Siemens will Klima-Aktivistin Luisa Neubauer in den Aufsichtsrat holen.

Siemens bietet Klima-Aktivistin Luisa Neubauer, Mitorganisatorin von "Fridays for Future" in Deutschland, öffentlichkeitswirksam einen Posten im Aufsichtsrat von Siemens Energy an.
Neubauer kontert, ihr gehe es nicht um "irgendwelche Aufsichtsratsgeschichten", sondern ob Siemens an den Investitionen festhalte. Der Konzern steht wegen einer Lieferung für ein Kohlebergwerk in Australien in der Kritik.
manager-magazin.de, welt.de (Neubauer-Reaktion)

Ministerpräsident Laschet ermahnt öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu Kostendisziplin.


Unterwegs mit Ihren Gebühren? Öffentlich-rechtliche Sender haben "eine privilegierte Stellung" mit "überdurchschnittlichen Gehältern", mahnt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet im "Spiegel"-Interview. Die Medienlandschaft stehe "insgesamt unter Druck", ganze Lokalzeitungsredaktionen würden geschlossen. Dagegen sei im öffentlich-rechtlichen Rundfunk alles "staatlich garantiert, egal ob es einer schaut oder nicht." Mit Blick auf die "Umweltsau"-Satire erwartet Laschet "auch eine gewisse Verantwortung". Die Ausgaben für Sportlizenzen seien "absurd", dort müssten die Sender "behutsamer und sparsamer" sein. Auch die Honorare für "Moderatoren von Samstagabendshows" erscheinen Laschet "teilweise zu hoch".

Dass die ARD mittels Framing versuchte, das Image aufzupolieren, sei "alles andere als hilfreich". Es dürfe nicht "der Eindruck eines Schönsprechs erzeugt werden". Haltung ersetze nicht Qualität. "Bei denen, die das System prinzipiell ablehnen, hilft nichts mehr", resigniert Laschet. Die öffentlich-rechtlichen Medien berichten "professionell, kompetent und objektiv", lobt der NRW-Ministerpräsident. Mit knapp 400.000 Euro im Jahr verdient Buhrow fast doppelt so viel wie der Ministerpräsident, schreibt der "Spiegel". "Ich neide Tom Buhrow sein Gehalt nicht", gibt sich Laschet gelassen, "jeder Sparkassendirektor" erhalte mehr als ein Ministerpräsident.
"Spiegel" 3/2019, S. 78-79 (Paid)

Basta: Freibier für Brauereimitarbeiter bleibt steuerfrei.

Hol' mir mal 'ne Flasche Bier, sonst streik ich hier: Das Freibier für Brauereimitarbeiter bleibt auch künftig steuerfrei, entscheidet das Bundesfinanzministerium und beendet damit Bedenken der Länder. Brauereimitarbeiter erhalten pro Arbeitstag steuerfreie 2,5 Liter als Teil ihres Tariflohns. Der Fiskus trinkt auch künftig nicht mit und gewährt mehr Promille vom Brutto.
handelsblatt.com

“Spiegel” widerspricht Vorwurf der Befangenheit bei Atomkraft-Berichten.

Spiegel weist die Vorwürfe von Journalist Oliver Neß, der dem Magazin eine Befangenheit bei der Atomkraft-Berichterstattung vorwirft, als "absurd" zurück. Zwar habe die Stiftung von Bill Gates, Microsoft-Gründer und Nuklearinvestor, die Redaktion finanziell unterstützt, eine redaktionelle Einmischung oder Befangenheit habe es aber nie gegeben. Neß habe vor seiner Veröffentlichung kein "Spiegel"-Statement angefragt, beklagt das Magazin.
twitter.com ("Spiegel"-Statement), mmm.verdi.de (Kritik von Neß)

Video-Tipp: Gary Glotz mischt im Bürgermeisterwahlkampf im Mediendorf Unterföhring mit.

Video-Tipp: Gary Glotz, Bewegtbild-Agentur von Peter "Bulo" Böhling, macht Wahlkampf für den SPD-Bürgermeisterkandidaten Philipp Schwarz in Unterföhring. In einem 36-Sekunden-Spot zeigt die Agentur besonders malerische Ecken des bayerischen Medienreservats (u.a. ProSiebenSat.1, Sky) und fordert "Unterföhring weiterdenken". Bulo hat auch schon für die CSU Wahlwerbung gemacht.
youtube.com via clap-club.de

“Focus”: Die Bundesregierung zahlte 2019 über 350.000 Euro für Facebook-Werbung.

Facebook: Die Bundesregierung hat 2019 mehr als 350.000 Euro für Werbeanzeigen auf Facebook ausgegeben, zitiert der "Focus" eine Auswertung der Werbebibliothek des sozialen Netzwerks. Unter den Ministerien investierte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit 103.107 Euro die höchste Summe, gefolgt vom Justizministerium (46.442 Euro) und Familienministerium (13.500 Euro).
focus.de

NRW-Staatskanzlei verteidigt Laschets Kritik an “Umweltsau”-Satire des WDR.

Umweltsau: Die Kritik des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (Foto) an der Satire des WDR war aus Sicht der Staatskanzlei "kein Eingriff der Medienaufsicht", schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Laschet habe mit Tweets gegen die von einem Kinderchor gesungene Satire lediglich sein Recht auf Meinungsäußerung wahrgenommen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Basta: Werbespruch von Sixt wandert in den Papierkorb statt ins Gelände.

Ausgebremst: Die Wettbewerbszentrale klagt erfolgreich vor dem Landgericht München gegen den Sixt-Werbespruch "Ab ins Gelände", weil die angepriesenen Mietwagen laut Geschäftsbedingungen gar nicht abseits der Verkehrswege gefahren werden dürfen. Statt ins Gelände wandern die Werbesprüche damit ab in den Papierkorb.
boerse.ard.de

Brandenburgs Finanzausschuss stimmt Grundstückverkauf an Tesla zu.

Tesla: Der Finanzausschuss des Brandenburger Landtags hat den Kaufvertrag für das Gelände der geplanten Fabrik in Grünheide gebilligt. Die Entscheidung fiel einstimmig mit einigen Enthaltungen. Der Vorstand von Tesla muss den Vertrag noch zustimmen. Der Kaufpreis ist zunächst auf knapp 41 Mio Euro festgelegt. Mit einem externen Gutachten wollen beide Partien den endgültigen Preis für das rund 300 Hektar große Grundstück festlegen.
manager-magazin.de

Der AfD-nahe Unternehmer Hartmut Issmer will Radiosender starten.

Radio: Der AfD-nahe Unternehmer Hartmut Issmer bewirbt sich in Thüringen und Hessen um Radio-Lizenzen, berichtet Boris Rosenkranz. Issmer fiel in der Vergangenheit durch die Teilnahme an rechtspopulistischen Demonstrationen auf, sprach dort unter anderem von "Lügenpresse". Sein Radiosender soll Unterhaltungsmusik spielen und journalistische Beiträge senden, die laut Issmer im Gegensatz zu denen der Öffentlich-Rechtlichen auch "neutral" zu Putin, AfD und Klimawandel berichten.
uebermedien.de (Paid)

Facebook will seinen Nutzern mehr Kontrolle über politische Anzeigen geben.

Facebook kündigt an, seinen Nutzern bei Facebook und Instagram ab dem Sommer mehr Einfluss auf die Menge der politischen Anzeigen zu geben. Nutzer sollen dann auswählen können, dass sie weniger Werbung zu politischen oder gesellschaftlichen Themen angezeigt bekommen. Ganz deaktivieren lassen sich die Anzeigen jedoch nicht. Fernern kündigt Facebook an, mehr Informationen zu den gebuchten Anzeigen zu zeigen, zum Beispiel welche Reichweite der Werbende anvisiert.
theverge.com

Deutsche vermissen Digitalkompetenz in der Politik.

Digitalisierung: Die Deutschen haben wenig Vertrauen in die Digitalkompetenz der Regierung. Laut einer Allensbach-Umfrage halten nur 2 % die Regierung hier für "sehr kompetent", 26 % für "kompetent". Gleichzeitig sagen 47 %, sie sei "weniger kompetent", 10 % geben der Regierung sogar das Urteil "gar nicht kompetent". Auch die Oppositionsparteien bekommen keine bessere Bewertung. Besser schneidet die deutsche Wirtschaft ab. Die wird von 9 % der Befragten für "sehr kompetent" und von 61 % für "kompetent" in der Digitalisierung gehalten.
faz.net

Nahost-Fachzeitschrift “Inamo” erscheint nicht weiter.

Nahost-Fachblatt Inamo stellt nach 25 Jahren den Betrieb ein, schreibt Christian Meier in der "FAZ". Grund sei neben dem Aboschwund der fehlende Nachwuchs unter den Autoren. Die Vierteljahresschrift des Informationsprojekts Naher und Mittlerer Osten wollte "abseits aller Klischees" ein Blatt "von Regionalfachleuten, aber nicht nur für Fachleute" sein. Die "meinungs­betonten Analysen mit akademischem Einschlag" und "dezidiert linker Weltsicht" seien jedoch "meist recht absehbar" gewesen.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Facebook-Manager sieht Mitschuld für Trumps Wahlsieg.

Facebook räumt eine Mitschuld an der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ein. Facebook-Manager Andrew Bosworth schreibt in einem internen Memo, Trump wurde nicht durch Einfluss aus dem Russland zum Präsidenten, sondern weil sein Team Facebooks Tools am besten genutzt habe. So wenig er sich eine Wiederwahl Trumps wünsche, appelliert Bosworth an seine Kollegen zur Neutralität, um das Wahlergebnis nicht zu beeinflussen.
nytimes.com, buzzfeednews.com, meedia.de

Donald Trump und Michael Bloomberg sichern sich Werbezeit beim Super Bowl.

Super Bowl: US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Michel Bloomberg haben beide je 60 Sekunden Werbezeit beim Finale der National Football League am 2. Februar gebucht. Für ihre Slots beim meistgesehenen Sport-Event der Welt zahlen sie je rund 10 Mio Dollar ‐ Trump aus seiner Wahlkampfkasse, Bloomberg aus seinem Privatvermögen. Es ist das erste Mal, dass beim Super Bowl Wahlwerbung für Präsidentschaftskandidaten über den Sender geht.
nytimes.com, adage.com

Basta: ORF macht Regierungseinführung zur Telenovela.

ORF 150Untertitelnovela: Der ORF transkribiert in seiner Mediathek die Amtseinführung der neuen Regierung ungewollt amüsant mit Gaga-Sätzen wie "Wie würdest Du dieses Küken nennen?" oder "Verdammte Scheiße. Wie soll ich das Alisa erklären?". Statt der Untertitel zum Kurzfilm "Sebastian - ein Kanzler zum Scherzen" liefen versehentlich die der Telenovela Alisa – Folge Deinem Herzen.
futurezone.at, handelsblatt.com, twitter.com (1-Min-Video)

Andreas Pinkwart digitalisiert NRW.

NRW-Digitalminister Andreas Pinkwart bündelt seit zweieinhalb Jahren alle Digital-Aspekte unter einem Dach. Bis 2021 will der FDP-Minister alle Funklöcher schließen, bis 2025 die Verwaltung des Landes komplett digitalisieren. Christian Rothenberg beschreibt Pinkwart im "Handelsblatt" als "Enabler" und sieht seine Arbeit als Blaupause für den Bund. Aus der Opposition kommt Kritik, Pinkwarts Schwäche liege im Handeln.
"Handelsblatt", S. 10/11 (Paid)

Chinesischer Diplomat warnt Deutschland vor Huawei-Ausschluss.

China droht Deutschland mit Konsequenzen, sollte der Bundestag Huawei vom 5G-Aufbau ausschließen. Peking werde nicht "untätig bleiben", kündigt Wang Weidong, chinesischer Diplomat in der Wirtschaftsabteilung der Botschaft in Berlin, im Parteiblatt Global Times an. Huawei selbst geht auf Distanz zur Partei und verweist lieber auf die Verfehlungen der NSA.
sueddeutsche.de, globaltimes.cn

Neues Cambridge-Analytica-Leck deckt weltweite Manipulationen auf.

Wer die Wahl hat: Ein Datenleck der insolventen Datenfirma Cambridge Analytica gibt Aufschluss über die interne Struktur, mit der das Unternehmen Wähler weltweit manipuliert hat. Auf dem Twitter-Account HindsightFiles tauchen seit Neujahr Links zu Dokumenten über die Wahlen in Malaysia, Kenia, Brasilien und dem Iran auf. Sie stammen offenbar von Ex-Mitarbeiterin Brittany Kaiser (Foto). Sie sagt, das Material gehe "weit über das hinaus, was die Leute über den 'Cambridge Analytica-Skandal' zu wissen glauben". Die Firma sei in wesentlich größerem Ausmaß aktiv gewesen. Unter den mehr als 100.000 Dokumente seien solche, die die Schwarzgeldmaschinerie bei US-Wahlen zeigen, mit 2016 u.a. der die Herkunft von Großspenden an Trump verschleiert wurde.
theguardian.com, t3n.de

Umweltsau: Hunderte demonstrieren in Köln für und gegen Öffis.


Demo vor dem Sender: Das Umweltsau-Video des WDR zieht am Samstag mehrere Demos in Köln vor dem Sender-Gebäude nach sich. Hunderte demonstrieren für bzw. gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Unter anderem versammelten sich verschiedene rechte Gruppen sowie eine Gegenkundgebung, an der auch Verdi und der DJV teilgenommen haben. DJV-Chef Frank Überall, auch freier Journalist beim WDR, sagte, die Umweltsau-Satire verletze keine Rechte und müsse deshalb ausgehalten werden – auch von einem Intendanten. Tom Buhrow hat sich für das Video entschuldigt, der WDR hat es gelöscht, die Redakteursvertretung den Schritt in einem internen Schreiben scharf kritisiert.
dwdl.de, bild.de, deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Bundesministerien drucken im 1. Halbjahr 2019 87,6 Mio Blatt Papier aus.

Zahl des Tages: Umweltschädliche 87,6 Mio Blatt Papier haben die Bundesministerien und oberen Bundesbehörden im 1. Halbjahr 2019 ausgedruckt, antwortet die Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP. Spitzenreiter ist das Justizministerium mit 28 Mio A4-Seiten. In manchen Ministerien habe sich der Papierverbrauch seit 2017 jedoch halbiert.
focus.de

Zitat: Vodafone-Chef Ametsreiter fordert europäische Lösung zur Netz-Sicherheit.

"Wenn ich Sie in Ihrem Haushalt hacken will, dann ist das Netz relativ egal. Dann hacke ich Ihren Fernseher, Ihren Router oder Ihren Toaster."

Hannes Ametsreiter, Deutschland-Chef von Vodafone, sagt in der "FAZ", für Hacker gebe es leichtere Angriffspunkte als das Mobilfunknetz. Im Umgang mit Huawei plädiert er für eine europäische Lösung.
faz.net

Rechtspopulisten in den Niederlanden gründen einen eigenen TV-Sender.

Niederlande: Anhänger rechtspopulistischer Parteien haben einen eigenen TV-Sender mit dem Namen Ongehoord Nederland gegründet, schreibt Thomas Kirchner. Der Sender darf aufgrund der Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den Niederlanden künftig auch auf Geld vom Staat hoffen. Auf Sendung wird er wohl erst 2022 gehen. Die Macher wollen eine Gegenöffentlichkeit zum in ihren Augen linken Rundfunk bieten und kündigen Berichte über die einheimische Kultur sowie kritische Berichte zu EU, Migration und der Klimaforschung an.
sueddeutsche.de

Datenschützer fordert von Aufsichtsbehörde härteres Vorgehen gegen Facebook.

Facebook: Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar wirft der irischen Datenschutzaufsichtsbehörde im "Handelsblatt" Untätigkeit im Umgang mit Tech-Konzernen vor. Bei der Durchsetzung der DSGVO gebe es "erhebliche Defizite". Das "Ausbleiben von aufsichtsbehördlichen Maßnahmen" begünstige "marktbeherrschende Unternehmen". Die irische Datenschutzbehörde ist europaweit u.a. für Facebook zuständig, da der Konzern dort seine EU-Niederlassung hat.
handelsblatt.com

Meinung: Bei Hass im Netz hilft Solidarität.

#Umweltsau: Der Streit um die Satire macht sichtbar, dass viele Menschen nicht wissen, wie sie mit Bedrohungen im Netz umgehen sollen, kommentiert "Spiegel"-Autorin Margarete Stokowski. "Bedingungslose Solidarität" und Unterstützung für die vom Hass Betroffenen, auch von Vorgesetzten, wirke bei Hasskommentaren als "eine Art Gegenzauber".
spiegel.de

Medien sollten die Radikalität aus dem Netz nicht übernehmen, warnt Schröder.

Bild: Gerhard Schröder wirft dem Boulevardblatt im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vor, Formen von Diffamierung aus den sozialen Medien in den Printbereich zu übertragen. Dies sei kein Erfolgsrezept gegen sinkende Auflagen. Medien sollten die "Radikalität" nicht überbieten, diesen Wettbewerb könne der Journalismus nie gewinnen. Der Ex-Kanzler brauchte einst "nur 'Bild', 'BamS' und Glotze" zum Regieren.
noz.de

Der WDR reagiert auf Morddrohungen infolge der “Umweltsau”-Debatte.


Unter aller Umweltsau: Mehrere Mitarbeiter des WDR haben im Rahmen der Diskussionen um die "Umweltsau"-Satire Morddrohungen erhalten, wie der WDR bestätigt. Die Anstalt schreibt auch, sie biete den Betroffenen Personenschutz an. Das gelte auch für freie Mitarbeiter. WDR-Intendant Tom Buhrow sagt: "Wir werden das nicht dulden, ich gehe mit allen juristischen Mitteln dagegen vor." In einer Video-Botschaft zeigt sich Buhrow erschüttert und kommentiert, die Drohungen würden erschreckendes über den Zustand im Land aussagen. "Wir können doch nicht den Scharfmachern und Rechthabern das Feld überlassen", so Buhrow, der ein neues Klima des Miteinanders fordert.

Derweil berichtet Spiegel Online über eine Twitter-Auswertung, die nahelegt, dass die Debatte gezielt von Accounts aus dem rechten Spektrum angeheizt wurde, ehe sie auf reichweitenstarke rechtskonservative Accounts und schließlich die Medien übersprang. Dazu passend kritisiert der DJV-Vorsitzende Frank Überall die Reaktion des WDR auf die Netzkritik: "Tom Buhrow muss sich der Frage stellen, ob er mit seiner eilfertigen redaktionellen Distanzierung für den Beitrag nicht all denen Oberwasser gegeben hat, die nicht auf den Austausch von Argumenten, sondern auf das Mundtotmachen kritischer Journalisten aus sind."

Der DJV ruft zudem den WDR auf, sich aktiv um die Sicherheit eines bedrohten Mitarbeiters zu kümmern, bei dem Anhänger der rechtsextremen Szene vor seinem Haus aufmarschiert sind. Der freie Mitarbeiter wurde zum Ziel von Blogs und Twitterern aus dem rechtsextreme Umfeld, nachdem er getwittert hatte, dass die Großeltern der Video-Kritiker keine Umweltsäue gewesen seien, sondern eine "Nazisau".
sueddeutsche.de (Morddrohungen), spiegel.de (Twitter-Auswertung), twitter.com (Statement Buhrow), turi2.de (Background)

Eurowings-Flugbegleiter streiken und drohen mit weiteren Streiks.

Eurowings: Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo bestreikt seit der Nacht die Lufthansa-Tochter Germanwings. Bis Mittwoch fallen mehr als 180 Flüge aus, vor allem in Köln-Bonn, München, Hamburg und Berlin-Tegel. Eurowings rechnet dennoch mit einem "geregelten Flugbetrieb". Ufo droht, falls nötig, mit weiteren Streiks.
sueddeutsche.de, wiwo.de, manager-magazin.de

WDR-Satire: Chorleiter weist Vorwurf der Instrumentalisierung zurück.


Fromme Chorknaben? Zeljo Davutovic, Gesamtleiter des WDR-Kinderchors, entschuldigt sich in einem Statement nach dem umstrittenen Satire-Song. Den Kindern sei erklärt worden, dass "mit Überspitzung und Humor" der Generationenkonflikt "aufs Korn" genommen werden sollte. Kinder und Eltern hätten freiwillig an dem Projekt teilgenommen. In dem Satire-Song gehe es nicht um die Oma, "sondern um uns alle. Hier schließe ich mich persönlich ein", erklärt Davutovic. Einige Familien haben sich entschieden, nicht mitzuwirken, sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Das Thema sei während dieser Abfrage "überhaupt nicht hochgekocht".

Die Idee der jahresrückblickenden WDR-Satire sei auf Kinderstimmen konzipiert, "Fridays for Future" sei ebenfalls von Kindern und Jugendlichen organisiert, weshalb Chorleiter Davutovic auch das Projekt der WDR2-Redaktion zugesagt habe. Als Musiker wolle er sich "bei allen entschuldigen, die sich trotz der Einordnung als Satire von uns persönlich angegriffen fühlen." Der Chor habe "in den vergangenen Jahren immer allergrößten Respekt vor Seniorinnen und Senioren gezeigt", beispielsweise bei Auftritten in Seniorenheimen.
(Foto: Screenshot WDR Fernsehen)
welt.de, sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Nach Umweltsau-Satire: Rechte demonstrieren vor der WDR-Zentrale.

#Umweltsau: Rund 100 Personen haben am Sonntag vor der WDR-Zentrale in Köln gegen den Satire-Song demonstriert. Unter den Teilnehmern sollen auch Rechtsextreme mit Verbindungen in die Rocker- und Hooliganszene gewesen sein. Laut Polizeiangaben kam es zu verbalen Konfrontationen zwischen Personen "aus dem offensichtlich eher linken und dem eher rechten Spektrum".
rnd.de

Lese-Tipp: Pressemitteilungen von Politikern finden im Netz keinen Zuspruch.

Lese-Tipp: Politiker müssen begreifen, dass Social Media nur ein anderer politischer Raum ist, um Botschaften zu übermitteln, sagt Influencerin Lilly Blaudszun, die für die SPD twittert, in der "Bild". Dazu gehörten auch private Einblicke von Politikern. Theresa Hein (Foto), die für die CDU twittert, betont, dass Politiker authentisch bleiben müssen, Pressemitteilungen zu reproduzieren führe im Netz zu keinem Erfolg.
bild.de (Paid)

Basta: Restaurant versetzt Prinz Harry.

Keine Prinzessböhnchen: Prinz Harry verbringt die Weihnachtszeit bei der Familie seiner Frau Meghan in Kanada. Auf einen Restaurantbesuch mussten die beiden nach einer Absage des Restaurants verzichten, was beinah zu einer Ehekrise geführt hätte. Das jedoch nicht bei den Royals sondern bei den Restaurantbesitzern, wo die Besitzerin über die Absage ihres Mannes wegen zu viel Security "not amused" gewesen sein soll.
merkur.de

Sascha Lobo: Ältere sollten stärker von der Jugend lernen.

Jugend hat heute oftmals ein besseres Gespür für die Dringlichkeit von Themen der Gegenwart, sagt Sascha Lobo im Interview mit der "FAS". Daraus ergebe sich eine Umkehrung des Lernverhältnisses. Ältere müssten stärker von jüngeren lernen, Bürger mittleren Alters als Vermittler auftreten. Die Zeit des Originalgenies, das sich zurückziehe, bis es eine Lösung habe, sei vorbei. In der Jugend überwiege das Netzwerkdenken, wo die Problemlösung mit ständigem Feedback kombiniert werde.
"FAS", S. 43 (Paid)

Chaos Computer Club: Türkische Spionagesoftware stammt aus Deutschland.

Spionagesoftware, mit der die türkische Regierung Oppositionelle ausspähte, stammt offenbar aus Deutschland, so Linus Neumann und Thorsten Schröder vom Chaos Computer Club. Ihren Analysen zufolge handelt es sich um eine Version einer Software der deutschen Firma FinFisher, die auch deutsche Behörden beliefert. Brisant: Der Export entsprechender Software ist in der EU eigentlich genehmigungspflichtig und das Programm sei erst nach Inkrafttreten der Genehmigungspflicht fertiggestellt worden.
heute.de

Die Polizei handelt deutschlandweit uneinheitlich bei der Angabe der Täterherkunft.

Polizeimeldungen haben keine einheitliche Linie, wenn es darum geht, die Nationalität mutmaßlicher Täter zu nennen, schreibt der "Spiegel". Während die Polizei in Hamburg grundsätzlich die Nationalität nenne, sie dies in vielen Ländern nur den Fall, wenn es ein öffentliches Interesse gebe oder es für das Verständnis des Falls nötig ist. Selbst innerhalb der Bundesländer sei das Vorgehen zum Teil uneinheitlich. Versuche, eine gemeinsame Linie zu finden, sind bislang gescheitert.
"Spiegel" 01/2020, S. 32 (Paid)

Russlands kritische Stimmen wandern ins Netz.

Russland: Kritische Medien wandern zunehmend ins Internet, während sich die klassischen Medien anpassen, schreibt Silke Bigalke. Das Netz sei derzeit voll von Regierungskritik, allerdings versuche der Staat die Kontrolle zu erhöhen. Journalisten geraten zunehmend unter Druck - auch wenn sie sich nicht mit dem Kreml beschäftigen. Druck würden auch Behörden unterhalb der höchsten Ebene ausüben.
sueddeutsche.de

Auch Spotify zieht politischer Werbung vorerst den Stecker.


Unpolitische Musik für die Ohren: Spotify tut es anderen Tech-Firmen gleich und untersagt im Jahr der US-Präsidentschaftswahl politische Werbung auf seiner Plattform. Die neuen Regeln sollen Anfang 2020 in Kraft treten und politische Anzeigen in kostenfreien Accounts sowie in exklusiven Podcasts verbannen. Spotify begründet, es habe nicht genug Kapazitäten, um die Anzeigen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Offiziell spricht der Musikstreaming-Anbieter nicht von einem dauerhaften Verbot politischer Werbung, sondern von einer Pause.

Der Schritt hat zunächst nur Auswirkungen auf die USA, da Spotify in anderen Ländern aktuell keine politische Werbung verkauft. Bisher haben in den USA unter anderem der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders und das Komitee der Republikanischen Partei Anzeigen geschaltet. Auch Twitter will ab 2020 keine politische Werbung zulassen, Google schränkt die Targeting-Möglichkeiten deutlich ein.
adage.com, theverge.com, turi2.de (Background)

“WSJ”: TikTok sucht nach einem Hauptquartier außerhalb Chinas.

TikTok will sein Image als chinesisches Unternehmen loswerden und sucht nach einem Hauptquartier außerhalb Chinas, berichtet das "Wall Street Journal". Vor allem in den USA steht die App unter Beobachtung, die US-Marine verbietet etwa die Installation auf Diensthandys. Als mögliche Standorte seien Singapur, London und Dublin im Gespräch.
wsj.com via businessinsider.de

Meinung: Saudi-Arabien verkauft die Welt mit Kashoggi-Urteil für dumm.

Kashoggi-Urteil ist eine Unverschämtheit, schreibt Dunja Ramadan. Saudi-Arabien verkaufe die Welt für dumm. Die Regierung des Landes ignoriere die Indizien und versuche nicht einmal, es zu vertuschen. Ramadan glaubt, die internationale Staatengemeinschaft trage Mitschuld, weil sie keine ernsthaften Konsequenzen gezogen hat.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)