir aber auch unheimlich", gesteht Böhmermann.
Bei dem "Überschriftenmedium" prallten "zusammengefasste Positionen aus Schützengräben" aufeinander.
"Süddeutsche Zeitung", S. 52 (Paid)

Twitter und Facebook verpassen Trump-Posts Warnhinweise.

Wahlbetrugs-Warnung: Twitter und Facebook versehen erneut Posts von Donald Trump mit Warnhinweisen. Damit reagieren die Plattformen auf Aufrufe des US-Präsidenten zum Wahlbetrug. Darin ermutigt er seine Follower dazu, bei der Präsidentschaftswahl zweifach abzustimmen, wenn sie unsicher seien, ob ihre Briefwahlstimme wirklich gezählt worden sei.
dw.com, heise.de, twitter.com, facebook.com

Lese-Tipp: Chefs von Volkswagen und der Telekom inszenieren sich bei Social Media.

Lese-Tipp: Volkswagen-Chef Herbert Diess und Telekom-Chef Tim Höttges (Foto) inszenieren sich bei Instagram und Linked-in als "versierte Konzernstrategen", analysiert das "Handelsblatt" deren digitale Kommunikation. Es gehe um "Einfluss, Macht und Meinungsführerschaft", um auch abseits ihrer Reden auf der Hauptversammlung eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.
handelsblatt.com (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): Telekom-Chef Timotheus Höttges verspricht funklochfreies Deutschland – sogar im Zug.

Zitat: Influencer*innen bleiben als Quelle im Kopf, sagt Michalis Pantelouris.

"Die Verbindung von einem Medium zu einer Information ist nah an nicht existent, die von einer – ich nehme an: verehrten – Person zu einer Information ist unauslöschbar."

Journalist Michalis Pantelouris wundert sich über die Fähigkeit seiner beiden Töchter, sich Quellen vorwiegend dann merken zu können, wenn die Informationen von Influencer*innen kommen.
uebermedien.de (Paid)

Zahl des Tages: Tweet zu Chadwick Boseman erreicht über 6,7 Mio Twitter-Herzen.

Zahl des Tages: Über 6,7 Mio Menschen zeigen bei Twitter mit einem Like ihre Trauer über den Tod von "Black Panther"-Star Chadwick Boseman. Der Beitrag erreicht die meisten Twitter-Herzen in der Geschichte des Kurznachrichtendienstes. Er löst damit einen Beitrag von Barack Obama aus dem Jahr 2017 ab.

n-tv.de, twitter.com

Lese-Tipp: In Südkorea übertragen Videoblogger ihr Leben in Dauerschleife.

Lese-Tipp: In Südkorea übertragen Video-Blogger*innen ihr Leben in Dauerschleife und verdienen so bis zu 50.000 Euro im Monat. Der Erfolg geht oft zu Lasten des Privatlebens: Freund*innen haben die Streaming-Stars aus Zeitmangel kaum. Jede Minute offline bedeutet den Verlust von Fans, das Resultat: die Blogger*innen sind oft ebenso einsam wie ihre Zuschauer*innen.
"Spiegel" 36/2020, S. 82 - 84 (Paid)

Hör-Tipp: Miriam Meckel und Léa Steinacker diskutieren über Cancel Culture.

Hör-Tipp: Miriam Meckel (Foto) und Léa Steinacker diskutieren in der Auftaktfolge der 10. Staffel des ada-Podcasts das Phänomen Cancel Culture, also den systematischen Boykott von Personen oder Organisationen, die sich beleidigend oder diskriminierend verhalten. Was in sozialen Medien derzeit hohe Wellen schlägt, sei eigentlich gar nicht neu, manche stilisieren sich auch zu Unrecht zum Opfer. Twitter spiele bei der Eskalation der Diskussion eine besondere Rolle, wenn verkürzte und zugespitzte Aussagen zur "Übersprungs­kommunikation" führen.
join-ada.com/podcast (40-Min-Audio)

Gruner + Jahr lagert Versuchsküche in Joint-Venture aus.


Ausgekocht: Gruner + Jahr schließt zum Jahresende seine eigene Versuchsküche mit angegliederten Fotostudios im Verlagshaus am Hamburger Baumwall ‐ einst stolzes Schmuckstück des Verlags. Als Ersatz gründet G+J zusammen mit dem Food-Content-Produzenten Foodboom die Blueberry Food Studios. In einer ausgebauten Industriehalle in Hamburger Stadtteil Rothenburgsort richtet die gemeinsame Firma mehrere Entwicklungs­küchen ein, wo Rezept­produktionen für Bewegtbild, Social Media, Digital und Print entstehen sollen, ebenso Live-Formate und Branded Content.

G+J-Food-Publisher Jan Spielhagen, im Baustellen-Foto in der Mitte, will Leser*innen und Werbepartnern gemeinsam mit Foodboom "eine ganz neue Art von Food-Publishing" bieten, dazu sei es nötig "unsere Kompetenzen und Angebote zu erweitern". Sebastian Heinz (rechts) und Hannes Arendholz (links), Gründer und Geschäftsführer von Foodboom freuen sich, "die Produktionsverantwortung für renommierte Flaggschiffe des Foodjournalismus" zu übernehmen und glauben, in enger Zusammenarbeit mit G+J "viel voneinander lernen" zu können. "Über zehn Arbeitsplätze" sind am neuen Standort geplant. Am Baumwall arbeiten bisher 15 Beschäftigte in der Redaktions­küche, für die mit dem Betriebsrat "Anschlusstätigkeiten" gefunden werden sollen. (Foto: G+J / Mariusz Mocak)
new-business.de, meedia.de, guj.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: G+J-Food-Chef Jan Spielhagen über Möglichkeiten und Grenzen der Magazin-Marke "Beef". (12/2018)

Lese-Tipp: Der Sturz der Influencer-Familie Stauffer.

Lese-Tipp: Friederike Zoe Grasshoff analysiert in der "Süddeutschen Zeitung" den "Fall Stauffer". Myka und James Stauffer, ein Influencer-Ehepaar aus den USA, hatten im Mai für einen Sturm der Entrüstung gesorgt, nachdem sie ihren chinesischen Adoptivsohn Huxley zunächst in Videos kommerzialisiert, dann aber aufgrund seines Autismus "zurückgegeben" hatten. Es stelle sich aufgrund des Falls auch die Frage, ob "das Echte, das Unerfreuliche Platz auf Social Media" habe.
sueddeutsche.de (Paid)

Instagram ermöglicht Anzeigenschaltung ohne Facebook-Konto.

Instagram ermöglicht es Unternehmen, Anzeigen zu schalten, ohne dass ihr Account mit einem Facebook-Werbekonto verbunden ist. Das Feature soll schrittweise in "ausgewählten Ländern" ausgerollt werden. Sinn macht es nur für Firmen, die zum ersten Mal einen Beitrag auf Instagram hervorheben wollen - ist das in der Vergangenheit bereits passiert, sind die Konten in der Regel bereits verknüpft.
horizont.net

TikTok will gegen Trump klagen.


Gegenangriff: Die TikTok-Mutter ByteDance kündigt an, gegen die US-Regierung zu klagen. Damit wehrt sich die Betreiberin der chinesischen Video-Plattform gegen einen Trump-Erlass, der ByteDance zum Verkauf des US-Geschäfts oder dessen Einstellung zwingen will. Die US-Regierung habe bei ihrem Erlass "nicht auf Fakten geachtet" und "versucht, sich in die Verhandlungen privater Unternehmen einzumischen".

Geht es nach der Regierung, ist TikTok am 12. November vom US-Markt verschwunden. Trump hat US-Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu TikTok verboten und sich dabei auf den Datenschutz berufen. TikTok muss außerdem innerhalb von drei Monaten alle US-Nutzer-Daten löschen. Parallel verhandelt Microsoft mit ByteDance über die Übernahme von Teilen des TikTok-Geschäfts.
independent.co.uk, adweek.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

Basta: Die wollen nur spielen.

Wenn das Leben dir Äpfel gibt... Spielehersteller Epic Games, der Apple im Streit um die Provision beim Spiel Fortnite verklagt, schüttelt ein Ass aus dem Ärmel und geht spielerisch gegen den Feind vor – mit einem Anti-Apple-Turnier. Gamer*innen können zum Beispiel "Free Fortnite"-Hüte gewinnen, sowie das Kostüm von Tart Tycoon – dem apfelköpfigen Bösewicht der Fortnite-Welt.
futurezone.at, turi2.de (Background)

Meinung: Populistische Kritik an ARD und ZDF wird Teil des politischen Geschäfts.

Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk in Social Media lautstark und oft auch populistisch anzuzweifeln, ist "Teil des politischen Geschäfts geworden", beobachtet Claudia Tieschky. Politiker*innen bewegten sich damit "nah am Markenkern der Konkurrenz von rechts" und spekulierten auf Chancen bei AfD-Wähler*innen. ARD und ZDF seien gezwungen, sich dem Publikum zu erklären und ihren Nutzen nachzuweisen, was dem Rundfunk gut tue.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: BitChute, das YouTube für Nazis.

Lese-Tipp: Matthias Schwarzer analysiert die Video-Plattform BitChute, die eine Art YouTube für Rechtsradikale ist. Das 2017 gegründete BitChute habe zwar Regeln, die "Aufstachelung zu Gewalt" und die "böswillige Nutzung der Plattform" verbieten - allerdings tummle sich dort das Who-is-Who der Rechten Szene. Prominenter Zulauf kommt auch aus Deutschland: Etwa Koch und Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann.
rnd.de

Google-Mutter Alphabet wollte ein Stück vom TikTok-Kuchen ab.

Google-Mutter Alphabet wollte ein Stück vom TikTok-Kuchen ab und war Teil einer Bieter-Gruppe, die an einem Anteil der chinesischen App interessiert war. Zuständig war eine von Alphabets Investment-Abteilungen: GV oder CapitalG. Die Gespräche seien aber in den letzten Tagen im Sand verlaufen, welche Konzerne der Bieter-Gruppe noch angehörten, ist unbekannt.
businessinsider.com, news.bloomberglaw.com (Paid)

Basta: Donald Trump startet einen Account bei TikTok-Konkurrent Triller.

You know it's Triller: Donald Trump startet den nächsten Angriff auf TikTok. Statt auf weitere Beschränkungen zu setzen, denkt sich der US-Präsident: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Er erstellt einen Account beim TikTok-Konkurrenten Triller. Man stelle sich nur vor, Angela Merkel hätte vor zehn Jahren ein Profil bei StudiVZ eingerichtet.
mashable.com, triller.co

Facebook schließt sich der Fortnite-Kritik an Apple an.

Facebook-LogoFacebook schießt bei der Präsentation einer neuen Funktion gegen Apple: Nutzer*innen können auf Facebook künftig kostenpflichtige Veranstaltungen organisieren. Das Netzwerk verspricht den Anbietern, sie würden 100 % der Einnahmen bekommen, betont jedoch, dass dies nicht bei Nutzer*innen von Apple-Mobilgeräten gilt. Apple habe abgelehnt, auf eine Provision im App-Store zu verzichten oder Facebook Pay zu erlauben, sodass "die kleinen und mittleren Unternehmen nur 70 Prozent von ihren hart verdienten Erlösen bekommen werden". Damit schließt sich Facebook der Kritik des Spieleherstellers Epic Games an, der Apple im Streit um die Provision beim Spiel Fortnite verklagt.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Influencerin Louisa Dellert findet den Umgang im Netz seit Corona rauer.

Politische Kommunikation im Internet ist aufgrund des rauen Umgangtons schwieriger geworden, sagt Louisa Dellert der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Früher sei sie als Fitness-Influencerin auf ihren Körper reduziert und zum Beispiel als "fette Sau" beschimpft worden. Nun habe sie nach einem Bericht über die AfD eine Morddrohung erhalten. Als wegen Corona mehr Menschen zuhause bleiben mussten, hätten zudem mehr Leute Zeit gehabt, auf Instagram Frust rauszulassen. Auch finanziell sei das Thema schwierig: Seit sie sich mit politischen Themen und Nachhaltigkeit beschäftigt verdiene sie nur noch einen Bruchteil dessen, was sie mit Fitness-Themen eingenommen hat.
"FAS", S. 24 (Paid)

Zitat: Twitter-Shitstorm kann zum Dilemma werden, sagt DFG-Präsidentin Katja Becker.

"Wir haben es dabei immer mit einem grundsätzlichen Dilemma zu tun: dass nämlich die Kommunikation in den sozialen Medien, anders als in der Wissenschaft üblich, extrem beschleunigt, selektiv und vom allem meinungsgetrieben verläuft."

Katja Becker, Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, verteidigt im "Zeit"-Interview die Kommunikation nach dem Dieter-Nuhr-Shitstorm.
"Zeit" 34/2020, S. 32 (Paid)