Lese-Tipp: Luisa Neubauer will nicht als Öko-Messias gesehen werden.

Lese-Tipp: Fridays For Future ist keine "Feelgood-Bewegung", sagt Klima-Aktivistin Luisa Neubauer im "SZ"-Interview. Neubauer klagt, dass von ihr "so eine Art Messiasleben" erwartet werde: "Könnte man mir irgendwas anlasten, irgendeine Kleinigkeit?", frage sie sich häufig in der Öffentlichkeit. Fridays For Future wolle die Art der Corona-Krisenbewältigung später für die Klima-Krise "einfordern".
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Georgine Kellermann über soziale Geschlechterprägung.

Lese-Tipp: Jochen Bittner fragt WDR-Studioleiterin Georgine Kellermann, die bis vor einem Jahr als Mann lebte, in einem Brief, ob man als Frau zur Welt komme, oder von der Gesellschaft zu ihr gemacht werde. Kellermann antwortet, sie habe stets versucht, von ihrer weiblichen Seite abzulenken, auch sich selbst, vor allem aus Angst. Sie glaubt, sie hätte keine Transgender-Reporterin werden können, weil die Gesellschaft nicht bereit gewesen wäre. Soziale Geschlechterprägung sei mächtig – aber nicht genug, um "die Substanz eines Menschen zu verändern".
"Zeit" 39/2020, S. 11 (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Kritiker kämpft gegen gegenderte Sprache.

Lese-Tipp: Walter Krämer protestiert in zahlreichen Briefen an Rundfunk- und Fernseh-Räte gegen gegenderte Sprache bei ARD und ZDF, berichtet Anne Fromm. Krämer sieht durch sie Männer benachteiligt. Einerseits, weil bei negativen Bezeichnungen wie "Diebe" seltener gegendert werde, andererseits, weil die Sprechpause häufig nicht zu hören sein und so nur die weibliche Form wahrnehmbar. Die jeweiligen Räte antworten unterschiedlich. Während das ZDF antwortet, seine Praxis nicht ändern zu wollen, gibt der WDR Krämer zum Teil recht und will Gendern in Nachrichtensendungen untersagen.
uebermedien.de

Lese-Tipp: Oliver Samwer ist der Gewinner beim Delisting von Rocket Internet.

Lese-Tipp: Die Zeit von Rocket Internet an der Börse ist eine "Geschichte einer beiderseitigen Entfremdung", schreibt Dennis Kremer in der "FAS". Vom Delisting profitiere vor allem Mehrheitseigner Oliver Samwer. Er maximiere bei jeder Entscheidung den eigenen Nutzen. Mit dem aktuell niedrigen Börsenkurs habe Samwer "fast alle Trümpfe auf seiner Seite".
faz.net (Paid)

Lese-Tipp: Das erste Influencer-Paar der Geschichte.

Lese-Tipp: Jan Stremmel porträtiert Peggy und Larry Thaw, "die ersten Influencer der Geschichte". Larry Thaw filmte seine Frau ab 1923 mit einer der ersten Amateurkameras von Kodak, u.a. morgens im Bett oder beim Würstchen-Essen. Die Thaws waren getrieben von einem "beachtlichen Geltungsdrang" und erschienen manchen Zeitgenossen "so arrogant, dass es beinahe schon beleidigend ist."
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Der Trend zu mehr Home Office nimmt Druck aus dem Wohnungsmarkt.

Lese-Tipp: 2030 wird sich der Wohnungsmarkt in den Metropolen entspannen, sagt Rolf Elgeti, Aufsichtsratschef des Immobilienkonzerns Tag, im "SZ"-Interview. Immer mehr Familien ziehe es in das günstigere und grünere Umland. Der Trend zu mehr Home Office beschleunige den Trend. Dass die wenigen Wohnungen in der begehrten Innenstadt teurer sind, sei Marktwirtschaft: "Den 7er-BMW kann sich auch nicht jeder leisten", so Elgeti.
"Süddeutsche Zeitung", S. 16 (Paid)

Lese-Tipp: Menschen interessieren sich für Menschen, sagt Burda-Chef Philipp Welte.

Lese-Tipp: "Es gibt nichts, was Menschen mehr interessiert als andere Menschen", sagt Burda-Vorstand Philipp Welte im "FAS"-Interview über den People-Journalismus von "Bunte" - "daran ändern auch Anwälte nichts, die aus dem Kampf gegen unliebsame Berichte ein Geschäftsmodell gemacht haben". An den Zeitschriftenregalen, die "Lebensader" von Burda, werden jede Minute im Schnitt 465 Titel verkauft.
"FAS", S. 24 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Auf Einkaufstour mit Edeka-Chef Markus Mosa und Burda-Vorstand Philipp Welte. (07/2017)

Lese-Tipp: Chefs von Volkswagen und der Telekom inszenieren sich bei Social Media.

Lese-Tipp: Volkswagen-Chef Herbert Diess und Telekom-Chef Tim Höttges (Foto) inszenieren sich bei Instagram und Linked-in als "versierte Konzernstrategen", analysiert das "Handelsblatt" deren digitale Kommunikation. Es gehe um "Einfluss, Macht und Meinungsführerschaft", um auch abseits ihrer Reden auf der Hauptversammlung eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.
handelsblatt.com (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): Telekom-Chef Timotheus Höttges verspricht funklochfreies Deutschland – sogar im Zug.

Lese-Tipp: Teleshopping boomt in Krisenzeiten.

Lese-Tipp: Teleshopping boomt in der Krise im Gegensatz zum stationären Einzelhandel, beobachtet Stefanie Diemand in der "FAZ". Nirgendwo in Europa wird so viel über Verkaufssender vertrieben wie in Deutschland - zu den Krisengewinnern zählt der Shoppingsender QVC. Neben Kosmetik seien besonders Elektronikartikel sowie Produkte rund um Haus und Garten beliebt.
"FAZ", S. 19 (Paid)

Lese-Tipp: Nico Rosberg rast seiner Schüchternheit davon.

Lese-Tipp: Nico Rosberg, Ex-Rennfahrer und Investor bei "Die Höhle der Löwen", konnte aus Schüchternheit in der Schule "nicht mal einen Vortrag halten", verrät er im "Bild am Sonntag"-Interview. Rosberg agiere "extrem konservativ" - mit Blick auf Nachhaltigkeit: "Der Klimawandel ist eine Riesenbedrohung, die mir früher nie bewusst war", sagt Rosberg.
"Bild am Sonntag", S. 52-53 (Paid)

Lese-Tipp: In Südkorea übertragen Videoblogger ihr Leben in Dauerschleife.

Lese-Tipp: In Südkorea übertragen Video-Blogger*innen ihr Leben in Dauerschleife und verdienen so bis zu 50.000 Euro im Monat. Der Erfolg geht oft zu Lasten des Privatlebens: Freund*innen haben die Streaming-Stars aus Zeitmangel kaum. Jede Minute offline bedeutet den Verlust von Fans, das Resultat: die Blogger*innen sind oft ebenso einsam wie ihre Zuschauer*innen.
"Spiegel" 36/2020, S. 82 - 84 (Paid)

Lese-Tipp: Correctiv recherchiert unter Corona-Leugner*innen.

Correctiv Ausrufezeichen ohne Schriftzug-150Lese-Tipp: Corona-Leugner*innen kommen erstaunlich einfach und ungeprüft an ein Attest gegen die Maskenpflicht, recherchiert Correctiv. Die Ablehnung der Regierungsmaßnahmen werde von "Scheinexperten und Meinungsmachern, die die Pandemie verharmlosen", vorangetrieben, aber auch Menschen mit medizinischem oder wissenschaftlichem Hintergrund seien beteiligt. Sie hätten ein bundesweites Netzwerk gebildet – Correctiv zählt wichtige Akteure auf, etwa den Verein "Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie".
correctiv.org

Lese-Tipp: Die “Zeit” und Mario Adorf arbeiten den Fall Bruno Lüdke auf.

Lese-Tipp: Die "Zeit" und Mario Adorf arbeiten gemeinsam den Fall Bruno Lüdke auf - die Geschichte eines zu Unrecht verurteilten, angeblichen Serienmörders. Adorf verkörperte ihn 1957 im Film Nachts, wenn der Teufel kam. Für Adorf war der Film Beginn seiner Weltkarriere, heute sagt er: "Ich habe als Schauspieler diesem Bruno Lüdke Unrecht getan. Ich leide darunter."
zeit.de (Paid)

Lese-Tipp: Der Sturz der Influencer-Familie Stauffer.

Lese-Tipp: Friederike Zoe Grasshoff analysiert in der "Süddeutschen Zeitung" den "Fall Stauffer". Myka und James Stauffer, ein Influencer-Ehepaar aus den USA, hatten im Mai für einen Sturm der Entrüstung gesorgt, nachdem sie ihren chinesischen Adoptivsohn Huxley zunächst in Videos kommerzialisiert, dann aber aufgrund seines Autismus "zurückgegeben" hatten. Es stelle sich aufgrund des Falls auch die Frage, ob "das Echte, das Unerfreuliche Platz auf Social Media" habe.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Interview mit Ricola-Chef Thomas Meier.

Lese-Tipp: Johannes Ritter interviewt für die "FAZ" Hustenbonbon-König Thomas Meier, Chef von Ricola. Meier verrät zwar nicht das Rezept für seinen Kräuterzucker, enthüllt aber, dass der Kräuteranteil pro Bonbon "sehr klein" ist. An Pastillen gegen Kopfweh und Kater will er sich lieber nicht wagen - "unsere Kernkompetenz ist das Atemsystem".
"FAZ", S. 22 (Paid)

Lese-Tipp: Erstausgabe der “SuperIllu” von 1990 online.

Lese-Tipp: Die Redaktion der "SuperIllu" stellt ihre 30 Jahre alte, Erstausgabe mit 48 Seiten frei ins Netz und gewährt so einen (n-)ostalgischen Blick in die Zeitgeschichte. Das Heft titelt unter anderem mit "Skandal – Honecker schreibt Memoiren. Jetzt kriegt er Millionen", neuen Sex-Praktiken und Tricks für Ostdeutsche, die Gebrauchtwagen aus dem Westen kaufen.
superillu.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: BitChute, das YouTube für Nazis.

Lese-Tipp: Matthias Schwarzer analysiert die Video-Plattform BitChute, die eine Art YouTube für Rechtsradikale ist. Das 2017 gegründete BitChute habe zwar Regeln, die "Aufstachelung zu Gewalt" und die "böswillige Nutzung der Plattform" verbieten - allerdings tummle sich dort das Who-is-Who der Rechten Szene. Prominenter Zulauf kommt auch aus Deutschland: Etwa Koch und Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann.
rnd.de

Lese-Tipp: Sozialunternehmer Lord John Anthony Bird im Porträt.

Lese-Tipp: Philip Plickert porträtiert Lord John Anthony Bird (Foto), der nach einer Karriere als Kleinkrimineller die Londoner Obdachlosenzeitung "The Big Issue" aufbaute. Zum Start vor 30 Jahren schickte Bird fünf Obdachlose als Verkäufer*innen in die Straßen, heute verdienen sich mehr als 2.000 Personen ein Zubrot mit "The Big Issue". Bird beriet auch die Gründung von Straßenmagazinen in Deutschland, etwa BISS in München und Hinz und Kunzt in Hamburg.
"FAZ", S. 20 (Paid)

Lese-Tipp: Sprachpfleger Werner Müller ist gegen Deutschtümelei.

Lese-Tipp: Aurelie von Blazekovic porträtiert Werner Müller, 75, der 25 Jahre lang "Sprachpfleger" beim BR war, als akribischen, aber unpedantischen Helfer der Journalist*innen, der keine Sprachhoheit beanspruchte. Grammatik ist laut Müller "ein Stück Leben", er selbst, im Hauptberuf Lehrer, verbrachte die Wochenenden damit, das Programm zu hören und Sprachberichte zu schreiben. Der BR war die einzige ARD-Anstalt, die sich einen Sprachpfleger leistete, inzwischen ist Müller im Ruhestand. Er halte nichts von "Deutschtümelei", dem Gendern steht er dennoch gespalten gegenüber – denn er habe kaum einmal gehört, dass im Radio souverän gegendert worden sei. Er plädiert dafür, lieber beide Geschlechter zu erwähnen.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Thomas Knüwer hält den Trend zum Home Office für einen Fehler.

Lese-Tipp: Der durch Corona in Gang gekommene Ausbau von Home Office wird "als einer der großen Managementfehler" in die Geschichte, schreibt Thomas Knüwer. Corona habe vielen Entscheider*innen gezeigt, was mit digitalen Tools möglich sei. Daraus Dauerlösungen zu machen sei jedoch falsch. Viele Arbeitende hätten daheim keinen angemessenen Arbeitsplatz, sodass gesundheitliche Schäden, wie ein krummer Rücken, zu erwarten seien. Fehlende soziale Kontakte würden zudem den Aufstieg im Unternehmen erschweren, die Einbindung von neuen Kräften sei kaum möglich. Knüwer erwartet zudem eine geringere Bindung zum Unternehmen und empfiehlt: Nach Corona sollte das Home Office eine Option bleiben - aber nicht die Regel.
indiskretionehrensache.de

Lese-Tipp: Eine Chronik der letzten 75 Jahre “Süddeutsche Zeitung”.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Lese-Tipp: Zum 75. Geburtstag der "Süddeutschen" gießen Joachim Käppner und Christian Mayer siebeneinhalb Jahrzehnte Zeitung in eine Chronik und beschreiben, wie und wann sich Interna und Auftreten verändert haben. Die ersten Ausgaben entstehen mit Druckplatten, für die der Bleisatz von Hitlers "Mein Kampf" eingeschmolzen wurde. Bei der "Süddeutschen", die damals "als Verteidigerin der jungen westdeutschen Demokratie" auftritt, arbeiten anfangs Antifaschisten neben ehemaligen Nazis.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Hornbach-Chef Erich Harsch hadert mit alten Real-Flächen.

Lese-Tipp: Swimmingpools sind in der Pandemie "so schnell weg wie andernorts das Toilettenpapier", sagt Hornbach-Chef Erich Harsch im "Wirtschaftswoche"-Interview. In Berlin eröffnet unter dem Namen Bodenhaus ein Fachmarkt für Bodenbeläge. Für die Expansion seien freie Flächen von Real oder KarstadtKaufhof "aus Platz- und Standortgründen" kaum interessant.
wiwo.de (Paid)

Lese-Tipp: TikTok ist der Schulhof der Welt, analysiert Sebastian Hofer in “Profil”.

Lese-Tipp: TikTok prägt die Gegenwart und entwickelt sich im "digitalen Sperrfeuer zwischen aufgescheuchten Kühen und bloßgestellten Präsidenten" zu einer geradezu revolutionären Plattform, schreibt Sebastian Hofer. Als "erste genuine Handy-Plattform" ist TikTok intuitiv, hat eine erstklassig funktionierende KI, die den Videofeed organisiert, und setzt nur am Rande auf soziales Netzwerken, so Hofer. Die App ist so erfolgreich, weil sie "funktioniert wie ein unendlich weiter Schulhof, auf dem man steht und herumschaut" – jeden Tag sei etwas anderes wichtig, statt Statussymbolen zählten Emotionen, es herrsche "der nackte Zufall".
profil.at

Lese-Tipp: Ze.tt hätte mehr Zeit gebraucht, sagt Marieke Reimann.

Lese-Tipp: Ze.tt-Chefredakteurin Marieke Reimann hätte sich gewünscht, dass die "Zeit" ihrem jungen Ableger mehr Zeit gegeben hätte, um profitabel zu werden. Würde man das Feuilleton auslagern und es profitabel machen wollen, wäre das für eine Zeitung "auch eine große Herausforderung", glaubt sie. Gleich mehrere Verlage haben ihre "Millennial-Medien" in den letzten Monaten eingestampft oder eingedampft.
sueddeutsche.de, turi2.de (Ze.tt wird Zeit-Online-Ressort), turi2.de ("Spiegel" macht Bento dicht)

Lese-Tipp: Christian Drosten will die Gesundheitsämter vor allem auf Cluster ansetzen.

Lese-Tipp: Christian Drosten empfiehlt in einem Gastbeitrag in der "Zeit", die Gesundheitsämter im Herbst vor allem auf Corona-Fälle anzusetzen, in denen Infektionscluster entstehen können. Sie sollten darauf achten, ob die Ansteckung bei einer Gelegenheit erfolgte, bei der sich auch andere das Virus eingefangen haben können, zum Beispiel in einem Großraumbüro oder einem Schulkurs. Dann sollten alle Teilnehmer schnell in Quarantäne. "Für Tests fehlt die Zeit. Politik, Arbeitgeber und Bürger müssen dies erklärt bekommen", schreibt Drosten. Die Isolierung solcher Cluster könnte kürzer ausfallen als bisher und mit einem Test enden. Bürger sollten zudem Kontakttagebücher führen, schreibt Drosten.
zeit.de (Paid)

Lese-Tipp: Björn Czieslik berichtet über Kinderradio ohne Kinder.

Lese-Tipp: turi2-CvD Björn Czieslik ist nicht nur für Audio-Produktionen in unserem Meinungs­macher*innen-Club verantwortlich, sondern seit 17 Jahren auch Moderator einer Kindersendung auf Radio Feierwerk. Im Blog des Kanals erzählt er, warum Kinderradio so besonders ist, zum Beispiel weil ein ungewollter Lachflash für authentischen Charme sorgt oder weil Kinder Fragen stellen, auf die kein erwachsener Redakteur gekommen wäre. Björn berichtet auch über die Herausforderungen durch Corona, als das Kinderradio erstmals ohne Kinder im Studio auskommen musste.
feierwerk.de

Lese-Tipp: Corona ebnet Gesichtserkennung den Weg in Sportstadien.

Lese-Tipp: Mehrere Sportclubs planen den Einsatz von Techniken zur Gesichtserkennung, schreibt Parmy Olson. Sie könnte helfen, bei reduzierten Zuschauerzahlen Corona-Maßnahmen einzuhalten. Einen weiteren Vorteil sehen die Befürworter darin, dass so auf Kontakte verzichtet werden kann, wenn das Gesicht beispielsweise das Ticket ist und keine Barcode-Scanner nötig sind.
wsj.com

Lese-Tipp: Harry Potter wird 40.

Der Junge, der überlebte: Zauberer Harry Potter wird heute 40 Jahre alt, die Bücher um ihn wurden in mehr als 80 Sprachen übersetzt und mehr als 500 Mio Mal verkauft. Der Deutschlandfunk prophezeiht, Potter sei mit 40 ein liebenswürdiger, aber spießiger Magier. Der NDR interviewt Rufus Beck, der die Hörbücher gesprochen, aber nie einen Potter-Film gesehen hat.
deutschlandfunkkultur.de, ndr.de (Beck-Interview)

Lese-Tipp: Die Gesellschaft könnte davon profitieren, die Wirtschaft nicht wieder hochzufahren.

Lese-Tipp: Statt nach der Corona-Krise wieder Wirtschaftswachstum zu forcieren, könnte es ratsam sein, künftig auf weniger Produktion und Arbeit zu setzen, schreibt Shayla Love. Sie stellt das Konzept der Degrowth-Bewegung vor: Der Verzicht auf für die Gesellschaft unnötige Produkte und Jobs könnte Ressourcen sparen und den Klimawandel stoppen. Ein solcher kontrollierter Rückgang der Wirtschaft setze aber ein neues Sozialsystem mit reduzierter Arbeitszeit voraus, das von Wachstumszielen abgekoppelt ist.
vice.com

Lese-Tipp: Laura Karasek schreibt über das Liebesleben seit Corona.

Lese-Tipp: Corona hat unsere Beziehungen "wie mit einem Vergrößerungsglas" untersucht, schreibt Laura Karasek in der "Welt". Ehepaare hätten sich endlich wieder angesehen, weil die Ablenkung fehlte, frisch Verliebten andererseits sei der Reiz der Flucht vor der Welt "da draußen" abhandengekommen. Singles sehnten sich nun nach Verbindlichkeit und Zugehörigkeit, obwohl sie vorher zum Teil angaben, sich nicht festlegen zu wollen.
"Welt", S. 21 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Laura Karasek und das "50er-Jahre-Ding" (05/2020)

Lese-Tipp: Shopify gilt als ein Krisen-Gewinner.

Lese-Tipp: Shopify war "zur richtigen Zeit am richtigen Ort", beobachtet Christina Kyriasoglou. Der Softwarekonzern bietet einfach zu bedienende Shop-Software. Shopify profitiere in der Pandemie vom Online-Boom. Gründer Tobias Lütke, "der sich von allen bloß Tobi nennen lässt", trete bescheiden auf und entschuldigt sich bei seinen über 5.000 Mitarbeiter*innen für sein "Teenagerdeutsch".
manager-magazin.de (Paid)

Lese-Tipp: QVC macht die Moderationscrew zur Vertrauensperson.

Lese-Tipp: Homeshopping-Sender QVC passt sich für den Erfolg "vorbehaltlos" der Kundschaft an, schreibt das "Manager Magazin". Kaum ein Einzelhandelsunternehmen sei so geschickt darin, einen Bedarf nach einem Produkt zu wecken. Digitale Angebote könnten dem TV-Sender künftig immer mehr Konkurrenz machen. Doch Influencer*innen agierten "sehr viel schamloser" als die QVC-Moderator*innen, die für das TV-Publikum als "Vertrauensperson" fungierten.
"Manager Magazin" 8/2020, S. 63-66 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Tele-Seller Sascha Heyna beantwortet für die turi2 edition #9, in der er über die Geisterstunde im TV spricht, den turi2.tv-Fragebogen (November 2019).

Lese-Tipp: Rechtes Netz um Eva Herman will Kolonie in Kanada aufbauen.

Lese-Tipp: Die ehemalige "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman und ihr Lebensgefährte Andreas Popp, beides Vertreter rechter Verschwörungsideologien, versuchen sich in der kanadischen Provinz Nova Scotia als Grundstücks-Makler. Ziel sei es, auf Cape Breton "eine Kolonie von Gleichgesinnten zu gründen", schreibt Martin Doerry über das wirre Projekt. Hermann sei dabei der "prominente Lockvogel für Kunden aus AfD-nahen Kreisen".
spiegel.de (Paid)

Lese-Tipp: “FAZ” beleuchtet die Situation von drei freien Journalisten während Corona.

Lese-Tipp: Die "FAZ" spricht mit den drei freien Journalist*innen Daniela Lukaßen-Held, Nalan Sipar und Michael Rappe über ihre Auftragslagen während der Corona-Pandemie. Alle drei haben Aufträge verloren und fühlen sich von der Politik schlecht über Hilfsangebote informiert - oder gar "im Stich gelassen". Sollte einer seiner beiden großen Auftraggeber die Zusammenarbeit mit Rappe beenden, müsste dieser sich laut eigenen Worten "etwas anderes suchen".
"FAZ", S. 13 (Paid)

Lese-Tipp: Entscheider*innen sollten nicht zum Modus von vor Corona zurückkehren.

Lese-Tipp: Chefredakteur*innen und Verlagsmanager*innen tun gut daran, nun in einer extern moderierten Klausur herauszustellen, was vor und was während Corona besser war im Hinblick auf Organisation, Workflow und Planung, schreibt Christian Lindner. Vieles, was vor Corona als Qualitätsgarant galt, erschien während Corona als überflüssig, so zum Beispiel Newsdesks.
kress.de

Lese-Tipp: Roman Deininger kann der CSU nur mit Ironie begegnen.

Lese-Tipp: Markus Söder und der CSU kann Roman Deininger nur mit Ironie bekommen, schreibt der Journalist der "Süddeutschen Zeitung". Er berichtet von seiner ersten Begegnung mit Söder vor rund 20 Jahren und weiteren seitdem. Söder sei ein Profi, der bewusst Schlüsselwörter betone und sich zu inszenieren wisse. Zwischen Reportern und dem Politiker sieht Deininger stets einen "Balanceakt zwischen Nähe und Distanz".
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Jodi Kantor und Megan Twohey über die Weinstein-Recherche.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" spricht mit den "NYT"-Reporterinnen Jodi Kantor (Foto) und Megan Twohey, die den Weinstein-Skandal aufgedeckt haben, über die Grenze zwischen Aktivismus und Journalismus und wie sie es geschafft haben, Vertrauen zu betroffenen Schauspieler*innen aufzubauen. Denn vor ihnen hat die Geschichte "niemand je hart gekriegt". In Hollywood habe die Haltung geherrscht, "dass die sprichwörtliche Besetzungscouch Teil der Kultur sei". Kantor sagt, das Aufdecken habe einerseits Veränderungen gebracht, andererseits sorge sie sich weiter um Frauen mit geringem Einkommen wie "die Kellnerin, deren Boss sie begrapscht".
spiegel.de (Paid)

Lese-Tipp: “Guardian” porträtiert “Bild”-Chef Julian Reichelt als “Gefühlsunternehmer”.

Lese-Tipp: Thomas Meaney erklärt in einem Langzeit-Porträt im "Guardian", wie das System "Bild" funktioniert und welche Rolle Chefredakteur Julian Reichelt (Foto) dabei spielt. Jahrzehntelang habe "Bild" alle "Schäbigkeit des Landes" an einen Ort vereint. Heute sei das Blatt weniger einflussreich als noch in den 1960ern, dafür politisch wichtiger und pflege enge Beziehungen zu Deutschlands Mächtigen. Reichelt, der schon als Teenager davon träumte, für "Bild" zu arbeiten, sieht sein Blatt als "Stimme der einfachen Menschen" und "das letzte nationale Lagerfeuer". Er sei weniger News-Impressario, sondern mehr "Gefühlsunternehmer", der es versteht, auf Stimmungen einzugehen, resümiert Meaney.
theguardian.com

Lese-Tipp: Die dpa blickt auf die Markenkommunikation der Post-Corona-Zeit.

Lese-Tipp: Das "Whitepaper" der dpa beleuchtet, welche langfristigen Auswirkungen die Krise für die Unternehmens- und Markenkommunikation haben wird. Einschätzungen kommen u.a. von OMR-Gründer Philipp Westermeyer: "Persönliche Begegnungen lassen sich Stand 2020 nicht komplett digitalisieren", sagt Westermeyer. Das E-Paper ist nach einer Registrierung kostenfrei nutzbar.
dpa.de (E-Paper), presseportal.de (Pressemitteilung)

Lese-Tipp: Milka-Manager Fridolin Frost spürt eine “Rückbesinnung” auf Marken.

Lese-Tipp: Die Unsicherheit in der Krise führt bei den Menschen zu einer "Rückbesinnung" zu Marken, "die mit Kindheitserinnerungen" belegt sind, sagt Fridolin Frost, Deutschland-Chef des Milka-Mutterkonzerns Mondelez im "FAS"-Interview. Im Streit mit Konkurrent Ritter Sport um Markenschutz für quadratische Tafeln fordert Frost Rechtssicherheit, plant aber keine quadratische Milka-Schokolade.
"FAZ", S. 27 (Paid)

Lese-Tipp: Das “Handelsblatt” präsentiert einen Leitfaden für Kündigungs-Gespräche.

Lese-Tipp: Kündigungen sollten persönlich und durch die direkt vorgesetzte Person erfolgen, schreiben Michael Scheppe, Alexander Demling und Franz Hubik in einem Leitfaden. Das Gespräch sollte gut vorbereitet sein, nicht vor dem Urlaub oder Feierabend stattfinden. Es sei ratsam Wasser und Taschentücher bereitzustellen, aber keine Kekse. Die Firma sollte die Trennung auf jeden Fall begründet, nicht aber rechtfertigen. Die Einladung zum Gespräch sollte möglichst am Vortag durch eine neutrale E-Mail erfolgen.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Peter Unfried schreibt, warum Markus Lanz unterschätzt wird.

Lese-Tipp: Markus Lanz wird mit seiner Talkshow unterschätzt, schreibt Peter Unfried. Er stellt die These auf, dass Lanz und seine Redaktion ein Format entwickelt hätten, in dem wirklich ein Gespräch entstehe und das den biografischen Hintergrund einbeziehe. Lanz hat sich seit dem Beginn seiner Talkshow deutlich weiterentwickelt, schreibt Unfried und schließt, Lanz sei "führender politischer Interviewer dieses Landes".
taz.de

Lese-Tipp: Der Werbeboykott wird Facebook nicht ändern, analysiert Lisa Hegemann.

Lese-Tipp: Weder Nutzer-Petitionen noch der aktuelle Werbeboykott werden die Methoden von Facebook im Umgang mit Hass nachhaltig verändern, schreibt Lisa Hegemann in ihrer Analyse. Die einzige Möglichkeit sei eine härtere Regulierung, auch wenn Lösungen für einzelne Länder naiv wirken. Die Erfahrung mit der Datenschutz-Grundverordnung habe jedoch gezeigt, dass wirksame Instrumente von anderen Staaten kopiert werden.
zeit.de

Lese-Tipp: Angeber nerven, aber bringen die Gesellschaft voran.

Lese-Tipp: Die "Zeit" widmet sich in ihrer Titelstory der "Macht der Angeber", ohne die es kein Wirtschafts­wachstum, keinen Fortschritt und keine Hochkultur gäbe. "Angeber nerven kolossal", jedoch motivieren sie die Gesellschaft zu Höchstleistungen. Soziale Medien hätten zu einer "regelrechten Explosion des Angebens geführt." Die Provokation des Angebers bestehe darin, "dass er demonstrativ hehre Ideale infrage stellt. Er pfeift auf die Gleichheit und will stattdessen besser sein." Der "finstere Zwilling" des aufrichtigen Angebers ist dagegen der Blender und Schaumschläger, der anderen nicht nützt, sondern ihnen Schaden zufügt.
"Zeit" 28/2020, S. 27 - 29 (Paid), zeit.de (Abgeber-Typen, Paid)

Lese-Tipp: Social Media begünstigt “parasoziale Beziehungen”.

Lese-Tipp: Claudia Wegener, Expertin für Mediensozialisation, erklärt, warum der Tod einer Influencerin Follower, die sie nur aus dem Internet kennen, so trifft – wegen der "parasozialen Beziehung". Sie entsteht, wenn Medien-Personen auch im Alltag der Nutzer*innen eine Rolle spielen. Social Media verstärkt sie, weil Influencer*innen verlässlich und oft täglich "so eine große, intime Nähe herstellen". Gegen die Trauer helfe wiederum das Internet als gemeinsamer Ort, um den Tod zu verarbeiten.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: “FAZ” über physische und psychische Belastung von Spitzen-Musikern.

Lese-Tipp: Die "FAZ" widmet sich in einem Artikel physischen und psychischen Belastungen von Spitzenmusikern. Bemerkenswert: Sie findet Gesprächspartner, verändert aber im Text nicht nur deren Namen, sondern auch das in Wahrheit gespielte Instrument - um die Protagonisten für Kollegen, Arbeitgeber und Bekannte absolut unkenntlich zu machen. Zitat: "Die Branche ist klein. Und wer unter psychi­schen Proble­men leidet, will das nicht auf der großen Bühne verhan­deln."
"FAZ", S. 12 (Paid)

Lese-Tipp: “Zeit”-Autor Philipp Daum bereist Alaska – virtuell.

Lese-Tipp: Philipp Daum will trotz Corona endlich Alaska bereisen und begibt sich virtuell auf einen Trip quer durch den US-Bundesstaat. Auf Google Street View "fährt" er die Straßen entlang. Einen Abschnitt bestreitet Daum im Flugsimulator, ein Museum besucht er digital. Für die passende Atmosphäre sorgen örtliche Radiosender via Stream und das Zelt im Wohnzimmer.
zeit.de