Australische Corona-App ist weitgehend wirkungslos.

Corona-App in Australien bleibt hinter den Erwartungen: Nur einen Corona-Kontakt, der den Behörden nicht bekannt war, hat die App seit dem Start Ende April gemeldet. In Australien haben 6 Mio Menschen die App installiert. Das entspricht einem Drittel der Smartphone-Nutzer*innen im Land – die Wissenschaft geht davon aus, dass die App erst effektiv arbeitet, wenn mindestens 60 % sie nutzen.
spiegel.de

Zitat: Wolfgang Schäuble warnt vor einem Ende des “europäischen Zeitalters”.

"Gucken Sie sich das Elend um die Entwicklung einer Corona-App an. Oder die Debatte über die Beteiligung von Huawei in unseren Netzen. Wir brauchen mehr Europa!"

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble spricht sich im Interview mit der "Welt am Sonntag" für mehr europäische Lösungen aus, insbesondere in der Corona-Pandemie. Wenn die Staaten in der aktuellen Krise versagten, sei "das europäische Zeitalter zu Ende", warnt er.
welt.de (Kurzfassung), "Welt", S. 4 (Paid)

Zahl des Tages: Nur 27 Frauen sitzen in Dax-Vorständen.

Zahl des Tages: Gerade einmal 27 Frauen besetzen die insgesamt 190 Vorstands-Posten der Dax-Unternehmen. Das sind – wie schon im Jahr 2018 – rund 14 %, rechnen die Personalberater*innen von Russell Reynolds Associates vor. Frauen sind im Schnitt etwas jünger als ihre Vorstandskollegen, sind im Vergleich aber durchschnittlich kürzer im Amt. Seit dem Abgang von Jennifer Morgan bei SAP gibt es im Dax keine Vorstandschefin mehr.
faz.net, turi2.de (Background)

Klick-Tipp: Wie sich ein Inselstaat gegen die Klima-Sünder wehrt.

Klick-Tipp: Vanuatu, kleiner Südsee-Inselstaat mit paradiesischer Natur, arbeitet seit Monaten auf eine Klimaklage gegen die Industrienationen vor dem internationalen Gerichtshof hin. Die Klimakrise trifft das kleine Land besonders hart, es hat mit stärkeren Zyklonen und dem steigenden Meeresspiegel zu kämpfen. In Texten, Fotos und Videos erzählen Ann Esswein und Felie Zernack von den Ängsten und Hoffnungen der Insel-Bewohner.
projekte.sueddeutsche.de (Paid)

Mehr als 40 Corona-Infektionen nach Gottesdienst in Frankfurt.

Frankfurt: Im Zusammenhang mit dem Gottesdienst einer Baptisten-Gemeinde am 10. Mai bestätigt das Gesundheitsamt mehr als 40 Corona-Infektionen in verschiedenen Landkreisen des Rhein-Main-Gebiets, schreibt Jutta Rippegather. Eine Person befände sich im Krankenhaus. Allein in Hanau seien mehr als ein Dutzend Personen aus dem Gottesdienst-Cluster positiv getestet worden.
fr.de, faz.net, deutschlandfunk.de

Lese-Tipp: Jung-Journalistin Yasmine M’Barek im Porträt.

Lese-Tipp: Die 21-jährige Journalistin Yasmine M'Barek (Foto) erklärt den Zuhörer*innen ihres Polittee-Podcasts leicht verständlich, was in der Politik passiert, findet Jaqueline Lang. M'Barek sehe sich nicht als Aktivistin, sondern als Beobachterin, auch wenn Medien immer wieder versuchten, ihr die erste Rolle anzuhängen. Die Muslima könne sich vorstellen, später mal in die Politik zu gehen. Sie sei "vielleicht konservativer und auch deutscher als es manchem lieb ist".
sueddeutsche.de, podcasts.apple.com (M'Bareks Podcast)

Bodo Ramelow will allgemeine Corona-Beschränkungen in Thüringen aufheben.

Thüringen: Ministerpräsident Bodo Ramelow will die im ganzen Bundesland geltenden Corona-Regeln, etwa zum Tragen einer Maske, am 6. Juni aufheben, sagte er der "Thüringer Allgemeinen". Statt eines allgemeinen Lockdowns solle ein Maßnahmenpaket "lokale Ermächtigungen" in den "Vordergrund" stellen. Der Vorschlag soll am Dienstag Thema im Kabinett sein.
mdr.de, thueringer-allgemeinde.de (Paid)

Zitat: Peter Altmaier will Lufthansa schnell wieder sich selbst überlassen.

"Der Staat wird sich so schnell wie möglich wieder zurückziehen, damit die Lufthansa dann alleine zurechtkommt."

Wirtschaftsminister Peter Altmaier spricht im Interview mit der "Saarbrücker Zeitung" von einer vorübergehenden Staatsbeteiligung an der Lufthansa. Von der Idee, einen Einstieg an Umwelt-Vorgaben zu knüpfen, halte er nichts, weil dann "die Grenze zum staatsgelenkten Konzern sehr schnell" verschwimme.
manager-magazin.de, saarbrücker-zeitung.de (Paid)

Aus dem Archiv: Peter Altmaier wirbt für eine Super-Mediathek (2018).

“Focus”: Bundeswehr war im Homeoffice zunächst nur bedingt einsatzfähig.

Bundeswehr: Ein "mittlerer zweistelliger Anteil der zivilen Beschäftigten" war zu Beginn der Pandemie aufgrund fehlender IT-Infrastruktur im Homeoffice nur bedingt einsatzfähig, schreibt der "Focus". Die Bundeswehr schicke "niemanden ohne entsprechende Ausstattung nach Hause", verteidigt sich das Verteidigungsministerium. Die technischen Probleme seien mittlerweile behoben.
focus.de

Nach Gastronomie-Öffnung: Landkreis Leer meldet mehrere Corona-Fälle.

Gastronomie-Öffnung: Bei einem Restaurantbesuch im Landkreis Leer haben sich mindestens sieben Menschen mit Covid-19 infiziert, berichtet NDR 1 Niedersachsen. Es sind die ersten bekannten Fälle, die "sehr wahrscheinlich" im Zusammenhang mit den Gastronomie-Lockerungen stehen. Ob sich Besucher oder Personal des Restaurants nicht an die Corona-Regeln gehalten haben, sei bisher unklar. 50 Kontaktpersonen müssen in Quarantäne.
ndr.de, rnd.de

DSGVO: Großmutter muss Facebook-Foto ihres Enkelkinds löschen.

Facebook: Eine Großmutter darf Fotos ihres Enkelkindes ohne Zustimmung der Mutter nicht veröffentlichen, entscheidet ein Gericht in den Niederlanden. Die Großmutter besitzt kein Sorgerecht für das Kind. Das Gericht wertet das Hochladen der Enkelbilder als einen Verstoß gegen das Landesdatenschutzrecht sowie gegen die DSGVO.
spiegel.de

Zitat: Luisa Neubauer sieht die Autolobby ins Kanzleramt einziehen.

"Was für ein Mittelfinger-Move."

Klima-Aktivistin Luisa Neubauer wettert bei Twitter gegen die umstrittene Kaufprämie für Autos, von der womöglich auch Spritschlucker profitieren könnten.
twitter.com, turi2.de (Background)

G20-Verhandlung in Hamburg wegen zu wenig Plätzen für Journalisten vertagt.

Pressefreiheit: In Hamburg musste am Morgen ein Prozess zu Ausschreitungen beim G20-Gipfel verschoben werden, weil nicht genug Plätze für die Presse verfügbar waren. Die Knappheit kommt durch Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie zustande. Das Gericht hatte die zuerst anwesenden Journalisten abgewiesen, weil es anderen Zuschauern den Vorrang gab. Kommende Woche will das Gericht einen neuen Anlauf nehmen, offenbar unter unveränderten Vorzeichen.
ndr.de

“Spiegel”: Klatten, Quandt und Seeler waren an Briefkastenfirmen auf den Bahamas beteiligt.


Doppelpass in die Steueroase: Uwe Seeler und seine Frau Ilka waren mit weiteren Sportgrößen an einer Briefkastenfirma auf den Bahamas beteiligt, berichtet der "Spiegel". Auch die BMW-Hauptaktionäre Susanne Klatten und Stefan Quandt unterhielten von 1985 bis 2005 jeweils eine solche Firma in der Steueroase. Ein Sprecher der Familie Quandt erklärt, die Gründung gehe auf eine Initiative von Vater Herbert Quandt zurück, der aus Angst vor einer Eskalation des Kalten Kriegs einen "Notgroschen" in zweistelliger Mio-Höhe auf den Bahamas hinterlegt habe. Die Familie von Uwe Seeler, der nach einem Unfall gerade im Krankenhaus weilt, hat dem "Spiegel" keine Auskunft über die Hintergründe der Firma mitgeteilt, ebenso wenig wie die daran ebenfalls Beteiligten, der frühere Fußball-Nationalspieler Max Lorenz, und der Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf.

Für seinen Bericht bezieht sich der "Spiegel" auf rund eine Mio vertrauliche Dokumente aus dem Firmenregister der Bahamas, welche die Zeitschrift von der Aktivistengruppe Distributed Denial of Secrets zugespielt bekommen hat. An der Recherche waren auch das Netzwerk European Investigative Collaborations und die Henri-Nannen-Journalistenschule beteiligt.
spiegel.de (Paid)

“Handelsblatt”: Lufthansa-Rettung stockt.

Lufthansa-Rettung durch die Bundesregierung gerät ins Stocken, berichtet das "Handelsblatt". Grund seien neue Forderungen der Politik, wonach die Airline alle bei Airbus bestellten Flugzeuge auch abnehmen müsse. Dafür würden 5 Mrd Euro in drei bis vier Jahren fällig werden. Eine Sanierung sei damit "faktisch unmöglich". Eine für heute geplante Aufsichtsratssitzung wurde auf Montag verschoben – am Wochenende soll weiter verhandelt werden.
handelsblatt.com

Fast drei Viertel der Deutschen erwarten keine Einkommens-Einbußen.

Keine Pandemie im Portmonee: 73 % der Deutschen erwarten, dass sich ihr Einkommen im nächsten halben Jahr nicht verändern wird, so das Ergebnis einer Umfrage des Haushaltskrisenbarometers unter mehr als 7.000 Haushalten. Jeder sechste Haushalt erwartet demnach sogar steigendes Einkommen bis zum Ende des Jahres, nur rund 10 % erwarten weniger Geld.
"Spiegel" 22/2020, S. 18 (Vorabmeldung)

“Spiegel”: Bund erwägt Kaufprämie für PKW mit CO2-Ausstoss von maximal 140 g/km.

PKW-Kaufprämie soll kommen, berichtet der "Spiegel". Zwischen der Regierung und der Autoindustrie bahne sich eine Einigung an, die eine Gesamtfördersumme von 2,5 Mrd Euro vorsieht. Im Gespräch seien Kaufprämien von bis zu 4.000 Euro, wovon die Regierung die Hälfte dazugebe. Die Förderung soll für Autos gelten, die maximal 140 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen - etwa dem Durchschnitt von 2012. Der EU-Flottengrenzwert liegt bei 95 Gramm. Finanzminister Olaf Scholz plädiert laut "Spiegel" für einen Wert von 110 Gramm, die Autohersteller wollen jedoch 140 Gramm, da so auch renditenstarke Modelle wie die BMW 5er und die E-Klasse von Mercedes gefördert würden
spiegel.de

Facebooks AI-Bot Blender hat ein Antisemitismus-Problem.

Hass-Bot: Blender, AI-Chatbot von Facebook unter Open-Source-Lizenz, erweist sich als antisemitistisch. Auf die Frage, wie der Bot über Juden denke, antwortet er u.a., sie seien "schlechte Menschen". Außerdem wirft der Bot Juden vor, andere Menschen zu töten. Hintergrund ist offenbar, dass der Chatbot mit 1,5 Mrd Gesprächsdaten, insbesondere von Reddit, gefüttert wurde. Vor einigen Jahren hatte Microsoft bei einem ähnlichen Projekt schon ein vergleichbares Problem.
wienerzeitung.at

Zitat: Frank Thelen ärgert sich über Corona-Kommunikationsfehler.

"Ich schäme mich für dieses Land."

Investor Frank Thelen ärgert sich bei "Markus Lanz" über Verzögerungen bei der Corona-App, "weil wir erst wochenlang diskutieren, ob die Daten zentral oder peer-to-peer gespeichert werden", und empört sich, dass er stattdessen mit Stift und Papier seine Daten in Restaurants hinterlassen muss.
zdf.de (90-Min-Video), waz.de

Oliver Wurm legt Grundgesetz-Magazin neu auf.

Politisch aufgelegt: Verleger Oliver Wurm spendiert seinem Grundgesetz-Magazin eine erweiterte Neuauflage und mehrere dazu passende Podcasts. Online wird der Titel ab Samstag zu bestellen sein, dem 71. Jahrestag der Verfassung. Ab Donnerstag soll das Heft dann bundesweit an den Kiosken liegen. Die Auflage beträgt 50.000 Stück. Dass er das in der Corona-Krise gestemmt bekomme, mache ihn glücklich, sagt Wurm.
kc-press.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: WHO zählt 106.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages.

Zahl des Tages: Rund 106.000 Corona-Neuinfektionen zählt die WHO innerhalb von 24 Stunden. Mehr gab es im selben Zeitraum noch nie. Insgesamt zwei Drittel der Neuinfektionen entfallen auf die USA, Russland, Brasilien und Großbritannien. Während die Politik die Corona-Regeln hierzulande zusehends lockert, zeigt die Zahl: Die Krise ist noch nicht überstanden – nirgendwo auf der Welt.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Die Radikalisierung des Attila Hildmann.

Lese-Tipp: Attila Hildmann "sucht den Sinn des Lebens, biegt dabei jedoch immer wieder falsch ab", schreibt Alexander Kühn in seinem Porträt über den Vegan-Koch, der sich in der Corona-Krise zum Verschwörungstheoretiker wandelt. Kühn beschreibt die Radikalisierung des abgebrochenen Physik-Studenten, hat im Gespräch aber nicht den Eindruck, "mit einem bedrohlichen Menschen zu tun zu haben". Er vermutet, es gebe zwei Hildmanns, die miteinander ringen: Der eine sei nachdenklich und buhle um Anerkennung, der andere denke nicht lange nach, sondern haue um sich. Hildmann "brennt für das, was er tut. Manchmal hinterlässt er damit jedoch verbrannte Erde".
spiegel.de (Paid)

Koalition will bis 2024 Tabak-Werbung von Plakaten verbannen.

Tabak-Werbung soll bis 2024 aus dem öffentlichen Raum verschwinden – auch E-Zigaretten sind betroffen. Ein Gesetz-Entwurf, der am 29. Mai im Bundestag diskutiert werden soll, sieht ein schrittweises Verbot vor. Betroffen ist schon 2021 Kinowerbung für unter 18-Jährige. Bis 2024 soll Werbung für klassischen Tabak, Verdampfer und E-Zigaretten schrittweise von Plakaten verschwinden. Auch das Verteilen von Gratis-Proben auf Veranstaltungen soll verboten werden.
bild.de

Lufthansa und die Bundesregierung einigen sich auf Rettung: 25 % + zwei Aufsichtsräte.

Der Bundesadler steuert den Kranich mit: Die Bundesregierung und die Lufthansa einigen sich auf ein Rettungspaket, schreibt der "Spiegel". Die Einigung sieht vor, dass der Bund sich mit 25 % und einer Aktie an der Lufthansa beteiligt und ihr weiteres Kapital bereitstellt. Die Bundesregierung besetzt künftig zwei Aufsichtsräte.

Damit setzt sich im Streit um den künftigen Einfluss des Bundes auf die Airline im Wesentlichen die SPD-Seite durch, die auf große Mitbestimmung gedrängt hat. Die Union und auch die Lufthansa hatten eine stille Beteiligung favorisiert.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Fox News und Donald Trump streiten zu Hydroxychloroquin.

Fox News wird zum Zentrum der Debatte um Hydroxychloroquin. Nachdem Donald Trump gesagt hat, das Malaria-Medikament vorsorglich gegen Covid19 zu nehmen, warnte unter anderem Fox-Moderator Neil Cavuto nachdrücklich vor den Gefahren des Medikaments. Trump twittert daraufhin, er suche sich einen neuen Sender. Beistand bekommt er von weiteren Fox-Moderatoren, während andere sich auf die Seite Cavutos stellen
nytimes.com

Meinung: Selbstbedienung bei Corona-Hilfen gedeiht prächtig.

Corona-Hilfen fallen vielfach dem Missbrauch zum Opfer oder landen bei den Falschen, schreiben Ingo Malcher und Marcus Rohwetter in der "Zeit". Die Selbstbedienung gedeihe in der Krise prächtig, "im Kleinen wie im Großen, ob kriminell, unangemessen oder schlichtweg nur dreist". Allein in NRW liegen bisher mehr als 1.000 Anzeigen gegen Betrüger gefälschter Antrags-Webseiten vor. Lobbyverbände entdeckten Corona als Chance, alte Forderungen wieder herauszuholen.
"Zeit" 22/2020, S. 19 (Paid)

Einige Bundesländer senken die Obergrenze für Corona-Infektionen.

Corona-Obergrenze: Bayern beschließt, künftig bereits bei 35 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner*innen und Woche Lockerungen in einer Region zeitweise zurückzunehmen. Baden-Württemberg will bei dieser Grenze eine Warnstufe einführen, Berlin bei 30 Fällen. Ähnlich verfährt Niedersachsen. Vor rund zwei Wochen hatten sich Bund und Länder geeinigt bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen und Woche strengere Maßnahmen im entsprechenden Landkreis oder der Stadt einzusetzen.
tagesschau.de

Basta: Prinz Charles bittet die Briten, ihren Bauern zu helfen.

Bauer sucht Briten: Prinz Charles ruft in einer Videobotschaft seine Landsleute auf, Bauern bei der Ernte zu helfen. Er sagt: "Essen entsteht nicht durch Zauberei". Immerhin weiß Charles trotz royaler Herkunft wovon er spricht. Wir freuen uns schon auf den Clip, in dem Donald Trump seine Bürger zum pflü­cken von Fritten und Burger-Paddies auffordert.
instagram.com

Das Bildblog wirft der “Bild” einen unsauberen Faktencheck zu Karl Lauterbach vor.

Alternativer Faktencheck: "Bild" nimmt es bei einen Faktencheck zu den Aussagen von Karl Lauterbach nicht so genau, kritisiert Johann Aschenbrenner. Die Autoren zitieren falsch unter anderem und reißen Studien aus dem Zusammenhang, bemängeln die Autoren. Fazit: Der Beitrag zeige "mit welch unsauberen Methoden die 'Bild'-Medien arbeiten, wenn sie eine Person, in diesem Fall Karl Lauterbach, abschießen wollen." Damit scheint die "Bild" auf Linie gegen mahnende Stimmen in der Corona-Lage, neulich erwischte es bereits Christian Drosten.
bildblog.de, turi2.de (Drosten)

Bundesverfassungsgericht: Die Internetüberwachung des BND ist verfassungswidrig.

Es hat sich erstmal aus-gespäht: Die Internetüberwachung durch den Bundesnachrichtendienst (BND) ist in der aktuellen Form verfassungswidrig, urteilt das Bundesverfassungsgericht. Die Regierung muss das entsprechende BND-Gesetz, zuletzt nach den Snowden-Enthüllungen angepasst, daher erneut ändern. Der BND greift bisher große Datenmengen ab und durchsucht sie nach sogenannten Selektoren, wie E-Mail-Adressen. Der BND will so offiziell nur Ausländer im Ausland überwachen. Das Bundesverfassungsgericht betont nun aber, dass deutsche Grundrechte wie die Pressefreiheit und das Fernmeldegeheimnis nicht nur für Deutsche gelten. Außerdem sei die Internetüberwachung nicht hinreichend auf bestimmte Zwecke begrenzt. Es fehle an "Schutzvorkehrungen, etwa zum Schutz von Journalisten oder Rechtsanwälten"

Mehrere ausländische Journalisten und unter anderem Reporter ohne Grenzen hatten Verfassungsbeschwerde gegen die derzeitige Praxis eingelegt. Sie argumentieren, dass sie und ihre Quellen in das Visier des BND geraten könnten. Dies gefährde die vertrauliche Kommunikation und schrecke womöglich sogar potentielle Informanten ab.
spiegel.de

Die “taz” veröffentlicht am Mittwoch Sonderausgabe zu Verschwörungstheorien.

Entschwörungs-taz: Die "taz" veröffentlicht am Mittwoch auf 14 Seiten eine Sonderausgabe zu Verschwörungstheorien mit Schwerpunkt Corona. In der Zeitung kommen Kritiker*innen der Lockdown-Politik zu Wort sowie Experten, die z.B. über Angst und Verschwörungsglauben berichten. Die "taz" geht aber auch mit sich selbst ins Gericht und erinnert u.a. daran, wie sie sich für die Verschwörungstheorie, Aids sei ein Produkt der Geheimdienste, einspannen ließ
per Mail

Datenjournalist*innen fordern vom RKI bessere Daten und Ausbau der Pressestelle.

Robert-Koch-Institut soll Medien bessere und differenzierte Corona-Daten zur Verfügung stellen, fordern 45 Datenjournalist*innen in ihrem #OpenCoronaData-Appell, berichtet Daniel Bouhs. Sie wünschen sich eine Art Super-Datenbank zu Corona, mit den wesentlichen Merkmalen zu jedem einzelnen Fall - auch um Verschwörungsphantasien eindeutige Fakten entgegenzusetzen. Zudem sollte das RKI seine Pressestelle ausbauen, die bei weitem nicht mehr alle Medienanfragen beantworten kann.
ndr.de

Sommerurlaub: Heiko Maas will Reisewarnungen durch Hinweise ersetzen.

Reisewarnung: Die europäischen Außenminister streben eine Öffnung der Grenzen innerhalb der EU noch dem Sommerbeginn an, vereinbaren sie bei ihrer Videokonferenz. Bundesaußenminister Heiko Maaß will die derzeit gültige Reisewarnung voraussichtlich zum 15. Juni durch Reisehinweise für einzelne Länder ersetzen, auf deren Basis Urlauber*innen entscheiden können.
tagesschau.de, bild.de

Die Bundesregierung hat die Bedrohung durch Corona zu Beginn offenbar unterschätzt.

Corona wurde Anfang des Jahres von der Bundesregierung und dem Robert-Koch-Institut unterschätzt, zeigt eine gemeinsame Recherche von "Welt am Sonntag" und BR. Die Medien rekonstruieren die Zeit, bis erste Maßnahmen ergriffen wurden und zeigen: Obwohl seit 2012 eine Risikoanalyse zu einem ähnlichen Virus existiert, die drastische Folgen beschreibt, wurde das Thema zunächst nur nachrangig behandelt und auch öffentlich heruntergespielt. Warnungen und neue Erkenntnisse von Virologen wurden spät berücksichtigt. Ein entscheidender Grund für die Fehleinschätzung sei aber auch gewesen, dass China nicht ausreichend Informationen über das Virus zur Verfügung gestellt hat.
welt.de (Paid), tagesschau.de

Die Corona-Krise sorgt für drastische Einnahmenrückgänge bei den Kirchen.

Kirche: Sowohl bei der katholischen als auch bei der evangelischen Kirchen wird es in den kommenden Jahren zu drastischen Sparprogrammen kommen, schreiben Reinhard Bingener und Daniel Deckers. Die Corona-Krise habe die Einnahmen bereits jetzt auf ein Niveau schrumpfen lassen, dass die Kirchen erst für Mitte des Jahrzehnts erwartet hatten. Der Spardruck werde jedoch eher nicht zu Reformen führen, sondern Föderalismus und Verteilungskämpfe innerhalb der Kirchen noch erhöhen.
faz.net (Paid)

Zitat: Barack Obama stichelt gegen Trump.

"Diese Pandemie hat vor allem unsere Überzeugung zunichte gemacht, dass die Leute, die in der Verantwortung stehen, wissen, was sie tun."

Barack Obama stichelt in einer Video-Botschaft für Highschool-Absolventen gegen die Trump-Regierung, ohne Namen zu nennen. Der frühere US-Präsident sagt, "viele von ihnen tun nicht einmal so, als hätten sie die Verantwortung".
spiegel.de, twitter.com (7-Min-Video)

Verspätete Corona-Maßnahmen hätten wohl zu über 30.000 Neuinfektionen pro Tag geführt.

Corona-Maßnahmen: Die Einschränkungen, mit denen die Regierungen in Deutschland das Corona-Virus versucht haben einzudämmen, waren offenbar wirksam, errechnet die Physikerin Viola Priesemann mit Kolleg*innen. Besonders effektiv sei das Verbot von Großveranstaltungen gewesen, aber erst zusammen mit der Schließung der Schulen und Geschäfte und letztlich den strengen Kontaktbeschränkungen sei die Verbreitung entscheidend gebremst worden. Auch das Timing habe gestimmt: Eine Verzögerung um fünf Tage hätte zu mehr als 30.000 neuen Fällen pro Tag geführt.
spiegel.de

Die Verschwörungsbewegung QAnon erreicht mit den Corona-Protesten Deutschland.

Verschwörungstheorien: Die Bewegung QAnon fasst im Zuge der Corona-Proteste auch in Deutschland Fuß, schreibt Sammy Khamis. Ihren Ursprung hat sie in den USA und in Online-Foren. Ihre meist rechtsextremen Anhänger fassen verschiedene Erzählungen zusammen, in der Summe ergebe sich eine weltumspannende Verschwörung. Die ideologische Flexibilität und prominente Unterstützer helfen, neue Anhänger zu finden. Der Politikwissenschaftler Joseph Uscinski beschreibt QAnon daher auch "eher als Sekte denn als Verschwörungserzählung".
br.de

Angela Merkel ruft zur Verteidigung der Pressefreiheit auf.


Immunisierung durch Artikel 5: Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert in einem Video-Podcast, die Pressefreiheit insbesondere in der Corona-Krise zu schützen. „Gerade in dem Zusammenhang sind gut recherchierte Informationen für uns alle von großer Wichtigkeit.“ Gleichzeitig widerspricht Merkel dem Vorwurf, die Presse bilde nicht das ganze Meinungsspektrum ab. Öffentlich-rechtliche wie private Medien würden neue Erkenntnisse der Wissenschaft erklären und für einen Raum sorgen, in dem die Gesellschaft über Gesetze und Werte diskutieren kann. Den gelte es zu verteidigen.

Die seit nunmehr über 70 Jahren in der Bundesrepublik herrschende Pressefreiheit sei auch „eine Aufforderung, jeden Tag aufs Neue dafür Sorge zu tragen, dass Journalistinnen und Journalisten Möglichkeiten der freien Arbeit haben und dass wir diese Arbeit achten, schätzen und unterstützen.“ Wie es um die Pressefreiheit steht, zeige wie es um die Demokratie insgesamt stehe.

Offizieller Anlass für die Videobotschaft ist der 75. Jahrestag der Gründung der ersten Zeitungen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Zuletzt kam es insbesondere im Umfeld von Demonstrationen gegen die Beschränkungen in der Corona-Krise wiederholt zu Angriffen auf Journalist*innen.
bundeskanzlerin.de

Italien macht wieder auf.

Italien öffnet seine Grenzen wieder: Ab 3. Juni dürfen EU-Bürger*innen wieder einreisen, auch die Reisebeschränkungen innerhalb des Landes fallen weg. In Quarantäne müssen nur noch Infizierte und Menschen, die Kontakt mit Infizierten hatten. Die Lockerungen stehen unter dem Vorbehalt, dass das Infektionsgeschehen unter Kontrolle bleibt. Italien war besonders schwer von Corona betroffen.
rp-online.de

Lufthansa-Rettung verzögert sich.

Lufthansa muss weiter auf Staatshilfen warten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Grund sei zum einen der Streit über eine Sperrminorität des Bundes zwischen CSU und SPD, zum anderen der Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Die von Finanzminister Scholz angekündigte "Bazooka" gegen die Krise ist noch nicht einsatzbereit. Das 400 Mrd Euro schwere Rettungspaket hänge in der Prüfung durch die EU fest.
sueddeutsche.de