Paid Content ist der Versuch der Verleger, dem Online-Journalismus ein Preisschild anzuheften. lexikon2.de

Gruner + Jahr startet mit “stern Crime” in den Paid Content – “stern” soll folgen.


Kriminelle Bezahlung: Gruner + Jahr startet heute und damit vergleichsweise spät sein erstes digitales Paid-Content-Angebot. Mit stern Crime Plus richtet sich der Verlag zunächst mit einem - wie "stern"-Chefin Anna-Beeke Gretemeier sagt – "Nischenprodukt" an das Publikum. Damit will der Verlag wohl Erfahrungen sammeln für den Start von stern Plus. Das Bezahlangebot für die Dachmarke soll noch 2019 an den Start gehen, wie Carina Laudage, Geschäftsführerin G+J Digital Media, gegenüber "Horizont" bestätigt.

Stern Crime Plus kostet monatlich 5,99 Euro oder 7,49 Euro mit Printmagazin und verspricht Original Audio- und Video-Aufnahmen von Opfern, Tätern und Ermittlern, Audiostories sowie direkten Kontakt zu den Heft-Machern. Außerdem erhalten Abonnenten Rabatte für Live-Events. Bisher setzt Gruner + Jahr online auf Reichweitenvermarktung. Bezahlangebote gibt es nur für Service-Leistungen, etwa bei der Diät-App mit Eckart von Hirschhausen.
horizont.net, presseportal.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Aus Fehlern lernt man am meisten" – stern.de-Chefin Anna Gretemeier im Strategie-Gespräch.

Discovery und Amazon starten Koch-Video-App.

Discovery startet in den USA Ende Oktober zusammen mit Amazon die Koch-Video-App Food Network Kitchen. Für 6,99 Dollar im Monat bekommen die Zuschauer bis zu 25 Live-Kochkurse pro Woche und mehr als 800 auf Abruf, dazu 3.000 Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Die Zutaten liefert Amazon auf Wunsch ins Haus. Innerhalb eines Jahres soll die App in weitere Länder expandieren.
theverge.com, bloomberg.com

Meinung: Ein Netflix-System für Verlage kann nicht funktionieren.

Flatrate-Angebote für Verlagsangebote würden nicht funktionieren, kommentiert Olaf Peters-Kim, Geschäftsführer des AdTech-Unternehmens Welect, bei "Horizont". Verlage würden die direkte Kundenbeziehung verlieren und die Möglichkeit, deren Daten zu analysieren. Sie würden zudem die Preishoheit aus der Hand geben, mit der sie auch Qualität markieren könnten. Außerdem sei weder eine faire Vergütungsmethode noch eine sinnvolle Art und Weise, Artikel zu empfehlen, in Sicht.
horizont.net

G+J-Digitalchef Arne Wolter regt gemeinsamen Digital-Kiosk der Verlage an.


Kiosk-Kooperative: Arne Wolter, Digitalchef von Gruner + Jahr, denkt laut über eine gemeinsame Online-Verlagsplattform nach, eine Art Spotify für Presse-Inhalte, schreibt "Horizont". "Vielleicht kommt noch die Zeit für eine Allianz im digitalen Vertrieb", sagt Wolter und schließt auch abgestufte Flatrate-Modelle so ähnlich wie bei Sky-Paketen nicht aus. "Ich denke, das Potenzial für jedes einzelne Angebot alleine ist begrenzt", sagt Wolter.

Roland Pimpl vermutet, das Projekt sei "wohl schon weiter, als es Wolters offizielle Worte ausdrücken", denkt aber mehr an einen Vorstoß als an einen fertigen Plan. Als Vorbild sieht Pimpl die verlagsübergreifende Kooperation bei Podcasts: So verbreiten etwa auch die "FAZ" oder Burda ihre Podcasts über die Bertelsmann-Plattform Audionow. Auf Pimpls Nachfrage betonen die Verlage aber, dass sie sich bei ihren Bezahl-Angeboten auf ihre eigenen Kanäle konzentrieren wollen, ein verlagsübergreifender Onlinekiosk habe keine Priorität.
"Horizont" 37/2019, S. 19 (Paid)

Wirtschaftswoche startet einen kostenpflichtigen Newsletter zu Recht und Steuern.

Wirtschaftswoche startet am Sonntag einen neuen wöchentlichen Newsletter zu Recht und Steuern. Der Newsletter soll nicht nur Fachleute, sondern ein breites Publikum adressieren und über wichtige Gerichtsurteile, legale Steuertricks und entscheidende Gesetzesänderungen informieren. Nach vier kostenlosen Probewochen kostet der Newsletter monatlich 7,90 Euro.
wiwo.de

Morning Briefing vom “Handelsblatt” erscheint zusätzlich als Bezahl-Newsletter ohne Werbung.

Handelsblatt startet den Bezahl-Newsletter Morning Briefing Plus. Dieser entspricht dem Gratis-Newsletter, kommt aber ohne Werbung, alle verlinkten Texte auf Handelsblatt.com sind frei zugänglich. Zahlende Nutzer erhalten Einladungen zu "Handelsblatt"-Events. Nach vier kostenlosen Test-Wochen werden 7,90 Euro pro Monat fällig.
handelsblatt.com

stern.de will Paid Content einführen.

Gruner + Jahr arbeitet an einem Paid-Content-Modell für stern.de, schreibt Gregory Lipinski. Die Federführung bei der Konzeption habe "stern"-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier. Denkbar sei ein Konzept wie beim "Spiegel", wo ein Digitalabo sowohl Zugriff auf spezielle Online-Beiträge als auch das E-Paper des Magazins ermöglicht. Bisher setzt stern.de auf eine reine Reichweiten-Vermarktung.
meedia.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Aus Fehlern lernt man am meisten" – stern.de-Chefin Anna Gretemeier im Strategie-Gespräch.

Sky schickt Jörg “Wontorra On Tour”.

Sky findet ein neues Format für Fußball-Talker Jörg Wontorra, 70: Mit dem Start der neuen Bundesliga-Saison besucht der Moderator jede Woche einen Fußball-Promi, um über den Sport und Privates zu sprechen. Premieren-Gast ist BVB-Chef Hans-Joachim Watzke am 19. August. Der Talk läuft immer montags zum Ende des Spieltags. Wontorras Fußball-Talk am Sonntag hatte Sky im Frühjahr nach zwei Jahren abgesetzt.
bild.de, turi2.de (Background)

Erfinderin Selma Stern verlässt “Bild Politik” Richtung New York.

Bild Politik verliert Ideengeberin Selma Stern, berichtet Daniel Häuser. Sie geht für Springer nach New York, um das Bezahlangebot von Business Insider zu leiten. Springer will noch nichts zur Zukunft des Magazins "Bild Politik" sagen. Es seien "verschiedene Optionen denkbar".
clap-club.de, turi2.tv (4-Min-Interview)

Aus dem Archiv von turi2.tv (Februar 2019): Wie finden Sie die "wichtigen Fragen", Frau Stern?

Zitat: Thomas Knüwer rät Interviewten zum Paywall-Boykott.

"Jedes journalistische Stück hinter einer Bezahlschranke bedeutet, dass es dem wichtigsten Ort der gesellschaftlichen Information und Debatte entzogen wird: dem Internet. Im Gegenzug wird dieser Ort den Extremisten, Trollen und Lügnern überlassen."

Thomas Knüwer beobachtet die aus dem Ruder gelaufene Debatte um das Grundschulverbot für Migranten – und rät Interviewpartnern zur Absage, wenn sie hinter einer Paywall versteckt werden.
indiskretionehrensache.de

Meinung: Paid Content funktioniert eher für Plattformen und Nutzwert.

Paid Content: Online-Nutzer sind eher zahlungsbereit, wenn Angebote klaren Nutzwert bieten, individuell aufbereitet sind und als Plattform Inhalte verschiedener Anbieter bündeln. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Landesanstalt für Medien NRW. Auch für Werbefreiheit seien Kunden bereit zu zahlen. Unterm Strich würden Online-Nutzer aber nicht mehr als 10 € pro Monat für Digitaljournalismus aufbringen wollen.
medienanstalt-nrw.de

Facebook holt Paywall-Tool für Publisher aus der Testphase.

Facebook fb-logo-neuFacebook macht seine Abo-Tools nach einem Jahr Testphase nun breit anwendbar. Damit können Publisher ihre Paywalls auf Facebooks Instant Articles ausweiten. Daneben testet Facebook eine neue Funktion namens News Funding, mit der Leser direkt in Facebook Abos abschließen können. Anders als bei den Fan Subscriptions verzichtet Facebook bei News Funding auf den Anteil am Aboumsatz.
digiday.com, turi2.de (Fan Subscriptions)

Hör-Tipp: Levin Kubeth und Felix Ogriseck betrachten medienübergreifende Bezahlangebote.

Hör-Tipp: In ihrem Podcast "Unter Zwei" betrachten Levin Kubeth und Felix Ogriseck die Erfolgsaussichten von Medien-Flatrates wie Blendle, Readly oder Apple News Plus. Auf Nachfrage erklären viele Verlage, dass sie die Plattformen zwar nutzten, sich aber auf eigene Bezahlangebote konzentrierten. Blendle sei in Deutschland faktisch gescheitert.
podcasts.apple.com (41-min-Audio)

Netflix kauft Kinderfernseh-Produktionsfirma.

Netflix kauft die Kindermedienmarke Storybots. Es ist erst der dritte Zukauf für Netflix. Die Gründer, Gregg und Evan Spiridellis, haben 2016 ihre Kinderserie "Fragestunde mit den StoryBots" bei Netflix gestartet, in der animierte Figuren gängige Kinderfragen beantworten. Sie bekommen dabei Unterstützung von Gaststars, u.a. Whoopi Goldberg, Snoop Dogg und Weird Al Yankovic.
variety.com

Meinung: Bezahlinhalte in Deutschland sind billiger geworden.

Paid Content: Im Schnitt verlangen Nachrichtenseiten in Deutschland 14,51 Euro pro Monat, um auf Bezahlinhalte Zugriff zu gewähren, sagt eine Untersuchung des Reuters Institute for Journalism. Damit liege Deutschland leicht über dem Durchschnitt der untersuchten Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Finnland, Polen und den USA. Anders als in den meisten anderen Staaten seien die Gebühren in Deutschland seit 2017 jedoch deutlich gesunken, um rund drei Euro.
niemanlab.org

Zahl des Tages: Google zählt 15 Mio zahlende Musik-Nutzer.

Zahl des Tages: Auf zusammen 15 Mio zahlende Nutzer kommt Google mit seinen Musikdiensten YouTube Music und Google Play Music, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die 15 Mio enthalten auch Nutzer in der Testphase. Zum Vergleich: Spotify hat nach eigenen Angaben mehr als 100 Mio zahlende Nutzer, Apple zählt 50 Mio.
bloomberg.com via theverge.com

Belgisch-Niederländischer Zeitungskonzern kauft Irlands Auflagenprimus.

Mediahuis, belgischer Verlagsgruppe hinter u.a. "De Standaard" und dem niederländischen "NRC Handelsblad", kauft den irischen Zeitungsverlag INM für 145,6 Mio Euro. INM verlegt mit "Irish Independent" und "Sunday Independent" die wichtigste Tages- und Sonntagszeitung Irlands. Mediahuis sieht Potenzial im Onlinegeschäft des irischen Zukaufs, der seinerseits in den letzten zwei Jahrzehnten sein internationales Geschäft verkaufen musste. Die Kartellis müssen noch zustimmen.
reuters.com, rte.ie

Studie: 20 Mio Konsumenten kaufen Lektüre im Internet.

E-Commerce: Rund 20 Mio Menschen in Deutschland kaufen laut dem Statistischen Bundesamt im Internet analogen oder digitalen Lesestoff. Laut der Studie zur privaten IT-Nutzung in Deutschland 2018 waren von den Käufern 2 Mio unter 24 Jahre alt, 13 Mio zwischen 24 und 55 Jahre alt sowie 5 Mio über 55 Jahre alt.
destatis.de (Pressemitteilung), destatis.de (Studie, PDF)

“Weser-Kurier” dampft Digitalprojekt Mein Werder ein.

Weser-Kurier: Die ausgelagerte Fußball-Redaktion Mein Werder entlässt 6 von 13 Journalisten, 2 gehen freiwillig, berichtet "Medium Magazin". Die Paid-Angebote rund um den Fußballclub Werder Bremen sind nicht so erfolgreich wie erhofft. Werder-Fans zahlen um die 5 Euro pro Monat, kriegen viele Infos in der Deichstube der Kreiszeitung Syke aber gratis.
"Medium Magazin" 02/2019, S. 6-7 via presseportal.de

Paid-Content-Startup Steady erhält Millionen-Investment.

Steady erhält eine Millionen-Investition von Müller Medien und der IBB Beteiligungsgesellschaft. Das Startup aus Berlin liefert 400 Journalisten, Bloggern und Podcastern die Technologie für digitale Abos. Medien wie Krautreporter, "Titanic" und Übermedien verwalten über Steady ihre Mitgliedschafts-Modelle. Müller hält nun rund 15 %, IBB rund 5 % der Anteile – die genaue Höhe des Investments bleibt geheim. Geschäftsführer von Steady sind die einstigen Krautreporter-Gründer Sebastian Esser und Philipp Schwörbel.
steadyhq.com, eigene Infos, turi2.de (Background)

Onefootball lässt britische Fußballfans einzelne Spiele ohne Abo kaufen.

Onefootball bietet ab sofort einzelne Fußball-Übertragungen zum Kauf innerhalb der App an. Das Angebot ist zunächst auf Großbritannien und Irland beschränkt – möglich durch einen Deal mit dem TV-Anbieter Eleven Sports. App-Nutzer auf den Inseln können Spiele der spanischen La Liga nach dem Pay-Per-View-Prinzip kaufen, die Preise beginnen bei 2,99 Pfund bzw. 3,49 Euro. Onefootball rechnet über Apple iTunes oder Google Play Store ab. Einzelspiele auf Abruf will das Startup auch in Deutschland anbieten.
per Mail, horizont.net

Studie: Young Professionals meiden gedruckte Tageszeitungen und Paywalls.

Tageszeitungen spielen für Berufsanfänger nur noch eine geringe Rolle – auch in ihrer digitalen Version, ergibt die Studie In Transition von Campus Media und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. 60 % der befragten Young Professionals greifen nie zur gedruckten Zeitung. Diese Nicht-Nutzer meiden auch die Digitalangebote der Verlage: Nur ein Drittel der Print-Vermeider liest Zeitungsangebote digital. 72 % der Berufseinsteiger versuchen bewusst Paywalls zu umgehen, nur 8 % lesen öfters Paid-Artikel. Befragt wurden rund 270 Berufseinsteiger mit einem Altersschnitt von 26 Jahren.
per Mail, campusmedia.de (Grafiken als PDF)