turi2.de/termine: Open Session, Directors Academy.

Termine: Um 17 Uhr veranstaltet die Hamburg Media School eine Open Session mit dem Investigativ-Journalist Frederik Obermaier, der über die Gründung von Paper Trail Media spricht. +++ Die Directors Academy lädt ab 17 Uhr zum Livestream mit Utz Claassen. Der Chef des Medizintechnik­unternehmens Syntellix beantwortet Fragen zu Erwartungen des Vorstands an das Aufsichts­gremium. +++ Die Events sind online und kostenlos.
Die wichtigsten Termine der Branche – bequem sortierbar nach deinen Interessen: turi2.de/termine

DJV: Journalistische Jobwechsler brauchen keine “Abkühlungs­phase”

Kühl genug: Der DJV hält eine "Abkühlungs­phase" für Journalistinnen, die in die Presse- und Öffentlichkeits­arbeit wechseln für "wirklichkeits­fremd und nicht realisierbar". Sie könnten sich eine mehrmonatige Auszeit nicht leisten, zudem müssten PR-Abteilungen von Ministerien "meist sehr kurz­fristig besetzt werden". Der DJV reagiert mit dem Statement auf die Forderung des Linken-Chefs Martin Schirdewan, der im "Spiegel", eine solche Auszeit für Journalistinnen gefordert hatte, die PR-Posten in der Regierung übernehmen.
djv.de, turi2.de (Background)

Linken-Chef fordert “Abkühlungs­phase” für Medien­schaffende, die in die Polit-PR wechseln.

Mindestabstand: Linken-Chef Martin Schirdewan fordert im "Spiegel" eine "Abkühlungs­phase" für Journalistinnen, die PR-Posten in der Regierung über­nehmen. Hinter­grund ist der Wechsel von ARD-Reporter Michael Stempfle in die Kommunikations­abteilung des Verteidigungs­ministeriums. Er hatte kurz zuvor noch in einem Beitrag ein Loblied auf den neuen Verteidungs­minister Boris Pistorius gesungen. Das hat "mehr als ein Geschmäckle", findet Schirdewan. Stempfle sagt, die Gespräche über seinen Wechsel hätten erst nach Erscheinen des Artikels statt­gefunden.
spiegel.de, turi2.de

CSU löscht Söder-Video mit anzüglichem Song bei Tiktok.

Sexy Söder Clip: Die CSU hat ein TikTok-Video mit Markus Söder gelöscht, das zu einer Frage­runde mit dem Partei­chef aufrufen sollte. In dem Video, das noch auf Twitter zu finden ist, sind überrascht dreinblickende Frauen zu sehen, dann ein harter Schnitt zu Söder. Im Hinter­grund läuft "The Bad Touch" der Bloodhound Gang, ein Song, der mit seinem Text zur Begattung aufruft.
sueddeutsche.de, twitter.com (Video)

Zitat: Journalistinnen ohne Job wechseln nicht massenweise in Agenturen, sagt Birand Bingül.

"Sicherlich bemerken wir Kündigungswellen in Verlagen. Journalist:innen stehen aber auch nicht Schlange. Man muss diesen Wechsel auch wollen."

Birand Bingül, gelernter Journalist und Geschäftsführer bei FischerAppelt Advisors, schreibt in der turi2 edition #20, dass die Annahme, die PR profitiere personell von Schrumpfkuren in Redaktionen, "nicht so ganz richtig" sei.
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

turi2 edition #20: Profitiert die PR von der Krise des Journalismus, Birand Bingül?


Gegenspieler? Wenn Zeitungen sterben und Journalistinnen keine Zeit mehr zum Telefonieren haben, ist das schlecht für die PR, schreibt Birand Bingül in der turi2 edition #20. Der gelernte Journalist und ehemalige Leiter der ARD-Kommunikation führt inzwischen die Markenberatung FischerAppelt Advisors. In seinem Gastbeitrag beschreibt Bingül, dass nie nur eine Seite des Schreibtisches betroffen ist, wenn es kriselt – und hofft auf eine Stabilisierung der Medienwelt.
Weiterlesen…, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

Maskenaffäre: PR-Frau Andrea Tandler in U-Haft.

Die Maske fällt: Die CSU-nahe Lobbyistin Andrea Tandler, die zu Beginn der Pandemie Millionen mit fragwürdigen Masken-Deals gemacht haben soll, sitzt laut "Welt" in Unter­suchungs­haft. Sie sei wegen "steuer­rechtlichen Vorwürfen" einem Haftrichter vorgeführt worden. Die PR-Frau soll im April 2020 völlig überteuerte Masken-Verkäufe an die Bundes­regierung eingefädelt haben.
welt.de, turi2.de (Background)

ARD-Journalist Michael Stempfle wird neuer Sprecher von Boris Pistorius.

ÖRR goes BMVg: Der ARD-Journalist Michael Stempfle wird neuer Sprecher des Verteidigungs­ministeriums unter Boris Pistorius. Er ist bisher als SWR-Korrespondent im ARD-Haupt­stadt­studio für die Themen Innere Sicherheit und Terrorismus zuständig. Letzte Woche hatte Stempfle seinen jetzigen Vorgesetzten noch in einer Analyse gelobt als "Vollblutpolitiker, der anpackt". Stempfle folgt auf Christian Thiels, der zuvor ebenfalls bei der ARD tätig war.
spiegel.de, tagesschau.de (Analyse)

“Welt am Sonntag” wittert weitere Ungereimtheiten bei Vergabe der Impfkampagne an BrinkertLück.


Piekst nach: Die "Welt am Sonntag" berichtet von weiteren Wider­sprüchen bei der Vergabe der Impf­kampagne "Ich schütze mich" unter Karl Lauterbach an die Agentur BrinkertLück Creatives. SPD-Staats­sekretärin Sabine Dittmar hatte im Dezember gegenüber der Zeitung ausgeführt, die Agentur von Raphael Brinkert habe als "Unter­auftrag­nehmer" von Scholz & Friends agiert, die zu diesem Zeitpunkt per Rahmen­vertrag für die Impf-Werbung der Bundes­regierung zuständig war. Scholz & Friends weist das gegenüber der "WamS" nun zurück: "Zu keinem Zeitpunkt erfolgte eine Form der Unter­beauftragung durch Scholz & Friends an eine dritte Agentur", so eine Sprecherin. Es habe auch keine "mündliche Unter­beauftragung" gegeben. BrinkertLück betont hingegen, dass es sehr wohl "einen Schrift­verkehr" gebe. Hanno Kautz, Sprecher des Gesundheits­ministeriums, sage jetzt, die Zustimmung von Scholz & Friends für die Beauftragung von BrinkertLück sei gar nicht nötig gewesen. (Foto: Michael Kappeler / dpa / Picture Alliance)
welt.de (€), turi2.de (Background)

Wikipedia ist laut “FAZ” unter Corona-Dauerbeschuss.

Querdenker-Lobby: Einträge zum Thema Corona sind auf Wikipedia unter Dauerbeschuss, berichtet die "FAZ". Bei Artikeln mit Covid-Bezug gebe es häufig Nutzer-Beschwerden und Überarbeitungen. Die "FAZ" vermutet Einflussversuche von Corona-Leugnern und Querdenkern hinter den "Editierkriegen". Der Artikel "Falschinformationen zur COVID-19-Pandemie" sei beispielsweise besonders oft von sogenannten Vandalismus-Meldungen betroffen. Einträge zu "Covid-19-Pandemie" und "Covid-19-Pandemie in der Schweiz" seien inzwischen sogar geschützt und nur noch von verifizierten Wikipedia-Usern editierbar.
faz.net (€)

Aachener Polizeipräsident widerspricht Inszenierung beim Greta-Wegtragen.

Keine Greta-Show? Der Polizei­präsident von Aachen, Dirk Weinspach, widerspricht dem Vorwurf der Inszenierung der Fest­nahme von Greta Thunberg am Tage­bau Garzweiler. Bilder zeigen, wie Polizisten die lächelnde Klima-Aktivistin publikums­wirksam weg­tragen. "Wir würden uns nie dafür her­geben, solche Aufnahmen zu stellen", sagt Weinspach der "Welt" und ergänzt: "Wir sind nicht die Statisten für die Inszenierung einer Frau Thunberg".
welt.de (€, Weinspach), bild.de (€, Vorwurf der Inszenierung), rnd.de

HateAid-Co-Gründer Gerald Hensel startet eigene Beratungsfirma.

Springt hervor: Der Co-Gründer der Hate­speech-NGO HateAid, Gerald Hensel, startet zusammen mit Fabian Roser und Tobias Weißenfels die Marketing-Beratung Superspring. Hensel initiierte 2016 bei Scholz & Friends die Aktion #KeinGeldFürRechts und verließ dann die Agentur nach Anfeindungen. Roser war Kreativ-Geschäfts­führer bei Jung von Matt und DDB, Weißenfels war früher bei Ogilvy.
horizont.net (€), turi2.de (Background)

Künstler­kollektiv Yes Men gibt sich bei Fashion Week als Adidas aus.

Drei-Streifen-Fake: Das Künstler­kollektiv Yes Men kapert die Berliner Fashion Week für eine Aktion gegen Adidas. Per Pressemitteilung verkündet die Gruppierung, eine frühere kambodschanische Fabrik­arbeiterin werde Co-CEO neben Geschäftsführer Björn Gulden, was Adidas dementiert. Bei einer Präsentation der vermeintlich neuen Kollektion "Own the Reality" laufen sichtlich mit­genommene Models in upge­cycelten Adidas-Klamotten über den Laufsteg.
fashionunited.de, stylebook.de, cnbc.com

Lützerath-Sprecher revidiert Aussage über “lebensgefährlich Verletzte”.

Polizeigewalt in Lützerath: Der Sprecher der Initiative "Lützerath lebt", Florian Özcan, revidiert die Aussage einer Aktivisten-Sanitäterin, es habe bei der Demo am Samstag auch "lebensgefährlich Verletzte" gegeben. Der "Süddeutschen Zeitung" sagt Özcan: "Es gibt zum Glück keine lebensgefährlich Verletzten. Es gehe nicht darum, "Sachen schlimmer darzustellen, als sie waren". Die Sanitäterin habe ihren subjektiven Eindruck wiedergegeben.
sueddeutsche.de via welt.de

Zitat: Für Caja Thimm ist die mediale Aufmerksamkeit das große Kapital der Klima-Bewegung.

"Die Demonstrierenden zeigen eine hohe Risiko­bereitschaft bei gleichzeitiger breiter Sichtbarkeit. Man lässt sich bestimmte Dinge einfallen, um die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit zu erregen. Das ist auch das große Kapital."

Caja Thimm, Kommunikations­wissenschaftlerin der Uni Bonn, sagt im Interview mit Netzpolitik.org, dass Protest-Aktionen – ob Lützerath oder Letzte Generation – ohne Social Media keinesfalls so wirksam wären. Ohne die immer wieder neue Aufmerksamkeit gingen die Anliegen der Bewegung im alltäglichen Klein-Klein allzu rasch wieder unter.
netzpolitik.org

“Bild”: Claas Relotius dichtet jetzt für Jung von Matt.


Werbelyrisches Ich: Der frühere "Spiegel"-Reporter Claas Relotius hat offenbar einen neuen Job, berichtet "Bild". Der Ex-Journalist arbeitet demnach für die Werbe-Agentur Jung von Matt. Damit fällt der Mann, der mit Lügen und Fälschungen den "Spiegel" und den Journalismus als solchen in eine seiner größten Krisen gestürzt hat, vier Jahre nach Bekanntwerden des Skandals weich. Für die Agentur, die hinter ikonischer Werbe-Lyrik wie "Geiz ist geil" steht, soll Relotius als Werbetexter tätig sein. Kommentieren will JvM die Personalie gegenüber "Bild" nicht. Relotius hatte sich für den "Spiegel" aber auch bei der "NZZ" und in "Cicero" Reportagen und Interviews weitgehend ausgedacht und als Tatsachen verkauft. Für seine Texte erhielt er zahlreiche Preise. Womöglich heimst er künftig Werbe-Auszeichnungen ein. Jung von Matt gilt auf diesem Feld als erfolgreichste Agentur Deutschlands.
bild.de (€), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Springer-Tochter hy gründet eigene Web3- und Metaverse-Business-Unit.

Eigenes Universum: Das Springer-Beratungs­unternehmen hy startet eine eigene Web3- und Metaverse-Business-Unit. Executive-Workshops, Strategie- und Umsetzungs­projekte sowie Netzwerk­treffen sollen Kunden beim "Navigieren durch den Web3-Dschungel" unterstützen. "Die disruptiven Web3-Technologien werden die Wirtschaft grundlegend verändern", sagt Co-CEO Christoph Keese. Deutschland und Europa müsse dabei "Vorreiter" sein.
horizont.net (€), presseportal.de

Foodwatch fordert weitgehendes Werbeverbot für Süßigkeiten.

Schlankes Programm: Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert ein generelles Werbeverbot für Süßigkeiten zwischen 06.00 und 23.00 Uhr und geht dabei über ein geplantes Gesetz der Ampel-Regierung hinaus. Der Verband argumentiert mit einer neuen Studie der Universität Hamburg, wonach Kinder insbesondere im Abendprogramm viele Werbespots für ungesunde Zuckerbomben zu sehen bekommen.
spiegel.de, foodwatch.org

Julia Reisch wird MSL-Partnerin, Dörte Lea Böker Director Communications.

MSL Deutschland befördert Julia Reisch (Foto), zuvor für Brand Communications verantwortlich und seit 15 Jahren dabei, zur Partnerin. Adriane Krizek übernimmt Reischs alten Job. Hans Burmeister, bisher Creative Director, wird ebenfalls Partner. Partner beraten "die wichtigsten MSL-Kunden" und steuern die strategische Aus­richtung der Agentur, erklärt MSL-CEO Wigan Salazar. Daneben leitet Dörte Lea Böker seit Ende 2022 die Unter­nehmens­kommunikation, teilt die Agentur mit.
pr-journal.de

Serviceplan: Markus Noder folgt als Zwischenholding-Chef auf verstorbenen Vincent Schmidlin.

Personalunion: Service­plan macht Markus Noder (Foto) zum Sprecher und Geschäftsführer der Service­plan-Agenturen. Zusätzlich ist der Manager seit 2013 auf inter­nationaler Ebene Geschäfts­führer und Partner. Noder übernimmt die neue Rolle für den 2022 verstorbenen Vincent Schmidlin. Inter­national wird Noder künftig von Marcus Schnarr als COO unterstützt.
serviceplan.com, horizont.net (€), turi2.de (Background)

Zitat: RWE-Security und frustrierte Polizei behindern Pressefreiheit in Lützerath, mahnt DJU-Mann Jörg Reichel.

"Die größte Unsicherheit für Jour­na­lis­t*in­nen sind unqualifizierte Sicherheits­mitarbeiter von RWE und heiß gemachte Polizei­einheiten, die nach ein, zwei Tagen vor Ort den Frust rauslassen."

DJU-Gewerkschafter Jörg Reichel beklagt im "taz"-Interview die Arbeits­bedingungen für Medien­schaffende bei der Räumung von Lützerath. Presse­mitteilungen der Polizei hält er für nicht vertrauens­würdig.
taz.de, turi2.de (Background)

Myriam Zschage wird Sprecherin der Sektion Werbung der Produzenten­allianz, Tony Petersen geht in den Ruhestand.

Löst ab: Bei der Produzenten­allianz rückt Myriam Zschage in den geschäfts­führenden Vorstand auf und wird Sprecherin des Verbands der Werbe­film­produzenten. Sie übernimmt das Amt von Tony Petersen, der in den Ruhestand geht. Zschage hat bereits in den vergangenen neun Jahren eng mit Petersen zusammen­gearbeitet, der die Rolle elf Jahre lang inne hatte.
horizont.net (€)

MDR macht Michael Naumann zum Übergangs-Leiter der Kommunikation.

Neuer Mann: Der MDR macht Michael Naumann, Abteilungs­leiter Presse und Information, zusätzlich zum Interims-Chef seiner Kommunikation. Als Stell­vertreter unterstützt ihn Marketing-Abteilungs­leiter Michael Gentsch. Nach Klärung der Nachfolge von Intendantin Karola Wille zum November 2023 soll es eine Dauer­lösung für die Kommunikations-Leitung geben. Die Neubesetzung war wegen des Abgangs von Anika Giese notwendig geworden.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Faktenkontor fusioniert ihre drei Agenturen unter der Dachmarke PER Agency.

Faktenbündelung: Die Hamburger Agentur-Gruppe Faktenkontor bündelt ihre Aktivitäten unter dem Namen PER Agency. Unter dieser Marke agieren künftig die PR-Agentur Faktenkontor, der Digital­spezialist Deep Digital sowie die Kreativ-Agentur Havana Orange. Geschäfts­führer Roland Heintze verspricht sich von der Fusion eine größere Einheit, die "die Wertschöpfungs­kette noch besser abbildet".
horizont.net (€), new-business.de

Zitat: “Privates” im Netz oder vor Publikum ist nicht mehr privat, meint Laura Hertreiter.

"Privat ist nichts, wenn es erst mal hochgeladen oder vor Publikum ausgesprochen wurde."

"SZ"-Autorin Laura Hertreiter beobachtet den Trend, dass sich Funktions­trägerinnen wie Christine Lambrecht oder Tom Buhrow öffentlich "privat" äußern, auch wenn es in ihren Aussagen meist dennoch um ihren Beruf geht. Hertreiter hofft, dass weder Lambrechts Leute im Ministerium noch Buhrows Redenschreiber wirklich glauben, "dass das Argument der Privatheit im Ernstfall hilft".
"Süddeutsche Zeitung am Wochenende", S. 40 (€)

Vorwurf von NGOs: Saudi-Arabien soll Wikipedia infiltriert haben.

Saudipedia? Die NGOs Dwan und Smex werfen Saudi-Arabien vor, Autorinnen von Wikipedia als Agen­tin­nen rekrutiert und die Plattform "infiltriert" zu haben. Ziel der Regierung in Riad sei es gewesen, Inhalte kontrollieren zu können. Wikimedia, die Stiftung hinter Wikipedia verweist auf eine eigene Untersuchung von Dezember, die keine Hinweise auf einen saudischen Einfluss gegeben habe. Mit insgesamt 16 Autorinnen aus dem Nahen Osten und Nordafrika sei die Zusammenarbeit wegen Interessens­konflikten beendet worden.
taz.de, netzpolitik.org, dawnmena.org

Lese-Tipp: Zurschaustellung des eigenen Lebens macht britische Monarchie zum Medien­phänomen.

Lese-Tipp: Die britische Monarchie hat vor sich allem deshalb bis in die heutige Zeit retten können, weil sie mit der "Zurschaustellung des eigenen Lebens" zu einem Medien­phänomen geworden ist, schreibt der "Spiegel" in seiner Titel­geschichte. Prinz Harry mache in seinem Buch nicht nur seiner Familie Vorwürfe, sondern auch "den Medien", nutze diese für seine PR aber so "offensiv und offensichtlich, wie kein Mitglied seiner Familie jemals zuvor". Mit seiner Netflix-Doku verdiene Harry quasi "am Verrat der eigenen Familie". Es entlaste Menschen, "den Royals beim Scheitern zuzusehen". Auf diese "zutiefst zynische Weise" seien die Windsors der Öffentlichkeit nützlich.
spiegel.de (€)

Rheingold Institut holt Johannes Mauss als CMO.

Das M steht für Mauss: Das Kölner Rheingold Institut holt Johannes Mauss als CMO in die Geschäfts­führung. Er soll sich um "Marketing, PR sowie Vertrieb und strategische Markenberatung" kümmern, heißt es aus dem Unternehmen. Mauss war vorher vor allem in der Lebensmittel-Branche unterwegs: zuletzt als Chef der Bio-Zentrale, davor als Marketing-Leiter bei der Restaurant-Kette Vapiano sowie dem Saft-Hersteller Haus Rabenhorst.
marktforschung.de

“Clap”: Christian Garrels arbeitet nicht mehr bei Haufe.

Kein Haufen Arbeit: Kommunikator Christian Garrels ist nicht mehr bei Haufe, meldet "Clap". 2021 hatte der Ex-ADAC-Sprecher als Leiter Marke, Kommunikation und Nachhaltigkeit bei dem Freiburger Anbieter für digitale Lösungen am Arbeitsplatz angefangen. Wie es für ihn genau weitergeht, werde er "in Kürze entscheiden". Nun ziehe es ihn nach München. Nach seinem Abschied vom ADAC war Garrels 2020 kurzzeitig für den Tabak-Konzern Philip Morris aktiv.
clap-club.de, turi2.de (Background)

RTL-Journalistin Charlotte Schröder wird Sprecherin in NRW-Wirtschaftsministerium.

Seitenwechsel: Das Grünen-geführte Wirtschafts- und Klimaschutz-Ministerium in NRW hat die Journalistin Charlotte Schröder von RTL abgeworben. Seit 1. Januar ist sie Pressesprecherin des Ministeriums. Ihr Vorgänger Matthias Kietzmann wechselt innerhalb des Ministeriums den Job. Schröder war mehr als zehn Jahre beim Sender, zuletzt bei "RTL Aktuell".
kom.de

Bundesregierung will Lambrecht-Video nicht kommentieren.

Ministerin ohne Verteidigung: Die Bundes­regierung und das Verteidigungs­ministerium wollen das verunglückte Silvester-Video von Ministerin Christine Lambrecht nicht kommentieren. "Ich sehe jetzt keinen Anlass, das hier zu bewerten"“, sagt Vize-Regierungs­sprecherin Christiane Hoffmann. Ein Ministeriums­sprecher erklärt: "Es handelt sich um einen privaten Post, da ist nichts aufzuarbeiten", für das Video habe Lambrecht "keine dienstlichen Ressourcen" genutzt. In der Opposition und in Kommentaren werden die Rufe nach einem Rücktritt lauter.
welt.de, zdf.de, bild.de (Kommentar), tagesschau.de (Kommentar), turi2.de (Background)

Basta: Knaller-Sprücher aus dem Knallbonbon.

Fehlzündung: Der Feuerwerk-Hersteller Weco bittet um Entschuldigung für frauen­feindliche Sprüche in Silvester-Knall­bonbons. Als Erster hatte Musiker Jan Delay sich darüber bei Twitter empört. Schon vor fünf Jahren habe Weco alle Texte einer "umfang­reichen Über­arbeitung unter­zogen", jedoch könne es sein, dass Produkte aus älteren Chargen erst jetzt verkauft wurden. Die Knall­bonbons müssen viele Jahre rumgelegen haben – schließlich sind solche Sprüche schon länger kein Knaller mehr.
spiegel.de, bild.de

Christine Lambrecht steht wegen Neujahrsvideo in der Kritik.

Kein frohes Neues: Verteidigungs­ministerin Christine Lambrecht zieht mit einer Neujahrs­rede Kritik auf sich. In dem Clip auf ihrem privaten Instagram-Account steht Lambrecht an Silvester am Frankfurter Tor in Berlin, während Böller und Raketen explodieren. Sie spricht u.a. über den Ukraine-Krieg und "viele Begegnungen mit interessanten, tollen Menschen". Kritikerinnen bezeichnen das Video als unprofessionell und unsensibel.
welt.de

Zitat: Inessa Brauer rät in der Krisen-Kommunikation, Fragen zu stellen.

"Anstatt sich zum Beispiel gegen gender­­sensible Sprache quer zu stellen, sollte gefragt werden, wieso so eine Sprache überhaupt gefordert wird und wie es sich für einen selbst anfühlen würde, ausgeschlossen zu werden."

Inessa Brauer, die bei der Agentur Syzygy Marketing und PR verantwortet, gibt in ihrem Gastbeitrag in den turi2 Agenda-Wochen Tipps für die Krisen-Kommunikation. Einer davon: Fragen stellen.
turi2.de, turi2.de/agenda2023 (alle Beiträge)

Olaf Scholz dankt in Neujahrs­ansprache für Zusammen­halt.

Neujahrs-Wumms: Bundeskanzler Olaf Scholz stellt den russischen Angriffs­krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen auf Deutschland in den Mittel­punkt seiner zweiten Neujahrs­ansprache. "Unser Zusammen­halt ist unser größtes Pfund", sagt Scholz und dankt für frei­williges Engagement und fürs Energie­sparen. Trotz Gas­mangels habe sich Deutschland von Putin "nicht erpressen lasen". Das ZDF zeigt die Ansprache um 19.15 Uhr, das Erste um 20.10 Uhr.
spiegel.de, bild.de, tagesschau.de

Bergwacht kritisiert falsche Darstellung in ARD-Zweiteiler “Riesending”.

Schiefes Bild? Die Bergwacht Bayern sieht ihre Arbeit im ARD-Zwei­teiler Riesending falsch dar­gestellt. Der Spiel­film erzählt die wahre Geschichte einer Höhlen­rettung bei Berchtesgaden im Jahr 2014, wirkt zuweilen wie eine Doku, weicht von der Realität aber teil­weise deutlich ab. Ein Berwacht-Sprecher wirft den Filme­machern vor, dass "eine ganze Organisation diskreditiert wird, um Spannung zu erzeugen". Regisseur Jochen Alexander Freydank argumentiert, bei einem Spiel­film gehe es "auch um Über­höhung".
bgland24.de, pnp.de

Zitat: Die “altbewährten Methoden” der Krisen­kommunikation reichen nicht mehr aus, schreibt Inessa Brauer.

"Aus Krisen­­kommunikation ist Kommunikation in Krisen­­zeiten geworden. Der Notfall­­koffer liegt permanent offen auf dem Tisch, aber die altbewährten Methoden allein reichen nicht mehr aus."

Inessa Brauer von der Agentur Syzygy schreibt in einem Gast­beitrag für die turi2 Agenda-Wochen, dass sich die Krisen­­kommunikation in den vergangenen drei Jahren "radikal" geändert hat und gibt Tipps, wie sich Kommunikator­innen anpassen können.
turi2.de, turi2.de/angend2023 (alle Agenda-Beiträge)

MDR-Sprecherin Anika Giese verlässt den Sender.

MDR und Sender-Sprecherin Anika Giese gehen ab Ende Januar getrennte Wege. Sie war erst Anfang August nach Leipzig gewechselt. Damals kam sie von Springer, wo sie digitale Transformation, Leadership, New Work und Business Strategie bei "Welt" und "Bild" verantwortet hatte. Bei ihrem Amtsantritt beim MDR wurde die ARD gerade durch den Skandal um die damalige ARD- und RBB-Chefin Patricia Schlesinger erschüttert. "Es war eine intensive Zeit, die ich nicht missen möchte. Dennoch habe ich mich entschlossen, eine neue Herausforderung anzugehen", kommentiert Anika Giese ihren Rückzug vom MDR.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Karl Lauterbach ist für geschlechts­neutrale Medikamenten-Hinweise.

Zu Risiken und Neben­wirkungen: Gesundheits­minister Karl Lauterbach plädiert für eine Abkehr von der rein männlichen Formulierung "fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker" in der Arznei­mittel-Werbung. "Ich wäre sehr dafür, wenn Ärztinnen ausdrücklich genannt würden. Es entspricht der Realität der Versorgung", sagt Lauterbach zu "Bild". Die Präsidentin des Deutschen Ärztinnen­bundes, Christiane Groß, schlägt als geschlechts­neutralen Ersatz "fragen Sie in Ihrer ärztlichen Praxis oder Apotheke nach" vor.
bild.de, welt.de

#Ananasbaum: Bundeskanzler amüsiert mit einer Insta-Panne.

Es ist eine Ananas entsprungen: Den Instagram-Account von Olaf Scholz schmückt am ersten Weihnachtstag das Bild einer halben Ananas, umstellt von Teelichten – vermutlich der verirrte Post eines Social-Media-Mitarbeiters. Das Kanzleramt spricht von einem "technischen Versehen". Nun würden die Abläufe überprüft, um solche Fehler künftig zu vermeiden.
bild.de, twitter.de (Ananas-Baum)