Lese-Tipp: Amazon ist bei Empfehlungssiegeln nicht immer objektiv.

Lese-Tipp: Die Empfehlungssiegel bei Amazon für die vermeintlich besten Produkte werden von einem Algorithmus vergeben, erklärt Michael Gassmann in der "Welt". Die Auswahl sei nicht unbedingt günstiger oder besser, stattdessen sind es Produkte, die dem Nutzer mutmaßlich gefallen. Der Algorithmus berücksichtigt u.a. Verfügbarkeiten, aber auch Kundenrezensionen.
"Die Welt", S. 14 (Paid)

Lese-Tipp: “SZ Magazin” interviewt “Lindenstraße”-Mitwirkende zum Serien-Aus.

Lese-Tipp: Das "SZ Magazin" trifft "Lindenstraße"-Schauspieler*innen und -Mitwirkende in der Serien-Kneipe "Akropolis". U.a. erzählt Casting Director Horst Scheel, dass der "Spiegel" die von ihm ausgesuchten Schauspieler auf dem Kieker hatte, WDR-Redakteur Götz Schmedes, wie er die Nachricht vom Serien-Aus überbracht hat und dass auch er den genauen Grund nicht kenne. Regisseur Hans W. Geißendörfer kämpft mit den Tränen und sagt, die Produktionskosten hätte er nicht nach unten drücken können und dass die Serie "auf der Höhe der Zeit" gewesen sei.
sz-magazin.sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Influencer Justin Fuchs inszeniert seine eigene Modemarke.

Lese-Tipp: Influencer Justin Fuchs gründete für seine über 1,3 Mio Follower eine erfolgreiche Modemarke, beobachtet OMR. Jede Kollektion kommt an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Zeit auf den Markt und ist meist innerhalb weniger Minuten vergriffen. Diese Knappheit erzeugt wiederum einen Hype in den sozialen Netzwerken. Dazu interagiert der YouTuber stark mit seinen Followern.
omr.com

Lese-Tipp: “NYT” über Clearview, eine dystopische Gesichtserkennungs-App.

Lese-Tipp: Die Gesichtserkennungs-App Clearview könnte die Privatsphäre, wie wir sie kennen, auf dystopische Art beenden, schreibt Kashmir Hill. Nutzer fotografieren eine Person, die App spuckt öffentliche Fotos von ihr aus, zusammen mit Links zu den Plattformen, wo sie veröffentlicht wurden. Die KI dahinter zapft dafür u.a. Facebook, YouTube, Venmo und Mio andere Websites an und gehe weit über alles hinaus, was jemals von einer Regierung oder im Silicon Valley entwickelt wurde. Laut Clearview haben 2019 mehr als 600 Strafverfolgungsbehörden die App verwendet, das Unternehmen hat sie auch an Sicherheitsfirmen lizenziert – ob das legal ist, dürfe stark angezweifelt werden.
nytimes.com

Lese-Tipp: Die Weisheit der Vielen setzt sich bei Wikipedia nicht immer durch.

Lese-Tipp: Wikipedia-Inhalte sind nicht immer neutral, beobachtet die "Welt am Sonntag". Viele Einträge seien manipuliert, beispielsweise von Aktivisten oder auch Staaten, um Meinungen zu beeinflussen. Die Weisheit der Vielen als Kontrollsystem funktioniere nicht immer, einige Administratoren missbrauchten bei umstrittenen Artikeländerungen ihr Veto-Recht.
"Welt am Sonntag", S. 15-18 (Paid)

Lese-Tipp: Pressemitteilungen von Politikern finden im Netz keinen Zuspruch.

Lese-Tipp: Politiker müssen begreifen, dass Social Media nur ein anderer politischer Raum ist, um Botschaften zu übermitteln, sagt Influencerin Lilly Blaudszun, die für die SPD twittert, in der "Bild". Dazu gehörten auch private Einblicke von Politikern. Theresa Hein (Foto), die für die CDU twittert, betont, dass Politiker authentisch bleiben müssen, Pressemitteilungen zu reproduzieren führe im Netz zu keinem Erfolg.
bild.de (Paid)

Lese-Tipp: Nico Rosberg spricht über seinen Job bei “Die Höhle der Löwen”.

Lese-Tipp: Nico Rosberg hat "konsequente Analysen" schon "bei 300 Stundenkilometer" hinbekommen, sagt der Ex-Rennfahrer in der "Bild am Sonntag". Rosberg suche als Juror bei "Die Höhle der Löwen" insbesondere "nachhaltige Lösungen und Technologien". Die Löwen sollen in der Gründer-Show rund 5.000 Euro Tagesgage bei bis zu 20 Drehtagen erhalten.
"Bild am Sonntag", S. 38 (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “manager magazin” disst Gabor Steingart.

Lese-Tipp: Die "Spiegel"-Tochter "manager magazin" nimmt den Fehdehandschuh auf, den Gabor Steingart ihr hingeworfen hat und berichtet in einem meinungsstarken, aber faktenschwachen Stück über Steingarts neue Firma Media Pioneer. Autor Philipp Alvares de Souza Soares geißelt "Steingarts großspurige Selbstdarstellung" und wirft ihm vor, er habe zu "Handelsblatt"-Zeiten manchen unsauberen Deal mit der Industrie gemacht - allerdings bringt das "manager magazin" keinen einzige Zeugen dafür bei.
manager-magazin.de (Paid)

Lese-Tipp: Ralf Heimann erklärt Heuristiken von Journalisten.

Lese-Tipp: Ralf Heimann schreibt eine Bildblog-Serie über Fehler, die Journalisten machen. Etwa, Heuristiken zu nutzen: Wenn Infos fehlen, um eine Situation anhand Fakten einzuschätzen, und sie deshalb raten – und dabei Wahrscheinlichkeiten falsch einschätzen, sich von ihren Erinnerungen in die Irre führen lassen oder den Einfluss des Unsichtbaren unterschätzen.
bildblog.de

Lese-Tipp: Maria und Josef suchen beim “Supertalent” eine Bleibe.

Lese-Tipp: Comedy-Autor Lorenz Meyer schreibt bei Übermedien die Weihnachtsgeschichte um und fantasiert, wie es Maria und Josef im heutigen Showgeschäft ergehen könnte: Sie suchen eine Bleibe, finden zunächst aber nur in einem Kölner TV-Studio Unterschlupf. Dort treffen sie auf "Supertalent"-Juror Dieter Bohlen, der ihre heilige Botschaft nicht in den Recall schickt.
uebermedien.de

Lese-Tipp: Die “Welt am Sonntag” analysiert Böhmermanns Aktionen juristisch.

Lese-Tipp: Die "Welt am Sonntag" unterzieht den Satire-Aktionen von Jan Böhmermann wie dem Erdogan-Gedicht oder dem Varoufakis-Finger anlässlich Böhmermanns ZDFneo-Abschied einer juristischen Prüfung. Tobias Gostomzyk, Professor für Medienrecht, stuft u.a. die Veröffentlichung der Gutachten zu den Hohenzollern als "rechtlich riskant" ein.
"Welt am Sonntag", S. 56 (Paid)

Lese-Tipp: Was Regierungssprecher Steffen Seibert zur Geburt von Jesus sagen würde.

Lese-Tipp: Comedy-Autor Lorenz Meyer malt sich im Übermedien-Adventskalender aus, was Regierungssprecher Steffen Seibert (Foto) wohl zur Geburt von Jesus sagen würde. Im Wesentlichen das Gleiche, was Seibert sonst in der Bundespressekonferenz sagt: "Können wir weder bestätigen, noch dementieren", "Auf hypothetische Fragen antworte ich nicht", "Unsere Positionen sind Ihnen bekannt". Jeden Tag erzählt Meyer die Weihnachtsgeschichte aus Sicht einer anderen Medienpersönlichkeit.
uebermedien.de

Lese-Tipp: Die “Süddeutsche Zeitung” erklärt den neuen Medienstaatsvertrag.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" beantwortet die wichtigsten Fragen zum Medienstaatsvertrag, der von der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag als moderne Version des Rundfunkstaatsvertrags beschlossen werden soll. Künftig sind darin neben dem dualen Rundfunksystem auch Regelungen für YouTuber zu finden. Das Gesetz muss spätestens im Herbst 2020 gelten, um die EU-Richtlinie rechtzeitig zu erfüllen.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Reese Witherspoon baut mit ihrer Produktionsfirma ein Medienimperium auf.

Lese-Tipp: Das Gegenteil von Patriarchat sei Qualität, erfährt Torsten Zarges beim Besuch von Reese Witherspoons Produktionsfirma Hello Sunshine in Santa Monica. Das Medienimperium arbeitet u.a. mit Hulu, HBO und Amazon für TV-Produktionen wie "The Morning Show" oder "Big Little Lies". Der zum Unternehmen gehörende Buchclub katapultiere die Verkaufszahlen empfohlener Bücher um rund 700 % über den Marktdurchschnitt.
dwdl.de

Lese-Tipp: Politico verpflichtet Jean-Claude Juncker als Gastautor für den Newsletter Brussels Playbook.

Lese-Tipp: Jean-Claude Juncker, scheidender EU-Kommissions­präsident, übernimmt an seinem letzten Arbeitstag als Gastautor den Politico-Newsletter Brussels Playbook. Darin verabschiedet sich Juncker mit Blick auf seine Amtszeit und benennt u.a. Herausforderungen, Höhepunkte und verpasste Gelegenheiten. Er bezeichnet seinen Gastauftritt als "angemessene Möglichkeit", sich von Brüssels Presse zu verabschieden.
politico.eu, axelspringer.com

Lese-Tipp: Michael Bloomberg muss sich anders als Trump der Realität stellen.

Lese-Tipp: US-Medienunternehmer Michael Bloomberg wird es als Präsident­schafts­kandidat gegen Donald Trump nicht leicht haben, schreiben Hubert Wetzel und Christian Zaschke. Während Trump inzwischen tun und lassen könne, was er will, werde jeder andere Kandidat, somit auch Bloomberg, an der Realität gemessen. Seine Bewerbung erwecke den "Eindruck von Panik", unklar sei, wer außer Bloomberg eigentlich noch glaube, dass Bloomberg kandidieren müsse.
"Süddeutsche Zeitung", S. 3 (Paid)

Lese-Tipp: Trivago-Chef Rolf Schrömgens trifft wichtige Entscheidungen ungern selbst.

Lese-Tipp: Rolf Schrömgens, 43, hat die Hotel-Vergleichsplattform Trivago gegründet und zu einem der wenigen deutschen Einhörner aufgebaut, Reise-Riese Expedia hält heute 60 %. Ende 2019 gibt Schrömgens das Führungszepter ab. Caspar Busse porträtiert ihn in der "Süddeutschen" als Menschen, der versucht, so wenig wichtige Entscheidungen wie möglich selbst zu treffen, sondern diese zu delegieren. Für strikte Hierarchien sei die Welt heute zu komplex. Seinen Nachfolgern will Schrömgens volle Freiheit lassen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 16 (Paid)

Lese-Tipp: Haribo stuft zuckerreduzierte Fruchtgummis zum Nischenprodukt zurück.

Lese-Tipp: Haribo-Deutschlandchef Andreas Patz und Marketing-Chef Holger Lackhoff kritisieren im "Handelsblatt"-Interview die Entscheidung ihrer Vorgänger, zuckerreduzierte Fruchtgummis mit viel Werbebudget prominent zu platzieren. Haribo habe seine Kunden damit "irritiert", auf Erstkäufe folgten kaum Wiederkäufe. Als Marktführer brauche der Konzern zuckerreduzierte Produkte zwar für die Nische, profitable Klassiker verdrängen dürften sie aber nicht. Auch auf tierische Gelatine will Haribo bewusst nicht verzichten.
"Handelsblatt", S. 18/19 (Paid)

Lese-Tipp: Thomas Werres prangert “Schattenspiele der Spindoktoren” an.

Lese-Tipp: Redakteur Thomas Werres prangert im aktuellen manager magazin auf sechs Seiten "Schattenspiele der Spindoktoren" an. Auf Vorstands-PR spezialisierte Agenturen und Berater hätten ein "Gewerbe im Graubereich" geschaffen - mit "stattlichen Kosten" bei Tagespauschalen bis 8.000 Euro. Die "Einflüstererbranche" habe ihr Klientel "regelrecht süchtig" nach ihren Diensten gemacht - am Ende entstünde weniger statt mehr Transparenz. Bei Thyssenkrupp hätten zuletzt die drei konkurrierenden Agenturen Gauly Advisors, CNC und Hering Schuppener für eine kommunikative "Kakofonie" gesorgt.
manager magazin, 12/2019, S. 56-62 (Paid)

Lese-Tipp: Griechischer Straßenkiosk “Periptero” ist in der Existenzkrise.

Lese-Tipp: Griechische Straßenkioske sind mehr als nur Verkaufsort von Waren aller Art, zu fast jeder Zeit, schreibt Richard Fraunberger in der "FAZ". Das Periptero ist Nachbarschaftstreff, Umschlagplatz für Klatsch und Lokalnews sowie Teil der Sozialpolitik. Doch die anhaltende Krise im Land und die Erhöhung der Tabaksteuer bedrohen die griechische Institution. Allein im Zentrum Athens stehen inzwischen 300 Kioske leer.
"FAZ", S. 29 (Paid)

Lese-Tipp: “Berliner Zeitung”-Herausgeber Michael Maier warnt vor Vorverurteilungen.

Lese-Tipp: Michael Maier, Herausgeber der "Berliner Zeitung", warnt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" nach der Stasi-Enthüllung über Verleger Holger Friedrich vor einer Vorverurteilung. Es sei "verstörend, wie weit die Schatten der Vergangenheit in eine Gegenwart reichen".
"Süddeutsche Zeitung", S. 23 (Paid)

Lese-Tipp: Ökonomin Zuboff warnt im Döpfner-Interview vor Macht der Tech-Konzerne.

Lese-Tipp: Mathias Döpfner interviewt für die "Welt am Sonntag" die Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff, die vor einer Übermacht der Digitalkonzerne warnt. Die Unternehmen versuchten ihre eigenen Regeln zu schaffen und behaupteten, dass die Demokratie Innovationen behindere, "was natürlich nicht der Wahrheit entspricht".
"Welt am Sonntag", S. 19-22 (Paid)

Lese-Tipp: Die Umbenennung des “Traumschiff”-Kapitäns könnte historisch bedingt sein.

Lese-Tipp: Das ZDF ändert Florian Silbereisens Rollenname als "Traumschiff"-Kapitän aufgrund eines vermeintlichen Buchstabendrehers, schreibt T-Online. Bereits im Februar hatte die "FAZ" über die umstrittene Namensgebung berichtet. Die Pressemitteilung vom Januar hatte laut ZDF einen Tippfehler, der monatelang nicht korrigiert wurde. Statt Max Prager heißt die Figur künftig Max Parger. Historisch gab es einen 1854 geborenen Kapitän Prager, der als fremdenfeindlich gilt.
t-online.de, quotenmeter.de, faz.net (Bericht Februar)

Lese-Tipp: “FAZ Magazin” zeigt unveröffentlichte Fotos von Schauspielerin Hildegard Knef.

Lese-Tipp: Das "FAZ Magazin" druckt bisher unveröffentlichte Fotos der 2002 verstorbenen Hildegard Knef. Die Schauspielerin war als eine der ersten deutschen Schauspielerinnen auch in Hollywood erfolgreich und prägte "eine ganze Generation", schreibt "FAZ"-Autor Alfons Kaiser.
"FAZ Magazin" 11/2019, S, 31-34 (Paid), instagram.com (Foto-Vorschau)

Lese-Tipp: Ostdeutsche achten beim Einkauf häufig mehr auf Regionalität.

Lese-Tipp: 30 Jahre nach dem Mauerfall kaufen die Ostdeutschen häufig immer noch anders ein als die Westdeutschen, analysiert Jan Schleicher, Rewe-Einkaufschef für Ostdeutschland, in der "Wirtschaftswoche". Viele Ostdeutsche konsumierten lieber regionale Marken, der Preis sei zweitrangig. Die Supermarktkette verkaufe im Osten mehr Bier, Spirituosen und Pralinen.
wiwo.de (Paid)

Lese-Tipp: “Fridays For Future”-Aktivist Maurice Conrad kritisiert die Medien.

Lese-Tipp: "Fridays for Future"-Aktivist Maurice Conrad sagt im "Horizont"-Interview, dass die Bewegung es geschafft habe, die Diskussion um den Klimawandel omnipräsent zu machen. "Fridays for Future" habe durch stabile Strukturen dazu beigetragen. Die Bewegung sei dadurch ein verlässlichen Dialogpartner und gefragter Interviewgast für Medien. Conrad kritisiert die Medien jedoch dafür, dass sie das rechte Narrativ einer eingeschränkten Meinungsfreiheit übernähmen. Schwächen in der Debattenkultur solle man nicht mit einer Einschränkung der Meinungsfreiheit verwechseln.
horizont.net

Lese-Tipp: Marken müssen sich wie Menschen weiterentwickeln.

Lese-Tipp: Bei Marken ist es wie bei Menschen, sie müssen sich im Zeitverlauf weiterentwickeln, um attraktiv zu bleiben, schreibt das "Handelsblatt" über die Notwendigkeit von neuen Markenlogos, wie bei Volkswagen. Viele Manager überschätzten die Wirkung eines neuen Logos. Das Produkt bleibe bei Kunden der größere Hebel, um sich für eine Marke zu entscheiden.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: In den 70ern erschien die “Times” ein Jahr nicht.

Lese-Tipp: Historiker Jan-Hendrik Dany schreibt in der "Zeit" über das Jahr 1978/79 in Großbritannien, als die "Times" wegen Arbeitskämpfen nicht erschien. Inhaber Kenneth Thomson setzte die Produktion aus, weil die Druckgewerkschaften ein neues, computergestütztes Verfahren ablehnten. Thomson kündigte 3.000 der 4.300 "Times"-Mitarbeiter. Manche Redakteure beschäftigten sich in dem Jahr auf Recherchereisen, andere schrieben Bücher. Erst nach zwölf Monaten konnten die Gewerkschaften und der Verlag sich einigen.
"Zeit" 46/2019, S. 21 (Paid)

Lese-Tipp: Google-Technikchef Urs Hölzle über Montage.

Lese-Tipp: Googles Technikchef Urs Hölzle war einer der ersten zehn Mitarbeiter des heutigen Tech-Giganten. Im "Süddeutsche"-Interview erklärt er die oberste Prämisse aus den Anfangszeiten: "Irgendwie den nächsten Montag überleben." Da die meisten Menschen zu Hause noch keinen Internetanschluss hatten, war der Andrang bei Google an Montagen immer besonders groß. Dabei habe jeder Montag den vorherigen um 5 bis 10 % übertroffen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 22

Lese-Tipp: Politische Verhältnisse wirbeln Medienlandschaft in Estland durch.

Lese-Tipp: In Estland ist Peeter Helme, Chefredakteur von "Postimees", der landesweit größten Tageszeitung, zurückgetreten, weil seine Redaktion ihm ein Ultimatum gestellt hat. Helmes Familie hat viele Mitglieder in der ultrakonservativen Estnischen Konservativen Volkspartei. Jüri Reinvere beschreibt, wie die politischen Verhältnisse die Medienlandschaft Estlands durcheinander rütteln und dass sie zweigeteilt sei in "Postimees" und den öffentlich-rechtlichen, liberalen Rundfunk.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Lese-Tipp: Peter Lohmeyer spricht nach der Tönnies-Affäre über seinen Schalke-Austritt.

Lese-Tipp: Schauspieler und Schalke-Fan Peter Lohmeyer spricht im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" über den Wunsch nach mehr Haltung im Fußball und die Rassimus-Affäre um Schalke-Aufsichtsratschef Tönnies. Lohmeyer stieg aus dem Verein aus - ohne Reaktion des Clubs. "Wenn man sich scheiden lässt, meldet sich die Ex-Frau auch nicht gleich", sagt Lohmeyer.
"Süddeutsche Zeitung", S. 43 (Paid)

Lese-Tipp: Luisa Neubauer ist bei der Klimarettung nicht uneingeschränkt optimistisch.

Lese-Tipp: Luisa Neubauer, Aktivistin bei "Fridays for Future" und Klimawandel-Buchautorin, bezeichnet sich im Domradio-Interview als "Possibilistin". Die Demonstranten seien "nicht uneingeschränkt optimistisch", wollten aber "nicht in diese Lethargie eines Pessimismus" verfallen. Die Klimarettung sei "ein gigantischer Arbeitsauftrag".
domradio.de

Lese-Tipp: Roland Bergers Vater war doch kein moralisches Vorbild.

Lese-Tipp: Roland Berger, Gründer der gleichnamigen Unternehmensberatung, hat seinen Vater jahrelang als Nazi-Opfer stilisiert. Eine Recherche des "Handelsblatts" zeigt Georg Berger dagegen als Funktionär, Anhänger und Profiteur des Nazi-Regimes. 1942 wurde er demnach beim Horten von Lebensmitteln erwischt, verlor seinen Job als Chef einer arisierten Bäckerei - und hatte erst dann tatsächlich Ärger. Er wurde in den Kriegsdienst geschickt, allerdings nicht, wie Roland Berger "manchen Medien" erzählt habe, zuvor ins KZ Dachau. Bei der Entnazifizierung kam Georg Berger als "Minderbelasteter" mit Geld- und Bewährungsstrafe davon - und empfand auch das noch als ungerecht. Das "Handelsblatt"-Team fragt sich, ob es sich seitens des Sohnes um "bewusste Schönfärberei oder einen tragischen Fall von Selbstbetrug" handele - ohne eine Antwort zu geben.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: “Wirtschaftswoche” beleuchtet den Schein der Online-Sterne.

Lese-Tipp: Online-Bewertungen sollen Authentizität suggerieren, werden aber immer häufiger von Agenturen systematisch gefälscht, beobachtet die "Witschaftswoche". Das Verbraucherschutzministerium will gemäß EU-Richtlinie, dass Portale künftig mit "angemessenen Maßnahmen" prüfen, ob Online-Bewertungen echt sind.
"Wirtschaftswoche" 44/2019, S. 16-24 (Paid)

Lese-Tipp: Antonio Brissa lässt Roboter Werbe-Briefe schreiben.

Lese-Tipp: Antonio Brissa, ehemals Senior Vice President bei SAP, führt mit Pensaki ein Unternehmen für Dialogmarketing und verkauft Werbebriefe. Roboter schreiben sie mit Montblanc-Füllern so täuschend "handschriftlich", dass selbst Grafologen keinen Unterschied erkennen. Laut Brissa erzeugen die Briefe mehr Wertschätzung und höheren Rücklauf als herkömmliche Werbemailings.
"Werben & Verkaufen" 10.2/2019, S. 10-11 (Paid)

Lese-Tipp: Juliane von Reppert-Bismarck erzählt, wie Schüler Medien wahrnehmen.

Lese-Tipp: Juliane von Reppert-Bismarck spricht im Interview mit Silke Fokken über ihre Erfahrungen mit ihrem Projekt Lie Detectors. Dabei gehen Journalisten in Schulklassen und vermitteln, wie sie Fake News identifizieren können. Ein Aha-Erlebnis sei für von Reppert-Bismarck gewesen, als ihr 13-jähriges Patentkind erzählt habe, dass viele Klassenkameradinnen für Donald Trump seien und dies an Botschaften auf Instagram liege.
spiegel.de

Lese-Tipp: Caroline Spiegel baut eine Plattform für Audio-Pornos auf.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche" porträtiert Caroline Spiegel, die viel mehr sei als die Schwester des Snapchat-Gründers Evan Spiegel. Sie hat Quinn gegründet, eine Plattform für Audio-Pornos, die nicht in der Schmuddelecke landen, sondern Teil der "Selfcare" sein sollen. Dank überwundener Essstörung nehme man Spiegel ihre Philosophie ab, mit Quinn muss sie sich aber beeilen. Es gibt mindestens drei ernsthafte Konkurrenten, ein festes Erlösmodell hat Spiegel noch nicht.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Per Mertesacker vermisste in England den Austausch mit Journalisten.

Lese-Tipp: Per Mertesacker, Ex-Arsenal-Fußballprofi und künftiger Dazn-Kommentator, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", dass sich der Sportjournalismus in Deutschland und England unterscheidet. In England schirmten Vereine die Spieler stärker von den Medien ab. Ein Austausch mit Journalisten sei seltener, was zu mehr Spekulationen in der Yellow Press führe.
"Süddeutsche Zeitung", S. 11 (Paid)

Lese-Tipp: Khashoggi-Verlobte will Mord nicht vergessen lassen.

Lese-Tipp: Vor knapp einem Jahr wurde der Journalist Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Alexandra Rojkov porträtiert Khashoggis Verlobte Hatice Cengiz, die für Gerechtigkeit kämpft und gerne ein neues Leben beginnen würde, aber auch sagt: "Wenn ich auf­hö­re, über Ja­mal zu spre­chen, wird sein Tod von der Agen­da ver­schwin­den." Georg Mascolo und Ronen Steinke vermissen in der "Süddeutschen" international den Willen, den Fall ernsthaft aufzuklären.
"Spiegel" 40/2019, S. 99/100 (Paid), sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Beratungsunternehmen PwC setzt Millionen mit staatlichen Aufträgen um.

Lese-Tipp: "Bild am Sonntag" und Business Insider enthüllen eine Liste mit fast 6.000 staatlichen oder halbstaatlichen Auftraggebern von PcW, Deutschlands größtem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen. Darunter seien Behörden, Ämter, Ministerien sowie Kitas, Flughäfen, Krankenhäuser, Vereine, Parteien, Banken und Kirchen. Der Nettoumsatz dieser Aufträge liege allein im Geschäftsjahr 2018/19 bei 236 Mio Euro. Der deutsche Staat setze trotz seiner 4,8 Mio Beschäftigten immer mehr auf externe Berater. Größter PwC-Auftraggeber sei das Bundes-Wirtschaftsministerium.
businessinsider.de, bild.de (Paid)

Lese-Tipp: “Spiegel” veröffentlicht Abschnitt aus Juan Morenos Relotius-Buch.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" veröffentlicht einen Auszug aus dem Buch von Juan Moreno über Claas Relotius. Moreno charakterisiert Relotius als notorischen Lügner und beschreibt, wie der Reporter gegenüber Vorgesetzten eine krebskranke Schwester erfand. Steffen Klusmann schreibt, Morenos Buch sei keine Abrechnung – aber keines, das dem "Spiegel" gefallen kann.
spiegel.de (Auszug), spiegel.de (Klusmann)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über die Konsequenzen aus dem Relotius-Skandal.

Lese-Tipp: Videos gewinnen das “Game of Phones”, sagt Richard Gutjahr.

Lese-Tipp: Medien-Erklärer Richard Gutjahr beschreibt den nächsten Medienwandel. Nachdem Smartphones gegen Papier gewonnen haben, gewinne nun Video gegen Buchstaben. Nur lange Ladezeiten und geringe Netzabdeckung hätten hierzulande einen unnatürlich langen Bestandsschutz für Text und Audio bedeutet. Gutjahr empfiehlt, sich dem mündigen und bisweilen tief verunsicherten Publikum zu stellen, statt sich im nächsten Scheingefecht mit Google und Facebook aufzuhalten.
journalist-magazin.de