Twitter-Alternative Parler lässt Amazon-Klage fallen.

Klägliches Chaos: Der Twitter-Klon Parler lässt seine Klage gegen Amazon fallen, von dessen Servern der Kurznachrichten-Dienst geflogen ist. Parler nennt keine Gründe und behält sich einen erneuten Gang vor Gericht vor. Amazon war Infrastruktur-Dienstleister der App, hat den Vertrag jedoch gekündigt und begründet dies mit Gewaltaufrufen rund um die Attacke von Trump-Anhänger*innen auf das Kapitol in Washington Anfang Januar.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Termin-Tipp: Frankfurter Presseclub diskutiert über Clubhouse-Hype.

Termin-Tipp: Der Frankfurter Presseclub widmet sich heute um 20 Uhr der Frage "Clubhouse – kurzer Hype oder neue Entwicklung?". Es diskutieren Alina Fichter (Foto), Deutsche Welle, Mark Heywinkel, Zeit Online, Felix Kovac, Antenne Bayern, und turi2-Clubchef Peter Turi. Die Zoom-Runde wird auch bei YouTube und Facebook übertragen.
fpc-netzwerk.de, eventbrite.de (Anmeldung)

Twitter Spaces kommt vor Clubhouse auf Android-Geräte.

Ich bin schon da, sagte der Igel: Twitter kündigt an, Twitter Spaces für Android-Nutzer*innen zu öffnen, vorerst können sie nur Gesprächsräumen beitreten und mitreden, aber keine eigenen starten. Trotzdem ist Twitter damit schneller als Clubhouse. Twitter hat seinen Testlauf, angespornt vom Clubhouse-Hype, zuletzt stark ausgeweitet.
techcrunch.com, turi2.de (Background)

TikTok beruft “Sicherheitsbeirat” zum Schutz Minderjähriger.

TikTok versammelt neun Expert*innen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft in einem europäischen "Sicherheitsbeirat", der helfen soll, die Plattform für Minderjährige sicher zu machen und zum Beispiel die Altersprüfung zu verbessern. Zum Beirat gehören Menschen, die zum Beispiel zu sexualisierter Gewalt im Netz forschen und gegen Mobbing vorgehen. TikTok hat den Rat zusammengestellt, die Mitglieder sind neben ihren Jobs dafür tätig.
sueddeutsche.de

Basta: Live in allen Apps gleichzeitig.

Das große Ganze: Instagram reagiert auf den Clubhouse-Boom und stellt ebenfalls mit Live Rooms eine Funktion zur Verfügung, bei der sich bis zu vier Nutzer*innen in einem Videochat zusammenschalten können. Wirkliche Innovation schafft nun, wer eine App entwickelt, die mindestens die Streams und Gäste von Clubhouse, Twitter und Instagram plattformübergreifend versammelt. Solange, bis das echte Leben wieder einsetzt.
t-online.de, rnd.de, about.instagram.com

Facebook zahlt 1,6 Mio Nutzer*innen insgesamt 650 Mio Dollar Entschädigung.


Vergleichsweise teuer: Facebook zahlt insgesamt 650 Mio Dollar Entschädigungen, um einen Rechtsstreit über millionenfache Verletzung der Privatsphäre beizulegen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Konkret geht es um ein Verfahren im US-Bundesstaat Illinois, das seit 2015 andauert. Die Staatsanwaltschaft wirft Facebook vor, ohne Wissen der Nutzer*innen biometrische Daten zur Gesichtserkennung gesammelt zu haben. Insgesamt 1,6 Mio Nutzer*innen erhalten nun jeweils mindestens 345 Dollar.

Im Januar hatte Facebook bereits die Zahlung von 550 Mio Dollar zugesagt. Der zuständige Richter lehnte die Summe aber als unzureichend ab. Erst vor wenigen Tagen hat auch TikTok ein Verfahren in Illinois gegen die Zahlung eines Vergleichs beendet. TikTok muss jedoch nur 92 Mio Dollar zahlen.
spiegel.de. turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Tijen Onaran rät dazu, im Netz ein Thema zu besetzen.

Hör-Tipp: Nicht jeder muss, aber jeder kann im Netz eine Marke sein, sagt Tijen Onaran im Podcast Team A mit Antonia Götsch und Astrid Maier. Deshalb sollte sich jeder mit sozialen Medien auseinandersetzen. Zuletzt würden zum Beispiel Pflegekräfte ihr Thema in den sozialen Medien besetzen. Dafür müsse man nicht zwingend laut sein: "Die Lautstärke regel ich selber", sagt Onaran und rät, sich zu überlegen, welches Thema man besetzen will und mit welchen Thesen.
omny.fm (38-Min-Audio)

Facebook launcht Rap-App “Bars”.

Musik drin: Facebook startet den nächsten Angriff auf TikTok und stellt die Beta-Version seiner Rap-App Bars in den US-AppStore. Mit dem Programm können Rapper*innen zu fertig, professionell produzierten Beats rappen, Videos produzieren und teilen. Es ist der zweite Musik-Vorstoß von Facebook – zuletzt hatten die Entwickler*innen die Band-App Collab gestartet.
techcrunch.com, apps.apple.com (Preview)

TikTok beendet Datenschutz-Rechtsstreit mit Vergleich über 92 Mio Dollar.

TikTok zahlt im US-Bundesstaat Illinois 92 Mio Dollar als Vergleich, um so ein Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Datenschutz-Gesetze zu beenden. TikTok betont jedoch, dass das Unternehmen die Anschuldigungen weiter abstreitet. Das Verfahren hat mehrere Klagen vereinigt, in denen TikTok unter anderem vorgeworfen wurde, mithilfe seiner App Handys auszuspionieren und mittels Gesichtserkennung Daten über die Nutzer*innen zu erheben.
mashable.com

Facebook schließt erste Verträge mit australischen Verlagen.

Australien: Facebook einigt sich mit den ersten Verlagen im Hinblick auf das neue, nachgebesserte Leistungs­schutz­recht. Der Konzern schließt Verträge mit Private Media, Schwartz Media und Solstice Media. Künftig sollen u.a. auch bisher kosten­pflichtige Inhalte auf Facebook verfügbar sein.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Ein Abend für Inklusion – so lief der Open Innovation Live Podcast #3 bei Clubhouse.


Mit allen Sinnen: Zuhören, wie blinde und gehörlose Menschen leben und Social Media nutzen, steht im Mittelpunkt der dritten Ausgabe des Open Innovation Live Podcasts von Richard Gutjahr und Peter Turi im turi2 Clubraum. Bloggerin und Drehbuchautorin Julia Probst, bei Twitter bekannt als @EinAugenschmaus, ist gehörlos, kann über eine Live-Transkription und ihren Gebärdensprache-Dolmetscher aber dennoch an der Diskussion teilnehmen. "Ich war total überrascht, wie viele tolle Themen es hier bei Clubhouse gibt. Das hat die Angst in mir geschürt, Dinge zu verpassen", sagt sie. Die blinde Kinderbuch-Autorin und Microsoft-Mitarbeiterin Franziska Sgoff schätzt an Clubhouse die Möglichkeit, mit der Stimme zu überzeugen: "Hier kann der Mensch einfach sein, wie er ist." Online-Journalist Marko Schlichting, ebenfalls blind, lobt, dass sich die Clubhouse-Entwickler sehr darum bemühen, die App für Blinde nutzbar zu machen: "Das ist für mich gelebte Inklusion."

Innerlich zum Köcheln bringt ihn dagegen die häufige Frage zu seiner Blindheit: "Kann man da denn gar nichts machen?" In eine ähnlich Kerbe schlägt Julia Probst, die oft gefragt wird, ob sie nicht gerne hören würde: "Das ist so eine nervige Frage! Das einzige, was ich nicht kann, ist hören. Den Rest kriege ich doch wunderbar hin." Franziska Sgoff wünscht sich, dass Menschen mit und ohne Behinderung mehr miteinander in den Austausch kommen, "um sich gegenseitig besser kennenzulernen und die Lebenserfahrungen des Gegenübers besser zu verstehen". Marko Schlichting warnt jedoch vor ungefragter und ungewollter Hilfe, etwa beim Überqueren der Straße.

Außerdem geht es um Cripping up, die Situation, dass Schauspieler*innen ohne Behinderung in Filmen Menschen mit Behinderung spielen. Für Julia Probst völlig unverständlich: "Es gibt ganz viele gehörlose Schauspieler*innen, die eine Glanzleistung vollbringen, aber trotzdem nicht angenommen werden." Sie merke, wenn die Behinderung nur gespielt ist, sagt Probst: "Ich habe den Eindruck, dass man da manchmal für doof verkauft wird." Marko Schlichting sagt, behinderte Menschen sollten im Berufsleben ihre Fähigkeiten nicht unter den Scheffel stellen, sondern als Vorteil präsentieren: Er selbst kann bestens in der Nacht arbeiten, weil ihm egal ist, ob es draußen hell oder dunkel ist. Julia Probst ergänzt, Gehörlosen mache in Großraumbüros die Geräuschkulisse nichts aus.

Am kommenden Donnerstag will der Open Innovation Live Podcast die eigene Filterblase überwinden und in andere Räume reinhören, "von denen wir am wenigsten Ahnung haben", schlägt Peter Turi zum Schluss vor.
turi2.tv (83-Min-Video), turi2.de/podcast (83-Min-Podcast), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Video-Tipp: “So Many Tabs” gibt Tipps gegen Smartphone-Sucht.

Video-Tipp: Das Funk-Format So Many Tabs wirft einen wissenschaftlichen Blick auf die Smartphone-Sucht – und erklärt, dass eine derartige Sucht offiziell noch gar nicht als Krankheit gilt. Eine handfeste Handy-Sucht liege ohnehin erst vor, wenn man z.B. seit Monaten auf "nichts anderes mehr Lust hat". Gegen zu viel Handy-Gedaddel helfe u.a. der Graustufen-Modus, der knallige und ablenkende Farben abschaltet sowie die Begrenzung von App-Nutzungszeiten.
youtube.com (10-Min-Video)

Twitter-Influencer*innen können Follower bald zur Kasse bitten.

Tweets gegen Geld: Twitter plant ein neues Abo-Modell namens "Super Follows". Für Zusatz-Content können Nutzer*innen künftig Geld von ihren Followern verlangen, hat der Kurznachrichtendienst bei einer Präsentation für Investor*innen bekannt gegeben. Gegen einen monatlichen Betrag sollen die Super-Follower dann Zugang zu exklusiven Tweets, Newslettern, Angeboten oder Videos bekommen. Ob und wie viel Twitter von den Einnahmen einbehalten will, ist noch nicht bekannt.

Auf den Spuren von Facebook Groups wandelt Twitter mit dem neu angekündigten Feature "Communities". Damit sollen Gruppen-Seiten zu bestimmten Themen erstellt werden können. Entsprechende Tweets sollen darin gebündelt werden. Wann genau die neuen Funktionen kommen, steht noch nicht fest.
theverge.com, businessinsider.com, n-tv.de

Meinung: Social-Media-Dienste moderieren ihre Inhalte mit Willkür.

Lösch-Fauxpas: Soziale Netzwerke sind "mit der Flut an Inhalten überfordert", schreibt Simon Hurtz in der "Süddeutschen" anlässlich eines gelöschten "Monitor"-Beitrags. Instagram hat das Video über den Anschlag von Hanau fälschlicherweise gelöscht und sich später entschuldigt. Wenn die Löschwillkür Accounts trifft, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, sind Betroffene meist hilflos, so Hurtz. Gesetzlich seien zwar Strafen für Versäumnisse, nicht aber für "Overblocking" vorgesehen.
sueddeutsche.de

Facebook kündigt großes Investment in seinen Newsbereich an.

Facebook will in den kommenden drei Jahren 1 Mrd Dollar in sein Nachrichtenangebot "Facebook News" investieren. Seit 2018 habe das Unternehmen dafür bereits 600 Mio Dollar in die Hand genommen, schreibt Chefkommunikator Nick Clegg in seinem Blogpost. Dessen Aufhänger ist erneut der Streit um das australische Leistungsschutzgesetz.
fb.com via theverge.com, turi2.de (Background)

Mai Thi Nguyen-Kim kommt “dauerhaft” zum ZDF.


Science-Upgrade: Das ZDF gewinnt Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim ab 1. April für verschiedene Sendungen, verkündet Programmdirektor Norbert Himmler im "FAZ"-Interview. Sie übe eine "Crossover-Funktion" aus, in der sie "klassische 'Terra X'-Sendungen präsentieren und redaktionell mitgestalten" werde. Das ZDF kündigt an, dass für die Show eine Reihe zur Chemie der Welt in Vorbereitung ist. Nguyen-Kim wird auch im Online-Format von Terra X auftreten, wie sie es schon 2017 und 2018 getan hat.

Außerdem bekommt die promovierte Chemikerin im Herbst eine eigene Wissenschaftssendung auf ZDFneo. Diese sei eine "organische Weiterentwicklung" ihrer Arbeit beim Funk-Kanal "maiLab", den sie weiterführen werden, so Nguyen-Kim. Auch ihr Team werde sie von dort in die neue Sendung mitnehmen. Norbert Himmler kontextualisiert den Zugewinn der Wissenschaftsjournalistin auch vor dem Hintergrund einer Bildungsoffensive im Netz. Hier kann Nguyen-Kim ihre Erfahrung in der digitalen Welt einbringen.
faz.net, presseportal.de

Initiative “Verfolgen statt nur Löschen” stößt über 500 Hate-Speech-Verfahren an.

Hass im Netz: Durch die Initiative Verfolgen statt nur Löschen sind in den vergangenen vier Jahren 900 Strafanzeigen wegen Hate-Speech erstattet worden. Dadurch sollen 550 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sein. Die Initiative ist 2017 in NRW als erste ihrer Art gegründet worden, mittlerweile gibt es in 13 Bundesländern vergleichbare Angebote. Dabei kooperieren Medienaufsicht, Strafverfolgungsbehörden und Medienhäuser.
medienanstalt-nrw.de via "FAZ", S. 13 (Paid)

Meinung: Clubhouse gibt Personen abseits der Mehrheitsgesellschaft eine Stimme.

Clubhouse "verleiht im wörtlichen Sinne den Menschen wieder eine Stimme", schreibt Philipp Oehmke. In der App kommen auch diejenigen mit Medien und Politik ins Gespräch, "über die die Mehrheitsgesellschaft seit einigen Jahren zwar intensiv spricht, die aber selten im Original zu hören sind", zum Beispiel Clan-Mitglieder. Zweifellos habe Corona den Hype um Clubhouse befeuert und werde in der Erinnerung damit verknüpft bleiben. Oehmke schreibt aber auch: "Vielleicht werden in postpandemischen Zeiten die Menschen auf Clubhouse auch nur noch vornehmlich schreien, wie sie es auf Twitter tun."
spiegel.de (Paid)

Lese-Tipp: Clubhouse-Investor Marc Andreessen im Porträt.

Lese-Tipp: Marc Andreessen, einer der Groß-Investoren von Clubhose, "gilt als cholerisch und spricht mit vielen Schimpfwörtern", schreibt Marie-Astrid Langer im "Handelsblatt". Andreessen ist selbst häufig auf Clubhouse zu Gast, wo er u.a. Gründern Tipps gibt. Skeptiker und Kritiker schätzt er weniger: Die schneide Andreessen aus seinem Leben "wie einen Krebs".
handelsblatt.com

Andreas Rickmann lobt die “Tagesschau” in den sozialen Netzwerken.

Immer passend: Andreas Rickmann, Ex-Social-Media-Leiter bei "Bild", lobt die "Tagesschau" für ihren "klaren Plan", mit dem sie "plattformgerechte Inhalte" in ihren Kanälen platziert. Im Meedia-Interview erklärt er, ein Vergleich mit den Medien der freien Wirtschaft sei unfair. Hier seien die Budgets für Social Media viel geringer. Außerdem messen private Medien Erfolg anders: Für sie "sind 10 Paid-Subscriptions via Instagram viel mehr wert als 10.000 Likes."
meedia.de

Neue WhatsApp-Richtlinien: Wer nicht zustimmt, kann noch passiv nutzen.

Offene Hintertür: WhatsApp sperrt Usern, die den neuen Nutzungsbedingungen bis 15. Mai nicht zustimmen, doch nicht alle Funktionen. Die neuen AGB verraten, dass Anrufe und Benachrichtigungen zunächst weiter funktionieren. Nachrichten können in der App aber weder gelesen noch geschrieben werden. TechCrunch berichtet, diese Übergangregelung gelte für "einige Wochen".
techcrunch.com via spiegel.de, turi2.de (Background)

Facebook sperrt die Seite von Myanmars Militär.

Facebook löscht die Seite des Militärs von Myanmar, weil sie zur Gewalt angestiftet habe. Bei Protesten sind am Samstag mindestens zwei Demonstrierende getötet worden. Seit mehr als zwei Wochen gehen Menschen gegen den Putsch vom 1. Februar auf die Straße, der die Regierung von Staatschefin Aung San Suu Kyi entmachtet hat. Die Militärjunta hat ihrerseits schon kurz nach der Machtübernahme Facebook-Dienste blockiert.
reuters.com, turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Stephanie Tönjes.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Stephanie Tönjes ist seit 1999 bei der Deutschen Telekom, inzwischen managt sie die Social-Media-Aktivitäten des Konzerns. Tönjes ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Nora-Vanessa Wohlert, Peter Wippermann und Christoph Dernbach.
turi2.de/koepfe (Profil Tönjes)

Zitat: Facebook ist ein Werkzeug zur Verhaltensmanipulation, sagt Rappler-Chefin Maria Ressa.

"Facebook zersetzt unsere Gesellschaft und lässt Lügen als Tatsachen erscheinen."

Investigativjournalistin Maria Ressa sagt in der "Süddeutschen Zeitung", dass soziale Netzwerke mit "idealistischen Ansichten über die Stärkung der Bürger" begonnen hätten, jetzt aber "Werkzeuge für den Aufbau faschistischer Regierungen" seien.
sueddeutsche.de (Paid)

Ab Herbst: Linked-in plant neuen Freelancer-Marktplatz.

Linked-in plant ein neues Tool für Freelancer, das im September starten soll. Freiberufler*innen sollen damit Zugang zu Preisvergleichen und Erfahrungsberichten bekommen und Anzeigen schalten können. Die Buchung und Bezahlung soll anders als bisher dann direkt über Linked-in erfolgen. Bisher läuft die Freelancer-Vermittlung bei Linked-in über Pro Finder.
theinformation.com (Paid) via t3n.de

Zahl des Tages: Bundesregierung gibt rund eine Viertelmillion Euro für Influencer-Werbung aus.

Zahl des Tages: Genau 224.049,14 Euro hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr für Influencer*innen-Marketing auf Instagram ausgegeben. Den größten Anteil, rund 114.000 Euro, investierte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Gesundheitsministerium gab zwar nur 17.130 Euro aus, hatte dafür aber z.B. mit der #WirBleibenZuhause-Kampagne eine vergleichsweise hohe Reichweite von rund 190 Mio erzielt.
horizont.net (Paid)

Facebook lässt “Almans”-Hasskommentare löschen, Penis-Minarette aber stehen.

Facebook-LogoFacebook lässt Hasskommentare über "verfickte Almans" und "typisch dämlich deutsch" löschen, liest der "Spiegel" in internen Schulungsunterlagen. Ein Facebook-Post mit einer Zeichnung, die ein Minarett mit der Form eines Penis gleichsetzt, darf hingegen bleiben, "wenn in dem Beitrag nicht explizit gesagt wird, dass sich das Bild gegen Muslime oder den Islam richtet". Beobachter*innen kritisieren, dass die Lösch-Regeln nicht nachvollziehbar und konsistent sind.
"Spiegel" 8/2021, S. 42 (Paid)

Lese-Tipp: Deutschlandchef Tobias Henning sagt, TikTok zensiere nicht.

Lese-Tipp: "Wir zensieren nicht.", sagt TikTok-Chef Tobias Henning im Interview mit Zeit Online. Er findet es schade, immer wieder mit derlei Vorwürfen konfrontiert zu werden, "gerade als homosexueller Mann, der auf TikTok derartig viel positiv Inspirierendes findet." Sofern Content den Regeln entspreche, moderiere der Konzern auch nicht. Allerdings hänge die Verbreitung von Inhalten auch vom Interesse der Nutzer*innen ab. TikTok versteht er nicht als Social-Media-Plattform, sonder als "Content-Plattform".
zeit.de

Verbraucherschützer monieren an Kinder gerichtete Junkfood-Werbung.

Snackstagram? Verbraucherschützer beklagen, dass Großkonzerne über Influencer*innen mit Junkfood-Werbung auf Kinder zielen. Die Organisation Foodwatch veröffentlicht dazu einen Bericht, für den sie tausende Posts von Social-Media-Stars ausgewertet hat. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisiert, dass die Selbstverpflichtung der Hersteller, ihre Werbung nicht auf Kinder auszurichten, "zahlreiche Schlupflöcher" ließe.
sueddeutsche.de

Facebook rollt seine Journalisten-Registrierung auch in Deutschland aus.

Facebook-LogoFacebook rollt seine Journalisten-Registrierung auch in Deutschland aus. Festangestellte und freie Medienschaffende können sich anmelden, um sich auf Facebook und Instagram besser gegen Hacking und Online-Belästigung zu schützen. Berechtigte erhalten zudem Zugang zum Analysetool Crowdtangle und die Möglichkeit, ein blaues "Verifizierungslogo" zu beantragen.
facebook.com, meedia.de

Europäischer Verbraucherverband Beuc reicht Beschwerde gegen TikTok bei EU-Kommission ein.

TikTok versagt beim Kinder- und Jugendschutz, kritisiert der europäische Verbraucherverband Beuc und reicht Beschwerde gegen die Plattform bei der EU-Kommission und dem Netzwerk nationaler Verbraucherschutz-Behörden ein. Sie stören sich vor allem an versteckter Werbung, potenziell schädlichen Inhalten und der Datensammel-Wut von TikTok, die gegen EU-Recht verstoße.
zeit.de, deutschlandfunkkultur.de

Welches Social Network inspiriert dich? Was nervt? Der Social-Media-Talk auf Clubhouse.


Der Mix macht's: Social Media zwischen Inspiration und Nerv-Faktor, darüber hat am Montagabend eine Runde aus Journalistinnen und PR-Frauen im turi2 Clubraum bei Clubhouse diskutiert. Einig sind sich Stephanie Tönjes, Content-Strategin der Telekom, Kristin Dolgner, Operativ-Chefin der PR-Agentur hypr, und die Journalistinnen Nalan Sipar, Tess Kadiri und Yasmine M'Barek darüber, dass es ohne soziale Netzwerke nicht geht. Die Schwerpunkte der Diskussions-Teilnehmerinnen unterscheiden sich aber zum Teil erheblich. Stephanie Tönjes etwa schwört auf Linked-in und "Personal Branding" – für sie ist das mehr als Selbstbeweihräucherung, es gehe um Persönlichkeitsentwicklung und die Frage "Wofür möchte ich stehen?". Diese Frage beschäftigt auch Kristin Dolgner, wenn sie PR für Unternehmen macht: "Die Communitys wünschen sich von den Unternehmen eine Haltung, es geht nicht mehr nur um Glossy Fotos und Kampagnen."

Für die Journalistinnen Tess Kadiri, Nalan Sipar und Yasmine M’Barek sind Filterblasen in den Netzwerken ein großes Thema. Die deutsch-türkische Journalistin Nalan Sipar hat Angst vor einer gespaltenen Gesellschaft, wie sie sie in der Türkei erlebt, dort gebe es keine öffentliche Debatte mehr. Sie folge in Social Media bewusst Menschen, über deren Beiträge sie sich ärgert, um ihre eigene Filterblase zu durchbrechen. Für Tess Kadiri ist Input, der von außerhalb der sozialen Medien kommt, deswegen so wichtig: Sie begegnet anderen Meinungen und Weltanschauungen im Radio, Fernsehen oder im persönlichen Gespräch und merkt, "aus den Filterblasen muss man raus". Yasmine M’Barek nutzt alle relevanten sozialen Netzwerke: Auf TikTok erfährt sie, wie die ganz jungen Leute ticken, bei Twitter erlebt sie die Journalist*innen-Blase, die sie als "fern der Lebensrealität" bewertet, und auf Instagram sei "alles soft gewaschen" – "der Mix daraus ist für mich persönlich ganz gut".
turi2.tv (62-Min-Video/-Podcast), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Twitter-Klon Parler ist wieder online.

Parler ist nach rund einem Monat Zwangspause wieder online. Die Twitter-Alternative, die von Infrastruktur-Dienstleister Amazon nach der Erstürmung des US-Kapitols von den Server geworfen wurde, ist Tummelplatz für amerikanische Rechte – und vielleicht bald neue Social-Media-Heimat von Donald Trump. Parler reguliert keine Inhalte oder Hassbotschaften. Wer die Plattform nun hostet, ist nicht bekannt.
n-tv.de, theverge.com, turi2.de (Background)

Zitat: Karl Lauterbach erlebt eine “neue Dimension der verbalen Brutalität”.

"Der Hass, der derzeit auf mich einprasselt, stellt alles in den Schatten, was ich bisher erlebt habe. Das ist eine neue Dimension der verbalen Brutalität, eine neue Sprache, die mich wirklich verstört."

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht im "Spiegel"-Interview einen Zusammenhang zwischen verstärkten Angriffen gegen sich im Netz und ausbleibenden Corona-Lockerungen. Seine Meinung der "Stimmung dieser Leute anzupassen", kommt für ihn dennoch nicht infrage.
spiegel.de

Video-Tipp: Jan Böhmermann zerlegt Dubai-Influencer*innen.

Video-Tipp: Jan Böhmermann (Foto) zerlegt im "ZDF Magazin Royale" Influencer*innen, die nach Dubai "auswandern". Sami Slimani, Simon Desue, Georgina Fleur und Co. flüchten im Emirat vor allem vor deutschen Unannehmlichkeiten wie Steuern. Dafür unterschreiben die Social-Sternchen gerne eine offizielle Influencer-Lizenz – die sie u.a. dazu verpflichtet, ausschließlich positiv über Dubai zu berichten.
youtube.com (20-Min-Video)

Twitter führt Politiker-Label auch in Deutschland ein.

Twitter markiert ab dem 17. Februar auch in Deutschland und 15 weiteren Staaten Regierungs­mitglieder und -organisationen mit einem entsprechenden Label. Auch Regierungssprecher und Botschafter erhalten entsprechende Markierungen, ebenso staatsnahe Medien und deren Chef­redakteur*innen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk zählt nicht in diese Kategorie. Twitter hat entsprechende Label im August bereits in den USA sowie China, Frankreich, Russland und Großbritannien eingeführt.
spiegel.de, twitter.com

Tool-Tipp: Diese Dienste erleichtern die Nutzung von Clubhouse.

Tool-Tipp: Martin Fehrensen, Gründer vom Social Media Watch Blog, hat eine Reihe praktischer Dienste zusammen­gestellt, die die Nutzung von Clubhouse erleichtern. Clublink.to erstellt visuell ansprechende Einladungen. Bei Shorten.club können Hosts Infos und Links hinterlegen, die über sechsstellige Zahl abrufbar sind. Clubrecorder.com ermöglicht den Cloud-Mitschnitt von Gesprächen, Roomsofclubhouse.com listet alle aktuell offenen Räume. Dennis Horn gibt in seinem Blog Tipps zur lokalen Aufzeichnung von Clubhouse-Talks.
twitter.com/martinfehrensen, dennishorn.de (Aufzeichnung)

Meinung: Clubhouse gerät in die Todeszone.

Clubhouse gerät in die Startup-Todeszone, schreibt Thomas Heuzeroth. Die App sei so erfolgreich, dass sie entweder gekauft werde oder von den "Großen" nachgemacht werde - Facebook und Twitter sind bereits in das Klon-Rennen eingestiegen. Insbesondere Facebook, das "in der Todeszone sehr aktiv sei", könnte für Clubhouse zu einer ernsten Bedrohung werden.
edition.welt.de (Paid), turi2.de (Background Facebook)

Twitter weitet Spaces-Testlauf aus.

Twitter legt beim Testlauf mit seiner Clubhouse-ähnlichen Audio-Funktion Spaces mehrere Zähne zu und weitet ihn auf mehr Nutzer*innen aus. Produktchef Kayvon Beykpour sagt, Twitter wolle den Austausch von Informationen "durch Gespräche zwischen Nutzern ergänzen". Der Zwitscherdienst hat in Sachen Community-Vernetzung die Nase im Wind, wo Clubhouse penetrant nach Zugriff auf die Kontakte der Nutzer*innen fragen muss. Spannend wird, ob Audio-Affine weiterhin den "Umweg" über Clubhouse gehen, wenn sie stattdessen einen Audio-Chatraum bei Twitter nutzen können.
heise.de, faz.net, turi2.de (Vergleich Twitter Spaces und Clubhouse)

EU-Länder einigen sich auf Position zur Datensicherheit von Messenger-Diensten.

EU-Länder einigen sich nach vier Verhandlungsjahren auf eine gemeinsame Linie zur Datensicherheit von Messenger-Diensten wie WhatsApp. Deutschland habe sich bei der Abstimmung enthalten, heißt es aus Teilnehmerkreisen. Vor der Verabschiedung des Textes müssen die Staaten noch mit dem EU-Parlament verhandeln, das mehr Datenschutz fordert. Deutschlands Datenschutzbeauftragter Ulrich Kelber kritisiert die Einigung. Er sei "fassungslos, wie schwerwiegend hier in Grundrechte der europäischen Bürgerinnen und Bürger eingegriffen wird."
sueddeutsche.de

Facebook entwickelt Clubhouse-Klon.

Copyhouse: Facebook arbeitet an einem Clubhouse-Imitat, berichtet die "New York Times" unter Bezug auf zwei unternehmensnahe Quellen. Diese berichten, dass sich das Produkt in der Frühphase seiner Entwicklung befindet. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte erst kürzlich selbst einen Auftritt auf Clubhouse. Sein Unternehmen will sich zu der Nachricht nicht äußern. Konkurrent Twitter hat bereits einen eigenen Clubhouse-Klon am Start.
nytimes.com, theverge.com, turi2.de (Background Twitter)

Twitters Trump-Sperre bleibt unbefristet bestehen.

Twitter lässt über Finanzchef Ned Segal verlauten, dass Donald Trump nicht auf die Plattform zurückkehren darf. Auch eine eventuelle Präsidentschaftskandidatur werde daran nichts ändern. Die Regeln des Dienstes sähen bei Anstiftung zur Gewalt eine permanente Sperre vor, so Segal. Konkurrent Facebook lässt den dauerhaften Ausschluss Trumps durch eine unabhängige Kommission prüfen.
sueddeutsche.de, theverge.com

Hör-Tipp: Sido im OMR-Podcast über TV und Social Media.

Hör-Tipp: Rapper Sido spricht im OMR-Podcast über seinen Wert als Personal Brand – den er unter anderem mit ausgiebiger TV-Präsenz gesteigert hat. Allein während seiner Zeit als Jury-Mitglied bei "The Voice of Germany" habe er 250.000 Instagram-Abos generiert. Trotzdem sagt er: "Ich gehe nicht mehr ins Fernsehen. Ich will es nicht mehr unterstützen. Von mir aus kann man das langsam aussterben lassen." Aktuell plant Sido ein Talk-Format und einen eigenen Sender auf Twitch. Clubhouse hält er für "eine einfache, kleine Idee, aber genial".
omr.de (64-Min-Audio)