Zitat: Privatsender kämpfen mit Überregulierung, sagt Tanit Koch.

"Als n-tv-Che­fin brau­che ich ei­ne Li­zenz, ei­ne Auf­sichts­be­hör­de, ein po­li­zei­li­ches Füh­rungs­zeug­nis. Um ei­nem un­be­grenz­ten Pu­bli­kum on­line Des­in­for­ma­tio­nen zu un­ter­brei­ten, be­nö­tigt man bloß ein Han­dy und Netz."

Tanit Koch, n-tv-Chefin und Chefredakteurin der RTl-Zentralredaktion, sagt im "FAZ"-Interview, der private Fernsehmarkt sei oft überreguliert.
"FAZ", S. 13 (Paid)

weitere Zitate:
"Al­les, was zum Bei­spiel die lan­ge Er­zähl­form braucht, darf nicht im Ta­ges­ge­schäft un­ter die Rä­der kom­men." (über den Sinn der Zentralredaktion)

"Als Not­re-Da­me in Flam­men auf­ging, ver­drei­fach­te n-tv den Ta­ges­markt­an­teil bei 14 bis 59 – weil wir in­ner­halb von Mi­nu­ten live aus Pa­ris ge­sen­det ha­ben. Auf die Fra­ge, war­um kein 'Brenn­punkt' kam, twit­ter­te ARD-Chef Rai­nald Be­cker an dem Abend, man ma­che kein 'Gaf­fer TV'. Die­se Ein­stel­lung fin­de ich bei ei­nem Wett­be­wer­ber ganz, ganz groß­ar­tig. Mö­ge sie ihm lan­ge er­hal­ten blei­ben."

"Was mich stört, ist die Lust an Un­ter­gangs­sze­na­ri­en in un­se­rer Bran­che."

"Ich ha­be an ei­nem für mich wich­ti­gen Punkt nicht die Un­ter­stüt­zung von Ma­thi­as Döpf­ner er­hal­ten. Wir ha­ben dar­über ge­spro­chen, wir ste­hen wei­ter in Kon­takt, und es war sein gu­tes Recht als Vor­stands­vor­sit­zen­der von Axel Sprin­ger. Mein Recht war es, zu neu­en Ufern auf­zu­bre­chen." (über ihren Abgang bei der "Bild")

"Wenn Re­na­te Kü­n­ast im Netz als 'Drecks-Fot­ze' be­lei­digt wird und ein Land­ge­richt das durch­ge­hen lässt, müs­sen wir uns nicht wun­dern, dass Goog­le und Face­book sa­gen: Wie sol­len wir denn wis­sen, was wir lö­schen sol­len, wenn es noch nicht mal deut­sche Rich­ter er­ken­nen?" (über den Ton in sozialen Netzwerken)

Wavemaker-Studie: Glaubwürdigkeit von Influencern sinkt.

Influencer: 55 % der Nutzer verbinden Influencer mit bezahlter Werbung, sagt eine Studie von Wavemaker. Ihre Glaubwürdigkeit sinke um 13 % im Vergleich zum Vorjahr, jeder dritte Befragte lehnt Kooperationen zwischen Marken und Influencern ab. Allerdings sagt noch fast jeder Zweite, dass er durch Influencer neue Produkte kennenlernt. Nutzer vertrauen Influencern, die eine erkennbare Linie in ihren Kooperationen haben und nicht in jedem Post werben.
wuv.de

Meinung: Werbetreibende erreichen Jugendliche nur schwer.

Mediennutzung junger Zielgruppen verändert sich so schnell, dass Werbetreibende eigentlich alle sechs Monate einen neuen Mediaplan brauchen, beobachtet Elke Löw. Jugendliche sind schwer zu erreichen, weil viele Plattformen, die sie nutzen, z.B. Netflix, keine Werbung zeigen. Reichweite bei Kindern generiere man am besten über TV, bei Jugendlichen via Instagram. Auch TikTok wäre gut, kann von deutschen Unternehmen aber nicht gebucht werden und habe Probleme, sexuelle Belästigung der Nutzer zu verhindern. Auf Snapchat wollen die Nutzer nicht gestört werden, Marken können aber mit eigenen Lenses punkten.
"Werben & Verkaufen" 10.2/2019, S. 46-53 (Paid)

Twitter schließt regelwidrige Politiker-Tweets von Likes und Retweets aus.

Twitter: Nutzer können künftig Tweets, in denen Regierungspolitiker gegen die Nutzungsregeln verstoßen, nicht mehr liken oder retweeten. Twitter kündigt an, die Inhalte aber nicht zu löschen, da sie von öffentlichem Interesse seien. Dafür erscheine ein Hinweis, dass der Tweet gegen Regeln verstoße und sei erst hinter dieser Anmerkung sichtbar. Das Zitieren von auf diese Art markierten Tweets mit einem eigenen Kommentar bleibe erlaubt.
techcrunch.com

Instagram bekommt eine Übersicht der Apps mit Zugriff auf den Account.

Facebook verpasst Instagram eine Übersicht der Dritt-Apps, die Zugriff auf den jeweiligen Account haben. Nutzer sollen so einen Überblick behalten können, welchen Anwendungen sie Zugriff auf welche Daten gewähren. Eine vergleichbare Funktion gibt es bereits beim Mutter-Netzwerk Facebook. In der Vergangenheit sind mehrfach Anwendungen von Drittanbietern in die Kritik geraten, weil Hacker mit ihnen unbemerkt Daten abzweigten.
mashable.com

Basta: Facebook findet doch noch Gründe, Anzeigen von Politikern zu löschen.

Facebook-LogoUngelogen: Buzzfeed stellt einige Anzeigen von Donald Trump und seinen Demokratischen Gegenkandidaten vor, die Facebook wegen Regelverstöße gelöscht hat. Auch eine Trump-Anzeige mit falschen Behauptungen zu Joe Biden löscht Facebook. Während die Lügen darin für Facebook okay sind, führt ausgerechnet die Ausdrucksweise von Biden zu weit: Der sagt in einem Videoausschnitt nämlich "son of a bitch".
buzzfeednews.com

Sahra Al-Dujaili von Otto: So machen wir vertikal Werbung auf Instagram und TikTok.


Social Media First: Das ist die Werbe-Strategie bei Otto – und Sahra Al-Dujaili füllt die Kanäle mit Bewegtbild-Inhalten. Im handyfreundlichen Hochkant-Video von turi2.tv erklärt Al-Dujaili, wie ihr Team die Kampagnen gestaltet. Die Instagram Story sei das Herzstück aller Überlegungen. Mit kleinen optischen Tricks versucht Otto, die Nutzer auf die eigene Seite zu locken.

Al-Dujaili verbucht eine Staubsauger-Story als Erfolg: Otto zeigte den Tag eines Staubsaugers aus dessen Perspektive und erreichte damit nach eigenen Angaben Millionen Nutzer. Stärker in den Fokus rückt nun TikTok. Über die bunte und junge Kurzvideo-App rief der Handelskonzern zur "Mach dich zum Otto"-Challenge auf und zeigte so Präsenz beim Hurricane Festival. Noch mehr Geschichten zu den Bewegtbild-Strategien bei Otto stehen in der turi2 edition #9, die am 25. Oktober erscheint.
turi2.tv (5-Min-Hochkant-Video, am Handy auf Vollbild gucken)

Facebook will YouTube mit Influencer-Formaten von u.a. Burdas “Bunte” angreifen.

Watch, Facebooks Video-Plattform, kooperiert in Deutschland u.a. auch mit Burdas Online-Auftritt von "Bunte" sowie mit der Kölner Produktionsfirma Brainpool, schreibt DWDL. Die Publisher sollen mit Influencern Formate entwickeln, um YouTube Konkurrenz zu machen. Facebook erhalte 45 % der Werbeeinnahmen, die Publisher behielten die redaktionelle Hoheit.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Digitalstaatsministerin Bär will Beweispflicht bei Hass-Kommentaren umkehren.

Game Over für Hass-Kommentare: Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (Foto) fordert im "Welt"-Interview eine Umkehr der Beweispflicht, wenn Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Die Plattformbetreiber wie Facebook sollten künftig "proaktiv" gegen Beleidigungen vorgehen. Das Urteil gegen Renate Künast sei "ein Beitrag zur Verrohung der Sprache und des Umgangs". Das Landgericht Berlin hatte Künasts Klage abgewiesen und die Hass-Kommentare als "Stilmittel der Polemik" gewertet.

Anders als Horst Seehofer sieht Bär keinen Zusammenhang zwischen Attentätern und der Gamerszene, sagt sie im "Welt"-Interview. Die Attentäter hätten "auch alle einen Führerschein" oder hätten "am Vortrag Brot gegessen". Nach dem Anschlag in Halle forderte der Innenminister, "die Gamer-Szene stärker in den Blick" zu nehmen.
"Welt", S. 5 (Paid), turi2.de (Künast-Klage)

“Mein Herzensmedium ist das Internet”: Ein Wohnzimmer-Gespräch mit Social-Reporterin Lisa Altmeier.


Heimat Internet: Lisa Altmeier lebt im Netz und liebt es – sogar die Nutzerkommentare. Jens Twiehaus spricht mit der Social- und Video-Reporterin für die turi2 edition #9 über ihre Arbeit “im Team mit dem Publikum”, ihre Sicht auf die alte TV-Welt – und warum sich Altmeier sogar mal als Schlampe beschimpfen lässt. Das Gespräch gibt es als Video oder als Podcast zum Anhören. Weiterlesen …

Meinung: Facebook holt bei Gaming-Videos auf.

Facebook-LogoGaming-Videos: Facebook wird für Computerspieler zunehmend interessant, schreibt Kat Tenbarge. Zwar habe der Gaming-Video-Bereich auf Facebook deutlich weniger Nutzer als die Konkurrenz von Twitch (Amazon), Mixer (Microsoft) und YouTube (Google), biete aber andere Vorteile. Gamer könnten hier schneller ihre Reichweite vergrößern. Die wenigen, die mit ihren Videos Geld verdienen, sagen zudem, dass sie bei Facebook höhere Einnahmen erzielen – auch wegen der zahlungskräftigeren Nutzerschaft.
businessinsider.de

Meinung: TikTok ist für Werbetreibende nicht ohne Risiko.

TikTok ist aufgrund seiner vielen jungen Nutzer zwangsläufig eine auch für westliche Werbekunden eine interessante Plattform, schreiben Peter Steinkirchner, Jörn Petring und Michael Kroker. Für Marken sei Werbung in der chinesischen App aber nicht ungefährlich. TikTok hafte das Image an, Meinung zu steuern und Jugendlichen Geld aus der Tasche zu ziehen. Dies könne auf die Werbekunden abfärben.
wiwo.de (Paid)

Studie: Staat schafft es nicht, Fake News einzudämmen.

Fake News: Der Staat geht bei der Bekämpfung in sozialen Netzwerken bisher "unkoordiniert und bruchstückhaft" vor und hat kaum Erfolg, sagt eine Analyse der Stiftung Neue Verantwortung. Fake News bewegen sich oft im gesetzlichen Graubereich, der Staat kann sie mit dem Facebook-Gesetz nicht stoppen. Sinnvoll wäre eine spezialisierte Aufsichtsbehörde.
"Spiegel" 42/2019, S. 26 (Vorabmeldung)

ARD/ZDF-Online-Studie: U30-Nutzer sind täglich online.

Neulandvermessung: Die Internetnutzung in Deutschland steigt weiter. Laut aktueller ARD/ZDF-Onlinestudie erreicht das Internet in der Gesamtbevölkerung eine Tagesreichweite von 71 %, 2018 waren es noch 67 %. Unter den 14- bis 29-Jährigen gibt es mit 98 % Tagesreichweite kaum einen, der nicht täglich online ist. Mit 366 Minuten pro Tag ist die Internet- Nutzung der Unter-30-Jährigen fast doppelt so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt. Jeder Vierte nutzt täglich Bewegtbildangebote im Netz, bevorzugt Streamingdienste und YouTube. Bei den jungen Nutzern konsumiert mehr als die Hälfte täglich Online-Bewegtbild.

Die Online-Nutzung von Texten bleibt konstant bei rund 20 %, bei den Unter 50-Jährigen liest knapp jeder Dritte täglich Online-Texte. Die Unter-30-Jährigen bevorzugen Texte in sozialen Netzwerken, die Gruppe Ü30 bis U50 liest online vor allen Beiträge von Zeitungen und Zeitschriften. Das meistgenutzte Social-Media-Angebot ist mit deutlichem Abstand WhatsApp, das drei Viertel der Befragten mindestens monatlich nutzen, 63 % sogar täglich. Facebook nutzt nur jeder Dritte mindestens monatlich, nur jeder Fünfte täglich. Instagram kommt auf 21 % mindestens monatliche Nutzung, bei den U30-Usern sind es 62 %.
presseportal.de (Zusammenfassung), ard-zdf-onlinestudie.de (Details)

Meinung: Überzogene Ansprüche in Social Media gefährden die Authentizität.

Social Media verändert die Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern, kommentiert Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen bei NDR Kultur. Die Menschen hätten "überzogene Ansprüche" an vermeintliche Idole, die auch von Journalisten aufgebauscht würden. Die vielfach gewünschte Authentizität gehe beim Drang nach Perfektionismus verloren.
ndr.de

Basta: YouTube-Star Bibi nimmt bei Kinder-Fotos den Paparazzis die Arbeit ab.

Ich habe heute ein Foto für Dich: YouTuberin Bibi veröffentlicht erstmals Gesichtsfotos ihres Kindes. Es sei ein "wahnsinniger Stress" aufzupassen, dass niemand ihren Sohn fotografiere. Künftig übernimmt das die Influencerin öffentlichkeitswirksam selbst. Es fühle sich "richtig an" - vermutlich auch auf dem Bankkonto dank lukrativer Werbedeals.
haz.de, instagram.com (Foto), youtube.com (Statement)

Meinung: Satire darf sich über Aktivisten wie Greta Thunberg lustig machen.

Satire: Gags über Aktivisten wie Greta Thunberg sind im "witzproduzierenden Gewerbe" Alltag, verteidigt Kabarettist Florian Schroeder (Foto) seinen Kollegen Dieter Nuhr in einem "Tagesspiegel"-Gastbeitrag. Nuhr hatte in der ARD Witze über Thunberg gemacht, was in Social Media eine Debatte über die Grenzen der Satire auslöste. Nuhr fragte ironisch, was Thunberg im Winter mache: "Heizen kann es wohl nicht sein".
tagesspiegel.de, youtube.com (ab Minute 4:35)

Tool-Tipp: Instagram-App Threads erleichtert Austausch mit Freunden.

Tool-Tipp: Threads von Instagram, die neue Messaging-App von Facebook, will das direkte Teilen von Fotos und Videos mit den engsten Kontakten erleichtern. Dazu bietet die App u.a. eine neue Inbox nur für Nachrichten und Benachrichtigungen der Kontakte, die auf der personalisierten Freundesliste stehen. Die App ist ab sofort für iOS und Android verfügbar.
haz.de

EuGH: Gerichte können Facebook-Beleidigungen weltweit entfernen lassen.


Lokal urteilen, global löschen: Online-Plattformen wie Facebook können von Gerichten in EU-Mitgliedsländern dazu verpflichtet werden, illegale Inhalte wie z.B. Beleidigungen weltweit zu löschen – unter Berücksichtigung des relevanten internationalen Rechts. Dabei müssen auch wortgleiche und sogar sinngleiche Äußerungen gelöscht werden, sofern sie sich automatisiert aufsprüren lassen, entscheidet das Gericht. Facebook kritisiert das Urteil, damit könne ein Land dem Publikum in einem anderen Land seine Auslegung von Meinungsfreiheit überstülpen. Eine Suche nach wort- bis sinngleichen Äußerungen scheint ohne die Nutzung der umstrittenen Uploadfilter schwierig.

Die österreichische Ex-Grünen-Politikerin Eva Glawischnig-Piesczek hatte nach einer Unterlassungsverfügung auch eine Löschung sinngleicher Beleidigungen gefordert. Der EuGH prüfte daraufhin auf Bitte des Obersten Gerichtshofs Österreichs, ob dies mit der EU-Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr vereinbar sei. Demnach waren Host-Provider wie etwa Facebook nicht für die von Nutzern veröffentlichten Informationen verantwortlich – bis auf deren Rechtswidrigkeit hingewiesen wird.
spiegel.de, nytimes.com, techcrunch.com, tagesspiegel.de

Basta: Influencer wirbt mit Baby-Delfin-Menü für Nachhaltigkeit.

Fishing for complaints: Der Influencer Inscope 21 verspeist vor laufender Kamera einen Baby-Delfin und kassiert natürlich einen Shitstorm. Der war aber einkalkuliert, der Baby-Delfin nur eine Attrappe, die Aktion soll für nachhaltigen Fischfang werben. Unverzeihlich wäre gewesen, er hätte ein Einhorn verspeist - denn die stehen auch nachhaltig gezüchtet ganz oben auf der Social-Media-Artenschutzliste.
horizont.net, wuv.de, youtube.com (8-Min-Video)

Meinung: Mark Zuckerberg versteht TikTok falsch.

TikTok: Facebook-Chef Mark Zuckerberg unterschätzt die Konkurrenz, die seinem Unternehmen in der chinesischen App wächst, schreibt Josh Constine. Zuckerberg missverstehe TikTok und vergleiche es mit dem Explore-Tab bei Instagram. Da TikTok auf dem Remixen von Beiträgen basiere, sei es schwer zu kopieren. Zuckerberg müsse aber ähnliche Features in seine Apps einbauen und prominente TikTok-Nutzer anwerben, sonst würde TikTok in diesem Feld uneinholbar werden.
techcrunch.com

Zitat: Tinder-Chef Elie Seidman will Menschen mehr Aufmerksamkeit bescheren.

"Wer 1980 als 22-Jähriger in einer Kleinstadt gelebt hat, der hat womöglich nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen – wenn überhaupt."

Tinder-Chef Elie Seidman sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", dass die Dating-App mit positiver Aufmerksamkeit ein "Grundbedürfnis" der Menschen befriedige.
"Süddeutsche Zeitung", S. 16 (Paid)

Meinung: Hasskommentare müssen politisch stärker bekämpft werden.

Hasskommentare: Die Verschärfung des Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist "längst überfällig", schreiben die Grünen-Politiker Renate Künast (Foto) und Konstantin von Notz in einem "Handelsblatt"-Gastbeitrag. Die Bundesregierung müsse ein einheitliches Verfahren zur Löschung von beleidigenden Inhalten durchsetzen. Die "Sanktionsmechanismen" reichten nicht aus.
handelsblatt.com

“Guardian”: TikTok zensiert Videos, die Chinas Regierung missfallen.

TikTok weist seine Moderatoren an, Videos mit Inhalten zum Tiananmen-Platz, Tibets Unabhängigkeitsbewegung oder der Gruppe Falun Gong zu zensieren, berichtet der "Guardian". Die Zensur der aus chinesischer Staatssicht untersagten Inhalte findet, wie auch die Unterdrückung anderer sensibler Inhalte, weltweit statt. TikTok lösche nicht nur Inhalte, sondern behalte auch welche auf der Seite, schränkt ihre Reichweite jedoch für die Nutzer unmerklich ein. TikTok entgegnet in einem Statement, die zitierten Richtlinien seinen nicht mehr aktuell. Mittlerweile nutze der Dienst lokale Teams und Richtlinien bei der Moderation.
theguardian.com, Statement per Mail

Zitat: Manager Inam Mahmood sucht noch passende Wege für Werbung auf TikTok.

"Wir befinden uns aktuell in einer Aufbauphase, in der wir sehr viel über unsere Nutzer und unsere Plattform lernen und gemeinsam herausfinden, wie sich TikTok auch für Werbung nutzen lässt."

TikTok-Manager Inam Mahmood sagt im Interview mit "Horizont", dass seine Plattform Teil der Werbe-Industrie werden wolle, der Branche aber noch Tools zur Messung von Kampagnen schuldig sei.
horizont.net

Tool-Tipp: Twitter macht Listen in iOS prominenter.

Tool-Tipp: Twitter erlaubt Nutzern seiner iOS-App ab sofort bis zu fünf Listen als alternative Timelines anzulegen. Die Listen sind direkt über den Homescreen verfügbar. In Listen können Nutzer Accounts sammeln ohne dass sie ihnen in der Haupt-Timeline folgen müssen. So können sie zum Beispiel Übersichten von Kollegen oder zu speziellen Themen anlegen.
theverge.com

Pinterest führt Shopping-Funktionen für Unternehmen ein.

Pinterest bringt die sogenannte Katalog-Funktion nach Europa. Ausgewählte Unternehmen, darunter Otto, Fossil und Home24, können ihren Produktkatalog bei Pinterest hochladen und die Artikel in kaufbare Produkt-Pins umwandeln. Nutzer bestellen direkt über das Pinterest-Profil und generieren Traffic für die Händlerseite.
horizont.net

Die US-Kartellbehörde untersucht Vorwürfe der Konkurrenz gegen Facebook.


Unaussprechliche Untersuchung: Die US-Kartellbehörde FTC beleuchtet Praktiken von Facebook, die mutmaßlich gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen und beruft sich dabei auf Aussagen und Aufzeichnungen von Konkurrenten, berichtet das "Wall Street Journal". Die Behörde habe zu dutzenden Tech-Managern und App-Entwicklern Kontakt aufgenommen. Allen voran Snap liefere Material. Anwälte des Unternehmens hätten über Jahre ein Dossier mit dem Titel "Project Voldemort" angelegt, im dem sie Attacken Facebooks festhalten. Darin beschreibe Snap, dass Facebook aktiv versucht habe, Snapchat-Inhalte aus den Trends der eigenen Plattformen zu halten und Influencer bedrängt habe, ihre Snapchat-Profile nicht anzugeben.

Die FTC untersuche, ob Facebook bewusst Unternehmen übernommen habe, die zu Konkurrenz hätten werden können und ob Facebook in Übernahmegesprächen gedroht habe, andernfalls ihre Dienste zu kopieren. Auch inwiefern Facebook seine App Onavo genutzt habe, um Konkurrenten einschätzen zu können, sei Teil der Ermittlungen. Laut dem "Wall Street Journal" zeige sich Facebook intern besorgt über die Untersuchungen und plane, sein Verhältnis zu anderen Techkonzernen zu verbessern.
wsj.com (Paid), turi2.de (Background Onavo)

Basta: Voldemort kämpft gegen Facebook.

Wie von Zauberhand: Die US-Kartellbehörde FTC stützt sich bei ihren Untersuchungen gegen Facebook auf ein Dossier, dass offenbar von Anwälten des Konkurrenten Snap zusammengestellt wurde. Darin soll ein Verdacht belegt werden, den jeder kennt, aber der nicht öffentlich genannt werden darf – dass Facebook Snapchat kopiert. Der Titel des Dossiers lautet daher auch treffend: Project Voldemort.
businessinsider.de

Wer bitte dreht sein Handy? Wie “Bild” vertikale Videos produziert.


Am besten am Handy anschauen! Dort bitte auf Vollbild klicken (Pfeilsymbol in der Ecke).

Fernsehen in Hochform: “Bild” erreicht hunderttausende junge Nutzer – dank Videos im handyfreundlichen Hochformat. Jens Twiehaus hat die vertikalen Videomacher besucht und stellt ihre Arbeit in einem vertikalen turi2-Video vor. Weiterlesen …

Landgericht Berlin weist Künasts Klage wegen Hass-Kommentaren ab.

Hass-Kommentare: Das Landgericht Berlin stuft Beleidigungen wie "Stück Scheiße", "Schlampe" und "Drecksau" gegen Renate Künast als "Sachkritik" und "Stilmittel der Polemik" ein. Die Grünen-Politikerin hat gegen Facebook auf die Herausgabe der Identität von 22 Verfassern geklagt. Das Gericht weist die Klage in allen Punkten ab. Alle Nutzer hatten die Kommentare in Bezug auf einen "Welt"-Artikel geschrieben, in dem es um die Aufarbeitung der Haltung des Landesverbandes Berlin von Bündnis90/Die Grünen zu Pädophilie ging. Wegen dieses "Sachbezugs" habe die Meinungsfreiheit in diesem Fall großzügige Grenzen, so das Gericht. Künast hat sich mehrfach von der früheren Position mancher Partei-Kollegen distanziert.
faz.net

Ulf Poschardt twittert Grönemeyer-Richtigstellung.

Social Media: Ulf Poschardt twittert eine Richtigstellung bezüglich Herbert Grönemeyer. Der Chefredakteur der Welt-Gruppe hatte bei der Diskussion um Grönemeyers "Keinen Millimeter nach rechts"-Aufruf getwittert, der Sänger sei aus Steuergründen "nach London geflüchtet". Grönemeyers Anwalt hatte eine Richtigstellung gefordert, Poschardt seine Follower dazu abstimmen lassen – die hatten mehrheitlich für einen Rechtsstreit gestimmt.
pressesprecher.com, twitter.com, turi2.de (Background)

Facebook will Werber daran hindern, Schlagzeilen in Anzeigen umzuschreiben.


Wahrhaftig oder werbisch? Facebook, zuletzt im geflissentlichen Gewand des Fake-News-Bekämpfers unterwegs, will Verlegern künftig die Kontrolle über Schlagzeilen journalistischer Artikel zurückgeben. Wenn Werbetreibende sie für Anzeigen nutzen, können sie die Überschriften bisher beliebig umtexten. In Großbritannien hat die konservative Partei den Titel eines BBC-Artikels über das Bildungswesen zu ihren Gunsten umgedichtet. Die Faktenchecker von Full Fact bemängelte die Überschrift als irreführend. Facebook ermögliche so Desinformation u.a. in Wahlkämpfen und das Ausnutzen der Glaubwürdigkeit von Medienmarken.
welt.de, cbc.ca

Herbert Grönemeyer sorgt nach politischem Aufruf für Debatte in Social Media.

Social Media: Herbert Grönemeyer ruft bei einem Konzert dazu auf, "keinen Millimeter nach rechts" zu rücken. Wenn Politiker "schwächeln", liege es "an uns zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat." Grönemeyer bekommt bei Twitter Unterstützung von Außenminister Maas. Zuvor hatten Kritiker, darunter auch AfD-Leute, Grönemeyer einen Nazi-Tonfall unterstellt.
zdf.de, stern.de, welt.de

Basta: “Tagesschau”-Sprecher Jan Hofer macht Selfie im Abspann.

Newsfluencer: "Tagesschau"-Chefsprecher Jan Hofer greift am Ende der 20-Uhr-Ausgabe am Donnerstagabend zum Smartphone und macht im Studio vor laufender Kamera ein Selfie. Was sonst ein Kündigungsgrund wäre, ist diesmal erlaubt, es gibt 1 Mio Instagram-Follower zu feiern. Das schürt hohe Erwartungen, was wohl kommt, wenn die erste Millionen bei TikTok erreicht ist.
faz.net, tagesschau.de (Video ab 15.46 Min), instagram.com (Erklärvideo Hofer)

Snapchat startet Politik-Angebote vor den US-Wahlen 2020.

Snapchat wird politisch: Die Plattform schafft in den USA einen Kanal innerhalb der App für die Kandidaten-Debatten der Demokraten. Die Top-Anwärter kommunizieren inzwischen alle auf Snapchat – um Inhalte zu verbreiten oder Fanartikel zu verkaufen. Snapchat setzt verstärkt auf Politik: Die eigene Show Good Luck America erscheint nun täglich statt wöchentlich.
axios.com