Paid Content ist der Versuch der Verleger, dem Online-Journalismus ein Preisschild anzuheften. lexikon2.de

Der “Tagesspiegel” führt eine Paywall ein.

Tagesspiegel verlangt künftig online für ausgewählte Beiträge Geld und startet das Bezahlangebot "Tagesspiegel Plus". Für 9,99 Euro im Monat gibt es neben exklusiven Beiträgen auf der Website und in der App die kostenpflichtige Version des Newsletters Checkpoint. Wer direkt ein Jahresabo abschließt, zahlt nur 7,99 Euro im Monat.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Blaue Dachmarke: “manager magazin” und “Harvard Business manager” rücken zusammen.

Alles neu macht der Juli: manager magazin und Harvard Business manager machen es wie die große Schwester "Spiegel" und geben sich einen runderneuerten Digital- und Marken-Auftritt. Die Online-Ausgaben erscheinen künftig unter der Dachmarke "manager", das gemeinsame Pay-Angebot heißt manager+, die Einzelausgaben m+ statt "Premium" und HBm+. Optisch ist die Verwandschaft mit Spiegel.de unverkennbar. Das "manager magazin" geht auch organisatorisch den gleichen Weg wie der "Spiegel" und verhandelt mit dem Betriebsrat über eine Fusion von Print- und Online-Redaktion. Den Relaunch-Prozess, der wegen Corona dezentral gelaufen ist, dokumentiert der Verlag bei Medium.com.
medium.com, manager-magazin.de, manager-magazin.de/harvard (Online-Auftritte)

“manager magazin”: Corona wird BuzzFeed & Co “Zusammenschlüsse und Pleiten” bescheren.


In der Klickfalle: Corona offenbart die "Lebenslügen" von Entertainment- und Reichweiten-Portalen wie BuzzFeed, Vice und Business Insider, analysiert das "manager magazin". Der "Reichweitenfetisch" habe sich nicht erst in der Pandemie als Irrglaube erwiesen. Die einstigen Klick-Könige sind heute froh, "wenn sie ein Jahr ohne Entlassungen auskommen", schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Am besten kommt in seiner Analyse noch Springers Business Insider weg, obwohl Alvares nahelegt, dass Springer-Boss Mathias Döpfner sich verspekuliert hat, als er 2015 für 88 % von BI stolze 343 Mio Dollar hingeblättert hat. Zum Vergleich: Jeff Bezos schnappte sich die "Washington Post" zwei Jahre zuvor für nur 250 Mio.

Immerhin hat BI bald nach dem Springer-Einstieg auf Paid Content gesetzt und zählt inzwischen 200.000 Abonnent*innen. 2019 stand ein Umsatz von gut 100 Mio Dollar, nur noch ein Drittel davon kam aus Werbung – und es soll als "Achtungserfolg" einen "kleinen Gewinn" gegeben haben. Beim deutschen Ableger versucht seit 2019 ein neues Team in Berlin, das "Billigimage abzustreifen" – mittelfristig soll es auch hier Bezahl-Inhalte geben, schreibt das "mm".

Konkurrent BuzzFeed zeigt, wie klebrig Klick-Content ist: Große Werbeerlöse ließen sich mit den teuren aber gefeierten Recherchen von BuzzFeed News kaum erzielen – in den USA verdient das Portal nun mit Produkt-Verkäufen aus Koch-Videos, der deutsche BuzzFeed-Ableger steht zum Verkauf. Auch Digital-Veteran Vice wandelt sich: Hier müssen derzeit vor allem Journalist*innen gehen, weil sie "für 50 % unserer Personalkosten, aber nur 21 % unseres Umsatzes stehen", zitiert das "manager magazin" aus einem Memo von CEO Nancy Dubuc.
"manager magazin" 7/2020, S. 76-79 (Paid)

DFL vergibt am Montag Bundesliga-Rechte, Amazon hat gute Karten.

DFL verkündet am Montag, wer ab der Saison 2021/22 die Spiele der Bundesliga übertragen darf. Amazon dürfte zum Zuge kommen, sollte der US-Konzern "nur ein halbwegs konkurrenzfähiges Angebot" abgeben, schreibt Kai-Hinrich Renner. Der DFL soll besonders gefallen, das Amazon Prime mit monatlich 7,99 Euro von vielen gar nicht als Bezahl­fernsehen wahrgenommen wird. Aus Branchen­kreisen hört Renner, Sky habe bereits einen Plan B und wolle seine Aktivitäten in Deutschland erheblich reduzieren, sollte der Pay-TV-Sender leer ausgehen. Sky dementiert das.
berliner-zeitung.de

Sky will Werbeindustrie Programm abseits des Fußballs schmackhaft machen.

Sky will im Werbemarkt nicht mehr nur als Sportsender wahrgenommen werden, sagt Ralf Hape, Sales-Chef von Sky Media, im "Horizont"-Interview. In der sport­freien Zeit habe das Entertainment-Angebot von Sky enorm an Reichweite gewonnen, vor allem On Demand. Einige Kunden hätten den "Reichweiten-Boost" bereits genutzt. Hape glaubt jedoch, dass der Werbemarkt das Potenzial "noch nicht komplett verstanden" hat.
"Horizont" 25/2020, S. 7 (Paid)

Gruner + Jahr konnte in der Corona-Hauptphase seine Aboverkäufe steigern.

Gruner + Jahr hat in der Corona-Hochphase im April 66 % mehr Abos generiert als im Vorjahr, meldet "New Business" und bezieht sich auf ein hausinternes Interview von Vertriebschefin Christina Dohmann. Auch Digital- und E-Paper-Abos wurden deutlich häufiger abgeschlossen. Das ist bemerkenswert, weil Gruner + Jahr anders als andere Verlage sehr großzügig Online-Zugänge zu seinen Inhalten freigeschaltet hat. Im Einzelverkauf musste Gruner + Jahr jedoch ein Minus verzeichnen, weil viele Verkaufsstellen, zum Beispiel an Flughäfen oder Bahnhöfen, geschlossen waren oder kaum besucht wurden. Der Verkauf in Supermärkten konnte das nicht ausgleichen.
new-business.de, turi2.de (Background)

Zitat: “taz”-Geschäftsführerin Aline Lüllmann hat kein Vertrauen in die Werbewirtschaft.

"Auf die Werbewirtschaft, das lernen wir als Tageszeitungsmenschen, ist in Zeiten der Krise kein Verlass."

Aline Lüllmann, Geschäftsführerin der "taz", kommentiert, dass die Corona-Krise zeige, dass Journalismus von den Leser*innen finanziert werden muss. Die Pandemie könne zudem dazu führen, dass die werktägliche Printausgabe später als bisher gedacht von Markt verschwindet.
taz.de

Mathias Döpfner sieht Corona-Krise für digitale News-Angebote als “riesige Chance”.

Corona-Krise ist aus der Perspektive digitaler Medienmacher "eine riesige Chance", sagt Springer-Chef und BDZV-Präsident Mathias Döpfner beim BDZV-Kongress #beBeta und freut sich über die steigende Bereitschaft, für digitalen Journalismus zu bezahlen. Zugleich glaubt Döpfner, dass die Krise den "Strukturwandel massiv beschleunigt" und manche Verlage den "Anschluss ans digitale Zukunftsgeschäft" nicht mehr finden.
presseportal.de, wuv.de

Sky-Sportsbars müssen ab Juni wieder für Sport-Übertragungen bezahlen.

Sky bittet Gastronomen für Sport-Übertragungen ab Juni wieder zur Kasse, schreibt DWDL. Bis September soll eine "faire, ansteigende Preis­staffel" gelten, die eine "schrittweise Erholung des Geschäfts berücksichtigt", sagt ein Sprecher. Ab Oktober wird der volle Preis fällig. Der Gastro-Verband Dehogo wünscht sich längere Rabatte. Seit Mitte März hatte Sky Sportsbars die Gebühren erlassen.
dwdl.de

Jahr Top Special experimentiert mit Webinaren zu Themen seiner Special-Interest-Titel.

Jahr Top Special entdeckt Webinare als neues Geschäftsfeld. Zwei erste Testläufe fanden Ende April statt, teilt der Verlag mit: Beim "Tennis-Magazin" gab French-Open-Sieger Andreas Mies Profi-Tipps zum Doppel-Spiel, das "Flieger­magazin" informierte über die Risiken von Flügen über Wasser. Webinare weiterer Special-Interest-Titel sollen "kurzfristig" folgen. Auch bei der Finanzierung experimentiert der Verlag: Den Tennis-Talk sponserte ein Anzeigen­kunde, fürs Flieger-Webinar bekamen Abonnenten Rabatt.
per Mail

Die “New York Times” gewinnt über eine halbe Mio Digitalabonnenten im 1. Quartal.

New York Times gewinnt laut eigenen Angaben im 1. Quartal 587.000 neue Digitalabonnenten - und das, obwohl die Corona-Berichterstattung von der Paywall ausgenommen war. Insgesamt hat die Zeitung nun mehr als 5 Mio zahlende Digitalleser. Dennoch schreibt die "New York Times" im 1. Quartal einen Verlust von 44,3 Mio Dollar. Grund sind die eingebrochenen Werbeumsätze, die digital um 7,9 % abnahmen und in Print um 20,9 %. Die Zeitung rechnet damit, dass die Werbeumsätze im 2. Quartal sogar um 55 % einbrechen könnten.
wuv.de

P7S1-Streaming-Dienst Maxdome verschwindet im Sommer vom Markt.

Maxdome stellt im Sommer seinen operativen Betrieb ein, berichtet "Clap". Der Streaming-Dino, seit 2006 am Markt, muss sterben, weil sich von ProSiebenSat.1 auf sein Bezahlangebot Joyn+ konzentrieren will. Seit März ist bei Maxdome keine Neuregistrierung mehr möglich. Lediglich der Maxdome Store bleibe vorerst bestehen, um dort Filme zu kaufen.
clap-club.de

Corona-Krise kostet “Bild” 15 % Auflage.

Bild verkauft wegen der Corona-Krise in der Summe 15 bis 18 % weniger Zeitungen, sagt Springers Print-Chef Christian Nienhaus (Foto) im "Horizont"-Interview. Abos und Supermarkt-Verkäufe steigen zwar, gleichzeitig fallen Bord-Exemplare und Auslandsauflage fast komplett weg, der Bahnhofsbuchhandel hat sich halbiert. Die Abo-Auflage der "Welt am Sonntag" wächst um 10,5 %. Das Online-Bezahlangebot Welt Plus verzeichnet im März 2,6 % Wachstum, Bild Plus legt um 1,3 % zu. Beim Anzeigengeschäft stehe "Bild" noch "verhältnismäßig gut" da, "viel größeres Kopfzerbrechen" bereite Nienhaus die Umsatzentwicklung bei den Zeitschriften.
horizont.net (Paid)

Video-Tipp: “FAZ” geht es “nicht so schlecht” und plant keine Kurzarbeit.

Video-Tipp: Die "FAZ" plant vorerst keine Kurzarbeit - im Gegensatz zu vielen anderen Verlagen. "Es geht uns nicht so schlecht", sagt "FAZ"-Chef Thomas Lindner (Foto) im Videochat mit Volker Schütz. Nur 25 % des Umsatzes kämen bei der "FAZ" aus dem Anzeigengeschäft, Abo und Einzelverkauf seien dagegen stabil. Rabatte beim Bezahlangebot F+ will Lindner nicht als Verramschen verstehen, sondern als "hochinteressantes Experiment", die Preissensitivität der Nutzer*innen auszutesten. Der sonst seriöse Schütz zeigt seinen Fußball-Entzug und trumpft im Eintracht-Trikot auf – wenn das Schule macht, moderieren demnächst Peter Turi im Hoffenheim- und Maria Gramsch im RB-Trikot.
youtube.com (11-Min-Video), horizont.net

Jeff Jarvis wünscht sich einen Neustart für den Journalismus.

Journalismus braucht nach der Corona-Krise einen Neustart, findet Jeff Jarvis. In einem Webinar am Donnerstag wundert sich der US-Journalismusprofessor etwa darüber, dass es in den USA noch kein Medium für die 22 Mio neuen Arbeitslosen gibt. "Wir waren immer Anwälte für Communities", sagt Jarvis und wünscht sich mehr Bezahl-Möglichkeiten jenseits des Abos, etwa freiwillige Beiträge und Spenden. Ohne Werbung werde es wohl aber nicht gehen.
derstandard.at

Zitat: Ulrike Simon findet, dass journalistische Inhalte nicht verschenkt werden sollten.

"Ich habe keinen einzigen Hersteller von Toilettenpapier erlebt, der gesagt hat: Die Nachfrage ist so groß, da verschenken wir das jetzt einfach."

Medienjournalistin Ulrike Simon vergleicht im Podcast der Medientage Mitteldeutschland die Nachfrage nach WC-Papier und Journalismus in der Corona-Krise und hält es für einen "fatalen Irrtum", Inhalte zu verschenken.
medientage-mitteldeutschland.de (27-Min-Audio)


“Känguru-Chroniken” erscheinen schon heute bei Streamingdiensten.

Känguru-Chroniken finden den verfrühten Weg ins Heimkino, weil Kinos Corona-bedingt geschlossen haben. Nur vier Wochen nach dem Start ist die Bestseller-Verfilmung ab heute für rund 17 Euro bei diversen Streaming-Portalen zu sehen. 15 % der Einnahmen sollen an einen Kino-Hilfsfonds gehen. Auch US-Studios wie Universal bieten Kinofilme nun verfrüht zum Streaming an.
spiegel.de, youtube.com (2-Min-Video)

Zitat: Springer-Chef Mathias Döpfner will Inhalte auch in der Corona-Krise nicht verschenken.

"Solange Medizin und Nahrung nicht kostenlos sind, darf Recherche und Information das auch nicht sein. Sonst wird sie sehr bald keiner mehr betreiben."

Springer-Chef Mathias Döpfner will auch in der Corona-Krise keine journalistischen Produkte verschenken. Bei "Horizont" kritisiert er zumindest indirekt u.a. die E-Paper-Aktion von Gruner + Jahr.
horizont.net, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: “FAZ” steigert dank Corona-News Digitalzugriffe und Bezahl-Abos.

Zahl des Tages: Um 80 % auf 120 Mio Visits hat die "FAZ" im März dank Corona-verstärkter Newsnachfrage ihre Digital-Zugriffe gesteigert, schreibt das Blatt in einem Jubel-Beitrag in eigener Sache. Das Bezahlangebot F+ habe mit einer Preissenkung von 2,95 auf 1 Euro im Monat innerhalb einer Woche über 10.000 neue Abonnenten gewonnen.
"FAZ", S. 22 (Paid)

“Welt”-Chef Ulf Poschardt sieht wachsendes Vertrauen bei Lesern, aber Angst bei Werbenden.

Corona-Krise sorgt für doppelt so viele Neuabschlüsse von Digitalabos bei der "Welt" wie sonst, sagt Ulf Poschardt. Auch der Zuspruch der Leser*innen sei gewachsen, positive Rückmeldungen gebe es sogar im Supermarkt. Gleichzeitig seien die Werbekunden zurückhaltend. Poschardt ruft sie auf, "kommunikativ ganz neu anzusetzen" und vom vertrauenswerten Umfeld der Nachrichtenportale zu profitieren.
horizont.net (Paid)

Meinung: Sind Corona-News hinter der Paywall legitim?

Corona-Paywall: Medien sollten in der Krise "keine Dealer" sein, kritisiert Tobias Singer, dass Online-Medien essentielle Informationen teils nur gegen Bezahlung anbieten. Es laufe etwas schief, wenn Medien mit der Krise Geld verdienten. Thomas Borgböhmer argumentiert, auch andere Branchen geben ihre Waren in Krisenzeiten nicht plötzlich kostenlos her. Grundlegende Info seien frei zugänglich, auch dank der Öffentlich-rechtlichen, typische Bezahl-Artikel gingen meist über das Newsgeschehen hinaus.
meedia.de

Der “Spiegel” lässt Nutzer künftig für eine werbefreie Website zahlen.


Bitte keine Werbung einwerfen: Der "Spiegel" verkauft ab dem 11. Februar für sein Online-Angebot sogenannte Pur-Abos, mit denen sich Nutzer von Werbeanzeigen und Trackings freikaufen können. Besucher von Spiegel.de bekommen beim ersten Besuch die Aufforderung angezeigt, entweder ein Abo abzuschließen oder Tracking und Werbung zuzulassen. Das Pur-Abo kostet regulär knapp fünf Euro im Monat, Leser mit Digitalabo zahlen zusätzlich knapp zwei Euro für Werbefreiheit. Das Modell hat vor dem "Spiegel" bereits der "Standard" aus Österreich eingeführt.

Mit den Pur-Abos bietet erstmals in Deutschland ein Verlag eine Nachrichtenseite für ein Massenpublikum werbefrei an. Es ist die Umkehrung des lange gelernten Modells vieler Medien, bei der Nutzer den Inhalt durch das Mitkonsumieren von Werbung finanzieren und das Free-TV und Anzeigenblätter noch immer leben, im Internet aber selten ausreichend Einnahmen verspricht. Der Spiegel selbst schreibt zur Anzeigenfinanzierung in seinem Blog: "Die alten Zeiten Performance-unabhängiger Werbung sind passé. Für sie gibt es schlicht zu wenig Nachfrage. Mit ihr ein vollwertiges Qualitätsmedium zu unterhalten, ist nahezu unmöglich."
medium.com

Verleger rechnen ab 2025 mit Wachstum durch das Digitale.

Digitalerlöse werden ab 2025 die Rückgänge in Print kompensieren können, glaubt eine Mehrheit von 54 % der Befragten in der Trendumfrage der Zeitungsbranche, die die Unternehmensberatung Schickler im Auftrag des BDZV durchgeführt hat. Die Befragten planen zudem, den Anteil kostenpflichtiger Beiträge von 31 % auf 51 % zu erhöhen und stärker auf Newsletter zu setzen.
wuv.de

Streamingdienst Disney+ zählt nach drei Monaten schon 28,6 Mio Abonnenten.

Disney gewinnt für seinen Streaming-Dienst Disney+ innerhalb der ersten drei Monate 28,6 Mio Abonnenten. Der Höhenflug kostet Geld: Im 4. Quartal 2019, für Disney das erste im Geschäftsjahr 2020, steigen die Umsätze um 36 % auf 20,9 Mrd Dollar, unterm Strich sinkt der Gewinn aber um 23 % auf 2,1 Mrd Dollar. Mit den Quartalszahlen kündigt Disney-Chef Bob Iger an, Hulu, den zweiten Streaming-Dienst des Konzerns, "womöglich" 2021 auch international zu starten. Priorität habe jedoch Disney+.
theverge.com, meedia.de, cnet.com (Hulu)

Facebook legt eine zweite Runde seines Accelerator-Programms in Deutschland auf.

Facebook führt sein Accelerator-Programm für Medien in Deutschland fort. Der Social-Media-Gigant will erneut bei Zeitungshäusern Schönwetter in der Cloud machen und ihnen helfen, digitale Abonnements zu vermarkten. Zum Auftakt gibt es ein mehrwöchiges Workshop-Programm und eigene Projektbudgets für die Teilnehmer in Höhe von jeweils 50.000 Euro. 2019 kündigte Facebook insgesamt Ausgaben von 2 Mio Höhe an, wie hoch das Budget für 2020 ist, schreibt der Konzern nicht.
about.fb.com, turi2.de (Background)

Disney+ kommt eine Woche früher als geplant nach Deutschland.

Disney zieht den Deutschland-Start seines Streaming-Dienstes Disney+ um eine Woche auf den 24. März vor. Parallel startet Disney+ auch in Großbritannien, Irland, Frankreich, Spanien, Italien, Österreich und der Schweiz. Wie bereits in den Niederlanden startet Disney auch in Deutschland mit dem Kampfpreis von 6,99 Euro im Monat bzw. 69,99 Euro im Jahr.
presseportal.de, dwdl.de, inside-digital.de

Das Jugend-Portal der “Zeit” startet ein Community-Modell mit Paid Content.


Zahl dich grün: Die "Zeit" startet für ihr Millennial-Angebot ze.tt ein Paid-Content-Angebot. Mit ze.tt gr.een will der Verlag keine klassische Paywall einführen, sondern zahlende Leser mit Nachhaltigkeit und einem Clubgedanken locken. Mitglieder zahlen monatlich zwischen 3 und 13 Euro und bekommen dafür neben zusätzlichen Inhalten die Möglichkeit, untereinander und mit der Redaktion zu kommunizieren. Außerdem erhalten sie Rabatte bei Kooperationspartnern. Für Nutzer, die mindestens 6 Euro im Monat zahlen, verspricht die "Zeit" in Zusammenarbeit mit der NGO Oroverde einen Baum zu pflanzen.

Marieke Reimann (Foto), Chefredakteurin von ze.tt, sagt, dass die Klimakrise und umweltfreundliches Leben die Top-Themen der Leser sind und man daher hier anknüpft. Das Motto laute: "Partizipieren statt Konsumieren". Das Portal wolle den Usern das Gefühl geben "ein Teil von ze.tt zu sein und gleichzeitig etwas Gutes zu tun." Entsprechend fällt auch die Wahl der Kooperationspartner aus, zu denen zum Start unter anderem Veganz, Avocadostore, Einhorn, Original Unverpackt, Clevershuttle, Tomorrow Bank, Coffee Circle und Sirplus zählen. Die technische Abwicklung übernimmt der Bezahldienstleister Steady. (Foto: Marcel Schwickerath für die "turi2 edition")
zeit-verlagsgruppe.de

“Rheinische Post” startet mit Paid Content.

Rheinische Post macht einige Online-Artikel kostenpflichtig. Das Digitalabo kostet monatlich 4,99 Euro, die ersten drei Monate gibt es für 0,99 Euro. Zahlende Kunden sollen zudem weniger Werbung angezeigt bekommen. Bereits seit einem halben Jahr markiert die Zeitung ausgewählte Artikel als Plus-Beiträge, für die bisher jedoch lediglich eine Registrierung notwendig war. Laut eigenen Angaben haben 200.000 Nutzer einen Account angelegt.
meedia.de

Smartphone-Streamingdienst Quibi zeigt Videos aus zwei Perspektiven.

Quibi, künftiger Smartphone-Streamingdienst, zeigt auf der CES erstmals die Funktion Turnstyle. Dabei sehen Nutzer verschiedene Perspektiven des gleichen Videos, je nachdem, ob sie ihr Smartphone hochkant oder quer halten. Der Wechsel erfolgt nahtlos, Produzenten müssen zwei Versionen erstellen. Quibi startet in den USA am 6. April mit 175 Exklusiv-Formaten und kostet monatlich 5 Dollar mit und 8 Dollar ohne Werbung.
theverge.com, techcrunch.com, mashable.com, turi2.de (Background)

Seltene Updates: E-Paper von Murdochs “Times” ist steuerrechtlich zeitungsähnlich.

News UK, britischer Murdoch-Verlag, könnte künftig Mio Pfund an Mehrwertsteuer sparen bzw. zurückbekommen. Auf Digital-Publikationen fallen 20 % Mehrwertsteuer an, während Print-Zeitungen davon befreit sind. Das oberste Steuer­gericht hat nun festgestellt, dass die Online-Ausgaben von "Times" und "Sunday Times" ihrem Charakter nach gedruckten Zeitungen ähnlich sind. Die Begründung: Sie werden nur viermal am Tag aktualisiert.
theguardian.com

Schweizer “Bilanz” kommt online hinter die Paywall.

Ringier Axel Springer degradiert das Schweizer Wirtschaftsmagazin "Bilanz" online zur Unterseite von Handelszeitung.ch. Der Verlag will das nicht als Sparmaßnahme verstehen, sondern redaktionell aufstocken. Ein Großteil der "Bilanz"-Artikel soll hinter der Paywall verschwinden. Gedruckt bleibt "Bilanz" eigenständig. Der deutschen Ausgabe hat Springer bereits den Stecker gezogen.
persoenlich.com, handelszeitung.ch, turi2.de (Background)

Funke-Chef Andreas Schoo kämpft gegen Regionalzeitungs-Klischees.


Verzerrte Wahrnehmung: Funke-Geschäftsführer Andreas Schoo kämpft gegen die Vorurteile der Werbewirtschaft über Regional­zeitungen. "Das Klischee einer mainstreamigen und eher einfach gestrickten Taubenzüchter- oder Taxifahrer-Klientel lebt hier und da noch fort. Das müssen wir korrigieren", sagt Schoo im "Horizont"-Interview. Zeitungen wie das "Hamburger Abendblatt" seien mit fast 50 Euro pro Monat "absolut hochpreisige Produkte mit einer Top-Zielgruppe", sagt er, und auch die "WAZ" habe überwiegend Leser "in den bürgerlichen und in den besten Wohngebieten" des Ruhrgebiets. Das Image der Regionalblätter auffrischen sollen Supplements wie die saisonale Zeitung Monocle - The Winter Weekly, die Ende November erstmals dem "Hamburger Abendblatt", der "Berliner Morgenpost" und der "WAZ" beiliegt. Das Magazin bekommen aber "mittels Geo-Targeting nur unsere 100.000 Top-Abonnenten".

Schoo sieht Funke "im Zeitungsgeschäft verwurzelt" und weiterhin als "einen der Marktkonsolidierer", wenn sich "gute Opportunitäten" zu "realistische Konditionen" ergeben. An den zum Verkauf stehenden DuMont-Titeln habe Funke jedoch kein Interesse: "Wir sehen derzeit keine Veranlassung, uns näher damit zu befassen." Geld will er bei sinkenden Auflagen und Werbeumsätzen u.a. mit Paid Content verdienen. In NRW habe Funke sich zum Ziel gesetzt, im Dezember pro Tag 150 Digital-Abos zu gewinnen.
"Horizont" 47/2019, S. 12/13 (Paid)

Zitat: “NYT”-Verlagschef Mark Thompson sieht Plattformen in der Zahlungspflicht.

"Ich glaube, Plattformen sollten auf die eine oder andere Weise dazu beitragen, dass unser Geschäftsmodell funktioniert. Ein offensichtlicher Weg ist, dafür zu bezahlen, und daran ist nichts auszusetzen."

Mark Thompson, Chef des Verlags der "New York Times", sagt der indischen "Economic Times" bei seinem Mumbai-Besuch, dass er kein Problem mit Geld von Facebook und Co hat. Das Print-Geschäft der "NYT" sei hochprofitabel und werde es noch mindestens eine Jahrzehnt bleiben.
economictimes.indiatimes.com via talkingbiznews.com

“Tagesspiegel” bekommt 2020 eine Paywall.

Tagesspiegel errichtet 2020 online eine Paywall, berichtet das "Medium Magazin". "T Plus" solle nach dem Freemium-Modell funktionieren, welche Artikel etwas kosten, entscheide künftig womöglich künstliche Intelligenz statt menschliche Redakteure. Tagesspiegel.de bekommt einen Relaunch, in diesem Zuge steigt die Redaktion auf das browserbasierte System Cue um. Bisher arbeitet der "Tagesspiegel" parallel mit acht verschiedenen Systemen.
presseportal.de

“Süddeutsche Zeitung” startet digitales Einsteiger-Abo.

Süddeutsche Zeitung stellt Ihr Bezahl-Angebot neu auf und senkt die Preise: Das günstigste Digital-Abo kostet künftig 9,99 Euro pro Monat, ab dem zweiten Jahr 14,99 Euro, und enthält Zugriff auf alle Artikel auf SZ.de, SZ-Magazin.de und und in der "SZ"-News-App, nicht jedoch aufs E-Paper. Bisher gab es nur ein digitales Voll-Abo für 36,99 Euro. Dazwischen rangiert ein digitales Wochenend-Abo für 19,99 Euro, das am Freitag und Samstag auch Zugriff auf die Zeitungsinhalte bietet.
swmh.de, angebote.sueddeutsche.de (neue Preisstruktur)

Gruner + Jahr startet das Paid-Content-Angebot stern Plus.


Funkelnde "stern"-Taler: Gruner + Jahr startet heute das digitale Bezahl-Angebot für den "stern". Der Verlag bezeichnet stern Plus als "drittes Publizistisches Angebot" neben dem Magazin und der werbefinanzierten News-Seite. Für 13,99 Euro im Monat bekommen Abonnenten das e-Paper des Magazins sowie weitere Lesestücke, ausgewählte Beiträge als Audio-Storys und multimediale Reportagen. Auch ein direkter Austausch mit der Redaktion sei Teil des Angebots, etwa durch Video-Fragestunden und Umfragen. Im Abo ist auch der "stern Crime"-Podcast "Wahre Verbrechen" enthalten.

Für einen Aufpreis von 10 Euro gibt es den gedruckten "stern" dazu. Googles Digital News Initiative hat eine Anschubfinanzierung für die technischen Plattform des Bezahlangebots in nicht genannter Höhe dazugegeben. Gruner + Jahr hat bei seiner Kernmarke "stern" online lange allein auf Reichweitenvermarktung gesetzt. Den Schwenk, zusätzlich ein Bezahlangebot zu schaffen, hatte der Verlag vor einiger Zeit angekündigt. Anfang Oktober startete mit stern Crime Plus ein erster Testballon.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: Vice-Präsident Dominique Delport sieht bei seinen Nutzern keine Bereitschaft, für Inhalte zu zahlen.

"Unsere Leserschaft hat vergleichsweise wenig Einkommen, gibt vielleicht noch Geld für Videospiele oder Netflix aus, eher nicht für Journalismus."

Dominique Delport, internationaler Präsident von Vice Media, sagt im Interview mit der "Süddeutschen", dass er Bezahlmodelle bei Vice für nicht realistisch hält.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:

"In den Achtzigern und Neunzigern war es total passend, sich rebellisch zu geben und mit Punk-Attitüde die Gesellschaft zu verschrecken. Für uns ist es wichtiger, auf der Straße von heute relevant zu bleiben. Und die rebellische Geste reicht da allein nicht mehr aus, wir wollen nun auch positiv und unterstützend arbeiten, und natürlich auch mit einer globalen Perspektive."

"Wir sagen niemandem, was er oder sie zu tun hat. Wir begegnen allen auf Augenhöhe, weil unsere Mitarbeiter im Schnitt genauso alt sind wie unsere Zielgruppe. Das schafft Vertrauen, wir erzählen keinen Quatsch."

Hör-Tipp: GiK-Chefin Catherin Anne Hiller sieht “FFF” als “kommunikatives Geschenk”.

Hör-Tipp: Catherin Anne Hiller, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Integrierte Kommunikations­forschung, sieht die "Fridays for Future"-Bewegung als "kommunikatives Geschenk" und für die Marken die große Möglichkeit, sich zu differenzieren. Im Podcast Monsters of Content Marketing sagt sie, dass die klare Absender-Kennzeichnung bei Content Marketing messbar auf die Glaubwürdigkeit einzahlt. Jugendliche seien heute nicht per se weniger markentreu als früher, jedoch erlaubten sich immer weniger Marken einen langfristigen Markenaufbau und setzten eher auf kurzfristigen Abverkauf.
monsters-of-content-marketing.podigee.io (36-Min-Audio)