Zahl des Tages: Disney streicht 7.000 Stellen.

Disney Logo 150Zahl des Tages: Insgesamt 7.000 Stellen streicht der Unterhaltungs­konzern Disney, rund 3 % der globalen Belegschaft. Finanz-Chefin Christine McCarthy kündigt geplante Kürzungen von 5,5 Mrd Dollar an. 3 Mrd Dollar davon will Disney bei der Produktion von Inhalten einsparen. Zwar ist Disneys Gewinn im vergangenen Geschäfts­quartal deutlich gestiegen, um 11 % auf 1,3 Mrd Dollar, der Streaming-Dienst Disney+ verliert jedoch erstmals seit Bestehen Nutzer.
hollywoodreporter.com, variety.com, tagesschau.de

Deutsche Bahn gönnt sich ein neues Soundlogo.

Eisenbahn-Akustik: Die Deutsche Bahn erneuert ihr Soundlogo, erfährt "Horizont". Die bisher von einem kraftvollen Rhythmus angetrieben Töne D und B bleiben bestehen, erklingen nun aber weicher und werden vom Klavier gespielt. Der Rhythmus verwandele sich in "einen Herzschlag", um die "Nähe der DB zu ihren Kund:innen zu betonen". Die Komposition stammt von der Berliner Agentur Why Do Birds, die seit 2012 das Audio-Branding der Bahn verantwortet und auch das bisherige Sound-Logo kreiert hat. Zugleich schreibt die DB ihren Etat für Audio-Branding europaweit neu aus.
"Horizont" 6+7/2023, S. 7 (€)

Hör-Tipp: “Macht & Millionen” rollt Steuerbetrug von Alfons Schuhbeck auf.

Hör-Tipp: Kayhan Özgenç und Solveig Gode arbeiten im "Macht & Millionen"-Podcast den Aufstieg und Fall von Star-Koch Alfons Schuhbeck auf. Er kocht als einer der ersten im TV, macht aus seinem Namen eine Marke und wird zum Gewürz-Missionar. Dabei habe Schuhbeck den "Ausverkauf seines Namens total übertrieben". Im Sommer 2021 folgt die Insolvenz, wegen Manipulation der Umsätze muss er jetzt ins Gefängnis. Gode glaubt nicht, dass Schuhbeck sein "Entertainer-Gen" verliert und erwartet ein Buch über seine Haftzeit.
macht-und-millionen.podigee.io (55-Min-Audio)

Bayer ersetzt CEO Werner Baumann durch Bill Anderson.

Die Chemie stimmt nicht mehr: Der Chemie-Konzern Bayer schickt seinen Vorstands­chef Werner Baumann, 60, Ende Mai nach 35 Dienst­jahren im Konzern in den Ruhestand. Sein Vertrag wäre noch bis Ende April 2024 gelaufen. Investoren werfen ihm vor, rechtliche Risiken in den USA unterschätzt zu haben. Baumanns Nachfolger wird Chemie­ingenieur Bill Anderson, 56, der zuletzt CEO der Pharma-Sparte von Roche war.
manager-magazin.de, sueddeutsche.de, tagesschau.de

ZDF-Intendant Norbert Himmler schiebt ARD in Rundfunk-Debatte die Verantwortung zu.

Die Probleme der Anderen: ZDF-Intendant Norbert Himmler geht in der Debatte um die Aufstellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Interview mit DWDL auf Abstand zur ARD. Die Frage nach dem Abbau unnötiger Doppel-Strukturen richte sich aus seiner Sicht "in erster Linie an die ARD", sein Sender erfülle seinen Auftrag "mit hoher Effizienz". Potentiale wie beim Rund­funk­verbund, der 100 Mio Euro durch Zusammen­führung seiner SAP-Systeme einsparen wolle, gebe es beim ZDF nicht, "weil unsere Systeme seit Jahren funktionieren und die Verwaltung schon einheitlich und schlank aufgestellt ist". Himmler stört zudem, dass Aspekte wie das Schultern von Mehrkosten in der Pandemie oder Weiter­entwicklungen in Programm und Ausspiel­wegen "in der öffentlichen Bewertung oft zu kurz kommen". Er sieht das ZDF auch in Sachen Governance und Compliance "sehr gut aufgestellt".
dwdl.de

ZDF-Fernsehrat kündigt systematische Programm-Bewertung an.

Vielfalts-Visite: Der ZDF-Fernseh­rat will ab Frühjahr systematisch das Programm des Senders bewerten, kündigt Vorsitzende Marlehn Thieme an. Dabei gehe es nicht bloß um Quoten und Kosten, sondern darum, mit dem Angebot viele Menschen aus allen Gesellschafts-Gruppen zu erreichen. Die Parameter der Bewertung entwickelt der Rat mit externer Expertise aus der Wissenschaft. Zudem wolle man die zuletzt 2009 überarbeiteten Programm-Richtlinien aktualisieren, um u.a. die "Vielfalt an Lebensentwürfen" besser abzubilden.
epd.de (€)

Lese-Tipp: Viele Fehler sind im Recruiting vermeidbar, sagt Ralph Dannhäuser.

Lese-Tipp: Im Kampf um Arbeits­kräfte sind "die meisten Probleme haus­gemacht", sagt Recruiting-Experte Ralph Dannhäuser der "Rheinischen Post". Er empfiehlt Unter­nehmen u.a., aktiv auf Menschen zuzugehen und zu umfang­reiche Stellen­ausschreibungen zu vermeiden. Stattdessen könne man dort etwa das inner­bertriebliche Tages­geschäft beschreiben und niedrig­schwellige Kontakt­möglichkeiten anbieten.
rp-online.de

ZDF sucht mit internationalen Anstalten nach einem neuen sozialen Medium.

Mit dem Zweiten zwitschert's besser? Das ZDF startet mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten CBC aus Kanada, der schweizerischen SRG SSR sowie Belgiens RTBF das Forschungs­projekt "Public Spaces Incubator". Dessen Ziel ist, "bürgerliches Engagement und den demokratischen Diskurs im digitalen Raum abseits von Hass­kommentaren und zunehmender Des­information zu ermöglichen". ZDF-Intendant Norbert Himmler sagt, den für die Demokratie wichtigen gesell­schaftliche Dialog "dürfen wir nicht den amerikanischen Groß­platt­formen überlassen". De facto dürfte also eine Alternative zu den etablierten privat­wirtschaftlichen sozialen Medien wie Facebook oder Twitter das Ziel sein. Dafür arbeiten die Anstalten mit der gemein­nützigen Organisation New Public zusammen.
presseportal.de

Zitat: RWE-Boss Markus Krebber kritisiert Klimaschutzbewegung.

"Es gibt eine politisch festgelegte Menge an europaweit erlaubten Emissionen. Wer sich für effektiven Klimaschutz einsetzen will, muss eigentlich in Brüssel dafür kämpfen, dass diese Menge reduziert wird, wie wir das tun."

RWE-Chef Markus Krebber kritisiert im "Zeit"-Interview die Klima-Proteste in Lützerath. Er habe "noch niemanden von der Klima­schutz­bewegung gesehen", der sich bei EU-Institutionen um eine Begrenzung erlaubter Emissionen bemüht hat.
presseportal.de

Basta: Google will explizite Inhalte unscharf machen.

Lernt verschwimmen: Search-Riese Google kündigt für die kommenden Monate einen Schutz­mechanismus an, der User vor explizitem Bild­material schützen soll. Dabei sollen u.a. pornografische Bilder in der Suche automatisch verschwommen erscheinen. Das "Safe Search Blurring" soll zur Standard-Einstellung werden. Wer scharf auf Scharfes ist, muss Google also erst scharf stellen.
spiegel.de, blog.google

Hör-Tipp: Wieso künstliche Intelligenzen Bildern von Frauen häufiger Anzüglichkeit unterstellen.

Hör- & Klick-Tipp: Frauen werden auf Fotos häufiger als anzüglich bewertet als Männer, hat BR-Daten­journalistin Katharina Brunner heraus­gefunden. Dieser Umstand betreffe alle Dienste, erzählt sie im "11KM"-Podcast. Dass Anbieter für ein und dasselbe Bild zu "sehr unterschiedlichen" Bewertungen kommen, zeige die Schwierigkeit, "ein soziales Konzept wie sexuelle Anzüglichkeit in ein Modell zu gießen". Anhand einiger Beispiel-Fotos können Interessierte auf br24.de ihr Verständnis von Anzüglichkeit mit dem der Algorithmen vergleichen.
ardaudiothek.de (26-Min-Audio), br.de (Foto-Bewertung)

“Zeit”: “Geo”-Chefredaktion tritt nach G+J-Kahlschlag zurück.

Geo: Die Chefredakteure Markus Wolff und Jens Schröder, seit 2020 an der Spitze der "Geo"-Magazine von G+J, treten zurück. Laut "Zeit" kommen sie damit dem Personalabbau von Bertelsmann-Boss Thomas Rabe zuvor. "Man habe der Personalabteilung mitgeteilt, ab sofort nicht mehr länger tätig zu sein", schreibt die "Zeit". Am Abend bestätigt der Verlag turi2, dass künftig "stern"-Chef­redakteur Gregor Peter Schmitz auch die Verantwortung für die Marken "Capital" und "Geo" übernimmt, in das Chef­redaktions­team von RTL News wechselt und direkt an RTL-Programmgeschäftsführer Stephan Schmitter berichtet.
zeit.de (€, Wolff, Schröder), turi2.de (Schmitz)

Zitat: G+J-Zerschlagung offenbart Bertelsmanns falsches Selbstverständnis, findet Detlef Essinger.

"Vielleicht sollten sie bei der Stiftung in Gütersloh mal eine Studie in Auftrag geben, warum eine Gesellschaft solche Medien wie die von Gruner und Jahr braucht und wie man sie pflegt."

Detlef Esslinger, Ressortleiter "Meinung" bei der "Süddeutschen Zeitung", erinnert daran, dass sich Bertelsmann einst als "Oberhaus der Demokratie" verstand. Die Zerschlagung von Gruner + Jahr zeige nun, dass in Gütersloh "keine Diener der Republik sitzen, sondern ganz normale Versager".
sueddeutsche.de (€)

Basta: Frankreich leidet an Wein-Überschuss.

Zum Weinen: In Frankreich schwappt das Angebot an Wein über, weshalb die Regierung 2,5 Mio Hekto­liter Reben­saft vom Markt nehmen will. Staat und EU fördern mit 160 Mio Euro ein Destillations­programm, um dem über­schüssigen Wein den Alkohol zu entziehen. Der kann dann in Desinfektions­mitteln oder Parfüm zum Einsatz kommen. Mit seinem Trick, aus Wasser Wein zu machen, sollte Jesus besser nicht in Frankreich aufkreuzen.
manager-magazin.de

Microsoft integriert KI-Chatbot in Bing und Edge.

Microsoft macht im KI-Kampf wieder Boden gut und integriert einen Chatbot in seine Suchmaschine Bing und den Web-Browser Edge – einen Tag nachdem Konkurrent Google ein eigenes KI-System angekündigt hat. Die neuen Funktionen stammen von ChatGPT-Macher Open AI, an dem Microsoft beteiligt ist, und sollen weit über die Fähigkeiten von ChatGPT hinausgehen. Eine Vorschau war am Wochenende bereits versehentlich online.
handelsblatt.com, businessinsider.com, cnet.com

“Entscheidung noch einmal überdenken” – Magazin-Erfinder Michael Schaper über das Aus von “Geo Epoche”.


Epochen-Grenze: Der frühere Chef­redakteur von "Geo Wissen" und "Geo Epoche", Michael Schaper, hat kein Verständnis für die Entscheidung von Bertelsmann-Boss Thomas Rabe, das von ihm gegründete Geschichts­magazin Geo Epoche komplett einzustellen. Der "Geo"-Ableger sei "nach wie vor profitabel" und journalistisch "über jeden Zweifel erhaben", schreibt Schaper in einem Statement für turi2. RTL hätte den Titel "zumindest zum Verkauf anbieten" sollen, es habe durchaus Interessenten gegeben. Dem Argument, es widerspreche der "Marken­führung", dass "Geo" bei RTL bleibt, "Geo Epoche" aber bei einem anderen Verlag erscheint, setzt Schaper das Beispiel "Bild der Frau" entgegen, das seit fast zehn Jahren bei Funke erscheint, ohne die Dachmarke "Bild" zu tangieren. An die Verantwortlichen bei Bertelsmann appelliert Schaper, die Entscheidung noch einmal zu überdenken.
(Foto: Geisler-Fotopress / Picture Alliance)

Michael Schapers Statement im Volltext:

Auch wenn es viele Gründe gäbe, auf die Nachrichten von heute aus Hamburg sehr empört zu reagieren, möchte ich meinen Einwurf sachlich halten: Nach meinem Wissen ist "Geo Epoche" nach wie vor profitabel und journalistisch seit mehr als 20 Jahren über jeden Zweifel erhaben. Es gibt also überhaupt keinen Grund, diesen Titel einzustellen. Auch höre ich aus dem Verlag, dass es eine äußerst knappe und intern umstrittene Entscheidung gewesen sei, "Geo Epoche" einzustellen. So soll es durchaus Überlegungen gegeben haben, die digital verfügbaren Inhalte von "Geo Epoche" – immerhin mehr als 2.000 historische Reportagen – mit den Angeboten etwa von "Stern plus" zu verknüpfen und über weitere Formen der Zusammenarbeit nachzudenken. Deshalb verstehe ich wirklich nicht, weshalb dieser Titel so klang- und sanglos verschwinden soll.

Und wenn man "Geo Epoche" schon nicht bei RTL/G+J behalten will, dann sollte man die Heftreihe zumindest zum Verkauf anbieten. Ich höre, dass es da im Vorfeld durchaus Interessenten gegeben haben soll. Wenn Thomas Rabe sagt, dass so etwas wegen der "Markenführung" nicht möglich sei – wenn die Dachmarke "Geo" bei Gruner + Jahr bzw. RTL bliebe, könne man nicht zulassen, dass "Geo Epoche" in einem anderen Verlag erschiene –, möchte ich an das Beispiel etwa von "Bild der Frau" erinnern, das seit fast zehn Jahren nicht mehr bei Springer, sondern bei Funke erscheint, ohne dass es irgendwelche Kollision mit der Dachmarke "Bild" gegeben hätte. Daher möchte ich die Verantwortlichen bitten, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken. Es ist um alle Titel schade, die heute von Herrn Rabe eingestellt wurden, aber um diesen, wenn Sie mir diesen Einwurf als Gründer von "Geo Epoche" gestatten, ganz besonders.


Aus dem Archiv von turi2.tv: Michael Schaper über 20 Jahre "Sex, Drugs & Rock’n’Roll" bei "Geo Epoche". (Interview von Mai 2018)

Ex-Springer-Vorständin Stephanie Caspar geht zu einer Investment-Firma.

Neues im Norden: Ex-Springer-Vorständin Stephanie Caspar startet Mitte Februar bei der schwedischen Investment-Firma Summa Equity, hört das "Handelsblatt" von Caspar und deren neuem Arbeitgeber. Caspar war bis Juli 2022 im Vorstand von Axel Springer für das Classifieds-Media-Geschäft zuständig. Bei Summa Equity soll die Managerin nun das Portfolio verantworten, es umfasst laut "Handelsblatt" rund 30 Unternehmen.
handelsblatt.com

Bitkom-Befragung: Rund 54 Mio Deutsche nutzen Social Media.

TikTok statt Tagesschau? Rund 54 Mio Menschen in Deutschland nutzen Social Media, sagt eine Bitkom-Erhebung. 43 % der Befragten U30 geben an, dass die Netzwerke ihre politische Meinung beeinflussen, bei Ü30 sind es 30 %. Mehr als die Hälfte der U30-Jährigen sagen, dass sie ohne Social Media oft nicht wüsste, was in der Welt passiert. Top-Netzwerke nach Nutzung sind demnach Facebook (68 %), Instagram (54 %) und Pinterest (38 %), TikTok kommt auf 30 %, Twitter auf 27 %. Für die laut Bitkom repräsentative Erhebung wurden 1.032 Internet-Nutzerinnen ab 16 befragt.
medienpolitik.net

Ex-Sixx-Chefin Wiebke Schodder geht zu Netflix.

Von Sixx zu flix: Katja Hofem, Content-Chefin bei Netflix für den deutschen Sprachraum, holt Wiebke Schodder (Foto) zum 20. Februar als Non-Fiction-Direktorin DACH zu sich. Schodder kommt wie einst Hofem von ProSiebenSat.1, wo sie bis zum Start ihrer Elternzeit 2021 Sender-Chefin von Sixx war. Bei dem ProSiebenSat.1-Sender schied sie im November 2022 aus. Schodder kommt für Inga Leschek, die zu RTL gewechselt ist.
dwdl.de, turi2.de (Schodder), turi2.de (Leschek)

Bertelsmann baut bei Gruner + Jahr 700 Stellen ab und killt 23 Magazine.


Rabe rationalisiert: Bertelsmann stellt 23 Titel aus dem Gruner+Jahr-Portfolio ein. Betroffen sind "Barbara", "Guido" und die Ableger "Brigitte Be Green", "Brigitte Leben", "Brigitte Mom", "Brigitte Woman", "Brigitte Wir", "Eltern Family", "Geo Epoche", "Geo Epoche Edition", "Geo Epoche Panorama", "Geo Kompakt", "Geo Saison", "Geo Walden", "Geo Wissen", "Geo Wissen Ernährung", "Geo Wissen Gesundheit", "Geo Wohllebens Welt", "Guidos Deko Queen", "stern Gesund Leben" und "View". "Eltern" und "Chefkoch" sollen als Print wegfallen, online aber weiter bestehen. Mit dem Ende von "Geo Epoche" und vieler Line-Extensions von "Geo Wissen" stampft der Konzern das gesamte Erbe von Michael Schaper ein. Er hatte von 1999 bis 2019 alle "Geo"-Titel ohne Reise- und Reporter-Schwerpunkt verantwortet. Andere Zeitschriften, etwa "P.M.", "11 Freunde", "Business Punk" und "Beef", gibt Bertelsmann in den Verkauf – hierfür gebe es "zahlreiche Interessenten", sagt Bertelsmann- und RTL-CEO Thomas Rabe dem "Spiegel". "stern", "Geo", "Capital", "Gala", "Schöner Wohnen" und weitere Kernmarken bleiben, sollen künftig aber bei der RTL News GmbH angesiedelt sein. Bertelsmann sieht dort "große Synergien mit den RTL-TV-Redaktionen". Die Beteiligung an der Deutschen Medien Manufaktur, dem "Landlust"-Joint-Venture mit dem Landwirtschaftsverlag Münster, steht auf dem Prüfstand.

500 von 1.900 Vollzeit-Stellen sollen durch den Umbau "bis Ende 2025 schrittweise" überwiegend in Hamburg wegfallen – vor allem in Verwaltung und IT, weniger in den Redaktionen –, weitere 200 Stellen durch den Verkauf der Magazine. "Im Nachhinein muss man sagen, dass der Ansatz, alle Redaktionen zu integrieren, nicht richtig war", zitiert der "Spiegel" Rabe. Zugleich kündigt der Manager an, 80 Mio Euro in die verbleibenden Titel zu stecken, davon 30 Mio in das Paid-Content-Angebot des "stern", 20 Mio in neue Büro-Räume.

Der DJV sieht in der Entscheidung "einen verheerenden Aderlass für den renommierten Medienstandort Hamburg" und spricht von einer "Abwicklung". "Diese Entscheidung ist durch nichts begründet als durch gewissenlose Profitmaximierung", kommentiert DJV-Chef Frank Überall.
spiegel.de (€), sueddeutsche.de, faz.net, media.rtl.com

Bild: Picture Alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka

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turi2.de/termine: Europe-Konferenz, datengestützte Netzwerkarbeit.

Termine: "Zeit", "Handels­blatt", "Tages­spiegel" und "Wirtschafts­woche" starten um 10 Uhr die zwei­tägige Europe-Konferenz. Dort diskutieren u.a. Innen­ministerin Nancy Faeser und Verkehrs­minister Volker Wissing zu Europas Zukunft. +++ Um 15 Uhr lädt das PR-Management­system Convento zum Vortrag über daten­gestützte Netz­werk­arbeit von Stefan Keil, Account Manager der Agentur Mais­berger. +++ Die Events sind kostenlos und online.
Die wichtigsten Termine der Branche – bequem sortierbar nach deinen Interessen: turi2.de/termine

Lese-Tipp: Wie Volders und Aboalarm mit Kündigungen Millionen machen.

Lese-Tipp: Mit Kündigungen lässt sich gut Geld verdienen, analysiert Martin Gardt das Geschäfts­modell der Online-Kündigungs­dienste. Die beiden Markt­führer Volders und Aboalarm, die inzwischen zusammen gehören, wickeln bis zu 150.000 Kündigungen pro Monat ab und setzen damit 10 Mio Euro im Jahr um. "Unser größter Konkurrent ist mittlerweile der Kunde, der selbst kündigt“, sagt Volders-Gründer Jan Hendrik Ansink. Weil die allermeisten Kunden über Suchergebnisse auf die Anbieter stoßen, sind SEO-Inhalte zu Kündigungsthemen essentiell.
omr.com

Zahl des Tages: Influencer Ron Bielecki soll 480.000 Euro Strafe wegen illegaler Glücksspiel-Werbung zahlen.

Zahl des Tages: Eine Strafe von 480.000 Euro soll Influencer Ron Bielecki wegen der Teilnahme an und der Werbung für illegale Online-Glücks­spiele zahlen, entscheidet das Berliner Amts­gericht Tiergarten. Laut "Wirtschaftswoche" hat er in mindestens 37 Fällen über seine Kanäle Werbung für ein Online-Casino aus Curacao gemacht, das in Deutschland keine Genehmigung besitzt. Bielecki hat Einspruch gegen den Bescheid eingelegt.
wiwo.de

Google stellt ChatGPT-Konkurrenten “Bard” vor.


Intelligenz mit Bard: Google will im Kampf um die KI-Vormacht keine Zeit verstreichen lassen und kündigt mit dem eigenen Tool "Bard" einen Konkurrenten zum KI-Überflieger ChatGPT an. Konzernchef Sundar Pichai teilt mit, dass die Software unmittelbar für eine Gruppe "vertrauens­würdiger Tester" verfügbar sein soll, in einigen Wochen auch für eine breitere Öffentlich­keit. "Bard" basiert auf Googles Sprachmodell Lamda. Um Rechenleistung zu sparen und von mehr Menschen Feedback zu bekommen, komme zunächst eine leichte Modell­version von Lamda zum Einsatz. Pichai nennt "Bard" einen "experimentellen KI-Dienst für Konversationen" und schwärmt von einem "Ventil für Kreativität und einer Startrampe für Neugier".
faz.net, theverge.com, blog.google

Mobilfunk-Repeater in Fernzügen bekommen vorerst kein 5G-Upgrade.

Kein 5G im ICE: Die Fernzüge der Deutschen Bahn fahren auf absehbare Zeit weiter ohne den neuen, schnelleren Mobilfunk­standard 5G durchs Land, berichtet die "Rheinische Post". Mit den Mobil­funk­netz-Betreibern sei vereinbart worden, "aktuell keine 5G-Ertüchtigung der Repeater voran­zutreiben", beantwortet das Verkehrs­ministerium von Volker Wissing eine kleine Anfrage der Unions­fraktion im Bundes­tag.
rp-online.de

“New York Times” verklagt deutschen Rätsel-Verlag wegen “Wordle”.

Ringt um Wordle: Die "New York Times" streitet vor dem Landgericht Düsseldorf mit dem Hamburger Rätsel-Verleger Stefan Heine. Der US-Verlag will Heine per einstweiliger Verfügung die Nutzung des Begriffs "Wordle" verbieten lassen. Die "NYT" hatte Erfinder Josh Wardle vor rund einem Jahr für 1,2 Mrd Dollar die Rechte an dem Wort-Rätsel abgekauft und "Wordle" am 1. Februar 2022 als Marke registriert. Am selben Tag hat auch Heine die Marke für sich eintragen lassen. Dem Vorwurf der Amerikaner, es handele sich um eine "bösgläubige Marken­anmeldung", widerspricht Heine.
faz.net, spiegel.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie US-Konzerne mit Pseudo-Titeln Milliarden sparen.

Lese-Tipp: Bei Focus online schreibt Sandra Ward über US-Konzerne, die ihren Angestellten immer häufiger Fake-Manager-Titel verpassen und damit Milliarden einsparen. Aus einer Teller­wäscherin wird eine "Gastronomie-Hygiene-Technikerin", aus einem Müllmann ein "Sanitär­ingenieur" und Putz­kräfte werden zu "Duschtür-Spezialisten". Sobald eine Arbeits­kraft "Manager" ist, wird sie häufig nicht mehr stundenweise bezahlt.
focus.de

Basta: Ikea kreiert die wohl längsten Plakate Deutschlands.

Bis zur Unendlichkeit: Ikea hat zusammen mit der Agentur Thjnk die wohl längsten Plakat­flächen Deutschlands geschaffen. Sie zeigen in mehreren Groß­städten aneinander gereiht bis zu 40 Ikea-Produkte, die einen vom ersten Babybrei bis zur letzten Kaffee­fahrt begleiten. Inspiriert wurde die Aktion wohl durch Ikea-Bons, die komischerweise auch immer mehrere Meter lang sind, obwohl man doch nur Kerzen und eine Klo­bürste kaufen wollte.
horizont.net (€)

Top-Job: Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien sucht eine Leitung des Referats Bewegtbild/crossmediale Inhalte.

Top-Job des Tages: Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien sucht ab sofort in München eine Leitung des Referats Bewegtbild/crossmediale Inhalte in Vollzeit. Gewünscht werden u.a. Technik­affinität und Durchsetzung­sfähigkeit. +++ Alle Top-Jobs unter turi2.de/jobs. Trag deine offene Stelle kostenlos unter turi2.de/join ein.

Tamedia bedauert zu lange Aufklärungszeit für Sexismus-Vorwürfe von Anuschka Roshani.

Tamedia reagiert auf die Sexismus-Vorwürfe von Journalistin ­Anuschka Roshani im "Spiegel". Der Schweizer Verlag veröffentlicht die Zusammenfassung einer externen Untersuchung, wonach viele der Vorwürfe von Roshani gegen Ex-Chef­redakteur Finn Canonica "nicht haltbar" seien. Zugleich räumt die Geschäfts­führung um Andreas Schaffner und Mathias Müller von Blumencron ein, dass "die Aufklärung in diesem Fall zu lange gedauert hat".
persoenlich.com, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Basta: Hunde-Tickets für die Bahn sind nun auch online buchbar.

Bahnfahren mit Bello: Die Deutsche Bahn beseitigt ein leidiges Problem und ermöglicht es Hunde­halterinnen, Tickets für ihre Tiere nun auch direkt online zu buchen. Die Buchung selbst war bisher schon online möglich, das Ticket kam aber erst nach ein paar Tagen per Post auf Papier. Ärger ist der Konzern ja gewohnt, aber mit Tier­freunden möchte es sich offenbar auch die Bahn lieber nicht verscherzen.
faz.net

Verdi ruft zu neuen Warnstreiks bei der Post auf.

Deutsche Post: Die Gewerkschaft Verdi kündigt für Montag und Dienstag erneut Warn­streiks in Brief- und Paket­zentren an. In zehn Städten sind Protest­kund­gebungen geplant. Verdi fordert für die rund 160.000 Tarif­beschäftigten 15 % mehr Gehalt, was die Post als unrealistisch ablehnt. Am 8. und 9. Februar gehen die Verhandlungen in die nächste Runde, dann will die Post ein Angebot vorlegen.
augsburger-allgemeine.de

Prinz Harry und Herzogin Meghan produzieren künftig Fiction.

Genug geteilt: Prinz Harry und Herzogin Meghan liefern bei Netflix statt ihrer Lebens­geschichte wohl künftig RomComs und Feelgood-Stoffe ab, meldet der "Daily Telegraph". Kommende Projekte sollen einen "starken Fokus auf fiktionale Skript­inhalte haben" und das Paar lediglich in der Produktions­rolle sehen. Die neuen Inhalte seien Teil ihres 88 Mio Pfund schweren Deals mit dem Streaming-Riesen.
bild.de, telegraph.co.uk (€)

“Layla”-Produzent Ikke Hüftgold nimmt nach TikTok-Voting beim ESC-Vorentscheid teil.

Vor-Vorentscheid: Der Schlager­sänger Ikke Hüftgold hat sich in einem TikTok-Voting mit seinem Song Lied mit gutem Text für den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest qualifiziert. Hüftgold, bürgerlich Matthias Distel, ist u.a. Produzent des umstrittenen Ballermann-Hits "Layla". 2021 hatte er nach abgebrochener Teilnahme beim Sat.1-Format "Plötzlich arm, plötzlich reich" der Produktions-Firma eine Missachtung des Kindeswohls vorgeworfen und eine Debatte ausgelöst. Der Vorentscheid findet am 3. März statt.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: Andrea Nahles irritieren manche Forderungen jüngerer Arbeits­kräfte.

"Wir sind die Agentur für Arbeit, nicht für Freizeit. Manche Forderungen irritieren mich, auch weil ich anders erzogen worden bin."

Andrea Nahles, Chefin der Bundes­agentur für Arbeit, erzählt der "FAZ", dass auch kritische Stimmen zur Belastung in der digitalen Arbeits­welt wie Sara Weber letztlich die Themen beackern, "mit denen ich mich seit 30 Jahren befasse". Nahles selbst sei "wirklich ein Arbeitsmensch".
zeitung.faz.net (€)

Bericht: Twitter will Marken 1.000 Dollar für goldene Haken in Rechnung stellen.

Goldene Zeiten? Kurz­nachrichten-Dienst Twitter plant, Unternehmen und Marken für goldene Verifikations-Haken 1.000 Dollar zu berechnen, besagt ein Bericht von The Information. Das Implementieren kleiner Plaketten bei mit der Firma verbundenen Konten soll demnach weitere 50 Dollar monatlich kosten. Zahlen Brands nicht, verlieren sie wohl den Haken. Ein Zeitplan für die Änderungen steht laut Bericht noch nicht.
theinformation.com (€) via theverge.com

Zitat: Peter-Matthias Gaede kritisiert die Übernahme-Strategie von Thomas Rabe für Gruner + Jahr.

"Säße, sorry, ein Aldi-Nord-Manager noch auf seinem Posten, hätte er Tiffany geschluckt, um anschließend nicht mehr zu wissen, wohin damit in seiner "Booster"-Strategie?"

Peter-Matthias Gaede, Ex-Chef­redakteur der "Geo", kritisiert Bertelsmann- und RTL-Chef Thomas Rabe für dessen Strategie bei der Fusion mit Gruner + Jahr und legt der Besitzer­familie Mohn nahe, "einen Hinterausgang für ihren Spitzenmann" zu suchen.
turi2.de

Arvato Financial Solutions steht wegen rüder Methoden in Großbritannien in der Kritik.

Bertels­mann: Inkasso-Tochter Arvato Financial Solutions steht in Groß­britannien in der Kritik, ruppig mit säumigen Gas-Kunden umzugehen. Beschäftigte des Unternehmens hätten sich zum Teil mithilfe von Schlüssel­diensten Zutritt zu Wohnungen verschafft und Kunden offenbar eingeschüchtert. Die britische "Times" dokumentiert in einem Undercover-Video respekt­loses Verhalten von Geld­eintreibern. Arvato beruft sich auf Aufträge des Versorgers British Gas und auf vorliegende Gerichts­beschlüsse. Das Unternehmen lasse alle Vorgänge von einer externen Anwaltskanzlei prüfen. Auftrag­geber British Gas sagt: "Arvato hat uns enttäuscht" und nennt die Vorfälle "inakzeptabel". Die Zusammen­arbeit der Unternehmen pausiert.
spiegel.de (€), thetimes.co.uk (Undercover-Recherche mit 7-Min-Video), bbc.com (Reaktion British Gas)

Die DFL stellt Rahmenbedingungen für den neuen Investor auf.

Milliarden-Investor gesucht: Die "AG Zukunftsszenarien" wird dem Präsidium und dem Aufsichtsrat der DFL empfehlen, 15 % an einer neuen Tochtergesellschaft zu verkaufen, in der die nationalen und internationalen TV-Rechte ausgelagert werden, meldet "Bild". Dabei handle es sich nur um eine Minderheitsbeteiligung an den TV-Erlösen, Anteile der Bundesliga stehen nicht zum Verkauf. Auf diese Weise sollen bis zu 3 Mrd Euro in die Kassen kommen. Derzeit seien sieben Investoren an einer Kooperation mit der DFL interessiert, der Deal soll auf 25 bis 30 Jahre angelegt sein.
dfl.de, bild.de, sportschau.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Warum ein öffentlich-rechtliches Facebook derzeit zum Scheitern verurteilt wäre.

Hör-Tipp: "Wir müssen uns mehr trauen im Bereich Datensammeln", sagt Gert Kauntz, Geschäftsführer der Digitaltochter pub vom BR und SWR, im "Satzzeichen"-Podcast. Für passgenaue Angebote brauche man Nutzer-Daten, derzeit passiere noch zu viel auf manueller Basis: "Wir haben nichts Böses mit den Daten vor." Eine Art öffentlich-rechtliches Facebook wäre zum jetzigen Zeitpunkt aber "zum Scheitern verurteilt": Usern fehle noch der Anreiz, die Plattform zu verlassen – es reiche nicht, allein auf demokratische Werte zu verweisen. Stattdessen müssten die Öffentlich-Rechtlichen zunächst kleinere Schritte machen und etwa die Dialog-Fähigkeit auf vorhandenen Plattformen stärken.
open.spotify.com (25-Min-Audio)

“stern-TV”-Flitzer: RTL prüft rechtliche Schritte, meldet T-Online.

Flitz(er)-Piepen: Den stern-TV-Flitzern drohen offenbar Konsequenzen, berichtet T-Online. Es werde eine "juristische Reaktion" geprüft, sagt eine RTL-Sprecherin. Zudem habe man die Personalien der Störer festgestellt. Am Mittwochabend waren in der Live-Sendung zwei Männer auf die Bühne gestürmt. "Wusstet ihr eigentlich, dass WWE fake ist?", fragte einer der Männer den Moderator Steffen Hallaschka während seines Gesprächs mit Dschungel-Königin Djamila Rowe.
t-online.de