Lese-Tipp: Die Otto-Brenner-Stiftung analysiert die massenmediale Teilhabe Ostdeutscher.

Lese-Tipp: Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist es um die massenmediale Teilhabe Ostdeutscher nicht gut bestellt, schreibt die Otto-Brenner-Stiftung im Diskussionspapier "30 Jahre staatliche Einheit – 30 Jahre mediale Spaltung". Die Autor*innen sehen in der Disbalance auch einen Ursprung für den Vertrauens­verlust in Medien und Journalismus. Als mögliche Lösungen fordern u.a. sie Stipendienprogramme für ostdeutsche Journalist*innen und eine Veranstaltungsreihe in Ostdeutschland zu den Befunden des Arbeitspapiers.
otto-brenner-stiftung.de, (Zusammenfassung), otto-brenner-stiftung.de (52-Seiten-PDF)

Lese-Tipp: Klima- und Tierschutz sollten alle zahlen.

Lese-Tipp: "Es gibt im Feld der Landwirtschaft jede Menge Gut-Böse-Differenzen: konventioneller gegen Öko-Landbau, große Agrarbetriebe gegen kleine Bauernhöfe, regional gegen global", sagt Peter Strohschneider, der im Auftrag des Bundes Landwirte und Umweltschützer*innen versöhnt. Die Kosten für Ernährungssicherheit, Umweltschutz und Tierschutz sollten fair verteilt werden. "Wir werden alle mehr ausgeben müssen. Und freilich entstehen daraus viele neue Konflikte."
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Wie ein 87-Jähriger noch die Zeitung ausfährt.

Lese-Tipp: Johann Böhm ist mit 87 Jahren einer der ältesten Zeitungszusteller, berichtet Claudia Schuri. Böhm steht täglich um halb fünf auf und verteilt auf 22 Kilometer in der Nähe von Ottenhofen den "Erdinger Anzeiger", die "Ebersberger Zeitung" und die "tz". Den Job hat er seit Renten-Eintritt, als er nach einer Beschäftigung suchte. Früh morgens hat er schon einiges erlebt: Mal hat ihn die Polizei für einen Betrunkenen gehalten, mal wählte er wegen Schnees den Traktor für die Tour.
merkur.de

Lese-Tipp: Berlin als Filmkulisse für Moskau, Bagdad und Co.

Lese-Tipp: Berlin ist eine gefragte Serien-Kulisse, beobachtet Verena Mayer. Egal ob "ein mit arabischen Graffiti übersätes Straßenlabyrinth im Nahen Osten" (Homeland), eine "durch Kriege und Naturkatastrophen zerstörte Welt" (Die Tribute von Panem) oder das schachbegeisterte Moskau (Das Damengambit) – sie alle und noch viel mehr werden in Berlin gedreht. London sei für die Stadt "fast schon eine Routinerolle" – denn mit Berlin bekomme man viele Städte zum Preis von einer. Außerdem gibt es Drehgenehmigungen relativ unbürokratisch und bekannte Schauspieler*innen gehören zum Stadtalltag.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Wie das Corona-Dashboard der “Zeit” sich mit der Pandemie entwickelt hat.

Lese-Tipp: Vor einem Jahr hat Zeit Online die erste Deutschlandkarte mit Corona-Fällen veröffentlicht. Damals waren es 23 Fälle und es gab noch keine zentrale Datensammlung. Im Verlauf der Pandemie hat die Redaktion ihr Dashboard stetig erweitert und zusätzliche Funktionen hinzugefügt. Visualisierungschef Julius Tröger und seine Kollegin Elena Erdmann berichten über ein Jahr Corona und ein Jahr Corona-Dashboard.
blog.zeit.de

Lese-Tipp: Giovanni Di Lorenzo umreißt den Status Quo des Journalismus.

Lese-Tipp: "Zeit"-Chefredakteur Giovanni Di Lorenzo sorgt sich um die Pressefreiheit. Journalist*innen seien teils mögliche Terrorismus-Opfer und müssen gar wie "Bild"-Chef Julian Reichelt in gepanzerte Limousinen reisen. Derlei Bedrohung könne der Berufsstand meist standhalten. Der entbrannte "Kulturkampf", zuletzt etwa bei der "New York Times", berühre aber "das Selbst­ver­ständ­nis al­ler frei­en Me­di­en". Eine "Diffamierung von Andersdenkenden" oder "Konformitätsdruck" seien nicht die Lösung.
"Zeit" 9/2021, S. 1 (Paid)

Lese-Tipp: Report über deutsche Gründerinnen.

Lese-Tipp: Nur rund 16 % der deutschen Startups haben weibliche Gründerinnen, 47 % von ihnen bauen ihr Unternehmen im Nebenerwerb auf. Ein Viertel startet gezwungenermaßen aus der Arbeitslosigkeit heraus. Das Handelsblatt Research Institute und Google for Startups veröffentlichen eine Analyse mit dem Fazit: "Deutschland ist keine Gründerinnen-Nation." Die Analyse sucht die Gründe und hat dafür u.a. mehr als 300 Gründer*innen befragt.
issuu.com

Lese-Tipp: Die Corona-Datenspende-App funktioniert doch.

Lese-Tipp: Aus den mit der Corona-Datenspende-App gesammelten Informationen lässt sich sowohl das Abklingen der ersten Welle als der Anstieg der Fallzahlen im Herbst voraussehen, schreiben Lisa Hegemann und Meike Laaff. Bislang wurde die App meist eher als Fehlschlag gewertet. Für Januar widersprechen die Daten jedoch der Entwicklung, was mit Verhaltensänderungen durch den Lockdown zusammenhängen könnte. Die Macher*innen wollen nachjustieren. Das Gesundheitsministerium hat das Projekt bis Ende 2021 verlängert. Bisher hat die App rund 900.000 Euro gekostet.
zeit.de

Lese-Tipp: Clubhouse-Investor Marc Andreessen im Porträt.

Lese-Tipp: Marc Andreessen, einer der Groß-Investoren von Clubhose, "gilt als cholerisch und spricht mit vielen Schimpfwörtern", schreibt Marie-Astrid Langer im "Handelsblatt". Andreessen ist selbst häufig auf Clubhouse zu Gast, wo er u.a. Gründern Tipps gibt. Skeptiker und Kritiker schätzt er weniger: Die schneide Andreessen aus seinem Leben "wie einen Krebs".
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Oliver Kalkofe stellt sich das Fernsehen nach Corona vor.

Lese-Tipp: Oliver Kalkofe denkt über ein "Bares-für-Rares-Treuepunkte-Bonusprogramm" für die Post-Pandemie-Phase des deutschen Fernsehens nach. Facetime-Schalten sind indes verboten, "auf technische Fehler wegen schlechtem W-Lan drohen Stockhiebe oder Gefängnisstrafe". Screentime-Könige wie Hendrik Streeck werden Zwangs-Teilnehmer im Dschungel-Camp, "um den durch ihre Dauerpräsenz verursachten Mangel an Prominenten-Zuwachs auszugleichen".
kalkofe.de

Lese-Tipp: Hajo Schumacher sieht journalistische Relevanzkriterien durch Google in Gefahr.

Lese-Tipp: Journalismus zum Wohl der Gesellschaft hat gegen die Macht von Google und Facebook keine Chance, schreibt Hajo Schumacher in einem Essay. "Google ist ein globaler Oberchefredakteur", bilanziert er und zeigt einige Beispiele. Die eigentlichen Relevanzkriterien seien an vielen Stellen dem ökonomischen Druck gewichen, Medienhäuser hätten den Kampf zu spät aufgenommen. Hinzu komme der Vorschub Extremistischen durch Twitter und Youtube, der Redaktionen vor sich hertreibe. Schumachers trauriges Fazit: "Am Ende gewinnt die Software."
journalist.de

Lese-Tipp: Bundespressekonferenz wird für Propaganda und Verschwörungen missbraucht.

Lese-Tipp: Podiums-Sprecher*innen der Bundespressekonferenz sehen die Veranstaltung als "gekapert", berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Grund sind Journalist*innen und Bloger*innen, die die BPK "sehr erfolgreich als Bühne für Verschwörungsmythen und Fake News nutzen". Vor allem Ex-"Focus"-Korrespondent Boris Reitschuster und Florian Warweg von RT Deutsch würden immer wieder durch Beiträge auffallen, in denen sie "systematisch Zitate aus dem Zusammenhang" reißen und sie für ihre Zwecke "instrumentalisieren".
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Wirtschafts-Newsletter Flip will Lösungen präsentieren.

Lese-Tipp: "Investigativ, partizipativ, lösungsorientiert, das ist die Schnittmenge, von der wir glauben, dass es sie im Wirtschaftsjournalismus noch nicht gibt", sagt Christian Salewski, Mitgründer des kostenlosen Newsletters Flip. Aller 14 Tage widmet das Team sich einem Wirtschaftsthema, beschreibt das Problem, präsentiert eine Lösungsidee und lässt die Leser*innen abstimmen, ob die ein Flop oder eben ein Flip ist. Bisher finanziert sich Flip über Stiftungsgelder und Rechercheförderungen.
dlf.de, letsflip.de

Lese-Tipp: Ex-Präsident der Humboldt-Uni über die Doktortitel-Passion der Deutschen.

Lese-Tipp: Jan-Hendrik Olbertz, Ex-Präsident der Humboldt-Universität, versucht sich im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" an einer Erklärung für Promotions-Plagiate wie die von Karl-Theodor zu Guttenberg und Franziska Giffey. Seiner Meinung nach sind überlastete Betreuer*innen und der Deutschen Titelwut die Gründe: "In Deutschland promovieren zu viele Leute. Die Versuchung ist groß, den Doktortitel als Schmuck zu erwerben."
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Clubhouse könnte es wie Snapchat ergehen, erwartet Jakob von Lindern.

Lese-Tipp: Nicht Clubhouse ist das nächste große Ding, sondern das, wofür es steht, nämlich "mehr oder weniger spontan und ungeschnitten ins Smartphone gesprochenes Wort", schreibt Jakob von Lindern. Er sieht Parallelen zu Snapchat, dessen "gefühlte Vergänglichkeit" der Storys sich inzwischen auch bei vielen anderen Diensten findet. Clubhouse selbst sei "noch in der Metaphase", weil auf der Audio-Plattform häufig diskutiert wird, was Clubhouse eigentlich sein soll.
zeit.de

Lese-Tipp: Eric Wallis blickt bei Überschriften zu Wirecard sehr genau hin.

Lese-Tipp: Sprachwissenschaftler Eric Wallis stört sich am medialen Framing der kriminellen Aktivitäten bei Wirecard. Der Begriff "Wirecard-Skandal" präge die Überschriften, stelle aber eher das Unterhaltsame als das Kriminelle heraus. Stattdessen müsse von "Betrug" die Rede sein. Wallis vermutet, dass dies nicht geschehe, weil Wirecard "mit seinen Maßanzüge und Dienstreisen" schlicht "nicht in unser Stereotyp von Betrug" passe. Es gehe "um die Verantwortung, Texte mit der Wahrheit zu überschreiben".
uebermedien.de

Lese-Tipp: Persepolis-Zeichnerin Marjane Satrapi im Interview.

Lese-Tipp: "Es gibt ja auch dumme Frauen, so ist es ja nicht" - sie ist sicher keine: Marjane Satrapi (Foto), Zeichnerin des Graphic-Novel-Meisterwerks Persepolis, spricht im Interview mit Susan Vahabzadeh über Feminismus und ihre Kindheit im Iran. Satrapi, die mittlerweile als Regisseurin arbeitet, hat laut eigenen Worten außerdem "gern Angst: Dann funktioniert mein Gehirn."
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Die “Süddeutsche Zeitung” trifft die Macher der Twitterperlen.

Muschel auf: "Übertrieben gesagt, ist das wie ein Rausch, boah, wieder mehr Likes und wieder mehr Likes!" So beschreibt Twitterperlen-Gründer Dali Ivkovic in der "Süddeutschen Zeitung" den Moment, wenn einer seiner Posts viral geht. Das 2013 gestartete Projekt kuratiert täglich Humor-Highlights des Kurznachrichten­Dienstes für ein großes Publikum. 580.000 Menschen auf Facebook und 310.000 auf Instagram lesen mit.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Barbara Ketcham Wheaton arbeitet seit 1962 an einer Kochbuch-Datenbank.

Lese-Tipp: Für The Sifter sammelt Barbara Ketcham Wheaton seit 1962 alle Rezepte, Zutaten und Küchengeräte, die je in einem Kochbuch erwähnt wurden. Die 89-jährige Lebensmittelhistorikerin hat mittlerweile fast 8.000 historische Kochbücher für ihr Projekt ausgewertet. Ihr Fazit: Kulinarische Nachschlagewerke wurden wissenschaftlich lange unterschätzt.
zeit.de (Paid)

Lese-Tipp: Peter Wittkamp nimmt Clubhouse aufs Korn.

Lese-Tipp: Gagschreiber Peter Wittkamp findet, Clubhouse-User*innen könnten "platzsparend im Plattenbau am äußersten Stadtrand" untergebracht werden - da die meisten ihren Wohnraum nicht mehr benötigen. Die süchtig gewordenen Dauer-Talker "liegen 16 oder 17 Stunden am Tag mehr oder weniger am selben Fleck der Wohnung und vergessen dabei völlig, zu duschen oder sogar zu essen." Fazit: Clubhouse hat Berlins größtes Problem gelöst - den Wohnungsmangel.
tagesspiegel.de

Lese-Tipp: Dirk von Gehlen sieht Newsletter als Trend.

Lese-Tipp: Der Newsletter, die "älteste Innovation des digitalen Journalismus", ist ein Mega-Trend, schreibt Dirk von Gehlen – natürlich in seinem Newsletter. Als Indiz dafür sieht er, dass selbst Twitter und Facebook, die einst angetreten sind, die E-Mail abzuschaffen, Newsletter für sich entdecken. Ein Vorteil ist, dass E-Mails ohne zentrale Plattform auskommen und die direkte Kommunikation ermöglichen. Wer Medien als Newsletter denkt, denke in Produkten, "die erst durch die Aufmerksamkeit ihrer Leser*innen entstehen".
dirkvongehlen.de

Lese-Tipp: Es gibt Vorbilder für Bodo Ramelows “Candy Crush”-Spiele.

Lese-Tipp: Zwischenzeitliche Zerstreuung durch Handyspiele sind grundsätzlich nichts Schlimmes, schreibt Timo Lehmann mit Blick auf die Aussage von Bodo Ramelow (Foto), in Runden mit Angela Merkel das Handygame zu spielen. Zudem gebe es zahlreiche andere Beispiele: Wolfgang Schäuble spielte als Finanzminister im Bundestag Sudoku, Angela Merkel schickt SMS und bei den Grünen gehörte es lange zum guten Ton, auf Parteitagen zu stricken.
spiegel.de

Lese-Tipp: “Zeit” porträtiert Signal-Gründer Moxie Marlinspike.

Lese-Tipp: Ann-Kathrin Nezik porträtiert für die "Zeit" Signal-Gründer Moxie Marlinspike, der mit einem 35-köpfigen Team Whatsapp Konkurrenz macht. Marlinspike, lange Zeit ein "Außenseiter", stieg erst nach Wanderjahren in die Software-Industrie ein - heute versucht er, mit dem nicht gewinnorientierten Signal "die Normalität ins Internet zurückzubringen".
zeit.de (Paid)

Lese-Tipp: Facebook ist ein Umschlagplatz für illegale antike Kunst.

Facebook-LogoLese-Tipp: Facebook fungiert als Umschlagplatz für illegal erworbene oder geraubte antike Kunst, schreibt Marcus Woeller. Das Athar Project hat 120 entsprechende Gruppen identifiziert, die insgesamt 2,2 Mio Nutzer*innen haben - auch wenn der Handel mit gestohlenen Kulturgütern auf Facebook offiziell verboten ist. Weiteres Problem: Facebook könnte künftig etwa Fotos von Ausgrabungsstätten oder Objekten löschen, die oft die einzigen Beweise für Straftaten sind.
edition.welt.de (Paid)

Lese-Tipp: Vergleich Clubhouse und dessen Klon Twitter Spaces.

Lese-Tipp: Ralph Kühnl und Andi Szabo vergleichen auf ihren Blogs je die Funktionen von Clubhouse und dessen Klon Twitter Spaces, der nun auch deutschen Nutzer*innen nach und nach zur Verfügung steht. Der Klon bleibe in der Twitter-Blase, Clubhouse scheine offener, meint Kühnl. Twitter Spaces biete aber mit automatischer Untertitelung in Echtzeit ein "absolutes Killerargument", schreibt Szabo. Prinzipiell lassen sich Gespräche so auch im Stumm-Modus nachlesen.
ralphkuehnl.de, andi-szabo.de

Lese-Tipp: Einer der ältesten alternativen Radiosender Europa gerät unter Druck.

Lese-Tipp: Radio Student gerät in finanzielle Schwierigkeiten, berichtet Martin Reichert. Der slowenische Radiosender entstand bereits 1968, gegründet durch die Studierendenorganisation in Ljubljana. Damit ist er eine der ältesten unabhängigen Radiostationen Europas. Aktuell herrscht in Slowenien der rechtspopulistische Ministerpräsident Janez Jansa, der es auf die öffentlich-rechtlichen Sender abgesehen hat. Der Druck auf die kritischen Stimmen von Radio Student kommt aber nicht aus der Regierung, sondern von der ihn finanzierenden Studierendenorganisation, die auf eine Privatisierung drängt.
taz.de

“Manager Magazin”: Adidas-Chef Kasper Rorsted vergrault Top-Manager.

Da drückt der Schuh: Adidas-CEO Kasper Rorsted laufen viele Top-Leute weg – offenbar wegen Rorsteds rauem Führungsstil, schreibt das "Manager Magazin". Intern habe Rorsted einen "Kulturkampf" losgetreten, der auf Kosten von Innovation und Kreativität gehen könnte. Zwar habe er den Sportkonzern finanziell gut durch die Corona-Krise gebracht, sein "Renditeregime" könnte Adidas längerfristig aber mehr schaden als nützen.
manager-magazin.de (Paid)

Lese-Tipp: Sabine Töpperwien hat Frauen im Fußball die Tür aufgestoßen, schreibt Katrin Müller-Hohenstein.

Lese-Tipp: Fußball-Reporterin Sabine Töpperwien (Foto), 60, hat "eher ungewollt etwas Emanzipatorisches bewegt" und das "Frausein im Fußballmetier" ein Stück weit etabliert, ohne darüber zu reden, schreibt ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein bei Zeit Online. Töpperwien habe vielen anderen Frauen nach ihr "die Tür ein Stück aufgestoßen". Am Donnerstag hat sie ihren vorzeitigen Ruhestand angekündigt.
zeit.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Mut und Misstrauen schaffen Vertrauen der Leser*innen, schreibt Barbara Hans.

Lese-Tipp: Journalismus braucht das Vertrauen seiner Leser*innen, "weil er das Misstrauen zu seiner Maxime erklärt hat", schreibt die offenbar scheidende "Spiegel"-Chefredakteurin Barbara Hans im "Journalist". Medien müssten "die Rezipienten besser kennenlernen, die uns noch gewogen sind" und sich auch mit denen beschäftigen, "die sich noch nie für uns interessiert haben". Ohne Mut zur Veränderung gebe es kein Vertrauen, schreibt Hans: "Mehr als Fehler vergrätzt die Leser unsere Hybris, keine Fehler zu machen."
journalist.de, turi2.de (Background Hans)

Lese-Tipp: CureVac wandelt sich von der Impf-Hoffnung zum Sorgenkind.

Lese-Tipp: CureVac droht das Rennen um das Geschäft mit Corona-Impfstoff zu verlieren, schreibt Andrej Reisin. Er blickt auf die Geschichte des Tübinger Impfstoff-Unternehmens. Zu Beginn der Pandemie galt CureVac als große Hoffnung und es gab Ängste, Donald Trump könnte das Unternehmen für die USA aufkaufen. Mittlerweile hat CureVac den US-Markt ganz aufgegeben, außerhalb der EU gibt es bislang keine Bestellungen. An der Börse ist CureVac bislang jedoch noch ein Erfolg. Hauptinvestor Dietmar Hopp konnte, auch dank optimistischer Statements, sein Vermögen um rund fünf Mrd Euro vergrößern.
tagesschau.de

Lese-Tipp: Reportageformat “Strg_F” von Funk bietet journalistische Detektivsuche.

Lese-Tipp: Das Funk-Reportageformat STRG_F bringt "ambitionierten Video-Journalismus" auf YouTube und beschert dem NDR regelmäßig Empörungswellen, schreibt Aurelie von Blazekovic. Redaktionsleiter Dietmar Schiffermüller erklärt, dass die journalistische Suche, bei der die Zuschauer*innen unmittelbar dabei sind, gut als Dramaturgie funktioniert, auch wenn die Nahbarkeit "eine Gratwanderung" sei.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Die Geschichte des Zaubertricks “Zersägte Jungfrau”.

Lese-Tipp: Martin Zips erzählt in der "Süddeutschen Zeitung" die Geschichte des Zaubertricks der "zersägten Jungfrau", den der Zauberer P.T. Selbit vor 100 Jahren erstmals in einem Londoner Theater zeigte. Das Klischee "von hübschen Damen, die von Magiern gehänselt" werden, habe es schon lange davor gegeben. Nur wenige Wochen nach der Säge-Premiere klaute ein amerikanischer Magier den Trick und ließ ihn sich schützen. In Deutschland zersägte Magierin Amila 2011 erstmals einen Mann.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Das “Handelsblatt” porträtiert Star-Architekt Renzo Piano.

Lese-Tipp: Regina Krieger porträtiert für das "Handelsblatt" den italienischen Star-Architekten Renzo Piano. Piano, der u.a. mit dem Bau des Centre Pompidou bekannt wurde, kümmert sich mittlerweile verstärkt um Projekte in der Peripherie. Dabei ist der 83-Jährige kein Knauser: Fehlen in einem Gebäude noch die richtigen Lampen, bezahlt er sie auch aus eigener Tasche.
"Handelsblatt", S. 34 (Paid)

Lese-Tipp: Management-Experte Reinhard Sprenger warnt vor dauerhaftem Home-Office.

Lese-Tipp: Home-Office "ist die Pandemie in der Pandemie", schreibt Management-Experte Reinhard Sprenger in seinem Kommentar für das "Handelsblatt". Unternehmen seien "Kooperationsarenen", keine "Koordinationsarenen", weshalb nicht einfach Einzelleistungen aus der Ferne addiert werden könnten. Sprenger sieht ohne räumliche Gemeinschaft auch "die Kraft des Wir" und den "Wunsch dazuzugehören" in Gefahr. Koordination gehe auch online, Führung, Zusammenarbeit und Kreativität nicht. Sprengers Fazit lautet daher: Büro als Standard, Home-Office als Ausnahme.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Julius Deutschbauer interviewt Menschen zu Büchern, die sie nie gelesen haben.

Lese-Tipp: Künstler Julius Deutschbauer interviewt Menschen zu Büchern, die sie nie gelesen haben. Die Top 3 der Staubfänger im Regal sind Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften", James Joyce' "Ulysses" und die Bibel. Deutschbauer will u.a. wissen, welchen Imbiss die Protagonisten des ungelesen Buchs verdient hätten - und stellt bei seinen Gesprächen fest, dass Österreicher vor einer Antwort länger überlegen als Deutsche.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Die Wikipedia hat sich von einer Bewegung zu einer Institution gewandelt.

Lese-Tipp: Wikipedia startete als Bewegung und gleicht mittlerweile eher einer Institution, schreibt Ulf von Rauchhaupt in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Als Beleg dafür führt er die aktive Nachwuchspflege bei Autor*innen an, die in den meisten Ländern den Rücklauf an Beitragenden gestoppt hat. Dennoch müsse der Wikipedia in der Zukunft irgendwann einen Generationswechsel bei den Autor*innen gelingen, damit das Nachschlagewerk aktuell bleibt.
"FAS", S. 54 (Paid)

Lese-Tipp: Fotograf erzählt von seinem Einsatz im US-Kapitol.

Lese-Tipp: Der Fotograf Andrew Harnik hat am Mittwoch Fotos von den Ausschreitungen im Kapitol machen können. Im Interview mit dem "Zeit Magazin" sagt er, dass er zunächst nicht besorgt war, als er aus dem Kapitol heraus die Trump-Fans sah. Wenige Minuten später fand er sich im Repräsentantenhaus wieder und merkte: "Die Stimmung ist gekippt". Er sagt, er habe die Angst um ihn herum gespürt, selbst aber sich darauf fokussiert, seine Arbeit zu machen. Deine persönliche Meinung zu den Vorgängen will er lieber nicht äußern, da er seinen Job in der reinen Dokumentation der Ereignisse sieht.
zeit.de

Lese-Tipp: Der Sturm auf das US-Kapitol wurde öffentlich geplant.

Lese-Tipp: Nicht im Geheimen, sondern "in öffentlichen Netzwerken, die sie zum Teil selbst gegründet haben", haben Trump-Fans die Ausschreitungen von Washington organisiert, schreibt Eike Kühl auf Zeit Online. Er sieht die Dynamik der Netzwerke, "allen voran der Troll-Kultur", dafür verantwortlich, dass die Bedrohung unbeachtet blieb. Entsprechende Communitys müssen daher stärker beobachtet werden, fordert Kühl.
zeit.de

Lese-Tipp: Der Lockdown ist zu locker, schreibt Janko Tietz.

Lese-Tipp: Lockdown ist eigentlich nur ein Lockerdown, kommentiert Janko Tietz. "Was die Politik bis jetzt gescheut hat, ist, den Rest der Wirtschaft ebenso hart zu reglementieren wie Gastronomie, Einzelhandel oder Privatkontakte", schreibt Tietz. Deshalb gäbe es täglich noch immer Millionen Kontakte bei der Arbeit und dem Weg dorthin. Tietz plädiert dafür, alles außer Lebensmittelläden für zwei Wochen zu schließen und so eine monatelange Hängepartie zu vermeiden: "Wenn die Küche kalt bleiben kann, wenn die Ränge leer und die Instrumente stumm bleiben können, kann auch das Band bei Daimler stehen."
spiegel.de

Lese-Tipp: Die “taz” schaut auf die wichtigsten Ereignisse im Medienjahr 2021.

Lese-Tipp: 2021 wird das Jahr, in dem die Medienbranche die Gewinne und Verluste aus der Pandemie zählen wird, schreiben Anne Fromm, Denis Gießler, Peter Weissenburger und Erica Zingher in der "taz". Im ländlichen Raum könne dies 2021 stark bemerkbar werden. Der Streit um den Rundfunkbeitrag und die Macht der Tech-Konzern werden 2021 ebenfalls wichtige Themen.
taz.de

Lese-Tipp: Sandro Schroeder und Marcus Engert über das Podcast-Jahr 2020.

Lese-Tipp: Sandro Schroeder (Foto) und Marcus Engert liefern einen kombinierten Jahres-Rück- und -Ausblick aus der Podcast-Welt und wünschen sich mehr Abwechslung statt der ewig gleichen Podcast-Konzepte "Promis und Influencer*innen" und "True Crime". Strittig sei, "ob der Podcast Christian Drosten zum Popstar gemacht hat oder Prof. Drosten den Podcast", das Coronavirus-Update habe jedenfalls Unzähligen "den Podcast-Erstkontakt verschafft". Schroeder und Engert kritisieren, dass Podcasts 2020 andererseits "zum Marketingvehikel für Marken, Gesichter und Plattformen" wurden. Die Ur-Form als plattformneutrales Medium sehen sie in Gefahr.
uebermedien.de

Lese-Tipp: Der Streit um Werbe-Tracking zwischen Apple und Facebook ist komplex.

Lese-Tipp: Apple will künftig Nutzer*innen fragen, ob Apps für Werbezwecke ihre Daten sammeln dürfen. Facebook reagiert empört und sieht sich als Verteidiger des freien Internets. Simon Hurtz rekonstruiert in der "Süddeutschen" den seit Juni schwelenden Streit und die schwierige Beziehung zwischen den Tech-Riesen, deren Chefs einander nicht besonders leiden können.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Das G in G+J wäre heute 95 Jahre alt geworden.

Lese-Tipp: Richard Gruner wäre heute 95 Jahre alt geworden – Irene Altenmüller porträtiert das G in Gruner + Jahr auf NDR.de. Sie beschreibt die Gründung des Verlags bei "Erdbeerkuchen mit Sahne" gemeinsam mit John Jahr und Gerd Bucerius 1965 und erzählt, wie Gruner sich schon vier Jahre später über die Linkslastigkeit des eigenen Hauses ärgert: Der "stern" sei auf dem besten Weg, "die erste westdeutsche Redaktionskommune zu werden".
ndr.de

Lese-Tipp: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr kämpft seinen eigenen gesundheitlichen Kampf.

Lese-Tipp: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr spricht zu Beginn der Corona-Pandemie noch im Kanzleramt vor. Kurz darauf muss er mit einer Hirnblutung ins Krankenhaus. Elisabeth Dostert porträtiert den Wissenschaftler und berichtet, wie Hoerr sich nach sechs Wochen Koma und neun weiteren Wochen auf einer Intensivstation zurückkämpft. Hoerr musste wieder schlucken, sprechen und gehen lernen. Mittlerweile besucht er manchmal wieder seine Firma.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Große Streamingdienste nutzen Podcasts, um sich zu profilieren.

Lese-Tipp: 10 Mio Deutsche hören laut Marktforscher*innen regelmäßig Podcasts. Mehr als 40.000 von ihnen sind mittlerweile im Angebot, sagt Spotify-Europachef Michael Krause. Der "Spiegel" schreibt in seinem Überblick über das Geschäft, dass Podcasts für große Anbieter vor allem dazu dienen, sich gegenüber anderen Streamingdiensten zu profilieren. Richtig beziffern lässt sich der Erfolg der Audio-Angebote übrigens noch nicht, weil Spotify, Apple und Amazon keine unabhängige Reichweitenmessung zulassen.
spiegel.de (Paid)

Lese-Tipp: Konsequenzen der neuen EU-Regeln für Online-Plattformen für Apple und Co.

Lese-Tipp: Das "Handelsblatt" erklärt, welche konkreten Konsequenzen der Digital Services Act und der Digital Markets Act der EU-Komission für Google, Amazon, Facebook und Apple hat. Google und Amazon etwa dürften ihre Angebote nicht mehr bevorzugt in den Suchergebnissen zeigen und Informationen ihrer Firmenkunden nicht mehr nutzen, um ihnen Konkurrenz zu machen.
handelsblatt.com