Lese-Tipp: Sabine Töpperwien hat Frauen im Fußball die Tür aufgestoßen, schreibt Katrin Müller-Hohenstein.

Lese-Tipp: Fußball-Reporterin Sabine Töpperwien (Foto), 60, hat "eher ungewollt etwas Emanzipatorisches bewegt" und das "Frausein im Fußballmetier" ein Stück weit etabliert, ohne darüber zu reden, schreibt ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein bei Zeit Online. Töpperwien habe vielen anderen Frauen nach ihr "die Tür ein Stück aufgestoßen". Am Donnerstag hat sie ihren vorzeitigen Ruhestand angekündigt.
zeit.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Mut und Misstrauen schaffen Vertrauen der Leser*innen, schreibt Barbara Hans.

Lese-Tipp: Journalismus braucht das Vertrauen seiner Leser*innen, "weil er das Misstrauen zu seiner Maxime erklärt hat", schreibt die offenbar scheidende "Spiegel"-Chefredakteurin Barbara Hans im "Journalist". Medien müssten "die Rezipienten besser kennenlernen, die uns noch gewogen sind" und sich auch mit denen beschäftigen, "die sich noch nie für uns interessiert haben". Ohne Mut zur Veränderung gebe es kein Vertrauen, schreibt Hans: "Mehr als Fehler vergrätzt die Leser unsere Hybris, keine Fehler zu machen."
journalist.de, turi2.de (Background Hans)

Lese-Tipp: CureVac wandelt sich von der Impf-Hoffnung zum Sorgenkind.

Lese-Tipp: CureVac droht das Rennen um das Geschäft mit Corona-Impfstoff zu verlieren, schreibt Andrej Reisin. Er blickt auf die Geschichte des Tübinger Impfstoff-Unternehmens. Zu Beginn der Pandemie galt CureVac als große Hoffnung und es gab Ängste, Donald Trump könnte das Unternehmen für die USA aufkaufen. Mittlerweile hat CureVac den US-Markt ganz aufgegeben, außerhalb der EU gibt es bislang keine Bestellungen. An der Börse ist CureVac bislang jedoch noch ein Erfolg. Hauptinvestor Dietmar Hopp konnte, auch dank optimistischer Statements, sein Vermögen um rund fünf Mrd Euro vergrößern.
tagesschau.de

Lese-Tipp: Reportageformat “Strg_F” von Funk bietet journalistische Detektivsuche.

Lese-Tipp: Das Funk-Reportageformat STRG_F bringt "ambitionierten Video-Journalismus" auf YouTube und beschert dem NDR regelmäßig Empörungswellen, schreibt Aurelie von Blazekovic. Redaktionsleiter Dietmar Schiffermüller erklärt, dass die journalistische Suche, bei der die Zuschauer*innen unmittelbar dabei sind, gut als Dramaturgie funktioniert, auch wenn die Nahbarkeit "eine Gratwanderung" sei.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Die Geschichte des Zaubertricks “Zersägte Jungfrau”.

Lese-Tipp: Martin Zips erzählt in der "Süddeutschen Zeitung" die Geschichte des Zaubertricks der "zersägten Jungfrau", den der Zauberer P.T. Selbit vor 100 Jahren erstmals in einem Londoner Theater zeigte. Das Klischee "von hübschen Damen, die von Magiern gehänselt" werden, habe es schon lange davor gegeben. Nur wenige Wochen nach der Säge-Premiere klaute ein amerikanischer Magier den Trick und ließ ihn sich schützen. In Deutschland zersägte Magierin Amila 2011 erstmals einen Mann.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Das “Handelsblatt” porträtiert Star-Architekt Renzo Piano.

Lese-Tipp: Regina Krieger porträtiert für das "Handelsblatt" den italienischen Star-Architekten Renzo Piano. Piano, der u.a. mit dem Bau des Centre Pompidou bekannt wurde, kümmert sich mittlerweile verstärkt um Projekte in der Peripherie. Dabei ist der 83-Jährige kein Knauser: Fehlen in einem Gebäude noch die richtigen Lampen, bezahlt er sie auch aus eigener Tasche.
"Handelsblatt", S. 34 (Paid)

Lese-Tipp: Management-Experte Reinhard Sprenger warnt vor dauerhaftem Home-Office.

Lese-Tipp: Home-Office "ist die Pandemie in der Pandemie", schreibt Management-Experte Reinhard Sprenger in seinem Kommentar für das "Handelsblatt". Unternehmen seien "Kooperationsarenen", keine "Koordinationsarenen", weshalb nicht einfach Einzelleistungen aus der Ferne addiert werden könnten. Sprenger sieht ohne räumliche Gemeinschaft auch "die Kraft des Wir" und den "Wunsch dazuzugehören" in Gefahr. Koordination gehe auch online, Führung, Zusammenarbeit und Kreativität nicht. Sprengers Fazit lautet daher: Büro als Standard, Home-Office als Ausnahme.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Julius Deutschbauer interviewt Menschen zu Büchern, die sie nie gelesen haben.

Lese-Tipp: Künstler Julius Deutschbauer interviewt Menschen zu Büchern, die sie nie gelesen haben. Die Top 3 der Staubfänger im Regal sind Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften", James Joyce' "Ulysses" und die Bibel. Deutschbauer will u.a. wissen, welchen Imbiss die Protagonisten des ungelesen Buchs verdient hätten - und stellt bei seinen Gesprächen fest, dass Österreicher vor einer Antwort länger überlegen als Deutsche.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Die Wikipedia hat sich von einer Bewegung zu einer Institution gewandelt.

Lese-Tipp: Wikipedia startete als Bewegung und gleicht mittlerweile eher einer Institution, schreibt Ulf von Rauchhaupt in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Als Beleg dafür führt er die aktive Nachwuchspflege bei Autor*innen an, die in den meisten Ländern den Rücklauf an Beitragenden gestoppt hat. Dennoch müsse der Wikipedia in der Zukunft irgendwann einen Generationswechsel bei den Autor*innen gelingen, damit das Nachschlagewerk aktuell bleibt.
"FAS", S. 54 (Paid)

Lese-Tipp: Fotograf erzählt von seinem Einsatz im US-Kapitol.

Lese-Tipp: Der Fotograf Andrew Harnik hat am Mittwoch Fotos von den Ausschreitungen im Kapitol machen können. Im Interview mit dem "Zeit Magazin" sagt er, dass er zunächst nicht besorgt war, als er aus dem Kapitol heraus die Trump-Fans sah. Wenige Minuten später fand er sich im Repräsentantenhaus wieder und merkte: "Die Stimmung ist gekippt". Er sagt, er habe die Angst um ihn herum gespürt, selbst aber sich darauf fokussiert, seine Arbeit zu machen. Deine persönliche Meinung zu den Vorgängen will er lieber nicht äußern, da er seinen Job in der reinen Dokumentation der Ereignisse sieht.
zeit.de

Lese-Tipp: Der Sturm auf das US-Kapitol wurde öffentlich geplant.

Lese-Tipp: Nicht im Geheimen, sondern "in öffentlichen Netzwerken, die sie zum Teil selbst gegründet haben", haben Trump-Fans die Ausschreitungen von Washington organisiert, schreibt Eike Kühl auf Zeit Online. Er sieht die Dynamik der Netzwerke, "allen voran der Troll-Kultur", dafür verantwortlich, dass die Bedrohung unbeachtet blieb. Entsprechende Communitys müssen daher stärker beobachtet werden, fordert Kühl.
zeit.de

Lese-Tipp: Der Lockdown ist zu locker, schreibt Janko Tietz.

Lese-Tipp: Lockdown ist eigentlich nur ein Lockerdown, kommentiert Janko Tietz. "Was die Politik bis jetzt gescheut hat, ist, den Rest der Wirtschaft ebenso hart zu reglementieren wie Gastronomie, Einzelhandel oder Privatkontakte", schreibt Tietz. Deshalb gäbe es täglich noch immer Millionen Kontakte bei der Arbeit und dem Weg dorthin. Tietz plädiert dafür, alles außer Lebensmittelläden für zwei Wochen zu schließen und so eine monatelange Hängepartie zu vermeiden: "Wenn die Küche kalt bleiben kann, wenn die Ränge leer und die Instrumente stumm bleiben können, kann auch das Band bei Daimler stehen."
spiegel.de

Lese-Tipp: Die “taz” schaut auf die wichtigsten Ereignisse im Medienjahr 2021.

Lese-Tipp: 2021 wird das Jahr, in dem die Medienbranche die Gewinne und Verluste aus der Pandemie zählen wird, schreiben Anne Fromm, Denis Gießler, Peter Weissenburger und Erica Zingher in der "taz". Im ländlichen Raum könne dies 2021 stark bemerkbar werden. Der Streit um den Rundfunkbeitrag und die Macht der Tech-Konzern werden 2021 ebenfalls wichtige Themen.
taz.de

Lese-Tipp: Sandro Schroeder und Marcus Engert über das Podcast-Jahr 2020.

Lese-Tipp: Sandro Schroeder (Foto) und Marcus Engert liefern einen kombinierten Jahres-Rück- und -Ausblick aus der Podcast-Welt und wünschen sich mehr Abwechslung statt der ewig gleichen Podcast-Konzepte "Promis und Influencer*innen" und "True Crime". Strittig sei, "ob der Podcast Christian Drosten zum Popstar gemacht hat oder Prof. Drosten den Podcast", das Coronavirus-Update habe jedenfalls Unzähligen "den Podcast-Erstkontakt verschafft". Schroeder und Engert kritisieren, dass Podcasts 2020 andererseits "zum Marketingvehikel für Marken, Gesichter und Plattformen" wurden. Die Ur-Form als plattformneutrales Medium sehen sie in Gefahr.
uebermedien.de

Lese-Tipp: Der Streit um Werbe-Tracking zwischen Apple und Facebook ist komplex.

Lese-Tipp: Apple will künftig Nutzer*innen fragen, ob Apps für Werbezwecke ihre Daten sammeln dürfen. Facebook reagiert empört und sieht sich als Verteidiger des freien Internets. Simon Hurtz rekonstruiert in der "Süddeutschen" den seit Juni schwelenden Streit und die schwierige Beziehung zwischen den Tech-Riesen, deren Chefs einander nicht besonders leiden können.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Das G in G+J wäre heute 95 Jahre alt geworden.

Lese-Tipp: Richard Gruner wäre heute 95 Jahre alt geworden – Irene Altenmüller porträtiert das G in Gruner + Jahr auf NDR.de. Sie beschreibt die Gründung des Verlags bei "Erdbeerkuchen mit Sahne" gemeinsam mit John Jahr und Gerd Bucerius 1965 und erzählt, wie Gruner sich schon vier Jahre später über die Linkslastigkeit des eigenen Hauses ärgert: Der "stern" sei auf dem besten Weg, "die erste westdeutsche Redaktionskommune zu werden".
ndr.de

Lese-Tipp: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr kämpft seinen eigenen gesundheitlichen Kampf.

Lese-Tipp: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr spricht zu Beginn der Corona-Pandemie noch im Kanzleramt vor. Kurz darauf muss er mit einer Hirnblutung ins Krankenhaus. Elisabeth Dostert porträtiert den Wissenschaftler und berichtet, wie Hoerr sich nach sechs Wochen Koma und neun weiteren Wochen auf einer Intensivstation zurückkämpft. Hoerr musste wieder schlucken, sprechen und gehen lernen. Mittlerweile besucht er manchmal wieder seine Firma.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Große Streamingdienste nutzen Podcasts, um sich zu profilieren.

Lese-Tipp: 10 Mio Deutsche hören laut Marktforscher*innen regelmäßig Podcasts. Mehr als 40.000 von ihnen sind mittlerweile im Angebot, sagt Spotify-Europachef Michael Krause. Der "Spiegel" schreibt in seinem Überblick über das Geschäft, dass Podcasts für große Anbieter vor allem dazu dienen, sich gegenüber anderen Streamingdiensten zu profilieren. Richtig beziffern lässt sich der Erfolg der Audio-Angebote übrigens noch nicht, weil Spotify, Apple und Amazon keine unabhängige Reichweitenmessung zulassen.
spiegel.de (Paid)

Lese-Tipp: Konsequenzen der neuen EU-Regeln für Online-Plattformen für Apple und Co.

Lese-Tipp: Das "Handelsblatt" erklärt, welche konkreten Konsequenzen der Digital Services Act und der Digital Markets Act der EU-Komission für Google, Amazon, Facebook und Apple hat. Google und Amazon etwa dürften ihre Angebote nicht mehr bevorzugt in den Suchergebnissen zeigen und Informationen ihrer Firmenkunden nicht mehr nutzen, um ihnen Konkurrenz zu machen.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Nachruf auf John Le Carré, eine Legende des Spionageromans.

Lese-Tipp: Der am Sonntag mit 89 Jahren verstorbene Schriftsteller John Le Carré hat durch die Figur des Spions Egos George Smiley immer auch hinter die Fassaden des Weltgeschehens geschaut, schreibt Claudia Voigt in ihrem Nachruf. Le Carrés dominantes Thema war die moralische Ambivalenz, weshalb seine Geschichten vielschichtiger waren als andere Spionagethriller. Der Autor war selbst sechs Jahre lang britischer Geheimdienst-Agent, unter anderem in Deutschland.
spiegel.de

Lese-Tipp: Karola Wille über durch Brinkbäumer-Personalie ausgelöste Ost-West-Debatte.

Lese-Tipp: MDR-Intendantin Karola Wille spricht im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" über die Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen – die Entscheidung Haseloffs sei für sie ein "bitterer Moment" gewesen, weil sie "Überzeugungsarbeit mit Leidenschaft betrieben" hat und seit Jahren in Gesprächen dazu sei. Dass sich an der Personalie Brinkbäumer eine Ost-West-Debatte entzündet, zeigt laut Wille, "wie weit wir noch von der Realität eines geeinten Deutschlands entfernt sind".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie Senior*innen in der Pandemie digital aufholen.

Lese-Tipp: Netzpolitik.org recherchiert, wie alte Menschen sich im Lockdown vernetzen – immer mehr Senior*innen gehen online, um Kontakte zu halten. Dagmar Hirche vom Verein Wege aus der Einsamkeit organisierte vor Corona Silent Discos und Speeddatings für alte Menschen, nun Zoom-Übungsrunden. Doch "einzelne Erfolgsprojekte" sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die öffentliche Hand zu wenig für digitale Teilhabe im Alter tut, schreibt Serafin Dinges. In Pflegeheimen etwa gebe es nur selten Internetzugang. Das Engagement komme von vielen kleinen Initiativen und Privatpersonen.
netzpolitik.org

Lese-Tipp: Der “harte Lockdown” ist nur schwammig definiert, findet Julian Hilgers.

Lese-Tipp: Dem "harten Lockdown" fehlt eine genaue Definition, schreibt Julian Hilgers. "Der Begriff ist so undurchsichtig, wie die Maßnahmen selbst." Manche Medien meinen damit Geschäftsschließungen und ein Minimum an Präsenzunterricht in Schulen, andere schließen Alkoholverbote und Ausgangssperren ein. Dabei sind die Maßnahmen teils keine anderen als im Frühjahr, wo auch der Begriff "Lockdown" reichte. Von drastischen Einschränkungen wie in China oder Italien sei Deutschland ohnehin weit entfernt.
uebermedien.de

Lese-Tipp: Der Lockdown muss vor Weihnachten kommen, schreibt Sebastian Fischer.

Lese-Tipp: Wir können als Gesellschaft nicht einen harten Lockdown wegen der akuten Situation für unumgänglich halten, aber das Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen wollen, kommentiert Sebastian Fischer, Leiter des "Spiegel"-Hauptstadtbüros. Dies sei "die Methode Ischgl". Fischer fordert, den Lockdown bereits am Montag beginnen zu lassen, was Tausende Menschenleben retten könne. Fischer mahnt, die Gesellschaft lasse derzeit die Solidarität schleifen. Dass die Politik zunächst weniger härtere Maßnahmen im November versucht hat, sei dennoch richtig gewesen: "Den Versuch war es wert. Er ist misslungen."
spiegel.de

Lese-Tipp: Der Untergang der “Lindenstraße” wird der Serie nicht gerecht.

Lese-Tipp: Für Frank Rauscher ist das Finale der "Lindenstraße" Ende März unwürdig untergegangen. In der ersten Welle der Corona-Pandemie habe die Sendung noch weniger Aufmerksamkeit bekommen als befürchtet. Anlässlich des Jahrestages der Erstausstrahlung vor 35 Jahren blickt er zurück auf die erste Soap Deutschlands und attestiert ihr eine starke Haltung und dauerhafte gesellschaftliche Relevanz. Das Format hätte nicht eingestellt, sondern überarbeitet werden müssen, bilanziert Rauscher.
teleschau.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Elon Musk hat seine etablierten Mitbewerber als arrogant wahrgenommen.

Lese-Tipp: Elon Musk sagt im langen Interview mit Mathias Döpfner in der "Welt am Sonntag", dass seine Konkurrenten ihm gegenüber früher "ziemlich arrogant" aufgetreten sind. Die Ablehnung der etablierten Unternehmen sei für seine Mitarbeiter*innen aber "wirklich eine große Motivation" gewesen. Mittlerweile würde Tesla jedoch ernstgenommen. Seinen komplettem Reichtum will Musk in Aktien von Tesla und SpaceX halten: "Wenn Tesla und SpaceX bankrott gehen, gehe auch ich persönlich bankrott. Zu hundert Prozent."
"Welt am Sonntag" (Paid)

Lese-Tipp: Ländliche Regionen können vom Home-Office-Trend profitieren.

Lese-Tipp: Digitalaffine Großstädter*innen zieht es zunehmend in die Vorstädte. Die "Suburbanisierung" ist nicht erst zu beobachten, seit die Corona einige Vorzüge des Stadtlebens einschränkt, schreibt Milena Merten im ada-Magazin. Nun bietet die radikale Veränderung der Arbeitswelt ländlichen Gemeinden große Chancen - wenn die Internetanbindung stark genug ist.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Der Aufstieg des größten TikTok-Stars Charli D’Amelio.

Lese-Tipp: Charli D'Amelio hat sich zur größten Influencerin von TikTok mit aktuell 101,5 Mio Followern hochgetanzt. Angefangen hat die 16-Jährige vor anderthalb Jahren mit einigen viralen Videos, mittlerweile vertritt United Talent Agency sie, eine mächtige Hollywood-Agentur. Ihre Schwester Dixie hat 44 Mio. TikTok-Follower, die Eltern der beiden kümmern sich um die Social-Media-Strategie der Familie.
spiegel.de

Lese-Tipp: Heinsberg-Studie lässt Todesfälle unberücksichtigt.

Lese-Tipp: Die umstrittene Studie des Bonner Virologen Hendrik Streeck unterschätzt die Sterblichkeit erheblich, kritisiert Wissenschaftsjournalist Hinnerk Feldwisch-Drentrup. Menschen, die zum Zeitpunkt der Daten-Erhebung an Covid-19 erkrankt waren, aber erst später starben, sind unberücksichtigt. Mittlerweile sei klar, dass fast doppelt so viele Menschen an oder mit Corona gestorben. Trotzdem, kritisiert Feldwisch-Drentrup, sei Mitte November ein Artikel in der "Nature" erschienen, der noch die veralteten Zahlen beinhaltet. Schon die Vorveröffentlichungen zur Studie löste Kritik aus. Storymachine, die PR-Agentur von Kai Diekmann, übernahm die PR und ging in den Augen vieler Kritiker*innen nicht ergebnisoffen an die Arbeit. Inzwischen betreut Ex-Sky-Mann Wolfram Winter Streeck.
medwatch.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Klaus Brinkbäumer analysiert die Politik-Ambitionen von Tucker Carlson.

Lese-Tipp: Tucker Carlson, Fox-News-Moderator und einer der medialen Wasserträger von Donald Trump, ist als republikanischer Kandidat für die US-Wahl 2024 im Gespräch, beobachtet Klaus Brinkbäumer. Zuletzt hatte Carlson allerdings Trump-Fans gegen sich aufgebracht, weil er Joe Bidens Wahlsieg verkündet und Wahlbetrugsvorwürfe hinterfragt hat. Brinkbäumer beschreibt Carlson als konservativen Opportunisten, der als "seriöser Journalist" anfing - u.a. beim "New Yorker" und CNN - und sich bei Fox News radikalisierte.
zeit.de

Lese-Tipp: Florian Klenk will in Terror-Berichten Leser*innen nicht bevormunden.

Lese-Tipp: "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk verteidigt im Übermedien-Interview, in seiner Berichterstattung zum Terrorakt in Wien als erster Details zum Täter veröffentlicht zu haben. "Ich bin Journalist und meine, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, zu erfahren, wer der Täter ist." Man könnte sogar darüber streiten, ob hinter gewissen Schranken wie einer Altersprüfung Tat und Bekennervideo gezeigt werden. "Wir schreiben den Leuten dauernd vor, was sie sehen dürfen." Damit mache man Täter nicht zu Helden, sondern ordne sie und ihre Taten ein. Live-Informationen via Twitter will Klenk künftig nicht mehr über seinen privaten Account teilen, weil er gemerkt habe, "dass sich in einer solchen Nacht die Emotionen – der Hass, die Wut, die Verzweiflung – auch irreale Wege bahnen".
uebermedien.de

Lese-Tipp: Karl Lauterbach prescht in der Corona-Pandemie “mit eigenem Drehbuch” voran.

Lese-Tipp: SPD-Gesundheits­experte Karl Lauterbach ist in der Corona-Pandemie "Rechthaber und Spiel­verderber" zugleich, schreibt Simone Schmollack in ihrem Porträt in der "taz". Fast alles, was Lauterbach prognostiziert, ist auch eingetroffen. Seine mahnenden Tweets "kommen mit einer Dringlichkeit daher, die komplett humorlos ist". Als Abgeordneter ohne Posten könne er "machen und sagen, was er will", presche "mit eigenem Drehbuch, eigenem Tempo, eigenen Thesen" voran. Die Partei brauche Lauterbach für seine Mission "gerade nicht sonderlich".
taz.de

Lese-Tipp: Die “Wirtschaftswoche” beleuchtet Mobbing als “Karrieremacher”.

Lese-Tipp: Die "Wirtschaftswoche" beleuchtet Mobbing als "Karrieremacher" und bemüht dafür u.a. das Beispiel Mathias Döpfner. Der Springer-Chef wurde im Sportunterricht immer als letzter in die Mannschaft gewählt, weil er schon in jungen Jahren außergewöhnlich groß war. Genützt könnte es ihm nicht nur laut Psychologen haben. Seine Einschätzung: "Ich habe gelesen, dass beruflicher Erfolg die Konsequenz von Zurückweisung in der Kindheit ist".
"Wirtschaftswoche" 48/2020, S. 96 (Paid)

Lese-Tipp: Meinungsjournalismus muss sich weiterentwickeln.

Glaubwürdigkeit ist das höchste journalistische Gut, sagt Jochen Bittner, Co-Leiter des "Streit"-Ressorts der "Zeit", im Fachjournalist.de-Interview und rät seinen Kolleg*innen besonders auf Twitter zur Zurückhaltung. Er beobachtet im deutschen Journalismus einen "Bekenntniszwang", weil sich die politische Mitte ausdünnt. Die Trennung zwischen Nachricht und Kommentar befürwortet Bittner, beschreibt die Perspektive der "Zeit" allerdings als "transparente Subjektivität".
fachjournalist.de

Lese-Tipp: Hilfe gegen die legale Abmahn-Masche mit kostenlosen Fotos.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" beschreibt die einfache, aber wirksame Masche, bei der Fotograf Marco Verch im Internet kostenlose Fotos auf Plattformen wie Flickr anbietet und sie sich danach doch bezahlen lässt. Denn das jeweilige Foto muss kompliziert verlinkt werden, die Regeln dazu stehen "ein paar Klicks entfernt, etwas verborgen". Urheberrechtsanwalt Markus Kompa boxt bis zu 100 Mandant*innen pro Jahr aus Verchs Forderungen heraus – und gibt den Tipp: vorbeugende Unterlassungsverpflichtungserklärung abgeben, aber bloß nicht zahlen. Die Schadenersatzforderungen seien unberechtigt, denn einen Schaden kann nur haben, wer auch sonst als Fotograf*in Lizenzen verkauft. Verchs Geschäftsmodell hingegen ist bisher legal.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Nathan Grossman, Dokumentarfilmer von “Ich bin Greta”, über die Produktion.

Lese-Tipp: Ein Jahr begleitete der schwedische Dokumentarfilmer Nathan Grossman Klimaaktivistin Greta Thunberg für die Dokumentation Ich bin Greta. Er hatte sie sehr früh auf dem Schirm und so das Glück, ihren Weg von Begann an begleiten zu können. Im Interview mit Daniel Bouhs erzählt er, wie er ihr Vertrauen gewonnen hat – denn Thunberg zeigt sich in dem Film offen und nahbar und gibt Einblick in private Momente mit ihrer Familie. Sie habe Grossmann gedankt, weil der Film zeige, dass sie mehr sei "als ein sehr wütendes Kind". Schwedische Medien seien insgesamt weniger boulevardesk mit ihr umgegangen und hätten sich "mehr darauf konzentriert, was sie sagen will."
daniel-bouhs.de, daserste.de (Film)

Lese-Tipp: KI soll Staat helfen, Hatespeech im Netz zu verfolgen.

Lese-Tipp: Die Behörde Zitis trainiert in München eine Software, die helfen soll, strafbare Hatespeech zu identifizieren, schreiben Jannis Brühl und Ronen Steinke. Denn die Behörde drohe, "schon bald von einer Flut von Strafanzeigen gegen Online-Hetze überspült zu werden". Die KI soll vorfiltern und muss dafür lernen, welche Begriffe strafbar sind – momentan reagiere sie oft zu sensibel.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Steinmeier spricht mit Corona-Genesenen über Langzeitfolgen.

Lese-Tipp: Im Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier berichten Covid-19-Genesene von Nachwirkungen der Erkrankung. Selbst jüngere Menschen klagen noch lange über Atemnot, Müdigkeit und Wortfindungsstörungen. Joachim Huber, Chef des Medienressorts beim "Tagesspiegel", schildert seine Erfahrungen als Koma-Patient und sagt: "Corona ist ein Arschloch".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Julian Reichelt warnt vor einer Spaltung zwischen Berlin und dem Rest Deutschlands.

Lese-Tipp: Im online vorab veröffentlichtem Interview mit der "NZZ am Wochenende" sagt "Bild"-Chef Julian Reichelt , in Deutschland gebe es einen großen Graben zwischen Berlin und dem Rest des Landes. In Berlin sei er sogar "massivsten Aggressionen ausgesetzt". Reichelt kritisiert zudem das "Weltbild der öffentlich-rechtlichen Sender", das dafür sorge, dass Vertreter*innen der "Bild" nur in Talkshows eingeladen werden, wenn jemand für eine klischeehafte, unsympathische Position gesucht wird.
nzz.ch (frei nach Anmeldung)

Lese-Tipp: Imre Grimm wünscht sich mehr Medienkritik für Normalos.

Lese-Tipp: Imre Grimm diagnostiziert der Branche unnötige Unsicherheit, die sie zu überwinden versucht, indem sie sich der Zielgruppe als "publizistische Servicekräfte" andient. Grimm selbst teilt die Sorgen nicht, fragt sich aber, warum trotz funktionierender Medienkritik die Medienkompetenz nicht größer ist. Er glaubt, Medienjournalist*innen sollten weniger für die Branche und mehr für Normalmenschen schreiben, Medienkunde verpflichtend sein sowie Medien selbst transparenter erklären, was sie tun.
mdr.de

Lese-Tipp: Ein Literaturwissenschaftler kramt im “Tagesschau”-Archiv.

Lese-Tipp: Literaturwissenschaftler Hannes Fischer droht mit seinem Twitter-Account @Tagesschau20Jahre das Erinnern an, sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Auf dem Kanal präsentiert Fischer 20 Jahre alte "Tagesschau"-Meldungen. Die weisen manchmal einen erstaunlichen Gegenwarts­bezug auf, etwa bei der Klimakrise. Bei Themen wie dem Transrapid seien die Beiträge dagegen "eine Zukunft geblieben, die nie eingelöst wurde".
sueddeutsche.de via bildblog.de

Lese-Tipp: Springer-Journalist Claudius Senst berichtet über seine Zeit im Trump-Amerika.

Lese-Tipp: Claudius Senst arbeitet seit vier Jahren für Springer in New York und erlebt seitdem ein Amerika, das er nicht erwartet hatte. Vor seinem Dienstantritt hatte kaum einer ein Trump-Amerika für möglich gehalten, nun ist es seit vier Jahren seine Realität. Auf die Wahl blickt Senst mit Sorge, weil die Polarisierung noch weiter zugenommen habe.
manager-magazin.de

Meinung: Streamingdienste entmündigen ihre Nutzer*innen.

Netflix LogoLese-Tipp: Medienwissenschaftler Marcus Kleiner sagt im Interview mit "Cicero", dass Streaming-Dienste wie Netflix die Zuschauer*innen passiv machen und entmündigen, sogar demokratiegefährdend sein können, weil sie "ein negatives Politikbild vermitteln". Kleiner plädiert für mehr Transparenz im Umgang der Streaminganbieter mit deren Algorithmen und Datennutzung. Er teilt außerdem gegen Digital Natives aus: Die, aufgewachsen mit einer "Like-Ökonomie", seien "zutiefst narzisstisch".
cicero.de

Lese-Tipp: Nachruf auf Sean Connery von Hanns-Georg Rodek.

Lese-Tipp: Der mit 90 Jahren verstorbene Sean Connery war "der beste Bond aller Zeiten", schuf die Figur überhaupt erst und befreite sich später "mit gnadenlosem Killerinstinkt" von ihr, schreibt Hanns-Georg Rodek in einem Nachruf. In seinen Anfangsjahren sei er wegen seiner Größe und "Lernwut" aufgefallen, später als "beinharter Verhandler", der unter anderem die "Bond"-Produzenten auf einen Erfolgsnachschlag verklagte. Mit "Der Name der Rose" habe Connery schließlich "den Status des Elder Statesman, den man alles spielen lassen kann", erreicht.
welt.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Designerinnen und Designer erzählen von ihren liebsten Fehlschlägen.

Lese-Tipp: Im "SZ-Magazin" beschreiben zehn Designer*innen von ihren liebsten Flops und was sie daraus gelernt haben. Cecilie Manz beschreibt zum Beispiel, wie sie mit dem Kleiderbaum traditionelle Muster aufbrechen wollte, er aber zu einem Albtraum für Tischler wurde und von Verkäufern nicht verstanden wurde. Ron Arad erzählt, wie er eine Villa bei Marrakesch nie fertigstellen durfte und so lernte, dass Projekte oft nicht realisiert werden.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Teresa Bücker wirbt für Gefühle trotz Pandemie

Lese-Tipp: Junge Menschen brauchen in der Corona-Pandemie das Recht, über zerplatze Träume traurig zu sein, auch wenn ein Abschlussball oder ein Auslandsjahr nicht für jeden wichtig sind, schreibt Teresa Bücker. "Auch Spaß zu haben ist systemrelevant." Es diene der Persönlichkeitsentfaltung. Wichtig sei zudem, dass Kinder nicht das Gefühl vermittelt bekommen, in der Pandemie eine Belastung zu sein.
sueddeutsche.de, turi2.de/koepfe (Profil Bücker)

Teresa Bücker im Interview mit Elisabeth Neuhaus in der turi2 edition #12, Vorbilder:

Angstforscher rät bei Corona-Angst zu News-Diät und Routinen.

Lese-Tipp: Angstforscher Peter Zwanzger sagt im Interview mit "Zeit Online", die Pandemie sei für Menschen unter 30 eine große Herausforderung. Menschen, die Sorgen wie wegfallende Partys unwichtig finden, sollten sich zurückerinnern "an ihre Zeit mit 15, 20, 25 Jahren", in denen sie sozial sehr aktiv waren. Zwanzger rät gegen Corona-Angst: keine Nachrichten in Dauerschleife, dafür Routinen im Home-Office oder in Quarantäne.
zeit.de

Lese-Tipp: Business Insider stellt TV-Duell-Moderatorin Kristen Welker vor.

Lese-Tipp: Kristen Welker soll schaffen, woran Chris Wallace gescheitert ist: Donald Trump und Joe Biden zu einem guten TV-Duell bringen. Die NBC-Journalistin wird das abschließende Rededuell am Donnerstag moderieren. Business Insider stellt Welker als leidenschaftliche Journalistin vor, die sich schon früh für eine Medienkarriere begeisterte. Über den Anfang ihrer Beziehung hat die "New York Times" berichtet.
businessinsider.de