Telegram gibt kaum Nutzerdaten an Behörden weiter.

Anonymer Raum: Polizei und Justiz beklagen, dass Telegram kaum Daten zur Ermittlung von Tatverdächtigen rausrückt. Laut WDR und "Süddeutsche Zeitung" habe das BKA bei 230 Anfragen nur in 60 Fällen überhaupt eine Antwort erhalten. In gerade Mal 25 Fällen seien Daten übermittelt worden. "Wir kommen an Telegram nicht ran", kritisiert Christoph Hebbecker von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) der Kölner Staatsanwaltschaft. Immerhin die Löschanfragen deutscher Behörden werden inzwischen umgesetzt. Von 445 gemeldeten Fällen seien 419 strafbare Inhalte gelöscht worden.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Teekanne nutzt als erste deutsche Marke das TikTok-Format Branded Mission.

Teekanne nutzt gemeinsam mit der Media-Agentur OMD als erste deutsche Marke das TikTok-Format Branded Mission. Dadurch können Werbe­treibende Inhalte zu ihrer Kampagne von TikTok-Nutzern sammeln und die Videos anschließend in Anzeigen umwandeln. Teekanne hat dafür eigene Filter zu einzelnen Teesorten kreiert, die in den Clips genutzt werden können.
lifepr.de

CSU löscht Söder-Video mit anzüglichem Song bei Tiktok.

Sexy Söder Clip: Die CSU hat ein TikTok-Video mit Markus Söder gelöscht, das zu einer Frage­runde mit dem Partei­chef aufrufen sollte. In dem Video, das noch auf Twitter zu finden ist, sind überrascht dreinblickende Frauen zu sehen, dann ein harter Schnitt zu Söder. Im Hinter­grund läuft "The Bad Touch" der Bloodhound Gang, ein Song, der mit seinem Text zur Begattung aufruft.
sueddeutsche.de, twitter.com (Video)

Londoner Vermieter verklagt Twitter wegen ausstehender Mietzahlungen.

Nest­beschmutzer: Das Unternehmen Crown Estate, das Immobilien für die britische Krone verwaltet, verklagt Twitter, weil das Unternehmen seit dem Antritt von Elon Musk keine Miete für sein Londoner Büro bezahlt haben soll. Aus dem gleichen Grund ist auch eine Klage in San Francisco eingegangen. Musk soll im Oktober Miet­zahlungen für Twitter-Büros gestoppt haben.
t-online.de

Basta: Smartphone-Detox ist Auslegungssache.

Undigital Detox: Junge Menschen wie die Sängerin Camila Cabello sagen der Smart­phone-Sucht den Kampf an und steigen aufs gute alte Klapp­handy um. Das Retro-Teil postet sie bei Instagram, andere berichten bei TikTok von ihrem "Smart­phone-Detox". Das ist ungefähr so, als würden wir behaupten, der turi2-News­letter entstünde nach ausführlicher Telefon­buch-Recherche unter Kerzen­schein auf einer Olympia-Schreib­maschine.
faz.net (€), instagram.com

EU droht TikTok mit europaweitem Verbot.

Warnschuss: Die EU-Kommission droht Tiktok mit einem EU-weiten Verbot, teilt EU-Kommissar Thierry Breton am Donnerstag nach einem Gespräch mit TikTok-Chef Shou Zi Chew mit. Breton habe auf das neue EU-Gesetz über digitale Dienste hingewiesen und mit Nachdruck die Einhaltung europäischer Regeln beim Datenschutz und Urheberrecht gefordert. Es sei unakzeptabel, wenn vor allem junge oft minderjährige Nutzer innerhalb weniger Sekunden zwischen lustigen und gefährlichen oder sogar lebensbedrohlichen Inhalten hin und hergeleitet würden. Breton zeigte sich auch besorgt über den Vorwurf, dass Journalisten via TikTok ausspioniert und Nutzerdaten in Drittstaaten übermittelt werden.

"Wir werden nicht zögern, alle möglichen Sanktionen zu beschließen, wenn Prüfungen nicht die volle Einhaltung erkennen lassen", so Bretons ungewohnt deutliche Warnung an den Chef der besonders bei Jugendlichen beliebten Video-App. Die App steht seit längerem in der Kritik, in puncto Datensicherheit und Nutzerschutz zu nachlässig zu sein. TikTok gehört zum chinesischen Konzern Bytedance und steht deshalb auch immer wieder im Verdacht, chinesischen Behörden Zugriff auf die App zu geben.
sueddeutsche.de, apnews.com, twitter.com

Bundesregierung startet eigenen Instagram-Account.

Sorry, kein Bock auf deine Story? Die Bundesregierung ist nach Facebook, Twitter, Mastodon und YouTube nun auch mit einem eigenen Profil auf Instagram vertreten. Die redaktionelle Betreuung des Accounts übernimmt das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, das auch für die Social-Media-Accounts von Bundeskanzler Olaf Scholz verantwortlich ist. Ziel des Auftritts ist es, vor allem jüngere Nutzer über die Politik der Bundesregierung zu informieren. Die ersten Posts zum Strompreisdeckel und LNG-Terminals stoßen auf verhaltenes Feedback.
bundesregierung.de, rp-online.de

Zahl des Tages: 1,5 Mrd Menschen weltweit schauen WM-Final in Katar.

Zahl des Tages: Fast 1,5 Mrd Menschen weltweit haben das Final-Spiel der Fußball-WM in Katar vor einem Monat verfolgt, teilt die Fifa mit. Das entspräche rund 19 % der Welt­bevölkerung. Beim WM-Finale 2018 in Russland warn es 1,12 Mrd Menschen. In sozialen Medien gab es nach Angaben des Marktforschers Nielsen 93,6 Mio WM-Posts auf allen Plattformen.
fifa.com, sport1.de, n-tv.de

Donald Trump darf wohl auf Facebook und Instagram zurückkehren.

He's back: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump soll nach einer zwei­jährigen Sperrung wohl wieder auf Facebook und Instagram zugelassen werden. Das deutet der Meta-Vize­präsident Nick Clegg beim Welt­wirtschafts­forum in Davos an und spricht von einer "raschen" Entscheidung. Trump wurde nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 für zwei Jahre gesperrt.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Wie soziale Medien zu einem besseren Ort werden können.

Lese-Tipp: Zeit Online fragt drei Forschende, wie soziale Medien zu retten sind. Extremismus-Expertin Julia Ebner fordert "neue Formen der Vernetzung, die konservative mit progressiven Nutzern zusammen­bringen". Statt der politischen Einstellung müsse die Menschlichkeit im Mittel­punkt stehen. Kognitions­psychologe Christian Stöcker sagt, dass Streaming-Dienste zeigen, wie gut Algorithmen funktionieren, die auf "vorsortierten Inhalten" basieren.
zeit.de

Zitat: Für Caja Thimm ist die mediale Aufmerksamkeit das große Kapital der Klima-Bewegung.

"Die Demonstrierenden zeigen eine hohe Risiko­bereitschaft bei gleichzeitiger breiter Sichtbarkeit. Man lässt sich bestimmte Dinge einfallen, um die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit zu erregen. Das ist auch das große Kapital."

Caja Thimm, Kommunikations­wissenschaftlerin der Uni Bonn, sagt im Interview mit Netzpolitik.org, dass Protest-Aktionen – ob Lützerath oder Letzte Generation – ohne Social Media keinesfalls so wirksam wären. Ohne die immer wieder neue Aufmerksamkeit gingen die Anliegen der Bewegung im alltäglichen Klein-Klein allzu rasch wieder unter.
netzpolitik.org

Video-Tipp: “Zapp” über den Graubereich der Werbung von Medfluencern.

Video-Tipp: "Zapp" beleuchtet die wachsende Szene der Medfluencer, die Medizin­beratung über Social Media machen – und mit ihrer Reich­weite auch für Werbe­kunden lukrativ sind. Weil Ärztinnen und Ärzte aber nicht für Produkte werben dürfen, setzt die Pharma­industrie bevorzugt auf Medizin­studierende, die weniger strengen Regeln unterliegen. Arzt Tobias Weigl (Foto) verdient mit seinen Videos als DoktorWeigl Geld durch YouTube-Werbung, lehnt direkte Kooperationen mit Pharma-Herstellern aber ab.
youtube.com (20-min-Video)

Lese-Tipp: Öffentliche Schulen von Seattle verklagen Social-Media-Unternehmen.

Lese-Tipp: Die öffentlichen Schulen der US-Großstadt Seattle verklagen Social-Media-Unternehmen wie Meta und ByteDance, weil diese "psychische Gesundheits- und Verhaltensstörungen verstärkt" hätten. Millionen Kinder und Jugendliche seien zur "exzessiven Nutzung" von Instagram, TikTok & Co. verleitet worden und würden mit "schädlichen und ausbeuterischen Inhalten" konfrontiert. Die Konzerne sollen u.a. für Mehrkosten der Schulen aufkommen, die zusätzliche Fachkräfte für psychische Gesundheit eingestellt haben.
spiegel.de

MDR Sachsen startet Instagram-Newsformat “SachsenUpdate”.

Im Osten was Neues: MDR Sachsen will mit dem Instagram- und Facebook-Newsformat SachsenUpdate die Zielgruppe der 20- bis 35-Jährigen abholen. Seit 2. Januar präsentiert eine Moderatorin an jedem Werktag ein ca. einminütiges Reel mit den drei wichtigsten Nachrichten des Tages. Inspiration kommt vom MDR Sachsen-Anhalt, der seit rund einem Jahr das ähnliche Sachsen-Anhalt-Update liefert.
flurfunk-dresden.de, mdr.de

YouTube teilt Werbeeinnahmen mit Shorts-Produzentinnen.

Kurz bezahlt: Die Produzentinnen hoch­kantiger Kurz­videos, sogenannter Shorts, werden von YouTube ab 1. Februar an den Werbe­ein­nahmen aus dem Format beteiligt, teilt die Video-Plattform und Google-Tochter mit. Der Schritt ist Teil eines Umbaus des Partner-Programms von YouTube. Alle Teilnehmenden, die dabei bleiben und weiter Geld verdienen wollen, müssen den geänderten Nutzungs­bedingungen bis 10. Juli zustimmen.
theverge.com, onlinemarketing.de, support.google.com

Frankreich will Influencern Verhaltensregeln auferlegen.

Spielregeln: Die französische Regierung plant einen Verhaltenskodex für Influencer. Bis Ende Januar dürfen die Franzosen auf einer Website Feedback zu möglichen Regeln geben. Dazu gehören die Rechte und Pflichten von Influencern und der Verbraucherschutz. Influencer spielten "eine Rolle in unserem täglichen Leben, das gibt ihnen eine besondere Verantwortung", twittert Wirtschaftsminister Bruno Le Maire.
bild.de, twitter.com

Mastodon kann hohe Nutzerzahlen nicht halten.

Tröten wieder ab: Die vermeintliche Twitter-Alternative Mastodon zählt in der ersten Januar-Woche nur noch 1,8 Mio aktive User, 700.000 weniger als Anfang Dezember, meldet der "Guardian". Als Elon Musk Ende Oktober 2022 Twitter übernommen hat, gab es nur 500.000 Mastodon-Nutzer. Bis Mitte November hat das dezentrale soziale Netzwerk die 2-Mio-Marke geknackt.
theguardian.com via golem.de

Zitat: “Privates” im Netz oder vor Publikum ist nicht mehr privat, meint Laura Hertreiter.

"Privat ist nichts, wenn es erst mal hochgeladen oder vor Publikum ausgesprochen wurde."

"SZ"-Autorin Laura Hertreiter beobachtet den Trend, dass sich Funktions­trägerinnen wie Christine Lambrecht oder Tom Buhrow öffentlich "privat" äußern, auch wenn es in ihren Aussagen meist dennoch um ihren Beruf geht. Hertreiter hofft, dass weder Lambrechts Leute im Ministerium noch Buhrows Redenschreiber wirklich glauben, "dass das Argument der Privatheit im Ernstfall hilft".
"Süddeutsche Zeitung am Wochenende", S. 40 (€)

Rumänien verhaftet umstrittenen Influencer Andrew Tate.

Knast-Influencer: Der umstrittene Influencer Andrew Tate ist in Rumänien fest­genommen worden. Die Behörden werfen ihm und seinem Bruder Menschen­handel, Vergewaltigung und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Seinen Aufenthalts­ort hat er womöglich durch seinen öffentlich aus­getragenen Streit mit Greta Thunberg verraten.
faz.net, bild.de, turi2.de (Background)

Twitter läuft nach stundenlangem Ausfall wieder.

Auf Standby: Der Kurznachrichtendienst Twitter läuft nach stundenlangen Ausfällen wieder. Vor allem Nutzer in den USA, Japan und Großbritannien konnten zeitweise weder über den Browser noch über die App auf den Dienst zugreifen. Es war eine der größten Störungen seit der Übernahme durch Elon Musk im Oktober. Musk selbst war von dem Ausfall offenbar nicht betroffen. Er antwortete per Tweet auf die Frage ob Twitter kaputt sei:  "Bei mir funktioniert's".
tagesschau.de, sueddeutsche.de

US-Repräsentanten­haus verbietet TikTok auf Diensthandys.

App-Blocker: Abgeordnete des US-Repräsen­tanten­hauses dürfen TikTok wegen Sicherheits­bedenken nicht mehr auf ihre Dienst­handys herunterladen. Die Anweisung nimmt ein allgemeines Verbot auf allen Geräten der US-Regierung vorweg, das demnächst in Kraft treten soll. Die TikTok-Mutter ByteDance hatte kürzlich eingeräumt, auf Nutzer­daten von Journalistinnen zugegriffen zu haben.
zeit.de, turi2.de (Background)

Zitat: Nadja Scholz betont die Rolle der sozialen Medien für die Arbeit der DW.

"In vielen Ländern sind zwar unsere eigenen Plattformen gesperrt, wir erreichen die Menschen aber oft weiterhin über die sozialen Medien. Zum Beispiel die Menschen in Iran über Instagram."

Nadja Scholz, neue Programmdirektorin der Deutschen Welle, erklärt im Interview mit turi2, dass die Reichweite des deutschen Auslandssenders im Iran bei Instagram 2022 um mehr als 400 % gestiegen ist.
turi2.de

TikTok-Mutter ByteDance hat Daten von Medienschaffenden abgegriffen.

China schaut hin: Mitarbeitende der TikTok-Mutter ByteDance haben Daten wie die IP-Adressen mehrerer US-Journalistinnen abgegriffen, die über das Unternehmen berichtet haben. Sie wollten so herausfinden, ob sich die Reporterinnen in der Nähe von TikTok-Mitarbeitenden aufgehalten haben, die Informationen an die Presse weitergegeben haben. Rubo Liang, CEO von ByteDance, spricht von "Fehl­verhalten einiger weniger Personen".
theverge.com

Basta: Meta schickt einem Ex-Mitarbeiter mysteriöse Smileys nach Hause.

Konterfei aus der Kiste: In den USA hat Meta einem kürzlich entlassenen Angestellten offenbar eine bizarre Box mit der Aufschrift "Leaver" zugeschickt. Darin befanden sich ein erstauntes und ein weinendes Emoji – ohne weitere Erklärung. Ein anderer Ex-Mitarbeiter habe mehrere angefangene Bourbon-Flaschen per Post bekommen. Scheint so, als ob Meta nicht nur einige Angestellte, sondern auch den Krempel in seinen Abstell­kammern losgeworden ist.
businessinsider.com

Zitat: Micky Beisenherz hält aktuell noch seine Eitelkeit bei Twitter.

"Wenn man eine gewisse Zahl an Followern und Followerinnen zusammengewitzelt hat, dann gibt man die auch nicht so schnell auf. Da ist es die Eitelkeit, die mich bei Twitter hält."

Micky Beisenherz will Twitter erst den Rücken kehren, wenn alle Kontroll­instanzen versagen und all die Medien­schaffenden abgehauen sind, die er so schätzt, sagt er im "Stimmenfang"-Podcast vom "Spiegel".
spiegel.de (40-Min-Audio)

Wirtschaftsministerium pocht auf stärkere Regulierung von Twitter durch EU.


Twitter Gate: BMWK-Staatssekretär Sven Giegold appelliert an die EU-Kommission, strengere Auflagen für Twitter zu prüfen. Nach der Über­nahme durch Elon Musk bedrohe der Kurznachrichtendienst, u.a. durch das Untersagen von Links zu anderen Plattformen und die Sperrung von Journalistinnen, die Wettbewerbs- und Meinungs­freiheit. Twitters "Plattformregelungen, deren abrupte und willkürliche Anwendung" habe Giegold "mit großer Sorge" zur Kenntnis genommen. Der Grünen-Politiker sieht Twitter in einer Reihe mit großen Gate­keepern wie Facebook oder Google. Diese stehen ab Mai 2023 nach dem Digital Markets Act unter besonderer wettbewerbspolitischer Kontrolle der EU.

Eine strengere Regulierung von Twitter fordert indes auch die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, im "Handelsblatt". Der Fall Twitter zeige "eindrücklich, wie problematisch und sogar gefährlich es ist, wenn eine einzelne Person ein Unternehmen kontrolliert, das einen so großen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung hat." Der Dienst habe eine "dominante Markstellung" in einem Markt, "wo größte Sorgfalt notwendig ist, weil durch Fehlinformationen nachweislich großer Schaden angerichtet werden kann".
tagesspiegel.de, handelsblatt.com, twitter.com (Giegold-Schreiben), turi2.de (Background)

Beschweren über rechtswidrige Inhalte in sozialen Netzwerke steigen stark an.

Steigender Unmut: Die Beschwerden beim Bundesamt für Justiz über rechts­widrige Inhalte in sozialen Netzwerken erreichen mit 1.513 Meldungen 2022 ihren Höhepunkt, berichtet das "Handelsblatt". Demnach handelt es sich um die höchste Anzahl seit Inkraft­treten des NetzDG 2017. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Beschwerden verfünffacht – 2021 sind nur 319 Beschwerden eingegangen.
handelsblatt.com

CNBC: Elon Musk sucht schon länger nach neuem Twitter-Chef.

Klebt nicht am Chefsessel: Ein schneller Rücktritt von Elon Musk als Chef von Twitter ist bisher nicht absehbar. Einem Bericht von CNBC zufolge sucht Musk zwar schon seit einiger Zeit eine Nachfolgerin. Bisher mangele es aber an geeigneten Interessenten. Bei einer von Musk selbst initiierten Abstimmung hatten sich 58 % der Umfrageteilnehmer für einen Rücktritt des Twitter-Chefs ausgesprochen.
cnbc.com, wiwo.de, turi2.de (Background)

Basta: Messi ist beliebter als ein Ei.

Aus dem Ei gepellt: Fußball-Welt­meister Lionel Messi schafft mit dem WM-Pokal bei Instagram das, was viele seit Jahren versuchen: Das Bild mit den meisten Likes – das World Record Egg – abzuhängen. Das Eier-Foto hat gut 56,6 Mio Herzchen gesammelt, bei Messi sind es schon über 60 Mio. Nächster Reich­weiten-Coup wird dann vielleicht ein Ei in einer zugemüllten Wohnung: das Messi-Ei.
spiegel.de, instagram.com (Messi), instagram.com (Ei)

Meta droht Strafe wegen Facebook-Marketplace.

Second-Hand-Milliarden: Die Europäische Kommission wirft Meta vor, mit dem Facebook-Marketplace gegen EU-Regeln zu verstoßen. Der Online-Markt­platz lege konkurrierenden Diensten unfaire Handels­bedingungen auf, zudem habe Facebook wohl einen erheblichen Vertriebs­vorteil, weil Facebook-Nutzerinnen automatisch Zugang zu der Plattform haben. Meta droht eine Geldbuße von bis zu 10 % seines weltweiten Jahres­umsatzes. Letztes Jahr lag dieser bei knapp 118 Mrd US-Dollar.
manager-magazin.de

Basta: Mehrheit der Umfrage-Teilnehmenden stimmt für Rücktritt von Elon Musk.

Family-Business: Etwa 10 Mio Twitter-Accounts und damit rund 57,5 % der Umfrage-Teilnehmenden sprechen sich für den Rücktritt von Elon Musk als Twitter-Chef aus. Musk kündigt an, sich an das Ergebnis der Abstimmung halten zu wollen. Podcaster Philipp Klöckner hat bereits eine Idee, wer der neue Twitter-Chef werden könnte: Egon Moskvinski – Ähnlichkeiten zufällig.
spiegel.de, twitter.com, turi2.de (Background)

Korrektur 20.12., 11:30 Uhr: In einer früheren Version haben wir geschrieben, 17,5 Mio Accounts hätten dafür gestimmt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Hör-Tipp: Personal Branding ist auch im Journalismus nicht mehr wegzudenken, sagt Louisa Schneider.

Hör-Tipp: "Personal Branding ist in keinem Bereich mehr wegzudenken", sagt Louisa Schneider im Newsfluence-Podcast – auch nicht im Journalismus. Die Multimedia-Redakteurin und Moderatorin beim SWR sieht das nicht als Absage an klassische Medien: "Das birgt total viel Potenzial, das wir gut nutzen können für guten, hochwertigen Journalismus". Auf Social Media sei etwa die Kommunikation mit den Rezipierenden "viel intensiver".
newsfluence.podigee.io (75-Min-Audio)

Hör-Tipp: Carmen Kroll baut sich neben Instagram analoge Standbeine auf.

Hör-Tipp: Influencerin Carmen Kroll aka Carmushka verdient hauptsächlich durch ihre Instagram-Community, doch gleichzeitig baut sie sich mit einem Bestseller-Buch, einem Modelabel und dem Printmagazin "Things We Write" analoge Standbeine auf. Das ist für sie ein Ausgleich, verrät sie im OMR-Podcast. Darin erzählt sie auch von einer schlechten Erfahrung bei einem Projekt mit RTL, für das sie jeden Tag vier Stunden Videomaterial liefern musste – "egal, ob du einen Todesfall in der Familie hattest oder schwer krank warst". Das habe sie ein Jahr durchgezogen, bis sie nicht mehr konnte.
omr.podigee.io (80-Min-Audio), omr.com

Twitter verbietet Werbung für andere Social-Media-Plattformen.

Twitter kündigt an, künftig keine "kostenlose Werbung" für andere Social-Media-Plattformen mehr zuzulassen. Der Kurznachrichtendienst will Accounts sperren, wenn sie Links oder Nutzernamen von Profilen auf Facebook, Instagram, Mastodon, Truth Social, Tribel oder Nostr posten. Das Crossposting von Inhalten soll dagegen weiterhin erlaubt sein. Die US-Journalistin Taylor Lorenz vermutet die neue Richtlinie als Grund dafür, dass ihr Konto kurzzeitig gesperrt war, zufälligerweise unmittelbar nach einer Recherche-Anfrage an Elon Musk.
spiegel.de, techcrunch.com

Musk entsperrt Twitter-Konten von US-Journalisten.

Konten-Comeback: Twitter-Chef Elon Musk lässt die zuvor gesperrten US-Journalisten wieder zurück auf seine Platt­form. Musk hatte den prominenten Reportern von "New York Times", CNN und "Washington Post" vorgeworfen, Details über seinen Aufenthalts­ort bekannt zu machen. Dabei haben sie lediglich über den Account geschrieben, der den Privatjet des Milliardärs verfolgt. Gleichzeitig wurde am Freitag das Konto der Journalistin Linette Lopez gesperrt, die investigativ über Tesla berichtet.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Zitat: Christian Lindner bleibt seinen Hatern zuliebe auf Twitter.

"Was würden meine linken Hater ohne mich auf Twitter tun? Die bekommen doch Magen­geschwüre, wenn die sich nicht an mir abarbeiten können."

Finanz­minister Christian Lindner erklärt dem "Spiegel", warum ein Twitter-Ausstieg für ihn derzeit kein Thema ist. Den Hatern gegenüber "spüre ich jedenfalls eine Verantwortung", ironisiert er das Thema.
spiegel.de (€)

Twitter: Vereinte Nationen sehen in den Account-Sperren einen “gefährlichen Präzedenzfall”.

Zeigen den Vogel: UN-Vertreter kritisieren die "willkürliche Sperrung" von US-Medienschaffenden bei Twitter unter der Leitung von Elon Musk. Dieser Schritt schaffe einen "gefährlichen Präzedenzfall zu einer Zeit, in der Journalisten auf der ganzen Welt Zensur, körperlichen Drohungen und noch Schlimmerem ausgesetzt sind", sagt UN-Sprecher Stephane Dujarric. Auch die Bundesregierung nehme die Entwicklungen mit wachsender Sorge zur Kenntnis.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Twitter sperrt Accounts von US-Journalisten, die über Elon Musk berichtet haben.

Redeunfreiheit: Kurznachrichtendienst Twitter sperrt die Accounts von mehreren US-Medienschaffenden ohne Gründe zu nennen, berichten US-Medien. Darunter seien Ryan Mac von der "New York Times", Drew Harwell von der "Washington Post" und Donie O'Sullivan von CNN. Laut dem Portal The Verge hätten mehrere der Journalisten kürzlich über Twitter-Chef Elon Musk geschrieben.
zeit.de, theverge.com

Verdi droht Twitter mit einer Strafanzeige.

Verdi vs. Vogel: Die Gewerkschaft Verdi droht Twitter in Deutschland mit einer Strafanzeige wegen "Behinderung der Betriebsratswahlen". Der Kurznachrichten-Dienst habe die Frist für die Herausgabe der Wählerliste verstreichen lassen, Verdi will jetzt per einstweiliger Verfügung an die Listen herankommen. Zuvor hatte Verdi bereits Kündigungsschutzklagen gegen die von Twitter auch in Deutschland ausgesprochenen Entlassungen eingereicht.
verdi.de, turi2.de (Background)

Bundestag kommuniziert bei Instagram statt bei Twitter.

Insta-Buzz bei Bas: Das Parlaments­präsidium des Bundes­tags verpasst sich ein neues Social-Media-Konzept, berichtet The Pioneer. Bundestags-Präsidentin Bärbel Bas bekommt ab Mitte Januar einen offiziellen Instagram-Account. Eine Ausweitung der Twitter-Aktivitäten des Parlaments liegt dank der Übernahme von Elon Musk zunächst auf Eis. Auch bei Mastodon will der Bundestag eine Präsenz aufbauen.
thepioneer.de

Twitter stampft seinen Newsletter-Service Revue ein.

Au Revue: Twitter stellt sein Newsletter-Tool Revue 2023 ein. Ab dem 18. Januar können sich User nicht mehr einloggen, alle Daten würden dann gelöscht. Twitter hatte die niederländische Plattform erst Anfang 2021 gekauft, Nutzer konnten so im Handumdrehen ihre eigenen Newsletter starten und andere Newsletter über die Plattform abonnieren.
techcrunch.com, getrevue.co, twitter.com


Twitter muss strenger gegen illegale Inhalte vorgehen, urteilt Frankfurter Langericht.

Zu lax: Der Kurz­nachrichten­dienst Twitter muss nicht nur beanstandete Tweets dauerhaft entfernen, sondern auch die mit "kerngleichen" Inhalten, urteilt das Frankfurter Landgericht. Das gelte auch für illegale Inhalte, die binnen 24 Stunden mehr als zehnmal weiter­verbreitet werden. Bei Nichteinhaltung drohe ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro je Fall.
zeit.de

Letzte Generation will Proteste fortsetzen und erhält Unterstützung.

Generation Widerstand: Nach Razzien und Haus­durchsuchungen gegen Mitglieder der Organisation "Letzte Generation" kündigt diese weitere Aktionen an. Sprecherin Carla Hinrichs wirft der Regierung vor, die Bewegung "mundtot" machen zu wollen. Die Aktivistinnen erhalten unterdessen Zuspruch von Demonstrierende bei einer Kundgebung gegen Polizeigewalt sowie im Netz. Die Gruppe Fridays for Future Deutschland etwa twittert, sie verurteile die "Kriminalisierung von Klimaprotesten" aufs Schärfste.
rnd.de