Satire ist Kunst - Dichter, Zeichner, Bildhauer, Filmer oder Journalisten sind ihre Überbringer. Und die leben oft gefährlich, denn Satire, die nicht wehtut, ist keine. weiterlesen auf lexikon2.de

Google schaltet “Titanic”-App im Play-Store wieder frei.


Wieder aufgetaucht: Google erlaubt die App der Satirezeitschrift "Titanic" wieder im Play-Store. "Alle Titelbilder und Inhalte werden wie von uns verlangt wieder unzensiert angezeigt ‐ wir vermuten, dass sich Google eine längere Sperre für 'Titanic' schlicht nicht mehr leisten konnte", sagt Chefredakteur Moritz Hürtgen. Google lässt mitteilen: "Wir möchten uns sowohl bei der 'Titanic' als auch bei ihren Leser*innen aufrichtig dafür entschuldigen, dass die App zwischenzeitlich nicht verfügbar war. Auch wir finden: Humor und Satire dürfen nicht untergehen – schon gar nicht in Deutschland."

Der US-Konzern hat zudem Karikaturist Bulo beauftragt, eine "Sorrykatur" anzufertigen und schickt diese mit seinem Statement mit. Die Grafik (im Bild links) zeigt einen Mann mit einer "Titanic" auf der steht: "Google zieht blank und sagt 'sorry'." Google hatte die Anwendung Mitte Februar entfernt, weil das Dezember-Cover (im Bild rechts) den Papst und Jesus zum Teil nackt zeigt.
titanic-magazin.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Oliver Kalkofe stellt sich das Fernsehen nach Corona vor.

Lese-Tipp: Oliver Kalkofe denkt über ein "Bares-für-Rares-Treuepunkte-Bonusprogramm" für die Post-Pandemie-Phase des deutschen Fernsehens nach. Facetime-Schalten sind indes verboten, "auf technische Fehler wegen schlechtem W-Lan drohen Stockhiebe oder Gefängnisstrafe". Screentime-Könige wie Hendrik Streeck werden Zwangs-Teilnehmer im Dschungel-Camp, "um den durch ihre Dauerpräsenz verursachten Mangel an Prominenten-Zuwachs auszugleichen".
kalkofe.de

Video-Tipp: “Late Night Berlin” zeigt Clubhouse im Real Life.

Video-Tipp: Klaas Heufer-Umlauf und Jakob Lundt erleben bei Late Night Berlin, wie Clubhouse wohl wäre, wäre es ein echtes Haus mit realen Räumen. Sie treffen auf Menschen, die vor allem über sich selbst reden, manche sitzen auf dem Klo, während sie auf der Clubhouse-Bühne sprechen. Eine Hose gehört nicht zwangs­weise zum Dresscode.
youtube.com (7-Min-Video)

Zitat: Böhmermanns Bremen-Huldigungs-Konzept kannte er nur grob, sagt Bürgermeister Andreas Bovenschulte.

"Natürlich habe ich zwischendurch mal gedacht: Da kann jetzt alles Mögliche rauskommen. Das war schon eine Glücksreise."

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", er habe Jan Böhmermann die Stadt als Influencer-Paradies empfehlen lassen, weil der Moderator ihn vom ernsthaften Hintergrund überzeugt habe. Das Konzept kannte er "nur im Groben".
sueddeutsche.de

Elyas M’Barek und Jonas Nay spielen die Hauptrollen in Relotius-Verfilmung.

Relotius-Rollenvergabe: Elyas M'Barek (Foto) und Jonas Nay spielen die Hauptfiguren in der Ufa-Verfilmung des Buchs Tausend Zeilen Lüge von "Spiegel"-Reporter Juan Moreno. M'Barek verkörpert den freien Journalisten Romero, angelehnt an Moreno, Nay spielt Star-Reporter Lars Bogenius, inspiriert von Claas Relotius. Michael Bully Herbig führt bei der Mediensatire die Regie.
ufa.de, turi2.de

Google löscht “Titanic”-App wegen nacktem Papst-Po.

Titanic fliegt aus dem Google-Play-Store, berichtet der "Spiegel". Google hat die App des Satire-Magazins entfernt, weil das Dezember-Cover Papst Franziskus mit entblößtem Hintern und Jesus mit nacktem Penis zeigt. Auch weitere Ausgaben wurden beanstandet. Chefredakteur Moritz Hürtgen will sich gegen die Löschung wehren und "nicht dem Geschmack eines Zwischenhändlers anpassen". Eine neue, bereinigte Version der App kommt für ihn nicht infrage.
"Spiegel" 7/2021, Seite 69 (Paid)

Angebliches Corona-Ende: Berliner Radiosender bekommt Ärger wegen Satire-Aktion.

Spaß beiseite: Berliner Radiosender 94,3 rs2 erntet Kritik für seine Satire-Aktion Corona ist vorbei – mit rs2!, die in fiktiven Nachrichten das Ende der Corona-Pandemie zelebriert hatte. Berliner Ämter haben daraufhin laut "Tagesspiegel" Anrufe von "aufgeregten Bürger und Bürgerinnen" bekommen – und mussten Aufklärungs-Arbeit leisten. Die Medienanstalt MABB war im Vorfeld in die Aktion eingeweiht worden, den Hörproben zufolge sei die Parodie erkennbar gewesen.
tagesspiegel.de

Basta: Medienwissen von Hans-Georg Maaßen in schlechter Verfassung.

Recherche-König: Hans-Georg Maaßen, Ex-Verfassungsschutz-Präsident, stört sich an 96 Mio Dollar, die ZDF-Satiriker Jan Böhmermann verdienen soll – und poltert in einem inzwischen wieder gelöschten Tweet: "Wir brauchen diesen ÖRR [Anm.: Öffentlich-rechtlichen Rundfunk] nicht!“ Maaßen informiert sich nämlich lieber auf der Satire-Seite Mediamass über die wirklich wichtigen Nachrichten.
twitter.com, de.mediamass.net (Böhmermann-Artikel)


Mein Lieblings-Weihnachtsvideo: Last Christmas spezial.


Alle Jahre wieder: Bevor wir uns hier langweilen, stell' ich wieder mein Lieblings-Weihnachtsvideo online: George Michael mit "Last Christmas" und einem very special Text - für mich die beste Musikvideo-Parodie ever. Der Michael-Imitator singt, was der Zuschauer sieht: "We run through the snow and you can't tell what I wear. Is it a beavor or really my hear?" - göttlich. Bitte selbst angucken, auch wenn das Video nur in Kartoffeldruck-Qualität läuft. Allen Guckern: rohe Weihnachten!

Video-Tipp: Deepfake-Trump liest eine Weihnachts­geschichte vor.

Video-Tipp: Die Macher der Comic-Satire South Park lassen Donald Trump mittels Deepfake-Technologie im hässlichen Weihnachtspullover die Geschichte von Rentier Rudolf erzählen. In Trumps Neuinterpretation ruft Rudolf die Wahl zum besten Rentier aus, verliert - und zweifelt das Wahlergebnis an.
youtube.com (4-Min-Video), mashable.com via twitter.com/tknuewer

Video-Tipp: Browser Ballett zeigt die Arbeitsweise der “Blid”-Zeitung.

Video-Tipp: Das Browser Ballet von Funk parodiert in seiner ersten TV-Ausgabe die Arbeitsweise von "Bild". Julian Reichert, Chef der fiktiven "Blid"-Zeitung, kocht einen Schulbus­unfall zum vermeintlichen Terror-Anschlag hoch, sortiert Opfer-Fotos der toten Kinder nach Schönheit. Leser-Reporter*innen sollen Bilder vom Unfall liefern, gleichzeitig malt er sich schon die Schlagzeile aus: "Der Notarzt kam nicht durch. So behinderten Gaffer die Rettungs­arbeiten". In seinem Büro hängen eingerahmte Presserügen, von denen er sagt: "Das sind meine Orden." Das Fazit seiner Arbeit: "Boulevard ist Krieg."
daserste.de (4-Min-Video ab 1:19 Min), youtube.com

Zitat: Schlecky Silberstein muss fürs TV auf die Gag-Bremse treten.

"Unsere ersten Drehbücher für die TV-Show waren mit so vielen Ideen zugepackt, dass wir eine Epilepsiewarnung hätten vorschalten müssen."

Die Macher*innen des Funk-Satire-Formats Browser Ballett mussten für die TV-Ausgabe ihrer Sendung im Ersten umdenken, sagt Moderator Schlecky Silberstein zu DWDL. Erfahrene Freunde der Branche hätten ihnen die TV-Zuschauer*innen erklärt. "Würden wir diese Menschen wie unsere Stammzuschauer aus dem Internet behandeln, würden die nach zehn Minuten hyperventilieren."
dwdl.de

Zitat: Comedy nur über Frauenperspektiven ist unkreativ, sagt Hazel Brugger.

"Ich glaube, dass viele Frauen so geladen in das Thema Comedy reingehen. Die denken, okay, es gibt so wenig Frauen, aber ich bin eine Frau – dann ist das jetzt mein Point of View. Ich rede über alles aus Frauenperspektive."

Comedian Hazel Brugger sagt im Interview mit dem "Playboy", sie habe keine Lust mehr "ein Viertel meiner Zeit mit den Medien mit der Frage nach fehlenden Frauen im Humor zu verbringen".
"Playboy" 1/2021 (Vorabmeldung per Mail)

Lese-Tipp: Politik-Parodien verlieren ihren Reiz.

Witzlos: Die Parodie von Politiker*innen hat keinerlei entlarvenden Effekt mehr, schreibt Matthias Kalle in der "Zeit". Als Beispiele führt er Florian Schroeders Karl Lauterbach-Imitation und Max Giermanns Version von Robert Habeck an, aber lässt auch an Trump- und Biden-Mimen Alec Baldwin und Jim Carrey kein gutes Haar. Adäquates Imitieren einer Polit-Größe sei höchstens "eine sehr genaue Darstellung von etwas Bekanntem". Als gelungenes Gegenbeispiel führt er die TikTok-Videos von US-Komikerin Sarah Cooper (Foto) an, die ihren Parodien eine zweite Ebene hinzufüge.
zeit.de

Zitat: Es zählt nur richtig oder falsch, kritisiert Florian Schroeder.

"Wir haben den Fehler gemacht, zu glauben, dass unsere Positionen klar genug seien, um nicht missverstanden zu werden. Das war ein Irrtum."

Kabarettist Florian Schroeder reagiert im "Journalist"-Interview auf die Kritik an frauenfeindlichen Sprüchen in seinem Podcast mit Serdar Somuncu. Er kritisiert eine schablonenartige Einteilung der Welt in Gut und Böse.
journalist.de

Video-Tipp: Jan Böhmermann liefert eigenen Spot zur #BesondereHelden-Kampagne.

Video-Tipp: Das "ZDF-Magazin Royale" von Jan Böhmermann parodiert die #BesondereHelden-Kampagne der Bundesregierung, die junge Menschen in der Corona-Zeit zum Nichtstun auffordert. In der Parodie blickt ein älterer Mann stolz darauf zurück, 2020 nichts gegen das Flüchtlings­sterben auf dem Mittel­meer getan zu haben. "Richtig viele Menschen sind gestorben damals. Und wir waren faul wie die Waschbären." Die Kritik: Durch heroisiertes Nichtstun bleiben neben Corona andere Probleme der Welt auf der Strecke.
youtube.com (2-Min-Video) via horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

US-Latenight-Shows müssen Trumps Rolle neu definieren.

US-Latenight-Shows müssen sich ohne Donald Trump im Weißen Haus neu orientieren, resümiert die dpa. Zwar dürfte Trump den Shows als Witzfigur erhalten bleiben, jedoch müssten sie sich gut überlegen, wie viel Raum sie ihm noch geben wollen. Bisher hätten viele Menschen die Shows als "Erleichterung von stressigen Nachrichten" geschaut - fraglich sei, ob sie das immer noch tun, wenn die News selbst weniger stressig sind. Folge könnte sein, dass die Shows unpolitischer werden.
rnd.de

Basta: Sixt-Werbung mit Trump stammt gar nicht von Sixt.

Make Americar great again: Der Autovermieter Sixt ist bekannt für seine satirischen Kampagnen mit aktuellem Bezug. Das Netz feiert Sixt derzeit für ein Motiv, das dem abgewählten US-Präsidenten einen günstigen Umzugs-LKW offeriert. Nur: Das Motiv stammt gar nicht von Sixt, sondern von der Satire-Seite Der Gazetteur. Den eindeutigsten Hinweis auf einen Fake haben alle übersehen: Donald Trump.
horizont.net (Paid)

Zitat: Er muss nicht ausgewogen sein, sagt Jan Böhmermann.

"Wenn ei­ner nur mal mit der Ket­ten­sä­ge über den Markt­platz lau­fen will, was soll das für ei­ne Idee sein?"

Jan Böhmermann antwortet in der "Zeit" auf die Frage, ob Ver­ant­wor­tung im öf­fent­lich-recht­li­chen Fern­se­hen nicht auch Aus­ge­wo­gen­heit bedeute. Er wolle sich nicht mit Din­gen aus­ein­an­der­­set­zen, "die aus rein tak­ti­schen Grün­den for­mu­liert wer­den".
"Zeit" 46/2020, S. 51 (Paid)

Jan Böhmermann rührt mit Wendler-Parodie die PR-Trommel fürs “ZDF Magazin Royale”.

Böhmerwendler: TV-Moderator Jan Böhmermann bettelt um Aufmerksamkeit für seine neue Show ZDF Magazin Royale, die am Freitag startet. In einem rund 3-minütigen Video beim Messenger-Dienst Telegram zeigt sich Böhmernann mit nacktem Oberkörper und parodiert den Abschied von Schlager­sänger Michael Wendler in die Welt der Verschwörungs­theoretiker. "Sie wollen mich zum Schweigen bringen", sagt Böhmermann ironisch. Seine erste Sendung könne seine letzte sein.
youtube.com (3-Min-Video), horizont.net

TV Now vermischt Late-Night-Show und Comedy-Roast.

TV Now startet am 16. November mit der Late-Night-Show "Täglich frisch geröstet", die Stefan Raab für den RTL-Streamingdienst produziert. Entgegen des Namens läuft die Show nicht täglich, sondern zweimal pro Woche. Zunächst sind acht Folgen mit wechselnden Gastgeber*innen geplant. Zentrales Element der Show ist ein Comedy-Roast, was TV Now als "witziges Beleidigen" umschreibt.
dwdl.de, presseportal.de

Satiriker Herbert Feuerstein, 83, ist tot.


Kleiner Mann ganz groß: Autor und Satiriker Herbert Feuerstein, 83, ist tot. Er ist am heutigen Mittwoch in Erftstadt gestorben, teilt der WDR mit. Feuerstein, geboren 1937 in Zell am See in Österreich, war von 1971 bis 1992 mehr als 20 Jahre lang Chef­redakteur der deutschen Ausgabe des US-Satire­magazins Mad. Anfang der 1980er Jahre kam er als Gag-Autor zum WDR. Bekannt wurde Feuerstein an der Seite von Harald Schmidt im Rateteam der WDR-Spielshow Pssst... sowie durch die von ihm erfundene Blödel-Sendung Schmidteinander - wieder gemeinsam mit Schmidt. "Es war Abneigung auf den ersten Blick", sagte Feuerstein immer wieder - "und damit die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit".

Nach dem Ende von "Schmidteinander" 1994 konnte Feuerstein zunehmend eigenes Profil entwickeln: In einem Film-Special der "Lindenstraße" spielte er den Entführer von Mutter Beimer, im WDR Fernsehen moderierte er 1997 und 1998 zweimal die 12-stündige Live-Sendung "Feuersteins Nacht". 2014 kündiget er den Rückzug aus dem Fernsehen und von der Bühne an - um sich im selben Jahr mit einer seiner Autobiografie Die neun Leben des Herrn F. und zahlreichen Lesungen zurück zu melden. Der WDR zeigt anlässlich von Feuersteins Tod heute Abend um 22.15 Uhr den Film Herr Feuerstein schreibt seinen Nachruf. Und lebt noch 2091 Tage. (Foto: WDR)
wdr.de, presseportal.de, dwdl.de, youtube.com (43-Min-Video, Best of "Schmidteinander")

Angriff nahe früherem “Charlie Hebdo”-Büro in Paris: Angreifer verletzten mindestens zwei Menschen.

Attacke in Frankreich: In Paris sind nahe des früheren Büros der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo bei einem Angriff am Freitag Mittag mindestens zwei Menschen verletzt worden. Laut "Spiegel" soll es sich um Mitarbeiter der Presseagentur Premières Lignes handeln, die im selben Gebäude wie einst "Charlie Hebdo" sitzt. Sie wurden offenbar mit einer Machete attackiert, während sie eine Zigarettenpause machten. Zwei Verdächtige wurden inzwischen festgenommen.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Zusammenhang mit einer terroristischen Tat. Zuständige französische Minister treffen sich im Innenministerium zu einem Krisenstab. Seit Anfang September läuft in Paris der Prozess um den Anschlag auf "Charlie Hebdo" und andere Ziele im Januar 2015.
spiegel.de, tagesschau.de, stern.de

Video-Tipp: Jan Böhmermann kritisiert “autoritäre Kunst”.

Video-Tipp: Jan Böhmermann sitzt spitzbübisch grinsend in "Spitzentitel", der "Spiegel"-Büchershow, und erklärt, sein Buch mit gesammelten Twitter-Werken sei sein Versuch, jahrelang rausgepustete Gedanken in "anfassbare Form" zu bringen. Er redet sich in Rage über "autoritäre Kunst" und Künstler*innen, die sich zu ernst nehmen, stellt dem "Konzept Kunstfigur" die Sterbeurkunde aus und lobt Doro Bär als Kommunikationstalent.
spiegel.de (56 Min)

Französische Medien stellen sich mit Appell hinter “Charlie Hebdo”.

Frankreich: Mehr als hundert Medien wenden sich in einem "feierlichen Appell" an die Bevölkerung, nachdem "Charlie Hebdo" Drohungen von Al-Quaida bekommen hat. Verschiedene Tageszeitungen, Magazine, Radio- und Fernsehsender schreiben darin: "Wir brauchen Sie. Das Bollwerk Ihres Gewissens." Marika Bret, Personalchefin der Satirezeitschrift, hat konkrete Morddrohungen erhalten und musste untertauchen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Meinung: Das “Charlie Hebdo”-Team stellt die Ideale über das eigene Leben.

Je suis Charlie 150Je suis Charlie: "Wir haben Euch allein gelassen mit Eurer Sache", entschuldigt sich Martina Meister in der "Welt am Sonntag" bei der Redaktion von "Charlie Hebdo". Das Attentat auf die Satire-Zeitung zeige, dass das "Charlie Hebdo"-Team die Ideale für eine freie, offene Gesellschaft über das eigene Leben stelle.
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Proteste in islamischen Ländern: “Charlie Hebdo” erhöht die Auflage.

Gott sieht alles: In zahlreichen islamischen Ländern, u.a. in der Türkei, Ägypten und im Iran, kommt es am Freitagabend zu Protesten gegen die erneute Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo". Die Regierung in Teheran bezeichnet die Zeichnungen als eine "Provokation". "Charlie Hebdo" bringt heute 200.000 weitere Exemplare in den Handel. Die ersten 200.000 Stück - die dreifache Menge der üblichen Auflage - sind bereits vergriffen. Die Satire-Zeitschrift veröffentlichte zum Prozessbeginn am vergangenen Mittwoch eine Sonderausgabe.

Die umstrittene Mohammed-Karikatur erschien erstmals 2005 in einer dänischen Zeitung. Respektlose Darstellungen von Mohammed oder anderen Propheten seien "absolut inakzeptabel", beklagt das iranische Außenministerium. Bei einem Anschlag auf die Pariser Redaktion von "Charlie Hebdo" sowie einen jüdischen Supermarkt starben im Januar 2015 zwölf Menschen. Die Islamisten begründeten das Attentat mit der Veröffentlichung der Karikaturen.
tagesschau.de

“Charlie Hebdo” veröffentlicht erneut eine Mohammed-Karikatur.

Je suis Charlie 150Charlie Hebdo druckt erneut eine Mohammed-Karikatur. Aufhänger ist der beginnende Strafprozess zum islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitung vor fünf Jahren. Das Sonderheft trägt die Titelzeile "Tout ça pour ça", übersetzt "Viel Lärm um nichts".
twitter.com via faz.net

Philipp Walulis bekommt wöchentliche Show im SWR und der Mediathek.

SWR befördert Philipp Walulis, bekannt aus Funk und YouTube, in die Mediathek und ins TV. Ab dem 24. September bringt der Satiriker in "Walulis Woche" den "Fun zurück in die Fakten", befasst sich mit Internet Hypes, "perfiden Methoden von Konzerngiganten" und zweifelhaften TV-Trends. Die Show steht jeweils ab Donnerstag in der ARD-Mediathek und läuft am späten Sonntagabend im SWR Fernsehen. Teil der Sendung ist mit "Walulis Story" ein mono­thematischer Clip, der Hintergründe aufzeigt. Walulis Daily bleibt Teil von Funk.
presseportal.de, dwdl.de

Zitat: Twitter-Shitstorm kann zum Dilemma werden, sagt DFG-Präsidentin Katja Becker.

"Wir haben es dabei immer mit einem grundsätzlichen Dilemma zu tun: dass nämlich die Kommunikation in den sozialen Medien, anders als in der Wissenschaft üblich, extrem beschleunigt, selektiv und vom allem meinungsgetrieben verläuft."

Katja Becker, Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, verteidigt im "Zeit"-Interview die Kommunikation nach dem Dieter-Nuhr-Shitstorm.
"Zeit" 34/2020, S. 32 (Paid)

Video-Tipp: Comedian Sarah Cooper hatte verordneten Spaß bei Google und parodiert Trump.

Video-Tipp: US-Comedian Sarah Cooper erzählt als Gast-Moderatorin der Late-Night-Show von Jimmy Kimmel, u.a. wie viel Spaß sie bei ihrem früheren Job bei Google hatte - schließlich habe Google ihr vorgegeben, wie viel Spaß sie jedes Quartal zu haben hat. Zudem präsentiert sie einige ihrer lippensynchronen Parodien zu O-Tönen von Donald Trump, mit denen sie bei TikTok bekannt wurde.
twitter.com/sarahcpr (8-Min-Video), tiktok.com (Trump-Parodien)

Video-Tipp: Kabarettist Florian Schroeder testet Grenzen der Meinungsfreiheit aus.

Video-Tipp: Kabarettist Florian Schroeder spricht auf Einladung der Organisatoren bei der "Querdenken"-Demo in Stuttgart und testet dort, teils unter Buh-Rufen, die Grenzen der Meinungsfreiheit aus. Freiheit bedeute auch, einen wie ihn auszuhalten, "der nicht nicht das sagt, was ihr hören wollt". Freiheit, die sich nur als Verantwortungs­losigkeit zeigt, sei das Ende der Freiheit.
youtube.com (12-Min-Video), turi2.de (Background)

Klick-Tipp: Jan Böhmermann huldigt Dieter Nuhr – in einem Text von 1999.

Klick-Tipp: Jan Böhmermann holt seine Jugendsünden aus dem Giftschrank und twittert einen Zeitungs­artikel von 1999, in dem er als junger Reporter einen Auftritt von Kabarettist Dieter Nuhr rezensiert. Böhmermann spielt das Floskel-Klavier des Lokaljournalismus auf allen Oktaven: "Sunnyboy" Nuhr habe das Publikum "fest im Griff" und schaffe eine "geradezu familiäre Atmosphäre".
twitter.com via rnd.de

Basta: ZSK planen gemeinsamen Gig mit Christian Drosten.

Viraler Erfolg: Etwa eine Woche nach der Veröffentlichung ihres Drosten-Songs "Ich habe Besseres zu tun" postet die Punkband ZSK ein gemeinsames Foto mit dem urlaubenden Virologen. Der freue sich über den Song und würde ihn gern mal live mit den Berlinern performen. Ob die "Bild" für das Konzert eine Presse-Akkreditierung bekommt, ist vermutlich fraglich.
twitter.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: TV-Comedy “Das Institut – Die Oase des Scheiterns” bekommt Podcast-Ableger.

Hör-Tipp: Der BR verlängert die Comedy-Serie Das Institut - Die Oase des Scheiterns um einem Podcast. Reporterin Ariane Alter besucht das fiktive Deutsche Sprach- und Kulturinstitut im ebenfalls fiktiven zentral­asiatischen Kisbekistan. Mit unkonventionellen Mitteln versucht das Team, deutsches Kulturgut zu vermitteln und tappt dabei vom einen ins nächste interkulturelle Fettnäpfchen.
ardaudiothek.de (8 Folgen à ca. 20 Minuten), br.de, ardmediathek.de (TV-Staffeln)

Video-Tipp: ZDF-“Anstalt” schickt weiße Kandidaten ins Rassisten-Camp.

Video-Tipp: Die ZDF-Kabarett-Sendung "Die Anstalt" thematisiert in ihrer letzten Ausgabe vor der Sommer­pause strukturellen Rassismus und Kolonialismus. In Anlehnung an das Dschungelcamp von RTL erleben bei "Ich bin Rassist - Holt mich hier raus" vier weiße Camp-Bewohner in Prüfungen, wie sich Alltags­rassismus und Diskriminierung anfühlen.
zdf.de (47-Min-Video)

Basta: Berliner Punkband widmet Christian Drosten einen Song.

Nichts Besseres zu tun: Die Berliner Punkband ZSK hat ein Lied über Christian Drosten, dem "Punk der Wissenschaft", geschrieben. Der Song trägt den Titel "Ich habe Besseres zu tun" - angelehnt an Drostens Absage der kurzfristigen "Bild"-Anfrage. Eine Reaktion vom Virologen steht noch aus: Drosten hat Besseres zu tun - er ist derzeit im Urlaub.
spiegel.de, youtube.com (3-Min-Video), twitter.com

Zitat: Comedian Hazel Brugger hofft auf Rückkehr ihrer Fans.

"Am Ende wird den Leuten der unmittelbare Spaß wichtiger sein als eine abstrakte Bedrohung."

Kabarettistin Hazel Brugger erwartet im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", dass Masken­tragen im Theater bald so normal sein wird, wie der Gurt im Auto. Ihre Sorge ist, dass es kleine Bühnen nach Corona nicht mehr gibt.
"Süddeutsche Zeitung", S. 22 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:

Über ein Leben ohne Auftritte:

"Natürlich war es auch angenehm, dass die Frage nicht war, ob ich mir einen Urlaub leisten kann, sondern nur: Wo möchte ich hin, und wann habe ich Zeit? Das neue Leben ist sehr irritierend. Ich will nicht sagen, dass ich verblöde, aber mental ausgereizt bin ich derzeit auch nicht."

Über die deutsche Comedy-Landschaft:

"Es gibt halt in Deutschland überspitzt gesagt entweder unbekannte Leute, die auch gar nichts damit verdienen, oder halt die sieben Nasen, die immer zu sehen sind. Wenn man hierzulande nicht im Fernsehen stattfindet, ist es wahnsinnig schwer, Fuß zu fassen."

Über ihr Image als böseste Frau der Schweiz:

"Das klebt an mir wie ein nasses Etikett. Dabei ist es totaler Bullshit, auch wenn ein Superlativ natürlich viel besser klingt als 'eine relativ böse Frau aus der Schweiz'."

Video-Tipp: “Carolin-Kebekus-Show” erklärt Werkzeuge der Meinungsmache im Netz.

Video-Tipp: Wissenschaftlerin Mai Thi Nguyen-Kim und Moderatorin Carolin Kebekus zeigen in einem Sketch, wie Meinungs­mache im Internet mit Whataboutism und Ad-Hominem-Argumenten funktioniert. Auf den Schultern eines Mannes, der gerade dabei ist, einen Hass-Kommentar zu schreiben, versucht Engelchen Mai Thi, ihn mit guten, wissenschaftlich fundierten Argumenten zu überzeugen, Teufelchen Carolin schlägt mit leicht verständlichen, populistischen Parolen dagegen.
youtube.com (4-Min-Video)

NDR spart sich “Extra3”-Extra-Ausgaben mit Sarah Kuttner.

NDR streicht die Extra3-Ausgaben mit Sarah Kuttner 2021 schon wieder. Sie moderiert die Satire-Sendung seit Februar immer dann am Mittwoch im NDR Fernsehen, wenn die Hauptausgabe mit Christian Ehring am Donnerstag im Ersten läuft. Der NDR begründet Kuttners Aus mit seinen laufenden Sparbemühungen. Bis 2028 will er insgesamt 300 Mio Euro sparen.
dwdl.de, wunschliste.de, turi2.de (Background)

Zitat: “heute show”-Reporter Abdelkarim warnt vor vermeintlichen Antworten.

"Einigen selbst ernannten Führern würde ich empfehlen, nicht die Wahrheit zu suchen, sondern einen besseren Dealer."

Comedian und "heute show"-Reporter Abdelkarim sagt im RND-Interview, dass Verschwörungstheoretiker*innnen für alles eine vermeintliche Antwort haben - im Zweifel "sagen sie Sachen wie "'Leute, ich sag’s euch, hier passiert was!'".
rnd.de

Bericht: Nachfolger vom “Neo Magazin Royale” soll “ZDF Magazin” heißen.

ZDF hält trotz Corona am Start der neuen Show von Jan Böhmermann im Herbst fest, berichtet DWDL. Nach Informationen der österreichischen Zeitung "Standard" soll die Show "ZDF Magazin" heißen, was das ZDF jedoch nicht bestätigen will. Chefin vom Dienst und damit verantwortlich für die journalistischen Inhalte wird Hanna Herbst, die bis Sommer 2018 Vize-Chefredakteurin von Vice in Österreich war.
dwdl.de, derstandard.at