Satire ist Kunst - Dichter, Zeichner, Bildhauer, Filmer oder Journalisten sind ihre Überbringer. Und die leben oft gefährlich, denn Satire, die nicht wehtut, ist keine. weiterlesen auf lexikon2.de

Video-Tipp: Jan Böhmermann singt ein Lied über aufhörende Fahrradwege.

Video-Tipp: Jan Böhmermann macht seinem Ärger über aufhörende Fahrradwege mit einem Pop-Song Luft. In dem Musikvideo arbeitet er sich an allerlei Auto-Themen ab, ein PKW muss sogar im wahrsten Sinne des Wortes Schläge einstecken. Böhmermann fragt singend u.a., weshalb "Papi weinen muss, wenn man ihm den VW-Bus klaut" und warum "auf Radwegen Bäumen stehen, aber auf Autobahnen nicht": Unsere Herzen seien asphaltiert, "automobil radikalisiert".
youtube.com (4-Min-Clip)

Meinung: Satire-Show “Spitting Image” setzt gleich zu Beginn einen provokanten Ton.

Puppen tanzen: Die Satire-Puppen-Show "Spitting Image" von Sky setzt zur Premiere am Donnerstag einen provokanten Ton, urteilt "Bild", die die Sendung vorab sehen konnte. Angela Merkel und Annalena Baerbock (Foto) treten als Dominas auf, Olaf Scholz als Schlumpf. Die Puppe von Alice Weidel vergnügt sich mit Adolf Hitler – die AfD-Chefin droht laut "Bild" mit rechtlichen Schritten gegen die Sendung.
bild.de (Paid)

Jan Böhmermann nimmt sich politische Manipulationen bei Wikipedia vor.

Wikileaks: Mit dem Portal Netzpolitik.org hat das Team um Jan Böhmermann die Wikipedia-Artikel aller 709 Bundestagsabgeordneten untersucht und festgestellt, dass fast 90 der Texte zu mehr als 50 % von einem einzigen Account stammen – manchmal doktern die Politikerinnen sogar selbst an ihren Einträgen herum, offenbar, um "Unangenehmes" darin verschwinden zu lassen. Nicht immer werde das transparent gemacht, heißt es in der ersten "ZDF Magazin Royale"-Ausgabe nach der Sommerpause. CDU-Politiker Olav Gutting z.B. soll Details über dubiose Verbindungen zu Aserbaidschan aus seinem Eintrag gelöscht haben, weil sie aus seiner Sicht nicht der Wahrheit entsprochen hätten. Als Quelle dafür habe er seine eigene Homepage angegeben. Die Grünen-Abgeordnete Margit Stumpp habe mehrmals Editierungen vorgenommen, um ihre digitale Kompetenz herauszustellen. Auffälligkeiten stellt Böhmermann auch beim Eintrag von Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock fest: Vorheriges sei dieser nur 53-mal geändert worden, im Wahlkampfjahr dagegen 927-mal. Viele dieser Veränderungen seien "politisch motiviert". "Die Wikipedia-Artikel von 87 Abgeordneten des Deutschen Bundestages haben in etwa die Qualität der Masterarbeit von Franziska Giffey", witzelt Böhmermann.

Ihr Fett weg bekommen zudem PR-Agenturen, die gegen Geld Anpassungen vornehmen. Die Berliner Firma "WikiManufaktur" wirbt z.B. damit, Wikipedia-Inhalte von Kleinstparteien für nur 80 Euro aufzuhübschen – und verspricht "absolute Diskretion". Ähnliches bietet Olaf Kosinsky, Ex-Vorstand der deutschen Wikipedia, mit seiner PR-Agentur Piwac für Politisches Wikipedia-Monitoring an. Das Brisante daran: In seiner Zeit als "hohes Wikipedia-Tier" hatte Kosinsky über 500 Artikel zu Bundestagsabgeordneten geschrieben und darüber hinaus Dutzende lizenzfreie Fotos von Spitzen-Politikerinnen geknipst. Dabei sei Kosinsky dem politischen Betrieb "näher gekommen".
youtube.com (22-Min-Video), zdf.de (ganze Sendung, 33 Min), netzpolitik.org, br.de

Zitat: Inhalte spielen im Wahlkampf längst keine Rolle mehr, sagt Martin Sonneborn.

"Es geht nur noch um Lappalien, um Bratwürste für Impfungen, um jakobinerhafte Sprachregelungen beziehungsweise darum, wer sich bis zur Wahl am besten bedeckt hält und am wenigsten Fehler macht."

Satiriker Martin Sonneborn sagt im "FAZ"-Interview, dass die Inhalte im Wahlkampf inzwischen "komplett überwunden" sind. Mit dem Slogan "Inhalte überwinden" hatte seine Satire-Partei Die Partei einst für sich geworben.
faz.net (Paid)

Video-Tipp: Wie Jan Böhmermann zum Satiriker geworden ist.

Video-Tipp: "Ich war immer so ein weirdes Psycho-Theaterkind, wo keiner gewusst hat, was eines Tages aus dem wird", erzählt Jan Böhmermann in der NDR-Talkshow deep und deutlich. Dass er mit Anfang 20 kein USA-Korrespondent für die ARD geworden ist, sei zwar zunächst "super enttäuschend" gewesen. Letzten Endes sei der Komiker-Beruf aber alternativlos gewesen – auch weil er aus einer Familie komme, in der "alle lustig und irgendwie verrückt" seien.
ardmediathek.de (64-Min-Video)

Debatte: Humor wird heute zu schnell politisiert, sagt Micky Beisenherz.

Witzigkeit kennt Grenzen: Humor ist heutzutage oft "extrem politisiert", sagt Gag-Autor Micky Beisenherz bei Deutschlandfunk Kultur. Es sei die Fähigkeit abhanden gekommen, "bei einer schlechten Pointe mit den Augen zu rollen und sie zu ignorieren". Meinungsäußerungen würden "sofort überfrachtet mit einem politischen Überbau". Insbesondere bei Wahlkampf-Themen sei viel Häme zu beobachten.
deutschlandfunkkultur.de, deutschlandfunkkultur.de (38-Min-Audio)

Video-Tipp: Stephen Colbert nimmt Desinformations­kampagnen aufs Korn.

Video-Tipp: Die Late Show with Stephen Colbert imaginiert eine Vergangenheit, in der Desinformations­kampagnen die Polio-Impfung begleitet haben. Eine satirische Kino-Werbung im Stil der 40er Jahre stellt dafür einen Haufen Verschwörungs­theorien vor. U.a. seien die dafür verwendeten Spritzen so dünn, dass sie womöglich aus Stalins Schnauzbart stammen könnten.
youtube.com (96-Sek-Video) via adage.com

Video-Tipp: Walulis nimmt Kleinparteien auf die Schippe.

Video-Tipp: Philipp Walulis nimmt kuriose Kleinparteien und deren abstrusen Inhalte aufs Korn. Zur "Liga der außergewöhnlichen Weirdos" zählt u.a. die Partei "Die Natürlichen", deren Vorsitzender Robert Franz im skurrilen Ninja-Outfit vor mRNA-Impftechnik warnt. Ex-Burda-Vorstand Jürgen Todenhöfer lässt sich indes von seiner nach ihm benannten Partei "Team Todenhöfer" geradezu "vergöttern".
youtube.com (8-Min-Video)

“Bild”: Auch Jörg Pilawa soll “Verstehen Sie Spaß?” moderieren.

Spaßvögel: Die "Bild" bringt Jörg Pilawa als neuen Moderator von Verstehen Sie Spaß? ins Spiel. Zuvor hatte das Blatt schon über Barbara Schöneberger als mögliche Nachfolgerin von Guido Cantz berichtet. Pilawa und Schöneberger sollen die ARD-Show als Duo moderieren. Vor sechs Wochen habe es ein Treffen der SWR-Verantwortlichen mit Pilawa und seinem Management gegeben. Bisher wollen sich die Beteiligten nicht zu den Plänen äußern.
"Bild", S. 4 (Paid), turi2.de (Background)

Sebastian Pufpaff macht kein neues “TV Total”.

Verpufft: Sebastian Pufpaff wird keine Neuauflage von TV Total moderieren. Einen entsprechenden "Spiegel"-Bericht weist der Kabarettist in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zurück. Es handle sich dabei um "ein Gerücht". Er selbst habe erst durch einen Freund per Whatsapp von den Plänen erfahren und wisse nicht, "woher der 'Spiegel' das hat". Pufpaff hat eine Vermutung: "Irgendwann stand ich mal neben Stefan Raab, und dann meinte wohl einer: ,Aha, jetzt gibt es TV Total mit Sebastian Pufpaff.'"
presseportal.de via dwdl.de, turi2.de (Background)

Basta: Jan Böhmermann will von Til Schweiger gespielt werden.  

Wunsch-Besetzung: Jan Böhmermann will sich von Til Schweiger spielen lassen, sollte es jemals zu einer Verfilmung seiner Autobiografie kommen, witzelt der ZDF-Satiriker im Fragebogen von "Spiegel Bestseller". Gerüchten zufolge soll Schweigers Barefoot-Boat als Drehort herhalten. Zielgruppe dieses Heldenfilms wären dann wahrscheinlich auch Menschen, die zu viel Honig im Kopf haben.
rnd.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Carolin Kebekus singt Gender-Song.

Video-Tipp: Komikerin Carolin Kebekus verwandelt sich in ihrer ARD-Show zu "Lady Gender Gaga". In dem Song "Alles wird sich gendern (Glottisschlag)" teilt sie u.a. gegen Gender-Kritiker wie Friedrich Merz und Dieter Nuhr aus: "Frauen sind nur mitgemeint, damit macht ihr's euch bequem." Im Refrain lautet die Kampfansage: "Menschen aller Gender, vereinigt eure Stimmen. Den Krieg der Sternchen können wir nur zusammen gewinnen."
youtube.com (4-Min-Video)

Jan Fleischhauer stänkert gegen Jan Böhmermann.

Humor-Kritik: ZDF-Satiriker Jan Böhmermann will gar nicht mehr komisch sein, sondern strebt ins ernste Fach, mutmaßt Jan Fleischhauer (Foto) in seiner "Focus"-Kolumne. Humor und politischer Bildungsauftrag würden sich aber schlecht vertragen, Komik funktioniere nicht "mit dem Lehrbuch in der Hand". Zudem fehle es Böhmermann an Selbstironie, "wie bei vielen, die für die gute Sache streiten".
focus.de

Video-Tipp: Carolin Kebekus und Karl Lauterbach besingen einen vermeintlich guten Sommer.

Video-Tipp: Zum Start der zweiten Staffel der Carolin Kebekus Show im Ersten singt die Komikerin in dem Song "La Vida sin Corona (Der Sommer wird gut)" über einen unbeschwerten Sommer mit Partys, Ausgehen und Stadionbesuchen. Dazwischen klinkt sich Ermahner Karl Lauterbach ein, der die Euphorie dämpft und u.a. auf bestehende Corona-Regeln hinweist. Dessen Schlussfazit: "Der Sommer wird gut, aber mit Einschränkungen."
youtube.com (4-Min-Clip), presseportal.de


Video-Tipp: Übermedien gibt fünf Tipps für TV-Jubiläen, die man nicht nachmachen sollte.

Video-Tipp: Boris Rosenkranz präsentiert bei Übermedien augenzwinkernd fünf Tipps, die ein Fernsehsendungs-Jubiläum "richtig gut" machen – und bedient sich dabei an Ausschnitten des ARD-Magazins Live nach neun, das sein Dreijähriges nicht im Studio, sondern aus dem Kölner Zoo gefeiert hat. Explizit nicht nachmachen sollte man u.a. den Tipp, vor die Seehunde zu gehen – oder etwas zum Nicht-Nachmachen vorzumachen.
youtube.com (2-Min-Clip)

Influencerinnen-Prank kostet Marvin Wildhage rund 10.000 Euro.

Teurer Spaß: YouTuber Marvin Wildhage hat insgesamt über 10.000 Euro in sein Video-Projekt Influencer werben für mein Fake-Produkt gesteckt, sagt er im Interview mit "Meedia". Ob sich das Video gerechnet hat, kann er erst in "ein paar Monaten" sagen. Wildhage sieht 60 % der Schuld beim Management, dass die Influencerinnen-Kooperationen zustande gekommen sind. Denn die hätten seine Fake-Creme "auf jeden Fall geprüft" und sich entsprechende Briefings durchgelesen: "Sie können auch nicht die Karte spielen, dass sie kein Deutsch können und das vielleicht überlesen haben. Das ist deren Job."
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

Video-Tipp: Elon Musk nimmt sich bei “Saturday Night Live” selbst auf die Schippe.

Video-Tipp: Tesla-CEO und SpaceX-Gründer Elon Musk hat das erste Mal durch die US-Comedyshow Saturday Night Live geführt, im Stand-Up scherzt der Milliardär u.a. über seinen oft eigenwilligen Twitter-Stil. Manchmal sage oder poste er merkwürdige Dinge, aber so funktioniere sein Gehirn nun mal: "Ich habe Elektroautos neu erfunden und schieße Menschen in Raketen zum Mars. Dachtet ihr wirklich, ich wäre ein gechillter, normaler Typ?"
twitter.com (5-Min-Clip) via spiegel.de


Video-Tipp: “Walulis Woche” erfindet die “ARD-Erothek”.

Video-Tipp: In der ARD-Mediathek werden bald auch Pornos angeboten – zumindest in der Welt von Walulis Woche. Bei dem schlüpfrigen Angebot werde u.a. die kulturelle Diversität großgeschrieben. "Da wir mehrere Rundfunkanstalten haben, muss jede gleich vertreten sein", heißt es in dem Satire-Clip: "So können Sie Ihre Lieblings-Schmuddelfilme im Dialekt Ihrer Wahl sehen."
youtube.com (4-Min-Video)

Zitat: Torsten Sträter ärgert sich über sprachliche Patzer bei Ebay Kleinanzeigen.

"Mir ist bei Ebay-Kleinanzeigen klar geworden, dass die Zivilisation am Abgrund steht, was Sprache angeht."

Torsten Sträter, Komiker und bekennender Sprachliebhaber – beschwert sich im Interview mit dem Radiosender Hitradio FFH über eine Vernachlässigung der Alltagssprache. Er freue sich daher umso mehr, "wenn jemand schön spricht und schreibt".
ffh.de via rnd.de

“Alles dicht machen”: Fruchtbare Debatte bleibt aus, sagt Florian Schroeder.

Kritik-Kritik: Viele Kritikerinnen der Aktion Alles dicht machen bewegen sich "ironischerweise auf dem Niveau derer, die sie kritisieren wollen – ebenso reflexhaft keifend und frei von Argumentation", schreibt Kabarettist Florian Schroeder in einem Gastbeitrag beim RND. Auf der einen Seite gebe es eine "selbstgefällig-beleidigte Ironie von ein paar Privilegierten", auf der anderen "eine ebenso selbstgefällig-moralische Überlegenheitsgeste". Das teile die Welt lediglich in "Freund und Feind und macht sie kein Stück besser".
rnd.de, turi2.de (Background)

Jan Böhmermann nimmt Klatschblätter auseinander.


Regenbogen-Schelte: Jan Böhmermann knöpft sich im "ZDF Magazin Royale" das Geschäft der Klatschzeitschriften und deren Verlage vor. Kern des Geschäftsmodells sei es, "ein Fitzelchen Wahrheit zur größtmöglichen Skandalschlagzeile aufblasen, sodass es gerade eben noch juristisch erlaubt ist". Besonders Burda, Bauer, Funke und Klambt bekommen ihr Fett weg. Nebenbei schießt Böhmermann aber auch gegen Gruner + Jahr und Springer, die bei der Verlags-Initiative Best4 miteinander kooperieren.

Namentlich genannt und zum Teil zitiert werden vor allem Burda-Vorstand Philipp Welte und sein Verleger Hubert Burda, Klambt-Verleger Lars Rose und Bauer-Verlegerin Yvonne Bauer. Daneben werden Stephan Schäfer von Gruner + Jahr und Jan Bayer von Springer erwähnt, sowie der bei Bauer bereits ausgeschiedene Jörg Hausendorf.

Die Vorwürfe gegen die Regenbogenblätter und die Fälle, die Böhmermann bespricht, sind zum größten Teil bekannt. Neu ist, dass Böhmermann den Spieß umdreht und am Samstag ein Klatschblatt über die Verlegerinnen an den Kiosk legt. Das "Freizeit Magazin Royale" kommt mit 32 Seiten und 500.000 Auflage und enthält "Qualitätstragödien, Schocknachrichten und Horror-Diagnosen" über die Zeitschriften-Macherinnen von Bauer, Burda, Funke, Klambt und Co. Die Titel-Zeile "Wie er mit Intrigen, Inzucht und Inkontinenz Millionen machte" über "Verleger-König" Hubert Burda gibt den Ton vor. In der Online-Ausgabe sind alle Fotos und Geschichten über die Verlegerinnen vorsorglich geschwärzt. Das Print-Heft lässt sich auch im Online-Shop bestellen.
youtube.com (18-Min-Video), uebermedien.de, br.de, shop.freizeitmagazinroyale.de, turi2.de (Background)

Blackfacing: BR nimmt Satire-Figur vom Schirm.

Bayerischer Rundfunk wird keine weiteren Auftritte der Kunstfigur "Maxwell Strauß" von Kabarettist Helmut Schleich zeigen. BR-Intendantin Katja Wildermuth hat im Rundfunkrat eine interne Wertediskussion angekündigt, dazu werde eine spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet. Der Sender habe die Verantwortung, "gegen Stereotype und Herabwürdigungen zu wirken". Schleich hatte einen afrikanischen Diktator mit schwarz angemaltem Gesicht gemimt und damit heftige Kritik ausgelöst.
rnd.de, turi2.de (Background)

Klick-Tipp: Online-Tool generiert ausgedachte Corona-Maßnahmen.

Klick-Tipp: "Bundestag beschließt: Arztpraxen immer ins Home-Office schicken" – diese und weitere nicht ganz ernst gemeinte Beschlüsse spuckt der Corona-Maßnahmengenerator aus, ein Satire-Projekt der Twitter-Nutzerinnen zwetkoffein und NickHatBoecker. Letzterer sagt zu der Idee: "Die Corona-Maßnahmen sind so willkürlich, dass wir prompt einen Generator gebaut haben. Damit die Politiker es nicht mehr so schwer haben, sich zu entscheiden."
nick-hat-boecker.de via n-tv.de

Video-Tipp: Walulis demaskiert “The Masked Singer”.

Video-Tipp: Philipp Walulis und sein Team begrüßen zu "The Masked Spinner", einer "ehrlichen Version" der ProSieben-Rateshow The Masked Singer – "Deutschlands einziger Gesangsshow mit maskierten Kandidaten", weil die sonst niemand mehr einschaltet, "wenn wir uns nicht irgendein Gimmick aus den Fingern saugen". Mit dabei ist u.a. der "Ghetto-Zonk" (Foto).
youtube.com (5-Min-Video)

Video-Tipp: Jan Böhmermann parodiert Bild Live.

Video-Tipp: Über den "großen Axel-Springer-Krisen-Gipfeltag" berichtet die Bild-Live-Parodie vom ZDF Magazin Royale. Das Haupt-Thema darin: "Sex-Krise bei 'Bild' um Ekel-Chefredakteur Julian Reichelt?". Während der Sendung überschlagen sich die Spekulationen, u.a. flattert die Breaking-News rein, Reichelt habe vor Wut 20 Zigaretten gegessen und ein tollwütiges Eichhörnchen im Hans-Georg-Maaßen-Look sei ins Springer-Haus gelangt.
zdf.de (2-Min-Sequenz, ab 03:12)

Video-Tipp: Jan Böhmermann knöpft sich den Profi-Fußball vor.

Video-Tipp: Jan Böhmermann nimmt im ZDF Magazin Royale den Profi-Fußball auseinander und ruft in Anlehnung an Studiogast Arnd Zeigler die Rubrik "Böhmis wunderbare Welt des Fußballs" ins Leben. Darin bekommt u.a. die "Bild"-Zeitung ihr Fett weg. Das Blatt sei hinter den Kulissen an den Lockerungs-Gesprächen im Frühjahr 2020 beteiligt gewesen: "Die 'Bild' sitzt nicht auf der Pressetribüne, sondern spielt auf dem Feld mit".
youtube.com (19-Min-Video) via br.de

Google schaltet “Titanic”-App im Play-Store wieder frei.


Wieder aufgetaucht: Google erlaubt die App der Satirezeitschrift "Titanic" wieder im Play-Store. "Alle Titelbilder und Inhalte werden wie von uns verlangt wieder unzensiert angezeigt ‐ wir vermuten, dass sich Google eine längere Sperre für 'Titanic' schlicht nicht mehr leisten konnte", sagt Chefredakteur Moritz Hürtgen. Google lässt mitteilen: "Wir möchten uns sowohl bei der 'Titanic' als auch bei ihren Leser*innen aufrichtig dafür entschuldigen, dass die App zwischenzeitlich nicht verfügbar war. Auch wir finden: Humor und Satire dürfen nicht untergehen – schon gar nicht in Deutschland."

Der US-Konzern hat zudem Karikaturist Bulo beauftragt, eine "Sorrykatur" anzufertigen und schickt diese mit seinem Statement mit. Die Grafik (im Bild links) zeigt einen Mann mit einer "Titanic" auf der steht: "Google zieht blank und sagt 'sorry'." Google hatte die Anwendung Mitte Februar entfernt, weil das Dezember-Cover (im Bild rechts) den Papst und Jesus zum Teil nackt zeigt.
titanic-magazin.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Oliver Kalkofe stellt sich das Fernsehen nach Corona vor.

Lese-Tipp: Oliver Kalkofe denkt über ein "Bares-für-Rares-Treuepunkte-Bonusprogramm" für die Post-Pandemie-Phase des deutschen Fernsehens nach. Facetime-Schalten sind indes verboten, "auf technische Fehler wegen schlechtem W-Lan drohen Stockhiebe oder Gefängnisstrafe". Screentime-Könige wie Hendrik Streeck werden Zwangs-Teilnehmer im Dschungel-Camp, "um den durch ihre Dauerpräsenz verursachten Mangel an Prominenten-Zuwachs auszugleichen".
kalkofe.de

Video-Tipp: “Late Night Berlin” zeigt Clubhouse im Real Life.

Video-Tipp: Klaas Heufer-Umlauf und Jakob Lundt erleben bei Late Night Berlin, wie Clubhouse wohl wäre, wäre es ein echtes Haus mit realen Räumen. Sie treffen auf Menschen, die vor allem über sich selbst reden, manche sitzen auf dem Klo, während sie auf der Clubhouse-Bühne sprechen. Eine Hose gehört nicht zwangs­weise zum Dresscode.
youtube.com (7-Min-Video)

Zitat: Böhmermanns Bremen-Huldigungs-Konzept kannte er nur grob, sagt Bürgermeister Andreas Bovenschulte.

"Natürlich habe ich zwischendurch mal gedacht: Da kann jetzt alles Mögliche rauskommen. Das war schon eine Glücksreise."

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", er habe Jan Böhmermann die Stadt als Influencer-Paradies empfehlen lassen, weil der Moderator ihn vom ernsthaften Hintergrund überzeugt habe. Das Konzept kannte er "nur im Groben".
sueddeutsche.de

Elyas M’Barek und Jonas Nay spielen die Hauptrollen in Relotius-Verfilmung.

Relotius-Rollenvergabe: Elyas M'Barek (Foto) und Jonas Nay spielen die Hauptfiguren in der Ufa-Verfilmung des Buchs Tausend Zeilen Lüge von "Spiegel"-Reporter Juan Moreno. M'Barek verkörpert den freien Journalisten Romero, angelehnt an Moreno, Nay spielt Star-Reporter Lars Bogenius, inspiriert von Claas Relotius. Michael Bully Herbig führt bei der Mediensatire die Regie.
ufa.de, turi2.de

Google löscht “Titanic”-App wegen nacktem Papst-Po.

Titanic fliegt aus dem Google-Play-Store, berichtet der "Spiegel". Google hat die App des Satire-Magazins entfernt, weil das Dezember-Cover Papst Franziskus mit entblößtem Hintern und Jesus mit nacktem Penis zeigt. Auch weitere Ausgaben wurden beanstandet. Chefredakteur Moritz Hürtgen will sich gegen die Löschung wehren und "nicht dem Geschmack eines Zwischenhändlers anpassen". Eine neue, bereinigte Version der App kommt für ihn nicht infrage.
"Spiegel" 7/2021, Seite 69 (Paid)

Angebliches Corona-Ende: Berliner Radiosender bekommt Ärger wegen Satire-Aktion.

Spaß beiseite: Berliner Radiosender 94,3 rs2 erntet Kritik für seine Satire-Aktion Corona ist vorbei – mit rs2!, die in fiktiven Nachrichten das Ende der Corona-Pandemie zelebriert hatte. Berliner Ämter haben daraufhin laut "Tagesspiegel" Anrufe von "aufgeregten Bürger und Bürgerinnen" bekommen – und mussten Aufklärungs-Arbeit leisten. Die Medienanstalt MABB war im Vorfeld in die Aktion eingeweiht worden, den Hörproben zufolge sei die Parodie erkennbar gewesen.
tagesspiegel.de

Basta: Medienwissen von Hans-Georg Maaßen in schlechter Verfassung.

Recherche-König: Hans-Georg Maaßen, Ex-Verfassungsschutz-Präsident, stört sich an 96 Mio Dollar, die ZDF-Satiriker Jan Böhmermann verdienen soll – und poltert in einem inzwischen wieder gelöschten Tweet: "Wir brauchen diesen ÖRR [Anm.: Öffentlich-rechtlichen Rundfunk] nicht!“ Maaßen informiert sich nämlich lieber auf der Satire-Seite Mediamass über die wirklich wichtigen Nachrichten.
twitter.com, de.mediamass.net (Böhmermann-Artikel)


Mein Lieblings-Weihnachtsvideo: Last Christmas spezial.


Alle Jahre wieder: Bevor wir uns hier langweilen, stell' ich wieder mein Lieblings-Weihnachtsvideo online: George Michael mit "Last Christmas" und einem very special Text - für mich die beste Musikvideo-Parodie ever. Der Michael-Imitator singt, was der Zuschauer sieht: "We run through the snow and you can't tell what I wear. Is it a beavor or really my hear?" - göttlich. Bitte selbst angucken, auch wenn das Video nur in Kartoffeldruck-Qualität läuft. Allen Guckern: rohe Weihnachten!

Video-Tipp: Browser Ballett zeigt die Arbeitsweise der “Blid”-Zeitung.

Video-Tipp: Das Browser Ballet von Funk parodiert in seiner ersten TV-Ausgabe die Arbeitsweise von "Bild". Julian Reichert, Chef der fiktiven "Blid"-Zeitung, kocht einen Schulbus­unfall zum vermeintlichen Terror-Anschlag hoch, sortiert Opfer-Fotos der toten Kinder nach Schönheit. Leser-Reporter*innen sollen Bilder vom Unfall liefern, gleichzeitig malt er sich schon die Schlagzeile aus: "Der Notarzt kam nicht durch. So behinderten Gaffer die Rettungs­arbeiten". In seinem Büro hängen eingerahmte Presserügen, von denen er sagt: "Das sind meine Orden." Das Fazit seiner Arbeit: "Boulevard ist Krieg."
daserste.de (4-Min-Video ab 1:19 Min), youtube.com

Zitat: Schlecky Silberstein muss fürs TV auf die Gag-Bremse treten.

"Unsere ersten Drehbücher für die TV-Show waren mit so vielen Ideen zugepackt, dass wir eine Epilepsiewarnung hätten vorschalten müssen."

Die Macher*innen des Funk-Satire-Formats Browser Ballett mussten für die TV-Ausgabe ihrer Sendung im Ersten umdenken, sagt Moderator Schlecky Silberstein zu DWDL. Erfahrene Freunde der Branche hätten ihnen die TV-Zuschauer*innen erklärt. "Würden wir diese Menschen wie unsere Stammzuschauer aus dem Internet behandeln, würden die nach zehn Minuten hyperventilieren."
dwdl.de

Zitat: Comedy nur über Frauenperspektiven ist unkreativ, sagt Hazel Brugger.

"Ich glaube, dass viele Frauen so geladen in das Thema Comedy reingehen. Die denken, okay, es gibt so wenig Frauen, aber ich bin eine Frau – dann ist das jetzt mein Point of View. Ich rede über alles aus Frauenperspektive."

Comedian Hazel Brugger sagt im Interview mit dem "Playboy", sie habe keine Lust mehr "ein Viertel meiner Zeit mit den Medien mit der Frage nach fehlenden Frauen im Humor zu verbringen".
"Playboy" 1/2021 (Vorabmeldung per Mail)

Lese-Tipp: Politik-Parodien verlieren ihren Reiz.

Witzlos: Die Parodie von Politiker*innen hat keinerlei entlarvenden Effekt mehr, schreibt Matthias Kalle in der "Zeit". Als Beispiele führt er Florian Schroeders Karl Lauterbach-Imitation und Max Giermanns Version von Robert Habeck an, aber lässt auch an Trump- und Biden-Mimen Alec Baldwin und Jim Carrey kein gutes Haar. Adäquates Imitieren einer Polit-Größe sei höchstens "eine sehr genaue Darstellung von etwas Bekanntem". Als gelungenes Gegenbeispiel führt er die TikTok-Videos von US-Komikerin Sarah Cooper (Foto) an, die ihren Parodien eine zweite Ebene hinzufüge.
zeit.de

Zitat: Es zählt nur richtig oder falsch, kritisiert Florian Schroeder.

"Wir haben den Fehler gemacht, zu glauben, dass unsere Positionen klar genug seien, um nicht missverstanden zu werden. Das war ein Irrtum."

Kabarettist Florian Schroeder reagiert im "Journalist"-Interview auf die Kritik an frauenfeindlichen Sprüchen in seinem Podcast mit Serdar Somuncu. Er kritisiert eine schablonenartige Einteilung der Welt in Gut und Böse.
journalist.de

Video-Tipp: Jan Böhmermann liefert eigenen Spot zur #BesondereHelden-Kampagne.

Video-Tipp: Das "ZDF-Magazin Royale" von Jan Böhmermann parodiert die #BesondereHelden-Kampagne der Bundesregierung, die junge Menschen in der Corona-Zeit zum Nichtstun auffordert. In der Parodie blickt ein älterer Mann stolz darauf zurück, 2020 nichts gegen das Flüchtlings­sterben auf dem Mittel­meer getan zu haben. "Richtig viele Menschen sind gestorben damals. Und wir waren faul wie die Waschbären." Die Kritik: Durch heroisiertes Nichtstun bleiben neben Corona andere Probleme der Welt auf der Strecke.
youtube.com (2-Min-Video) via horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

US-Latenight-Shows müssen Trumps Rolle neu definieren.

US-Latenight-Shows müssen sich ohne Donald Trump im Weißen Haus neu orientieren, resümiert die dpa. Zwar dürfte Trump den Shows als Witzfigur erhalten bleiben, jedoch müssten sie sich gut überlegen, wie viel Raum sie ihm noch geben wollen. Bisher hätten viele Menschen die Shows als "Erleichterung von stressigen Nachrichten" geschaut - fraglich sei, ob sie das immer noch tun, wenn die News selbst weniger stressig sind. Folge könnte sein, dass die Shows unpolitischer werden.
rnd.de

Basta: Sixt-Werbung mit Trump stammt gar nicht von Sixt.

Make Americar great again: Der Autovermieter Sixt ist bekannt für seine satirischen Kampagnen mit aktuellem Bezug. Das Netz feiert Sixt derzeit für ein Motiv, das dem abgewählten US-Präsidenten einen günstigen Umzugs-LKW offeriert. Nur: Das Motiv stammt gar nicht von Sixt, sondern von der Satire-Seite Der Gazetteur. Den eindeutigsten Hinweis auf einen Fake haben alle übersehen: Donald Trump.
horizont.net (Paid)

Zitat: Er muss nicht ausgewogen sein, sagt Jan Böhmermann.

"Wenn ei­ner nur mal mit der Ket­ten­sä­ge über den Markt­platz lau­fen will, was soll das für ei­ne Idee sein?"

Jan Böhmermann antwortet in der "Zeit" auf die Frage, ob Ver­ant­wor­tung im öf­fent­lich-recht­li­chen Fern­se­hen nicht auch Aus­ge­wo­gen­heit bedeute. Er wolle sich nicht mit Din­gen aus­ein­an­der­­set­zen, "die aus rein tak­ti­schen Grün­den for­mu­liert wer­den".
"Zeit" 46/2020, S. 51 (Paid)