Bundeswirtschaftsministerium legt Förderpläne für Verlage vor.

Print-Penunzen: Das Bundeswirtschaftsministerium um Minister Peter Altmaier skizziert erstmals konkrete Pläne für die geplante Verlagsförderung in Höhe von 220 Mio Euro, berichtet Ulrike Simon bei "Horizont". Die ursprünglich angedachte Zustellförderung ist längst vom Tisch, stattdessen zielen die Hilfsgelder nun auf "die Förderung der digitalen Transformation des Verlagswesens". Das Ministerium will die Verbände BDZV, VDZ, VdL und BVDA im April auf einer Info-Veranstaltung über Möglichkeiten zur Förderung informieren – bevor deren Mitglieder Anträge stellen können. Eine zwingende Voraussetzung für die Förderung ist die physische Zustellung der betreffenden Medien.

Förderwürdig sind laut Konzept drei Bereiche: die digitale Markterschließung, entsprechende Technologien zur Verbreitung der Inhalte sowie der Verkauf digitaler Anzeigen. Darunter fallen etwa Punkte wie Schulungskosten für Mitarbeiter*innen, die sich in Digital-Themen einarbeiten, Hard- und Softwareausgaben für KI und sogar Kosten für externe Layout-Überarbeitungen, um Print-Produkte an die Digitalisierung anzupassen. Die Richtlinien sind noch im Entwurfs-Stadium und liegen derzeit beim Finanzministerium. Zudem muss das Förderprogramm noch auf EU-Ebene notifiziert werden.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Fotos: Kay Nietfeld/dpa, Michael Weber/Imagebroker; Montage: turi2

rtv und Sport1 veröffentlichen am 8. März die Erstausgabe von “Fußball & Familie”.

Anpfiff: rtv und Sport1 veröffentlichen am 8. März die Erstausgabe ihrer angekündigten Sport-Beilage "Fußball & Familie". Das Magazin startet mit einer Auflage von 400.000 Stück, die ausgewählten Tageszeitungen beiliegt – und würdigt u.a. Lothar Matthäus anlässlich seines 60. Geburtstags. Für 2021 sind acht Ausgaben geplant, inklusive eines EM-Specials.
sport1.de, turi2.de (Background)

Springer und Bauer steigen aus dem Grosso-Geschäft in Hamburg aus.


In Hamburg sagt man Tschüss: Springer und Bauer ziehen Ende 2021 beide bei ihren Grosso-Töchtern in Hamburg den Stecker, berichtet "New Business". Beide Verlage vergeben ihre Vertriebsrechte für Hamburg an die Verlagsgrosso Nord aus Langenweddingen in Sachsen-Anhalt. Beim Buch- und Presse-Großvertrieb Hamburg von Springer arbeiten aktuell 57 Menschen. Beim Pressevertrieb Nord von Bauer sind es 71. Springer strebt "sozialverträgliche Lösungen"für die betroffenen Mitarbeiter*innen an. Bauer will für einen Großteil der Betroffenen freie Arbeitsplätze innerhalb der Mediengruppe finden. Beide Verlage wollen mit ihrem Betriebsrat einen Sozialplan ausarbeiten.

Auch beim Medien Special Vertrieb plant Bauer im Rahmen der Umstrukturierung Veränderungen. Im Sommer soll das Geschäftsfeld rund um Kommissionierung wegfallen. Die 53 Mitarbeitenden sollen eine Weiterbeschäftigungsperspektive erhalten. Das Kerngeschäft rund um die Literaturbeschaffung für Unternehmen bleibt bestehen.
new-business.de

Initiative “#BackToL!ve”: “Rolling Stone” will Musiker*innen unterstützen.

Hergehört: "Rolling Stone" startet die Initiative "#BackToL!ve", mit der das Musik-Magazin auf den Existenzkampf in der Musik-Szene durch Corona aufmerksam machen will. Man wolle "die Debatte um die Öffnung von Live-Events als Grundlage für die Präsentation musikalischen Schaffens intensivieren". Dazu kommen in der 22-seitigen Titel-Story der März-Ausgabe rund 50 Musiker*innen, Veranstalter*innen, Politiker*innen, Clubbesitzer*innen und Stagehands zu Wort, darunter Künstler*innen wie Udo Lindenberg, Sarah Connor und Jan Delay. Die Unterstützung der Musikschaffenden müsse "jetzt schnell und effektiv geschehen, um kulturelles Gut zu erhalten", schreibt das Magazin.

Zudem kooperiert "Rolling Stone" mit dem RBB-Radiosender Radioeins: Am 16. März ist eine zweistündige Talksendung mit Torsten Groß, dem Autor der Titel-Story, und Radioeins-Musikchefin Anja Caspary geplant.
turi2 - per Mail

Bauer Advance befördert Heike Gorski und Benjamin Schulze.

Bauer Advance, die Vermarktungseinheit des Bauer-Verlags, holt Benjamin Schulze (Foto) und Heike Gorski ab März ins Führungsteam. Schulze wird neuer Director Sales und folgt damit auf Frank Fröhling, der seit Februar Geschäftsführer von Bauer Advance ist. Gorski wird zur Director Innovation berufen. Beide komplettieren die fünfköpfige Führungsriege, zu der neben Fröhling auch Hilleken Zeineddine und Tim Lammek gehören.
bauermedia.de, wuv.de

“Guidos Deko Queen”: Heft und TV-Sendung starten im März.

Guido auf allen Kanälen: Gruner + Jahr legt "Guidos Deko Queen" mit Guido Maria Kretschmer ab dem 18. März an den Kiosk – zum Einführungspreis von zwei Euro, der reguläre Preis beträgt 3,50 Euro. Zehn Ausgaben sind jährlich geplant, die Auflage liegt bei 140.000. Im Rahmen von Bertelmanns Content Alliance zeigt TV-Sender Vox ab dem 20. März eine gleichnamige Doku-Soap am Samstagnachmittag mit vorerst sechs Folgen. Ursprünglich sollte die Zusammenarbeit bereits im Herbst 2020 starten.
presseportal.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

Google schaltet “Titanic”-App im Play-Store wieder frei.


Wieder aufgetaucht: Google erlaubt die App der Satirezeitschrift "Titanic" wieder im Play-Store. "Alle Titelbilder und Inhalte werden wie von uns verlangt wieder unzensiert angezeigt ‐ wir vermuten, dass sich Google eine längere Sperre für 'Titanic' schlicht nicht mehr leisten konnte", sagt Chefredakteur Moritz Hürtgen. Google lässt mitteilen: "Wir möchten uns sowohl bei der 'Titanic' als auch bei ihren Leser*innen aufrichtig dafür entschuldigen, dass die App zwischenzeitlich nicht verfügbar war. Auch wir finden: Humor und Satire dürfen nicht untergehen – schon gar nicht in Deutschland."

Der US-Konzern hat zudem Karikaturist Bulo beauftragt, eine "Sorrykatur" anzufertigen und schickt diese mit seinem Statement mit. Die Grafik (im Bild links) zeigt einen Mann mit einer "Titanic" auf der steht: "Google zieht blank und sagt 'sorry'." Google hatte die Anwendung Mitte Februar entfernt, weil das Dezember-Cover (im Bild rechts) den Papst und Jesus zum Teil nackt zeigt.
titanic-magazin.de, turi2.de (Background)

“Geo” ruft Wald-Studiengang ins Leben.


Baumschule: "Geo" von Gruner + Jahr entwickelt mit Förster und Bestseller-Autor Peter Wohlleben und Hochschul-Professor Pierre Ibisch einen Bachelor-Studiengang für "ökologische Waldbewirtschaftung". Jährlich sollen 20 Absolvent*innen deutsche Forsthäuser beziehen oder Stellen in der Forstverwaltung ausfüllen. Dazu sei "Geo" mit möglichen Förder*innen im Gespräch. Greenpeace sei schon "ganz früh" als Unterstützer an Bord gewesen. Standort und Start stehen noch nicht fest.

"Geo" will mit dem Studiengang seine im Februar losgetretene Nachhaltigkeits-Offensive vorantreiben. Die Redaktion hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, bis 2022 klimaneutral zu arbeiten. Chefredakteur Jens Schröder: "Wir halten das für eine moderne Definition dessen, was Medien zur Entwicklung unserer Gesellschaft beitragen können". Den Fortschritt des Studien-Projekts will "Geo" journalistisch begleiten – "als Initiator des Studiengangs ausnahmsweise nicht streng neutral, aber selbstverständlich: offen konstruktiv und engagiert".

Wohlleben betont die Wichtigkeit des Studiengangs, da "ökologisch wirtschaftende Förster*innen allesamt Autodidakten" seien und Nachwuchs-Kräfte trotz "stark wachsender Nachfrage" schwer zu finden seien. "Geo" und Wohlleben bringen bereits seit 2019 "Wohllebens Welt" heraus. Bilder: Picture Alliance /dpa / Christian Charisius
presseportal.de

Russische “Harper’s Bazaar” zeigt und befragt in ihrer Rubrik “Helden” Julia Nawalny.

Polit-(Role-)Model: Julia Nawalny, Ehefrau des verhafteten Kremlgegners Alexej Nawalny, wird in der russischen Ausgabe der "Harper’s Bazaar" in der Rubrik "Helden" gewürdigt und gibt ein Interview. Dass sie in einem Hochglanzmagazin auftaucht, spricht dafür, dass die russische Bevölkerung Putins Meinung zu Nawalny nicht ganz teilt – der Präsident bezeichnet seinen Gegner als "unbedeutenden Blogger".
rnd.de

Verena Gründel und Rolf Schröter leiten “W&V”, Holger Schellkopf scheidet aus.


Wechseln & Vertauschen: Das Fachmedium "Werben & Verkaufen" sortiert seine Chefredaktion um. Verena Gründel und Rolf Schröter (Foto), seit 2019 Mitglieder der Chefredaktion, leiten den Titel künftig als Doppelspitze. Der bisherige Chefredakteur und Geschäftsleiter Holger Schellkopf verlässt den Verlag "in gegenseitigem Einvernehmen". Die Veränderung erfolgt im Zuge der Übernahme des Verlags Werben & Verkaufen durch die Ebner Media Group, die das Kartellamt rückwirkend zum Jahreswechsel genehmigt hat.

Den Verlag leitet künftig ebenso eine Doppelspitze: Susanne Tacke, zuständig für Vermarktung und Events, bekommt in der Geschäftsleitung Patrick Schmitt an die Seite gestellt. Er war bisher Managing Director Digital Business bei Ebner Media und soll bei "W&V" u.a. die Produktstrategie verantworten. Mit der Umstrukturierung will das Medium sich zum "digitalen Coach für die Marketing-, Agentur- und Commerce-Branche" transformieren, heißt es in einer Meldung in eigener Sache.
wuv.de, turi2.de (Background)

“prisma”-Chef Stephan Braun holt Jürgen Domian ins Clubhouse.

prisma, TV-Beilage aus Düsseldorf, und ihrem Chefredakteur Stephan Braun gelingen ein kleiner Clubhouse-Scoop: Unter der Fahne der Zeitschrift feiert die WDR-Talk-Legende Jürgen Domian (Foto) seine Clubhouse-Premiere. Am Montag zwischen 21 und 22 Uhr sprechen Domian, Braun und Christian Parth, Redaktionsleiter "Domian live", zum Thema: "Corona, Lockdown und kein Karneval - was macht das alles mit uns?" Der Talk ist gleichzeitig die "prisma"-Premiere bei Clubhouse, Stephan Braun plant zunächst mit einer wöchentlichen Reihe.
turi2 – eigene Infos, joinclubhouse.com (Kalender-Link fürs iPhone)

Joko Winterscheidt verlässt die “GQ” wieder.


CU, GQ! Nach rund einen Jahr gehen Condé Nast und Joko Winterscheidt (3.v.l.) schon wieder getrennte Wege, schreibt Clap. Der Entertainer verlässt das Führungsteam der "GQ", wo er als "Chief Curiosity Officer" dem Magazin zu mehr Jugendlichkeit verhelfen sollte. Condé Nast begründet wortkarg: "Die Zusammenarbeit zwischen Joko Winterscheidt und 'GQ' wird in diesem Jahr mit dem neuen Set-Up von 'GQ' nicht fortgeführt." Ab dem 18. Februar erscheint die Zeitschrift nur noch vierteljährlich, dafür mit schwererem Papier und veränderter Optik. Vor der Corona-Krise waren noch zehn Ausgaben pro Jahr geplant.

Das restliche Führungsteam der deutschen "GQ" bleibt bis aus Weiteres erhalten, darunter auch Winterscheidt-Kumpel Michalis Pantelouris (4.v.l.) als Stellvertreter von Markenchef André Pollmann (2.v.l.) sowie Redaktionsleiter Johannes Patzig (1.v.l.). Winterscheidts Einstieg bei der "GQ" kam vergangenes Jahr überraschend. Zuvor hatte er bereits bei Gruner + Jahr mit der Zeitschrift "JWD" als Magazin-Maskottchen Print-Erfahrungen gesammelt.
clap-club.de, turi2.de (Background), turi2.de (Interview Winterscheidt)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Joko Winterscheidt will aus “GQ” kein zweites Joko-Magazin machen. (04/2020)

“Spiegel” erzielt 2020 als einziges Magazin mehr als 100 Mio Euro Vertriebsumsatz.

Zeitschriftenmarkt: Der "Spiegel" hat 2020 mit Einzelverkauf und Abonnement 123 Mio Euro Print-Vertriebsumsatz erzielt, errechnet "DNV - Der Neue Vertrieb". Damit steigt der Umsatz um rund 3 %. Die "Zeit" mit 99 Mio Euro landet auf Platz 2 und verbessert sich um 5 %. Bei der "Zeit" geht das Plus auf Mehrverkäufe zurück, beim "Spiegel" auf die Preiserhöhung." Auf Rang 3 folgt die "Hörzu" mit 92 Mio Euro Vertriebssumsatz.
presseportal.de

Hör-Tipp: Sebastian Raatz von Centennial Media gibt Einblick in seine Print-Strategie.

Hör-Tipp: Christian Kallenberg spricht im Podcast We Love Mags mit Sebastian Raatz (Foto), der seine 2017 gegründete Firma Centennial Media mit einer datengetriebenen Produktstrategie zum viertgrößten Zeitschriftenverlag im Einzelhandel der USA gemacht hat. Er lässt sich z.B. von Reddit, Google Trends, Verkaufsdaten und Netflix Highlights inspirieren. Raatz verlegt Einzeltitel wie "Women & Weed" oder ein Heft zur Netflix-Serie "Bridgerton" und springt dabei "von Thema zu Thema wie ein Buchverlag". Printverlage haben seiner Meinung nach im Netz "massig Geld vernichtet" in der Hoffnung, auf eine Goldader zu stoßen, die Google oder Facebook noch nicht gefunden haben. Stattdessen sollten sie sich lieber auf ihre Printerlöse konzentrieren, denn "mit Print lässt sich noch immer Geld drucken" und der Markt sei "extrem skalierbar".
anchor.fm (32-Min-Audio)

Jennifer Lachman wird Geschäftsführerin des Manager Magazin Verlags.

Spiegel Verlag befördert Jennifer Lachman, 39, bisher Digitalchefin beim "Manager Magazin", zur Verlagschefin. Thomas Hass bleibt Co-Geschäftsführer. Er und Stefan Ottlitz, die beiden "Spiegel"-Geschäftsführer, waren bislang in Personalunion auch Co-Geschäftsführer des Manager Magazin Verlags. Ottlitz gibt diese Funktion nun an Lachman ab.
spiegelgruppe.de, horizont.net

G+J-Zeitschriften werden zum Bertelsmann-Marketinginstrument, meint Ulrike Simon.

Lese-Tipp: Gruner + Jahr ist kaum wiederzuerkennen, schreibt Ulrike Simon. Seit 2013 hat sich der Umsatz halbiert. Simon analysiert, das habe neben dem Strukturwandel der Medien "auch mit der Unternehmensführung zu tun und mit dem Druck, den Bertelsmann-CEO Thomas Rabe ausübt". Julia Jäkel, Stephan Schäfer und Oliver Radtke haben es laut Simon mit dem Wachstum probiert, allerdings "ohne durchschlagenden Erfolg". Sie kritisiert, dass Chefredakteur*innen inzwischen mehrere Titel verantworten, "das kannte man früher nur von Häusern, auf die G+J herabblickte". Bei Content Alliance und Ad Alliance entscheiden laut Simon "die Kaufleute" über die Themen, die Zeitschriften seien immer häufiger "zusätzliches Marketinginstrument für RTL-Sendungen".
horizont.net (Paid)

Motor Presse übernimmt Joint Venture Motor Presse Hearst vollständig.

Motor Presse bestätigt die vollständige Übernahme des Joint Ventures Motor Presse Hearst. Über den Kaufpreis schweigen beide Seiten, das Kartellamt hat bereits zugestimmt. Das Unternehmen wird weiter unter anderem die Titel "Men's Health", "Women's Health" und "Runner's World" verlegen und hat dafür einen langfristigen Lizenzdeal mit Markeninhaber Hearst geschlossen. Im Januar hatte es bereits Berichte über die Übernahme-Pläne gegeben.
motorpresse.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: “Madame”-Chefin Petra Winter hat Lust auf “sympathischen Luxus”.

Hör-Tipp: "Es wäre für mich so gewesen, als hätte ich ein siebenjähriges Kind zur Adoption freigeben müssen", sagt "Madame"-Chefredakteurin Petra Winter zu ihrer Entscheidung, als Unternehmerin bei dem Mode-Magazin einzusteigen. Im Podcast TOMorrow von Tom Junkersdorf erzählt sie von ihrer großen Lust, mit "sympathischem Luxus" die Zukunft der Marke "Madame" zu gestalten.
tomorrow.podigee.io (85-Min-Podcast)

Gruner + Jahr verpasst dem Gastro-Magazin “Beat” eine Zwangspause.

Let the Beat drop: Gruner + Jahr stellt zumindest vorübergehend sein Gastronomie-Magazin "Beat" ein und begründet mit den coronabedingt anhaltenden Schließungen von Restaurants. Abonnierende erhalten als Ersatz "Beef" oder "Salon", Mitarbeitende sollen für andere Verlagstitel arbeiten. Gruner + Jahr will das mit einer Auflage von 100.000 gestartete, alle zwei Monate erscheinende Magazin zu einem späteren Zeitpunkt womöglich wiederbeleben.
meedia.de (Paid)

Christian Schertz spricht über die Causa Relotius und seine Fake Accounts in Social Media.


Kein Witz: Christian Schertz, Medienanwalt, dem die Promis vertrauen, nennt in der "Süddeutschen Zeitung" Details zu seiner bereits Ende 2019 angekündigten Klage in der Causa Relotius. "Unsere 50-seitige Klageschrift ist fertig", erklärt er im großen Interview und sagt, dass er das Verfahren wegen Corona zurückgestellt habe. "In so einer Zeit wollten wir keinen solchen Schauplatz eröffnen." Schertz geht im Auftrag des Fälschers Claas Relotius gegen das Enthüllungsbuch von Juan Moreno vor – Relotius fühle sich in dem Buch "in mehreren Passagen falsch dargestellt". Aus seiner Überzeugung, an der Seite von Relotius richtig zu sein, macht der Anwalt keinen Hehl: "Ich erwarte von jemandem, der ein Enthüllungsbuch schreibt, in dem er einen anderen der Lüge bezichtigt, dass er selbst in jedem Satz bei der Wahrheit bleibt."

Scharfe Kritik übt Schertz auch am Presserat: "Dessen Rügen interessieren weder 'Bild' noch 'Spiegel'." Er wirft "den Medien" als Ganzes "Boulevardisierung und Zuspitzung" vor und nimmt davon nur wenige aus, darunter die "Süddeutsche" und die "Zeit". Seine Mission sei es, "Menschen davor zu schützen, vorgeführt zu werden". Ein Job, der in Zeiten der Selbstenthüllung via Social Media nicht leichter wird. In Richtung von Gesundheitsminister Jens Spahn, der "neulich ein Bild von einem Spaziergang mit seinem Lebensgefährten auf Instagram gepostet" hat, sagt er, "wäre er mein Mandant, ich hätte ihn gefragt, ob er wahnsinnig ist". Schertz selbst versteckt sich auf Social Media: "Ich habe Accounts bei Instagram und Twitter unter anderem Namen, weil ich ja sehen muss, was Mandanten von sich posten."
sueddeutsche.de (Paid)

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Was macht LISA so einzigartig?
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185 Schauspieler*innen outen sich im “SZ Magazin”.

Coming out: 185 Schauspieler*innen outen sich im "Süddeutsche Zeitung Magazin" als lesbisch, schwul, bisexuell, queer, nicht-binär und trans* - darunter Eva Meckbach (Foto), Jonathan Berlin, Tucké Royale, ­Karin Hanczewski, Godehard ­Giese und Mehmet Ateșc̦i, mit denen das "SZ Magazin" detailliert über ihre Erfahrungen spricht. Die Künstler fordern in einem #actout-Manifest mehr Sichtbarkeit von Diversität in Gesellschaft und Berufsleben.
sz-magazin.sueddeutsche.de (Paid)

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Ordentlich Speed: Infolge der Pandemie war das Jahr 2020 durch einen enormen Digitalisierungs­schub und eine ungewöhnlich intensive Nachrichten­flut geprägt. Konnten auch Medien­marken außerhalb des News-Segments davon profitieren? Oh ja, durchaus!
Vier spannende Trends zeichnen sich ab: editorial.media

Ralph Alex scheidet krankheitsbedingt bei “Auto Motor und Sport” aus.

Ausgestiegen: Ralph Alex (Foto) hat "Auto Motor und Sport" zum Jahresende verlassen, weil er weiterhin krank ist. Michael Pfeiffer ist, gemeinsam mit der seit 2017 aktiven Co-Chefin Birgit Priemer, neuer Chefredakteur der Zeitschrift. Er war bisher Chefredakteur von "Motorrad", wo ihm der bisherige Vize Uwe Seitz folgt. Pfeiffer und Seitz üben ihre neuen Positionen bereits seit November kommissarisch aus.
new-business.de, turi2.de (Background)

Wie verändert die Pandemie die Art und Weise, wie wir bauen, Anne Zuber?


Schöner Wohnen: Für die Bauwirtschaft wird die Pandemie, wenn sie vorbei ist, nur ein Wimpernschlag gewesen sein, schreibt Anne Zuber in der turi2 edition #13. Für die Chefredakteurin des “Häuser”-Magazins von Gruner + Jahr ist die Transformation der Arbeitswelt, das Verschmelzen von privatem und professionellen Leben, das wichtigere Thema. Sie können den Text im kostenlosen E-Paper lesen oder gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Burda gewinnt Wettbewerbsstreit gegen Wort & Bild Verlag vor dem OLG München.


Fragen Sie Ihren Richter oder Apotheker: Das Oberlandesgericht München gibt im Streit der beiden Apotheken-Medien Apotheken Umschau und My Life letzterer recht und sieht als erwiesen an, dass der Wort & Bild-Verlag seine "marktbeherrschende Stellung missbraucht und kartellrechtswidrig gehandelt" hat. "My Life" klagte auf Unterlassung, weil der Verlag seinen Apothekenkunden Treue-Boni angeboten hat, die an bestimmte Abnahmemengen seiner Apotheken-Zeitschriften geknüpft waren. Damit habe er die Wechselwilligkeit der Apotheken beeinflusst.

Jan Wagner, Vertriebsleiter beim Wort & Bild Verlag, sagt, der Verlag prüfe weitere Rechtsmittel, die Revision zum Bundesgerichtshof ist allerdings nicht zugelassen. Wagner sagt, der Verlag sehe es "als unsere Aufgabe, den Apotheken möglichst einfach Zugang zu digitalen Lösungen zu ermöglichen". Er glaube "ohnehin, dass wir im Sinne der Apotheke vor Ort alle enger zusammenrücken sollten".
apotheke-adhoc.de, burda.com

turi2 edition #13: Oliver Wurm übers Weitermachen.


Bleibt am Ball: Sport-Journalist und Verleger Oliver Wurm hat durch die Corona-Krise einige Projekte canceln müssen. In seinem Gastbeitrag in der turi2 edition #13 plädiert er dafür, nicht aufzugeben – und macht es selbst vor. Gerade hat er das Panini-Sammelalbum “Team Hamburg” veröffentlicht, dessen Erlös der Hamburger Kulturszene zugute kommt. Sie können den Text im kostenlosen E-Paper lesen oder gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Willkommen im Club: Ursula Ott.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Ursula Ott startet ihre weltliche Karriere als Gerichtsreporterin – heute ist sie Chefredakteurin der evangelischen Zeitschrift "Chrismon". Ott ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Joko Winterscheidt, Tatjana Ohm und David Schraven.
turi2.de/koepfe (Profil Ott)

Dfv Mediengruppe launcht Medienmarke “Spin Off”.

Dfv Mediengruppe startet die B2B-Fashion-Medienmarke "Spin Off". Es gibt einen täglichen Newsletter, einen Instagram-Kanal und ein "regelmäßiges" Magazin. Die Erstausgabe kommt am 18. März mit 12.000 Auflage, weitere Hefte sind für Juni, August und Oktober geplant. Sabine Kühnl leitet die Redaktion. Die Marke soll "Style und Sustainability" vereinen.
horizont.net, horizont.net (Heft-Vorschau)

Was bedeutet Mannsein in Zeiten von toxischer Männlichkeit, Florian Boitin?


Wann ist ein Mann ein Mann? “Playboy”-Chefredakteur Florian Boitin schreibt in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #13, dass er Männlichkeit mit Eigenschaften wie Mut, Toleranz und Entschlossenheit verbindet. Das stehe nicht im Widerspruch zu Weiblichkeit, “wohl aber zu Überzeugungen, die Männlichkeit mit Grobheit, Machtgehabe und Überlegenheitsfantasien verwechseln”. Sie können den Text hier im kostenlosen E-Paper lesen oder hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Juststickit legt Charity-Panini-Sammelalbum “Team Hamburg” an den Kiosk.

Juststickit, Klebe-Company von Oliver Wurm und Alexander Böker, legen das Panini-Sammelalbum "Team Hamburg" mit 240 Aufkleber-Plätzen an den Kiosk. Mehr als 200 Persönlichkeiten und Promis der Stadt, darunter Julia Jäkel, Ulrich Wickert, Udo Lindenberg, Lars Haider und Giovanni di Lorenzo, lassen sich verkleben. Der gesamte Erlös des Projektes kommt der Kultur- und Clubszene zu Gute. Ein Album kostet 2 Euro, fünf Sticker 80 Cent.
per Mail


Was geht verloren, wenn Kinder nicht mehr lesen, Sandra Peter?


Pro Print: Sandra Peter, Chefredakteurin des Kinder-Medien-Verlags Blue Ocean, weiß, dass Kids Themen, die sie interessieren, über alle Gattungsgrenzen hinweg verfolgen. Gerade bei den bis 12-Jährigen steht Print hoch im Kurs, schreibt sie in der turi2 edition #13. Gedrucktes garantiert eine displayfreie Zeit und die Batterie ist nie leer. Sie können den Gastbeitrag hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Clap: Burda reduziert “Fit for Fun” zur “Focus”-Beilage.


Fit for Focus: Burda legt sein Magazin "Fit for Fun" ab kommenden Monat nicht mehr als eigenständigen Titel an den Kiosk, schreibt Clap. Das Magazin kommt künftig nur noch als kostenlose Beilage, im Wechsel zu "Focus" und "Freundin". Außerdem reduziert der Verlag die Frequenz: Statt monatlich gibt es künftig nur noch vier Mal im Jahr ein Heft. Die nächste Ausgabe erscheint somit erst am 10. April mit dem Schwerpunkt Laufen als Beilage zum "Focus". Mit dem Kurswechsel verlässt auch Christine Theiss, bisher Herausgeberin, das Magazin. Ihre Position gibt es künftig nicht mehr.

Die Inhalte für "Fit for Fun" produzieren künftig Burdas b.famous Content Studios unter Leitung von Geschäftsführerin Christine Fehenberger. Zuvor bezog Burda seit dem Frühjahr 2019 die Inhalte extern vom Hamburger Redaktionsbüro mar10 media. Im 4. Quartal 2020 erreichte das Magazin eine verkaufte Auflage von rund 63.000 Exemplaren. Anfang 2019 waren es noch fast 130.000. "Fit for Fun" startete in den 90er-Jahren in der Verlagsgruppe Milchstraße und erreichte zum Start rund 400.000 Käufer*innen. Lange Zeit galt die Marke als Vorreiter im Fitness-Segment und hatte lange auch einen TV-Ableger.
clap-club.de

DLF: “stern” verliert durch Gemeinschaftsredaktion an Eigenständigkeit.

stern verliert durch die geplante Hauptstadt­redaktion mit "Capital" und "Business Punk" an Eigenständigkeit und redaktioneller Autonomie, beobachtet Brigitte Baetz im Deutschlandfunk. Journalistik-Professor Frank Lobigs sieht die Entscheidung als "konsequenten Schritt" in Richtung "Communities of Interest" und erwartet weitere zentrale Themenredaktionen, auch konzernübergreifend. Dabei müsse G+J aufpassen, dass die "publizistische Qualität nicht leidet".
deutschlandfunk.de (mit 4-Min-Audio), turi2.de (Background)