"Zu langsam in die Gänge gekommen" – Steffen Klusmann über die Konsequenzen aus dem Relotius-Skandal.


Strukturwandel der Gesellschaft: "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann kündigt erste Konsequenzen aus dem Relotius-Skandal an. Das Gesellschafts-Ressort, unter dessen Dach Relotius fälschen konnte, werde umgebaut. Details nennt Klusmann im Video-Interview mit turi2.tv am Rande eines Pressegesprächs in Hamburg noch nicht. Erst wolle er mit den Kollegen sprechen. Eine Schließung des Ressorts – wie von der Prüfkommission vorgeschlagen – schließt er aus. "Aus diesem Ressort kommen auch verdammt gute Geschichten", so Klusmann.

Druck, dass die Redaktion Journalistenpreise liefert, wie der Abschlussbericht zum Relotius-Skandal es beschreibt, soll es unter Chefredakteur Klusmann nicht geben. Die Geschichten müssten relevant und imagebildend sein, "wenn dann mal ein Journalistenpreis dabei abfällt, ist es gut, aber gezielt auf Journalistenpreise zuzuschreiben, das fand ich schon immer totalen Schwachsinn."
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Zitat: Alfred Steffen findet Kreativität im "Sagen Sie jetzt nichts"-Interview meist unerwartet.

"Kreativ sind oft die, von denen man es am wenigsten erwartet, Politiker, Anzugträger, Leute aus der Wirtschaft."

Alfred Steffen, Fotograf des "Sagen Sie jetzt nichts"-Interviews im "SZ-Magazin", hat es mit Schauspielern nicht immer leicht. Ursula von der Leyen sei z.B. "schnell, mutig, schlagfertig" gewesen.
sz-magazin.sueddeutsche.de

DDR-Zeichner Jürgen Kieser, 97, ist tot.

Jürgen Kieser, Zeichner der "Fix und Fax"-Comics in der DDR, ist tot. Er starb bereits am Montag im Alter von 97 Jahren. Von 1958 bis 1991 erschienen die Abenteuer der Mäuse Fix und Fax in der Zeitschrift "Atze" und waren damit die langlebigsten Comic-Figuren der DDR. Kieser war Werbegrafiker und stand auch hinter zahlreichen anderen Comics für Kinder und Erwachsene. (Foto: Hanno Moritz Kunow/Mosaik/dpa)
spiegel.de

Video-Tipp: Robert Pölzer im Erfolgsfragebogen.


Video-Tipp: Robert Pölzer, Chefredakteur von Burdas "Bunte", hat noch große Pläne: Er träumt davon, bei der WM 2022 ein Tor zu schießen, sagt er im Erfolgsfragebogen von turi2 am Rande der Launchparty zur turi2 edition #8. Schon als Kind wollte er professionell auf dem grünen Rasen stehen. Sein größter Erfolg ist es, "Chefredakteur zu sein und eine Familie zu haben, die mich akzeptiert."
turi2.tv (1-Min-Video)

Zitat: Dass die "Guido" so heißt, war nicht seine Idee, sagt Guido Maria Kretschmer.

"Das Magazin sollte 'Liebe' heißen. Aber dann habe ich mir vorgestellt, wie es ist, zum Kiosk zu gehen und zu sagen: 'Einmal die ‚Liebe‘, bitte.' Das klingt so bedürftig."

Modedesigner Guido Maria Kretschmer sagt im "Absatzwirtschaft"-Interview, sein Personality-Magazin sei "eine Zäsur" in seinem Leben, für die er andere Jobs aufgegeben habe, um genug Zeit zu haben.
absatzwirtschaft.de

Aus dem turi2.tv-Archiv (05/2019): "Da ist viel von Guido drin" – Guido Maria Kretschmer & Brigitte Huber über das "Guido"-Magazin und Beauty-Trends.

"Spiegel" und "SZ" wissen seit Monaten vom #Strachevideo.

#Strachevideo: Der "Spiegel" weiß seit mehreren Monaten von dem auf Ibiza entstandenen Video, die "Süddeutsche" arbeitet schon länger an der Enthüllung, sagt Martin Knobbe (Foto) vom "Spiegel" bei "Anne Will". Vor einer Woche haben die Medien das Video erhalten und nach einem Verifikations-Prozess veröffentlicht. Bei der Frage nach dem Überbringer des Videos beruft Knobbe sich auf den Quellenschutz.
ndr.de (60-min-Video)

Nach "Spiegel"- und "SZ"-Enthüllungen: Österreichs Kanzler Kurz ruft Neuwahlen aus.


Kein kurzer Prozess: Die Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" sorgen für ein politisches Erdbeben in Österreich. Bundeskanzler Kurz ruft am Abend für "den nächst möglichen Zeitpunkt" Neuwahlen in der Alpenrepublik aus. Zuvor war am Mittag Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von allen Regierungs- und Parteiämtern zurückgetreten. In einem heimlich aufgenommenen Video von 2017 hatte Strache einer vermeintlichen russischen Oligarchin gegen Wahlkampfunterstützung öffentliche Aufträge versprochen. Außerdem macht Strache seine Verachtung für die freie Presse deutlich und hetzt und lästert über Bundeskanzler Kurz. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten das Video am Samstagabend veröffentlicht.

Der ÖVP-Politiker Kurz sagte in seinem Statement, er habe in den vergangenen anderthalb Jahren mit dem Koalitionspartner viel ausgehalten. Die Methoden, unter denen das Enthüllungsvideo entstanden ist, findet Kurz "verachtenswert", zum Inhalt sagt er dennoch "Genug ist genug". "Schwerwiegend" und "problematisch" nennt er die "Ideen zum Machtmissbrauch" und Straches Ansichten "gegenüber der Medienlandschaft".
spiegel.de, turi2.de (Background)

"Es ist immer noch ein Ritterschlag, irgendwo abgedruckt zu sein" – Influencerin Farina Opoku verehrt Print.


Prinstagram: "Ins Internet stellen kann jeder irgendwas" – in einem Magazin abgedruckt zu sein "ist wirklich immer noch ein Ritterschlag" findet Influencerin Farina Opoku alias @novalanalove. Dass Print dabei nicht so viele Views erzielt, wie Farina selbst auf ihren Kanälen, sei dabei zweitrangig, sagt die 28-Jährige im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande des Innovation Day Beauty von Gruner + Jahr.

Bei Kooperationen mit Marken beanspruche sie gern auch mal Mitsspracherecht. Das mache dann ein bisschen mehr Arbeit – "vor allem im Backoffice", so Opoku. Bis jetzt habe es mit "ein bisschen intervenieren, ein bisschen mitsprechen" dennoch immer geklappt.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

"Spiegel"- und "SZ"-Enthüllungen bringen Österreichs Vize-Kanzler Strache zu Fall.


Video killed the Right-wing Star: Österreichs Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache nimmt nach den Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" seinen Hut. Der Politiker der rechtspopulistischen FPÖ tritt auch als Parteivorsitzender zurück. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten einen Video-Mitschnitt veröffentlicht, in dem Strache einer vermeintlichen reichen Russin öffentliche Aufträge gegen Wahlkampfhilfe anbietet und empfiehlt, die kritische "Kronen-Zeitung" zu übernehmen - offenbar eine Falle. Wer hinter dem Video steckt, ist unbekannt.

Auf einer Pressekonferenz in Wien bezeichnet Strache den Mitschnitt als rechtswidrig. Er erhebt die Anschuldigung einer Schmutzkampagne und nennt dabei auch einen Namen: Jan Böhmermann. Dennoch entschuldigt sich Strache bei der Veranstaltung für sein Verhalten. Er schiebt den lockeren Ton auf seine zunehmende Alkoholisierung. Unklar ist, ob durch das Video auch die Mitte-Rechts-Koalition in Österreich platzt. Bundeskanzler Kurz hat die Möglichkeit, die Koalition mit Strache-Nachfolger Norbert Hofer fortzusetzen. Kurz kann aber auch Neuwahlen ausrufen.
spiegel.de, welt.de, turi2.de (Background)

Update 12.55 Uhr: Auch FPÖ-Fraktionschef Johann Gudenus, der ebenfalls in dem Video zu sehen ist, tritt zurück. Vor dem Bundeskanzleramt in Wien wollen am Mittag tausende Regierungskritiker demonstrieren. Meldungen zufolge will Bundeskanzler Kurz um 14 Uhr vor die Presse treten.
kleinezeitung.at

Update 16.27 Uhr: Das österreichische Bundeskanzleramt kündigt eine Pressekonferenz von Bundeskanzler Kurz für 19.45 Uhr an.

"stern Crime" und Ufa wollen True-Crime-Sendung produzieren.

stern Crime plant mit der Ufa eine TV-Sendung über reale Verbrechen. Auf welchem Sender sie läuft, ist noch nicht bekannt, eine Ausstrahlung im Rahmen von Bertelsmanns Content Alliance aber wahrscheinlich. Der "stern"-Ableger hat 2015 schon einmal ein Kriminal-Reportage-Magazin bei RTL getestet, die Pilotfolge war aber nicht erfolgreich.
new-business.de

"stern" vergibt jetzt auch Siegel nach "Focus"-Vorbild.

stern folgt "Focus" und Co ins Geschäft mit Testsiegeln. Der erste "stern"-Vergleich nimmt sich Freizeitparks vor, weitere folgen. Testsieger müssen zahlen, wenn sie mit dem Label werben. Statt die Redaktion zum Achterbahn-Test zu schicken, beauftragt Gruner + Jahr das Institut YouGov mit der Umfrage. Der Verlag hat das Geschäft Anfang Mai gestartet, aber nicht kommuniziert.
"stern" 19/2019, S. 52-62 (Paid), stern.de, turi2 - eigene Infos

Aus dem Archiv: Peter Turi im Gespräch mit Burkhard Graßmann, der bei "Focus" an Testsiegeln verdient.

Kai-Hinrich Renner: G+J hat die "FTD"-Texte von Claas Relotius bislang nicht geprüft.


Causa Relotius: Gruner + Jahr hat die "FTD"-Texte von Claas Relotius bisher nicht überprüft, schreibt Kai-Hinrich Renner. Herausgefunden haben das Studierende des Studiengangs Journalistik der Universität Hamburg. Zwischen 2010 und 2012 habe Relotius der "Financial Times Deutschland" insgesamt zehn Artikel geliefert. Zu dieser Zeit war der heutige "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann Chefredakteur der inzwischen eingestellten "FTD".

Die genauen Ergebnisse der Studie der Uni Hamburg wollen die Forscher am Freitag bei Message Online zur Verfügung stellen. Sicher sei jedoch, dass die "FTD"-Geschichten von Relotius "mehr als nur Ungereimtheiten" enthalten, so Professor Volker Lilienthal. Bei einigen Texten gebe es "Indizien für Zudichtungen".

Ein Sprecher von Gruner + Jahr erklärt, dass die Texte bis zur Klärung nun im Archiv gesperrt wurden. Laut Renner sei die Reportage "Beat über Bethlehem" aber noch immer in der Datenbank Genios für 3,21 Euro verfügbar.
abendblatt.de (Paid)

Update, 17.05. um 11:30 Uhr: Bei Message Online ist die Relotius-Untersuchung erschienen.
message-online.com

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal (Archiv 12/2018).

"Kress": Rabe und Döpfner sind die bestbezahlten Medien-Manager.

Manager-Gehälter: "Kress"-Chefredakteur Markus Wiegand wühlt sich durch die Bilanzen der Medienkonzerne und kürt Thomas Rabe und Mathias Döpfner mit geschätzten Bezügen im unteren zweistelligen Mio-Bereich zu den bestbezahlten Medien-Managern. ProSiebenSat.1-Chef Max Conze bekommt laut Bilanz 5,5 Mio Euro, Ströer-CEO Udo Müller 3,57 Mio und Constantin-Chef Olaf Schröder 633.000 Euro.
kress.de

"Cosmopolitan" startet Coaching-Plattform #SupportHer Academy.

Cosmopolitan startet eine digitale Plattform für die Weiterbildung von Frauen. Im Angebot der #SupportHer Academy sind Seminare zu Selbst-PR, Durchsetzungsvermögen und Führung – teils online, teils als Vor-Ort-Veranstaltung. Das Bauer-Magazin wirbt online und in Social Media, in Print gibt es das 100-seitiges Sonderheft Cosmo@Work zusammen mit der Hauptausgabe. Eine ähnliche Weiterbildungs-Plattform für Frauen, die Female Future Force von Edition F, wird bald eingestellt.
per Mail, supporther.de, turi2.de (Background Edition F)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Für Chefredakteurin Lara Gonschorowski ist "Cosmo" eine Lebenseinstellung. (Februar 2019)

Zitat: Friedrich Nowottny hat angesichts der Print-Krise Angst um die Meinungsfreiheit.

"Wenn ich mir die Printmedien anschaue, dann laufen mir Schauer über den Rücken. Das, was sich da zusammenschrumpft, ist erschreckend und mit Sicherheit keine Zukunftssicherung der Meinungsfreiheit."

Friedrich Nowottny, Urgestein des "Bericht aus Bonn", analysiert zu seinem 90. Geburtstag im Gespräch mit Gabor Steingart die Medienlandschaft: Er findet die junge Generation in "ihrer Ausdrucksweise unglaublich besser" als seine Generation.
gaborsteingart.com, gaborsteingart.com (Audio-Interview ab 3.47 Min)

Video-Tipp: Florian Boitin im Erfolgs-Fragebogen.


Alice, melde Dich: Florian Boitin wünscht sich sehnlichst, dass Alice Schwarzer ihm im "Playboy" ein Interview gibt. Dass er die "Emma"-Gründerin bisher nicht davon überzeugen konnte, nennt er im Erfolgs-Fragebogen von turi2 seinen größten Misserfolg. Außerdem spricht der "Playboy"-Chefredakteur am Rande der Launchparty zur turi2 edition #8 über seine Kindheits-Idole Pierre Brice als Winnetou, Paul McCartney und Karl-Heinz Rummenigge.
turi2.tv (2-Min-Video auf YouTube)

Oliver Wurm lag oft auf der Schnauze – und ist jetzt so erfolgreich, dass er aufhören will.


Freund alternativer Fortbewegung: Von Oliver Wurm stammt der schöne Satz "Auf die Schnauze fallen ist auch eine Vorwärtsbewegung". Im Gespräch mit Peter Turi füllt ihn der Kreativ-Verleger mit Anekdoten. So ging Wurm einmal Ferienwohnung-Betrügern auf den Leim – und entwickelte aus dem Misserfolg sein Fußball-Magazin "54 74 90". Mit dem Medienrummel ist aber vielleicht bald Schluss, erzählt Wurm bei der turi2 FuckUp Night: Er will sich für soziale Projekte engagieren.

Wurm gelang zuletzt ein überraschender Erfolg: Sein Grundgesetz als Magazin wird zum Bestseller, er nennt es "mein WM-Final-Tor". Und wenn's einmal läuft, dann läuft's. Sogar sein ladenhütendes Neues-Testament-Magazin landet wieder häufiger in Einkaufskörben – was ihn zum Aufhören anspornt: "Ich kann nichts Besseres mehr aus mir herauspressen. Zumindest nicht in diesem Medienbereich." Denn eigentlich ist Schnauze-Faller Wurm mit Panini-Sammelbildchen erfolgreich und sagt: "Ich würde am liebsten immer im höchsten Tempo laufen und alles gelingt. Aber so ist das Leben ja nicht."
turi2.tv (16-Min-Video bei YouTube)

Oberauer startet E-Paper-Abo zum kressen Preis.

Kress Pro bietet künftig ein E-Paper-Abo – zum selben Preis wie Print. 10 Hefte inklusive Dossier kosten 490 Euro. Verleger Johann Oberauer schreibt an Leser, auch die IT sei teuer. Zudem lehre der "Economist", dass für Leser der Inhalt und nicht das Trägermedium entscheidend sei. Oberauer gewährt "Kress Pro"-Abonnenten eine Geld-Zurück-Garantie.
Begleitbrief Kress Pro 04/2019, shop.oberauer.com

Mein Misserfolg: Andreas Arntzen wollte einmal mobile.de kaufen – und scheiterte an einem Verleger.


Der Mannschafts-Spieler: Andreas Arntzen ist Chef des Wort & Bild-Verlages und ehemaliger Profisportler. Bei der FuckUp Night von turi2 erzählt der Oberarzt der "Apotheken Umschau", wie mobile.de 2003 beinahe ein Erfolgsprojekt deutscher Verlage wurde – und der Kauf an einem papierverliebten Verleger scheiterte. So eine Niederlage müsse schnell verarbeitet werden, rät Arntzen: mit gutem Rotwein und positivem Denken.

Auch heute wünscht sich Arntzen mehr Weitsicht – und Kooperationen: Dass Burda mit "My Life" eine Anti-"Apotheken Umschau" gestartet hat, hält er für einen Fehler. Im schrumpfenden Print-Markt brauche es neue Kooperationen statt neue Konkurrenz, rät er Burda-Chef Philipp Welte. Doch auch diesen Wettstreit nimmt er positiv auf. Arntzens Motto: "Wenn Sie kein positives Denken haben – und das nicht abfärbt auf ihre Mannschaft – haben Sie keine Chance zu gewinnen."
turi2.tv (7-Min-Video bei YouTube)

Mitarbeit: Jens Twiehaus

"Vogue" macht jetzt auch Mode.

Vogue Deutschland will künftig nicht mehr nur über Mode schreiben, sondern sie auch selbst designen. Die Mode-Bibel kooperiert dafür mit Influencern, Designern und Marken. Zum Start legt das Condé-Nast-Magazin eine Kollektion mit Veronika Heilbrunner auf - die Influencerin schreibt bereits eine Kolumne bei Vogue.de. Parallel bietet die Zeitschrift unter dem Namen "Classics Edition" mit dem Vogue-Logo gebrandete Oberteile vor. Chefredakteurin Christiane Arp will die Marke "für den modebegeisterten Endkunden noch greifbarer" machen.
wuv.de

Wer ist Anja Hermanni? Der krasse Fail der turi2 edition #8.


Voll verkackt: Die turi2 edition #8 landet heute auf zehntausend Schreibtischen der Branche. Ganz groß auf dem Cover beim "Großen Buch vom Erfolg": Anja Hermanni. Wie hat es die dänische Pädagogin, die keine Zeile fürs Buch geschrieben hat, auf den Titel geschafft?

Nun ja: Anja ist die Lebensgefährtin von Uwe C. Beyer, dem Creative Director der turi2 edition. Uwe setzte Anja als Platzhalter für 8.000 Namen der Branche ein, die ein personalisiertes Buch bekommen sollten. Leider ging der Platzhalter in Druck, ohne dass ihn jemand austauschte. Und so wurde Anja Hermanni ohne eigenes Zutun zur vielgelesenen Erfolgs-Autorin und Teil der Fail-Liste turi2.de/misserfolg.

Übrigens: Die 8.000 Branchenpromis können ihren eigenen Namen ganz dezent auf dem Buchrücken lesen.
turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

"Welt": "Spiegel"-Redakteure sind uneins über Klusmann-Reformen und Relotius-Konsequenzen.


Claas halb leer: Der "Spiegel" kommt angesichts des Relotius-Skandals und des Umbaus zur integrierten Print-Online-Redaktion nicht zur Ruhe, skizziert Per Hinrichs in der "Welt am Sonntag" nach Gesprächen mit "Spiegel"-Mitarbeitern. "Altgedienten Heft-Journalisten" seien Klusmanns "Ton und Tempo" nicht geheuer. Andere lobten Klusmanns "Pragmatismus und Eloquenz".

Der Schock aus dem Fälschungsfall Claas Relotius sei intern noch nicht ausgestanden. Einen "umfassenden Freispruch" für Relotius' Ressortleiter Ullrich Fichtner habe Chefredakteur Steffen Klusmann nach internem Druck wieder kassiert. Dem Buch von Relotius-Enthüller Juan Moreno sehe Klusmann gelassen entgegen: Lieber solle es Moreno schreiben als "irgendein Honk". Gegangen ist nach dem Skandal, außer Relotius, bisher nur einer: Der Dokumentar, der für die Relotius-Faktenchecks zuständig war, ging in den Vorruhestand.
"Welt am Sonntag", S. 34 (Paid), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Dirk Stascheit

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über den Relotius-Skandal (Archiv 12/2018).

Funke schenkt dem Grundgesetz zum 70. Geburtstag ein Panini-Heft.

Funke und Oliver Wurm und Alexander Böker von Juststickit veröffentlichen zum 70. Geburtstag des Grundgesetztes ein Panini-Sammelheft mit 333 Motiven. Die Aktion startet am 11. Mai mit je sechs Sammelbildchen in den rund 700.000 Zeitungen der Mediengruppe. Das Heft bildet Motive aus der Gegenwart sowie aus der Geschichte der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR ab.
funkemedien.de

"Da ist viel von Guido drin" – Guido Maria Kretschmer & Brigitte Huber über das "Guido"-Magazin und Beauty-Trends.


Print Queen: Publikumsliebling und Modedesigner Guido Maria Kretschmer bezeichnet sich selbst als "Morgenbummler" – sein Tag startet mit einer Art Bestandsaufnahme: "Nach dem Duschen fasse ich einmal alles an, was mir gehört." Seine Beauty-Vorlieben verrät er im Gespräch mit "Horizont" und turi2.tv am Rande des Innovation Day Beauty von Gruner + Jahr im Doppelinterview mit "Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber, die auch "Guido" verantwortet.

Huber schwärmt von Kretschmer: Viele Frauen würden ihm genauso vertrauen wie der besten Freundin: "Der Mann hat Geschmack, der meint es total gut mit mir." Für Kretschmer ist die "Guido" "großes Vergnügen und großes Glück". Seine Print-Expansion nennt er "die logische Konsequenz aus meiner Sehnsucht, Menschen nahe zu sein". In Zeiten, in denen Print totgesagt wird, mache es Sinn, den Menschen zu zeigen, dass es schön ist, auch mal zurückzublättern – elektronisch sei das nicht so leicht möglich.
turi2.tv (8-Min-Video bei YouTube)

VW-Chef Herbert Diess wird Gast-Chefredakteur bei "Welt".

Welt holt VW-Chef Herbert Diess (Foto) für einen Tag als Gast in die Chefredaktion. Die Zeitung widmet sich am Dienstag dem Thema Mobilität der Zukunft. "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt, bekennender Porsche-Fan, verspricht "eine besondere Ausgabe" zum 100. Geburtstag des Autos.
axelspringer.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Strengere Maßstäbe für freie Mitarbeiter": "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt im Gespräch (Archiv: 01/2019).

"Süddeutsche Zeitung": Burda gilt beim ADAC als Favorit für Mitgliedermagazin-Auftrag.

ADAC LogoBurda hat als bislang einziger Bewerber ein Konzept für die Produktion des ADAC-Mitgliedermagazins im ADAC-Verwaltungsrat präsentiert und gilt damit als Favorit, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Es gehe um einen dreistelligen Millionenbetrag ab 2020, auch Springer sei an dem Deal interessiert. Derzeit verhandle der ADAC "mit zwei renommierten Großverlagen", widerspricht ein ADAC-Sprecher einer Vorentscheidung.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Red Bull Media House startet das Magazin "Carpe Diem".

Brausebrauer Red Bull nutzt den Tag, genauer: den 6. Juni, um die Erstausgabe des Lifystyle-Magazins "Carpe Diem" für 5,40 Euro an den Kiosk zu legen. Es erscheint auch digital. Andreas Kornhofer ist Herausgeber und Geschäftsführer, Sylvia Steinitz Chefredakteurin. Sie kommt vom "stern". Das Heft dreht sich um Ernährung, Bewegung, Erholung und Bewusstsein. Carpe Diem kommt alle zwei Monate mit 200.000 Auflage, Red Bull kooperiert mit dem Versicherungsunternehmen Uniqa.
"Horizont" 18/2019, S. 8 (Paid)