“Wissenschaftler werden zu Stars” – Julia Rotherbl spricht im turi2 Clubraum über die Medien in der Pandemie.


Pandemedien: "Wir Medien müssen uns kritisch mit unserer Rolle in der Pandemie auseinandersetzen", findet Julia Rotherbl. Gemeinsam mit Dennis Ballwieser ist sie seit 2021 Chefredakteurin der "Apotheken-Umschau". Im turi2 Clubraum spricht sie mit Moderatorin Tess Kadiri und Chefredakteur Markus Trantow über Einfluss und Botschaften der Medien in Sachen Covid. Zudem geht es um die "Apotheken-Umschau". Deutschlands auflagenstärkste Zeitschrift feiert dieser Tage 66. Geburtstag und macht sich die spöttische Zuschreibung Rentner Bravo zu eigen – als Heft im Heft. Rotherbl freut sich über viel positives Feedback, sagt aber auch, manchmal tue die Bezeichnung “immer noch weh”.

Die Chefredakteurin beobachtet, dass die Corona-Pandemie "Wissenschaft und Forschende zu Stars" gemacht hat. Dadurch sei wissenschaftliches Arbeiten in die Öffentlichkeit gelangt – eine "große Chance für die Forschung und ihr Standing". Diese Popularität führt allerdings dazu, dass in der Berichterstattung die Grenze zwischen Politik und Wissenschaft verschwimmt, sagt Kadiri mit Hinweis auf manche "Bild"-Schlagzeile. Sie möchte nicht, dass "Wissenschaftler in Klatsch und Tratsch auf Titelseiten enden".

Grundsätzlich findet Trantow, dass Medien und Politik mehr auf die Ängste der Menschen eingehen sollten. Eine stärkere Aufklärung "würde womöglich den Verschwörungs-Schwurblern zumindest einen Teil des Windes unter den Segeln nehmen". Mit Blick auf die Medien stimmt Rotherbl zu: "Ich fasse mich auch an die eigene Nase und frage, warum wir Medien es nicht schaffen, Ängste aufzulösen." Sie und Kadiri sind sich aber einig, dass die Infos da sind. Problematisch sei eher, dass einige Menschen "auf den falschen Medien unterwegs sind".

Die "Apotheken Umschau" ist mit über 7 Mio Auflagen im Monat zwar das erfolgreichste Magazin des Wort & Bild Verlags, trotzdem setzt das Team auch auf digitale Formate, wie die Website, Social Media und Podcasts. Rotherbl etwa moderiert Frau Doktor, übernehmen Sie!, mit dem sie Frauen in der Medizin sichtbarer machen und gegen das "stark männlich geprägte Bild von Medizin und Wissenschaft" vorgehen möchte.

Im turi2 Clubraum diskutiert Tess Kadiri jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2-Redaktion die Themen der Woche und spricht über Leben und Werk des Gastes. In der kommenden Woche wird die Fernseh- und Hörfunk-Moderatorin Hadnet Tesfai zu Gast sein.
turi2.tv (45-Min-Podcast bei YouTube), apple.comspotify.comdeezer.comturi2clubraum.podigee.io

Debatte: Beim Finanzen Verlag drohen nach Übernahme Interessenkonflikte.

Teures Geschmäckle: Mit der Übernahme des Finanzen Verlags durch Unternehmer Bernd Förtsch "dürften die Interessen­konflikte zunehmen", schreibt Julia Groth in der "Wirtschafts­woche". Förtsch besitzt Anteile an dem Onlinebroker Flatex, der in seinen bisherigen Magazinen "gern lobend" erwähnt wird. Beim Finanzen Verlag seien die Redakteurinnen deshalb vom neuen Eigentümer "wenig begeistert". Sie befürchten, die Unabhängigkeit der Bericht­erstattung könne leiden.
"Wirtschaftswoche", S. 74 (Paid), turi2.de (Background)

Nicola Vidic wechselt von “Vogue” zu “Madame”.

Madame schnappt sich eine weitere Redakteurin von Condé Nast: Nicola Vidic (Foto), bislang Senior Adaptation Editor bei "Vogue", leitet ab März das Beauty-Ressort. Sie übernimmt von Julie Gorkow, die dem Magazin als Kolumnistin erhalten bleibt. Vor einigen Tagen wurde bereits Simone Herrmann als neue Vize-Chef­redakteurin vorgestellt, die von "Architectural Digest" kommt.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Playboy-Chef Florian Boitin droht Michael Wendler mit Klage.

Nackter Zorn: "Playboy"-Chef Florian Boitin (Foto) droht Michael Wendler und Laura Müller mit Klage, weil sie auf ihrem OnlyFans-Account "Die Wendlers" Bilder gepostet haben, die offensichtlich 2020 für das Männermagazin aufgenommen wurden. Boitin wirft Wendler vor, "wissentlich die Urheberrechte des deutschen 'Playboys' verletzt zu haben". Den letzten Erotik-Post setzten die Wendlers am 18. Januar ab.
t-online.de

turi2 edition #16: “Apotheken-Umschau”: Mit Fakten und Humor zur Millionen-Auflage.


Gesunde Geschäfte: Dass ihr Blatt als Oma-Lektüre gilt, nehmen die Macherinnen der “Apotheken-Umschau” mit Humor, schreibt turi2-Autor Roland Karle in der turi2 edition #16. Die “Rentner-Bravo” gehört zur kleinen Spezies der Auflagen-Millionäre. Jetzt kommt die Zeitschrift selbst ins Rentenalter – und war nie so vital wie heute. Weiterlesen >>>

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #16 über Nachhaltigkeit. Hier geht’s zum kostenlosen E-Paper.

Bauer verkauft US-Geschäft an A360 Media.

Amerikanischer Abschied: Die Bauer Media Group zieht sich aus den USA zurück und und verkauft ihr Verlagsgeschäft an den Publisher A360 Media. Zu Bauers US-Portfolio gehören u.a. die Print- und Digital-Ausgaben von "Woman's World" und "First for Women" sowie das Bookazine-Geschäft, das mehr als 100 Special-Interest-Publikationen pro Jahr produziert. A360 Media übernimmt wohl auch den Großteil der Beschäftigten. Beide Partner wollen den Deal im Februar abschließen, über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Schon 2018 hatte Bauer einen Teil seines US-Geschäfts an Konkurrenten verkauft.
wuv.de, prnewswire.com

Nielsen: Werbeumsätze steigen um 6,6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Werbung: Insgesamt 37,9 Mrd Euro Brutto setzen deutsche Medien 2021 in Anzeigen um – ein Plus von 6,6 % im Vergleich zum Vorjahr, melden die Analysten von Nielsen. Den größten Zuwachs verzeichnet TV mit 12,7 %, gefolgt vom Kino mit 9 % Plus. Zeitschriften steigern ihrem Umsatz um 2,6 %. Ein Minus gibt es dagegen bei Radio (-0,7 %) und Prospekten (-9,3 %).
meedia.de

Dirk Adam wechselt von Focus Online zu “Sports Illustrated Deutschland”.

Neuer Fokus: Die deutsche Ausgabe von Sports Illustrated holt Dirk Adam, 48, zuletzt Sportchef von Focus Online, an Bord. Seit Jahresbeginn verantwortet der ehemalige Leistungs­sportler als Senior Managing Editor Online die redaktionelle Themen­gestaltung der digitalen Plattformen. "Sports Illustrated Deutschland" erscheint gedruckt vier Mal im Jahr bei einer Schwester des "Playboy"-Herausgeber Kouneli Media von Florian Boitin und Myriam Karsch.
new-business.de

Nomos gründet Fachzeitschrift für Product Compliance.

Nomos bringt eine "Zeitschrift für Product Compliance" auf den Markt, die sich mit produktrelevanten rechtlichen und technischen Vorgaben für Hersteller beschäftigt. Die Erstausgabe erscheint im April 2022, weitere sollen alle zwei Monate folgen. Es ist die erste juristische Fachzeitschrift zu dem zunehmend komplexer werdenden Thema und dessen praktischer Anwendung.
new-business.de

“stern” erinnerte an frühere Konkurrenz im eigenen Haus und will häufiger ins TV.

Konkurrenzlos? Der "stern" erklärt seinen Leserinnen auf zwei Seiten die Hochzeit von Gruner + Jahr mit RTL – und erinnert an frühere Konkurrenz innerhalb des eigenen Hauses: "Einer aus der Politik sitzt mit einem aus dem Deutschland-Ressort in der Kantine? Da ist was im Busch! 'Geo' arbeitet an einem Thema, an dem wir auch sitzen? Leute, da müssen wir Tempo machen!" Dabei mache "mit den richtigen Spiel­regeln" Zusammen­arbeit Journalismus "nicht schwächer, sondern stärker und damit unabhängiger", heißt es in dem nicht namentlich gekenn­zeichneten Beitrag. Folglich soll der "stern" mit neuen Formaten künftig häufiger im TV statt­finden, etwa bei einem "stern TV"-Spezial am Sonntag mit Nikolaus Blome und Frauke Ludowig.
"stern" 3/2022, S. 8/9 (Paid), turi2.de (Background)

“Gala” bekommt TV-Ableger im Sommer.

Gala TV: Mit der Fusion von RTL und Gruner + Jahr soll die Promi-Zeitschrift "Gala" ein eigenes TV-Format im Sommer bekommen, hört Meedia-Redakteur Gregory Lipinski. Wegen der Details hält sich RTL noch bedeckt, die Sendung wurde am Dienstag lediglich kurz im TV angekündigt. Derzeit sucht der Sender noch nach Mitarbeiterinnen für das Format am Standort Köln.
meedia.de (Paid), tvnow.de (ab Min 16:00)

RTL verkündet die Einheit mit Gruner + Jahr mit Prime-Time-Spot und Waldschutz-Projekt.

RTL Deutschland meldet Vollzug bei der Übernahme von Gruner + Jahr. Der Medienkonzern verschreibt sich in einer Pressemitteilung "positiver Unterhaltung und unabhängigem Journalismus" und nennt den Zusammenschluss ein "Bündnis für nachhaltiges Wachstum". Zur Feier des "Geburtstags" läuft am Abend um 20.14 Uhr einmalig ein TV-Spot auf allen Sendern der Gruppe. Der Einminüter zeigt Programm-Beispiele aus dem TV, Online- und Print-Marken und feiert "Mehr Vielfalt". Gleichzeitig übernimmt RTL den Schutz eines 7.500 Quadratmeter großen Waldstücks – in Kooperation mit Förster und G+J-Testimonial Peter Wohlleben. Die Quadratmeter-Zahl ist angelehnt an die Zahl der Konzern-Beschäftigten. Die CEOs Stephan Schäfer und Matthias Dang laden die Belegschaft zu einer virtuellen Feierstunde ein.
kommunikation.mediengruppe-rtl.de (mit 1-Min-Spot)

“Handelsblatt” erscheint künftig einmal pro Quartal mit Beilage “Monsieur”.

Mehr Luxus wagen: Die Looping Group von Dominik Wichmann kooperiert mit dem "Handelsblatt" und legt ihr Männer-Luxus-Magazin "Monsieur" künftig vier Mal pro Jahr der Wirtschaftszeitung bei. "Eine perfekte Ergänzung zu den Wirtschafts- und Finanzthemen des 'Handelsblattes'", findet Petra Winter, Editorial Director von "Monsieur" und dem Schwester-Magazin "Madame". Die gedruckte Auflage verdoppelt sich damit fast auf 125.000 Exemplare.
per Mail

Heiko Gregor verlässt den Jahreszeiten Verlag, Susan Molzow folgt.

Die nächste Saison: CEO Heiko Gregor und der Jahreszeiten Verlag gehen nach drei Jahren wieder getrennte Wege. Gregor kam 2019 zur Ganske Verlagsgruppe als Chef der CP-Tochter Hoffmann und Campe X und übernahm später auch die Verantwortung für den Jalag. Spätestens Ende März werde er den Verlag "mit einem noch unbekannten Ziel" verlassen, teilt das Unternehmen mit. Gregor nennt seine Zeit bei den zur Ganske Gruppe gehörenden Unternehmen "intensiv und bereichernd". Unter seiner Führung hat der Verlag die Marken "Feinschmecker", "Architektur & Wohnen" und "Merian" sowie die Content-Marketing-Agentur Hoca X im Jahreszeiten Verlag zusammengeführt.

Seine Nachfolgerin wird Susan Molzow. Sie kommt von Delius Klasing. Außerdem war sie Verlagsleiterin bei Gruner + Jahr und von 2010 bis 2020 Geschäftsführerin der "Hamburger Morgenpost". Molzow möchte nun vor allem die "Markenwelten" des Zeitschriften-Verlags ausbauen. Vorstand Sebastian Ganske kündigte an den Verlag weiterhin zu einem "Medienhaus für Luxus- und Premium-Marken" zu machen. Vor allem in den Bereichen Food, Design & Living, Travel und Luxury solle in Zukunft einiges passieren.
dwdl.de, wuv.de
Mitarbeit: Pauline Stahl

“Apotheken Umschau” bringt “Rentner-Bravo” heraus.

Apotheken Umschau nimmt ihr Image als "Rentner-Bravo" mit Humor und gönnt sich zum 66. Geburtstag eine zehn­seitige Beilage mit Gesundheits­themen im "Bravo"-Stil. Vom Cover strahlt Schau­spielerin und Ärztin Marianne Koch, ein Star-Report huldigt Virus-VIPs wie Christian Drosten, Karl Lauterbach und Marylyn Addo. "Bravo"-Digital­chefin Yvonne Huckenholz spricht über Gemeinsam­keiten und Unter­schiede beider Magazine. Die Ausgabe erscheint am 15. Januar.
turi2 - eigene Infos, turi2.de (Cover in groß)

turi2 edition #16: Wie verbessert Kunst das Klima, Tim Sommer?


Eine Kunst für sich: Eintracht und Konsens in der Gesellschaft sind die Todfeinde der Kunst, meint Tim Sommer. Wie passt da der Klimawandel rein, der so viel Einigkeit und Kompromisse fordert? Der Chefredakteur von “art”, Europas größtem Kunstmagazin, zeigt sich in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #16 optimistisch, dass sich Kunst und Klimakrise letztendlich sogar gegenseitig helfen. Weiterlesen >>>

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Steffen Klusmann über Reichelt, Relotius und Diversität beim “Spiegel”.


Rück-"Spiegel": "Die Rolle des 'Spiegels' ist die Opposition gegenüber den Mächtigen", sagt "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann. Genau drei Jahre nach dem Fall Relotius und kurz vor dem 75. Jubiläum des Nachrichtenmagazins spricht er im Video- und Podcast-Interview mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow über das Selbstverständnis des "Spiegel" in gesellschaftlich bewegten Zeiten. Gefürchtet werden, möchte Klusmann nicht. Doch wenn ein Fragen-Katalog des "Spiegel" bei einem Unternehmen zurecht Alarmglocken auslöse, "finde ich das gut". Es sei wichtig, Missstände aufzuklären und Dinge kritisch zu hinterfragen. "Das ist Teil der Spiegel-DNA", auch wenn die immer wieder modern interpretiert werden müsse. Für 2022 kündigt Klusmann den Aufbau eines "kleinen, schlagkräftigen Newsteams" an. Auch die Diversität in der Redaktion macht der Chefredakteur als Baustelle aus. Zwar läge die Frauenquote in Führungspositionen im einstigen "Männerladen" bei 44 %, "das reicht aber noch nicht".

Grundsätzlich ist der Job härter geworden, sagt Klusmann über juristische Anfechtungen. "Wenn man mit kritischen Geschichten kommt, werden die sofort angegriffen." Unterlassungen für "alles und nichts" seien an der Tagesordnung. Bei investigativen Geschichten seien Dokumentare und Justiziare dabei, alles werde "zig mal" überprüft. Das gelte auch für die Berichterstattung in den Fällen Julian Reichelt und Luke Mockridge. Die juristischen Prozesse kämpfe der "Spiegel" nun bis zum Ende durch. Traditionellen Werten bleibe das Nachrichtenmagazin treu und unterscheide streng zwischen Aktivismus und Journalismus: "Aktivismus wäre ja, was wir gern hätten, nicht 'sagen, was ist'."

Wirtschaftlich blickt Klusmann positiv in die Zukunft: Zwar sinken auch beim "Spiegel" die Print-Auflagen, doch die Digital-Abonnements wachsen – aktuell sogar so stark, dass sie Print-Rückgänge überkompensieren. Auf den 75. Geburtstag des Magazins am 4. Januar werde die "Spiegel"-Belegschaft digital anstoßen, in der Hoffnung, die Feier im Frühjahr nachzuholen und "es krachen zu lassen".
turi2.tv (20-Min-Video auf YouTube), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de


Ex-Kinectic-Chef Sven Holsten bringt Luxus-Magazin “Only the Best” heraus.

Comebest: Werber Sven Holsten, zuletzt Geschäfts­führer der Out-of-Home-Agentur Kinetic, meldet sich als Magazin­macher zurück, berichtet "Horizont". Zunächst nur in München bringt er den Titel Only the Best – Brand Spaces heraus. Das 70-seitige Luxus-Blatt stellt "außer­gewöhnliche" Unternehmerinnen vor und ist bereits in der Stadt­ausgabe der "Süddeutschen Zeitung" erschienen, die "Welt am Sonntag" soll folgen. Zudem liegt es an ausgewählten Orten in München aus und steht als Gratis-E-Paper zur Verfügung.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background Holsten)

Basta: “Focus” hat viel um die Ohren und recycelt einen Titel von 2015.

Wiederholungstäter: Der "Focus" recycelt seine Titelstory "Hilfe für das Ohr" in der aktuellen Ausgabe. Vor beinahe genau sechs Jahren hat das Nachrichten-Magazin auf dem Cover schonmal mit den Themen wie Schwindel, Tinnitus und Hörverlust geworben. Besonders treuen Abonnentinnen dürfte bei dieser Dublette wohl zwar nicht das Hören vergehen, aber sehr wohl das Lesen.
turi2 – eigene Infos

Mode-Zeitschrift “Elle” beschließt ein Pelz-Verbot in redaktionellen Inhalten und Anzeigen.

Auf den Pelz gerückt: Die Mode-Zeitschrift Elle will in Beiträgen und in Anzeigen künftig keine Fotos mehr von Pelzen zeigen. Für 13 der 41 weltweiten Ausgaben gilt das Pelz-Verbot bereits, bei 20 weiteren soll die Verbannung ab 1. Januar 2022 erfolgen, die restlichen ziehen 2023 nach. Man wolle damit ein Zeichen setzen, das sich gegen die "Grausamkeit gegen Tiere" richte.
horizont.net, spiegel.de

G+J legt Living-Redaktionen zusammen.


Aufwendige Renovierung: Gruner + Jahr fusioniert die Print- und Online-Redaktionen von "Schöner Wohnen", "Häuser", "Couch", "Guidos Deko Queen" und "Wohnklamotte". An der Spitze der neuen Living-Redaktion stehen Andrea Fischer (Foto) und Christina Gath als gleichberechtigtes Führungsduo. Publisher Matthias Frei und Publishing Director Andrea Kobelentz (Foto, von links nach rechts) gehören ebenfalls zum Directors Board. Ein Product Board kümmert sich um Produkt- und Themenentwicklung und ein Visual Board um die optische Aufbereitung.

"G+J wird zur Magazininhalte-Produktionsabteilung der Marketingmaschine RTL" kommentiert Roland Pimpl den Umbau. Aus Pimpls Sicht steht beim ehemaligen Großverlag künftig der Werbemarkt "proaktiver" im Mittelpunkt als früher. 56 Beschäftige erstellen in der Living-Redaktion in "crossmedialen und interdisziplinären Teams" die marken- und kanalübergreifenden Inhalte, schreibt der Verlag. Laut Matthias Frei arbeiten sie "kreativer, kunden- und marktorientierter" als bisher. Die Titel erreichen laut G+J rund 4 Mio Menschen und zählen zusammen gut 2 Mio Fans in den sozialen Netzwerken. (Foto: Gruner + Jahr)
guj.de, horizont.net (Paid)

BurdaVerlag startet Klima-Magazin “2050” für die Generation Z.


Burda for Future: Der BurdaVerlag will mit einem eigenen Magazin die Generation Z abholen. "2050" heißt die neue Medienmarke, die im Frühjahr 2022 zum World Earth Day als Printmagazin und E-Paper sowie bei Instagram starten soll. Zentrale Themen sind Umwelt, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. Entwickelt hat "2050" ein kleines Team um Brand Director Elfi Langefeld, "Esquire"-Chefredakteur Dominik Schütte und "Instyle"-Vize Bianka Morgen. Ein festes Team gibt es nicht, statt­dessen einen "agilen Zusammen­schluss interessierter und engagierter" Journalistinnen. Ein Beirat aus "starken gesell­schaftlichen Stimmen" unterstützt bei der Themen­auswahl, kündigt Langfeld an. Auch in Sachen Vertrieb geht das Magazin neue Wege: Es kommt nicht an den Kiosk, sondern zweimal im Jahr mit 30.000 Auflage direkt zur Zielgruppe – kostenlos verteilt z.B. über Universitäten und Ausbildungs­stätten.

"2050" richtet sich an eine junge Generation, "bei der die Themen Klima- und Umwelt­schutz ganz oben auf der Agenda stehen und die uns sehr deutlich auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam macht", sagt Langfeld. "Wir sind überzeugt, dass wir diese Ziel­gruppe nicht über die konventionellen Wege erreichen." Das Magazin berichtet von Ideen, Projekten und Menschen, "die an einer lebens­werten Zukunft" arbeiten und will "mit unerschütterlichem Optimismus und großer Begeisterung" zu einer "konstruktiven gesellschaftlichen Haltung beitragen".
per Mail

Nielsen: Publikumszeitschriften setzen auch 2021 weniger Anzeigen um.

Publikums­zeit­schriften setzen von Januar bis Oktober 2,3 Mrd Euro um, ein Minus von 0,1 % im Vergleich zum Vorjahr, errechnet Jens Schröder aus Nielsen-Zahlen. Den größten Umsatz macht die TV-Beilage "Prisma", die sich um 19,4 % auf 119,6 Mio Euro steigert. Das größte Plus macht "Der Aktionär" mit satten 61,3 % mehr. Ebenfalls großen Gewinn machen "Myself" (28,7 %) und "Capital" (20 %). Größter Verlierer ist der "stern" mit einem Minus von 10,9 %.
meedia.de (Paid)

Burda widerspricht Cover-Vorwürfen der Looping Group.

Cover-Klinsch: Im Streit um die Titel-Doublette bei "Madame" und "Elle" widerspricht Burda dem Vorwurf der Looping Group, einen Fehler bei der Lizenzierung gemacht zu haben. Die Syndizierung von Bildmaterial sei bei Elle International "seit Jahrzehnten eingespielt". Das Dezember-Cover sei "in gewohnter Art und Weise mit allen erforderlichen Rechten für die deutsche 'Elle' erworben" worden. Das Foto ist im Original eine Produktion der "Elle" aus Spanien, das erstmals im Februar erschien.

Die Looping Group, Herausgeber der "Madame", sagt, sie habe die exklusiven Rechte für Deutschland erworben und klagt deshalb gegen Burda. Burdas "Elle" will sich ihrerseits rechtliche Schritte vorbehalten.
per Mail, turi2.de (Background)

Funke bringt “Myself”-Sonderheft “Astrologie” heraus.

Funke stellt seiner Frauenzeitschrift "Myself" eine Sonderausgabe "Astrologie" an die Seite. Das Heft soll "weniger esoterisch" sein und auf 132 Seiten viele Lifestyle-Themen enthalten. Außerdem kommen die Astro-Influencer Chani Nichols und Lori Haberkorn zu Wort. Das Heft erscheint am 17. November und kostet 5,90 Euro. Die Auflage liegt bei 100.000 Exemplaren.
funkemedien.de

Genuss-Magazin “Falstaff” bringt internationale Ausgabe heraus.

Falstaff goes global: Das Genuss-Magazin erscheint am 18. November erstmal mit einer englisch­sprachigen, internationalen Ausgabe. Auf 208 Seiten widmet sich das Heft "dem genuss­reichen Dreiklang von Wein, Essen und Reisen". Falstaff International kommt in 27 Ländern in den Handel, ist aber auch in Fein­schmecker-Restaurants, exklusiven Weinbars und ausgewählten Hotels zu haben. Die Druck­auflage liegt bei 100.000, der Copypreis beträgt 12 Euro. 2022 sollen vier Ausgaben erscheinen.
falstaff.de

Bauer bringt TV- und Streaming-Magazin heraus.

Gedruckte Serien: Die Bauer Media Group will das Medium Programm-Zeitschrift retten und bringt mit "TV Movie Stream XXL" ein Hybrid-Magazin für lineares Fernsehen und Streaming heraus. Das Heft umfasst ein 60-seitiges Innenleben zum Herausnehmen, das alle Streaming-Starts für 14 Tage auflistet. Die erste Ausgabe erscheint am Freitag mit einer Auflage von 200.000 und kostet 2,20 Euro. Zeitgleich geht die Video-on-Demand-Plattform MyTVMovie.de live, auf der man aktuelle Filme und Serien kaufen und leihen kann.
new-business.de, horizont.net (Paid), tvmovie.de

Süddeutscher Verlag verkauft den Österreichischen Wirtschaftsverlag.

Austria-Ausverkauf: Süddeutscher Verlag Hüthig Fachinformationen, Tochter des Süddeutschen Verlags, verkauft rückwirkend zum 1. November 2021 sämtliche Anteile des Österreichischen Wirtschaftsverlags an dessen Geschäftsführer Thomas Letz. Letz wird dadurch einziger Gesellschafter des Fachverlags, der zwölf Magazine in den Bereichen Automotive, Gastro, Bau und Wirtschaft herausgibt. Über finanzielle Details wurde Stillschweigen vereinbart, alle Arbeitsplätze sollen erhalten werden.
swmh.de

Debatte: Helene Fischer ärgert sich über Boulevard-Berichte.

Helene-Hype: Jährlich mehr als 1.000 Geschichten in Klatschblättern muss Helene Fischer über sich ergehen lassen, rechnet Übermedien aus. "Die Aktuelle" von Funke habe jüngst ein "selbst für ihre Verhältnisse ausgesprochen perfides Cover" gehabt, das suggeriert, die Schlager-Sängerin hätte ihr Kind verloren. In dem Text geht es aber nur um ihren neuen Song. Fischer stört sich an dem Eingriff in ihre Privatsphäre und könne nachvollziehen, wenn Leute "von diesem permanenten Helene-Fischer-Hype" genervt sind. Sie selbst wolle gar nicht täglich stattfinden.
uebermedien.de

Gold & Wirtschaftswunder ist neue Kreativ-Agentur für Burdas “TV Spielfilm”, “Cinema” und “SerienMagazin”.

Burda: Gold & Wirtschaftswunder ist nach einem mehrstufigen Pitch ab sofort die Lead-Agentur von "TV Spielfilm", "Cinema" und dem "SerienMagazin". Eine neue Marken-Kampagne soll zu "mehr Sichtbarkeit" führen, dazu gibt es die neuen Slogans "Schneller finden. Besser sehen", "Der Guide für alle Kino- und Streamingfans" und "Alles für deine Watchlist". Durch "eingängige Claims und Headlines" sollen Leserinnen bei der Suche nach Inhalten "effektiver und erfolgreicher" sein.
burda.com, meedia.de

Debatte: Klaus Ungerer zerlegt den “stern”.

Keine Sternstunde: Für Übermedien zerlegt Klaus Ungerer den "stern" in seine Einzelteile und bemerkt ein Magazin, bei dem nicht ganz klar ist, welche Zielgruppe es überhaupt ansprechen soll. Der Kulturteil sei gefüllt mit "Pflichtübungen", die "Trümmer der Humorseite dümpeln ganz hinten im Heft". Immerhin gebe es manchmal "Mut zur formalen Freiheit".
uebermedien.de (Paid)

Wir graturilieren: Philipp Schulze wird 45.


Wir graturilieren: Philipp Schulze, Chefredakteur der Burda-Titel “TV Spielfilm”, “Cinema”, “TV Today” und des “SerienMagazins” wird 45. Seinen Geburtstag feiert Schulze mit seiner Familie "im kleinen Kreis". Besonders beeindruckt hat ihn im vergangenen Jahr, wie gut sein Team die Corona-Krise gemeistert hat: Trotz aller Herausforderungen habe die Crew "neue Projekte mit Leidenschaft und Herzblut vorangetrieben" – wie etwa neue Podcasts, Bücher und Zeitschriften. Knifflig gestaltet hat sich im abgelaufenen Jahr die Neuausrichtung der "Cinema", die Kinos waren schließlich pandemiebedingt zeitweise geschlossen. Genervt haben Schulze zudem die zahlreichen Verschiebungen des neuen James-Bond-Films Keine Zeit zu sterben, drei Jahre nach seinem Set-Besuch in Schottland habe er den Action-Streifen dann aber glücklicherweise doch noch zu Gesicht bekommen. Im kommenden Jahr erhofft sich Schulze wieder mehr Live-Events und reale Begegnungen. Gratulationen sind über E-Mail, Linked-in und Xing willkommen.

Blue Ocean Entertainment bringt “Masked Singer”-Magazin heraus.

Maskiertes Magazin: Die Burda-Tochter Blue Ocean Entertainment bringt am Donnerstag ein Magazin zur ProSieben-Show The Masked Singer heraus, berichtet "Clap". Das Heft kommt mit 30.000 Auflage für 4,99 Euro an den Kiosk. Es enthält zehn XXL-Poster mit den zehn neuen Masken der aktuellen Staffel sowie Steck­briefe und Hinter­gründe.
clap-club.de, blue-ocean.de

IVW: “Zeit” und “Spiegel” gewinnen, TV-Zeitschriften sacken ab.

Papierflaute: Laut IVW-Erhebung gehen bei vielen Zeitungen und Zeitschriften im dritten Quartal 2021 die Verkaufs- und Abozahlen weiter bergab. "Bild" (-8,5 %) und "Neues Deutschland" (-10 %) verzeichnen das größte Minus unter den überregionalen Zeitungen, "Süddeutsche" und "FAZ" verlieren 3 bzw. 4 %. "Handelsblatt" und "taz" bleiben hingegen stabil. Bei den Zeitschriften vermelden zwei Drittel der Titel Verluste. Zu den Gewinnern gehören "Zeit" und "Spiegel", die rund 10 bzw. 6 % an Auflage zulegen – hauptsächlich durch Digitalabos. Die größten Verlierer sind Programmzeitschriften wie "TV 14" und "TV Digital" und die "Bild der Frau".
meedia.de (Zeitschriften), meedia.de (Zeitungen), dwdl.de

Kino-Tipp: “The French Dispatch” erzählt vom Journalismus der alten Schule.

Kino-Tipp: Als Liebesbrief an den Journalismus der alten Schule versteht Regisseur Wes Anderson seinen Film The French Dispatch, der heute in den deutschen Kinos startet. Das fiktive Blatt entführt mit literarisch geschriebenen Storys in unbekannte Welten – Vorbild ist der legendäre "New Yorker". Der Film ist strukturiert wie ein Magazin: mit Editorial, drei ungekürzten Reportagen aus dem wilden Leben im Frankreich des Jahres 1975 und einem Schlusswort.
rnd.de, heise.de, faz.net, youtube.com (Trailer, 3-Min-Video)

Reader’s Digest bringt Sonderheft mit Gesundheits-Themen an den Kiosk.

Reader's Digest veröffentlicht ab sofort jährlich das Sonderheft "Gesundheit". Chefredakteur Michael Kallinger verspricht "von Fachjournalisten recherchierte und verifizierte Informationen zu Forschung, Therapie und Vorbeugung" statt des "Häppchenjournalismus" der Konkurrenz. Die erste Ausgabe mit 128 Seiten erscheint am 25. Oktober zum Preis von 6,90 Euro. Themen sind u.a. Covid-19, Digital Health und Männergesundheit.
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“Das Neue Blatt”: Chefredakteurin Petra Hansen-Blank geht in den Ruhestand – Eike Lange übernimmt.

Regenbogen-Umbau: Chefredakteurin Petra Hansen-Blank, seit 14 Jahren an der Spitze des Bauer-Yellows "Das Neue Blatt", geht in den Ruhestand. Für Hansen-Blank übernimmt Eike Lange zusätzlich zur Chefredaktion der "Neuen Post" und zu Bauers monatlichen Yellow-Titeln. Parallel legt der Verlag die bisher getrennten Redaktionen von "Neuer Post" und "Neuem Blatt" zusammen, "um in Zukunft noch stärker voneinander zu lernen und die Qualität durch eine enge Zusammenarbeit zu steigern". Von der Zusammenlegung sind bei beiden Titeln 25 Mitarbeitende betroffen, teilt Bauer mit. Es geht weder um Einsparungen, noch seien zum jetzigen Zeitpunkt welche geplant. "Das neue Blatt" verkauft über 280.000 Hefte pro Woche, die "Neue Post" über 400.000.
turi2 – eigene Infos, bauermedia.de

Meinung: Influencerinnen werden die “Vogue” niemals ersetzen.

Ganz schlechter Stil: Dass für die "Vogue" künftig vor allem Übersetzerinnen statt Journalistinnen arbeiten, werden Leserinnen in Deutschland zwar nicht gleich merken, es wird sie aber irgendwann langweiligen, meint Julia Werner. Das Ralph-Lauren-sozialisierte US-Personal erzähle "jetzt Franzosen und Italienern, was Eleganz und Stil bedeutet". Die Vielfalt sei dahin, Global-Chefin Anna Wintour (Foto) nur noch ein "Denkmal ihrer selbst". Influencerinnen könnten die Rolle der "Vogue" als "Stil-Kompass" nicht übernehmen.
sueddeutsche.de (Paid)