Lese-Tipp: Angeber nerven, aber bringen die Gesellschaft voran.

Lese-Tipp: Die "Zeit" widmet sich in ihrer Titelstory der "Macht der Angeber", ohne die es kein Wirtschafts­wachstum, keinen Fortschritt und keine Hochkultur gäbe. "Angeber nerven kolossal", jedoch motivieren sie die Gesellschaft zu Höchstleistungen. Soziale Medien hätten zu einer "regelrechten Explosion des Angebens geführt." Die Provokation des Angebers bestehe darin, "dass er demonstrativ hehre Ideale infrage stellt. Er pfeift auf die Gleichheit und will stattdessen besser sein." Der "finstere Zwilling" des aufrichtigen Angebers ist dagegen der Blender und Schaumschläger, der anderen nicht nützt, sondern ihnen Schaden zufügt.
"Zeit" 28/2020, S. 27 - 29 (Paid), zeit.de (Abgeber-Typen, Paid)

Lese-Tipp: Social Media begünstigt “parasoziale Beziehungen”.

Lese-Tipp: Claudia Wegener, Expertin für Mediensozialisation, erklärt, warum der Tod einer Influencerin Follower, die sie nur aus dem Internet kennen, so trifft – wegen der "parasozialen Beziehung". Sie entsteht, wenn Medien-Personen auch im Alltag der Nutzer*innen eine Rolle spielen. Social Media verstärkt sie, weil Influencer*innen verlässlich und oft täglich "so eine große, intime Nähe herstellen". Gegen die Trauer helfe wiederum das Internet als gemeinsamer Ort, um den Tod zu verarbeiten.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: “FAZ” über physische und psychische Belastung von Spitzen-Musikern.

Lese-Tipp: Die "FAZ" widmet sich in einem Artikel physischen und psychischen Belastungen von Spitzenmusikern. Bemerkenswert: Sie findet Gesprächspartner, verändert aber im Text nicht nur deren Namen, sondern auch das in Wahrheit gespielte Instrument - um die Protagonisten für Kollegen, Arbeitgeber und Bekannte absolut unkenntlich zu machen. Zitat: "Die Branche ist klein. Und wer unter psychi­schen Proble­men leidet, will das nicht auf der großen Bühne verhan­deln."
"FAZ", S. 12 (Paid)

Lese-Tipp: “Zeit”-Autor Philipp Daum bereist Alaska – virtuell.

Lese-Tipp: Philipp Daum will trotz Corona endlich Alaska bereisen und begibt sich virtuell auf einen Trip quer durch den US-Bundesstaat. Auf Google Street View "fährt" er die Straßen entlang. Einen Abschnitt bestreitet Daum im Flugsimulator, ein Museum besucht er digital. Für die passende Atmosphäre sorgen örtliche Radiosender via Stream und das Zelt im Wohnzimmer.
zeit.de

Lese-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim begeistern Studien – auch ohne Chemie-Leistungskurs.

Lese-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim ist keine ausgebildete Epidemiologin, begeistert mit ihren Interpretationen von Corona-Studien bei YouTube aber Millionen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Ihr Zuhause dient als Büro, Kulisse und Schnittplatz zugleich. Obwohl sie in der Schule keinen Leistungskurs Chemie besuchte, studierte sie Chemie in Mainz. Mit steigender Reichweite steigt die Verantwortung, sagt die Wissenschaftlerin.
sueddeutsche.de (Paid)

Aus dem turi2-Archiv: Berufe mit Zukunft von A-Z: W wie Welterklärerin – Mai Thi Nguyen-Kim (Juli 2019).

Lese-Tipp: Trump-Imitatorin Sarah Cooper hasst den Präsidenten – und beneidet ihn.

Lese-Tipp: Sarah Cooper, durch gekonntes Trump-Nachäffen auf TikTok bekannt geworden, kotzt sich in der "Süddeutschen" über den US-Präsidenten aus. Sie sehe es als "Genugtuung", in ihren Videos auf die Inhaltslosigkeit von Trumps Aussagen aufmerksam machen zu können. Gleichzeitig sei sie gewissermaßen neidisch, da Trump mit Fehlern durchkomme. Während er "es Müll redend sogar zum Präsidenten geschafft" habe, sei das für Cooper als schwarze Frau "unmöglich". Sie glaube, "es ist ein bisschen Trump in jedem Mann".
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Katharina Slodczyk skizziert Aufstieg und Fall von Markus Braun.

Lese-Tipp: Katharina Slodczyk beschreibt Ex-Wirecard-Chef Markus Braun als "gefallenen Star" und die Geschichte seiner Firma als erschütternd genug, um das Fundament des deutschen Kapitalmarkts und auch "das ganze System der Checks and Balances infrage zu stellen. Dass Wirecard in den sechs Monaten, in denen die KPMG die Vorwürfe gegen das Unternehmen prüfte, nichts dafür tat, für Klarheit zu sorgen, habe "Skepsis und Argwohn" noch massiv verschärft.
manager-magazin.de (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Condé Nast streitet intern um weiße Privilegien.

Lese-Tipp: Bei Condé Nast ist eine Debatte um weiße Privilegien entstanden, schreibt Jürgen Schmieder. Nicht-Weiße berichten von Diskriminierung, Posten würden vor allem an reiche, weiße Kinder vergeben. "Vogue"-Chefredakteurin Anna Wintour, seit 2013 im gesamten Verlag für journalistische Inhalte verantwortlich, versucht, den Streit zu moderieren, und gesteht Fehler ein. Es gibt aber auch Zweifel daran, ob sie bereit ist, eigene Vorteile aufzugeben.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Endzeitstimmung am Flughafen Tegel.

Lese-Tipp: Über die fast menschenleeren Gänge des "viel­leicht an­ti­ka­pi­ta­lis­tischs­ten Haupt­stadt­flug­ha­fens der Welt" schlendert Jochen-Martin Gutsch mit den Tegel-Erbauern, den Architekten Volk­win Marg und Mein­hard von Ger­kan, und mit den letzten verbleibenden Flughafen-Angestellten. Tegel habe vermutlich deshalb so gut zu Berlin gepasst, weil er ein "ewiges Provisorium" war, urteilt Gutsch – und blickt nostalgisch auf eine Zeit zurück, in der Fliegen noch nicht "Legebatteriekomfort und 29,99-Euro-Flüge" bedeutete.
spiegel.de (Paid)

Lese-Tipp: Mathias Döpfner sieht Europa im ungerechten Wettbewerb mit China.

Lese-Tipp: Springer-Chef Mathias Döpfner und Ex-Diplomat Kishore Mahbubani streiten in der "Zeit" über die Gefahr, die von China ausgeht. Döpfner nennt Chinas Aufnahme 2001 in die WTO einen "historischen Fehler". China habe nie die Regeln der freien und offenen Märkte akzeptiert. Ein ungerechtes Wett­bewerbs­system werde Chinas Wachstum weiter befeuern und den autoritären Staat stärken. Mahbubani argumentiert, Europäer und Amerikaner hätten ihren Lebens­standard nur dank billiger Waren aus China halten können. Die Vorstellung, der Rest der Welt werde sich genauso entwickeln wie der Westen, sei arrogant. Europa sieht er in der Rolle als unabhängiger Akteur.
"Zeit" 26/2020, S. 10/11 (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “Handelsblatt” porträtiert Wolfgang Haupt, Gründer von Augustus Intelligence.

Augustus Intelligence: Katharina Kort, NY-Korrespondentin des "Handelsblatts", porträtiert Wolfgang Haupt, den Gründer von Amthor-Schreck Augustus Intelligence. Haupt, der in Fürth geboren wurde, verfolge das Erfolgsrezept, "sich an berühmte Namen zu hängen". Ob das Gründer-Wunderkind wirklich viel zu bieten hat, bezweifelt Kort: Von Augustus sind kaum Produkte auf dem Markt, selbst die Augustus-Website braucht ein Update.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Mark Zuckerberg ruiniert mit Trumps Fake News sein eigenes Lebenswerk.

Lese-Tipp: Mark Zuckerberg schließt mit US-Präsident Trump einen "Pakt mit dem Teufel", schreibt Corinna Baier im "Focus". Zuckerberg hätte nach dem Datenskandal 2018 in der Corona-Krise das Image der Plattform aufpolieren können. Doch Trump nutze "den einflussreichsten Tech-Konzern des neuen Jahrtausends" für Fake News, was Zuckerberg - anders als Twitter-Chef Jack Dorsey - zulässt. "Der einstige Rockstar ruiniert sein Lebenswerk", schreibt Baier.
"Focus" 25/2020, S. 22-25 (Paid)

Lese-Tipp: Theo Sommer blickt auf über 60 Jahre bei der “Zeit” zurück.

Lese-Tipp: Theo Sommer, lange Chefredakteur der "Zeit", blickt anlässlich seines 90. Geburtstags im Interview mit Willi Winkler auf über 60 Jahre bei der "Zeit" zurück. Er habe erlebt, wie die Zeitung in der Nachkriegszeit schrittweise nach links rückte, wenngleich Sommer z.B. die Abschaffung der Strafbarkeit von Homosexualität nicht als links ansieht. Die "Zeit" habe "Geschichte gemacht". Auch heute könne er Studierenden noch empfehlen, zu einer Zeitung zu gehen.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Sozialpsychologe Florian Kutzner über Pandemie-Kommunikation.

Lese-Tipp: Sozialpsychologe Florian Kutzner erklärt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" die Psychologie der Gesellschaft in der Krise. "Wenn ich mein Verhalten ändere, muss mir das möglichst viel bringen", sagt Kutzner. Dementgegen werde aber ein wachsender Teil der Bevölkerung durch die Kommunikation der Politiker*innen nicht mehr erreicht oder nicht mehr überzeugt. Das auffällig häufige Lob des Kanzlerin für das Einhalten der Regeln habe anfangs funktioniert, bringe die Angesprochenen aber in eine untergeordnete Position, genau wie Bußgelder und Strafen. Laut Kutzner ist deshalb der einzige Weg, das Vertrauen der Menschen zu verdienen: durch offen gelegte Entscheidungsprozesse, "radikale Transparenz" und eine Kommunikation, die die Sorgen aller wahrnimmt.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Die Zukunft von VW-Chef Diess entscheidet sich womöglich im Sommer.

Lese-Tipp: Die Rückendeckung des VW-Chefs Herbert Diess (Foto) bröckelt, schreibt das "Handelsblatt". Sollte das E-Auto ID.3 im Sommer zu keinem Erfolg führen, "gibt es keine Garantie" für den Konzernchef. Betriebsratschef Bernd Osterloh könne wie Diess "nur schwer mit Kritik umgehen" und gilt als sein schärfster Kritiker. Der Vertrag von Diess läuft bis 2023.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Luxemburger Firma bietet Fünf-Stunden-Tag und Menstruationsurlaub.

Lese-Tipp: Die Luxemburger Übersetzungsfirma FaustTranslations hat testweise für zwei Monate einen Fünf-Stunden-Tag eingeführt - und dann vergessen, den Test zu beenden. Dank neuer Software schaffen die Mitarbeiter*innen jetzt sogar mehr als vorher in acht Stunden. Krank ist kaum noch jemand, alle bekommen das gleiche Gehalt. Firmenchef Christian Faust sagt im Zeit-Online-Interview aber, dass manche Angebote ins Leere laufe, weil die Personen, an die sie sich richten, "dafür nicht bereit sind". Den Menstruationsurlaub hat bisher keine Mitarbeiterin in Anspruch genommen.
zeit.de (Paid)

Lese-Tipp: Anna-Beeke Gretemeier konferiert kinderfreundlich am Mittag.

Lese-Tipp: Virtuelle Meetings müssen anders moderiert werden, sagt "stern"-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier im "Journalist"-Interview. "Die erste virtuelle Themenkonferenz war eine Ober-Katastrophe", erinnert sich Gretemeier - alle hätten durcheinander geredet. Der "stern" hat viele Meetings in die Mittagszeit gelegt, "dann machen die Kinder Mittagsschlaf". Die Männer in der Redaktion packen zu Hause genauso an wie die Frauen, sagt Gretemeier - in anderen Branchen gebe bei der Gleichstellung allerdings noch Nachholbedarf.
"Journalist" 6/2020, S. 48-55 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Aus Fehlern lernt man am meisten", sagt Anna-Beeke Gretemeier im Mai 2018:

Lese-Tipp: Tipps gegen Verschwörungsideologien in der Familie und im Freundeskreis.

Lese-Tipp: Katharina Nocun (Foto) und Pia Lamberty in einem Gastbeitrag bei Zeit Online zehn Tipps zum Umgang mit Freunden oder Familienangehörigen, die Verschwörungsideologien anhängen. Am wichtigsten sei es, auch wenn man um den Familienfrieden besorgt sei, überhaupt und möglichst früh dagegen zu argumentieren, schreiben die Autorinnen, da alles andere als Zustimmung ausgelegt werde. In der Diskussion sollte man nie laut werden, gleichzeitig aber auch klare Grenzen, etwa bei Antisemitismus ziehen.
zeit.de

Lese-Tipp: Benjamin Reuter skizziert Julian Reichelts Kampfmodus bei der “Bild”.

Lese-Tipp: "Bild"-Chef Julian Reichelt spaltet die Redaktion, beobachtet Benjamin Reuter und skizziert dessen "Kampfmodus" anhand des Streits mit Christian Drosten. Langgediente Redakteure seien unzufrieden, jüngeren kündigten wegen der "neuen, aggressiven Strategie". Jedoch gebe es eine "verschworene Gemeinschaft", die Reichelt folgt, auch wenn "die Wahrheit dabei auch mal unter die Räder" komme.
tagesspiegel.de

Lese-Tipp: Ex-Artenschmuggler sieht Behörden als die unfreiwillig besten Helfer.

Lese-Tipp: Der illegale Verkauf von Wildtieren aus Südamerika nach Europa und in die USA ist ein Milliardengeschäft mit Gewinn-Margen oft höher als im Drogenhandel. Denise Hruby erzählt im "SZ-Magazin" die Geschichte des ehemaligen Arten­schmugglers Johann Zillinger, der nach 30 Jahren im Geschäft bei Interpol ausgepackt hat. Die effektivsten Helfer der Schmuggler seien unfreiwillig oft die Artenschutz-Behörden selbst, sagt er.
"SZ-Magazin" 22/2020, S. 10 - 19 (Paid)

Lese-Tipp: Funke will neben Digitalabos die Reichweiten-Portale skalieren.

Lese-Tipp: Funke verfolgt im Netz eine Doppelstrategie, analysiert Meedia. Mit Online-Auftritten von Tageszeitungen, darunter "WAZ" und "Hamburger Abendblatt", sollen mittels Paywalls möglichst viele Digitalabos verkauft werden. Daneben generieren sogenannte Reichweiten-Portale, die ausschließlich werbefinanziert sind, möglichst hohe Klickzahlen mit einer jungen Zielgruppe. Ähnlich agiert die Ippen Gruppe, die auf lokale Inhalte setzt.
meedia.de

Lese-Tipp: Öffnung des Europaparks dient als Vorbild für Freizeitparks in aller Welt.

Lese-Tipp: Der Europapark, Deutschlands größter Freizeitpark, will Ende Mai wieder öffnen - Parks in aller Welt blicken gespannt nach Rust, schreibt das "Handelsblatt". Mittels App können sich die Gäste virtuell anstellen, um Warteschlangen zu vermeiden. Gründer Roland Mack bangt um sein Lebenswerk, Zuversicht gebe ihm, dass bereits 2,5 Mio Tickets vorbestellt wurden. Mack sei ein "kampferprobtes Stehaufmännchen", dessen skurrilstes Fahrgeschäft derzeit die "Achterbahn der Gefühle" ist.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Jung-Journalistin Yasmine M’Barek im Porträt.

Lese-Tipp: Die 21-jährige Journalistin Yasmine M'Barek (Foto) erklärt den Zuhörer*innen ihres Polittee-Podcasts leicht verständlich, was in der Politik passiert, findet Jaqueline Lang. M'Barek sehe sich nicht als Aktivistin, sondern als Beobachterin, auch wenn Medien immer wieder versuchten, ihr die erste Rolle anzuhängen. Die Muslima könne sich vorstellen, später mal in die Politik zu gehen. Sie sei "vielleicht konservativer und auch deutscher als es manchem lieb ist".
sueddeutsche.de, podcasts.apple.com (M'Bareks Podcast)

Lese-Tipp: Die Radikalisierung des Attila Hildmann.

Lese-Tipp: Attila Hildmann "sucht den Sinn des Lebens, biegt dabei jedoch immer wieder falsch ab", schreibt Alexander Kühn in seinem Porträt über den Vegan-Koch, der sich in der Corona-Krise zum Verschwörungstheoretiker wandelt. Kühn beschreibt die Radikalisierung des abgebrochenen Physik-Studenten, hat im Gespräch aber nicht den Eindruck, "mit einem bedrohlichen Menschen zu tun zu haben". Er vermutet, es gebe zwei Hildmanns, die miteinander ringen: Der eine sei nachdenklich und buhle um Anerkennung, der andere denke nicht lange nach, sondern haue um sich. Hildmann "brennt für das, was er tut. Manchmal hinterlässt er damit jedoch verbrannte Erde".
spiegel.de (Paid)

Lese-Tipp: Flughafen Tegel war immer nur für Passagiere da.

Lese-Tipp: "Tegel ist so gut wie tot. Corona gibt dem Flughafen den Rest", schreibt Renate Meinhof in ihrer Liebeserklärung an den Berliner Airport. Moderne Flug­häfen seien Shopping-Center, Tegel dagegen sei immer "noch der Flughafen, der nur für den Passagier da war". Einst für 3 Mio geplant, fertigte TXL zuletzt 24 Mio Passagiere im Jahr ab, repariert wurde nur noch das Nötigste. Nur die historische Melange aus Wagemut, Widerstandswillen, Frechheit und Unvernunft hätten dazu geführt, dass Tegel die Überlastung überhaupt hat bewältigen können.
"Süddeutsche Zeitung", S. 3 (Paid)

Lese-Tipp: Megan Graham beschreibt, wie leicht man mit geklauten Inhalten geld verdienen kann.

Lese-Tipp: Die CNBC-Reporterin Megan Graham schreibt, wie leicht sich mit geklauten Inhalten Geld verdienen lässt. Sie erstellte eine Website, auf der sie automatisiert CNBC-Beiträge kopierte. Viele Anbieter automatisierter Werbung akzeptierten die Seite - Google nicht. Mit etwas mehr Aufwand lassen sich noch deutlich mehr Anbieter täuschen, so Graham.
cnbc.com

Lese-Tipp: Der “Spiegel” berichtet über Abzocke mit Scheinanlagen im Netz.

Lese-Tipp: Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch und Jörg Schmitt erzählen im "Spiegel" den Fall eines Unternehmers nach, der wie Tausende andere auf Online-Betrüger reingefallen ist. Die versprachen Traumrenditen durch eine Anlagesoftware. Die Betrüger köderten mit gefälschten Berichten zur Vox-Show "Die Höhle der Löwen" und gingen anschließend mit viel Raffinesse vor, um Seriosität vorzutäuschen. Dazu tragen auch die Postbank und Wirecard bei, über deren Konten die Transaktionen liefen, ohne dass die Geldhäuser einschritten.
"Spiegel" 21/2020", S. 72 (Paid)

Lese-Tipp: Das “SZ Magazin” protokolliert einen Identitätsdiebstahl im Netz.

Lese-Tipp: Thilo Komma-Pöllath protokolliert im "Süddeutsche Zeitung Magazin" die Erlebnisse von Unternehmenscoach Claudia Pfister, die Opfer eines digitalen Identitätsdiebstahls ist. Die Betrüger eröffneten in Pfisters Namen u.a. einen Fake-Handel für Kaffeemaschinen und buchten Google Ads mithilfe Ihrer Kreditkarte. Ein erstes Verfahren wurde eingestellt, Pfisters Anwalt geht nicht davon aus, dass die Täter je gefasst werden.
sz-magazin.sueddeutsche.de, S. 10 (Paid)

Lese-Tipp: Alice Bota beschreibt, wie Putin die Krise schadet.

Lese-Tipp: Alice Bota beschreibt in einem zwanzig Amtsjahre überspannenden Porträt, wie sich Wladimir Putin vom Ex-Geheimdienstler mit tadellosem Ruf zum zunehmend weltfremd wirkenden Autokraten entwickelte – und ihm auf dem Höhepunkt der Macht Corona in die Quere kommt. Der Kreml gleiche inzwischen einer "Blackbox", Putin werde in der Krise sein unterwürfiger Hofstaat zum Verhängnis, der ihm eingeschüchtert und untertänigst nur seinem Weltbild konforme Nachrichten übermittle, während die Russen die Wirtschaftskrise fürchten.
"Zeit" 21/2020, S. 4 (Paid)

Lese-Tipp: Dirk von Gehlen schreibt an die Corona-Leugner.

Lese-Tipp: Dirk von Gehlen, Social-Media-Chef bei der "Süddeutschen Zeitung", schreibt einen schlauen und erkenntnisreichen Brief "an diejenigen in meiner Timeline, die auf die Hygienedemo gehen" – und bleibt dabei auf Augenhöhe. Sein Kernargument ist die Angst, die alle teilen, und die Bitte, sich nicht vom Gefühl der Motive attribution asymmetry und daraus entstehenden Feindbildern fehlleiten zu lassen.
dirkvongehlen.de

Lese-Tipp: Friedemann Bartu erzählt die jüngere “NZZ”-Geschichte aus der Innen-Perspektive.

Lese-Tipp: Friedemann Bartu, ehemaliger Korrespondent und Redakteur der "NZZ", schreibt in seinem Sachbuch Umbruch über die frühere Abhängigkeit der "Neuen Zürcher Zeitung" von der Freisinnig-Demokratischen Partei, das angespannte Verhältnis zwischen Print- und Online-Redaktion und einen "Herrenklub" mit Weißwein-Affinität. Bartu erzählt die jüngere Geschichte der "NZZ" mit Sympathie, aber auch viel Kritik an falschen Entscheidungen, rezensiert Peter Hoeres in der "FAZ".
faz.net

Lese-Tipp: Für Amazon hagelt es in der Corona-Krise Kritik.

Lese-Tipp: Amazon steht wegen seines Umgangs mit der Corona-Krise in der Kritik, Mitarbeiter*innen und Kund*innen begehren gegen den E-Commerce-Riesen auf, bilanziert das "Handelsblatt". Corona-Fälle in Lagerhallen weltweit und das Gerichtsurteil in Frankreich haben Amazon in Erklärungsnot gebracht. Hierzulande beschäftigt sich gerade das Bundeskartellamt mit dem Konzern.
handelsblatt.com, turi2.de (Urteil Frankreich)

Lese-Tipp: Warum “Welt”-Autorin Susanne Gaschke aus der SPD austritt.

Lese-Tipp: "Welt"-Kolumnistin Susanne Gaschke begründet in einem offenen Brief, warum sie nach 33 Jahren aus der SPD austritt. Eingetreten sei sie als junge Studentin "aus einer Art Widerspruchsgeist", doch mit den Jahren sei die SPD zu einer "Versorgungspartei" geworden, die "mit Geld nach Problemen" wirft, aber sich nicht mehr für eigenen Wahlergebnisse interessiere. Das Fass zum Überlauf brachte die grundlose Auswechselung des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels, mit dem Gaschke seit 29 Jahren verheiratet ist.
welt.de

Lese-Tipp: Behörden-Wirrwarr verhindert zentrale Überwachung in China.

Lese-Tipp: Ausgerechnet im Kampf gegen Corona erweist sich Chinas "Schnüffelapparat als erstaunlich analog", schreibt Korrespondentin Friederike Böge. Wer in Peking eine Bank oder ein Restaurant betreten will, müsse Telefonnummer und Passdaten handschriftlich in eine Liste eintragen. Statt zentral gesteuerter Überwachung gebe es ein Wirrwarr verschiedener Behörden, die ihre Daten nicht untereinander teilten.
faz.net (Paid)

Lese-Tipp: “Süddeutsche” zeigt grafisch, wie frei die Presse weltweit ist.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche" hat die Daten von Reporter ohne Grenzen zur weltweiten Lage der Pressefreiheit in übersichtliche Grafiken gegossen. Sie zeigen zum Beispiel, dass derzeit insgesamt 359 Medienschaffende in Ländern wie Saudi-Arabien oder China im Gefängnis sitzen. Im Vergleich zu 2012 sind aktuell mehr Journalist*innen inhaftiert.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Melinda Gates verteidigt die Arbeit der WHO.

Lese-Tipp: Die WHO ist "eine gute, wenn auch nicht perfekte Institution", sagt Melinda Gates im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Zwar müsse die Welt analysieren, "was schiefgelaufen ist", doch die WHO sei in der Krise "Teil der Lösung". Das Streichen von Geldflüssen, wie von US-Präsident Trump gefordert, bringe nichts.
"Süddeutsche Zeitung", S. 19 (Paid)

Lese-Tipp: “Zeit” verehrt Systemsprengerin Pippi Langstrumpf.

Lese-Tipp: Die "Zeit" widmet sich in mehreren Beiträgen der anarchischen Kinderbuch-Heldin Pippi Langstrumpf, die in diesem Jahr 75 Jahre alt wird und die es nach einem Diebstahl der Manuskripte um ein Haar nicht gegeben hätte. Pippi habe Generationen von Menschen stark gemacht hat und sei auch heute noch ein systemsprengendes Vorbild, an dem die Erben von Astrid Lindgren immer noch gut verdienen.
"Zeit" 19/2020, S. 40 (Diebstahl, Paid), S. 52 (Vorbild, Paid), S. 53/54 (Erben, Paid)

Lese-Tipp: Wie Giano Holding die italienische Presselandschaft beeinflusst.

Lese-Tipp: Ein Viertel aller italienischen Zeitungen und Magazine geht an die Unternehmerfamilie Agnelli und ihre Giano Holding - eine "tektonische Verwerfung großen Ausmaßes", analysiert Italien-Korrespondent Oliver Meiler für die "Süddeutsche Zeitung". Insbesondere stelle sich die Frage, ob die zwei vom Deal betroffenen Tageszeitungen, "La Repubblica" und "La Stampa", in ihrer bisherigen politischen Prägung bestehen bleiben. Bei der "Repubblica" geht es zusätzlich um Stellen: Mehr als 100 der 350 festangestellten Redakteure müssen vermutlich gehen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background Übernahme), turi2.de (Background "La Repubblica")

Lese-Tipp: “Zeit” porträtiert Dagmar Berghoff als unbeirrte Pionierin.

Lese-Tipp: Die "Zeit" porträtiert Dagmar Berghoff, 77, ehemalige und erste "Tagesschau"-Sprecherin, als unbeirrte Frau, die stets von der Öffentlichkeit bewertet wurde, aber sehr populär war. Nur einmal habe sie die Fassung verloren: Als sie Boris Becker 1988 als Sieger des "WC-Turniers" bekanntgab und sich danach "durch die Lottozahlen kicherte". Die Goldene Kamera wollte sie nicht nur dafür verliehen bekommen, weibliche Sprecherin zu sein, und lehnte sie deshalb beim ersten Mal ab. Berghoff selbst sagt, sie habe sich "als Pionierin, aber nie als Feministin verstanden".
"Zeit" 18/2020, S. 26 (Paid)

Lese-Tipp: Corona-Krise könnte für Fridays for Future eine Chance sein.

Lese-Tipp: Fridays for Future will sich in der Corona-Krise "maximal nützlich machen" und bietet u.a. Klima-Webinare für Schüler*innen an. Till Krause und Lorenz Wagner blicken im "SZ-Magazin" ins Innere der Bewegung, für die Corona eine Chance sein könnte, weil die Politik plötzlich auf die Wissenschaft hört. Dezentral und digital organisiert, habe FFF sich eine "perfekte Infrastruktur für die Corona-Zeiten geschaffen".
"SZ-Magazin" 16/2020, S. 10 - 17 (Paid), turi2.de (Interview mit FFF-Aktivistin Gwendolyn Rautenberg aus der turi2 edition #10)

Lese-Tipp: Adidas sitzt auf seiner Frühlingsware.

Lese-Tipp: Adidas will Mio Schuhe und T-Shirts aus der Frühjahrskollektion stark rabattiert online verschleudern, schreibt das "Handelsblatt". Wegen Corona muss der Konzern seine Läden schließen. Zuvor galt er als Investment-Liebling. Analyst*innen rechnen aber damit, dass sich Adidas trotz sinkender Umsätze von der Krise erholen wird.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die Riffreporter rekonstruieren die Vorgeschichte des Heinsberg-Protokolls.

Lese-Tipp: Christian Schwägerl und Joachim Budde blicken auf die Vorgeschichte des Heinsberg-Protokolls zurück, dass weniger wie eine ergebnisoffene Studie wirke, als wie eine PR-Kampagne, um die mediale Diskussion weg vom Durchhalten des Lockdowns hin zu einem Exit zu überführen. Das Kommunikationsziel habe schon vor den Ergebnissen festgestanden, kräftig befeuert durch Storymachine und NRW-Ministerpräsident Laschet. Etwaige sechsstellige Opferzahlen durch den Strategiewechsel würden verschwiegen. Der Studienleiter, Virologe Hendrik Streeck, sei bereits vor dem Corona-Lockdown aufgefallen, weil er die Gefahr durch das Virus heruntergespielt und gegen harte Maßnahmen plädiert hat.
riffreporter.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Stadtmagazine müssen sich wegen der Corona-Krise neu erfinden.

Lese-Tipp: Stadtmagazine leiden doppelt unter der Corona-Krise, schreibt Boris Rosenkranz. Einerseits brechen ihnen viele Anzeigen weg, andererseits auch die Veranstaltungen, über die sie gewöhnlich berichten. Oft fehle ihnen auch die Auslage-Fläche. Einige der Hefte hätten daher derzeit ihre Produktion eingestellt. Andere stellen sich inhaltlich neu auf und versuchen so, sich der Situation anzupassen.
uebermedien.de