Hier finden Sie aktuelle Videos und Interviews vom Branchenfernsehen turi2.tv.

“Menschen mögen Brüche” – Henning Beck über Fernsehformate und Freiheit.


Fernseh-Forschung für Fortgeschrittene: "Alle tollen Format-Ideen haben einen Bruch, etwas Unerwartetes, was es vorher nicht gab", erklärt Henning Beck im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande des AGF Forums in Frankfurt. Das gelte auch für gute Werbung. Dieses "Unerwartete" lässt sich – trotz KI und digitaler Vermessung der Welt – nicht digitalisieren, ist der Neurowissenschaftler überzeugt. Zuschauer-Zahlen lassen sich super auswerten, aber "alles, woran sich keine Kennzahl schreiben lässt, ist nicht digitalisierbar", erklärt Beck und denkt an Kreativität oder an das Gefühl, mit dem ein TV-Programm das Publikum zurücklässt.

Außerdem erklärt Beck, was im Gehirn passiert, wenn der Fernseher oder das Handy Bewegtbild abspielen: Das Publikum konsumiert nicht nur, im Idealfall werde es mit auf eine "gedankliche Reise" genommen. "Menschen simulieren die TV-Welt in ihrem Kopf und werden so Teil des Geschehens", sagt Beck. Allerdings gebe es Unterschiede zwischen großen Formaten wie Kino und TV und kleinen Screens wie Tablet und Handy. Bei Live-Sendungen und im Kino hat das Publikum keine Kontrolle, etwa weil es sich an Sendezeiten und Startzeiten halten muss. Streaming funktioniere auch deswegen so gut, weil es dem Publikum die Macht gibt – über das Programm, die Startzeit und Unterbrechungen.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube)

“Die Transformation ins Digitale beschäftigt am meisten” – Sigrun Albert über BDZV-Kongress und Branchen-Kummer.


Feuerprobe: "Wie viel ist uns die Freiheit wert" – das ist das "sehr relevante" Thema des BDZV-Kongresses am 13. September, erzählt Sigrun Albert im Video­interview mit turi2. Die neue Haupt­geschäfts­führerin des Bundes­verbands Digital­publisher und Zeitungs­verleger spricht mit turi2-Chef­redakteur Markus Trantow über das Programm und die Heraus­forderungen der Verlage. Albert freut sich am meisten auf den persönlichen Austausch und "Vertreterinnen der Branche kennenzulernen" – erstmals seit der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung in Berlin wieder vor Ort statt. Gespräche in den Pausen, vor oder nach dem Programm "haben enorm gefehlt", sagt Albert. "Vielleicht hätten wir manches Miss­verständnis im Verband vermeiden können, wenn wir den Austausch gehabt hätten."

Albert ist im April unter schwierigen Voraussetzungen in ihre neue Position gestartet. Nicht nur verkündet BDZV-Präsident Mathias Döpfner, sein Amt vorzeitig abzugeben, auch die Mindest­lohn-Forderung beschäftigt den Verband. Dass die Zustellung mittlerweile den "größten Kosten­posten" eingenommen und die Redaktionen verdrängt habe, spiegele eine Verschiebung wider. "Die Erstellung von Content ist die Kernaufgabe und dann sollte sie auch wirtschaftliche die größte Position ausmachen", sagt Albert. Am meisten beschäftige die Verlegerinnen jedoch nach wie vor die "Transformation des Geschäfts ins Digitale". Zwar habe es "wahnsinnige Fortschritte gegeben", es sei jedoch noch Luft nach oben.
turi2.tv (8-Min-Video), turi2.de (Background)

“Eine Kannibalisierung kann ich mir nicht vorstellen” – Franjo Martinovic über das Miteinander von TV und Streaming.


Hand in Hand: "Als wir mit Pluto TV eingestiegen sind, war es ein zartes Pflänzchen", sagt Franjo Martinovic, Geschäfts­führer von Visoon. Mittlerweile habe der werbefinanzierte Streaming-Dienst des TV- und Big Screen Vermarkters von Springer und Paramount weltweit 54 Mio User. Im Video-Interview mit "Horizont" und turi2.tv kündigt Martinovic auch bei Paramount+ "hochwertigen und internationalen Content" an. Grundsätzlich sei das Streaming mittlerweile im deutschen Markt angekommen, auch "Interesse und die technischen Voraussetzungen" seien da. Tech und Data seien wichtige Themen der Zukunft, "aber alles ergänzend zu linearem TV", sagt Martinovic. "Eine komplette Kannibalisierung kann ich mir nicht vorstellen."

Martinovic freut sich auf die Screenforce Days, auf denen Visoon die Pläne für die nächste TV-Saison vorstellt. In Feierlaune ist er eigentlich nicht: "Es sind surreale Zeiten, angefangen bei Corona, jetzt dieser unsägliche Krieg." Die Vermarktung sei zurzeit nicht einfach, aber: "The show must go on – wir müssen das Beste daraus machen." Das große Thema soll der Content sein. Bei Bild TV etwa werde "als junges TV-Kind immer mehr Boulevard reinkommen" und auch Sport ist "ein wichtiges Thema", sagt Martinovic. Grundsätzlich sieht er sowohl in seiner Branche als auch generell in der Gesellschaft eine "sinnvolle Zukunft" in einer "Mischform zwischen virtueller und digitaler Welt".
turi2.tv (7-Min-Video auf YouTube)

“Die Zuschauer wollen in andere Welten flüchten” – Ralf Hape über Sky für große und kleine Screens.


Große Palette: "Rein aus der Vermarktungs-Perspektive haben wir mit dem Sport etwas krisen­resistentes", sagt Ralf Hape im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv. Der Managing Director bei Sky Media erklärt den Wandel von einem reinen Sport-Sender zu einem "mannig­faltigen" Anbieter von Spielfilmen, Live-Sport und Serien. Der Sport habe in den letzten zwei Jahren bewiesen: "Er ist ein Ankerpunkt, der in jeder Krise ein Stück weit Sicherheit gibt", sagt Hape. Dennoch sehne sich das Publikum nach Abwechslung und wollen "in andere Welten flüchten". Zudem beobachtet Hape, dass "die Deutschen mittlerweile verstanden haben, nicht nur für den Sport zu bezahlen".

Im Rahmen der Screenforce Days stellt Sky Media in der kommenden Woche das Programm für die nächste TV-Saison vor. Neuigkeiten gibt es nicht nur im fiktionalen Bereich, etwa bei der Serie "House of the Dragon", auch Dokumentationen "werden wir auf alle Fälle ausbauen". Über die Zukunft des linearen Fernsehens macht sich Hape keine Sorgen: "Das wird es noch eine ganze Weile geben, wenn es auch derzeit eine Verschiebung gibt." Es brauche nicht zwangsläufig "immer große Screens zuhause", um TV zu schauen. Das sei auch mit Handy, Laptop und Tablet unterwegs möglich.
turi2.tv (8-Min-Video auf YouTube)

“Online und Print aus einem Guss” – Brigitte Huber und Doris Brückner zeigen die neue “Brigitte”.


Engagement und Eskapismus: "Das ist noch 'Brigitte', aber das ist irgendwie anders", so beschreibt Chefredakteurin Brigitte Huber den ersten Eindruck der frisch gerelaunchten Medienmarke im Video-Interview von turi2.tv. Heute liegt das Frauen-Magazin gedruckt in neuer Aufmachung und inhaltlich überarbeitet am Kiosk. Auch digital ändert sich einiges – Online und Print erscheinen jetzt "aus einem Guss", freut sich Digital-Chefin Doris Brückner. Das Chefinnen-Duo zeigt die neuen Seiten der "Brigitte" und verkündet zwei prominente Neuzugänge: Künftig füllen Anja Rützel und Alena Schröder im Wechsel die letzte Seite des Magazins mit ihrer Sicht auf die Welt.

Mit dem neuen Claim "Dein Leben, dein Weg" will das Magazin den Leserinnen als "empathischer Coach" zur Seite stehen und mit ihnen in der Aktion #NeueOffenheit über Tabu-Themen wie Geld, Ängste und Sex sprechen. In der Rubrik "Team-Talk" soll auch die Redaktion sichtbar werden. Die Redakteurinnen diskutieren über ihre Haltung etwa zu Sinnfragen oder Nachhaltigkeit. Neu ist auch ein "Good-News-Ticker", der Momente schaffen will, sich gut zu fühlen. "Wir verschließen nicht die Augen vor dem, was da draußen passiert", sagt Brückner, man müsse sich aber gezielt Zeit nehmen, um abzuschalten und hinterher wieder Kraft zu haben, ergänzt Huber.
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube)

Diversität nach Quote ist nur Ultima Ratio – Katja Wildermuth über Vielfalt, Spardruck und mobiles Arbeiten beim BR.


Polyperspektivischer Rundfunk: "Das Wichtigste ist, dass die Kolleginnen und Kollegen innerhalb des Senders Vielfalt nicht als eine Pflichtübung verstehen, sondern als Bereicherung", sagt BR-Intendantin Katja Wildermuth im Interview bei turi2.tv und im turi2 Podcast. Seit einem Jahr steht sie als erste Frau an der Spitze des Bayerischen Rundfunks und räumt ein: "Wir haben viele Jahre vergleichsweise homogen rekrutiert". Förderprogramme wie Puls Talente sollen den BR diverser machen, 40 Redaktionen im Haus beteiligen sich an der von der BBC initiierten 50:50-Challenge. Sie hat das Ziel, Männer und Frauen gleicher­maßen als Gesprächs­partnerinnen ins Programm Programm zu holen. Vielfalt versteht Wildermuth nicht nur im Hinblick auf Geschlecht oder kulturelle Herkunft, sondern auch auf soziale Herkunft, Haltung, Bildungs­wege und Lebense­ntwürfe. Die Vielfalt der Gesellschaft könne der BR im Programm nur abbilden, "wenn wir die Poly­perspektivität auch bei uns haben". Diversität nach Quote hält sie nur für die "Ultima Ratio".

Im Gespräch mit turi2-Redakteur Björn Czieslik in ihrem Büro im 15. Stock des Münchner Funkhauses erzählt Katja Wildermuth auch, wie sich Corona auf die Arbeit im BR auswirkt. "Ich arbeite wahnsinnig mobil, ich habe meinen Laptop oder mein iPad dabei. Sie können mich überall hinsetzen", sagt sie. Zu Hause am Küchen­tisch arbeite sie selbst jedoch eher selten. Ginge es nach Wildermuth, hätte sie mobiles Arbeiten oder Home-Office ohne tägliche Präsenz im Sender schon viel früher eingeführt: "Eigen­verantwortung ist der Schlüssel für das Überleben im 21. Jahrhundert. Ich bin mir sicher, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können am besten einschätzen, wie sie ihre Arbeit gut erledigen." Dabei sei es Aufgabe der Führungs­kräfte, darauf zu achten, dass Beschäftigte "im Home-Office nicht vereinsamen", die Grenze zwischen Arbeit und Privat­leben nicht verschwimmt und die Teams "auch mal Spaß miteinander haben", was in ergebnis­orientierten Video­konferenzen oft zu kurz komme.



Wie die gesamte ARD steht auch der BR unter Spardruck – obwohl der Rundfunkbeitrag 2021 gestiegen ist. Vorbei seien die Zeiten, in denen ein Programm für alle reicht: "Jeder möchte am liebsten auf ihn zugeschnittenes Programm", sagt Wildermuth. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht nur innerhalb des Bestehenden sparen", irgendwann habe das Prinzip "Schnall den Gürtel enger" seine Grenzen. Dann stelle sich die Frage: "Welche Inhalte, welche Programme sind uns wirklich wichtig?" Diese müsse der BR dann finanziell so ausstatten, dass Macherinnen und Produktionsfirmen "davon auch wirklich leben können". Es gehe darum, "nicht mit dem Rasenmäher zu sparen, sondern strategisch".

Weitere Themen im Interview sind u.a. der Umgang mit geschlechter­gerechter Sprache, die federführende Rolle des BR innerhalb der ARD bei Wissenschaft und Bildung, Dokus und ökologischer Nachhaltig­keit sowie die Bedeutung von unabhängigem, professionellen Journalismus in Zeiten, in denen jeder und jede Inhalte erstellen und verbreiten kann.
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Steffen Klusmann über Reichelt, Relotius und Diversität beim “Spiegel”.


Rück-"Spiegel": "Die Rolle des 'Spiegels' ist die Opposition gegenüber den Mächtigen", sagt "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann. Genau drei Jahre nach dem Fall Relotius und kurz vor dem 75. Jubiläum des Nachrichtenmagazins spricht er im Video- und Podcast-Interview mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow über das Selbstverständnis des "Spiegel" in gesellschaftlich bewegten Zeiten. Gefürchtet werden, möchte Klusmann nicht. Doch wenn ein Fragen-Katalog des "Spiegel" bei einem Unternehmen zurecht Alarmglocken auslöse, "finde ich das gut". Es sei wichtig, Missstände aufzuklären und Dinge kritisch zu hinterfragen. "Das ist Teil der Spiegel-DNA", auch wenn die immer wieder modern interpretiert werden müsse. Für 2022 kündigt Klusmann den Aufbau eines "kleinen, schlagkräftigen Newsteams" an. Auch die Diversität in der Redaktion macht der Chefredakteur als Baustelle aus. Zwar läge die Frauenquote in Führungspositionen im einstigen "Männerladen" bei 44 %, "das reicht aber noch nicht".

Grundsätzlich ist der Job härter geworden, sagt Klusmann über juristische Anfechtungen. "Wenn man mit kritischen Geschichten kommt, werden die sofort angegriffen." Unterlassungen für "alles und nichts" seien an der Tagesordnung. Bei investigativen Geschichten seien Dokumentare und Justiziare dabei, alles werde "zig mal" überprüft. Das gelte auch für die Berichterstattung in den Fällen Julian Reichelt und Luke Mockridge. Die juristischen Prozesse kämpfe der "Spiegel" nun bis zum Ende durch. Traditionellen Werten bleibe das Nachrichtenmagazin treu und unterscheide streng zwischen Aktivismus und Journalismus: "Aktivismus wäre ja, was wir gern hätten, nicht 'sagen, was ist'."

Wirtschaftlich blickt Klusmann positiv in die Zukunft: Zwar sinken auch beim "Spiegel" die Print-Auflagen, doch die Digital-Abonnements wachsen – aktuell sogar so stark, dass sie Print-Rückgänge überkompensieren. Auf den 75. Geburtstag des Magazins am 4. Januar werde die "Spiegel"-Belegschaft digital anstoßen, in der Hoffnung, die Feier im Frühjahr nachzuholen und "es krachen zu lassen".
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“Geistiger Meinungskampf muss möglich sein” – So lief der Werte-Talk von BFB und turi2.


Freiheit, Gleichheit, Meinungs­verschiedenheit: "Wir müssen Aussagen, die uns empören und schockieren, aushalten", sagt der Jurist Matthias Jestaedt im Werte-Talk vom Bundes­verband freie Berufe und turi2. Im Allianz-Forum in Berlin sprach er mit der "FAZ"-Redakteurin Helene Bubrowski, der Chefredakteurin des "Philosophie Magazins" Svenja Flaßpöhler und dem BFB-Ehrenpräsidenten Wolfgang Ewer über den Freiheitsbegriff in der heutigen Gesellschaft.

Ewer äußert die Befürchtung, dass dieser in Corona- und Klimakrise als Rechtfertigung für egoistisches Verhalten genutzt wird. Er zitiert den Philosophen Hegel: "Freiheit ist Einsicht in Notwendigkeit." Manchmal bleibe dem Staat "gar nichts anderes übrig", als einzugreifen, beispielsweise mit einem Lockdown. Svenja Flaßpöhler unterstreicht diese Aussage: "Der Freiheitsgedanke war noch nie für Freiheit des einzelnen gedacht, sondern als Freiheit für alle Menschen." Wenn also Robert Habeck die Bürgerinnen auffordert, sich für das Klima einzuschränken, dann ist "Habeck ein Liberaler".

Beim großen Thema Meinungsfreiheit sind sich alle Podiumsteilnehmer einig, dass die Gesellschaft verlernt, sachlich zu diskutieren. Journalistin und Juristin Helene Bubrowski schlägt vor, sich ein Beispiel an Anwältinnen zu nehmen. Diese können vor Gericht "Argumente austauschen und sich danach wieder die Hände schütteln", weil die Standpunkte nicht persönlich genommen werden. Matthias Jestaedt empfindet es als problematisch, wenn "politische Cancel Culture" wie bei der AfD betrieben wird, da die Partei demokratisch gewählt wird und somit die Meinung der Wählerinnen vertritt.

Die Freiheit, alles sagen zu dürfen, spiegelt sich auch in der Gender-Debatte wieder. Prinzipiell zeugt eine sensible Sprache für den Fortschritt der Gesellschaft, sagt Svenja Flaßpöhler. Trotzdem verfechtet sie das generische Maskulinum, da es "geschlechtsneutral" sei. "Beim Gendern wird das Geschlecht in den Vordergrund gerückt, obwohl wir diese scharfen Grenzen doch aufweichen wollen." Sprache sei kein Instrument, das man für seinen Standpunkt gebrauchen kann. "Sprache ist mächtiger als wir", sagt die Philosophin.
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“Diese Zeitung ist kein bisschen Verzicht”: Dagmar Rosenfeld stellt die neue 16-Seiten-“Welt” vor.


Neue "Welt"-Ordnung: Am 6. September legt Springer das erste Mal seine neue, um acht Seiten geschrumpfte Wochentags-"Welt" an den Kiosk – Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld erklärt im Podcast und zeigt im Video von turi2, wie die 16-Seiten-"Welt" künftig aussehen wird. "Diese Zeitung ist kein bisschen Verzicht", sagt sie. Das Gegenteil sei der Fall, "es geht nichts an Stoff, nichts an Inhalten verloren", die Zeitung sei künftig pointierter. Und eine zweite Neuigkeit teilt Rosenfeld im Interview: Die 2020 eingestellten Hamburg-Seiten der "Welt" kommen zurück. Jeden Freitag erscheinen im norddeutschen Raum vier zusätzliche Seiten mit regionalen Inhalten.

"Wir sind eben nordisch by nature", sagt Rosenfeld scherzhaft und berichtet, dass Sie viel Feedback aus Norddeutschland erhalten habe, dass die regionale "Welt" im Norden vermisst werde. Die reanimierten Seiten für Hamburg und Umgebung seien die Antwort darauf.

Die Zeitung, erklärt Rosenfeld, starte künftig mit den beiden wichtigsten News des Tages und einem Kommentar. Die Seiten 2 und 3 beschreibt sie als "Zeitung in der Zeitung" mit einem schnellen Überblick über die Top-Themen aus allen Ressorts. Zudem setzt die Seite 2 das Thema des Tages mit einem Kommentar, einem Interview oder einer Reportage. Herausgeber Stefan Aust bekommt eine eigene Rubrik, in der er täglich Fragen beantwortet – zunächst zur Bundestagswahl.

Mit dem Umbau will Rosenfeld die Zeitung an geänderte Lese-Gewohnheiten anpassen. Am Wochenende 11./12. September kommt auch zum ersten Mal die neue "Welt am Sonntag", die künftig eine Vorab-Ausgabe am Samstag erhält und am Sonntag aktualisiert erscheint.
turi2.tv (9-Min-Video), turi2.de/podcast (15-Min-Podcast), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

“Mehr als Vermieter von Ausstellungsfläche” – Klaus Dittrich über die “Innovation Journey” der Messe München und die IAA.


Auf neuen Wegen: "Die IAA Mobility ist ein Leuchtturm für die gesamte Messewirtschaft – auch international." Im Video- und Podcast-Interview von turi2 erklärt Klaus Dittrich die Bedeutung des Neuzugangs IAA für den Messe-Standort München. Er berichtet, dass die ganze Branche auf die Umsetzung blickt – vom Hygiene-Konzept bis zur Integration der Mobilitäts-Messe ins Stadtbild. "Zum ersten Mal wird ein Thema auf den schönsten Plätzen der Stadt einem breiten Publikum zur Kenntnis gebracht." Die Messe München beteiligt sich zudem mit einem eigenen Programmpunkt, der Innovation Journey. Die Bildungsreise für Führungskräfte führt zu wichtigen Events auf dem Messegelände, aber auch darüber hinaus dorthin, wo im Großraum München ganz konkret an der Zukunft der Mobilität gearbeitet wird.

Warum macht ein Messeveranstalter sowas? "Wir sind nicht mehr nur Vermieter von Quadratmetern Ausstellungsfläche", sagt Dittrich. Er sieht die Messe auch als inhaltlich bewegten Plattform-Betreiber – und das nicht erst seit der Pandemie. Die Messe München geht bereits seit 2016 auf Innovation Journey. Die Reisen gingen bisher ins Silicon Valley und auf die South by Southwest in Austin, Texas, aber auch nach Deutschland. Die Führungskräfte-Reise fasst er als "mobiler Think Tank für einen Tag" zusammen. Die Teilnehmerinnen sollen miteinander und voneinander lernen und sich zu Themen wie Automatisierung, Digitalisierung und nun im Falle der IAA zum Thema Mobilität austauschen.

"Messen und Messeveranstalter werden digitaler", ist Dittrich überzeugt, auch wenn die Pandemie überwunden ist. Im ausführlicheren turi2 Podcast erklärt er, dass er die Messe München in der Rolle des Kurators und Plattform-Anbieters sieht. Ein weiteres Projekt, dass in diese Zukunft weist, ist etwa das Netzwerk Frauen verbinden, das von Margit Dittrich gegründet wurde, sie ist Führungskräfte-Coach und Ehefrau von Klaus Dittrich. Inzwischen tauschen sich hier rund 1.000 weibliche Führungskräfte aus – nicht nur in München, sondern auch in Berlin und Hamburg. Außerdem spricht Dittrich über die Auswirkungen von Corona auf sein Geschäft.

In der turi2 edition #15 porträtieren wir Klaus und Margit Dittrich als weitgereistes Power-Paar. Das Buch erscheint am 7. September – Sie können das kostenlose E-Paper hier bestellen.
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Die Top 5 der Videos und Podcasts bei turi2 im Juni 2021.


Ein Hit, der Schmitt: Der Videofragebogen von Autor, YouTuber und Podcaster Wolfgang M. Schmitt steht im Juni an der Spitze der meistgesehenen Videos bei turi2. Mehr als 1.200 Nutzerinnen haben erfahren, dass Schmitt als Kind Showmaster werden wollte und glaubt, ein guter Tänzer zu sein, obwohl er noch nie eine Tanzstunde hatte. Auf Platz 2 rangiert mit über 850 Abrufen das Video-Interview mit Ad-Alliance-Chef Matthias Dang, der die Zukunft von Medienhäusern in der Kombination von Content, Tech und Data sieht. Henrik Pabst will von ProSiebenSat.1 in der Gesellschaft Akzente setzen – das Video-Gespräch mit ihm über die Programmpläne der Seven.One Entertainment Group erreicht mit knapp 700 Abrufen Platz 3.
zur Top 5 auf turi2.de

“Copy & Paste reicht nicht” – Doris Brückner über die neue Frauen-Online-Redaktion bei G+J.


Gemeinsam stärker? Vor einem halben Jahr hat Gruner + Jahr die Online-Redaktionen von "Gala", "Brigitte" und "Eltern" fusioniert, im Video- und Podcast-Interview von turi2.tv zieht Doris Brückner Bilanz des Umbaus unter Pandemie-Bedingungen. Die Chefredakteurin erklärt, dass die Großredaktion mit aktuell ca. 65 Menschen "keine Sparmaßnahme" und für den Verlag auch nicht günstiger sei als die Einzelredaktionen. Es gehe darum, Kräfte zu bündeln und so mehr Zeit und Freiheiten für Leuchtturmprojekte zu haben. Als Beispiel nennt sie den Pride-Monat Juni, in dem sich die Webseiten mit Aktionen rund um die LGBTQ-Community abwechseln. Im Video zeigen wir, viele Beispiele der Kampagne.

Die Zahlen geben Brückner recht: So erreicht Gala.de heute deutlich mehr Nutzerinnen als früher – im April zählt die Website 73 Mio Visits, vor zwei Jahren waren es nicht mal halb so viele. Für die Chefredakteurin ist das ein Resultat von "ganz viel Fleißarbeit". So ist die Redaktion nun 24 Stunden am Tag besetzt und nimmt sich Zeit für eigene Recherchen. Zudem gibt es ein Team, dass sich um SEO kümmert und Texte, Videos und Bild-Strecken auch nach der ersten Veröffentlichung noch optimiert.

Im ausführlicheren Podcast-Gespräch erklärt Brückner auch die Zusammenarbeit mit den TV-Kolleginnen von RTL. Inzwischen gebe es täglich Kontakt und Abstimmungen. Es sei etwa vorstellbar, dass Homestorys von Prominenten bei Gruner + Jahr erscheinen und auch bei RTL laufen – "der Bertelsmann-Kosmos ist groß", sagt Brückner. Und die Chefredakteurin kündigt Zuwachs an: Auch das "Guido"-Magazin rund um Guido Maria Kretschmer soll bald eine eigene inhaltlich getriebene Website erhalten. Außerdem gibt es Paid-Content-Überlegungen bei den Online-Ausgaben der Frauen-Marken von Gruner + Jahr.
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“Wir sind die Guten” – Elke Schneiderbanger über Werbung und Wirkung im Ersten.

Werben vor 8: "Kein Mensch zappt am Vorabend durch Netflix & Co", sagt Elke Schneiderbanger im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande der Screenforce Days. Angst vor der Streaming-Konkurrenz hat die Geschäftsführerin des ARD-Vermarkters AS&S deshalb nicht. Denn wenn die Streaming-Dienste ihre Prime-Time haben, läuft im Ersten schon keine Werbung mehr – mit dem Gong der 20-Uhr-"Tagesschau" endet der Werbetag. Aber Schneiderbanger betont den positiven "Abstrahleffekt" auf die Produkte, je näher die Hauptnachrichten rücken: "Werbung ist davon abhängig, in welchem Umfeld sie stattfindet." Ohnehin würden die Spots am Vorabend zwischen Quiz-Shows und Serien eher als gut gemeinter Tipp wahrgenommen.

Mit Blick auf die Fußball-EM hofft Schneiderbanger, dass die deutsche Elf mindestens das Achtelfinale erreicht – auch weil es in der ARD und in der werberelevanten Zeit zu sehen sein wird. "Da haben wir netto 68 Mio Zuschauer, das sind 90 % von allen Menschen, die hier leben." Auch finanziell seien die Werbeeinbuchungen "ein richtiges Pfund".
turi2.tv (6-Min-Video)

“Wir stehen für gesellschaftliche Haltung” – Thomas Wagner über Spaß und Ernst bei ProSiebenSat.1.

Love To Infotain You: "Natürlich stehen wir für Big Entertainment", sagt Thomas Wagner im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande der Screenforce Days. An der richtigen Stelle will die Sendergruppe aber auch Haltung zeigen, sagt der Chef des Vermarkters SevenOne Media und nennt etwa die 15 Minuten von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, die der Sender zu einer vielbeachteten siebenstündigen Pflege-Doku ausgebaut hat. Die eigentlich werbefreie Sendung sei auch Dank der Unterstützung von Cosmosdirekt und Telekom möglich geworden, die als Sponsoren auftraten, aber auf Werbung verzichteten, um das Projekt zu unterstützen.

In der kommenden TV-Saison, die ProSiebenSat.1 heute auf den Screenforce Days vorstellt, freut Wagner sich selbst auf die Rückkehr der Bundesliga ins Privatfernsehen – Sat.1 zeigt pro Saison neun wichtige Spiele, darunter den Auftakt der Bundesliga – im Free TV. Trotz Bewegtbild-Konkurrenz aus dem Netz gibt sich Wagner überzeugt: "TV wird uns noch viele viele Jahre begleiten und ist zwingend notwendig, wenn es um Marken-Ausbau geht." Auch das Fernsehen werde immer digitaler – von der Buchung der Werbung bis zum Reporting. Neue digitale Initiativen wie die Cross-Device-Bridge machen es etwa möglich, Kampagnen, die eine Nutzerin digital gesehen hat, auf dem Handy oder dem Tablet weiterzuerzählen.
turi2.tv (7-Min-Video), turi2.de (Background)

“Wir wollen Tacheles reden” – Matthias Dang über RTL zwischen Journalismus-Offensive und Dschungelcamp.


Bohlen raus, Kerkeling rein: "RTL wird kein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender." Matthias Dang, Geschäftsführer von Bertelsmanns Ad Aliance, erklärt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv, dass RTL trotz Neuzugängen wie Jan Hofer und Hape Kerkeling "immer Mainstreamer" bleibt und auch ohne Dieter Bohlen "anecken will", wenn aber "anders in den letzten Jahren". Journalismus sei für RTL schon immer ein “wesentliches Thema” gewesen, nun wolle die Sendergruppe noch mehr in diesen Bereich investieren. Bei den Screenforce Days stellt RTL Deutschland heute sein Programm für die kommende Saison vor. Das größte Highlight ist für Dang persönlich die neue Staffel des "Dschungelcamps" im Januar: "Ich freue mich darauf, dieses Experiment live miterleben zu können." Dafür hält sich Dang sogar die Abende in den beiden Wochen frei.

Als Antwort auf die Konkurrenz von Google, Facebook und Co betont Dang die Zusammenarbeit mit ProSiebenSat.1 im Joint-Venture D-Force, dass es Werbekunden erlaubt, Smart-TV-Nutzerinnen auch über Sendergrenzen hinweg anzusprechen. Weiteres Thema ist der Austausch in der Corona-Zeit. Die Branche habe "eine neue Art der Kommunikation miteinander gefunden", sagt er und betont den Dreiklang aus "Telefon, Video, und persönlichem" Kontakt.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube)

“Geschichten, die die Kunden lieben” – Eun-Ky Park über Disney zwischen Streaming und TV.


Medialer Dreiklang: "Wenn wir lokal Kunden überzeugen, lebt das amerikanische Programm noch mal mit auf." Eun-Ky Park, General Managerin Media bei Disney Deutschland, erklärt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv, wie sich der Micky-Maus-Konzern zwischen Free-, Pay-TV und Streaming aufstellt. Sie hebt etwa die lokalen Eigenproduktionen als besonders wichtig hervor – im Kinderfernsehen genauso wie bei den Erwachsenen. Außerdem spricht Park darüber, wie sich der vor knapp einem Jahr gestartete Streaming Dienst Disney+ zwischen Free- und Pay-TV-Angebot einordnet: "Wir hatten schon immer vermutet, dass das komplementär ist. Jetzt können wir mit Fug und Recht sagen, das funktioniert wunderbar."

Im Rahmen der Screenforce Days stellen die Disney-Sender in der kommenden Woche ihr Programm für die nächste TV-Saison vor. Die Disney-Channel-Zuschauerinnen können sich u.a. auf eine neue Staffel der "Beni Challenge" mit Benedikt Weber freuen und auf neue Folgen der Clip-Comedy "Gag Attack". Selbst outet sich Park als großer Fan der Animationsserie "Miraculous", mit der der Sender zuletzt große Erfolge beim jungen Publikum gefeiert hat. Bei National Geographic kündigt Disney eine Dokumentation über die Alpen, die durch den Klimawandel bedroht sind an – mit dem ehemaligen deutschen Ski-Rennläufer Felix Neureuther als Host. Im Video zeigen wir erste Fotos aus der Produktion.

Auch für Disney+ entstehen erste deutsche Eigenproduktionen, darunter die Mini-Serie "Sam - Ein Sachse" über den ersten afrodeutschen Polizisten in der DDR.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube)


“Wir wollen in der Gesellschaft Akzente setzen” – Henrik Pabst über die Programmpläne von Seven.One.


Ernst und Entertainment: "Die richtige Mischung zu finden, ist unsere Aufgabe", sagt Henrik Pabst Managing Director und Inhalte-Chef der Seven.One Entertainment Group, wie ProSiebenSat.1 Deutschland seit vergangenem Jahr heißt. Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv bilanziert Pabst den Konzernumbau, der mitten ins Corona-Jahr fiel, und blickt auf die Screenforce Days, auf denen die Sendergruppe in der kommenden Woche das Programm für die kommende TV-Saison vorstellt. Pabst persönlich freut sich auf die Bundesliga-Berichterstattung, für die die Sendergruppe Matthias Opdenhövel zurück geholt hat, auf das "ProSieben Journal" mit Opdenhövel und Linda Zervakis sowie auf die eine oder andere US-Serie.

Strategisch geht es Pabst darum, für jeden Inhalt, egal ob Information oder Entertainment, den richtigen Ausspielweg und die beste Monetarisierung zu finden. Als reine Unterhaltungsmaschine will er – auch mit Blick auf die Schlaglichter der vergangenen Monate im Info-Bereich – das neue Dach Seven.One Entertainment aber nicht verstanden wissen. "Wir müssen und wollen in der Gesellschaft Akzente setzen", sagt Pabst im Video-Interview und unterstreicht, dass den Sendern das in der vergangenen Saison an vielen Stellen gelungen sei. Die siebenstündige Pflege-Doku nennt er "ein einzigartiges Stück Fernsehgeschichte" und lobt etwa die Arbeiten von Thilo Mischke und die "15 Minuten" von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf.
turi2.tv (9-Min-Video)

“Erst die Fakten, dann die Meinung” – so lief das turi2-Clubfrühstück über Community-Journalismus.


Community-Content is Queen: "Community-Journalismus darf kein Kuscheljournalismus werden", sagt "Journalist"-Chefredakteur Matthias Daniel beim turi2-Clubfrühstück auf die Frage, welche Rolle die Community in der Zukunft der Medien spielt. Im turi2 Clubraum haben am Sonntag neben Daniel "Was mit Medien"-Gründer Daniel Fiene, "Zeit"-Redakteurin Hanna Israel, Sham Jaff, Gründerin des Newsletters "What Happened Last Week", VRM-Chefredakteur Stefan Schröder und Uwe Vorkötter, Herausgeber von “Horizont”, über das Wechselspiel zwischen Journalismus und Publikum und Finanzierungsmöglichkeiten durch die Community diskutiert.

"Man muss im Gespräch bleiben", sagt Hanna Israel, die bei der "Zeit" Menschen mit unterschiedlichen Ansichten ins Gespräch bringt. Sie wirft ein, dass die Distanz zur Community nicht zu groß werden darf und glaubt: "Das einfache Abwägen von Pro- und Contra-Argumenten funktioniert nicht mehr." Matthias Daniel ergänzt, dass es "ganz vernünftig" sei, dass Journalistinnen nicht alles wissen. Er wünscht sich Dialogbereitschaft und plädiert: "Wir müssen runter von der Kanzel."

Daniel Fiene sagt: "Wenn man heute ein neues Format startet, kommt man nicht ohne Community aus." Wenn die Community Queen sei, gebe das Publikum die Richtung vor. Stefan Schröder hält Erklär-Journalismus für notwendig. Seine empfohlene Vorgehensweise: "Erst kommen die Fakten, dann kommt die Meinung." Newsletter-Publizistin Sham Jaff ergänzt, dass auch Kuratierung von Fakten eine Meinung darstellen kann.

Fazit von Peter Turi: "Community-Content ist King und Queen." Es komme auf die Mischung zwischen Erklärjournalismus und einer Integration der Community an. Uwe Vorkötter verweist auch auf Crowdfunding und Genossenschafts-Journalismus und ergänzt: "Wir machen einen Riesenfehler, wenn wir Paid Content und Werbefinanzierung gegeneinanderstellen. Der Journalismus wird alles brauchen."
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Text: Melanie Dahrendorf

Der Trend geht zum Doppelpunkt – so lief die offene turi2 Redaktions-Konferenz bei Clubhouse.


Im Gespräch bleiben: "Ich weiß jetzt, wie sich Frauen fühlen müssen, wenn sie immer nicht mitgedacht werden." So bilanziert turi2-Gründer Peter Turi knapp zwei Monate generisches Femininum in den Medien von turi2. In einer offenen Redaktionskonferenz im turi2 Clubraum haben Redaktion und Community über die Erfahrungen mit der ausschließlich weiblichen Schreibweise diskutiert. Unter dem Strich wird klar: Niemand will zum generischen Maskulinum zurück, gleichzeitig braucht es aber ein Zeichen, das alle Geschlechter mitmeint. Fast alle Gesprächsteilnehmer:innen plädieren für den von Verlegerin Heike Turi ins Gespräch gebrachten Binnen-Doppelpunkt – auch weil er den Lesefluss weniger unterbricht als das Gender-*. CvD Björn Czieslik legt Wert darauf, bei feststehenden Eigennamen wie "Bund der Steuerzahler" nicht zu gendern – es sei denn, der Verband ändert seinen Namen offiziell.

Peter Turi regt an, die Entscheidung, wie turi2 inklusive Sprache nutzt, an die Community weiterzugeben – in Form einer Online-Umfrage gemeinsam mit unserem Umfrage-Partner Innofact. Weiteres Thema der offenen Redaktionskonferenz war die Entwicklung der Audio-Plattform Clubhouse und die Frage, wie viel Leben angesichts sinkender Nutzer-Zahlen und wachsender Konkurrenz noch in der App steckt. Hier schaltet sich Agenturchef und Clubhouse-Influencer Holger Kahnt von Allaboutclubhouse ein. Er glaubt, dass die App noch viel Potential hat und hofft auf einen weiteren Schub durch den für Mai angekündigten Android-Release. "Viele Menschen finden die spannenden Räume nicht", glaubt er und sieht die Clubhouse-Macherinnen in der Pflicht, eine bessere Discover-Funktion anzubieten.
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Die Top 5 der Podcasts und Videos bei turi2 im März 2021.


Vorder­türen, Führer­häuser und Gender­sternchen: Chefredakteurin Brigitte Huber präsentiert im Video- und Podcast-Interview von turi2 die neue “Gala” und steht damit an der Spitze der meistgenutzten Videos und Podcasts bei turi2 im März. 919 Nutzerinnen sehen und hören, was Huber über die Neuausrichtung des Promi-Blatts zu erzählen hat. Fast 800 Hörerinnen lauschen Patricia Schlesinger, wie sie als Intendantin den RBB führt. Das Clubfrühstück mit CDU-Politikerin und Autorin Diana Kinnert übers Gendern und soziale Einsamkeit zählt knapp 600 Video- und Podcast-Abrufe.
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“‘Konservativer Knochen’ trifft nur einen Teil meiner Person.” So lief das Clubfrühstück mit Sigmund Gottlieb.


Treffen der Generation: Beim turi2 Clubfrühstück auf Clubhouse diskutieren Peter Turi und Tess Kadiri am Sonntagmorgen mit Sigmund Gottlieb, der von 1995 bis 2017 Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens war. Gottlieb gilt vielen noch heute als letzte konservative Stimme der ARD. Dass seine Kommentare heute auch von Kollegen, die sich eher auf der linken Seite des politischen Spektrums verorten, vermisst werden, hört er gerne. Ein "konservativer Knochen" will Gottlieb dennoch nicht sein. Zum Abschied 2017 haben ihn Mitarbeiterinnen gar zum "letzten Punk der ARD" erklärt. Eine konservative Haltung besteht für ihn denn auch nicht nur darin, Bewahrenswertes zu bewahren, sondern auch offen für Neues zu sein. Gottlieb glaubt, dass "ideologische Trennungen" in der Politik heute eine deutlich kleinere Rolle spielen als früher – Politikerinnen hätten oft gar keine Zeit mehr, über ihren Kurs nachzudenken, sondern müssten einfach entscheiden.

Offen ist Gottlieb auch bei den Fragen nach Gendersternchen und Jugendsprache. So sieht für ihn das geschriebene * zwar wie ein Verweis auf eine Fußnote aus und auch die gesprochene Gender-Lücke findet er "gewöhnungsbedürftig". Gleichzeitig plädiert er dafür, "nicht deutsch-verkrampft" zu diskutieren und findet die Diskussion um eine gerechte Sprache als noch "nicht abgeschlossen". Es sei das Privileg der Jugend, eine eigene Sprache zu generieren. Richtig "ätzend" findet Gottlieb dagegen, wenn sich 60-Jährige bei jungen Leuten anbiedern, in dem sie ihre Sprache übernehmen.
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Die Top 5 der Podcasts und Videos bei turi2 im Februar 2021.


Hausbesuch beim Hausmeister: Der turi2 Clubabend mit Kai Diekmann steht an der Spitze der meistgenutzten Videos und Podcasts bei turi2 im Februar. 1.875 Nutzer*innen sehen und hören, was Diekmann über seine Agentur Storymachine erzählt, bei der er nach eigenen Angaben nur der Hausmeister ist, und wie er live per Video durchs Berliner Büro führt. Auf Platz 2 rangiert mit mehr als 900 Abrufen die Premiere des Chefgesprächs mit Otto-Chef Alexander Birken im turi2 Clubraum bei Clubhouse. Das Debüt unserer Clubraum-Montagsrunde über Clubhouse als Hoffnungsträger der Kommunikationswelt erzielt rund 700 Video- und Podcast-Abrufe.
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Ein (grandios gescheiterter) Versuch, die Blase zu verlassen – so lief der OILP #4.


Schöner scheitern: Der "Open Innovation Live Podcast", OILP #4, will die Zuhörer*innen im turi2 Clubraum am Donnerstagabend auf eine Reise in unbekannte Hörwelten mitnehmen - doch der Versuch, die eigene Filterblase zu durchstechen, scheitert grandios. Aber der Reihe nach.

Für 20 Minuten schwärmen um 19.20 Uhr rund 25 OILP-Teilnehmer*innen in andere Clubhouse-Räume aus, um dann zu berichten: Volocopter-Miterfinder Alexander Zosel aus einem Raum mit Schamanen und Geisterbeschwörern. Journalist Marko Schlichting entdeckt einen Raum, in dem die sonst so verschwiegenen Freimaurer für sich werben. Die blinde Microsoft-Mitarbeiterin Franziska Sgoff berichtet von einem Spiele-Raum, der mithilfe von Instagram möglich wird. „In diesem Raum habe ich das erste Mal nicht offen über meine Blindheit gesprochen", sagt sie, das habe da einfach keine Rolle gespielt.

Doch der Versuch, gemeinsam die Freimaurerloge zu entern scheitert gegen 20.00 Uhr komplett - der Raum ist verschwunden. Ob die Freimaurer gewarnt sind oder einfach am Ende ihrer Sitzung angelangt - unklar.

Am Donnerstag, 11.März, versucht das zerknirschte OILP-Team wieder auf die Erfolgsspur zu kommen: „Clever & smart - von Clubhouse-Profis lernen“, heißt dann die Devise. Wir stellen engagierte, erfolgreiche und originelle Stimmen und Räume aus dem Clubhouse vor. Tipps und Bewerbungen bitte an die Mailadresse club@turi2.de.
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Werbenachwuchs wanted: So lief jobs@turi2 bei Serviceplan.


Werbung im Wandel: Glanz, Glamour und Ausschweifungen aller Art – das war vielleicht früher mal üblich in der Werbebranche. Heute ist das anders: Bei jobs@turi2, der Partnerbörse der Kreativwirtschaft, präsentiert sich Serviceplan, Europas größte inhabergeführte Agenturgruppe, vor allem als auf Nachhaltigkeit bedachter Arbeitgeber. Geschäftsführer und Gesellschafter Ronald Focken berichtet, dass die Agentur ihren Mitarbeiter*innen für Wege in der Münchner Innenstadt Fahrräder zur Verfügung stellt, Papier möglichst beidseitig bedruckt und im Rahmen einer Nachhaltigkeits-Initiative mehr als 1.000 Flüge gespart hat. "Wir sehen uns als Multiplikatoren", sagt Focken, der selbst meist mit dem Fahrrad ins Büro kommt. Sein Kollege Felix Bartels, Head of Business Developement, bestätigt, dass das Prinzip Vorbild funktioniert und auch viele Werbekunden nach nachhaltigen Kampagnen fragen. Auch für Nachhaltigkeitchefin Julia Nicolaisen gehören Werbung und Nachhaltigkeit unter einen Hut. Sie findet das Genre "superspannend, um das Konsumverhalten der Menschen in Richtung Nachhaltigkeit zu beeinflussen".

Dass Serviceplan vor diesem Hintergrund nicht jeden Werbe-Job annimmt, betont Focken: Eine Anfrage des Rüstungskonzerns Rheinmetall habe er abgelehnt. Grundsätzlich überlässt er es aber den einzelnen Einheiten, welche Aufträge sie annehmen, bzw. auf welche Etats sie sich bewerben. Wie fast alle Agenturen sucht auch Serviceplan Mitarbeiter*innen in allen Bereichen – rund 700 Menschen stellt die Gruppe pro Jahr ein, berichtet Recruiting-Chefin Julia Schweizer. Wer Interesse an Serviceplan habe, der solle "einfach mit uns ins Gespräch kommen", oft hätten sich erst aus dem Austausch Job-Optionen und -Positionen ergeben. Studierenden in der Kommunikationsbranche ruft sie zu, neben der Uni schon möglichst viel Erfahrungen im echten Berufsleben zu sammeln, etwa über Praktika. Und auch eine Altersgrenze sieht sie nicht: Ein- oder umsteigen könne man eigentlich immer.
turi2.tv (65-Min-Video/-Podcast), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Zum Nachlesen: Das Transkript zum Open Innovation Live Podcast.

Inklusion bei Clubhouse: Wie nutzen blinde und gehörlose Menschen soziale Audio-Räume wie Clubhouse? Mit dieser Frage hat sich der Open Innovation Live Podcast am Donnerstag auseinandergesetzt. Das Experiment mit der blinden Microsoft-Mitarbeiterin Franziska Sgoff, dem blinden Journalisten Marko Schlichting und der tauben Julia Probst (Foto) hat gezeigt, dass sie mit Hilfsmitteln sogar miteinander ins Gespräch kommen können.
turi2.de (21-Seiten-Transkript), turi2.tv (83-Min-Mitschnitt mit Untertiteln)

Ein Abend für Inklusion – so lief der Open Innovation Live Podcast #3 bei Clubhouse.


Mit allen Sinnen: Zuhören, wie blinde und gehörlose Menschen leben und Social Media nutzen, steht im Mittelpunkt der dritten Ausgabe des Open Innovation Live Podcasts von Richard Gutjahr und Peter Turi im turi2 Clubraum. Bloggerin und Drehbuchautorin Julia Probst, bei Twitter bekannt als @EinAugenschmaus, ist gehörlos, kann über eine Live-Transkription und ihren Gebärdensprache-Dolmetscher aber dennoch an der Diskussion teilnehmen. "Ich war total überrascht, wie viele tolle Themen es hier bei Clubhouse gibt. Das hat die Angst in mir geschürt, Dinge zu verpassen", sagt sie. Die blinde Kinderbuch-Autorin und Microsoft-Mitarbeiterin Franziska Sgoff schätzt an Clubhouse die Möglichkeit, mit der Stimme zu überzeugen: "Hier kann der Mensch einfach sein, wie er ist." Online-Journalist Marko Schlichting, ebenfalls blind, lobt, dass sich die Clubhouse-Entwickler sehr darum bemühen, die App für Blinde nutzbar zu machen: "Das ist für mich gelebte Inklusion."

Innerlich zum Köcheln bringt ihn dagegen die häufige Frage zu seiner Blindheit: "Kann man da denn gar nichts machen?" In eine ähnlich Kerbe schlägt Julia Probst, die oft gefragt wird, ob sie nicht gerne hören würde: "Das ist so eine nervige Frage! Das einzige, was ich nicht kann, ist hören. Den Rest kriege ich doch wunderbar hin." Franziska Sgoff wünscht sich, dass Menschen mit und ohne Behinderung mehr miteinander in den Austausch kommen, "um sich gegenseitig besser kennenzulernen und die Lebenserfahrungen des Gegenübers besser zu verstehen". Marko Schlichting warnt jedoch vor ungefragter und ungewollter Hilfe, etwa beim Überqueren der Straße.

Außerdem geht es um Cripping up, die Situation, dass Schauspieler*innen ohne Behinderung in Filmen Menschen mit Behinderung spielen. Für Julia Probst völlig unverständlich: "Es gibt ganz viele gehörlose Schauspieler*innen, die eine Glanzleistung vollbringen, aber trotzdem nicht angenommen werden." Sie merke, wenn die Behinderung nur gespielt ist, sagt Probst: "Ich habe den Eindruck, dass man da manchmal für doof verkauft wird." Marko Schlichting sagt, behinderte Menschen sollten im Berufsleben ihre Fähigkeiten nicht unter den Scheffel stellen, sondern als Vorteil präsentieren: Er selbst kann bestens in der Nacht arbeiten, weil ihm egal ist, ob es draußen hell oder dunkel ist. Julia Probst ergänzt, Gehörlosen mache in Großraumbüros die Geräuschkulisse nichts aus.

Am kommenden Donnerstag will der Open Innovation Live Podcast die eigene Filterblase überwinden und in andere Räume reinhören, "von denen wir am wenigsten Ahnung haben", schlägt Peter Turi zum Schluss vor.
turi2.tv (83-Min-Video), turi2.de/podcast (83-Min-Podcast), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Kommunikationsnachwuchs verzweifelt gesucht – so lief der turi2 Clubabend bei FischerAppelt.


Klein anfangen, groß rauskommen: Mehr Konkurrenz als Bewerberinnen stehen am Ende im turi2 Clubraum beim neuen Format jobs@turi2 auf der Bühne – und der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs wird greifbar. Co-Gründer Andreas Fischer-Appelt lüftet das Geheimnis um den Doppelnamen der Agentur FischerAppelt, Geschäftsführerin Eugenia Lagemann wirbt mit warmen Worten um junge Leute, "die digital ticken" und für ihr Trainee-Programm. Die Kommunikations-Branche ist "längst kein Sammelbecken für Journalist*innen mehr", betont Andreas Fischer-Appelt. In seiner Agentur hätten nur 50 der insgesamt 700 Mitarbeitenden Wurzeln im Journalismus. Auch der Netzwerker und Fachjournalist Nico Kunkel glaubt, dass die PR mehr Gewerke als den Journalismus braucht. Er wünscht sich mehr Quereinsteiger*innen, etwa Menschen mit Wirtschaftsstudium.

Wo eine große, deutsche Kommunikations-Agentur für sich als Arbeitgeber trommelt, ist die Konkurrenz nicht weit: Aus dem Kreis der 150 Zuhörer*innen entern zwei Konkurrenten das Podium: Lars Cords von Scholz & Friends berichtet von seiner Vergangenheit bei FischerAppelt, sucht aber selbst Nachwuchs-Talente. Eine ähnliche Guerilla-Taktik verfolgt Tilo Bonow von Piabo-PR: Auch er hat offene Stellen und via Social Media und Clubhouse bereits einige Bewerber*innen gefunden. Die Suche bei jobs@turi2 geht weiter – am kommenden Dienstag ist Europas größte inhabergeführte Agentur Serviceplan Gastgeber der neuen Job-Plattform.
turi2.tv (60-Min-Mitschnitt), turi2.de/podcast (60-Min-Audio), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de, turi2.de (15-Seiten-Transkript)

“Das Renommee wird keinen Schaden nehmen.” – Christoph Kucklick erklärt den neuen Nannen-Preis.


Hallo Welt: Der Nannen-Preis gilt als wichtigste Auszeichnung im deutschen Journalismus – in diesem Jahr verändert er sich so sehr wie noch nie. Im Video-Interview von turi2.tv sagt Christoph Kucklick, Sprecher des Nannen-Beirats, dass der Preis keinen Image-Schaden erleiden wird, wenn er in der Rubrik "Web-Projekt" künftig auch an Nicht-Journalist*innen vergeben wird. Die größere und wichtigere Veränderung ist für Kucklick ohnehin, dass sich künftig alle Mediengattungen für den Preis bewerben können – nicht mehr nur Print. In Redaktionen sei es längst "gelebte Praxis", dass sie nicht mehr in Gattungen denken, sondern sich fragen, auf welchem Ausspielweg sie welche Geschichte platzieren. Künftig dürfen also etwa auch Podcaster*innen und TV-Macher*innen auf den Preis hoffen – bis Ende dieser Woche können Sie sich noch bewerben.

Die journalistischen Standards gelten für alle eingereichten Arbeiten, erklärt Kucklick, auch wenn sie von Nicht-Journalist*innen kommen. Auf dieser Basis ließen sich auch so unterschiedliche Medien wie Podcasts, Zeitschriften-Texte und Video-Beiträge gut miteinander vergleichen. Das Fundament sei "guter Journalismus" und der lasse sich anhand von Kriterien wie u.a. guter Recherche, Faktentreue, Relevanz und sensible Sprache auch über Gattungsgrenzen hinweg beurteilen. Für Kucklick hat die Neuausrichtung des Preises bereits jetzt etwas bewirkt: Anhand der bisherigen Einsendungen haben sich für ihn "Horizonte geöffnet", er hat journalistische Arbeiten entdeckt, die er sonst gar nicht wahrgenommen hätte.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube), nannen-preis.de

Podcast statt E-Mail: So lief der turi2 Clubabend über Audio-Formate in der PR.


Der Hype ums Clubhouse geht: Da sind sich die Teilnehmer*innen der Montagsrunde im turi2 Clubraum einig. MDR-Sprecherin Julia Krittian sieht dennoch einen anhaltenden Akustik-Trend: "Die Nachfrage nach Kurzinfos hat abgenommen, weil wir alle spüren, dass man mehr und länger erklären muss. Vielleicht ist das der Grund für den Hype um Audio-Formate." Laut RWE-Pressechef Lothar Lambertz ist zumindest das schriftliche Wortlaut-Interview ein rückläufiges Format. Events sind als Kommunikations-Tool schon weggebrochen, daran erinnert Medientage-Marketerin Kerstin Deixler. Steht jetzt auch das geschriebene Wort kurz vor dem Ableben? Einen solchen Shift in der internen Kommunikation beobachtet Patrick Kammerer von Coca-Cola, sein Team und er greifen auf Corona-Distanz inzwischen ganz selbstverständlich zum Hörer statt in die Tasten zu hauen: "Wir haben keine Lust mehr, lange E-Mails zu schreiben." Für die Deutsche Telekom berichtet zudem Podcast-Chefin Lina Brinkschulte von einem gestiegenen Bedarf nach "nahbarer, authentischer" Kommunikation.

"Je ehrlicher, desto erfolgreicher"? Diese einfache Wahrheit über PR gibt Moderatoren-Legende Waldemar Hartmann, Cola Zero statt Weißbier schlürfend, in die Runde. Authentizität könne das gesprochene Wort leisten, meint CEO-Flüsterer Michael Manske von Volkswagen: "Audio ist echter, bringt Nähe." Überhaupt sei der "Hollywood-Filter" weg. Im Hause VW würden Podcasts mit dem Boss schon mal mit Ansteckmikro am Handy produziert. Dass Volkswagen seine Konzern-PR in absehbarer Zukunft nur noch per Audio verbreitet, ist trotzdem eher unwahrscheinlich. Etwa auf Clubhouse eine Meldung mit Schlagkraft zu platzieren, sei schwierig, glaubt Manske: "Außer natürlich, es geht etwas schief." Viel wahrscheinlicher ist indes, dass VW-Boss Herbert Diess bald Clubhouse-Premiere feiert und es eines Mittwochs heißt: "Herbert Diess, wir müssen reden!"
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Gutjahr+Turi – Der Podcast ohne Namen und Konzept #1.

Konstituierende Clubhouse-Session: Mit viel prominent-kollegialer Unterstützung haben Journalist und Blogger Richard Gutjahr und turi2-Gründer Peter Turi am Donnerstagabend ihren "Podcast ohne Namen und Konzept" gestartet. Ihr Ziel: In insgesamt zehn Sessions Inspiration und Ideen für die Nutzung von Audioformaten und Hörräumen zu finden. Die Clubabende laufen jeden Donnerstagabend live auf Clubhouse und tags drauf als turi2-Podcast. Bereits zur Premiere hat sich die turi2-Community aktiv eingebracht – auf dem Podium haben u.a. n-tv-Journalistin Carola Ferstl, der beratende Blogger Thomas Knüwer, die Fotografin Anne Hufnagl, der Neurowissenschaftler Henning Beck und der Immobilien-Unternehmer Konstantin Neven DuMont mitdiskutiert und Einfluss auf das Konzept des Podcasts genommen.

So erklärt Henning Beck etwa, dass es bei Clubhouse mehr um Content geht als auf anderen Plattformen, weil kein Bild ablenkt: "Ein Drittel unseres Hirns ist mit der Bildverarbeitung beschäftigt", erklärt der Forscher – das falle hier weg. Zudem sei der Kontakt zu anderen Menschen ein "urmenschliches Bedürfnis", deshalb hält Beck Audio-Räume wie Clubhouse auch nicht für einen kurzlebigen Hype. Fotografin Anne Hufnagl, die u.a. auf der Pioneer One für die Optik sorgt, findet Bilder auf Clubhouse dagegen besonders wichtig, gerade, weil es in der App so wenige davon gibt: "Ich klicke auf Bilder der Leute, die ich ansprechend finde."

Auf eine Kritik haben Gutjahr und Turi sofort reagiert: Damit am Ende kein Podcast von alten, weißen Männern entsteht, versprechen sie, sich um die von der Community vorgeschlagenen Frauen als Gäste für die nächsten Ausgaben zu bemühen.
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Der turi2 Video-Clubabend mit Kai Diekmann und StoryMachine.


Im Maschinenraum: Ab 19 Uhr begrüßt turi2 Kai Diekmann als Talk-Gast beim turi2 Clubabend. Im Gespräch mit Peter Turi führt der langjährige “Bild”-Chefredakteur durch die Räume seiner Agentur StoryMachine und stellt sich den Fragen der turi2 Community. turi2 überträgt den Clubabend live auf turi2.de, auf YouTube und bei Clubhouse. Wenn Sie Fragen an Kai Diekmann haben, twittern Sie unter dem #clubabend oder schreiben Sie eine Mail an clubabend@turi2.de.
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Clubhouse als Hoffnungsträger der Kommunikationswelt? So lief der erste turi2 Clubraum.


Full House im Clubhouse: Dass die gehypte Plattform ein großes Experimentier-Labor für das Medien- und Kommunikationspersonal ist, darüber sind sich in der ersten Ausgabe des turi2 Clubraums alle Podiums-Gäste einig - im Gespräch vor über 700 Gästen. Vodafone-Sprecher Alexander Leinhos gewinnt Clubhouse etwas regelrecht Intimes ab: "Sprache ist der persönlichste Kanal, den wir haben." Journalistin Marieke Reimann erinnert sich an das erste handfeste Skandälchen des Netzwerks in Deutschland und glaubt, dass die anfängliche Euphorie in der Politik durch den Fauxpas des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow einen Dämpfer erhalten haben könnte. Darauf, wie sich Clubhouse im Wahljahr 2021 schlägt, ist Digital- und Netzwerk-Expertin Tijen Onaran gespannt. Wer das eigene Blickfeld nicht nur politisch vergrößern möchte, kann es Onaran dort gleichtun: "Ich achte darauf, in Räume von Leuten zu gehen, die ich nicht kenne. Um einen Perspektiv-Wechsel zu bekommen."

Radio-Expertin Ina Tenz taucht auf Clubhouse ebenfalls gerne mal in Welten ab, "in denen man sonst nicht unterwegs ist" – wenn sie nicht gerade in Pferdezucht-Gruppen abhängt. Christian Loefert, Kommunikationschef von Telekom Deutschland, wartet auf eine Android-Version zum Mitreden für alle. Und Marketing-Rockstar Philipp Westermeyer macht sich keine Sorgen, dass die Audio-App ihm das Publikum von Konferenzen und/oder Podcasts abgraben könnte. Die OMR-Konferenz werde sie "vielleicht ein paar Besucher kosten". Er bleibt dennoch skeptisch: "Bis das Ding Mainstream ist, wird es noch sehr lange dauern." Das aufgezeichnete Gespräch gibt's auf YouTube und als Podcast in voller Länge zum Nachhören. Nächster Clubraum-Termin ist Montag, der 8. Februar, um 19 Uhr.
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turi2.tv – die Top 5 des Branchenfernsehens im Januar 2021.


Das Bild zum Ton: Radio ist “Kino im Kopf”, heißt es. Stephan Schmitter, Audiochef von Bertelsmann und Geschäftsführer von RTL Radio Deutschland, gibt turi2.tv eine Führung durch sein Kino, das neue RTL Audio Center in Berlin. Mit mehr als 1.400 Video-Views bei YouTube, Facebook und Twitter ist Schmitters Einblick im Januar 2021 das meistgesehene Video bei turi2.tv. Mehr als 1.000 Views und damit Platz 2 erreicht die Premiere des turi2 Clubabends mit Post-Sprecherin Monika Schaller und Media-Pionier Gabor Steingart, der während des Talks mit Peter Turi auf seinem Redaktionsschiff über die Spree schippert. Auf Platz 3 rangiert der Video-Fragebogen von “Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, den 640 Zuschauer*innen gesehen haben.
die Top 5 anschauen, turi2.tv (die Top 5 in einer Playlist)

Gabor Steingart im Videofragebogen.


Comedy kann er auch: Media-Pionier Gabor Steingart sieht sich im turi2-Videofragebogen als unterschätzten Komödianten, gesteht als Schwäche, "ein bisschen vorlaut" zu sein, und will den Satz "Er war unser Bester" nicht erst am Tag seiner Beerdigung hören. Der Videofragebogen des früheren "Handelsblatt"-Chefs ist Fenster drei in unserem Agenda-Kalenda, mit dem wir die Zeit bis zum Erscheinen der turi2 edition #13 herunterzählen. Der vorab veröffentlichte große Schlagabtausch von Steingart und Peter Turi sorgt seit dem Wochenende auf Twitter für Diskussionen, heute Abend tritt Steingart beim turi2 Clubabend zur zweiten Runde an – und Sie können mitdiskutieren! Schicken Sie uns ihre Frage per E-Mail an clubabend@turi2.de, bei Twitter mit #clubabend oder als WhatsApp-Text, -Audio oder -Video an 0174 7535 569.
turi2.tv (94-Sek-Video auf YouTube), turi2.de (großes Interview)

Radio und Podcast unter einem Dach: Stephan Schmitter zeigt das Herz der Audio Alliance in Berlin.


Das Auge hört mit: "Die Kurve ist permanent ansteigend." Im Video- und Podcast-Interview von turi2.tv erklärt Stephan Schmitter, dass Podcasts – Corona-Krise hin oder her — derzeit einen Höhenflug erleben. Der Audiochef von Bertelsmann und Geschäftsführer von RTL Radio Deutschland hat 2019 die Audio Alliance mit aus der Taufe gehoben und seitdem in rund 150 eigene Podcasts investiert. Im Laufe dieses Jahres soll der Audio-Ableger profitabel arbeiten. Schon vorher beziehen die Audio Alliance und die Berliner Radiosender von RTL ein neues Zuhause – das RTL Audio Center mit modernen Studios für Radio und Podcast.

Stephan Schmitter zeigt Videos aus den modernen, großzügigen Räumen, die den Moderator*innen die Arbeit erleichtern und auch auf Remote-Arbeit eingestellt sind. "Wenn Sie mich vor einem Jahr gefragt hätten, ob ich es für möglich halte, dass eine Morning-Show mit bis zu acht Leuten von verschiedenen Orten produziert werden kann, aus Home Offices, Kellern oder Schlafzimmern, da hätte ich Ihnen gesagt: Auf keinen Fall", sagt Schmitter. Das Radio habe im Jahr 2020 viel gelernt – auch von Podcasts, von denen viele schon länger dezentral entstehen. In den neuen Räumen schalten sich Podcast-Produzent*innen von Berlin aus in die Studios bei Gruner + Jahr in Hamburg oder zu RTL in Köln. In Berlin bekommen die Aufnahmen den letzten Schliff und gehen auf die Plattformen.

Im ausführlicheren Podcast erklärt Stephan Schmitter, wie Bertelsmann mit seiner Podcast-Plattform Audio Now Spotify etwas entgegensetzen will: Schon jetzt können Nutzer*innen neben Podcasts auch kuratierte Musikstreams und die klassischen Radiosender mit RTL-Beteiligung einschalten – von Radio Hamburg bis Antenne Bayern.
turi2.tv (10-Min-Video), turi2.de/podcast (25-Min-Audio), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Corona nervt, Drosten nicht – so blickt die turi2-Community auf 2021.


Bessere Zeiten: "Verschwörungs-Theorien sind bei den Dingen, die nerven, ganz oben." Im Video-Interview von turi2.tv gibt Christian Thunig von Innofact einen exklusiven Einblick in die Gefühls- und Geschäftslage der Kommunikations-Branche. Für die turi2 edition #13 haben er und turi2 414 Kommunikations-Entscheider*innen gefragt, welche Medien für sie wichtiger werden, wo sie investieren und was sie nervt. Neben den Verschwörungs-Erzählungen (79,4 %) führen Fake-News-Schleuder Donald Trump (75,1 %) und Corona (48,5 %) die Nerv-Liste an, am wenigsten nerven Christian Drosten und Angela Merkel.

Auch bei Mediengattungen und Kommunikations-Disziplinen wirkt sich die Pandemie aus: Digital-Events (82,1 %), Streaming-Dienste (65,7 %) und Podcasts (65,2 %) werden für die turi2-Community wichtiger – auch wenn es um Investitionen geht. Überraschend punktet auch Linked-in als wichtigstes soziales Medium der Entscheider*innen.

Außerdem wirft Christian Thunig, der viele Jahre lang Chefredakteur der "Absatzwirtschaft" war, einen Blick auf die Welt der Fachmedien. Er glaubt, dass es Publikationen, die rein über Media und Medien berichten, schwer haben werden, "Informationen zu monetarisieren". In anderen Bereichen, etwa Recht, Wirtschaft, Steuern und Medizin sieht er noch viele Möglichkeiten, obwohl das Geschäft auch hier härter werde.

Die komplette Auswertung der Statistik lesen Sie in der turi2 edition #13, die am 13. Januar erscheint. Bis dahin zählen wir die Zeit herunter und öffnen jeden Tag Fenster in unserem Agenda-Kalenda. Sie können das Buch hier als E-Paper und gedruckt bestellen.
turi2.tv (8-Min-Video auf YouTube)

turi2.tv – die Top 20 des Branchenfernsehens 2020.


Live aus dem Home-Office: Trotz Corona-Lockdowns und abgesagter Events hat das Branchenfernsehen turi2.tv 2020 mehr als 130 Videos produziert – viele turi2 köpfe haben per Video-Call aus dem Home-Office oder ihrem Wohn­zimmer berichtet, wie sich die Corona-Krise auf ihre Arbeit und ihre Branche auswirkt. An der Spitze der 20 meistgesehenen Videos 2020 stehen Philosoph Richard David Precht, Zukunftsforscher Matthias Horx und “Zeit Verbrechen”-Macherin Sabine Rückert.
die Top 20 anschauen, turi2.tv (die Top 20 in einer Playlist)

turi2 edition #13: Der Film zum Buch.



Agenda 2021: Das Jahr 2020 war für viele Menschen eine Zumutung – zum Jahreswechsel blicken wir zurück und voraus. Am 13. Januar erscheint die turi2 edition #13 "Inspiration für den Neustart" und bis dahin öffnet turi2 jeden Tag ein Fenster im Agenda-Kalenda – in umgekehrter Reihenfolge mit einem kleinen Vorhanglupf aus dem Buch. Den Anfang macht der Film zum Buch: In knapp drei Minuten sagen sieben Protagonist*innen aus der Edition, was 2020 schief lief und 2021 besser werden muss. Mit dabei sind Gabor Steingart, Patricia Schlesinger, Matthias Horx, Sham Jaff, Giovanni di Lorenzo, Matthias Dang und Christian Pfennig.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

Herz & Hirn: Marketingchef Albrecht Schäfer über die E-Auto-Werbung von Opel.


Unter Strom: "Wir sind elektrisch." Im Video-Interview mit turi2.tv spricht Marketingchef Albrecht Schäfer über den Stand der Elektrifizierung bei Opel Deutschland und darüber, wie er Menschen für seine Marke und Elektro-Mobilität begeistert. Schäfer erklärt, dass bei E-Autos der Informationsbedarf höher ist als bei Verbrennern. Er will den Kund*innen "nachvollziehbar darlegen", dass E-Autos sich für ihren "objektiven Mobilitäts-Bedarf" eignen, auch wenn man mit ihnen vielleicht noch nicht von Rüsselsheim bis Wladiwostok durchfahren kann. Dafür setzt er auf Emotionen, Fakten und Testimonials wie Jürgen Klopp.

Der Erfolgs-Trainer stehe für die gleichen Werte wie Opel, erklärt Schäfer: "deutsch, begeisternd, nahbar". Klopp ziehe durchaus auch bei jungen Leuten, denen das eigene Auto vielleicht nicht mehr ganz so wichtig ist wie in den Generationen davor.

Im Video zeigen und besprechen wir TV-Spots von früher und heute und dokumentieren so den Wandel der Werbung. Im etwas ausführlicheren Podcast sagt Albrecht Schäfer, dass er auch die Generation Greta erreichen will – allerdings ohne missionarischen Eifer: "Jemanden, der sagt, dass er kein Auto besitzen möchte, werde ich davon nicht bekehren."
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube), turi2.de/podcast (16-Min-Audio), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Außenwerbung: Warum Goldbach-Managerin Claudia Zayer positiv auf den Jahresendspurt guckt.


Sehen und gesehen werden: "Niemand kann behaupten, dass er 2020 wiederholen will", sagt Claudia Zayer im Video-Interview von Horizont und turi2.tv. Für die Außenwerbe-Chefin von Goldbach für den deutschen Markt hat der Jahresausklang dennoch einen versöhnlichen Ton. "Wir haben einen guten Endspurt, der zwar nicht alles wieder gut macht, aber einiges aufholt", erklärt die Managerin. Selbst im harten Lockdown hielten sich Stornierungen bei Goldbach in Grenzen, erklärt sie – viele Kunden haben ihre Buchungen schlicht verschoben.

Die ruhige Zeit hat die Außenwerbe-Einheit des Schweizer Vermarkters genutzt, um sich in IT und Planung für die nächste Evolutionsstufe der Außenwerbung fit zu machen: auktionsbasierter, programmatischer Werbeverkauf, wie er aus der Online-Werbung bekannt ist. Anders als im Netz ist der auktionsbasierte Verkauf in der Außenwerbung keine Restplatzvermarktung, Angst vor Dumpingpreisen hat Claudia Zayer daher nicht. Schließlich handle es sich bei den digitalen Werbe-Screens um lineares Inventar: "Wenn der Tag um ist, habe ich auch keine neuen Spot-Plätze mehr."
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“Ein Jahr wie ein Knacks” – Giovanni di Lorenzo über 2020, Solidarität und Streitkultur.


Fehlstart und Hoffnung: "Jeder Mensch verträgt nur eine überschaubare Dosis an bedrohlichen Nachrichten." Im turi2 Podcast zieht Giovanni di Lorenzo Bilanz des Krisenjahres 2020. Der "Zeit"-Chefredakteur sieht in der Corona-Pandemie einen "Knacks für die ganze Menschheit". Auch in seiner Familie hat die Krankheit tiefe Spuren hinterlassen – zwei Familienmitglieder, davon ein naher Verwandter, sind an dem Virus gestorben. Trotzdem glaubt di Lorenzo, dass im kollektiven Gedächtnis der Menschen auch das Gute gespeichert bleibt, etwa Solidarität und eine neue Arbeitskultur. Im Zeit-Verlag wird in der Krise beides gelebt: 35 Mitarbeiter*innen haben zwei Monate lang freiwillig auf Teile ihres Gehalts verzichtet – aus Solidarität mit den Kolleg*innen in Kurzarbeit. Genauso freiwillig ist die Option, aus dem Home Office zu arbeiten.

Giovanni di Lorenzo selbst war bisher jeden Tag im Büro. Journalist*innen sind für ihn genauso systemrelevant wie eine Kassiererin im Supermarkt: "Um Journalismus richtig zu betreiben, muss man sehen, was man beschreiben oder analysieren möchte." Die Leserschaft der "Zeit" goutiert die Anstrengungen offenbar – im Krisenjahr steigt die Auflage der Wochenzeitung auf ein neues Allzeithoch und kann damit einen Teil der Verluste coronabedingt weggebrochener Geschäfte auffangen. "Wir stehen selber manchmal noch ungläubig vor diesen Zahlen", sagt der Chefredakteur. Er glaubt, dass die Leser*innen es schätzen, "dass bei uns eine gewisse Pluralität der Meinungen sichtbar wird" und dass das Lese-Erlebnis erkenntnisreich, aufbauend, gelegentlich sogar tröstend ist – allerdings ohne das Negative auszublenden.

Im Podcast sagt Giovanni di Lorenzo außerdem, was er vom "Quotenfrauen"-Titel des "stern" hält, und spricht über die Angst vor Shitstorms und Skandalisierungen. Er erklärt, dass sich die "Zeit" nicht von oben herab führen lässt und dass er im Blatt immer auch Meinungen findet, die ihm nicht passen – "und das ist auch gut so". Das Gespräch erscheint am 14. Januar in erweiterter Form in der turi2 edition #13.
(Foto: Johannes Arlt für die turi2 edition)
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“Das Digitale ist für uns das größte Projekt.” Kika-Chefin Astrid Plenk über die Zukunft des Kinderfernsehens.


Großes Programm für die Kleinen: "Wir sind ein TV-Sender, aber wir sind auch ein Content-Anbieter." Im Video- und Podcast-Interview von turi2.tv erklärt Astrid Plenk, wie sie Kika, das Kinderprogramm von ARD und ZDF, für die Zukunft aufstellt. Die Programmgeschäftsführerin erklärt, dass viele junge Eltern heute schon selbst nicht mehr mit linearem Fernsehen sozialisiert wurden – auch deswegen ist das Digitale "für uns das größte Projekt". Obwohl die Online-Abrufe stark wachsen und die TV-Verbreitung leicht nachlässt, will sie beide Verbreitungswege aber nicht gegeneinander ausspielen, denn beide profitieren vom jeweils anderen.

Auch der Erfurter Kindersender musste und muss auf Corona reagieren: Aktuell kommen etwa keine Kindergruppen mehr in den Sender wie noch vor der Pandemie. Dafür hat der Kika sein Programm immer den jeweiligen Situationen der Kinder angepasst, erklärt Astrid Plenk. Im ersten Lockdown gab es anfangs mehr Wissens-Angebote, später als sich die Schulen "eingeschunkelt" hatten, hat der Kindersender am Nachmittag wieder mehr Unterhaltung gezeigt. Wichtig seien auch Beschäftigungs-Angebote gewesen, etwa Bewegungs- und Bastel-Tipps. Aus Rückmeldungen von Kindern und Eltern weiß Plenk, dass der Sender damit ein bisschen helfen konnte, dem Lagerkoller im Lockdown vorzubeugen.

Im ausführlicheren turi2-Podcast geht es außerdem um das Kinderfernsehen früher und heute. Plenk erklärt, dass die Harry-Potter-Filme den Anstoß gegeben haben, Erzähl-Strukturen und die Bildsprache im Kinderprogramm zu modernisieren. Außerdem beobachtet sie, dass Sendungen, die Kinder zielgruppengerecht ansprechen, oft auch bei den Eltern beliebt sind.
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube), turi2.de/podcast (25-Min-Interview bei Apple Podcast, Spotify, Deezer, Audio Now)



Lena Herrgesell im Vorbilder-Fragebogen.


Zeitlos elegant: Die Designerin Coco Chanel war schon zu Lebzeiten eine Legende – für Eventmanagerin Lena Herrgesell ist die Modedesignerin ein wichtiges Vorbild. "Noch heute beeinflusst Chanel die Kleiderschränke stilvoll eleganter Frauen", begründet Herrgesell im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12. Sie selbst will in Sachen Zuverlässigkeit und Loyalität ein Vorbild sein. Wichtig sind ihr außerdem Zusammenhalt, Leidenschaft für das, was man tut, und Humor, "damit das Ganze auch Spaß macht".
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Herrgesell)

Peter Klotzki im Vorbilder-Fragebogen.


Sich einmischen: Old Shatterhand und Asterix waren die Kindheitsvorbilder von Peter Klotzki - im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12 hebt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe die Menschen hervor, die jeden Tag ihren Job machen, ohne in der Öffentlichkeit bejubelt zu werden. Er nennt u.a. Supermarktmitarbeiter*innen und Ärzt*innen. Besonders wichtig sind dem langjährigen Pressesprecher des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger die Werte Fairness, Offenheit und Diskursfähigkeit. Er selbst will ein Vorbild sein, indem er Probleme nicht nur beobachtet, sondern anspricht, sich einmischt und für andere einsteht.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Klotzki)

Alexander Birken im Vorbilder-Fragebogen.


Hoch hinaus: Das Kinderzimmer von Otto-Chef Alexander Birken war mit Planeten und Raumschiffen tapeziert – kein Wunder, dass eines seiner großen Kindheits-Vorbilder Neil Armstrong war, der erste Mann auf dem Mond. Im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12 spricht Birken über eine ganze Spanne von Vorbildern, angefangen vom evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer bis zu Mitarbeiter*innen in der Otto Group. Für Birken selbst ist Wahrhaftigkeit ein wichtiger Wert: "Ich möchte meinen Kindern immer erzählen können, was ich am Tag gemacht habe."
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Birken)

Edith Stier-Thompson im Vorbilder-Fragebogen.


Starke Frauen: Michelle Obama setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein, engagiert sich gegen Rassismus und ist eine Mutmacherin – Edith Stier-Thompson, Geschäftsführerin der dpa-Tochter News Aktuell, nennt im Vorbilder-Fragebogen zur turi2 edition #12 die frühere First Lady der USA als ihr großes Vorbild. Stier-Thompson selbst will Vorbild für Frauen in Führungspositionen sein. Sie ist Mitgründerin von GWPR, einem Netzwerk für Frauen in der PR, bei Fidar setzt sie sich für mehr Frauen in Aufsichtsräten ein. Kein Vorbild, sagt Stier-Thompson, ist sie in der Küche: "Das Feld habe ich komplett meinem Mann überlassen."
turi2.tv (2-Min-Video auf YouTube), turi2.de/koepfe (Profil Stier-Thompson)