Paid Content ist der Versuch der Verleger, dem Online-Journalismus ein Preisschild anzuheften. lexikon2.de

Facebook unterstützt 18 Medienhäuser bei der Entwicklung digitaler Bezahlmodelle.


Blaue Freundschaftsanfrage: Facebook sichert sich mit einer Neuauflage seines Accelerator-Programms die Sympathie lokaler Medien. Das Programm unterstützt Verlage mit Workshops und Beratung bei der Entwicklung digitaler Bezahl­modelle. Für die Umsetzung individueller Projekte und Prototypen stellt Facebook den Verlagen jeweils 50.000 Euro zur Verfügung. Mit dabei sind 18 Medien­häuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, u.a. der "Tagesspiegel", die "Hamburger Morgenpost", Krautreporter und VRM sowie die "Passauer Neue Presse".

Die erste Runde fand 2019 statt, 2020 musste das Programm coronabedingt pausieren. Die zweite Runde läuft nun nun virtuell. Auf dem Stundenplan steht ein dreimonatiges Workshop- und Coaching-Programm für die teilnehmenden Medienhäuser, dazu gehört auch ein länderübergreifender Austausch mit Medien aus den Benelux-Staaten und Skandinavien.
about.fb.com, meedia.de

Clubhouse startet eine Bezahl-Funktion.


Ich werf die Fuffies durch den Club: Clubhouse erlaubt seinen Kreativen ab sofort, Geld auf der Plattform einzunehmen. Künftig können alle Nutzerinnen anderen Usern Geld senden. Dafür müssen sie nur das Profil der Person aufrufen und den neuen Button "Send Money" anklicken. Nutzerinnen müssen für Zahlungen eine Kreditkarte hinterlegen. Geld senden können laut Clubhouse bereits alle, die Funktion, Geld empfangen zu können, werde in Wellen ausgerollt. Zum Start ist eine nicht näher definierte, kleine Testgruppe bereits freigeschaltet.

Als Dienstleister wickelt Stripe die Zahlungen ab und verlangt von der Empfängerin eine kleine Gebühr. Clubhouse gibt an, kein Geld abzuziehen. Die Audio-App schreibt in einem Blogpost, die neue Funktion sei die erste von vielen Features, die Produzentinnen erlauben werde, direkt auf Clubhouse bezahlt zu werden.
joinclubhouse.com, techcrunch.com

Clubhouse-Konkurrent Fireside will Audio-Chats zu Geld machen.

Fireside sagt Clubhouse den Kampf an: Die Audio-Chat-App, hinter der US-Unternehmer Mark Cuban steht, soll noch 2021 starten und will "Podcast-Plattform der nächsten Generation" sein. Die Live-Gespräche lassen sich mit der App aufzeichnen, Moderator*innen sollen die Möglichkeit bekommen, mit ihren Gesprächsrunden Geld zu verdienen.
theverge.com via wuv.de

Liegt die Zukunft im Pay- oder im Free-TV, Susanne Aigner-Drews?


Friedliche Nebeneinander: Discovery-Chefin Susanne Aigner-Drews freut sich über die wachsende Vielfalt im Fernsehen. In der turi2 edition #13 will sie sich nicht zwischen Pay- und Free-TV entscheiden – dass die Zahlungsbereitschaft zuletzt gestiegen, freut sie aber. Sie können den Gastbeitrag hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Sportdeutschland.TV überträgt Handball-WM 2021.

Sportdeutschland.TV von ProSiebenSat.1 zeigt die Handball-WM 2021 der Männer im Januar in Ägypten gegen Bezahlung. Das Turnier-Ticket für 10 Euro bietet Zugang zu allen 108 Partien, live und auf Abruf. Einzel-Spiele kosten 3,50 Euro, Aufzeichnungen 1,99 Euro, nach 48 Stunden sind sie frei abrufbar. Die Spiele der deutschen Handball-Nationalmannschaft zeigen auch ARD und ZDF.
dwdl.de

Bertelsmann beteiligt sich am britischen Abo-Dienstleister Zephr.

Bertelsmann steigt über seine Tochter Bertelsmann Digital Media Investments beim britischen Startup Zephr ein. Der Investment-Arm führt eine Finanzierungsrunde über insgesamt 8 Mio Dollar an. Zephr bietet Medienunternehmen Tools zur Analyse von Digitalabos an und zählt u.a. die "New York Times", Conde Nast und News Corp. zu seinen Kunden.
new-business.de

The Correspondent macht dicht.

The Correspondent, englischer Ableger des niederländischen Krautreporter-Vorbildes De Correspondent, stellt seinen Betrieb zum Jahresende ein. Als Grund nennt die Plattform einen deutlichen Anstieg der Abo-Kündigungen in den vergangenen drei Monaten und damit Finanzierungsprobleme. Das niederländische Original soll weiter existieren.
sueddeutsche.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Rob Wijnberg fährt mit De Correspondent auf Expansions-Kurs. (10/2015)

Video-Tipp: Zahlungsbereitschaft ist ein Indiz für Qualitätsjournalismus, sagt Cornelius Frey.

Video-Tipp: Die wachsende Zahlungsbereitschaft für Journalismus ist ein Messgrad für Qualität, sagt Cornelius Frey, Bruder von Pia Frey und Co-Gründer von Opinary, im Interview mit unseren Video-Koop-Partner "Horizont". Als Positiv-Beispiele nennt Frey die "FAZ" und "Katapult". Vom reinen Umfrage-Tool hat sich Opinary zu einem Abgleich der eigenen Sichtweise mit anderen entwickel. Es richte sich zunehmend auch an Unternehmen, die ein Stimmungsbild einholen wollen.
horizont.net, youtube.com (15-Min-Video)

Bei Übermedien darf nur noch kommentieren, wer bezahlt.

Übermedien stellt die Kommentar-Funktion hinter die Paywall: Ab sofort dürften Beiträge nur noch zahlende Unterstütz*innen kommentieren, mitlesen können weiterhin alle. Stefan Niggemeier argumentiert, die Kommentare seien in ihrer derzeitigen Form "oft ein unwirtlicher Ort" und wirkten zuweilen "wie eine Kampfarena", die Beschränkung soll zu "besseren Diskussionen" führen. Aus dem gleichen Grund erlaubt seit Anfang November auch die "Welt" das Kommentieren nur noch zahlenden Abonnent*innen.
mailchi.mp, turi2.de (Background "Welt")

Die Onlineplattform OnlyFans wird zum kostenpflichtigen Erotik-Instagram.

OnlyFans ist der neue Star in der Social-Media-Welt, berichtet Dennis Kogel. Das Netzwerk erinnert zunächst an Facebook oder Instagram. Unterschied: Die Nutzer*innen können Geld dafür verlangen, dass andere ihnen folgen können oder Nachrichten schicken. Meist nehmen sie dafür 10 bis 30 Dollar. Rund 4.000 Menschen bieten in Deutschland derzeit Inhalte über OnlyFans an, weltweit sind 30 Mio Accounts registriert, die meisten suchen nach Erotik-Inhalten. Einige Nutzer*innen generieren im Monat fünfstellige Einnahmen, auch Influencer anderer Netzwerke fühlen sich hier zum Teil sicher genug, mehr Haut zu zeigen.
deutschlandfunkkultur.de (inkl. 13-Min-Video)

Krautreporter suchen weitere 1.300 Abonnent*innen.

Krautreporter bezeichnen sich selbst als in der Krise, sind aber gar nicht so weit von stabilen Zahlen entfernt, sagt Genossenschaftsvorstand Leon Fryszer im Interview mit Medieninsider Marvin Schade. Aktuell habe das Portal etwa 13.700 Mitglieder, rund 1.300 weitere fehlen, um tragfähig zu sein. Klappt das 2020 noch nicht, werde das den Krautreportern noch nicht "das Genick brechen". Auch bisher habe das Angebot durch Vorschüsse und Förderungen noch Geld aufgetrieben. Das sei jedoch "nicht der richtige Weg in eine nachhaltige Zukunft."
medieninsider.com

“Spiegel” nimmt mit Pur-Abo ca. 500.000 Euro pro Jahr ein.

Zahlen, bitte: Der "Spiegel" zieht Bilanz über sein Pur-Abo, mit dem er Nutzer*innen auffordert, sich bewusst für Werbung oder für die Zahlung von 4,99 Euro pro Monat zu entscheiden. Derzeit lesen 17.200 der 20 Mio Unique User die Website oder App werbefrei. Die Einnahmen summieren sich, aufs Jahr gerechnet, auf gut eine halbe Mio Euro. Trotz der vergleichsweise geringen Zahl sieht der "Spiegel" das Abo als solide zusätzliche Einnahme-Quelle.
devspiegel.medium.com

Frauenmagazin “Emotion” startet Club-Modell “Emotion for me”.

Inspiring Network baut "Emotion" zum Club aus: Emotion for me will Frauen bei ihrer persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung unterstützen. Für 9,99 Euro im Monat gibt es Coachings, Workshops und Live-Talks, dazu personalisierte Inhalte und Rabatt-Aktionen. Für knapp zwei Euro mehr kommt auch das Print-Heft ins Haus. Mit dem Club-Modell will Gründerin Katarzyna Mol-Wolf "Emotion" auf "eine weitere Säule" und damit "zukunftssicher aufstellen".
meedia.de, emotion.de (Club-Angebot)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Diese Branche entwickelt und verändert sich wahnsinning schnell" - Katarzyna Mol-Wolf im Erfolgs-Fragebogen (07/2019).

“Welt” versteckt Kommentarfunktion hinter der Paywall.


Geschlossene Gesellschaft: Die "Welt" zieht einen Zaun um die Kommentar­funktion auf Welt.de und in ihrer App. Kommentieren dürfen ab heute nur noch zahlende Abonnent*innen von Welt plus. Die Redaktion begründet die Beschränkung mit der Zunahme an Kommentaren, die Hass, Rassismus oder Gewalt­verherrlichung verbreiten. Bei durchschnittlich 650.000 Kommentaren im Monat seien es "in den weit überwiegenden Fällen Nicht-Abonnenten" gewesen, die die "Grenzen unserer Nutzungsregeln getestet und übertreten haben".

Das Blatt habe sich die Entscheidung "nicht leicht gemacht", erhofft sich nun aber "ein Mehr an intelligenter, anregender Debatte". Zugleich will die Redaktion ihre Präsenz im Kommentarbereich erhöhen. Bisher sei rund ein Viertel der Kommentare von den 130.000 Digital-Abonnent*innen gekommen, die oft "die interessantesten Fragen und Argumente" brächten. Die "Welt"-Redaktion beschreibt ihre Plus-Community als ein "gutes Stimmungsbarometer für die politische Großwetterlage".
welt.de

Audio-Doku der “Süddeutschen Zeitung” arbeitet Ibiza-Affäre auf.

Süddeutsche Zeitung beleuchtet in der Audio-Doku Going to Ibiza die Ibiza-Affäre, die 2019 die Regierung in Wien zum Rücktritt zwang. Leila Al-Serori und Vinzent-Vitus Leitgeb befassen sich in acht Episoden mit Korruption, Machtgier und Populismus in Österreich. Die erste Folge ist bei FYEO gratis abrufbar, für die weiteren ist ein Abo erforderlich.
derstandard.at, ots.at, fyeo.de

Zahl des Tages: “New York Times” kann mit 13 Mio Digital-Abos bis Ende 2025 rechnen.

Zahl des Tages: Mit bis zu 13 Mio reinen Digital-Abonnent*innen kann die "New York Times" bis Ende 2025 rechnen, prognostiziert J.P.-Morgan-Analyst Thomas Yeh. Das wären mehr als doppelt so viele wie heute. Zuletzt erklärte "NYT"-Chefin Meredith Kopit Levien, dass sie bis 2030 eine Vervierfachung der Abo-Zahlen auf dann 24 Mio zahlende Leser für möglich hält.
seekingalpha.com via meedia.de (Paid)

“manager magazin”: “Berliner Zeitung” vernebelt ihre sinkende Auflage.

Berliner Zeitung versteckt ihren Auflagen-Rückgang, schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Im 4. Quartal 2019 verkaufte das Blatt nur noch rund 61.000 Exemplare und meldet seitdem keine Verkaufs­zahlen mehr an die IVW. Auf Nachfrage räumt der Verlag ein, dass die Auflage im 1. Quartal 2020 um 8 % und im 2. Quartal um weitere 4 % gesunken sei. Bezahlte Digital-Abos hat der Verlag nach eigenen Angaben erst rund 5.000 verkauft.
manager-magazin.de (Paid)

Musik-Streamingdienst Deezer bringt eine Hörbuch-App heraus.

Deezer startet eine eigene App für Hörbücher und Hörspiele. Audiobooks by Deezer ist zunächst nur in Deutschland verfügbar und bietet u.a. redaktionell aufbereitete Hörbuch-Empfehlungen sowie eine Download-Funktion. Zahlende Kund*innen des Musik-Streamingdienstes Deezer können die Hörbuch-App ohne Aufpreis nutzen.
heise.de, youtube.com (40-Sek-Video)

“Capital” führt ein digitales Bezahlangebot ein.

Capital-Ertrag: "Capital" startet ein digitales Bezahlangebot für 7,90 Euro im Monat inklusive E-Paper. Wer zusätzlich das Print-Heft haben will, zahlt 1,90 Euro mehr. Hinter der Paywall erscheinen nach und nach die Inhalte der Printausgabe sowie täglich mindestens zwei exklusive Artikel und ein Newsletter, sagt Chefredakteur Horst von Buttlar zu "Horizont". Ausgewählte Beiträge gibt es zudem als Audio. Auch die "Capital"-Podcasts werden Teil des Digital-Abos. Haupt-Erlösquelle bleibe aber weiter das Heft, so von Buttlar.
horizont.net (Paid), turi2.de/koepfe (Profil von Butlar)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie geht’s dem Kapital, Horst von Buttlar? (04/2020)

“Bild” verspricht Plus-Kund*innen Bevorzugung bei “Bild kämpft für Sie”.

Bild führt ein neues Argument für ihr Plus-Abo an und verspricht den Nutzer*innen, priorisiert bei "Bild kämpft für Sie!" behandelt zu werden. In der Rubrik vermittelt das Blatt bei Streit mit zum Beispiel Behörden oder Versicherungen. Laut eigenen Angaben werden sich täglich "mehrere Hundert" Leser*innen mit Anliegen an die "Bild".
bild.de (Paid)

“Süddeutsche” schafft 150.000 Digitalabos – auch dank Einsteigerpreisen.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung meldet 150.000 Digital-Abos. Damit hat das Blatt sein Jahresziel für 2020 bereits im August erreicht, teilt der Verlag mit. Im Herbst 2019 hatte die "Süddeutsche" die Abo-Struktur überarbeitet und um ein günstigeres Einsteiger-Abo für 9,99 Euro im ersten Jahr erweitert. Probe-Abos sind in der Zahl nicht enthalten - sie liegen laut "SZ" im konstant fünfstelligen Bereich.
horizont.net, swmh.de, turi2.de (Background)

Readly plant Börsengang in Stockholm.

Readly will an die Börse: Der schwedische Anbieter einer digitalen Zeitschriften-Flatrate teilt mit, er erfülle die Voraussetzungen für eine Listung an der Börse in Stockholm. Der Börsengang soll bis Ende September erfolgen. Mit Ausgabe neuer Aktien erhofft sich Readly frisches Kapital in Höhe von 450 Mio schwedischen Kronen, umgerechnet rund 43 Mio Euro.
horizont.net, corporate.readly.com

Zahl des Tages: Nutzer*innen würden zehn Euro monatlich für “Journalismus-Spotify” zahlen.

Zahl des Tages: Maximal 10 Euro pro Monat würden Nutzer*innen für eine Art Journalismus-Spotify mit vorausgewählten Medienangeboten zahlen, sagt eine Befragung der Landesanstalt für Medien in Düsseldorf. Das Team leitet sechs Empfehlungen für Paid-Content-Strategien ab, eine lautet, Print-Journalismus "als Türöffner und Identitätsstifter" zu nutzen. Menschen seien bereit, für vertrauenswürdigen Informationsjournalismus zu zahlen – wenn sie ihn erkennen.
tagesspiegel.de

Media Pioneer konzentriert sich auf Paid Content.


Paid Pioneers: Gabor Steingart legt mit seinem Medienschiff einige Kalkulations-Knoten zu und lässt ab 1. September fünf Podcasts hinter der Bezahlschranke verschwinden. Kostenlose Basis-Versorgung bleibt lediglich Steingarts Morning Briefing Podcast, außerdem die Reihe Beyond The Obvious. Alle anderen Produktionen, darunter das Talk-Format Überstunde und der Amerika-Podcast The Americans gibt es künftig nur noch für zahlende Kund*innen, der Abo-Preis beginnt bei 25 Euro pro Monat. Die Redaktion will weitere Podcast- und Briefing-Formate entwickeln.

Ab Herbst soll eine weitere Säule das Geschäftsmodell erweitern: die Auftrags-Produktion von Podcasts, zu der auch Distribution und Vermarktung über die Plattform ThePioneer gehört. Spätestens 2023 will Steingart "ein profitables Geschäftsmodell für die vielfältigen Medienangebote etablieren, das in allen journalistischen Formaten auf Werbeerlöse verzichtet".
kress.de

Auch das “manager magazin” führt ein werbefreies Digital-Abo ein.

manager magazin macht es seiner Mutter "Spiegel" nach und führt ein Pur-Abo für seine Website ein. Für 4,99 Euro im Monat können Nutzer*innen die Website weitestgehend werbefrei lesen. Plus-Abonnent*innen von "manager magazin" oder "Harvard Business Manager" zahlen für Werbefreiheit 1,99 Euro im Monat zusätzlich.
manager-magazin.de, turi2.de (Background)

“Bild” sieht eingekaufte Bundesliga-Pakete als “Traumkombination”.

Bundesliga: Die Rechte-Pakete M (Highlights hinter der Paywall) und DOOH (Außenwerbung) sind für "Bild" eine "Traumkombination", sagt Nikolaus Glasmacher, General Manager Sport der "Bild"-Gruppe, im Sponsors-Interview. Springer könne damit auf Außen-Displays für seine Highlight-Clips bei Bild plus werben. Erklärtes Ziel sei es, Neukunden für das gesamt Bezahl-Angebot zu gewinnen. Als Vorteil gegenüber reinen Sport-Anbietern sieht Glasmacher, dass "Bild" auch noch "ganz viel weiteren Content" hat.
sponsors.de (inkl. 26-Min-Video)

Meinung: Hochwertiger Journalismus wird teurer.

Paid Content: Auch wenn die Zahlungsbereitschaft für Journalismus im Netz steigt, sind die "fetten Jahre" für Medien definitiv vorbei, sagt die Journalismus-Professorin Annika Sehl im "Horizont"-Interview. Qualitativ hochwertigen Journalismus werde es weiter geben, er werde jedoch deutlich mehr kosten, weil ihn weniger Menschen finanzieren. Zudem sinkt der Anteil der Werbeeinnahmen, sagt Sehl. Das liege zum einen an Google und Facebook, aber auch an den Verlagen, die zu spät reagiert hätten. Zwischen Verlagen und den US-Techkonzernen beobachtet Sehl eine Hass-Liebe. Einerseits befinden sich beide Seiten im Konkurrenzkampf um Einnahmen, andererseits nutzen die Verlage gerne Kooperationsangebote der Internetfirmen.
horizont.net (Paid)

Sophie Passmann und Matthias Kalle verkaufen Podcast zum Einmalpreis.

Gehört mir: Autorin Sophie Passmann und Journalist Matthias Kalle starten bei Audible heute den Popkultur-Podcast Jubel & Krawall. Dabei experimentieren sie mit einem neuen Geschäftsmodell: Wer kein Abo abschließen will, bekommt für einmalig 9,95 Euro alle bisherigen und künftigen Episoden auf Lebenszeit.
morgenpost.de, glamour.de, audible.de

Blaue Dachmarke: “manager magazin” und “Harvard Business manager” rücken zusammen.

Alles neu macht der Juli: manager magazin und Harvard Business manager machen es wie die große Schwester "Spiegel" und geben sich einen runderneuerten Digital- und Marken-Auftritt. Die Online-Ausgaben erscheinen künftig unter der Dachmarke "manager", das gemeinsame Pay-Angebot heißt manager+, die Einzelausgaben m+ statt "Premium" und HBm+. Optisch ist die Verwandschaft mit Spiegel.de unverkennbar. Das "manager magazin" geht auch organisatorisch den gleichen Weg wie der "Spiegel" und verhandelt mit dem Betriebsrat über eine Fusion von Print- und Online-Redaktion. Den Relaunch-Prozess, der wegen Corona dezentral gelaufen ist, dokumentiert der Verlag bei Medium.com.
medium.com, manager-magazin.de, manager-magazin.de/harvard (Online-Auftritte)

“manager magazin”: Corona wird BuzzFeed & Co “Zusammenschlüsse und Pleiten” bescheren.


In der Klickfalle: Corona offenbart die "Lebenslügen" von Entertainment- und Reichweiten-Portalen wie BuzzFeed, Vice und Business Insider, analysiert das "manager magazin". Der "Reichweitenfetisch" habe sich nicht erst in der Pandemie als Irrglaube erwiesen. Die einstigen Klick-Könige sind heute froh, "wenn sie ein Jahr ohne Entlassungen auskommen", schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Am besten kommt in seiner Analyse noch Springers Business Insider weg, obwohl Alvares nahelegt, dass Springer-Boss Mathias Döpfner sich verspekuliert hat, als er 2015 für 88 % von BI stolze 343 Mio Dollar hingeblättert hat. Zum Vergleich: Jeff Bezos schnappte sich die "Washington Post" zwei Jahre zuvor für nur 250 Mio.

Immerhin hat BI bald nach dem Springer-Einstieg auf Paid Content gesetzt und zählt inzwischen 200.000 Abonnent*innen. 2019 stand ein Umsatz von gut 100 Mio Dollar, nur noch ein Drittel davon kam aus Werbung – und es soll als "Achtungserfolg" einen "kleinen Gewinn" gegeben haben. Beim deutschen Ableger versucht seit 2019 ein neues Team in Berlin, das "Billigimage abzustreifen" – mittelfristig soll es auch hier Bezahl-Inhalte geben, schreibt das "mm".

Konkurrent BuzzFeed zeigt, wie klebrig Klick-Content ist: Große Werbeerlöse ließen sich mit den teuren aber gefeierten Recherchen von BuzzFeed News kaum erzielen – in den USA verdient das Portal nun mit Produkt-Verkäufen aus Koch-Videos, der deutsche BuzzFeed-Ableger steht zum Verkauf. Auch Digital-Veteran Vice wandelt sich: Hier müssen derzeit vor allem Journalist*innen gehen, weil sie "für 50 % unserer Personalkosten, aber nur 21 % unseres Umsatzes stehen", zitiert das "manager magazin" aus einem Memo von CEO Nancy Dubuc.
"manager magazin" 7/2020, S. 76-79 (Paid)

DFL vergibt am Montag Bundesliga-Rechte, Amazon hat gute Karten.

DFL verkündet am Montag, wer ab der Saison 2021/22 die Spiele der Bundesliga übertragen darf. Amazon dürfte zum Zuge kommen, sollte der US-Konzern "nur ein halbwegs konkurrenzfähiges Angebot" abgeben, schreibt Kai-Hinrich Renner. Der DFL soll besonders gefallen, das Amazon Prime mit monatlich 7,99 Euro von vielen gar nicht als Bezahl­fernsehen wahrgenommen wird. Aus Branchen­kreisen hört Renner, Sky habe bereits einen Plan B und wolle seine Aktivitäten in Deutschland erheblich reduzieren, sollte der Pay-TV-Sender leer ausgehen. Sky dementiert das.
berliner-zeitung.de

Sky will Werbeindustrie Programm abseits des Fußballs schmackhaft machen.

Sky will im Werbemarkt nicht mehr nur als Sportsender wahrgenommen werden, sagt Ralf Hape, Sales-Chef von Sky Media, im "Horizont"-Interview. In der sport­freien Zeit habe das Entertainment-Angebot von Sky enorm an Reichweite gewonnen, vor allem On Demand. Einige Kunden hätten den "Reichweiten-Boost" bereits genutzt. Hape glaubt jedoch, dass der Werbemarkt das Potenzial "noch nicht komplett verstanden" hat.
"Horizont" 25/2020, S. 7 (Paid)

Gruner + Jahr konnte in der Corona-Hauptphase seine Aboverkäufe steigern.

Gruner + Jahr hat in der Corona-Hochphase im April 66 % mehr Abos generiert als im Vorjahr, meldet "New Business" und bezieht sich auf ein hausinternes Interview von Vertriebschefin Christina Dohmann. Auch Digital- und E-Paper-Abos wurden deutlich häufiger abgeschlossen. Das ist bemerkenswert, weil Gruner + Jahr anders als andere Verlage sehr großzügig Online-Zugänge zu seinen Inhalten freigeschaltet hat. Im Einzelverkauf musste Gruner + Jahr jedoch ein Minus verzeichnen, weil viele Verkaufsstellen, zum Beispiel an Flughäfen oder Bahnhöfen, geschlossen waren oder kaum besucht wurden. Der Verkauf in Supermärkten konnte das nicht ausgleichen.
new-business.de, turi2.de (Background)

Zitat: “taz”-Geschäftsführerin Aline Lüllmann hat kein Vertrauen in die Werbewirtschaft.

"Auf die Werbewirtschaft, das lernen wir als Tageszeitungsmenschen, ist in Zeiten der Krise kein Verlass."

Aline Lüllmann, Geschäftsführerin der "taz", kommentiert, dass die Corona-Krise zeige, dass Journalismus von den Leser*innen finanziert werden muss. Die Pandemie könne zudem dazu führen, dass die werktägliche Printausgabe später als bisher gedacht von Markt verschwindet.
taz.de