Lese-Tipp: “Bildblog” resümiert die Corona-Berichterstattung der “Bild”.

Lese-Tipp: Moritz Tschermak und Mats Schönauer vom Bildblog werfen einen Blick auf die Corona-Berichterstattung der "Bild". Die Redaktion mache in den ersten Monaten des Jahres 2020 "gar keinen schlechten Job", viele Artikel seien "boulevardesk und emotional aufgeladen". Im Hinblick auf die Entwicklung sei die Berichterstattung "allerdings durchaus angemessen", bis sie später dem Grundsatz "Hauptsache dagegen" folge.
bildblog.de

Lese-Tipp: Promis und TV-Zuschauerinnen kritisieren irakisches Reality-TV.

Lese-Tipp: Sowohl Promis als auch das irakische TV-Publikum kritisieren die Ramadan-Show "Tanb Raslan". Was die Menschen bei versteckter Kamera aushalten müssen, werde "immer wilder, geschmackloser und ist für die Opfer der Streiche nicht selten traumatisch", schreibt die "taz". So brach die bekannte irakische Schauspielerin Nessma zusammen, weil sie glaubte, vom IS entführt worden zu sein – bis sich herausstellt, dass es sich dabei um einen Fernsehstreich der mittlerweile durch Behörden verbotene Show handelt.
taz.de

Lese-Tipp: Medizinhistoriker Heiner Fangerau skizziert das Ende der Corona-Pandemie.

Lese-Tipp: "Sobald eine Pandemie unter unsere Wahrnehmungsschwelle sinkt, ist sie für uns beendet" erklärt Heiner Fangerau (Foto) im "stern"-Interview mit Stephan Maus. Fangerau, Professor für Medizingeschichte an der Uni Düsseldorf, kritisiert einen "sehr westeuropäischen Blick auf Krankheit und Tod" und prognostiziert, Corona könnte ähnlich wie die Cholera langfristig zu einem Modernisierungs-Schub führen – etwa in Sachen Mobilität.
"stern" 19/2021, S. 24 (Paid)

Lese-Tipp: Diverse Teams arbeiten ganzheitlicher, sagt Meike Arendt.

Lese-Tipp: "Homogene Teams weisen in der Regel blinde Flecken bei ihrer Arbeit auf – egal, ob Frauen oder Männer in den Redaktionen arbeiten", sagt Meike Arendt im DWDL.de-Interview. Sie berät Medienhäuser zu Diversität und verzeichnet besonderes Interesse seitens der Filmwirtschaft, "wo wir es mit sehr langwierigen Prozessen zu tun haben". Arendt setzt eher auf "ganzheitliche Diversität" statt darauf, dass "jede Sendung oder jedes Magazin für sich ausgeglichene Diversität zeigt".
dwdl.de

Lese-Tipp: Samira El Ouassil huldigt dem Journalismus mit ihrer Familiengeschichte.

Lese-Tipp: Samira El Ouassil verzahnt in ihrer Übermedien-Kolumne ein Loblied auf den Journalismus mit biogaphischen Details ihrer Familie. Diese kommt zum Teil aus Marokko, wo kritische Medienmacherinnen unter dem früheren König Hassan II. mit enormen Repressionen zu rechnen hatten. Zwar ist das Foltergefängnis Tazmamart nun geschlossen, doch auch heute unterdrücke das Königreich freie Meinungsäußerung "nachweislich sehr erfolgreich".
uebermedien.de

Lese-Tipp: Peer Schader schreibt einen Spickzettel für die neue ARD-Programmdirektorin Christine Strobl.

Lese-Tipp: Peer Schader hat eine "kleine To-Do-Liste" für die neue ARD-Programmdirektorin Christine Strobl erstellt. Darauf stehen unter anderem die Punkte: "Die Mediathek anschieben", "Talente mit attraktiven Angeboten halten" und "Frauen in die Unterhaltung". Unterm Strich brauche es eine Programmdirektorin, die dazu bereit ist, "Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen und das im 'Netzwerk des Miteinanders' auch durchzusetzen".
dwdl.de

Lese-Tipp: Die “taz” stellt den “wohl letzten klassischen Bahnhofskiosk Deutschlands” vor.

Lese-Tipp: Angela Kaserer (Foto) betreibt im fränkischen Lauda den "wohl letzten klassischen Bahnhofskiosk" in Deutschland, schreibt Ute Müller in der "taz". Dessen Geschäft besteht zu 98 % aus Zeitungen und Zeitschriften, nur 2 % machen Kaffee und Lotto aus – ein "fast ausgestorbenes Geschäftsmodell", das vor allem wegen des "enorm breiten Sortiments an Magazinen, wie man es nicht einmal auf Deutschlands Flughäfen findet" funktioniert.
taz.de

Lese-Tipp: Petra Winter verrät, was sich mit der Looping Group bei “Madame” ändert.

Lese-Tipp: Petra Winter, Chefredakteurin der Luxus-Modezeitschrift "Madame", wundert sich nicht, dass der Journalismus in der Krise steckt. Im "Meedia"-Interview spricht sie von einer "gewissen Müdigkeit an vielen Stellen" und gibt zu, dass "Madame" ein "Alien" im Portfolio des Bauer-Verlags war. Am Neuanfang mit der Looping Group schätzt sie die "Leidenschaft, kombiniert mit einer starken Daten-Unit".
meedia.de (Paid)

Übermedien: Die Stasi-Unterlagenbehörde half RBB und “Bild”, Journalistinnen auszuforschen.

Inoffizielle Mitrecherche: Die Stasi-Unterlagenbehörde hat geholfen, systematisch Journalisten auf eine Stasi-Tätigkeit zu überprüfen, schreibt Marcus Engert. Er fasst zusammen, wie der RBB und die "Bild" zahlreiche Mitglieder des DJV überprüft haben sollen. Redaktionen dürfen eigentlich nur an Stasi-Unterlagen kommen, wenn sie über die Arbeit aufklären wollen. Im Laufe der Zeit seien aus 20 angefragten Personen auch mit Hilfe der Behörde 164 geworden.
uebermedien.de

Hinweis: Das Investigativ-Ressort der "Bild" widerspricht der Darstellung von Markus Engert via Twitter. turi2 hat seine Zusammenfassung entsprechend angepasst.

Lese-Tipp: Google porträtiert Vertreterinnen von Minderheiten im Unternehmen.

Lese-Tipp: Google startet die Blogpost-Reihe "Bunt", in der das Unternehmen jeden Monat eine deutsche Mitarbeiterin vorstellt, die einer Minderheit angehört. Den Auftakt macht Jannette Flores aus Hamburg, eine zweifache Mutter, die in einer lesbischen Partnerschaft lebt. Flores sagt, ihre Eltern hätte damals mit ihrem Outing "zu kämpfen gehabt". Zuvor habe sich bereits ihr Bruder als schwul geoutet: "'Doppelte Strafe' sozusagen aus Sicht meiner streng katholischen, philippinischen Eltern." In ihrer Kindheit wurde ihre Familie mehrfach gemobbt oder gar angegriffen. "Für mich sind das Narben, die mich geprägt haben", sagt sie.
blog.google

Lese-Tipp: Siham El-Maimouni will Kulturschaffenden eine Bühne geben.

Lese-Tipp: Wer gute Kulturberichterstattung machen möchte, soll sich "erst mal über deren existentiellen Stellenwert in unserer Gesellschaft bewusst sein", sagt Siham El-Maimouni dem WDR. Im Interview mit Christine Schilha spricht sie als neue "Titel, Thesen, Temperamente"-Moderatorin über die Verantwortung, Kulturschaffenden eine Bühne zu geben, da "ihnen die echte Bühne" in der Pandemie genommen werde.
wdr.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Politiker analysieren in der “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” den Wirecard-Skandal.

Lese-Tipp: Der Wirecard-Skandal ist "kein Betriebsunfall", schreiben Florian Toncar, Danyal Bayaz und Fabio De Masi in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Was zur Krise führte, war "eine Mischung aus industriepolitischer Abstiegsangst, stümperhafter Aufsicht und einem Amigo-System ehemaliger Unionspolitiker". Die Obmän­ner im Wirecard-Unter­su­chungs­aus­schuss fordern "Aufseher, die hungrig sind, Vorwürfen nachzugehen."
"FAS", S. 20 (Paid)

Lese-Tipp: Pinky-Gründer haben den Shitstorm nicht verdient, schreibt Nele Pollatschek.

Lese-Tipp: "In der gerechten Wut fällt der klassistische Beigeschmack kaum auf", schreibt Schriftstellerin Nele Pollatschek in der "Süddeutschen Zeitung" über die harsche Netz-Kritik an den Erfindern der Tampon-Einweghandschuhe Pinky Gloves. Was sich anfühlt wie "Kampf für Feminismus und Nachhaltigkeit", sei "stellvertretende Rache an zweien, die nicht die Mittel haben, sich zu wehren". Die Gründer hätten "an die Möglichkeit des PR-Desasters, die für Twitteraner offensichtlich ist, nicht mal gedacht".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Journalistinnen können nur unter Risiko über Kinderpornografie berichten.

Lese-Tipp: Die Redakteurinnen von "Panorama" und "STRG_F" haben sich bei ihrer Kinderporno-Recherche in juristisches Risikogebiet begeben, schreibt Daniel Moßbrucker. Schon der Aufruf eines Forums, in dem Bilder von Kindesmissbrauch getauscht werden, ist strafbar, gesetzliche Ausnahmen sind extrem eng und gelten vor allem für Ermittlungsbehörden. Die Redaktionen haben deshalb gemeinsam mit dem Justitiariat des NDR und IT-Experten ein Konzept entwickelt, um Strafbarkeit für die Journalistinnen auszuschließen. Sie mieteten u.a. einen eigenen Raum in der Bundespressekonferenz an.
ndr.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Sascha Lobo sieht “Goldenes Zeitalter” für Podcasts anbrechen.

Lese-Tipp: Sascha Lobo läutet in seiner "Spiegel"-Kolumne das "Goldene Zeitalter des Podcasts" ein. Apples Einführung von Paid Podcasts beurteilt er als als "gigantisches Schubmoment" für die Wirtschaftlichkeit des Mediums. Social Audio à la Clubhouse werde "noch immer unterschätzt, vor allem, weil Livestreaming und Podcasting miteinander verschmelzen werden".
spiegel.de

Lese-Tipp: Fabian Fiechter und Mirjam Kid über die Arbeit von Pflegekräften in der Pandemie.

Lese-Tipp: "Ich habe meine Bilder nicht an die Boulevardpresse verkauft, weil ich weiß, dass diese Medien oft nicht ethisch mit den Bildern umgehen", sagt Fotograf Fabian Fiechter im Gespräch mit Mirjam Kid vom Deutschlandfunk. Fiechter hat Patientinnen und Pflegepersonal in den vergangenen Monaten begleitet. Er will mit seinen Bildern auf die Notlage in den Krankenhäusern aufmerksam machen.
deutschlandfunk.de

Lese-Tipp: Lisa Zauner und Alexander Nieschwietz vom WDR Innovationhub über innovativen Journalismus.

Lese-Tipp: "Dem WDR mangelt es nicht an guten Ideen, sondern viel mehr daran, dass er auch mal weiter in die Zukunft blicken sollte, um strategisch Ableitungen zu treffen", sagt Lisa Zauner (Foto) vom Innovation Hub des Senders. Dort betrachten sie und Alexander Nieschwietz die kommenden zwei bis fünf Jahre und kooperieren mit einer Agentur für Trendforschung. Alle Erkenntnisse teilen sie via Newsletter mit dem WDR-Team.
medium.com

Lese-Tipp: Stephan Schmitter und Martin Gradl geben Einblicke in RTL News.

Lese-Tipp: Stephan Schmitter (Foto) und Martin Gradl geben im Doppelinterview mit Michael Hanfeld Einblicke in die Pläne von RTL News. Die Chefs der Nachrichtenzentrale wollen etwa Neuzugang Jan Hofer mit "einer nachrichtlichen Abendsendung" beglücken, in der das "hektische Tagesgeschehen entspannt eingeordnet" wird. Zudem spendieren sie RTL Aktuell eine zweite Ausgabe um 16 Uhr 45, um dem Informationsbedürfnis der Zuschauerinnen am frühen Abend Rechnung zu tragen.
faz.net (Paid)

Lese-Tipp: Armin Laschet braucht ein Stimm-Coaching von Markus Söder.

Lese-Tipp: "Armin Laschet senkt die Stimme praktisch nie, Markus Söder schon – und das lässt den Rheinländer flatterhaft und den Bayer wie ein Baum erscheinen", schreibt Hendrik Wieduwilt über die "stimmlichen Führungsqualitäten" der CDU-Kanzlerkandidatenkandidaten. Er vergleicht ihre Redetechniken: Laschet mit seinen fragenden Aussagesätzen und "verhakelten Formulierungen" brauche Nachhilfe von seinem Gegner, der häufig Pausen macht und deshalb kaum stammelt oder "äht".
uebermedien.de

Lese-Tipp: Peer Schader über die “Selbstzähmung des Biests” RTL.

Lese-Tipp: Die Signale, dass sich RTL nochmal neu erfinden will, sind unübersehbar – die "Transformation vom Krawall- zum entertainigen Wertesender" birgt aber einige Herausforderungen, schreibt Peer Schader bei DWDL. Eine davon werde sein, "das Biest nur insoweit zu zähmen, dass es hinterher nicht komplett im Streichelzoo verschwindet". Formate wie Bauer sucht Frau oder DSDS hätten "über Jahre eine unverwechselbare Tonalität für sich etabliert".
dwdl.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Manifeste und offene Briefe nehmen überhand.

Lese-Tipp: Offene Briefe und Unterschriftenlisten nehmen überhand, kritisiert Joachim Käppner in der "Süddeutschen Zeitung". Durch "Buchhändler und Brauer", die ständig "um Aufmerksamkeit buhlen", werde es schwierig, "das Richtige und Wichtige vom Wichtigtuerischen zu unterscheiden". "Ein Blick über den Tellerrand", etwa in demokratieferne Länder, könne "vielen Manifest-Schreibern mehr Bescheidenheit vermitteln".
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Substack ist zum Auffangbecken Andersdenkender geworden, schreibt Harald Staun.

Lese-Tipp: Die amerikanische Newsletter-Plattform Substack entwickelt sich zum "Exil für notorische Nonkonformisten", schreibt Harald Staun. Unter den Schreiberlingen seien "viele, die sich gerne als Opfer politisch überkorrekter Zustände in den amerikanischen Redaktionen stilisieren". Das deutsche Pendant Steady versucht hingegen, "die Grenzen erheblich enger zu definieren, ohne in den Verdacht zu geraten, inhaltliche Leitlinien zu ziehen".
faz.net, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Der Modellversuch in Tübingen steht vor dem Aus.

Lese-Tipp: Der Modellversuch in Tübingen könnte scheitern, weil immer mehr Menschen die Regeln umgehen, erklärt Lisa Federle, Notärztin und Initiatorin des Projekts. Immer öfter würden die Maskenpflicht und das Abstandsgebot ignoriert. Problematisch sei auch der Zustrom von Touristinnen, die durch die Öffnungen angezogen werden. Wenn die Infektionszahlen nicht sinken, würde Federle das Projekt lieber pausieren, sagt sie der "Wirtschaftswoche".
wiwo.de

Lese-Tipp: “Welt” zeigt zum Jubiläum ihre erste Ausgabe und porträtiert den ersten Chefredakteur.

Lese-Tipps: Die "Welt stellt ihrem 75-jährigen Jubiläum die erste Ausgabe vom 2. April 1946 als PDF zur Verfügung. Chefredakteur des damals 20 Pfennig teuren Blattes war der KZ-Überlebende Rudolf Küstermeier. Seine Handschrift präge das Blatt von der ersten Ausgabe an, schreibt Ex-"Welt"-Herausgeber Thomas Schmid in einem lesenswerten Text zu Küstermeiers Wirken.
welt.de (PDF), welt.de (Küstermeier-Beitrag)

Lese-Tipp: “Millionen-Minister” Jens Spahn wirkt wie ein sorgfältig geplantes Projekt, schreibt Jonas Mueller-Töwe.

Lese-Tipp: Gesundheitsminister Jens Spahn verfolgt eine eng mit seinem politischen Vorankommen verflochtene Investment-Strategie, schreibt Jonas Mueller-Töwe bei T-Online. Seit seinem Bundestag-Einzug profitiere der Privatmann Jens Spahn immer dann finanziell, wenn auch der Politiker Spahn einen Karrieresprung macht. Als Beispiele nennt der Bericht u.a. Spahns frühere Nebentätigkeiten, z.B. im Aufsichtsrat der Signal Iduna Pensionskasse und im Verwaltungsrat der Sparkasse Westmünsterland sowie die einst von ihm mitgegründete Lobbyisten-Agentur Politas.
t-online.de

Lese-Tipp: Die “taz” analysiert den Hass auf Journalistinnen.

Lese-Tipp: Anne Fromm und Sarah Ulrich rekonstruieren in der "taz" eine Querdenker-Demo vom 7. November 2020, bei der es Angriffe auf 43 Medienvertreterinnen gegeben hat. Der Abend in Leipzig folge dem Trend: Gewalt gegen Jour­na­lis­tin­nen habe 2020 massiv zugenommen, Reporter ohne Grenzen zählt so viele Angriffe wie nie. Fromm und Ulrich schreiben, man müsse "genauer dahin schauen, wo die Gewalt tatsächlich passiert: auf Demonstrationen und im Netz." Wenn Gewalt gegen Medien eskaliere, träfe das neben Journalistinnen auch deren Sender und Verlage.
taz.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: DLF und Initiative listen “vergessene Nachrichten” auf.

Lese-Tipp: Deutschlandfunk und die Initiative Nachrichtenaufklärung veröffentlichen eine Top-Ten-Liste über Themen, die in den letzten zwölf Monaten zu kurz gekommen sind in der medialen Berichterstattung. Darunter: Die Schwachstellen im neuen Netzwerkdurchsuchungsgesetz, die Armutsgefahr junger Menschen sowie Rassismus und Kolonialismus im Schulunterricht.
deutschlandfunk.de

Lese-Tipp: Arzt Eckart Altenmüller hat Lösungen gegen Ohrwürmer.

Lese-Tipp: Kaugummikauen oder die Steuererklärung machen – das hilft laut Musikmediziner Eckart Altenmüller gegen hartnäckige Ohrwürmer. Im "SZ"-Interview mit Susanne Kübler verrät Altenmüller, dass sich bevorzugt Songs mit einfachen Melodien und nostalgischen Texten in Gehörgängen einnisten. Besonders häufig betroffen sind Musikerinnen, weil sie Melodien "schneller abspeichern".
"Süddeutsche Zeitung", S. 8 (Paid)

Lese-Tipp: Anne Fromm überlegt, was bei der “Bild” nach Reichelt kommen könnte.

Lese-Tipp: "Dass der Posten von Julian Reichelt dieses Mal so wackelt, liegt am Zeitgeist", schreibt Anne Fromm und überlegt, was ein mögliches Ende der Ära Reichelt für die "Bild" bedeuten würde – vor allem, da es mit dem Ende von Merkels Kanzlerinnenschaft zusammenfallen könne. Reichelt habe die "Bild" wieder zum "Kampfblatt" gemacht, gleichzeitig aber enge Beziehungen in höchste Regierungskreise gepflegt.
taz.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Debattenkultur in der Politik leidet unter Whistleblowern.

Lese-Tipp: Im politischen Raum kommt die Vertraulichkeit der Debatte zusehends abhanden, beobachtet Anja Maier in der "Zeit". In allen Parteien gebe es mittlerweile Whistleblower unter den Abgeordneten. So sei u.a. der Schlumpf-Satz von Markus Söder über Olaf Scholz (Foto) zur "Bild" durchgesickert. Wo Außenstehende interne Gespräche live durchgestochen bekommen, leidet "der freie Austausch, die Möglichkeit des Streits".
zeit.de

Lese-Tipp: Instagram-Kanäle von Funk verfehlen den Programmauftrag, schreibt Franziska Zimmerer.

Lese-Tipp: ARD und ZDF errichten ein "Instagram-Imperium", schreibt Franziska Zimmerer in der "Welt". Zimmerer kritisiert u.a. eine "tendenziöse Themenauswahl" bei Funk, ein Großteil der Accounts beschäftige sich mit Nachhaltigkeit. Kanäle wie Glanz & Natur oder Rosa kocht grün würden den Anschein erwecken, "dass durch den richtigen Lifestyle und den Konsum von Naturkosmetik oder Menstruationstassen aus Silikon die Klimakatastrophe in den Griff zu bekommen sei". Damit komme man der "selbst gestellten Anforderung, einen Beitrag zur Vermittlung von Bildung und Wissen zu leisten", nicht nach.
welt.de (Paid)

Lese-Tipp: Die “Epoch Times” sieht aus wie eine seriöse Zeitung, ist aber keine.

Lese-Tipp: Die "Epoch Times" sieht nur auf den ersten Blick wie eine seriöse Zeitung aus, schreibt Nina Rehfeld in der "FAZ". Stattdessen verschleiere die Publikation ihre Struktur und Finanzen und verbreite gezielt Desinformationen. Die "Epoch Times" wird in 36 Ländern und 22 Sprachen veröffentlicht, besonders in den USA dient sie "der konservativen politischen Elite als geneigtes Sprachrohr".
"FAZ", S. 13 (Paid)

Lese-Tipp: Euronews steht auf wackligen Füßen und verspielt sein Potenzial.

Lese-Tipp: "Bei Euronews zu arbeiten war lange wie eine Weiterführung von Erasmus", zitiert Kathrin Müller-Lance Mitarbeitende des strauchelnden, europäischen Nachrichtensenders. Es rappele hinter den Kulissen, die Finanzierung sei wacklig, Geld komme aus "sehr interessanten" Quellen: Zu 88 % gehört Euronews inzwischen zu Media Globe Networks, das Unternehmen des ägyptischen Milliardär Naguib Sawiris. Ein unabhängiger europäischer Nachrichtensender könnte viel wert sein, meint Müller-Lance, etwa in Ungarn und der Türkei – wäre er wirklich unabhängig.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Cardmarket profitiert vom Hype um Pokémon-Sammelkarten.

Lese-Tipp: Pikachu, Glurak & Co. – das Berliner Unternehmen Cardmarket ist einer der großen Profiteure des Sammelkarten-Hypes, schreibt Florian Heide. Cardmarket ist Europas größter Anbieter für Sammelkarten von Spielen wie Pokémon, Magic und Yu-Gi-Oh!, Nutzerinnen haben aktuell rund 100 Mio Angebote eingestellt. Fazit: Die Firma hat es geschafft, "sich als Dreh- und Angelpunkt einer derzeit extrem lukrativen Nische zu etablieren".
omr.com

Achtsamkeit in Büros wird zur Produktivitätsmaßnahme, kritisiert Marco Weimer.

Lese-Tipp: "Wenn ein paar Atemübungen vor dem nächsten Meeting, Smartphone-Detox nach Feierabend und Slow Food beim Lunch zur Leistungssteigerung eingesetzt werden, hat das nichts mehr mit Achtsamkeit zu tun", kritisiert Marco Weimer. Ihn nervt der Achtsamkeits-Hype in Büros, damit daraus keine Produktivitätsmaßnahme wird, "sollten wir das Konzept im Arbeitsumfeld nicht zweckentfremden, sondern es sinnvoll eingliedern."
businessinsider.de

Lese-Tipp: YouTube-Influencerin “Gnu” über ihre Arbeit in der Gaming-Branche.

Lese-Tipp: Jasmin alias Gnu ist in der Games-Branche "als Frau eine Ausnahmeerscheinung", schreibt Kathrin Werner in einem Porträt über die YouTube-Influencerin in der "Süddeutschen Zeitung". Die 25 meistabonnierten Gaming-Kanäle kämen hierzulande von Männern. Mit Sexismus hat Jasmin "schon vielerlei Erfahrung gemacht", besonders zu Beginn ihrer YouTube-Karriere: "Da habe ich unmoralische Angebote von anderen Creators bekommen: Lass uns zusammen ein Video aufnehmen und im Gegenzug haben wir Sex."
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Chrissy Teigen trennt nicht zwischen Privatleben und Social Media.

Lese-Tipp: Bei Social-Media-Ikone Chrissy Teigen gehen "das Private und Öffentliche vollends ineinander über", analysiert Silke Wichert im "SZ Magazin". Die 35-Jährige präsentiere sich anders als andere Stars "voll und zutiefst permeabel". Teigen nehme sich zwar selbst häufig nicht ernst, agiere aber leidenschaftlich, wenn es um Anliegen geht, die ihr wichtig sind.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Die Otto-Brenner-Stiftung analysiert die massenmediale Teilhabe Ostdeutscher.

Lese-Tipp: Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist es um die massenmediale Teilhabe Ostdeutscher nicht gut bestellt, schreibt die Otto-Brenner-Stiftung im Diskussionspapier "30 Jahre staatliche Einheit – 30 Jahre mediale Spaltung". Die Autor*innen sehen in der Disbalance auch einen Ursprung für den Vertrauens­verlust in Medien und Journalismus. Als mögliche Lösungen fordern u.a. sie Stipendienprogramme für ostdeutsche Journalist*innen und eine Veranstaltungsreihe in Ostdeutschland zu den Befunden des Arbeitspapiers.
otto-brenner-stiftung.de, (Zusammenfassung), otto-brenner-stiftung.de (52-Seiten-PDF)

Lese-Tipp: Klima- und Tierschutz sollten alle zahlen.

Lese-Tipp: "Es gibt im Feld der Landwirtschaft jede Menge Gut-Böse-Differenzen: konventioneller gegen Öko-Landbau, große Agrarbetriebe gegen kleine Bauernhöfe, regional gegen global", sagt Peter Strohschneider, der im Auftrag des Bundes Landwirte und Umweltschützer*innen versöhnt. Die Kosten für Ernährungssicherheit, Umweltschutz und Tierschutz sollten fair verteilt werden. "Wir werden alle mehr ausgeben müssen. Und freilich entstehen daraus viele neue Konflikte."
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Wie ein 87-Jähriger noch die Zeitung ausfährt.

Lese-Tipp: Johann Böhm ist mit 87 Jahren einer der ältesten Zeitungszusteller, berichtet Claudia Schuri. Böhm steht täglich um halb fünf auf und verteilt auf 22 Kilometer in der Nähe von Ottenhofen den "Erdinger Anzeiger", die "Ebersberger Zeitung" und die "tz". Den Job hat er seit Renten-Eintritt, als er nach einer Beschäftigung suchte. Früh morgens hat er schon einiges erlebt: Mal hat ihn die Polizei für einen Betrunkenen gehalten, mal wählte er wegen Schnees den Traktor für die Tour.
merkur.de

Lese-Tipp: Berlin als Filmkulisse für Moskau, Bagdad und Co.

Lese-Tipp: Berlin ist eine gefragte Serien-Kulisse, beobachtet Verena Mayer. Egal ob "ein mit arabischen Graffiti übersätes Straßenlabyrinth im Nahen Osten" (Homeland), eine "durch Kriege und Naturkatastrophen zerstörte Welt" (Die Tribute von Panem) oder das schachbegeisterte Moskau (Das Damengambit) – sie alle und noch viel mehr werden in Berlin gedreht. London sei für die Stadt "fast schon eine Routinerolle" – denn mit Berlin bekomme man viele Städte zum Preis von einer. Außerdem gibt es Drehgenehmigungen relativ unbürokratisch und bekannte Schauspieler*innen gehören zum Stadtalltag.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Wie das Corona-Dashboard der “Zeit” sich mit der Pandemie entwickelt hat.

Lese-Tipp: Vor einem Jahr hat Zeit Online die erste Deutschlandkarte mit Corona-Fällen veröffentlicht. Damals waren es 23 Fälle und es gab noch keine zentrale Datensammlung. Im Verlauf der Pandemie hat die Redaktion ihr Dashboard stetig erweitert und zusätzliche Funktionen hinzugefügt. Visualisierungschef Julius Tröger und seine Kollegin Elena Erdmann berichten über ein Jahr Corona und ein Jahr Corona-Dashboard.
blog.zeit.de

Lese-Tipp: Giovanni Di Lorenzo umreißt den Status Quo des Journalismus.

Lese-Tipp: "Zeit"-Chefredakteur Giovanni Di Lorenzo sorgt sich um die Pressefreiheit. Journalist*innen seien teils mögliche Terrorismus-Opfer und müssen gar wie "Bild"-Chef Julian Reichelt in gepanzerte Limousinen reisen. Derlei Bedrohung könne der Berufsstand meist standhalten. Der entbrannte "Kulturkampf", zuletzt etwa bei der "New York Times", berühre aber "das Selbst­ver­ständ­nis al­ler frei­en Me­di­en". Eine "Diffamierung von Andersdenkenden" oder "Konformitätsdruck" seien nicht die Lösung.
"Zeit" 9/2021, S. 1 (Paid)

Lese-Tipp: Report über deutsche Gründerinnen.

Lese-Tipp: Nur rund 16 % der deutschen Startups haben weibliche Gründerinnen, 47 % von ihnen bauen ihr Unternehmen im Nebenerwerb auf. Ein Viertel startet gezwungenermaßen aus der Arbeitslosigkeit heraus. Das Handelsblatt Research Institute und Google for Startups veröffentlichen eine Analyse mit dem Fazit: "Deutschland ist keine Gründerinnen-Nation." Die Analyse sucht die Gründe und hat dafür u.a. mehr als 300 Gründer*innen befragt.
issuu.com

Lese-Tipp: Die Corona-Datenspende-App funktioniert doch.

Lese-Tipp: Aus den mit der Corona-Datenspende-App gesammelten Informationen lässt sich sowohl das Abklingen der ersten Welle als der Anstieg der Fallzahlen im Herbst voraussehen, schreiben Lisa Hegemann und Meike Laaff. Bislang wurde die App meist eher als Fehlschlag gewertet. Für Januar widersprechen die Daten jedoch der Entwicklung, was mit Verhaltensänderungen durch den Lockdown zusammenhängen könnte. Die Macher*innen wollen nachjustieren. Das Gesundheitsministerium hat das Projekt bis Ende 2021 verlängert. Bisher hat die App rund 900.000 Euro gekostet.
zeit.de

Lese-Tipp: Clubhouse-Investor Marc Andreessen im Porträt.

Lese-Tipp: Marc Andreessen, einer der Groß-Investoren von Clubhose, "gilt als cholerisch und spricht mit vielen Schimpfwörtern", schreibt Marie-Astrid Langer im "Handelsblatt". Andreessen ist selbst häufig auf Clubhouse zu Gast, wo er u.a. Gründern Tipps gibt. Skeptiker und Kritiker schätzt er weniger: Die schneide Andreessen aus seinem Leben "wie einen Krebs".
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Oliver Kalkofe stellt sich das Fernsehen nach Corona vor.

Lese-Tipp: Oliver Kalkofe denkt über ein "Bares-für-Rares-Treuepunkte-Bonusprogramm" für die Post-Pandemie-Phase des deutschen Fernsehens nach. Facetime-Schalten sind indes verboten, "auf technische Fehler wegen schlechtem W-Lan drohen Stockhiebe oder Gefängnisstrafe". Screentime-Könige wie Hendrik Streeck werden Zwangs-Teilnehmer im Dschungel-Camp, "um den durch ihre Dauerpräsenz verursachten Mangel an Prominenten-Zuwachs auszugleichen".
kalkofe.de

Lese-Tipp: Hajo Schumacher sieht journalistische Relevanzkriterien durch Google in Gefahr.

Lese-Tipp: Journalismus zum Wohl der Gesellschaft hat gegen die Macht von Google und Facebook keine Chance, schreibt Hajo Schumacher in einem Essay. "Google ist ein globaler Oberchefredakteur", bilanziert er und zeigt einige Beispiele. Die eigentlichen Relevanzkriterien seien an vielen Stellen dem ökonomischen Druck gewichen, Medienhäuser hätten den Kampf zu spät aufgenommen. Hinzu komme der Vorschub Extremistischen durch Twitter und Youtube, der Redaktionen vor sich hertreibe. Schumachers trauriges Fazit: "Am Ende gewinnt die Software."
journalist.de

Lese-Tipp: Bundespressekonferenz wird für Propaganda und Verschwörungen missbraucht.

Lese-Tipp: Podiums-Sprecher*innen der Bundespressekonferenz sehen die Veranstaltung als "gekapert", berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Grund sind Journalist*innen und Bloger*innen, die die BPK "sehr erfolgreich als Bühne für Verschwörungsmythen und Fake News nutzen". Vor allem Ex-"Focus"-Korrespondent Boris Reitschuster und Florian Warweg von RT Deutsch würden immer wieder durch Beiträge auffallen, in denen sie "systematisch Zitate aus dem Zusammenhang" reißen und sie für ihre Zwecke "instrumentalisieren".
sueddeutsche.de (Paid)