Hier finden Sie aktuelle Videos und Interviews vom Branchenfernsehen turi2.tv.

“Ein Jahr wie ein Knacks” – Giovanni di Lorenzo über 2020, Solidarität und Streitkultur.


Fehlstart und Hoffnung: "Jeder Mensch verträgt nur eine überschaubare Dosis an bedrohlichen Nachrichten." Im turi2 Podcast zieht Giovanni di Lorenzo Bilanz des Krisenjahres 2020. Der "Zeit"-Chefredakteur sieht in der Corona-Pandemie einen "Knacks für die ganze Menschheit". Auch in seiner Familie hat die Krankheit tiefe Spuren hinterlassen – zwei Familienmitglieder, davon ein naher Verwandter, sind an dem Virus gestorben. Trotzdem glaubt di Lorenzo, dass im kollektiven Gedächtnis der Menschen auch das Gute gespeichert bleibt, etwa Solidarität und eine neue Arbeitskultur. Im Zeit-Verlag wird in der Krise beides gelebt: 35 Mitarbeiter*innen haben zwei Monate lang freiwillig auf Teile ihres Gehalts verzichtet – aus Solidarität mit den Kolleg*innen in Kurzarbeit. Genauso freiwillig ist die Option, aus dem Home Office zu arbeiten.

Giovanni di Lorenzo selbst war bisher jeden Tag im Büro. Journalist*innen sind für ihn genauso systemrelevant wie eine Kassiererin im Supermarkt: "Um Journalismus richtig zu betreiben, muss man sehen, was man beschreiben oder analysieren möchte." Die Leserschaft der "Zeit" goutiert die Anstrengungen offenbar – im Krisenjahr steigt die Auflage der Wochenzeitung auf ein neues Allzeithoch und kann damit einen Teil der Verluste coronabedingt weggebrochener Geschäfte auffangen. "Wir stehen selber manchmal noch ungläubig vor diesen Zahlen", sagt der Chefredakteur. Er glaubt, dass die Leser*innen es schätzen, "dass bei uns eine gewisse Pluralität der Meinungen sichtbar wird" und dass das Lese-Erlebnis erkenntnisreich, aufbauend, gelegentlich sogar tröstend ist – allerdings ohne das Negative auszublenden.

Im Podcast sagt Giovanni di Lorenzo außerdem, was er vom "Quotenfrauen"-Titel des "stern" hält, und spricht über die Angst vor Shitstorms und Skandalisierungen. Er erklärt, dass sich die "Zeit" nicht von oben herab führen lässt und dass er im Blatt immer auch Meinungen findet, die ihm nicht passen – "und das ist auch gut so". Das Gespräch erscheint am 14. Januar in erweiterter Form in der turi2 edition #13.
(Foto: Johannes Arlt für die turi2 edition)
turi2.tv (36-Min-Podcast auf YouTube), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de


“Das Digitale ist für uns das größte Projekt.” Kika-Chefin Astrid Plenk über die Zukunft des Kinderfernsehens.


Großes Programm für die Kleinen: "Wir sind ein TV-Sender, aber wir sind auch ein Content-Anbieter." Im Video- und Podcast-Interview von turi2.tv erklärt Astrid Plenk, wie sie Kika, das Kinderprogramm von ARD und ZDF, für die Zukunft aufstellt. Die Programmgeschäftsführerin erklärt, dass viele junge Eltern heute schon selbst nicht mehr mit linearem Fernsehen sozialisiert wurden – auch deswegen ist das Digitale "für uns das größte Projekt". Obwohl die Online-Abrufe stark wachsen und die TV-Verbreitung leicht nachlässt, will sie beide Verbreitungswege aber nicht gegeneinander ausspielen, denn beide profitieren vom jeweils anderen.

Auch der Erfurter Kindersender musste und muss auf Corona reagieren: Aktuell kommen etwa keine Kindergruppen mehr in den Sender wie noch vor der Pandemie. Dafür hat der Kika sein Programm immer den jeweiligen Situationen der Kinder angepasst, erklärt Astrid Plenk. Im ersten Lockdown gab es anfangs mehr Wissens-Angebote, später als sich die Schulen "eingeschunkelt" hatten, hat der Kindersender am Nachmittag wieder mehr Unterhaltung gezeigt. Wichtig seien auch Beschäftigungs-Angebote gewesen, etwa Bewegungs- und Bastel-Tipps. Aus Rückmeldungen von Kindern und Eltern weiß Plenk, dass der Sender damit ein bisschen helfen konnte, dem Lagerkoller im Lockdown vorzubeugen.

Im ausführlicheren turi2-Podcast geht es außerdem um das Kinderfernsehen früher und heute. Plenk erklärt, dass die Harry-Potter-Filme den Anstoß gegeben haben, Erzähl-Strukturen und die Bildsprache im Kinderprogramm zu modernisieren. Außerdem beobachtet sie, dass Sendungen, die Kinder zielgruppengerecht ansprechen, oft auch bei den Eltern beliebt sind.
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube), turi2.de/podcast (25-Min-Interview bei Apple Podcast, Spotify, Deezer, Audio Now)



Lena Herrgesell im Vorbilder-Fragebogen.


Zeitlos elegant: Die Designerin Coco Chanel war schon zu Lebzeiten eine Legende – für Eventmanagerin Lena Herrgesell ist die Modedesignerin ein wichtiges Vorbild. "Noch heute beeinflusst Chanel die Kleiderschränke stilvoll eleganter Frauen", begründet Herrgesell im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12. Sie selbst will in Sachen Zuverlässigkeit und Loyalität ein Vorbild sein. Wichtig sind ihr außerdem Zusammenhalt, Leidenschaft für das, was man tut, und Humor, "damit das Ganze auch Spaß macht".
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Herrgesell)

Peter Klotzki im Vorbilder-Fragebogen.


Sich einmischen: Old Shatterhand und Asterix waren die Kindheitsvorbilder von Peter Klotzki - im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12 hebt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe die Menschen hervor, die jeden Tag ihren Job machen, ohne in der Öffentlichkeit bejubelt zu werden. Er nennt u.a. Supermarktmitarbeiter*innen und Ärzt*innen. Besonders wichtig sind dem langjährigen Pressesprecher des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger die Werte Fairness, Offenheit und Diskursfähigkeit. Er selbst will ein Vorbild sein, indem er Probleme nicht nur beobachtet, sondern anspricht, sich einmischt und für andere einsteht.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Klotzki)

Alexander Birken im Vorbilder-Fragebogen.


Hoch hinaus: Das Kinderzimmer von Otto-Chef Alexander Birken war mit Planeten und Raumschiffen tapeziert – kein Wunder, dass eines seiner großen Kindheits-Vorbilder Neil Armstrong war, der erste Mann auf dem Mond. Im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12 spricht Birken über eine ganze Spanne von Vorbildern, angefangen vom evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer bis zu Mitarbeiter*innen in der Otto Group. Für Birken selbst ist Wahrhaftigkeit ein wichtiger Wert: "Ich möchte meinen Kindern immer erzählen können, was ich am Tag gemacht habe."
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Birken)

Edith Stier-Thompson im Vorbilder-Fragebogen.


Starke Frauen: Michelle Obama setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein, engagiert sich gegen Rassismus und ist eine Mutmacherin – Edith Stier-Thompson, Geschäftsführerin der dpa-Tochter News Aktuell, nennt im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12 die frühere First Lady der USA als ihr großes Vorbild. Stier-Thompson selbst will Vorbild für Frauen in Führungspositionen sein. Sie ist Mitgründerin von GWPR, einem Netzwerk für Frauen in der PR, bei Fidar setzt sie sich für mehr Frauen in Aufsichtsräten ein. Kein Vorbild, sagt Stier-Thompson, ist sie in der Küche: "Das Feld habe ich komplett meinem Mann überlassen."
turi2.tv (2-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Stier-Thompson)

Tobias Korenke im Vorbilder-Fragebogen.


Einsatz für andere: "Es lohnt sich, sich für die Freiheit einzusetzen – und für die Rechte Schwächerer", das hat Tobias Korenke von seiner Großmutter Ursula Schleicher, geborene Bonhoeffer, gelernt. Im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12 verrät Korenke außerdem, dass er als Kind Michel aus Lönneberga anarchistisch nacheiferte. Von seinen Eltern hat er gelernt, sich mit Argumenten statt mit Fäusten durchzusetzen. Engagement für andere ist dem Kommunikations-Profi heute besonders wichtig: Bei der Initiative Yeswecan!cer engagiert er sich im Kampf gegen Krebs.
turi2.tv (2-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Korenke)

turi2.tv – die Top 3 des Branchenfernsehens im Oktober 2020.


Nachhaltig erfolgreich: Die Krise zeigt, wie ernst es Marken mit ihren Nachhaltigkeits-Strategien meinen, sagt Jan Pechmann, Chef der Strategie-Beratung Diffferent im turi2.tv-Interview. Mit mehr als 2.400 Video-Views bei YouTube, Facebook, Twitter und Linked-in, fast 1.200 davon allein bei Linked-in, steht er an der Spitze der meistgesehenen Videos bei turi2.tv im Oktober. Um Nachhaltigkeit geht es auch auf Platz 2: Lucienne Damm, Umweltmanagerin von Tui Cruises, erzählt im Interview, wie sie den Kreuzfahrt-Konzern nachhaltiger machen will. Knapp 1.700 Zuschauer*innen sehen ihre Ansage, dass Nachhaltigkeit kein Marketing-Zweck sein sollte. Mit mehr als 1.500 Video-Views steht auf Platz 3 das Doppel-Interview mit Marvin Schade und Matthias Bannert, die mit ihrem neu gegründeten Branchendienst Medieninsider auf zahlungswillige Abonnent*innen setzen.
die Top 3 anschauen, turi2.tv (die Top 3 in einer Playlist)

Sarna Röser im Vorbilder-Fragebogen.


Sie unternimmt was: Sarna Röser wird dereinst das Tiefbau-Unternehmen Karl Röser & Sohn in vierter Generation führen – schon heute ist sie als Unternehmerin und Gründerin aktiv. Im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12 stellt sie ihr großes Vorbild Aenne Burda vor. Von der Verlagsgründerin und Königin der Kleider kann man Beharrlichkeit lernen und den Mut, ins kalte Wasser zu springen, findet Röser. Sie selbst will in ihrer Rolle als Bundesvorsitzende des Verbands Die jungen Unternehmer Menschen ihrer Generation dazu inspirieren, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Röser)

Kerstin Köder im Video-Fragebogen.


Die Welt, wie sie ihr gefällt: Stärke, Unabhängigkeit, Ehrlichkeit – für diese Werte steht die Kinderbuch-Heldin Pippi Langstrumpf in den Augen von Kerstin Köder. "Uns täte gut, wenn wir alle ein bisschen mehr wie Pippi Langstrumpf wären", sagt die SAP-Managerin im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12. Sie weiß aber auch, dass das im Business-Leben nicht immer ganz einfach ist. Außerdem verrät Köder, dass eines ihrer Kindheits-Idole Hansi Müller war – dass sie einen "Bravo"-Starschnitt des Kickers in ihrem Kinderzimmer an der Wand hatte, ist ihr heute "ein bisschen peinlich".
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube) turi2.de (Vorbilder-Text), turi2.de/koepfe (Profil Köder)

Andreas Fischer-Appelt im Vorbilder-Fragebogen.


Selbst ist der Agenturchef: Im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12 spricht Agenturchef Andreas Fischer-Appelt über seine Kindheitsvorbilder. Vom Naturfilmer- und -schützer Bernhard Grzimek war Fischer-Appelt derart begeistert, dass er sich selbst im Naturschutz engagiert und sich schon vor 40 Jahren mit dem Thema CO2 beschäftigt hat. Seine Mutter hat ihm Begeisterung für Kultur mitgegeben. "Über Geld sprach man nicht", sagt er über seine Kindheit. Vielleicht hat er deshalb schon mit 13 Jahren angefangen, sein eigenes Geld zu verdienen und bald sein erstes eigenes Unternehmen gegründet. Heute will der Agenturchef vor allem in Sachen Selbstständigkeit und Eigenverantwortung ein Vorbild sein.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Fischer-Appelt)

Ein feminines “Manager Magazin” – Warum Katharina Wolff “Strive” gründet.


Streben nach Print: Katharina Wolff ist Ex-Politikerin, Ex-Sängerin und aktive Digital-Unternehmerin – nun wird sie auch Verlegerin. Gemeinsam mit prominenten Investor*innen gründet sie das gedruckte Magazin Strive, das einen weiblicheren Blick auf die Wirtschaft verspricht. Mit ihr im Boot sitzen u.a. About-You-Gründer Tarek Müller, die frühere Springer-Managerin Donata Hopfen, Flaconi-Gründer Paul Schwarzenholz und Foodist-Macher Alexander Djordjevic. Ihr Heft erklärt Verlegerin Wolff im Video- und Podcast-Interview von turi2 als Gegenentwurf zum "Manager Magazin": "In den meisten Heften sind unter 8 % Frauen als Protagonistinnen abgebildet, inklusive der Werbung." Zudem findet Wolff viele Geschichten "gehässig".

Das "Manager Magazin" sei "ein sehr, sehr unbequemes Blatt für sehr viele Branchen geworden", urteilt Wolff. Auch "Strive" solle an der einen oder anderen Stelle unbequem, sogar investigativ sein, allerdings "ohne dass man jemandem so ganz fürchterlich doll auf die Füße tritt". Wie dieser Spagat funktioniert, will die Neu-Verlegerin ab 21. Januar alle zwei Monate zeigen – dann soll der Erstling mit mutigen 30.000 Auflage am Kiosk liegen. An diesem Montag startet die Kampagne für das Blatt u.a. mit einer Heft-Vorschau.

Darüber, wie Wolff ihre Investor*innen einbindet – deren Geld ausgeben will sie vorerst nämlich nicht – spricht sie im Video-Interview. Im ausführlicheren Podcast-Gespräch gibt sie zudem eine ausführliche Themen-Vorschau und erklärt, wo sie mit dem Magazin hin will. Sie spricht über ihre Zeit als CDU-Abgeordnete in Hamburg und ihren Blick auf die aktuelle Politik. Wolff sagt etwa, dass sie ein Fan von Angela Merkel ist, auch wenn sie nicht alle ihre Entscheidungen teilt.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube), turi2.de/podcast (27-Min-Audio auf Spotify, Apple-Podcast, Deezer, AudioNow)

Melanie Büttner im Vorbilder-Fragebogen.


Pfadfinderin und Sexualtherapeutin: "Jeden Tag eine gute Tat", mit dem Pfadfinder-Motto hält Sexualtherapeutin Melanie Büttner es auch heute noch – jedenfalls an den meisten Tagen. Im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12 nennt sie die Sängerin Madonna als ihr großes Vorbild, weil sie "eine sehr starke weibliche Identifikationsfigur" für Büttner ist. Madonna begreife Widerstände als Herausforderung, außerdem bewundert die Sex-Podcasterin den "unbedingten Fleiß" und das karitative Engagement der Queen of Pop. Büttner selbst will vor allem für ihre Tochter ein Vorbild sein – sie soll später sagen, dass sie sich von ihrer Mutter immer ernstgenommen fühlte.
turi2.tv (7-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Vorbilder-Text), turi2.de/koepfe (Profil Büttner)

Hirnforscher Henning Beck im Vorbilder-Fragebogen.


Vorbild ohne Vorbilder: "Ein wirkliches Vorbild hatte ich nie", sagt Hirnforscher Henning Beck im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12. Für ihn als Wissenschaftler sind Vorbilder gar nicht so wichtig, erklärt er. Gerade in der Forschung müsse man auch seinen eigenen Weg gehen. Schon als Kind war Beck mehr an der Wissenschaft als an den Wissenschafts-Vermittlern interessiert: Er erzählt von einem VHS-Mixtape der spannendsten Natur-Dokus – ob Joachim Bublath oder Heinz Sielmann die Sendungen präsentiert haben, war ihm dabei ganz egal. Beck selbst will vor allem vermitteln, dass Wissenschaft Spaß macht.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Interview aus der turi2 edition #12)

Mehr von Henning Beck bei turi2: turi2 edition #12: Dr. Henning Beck über das menschliche Bedürfnis nach Vorbildern.

Nicht nur ein Notbehelf: Kerstin Deixler und Stefan Sutor erklären die digitalen Medientage München.


Digitales Klassentreffen: "Es ist wichtiger denn je, sich auszutauschen." Im Video-Interview am Rande der Medientage München erklären die Organisator*innen Kerstin Deixler und Stefan Sutor, wie sie aus der Not eine Tugend gemacht und das Vor-Ort-Event zu einem digitalen Branchen-Treffen umgebaut haben. Die Marketing-Chefin und der Geschäftsführer der Medientage melden sich von der Medientage-Bühne im Literaturhaus und freuen sich schon in den ersten Tagen über eine gute Resonanz: "Wir gehen davon aus, dass wir die 7.000 Besucherinnen und Besucher, die wir letztes Jahr hatten, gut übertreffen können", sagt Sutor. Kerstin Deixler betont, wie wichtig es gerade in Zeiten von Corona- und Medienkrise ist, Plattformen zum Austausch von Erfahrungen und fürs Networking zu haben. Dabei sieht sie das Digitale nicht nur als Notbehelf, schließlich könne man nun von überall teilnehmen, ohne zu reisen oder sich mehrere Tage frei zu nehmen.

Digitale Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen, gibt es einige: In den Sessions gibt es Chatfunktionen für Zuschauer*innen. Außerhalb gibt es "Themen-Tables", an denen sich Besucher*innen virtuell niederlassen und unterhalten können. Ähnlich ist es bei Aussteller*innen und Sponsor*innen: Statt Messeständen gibt es nun digitale Schaufenster über die Unternehmen und Konferenz-Teilnehmer*innen ins Gespräch kommen und Kontaktdaten austauschen können. "Corona hat viele neue Kanäle gebracht, die bleiben werden", sagt Stefan Sutor. Kerstin Deixler ist überzeugt, dass sich Hybrid-Lösungen bei Events etablieren und die Akzeptanz für digitale Konzepte wächst – auch nach Corona.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube)

“Gutes tun, dann reden” – Lucienne Damm will Tui Cruises nachhaltiger machen.


Schiff ahoi: "Der Weg ist das Ziel." Im Video-Interview von turi2.tv erklärt Lucienne Damm, wie sie die "Mein Schiff"-Flotte von Tui Cruises nachhaltiger machen will – trotz Krise. Am Rande des Best 4 Campus Events sagt sie zwar, dass bestimmte Projekte coronabedingt "auf Eis gelegt" sind, auch weil kaum Schiffe fahren und viele Partner des Kreuzfahrt-Konzerns ebenfalls von der Krise betroffen sind, aber "strategisch lassen wir auf keinen Fall nach". Der These, dass Nachhaltigkeit und Kreuzfahrten nicht zusammenpassen, widerspricht die Umweltmanagerin und sagt, dass Tui Cruises "Maßstäbe im Bereich Abgasreinigung gesetzt" hat. Außerdem sei bei Abfallvermeidung, Lebensmittelverschwendung und nachhaltigen Landausflügen viel passiert. Damm weiß aber auch: "Die To-do-Liste ist lang."

In der Kommunikation ihrer Nachhaltigkeits-Bemühungen ist Lucienne Damm "sehr hanseatisch", sagt sie: "Erst Gutes tun und dann können wir drüber reden." Nachhaltigkeit sei für sie kein Marketing-Zweck oder Marketing-Tool. Dass ihre Kolleg*innen aus der Marketing-Abteilung dennoch mit Plänen und erreichten Zielen werben wollen, "ist bei uns tatsächlich ein ständiger Dialogprozess". Tui Cruises sei "nicht sehr laut", aber "sehr, sehr transparent", sagt sie mit Blick auf Erklär-Videos und Umweltberichte der Reederei.

2011 ist Damm von der Naturschutzorganisation Nabu zu Tui Cruises gewechselt. Den Kontakt zu früheren Kolleg*innen und anderen NGOs pflegt sie weiter: "Ich nehme da durchaus das eine oder andere mit als Anschub für das, was ich tue." Manchmal geben ihr die Einschätzungen der NGOler auch "Rückenwind". Sich von "jeder Schlagzeile oder jeder Aktion" der Umweltschützer*innen verunsichern lassen will sie aber nicht.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube)

Purpose-Marketing: Jan Pechmann will Böcke zu Gärtnern machen.


Werbespruch vs. Anspruch: "Man muss bis zur Ebbe warten, um zu sehen, wer nackt badet." Für Jan Pechmann, Chef der Strategie-Beratung Diffferent und Keynote-Speaker bei Best 4 Campus am kommenden Donnerstag, ist die Krise die Nagelprobe für Anspruch und Wirklichkeit im Purpose-Marketing. Im Video-Interview von turi2.tv erklärt er, dass es sich jetzt zeige, wie ernst es Marken mit ihren Nachhaltigkeits-Strategien meinen. Im Markt beobachtet er beides: Firmen, die ihre Ziele kassieren und solche, die gerade jetzt weitermachen.

"Es gibt Marken, die purposegetrieben richtig die Wurst vom Teller ziehen, businessmäßig", sagt Pechmann und will mit dem Vorurteil aufräumen, dass Purpose-Marketing "etwas Schöngeistiges, Esoterisches, Mutter-Theresa-Mäßiges" und damit nur ein Kostenfaktor ist. Wenn eine Marke glaubhaft für einen Purpose stehe, führe das "zu neuen Zielgruppen, zu neuer Relevanz und zu Aufpreis-Bereitschaft".

Die Marketing-Branche ist "kumuliert über die letzten vier Jahrzehnte ein veritabler Teil des Problems", etwa in Sachen Klimawandel, urteilt Pechmann und kritisiert u.a. den Fokus auf die "Abverkaufsförderungsfunktion". Nun fordert er ein Umdenken und hat auch kein Problem damit, die früheren Böcke zu Gärtnern zu machen: "Wir sollten darüber nachdenken, welche Rolle Marketing und Vertrieb dabei spielen, die Probleme unserer Zeit zu lösen."
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube)

turi2.tv – die Top 5 des Branchenfernsehens im August und September 2020.


Nachmachen erlaubt: 50 Vorbilder stecken in der frisch erschienenen turi2 edition #12 – vorgestellt von 50 Meinungsmacher*innen. Einer von ihnen ist Menschenrechts-Aktivst Raúl Krauthausen. Sein Vorbilder-Fragebogen ist mit mehr als 2.100 Video-Views bei YouTube, Facebook, Twitter und Linked-in, rund 1.700 davon allein bei Twitter, das meistgesehene Video bei turi2.tv im August und September. Auf Platz 2 folgt mit rund 1.700 Video-Views das Interview mit “Kicker”-Vermarktungschef Martin Schumacher, der erzählt, wie es dem Fußball-Magazin in der Corona-Krise geht. Jan Ippen, Chef von Ippen Digital, spricht bei turi2.tv über den Kauf von BuzzFeed und die Zukunft gedruckter Zeitungen.
die ganze Top 5 anschauen

Sigrid Nikutta im Talk mit Peter Turi: “Autofahren ist verschwendete Lebenszeit.”



Grün in rot: "Manchmal leiden meine Kinder darunter: Wir sind noch nie in den Urlaub geflogen." Über ihre Reisegewohnheiten, Karriere-Ambitionen und ihr Vorbild Rosa Parks spricht Dr. Sigrid Nikutta, Gütervorständin der Deutschen Bahn und Chefin von DB Cargo, auf dem Launchevent zur turi2 edition #12 mit Verleger Peter Turi. Autofahren bezeichnet Nikutta als "verschwendete Lebenszeit". Für Produkte wünscht sich die Managerin eine Art Siegel, das Auskunft über den Transportweg von Produkten gibt. Ob sie den Vorstandsvorsitz der Gesamt-Bahn anstrebt, wie einige Beobachter*innen vermuten? Nikutta hält sich diesbezüglich bedeckt, ihre persönliche Medienkritik liefert sie gleich mit: "Das mit den Journalisten ist ja so eine Sache. Sie stellen immer Fragen, auf die sie garantiert keine Antworten bekommen."

An Rosa Parks bewundere sie den "Mut zur Wut" der Bürgerrechtlerin – und kommentiert: "Ungerechtigkeit bleibt Ungerechtigkeit, auch wenn eine ganze Gesellschaft in dieser Ungerechtigkeit lebt." Ein ausführliches Interview mit Sigrid Nikutta und ihren Text über Rosa Parks lesen Sie ab Freitag, 25. September, in der turi2 edition #12. Das Buch können Sie hier vorbestellen – gedruckt oder als kostenloses E-Paper.
turi2.tv (46-Min-Video auf YouTube), turi2.de/podcasts (als Audio hören)

Das Launchevent zur turi2 edition #12 – live aus Berlin.


Live in Berlin und hier im Stream: Ab 19 Uhr diskutieren Peter Turi mit Dr. Sigrid Nikutta, Güterverkehrsvorstand der Deutschen Bahn sowie Chefin von DB Cargo, zum Launch der turi2 edition #12 über die Bedeutung von Vorbildern, Werten und Haltung für Wirtschaft und Gesellschaft, ihren persönlichen Lebensweg und ihre aktuelle Aufgabe.

In unserem Live-Ticker finden Sie aktuelle Zitate, Tweets, Fotos und Kommentare zum Live-Programm. Weiterlesen …

“50 Vorbilder” – der Film zur turi2 edition #12.


Rasante Reise: Am 25. September erscheint die neue "turi2 edition" zum Thema Vorbilder – in unseren 3-Min-Film zum Buch blicken Peter und Heike Turi schon mal zwischen die Buchdeckel und zeigen ihre Highlights aus dem 200-Seiten-Werk. Darunter Moderatorin Mo Asumang, die über die schwere Kindheit ihres Vorbildes Oprah Winfrey schreibt – und über ihre eigene: "In meinen Gedanken vermischt sich manchmal ihre Kindheit mit meiner." Oder "Spiegel"-Chefredakteurin Barbara Hans, die ihre Großmutter als Stellvertreterin für die starken Frauen in ihrer Familie ihr Vorbild nennt.

Im Video berichten einige unserer 50 Laudator*innen über ihre Kindheits-Vorbilder: Otto-Chef Alexander Birken etwa wollte als Kind nach den Sternen greifen und eiferte Neil Armstrong nach. Musikerin Judith Holofernes, SAP-Marketing-Leiterin Kerstin Köder und der Menschenrechts-Aktivist Raúl Krauthausen teilen sich ein Kindheits-Idol: Pippi Langstrumpf. Und unsere Laudator*innen beichten auch, worin sie keine Vorbilder sind: Edith Stier-Thompson, Chefin von News Aktuell, gibt zu, keine gute Köchin zu sein, und der Neuro-Wissenschaftler Henning Beck findet seine oft ungeordneten Gedanken nicht gerade vorbildhaft.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.de/edition12

Wie geht’s der “taz”, Katrin Gottschalk und Andreas Marggraf?


Innovationen und Diskussionen: Die "taz" lädt an diesem Samstag zur digitalen Genossenschaftsversammlung ein – im turi2.tv-Interview ziehen Geschäftsführer Andreas Marggraf und Vize-Chefredakteurin Katrin Gottschalk schon mal Bilanz. "Wir haben großes Glück", sagt Marggraf zur wirtschaftlichen Situation der linksalternativen Zeitung, die durch ihr Genossenschafts-Modell nur bedingt vom wackeligen Werbemarkt abhängig ist. Gottschalk stellt die neue App der Zeitung vor, spricht aber auch über die umstrittene Polizei-Kolumne von Hengameh Yaghoobifarah. Durch die Entscheidung des Presserats, der den Text von der Meinungsfreiheit gedeckt sieht, "haben wir uns schon ein bisschen bestätigt gefühlt".

Konsequenzen hatte der Text dennoch: "Es gab schon eine ganze Menge Genoss*innen, die deswegen ihren Anteil gekündigt haben", sagt Marggraf, das gehöre aber "zu einer lebendigen Genossenschaft dazu". Gottschalk ergänzt, dass auch die anschließende in der "taz" ausgetragene Debatte um die Kolumne dafür gesorgt hat, dass Leser*innen ihre Beiträge bei "taz zahl ich" zurückgezogen haben. Intern diskutiere die "taz" nun über die Lehren aus der Debatte und darüber, ob sich etwa Strukturen verändern müssten.

Gleichzeitig arbeitet die Zeitung an ihrer Post-Print-Zukunft – u.a. mit einer neuen App, die Marggraf und Gottschalk im Video zeigen. Anders als bisher verabschiedet sich das Digital-Angebot von der Zeitungs-Optik, will aber dennoch ein lineares Leser-Erlebnis bieten und einmal am Tag "die Welt anhalten". Auch optisch setzt die "taz" auf Opulenz: Die Bilder und Illustrationen lassen sich nun auch heranzoomen, zudem glänzt die App mit Animationen.
turi2.tv (14-Min-Video auf YouTube)

turi2 edition #12: Raúl Krauthausen im Vorbilder-Fragebogen.


Markenzeichen Mütze: Raúl Krauthausen kämpft vom Rollstuhl aus für Menschenrechte. Der Aktivist, Autor und Talkshow-Moderator stellt in der turi2 edition #12 sein Vorbild, die Aktivistin Theresia Degener vor. Sie ist ohne Arme geboren worden und setzt sich als Juristin für die Rechte Behinderter ein. Im Vorbilder-Fragebogen sagt Krauthausen, dass er als Kind Karlsson vom Dach und Pippi Langstrumpf nachgeeifert hat. Heute will er selbst Vorbild sein als jemand, der sich von Hierarchien nicht beeindrucken lässt.

Ein ausführliches Interview mit Raúl Krauthausen lesen Sie in der "turi2 edition #12, 50 Vorbilder", die am 25. September erscheint. Sie können das Buch hier vorbestellen – gedruckt oder als kostenloses E-Paper.
turi2.tv (2-Min-Video)

turi2.tv – die Top 5 des Branchenfernsehens im Juni und Juli 2020.


Sommer-Interviews: Bei ARD und ZDF äußern sich im Sommer die Parteichefs zur Lage der Nation, im Branchenfernsehen turi2.tv sprechen Entscheider*innen aus Medien, Marken und Kommunikation. An der Spitze steht mit mehr als 1.800 Video-Views bei YouTube, Facebook, Twitter und Linked-in das turi2.tv-Interview mit Mirko Kaminski. Der Gründer und Chef der Agentur Achtung meldet sich von der Ostsee-Insel Fehmarn, wo er für “Horizont” zu Sommer-Interviews lädt. Auf Platz 2 rangiert Lina Timm, Chefin des MediaLabs Bayern, die im Video-Interview mit über 1.400 Views sagt, dass die Krise einige Innovationen bremst und andere beschleunigt. Das Skype-Gespräch mit Wort&Bild-Chef Andreas Arntzen über die Lage der Apotheker*innen erreicht rund 1.300 Views.
die ganze Top 5 anschauen, turi2.tv (die Top 5 in einer Playlist)

Wie sehr trifft Corona den “Kicker”, Martin Schumacher?


Der 100-Jährige und die Pandemie: "Mit der Einstellung der Live-Spiele sind die Reichweiten eingebrochen." Im Video-Interview mit turi2.tv zieht "Kicker"-Vermarktungschef Martin Schumacher eine Corona- und Geburtstags-Bilanz für das nun 100 Jahre alte Sport-Magazin. Die Reichweiten, sagt Schumacher, sind inzwischen zurück – die Geisterspielen haben für einen Rekord von 2,1 Mrd Page Impressions gesorgt, die große Feier für den 100. "Kicker"-Geburtstag muss aber noch bis zum nächsten Jahr warten. Obwohl die "Vollbremsung" durch Corona hart war, kann Schumacher dem Umdenken, zu dem die Pandemie geführt hat, auch gute Seiten abgewinnen.

Er geht davon aus, dass es auch in Zukunft eine Mischung aus Anwesenheit und mobilem Arbeiten geben wird, und dass viele Kolleg*innen gemerkt haben, wie angenehm es sein kann, "flexibler zu sein in der Arbeitszeitmodellgestaltung". In der Vermarktung, sagt Schumacher, knüpft er jetzt schon wieder an die Zeiten vor Corona an. "Jetzt müssen wir einfach noch eine Schippe draufpacken, um möglichst viel wieder hereinzuholen." Der "Kicker" habe durch Corona gelernt, wie abhängig er vom Live-Sport ist. "Wir werden uns jetzt an die Hausaufgaben machen, um zukünftig noch besser gewappnet zu sein."
turi2.tv (6-Min-Video auf YouTube)

Mehr vom "Kicker" auf turi2.de: Der Hundertjährige, der durchs Fenster der Innovation stiegt ("turi2 edition 11")

Wie geht’s den Apotheker*innen, Andreas Arntzen?


Ein bisschen Frieden: "Wir müssen mal diese ganzen Wettbewerbs-Gedanken ein Stück weit beiseiteschieben." Im Video-Interview von turi2.tv streckt Andreas Arntzen die Hand in Richtung der Apotheken-Einkaufsgemeinschaft Noweda aus. Der Chef des Wort & Bild Verlags, der die "Apotheken Umschau" herausgibt, lädt alle Gesundheits-Player ein, gemeinsame "Lösungen zu schaffen, um die Apotheke vor Ort zu stärken" – etwa gegen die wachsende Online-Konkurrenz. Gerade Noweda macht in Sachen Apotheken-Digitalisierung bisher ihr eigenes Ding – und steht gemeinsam mit dem Burda-Verlag hinter dem "Apotheken Umschau"-Konkurrenten "Mylife". "Wir heißen jeden willkommen, der dasselbe Ziel verfolgt und sich vernünftig mit einbringen kann", sagt Arntzen.

Der Verlagschef lobt die Leistungen der Apotheken in der Corona-Krise. Die Apotheker*innen hätten gezeigt, welch "wichtiger Bestandteil sie im deutschen Gesundheitssystem" sind. Gleichwohl spüren auch die Apotheken die Auswirkungen der Krise, melden weniger Umsatz – auch weil die Menschen aus Angst vor Ansteckung seltener zum Arzt gehen und durch das Tragen von Masken weniger erkältet sind.

Andreas Arntzen freut sich, dass der Wort & Bild Verlag ohne Kurzarbeit oder Staatshilfe durch die Krise gekommen ist. 70 % der Beschäftigten waren im Home Office, 60 % arbeiten auch heute noch mobil. Nun will Arntzen daraus lernen: "Wir werden an neuen Arbeitszeitmodellen arbeiten und die Wünsche unserer Mitarbeiter entsprechend berücksichtigen." Die Redaktion, die sonst einen sehr langfristigen Redaktionskalender gewöhnt ist, habe schnell reagiert und auf "digital first" umgestellt. Entstanden sind neue Newsletter und Podcasts, letztere erreichten zum Teil bis zu 400.000 Zuhörer*innen, sagt Arntzen.
turi2.tv (10-Min-Video bei YouTube)

“Wir fahren weiter auf Sicht” – Mirko Kaminski über Agentur-Arbeit in der Krise.


Urlaub und Krisenbewältigung: "Die großen Schockwellen kommen wahrscheinlich erst noch." Im Video-Interview von turi2.tv blickt Mirko Kaminski mit gemischten Gefühlen auf die Agentur-Branche. Auf der Insel Fehmarn, wo Kaminski im Sommer Urlaub und Arbeit verbindet, trifft er Media- und Agentur-Manager*innen zu Video-Interviews und weiß, dass die Lage, je nach Kundenstamm, unsicher ist. Auch für seine eigene Agentur Achtung sagt er: "Wir fahren weiter auf Sicht." Als globale PR-Lead-Agentur für die Lufthansa Group hatte er in den vergangenen Monaten "nicht so viel zu tun". Andere Kund*innen, etwa aus E-Commerce und Telekommunikation, haben das aber "mehr als ausgeglichen", sagt Kaminski.

Er berichtet im Video-Interview auch über seine ersten Schritte in den Medien: Vor seiner Agentur-Karriere war er als rasender Reporter auf Fehmarn unterwegs und hat u.a. für das Fehmarnsche Tageblatt und den Urlaubs-Kurier geschrieben. Und er verrät, welche Insel-Promis er in den kommenden Tagen und Wochen vor Mikrofon und Kamera hat: Demnächst soll es um Fridays for Future gehen und Kaminski will den Chef des Flughafens Fehmarn interviewen, der in Personal-Union alles erledigt, was man auf einem Flughafen braucht: vom Tower über die Sicherheit bis zum Marketing.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube)

Warum gibt’s die Dmexco 2020 nur digital, Dominik Matyka?


Online ist das neue Offline: "Wir haben uns den Wünschen der Community gebeugt." Im Video-Interview mit turi2.tv erklärt Dmexco-Chef Dominik Matyka die Absage der physischen Digital-Marketing-Messe und -Konferenz nur wenige Tage nach dem Start des Ticket-Verkaufs. "Wir haben festgestellt, dass nicht ausreichend viele Aussteller zur Teilnahme an einer Messe vor Ort bereit sind", sagt Matyka. Er erklärt das mit der coronabedingt unsicheren Lage, was einerseits die Infektions-Zahlen und andererseits die wirtschaftliche Situation vieler Firmen angeht. Gleichzeitig meldet er ein Interesse an der Digital-Version "Dmexco @home", das seine Erwartungen deutlich übertrifft.

"Es gab für uns keine Option, nur Content zu streamen", sagt Dominik Matyka und findet, dass vielen Events die nur online stattfinden, der Community-Bezug fehlt. Das wollen Matyka und sein Team mit einer Digital-Plattform lösen, die auf den Säulen "Content und Kommunikation" steht. Aus TV-Studios in Köln soll es Content für alle geben – das klassische Konferenz-Programm. Dazu kommen Formate für Video- und Audio-Chats in kleinen Gruppen oder eins zu eins. Insgesamt, glaubt Matyka, dass Events digitaler werden. Die "Dmexco @home" kann er sich als Plattform vorstellen, auf der sich die Community auch über die physische Messe hinaus, die 2021 wieder stattfinden soll, vernetzt.
turi2.tv (12-Min-Video auf YouTube)

Ist die Krise ein Innovations-Killer, Lina Timm?


Zwischen Vollgas und Vollbremsung: Im Video-Interview von turi2.tv erklärt Lina Timm, dass die Krise, die wir gerade erleben, einige Innovationen bremst und andere beschleunigt. Gewinner ist etwa der Datenjournalismus, findet die Geschäftsführerin des Media Lab Bayern. In ihrem Innovations-Labor ist z.B. eine interaktive Corona-Deutschlandkarte entstanden, die das Infektions-Geschehen auf Landkreis-Ebene abbildet. Die Anwendung können Medien kostenlos auf ihren Websites einbinden. Trotzdem sieht sie, "dass viele Innovations-Projekte aus Kapazitätsgründen auf der Strecke bleiben". Wo Kurzarbeit herrscht und gekürzt wird, fällt es schwer, etwas Neues anzufangen.

Und genau an dieser Stelle wollen Lina Timm und ihr Team ansetzen: Sie haben u.a. eine Open Innovation Challenge ausgerufen, die Ideen für lokale Medien in der Krise sammelt. Dabei herausgekommen sind etwa die Corona-Karte oder ein Service, der Podcasts übers Festnetz-Telefon abrufbar macht, was im ländlichen Raum und beim älteren Publikum gut ankommt.

Grundsätzlich ist Timm überzeugt, dass es keine Riesen-Budgets für Innovations-Projekte braucht – mit denen sind auch die Startups im Media Lab Bayern nicht ausgestattet. Manchmal sei zu viel Geld sogar hinderlich, denn knappe Ressourcen setzten mehr Kreativität frei.
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube)

Ulla Holthoff im Fußball-Fragebogen.

Ausbruch und Revolution: Das Klackern von Stollen auf Asphalt in der damals "heiligen Sonntagsstille" hat Ulla Holthoff schon als Kind für den Fußball begeistert. Die Journalistin und BR-Sportredakteurin verrät im Video-Fragebogen zur turi2 edition #11, warum sie Fan von Borussia Dortmund ist – und das nicht erst, seit ihr Sohn Mats Hummels dort spielt. Die "Verständigung ohne Worte" im Fußball hat für sie "etwas von Schönheit". Außerdem erzählt Holthoff, warum sie LKW-Fahrer*innen bewundert und dass sie in ihrer Freizeit gerne Kommoden baut. Übrigens: Im Video sitzt die studierte Sportwissenschaftlerin und Erfinderin der Sport1-Talkshow Doppelpass vor einem geschichtsträchtigen Trikot. Mats Hummels trug es bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien.

Ein ausführliches Interview mit Ulla Holthoff steht in der turi2 edition #11, die es gedruckt und als kostenloses E-Paper gibt.
turi2.tv (7-Min-Video)

Wie geht’s den Freiberufler*innen, Peter Klotzki?


Vom Yogalehrer bis zur Steuerberaterin: Im Video-Interview von turi2.tv zeigt Peter Klotzki, Hauptgeschäftsführer des Berufsverbandes der Freien Berufe, die ganze Vielfalt seiner Klientel, die unterschiedlich betroffen ist von der Corona-Pandemie und den Gegenmaßnahmen. Während Künstler*innen auch jetzt noch nur eingeschränkt arbeiten können, haben Steuerkanzleien alle Hände voll zu tun, um für Unternehmen die Kurzarbeit zu managen. Auch viele Architekt*innen hätten noch Arbeit, "aber wenn wir jetzt erfahren, dass gar keine Bauanträge mehr gestellt werden, dann wissen wir, dass das dicke Ende noch kommt", sagt Klotzki. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass im Bereich der Freien Berufe 400.000 Jobs auf der Kippe stehen.

In seiner Corona-Kommunikation und der Lobby-Arbeit für die Freien Berufe will Klotzki aber nicht nur klagen, sondern vor allem die Leistungen seiner Verbandsmitglieder in den Mittelpunkt stellen. "Wir sind Problemlöser", sagt er. Schon bei seinem früheren Arbeitgeber - Klotzki war bis 2019 Kommunikationschef beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger – habe das Motto gegolten: "Das Glas ist halb voll." Das treibe ihn auch heute noch an.
turi2.tv (8-Min-Video auf YouTube)

“Bild”-Redakteur Morten Wenzek: “Snapchat ist definitiv nicht tot.”


Gelber Geist für die Gen Z: Im Video-Interview mit turi2.tv erklärt Morten Wenzek, Verantwortlicher Redakteur für Neue Plattformen und Social Media, was "Bild" auf dem vielfach totgesagten Videodienst Snapchat hält: Werbeeinnahmen und eine für die Medienmarke ansonsten nahezu ungekannte Zielgruppe. Erst kürzlich hätten sein Team und er eine Snapchat-Show über Corona auch für andere Inhalte geöffnet. Jetzt versuchten sie, die hinzugewonnenen jungen Leser*innen nicht mit "Promi- oder Sport-Content zu verschrecken". Obwohl der Kanal für die Boulevard-Zeitung "wertvoll" sei, um 13- bis 24-Jährige zu erreichen, mahnt Wenzek zu kritischer Distanz. Übrigens: Auf der chinesischen Kurzvideo-Plattform TikTok produziert "Bild" aus dem traditionell China-kritischen Springer-Haus – anders als etwa die "Tagesschau" – erst gar keine Beiträge.

Im Video schlägt Wenzek außerdem vor, wie Redaktionen die neue 140-sekündige Sprachnachrichten-Funktion von Twitter für ihre Berichterstattung einsetzen könnten – und äußert sich zu Rezos Presse-Schelte. Weder Politik noch Journalismus dürften "junge Perspektiven" links liegen lassen und "aus ihrem Elfenbeinturm herab den gleichen Film abfahren, den sie schon immer machen", findet Wenzek. Auch wenn Journalist*innen stets hinterfragen sollten, was etwa Fridays for Future und andere junge Organisationen forderten: "Ich finde, Rezo hat einen guten Punkt."

Zum Streit zwischen "Bild" und dem Virologen Christian Drosten will Wenzek nichts sagen. Die Auseinandersetzung hatte sich auch auf Twitter abgespielt.
turi2.tv (11-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Twitter-Sprachnachrichten), turi2.de (Bild vs. Drosten)

“Ein Marathonlauf” – wie Burda “Mylife” als Alternative zur “Apotheken Umschau” positioniert.


Kiosk Apotheke: "Wie sind gerade erst aus den Startlöchern." Im Video-Interview von turi2.tv zieht Klaus Dahm, Co-Chefredakteur von Burdas Apotheken-Zeitschrift Mylife, eine positive Bilanz nach mehr als einem Jahr als auflagenmäßig stärkster Konkurrent der "Apotheken Umschau". Trotz allgemeiner Werbeflaute wegen Corona sieht Dahm "mildernde Umstände" für sein Blatt, denn die Apotheken waren nie geschlossen, und der Bedarf an Kommunikation bei den Pharma-Herstellern sei groß. Seine Auflage von 2,3 Mio Exemplaren pro Monat ist immerhin stabil, obwohl die Apotheken seit Jahresbeginn für jedes "Mylife"-Heft, dass sie an ihre Kund*innen kostenlos weitergeben, eine Gebühr zahlen müssen. Zum Start war das Heft noch gratis.

Seine Marktposition als Angreifer der "Apotheken Umschau" bezeichnet Dahm als "Langstreckenlauf", nicht als Sprint. Er legt im Interview großen Wert darauf, dass das Heft nicht einfach ein Nachahmer-Produkt ist, sondern sich als moderne Alternative aufstellt, die jederzeit auch am klassischen Kiosk ihre Käufer*innen finden könnte. Zwar findet Dahm die "Apotheken Umschau" medizinisch fundiert, die Aufbereitung und Gestaltung des Konkurrenz-Blattes aus dem oberbayerischen Baierbrunn nennt er dagegen "altfränkisch".
turi2.tv (23-Min-Interview auf YouTube)

Wie fährt die Bahn durch die Krise, Oliver Schumacher?


Blutende Eisenbahner-Herzen, dicke Hornhaut: "Wir haben öfter Krisen und sehen trotzdem munter und heiter aus." Im Video-Interview mit turi2.tv spricht Bahn-Kommunikationschef Oliver Schumacher über leere Züge und Werbekampagnen, die dabei helfen sollen, die Waggons wieder vollzukriegen. Statt hübsche Bilder zu zeigen, setze die Bahn in ihrer Kommunikation aktuell – innerhalb eines selbst auferlegten Marketing-Sparprogrammsverstärkt auf Fakten. Für Lifestyle und Klima-Versprechen ist da kein Platz. Die Frage, wie gut sein Arbeitgeber Krise und sein Team Krisenkommunikation kann, hat Schumacher schon für sich beantwortet: Es sei ja kein Geheimnis, dass der Konzern in dieser Hinsicht "gestählt" sei und eine "ziemlich dicke Hornhaut" habe. In seinen 15 Jahren bei der Bahn habe er von außen "verdammt viel Prügel gekriegt".

Auf die Twitter-Schelten von genervten Kund*innen wegen verspäteter Züge oder überteuerter Ticketpreise will die Bahn zumindest vorübergehend mit Startup-mäßigem "du" reagieren – und seine Follower*innen auf der Plattform auch sonst duzen. Schumacher, 59, verrät im Video, dass er kein besonders großer Fan der neuen Regel ist: "Aber unsere Social-Media-Freaks, die alle ja 30 sind und wissen, was sie tun, die haben das mal probeweise so entschieden." Er gehöre zu der Sorte Chef, die nicht den "alten weißen Männern" das Ruder überlassen.
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Sparprogramm beim Bahn-Marketing)

turi2.tv – die Top 10 des Branchenfernsehens im Mai 2020.


Einblicke ins Home Office gewährt das Branchenfernsehen turi2.tv auch im Mai: In Skype-Interviews berichtet die turi2-Community, was die Branche und Entscheider*innen bewegt. An der Spitze mit fast 2.500 Video-Views bei YouTube, Facebook, Twitter und Linked-in steht im Mai Moderatorin Laura Karasek. Im turi2.tv-Interview spricht sie u.a. über Emanzipation in Zeiten von Corona. Auf Platz 2 im Mai rangiert Parship-Single-Coach Eric Hegmann, der im Video-Interview mit über 1.000 Views sagt, dass Corona-Dates tiefgründiger sind. Facebook-Mann Guido Bülow erklärt im Skype-Gespräch, wie Facebook mit mehr Fact-Checkern Corona-Fakenews begegnet.
die ganze Top 10 anschauen, turi2.tv (die Top 10 in einer Playlist)

Laura Wontorra im Fußball-Fragebogen.


Fankurve und Mixed Zone: Laura Wontorra wollte eigentlich Pressesprecherin bei ihrem Herzens-Verein Werder Bremen werden – doch die Grün-Weißen wollten sie nicht, verrät die Sportmoderatorin im Video-Fragebogen zur turi2 edition #11. Heute weiß sie, dass sie nicht nur das journalistische Talent von ihrem Vater Jörg Wontorra geerbt hat, sondern auch ein Faible für Backgammon. Der Fußball-Fan in ihr wünscht sich, zwar dass jeder Fußball-Wettbewerb nur von einem Sender übertragen wird und dass es weniger Anstoßzeiten gibt – der Medienprofi in ihr weiß, dass die Erfüllung dieses Wunsches schwierig wird.

Ein ausführliches Interview mit Laura Wontorra gibt es in der turi2 edition #11 hier gedruckt, als kostenloses E-Paper oder Online-Text - und als Podcast.
turi2.tv (4-Min-Video)



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22 Profis: Björn Naß, Blindenreporter.


Reden ist Gold: Der Blindenreporter Björn Naß kommentiert und beschreibt seit elf Jahren für Blinde und Sehgeschädigte die Heimspiele von Bayer 04 Leverkusen. Im Hochkant-Video von turi2.tv erklärt er, dass ein Blindenreporter vor allem eine schnelle Auffassungsgabe für seinen Job braucht. Er will "jeden Pass, jeden Schuss" beschreiben, damit seine blinden Zuhörer*innen nach dem Spiel genauso darüber diskutieren können wie alle anderen auch. Selina Pfrüner hat ihn am 6. März in der BayArena fotografiert und interviewt. Naß wünscht sich, dass der Fußball "nicht nur in Beine, sondern auch in Steine investiert" – also in Strukturen.

Alle 22 Profis – von der Reinigungskraft bis zur Pressesprecherin – sehen Sie in der "turi2 edition #11" hier im kostenlosen E-Paper oder auf Bestellung auch gedruckt. Alle Video-Porträts gibt's in dieser Playlist.
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube), turi2.tv (ganze Playlist)



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Wie geht Dating in Zeiten von Corona, Eric Hegmann?


Verlieben mit Abstand: "In so einer Krise sucht man noch stärker nach Bindung." Im Video-Interview von turi2.tv sagt Eric Hegmann, dass Online-Dating in Zeiten von Kontakt-Beschränkungen besonders beliebt ist als Erstkontakt unter Singles. Die Parship-Group, wo Hegmann als Single-Coach tätig ist, hat etwa eine Video-Dating-Funktion freigeschaltet, um mehr Nähe herzustellen. So gebe es "auch beim Online-Dating eine Art Evolution beim Kennenlernen". Erst schreiben sich die potentiellen Partner*innen, dann telefonieren sie und schließlich laden sie sich per Videochat ins jeweilige Zuhause ein. Hegmanns Erfahrung: Die Gespräche beginnen nicht mehr mit Smalltalk über Bücher und Musik, sondern sind von Anfang an tiefgründiger. Die Frage "Wie geht es Dir in der jetzigen Situation?" eröffne gleich die Möglichkeit für emotionale Antworten.

Der Coach und Paartherapeut hofft, dass so auch tiefgründigere und stabilere Beziehungen entstehen. Überhaupt empfiehlt er den Singles, sich Zeit zu lassen beim Kennenlernen: Dort, wo es rechtlich möglich ist, sich auf einen Spaziergang zu verabreden. Das findet Hegmann ohnehin schöner, als das erste Date in einem Café oder Restaurant zu veranstalten – dort sei die Atmosphäre eher "gesetzt und steif", auf einem Spaziergang erlebe man Menschen "viel authentischer".
turi2.tv (6-Min-Video auf YouTube)

22 Profis: Sebastian Stenzel, Social-Media-Manager bei der DFL.


Digital und weltweit: Social-Media-Manager Sebastian Stenzel kümmert sich im Auftrag der Deutschen Fußball Liga um das Bild des deutschen Fußballs in den sozialen Medien. "Wir zeigen, dass wir tolle Stadien, tolle Fans und tollen Fußball haben", sagt er im Hochkant-Video von turi2.tv. Am 3. März, also noch vor dem Corona-Lockdown, hat Holger Talinski ihn bei der Arbeit im Newsroom begleitet, fotografiert und interviewt. "Ich habe selbst über 30 Jahre lang gespielt und stehe mit meinen Freunden immer noch supergern beim 1. FC Köln in der Kurve", sagt Stenzel über seine Fußball-Faszination. In der turi2 edition #11 stellen wir ihn als einen von 22 Profis vor, die den Ball flach und die Liga am Laufen halten.

Alle 22 Profis – vom Blindenreporter bis zur Pressesprecherin – sehen Sie in der "turi2 edition #11" hier im kostenlosen E-Paper oder auf Bestellung auch gedruckt. Alle Video-Porträts gibt's in dieser Playlist.
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22 Profis: Uwe Kühle, Fanartikel-Verkäufer beim SV Werder Bremen.


Auf Achse: Uwe Kühle leitet auch das Vereinsmuseum des SV Werder Bremen – den meisten Fans ist er aber als mobiler Fanartikel-Verkäufer bekannt. Mit seinem grün-weißen Fanbus begleitet er die Mannschaft bei Heim- und Auswärtsspielen. "Dafür fahre ich 50.000 Kilometer pro Jahr", sagt er im Hochkant-Video von turi2.tv, "mein Traumjob". In der turi2 edition #11 stellen wir Kühle als einen von 22 Profis vor, die den Ball flach und die Liga am Laufen halten. Johannes Arlt hat ihn am 16. März vor dem Weserstadion fotografiert und interviewt. Das Spiel Bremen gegen Frankfurt wurde drei Tage vorher Corona-bedingt abgesagt. Kühle kam dennoch und extra fürs Foto und sagt unumwunden: "Alles steht still. Und das ist Mist."

Alle 22 Profis – vom Blindenreporter bis zur Pressesprecherin – sehen Sie in der "turi2 edition #11" hier im kostenlosen E-Paper oder auf Bestellung auch gedruckt. Alle Video-Porträts gibt's in dieser Playlist.
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turi2.tv – die Top 10 des Branchenfernsehens im April 2020.


Wie geht’s dem Branchenfernsehen im April, turi2.tv? Auch in der Corontäne ist turi2.tv aktiv. Statt bei Kongressen oder Events berichtet die turi2-Community nun in Skype-Interviews über ihre Arbeit in Zeiten von Corona, über ihre Ideen und Sorgen. An der Spitze mit mehr als 2.500 Video-Views bei YouTube, Facebook, Twitter und Linked-in steht im April das turi2.tv-Interview mit Thomas Vašek, Chefredakteur des Philosophie-Magazins “Hohe Luft”, der voreilige Deutungen der Corona-Krise kritisiert. Dahinter rangiert mit mehr als 2.100 Zuschauer*innen turi2-Neuzugang Elisabeth Neuhaus, die die Lage der Startups einschätzt. Wie der “Tagesspiegels” unter Corona-Bedingungen arbeitet, erzählt im Video-Interview Herausgeber Sebastian Turner.
die ganze Top 10 anschauen, turi2.tv (die Top 10 in einer Playlist)

22 Profis: Felix Schröteler, Wurstverkäufer bei Hertha BSC Berlin.


Vorsicht, heiß und fettig: Felix Schröteler steht seit drei Jahren am Grill, wenn der Hauptstadt-Club Hertha BSC Berlin seine Heimspiele austrägt – dann grillt, zapft und kassiert er, bis Hunger und Durst der Fans gestillt sind. Wichtig sind Stressresistenz, Teamfähigkeit und ein gutes Zeitgefühl, sagt er im Hochkantvideo von turi2.tv. In der turi2 edition #11 stellen wir Schröteler als einen von 22 Profis vor, die den Ball flach und die Liga am Laufen halten. Holger Talinski hat ihn beim letzten Heimspiel der Berliner vor dem Lockdown fotografiert und interviewt. Gerade hat Schröteler sein FSJ beendet und hilft – wenn alles gut geht – bald anderen Menschen aus wahrhaft brenzligen Situationen: Er befindet sich im Auswahlverfahren für die Berliner Feuerwehr.

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Wie geht’s Österreich, Christian Rainer?


O du mein Österreich: Im Video-Interview mit turi2.tv spricht Christian Rainer über die Lage von Politik, Gesellschaft und Medien in Zeiten der Lockdown-Lockerungen bei unseren südlichen Nachbarn. Der Chefredakteur und Herausgeber des österreichischen Nachrichten-Magazins Profil beklagt etwa den Umgang der Politik mit den Medien. Bei der Verteilung von Corona-Hilfen seien die "niveauvollen Qualitätsmedien" anfangs vergessen worden. Erst nach Protesten sei auch bei "Profil" etwas von der Hilfe angekommen. "Ich glaube, die wirklich privilegierten Journalistinnen und Journalisten sind diejenigen, die in öffentlich-rechtlichen Medien arbeiten", sagt Rainer. Er sieht eine gewisse "Hybris" bei den Kolleg*innen, die jetzt ganz anders "dastehen als wir Privatmedien".

Rainers größte Sorgen gelten der Freiheit und dem Klima: "Wenn Sebastian Kurz über eine Corona-App spricht, dann ist es nicht das Gleiche, als würde zum Beispiel Angela Merkel darüber sprechen." Seine Befürchtung ist, dass im Rahmen von Corona die Demokratie langfristig und gut begründet eingeschränkt wird. Schließlich komme der österreichische Bundeskanzler gerade aus einer Koalition mit der rechten FPÖ. Von "Profil" auf die Demokratie-Einschränkungen im Nachbarland Ungarn angesprochen antwortete der Kanzler etwa, er habe jetzt keine Zeit sich damit zu beschäftigen.

Das wichtigste Thema, "das wir eigentlich zu bearbeiten hätten", sei die Klimakatastrophe, sagt Rainer. Er befürchtet, dass am Ende nicht mehr genug Geld da ist, um umzudenken und umzurüsten - und dass auch die "mentale Energie" dafür fehlt. "Ich bin mir sicher, Corona wird im Vergleich zu dem, was uns als Klimakatastrophe schnell entgegenkommt, nicht mal ein Nebensatz sein", sagt Rainer.
turi2.tv (18-Min-Interview auf YouTube)

22 Profis: Silke Bannick, Pressesprecherin Mainz 05.


Spielfeld der Kommunikation: Silke Bannick hat Publizistik, Politik und Amerikanistik studiert. Ihr Job als Pressesprecherin des 1. FSC Mainz 05 ist für sie ein "perfect match", sagt sie im Hochkant-Video von turi2.tv: "Wir nehmen unseren Job sehr ernst, aber wir nehmen uns selbst nicht so ernst." In der turi2 edition #11 stellen wir Bannick als eine von 22 Profis vor, die den Ball flach und die Liga am Laufen halten. Selina Pfrüner hat sie beim letzten Heimspiel der Mainzer vor dem Corona-Lockdown fotografiert und interviewt. "Eine gewisse Grundgelassenheit schadet nicht in dem manchmal irren Zirkus Bundesliga", sagt Bannick – und dass man in ihrem Job nie "alles unter Kontrolle hat". Das schönste am Fußball ist für sie das verbindende Element: "Auf unseren Tribünen ist alles und jeder vertreten, vom kleinen Kind bis zum Großvater."

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22 Profis: Christine Winkler, Reinigungskraft, FC Union Berlin.


Saubere Sache: Christine Winkler ist eigentlich gelernte Köchin. Als sie ihren Job nicht mehr ausüben kann, bewirbt sie sich beim FC Union Berlin als Reinigungskraft. turi2 stellt sie in der edition #11 gedruckt und im Hochkant-Video als eine von 22 Profis vor, die in der Bundesliga den Ball flach und den Laden am Laufen halten. Johannes Arlt hat sie vor dem Corona-Lockdown beim letzten Heimspiel der Eisernen fotografiert und interviewt – "Union Berlin ist wie meine zweite Familie", sagt sie im Video.

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Wie geht’s der Esskultur, Gabriele Höger?


Zuhause schmeckt's am besten: "Definitiv wird mehr gekocht." Im Video-Interview von turi2.tv sagt Gabriele Höger, dass viele Menschen "das Kochen neu für sich" entdecken. Das sagen zum einen Umfragen, zum anderen merkt sie das auch am Feedback, dass sie jetzt von ihren Leser*innen bekommt. Auch Höger kennt den Spagat zwischen "Home Office, Homeschooling und Haushalt" und ist ein bisschen stolz, als sie berichtet, dass sie seit Corona noch kein Mal den Lieferdienst bemühen musste. "Einfach, weil ich es wissen wollte", dann könne man auch viel besser darüber schreiben, sagt Höger.

Auch ihre Arbeit an den Food-Titeln von Burda hat sich durch die Krise geändert: Höger arbeitet halbtags aus dem Home Office, im Verlag trifft sich nur ein Kernteam und in der Versuchsküche wird jetzt mit viel Abstand und kleinen Teams Food fotografiert. Burdas Küchenchef, berichtet sie, macht aus der Not eine Tugend und dreht auch am heimischen Herd Kochvideos für Burdas Social-Media-Kanäle.
turi2.tv (6-Min-Video auf YouTube)

22 Profis: Jonas Hummels, Co-Kommentator bei Dazn.


Experten-Talk: Jonas Hummels war auch mal Fußballprofi – heute brilliert er neben dem Rasen als Fußball-Experte bei Dazn. Wir stellen den Bruder von Dortmund-Kicker Mats Hummels in der turi2 edition #11 als einen von 22 Profis vor, die den Ball flach und die Liga am Laufen halten. Fotograf Holger Talinski hat Hummels vor dem Corona-Ausbruch bei der Arbeit besucht und fotografiert. Im Hochkant-Video erzählt Hummels, dass es bei seinem Job vor allem darauf ankommt, eine dezidierte Meinung zu haben. Nachteil: "Wenn man mal ein Foul nicht so bewertet wie die meisten Zuschauer, kriegt man medial ein bisschen auf den Deckel." Hummels liebt den Fußball, weil er divers ist: "Da spielt der Akademiker-Sohn mit dem des Bäckers." Wenn er das Sagen hätte, würde er die Zahl der Spiele und Wettbewerbe etwas verknappen: "Dann ist das Erlebnis auch wieder besser."

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Wie geht’s Facebook, Guido Bülow?


Zwischen Fake und Fakten: "Weder wir noch unsere Nutzer haben ein Interesse daran, dass Falschmeldungen auf unseren Plattformen existieren und kursieren." Im Video-Interview von turi2.tv erklärt Guido Bülow, dass Facebook die Fact-Checker*innen auf seinen Plattformen in der Corona-Krise mit frischem Geld unterstützt, um Fake News und Verschwörungs-Theorien zu begegnen. Eine Mio Euro von Facebook und eine weitere Mio von WhatsApp sind dafür an Facebooks Fact-Check-Netzwerk geflossen, sagt der Head of News Partnerships in Mitteleuropa aus seinem Home Office in Hamburg. Zusätzlich veröffentlicht das Netzwerk prominent – oben im Newsfeed – gesicherte Corona-Informationen.

Auch darüber, wie die Medien, die auf Facebook publizieren, durch die Krise kommen, machen Bülow und sein Team sich Gedanken: Gemeinsam mit dem European Journalism Center hat das Netzwerk einen Fonds aufgesetzt, der kleine und mittlere Nachrichten-Organisationen in der Krise unterstützen soll. Die erste Bewerbungsphase ist gerade vorbei und in den kommenden Wochen gibt das EJC bekannt, welche Bewerbungen den Zuschlag bekommen. Eine weitere Welle soll im Juni folgen, sagt Bülow.
turi2.tv (6-Min-Video auf YouTube)

#TeamHoffnung: Warum turi2 gerade jetzt ein Fußball-Buch herausbringt.


Hemd der Hoffnung: "Wir haben gehofft, gestritten, waren ein bisschen verzweifelt", sagt im turi2.tv-Interview turi2-Verleger Peter Turi über die Herausforderung, in Zeiten von Corona ein Buch zum Thema Fußball zu produzieren. Das 200 Seiten starke Werk ist jetzt fertig, es erscheint mit dem Zusatz #TeamHoffnung auf dem offiziellen EM-Trikot der Deutschen Nationalmannschaft. "Das Buch ist ein Hoffnungsmacher und ein Zeitdokument", sagt Turi. Es ist als E-Paper ab heute, 18.00 Uhr kostenlos für alle Leser*innen unter turi2.de/edition11 abrufbar. Am 15. Mai erscheint das Buch für Fans der Haptik gedruckt.
turi2.tv (6-Min-Video bei YouTube), turi2.de/edition11 (kostenloses E-Paper), turi2.de/bestellen (Printexemplar bestellen)

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Wie geht’s dem Profifußball, Philipp Klotz?


Ein Zwischenlicht im Tunnel: "Man kann dem Fußball nicht vorwerfen, dass er versucht, seine Industrie wieder hochzufahren." Im Video-Interview mit turi2.tv zur Corona-Krise im Fußball hat Philipp Klotz viel Verständnis dafür, dass die DFL mit der Bundesliga weitermachen will. Darauf, dass Geisterspiele der absolut richtige Schritt sind, will sich der Geschäftsführer und Gesellschafter der Business-Plattform Sponsors aber nicht festlegen. Der Fußball sei die einzige Sportart, die sich Geisterspiele leisten könne – und die Geisterspiele, die er lieber "Medienspiele" nennt, die einzige Möglichkeit, die dringend benötigten Mediengelder zu erhalten.

Eine Perspektive für andere Sportarten und die Amateurligen ist das freilich nicht. Aber auch dort sieht er ein paar positive Entwicklungen. So beobachtet Klotz, dass die Sponsoren ihren Vereinen vergleichsweise treu sind. Es gebe nicht mehr Kündigungen als sonst auch. "Das ist anders als beim Buchen einer Anzeige", sagt Klotz. Viele Sponsoren wollen jetzt zeigen, dass sie nicht nur Werbekunden sind, sondern zu ihrem Verein stehen – auch in der Krise.

Auch der Sponsors-Verlag steht laut Klotz trotz Krise noch gut da, auch weil sein Branchen-Event, der Spobis, Ende Januar noch ganz ohne Corona-Krise über die Bühne gehen konnte. Aber grundsätzlich und längerfristig gelte auch hier: "Wenn die Branche leidet, leidet auch das Branchenmedium." Deshalb hofft Klotz, dass "die Krise nicht zu tief wird" und keine bleibenden Wunden hinterlässt.
turi2.tv (23-Min-Video auf YouTube)