“Spiegel”: Bundesregierung ist über zögerliche Lufthansa-Erstattung verärgert.


Ärger im Anflug: Die Lufthansa verärgert die Bundesregierung mit ihrer Praxis, Tickets gestrichener Flüge nur sehr zögerlich zu erstatten, berichtet der "Spiegel". Das Wirtschafts­ministerium sei "irritiert", dass die Airline mehr als 1 Mio Kund*innen trotz des Hilfspakets von rund 9 Mrd Euro weiterhin hinhalte. Das Ministerium habe der Lufthansa deswegen "teils geharnischte E-Mails" geschrieben. Es sei "nicht nachvollziehbar", dass die Lufthansa ihren gesetzlichen Verpflichtungen bisher nicht nachkommt, sagt Wirtschafts-Staatssekretär Ulrich Nußbaum und mahnt, es gehe um eine "Frage des Vertrauens".

Laut "Spiegel" hat das Luftfahrt­bundesamt bereits ein Ordnungs­widrigkeits­verfahren gegen den Kranich eingeleitet. Die zögerliche Bearbeitung der Rückerstattungen könnte eine Geldstrafe zwischen einer halben und einer Mio Euro zur Folge haben. Angesicht der insgesamt 3 Mrd Euro, die die Lufthansa ihren Passagier*innen zurückerstatten muss, wohl keine so große Drohgebärde.
spiegel.de

Hör-Tipp: Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer über SUV und die Mobilität der Zukunft.

Hör-Tipp: Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer (Foto) spricht im Daimler-Podcast "Be a mover-Talk" mit Jörg Howe, Kommunikationschef bei Daimler – zum Beispiel über große SUV, die hierzulande anders als in China oder den USA als "Provokation" gelten, weil sie Radfahrer*innen in Bedrängnis bringen und Parkplätze blockieren. Die großen Themen der nächsten zehn Jahre seien der Umstieg in die E-Mobilität, mit Tesla als Vorreiter, sowie smarte Fahrzeuge.
youtube.com (16 Min)

Basta: Tesla-Chef Elon Musik findet die Kritik am Autopilot-Begriff “idiotisch”.

Abgefahrene Kritik: Der Begriff Autopilot für das Fahrassistenzprogramm findet Tesla-Chef Elon Musk nicht missverständlich, sagt er dem Fachmagazin "Automobile News". Die Vorwürfe seien "idiotisch" und "lächerlich". Die Leute, die Autopilot zum ersten Mal benutzen, sind "extrem paranoid". Unklar bleibt, ob der Autopilot auch automatisch auf ägyptische Pyramiden zusteuert.
handelsblatt.com

Volkswagen stellt vermeintlichen Spion frei.

Volkswagen hat offenbar den Maulwurf gefunden, der Mitschnitte interner Sitzungen über den Zulieferer Prevent gemacht haben soll, berichten Business Insider und "Handelsblatt". Die Konzernsicherheit habe einen verdächtigen VW-Mitarbeiter mit den Spionage-Vorwürfen konfrontiert. Dem Vernehmen nach wurde der Manager anschließend freigestellt. Am Mittwoch hatte Volkswagen Strafanzeige gestellt.
businessinsider.de, handelsblatt.com (Paid)

Volkswagen schreibt im ersten Halbjahr 1,4 Mrd Euro Verlust.

Volkswagen kürzt die Dividende für das Jahr 2019 wegen der Krise von drei auf gut zwei Mrd Euro. Der Konzern schreibt im ersten Halbjahr 2020 rund 1,4 Mrd Euro Verlust beim Vorsteuerergebnis, der Umsatz ist um 23 % zurückgegangen. Von den neun Automarken erreichen nur Porsche, Skoda und Scania ein positives operatives Ergebnis. VW-Finanzvorstand Frank Witter sagt, VW sei es durch frühzeitige Schritte und einen strengen Sparkurs gelungen, die Pandemie-Auswirkungen "einigermaßen in Grenzen zu halten". Er sieht Anzeichen für Erholung.
handelsblatt.com

Territory setzt BMW-Mini auf Papier in Szene.

Territory von Gruner + Jahr produziert für die BMW-Kleinwagen-Marke Mini erstmals den Magalog "Mini Insider". Das Heft erscheint mit 100.000 Auflage in 20 Sprachen auf Naturpapier aus Schweden. Im Mittelpunkt steht der Elektrowagen Mini Cooper SE, den das Fotografen-Paar Nuria Val und Coke Bartrina in Lissabon in Szene setzt.
presseportal.de

Strategie-Meetings von Volkswagen wurden heimlich aufgezeichnet.

Der Feind hört mit? Interne Strategie-Meetings von Volkswagen, die sich mit dem bosnischen Zulieferer Prevent beschäftigen, wurde heimlich abgehört, schreibt Business Insider. Auf den Aufnahmen soll u.a. der Vorschlag zu hören sein, Volkswagen könnte die Kreml-Kontakte von Altkanzler Gerhard Schröder nutzen, "um Prevent den Geldhahn in Russland abzudrehen". Das Land Niedersachsen hält ein Fünftel der Volkswagen-Anteile.

Wie die rund 50-stündigen Audio-Aufnahmen entstanden sind und wie diese genutzt wurden, ist unbekannt. Auf Anfrage von Business Insider habe die Prevent-Gruppe keine Kenntnis von den Ton-Aufnahmen. Auch Ralf Brandstätter, mittlerweile Chef der PKW-Kernmarke, habe an aufgezeichneten Sitzungen teilgenommen.
businessinsider.de

Die Menschen sind wieder mehr unterwegs – insbesondere zu Fuß.

Mehr Mobilität: Der Fußgängerverkehr hat sich im Vergleich zum Zeitraum vor Pandemie-Beginn verdoppelt, zitiert die "FAS" aus einer Auswertung von Verkehrsforscher Andreas Knie. Die Menschen legen mehr Wege zu Fuß als mit dem Fahrrad zurück. Mitte Juni waren die Deutschen insgesamt rund 75 Minuten am Tag unterwegs, der Vor-Corona-Wert liegt bei 80 Minuten.
"FAS", S. 22 (Paid)

“manager magazin”: Daimler plant den Abbau von bis zu 30.000 Stellen.


Sinkender Stern: Daimler-Chef Ola Källenius plant ein deutlich umfangreicheres Sparprogramm als bisher bekannt, berichtet das "manager magazin" und beruft sich auf Insider. Demnach sollen weltweit bis zu 30.000 Arbeitsplätze wegfallen, darunter viele im Management. So sollen in der Trucks-Sparte und anderen Abteilungen 30 % der Führungskräfte gehen. Die Betroffenen erhalten noch im Juli und August Angebote für Aufhebungsverträge.

Insgesamt will Daimler die Fixkosten um 22 % senken. Dafür zieht Källenius laut "manager magazin" auch Werksschließungen in Betracht. So könnten Produktionsstätten in Mexiko, Brasilien oder Südafrika wegfallen, aber auch im deutschen Untertürkheim will der Konzern den Rotstift ansetzen.
manager-magazin.de, manager-magazin.de (Paid), turi2.de (Background)

Bosch will als Software-Konzern für Automobile punkten.

Bosch will sich in Zukunft stärker als Software-Zulieferer für Automobilkonzerne positionieren. Dafür gründet das Unternehmen einen neuen Geschäftsbereich in dem 8.000 Beschäftigte aus dem Software-Sektor und 9.000 aus der Fachrichtung Elektronik zusammen kommen. Bereits jetzt sind rund 24.000 Mitarbeiter*innen bei Bosch für Sensoren und andere Autoteile im Einsatz.
handelsblatt.com (Paid)

Volkswagen legt für sein E-Auto ID.3 zentral den Preis fest.


Zentralisiert elektrisiert: Volkswagen setzt den Preis für das neue E-Auto ID.3, das ab September ausgeliefert wird, mit einem Agenturmodell zentral fest, schreibt die "Welt am Sonntag". Die Herangehensweise ist im Privatkundenmarkt neu, sagt VW-Vertriebsleiter Christian Dahlheim. Sie ändert auch das Verhältnis zu den Händlern, die so nicht auf eigene Faust Rabattaktionen starten können. Sie haben aber zugestimmt, laut "Welt am Sonntag", weil es sie finanziell entlastet und sie sich so weniger gefährdet sehen, vom Onlinehandel überrollt zu werden. Sie müssen die Fahrzeuge nicht mehr vorfinanzieren, sondern bekommen Provisionen für Beratung, Probefahrten und Auslieferungen. Das Modell habe "durchaus Potenzial auch für weitere Märkte oder Marken", so Dahlheim. Volkswagen will 2020 rund 100.000 ID.3s ausliefern.
"Welt am Sonntag" (Paid)

Hör-Tipp: Daimler-Chef Ola Källenius über die Digitalisierung.

Hör-Tipp: Daimler-Chef Ola Källenius sagt im Digitec-Podcast der "FAZ", dass Autobauer immer mit Teilebauern kooperiert haben, heutzutage aber schon gemeinsam an Konzepten arbeiten und gemeinsam komplett neue Technologien entwickeln. Obwohl der Konzern Tausende Stellen abbaut, muss Daimler zugleich "auch wenn es manchmal schizophren wirkt, massiv investieren".
digitec.podigee.io (27 Min)

Daimler-Chef Ola Källenius will Mercedes stärker als Luxusmarke etablieren.

Qualität statt Quantität: Mercedes will sich mit "modernen Luxusfahrzeugen" am "oberen Ende der Fahrzeugsegmente" positionieren, sagt Daimler-Chef Ola Källenius im "Handelsblatt"-Interview. Anders als Vorgänger Dieter Zetsche, will er "nicht mit Volumenherstellern konkurrieren". Renditestarke Submarken wie AMG und Maybach will Källenius stärken.
handelsblatt.com

Storymachine bringt Auto-Abo Sixt+ ins TV.

Storymachine bringt das neue Auto-Abo Sixt+ ins Fernsehen. In einem 25-Sek-Spot preist Sixt seine Leihwägen mit Argumenten an, "die auch Streaming-Anbieter gerne benutzen". Die Werbung soll auf den Sendern der ProSiebenSat.1-Gruppe und auf Online-Kanälen laufen. Für Sixt ist TV-Werbung eher ungewöhnlich: Im vergangenen Jahr gab das Unternehmen keinen einzigen Euro für Fernsehen aus.
horizont.net, youtube.com (25-Sek-Spot)

Software-Chef Christian Senger verlässt Volkswagen.

Volkswagen und Software-Chef Christian Senger gehen getrennte Wege, meldet das "Handelsblatt". Auch den Posten als Vorstand der Kernmarke VW gibt der frühere BMW-Manager ab. Entgegen der bisherigen VW-Politik, habe Senger Fachkräfte aus allen Bereichen des Konzerns zusammengezogen, was intern auf Kritik stieß. Die Modelle ID.3 und Golf 8 kämpften zuletzt mit Softwareproblemen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Video-Tipp: “Neue Zürcher Zeitung” blickt auf das Corona-Risiko beim Fliegen.

Video-Tipp: Passagiere sollten in der Pandemie einen Fensterplatz buchen, rät die "Neue Zürcher Zeitung", die sich mit dem Ansteckungsrisiko auf Flugreisen beschäftigt. Im Flugzeug sollten die Passagiere möglichst wenig rumlaufen, um die Kontakte zu anderen Menschen zu minimieren. Auch im Terminal sollte wie im Alltag auf den Sicherheitsabstand geachtet werden.
nzz.ch (10-Min-Video)

Aral will das Sortiment bei Rewe-to-go vereinheitlichen.

Aral will das Sortiment vom Tankstellen-Shop Rewe-to-go künftig vereinheitlichen, sagt Konzernchef Patrick Wendeler im "Welt"-Interview. Statt den Pächter*innen soll die Zentrale über die Produktauswahl entscheiden. Abseits des Benzinverkaufs will Aral die Tankstellen "zunehmend zum Nahversorger" ausbauen, u.a. mit mehr Paketabholstationen. Im April und Mai verzeichnet Aral im Vergleich zu den Vorjahresmonaten bis zu 30 % weniger Treibstoff-Absatz.
welt.de

Deutsche Bahn will Ende 2020 mit dem “Deutschlandtakt” starten.

Deutsche Bahn will den "Deutschlandtakt" schon Ende 2020 statt wie bisher geplant 2021 einführen. ICEs fahren damit immer zur gleichen Zeit und wesentlich häufiger als bisher ab, zwischen Hamburg und Berlin etwa im Halbstundentakt. Die Fahrgastzahlen will die Bahn von täglich sieben Mio auf 14 Mio verdoppeln. Expert*innen bezweifeln, dass die Trassen bereit sind und genügend Züge rechtzeitig fertig werden.
sueddeutsche.de, mz-web.de

Verkehrsminister Scheuer verspricht einen Ausbau der Bahn-Verbindungen.

Deutsche Bahn will mit dem Fahrplanwechsel im Dezember erstmals im Halbstundentakt Abfahrten zwischen Berlin und Hamburg anbieten, sagt Verkehrsminister Andreas Scheuer im "Bild am Sonntag"-Interview. Weitere Strecken sollen sich dem sogenannten Deutschlandtakt anschließen. "Die Bahn wird liefern", verspricht Scheuer - auch dank digitalen Stellwerken.
"Bild am Sonntag", S. 6-7 (Paid)

Auch Lufthansa-Konkurrent KLM bekommt Staatshilfe.

KLM bekommt den benötigten Aufwind durch den niederländischen Staat. Die Fluggesellschaft erhält 1 Mrd Euro als Kredit und weitere 2,4 Mrd an Garantien. Im Gegenzug muss KLM die Kosten um 15 % senken und weniger Nachtflüge in Amsterdam anbieten. Zuvor hatte bereits KLM-Partner Air France Unterstützung von rund 7 Mrd Euro aus Paris erhalten. Beide Regierungen sind bereits mit rund 14 % am Gemeinschaftskonzern beteiligt.
wiwo.de, spiegel.de

Lufthansa-Aktionäre stimmen der Staatsbeteiligung zu.

Staat an Bord: Die Aktionäre der Lufthansa stimmen dem Einstieg des Bundes und dem staatlichen Rettungspaket zu. Großaktionär Heinz-Hermann Thiele hat die Beteiligungspläne zunächst stark kritisiert, schließlich aber zugestimmt. Der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds steigt im Zuge einer Kapitalerhöhung mit 20 % am Grundkapital bei Lufthansa ein, dazu kommen 5,7 Mrd Euro stille Einlagen und ein Kredit von bis zu drei Mrd Euro.
spiegel.de, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Basta: Deutsche Banker müssen Bahn fahren.

Deutsche Bahnk: Die Deutsche Bank will grüner werden und weist ihre Mitarbeiter*innen an, für Reisen innerhalb Deutschlands künftig die Bahn zu nehmen, berichtet die "Süddeutsche". Nur für sehr lange Strecken sind Flugreisen noch erlaubt. Um den Bankern dennoch das Gefühl vom Fliegen zu geben, könnte die Bahn einen eigenen Waggon mit besonders enger Bestuhlung einrichten.
sueddeutsche.de

Zahl des Tages: Schlichtungsstelle verzeichnet Anfang Juni 1.600 Beschwerden gegen Airlines.

Zahl des Tages: Rund 1.600 Beschwerden gegen Airlines verzeichnet die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr in den ersten beiden Wochen im Juni 2020, meldet das "Handelsblatt". 2019 waren es 673. "Kunden der Airlines wollen die Ticketkosten für nicht stattgefundene Flüge endlich erstattet bekommen", sagt Heinz Klewe, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle.
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Analyse: Software wird für Volkswagen zur Schicksalsfrage.

Volkswagen: Der Umbau zum Softwarekonzern wird für VW zur Schicksalsfrage, schreiben Martin Seiwert und Annina Reimann in ihrer "Wiwo"-Titelstory. Vom Erfolg hänge auch die Zukunft von Konzernchef Herbert Diess ab. Doch die Vorzeichen stehen schlecht: Software-Probleme beim Prestige-Projekt ID.3 haben den Aufbruch in die neue Welt gründlich vermasselt. Updates kommen nur aus der Werkstatt - nicht wie bei Tesla "over the Air". Hinzu kommt ein Zusammenprall der Kulturen zwischen gestandenen Ingenieuren und agilen Software-Entwicklern. Die neue Digital-Tochter Car.Software.Org soll bis 2025 ein Betriebssystem für alle Konzernmarken entwickeln. Doch Insider berichten, viele Beschäftigte würden lieber für einen bekannten Autobauer als für ein Softwarehaus mit provisorischem Namen arbeiten.
"Wirtschaftswoche" 26/2020, S. 16 - 23 (Paid), turi2.de (Background)

Schüler filmt Tesla-Fabrik in Brandenburg und Elon Musk hat nichts dagegen.

Mit Elons Segen: Ein 13-jähriger Schüler filmt mit einer Drohne seit Februar den Baufortschritt der Tesla-Fabrik in Brandenburg. Die YouTube-Videos vom Tesla Kid stoßen in der Community auf großes Interesse - bis der Sicherheitsdienst ihn stoppt. In einem Video bittet er seine Follower um Hilfe, eine Genehmigung zu bekommen. Die folgt auf kurzem Dienstweg von Tesla-Chef Elon Musk, der twittert: "Fine by me".
"FAZ", S. 9 (Paid), youtube.com (Drohnen-Videos)