Satire ist Kunst - Dichter, Zeichner, Bildhauer, Filmer oder Journalisten sind ihre Überbringer. Und die leben oft gefährlich, denn Satire, die nicht wehtut, ist keine. weiterlesen auf lexikon2.de

Basta: Kinder bestimmten “Fernsehgarten”-Gags von Luke Mockridge.

Unlucky Luke: Comedian Luke Mockridge war dem Willen von Kindern ausgeliefert, als er Mitte August mit Flachwitzen und Bananen-Telefon den "ZDF-Fernsehgarten" aufgemischt hat, löst er bei der Aufzeichnung seiner "Greatnightshow" auf. Zur Versöhnung lädt Mockridge Moderatorin Andrea Kiewel in seine Show ein - sie dürfe, wenn sie wolle, "sogar mit einer Kiwi telefonieren".
rnd.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

Meinung: Karikaturisten verlieren an Macht.

Karikaturen können heute keine Machthaber mehr stürzen, sagt der französische Zeichner Renald Luzier im Interview mit der "Welt am Sonntag". Er überlebte den Anschlag auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo", da er verschlafen hatte. Karikaturen verbreiteten sich heute schnell über Social Media, doch es sei unmöglich, den Humor aller Nutzer zu treffen.
"Welt am Sonntag", S. 57 (Paid)

Meinung: Luke Mockridge hat im “Fernsehgarten” nur sich selbst vorgeführt.

Fernsehgarten-Auftritt von Luke Mockridge ist dessen Versuch, "Anerkennung von den großen Jungs" Jan Böhmermann, Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf zu bekommen, vermutet Paul Schwenn. Mockridge habe genau den TV-Prank geschaffen, "zu dem er intellektuell in der Lage ist" – weder doppelbödig noch mit echter Botschaft. Das Niveau bewege sich auf Viertklässler-Level.
vice.com, turi2.de (Background)

Zitat: Oliver Welke fühlt sich inzwischen wie ein Nachrichten-Moderator.

"Von einer Nachrichtensendung unterscheiden wir uns nur darin, über Sachen, die eigentlich gar nicht lustig sind, auch noch Witze machen zu müssen."

"heute show"-Moderator Oliver Welke sagt im "Journalist"-Interview, in der aktuellen "Die-da-oben-wir-da-unten-Stimmung" hätten Komiker eine größere Verantwortung als früher, sachlich korrekt zu arbeiten.
journalist-magazin.de

Video-Tipp: “Walulis” liest Maskottchen-Magazine.

Video-Tipp: Die Funk-Satire-Sendung Walulis nimmt sich Maskottchen-Magazine mit Promis als Namensgeber vor. Barbara, JWD und Boa kreierten einen Personenkult, wie seit den Rolling Stones nicht mehr - die ja auch ihr eigenes Magazin hätten. Als Editor-at-Large (Barbara), Editor-at-very-Large (Joko) oder einfach nur Spielmacher (Boateng) hätten die Promis zwar Einfluss aufs Heft, seien bei der "redaktionellen Knochenarbeit" aber nicht unbedingt vor Ort.
youtube.com (8-Min-Video)

Anne-Frank-Stiftung kritisiert Satire-Format von Netflix.

Netflix: Die Anne-Frank-Stiftung kritisiert eine Satire über Anne Frank als "geschmacklos". Bei Historical Roasts werden historische Persönlichkeiten verbal "gegrillt", wie der Sendungstitel nahelege. Darunter auch Cleopatra oder Martin Luther King. Die Serie solle eine Debatte über Geschichte anregen, verteidigt sich der jüdische Autor.
haz.de, netflix.com (30-Min-Video, Paid)

Österreich: Staatsanwaltschaft nimmt kein Ermittlungsverfahren gegen Böhmermann auf.

Österreich: Die Staatsanwaltschaft Wien nimmt kein Ermittlungsverfahren gegen Jan Böhmermann auf. Der Satiriker hatte in einem Interview mit dem ORF gesagt, in Österreich lebten "acht Millionen Debile". Ein Wiener Anwalt hatte daraufhin Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft schätzt Böhmermanns Aussage jedoch als Satire ein.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Jan Böhmermann wusste schon im April vom #Strachevideo.

#Strachevideo: Satiriker Jan Böhmermann wusste schon im April von dem Video, das Österreichs Vize-Kanzler Strache an diesem Wochenende zu Fall gebracht hat. Das bestätigt Böhmermann-Manager Peter Burtz der dpa. Die Macher hätten das Video dem ZDF-Moderator nicht angeboten. Woher Böhmermann von der Enthüllung wisse, sagt Burtz nicht. Böhmermann hatte im April im österreichischen Fernsehen Anspielungen in der Sache gemacht. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass Böhmermann von dem Strache-Video wusste.
bild.de

Meinung: Jan Böhmermann nimmt seinen Job ernst.

Satire darf kalkulierte Grenzübertritte wie im Falle von Jan Böhmermann (Foto), schreibt Paul Dalg. Statt Witze auf Kosten der Österreicher für Likes abzufeuern, beschäftige sich der Satiriker mit dem ernsten Thema des Rechtsrucks in Österreich und den Angriffen der FPÖ gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

ORF distanziert sich in laufender Sendung von Böhmermann-Aussagen.


Pflichtschuldig vorab-entschuldigt: Der ORF hat Jan Böhmermann zum "Kulturmontag"-Interview eingeladen und distanziert sich direkt im Anschluss von seinen "provokanten und politischen Aussagen". Der Satiriker sagte im Interview u.a., es sei "nicht normal, dass das Land von einem 32-jährigen Versicherungsvertreter geführt wird".

Moderatorin Clarissa Stadler moderiert mit den Worten ab, Satire dürfe alles und der öffentliche Rundfunk künstlerische Meinung wiedergeben. Österreichs FPÖ attackierte zuletzt ORF-Anchor Armin Wolf nach einem kritischem Interview, Böhmermann scheiterte mit seiner Klage gegen Angela Merkel, mit der er der Bundeskanzlerin verbieten wollte, sein Erdogan-Schmähgedicht "bewusst verletzend" zu nennen.
derstandard.at, turi2.de (Background Wolf), turi2.de (Background Böhmermann)

“New York Times” entschuldigt sich für antisemitische Netanyahu-Karikatur.

New York Times entschuldigt sich bei Twitter für eine Karikatur, die Israels Ministerpräsident Netanyahu zeigt. Die Zeichnung parodiert Netanyahu als Blindenhund mit Davidstern am Halsband, der einen blinden US-Präsidenten Trump mit Kippa führt. Die Karikatur ist am Donnerstag in der internationalen Printausgabe erschienen.
twitter.com, spiegel.de

Meinung: Die “heute-show” ist humorlos, aber Ernstes wird verlacht.

Satire: Karnevalswitze werden zu ernst genommen, Regierungserklärungen aber verlacht, beobachtet Hajo Schumacher. Die "heute-show" sei humorloser als eine Pressekonferenz mit Peter Altmaier. Glaubwürdigkeit habe wie im Journalismus weniger mit den Inhalten als mit dem Personal zu tun - so auch bei der Standup-Künstlerin Enissa Amani.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

Meinung: Ohne “Spiegel”-Aufschrei hätte Enissa Amani keine Schlagzeilen gemacht.

Satire darf alles, aber nicht alle dürfen Satire, beobachtet Leo Fischer, Ex-Chefredaktur von "Titanic". Hätte sich "Spiegel"-Autorin Anja Rützel nicht als Opfer inszeniert, hätte es Enissa Amanis (Foto) Kritik nie in die Schlagzeilen geschafft. Satire von Menschen mit ausländisch-klingenden Namen werde in Deutschland immer noch zu wenig ernst genommen.
neues-deutschland.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Jan Böhmermann überbietet “Game of Thrones” mit “Game of Shows”.

Video-Tipp: "Game of Thrones" ist nichts gegen "Game of Shows", Jan Böhmermanns Parodie auf die Fantasy-Serie. Für den Trailer trommelt er rund ein Dutzend TV-Promis zusammen, die sich in den Krieg um die Quote stürzen. Mit dabei sind u.a. Thomas Gottschalk, Frank Thelen, Mirja Boes, Hella von Sinnen und Olli Dittrich als Dittsche.
youtube.com (5-Min-Video)

Gericht weist Böhmermanns Klage gegen Merkel ab.

Schmähgedicht-Streit: Moderator Jan Böhmermann scheitert mit seiner Klage gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel – das Gericht sieht sie als unzulässig an. Böhmermann möchte der Bundesregierung verbieten, sein Erdogan-Schmähgedicht "bewusst verletzend" zu nennen. Das Kanzleramt will die Formulierung ohnehin nicht wiederholen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Kanzleramt muss Presse zum Gerichtsverfahren mit Jan Böhmermann Auskünfte erteilen.


Auskunft Royale: Das Kanzleramt muss der Presse zum Prozess zwischen Jan Böhmermann und Bundeskanzlerin Angela Merkel bestimmte Auskünfte geben, urteilt das Berliner Verwaltungsgericht. Welche Informationen von öffentlichem Interesse sind, ließ ein Gerichtssprecher auf dpa-Nachfrage zunächst offen. Böhmermann hat Merkel wegen ihrer kritischen Einschätzung seines "Schmähgedichts" über den türkischen Präsidenten Erdogan verklagt.

Merkel hatte Böhmermanns Satire 2016 zunächst als "bewusst verletzend" bezeichnet. Das Verwaltungsgericht hat das Kanzleramt zu "verschiedenen Auskünften über das Verfahren sowie den vorgerichtlichen Streit zwischen den beiden Parteien" verpflichtet, schreibt der "Tagesspiegel". Es bestehe zu bestimmten Fragen ein "presserechtlicher Auskunftsanspruch". Die Böhmermann-Klage wird am Dienstag verhandelt.
t-online.de, tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

“Schmähgedicht”: Jan Böhmermann verklagt Angela Merkel, schreibt “Tagesspiegel”.


Kanzleramt Royale: Jan Böhmermann zieht gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Gericht, schreibt der "Tagesspiegel". Merkel hatte Böhmermanns umstrittenes "Schmähgedicht" über den türkischen Präsidenten Erdogan 2016 als "bewusst verletzend" bezeichnet. Das Berliner Verwaltungsgericht verhandelt Mitte April über eine Unterlassungsklage gegen das Bundeskanzleramt.

Böhmermanns Rechtsanwalt Christian Schertz hatte Merkel bereits 2017 vorgeworfen, sie habe mit ihrer Kritik eine "juristische Bewertung des Werkes" vorgenommen, was eine Vorverurteilung sei. Gegen den Entertainer wurde nach einer Strafverfolgungsermächtigung der Bundesregierung zunächst ein Verfahren wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts eröffnet, was später eingestellt wurde. Der Paragraf 103 im Strafgesetzbuch, der die Beleidigung ausländischer Staatsoberhäupter unter Strafe stellt, wurde daraufhin gestrichen.
tagesspiegel.de, welt.de, turi2.de (Background)

Meinung: Satirische Polit-Formate sind moderne Hofnarren.

Satire wird in Zeiten von Fake News immer wichtiger, schreibt Georg Leyrer. Die Late-Night-Shows in den USA seien "die Hofnarren unserer Zeit". Satiriker erreichten auch Menschen, die sich sonst "längst aus dem Informationsgewusel ausgeklinkt haben". Der österreichische "Kurier" steigt auf den Satire-Zug auf und startet am Montag das Satireportal "Kurier mit Schlag".
kurier.at, turi2.de (Background)

Österreich: “Kurier” startet ein Satireportal.

Österreich: Der "Kurier" plant ein Satireportal namens "Kurier mit Schlag", das im April starten soll. Die Karikaturisten und Satiriker Michael Pammesberger, Dieter Chmelar, Guido Tartarotti und Birgit Braunrath sollen sich dort mit Zeichnungen, einem Wochen-Quiz und einem satirischen Wochenrückblick austoben. Außerdem plant der "Kurier" Auftritte der vier.
derstandard.at

Zitat: Focus Online muss sich rechtfertigen, nicht die “Titanic”.

"Bevor wir jetzt wieder über die Daseinsberechtigung von Satire debattieren, die Journalismus reinlegt, lieber über die Daseinsberechtigung von Journalismus reden, der auf Satire reinfällt."

Autorin Sophie Passmann wundert sich über Kritik an der Satirezeitschrift "Titanic", auf dessen #BlasebalgLeaks-Fake Focus Online aufgelaufen ist wie auf den sprichwörtlichen Eisberg.
twitter.com, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Gianna Niewel porträtiert “Titanic”-Chefredakteur Moritz Hürtgen.

Lese-Tipp: Im Januar hat Moritz Hürtgen die Chefredaktion der "Titanic" übernommen. Gianna Niewel porträtiert den "schmalen Mann mit schwarzem Rollkragenpulli". Hürtgen, der schon seine Bachelorarbeit über die "Titanic" geschrieben habe, spreche ruhig und klinge nur manchmal, als würde er die Texte aus dem Satire-Magazin vorlesen. Seinen neuen Job habe er nur, weil ihn sonst "niemand machen" wollte.
sueddeutsche.de

Basta: Vice-Reporter foppt Medien mit Doppelgängern von sich.

Ach wie gut, dass niemand Vice...: Vice-Reporter Oobah Butler hat 2017 mit gefälschten Bewertungen seine Gartenhütte bei Tripadvisor zum besten Restaurant in London gekürt. Medien aus aller Welt wollten seine Geschichte hören, doch Oobah gibt nicht gerne Interviews. Muss ja auch nicht sein, dachte er sich und schickt ins TV, ins Radio und zu einer Preisverleihung einfach Doppelgänger von sich. Gemerkt hat's keiner.
vice.com, youtube.com (13-Min-Video)

Moritz Hürtgen wird Chefredakteur der “Titanic”.

Neuer Kapitän an Deck: "Titanic" befördert Moritz Hürtgen, 29, zum Chefredakteur des Satire-Magazins, berichtet der "Spiegel". Er folgt auf Tim Wolff, 40, der das Blatt seit fünf Jahren leitet und den Regeln gemäß abtritt. Hürtgen ist bisher als Lügen-Leichtmatrose aufgefallen: Der "Bild" hat er einen gefälschten E-Mail-Wechsel zwischen Juso-Chef Kevin Kühnert und einem russischen Informanten untergeschoben und via Twitter die Falschmeldung verbreitet, Horst Seehofer habe das Bündnis der Unions-Parteien aufgekündigt.
"Spiegel" 40/2018, S. 59 (Paid), turi2.de (Hürtgens Fake News)

SWR will Drohungen gegen Schlecky Silberstein nicht hinnehmen.

SWR will die antisemitischen Drohungen gegen Satire-Produzent Schlecky Silberstein "sorgfältig und sachlich prüfen" und ggf. die "notwendigen Maßnahmen einleiten". Der Sender werde nicht hinnehmen, dass vom SWR beauftragte Produzenten diskreditiert oder bedroht werden. Silberstein produziert das Funk-Format Bohemian Browser Ballett. Die Dreharbeiten zum Video Volksfest in Sachsen hatten die AfD Berlin zu einem Hausbesuch veranlasst.
swr.de, turi2.de (Background), spiegel.de (Video-Interview)

Satiriker Schlecky Silberstein von AfD bedroht.

AfD Berlin hat den Satiriker Christian Brandes, alias Schlecky Silberstein, in Folge eines Satire-Drehs bedroht. Der AfD-Abgeordnete Frank-Christian Hansel suchte den Künstler vor seiner Produktionsfirma auf, filmte das Klingelschild und veröffentlichte den Film via Facebook. Daraufhin wurden Brandes und sein Partner von AfD-Anhängern beschimpft und erhielten eine antisemitische Morddrohung. Die AfD kritisiert die Drohungen, verteidigt aber ihr Vorgehen: "Wenn er Anti-AfD-Propaganda macht, sollte er sich aber über Reaktionen nicht wundern", sagt Sprecher Ronald Gläser.
berliner-zeitung.de, zeit.de, schleckysilberstein.com

Zitat: Oliver Welke hält Zuschauer bei trockenen Themen mit Unterhaltung bei Laune.

"So wie man einem Hund die Medizin in etwas Leberwurst einpackt, damit sie leichter runtergeht, lässt sich das auch bei manchen Themen machen."

"heute show"-Moderator Oliver Welke will auf Themen aufmerksam machen und ihnen eine andere Perspektive geben, sagt er im "FAZ"-Interview. Heute kehrt er aus der Sommerpause zurück.
"FAZ", S. 13, blendle.com (Paid)

Zitate: Jan Böhmermann und Martin Sonneborn diskutieren über Satire und Politik.

"Humor ist das erste und das letzte Mittel, mit dem sich der Mensch Bahn bricht. Das erste, um zu verstehen. Das letzte, um nicht verrückt zu werden."

Jan Böhmermann diskutiert im Doppel-Interview mit Martin Sonneborn im "SZ-Magazin" über Satire und Politik.
"SZ-Magazin" 35/2018 (Paid)




"Bei Titanic haben wir Satire nie für die Leser, sondern stets nur für uns betrieben. Es war meine Methode, mit der Welt umzugehen: einen Witz über sie zu machen."

Ex-"Titanic"-Chef und EU-Abgeordneter Martin Sonneborn sieht Satire als "Notwehr".
"SZ-Magazin" 35/2018 (Paid)


Weitere Zitate aus dem Interview:

... von Jan Böhmermann:

"Die Wissenschaft weiß seit meiner Nummer mit Erdogan, dass die These von Harald Schmidt 'Nach Ironie kommt Pathos' komplett falsch ist. Nach Ironie kommt Wirklichkeit."

"Links und rechts ist vorbei, sagen alle. Das Netflix-Prinzip gilt jetzt auch für die Politik. Stell dir dein eigenes Programm zusammen."

"Das Internet ist der Diskursraum, den es zu bearbeiten und zu erobern gilt, nicht die Straße. Das Netz ist die Straße von heute. Die AfD mobilisiert ausschließlich dort, skrupellos und mit allen Mitteln. Die Bedingungen sind ideal: Die Polizei ist ahnungslos, die Staatsanwaltschaft überfordert und die Politik muss sich mit den quatschigen Pseudothemen rumschlagen, die aus dem Idiotennetz in die Wirklichkeit schwappen."

... von Martin Sonneborn:

"Ich bleibe unverrückbar dabei: Satire ist Notwehr."

"Es funktioniert immer zuerst über den Quatsch. Das ist bei 'Die Partei' genauso. Man kommt über den Spaß dem Irrsinn nahe."

"Dass wir ab und zu ironisch werden, ist in Ordnung, aber dass jeder dahergelaufene Bundestagsabgeordnete versucht, komisch zu sein, finde ich fragwürdig. Die Gesellschaft wird immer finsterer und unernster zugleich."

Chinas Kopie von “Saturday Night Live” floppt und verschwindet.

SNL China, die chinesische Variante der US-Comedyshow Saturday Night Live, kann mit dem Original nicht mithalten, schreiben Zoe Mou und Mike Ives. Die Show enthält weder politische Witze noch ist sie live. Chinesische Netznutzer geben 4,9 von 10 Punkten - das Original bewerten sie mit 9,2. Nun sind die bisherigen Episoden ohne Erklärung aus dem Netz verschwunden.
nytimes.com

Basta: “Borat”-Darsteller schlägt USA-Waffenlobby mit ihren eigenen Waffen.

ABC-Scharfschützen: Der israelische Anti-Terror-Experte Colonel Erran Morad sucht im US-TV Unterstützer für das Programm "Kinder-Guardians", bei dem Grundschüler Waffen bekommen, kindgerecht getarnt als Kuscheltiere, um sich im Notfall zu verteidigen. In der US-Waffenlobby findet die Idee ernsten Zuspruch, nur Colonel Morad meint es nicht ernst - er ist eine Figur von Comedian und Borat-Darsteller Sacha Baron Cohan.
stern.de

Söder-Satire mutiert 14 Jahre später zu vermeintlichen Fakten.

New York Times und die "Süddeutsche" gehen einer Jahre alten "taz"-Satire über Markus Söder auf den Leim, schreibt Stefan Kuzmany. Er selbst war 2004 Autor der Söder-Satire. Seine Söder in den Mund gelegten Forderungen, Grüne zum Drogentest zu schicken und Schwarzfahrer an den Internetpranger zu stellen, finden sich heute als Fakten in seriösen Medien, weil die Satire in den Archiven zur vermeintlichen Realität wurde.
"Spiegel" 29/2018, S. 35 (Paid), taz.de ("taz"-Artikel)

Zitat: Jetzt wird sogar der “Spiegel” für Machtspielchen missbraucht.

"Angela loves to get spanked with a rolled-up 'Der Spiegel'. That is one sick Fräulein."

US-Latenight-Talker Stephen Colbert macht sich über Donald Trump lustig, der sagt, Deutschland werde von Russland kontrolliert. Eine Trump-Bekanntschaft gestand jüngst, sie habe ihm mal mit einer "Forbes"-Ausgabe mit Trump-Cover einvernehmlich den Hintern versohlt.
youtube.com